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E_1931_Zeitung_Nr.090

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Ausgabe: Deutsche Schweiz BERN, Dienstag, 3. November 1931 Nummer 20 Cts. 27. Jahrgang. - N" 90 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint jeden Dienstag und Freltat Monatlich „Gelbe Uite" Halbllhrtieb Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portonisehlag, Mlarn nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtliche Bsstellung 30 REDAKTION o. ADMINISTRATION: Breltenralnstr. 97, Bern Rappen. Postcheck-Rechnung HI/414. Telephon Bollwerk S9.84 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzelle oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cti. Grossere Inserate nach Seitentarif. Inseratensehlnss 4 Tage vor Erscheinen der Nummern VoTgängig der Nationalratswahlen haben es sich einzelne kantonale Verkehrsverbände angelegen sein lassen, ihre Mitglieder auf die besondere Bedeutung des diesjährigen Wahlganges aufmerksam zu machen und ihnen aus verschiedenen politischen Lagern jene Kandidaten zu nennen, welche Gewähr für richtige Vertretung der Verkehrsinteressen im Parlament bieten. Diese Methode, welche H. a. auch von kantonal-ziircherischen Motorfahrzeugverbänden eingeschlagen wurde, war nun nachträglich Gegenstand einer sehr scharfen Kritik in einer führenden Tageszeitung, in welcher sogar der Vorwurf der Charakterlosigkeit fiel. Die Antwort von Seiten des Automobil- Clubs Hess nicht lange auf sich warten und die beträchtliche Zahl von Zuschriften, welche uns aus Automobilistenkreisen zugegangen sind, zeigen deutlich, dass der Kritiker zweifelsohne gründlich daneben gehauen hat. Wir wollen dabei ganz von dem in Zürich entstandenen Meinungsstreit absehen und uns kurz mit der prinzipiellen Seite der Angelegenheit beschäftigen. Selten noch haben die Motorfahrzeugbesitzer der Schweiz die Verhandlungen in beiden Räten so aufmerksam verfolgt, wie gerade dieses Jahr. Grund dazu war freilich genug vorhanden, da die zweite Vorlage zu einem eidg. Verkehrsgesetz zur Beratung stand. Von Seiten der Motorfahrzeughalter waren durch deren Verbände gewisse Mindestanforderungen an dieses Gesetz formuliert worden, die einerseits die Quintessenz aus der Summe aller unerfreulichen Erfahrungen waren, welche mit dem veralteten und durchlöcherten Konkordat gemacht wurden, und die anderseits eine, wenn auch nur bescheidene Kompensation für all die neuen und verschärften Verpflichtungen darstellen sollen, welche mit der jetzigen Vorlage dem Fahrzeugführer zugedacht sind. Wie stand es nun mit der Vertretung dieser Forderungen in den Räten? Die Verhandlungen boten in dieser Beziehung ein für die. Motorfahrzeugbesitzer und -führer wenig befriedigendes Bild. Keine Fraktion hat eindeutig Stellung für deren sicher berechtigte Forderungen bezogen. Einzig die sozialdemokratische Par- Unser neuer Roman Unser neuer Roman vordient wie kein zweiter eine kurze vorgängige Erwähnung, da er in meh- Teren Beziehungen für unsere Leser von grossem Interesse sein dürfte. Der bekannte österreichische iDichter, Oskar Sonnlechner, der den literarisch Aufmerksamen unter unsem Lesern kein Unbekannter sein wird, schrieb diesen Roman von der « Vorletzten Liebe der schönen Frau Erzscbot >, der — so glauben wir annehmen zu dürfen — in Vielen nach der Lfktüre als ein schönes, selten tipfps Erlebnis nachklingen wird. Auf besonderen Wunsch von zahlreichen Leserinnen des Feuilletons entschlossen wir Tins, ein Werk zum Abdruck auszuwählen, das in der Vorkriegszeit spielt, in oinpm Milieu, das die ganzo fieberhafte Zerrissenheit unserer neuesten Zeit noch nicht kennt, da die Begriffe wie Treue, Liebe, Güte noch nicht eine Entwertung durch ihre Rplativierurur erfahren haben. Menschen treten aus der Versenkung, die mit wunderbarer Innigkeit gesehen sind, wahrhafte Charaktere, gesund, naturhaft, wa-ch, so wie sie uns heute zum Vorbild dienen können. Der Roman wird auch dem literarisch Anspruchsvolleren etwas bieten, ohne dass indessen das Werk aus dem Rahmen eines Feuilletons fallen würde. Die Handlung spielt sich im alten Ungarn ab, in dem trotz den starren Konventionen, vor allem der besten Kreise, seltene Persönlichkeiten sich entfalteten. Die Strenge dieser weiten, rührigen Ebenen erzog auch die Menschen zu klarer, •^•sicherer Beherrschung ihres Wesens, auch wenn "unter der Oberfläche ein verzehrendes Feuer der Leidenschaft glühte. Das ewige Thema der Liebe unter diesen Menschen, die nichts mehr fürchten als eine unzarte Enthüllung ihres Innersten, die — tei fand sich geschlossen in der Angelegenheit der Arbeitszeitregelung zusammen, weil diese gleichzeitig auch ins Politische hinüberspielte. Bei der Beratung und der Abstimmung aller übrigen Artikel machten sich innerhalb der Fraktionen die verschiedensten Auffassungen geltend, und so war es denn auch möglich, dass Beschlüsse mit seltsamem Zufallsmehr gefasst und in einzelnen Fällen sogar einer Wiedererwägung unterzogen wurden. Nun handelt es sich aber bei der Geltendmachung von Verkehrsinteressen im Parlament nicht um Politik und nicht um Parteien. Die Verkehrsverbände haben weder ihre Interessenwahrung bestimmten Fraktionen übertragen oder anvertrauen können, noch eine politische Prägung ihres Standpunktes erwartet. Wie die Automobilisten und Motorradfahrer sich aus allen politischen Lagern rekrutieren, so haben sie alle, ohne Unterschied der Partei, von ihren Vertrauensleuten die Wahrung ihres Standpunktes gewünscht. Viele werden sich aber in dieser Erwartung enttäuscht gesehen haben. Es war deshalb ein Gebot der Notwendigkeit und der Dankbarkeit, wenn es sich die Verkehrsorganisationen zur Pflicht machten,-für die Wiederwahl oder die Berufung der Männer einzutreten, von denen sie das notwendige. Verständnis für ihre Stellungnahme dem Gesetz gegenüber erwarten konnten. Sie alle wissen, dass in der Dezembersession, der ersten Tagung des neuen Nationalrates, die Entscheidung über das weitere Schicksal des Gesetzes fallen wird. Sie alle sind darüber orientiert, dass ihre weitere Stellungnahme von der Art und Weise abhängt, wie die bestehenden Differenzen erledigt werden. Man möchte in unserem Lager endlich das Gesetz unter Dach gebracht wissen, ist sich aber darüber klar, dass ein Referendum unvermeidlich ist, wenn die Mindestforderungen nicht berücksichtigt werden. So haben wir allen Grund, den Nationalrat so bestellt zu sehen, dass die bisherige Arbeit zum guten Ende geführt wird. Dafür aber bieten die von den einzelnen Parteien in ihrer Gesamtheit aufgestellten Wahlvorschläge keine Gewähr. Sie enthielten vielfach Namen, die in wie Sonnlechner einmal berichtet — sich schweigend erschiessen lassen, nur weil sio eine verehrte Frau schützen wollen, hat der Autor mit glücklichster Hand gestaltet. Das erschütternde Schicksal der schönen, wunderbaren Frau Erzsebet, die wie eine Heilige aus alter Zeit durch den Roman geht, ist Kernpunkt der Handlung. An ihr, der Reinen, Zarten, erfüllt sich das Leben des Helden der Geschichte. Der Roman ergreift, durch die seltene Echtheit des Gefühls, das in ihm zum Ausdruck kommt, durch die Schönheit eines zum jähen Abschluss verurteilten Liebesglücks und die Tragik des Schicksals eines Mannes. In den Weiten der ungarischen Tiefebenen, auf den alten, schönen Rittergütern des Adels rollt sich das Schicksal von diesen Menschen ab, die mit grosser Plastik geformt sind. Dor Autor, Oskar Sonnlechner. schrieb neben unserm neuen Roman bereits mehrere ausgezeichnete Werke: «Grüne Tage — grüne Nä.chte » (erschienen in « Rpclams-Univcrsal-Bibliothek »), « Die ewige Wahrheit — ein Buch von der Liebe, das Frauen nicht versfnhon >, weiter • Sonnenuntergang > u. a. m. Der eigentliche Beruf SonnlechnerB war — die Technik. Nach einigen jugendlichen schriftstellerischen Versuchen schrieb er während Jahren nur noch über technische Themen. An der russischen Front im Stellungskrieg, da. packte es ihn aber wieder.. Beim unruhigen Licht einer Kerze schrieb er. Den 'Soldaten las er seine Schöpfungen vor. Seine schönsten Werke entstanden. Als er im unfreundlichen, feuchten Unterstand seine Vorlesung beendet hatte und der Morgen graute, meinte sein Vorgesetzter zu ihm: « Sie Hessen mich versessen, dass Krieg ist. » Draussen rollte der Kanonendonner. «Lassen Sie Ihr Ta- Ipnt nicht unbenutzt das andern Menschen eine Freude zu bereiten vermag. » « Seitdem schreibe ich», — so erzählt Sonnlechner selbst, « und immer unter dem Gedanken, andern oinen Lichtstrahl in dfrs Grau des Lebens zu bringen. Ich hoffe, es gelingt mir auch mit meinem neuen Buche. » Unsere Lp.sp.r werden dorn Dichter unzweifelhaft nach der Lektüre seines a.ussorordentlichen Roman recht geben. Es ist ihm gelungen! Die Redaktion. Motorfahrerkreisen keinen guten Klang mehr haben und so ergab sich zwangsläufig die Notwendigkeit, all jenen Kandidaten zum Erfolg zu verhelfen, auf die wir nach den bisherigen Erfahrungen zählen können. Dabei brauchte der einzelne Wähler gar nicht unbedingt auf die Unterstützung seiner Partei zu verzichten, wenn er nur durch Kumulation jene Anwärter unterstützte, die von den Verkehrsverbänden zur Wahl empfohlen waren. Man hat bisher in einzelnen politischen Kreisen immer den Fehler gemacht, dass man die Motorfahrer als Interessengruppe in ihrer Stärke unterschätzte. Das war nur möglich, weil sich die bald 150,000 Automobilisten und Motorradleute ihrer Stimmkraft selber noch zu wenig bewusst waren und es, abgesehen von der Verwerfung der ersten Vorlage, gemeinsam mit den Radfahrern als weitere Verkehrsgruppe, nie auf eine Kraftprobe ankommen Hessen. Es könnte aber sehr wohl möglich sein, dass sie sich bei weiterer stiefmütterlicher Behandlung ihrer Stimmkraft erinnern und eigene Wege beschreiten. Man könnte auch in diesem äussersten Fall niemand einer Charakterlosigkeit zeihen, viel •weniger aber in dem gegebenen Fall, da man sich an den von den Parteien umschriebenen Rahmen hielt und einfach innerhalb desselben eine kräftigere Unterstreichung unseres Standpunktes zu erzielen suchte. Schon die äusserst bescheidenen Mittel, welche hiefür -aufgewendet worden sind, zeigen am Erfolg, Säss sich in dieser Hinsicht noch manches erreichen Hesse. * b. Aus dem guten Dutzend an Zuschriften, welches uns in der Zürcher Angelegenheit zugegangen ist, veröffentlichen wir die nachstehende, welche die wichtigsten der geäusserten Ansichten zusammenfasst, womit die Auffassung der Automobilisten genügend abgeklärt sein dürfte : Die Nationalratswahlen und das Wahlzirkular der zürcherischen Automobilistenverbände. Bekanntlich Hessen die Zürcher Sektionen des A. G. S., des T. C. S. und der Aspa ein gemeinsames Inserat erscheinen, worin sie ihren Mitgliedern empfahlen, je nach Parteizugehörigkeit, bestimmten Kandidaten der betreffenden Partei, die sich besonders des Automobilwesens und seiner Bedürfnisse angenommen hatten, ihre Stimme zu geben. Um dadurch nicht die Parteibeschlüsse zu verletzten, wurden nur solche Kandidaten aufgenommen, die von der betreffenden Partei kumuliert worden waren, obschon sich unter den nichtkumulierten Kandidaten Herren befanden, die sich um die Interessen der Verkehrsverbände sehr verdient gemacht Die vorletzte Liebe der schönen Frau Erzsebet. Roman von Oskar Sonnlechner. Willst du dein Herz mir schenken, So fang es heimlich an, Dass unser beider Denken Niemand erraten kann. Die Liebe muss bei beiden Allzeit verschwiegen sein, Drum schliess die grössten Freuden In deinem Herzen ein. (Walther von der Vogelweide.) Hoch oben in den steilen Schroffen des Karwendelgebirges klebt meine kleine Jagdhütte. Das Leben hat mich müde gemacht, und nur schwer trägt es die alten Knochen zu ihr hinan. Weit, weit liegt die Jugend hinter mir. Langsam, Schritt für Schritt, stapfe ich mit meinem alten, schweigsamen Jäger bergan. Er weiss, es fällt mir schon schwer. Oben auf den lichten Höhen starre ich in die Tiefen der Täler, wie in die Tiefen der Vergangenheit. Die Klarheit der Bilder verblasst in der Ferne, die Umrisse verschwimmen, die Farben erlöschen... Ich sehe die im Wind wogenden Röhrichtfelder ... ich sehe im Purpurlicht der sinkenden Sonne schattengleich die wilden Enten ziehen ... der schmale Bach... der kleine Steg... dort trug ich einst mein Glück hinüber... Schweigend, im Sinken der Nacht, stapfe ich mit meinem alten Jäger wieder heimwärts. Blume für Blume pflückt er am Weg. Ich weiss, was er will. In meiner kleinen Kammer über dem hatten, wie beispielsweise der Vizepräsident der Sektion Zürich des A. C. S., Herr Kantonsrat Gassmann. Ihre Aufnahme in den Wahlaufruf wäre aber sinnlos gewesen, da bei ihrer Nichtkumulierung eine Wahl ganz ausgeschlossen war. Dieser Wahlaufruf hat nun aber einem Herrn R. nicht zugesagt, weil nach seiner Auffassung offenbar bei der freisinnigen Partei, wo die empfohlenen Kandidaten, an 2., 3. und 4. Stelle stehend, gewählt wurden, an Stolle eines dieser Kandidaten ein anderer hätte gewählt werden sollen. In kritischer Weise äusserte er sich deshalb in der « N. Z. Z. » gegen diese Wahlempfehlung und beziehtete die vorgenannten Sektionen der Charakterlosigkeit und Grundsatzlosigkeit. Der Vorstand der Sektion Zürich des A. C. S. hat sich hierauf gegen diese Anwürfe verwahrt und mit vollem Recht erklärt, dass auch in Zukunft die Verbände bei Wahlen sich vorbehalten, diejenigen Kandidaten zu empfehlen, von denen sie wissen, dass sie in den Räten ihre Interessen wahren werden. In einer an diese Einsendung anschliessenden Replik behauptet Herr R., dieser Wahlaufruf habe weithorum In der Partei Mißstimmung hervorgerufen. Ausserdem hätten die Verbände übersehen, dass man nicht einen Haufen von Kandidaten wähle, sondern eine Fraktion, und die politische Linie werde von der Fraktion bestimmt, nicht vom einzelnen. Wir möchten Herrn R. hierauf folgendes entgegnen: In der Antwort der Sektion Zürich wird darauf hingewiesen, dass nicht nur die Automobilistenverbände, sondern der kantonale Gewerbeverband und andere in ähnlicher Weise vorgegangen waren. Es berührt nun tatsächlich sehr sonderbar, dass sich Herr R. nur den Automobilistenverbänden gegenüber seine Kritik gestattete und erst in seiner Replik, nachdem es nicht mehr anders möglich war durch den Hinweis des A. C. S., auch die andern Aufrufe kurz erwähnt. Dieses Verhalten muss den Eindruck erwecken, dass persönliche Motive Herrn R. zu seinen Ausführungen veranlassten und nicht die Interessen seiner Partei. Oder scheute er sich, ebenfalls aus persönlichen Gründen, in seiner ersten Einsendung die andern Verbände in dieser Form anzugreifen? Die Wahlresultate zeigten, dass seine Behauptungen ganz falsch sind, der Aufruf der Verbände habe zu Mißstimmungen und zu Streichungen der empfohlenen Kandidaten geführt. Wir lassen diese Resultate nachfolgen: Freisinnige Liste: Die empfohlenen Kandidaten stehen in folgenden Rängen: 2. Dr. Wotter mit 43 349; 3. Strässle: 42 836; 4. Dr. Stadler- 41 926. Es folgen zwei bisherige Nationalräte, wovon der eine nicht mehr gewählt wurde, mit 41 872 und 41 503 Stimmen. Demokratische Liste: Die empfohlenen Kandidaten stehen in folgenden Rängen: 1. Dr. Sträuli: 33 080; 4. Kern: 29 297 (nicht gowählt). Bauernpartei: 1. Bertschinger, der allein empfohlen wurde: 49 161 Stimmen. Der nachfolgende Kandidat weist 48 482 Stimmen auf. Christlichsoziale Partei: 1. Dr. Schneller mit 22 121 Stimmen. Der nachfolgende Kandidat erhielt 22 055 Stimmen. schmalen Eisenbett hängt ein verblasstes Bild. Nur ich vermag noch die Linien zu erkennen. Die reinen Züge, das tiefdunkle, braunschimmernde Seidenhaar, die grossen, grauen, strahlenden Märchenaugen, umschattet von den dunklen Wimpern ... Ich höre die schweren Nagelschuhe des Jägers auf dem Holzgang poltern. Auf den Fussspitzen, um mich in meinem Sinnen nicht zu stören, schreitet er durch die Stube, bedächtig nimmt er den trockenen Strauss über dem Bild ab und schmückt es mit den frisch gepflückten Blumen. So sah er es von mir. Und nie vergisst er nun darauf. Schweigsam geht er. Noch nie frug er mich mit einem Wort. Die kurze Jagdpfeife qualmt und ich träume... Die Dämmerung der Vergangenheit schwindet, die Nebel des Vergessens steigen, hell schimmert es auf, und im goldenen Sonnenlicht der Erinnerung steht alles wieder um mich auf. Und manchmal ist mir, wie wenn mir das verblasste Bild an der Wand mit einem stillen, müden Lächeln zunicken würde... mir ist, wie wenn eine zarte Hand sich mir liebkosend auf den Scheitel lege, den nun der Schnee des Alters deckt. Wie weit zurück, wie weit zurück liegt alles... 1. Der Eisenbahnzug der ungarischen Kleinbahn klappert durch die endlos wogenden Getreidefelder. Keuchend, polternd, rasselnd hopst er wie ein bockender Gaul über die