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Berner Kulturagenda 2017 N° 31

Berner Kulturagenda 2017 N°

DO 10. – MI 16.8.2017 31 / www.bka.ch Seite 3 Das Restaurant Sous le Pont in der Reitschule feiert Jubiläum. Drei Mit glieder des Kollektivs erzählen Antonio Pappano dirigiert am Gstaad Menuhin Festival Shishko und Adaya spielen am Buskers Pegelstand, Kolumne von Wolfgang Böhler Seiten 4 bis 11 Agenda, Ausstellungen und Kino Seite 12 In der Kunsthalle Bern sind die Ausstellungen «Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer» und «Section Littéraire» zu sehen Der Zirkus Chnopf gastiert mit «Panik!» in Bern Vital Julian Frey ist der neue Intendant der Bachwochen Thun Zwei Ausstellungstipps in der Übersicht Mit Licht gemalt Im Kultur-Spycher Meikirch sind fotorealistische Bilder in Pastell und Öl von Christian Mühlethaler zu sehen. Ob eine Waldlichtung oder die Meeresbrandung: Das Licht sei das Leben und die Seele seiner Bilder, sagt der Maler. Christian Mühlethaler 12 Esther Zimmermann Kulturtipps von Barny Schürch Der ehemalige Konzertveranstalter, Lehrer, Radiomacher, Hilfspfleger und Plattenverkäufer Barny Schürch leitet seit 16 Jahren das Kino Cinématte. Bis am 31.8. sind im Kino an der Aare im «Sommerkino» Klassiker und Neuentdeckungen zu sehen. Machen Sie den ersten Satz: «Ich verstehe nichts von Musik. In meinem Fach ist das nicht nötig.» Elvis Presley Und was soll der letzte sein? Die Fähigkeit, zu verzichten sowie die Gabe der Bescheidenheit sollten in jeder Schule als Hauptfach gelehrt werden. Wohin gehen Sie diese Woche und wozu? 1. An die 25 Jahre Sous le Pont- Party (Do., 10.8., 15 Uhr). Ich wünsche alles Gute und viel Glück für die nächsten 25 Jahre! 2. «Ich, einfach unverbesserlich 3» im Sommerkino Langenthal schauen mit meinen Buben (Sa., 12.8., 21.15 Uhr). Leider muss ich sie noch an Untertitel gewöhnen. 3. Jeden Tag in die Aare (ab 18 Grad): Weil der tägliche Aareschwumm im Sommer höchste Glücksgefühle beschert und diese Art Kultur aktiv von allen betrieben werden kann. Sammeln mit Gespür Erst hingen sie in einer Villa, nun in europäischen Museen. Die exquisite Winterthurer «Sammlung Hahnloser» macht im Berner Kunstmuseum Halt – als Dauerleihgabe. Es gibt zwei Arten des Kunstsammlers: Der eine ersteht einmalige Kunst um des Wertes Willen wie einen Lamborghini. Der andere sammelt mit Gespür, lernt die aufstrebenden Künstlerinnen und Künstler kennen und kauft thematisch Werke. So sammelte und förderte das Winterthurer Ehepaar Hedy und Arthur Hahnloser-Bühler unermüdlich Gegenwartskunst. Zwischen 1906 und 1936 kauften sie viele Gemälde der Künstlergruppe Nabis, zu der Félix Vallotton, Pierre Bonnard und Édouard Vuillard zählen. Auch Fauvisten wie Albert Marquet oder Henri Matisse fehlten nicht. Das Kunstinteresse Hedy Hahnlosers, die in München eine Malausbildung absolvierte, war prägend für die grosse Sammlung postimpressionistischer Kunst, zu der auch einige impressionistische Vorläufer wie Cézanne, Manet, Van Gogh und Renoir gehören. Auch Schweizer Zeitgenossen wie Giacometti und Hodler gehören zur Sammlung. Familienporträts von Bonnard In der Villa Flora des Ehepaars in Winterthur wurde der persönliche Kontakt zu den Kunstschaffenden gepflegt. Vallotton und Bonnard malten sogar Familienporträts. Über hundert Werke aus dieser Sammlung, die von der Hahnloser/Jaeggli Stiftung unterhalten wird, sind nun im Berner Kunstmuseum unter dem Titel «Van Gogh bis Cézanne, Bonnard bis Matisse. Die Sammlung Hahnloser» ausgestellt. Weil die Ausstellungsräume der Villa Flora wegen fehlender staatlicher Unterstützung nicht unterhalten werden können, wurden die Werke auf Europa-Tournee geschickt. Nun machen sie in Bern als Dauerleihgabe der Kunstmuseums-Sammlung halt. Katja Zellweger Kunstmuseum Bern Vernissage: Do., 10.8., 18.30 Uhr Ausstellung bis 11.3.2018 www.kunstmuseumbern.ch Auch «Le chapeau violet» (1907) von Vallotton gehört zu Hahnlosers Schatz. Fotografie: Reto Pedrini, Zürich Mysteriös Der Dokumentarfilm «David Lynch – The Art Life» zeichnet den Weg vom Maler zum Filmemacher. Er läuft zusammen mit Lynchs Erstling «Eraserhead» im Rex. Der Besuch im Atelier eines Malers kam für David Lynch, einem gelangweilten Teenager, einer Offenbarung gleich. Von nun an wusste er, was sein Lebenstraum war: Malen, Kaffee trinken und Zigaretten rauchen. Im Dokumentarfilm «David Lynch – The Art Life» von Jon Nguyen erzählt der Regisseur von «Blue Velvet» wie die Malerei dem bewegten Bild wich. Lynchs geheimnisvolle Erzählstimme aus dem Off verleiht auch den teils unspektakulären Kindheitserinnerungen einen mysteriösen Anstrich. Und wenn er die nackte Frau mit blutverschmiertem Mund beschreibt, die ihm als Junge in der Dämmerung entgegen getaumelt sei, wähnt man sich inmitten eines Lynch-Filmes. Mit einem surrealen Kurzfilm holte sich der Kunststudent ein Stipendium für eine Filmakademie in Los Angeles; «Eraserhead» hiess sein Langspieldebüt. In der Zwischenzeit ist Lynch wieder zum Malen zurückgekehrt – in Nguyens Film sieht man ihn bei der Arbeit an albtraumhaften Collagen im Stil von Francis Bacon – und hat sich, abgesehen von der dritten Staffel der Serie «Twin Peaks», vom Filme machen abgewendet. Sarah Sartorius Kino Rex, Bern. «The Art Life»: Täglich, 18.30 Uhr. «Eraserhead»: Do., und Sa., 20.15, Fr., 22.30 und So., 14.45 Uhr. www.rexbern.ch