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Berner Kulturagenda 2018 N°9

2 Anzeiger Region Bern

2 Anzeiger Region Bern 24 8. – 14. März 2018 musiktheater Konzept Gestaltung: formdusche, Berlin | Gestaltung: Murielle Bender CARMEN GEORGES BIZET Ab 07. Apr. 2018, Stadttheater Tag der offenen Tür für Erwachsene Samstag, 10. März 2018, 14.00–17.00 Uhr Konsi Bern, Kramgasse 36, 3011 Bern Mehr erfahren: www.konsibern.ch merci! Ab 18.00 Uhr Klangrausch: Bühne frei für unsere Erwachsenen! unter dem Patronat des www.konzerttheaterbern.ch 18. März 2018 19.30 Uhr Kursaal Bern Maurice Steger Blockflöte Brandenburgisches Staatsorchester Leitung Howard Griffiths Heberle - Mozart - Beethoven Vorverkaufsstellen Meisterzyklus Billettkasse Telefon 031 994 49 22 www.meisterzyklus.ch PRÄSENTIERT VON Lay01_Inserat_BKA_TdoT EW_Klangrausch.indd 1 28.02.18 15:25 43. INTERNATIONALES 12. MÄRZ – 19. MAI 2018 JAZZFESTIVAL BERN JAZZ, BLUES & SOUL 13. – 17. März 2018 EDDIE COTTON JR. Blues THE RISINg STAR FROM MISSISSIppI Impressum Herausgeber: Verein Berner Kulturagenda Die Berner Kulturagenda ist ein unabhängiges Engagement des Vereins Berner Kulturagenda. Sie erscheint wöchentlich mit dem Anzeiger Region Bern in einer Gesamtauflage von 153 509 Ex. Zudem gelangt die BKA in elektronischer Form an alle ePaper-Abonnenten des Frutigländers. verein@bka.ch Leitung Mitgliederbereich: Beat Glur, beat.glur@bka.ch Redaktion: redaktion@bka.ch Leitung: Sarah Sartorius (sas), sarah.sartorius@bka.ch Céline Graf (lin), celine.graf@bka.ch Lula Pergoletti (lup), lula.pergoletti@bka.ch Praktikum: Bettina Aeberhard (aba), bettina.aeberhard@bka.ch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Ausgabe: Jeans for Jesus, Milena Krstic, Christian Pauli, Stephan Ruch Layout: prepress@anzeigerbern.ch Druckvorstufe: prepress@anzeigerbern.ch Verlag/Inserate: Simon Grünig, simon.gruenig@bka.ch Adresse: Berner Kulturagenda, Grubenstrasse 1, Postfach 32, 3123 Belp, Telefon 031 310 15 00, Fax 031 310 15 05, Internet: www.bka.ch Nr. 11 erscheint am 21.3.18. Redaktionsschluss 7.3.18. Inserateschluss 14.3.2018. Nr. 12 erscheint am 28.3.18. Redaktionsschluss 14.3.18. Inserateschluss 21.3.2018. Agendaeinträge: Nr. 11 bis am 14.3.2018 / Nr. 12 bis am 21.3.2018. Eingabe in die Datenbank der Berner Kulturagenda: Auf www.bka.ch klicken Sie auf den Link «Event hinzufügen». Bei technischen Problemen oder Fragen wenden Sie sich an 031 310 15 08 oder per E-Mail an veranstaltungen@bka.ch Über die Aufnahme in die Berner Kulturagenda entscheidet die Redaktion der Berner Kulturagenda. Verleger: Gemeindeverband Anzeiger Region Bern, Postfach 5113, 3001 Bern Abonnemente: Sie können die Mittwoch-Ausgabe des Anzeigers Region Bern inkl. BKA abonnieren: 3-Monats-Schnupperabo: CHF 25 1-Jahres-Abo: CHF 110 1-Jahres-Gönner-Abo: CHF 222 Bestellungen an: verlag@bka.ch, 031 310 15 00 Rechtlicher Hinweis: Redaktionelle Beiträge und Inserate, welche in der Berner Kulturagenda abgedruckt sind, dürfen von nicht autorisierten Dritten weder ganz noch teilweise kopiert, bearbeitet oder sonstwie verwendet werden. Insbesondere ist es untersagt, redaktionelle Beiträge und Inserate – auch in bearbeiteter Form – in Online-Dienste einzuspeisen. Die Berner Kulturagenda dankt der Stadt Bern für die finan zielle Unterstützung. www.jazzfestivalbern.ch 20. – 24. März 2018 RUTHIE FOSTER Blues& sOul THE pOwER- FUL BLUES & SOUL LADy www.starticket.ch

8. – 14. März 2018 Anzeiger Region Bern 25 3 «Kein Stillsitz-Blues» TICKETS Ferne Heimat TICKETS Geschmeidiger Jazz, Blues und Soul: Das 43. Internationale Jazzfestival Bern bietet Wiederbegegnungen und Neuentdeckungen. Im Zentrum steht die Tradition. Auf die Frage, ob das Jazzfestival Bern sich der Tradition verpflichtet fühle, antwortete Co-Leiter Benny Zurbrügg letztes Jahr im Interview mit der Berner Kulturagenda: «Wir definieren uns in dem Umfeld, in dem wir seit Jahrzehnten veranstalten. Für uns ist dies der Jazz, der sich an seinen Wurzeln orientiert. Dort, wo alles angefangen hat.» So geht es auch in der aktuellen Ausgabe dort weiter, wo im Mai 2017 alles aufgehört hat: Bei einer Auswahl prämierter Musikerinnen und Musiker, die sich dem geschmeidigen Jazz, Blues und Soul verschrieben haben. So etwa Ruthie Foster, eine Gitarristin und Sängerin aus Texas, die in ihrer Virtuosität auf der Bühne wirkt, als sei sie eine alte Bekannte, die einem eine amüsante Geschichte erzählt. Oder Eddie Cotton Jr. aus Mississippi, der ebenfalls mit E-Gitarre und Gesang den Rhythmus mit dem Blues vermählt. Cotton sagt über seinen Stil: «Wenn ich im besten Zustand spiele, dann wirst du dich bewegen. Das ist kein Stillsitz- und Schau-mich-an- Blues.» Politisch charmant Eine, die mit ihrer Stimme sämtliche Oberflächlichkeiten wegzufegen vermag, ist die junge Amerikanerin Cécile McLorin Salvant. Eben erst hat sie mit dem aktuellen Album «Dreams and Daggers» in der Sparte Best Vocal Jazz Album ihren zweiten Grammy Award gewonnen und ist – wie letztes Jahr – Gast in Bern. Darauf singt sie alte Jazzklassiker wie «Devil May Care» und das leichtfüssige, gleichzeitig hochpolitische «Si J’étais blanche» aus den 30er-Jahren, das im Original von Joséphine Baker interpretiert wurde. Joey DeFrancesco an der Hammond Orgel eröffnet das Festival im Zusammenspiel mit dem Swiss Jazz Orchestra. Natürlich lässt sich der Jazz festival- Organisation Traditionssturheit vorwerfen. Aber der Frauenanteil stimmt für einmal und das künstlerisch hochwertige Programm verdient Beach - tung – denn ohne Tradition kein Experiment. Und umgekehrt. Milena Krstic Diverse Orte, Bern Eröffnungskonzert: Bierhübeli, Bern Mo., 12.3., 20 Uhr Festival bis 19.5. www.jazzfestivalbern.ch Wir verlosen 3 × 2 Tickets für Eddie Cotton Jr. am Di., 13.3., 22 Uhr: tickets@bka.ch Zwei Musikstile miteinander zu vereinen, ist ein schwieriges Unterfangen. Der schweizerisch-tibetischen Band Porok Karpo gelingt es. Seit drei Jahren arbeiten der tibetische Freiheitskämpfer Loten Namling und der Gitarrist Patrick Lerjen zusammen. Entstanden ist das Debütalbum «Behind The Two Mountains», in dem zwei musikalische Welten aufeinandertreffen. Traditionelle Gesänge aus der fernen Heimat vereinen sich mit alternativem Rock. Es sind wuchtige Lieder des Protests und der Sehnsucht. Der in Indien aufgewachsene und in Bern lebende Exiltibeter Namling kämpft seit Jahren für die Unabhängigkeit seiner Heimat, in der er bis dato noch nie war. Seine Eltern mussten vor seiner Geburt notgedrungen fliehen. Im Film «Tibetan Warrior» (2015) des Berner Filmemachers Dodo Hunziker wird er als Kämpfender porträtiert. Namlings Rastlosigkeit ist auch in den Liedern zu hören. Nebst ihm und Lerjen spielen Mik Keusen, Philipp Moll und Muso Stamm in der Band. Ihr Album taufen sie bei Bee-flat im Progr. Bettina Aeberhard Turnhalle im Progr, Bern Mi., 14.3., 20.30 Uhr www.bee-flat.ch Wir verlosen 1 × 2 Tickets: tickets@bka.ch ZVG Rastlose Lieder: Loten Namling mit seiner Band Porok Karpo. Kindergarten in der Schule Alex Truffer will mit der Inszenierung von «Frau Müller muss weg!» einem ernsten Thema Leichtigkeit verleihen. Das NVB-Theater gastiert im Kulturhof Schloss Köniz. Eddie Cotton Jr.: «Wenn ich spiele, wirst du dich bewegen.» Nineke Loedeman BluesMagazin.nl «Am Elternabend zeigt sich, wie solidarisch eine Gesellschaft wirklich ist und wie sie mit Erfolg und Niederlagen umgeht.» Dies schreibt der deutsche Autor Lutz Hübner über «Frau Müller muss weg!». In der «bissigen Realsatire», wie Regisseur Alex Truffer das Stück charakterisiert, treffen sich fünf besorgte Erwachsene im Klassenzimmer zu einem «ausserordentlichen Elternabend». Ihre Kinder stehen vor dem Übertritt in die Sekundarschule, doch die Klassenlehrerin ist in ihren Augen offensichtlich überfordert. Für sie ist klar: Die Lehrerin muss gehen. Natürlich geht es in Hübners Stück um mehr als das explosive Verhältnis von Lehrpersonen und Eltern. «Es ist ein Spiegel der Gesellschaft», sagt Truffer. «Wenn es um die Wurst geht, wird der Mensch zum Geier und der Egoismus dominiert.» Er inszeniert die Satire in einer Mundartversion mit dem Berner NVB-Theater und will dem schwierigen Thema Witz verleihen. In Zeiten, in denen Helikoptereltern in aller Munde sind, ist das Stück von 2010 hochaktuell. «Die Eltern, die sich an die Pulte ihrer Kinder zwängen, verhalten sich trotziger und kindischer als der Nachwuchs», sagt Truffer, der als Theaterpädagoge und Dozent an der Theaterschule Grenchen durchaus auch schon übermotivierten Eltern begegnet ist. Sarah Sartorius Kulturhof Schloss Köniz Premiere: Fr., 9.3., 20 Uhr Vorstellungen bis 25.3. www.nvb-theater.ch Pegelstand Kolumne von Christian Pauli «Nein zu ‹No Billag› ist noch keine Lösung!», kommentierte der Musikagent Berthold Seliger vor zwei Wochen prophylaktisch den Schweizer Politschlager in der deutschen Zeitschrift «Konkret». Für etwas können wir den «No Billag»-Initianten danken: Sie haben eine Mediendebatte angestossen, von der Deutschland nur träumen kann. Und den Schweizer Kulturschaffenden die Gelegenheit gegeben, für ihr Schaffen hinzustehen. Seliger schlägt anstelle des einschläfernden Staatsrundfunks eine öffentlich-rechtliche, also gebührenfinanzierte, aber «staatsferne» Internetplattform vor, deren Aufgabe es «Öffentliches Radio und Fernsehen muss die Türen zu dieser Realität da draussen aufreissen.» wäre, «all das an Politik und Kultur bereit zu halten und zu ermöglichen, was sonst nicht stattfindet». Seligers Vorschlag mag so wolkig sein, wie seine Newsletter lang sind. Ein Hinweis aber ist wichtig: Das «öffentlich-rechtliche Fernsehen» hat – nicht nur in Deutschland – ein Kulturproblem. Musikalisch auf die Schweiz übertragen heisst das: SRF hat viel zu viel «Kuhmusik». Die Swiss Music Awards und das Spezialprogramm «Schweizer Musik – Ein ganzer Tag» auf allen Sendern des Schweizer Radios markierten den kulturellen Tiefschlag während der «No Billag»-Debatte. Swissness als politische Korrektheit – das Todesurteil für Kultur. Unsere kleine Schweizer Welt ist im Umbruch, vielgestaltig, multikulturell, sozial und kulturell widersprüchlich, kontrovers. Öffentliches Radio und Fernsehen muss die Türen zu dieser Realität da draussen aufreissen. Das ist die Lektion aus «No Billag»: SRF wird mutiger, offener, informativer, zeitgenössischer. An seichten, nationalen Unterhaltungsquatsch lassen wir dagegen die privaten Sender ran. Und noch was: Das No zu «No Billag» stärkt private Sender wie das umtriebige Berner Alternativradio RaBe. Dort wird übrigens gute Musik aus aller Welt gesendet. Christian Pauli ist Leiter Kommunikation und Publikationen der HKB. Er lebt in Bern, hat vier Kinder, mag gerne radikale Kunst und dicke Zeitungen. Illustration: Rodja Galli, a259