sporting hamburg MÄRZ 2020

sportinghh
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Stadtsportmagazin

März 2020

monatlich & kostenlos

Segeln

Zwei Medaillen für Hamburg

Fitness meets

Competition

aus Hamburg

Boxen

Viele Talente, ein Konzept in Hamburg

American Football

Auch schön, aber vor Hamburg

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Die besten Tipps gibt’s

in der Heftmitte.

präsentiert von

1


Editorial

Liebe

Leser*innen,

© Foto: Witters

wir sind ja keine Tageszeitung,

und trotzdem zerschießt

uns die Aktualität

dann doch auch mal ein wenig

den Redaktionsplan. Den

haben wir nämlich wirklich.

Schon lange geplant was das Gespräch mit Thomas Heil und Erik Plößel, zwei NRV-

Segler, die sich Hoffnung auf Tokio machen können, und natürlich wussten wir von der

anstehenden WM im Februar. Als hätten wir´s geaaaaahnt und tollerweise gewannen

sie dort sogar Bronze und kommen ihrem Ziel Olympia damit deutlich näher. Und dann

haute am gleichen Wochenende, auch Down Under, NRV-Vereinskamerad Philipp Buhl

im Laser so richtig einen raus, gewann sensationellerweise sogar Gold und bei uns

deswegen kurzfristig das Foto des Monats. Seeehr verdient. Ansonsten gibt es wie

immer eine ganze Ladung Sport von groß bis klein, von A bis Z, von dick bis dünn, so

wie wir es lieben, Ihr hoffentlich auch. Vielfalt ist das, was uns antreibt, und ihr Signal,

ihr Selbstverständnis und ihre positive Wirkung auf uns Hamburger*innen.

In eigener Sache:

Genau diese Vielfalt war auch das, was Thomas Beyer an uns sehr gemocht hat.

Weswegen er uns von Beginn an begleitet hat, uns immer als Freund zur Seite

stand. Thomas ist am 07. Februar nach einer schweren Krankheit im Alter von

nur 66 Jahren verstorben. Wir sind darüber sehr traurig.

Thomas war an unterschiedlichsten Stellen vor allen Dingen für den Hamburger

Sport unterwegs, war Visionär, initiativ, und hatte immer Spaß, Dinge neu zu

denken und voranzutreiben. Wir sind ihm sehr dankbar und gehen davon aus,

dass er da oben erst mal ein vernünftiges, multikulturelles Sportevent anschiebt.

Wir denken an Dich.

Martin Blüthmann (martin@sporting-magazin.de)

© Foto: www.mediaserverhamburg.de/ Geheimtipp Hamburg

© Coverfoto: Tom Schlegel/HYROX

Partner:

3


sporting hamburg

Das ist

drin:

© Foto: Mika Baumeister on Unsplash

Editorial 3

Schuss des Monats: Hut ab!

Laser-Weltmeister Philipp Buhl 6/7

Volleyball: LüneHünen

AV-Syndrom 8–10

Segeln: Heil/Plößel

Mit Spaß kontern 11–13

Boxen: Hamburg Giants

Boxt Du! 14–16

Active City Summer

Liebe Vereine, Eure Chance! 17

sporting-Lars: All-in für Tokio

Schwimmer Jacob Heidtmann 18–20

HYROX: Christian Toetzke

Überzeugungstäter 22/23

Segeln: Helga Cup

Crew gesucht 24/25

Die sporting-Tipps im März 26/27

Cyclassics: Radfahrerinnen gesucht

Jetzt bewerben: sporting-Helgas 28/29

Rudern: Tim Ole Naske …

…und das Staatshaftungsrecht 30/31

Auch spannend

Vereine: Jetzt mal digital 32/33

Ausgezeichnet: Parkour

Wir sind stolz auf Euch 34/35

Wundertüte SV Eidelstedt

Vervielfältigt 36-38

Active Kids

Wenn Kinder Rugby spielen 40/41

Schnee und Sonne safe!

Bis Mai dabei: Snowbertauern 42/43

American Football

Wenn Hamburg nach Elmshorn schielt… 44/45

Pilot*innen gesucht!

Tandemclub Weiße Speiche 46/47

sporting-Marco macht’s kurz

Short Intensity Training (S.I.T.) 48–50

Impressum 50

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* Zieh durch!

Tel.: 040/432084520 • www.steuermann-hamburg.com


Hut ab!

Im Strahlen ist er wahrscheinlich auch Weltmeister. Lang

ersehnt, der größte Erfolg seiner Karriere, und das bei der

letzten WM vor Olympia.

Wer hat das Drehbuch geschrieben? Nicht schlecht!

Wir gratulieren Philipp Buhl vom NRV zum WM-Titel im Laser.

© Foto: Jon West Photography

6


Volleyball

© Fotos: Wilhelm Wölper

AV-Syndrom

einen sehr guten Namen“, erklärt Bernd, „haben den besten Trainer

Deutschlands“ (Stefan ist inzwischen auf dem Feld unterwegs), „er

ist super erfahren, war mal einer der besten Mittelblocker der Welt.“

Bernd weiter: „Zu uns kommt man gern, auch wenn wir nicht so

viel zahlen können, wir haben keine Stars, wir machen eher die

Starlets“, und tatsächlich haben sich alle Spieler, die gegangen sind,

deutlich verbessert, zumindest finanziell. Das Wort Talentschmiede

sagt er nicht, das könnte man aber ja interpretieren. „Wir wollen

aber mehr, deutlich“, sagt er, nach Zielen gefragt. „Im Finale zur

Deutschen Meisterschaft wollen wir schon stehen, in Zukunft, …

oder im Pokal, dann international spielen“, das ist schon die Idee

der drei Macher der SVG, neben

Bernd und Stefan ist das noch

Coach Stefan Hübner war Nationalspieler, vier Mal Deutschlands Volleyballer des Jahres.

GF Andreas Bahlburg. Alles aber

eben auch eine Frage der Kohle.

„Unser Kader umfasst 12 Mann, Gegnermannschaften sind mit bis

zu 17 Spielern dabei, die haben dann z.B. zwei Liberos, wir haben

einen.“ Und deswegen warten alle auf die Halle. »

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Es scheint ja ein wenig, als sei das klassische Volleyball in den

letzten Jahren in Hamburg ein wenig vom Beach-Volleyball-

Sand verschüttet worden, zumindest in der Öffentlichkeit und

so medial und so.

Und dabei tut sich da was, denn die Eimsbütteler Männer sind aktuell

in der 3. Liga Tabellenzweiter, und Vereinsboss Frank Fechner sucht

unter anderem eine neue Halle, falls die Kollegen aufsteigen sollten

– in die 2. Liga. In der 1. Liga spielen wir zumindest Part-time eine

Rolle, als dass die Freunde aus Lüneburg, let’s say Metropolregion,

aktuellerseits in der CU Arena in Hamburg-Neugraben trainieren,

hier vor allem ihre letzten vier Heimspiele der Hauptrunde abhalten.

Die LüneHünen, die Erstliga-Männer der SVG Lüneburg, für Insider:

Spielvereinigung Volleyball Gellersen Lüneburg, warten nämlich

auf ihre neue

Halle. Doof für die

Hünen, gut für uns.

Wir stehen uns also

durch den Elbtunnel

und schnacken mit

Bernd Schlesinger,

dem Sportchef, und

seinem Coach Stefan

Hübner, derweil

sich die Jungs warm

machen. Das sieht

allerdings aus wie in einem Bewegungskindergarten…

Stefan lacht: „Das soll so, wir können aber

auch anders.“ Heute also freier Spurenbildtanz.

Die Stimmung ist gut, könnte schlechter sein, nach

drei vergurkten Spielen hintereinander, komplett

ohne Punkt. „Das war lange nicht“, sagt Bernd und

beschreibt die Phase tatsächlich als „AV-Syndrom“,

meint Allgemeine Verunsicherung. Verunsicherung, weil die Männer

deutlich stärker in die Saison eingestiegen waren, auch die

beiden ersten Spiele der Rückrunde waren gut, aber dann… „Das

Angriffsspiel klemmt, die Aufschläge müssen druckvoller.“

Er führt fort: „Die Abstimmung auf

dem Feld läuft nicht rund, wir spielen

unter unseren Möglichkeiten.“

Im Fussi würde

man wohl sagen,

die Seuche am

Fuß.

Wobei alle im Grunde mit aktuell

Platz 5 noch absolut entspannt

sind, immerhin hatten sie zu Beginn

der Saison sechs Abgänge

zu kompensieren, mit jungen

Talenten. „Wir haben sportlich

Die Fans der SVG Lüneburg sind auch multimedial fleißig unterwegs, bei Facebook, Instagram und Twitter zu finden: @lueneblock

Wir wachsen!

VERMA

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© Fotos: Wilhelm Wölper

Volleyball

Mit Spaß

Segeln

kontern

© Fotos: Sailing Energy

Gastspiel der Berlin Volleys am 10. Februar vor 1.650 Zuschauern in der CU Arena, sie besiegten aber leider die LüneHünen mit 3:0.

Denn die meint: mehr Menschen, mehr Media, mehr Kohle, mehr

Liberos, mehr Erfolg, mehr Menschen usw. Ach – das Dach kommt

in den nächsten zwei Monaten. Fertig soll die Halle eventuell zur

Rückserie 2021, spätestens aber zu den Playoff-Spielen sein. Bitter:

Das ganze Projekt ist nur leider etwas teurer (schluck) geworden.

Es gab nämlich administrativ, offiziellerseits, ein, zwei Wechsel,

weswegen auch noch nicht ganz feststeht, wer denn nun der

Betreiber wird. Von dem hängt nämlich ab, wie die Halle (sie fasst

4.500 Zuschauer) denn sonst noch so genutzt werden soll.

Ob den Volleyballern nicht mal

Andrea Berg oder Roland Kaiser in

die Quere kommen. Bernd, für den

Sport zuständig, ist gespannt auf

das, was kommt und freut sich so

oder so auf den ersten Ballwechsel

in der wie-sie-dann-auch-immerheißt-Arena.

Bis dahin wird, zumindest in dieser Saison, gerade auch mit den

spannenden Playoffs jetzt im März (die ersten acht der Liga

spielen die Playoffs, ein Must-have für die SVG) uns Hamburgern

in Neugraben Erstliga-Volleyball geboten.

Sehr gern stellen wir Euch ja unter anderem Hamburger Sportler vor, die

wir bei Olympia sehen wollen, die sich schon für Tokio qualifiziert oder

zumindest beste Karten für ihre Quali haben. Seit Wochen freuten wir

uns deswegen über den Termin mit Erik Heil und Thomas Plößel.

Den hatten die Freunde vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) für

direkt nach der WM in Australien frühzeitig eingetütet, die zwei sind

nämlich schwer zu erwischen. Dass die beiden dann von der WM auch

noch gleich ´ne Bronzemedaille mitbringen, war ein Fest. Am Vorabend

unseres Termins gab es

dazu sogar einen spontan

initiierten Empfang

beim NRV, auf dem ihre

Medaille gefeiert wurde,

und natürlich die Goldmedaille

von Philipp Buhl

im Laser, am gleichen

Wochenende auch in

Australien erkämpft. (Mit Philipp treffen

wir uns im März.) Alle drei sind Mitglieder im

NRV Olympic Team, in dem sich alle zukünftigen

Hoffnungen und Super-Leistungsträger

des NRV versammeln und das mit privaten

Geldern und über Sponsoren finanziert wird (wir berichteten). Das

wirklich Beeindruckende ist, dass es NRV-Geschäftsführer und

Team-Chef Klaus Lahme nicht nur um eine finanzielle Unterstützung

geht, sondern es wird auch Inhaltliches geboten. Am Tag unseres

Treffens kamen Erik und

Tommy gerade aus einer

Veranstaltung mit Tobias

Schadewaldt, ebenfalls

erfolgreicher NRV-Segler

(aktuell in der Deutschen

Segel-Bundesliga), aber

auch als Coach und Berater

unterwegs. »

So geht starke Blockabwehr.

Erik Heil und Thomas Plößel gewannen gerade eben Bronze bei der 49er WM vor Geelong in Australien!

11


© Fotos: Sailing Energy

Segeln

„Darüber hinaus ist der

Austausch im Olympic

Team richtig cool, wir

lernen voneinander,

gehen sehr offen miteinander

um und versuchen

uns auch gegenzeitig

Tipps zu geben,

Learnings zu vermitteln“,

beschreibt Erik (30). Und gefühlt ist

nach der WM vor der WM, bzw. vor

der nächsten, besonders wichtigen

Regatta – geht es doch um die

Olympia-Quali, die haben sie aber

nach der Bronzemedaille eigentlich

safe.

Die offizielle Nominierung vom Verband steht allerdings noch aus.

Seit 2010 segeln beide für den NRV, Erik ist geboren in Berlin, lebt

in Kiel, ist Sportsoldat und studiert mal eben noch Medizin, wenn er

nicht gerade segelt. Thomas (31) lebt in Berlin, studiert Maschinenbau.

Auch wenn sie offiziell in Kiel, am Olympiastützpunkt, stationiert

sind, trainieren sie, abgesehen von der Zeit rund um die Kieler Woche,

eigentlich nie in Kiel. Vielmehr haben sie sich angewöhnt, sehr

frühzeitig an den jeweiligen Regattaorten ihre Zelte aufzuschlagen, in

diesem Frühjahr noch u.a. auf Malle, in Südfrankreich, zum Weltcup

in Japan. Ein paar Wochen sind sie dann jedesmal unterwegs, lernen

aber jeweils rechtzeitig die Wind-, Wasser-, Strömungsverhältnissediesdas

kennen. „Wir sind total autark“, erklärt Thomas, „unser

weitestes Supporter-Konstrukt umfasst fast 30 Menschen, von Physio

bis Boots-Transport, im engsten Kreis sind wir aber nur zu viert.“ Mit

Trainer Marc Pickel (49) aus Kiel – er ist wenn möglich immer dabei,

wenn sie unterwegs sind – und Frithjof Schade, dem unverzichtbaren

Begleiter, der all die Reisen, Transporte, Unterkünfte auf dem Zettel

hat, sind sie gefühlt ein Closed Shop. Seit 19 Jahren sitzen Erik als

Steuermann und Thomas als Vorschoter schon zusammen im Boot,

das ist eine verdammt lange Zeit, seit 10 Jahren im 49er. 250 Tage

im Jahr hocken sie aktuell aufeinander, sitzen sie miteinander im

Boot. Die Frage, ob sie hier in Hamburg mal zusammen ins Kino

gehen, beantworten beide lachend mit „Nein. Das muss jetzt nicht

auch noch sein ...“

Diesmal kein Rückwärtssalto, aber ganz ohne Turnübung geht bei Tommy (links oben) wohl keine Preisverleihung ... :-)

die machen das toll, sind sehr kollegial

und partnerschaftlich“, schildert

Erik.

Autark sind sie mehr oder weniger, sicher auch aufgrund ihrer langen

Erfahrung, was die Gestaltung der Trainingsinhalte anbelangt, wenn

sie dann mal nicht auf dem Wasser sind. „Früher hatten wir sehr

detaillierte Trainingspläne etc.“, sagt Erik, „heute hören wir fast

nur auf unsere Körper, das ist der entscheidende Punkt", erklärt er

weiter. „Ich gehe in Kiel viel laufen, mache auch Athletik, mal Life-

Kinetik", meint: Wahrnehmung + Gehirnjogging + Bewegung = Mehr

Leistung, heißt, sie setzen sich schwer mit sich selbst auseinander.

Erik weiter, er lacht: „Thomas hat ´ne gute Genetik am Start, er geht

dann lieber mal windsurfen“, so viel zu mal nicht auf dem Wasser.

Thomas grinst: „Ich mache alles gern, was mit Wasser zu tun hat,

aber für die Gleichgewichtsschulung kann es auch mal 10 Minuten

Slackline sein.“ Respekt. Aber als Vorschoter muss er vorn auf dem

Boot schon extrem rumturnen können, oder bei Erfolgen gibt´s dann

eben den Salto rückwärts. „Wir kontern Anstrengungen immer mit

Spaß aus“, lacht er. Weswegen wir dann umso mehr viel Erfolg UND

Spaß im Olympiajahr wünschen.

© Fotos: Sailing Energy

In den letzten Jahren sind sie immer Weltspitze, in Rio gewannen sie

die Olympische Bronzemedaille, durch die Presse ging unter anderem

damals auch der Salto rückwärts von Tommy. Und sie pirschen sich,

zuletzt vor ein paar Tagen sozusagen, immer dichter an die Heroes

der 49er der letzten Jahre heran: Olympiasieger Peter Burling und

Blair Tuke aus Neuseeland. Unterstützt werden Erik und Thomas vom

Bund, also dem DOSB, wie erwähnt vom NRV und seinem Olympic

Team, und dann gibt es private Sponsoren.

„An Red Bull haben wir jahrelang

gebaggert und irgendwann klappte

das dann, da sind wir sehr happy,

Die beiden sind 31 bzw. 30, segeln seit 19 Jahren zusammen – die machen sich so schnell nichts vor!

Erik (li.) ist der Steuermann, Thomas der Vorschoter.


Hamburg Giants

© Fotos: T. Helmke

Boxt Du!

dann aber zuletzt aus finanziellen Gründen abmelden. Damit das

große Potential des Hamburger Box-Amateur-Nachwuchses, seine

Aufbauarbeit, bessere Strukturen bekommt, wünschen sich die

beiden Morales den Status Bundesnachwuchsstützpunkt, und am

liebsten wären sie sogar eine der Hamburger Schwerpunktsportarten.

Selbstbewusst sind die beiden. Eine bessere Förderung derart

würde nämlich mindestens eine

halbe Trainerstelle bedeuten.

WBC-Junioren-Weltmeister Peter Kadiru mit Raiko Morales (großes Bild) und mit Trainer Christian Morales.

In kaum einer anderen Sportart

Rechts: Olympia-Kandidat Ammar Abbas Abduljabar trainiert auch in der Halle am Braamkamp.

ist dann der Wechsel in den Profi-

Bereich ein so großer Schritt. Die

Gewichtsklassen sind zwar im Grunde dieselben, es wird aber über

sukzessive mehr Runden geboxt, bis hin zu maximal zwölf Runden,

unter Umständen bis eine*r umfällt. » Anzeige

Ja genau, Boxen hat in Hamburg Tradition, gähn, Ritze, Universum und so weiter. Und dann

gab es in den letzten Jahren die Giants, sogar in der Box-Bundesliga. Und jetzt liest man hier

und da von Kämpfen in Wandsbek, in Wilhelmsburg und auf dem Kiez, und es droht Verlust

der Übersicht. Dem beugen wir vor, indem wir Aufklärungsarbeit leisten.

Genau hierzu befragen wir Raiko Morales, kein Leisetreter im

Hamburger Boxsport, gern auch mal im Clinch (um beim Boxen zu

bleiben) mit dem Deutschen Boxsport-Verband. Weil die nicht so

wollen, wie er halt will, oder so. Raiko arbeitet in der Regel mit Cousin

Christian zusammen, er Management und Presse, Christian Sport,

beide: viel Selbstbewusstsein. Raiko ist Vizepräsident im Hamburger

Boxsport-Verband (im normalen Leben Sicherheitsingenieur bei der

Lufthansa), sein Cousin – „aber wir fühlen uns wie Brüder“ – der

Landes-/Verbands-Trainer und Sportdirektor zugleich. Fragt man

sie nach ihren Zielen: „Den Boxsport in Hamburg voranbringen.“

Naja, das überrascht jetzt nicht. Nur wie? Im Hamburger Verband

sind 32 Boxvereine oder Boxsport-Abteilungen großer Mehrspartenvereine

vertreten. Sie alle bilden aus; der Zulauf, auch bei den

Mädchen, ist eigentlich okay. Der Verband formt die von diesen

Vereinen sozusagen entsandten Talente. In der Stützpunkthalle am

Braamkamp wird zweimal täglich wild geackert. Alle gemeinsam,

dabei sind auch High-Potentials mit sogar Chance auf Olympia, wie

zum Beispiel Ammar Abbas vom SV Polizei. Ammar ist 22, kommt

aus dem Irak, ist inzwischen eingebürgert und kann sich noch

zweimal in diesem Jahr für Tokio qualifizieren.

Erstmalig geht es für ihn jetzt im

März in London für Olympia zur

Sache, die zweite und letzte Chance

hat er im Juni in Paris.

Auch beim Verbandstraining: ca. 30–35 aufstrebende Boxer und

Boxerinnen. Sie steigen dann regelmäßig in den Ring, unter anderem

auch dabei: Turpal Hutaev, er ist 16, ein Super-Schwergewicht vom

SC Condor und – by the way – Vizeeuropameister in seiner Klasse.

Sie boxen als Amateure, deswegen olympisch: drei Runden, und für

Punkte, für die Ehre, ihr Land und so weiter. Die Wahrscheinlichkeit

eines klassischen K.o.s innerhalb von drei Runden ist nicht wirklich

gegeben. Macht ja vielleicht auch Sinn, so im Amateursport. Die

Bundesligatruppe Hamburg Giants entstand aus dieser Verbandsarbeit,

hatte einen guten Einstand in der Box-Bundesliga, musste

14


Hamburg Giants

Ein sportlicher Sommer für ALLE.

© Fotos: T. Helmke

© Fotos: Henning Angerer

Liebe Vereine,

Eure Chance!

Ergo: „Es wird ganz anders trainiert“, beschreibt Christian. Den

Wechsel in den Profibereich haben nach den Harutyunyan-Brüdern

auch Edison Zani und vor einem Jahr auch der ehemalige Jugend-

Olympiasieger Peter Kadiru vollzogen. Während Peter, er hat sich

körperlich (gefühlt) fast verdoppelt, inzwischen bei einem der

Profi-Weltverbände Junioren-Weltmeister geworden ist, wird Edison

als Profi aufgebaut, aber vorsichtig. Peter wird zunächst weiter als

Junior (beim Boxen bis 23 Jahre) boxen, will die Junioren-WM-Titel

über alle Verbände vereinen, und „Edison ist für den amerikanischen

Markt vorgesehen“, erklärt Christian.

Die beiden umtriebigen Morales

arbeiten als Trainer und Unterstützer

mit PYX zusammen, einem Sportlerberatungsunternehmen,

bei dem u.a.

auch Hamburger Nachwuchstalente

wie zum Beispiel Edison Zani und

Turpal Hutaev unter Vertrag sind. Sie

helfen diesen aufstrebenden Amateur-Boxer*innen

auf dem Sprung in

den Profi-Bereich, organisieren z.B.

Ausbildungsplätze, Themen bis hin

zur Vermarktung, werden dort gemeinsam

entwickelt und geplant.

Neu-Profi Edison Zani, bei PYX unter Vertrag, boxt Superweltergewicht.

Gleichermaßen werden dann für diese Sportler*innen natürlich

auch Verträge mit den Boxställen verhandelt. Und dann haben sie

zusammen mit Bernd Bönte (ehemaliger Klitschko-Manager und

HSV-Aufsichtsrat) auch eine eigene Management-Firma (B+M)

in den Ring gebracht, bei der u.a. Peter Kadiru unter Vertrag ist.

Boxställe, auch Promoter genannt, sie vereinbaren und veranstalten

u.a. Kämpfe für die bei ihnen unter Vertrag boxenden

Sportler*innen, heißen in Hamburg zum Beispiel Universum und

ECBoxing. Universum ist in Hamburg ein Begriff, war mal schwer

bekannt, wird gerade von Ismail Özen-Otto revitalisiert. Er hat z.B.

die Harutyunyans unter Vertrag, Robert ist dort inzwischen sogar

Sportdirektor, sein Bruder Artem, ehemaliger Olympia-Boxer, boxt

noch fleißig. Oder ECBoxing von Erol Ceylan: Hier boxt zum Beispiel

Sebastian Formella, genannt Hafen-Basti. Im normalen Leben fährt

er nämlich coolerweise im Hamburger Hafen Container-Brücken.

Sebastian ist tatsächlich Weltmeister, im Superweltergewicht, bei

einem der kleineren weltweiten Verbände. Derweil letztere für sich

trainieren, in ihren Boxställen, sind Edison und Peter zusammen mit

dem versammelten Box-Nachwuchs Hamburgs fleißig, was diesen

natürlich schwer motiviert. Peter, seit einem Jahr auch Vater einer

kleinen Tochter, boxt inzwischen für Europas größten Boxstall, die

Magdeburger SES Boxing (bei Promotor Ulf Steinforth). Denen wiederum

ist gerade ein großer Deal mit der ARD geglückt, weswegen

wir Boxsport, namentlich Peter Kadiru, bald wahrscheinlich wieder

öffentlich-rechtlich sehen werden. Und zwar über acht Runden,

weil er Profi und auch noch cooler Hamburger ist.

Der Active City Summer (Juli – September) geht in das dritte

Jahr, und schon jetzt ist das 3-Monats-Sportprogramm für

dieses Jahr deutlich gewachsen, quantitativ und qualitativ.

Dank der supermotivierten Angebote vieler Vereine und

Einrichtungen, Coaches, Studios usw. Das ist sehr, sehr guuuut, aber –

da geht noch was: Der Active City Summer will noch mehr …

… Hamburger*innen einen tipptopp abwechslungsreichen, bewegten,

sportlichen Sommer bereiten. Drei Monate lang sollen möglichst viele

Hamburger*innen mitmachen, sich bewegen, Spaß haben, neue Sportarten

und dabei auch neue Menschen kennenlernen. Und das Schöne:

Der Spaß für alle Teilnehmer*innen ist tuttikompletti kostenlos. Der Spaß

für Euch Vereine und für alle, die Interesse haben, den Hamburger*innen

ein kostenloses Bewegungs- oder Sportangebot zu machen, ist Eure

Chance: Nutzt die ganzen werblichen Maßnahmen von Active City

und dem Active City Summer, über viele Kanäle und unsere Partner.

Werdet ein Teil davon, und Ihr habt die Möglichkeit, Euch mit Euren

tollen Angeboten zu präsentieren. Nutzt das WIR, das große Ganze, um

für Euch, Eure Sportart, spezielle Kurse und Angebote zu werben, um

Neugier, Interesse zu wecken und neue Mitglieder zu erreichen. Ist doch

herrlich. Überlegt gemeinsam, was Ihr bieten könnt, womit Ihr punkten

wollt. Wenn möglich läuft Euer Angebot über den gesamten Zeitraum.

Seid kreativ, lasst uns Vielfalt feiern und gemeinsam die Stadt

bewegen. Bietet den schrillsten Kurs, den Ihr habt, oder eben

das, was Ihr am besten könnt. Alles ist klasse.

Meldet Eure Idee und Euer Angebot bis zum

01. April 2020 an: info@active-city-summer.de

Bei Fragen meldet Euch bitte bei Patrick Heyken,

Sportplatz GmbH, 040-320 296 37

Und Achtung:

Die Kirsche auf der Active City Summer-Torte wird das Active

City Festival am 20. Juni im Inselpark in Wilhelmsburg , der

Startschuss zu obigem Sommer. Auch da könnt Ihr mit Euren Angeboten

dabei sein und richtig Gas geben, rührt vor Ort die Trommel für Euer Active

City Summer-Angebot und für Euren Verein, Euer Studio, Euer Angebot.

Das Festival ist für alle Hamburger*innen, der Eintritt ist frei. Werdet ein

bunter Teil eines vielseitigen Sport-, Bewegungs-

und Bühnenprogramms. Für mehr

Infos mailt bitte an: info@active-city-summer.

de, an diese Adresse sendet bitte auch bis

zum 01. April Eure Anmeldungen und Ideen.

Lasst uns alle gemeinsam den Sommer

sportlich feiern!

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„SPORT FOR FREE draußen & für alle“: Hamburg soll zu einer riesigen sportlichen Spielwiese werden.


sporting-Lars

© Fotos: J. Heidtmann

© Foto: DSV e.V. / Jo Kleindl

All-in

für Tokio

Jacob alles, eine funktionierende Trainingsgruppe, Trainer und

Sportwissenschaftler, die am OSP Hamburg Hand in Hand arbeiten,

Ärzte und Physios, die sich um sein Wohl kümmern, und natürlich

der FC St. Pauli, der nach harten Trainingstagen mit Heimspielen für

Abwechslung sorgen kann. Dennoch, „so ein Angebot bekommen

tatsächlich nur sehr wenige Schwimmer“, sagt Jacob, „es ist für

mich eine Ehre, in diesem Team zu trainieren, weshalb ich mich

für diesen Schritt entschieden habe.“

Nun wohnt er in einer WG mit Marius und einem weiteren Athleten

aus Trinidad und Tobago in La

Jolla, San Diego, muss sich um

San Diego ist wohl ziemlich teuer, nützt ja nix. All-in eben.

vieles selber kümmern, was ihm

in Hamburg abgenommen wurde

– so muss zum Beispiel der Physio aus eigener Tasche bezahlt

werden, 100 $ für eine Sitzung. » Anzeige

Er freut sich auf seinen halben freien

Tag, 3,5 Stunden Training hat er am

frühen Morgen dafür runtergerissen,

erst an Land etwas Athletiktraining,

den Rest gab’s im Becken. Jacob ist

eine der Schwimm-Hoffnungen für die

kommenden Olympischen Spiele in Tokio.

Um sich seinen Traum vom olympischen

Finale zu

erfüllen, geht er

seit September einen komplett

neuen, eigenen Weg für seinen

langfristigen Aufbau. Inzwischen

ist er zum 3. Mal beim „Team Elite“

in San Diego, das ist eines der erfolgreichsten

Schwimmteams der

Welt. Head Coach David Marsh hat

schon eine Vielzahl internationaler

Athleten zu den Olympischen

Spielen und zu Medaillen geführt.

Es ist kurz vor 21 Uhr in Hamburg. Den Tag über war es mal wieder

grau-nass-kalt. Und dann ruft auch noch Jacob Heidtmann an, der

25-jährige Ausnahmeschwimmer sitzt nämlich bei 23 Grad und

strahlendem Sonnenschein draußen, genießt die kalifornische

Sonne in San Diego – und ich bin auch ein bisschen neidisch.

© Foto: J. Heidtmann

2016 in Rio war er Trainer

des amerikanischen Frauenteams,

die so erfolgreich

abgeschnitten haben wie

noch nie zuvor, und das

„Team Elite“ hätte bei den

Schwimmern Platz 3 des

Medaillenspiegels geschafft.

Im Grunde ist es eine tolle Bestätigung für jeden Schwimmer

dieser Welt, Teil dieses Teams zu sein.

Schon 2018 und 2019, jeweils vor dem saisonalen Höhepunkt

(EM bzw. WM), war Jacob für drei Wochen in San Diego, holte

sich den letzten Feinschliff. Marius Kusch, sein Teamkollege aus

der Nationalmannschaft und ebenfalls Mitglied im „Team Elite“,

hatte ihn damals zum Training eingeladen. Nach der WM 2019, da

lief nicht alles nach Plan, Jacob

hatte aber dennoch in der Staffel

für sich einen neuen Bestwert

aufgestellt, kam das Angebot von

Head Coach David Marsh: ein

Jahr lang ausschließlich in diesem

High-End-Team, ein Teil der

erfolgreichsten Trainingsgruppen

der Welt, zu sein. So verlockend

das Angebot war, es war keine

Entscheidung, die sofort gefällt

werden konnte. In Hamburg hatte

DIE WELT

WARTET

AUF DICH

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18

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sporting-Lars

© Foto: J. Heidtmann

KÖNNEN SOWIESO

„FRAUEN im Sport

sind wie Männer

im Sport.“

Jacob (re.) mit Kristian Gkolomeev (Mitte, Vize-Weltmeister 50 m Freistil 2019) und Trainingskollege und

Mitbewohner Marius Kusch (Gold bei der Kurzbahn-EM 2019).

„Da überlegt man dann schon, wann man Physio benötigt, zweimal

die Woche wie in Hamburg ist nicht für ein gesamtes Jahr drin“,

meint Jacob. Insgesamt ist das Jahr, das Jacob im Grunde als Vollprofi

verbringt, da er nebenher nicht studiert und sich voll und ganz auf

das Training und die Wettkämpfe fokussiert, keine leichte Aufgabe,

auch aus finanzieller Sicht. Das Team ist nicht kostenlos, so muss

er monatlich für das Training bezahlen, auch der Lebensunterhalt

in San Diego ist nicht mit dem in Hamburg zu vergleichen. Das

Dreifache an monatlicher Miete muss er z.B. zahlen. „Ich bin extrem

dankbar, dass ich Teil der Bundeswehr-Sportfördergruppe bin und

die mich in diesem Schritt auch unterstützen, ebenso würde es

ohne meine Familie, die Sporthilfe, die Stadtwerke Elmshorn und

das Team Schleswig-Holstein nicht klappen. In diesem Jahr muss

ich schon richtig blechen, All-in für Tokio“, lacht Jacob. Das Ersparte,

eigentlich gedacht für eine Reise nach den Olympischen Spielen,

wird wohl weg sein.

„Aber es ist es wert. Das Mindset

der Amis ist viel mehr auf Sport

ausgerichtet. Ich trainiere neben

Athleten wie Abraham DeVine,

einem der Topschwimmer aus

Amerika auf meiner Strecke, 400 m

Lagen. Ich weiß also im Training

immer, wie mein aktueller Leistungsstand

ist. Einfach noch mal

neue Reize setzen für den Traum

olympisches Finale“, erklärt Jacob.

Um bei den Olympischen Spielen dabei zu sein, muss Heidtmann

im Qualifikationszeitraum des Deutschen Schwimm-Verbandes

(DSV) von Januar bis April die vorgegebene Qualifikationszeit

des DSV und DOSB schwimmen. Die Qualizeiten der Deutschen

sind sogar noch schneller als die Vorgaben des Internationalen

Schwimmverbandes (FINA). Als ersten Wettkampf, um die Qualizeit

zu schaffen, hat Jacob sich einen großen Event in Iowa, Anfang

März, ausgesucht: 400 m Lagen, 200 m Kraul und 200 m Lagen wird

er dort schwimmen. Hauptfokus: seine Paradestrecke, die 400 m

Lagen. Die 200 m Kraul on top schwimmt Jacob, damit er sich für

die Deutsche Staffel qualifiziert.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist er sehr zufrieden, so wie es läuft. „In

vier Wochen wird alles nach Plan laufen und ich werde meine

Qualifikation für die Olympischen Spiele in der Tasche haben“,

meint er selbstbewusst.

Mit dieser Ansage verabschieden wir uns, dem ist ja mal nix hinzuzufügen.

Ich will Jacob auch nicht zu viel von seiner kostbaren

Freizeit klauen, denn morgen gibt es wieder Training all day long

– also reingehauen, Bro.

Katharina von Kodolitsch (49, verheiratet, ein Sohn) ist

Vorsitzende der Ruder-Gesellschaft HANSA, Präsidiumsmitglied

Vereinsservice und Verbandsentwicklung im Deutschen

Ruderverband, Leiterin des Arbeitskreises Coastal Rowing

im DRV, Sprecherin der Olympischen Spitzendverbände

im DOSB und Commission Member „Rowing for All“ im

Weltruder verband FISA.

Hamburger Sportsfrauen fordern Fairplay!

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Kontakt: d.kuhn@hamburger-sportbund.de

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HYROX

© Foto: Michael Trautmann/HYROX

Die Chefs von’s Janze: Michael Trautmann, Christian Toetzke und Mo Fürste (v. links).

© Fotos: Tom Schlegel/HYROX

Überzeugungstäter!

Wenn man ihn als Heißdüse beschreibt, liegt man sicher nicht so ganz

verkehrt. Die Rede ist von Christian Toetzke, dem geistigen Urvater

von HYROX.

HYROX ist dieser Event, bei dem lauter ziemlich

bis sehr gestählte Menschen im November

in einer der Hamburger Messehallen ihre

(1 km-)Runden laufen und dazwischen mal

eben 100-mal einen fies schweren, frühernannte-man-ihn-Medizinball

viel zu hoch

werfen müssen, auf dem Ruder-Ergometer 1 km Gas geben, einen

Schlitten über stumpfe Böden schieben, Hockstrecksprünge, diverse

hintereinander, verschiedene Fitness-Übungen durchzerren: Sledge-

Pull, Ski-Erg, Kettle-Bell. Alle insgesamt acht Übungen eigentlich nicht

neu, aber Christian hat zusammen mit Werber Michael Trautmann und

Hockey-As Mo Fürste diese im Grunde neu komponiert, kombiniert.

Das Ergebnis ist HYROX. Besucht man die Truppe von upsolut sports

an der großen Elbstraße, sieht es eher nach Umzug aus, Mo bestellt

gerade Tofu-Masala-Pfanne beim Delivery Service, alles entspannt.

Letzte Woche war Christian noch in New York, denn dort greifen sie

jetzt an: „Wir wollen unseren Ideen-Vorsprung ausnutzen, wir sind

die Innovatoren, haben das Know-how, die Marke.“ Sie markieren

im Mutterland der Fitnesstrends ihre Hamburger Idee, und zwar mit

Krawumms – und vor den ersten Nachahmern, die bereits in den

Startlöchern stehen. „Das heißt, dranbleiben, mindestens noch drei,

vier Jahre Gas geben.“ Aber anders kann Christian wohl sowieso nicht,

konnte er noch nie, er ist selber fit-wie-Turnschuh.

Die Idee, eine „Mass Participation Fitness Competition“ zu kreieren,

keimte in ihm schon lange. Früher entwickelte er mit Kollegen die

Cyclassics, zeichnete für den Triathlon, den Marathon verantwortlich,

und immer ging es ihm darum, Events mit Wettkampfcharakter zu

inszenieren, an denen im Grunde aber jeder teilnehmen kann, muss

ja nicht in der ersten Startreihe sein. „Ich kann auch finishen“, sagt

er, „dieses Gefühl soll jeder Sportler, jede Sportlerin haben.“ Und:

„Der eigentliche Impuls kam aus dem Competition-Ansatz.“ Fitness

lag im Trend, die Neu-Aufstellung der gesamten Fitness-Branche in

Richtung CrossFit, Functional Training spielte ihm zu, aber ein Wettkampfformat

gab es nicht. Und so feilten sie gemeinsam, unterstützt

von der sehr erfahrenen Mintra Mattison (sie ist inzwischen Global

Race Director), an einem ausgewogenen Paket an Fitness-Übungen

und Workouts in Kombi mit Cardio-Aspekten (50/50), nicht zuletzt

durch die integrierten Laufstrecken. Die Gewichte sind nicht extrem,

man kann alles einfach fallen lassen, wenn’s nicht mehr geht, oder

man macht einfach nur die Hälfte, weswegen HYROX gleichermaßen

auch eine Trainingsform ist. Und das ist schön: In einer Stunde kann

man nämlich damit so in etwa durch sein, „sehr convenient für das

Sozialleben“, findet Christian. Besser als fünf Stunden laufen, könnte

man auch sagen. In Deutschland sind deswegen aktuell in

Deutschland bereits 350 Gyms, plus 100 in den

USA, sozusagen Content-Partner und bieten

spezielle HYROX-Angebote. Und das kommt offensichtlich an. „HYROX

ist die beste Idee, die ich in der Welt des Sports hatte“, sagt Christian,

schwer überzeugt von seinem Produkt. Und die Entwicklung gibt ihm

recht: Nach einem Test-Event Ende 2017 sind sie jetzt sozusagen in

der zweiten Saison. Die geht nämlich vom Herbst bis ins Frühjahr

(Finale inkl. WM am 04. April in Berlin). In Saison 1 (2018/2019) gab es

zum Start gleich amtliche acht Events in Deutschland, einen in Wien,

in der laufenden Saison sind fünf US-Standorte dazugekommen, für

die dritte, nächste Saison (2020/2021) sind bereits 14(!!) Events in

den Staaten geplant, neun in Deutschland, einer in Österreich, zwei

in den Niederlanden, einmal Schweiz und drei in UK. Christian ist,

was nicht überrascht, deswegen schwer unterwegs, es geht um

Partnering, neue Standorte und strategische Kooperationen. Sie haben

Lizenz-Anfragen aus der ganzen Welt, diskutieren Franchise-Modelle,

zuletzt gelang es ihnen, einen trefflichen Investor mit ins Boot zu

holen: Infront, weltweit bekannt durch große Sportevent-Formate,

macht jetzt u.a. die größeren Fußstapfen in den Staaten möglich, für

Fitness aktuell natürlich der größte Markt überhaupt. Das ist auch

der Grund, weswegen Christian sich dann wohl Mitte des Jahres mit

Familie für zunächst ein Jahr nach New York verabschiedet. Mo Fürste

wird dann, mal grob skizziert, den deutschen und europäischen Markt

vorantreiben. Christian Toetzke den US-Markt, und außerdem

findet er die Stadt ganz cool.

HYROX sind 8 verschiedene Fitness-Übungen (Anzahl

der Wiederholungen und zu leistende Strecken,

Gewichte etc. sind natürlich vorgegeben), die – immer

unterbrochen von einer 1km-Laufstrecke – möglichst

schnell abzuleisten sind. Es gibt Profi- und Jedermann-Wertungen

für Männer und Frauen, auch im

Double kann man antreten.

Mehr Infos unter www.hyrox.com

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Abwechselnd im Pulk rennen und sich alleine schinden – macht mehr Spaß, als man hier denken könnte. Muss ja was dran sein.


© Foto: Lars Wehrmann

Crew gesucht

Im April kommen die Boote raus, die Frauschaft muss

Ende März stehen. Das Interesse ist groß, wir wollen

mehr.

Diverse Crews haben schon gemeldet (Winter ist bei denen auch,

keine Panik), sogar aus Kanada kommt eine Frauschaft, deswegen

solltet Ihr Euch aber besprechen: mit dem Partner, der Partnerin,

mit Familie, Freund*innen. Ihr solltet Mut fassen, Bock haben – auf

Crew, auf Spannung, auf Sport, auf Wasser, auf Training und auf

den Helga Cup 2020. Raus mit der Bewerbung.

Unsere Crew von 2019 und Coach Heiko freuen sich auf ihre

Nachfolgerinnen.

© Foto: Sven Jürgensen

Drei super Nachrichten:

• Seglerinnen gesucht! LAST ENTRY!

• Frist verlängert bis 15.03.

• Neuer, sehr netter Sponsor:

QUIRIN PRIVATBANK.

© Foto: Lars Wehrmann

Wir suchen für die sportinghamburgActiveCityCrew2020 vier

gut gelaunte, motivierte, bestenfalls Regatta-erfahrene Seglerinnen,

die es dann, wenn ausgewählt, nicht abwarten können, in

ein regelmäßiges Training einzusteigen. Gesegelt wird eine J70,

und die ist nicht ganz ohne Anspruch am Start. Ihr werdet ein Teil

des Helga Cups, eines Regattaformats, das erst vor zwei Jahren,

vom NRV initiiert, erstmalig stattfand, gleich für Furore sorgte, zu

hohen Teilnehmerinnenzahlen führte und noch mehr Spaß machte.

Die Regatta selbst ist 2020 vom 11. bis zum 14. Juni. Davor gibt

es für die teilnehmenden Crews zentral organisierte Workshops,

Trainingswochenenden-wer’s-mag, und natürlich ein sinnvollerweise

regelmäßiges Training, so vielleicht einmal die Woche?

Wir freuen uns, wenn sich

dabei nicht nur eine einigermaßen

schlagkräftige Crew

findet, sondern wenn es auch

zwischenmenschlich funzt.

Denn das gehört beim Sport

dazu.

Gut aussehen ist auch sehr wichtig;-) Dafür sorgt unser

klasse Ausrüster Marinepool. Und dazu gesellt sich ab

sofort, der Sponsor-Aufruf hat funktioniert, ein sehr motivierter

Crew-Sponsor, und zwar die Quirin Privatbank. Die sitzt in Hamburg am

Mittelweg und kann mal spontan an die Alster kommen und gucken,

ob Ihr denn auch fleißig trainiert. Sie freuen sich, Euch kennenzulernen.

Also: Gesucht werden vier Seglerinnen, 18+,

wenn möglich Regatta-erfahren. Das Boot wird

gestellt, der Startplatz ist safe. Das Coaching

übernimmt Everybody’s-Darling-Bester-Segler-

Heiko-Kröger.

Sendet Eure Kurz-Bewerbung, in der es

im Wesentlichen um Eure Segel-Vita und

nicht um Eure Grundschule geht, bis zum

15.03.2020 an:

info@sporting-magazin.de – Betreff:

„ICH setze 2020 die Segel“

Wir freuen uns auf Euch!

© Foto: Heinrich Hecht

Anzeige

Jetzt Segel setzen

zur Zinswende

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Der Helga Cup bietet Action auf der Alster (Angst vor Wasser wäre blöd) – die beiden Abendveranstaltungen sind auch nicht zu verachten.

Oben: Sportstaatsrat Christoph Holstein gibt den Startschuss.

Wir zeigen Ihnen einen verlässlichen

Weg aus dem Zins-Dilemma Ihres

Kontoguthabens. Nutzen Sie ein

kostenloses Erstgespräch mit uns!

Quirin Privatbank Hamburg

Mittelweg 161

20148 Hamburg

040 469 66 78-12

hamburg@quirinprivatbank.de

www.quirinprivatbank.de


Die sporting-Tipps, präsentiert

von LOTTO Hamburg:

01.03. FUSSBALL 2. BL: FC ST. PAULI

Die Kiezkicker gegen den VfL Osnabrück, am 15.03. kommt der 1. FC Nürnberg nach Hamburg,

(jeweils 13:30 Uhr).

Millerntor-Stadion, Harald-Stender-Platz 1, 20359 Hamburg

01.03. WINTERLAUFSERIE WILHELMSBURG

Hier läuft die Uhr rückwärts: Ab 9:30 Uhr können 2,93km-Runden gelaufen werden. Alle um

Punkt 12 nicht beendeten Runden verfallen.

Kurt-Emmerich-Platz, 21109 Hamburg

07.03. FUSSBALL 2. BL: HSV

Die Profis vom HSV spielen gegen SSV Jahn Regensburg, am 21.03. gegen Arminia Bielefeld

(jeweils 13 Uhr).

Volksparkstadion, Sylvesterallee 7, 22525 Hamburg

07.03. WASSERBALL PRO B: SV POSEIDON

Heimspiel der Wilhelmsburger Wasserball-Männer vom SV Poseidon versus SV Krefeld 72

(17 Uhr).

Schwimmhalle Inselpark, Kurt-Emmerich-Platz 12, 21109 Hamburg

21.03. (BLINDEN-)TORBALL: DT. MEISTERSCHAFT/1. BL

Die Damen der Spielgemeinschaft FC St. Pauli/Langenhagen/Dortmund treten bei der DM

gegen 5 Teams an. Plus Rückrunde 1. Torballbundesliga der Herren. 9–17 Uhr.

Barakiel Halle, Elisabeth-Flügge-Straße 8, 22337 Hamburg

21.03. VOLLEYBALL 1. BL: SVG LÜNEBURG

Die LüneHünen empfangen die Alpenvolleys Haching in der CU Arena in HH-Neugraben

(19 Uhr). Warum die Lüneburger in Hamburg spielen, lest Ihr im Heft!

CU Arena, Am Johannisland 2–4, 21147 Hamburg

21.03. VOLLEYBALL 3. LIGA NORD: VT HAMBURG

Das VT Hamburg bekommt Besuch aus Berlin, es geht um 14:30 Uhr gegen den Berliner

VV (könnte sogar VVV heißen: Berliner VolleyballVerein Vorwärts).

CU Arena, Am Johannisland 2–4, 21147 Hamburg

22.03. FLORETT INTERNATIONAL: „HAMBURGER MICHEL“

Internationales Junioren-Florett-Turnier, die Zuschauer dürfen sich den Fechtsport und seine

Etikette, Eleganz und energischen Angriffe bei Kaffee und Kuchen aus der Cafeteria ansehen.

Win-win-Situation! Ab 10 Uhr, Eintritt frei.

Halle Berner Au, Meiendorfer Mühlenweg 35, 22393 Hamburg

07./08.03. KARATE: DM 2020 UND BUNDESLIGA

Das größte Karate-Event des Jahres: Dt. Meisterschaft Leistungsklasse und Para-Karate mit

über 400 Karateka (ab 8:30 Uhr). Am 08.03. ab 10 Uhr ist Eröffnung der Karate-Bundesliga

mit 32 Teams.

edel-optics.de Arena, Kurt-Emmerich-Platz 10-12, 21109 Hamburg

26.–29.03. HOCKEY PRO LEAGUE

Die FIH Pro League ist die Liga der je 9 weltbesten Damen- und Herren-Nationalteams.

Am 26.03. treffen die DANAS und HONAMAS auf Belgien, am 28./29.03. je 2× auf die Black

Sticks aus Neuseeland.

UHC Hamburg, Wesselblek 8, 22339 Hamburg

08.03. HANDBALL SPORT VEREIN HH: 2. HBL

Der HSVH empfängt die SG BBM Bietigheim, am 22.03. den ThSV Eisenach (jeweils 17 Uhr).

Sporthalle Hamburg, Krochmannstraße 55, 22297 Hamburg

08.03. FUSSBALL-OBERLIGA: ALTONA 93

In der Adolf-Jäger-Kampfbahn geht’s gegen Heider SV, am 22.03. gegen KSV Holstein Kiel II

(jeweils 14 Uhr). Altona 93 ist übrigens einer der ältesten Fußballvereine in Deutschland und

gehört zu den Gründern des DFB.

Adolf-Jäger-Kampfbahn, Griegstraße 62, 22763 Hamburg

14.03. FLOORBALL 1. BL: ETV PIRANHHAS

Die Floorball-Bundesligisten vom ETV spielen gegen die VfL Red Hocks Kaufering (18 Uhr).

Sporthalle Hoheluft, Lokstedter Steindamm 52, 22529 Hamburg

15.03. BASKETBALL-BL: HAMBURG TOWERS

Am 15.03. sind ratiopharm ulm zu Gast bei den zuletzt ersatzgeschwächten Towers (15 Uhr), am

21.03. (20:30 Uhr) die Basketball Löwen Braunschweig.

edel-optics.de Arena, Kurt-Emmerich-Platz 10-12, 21109 Hamburg

28.03. GOT NEXXT LIVE

Deutschlands meistgehörter Basketballpodcast auf Tour, André Vogt vom Magazin „Five“

diskutiert mit Gästen News & Gossip aus NBA und BBL. 18 Uhr.

edel-optics.de Arena, Kurt-Emmerich-Platz 10, 21109 Hamburg

28.03. KAMPFSPORT: „A FIGHT STORY“

Die Kämpfer müssen 3× antreten, um K1 8-Mann-Turniersieger zu werden, Junioren 2×.

Dazu Kämpfe aus den Bereichen Profiboxen-Muay Thai, Boxen-K1 und MMA. Ab 16:30 Uhr.

Wer mitkämpfen will: info@toughgym.de

Delphi Showpalast, Eimsbütteler Chaussee 5, 20259 Hamburg

28.03. DANCE SHOW 2.0

Dance-Aufführung „Old School meets New“, getanzt wird zu Musik, die mindestens 10 Jahre

alt ist, aber neu aufgelegt wurde und/oder mit Outfits aus dieser Zeit. 17 Uhr, Eintritt frei.

Walddörfer SV (Saal 1), Halenreie 32–34, 22359 Hamburg

15.03. HANDBALL 3. LIGA: HG HH-BARMBEK

Die HG Hamburg-Barmbek spielt zu Hause gegen die Mecklenburger Stiere Schwerin (15 Uhr), am

28.03. um 18:30 Uhr gegen den TSV Burgdorf II.

Bezirkssporthalle Wandsbek, Rüterstraße 75, 22041 Hamburg

Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

© Foto: HASPA Marathon Hamburg

© Foto: ETV

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25 Radfahrerinnen gesucht

© Foto: Thorben Lange

© Foto: IRONMAN

© Foto: Iphilippszyza.com

© Foto: IRONMAN/Getty Images

Jetzt noch bewerben!

FRISTVERLÄNGERUNG BIS 15. März

…ein wenig Ehrfurcht schon. Das macht aber gaaaaar nichts. In Zusammenarbeit

mit den EuroEyes Cyclassics und dem Radsport-Verband

Hamburg werden wir uns im Vorfeld ein paarmal zu gemeinsamen

Ausfahrten treffen. Ca. fünf bis sechs kleine Events sind hierzu overall

geplant. Da geht es zum einen um technische Dinge, die bei Radrennen

wichtig sind: zum Beispiel das Fahren in der Gruppe als solches (sehr

cool), Zeichensprache, Taktik, Rennvorbereitungen, Renn-Abfolge etc.,

alles höchst professionell, eine sensationelle Erfahrung. Und dann

wird es im Rahmen dieser Events, begleitet von zwei weiblichen

Guides, ein paar Ausfahrten geben. Um sich weiter kennenzulernen,

Gelerntes anzuwenden, Erfahrungen und Kilometer zu sammeln (so

sagt man in Radler*innen-Kreisen), oder um einfach ein bisschen

Gas zu geben und Spaß in der Gruppe zu haben. Ein Termin ist jetzt

schon gesetzt: Am Wochenende des Helga-Segelcups (11.–14. Juni),

werden wir die segelnden Helgas besuchen und abends ´ne Runde

mit ihnen feiern. Also, worauf wartet Ihr?!

Ihr könnt natürlich auch alleine an den Start gehen, aber im Team ist's sicher lustiger.

Ein cooles Trikot wird gestellt, ein „einigermaßen-Bike" solltet Ihr

natürlich haben. Und große Lust.

Schickt uns eine Mail an info@sporting-magazin.de

(Stichwort: „Dabei sein ist alles“), mit einem kurzen

Steckbrief, Alter (bitte 18+) und so, und inwiefern Ihr mit einem

Radrennen vertraut seid. Wir werden dann auf Euch zukommen.

Einsendeschluss ist der 15.03.20, 24 Uhr.

Wir freuen uns auf Euch.

© Foto: IRONMAN/Getty Images

Wir lieben ja auch Wortspiele und fanden obiges sehr lustig. Und

tatsächlich fehlen uns noch ganz paar Frauen, die Bock haben, unser

Radteam sporting-Helgas zu komplettieren.

Weil der Name Helga, seit Bestehen der inzwischen

größten Frauen-Segelregatta der Welt – mittlerweile

ein Hamburger Top-Ten Event und fester Bestandteil

des Hamburger Sportkalenders – durchaus in Hamburg

als Synonym für aktive-super-sympathischetolle-Powerfrau

steht, sind wir sehr stolz, dass wir

unsere Partner und Freunde, den Helga Cup (NRV)/die Seglerinnen

und die EuroEyes Cyclassics, zusammengebracht haben. Ergo: Wir

suchen 25, denn die Cyclassics werden in diesem Jahr 25 Jahre alt,

durchaus erfahrene Frauen (18 plus), die im Team „sporting-Helgas“

bei den EuroEyes Cyclassics auf der 60km-Runde antreten wollen.

Das wird ein kollektiver Spaß, ein Fest. Seid dabei. Hemmungen

werden nicht akzeptiert…

© Foto: IRONMAN/Getty Images

© Foto:IRONMAN

Euer Support am Streckenrand ist gesetzt. Wir werden Euch feiern!


Back on the block

© Foto: Feedbuilders

© Foto: sporting hamburg

Tim Ole und das

© Foto: Feedbuilders

Staatshaftungsrecht


ein für uns sehr relevantes Thema. Nicht, weil es da

irgendwelche juristischen Probleme mit Tim Ole Naske

gäbe. Sondern weil es immer wieder beeindruckt, mit

…ist

welcher Konsequenz klassische Amateursportler, die sich

in diesem Jahr mit Glück auf das höchste ihrer persönlichen Ziele vorbereiten

dürfen, ihren Sportler-Alltag leben bzw. managen.

Die allein ihre drei(tausend) wöchentlichen Trainingseinheiten,

gepaart mit Physio und Co, unter einen Hut bringen, UND die dann

noch – und auch nicht so mal nebenbei – Jura studieren und eben

solche wilden Klausuren rocken. Ein solcher Vogel ist Tim Ole

Naske. Er träumt von Olympia. Und wenn man diese Workload nur

mengenmäßig betrachtet, ist das schon mal ganz schwere Kost.

Zieht man dann noch die psychische Belastung in Betracht, ist das

wirklich vorübergehen. Denn da ist richtig Druck auf dem Kessel.

Und so selbstbewusst TOle scheint, das kann an nur wenigen

spurlos vorbeigehen. Da ist so ´ne schräge Klausur „ein toller Ausgleich“,

lacht er, wir treffen ihn nämlich direkt danach im Clubhaus.

Eigentlich kommt er gerade aus dem Trainingslager zurück, nach

dem Trainingslager ist in diesen Zeiten vor dem Trainingslager, aber

„zwischen den Einheiten war noch Luft für Jura“, offensichtlich. Die

mitgebrachte schöne Nachricht: Bundestrainer Marcus Schwarzrock

hat entschieden, Tim Ole sitzt aktuell im bundesdeutschen

Doppelvierer für Tokio, das ist offiziell und schon mal super. Danach

hat es nämlich im letzten und auch im vorletzten Jahr nicht ganz

ausgesehen. Er war dann vom Einer in den Doppelzweier umgestiegen,

für obigen Doppelvierer, für den Verband das Boot mit der

deutlich höheren Priorität, war er nicht vorgesehen. Also fuhr er,

mit etwas dickerem Hals, in wechselnden Zweier-Konstellationen

Doppelzweier, 2019 mit dem Frankfurter Stephan Krüger. Sie waren

sogar in der Weltspitze, Weltcup-Dritte in Poznan, auf der EM in

Luzern siegten sie im kleinen Finale – aber für Tokio wäre es eng

geworden. TOle war nicht soooo happy. Offensichtlich kam er aber

im letzten Jahr mental und wie er selber sagt „erstaunlich fit“ aus

der Sommerpause zurück. Er hatte sich an ein

selbst auferlegtes, höheres Trainingsniveau

gewöhnt, und das hat Früchte getragen. An

seinen guten Ergometer-Werten (er wurde

5.) und auch an seiner mentalen Stärke gab

es daher nichts auszusetzen, weswegen in einem winterlichen

Planungsgespräch mit den zuständigen Bundestrainern ein Platz

im Vierer möglich schien. Diesen Platz hat TOLe nun zuletzt im

Trainingslager mehr als eindrucksvoll bestätigt, als dass er im

internen Einer-Vergleich Anfang Dezember in Portugal im Finale vor

allen Kontrahenten lag. Alle Jungs/Männer, im Grunde Freunde, mit

denen er den ganzen Tag gemeinsam trainiert, lebt, isst, Spaß hat,

müssen bei solchen Ausscheidungsrennen immer wieder gegeneinander

antreten. Das ist krasseste Selektion, die man aushalten

muss. Stühlerücken bei den Ruderern geht so. Nach dem Vorlauf

sah es nämlich für TOle auch nicht wirklich gut aus. Er erzählt sehr

offen: „Ich habe dann vor dem Finale mit Stephan (Stephan Frölke,

sein Heimtrainer und Mentor von der RG Hansa, Anmerkung der

Redaktion) telefoniert. Der sagte: Wenn Du zu Olympia willst, musst

Du jetzt alles zeigen, alles ausblenden, Wasser ins Gesicht und dann

das Ding gewinnen.“ Und das hat TOle dann einfach gemacht. Nun

sitzt er im bundesdeutschen Doppelvierer für Tokio, und zwar sogar

auf der von ihm sehr geliebten Schlagposition, zackbumm, und er

strahlt übers ganze Gesicht. „Wir kennen uns alle lange, verstehen

uns gut und sind alle, so wie es aussieht, mit der aktuellen Kombi

sehr zufrieden“, berichtet er von seinen Mannschaftskameraden

Hans Gruhne, Karl Schulze und Max Appel. Er findet, dass man

„mit den richtigen Leuten im Boot selber auch besser rudert“, und

natürlich rudert man auch immer für die anderen mit. Erst mal bis

in den April hinein, bis zum 1. Weltcup, denn STOPP, dann könnte

nämlich NOCH mal gerückt werden. Krass. Wie soll man sich da

auf Staatshaftungsrecht konzentrieren ...

© Foto: Tim Ole Naske

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Auch die Ergometer-Werte sind ein wichtiges Kriterium für die Nominierungen.


© Foto: Justus Stegemann

Auch spannend

Vereine:

Jetzt mal digital!

An sehr vielen Stellen ist Bewegung im Vereinssport.

Am Produkt wird gefeilt, Angebote werden geschärft,

dem Markt angepasst, teils privatwirtschaftlich vermarktet,

neue Betätigungsfelder werden angegangen,

Kitas betrieben, die Schnittstellen zu Behörden,

Bedarfsträgern vervielfachen sich, substanzielle

Baumaßnahmen zur Wachstumssicherung werden

angegangen, selten geht eine Mitgliedschaft wie

Kaffee mit Milch, sondern auch im Sport kommt die

Gegenfrage: Lactosefrei, klein, mittel, groß, to go?

Komplexität ist das Thema, mit steigender

Tendenz, in wachsenden Vereinen in einer

prosperierenden Stadt, die da Sportstadt

sein will. Unternehmerisches Denken, entsprechende

Strukturen sind die beste Voraussetzung,

weswegen aktuell auch in Sachen

Digitalisierung so einiges losgeht. Und wir

reden jetzt nicht von launigen Facebook- oder

Insta-Posts nach gewonnenen Spielen oder

Regatten. Wir reden eher von Hausaufgaben,

weil so substanziell. Es geht um den digitalisierten,

administrativen Unterbau des Vereins,

um Mitglieder- und Personalverwaltung, das

© Foto: Alexander Otto Sportstiftung

© Foto:Clubity © Foto:Clubity

„Team Clubity“ hat seinen Sitz in der Speicherstadt. Rechts: ETV-Chef Frank Fechner.

Beitragswesen, Planungstools für Veranstaltungen,

Kurse, Geräte- und Raumnutzung etc., the whole bunch. Die

Alexander Otto Sportstiftung, auch der HSB, initiieren Foren, Info-

Abende, Arbeitsgruppen, die Stiftung fördert sogar finanziell, und

ein Umdenken setzt ein. Wir sprechen dazu deswegen mit Clubity,

dem bislang einzigen Hamburger Unternehmen, das Vereinen hierbei

eine große Hilfe sein kann. Zum einen hat die 15-köpfige Truppe seit

zehn Jahren große Erfahrung in der Begleitung von Organisationen

in Sachen webbasierter Verwaltungssoftware. Zum anderen ist sie

deutlich im Hamburger Sport verwurzelt und längst kein Start-up

mehr: Mit KigaRoo betreibt sie seit Jahren erfolgreich modernste

webbasierte Software für über 1.000 Kinderbetreuungseinrichtungen

in ganz Deutschland, mit großen Trägern wie z.B. den Johannitern,

AWO oder DRK, entwickelt ihre Anwendung dabei kontinuierlich

weiter. Und wer sich der vielfältigsten Bedarfssituationen und

unterschiedlichsten Kita-Gebühren bewusst ist, ahnt, „dass es

komplexer kaum geht“, sagt Geschäftsführer Moritz von Bismarck.

Sein Kollege Patrick Ronnebaum, er war zuvor jahrelang Online-

Verantwortlicher bei der TSG Bergedorf, ist deswegen mit den digitalen

Anforderungen eines aufstrebenden, diversifizierenden Großvereins

bestens vertraut. Losgetreten hatte das Ganze sogar noch ein ganz

anderer, nämlich Frank Fechner, 1. Vorsitzender des Eimsbütteler

Turnverbandes. Der ETV plant und organisiert seine Ganztags- und

Ferien-Aktivitäten für Kinder schon seit Jahren mit KigaRoo, in ersten

Meetings wurde der Mannschaft von Clubity deshalb deutlich: „In

Sachen Komplexität konnten wir auf sehr viel Know-how aus dem

Kita-Bereich zurückgreifen.“ „Das Team von Clubity zeigt sich extrem

flexibel bei der Umsetzung unserer Anforderungen, sodass wir in

einer sehr engen Zusammenarbeit zu einer optimalen Lösung für den

ETV gekommen sind“, beschreibt Frank Fechner den spannenden

Prozess, der natürlich immer weiter geht. „Gerade die Vernetzung

von Kita, Ganztagsbetreuung und Verein, denn die Kids sind ja häufig

zugleich Mitglieder, macht für uns hochgradig Sinn.“ „Wir denken eben

wirklich aus Sicht der Vereine und verstehen deren organisatorische

Herausforderungen“, sagt Patrick selbstbewusst. „Wichtig ist aber,

den zweiten Schritt in die Digitalisierung nicht vor dem ersten zu

tun“, erklärt Moritz. Die Software enthält ein Mitgliederportal, eine

Verknüpfung mit der meistens schon vorhandenen Vereinswebsite.

Sogar eine jeweils vereinseigene Mitglieder-App ist zu haben, da geht

viel. Moritz aber weiter: „Wichtigste Basis sind eine datenschutzkonforme,

webbasierte Stammdatenhaltung und die reibungslose

Beitragsabrechnung. Wenn das nicht mit den Kommunikationsprozessen

ineinandergreift, vervielfacht sich der Aufwand, wo digitale

Insellösungen in Betrieb gehen.“ Klingt überzeugend. Es geht noch

weiter: Bezahlfunktionen, Zeiterfassung, bis hin zu hochzuladenden

Spielberichten oder Trainerlizenzen: „Der ETV ist da schon ein toller

Showcase“, sagt Patrick. Inzwischen ist das Team Clubity in Hamburg

z.B. auch für den SC Alstertal-Langenhorn am Start, für die Towers,

den Oberalster VfW und die SV Blankenese. Dazu Moritz: „Viele

Prozesse ähneln sich, aber natürlich ist jeder Verein individuell. Wir

passen die Software entsprechend an, selbstverständlich auch für

mittlere und kleinere Vereine.“

Clubity zu Gast beim Neujahrsempfang von Entwicklungspartner ETV Hamburg.

© Foto:Clubity © Foto: ETV

Mehr Infos gibt’s hier:

www.clubity.com

Unterstützt von: Clubity

Digitalisierungs-Workshop der Alexander Otto Sportstiftung.

Digitalisierungsteam der SV Blankenese, die ihre 2.200 Mitglieder mit Clubity verwaltet.


Parkour

© Foto: DOSB/picture alliance

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© Foto: DOSB/picture alliance

Die Truppe von Parkour Creation e.V. bei der Preisverleihung „Sterne des Sports“ in Gold mit

Dr. Reiner Brüggestrat (li., Hamburger Volksbank eG).

Wir sind stolz

auf Euch.

Wenn Hamburger Ideen und Projekte national Punkte

einsammeln, ruft das uns auf den Plan, weil: finden wir

natürlich supergut.

In diesem Fall waren es Sterne, Sterne des

Sports. Und die Vorstellung, dass die Vertreter

aus Hamburg, begleitet von den Kollegen

der Hamburger Volksbank, allen voran

Vorstandssprecher Dr. Reiner Brüggestrat,

beim nationalen Finale in Berlin sozusagen

für Hamburg einlaufen, ist irgendwie klasse. Auch mit von der Partie: der Hamburger

Sportbund. Qualifiziert hatte sich, quasi als Landessieger, der Verein Parkour Creation e.V.

mit seinem Projekt „DIE HALLE“. Das sind die Jungs und Mädels, wir berichteten schon

mehrfach, die sich schon vor geraumer Zeit die Idee in den Kopf gesetzt haben, Parkour

als Lebenseinstellung zu entwickeln und in die Welt zu senden.

Parkour gewann auch die doppelte Raute von Angie :-))

Ein großes Thema, weswegen wir uns

kurz nach der Preisverleihung mit Biko,

Michel, Joe und Felix von Parkour

Creation und mit Dr. Reiner Brüggestrat

von der Volksbank direkt vor Ort

im Oberhafenquartier getroffen haben.

Hintergrund-Atmo lieferten die Schüler

von der Gemeinschaftsschule am Heim-

garten aus Ahrensburg. Sehr süß: Die Kids hatten sich mit einzelnen

Projekten Geld verdient, um an ihrem Vorhabentag (was für eine

schöne Bezeichnung) „DIE HALLE“ besuchen zu können.

Deren Betreiber bezeichnen sich als „Sozialunternehmer“, diskutieren

viel auf der „Metaebene“, und das zu Recht und mit großer

Leidenschaft. Setzt man sich mit so Begriffen wie Mut auseinander,

den es braucht, um von A auf B zu springen, von

Übung mal ganz abgesehen, erfasst man die Idee

der „Nachhaltigkeit für das Körper-, Selbst- und

Umfeldbewusstsein“ durchaus, mit der sich die Macher*innen

der Halle an ihre Besucher*innen wenden. Derer sind es über

40.000 jährlich. Die vier jungen Männer beeindrucken durch ein

ureigenes Selbstbewusstsein, Reiner Brüggestrat unterstreicht

den „ungebremsten Enthusiasmus, die Professionalität und den

Unternehmergeist“ des Vereins, der da sogar „versucht, das Ganze

frei von wirtschaftlichem Interesse zu entwickeln“. Kein Widerspruch.

Anfragen von angesagten Energy-Drinks für Kooperationen wurden,

Kohle hin oder her, abgelehnt. Selbst das kann Volksbank-Chef

Brüggestrat total nachvollziehen: „Ethischen Prinzipien zu folgen

ist auch unsere Kultur als Genossenschaft, auch wir folgen einem,

unserem Wertekompass.“ Der unternehmerische Aspekt bezieht

sich auch auf den Arbeitseinsatz, „sie verdienen offensichtlich

durchaus ihren Lebensunterhalt, aber das mit einem hohen Grad der

Selbstausbeutung“, stellt Brüggestrat fest. Und dabei hat der Parkour

Creation e.V. offensichtlich noch lange nicht fertig. Sie bieten schon

jetzt extern in Sportvereinen und Schulen Kurse an,

bilden Trainer und Übungsleiter aus, sind mit ihrem

Verein inzwischen deutschlandweit unterwegs,

pflegen sogar ein internationales Parkour-Projekt

im Nord-Irak. Gearbeitet wird viel, immer wieder

wird neu gedacht, grundsätzlich konsensual. Das klingt

fast fantastisch, aber sie sind dabei extrem überzeugend,

wie sie ihren Verein auch als, um nordisch zu bleiben,

Signal verstehen: „Wir wollen ein Leuchtturm sein“, sagt

Joe, „gerade für die vielen kleinen und mittelgroßen

Vereine“, die sich neu aufstellen müssen und wollen.

„Weil so wichtig für unsere Gesellschaft“, rundet Joe ab.

Ach ja, so viel zu abrunden: „DIE HALLE“ wurde in Berlin

4., bekam den kleinen Stern, und Mitinitiator Batte wurde

3. beim Publikumspreis. Das war dann aber alles irgendwie

fast Nebensache, die Jungs haben ihren Punkt gemacht,

hatten ein sehr motivierendes, spannendes Wochenende

in Berlin, hatten ganz Hamburg hinter sich und werden sich

sicher noch einmal bewerben. Und dass wir das Gefühl haben,

da hat jemand im Finale vielleicht die Idee hinter der Idee von

„DIE HALLE" nicht ganz durchgeholt, das wollten wir eigentlich

gar nicht schreiben. Mmmh.

Interview in der Parkour-Halle, die Hamburger Volksbank vor Ort.

„DIE HALLE“ wurde 2017 als erste Halle für Parkour und Freerunning

in Norddeutschland eröffnet.

Mit dem Projekt „DIE HALLE“ wurde im Oberhafenquartier

ein kultureller Möglichkeitsraum geschaffen, der

Sport, Kunst und Freizeit spielerisch und unkonventionell

miteinander vernetzt.

Parkour Creation e.V. setzt seinen Schwerpunkt auf Projekte

zur Integration durch Sport von Geflüchteten, Menschen

mit Migrationshintergrund und von sozial benachteiligten

Kindern und Jugendlichen. Nach dem Motto „Die Halle für

alle“ ist der niedrigschwellige Zugang wichtiger Teil des

Konzepts, damit möglichst viele Menschen unabhängig von

Alter, Religion, Geschlecht oder Herkunft zusammen Sport

treiben können.

Seit 2016 ist Parkour Creation Stützpunktverein des DOSB für Integration durch Sport, seit 2018 gibt es Projekte zur Inklusion

von Kindern und Jugendlichen mit besonderen körperlichen und geistigen Herausforderungen.

© Foto: Nino Herrlich

© Foto: sporting hamburg

© Foto: Olaf Janko


Wundertüte SVE

© Foto: Snapshotz by Petra Fischer

Vervielfältigt!

Links: Neben dem Werner-Otto-Preis 2020 erhielt der SVE u.a. den „Kleinen Stern des Sports 2019“. (v.l.n.r.: Trainer Marcus Kautzner und

Lara Hinck, Inklusions-Abteilungsleiter Stefan Schlegel). Rechts: Yumiko Haneda macht einen Superjob.

Neu denken!

Insgesamt zählt der SVE inzwischen 7.600 Mitglieder, und Geschäftsführer

Martin Hildebrandt und sein Leitungsteam haben ihren

Verein offensichtlich sehr erfolgreich weiterentwickelt, und zwar

dem Stadtteil entsprechend, und der hat sich in den letzten Jahren

rasant verändert. Ein erheblicher Anteil ausländischer Mitbürger

Kürzlich sind wir gleich dreimal erneut über den SV Eidelstedt gestolpert,

bei der Verleihung der Hamburger „Sterne des Sports 2019“ im

September, beim Uwe-Seeler-Preis für Jugendfußball im November

und beim Werner-Otto-Preis im Januar 2020. Positiv gestolpert

natürlich.

Erst mal bekamen sie nämlich zuletzt mit dem Werner-Otto-Preis eine

weitere Auszeichnung für alles, was sie in Sachen Inklusionssport

auf dem Zettel haben, für das Lebenswerk im Grunde genommen,

und dann, weil zur Preis- und Scheckverleihung tatsächlich auch

die Übungsleiter auf der Bühne standen, also die, die die Arbeit

machen. Die, die auch vordenken, aber vor allen Dingen regelmäßig

und immer wieder mitdenken, neu denken, die vor allen Dingen

wettkampforientiert war, ist inzwischen inklusiver

Freizeitsport geworden: gemeinsames

Erleben. Und zwar nicht nur in Eidelstedt, und

um die Ecke in Schnelsen oder Stellingen,

sondern 11 Sportgruppen pflegen sie sogar in

der Barakiel-Halle der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Inzwischen

gibt es neben den Klassikern wie inklusive Tanzgruppen oder Rolli-

Basketball sogar Trampolingruppen und inklusives Klettern. Nicht

müde, davon zu erzählen, derweil wir nicht müde werden, zuzuhören,

wird Stefan Schlegel (58), von Beginn an dabei und wahrhaftiger

Überzeugungstäter. „Natürlich wollen wir mehr“, sagt er, nach

seiner Vision befragt, beschränkt sich aber nicht auf Quantitäten,

zieht natürlich kulturelle, strukturelle Veränderungen nach sich.

„Immer mehr hatten wir deswegen

die Idee, dass wir zu den Kindern

müssen und nicht darauf hoffen

können, dass sie von allein zu uns

finden“, beschreibt Martin. Inzwischen

spielt der SVE über eine eigens

gegründete gemeinnützige

GmbH eine große Rolle in der Ganztagsbetreuung

an den Schulen, als

Träger der Jugendhilfe.

Neben den rund 3.000 Kindern und Jugendlichen des Vereins

live erleben, wie ihre Sportler auf den gemeinsamen Sport reagieren.

Die erleben, wie viel Freude sie verbreiten. Sport für alle ist

das Stichwort in Eidelstedt, das

sich inzwischen an 31 inklusiven

sondern vielmehr wünscht er sich: „... dass die inzwischen ca. 450

Menschen starke Inklusionssportabteilung überflüssig wird“, weil

die Turner einfach Turner sind.

Sein Liebstes ist es, gerade in den

bespaßen sie mittlerweile mit 160 Pädagogen hierüber ca. 3.000

weitere Kids unter 18 an inzwischen 14 Hamburger Schulen, unter

anderem sogar in Rothenburgsort, macht 6.000(!) Kinder. Synergien

sind gesetzt, deren Ausnutzung die Idee. Eine eigene Streetwor-

© Fotos: SVE

Sportgruppen festmacht. Schon

seit 32 Jahren ist der SVE hier vorbildlicher

Vorprescher, ohne dabei

© Foto: SVE

tipptoppgemischten inklusiven

Jugendgruppen, wenn gefragt

wird: „Wer ist denn hier eigentlich

kerin, von der Hamburger Bürgerschaft finanziert, kümmert sich

wie eine Löwin um viele der Integrationsthemen, sie heißt Yumiko

Haneda. In Kürze erfolgt das Richtfest für den vierten vereinseige-

fürchterlich viel Wirbel darum zu

behindert?“ „Da müssen wir hin“,

nen Kindergarten. Neben dem aktuellen Vereinsgelände entsteht

machen. Aus dem ursprünglichen

„Behindertensport“, in dem se-

wünscht er sich, „Inklusion ist

machbar, Herr Nachbar.“ Punkt.

demnächst eine neue Dreifeld-Turnhalle, die in enger Absprache

mit der Schulbehörde genutzt wird. »

pariert wurde, was uncool und

lange nicht mehr zeitgemäß ist,

der in vielen Fällen sogar eher

36

Der SVE ist Deutschlands größter inklusiver Sportanbieter, das Motto: „Gemeinsamkeiten betonen,

statt ständig Gegensätze hervorzuheben“.

So geht Betreuung (hier: Trainer Marcus Kautzner), ein Weltfoto.


Wundertüte SVE

© Fotos: Snapshotz by Petra Fischer

Und an dem zum großen Anteil mit 4,1 Mio. öffentlichen Mitteln

finanzierten Sportpark am Steinwiesenweg wird der SVE einen

großen Anteil haben. Sehr spannend, denn hier geht es um Sport

im öffentlichen Raum – „Sport für alle“ eben. Wie gut das Zusammenwirken

beim SVE funktioniert, konnten die Eidelstedter beim

2× ausverkauften Festival der Turnkunst in der Barclaycard Arena

unter Beweis stellen. Mit 70 Teilnehmer*innen (von 10 bis 30

Jahren) aus den Abteilungen Leistungsturnen, Tanzen, Show Team,

Parcours und Akrobatik übernahmen sie bei dem international

bestens besetzten Event sehr beeindruckend den Hamburger

Part. Noch überraschender, und wir sind inzwischen sehr schwer

zu überraschen, ist, dass der SVE seinen eigenen Tennisverein

hat, den TC Rolandsmühle, und zwar an der Bernadottestraße in

Othmarschen.

Und weil sie sonst nichts zu tun

haben und an und für sich ja ein

stinknormaler Sportverein sind,

Beim Feuerwerk der Turnkunst 2020 stellte der SVE die Lokalgruppe.

sehen sie sich auch aufgefordert,

beim Marathon richtig Gas zu geben.

Der läuft nämlich genau vor

ihrer Haustür vorbei.

Und abgesehen von dem eigenen Marathon-Team verantworten sie

mit großer Freude, über diverse Abteilungen des Vereins, (war klar!)

seit Bestehen des Marathons dessen ersten Verpflegungspunkt

(5km), selbstverständlich mit anschließendem Frühstück für alle.

Dass der SV Eidelstedt auch eine Segelabteilung an der Alster hat,

mit natürlich eigenen Booten, sollten wir nicht schreiben. Ooops.

Die TopSportVereine Metropolregion Hamburg trauern um Thomas

Beyer, der am 07. Februar 2020 nach langer Krankheit verstorben

ist. Wir verlieren einen guten Freund und klugen Berater, dem

wir viel zu verdanken haben.

Als Kämpfer für den Sport – im Hochschulsport, in und für die Sportvereine,

als Vorsitzender der Hamburger Sportjugend, als Leiter des Landessportamts,

als Geschäftsführer und Berater bei den TopSportVereinen

Metropolregion Hamburg – hat Thomas Beyer sich überall vehement für

die Sportentwicklung in Hamburg eingesetzt und dabei immer für ein

übergreifendes Verständnis von Sport und Bewegungskultur plädiert.

Er war ein Visionär, der viele Ideen für den Sport hatte. Die Werte des

Sports lagen ihm an Herzen; hierfür hat er sich stets engagiert und gekämpft.

Vielen Menschen in der Sportszene bleibt er als wegweisender

Denker und streitbarer Geist in Erinnerung.

Sein Engagement für die Dekadenstrategie als sportpolitischer Kompass

für Hamburg ist auch sein Vermächtnis, und seine Visionen für den Sport

in dieser Stadt werden von den TopSportVereinen in Zukunft weiterhin

verfolgt werden.

© Foto: SVE

Die 29 TopSportVereine Metropolregion Hamburg

Wahnsinnsangebot an Kampfsportarten: Judo (Bild), Boxen, Kick’n Punch, Ju Jutsu, Taekwondo,

Capoeira, Karate, Modern Arnis, Kendo, sogar Historisches Fechten und LARP (Life Action Role Play).


Active Kids

Auch wenn das hier nicht so aussieht, Fairplay ist King.

© Fotos: Marco Schünemann (St. Pauli Rugby)

Wenn Kinder

Rugby spielen

Es gibt den alten Spruch: „Rugby ist ein Spiel für

Rowdies, betrieben von Gentlemen.“ „Jo“, sagt Nils

Zurawski, „klar ist da was dran. Genau das vermitteln

wir auch den Kids bei uns.“

Nils (52) leitet die Rugby-Abteilung vom FC St. Pauli. Das sind rund

650 Aktive, etwa 330 davon Jugendliche und Kinder unter 18 Jahren.

Hamburgs größter Rugbyclub, und der älteste auch noch. Schon

seit 1933 jagen sie beim Kiezclub auch hinter dem Lederei her. Aber

hier soll es nicht um die Alten gehen – sondern um die ganz Jungen.

Geht das denn überhaupt? Rugby und Kinder? Wo wir doch alle diese

Bilder von Monsterhünen im Gedränge vor uns haben, wenn bei der

WM Fleischklöpse aus Neuseeland auf Klumpen aus Südafrika treffen?

Na klar, und wie das geht. Da muss man nur mal beim Kindertraining

in der Rugbyarena an der Saarlandstraße vorbeischauen. Ein einziges

Gewusel, Gerenne – kein Geraufe. Bewegung, Aktivität, noch weit

entfernt von den harten Tacklings aus dem Erwachsenenbereich.

„Wir haben hier teilweise schon Vierjährige in der U6 dabei“, erzählt

Nils, „das ist wie so’n Bewegungskindergarten mit Ball.“

Insgesamt gibt es acht Nachwuchsteams: Zu ihnen gehören zwei

Juniorenmannschaften (U18, U16), ein Mädchenteam (U16) und fünf

Schülermannschaften (U14, U12, U10, U8, U6). Bis zur U14 spielen Jungs

und Mädchen gemeinsam, alles easy. „Die Kinder lernen spielerisch

mit Körperlichkeit umzugehen, das ist überhaupt nicht gefährlich. Sie

trainieren ihre Beweglichkeit und wir achten eben immer auf Fairplay

und vermitteln das entsprechend“, sagt Nils.

14 Trainer plus ein BFDler übernehmen diesen Job in der Abteilung. Pro

Team sind in der Regel zwei bis drei Übungsleiter dabei, selber noch

aktive Spieler, oder Ehemalige, manchmal Eltern. Insgesamt arbeiten

rund 40 bis 45 Menschen ehrenamtlich in der Abteilung mit. Und

anderthalb in der Geschäftsstelle, für den ganzen organisatorischen

Kram. Unverzichtbar. Denn das Verwalten all dieser Sportler

ist auch immer ein bisschen Mangel-Management und

Improvisation. Das Thema, das viele andere Sportarten in der

Active City umtreibt, ist natürlich auch für die Rugbyspieler

eins, ein großes: Trainingszeiten, Hallen, Plätze – alles knapp.

Jetzt im Winter fahren sie mit jugendlichen Rugbyspielern

sogar raus bis nach Osdorf, weil da eine Hallenzeit frei ist. Im Sommer

teilt sich der FC St. Pauli mit drei weiteren Vereinen das Gelände im

Stadtpark und den Platz Barmwisch in Farmsen.

Es ist eng, verdammt eng. Da gibt es natürlich Wünsche: „Wir haben

beim Bezirksamt Nord hinterlegt, dass eine Umrüstung auf Kunstrasen

an der Saarlandstraße mehr als großartig wäre.“ Wenn alles

ganz super läuft, dann wird bei der anstehenden Renovierung der

Wolfgang-Meyer-Sportanlage in Eimsbüttel auch Rugby mitgedacht:

„Die Option, dort auch mal wichtige Spiele auszutragen, wäre schon

schön für uns“, sagt Nils.

Zukunftsmusik. Noch müssen sie das Beste aus den derzeitigen

Möglichkeiten machen. Dabei helfen die im Verein organisierten

Fußballfans des FC St. Pauli unglaublich. Die Abteilung Fördernde

Mitglieder (AFM) hat im letzten Jahr etwa 50.000 Euro nur für die

Jugendarbeit an die Rugbyspieler überwiesen, das ist etwa ein Drittel

des Gesamtetats. Nur so können sie die Beiträge deckeln, niedrig

halten, damit die Einstiegshürde niedrig ist. Und nur so ist so eine

richtig geile Jugendreise nach Béthune in Nordfrankreich möglich.

Mit rund 60 Spielern von der U8 bis zur U16 waren die Hamburger

da letztes Jahr angerückt und spielten bei einem großen Turnier mit.

Es war mega – „da fahren wir auch dieses Jahr wieder hin.“

Die Übertragungen der Rugby-WM 2019 im Fernsehen haben zu

größerem Interesse auch bei Kids beigetragen. Eltern, die selbst mal

gespielt haben, bringen ihren Nachwuchs vorbei, auch Leute, die Rugby

einfach cool finden – und der Name FC St. Pauli zieht. Eine dauerhafte

Schulkooperation haben sie zurzeit nicht, sind aber jederzeit bereit,

Workshops zu geben oder Projekte zu leiten. „Unser Ziel ist es, in

zwei Jahren insgesamt 800 Mitglieder zu haben“, sagt Nils Zurawski.

Sie alle treiben nicht nur einen krassen Sport, sondern üben immer

auch Fairness und Respekt gegenüber Schiedsrichtern und Gegnern

– und das ist längst nicht mehr in jeder Sportart selbstverständlich.

Gut 330 Kinder spielen alleine beim FC St. Pauli Rugby, bis zur U14 spielen Mädchen und Jungs zusammen.

Kampfgeist, Team-Disziplin und Fairness werden geübt, jedes Team hat 2 bis 3 Übungsleiter.

41


Snowbertauern

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Schnee und

Sonne safe!

Bis Mai dabei.

Wenn wir hier im März schon nervös die Gartenstühle

rausholen und meinen, der Winter sei rum, wir dann

aber mit kaltem Mors eines Besseren belehrt werden,

lassen es unsere Freunde in Obertauern noch

mal richtig, und zwar bis in den Mai hinein, krachen.

Winter XXL sozusagen.

Schnee ist da ja sowieso gesetzt, und was dann dazukommt,

ist die Höhensonne, die einem direkt schon nach dem

Wachwerden ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Das ist

schon was für die Seele. Und deswegen bietet Obertauern

unter dem Titel „Sonnenskilauf“ drei Aktionszeiträume

(Sun&Fun vom 21.03. bis 04.04., Bobby's Schneeabenteuer vom 11. bis

18.04. – tipptopp für Familien mit jüngeren Kids, wir berichteten – und

Sun&Fun II, vom 18.04. bis 03.05.), erstklassige Schneebedingungen

und Hüttenbetrieb, mit richtig guten Deals, Sonne, Schnee und

Spaß – all you can get. Sehr besonders ist nämlich auch das super

angesagte Gamsleiten Kriterium (17.–19.04.). Und wer jetzt denkt,

da muss man ganz besonders schnell die Berge runterflitzen und

dabei kniffelige Rätsel lösen oder einen Geschicklichkeitsparcours

abarbeiten, der hat sich gepflegt in den Daumen geschnitten. Nach

dem Genuss der durchaus im sehr-steil-Bereich befindlichen Piste

Gamsleiten 2 wedeln am 18. April 1.000 Skifahrer*innen den Hang

runter und starten oberhalb der Talstation einen wilde Schneebuddelei.

Warum? Weil nämlich 30 Schatzkisten im Schnee vergraben sind.

Spitzenpreise sind garantiert, der Hauptpreis ist ein nigelnagelneuer

BMW. Das ist schön schräg, wir mögen das (anmelden muss man

sich unter www.obertauern-tickets.com). Die Startnummernverlosung

gibt es am Vorabend, mit richtig lauter Musikdiesdas.

Auch schön, als hätten die Initiatoren die letzte sporting-

Ausgabe zum Thema Frauenpower gelesen, ist der

Aktionstag #SHESKIS for Pink Ribbon mit Atomic.

Weil sich auch in den Bergen starke Frauen nicht

aufhalten lassen, erst recht nicht, wenn es die Chance

gibt, gemeinsam etwas gegen Krebs zu tun. Also treffen sich am

28.03. lauter hochmotivierte Skifahrerinnen und Snowboarderinnen

in Obertauern, um ein hoffnungsvolles Zeichen zu setzen. Der Tourismusverband

Obertauern und die Ski-Firma Atomic unterstützen

mit dieser Aktion die österreichische Krebshilfe.

Gemeinsam Gutes tun ist die Idee,

inspirierende Begegnungen mit

vielen prominenten Unterstützerinnen

aus Sport, Mode, Lifestyle,

etlichen engagierten Frauen, gemeinsam

Skifahren ist Programm.

Aufmerksamkeit, viele emotionale Momente, tolle Bekanntschaften

und auch ordentlich Geld für die Krebshilfe sind das Ergebnis. Ein

Grund mehr, Obertauern cool zu finden, finden wir.

© Fotos: Tourismusverband Obertauern

Schnee satt und klasse Aktionen: Das Gamsleiten Kriterium, Österreichs größte Schatzsuche im Schnee (u. re.),

Frauenpower für einen guten Zweck (Mitte) und richtig gute Specials für Familien mit Kindern.

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American Football

© Fotos: KlimaPic

Runningback Khairi Dickson trägt die #1 im Roster der Elmshorn Fighting Pirates. Rechts: Headcoach Jörn Maier

… wenn Hamburg nach

Elmshorn schielt.

Diesen Monat kommen die neuen Jungs aus den USA. Dann kann

es richtig losgehen mit der GFL, German Football League, dem

Oberhaus des Footballs in Deutschland. Mehr geht nicht. Hamburg

hat eine große Tradition als Footballstadt, Blue Devils usw., zuletzt

die Huskies.

Und jetzt das: Die Nummer eins in der

Region kommt aus unserem „Speckgürtel“,

es sind die Elmshorn Fighting Pirates, Aufsteiger.

Alles eigentlich ein super Abenteuer

– einerseits. Andererseits durchaus ein

Beispiel dafür, was man mit beharrlicher

und solider Arbeit erreichen kann. „Ganz

unvorbereitet sind wir nicht“, sagt auch

Cheftrainer Jörn Maier, „als ich hier 2014

als Headcoach angefangen habe, habe ich

gesagt, wir möchten in fünf Jahren in die

GFL.“ Bingo! Oder besser: Touchdown! Hut

ab. Wir treffen Jörn und Sportdirektor Max

Paatz konzeptstimmig zum Burger. Knapp zwei Monate haben sie noch,

bevor das erste GFL-Spiel der Pirates-Geschichte tatsächlich losgeht. Ihre

Hausaufgaben haben sie gemacht und dabei sogar noch einen echten

„Hammer“ rausgehauen: Tatsächlich steht „Coach“ Patrick Esume in

der neuen Saison als Defensive Coordinator an der Seitenlinie, also

verantwortlich für die Abwehr. Der Hamburger ist durch seinen TV-Job

bei ProSieben MAXX sicher der bekannteste deutsche Coach, hat aber

mit seiner jahrelangen NFL- und GFL-Erfahrung auch echt was drauf. „Er

ist Footballtrainer durch und durch, er will coachen“, erzählt Jörn, „wir

kennen uns seit Jahren.“ Das gilt auch für Offensive Coordinator Andreas

Nommensen und die zahlreichen weiteren Coaches. „Am Ende bin ich

verantwortlich, aber wir alle gemeinsam wollen, dass das Ding erfolgreich

ist“, sagt Jörn. Deshalb hat Sportdirektor Max im Internet und über diverse

direkte Kontakte in den USA zahlreiche US-Spieler gescoutet, die als

Verstärkungen für die GFL in Frage kommen. Die US-Jungs werden auf

den entscheidenden Positionen gebraucht. Jetzt kommen Quarterback

James „Jimmy“ Walker, Defensive Back Caelan Barnes, Defensive End

Kolin Hill und Running Back Demario Richard. „Das sind Jungs, die Bock

auf Europa und Hamburg haben“, erklärt Max

Paatz, „sie verbinden ihren Sport mit einem

Abenteuer.“ Am 2. Mai müssen die Pirates dann

beim deutschen Meister Braunschweig Lions

auswärts antreten. Und zur Heimpremiere im

Krückaustadion am 9. Mai schlagen auch gleich

wieder die Braunschweiger auf. Na, Mahlzeit.

„Wenn’s schlecht läuft, kriegen wir

gleich zum Start zwei Klatschen“, sagt

Maier, „so super nett finden wir den

Spielplan nicht.“ Muss man jetzt aber

durch. Klassenerhalt – und, wenn alles

richtig gut läuft, die Playoff-Teilnahme

sollten trotzdem drin sein für den Liga-

Rookie aus Schleswig-Holstein. „Sportlich

können wir die GFL gut einschätzen, weil

wir alle schon mal auf diesem Niveau

tätig waren“, sagt Coach Jörn. Er selbst

hatte die Pirates mit einem Kumpel 1991

als 20-Jähriger gegründet, aus Bock am

Footballspielen. 1992 schloss sich das

Team dem Elmshorner MTV an, der bis heute die organisatorische Heimat

der Pirates ist. Der Verein unterstützt, wo es geht, die Footballer sind voll

dabei. Sogar einen Kunstrasen haben sie als Trainingsplatz, paradiesische

Zustände geradezu. Auch und gerade im Vergleich zu Hamburg. Nur die

Spielstätte Krückaustadion – hmmm… Rund 3.000 passen rein, geht so.

Und natürlich müssen sie auch Lärmschutzauflagen beachten. Das ist

noch a weng suboptimal. Der Ligaspielbetrieb ist geschäftlich seit 2017

in eine GmbH ausgegliedert, um das wirtschaftliche Risiko vom Verein

fernzuhalten. Der Coaching Staff arbeitet lange zusammen. „Alles sehr

engagierte Menschen“, sagt Max, der im dritten Jahr an Bord ist, „die

Spieler wissen auch, dass Absprachen hier zuverlässig eingehalten

werden.“ So haben sich die Pirates zur Nummer eins im Hamburger

Umland hochgearbeitet. „80 Prozent unserer Spieler sind Hamburger

Jungs“, so Max, „bei uns gibt es Professionalität und Seriosität, sie fühlen

sich gut betreut.“

Seit NFL-Football prominent im Fernsehen präsentiert wird, ist auch

das Interesse gestiegen, insbesondere bei der Jugend. Noch könnte

Elmshorns Wirtschaft etwas stärker einsteigen, die Pirates sind aber

bereit, erst mal die sportlichen Vorleistungen

zu schaffen. „Unser Vorbild sind die Schwäbisch

Hall Unicorns“, erzählt Jörn. Die Stadt ist ähnlich

groß, sportliche Konkurrenz gibt es dort auch

nicht wirklich. So haben sich die „Einhörner“

über Jahre zu einem Topteam entwickelt. Vier

deutsche Meisterschaften haben sie seit 2011

gewonnen. Davon sind die Elmshorn Fighting

Pirates noch weit weg. Aber hey – bislang

haben die noch alles geschafft, was sie sich

vorgenommen haben.

44

Die Piraten wollen in Deutschlands höchster Spielklasse GFL 1 gleich oben angreifen, Ziel: Playoffs.

US-Import Defensive Back Robby Kendall kam Anfang 2019 nach Elmshorn.


Tandemclub Weiße Speiche

© Fotos: Tandemclub Weiße Speiche Hamburg e.V.

So simpel wie super, oder:

Pilot*innen gesucht.

er sagt: „Das wenige, was ich wahrnehme,

bleibt bei mir sehr gut hängen.“

„Und mir ist das natürlich eine

große Hilfe als Tourenleiterin“, sagt

sie, „er kann sich an so viel erinnern.“

Ansonsten ist es dann so, dass die

Pilot*innen beschreiben, wo sie

langsausen, und hintendran wird

kräftig gestrampelt.

Perfekte Kombi: Der Club verbindet den Spaß am Radfahren mit der Integration von Blinden,

Sehbehinderten und Sehenden. Und wurde dafür mit dem Werner-Otto-Preis 2020 ausgezeichnet.

Sie lacht: „Er kann ja nicht weglaufen.“ Thomas sieht auch den

körperlichen Aspekt. „Ich freue mich immer so doll auf die Ausfahrten,

weil ich mich dann mal bewegen kann.“ Maike: „Ich kam

in diesen Verein, weil ich Rad fahren wollte und das Tandemfahren

hier wirklich Sinn macht“, und besser konnte sie es offensichtlich

gar nicht treffen. Wichtig ist natürlich Vertrauen, aber Thomas sagt:

„Der Pilot, die Pilotin will ja auch heil ankommen.“ Altersmäßig geht

es aktuell so bei Mitte 30 los, bis 75 Jahre alt sind die Mitglieder.

Nachwuchs und neue Mitglieder werden sehr gern gesehen. Auch

an Pilot*innen mangelt es.

Also:

Wer mag, schaut auf der Website:

www.tandemclub.de

Die 45 vereinseigenen Tandems stehen in der

inzwischen vereinseigenen Halle an der Pinnau

in Pinneberg. Dort finden auch in lockeren Abständen

die Schraubertreffs statt. Und im Winter

wird gewandert. We like!

Und bei der Originalität des Vereinsnamens haben die derzeit 116 Mitglieder

sowieso mit Abstand die Nase vorn. Wir reden vom Tandemclub Weiße Speiche.

Die Geschichte dahinter ist ein Knaller und ein weiteres Beispiel dafür, was Sport

so alles stemmt, im Allgemeinen und im Speziellen.

Gegründet wurde

Weiße Speiche 1984

vom Schauspieler

Jasper Voigt. Seine

Idee war es einfach

nur, sehbehinderten

oder komplett blinden

Menschen das Radfahren zu ermöglichen. Und ehrlich gesagt, springt einen dann ja das

Tandem nur so an. Jedenfalls, wenn man mal drüber nachdenken würde. Zum Glück gibt

es solche pfiffigen Kollegen. Wir treffen uns mit Maike Heinrichs-

Dwenger (65) und Thomas Wiechmann (57). Maike ist Thomas’

Pilotin, denn er ist erheblich sehgestört, nimmt nur Umrisse wahr

und kann nicht räumlich sehen. Aktive, selbstständige Teilnahme

am Straßenverkehr, erst recht auf einem Rad: nicht so cool. Und

deswegen gibt es die Weiße Speiche.

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Sie treffen sich in ihrer Saison zwischen März und Oktober alle zwei,

drei Wochen zu regelmäßigen Ausfahrten, sportliche Strecken bis zu

130km oder entspanntere Touren zwischen 40 und 80km. Oder sie

machen eine Literatour, auch schön, radeln gemeinsam und sprechen

dann bei Kaffee und Kuchen über klasse Bücher. Maike ist auch noch

eine der Tourenleiter*innen im Verein: „Wir arbeiten die Touren aus,

Startpunkt ist immer in Reichweite einer HVV-Haltestelle, das ist

für die Teilnehmenden sehr wichtig“, erklärt sie. Und dann geht es

rund, Picknick oder Einkehrschwung inklusive. Vorab radeln Thomas

und Maike, sie sind auch Lebenspartner, die Touren gemeinsam ab.

Sie gibt die Richtung natürlich vor,

für eine grobe, wichtige Orientierung

reicht Thomas’ Sehvermögen,

Die Touren finden bei jedem Wetter statt, Proviant wird mitgebracht.


sporting-Marco

© Fotos: Rainer Schulz

…macht’s kurz:

Short Intensive Training

1.Runde

60 Sekunden Jump-Push-ups (auf Knien),

20 Jump-Squats (auf Reaktion).

Push-ups: Die Knie bleiben am Boden, Hüfte gestreckt.

Die Hände werden breit positioniert, wie bei normalen

Liegestützen, allerdings nicht horizontal auf einer Höhe,

sondern versetzt. Während der 60 Sek. machst Du so

viele Push-ups wie möglich, die Hände tauschen bei jeder

Hochentlastung die Position.

Maximales Tempo! Maximale Wiederholungen!

Squats: Vom breiten und tiefen Squat geht es 20-mal in

maximale Höhe, indem Du ich aus allen Bein- und Pomuskeln

explosiv nach oben katapultierst. Die Landephase

ist leise, weich und tief. Bis zum nächsten Sprung wartest

Du in der Tiefe. Ach ja, bitte eine andere Person darum,

Dir 20 Kommandos zu geben, schließlich geht es auch um

Reaktion. Max 10 Sek. zwischen den einzelnen Jumps.

Maximale Höhe! Maximale Tiefe (90 Grad im Knie)!

„Ich treibe so viel Sport und es tut sich nichts!“, höre ich oft, manche

behaupten: „Ich habe zu wenig Zeit, um effektiv Sport zu treiben!“

Oder, noch rigoroser: „Lohnt sich doch eh nicht zu sporten, wenn man

nur unregelmäßig Zeit hat!?!“

Doch. Tut es. Denn beim Thema

Trainingserfolg geht es weniger

um Frequenz plus Dauer als

um die Intensität in Bezug

auf die Trainingsdauer.

Heißt: Es geht darum, das

perfekte Verhältnis von

Quantität zu Qualität zu

finden. Während die einen

täglich ins Fitnessstudio

rennen, um zu „trainieren“

(ich würde das „sich bewegen“

nennen), gehen andere

zu selten oder gar nicht zum

Sport. Für alle, die augenscheinlich

zu wenig oder aber zu viel Zeit für Sport

haben, habe ich ein eigenes Workout konzipert.

Ganz nebenbei ist dieses Trainingskonzept aber auch super für

aktive Sportler und Athleten geeignet: S.I.T.

Das hat aber – wen überrascht’s – nichts mit Sitzen

zu tun, sondern bedeutet: Short Intensive Training.

Wie der Name verrät, handelt es sich um ein kurzes, aber intensives

Workout. Es bringt fast unmittelbar sicht- und messbare Erfolge,

macht schnell, stark, ausdauernd und athletisch.

Es gibt einen Pool mit knapp 20 Übungen, aus denen

Ihr pro Trainingseinheit ca. 6 auswählt. Jede Übung

dauert 45–75 Sek. und wird jeweils auf 100%-Niveau

ausgeführt: maximal hoch, schnell oder oft, „Short Intensive“ eben.

Durch die Beschleunigung der Masse entstehen Kräfte (F=m×a),

der Physiklehrer lässt grüßen, heißt: Durch das Tempo müssen die

Muskeln in hohen Frequenzen permanent für Start und Stopp der

Bewegungen sorgen, es entstehen enorm hohe Kräfte, etwa wie

sehr schwere Hanteln.

Wegen der hohen Intensität sollte eine Einheit S.I.T. maximal 30–45

Minuten lang sein, davon sind nur 10–15 Min. aktive Sportminuten.

Gefühlt eher 2 Stunden, aber psychologisch betrachtet fällt es relativ

leicht, maximale Leistung zu bringen, wenn der absehbare Reiz nur

für eine kurze Dauer zu halten ist.

Das Workout lässt sich auch problemlos zu Hause

machen, probiert’s aus:

10 Minuten Warm-up (Cardiotraining, einfache Kniebeugen

und Liegestütze auf den Knien) sind ein

Muss, um Kreislauf und Gelenke auf Betriebsmodus

zu bringen. Für das Probetraining wählen wir ein

Double aus Kniebeugen und Push-ups mit 3 Runden,

die Gesamtbelastungsdauer beträgt weniger als 6

Minuten.

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KOSTENFREI – EINFACH

Anfänger sollten sich erst ein gewisses Grundniveau

antrainieren. Die Forderung an das Herz-Kreislauf-System

ist hoch, untrainierte Personen könnten überbeansprucht

werden und dadurch Schaden nehmen. Fortgeschrittene

können kleine Gewichte (1–3 kg) hinzuziehen.

Achtung:

Dir ist schwindelig? Schwarz vor Augen? Übelkeit? Brich

das Training ab und starte an einem anderen Tag noch

mal. Im Zweifelsfall einen Arzt aufsuchen.

Deine Kulturrabatte für Hamburg und die Metropolregion

www.kulturbon.de


sporting-Marco

.Runde

60 Sekunden In-/Out-Push-ups (auf Knien),

60 Sekunden In-/Out-Squats.

Push-ups: Die Liegestütze wie in Runde 1,

allerdings wechseln die Hände diesmal von

der breiten in die enge Push-up-Position und

zurück. Ansonsten bleibt alles wie vorher.

Maximales Tempo! Maximale

Wiederholungen!

Squats: Auch hier wechseln wir von engen

zu breiten Squats und zurück. Diesmal

verzichten wir auf den Sprung in die Höhe und

wählen die tiefe Version. Untenbleiben und

die Beinposition ohne Höhenunter schiede

wechseln.

Maximale Isometrie! Maximale Wiederholungen!

© Fotos: Rainer Schulz

IMPRESSUM

sporting hamburg

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Herausgeber

Martin Blüthmann (V.i.S.d.P.)

martin@sporting-magazin.de

Redaktion

Martin Blüthmann,

Andreas Hardt, Marco Santoro,

Manuela Tanzen, Lars Wichert

Lektorat, Schlussredaktion

Manuela Tanzen

manuela@sporting-magazin.de

Art Direction und Layout

Arndt Grutke

arndt@sporting-magazin.de

Druck

Eversfrank Preetz

Frank Druck GmbH & Co. KG

Industriestraße 20

24211 Preetz

Auflage: 70.000 Exemplare

dabei!

45 Sekunden Speed-Push-ups (auf Knien),

45 Sekunden Speed-Jumps.

Push ups: Simple und easy Push-ups ohne Bewegung mit den

Händen. Einfach nur hoch und runter, mit Feuer. Egal wie langsam

Du wirst oder wieviel Höhe Du verlierst, zieh es durch bis zum

Ablauf der 45 Sekunden!

Maximales Tempo! Maximale Wiederholungen!

Squats: Ähnliches gilt für diese 45 Sekunden. Normale

Strecksprünge in einer maximalen Frequenz. Die Sprunghöhe

muss nicht mehr maximal sein. Deine Beine werden schwerer und

schwerer, aber Du bleibst dran.

.Runde

Maximale Wiederholungen!

Anzeigen, Mediadaten

Telefon 040-432 08 45 20

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übernommen; der Verlag setzt

bei Eingang voraus, dass alle

Rechte und Honorarfragen

geklärt sind. Erscheinungsort

und Gerichtsstand ist Hamburg.

sporting hamburg erscheint

monatlich. Anzeigen- und

Redaktionsschluss jeweils am

15. des Vormonats.

05.–21. Juni 2020

50 Sportarten – 50 Möglichkeiten

zu zeigen, was Ihr drauf habt!

alle Infos und anmelden unter: www.hamburgiade.de


DAS PARADIES

LIEGT NICHT

IN DER KARIBIK

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