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Berner Kulturagenda N°8

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DO 4.3. –

MI 10.3.2021

N°8 / www.bka.ch

Seite 22

«Fleisch»: Ausstellung in der Schweizerischen

Nationalbibliothek Bern

«Petite Fille» bei Quinnie on demand

«Inselpost» von Vera Urweider

Seite 23

Buchtipp: «Die Dinge daheim»

von Christoph Simon

Schauplatz International streamen live

aus dem Schlachthaus Theater

«Pegelstand» von Manuel C. Widmer

Seiten 24/25

Agenda, Ausstellungen und Kino

Seite 26

Illustration von Johannes Dullin

«Frauen ins Bundeshaus!» im

Bernischen Historischen Museum

Das Museum für Kommunikation zeigt

«Super - Die zweite Schöpfung»

Kraftort, Lunge, Lebensraum, Ressource

Im letzten Jahr hat sich unser Blick auf den Wald verändert: In seiner neusten

Ausstellung «Im Wald» beleuchtet das Kunsthaus Grenchen das Naherholungsgebiet

und seine Bewohner mit verschiedenen künstlerischen Positionen.

Marianne Engel

23

Der musikalische Erzähler

Annina Siegwart

Christian Sutters Spezialität: Er liest und spielt Kontrabass.

Am Freitag wird aus dem Bärenstutz in Rüeggisberg ein

Abend rund um Schuberts «Forellenquintett» live gestreamt.

Kulturtipps von

Rafael Kasma

Rafael Kasma erzeugt mit seinem

Sound sphärische und verträumte

Klangkulissen, durchzogen von wuchtigen

Basslines: elektronische Musik

zwischen Break, Rave, Jungle und Ambient.

Seine neue EP «Harmonization

of Cybercloud Nine» wird am 5.3. veröffentlicht.

Sie ist das erste Release auf

dem Label «Lowlife Attitude», hinter

dem er selbst und der Berner Musiker

A-Alpha stehen.

Machen Sie den ersten Satz:

Lockdown heisst mehr Zeit fürs Studio.

Und was soll der letzte sein?

Lockdown heisst weniger Impulse im

Studio.

Welche Songs empfehlen Sie diese

Woche und weshalb?

1. Belia Winnewisser – «Kriberg»:

Keine Ahnung, ob es eine Nacht oder ein

ganzes Leben ist, das in diesen knapp

fünf Minuten an einem vorbeizieht.

2. Trillion Tapeman – «Atmosphere,

animals, aftermath» (feat. Zooey

Agro): Während man noch dabei ist,

die Rhythmen nachzuvollziehen, befindet

man sich bereits in einem Clubtrack

der Zukunft.

3. Phrex – «Acceleration»: Schwierig,

einen passenden Moment für dieses

Album zu finden, doch nie war ein

Badtrip so gut.

«Die Musik soll nicht nur die Pause der

Lesung sein», sagt Christian Sutter.

Während 35 Jahren war er (erster) Kontrabassist

und Solobassist im Basler

Sinfonieorchester, heute ist er pensioniert

und spielt «no bitzli Kammermusik»,

wie er sagt, und tritt als

musikalischer Erzähler auf – seine Spezialität.

Er habe schon in der Schule

gerne vorgelesen und freue sich ob des

Lebenskreises, der sich nun schlies se,

indem er vermehrt gar auch bloss als

Leser engagiert werde, ohne Bass.

Musik, die weitererzählt

In «Das Forellenquintett – (Alb-)

Traum eines Kontrabassisten» im Bärenstutz

wird Sutter gemeinsam mit

Erika Schutter (Geige), Hannes Bärtschi

(Bratsche), Mirjana Reinhard (Cello)

und Yuka Oechslin (Klavier) Schuberts

«Forellenquintett» ins Zentrum

stellen, umrahmt mit passender, ausgesuchter

Literatur. «Es kommt so

Öffnung der Museen

sehr darauf an, was man vor einem

Satz liest, dann klingt die Musik gleich

ganz anders», so Sutter. Da sind zum

einen etwa Thomas Bernhards Zirkusartisten,

die verzweifelt versuchen,

das «Forellenquintett» zu perfektionieren,

und auf das Leben schimpfen

oder zum anderen Patrick Süskinds

Kontrabassist, der vom Quintett als

Lebenshöhepunkt träumt. «Die Musik,

die erzählt dann weiter.»

So wird wohl auch ein Stream-

Konzert etwas lebendiger, wenn sich

Musik und Wort Hand in Hand um

Schuberts Meisterwerk kümmern. Mit

Auszügen aus Peter Härtlings Roman

«Schubert» und einer Anekdote aus

«Der heitere Reger» von Max Martin

Stein wird der Abend thematisch passend

abgerundet und ergänzt.

Vera Urweider

Bärenstutz, Rüeggisberg

Livestream-Konzert: Fr., 5.3., 20 Uhr

www.baerenstutz.ch

Die Museen im Kanton Bern sind seit dem 1. März für reguläre Ausstellungen

wieder geöffnet. Dementsprechend gefüllt ist die Berner Kulturagenda

mit Artikeln über neue und wiedereröffnete Ausstellungen. Sonderveranstaltungen

und Führungen finden vielerorts noch nicht statt. Aktuelle

Informationen, etwa zu möglichen Beschränkungen der Besucheranzahl

oder Schutzkonzepten finden Sie auf den jeweiligen Websites der Berner

Museen und Galerien.

Benno Hunziker

Christian Sutter weiss, wie Worte und Musik zusammenspielen.


22

Anzeiger Region Bern / Berner Kulturagenda Nr. 8 Mittwoch, 3. März 2021

Vom Ende der Wurst

Auf dem Grill wird die Cervelat zunehmend vom Grillkäse

verdrängt und Fleisch wird immer mehr zum Politikum.

Die Nationalbibliothek geht in ihrer Ausstellung «Fleisch»

der Lust darauf und der Kontroverse darum nach.

Der Fleischkonsum der Schweiz hat

sich in den letzen 150 Jahren stark gewandelt.

«Gesellschaftliche Themen

wie der zunehmende Tierschutzaktivismus

und die aktuellen Klimadiskussionen

beeinflussen die Meinung

der Öffentlichkeit zu Fleisch und

Fleischkonsum und verstärken den

Trend zu einer Ernährung mit weniger

oder ganz ohne Fleisch.» Das schreibt

der Branchenverband Proviande in seinem

Jahresbericht 2019. Fleischlose

Ernährung, ob teilweise oder komplett,

scheint ein weitverbreitetes Thema zu

sein, findet auch Hannes Mangold,

Kurator von «Fleisch – Eine Ausstellung

zum Innenleben» in der Schweizerischen

Nationalbibliothek.

Die Ausstellung rund um das Thema

Fleisch und den Verzicht darauf zeigt

verschiedene Perspektiven zum kontroversen

Stoff, von dem Schweizerinnen

und Schweizer im Jahr 2019 durchschnittlich

47,8 Kilogramm vertilgten.

Müesli statt Wurst

Bereits um 1900 wurden kritische

Stimmen zum Fleischkonsum laut, etwa

im Rahmen der Lebensreform bewegung

um Max Bircher -Benner und seine

damals neue Ernährungslehre. Bircher-Benner

pries rohes Gemüse und

Das Mädchen Sasha

Im Dokumentarfilm «Petite Fille» porträtiert Regisseur

Sébastien Lifshitz die siebenjährige Sasha, welche im

Körper eines Jungen geboren wurde.

Es sind «les grandes vacances» in

Frankreich: Sasha verbringt mit ihrer

Mutter und ihren zwei Brüdern einen

Tag am Strand und rennt in einem

Praesens-Film

dunkelroten Bikini aufs Meer zu. Die

Aufnahmen sind von flimmerndem

Licht durchzogen und vermitteln

Leichtigkeit. Doch der Zustand der

Sasha erlebt einen unbeschwerten Moment mit ihrer Mutter Karine.

Früchte als gesund an und antwortete

damit auf die Industrialisierung, die

Fleischkonsum als das höchste Gut der

Gesundheit anpries. Zu sehen ist in der

Schau das Originalrezept des Birchermüeslis

sowie zwei Werbeplakate aus

den 30er-Jahren vom ersten vegetarischen

Restaurant der Schweiz, Hiltl.

Metzger und Veganerin

In den Bereichen «Verzichten»,

«Präsentieren», «Essen», «Wursten»

und «Schlachten» werden neben Bildmaterial

auch Interviews mit einer

Veganerin oder einem Metzgermeister

präsentiert. Daneben ist auch der Film

«Resurrection» aus dem Jahr 1968 des

Eat-Art-Künstlers Daniel Spoerri zu

sehen. Zudem gewährt die Ausstellung

Einblicke ins Archiv des Autors und gelernten

Metzgers Beat Sterchi und seines

blutigen Romans «Bloesch».

Lula Pergoletti

Unbeschwertheit ist für die Siebenjährige

nicht von langer Dauer: Nach den

Sommerferien wird sie wieder als Junge

die Schulbank drücken müssen.

Aus der Mode gekommen: Fleisch.

Bell Food Group AG

Schweizerische Nationalbibliothek,

Bern

Ausstellung von Do., 4.3., bis 30.6.

www.nationalbibliothek.ch

Diagnose als Befreiung

«Sasha fühlt sich nicht wie ein

Mädchen. Sasha ist ein Mädchen.»

Immer wieder muss Mutter Karine die

Geschlechtsidentität ihrer Tochter erklären.

In einer Stadt im nordöstlichen

Teil Frankreichs ist das Denken in

einem biologischen Junge-Mädchen-

Raster tief verankert. Sébastien Lifshitz

richtet die Kamera in «Petite

Fille» einerseits auf die Familie und

das Zuhause von Sasha als Ort

bedingungs loser Akzeptanz und Liebe,

begleitet sie aber auch nach ausserhalb,

dorthin, wo sie Gefahr läuft,

verletzt zu werden.

Während Sasha ihre Zugehörigkeit

zum biologischen Geschlecht, schon

seit sie sprechen kann, ganz selbstverständlich

infrage stellt, besteht der

Rektor ihrer Schule darauf, sie nach

wie vor als «männlich» zu kategorisieren.

Deshalb wird sie von ihren Lehrpersonen

und Mitschülern als Junge

angesprochen und traut sich nicht, das

zu tragen, was sie am liebsten trägt:

ein Kleid. Erst der Besuch bei einer

Kinderpsychiaterin in Paris, die bei ihr

eine Geschlechtsidentitätsstörung diagnostiziert,

bringt Erleichterung: Fortan

kann sie nun offiziell als Mädchen

gemeldet werden und traut sich in der

Schule, was sie zuhause schon lange

tut: sich selbst zu sein.

Nicht allein

Menschen, die gegen das kämpfen,

was ihnen auferlegt wird, sind kein

neues Thema für Lifshitz: So beschäftigte

er sich bereits in seinem Film

«Bambi» mit Frankreichs erster in der

Öffentlichkeit bekannter, gleichnamiger

Transperson mit Jahrgang 1933. In

«Petite Fille» zeigt er nun die Perspektive

eines Kindes, welches sich tagtäglich

mit Identitätsfragen beschäftigen

muss.

Tabea Andres

Zu sehen bei Quinnie on Demand

www.quinnie.cinefile.ch

Impressum

Herausgeber: Verein Berner Kulturagenda

Die Berner Kulturagenda ist ein unabhängiges

Engagement des Vereins Berner Kulturagenda.

Sie erscheint wöchentlich mit dem Anzeiger Region

Bern und dem Fraubrunner Anzeiger in einer

Gesamtauflage von 170 024 Exemplaren.

verein@bka.ch

Leitung Mitgliederbereich:

Beat Glur, beat.glur@bka.ch

Redaktion: redaktion@bka.ch

Katja Zellweger (kaz), katja.zellweger@bka.ch

Lula Pergoletti (lup), lula.pergoletti@bka.ch

Sandra Dalto (san), sandra.dalto@bka.ch

Vittoria Burgunder (vit), vittoria.burgunder@bka.ch

Praktikum: Tabea Andres (tan), tabea.andres@bka.ch

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser

Ausgabe: Johannes Dullin, Matto Kämpf,

Vera Urweider, Manuel C. Widmer

Layout: Druckvorstufe Anzeiger Region Bern:

Chantal Müller, Eva Brünisholz

Verlag/Inserate: Simon Grünig,

simon.gruenig@bka.ch

Adresse: Berner Kulturagenda, Grubenstrasse 1,

Postfach 32, 3123 Belp, Telefon 031 310 15 00,

Fax 031 310 15 05, www.bka.ch

Nr. 10 erscheint am 17.03.2021

Redaktionsschluss: 01.03.2021.

Inserateschluss: 10.03.2021.

Nr. 11 erscheint am 24.03.2021

Redaktionsschluss: 08.03.2021.

Inserateschluss: 17.03.2021.

Agendaeinträge: Nr. 11 bis am 08.03.2021

Nr. 12 bis am 15.03.2021

Eingabe in die Datenbank der Berner Kulturagenda:

Auf www.bka.ch klicken Sie auf den Link

«Event hinzufügen». Bei technischen Problemen

oder Fragen wenden Sie sich an 031 310 15 08 oder

per E-Mail an veranstaltungen@bka.ch

Über die Aufnahme in die Berner Kulturagenda entscheidet

die Redaktion der Berner Kulturagenda.

Verleger: Gemeindeverband Anzeiger Region Bern,

Postfach 5113, 3001 Bern

Abonnemente: Sie können die Mittwoch-Ausgabe

des Anzeigers Region Bern inkl. BKA abonnieren:

3-Monats-Schnupperabo: CHF 25

1-Jahres-Abo: CHF 110

1-Jahres-Gönner-Abo: CHF 222

Bestellungen an: verlag@bka.ch, 031 310 15 00

Rechtlicher Hinweis: Redaktionelle Beiträge und

Inserate, die in der Berner Kulturagenda abgedruckt

sind, dürfen von nicht autorisierten Dritten weder

ganz noch teilweise kopiert, bearbeitet oder sonstwie

verwendet werden. Insbesondere ist es untersagt,

redaktionelle Beiträge und Inserate – auch in bearbeiteter

Form – in Online-Dienste einzuspeisen.

Die Berner Kulturagenda dankt der Stadt Bern

für die finan zielle Unterstützung.

Ostring meldet:

Es empfiehlt sich, einem

Problem zuerst immer die

Chance zu geben, sich selber

zu lösen.

Matto Kämpf

Inselpost

Mindelo, 1.3.2021

Lieber Moritz, liebe Julia, lieber Milan, liebe Katrin,

lieber Flo, liebe Meike, lieber Felix,

vorhin knallte es sehr laut und ein richtig heftiger Ruck

ging durchs Schiff. Ich sitze auf der Eckbank am Tisch,

längst an das stete Schaukeln der letzten Wochen

gewöhnt, doch bei diesem Ruck, da kippte ich fast um.

Irgendwas war da geschehen. Irgendwas an unserem

Segelschiff war wohl nicht mehr wie vorher. Irgendwas

konnte dem starken Wind und den kräftigen Wellen

nichts mehr entgegenhalten.

Wir schauten nach, wo der Knall herkam, von dieser

Schiffsseite, die am Steg der Marina angemacht ist. Das

eine Tau war nicht mehr zum Steg gespannt, sondern

hing schlapp ins Wasser. Gerissen, dachte ich erst. Aber

nein. Rausgerissen! Das Eisen, an welchem jenes Tau

angeknotet ist, wurde vom Steg abgerissen und schlug

mit eben diesem lauten Knall gegen die Schiffswand.

Wir trauten unseren Augen nicht und es war noch nicht

mal alles. Jenes Eisen, an welchem das Tau auf dem

Schiff angemacht ist, war komplett verbogen. Da

konnte gar kein neues Tau festgemacht werden.

Seit gut einer Woche findet der kapverdische Wind zu

seiner Höchstform, auf offener Strasse gehen wird zum

Ausdauersport, Fahrrad fahren fast unmöglich. Der

Februar und März garantieren für ununterbrochenen

Wind, was dieses Fleckchen Erde, allen Inseln voran

meine Insolationsinsel Sal, zum Kite- und Windsurfparadies

macht. Für Segler jedoch ist es eine Herausforderung.

Zwar ist man schnell, aber es sei sehr streng,

liess ich mir von Erwin sagen, einem Österreicher, der

schon seit einigen Jahren im Herbst von Kroatien

hierher runter und im Frühling wieder zurück segelt.

Der Wind pfeift streng durchs siebenundzwanzig Meter

lange Schiff, das Schaukeln wird so stark, ein Achterbahngefühl.

Und während Gianni, unser Capitano,

versucht, den Schaden provisorisch einigermassen zu

beheben, sich der Steg unter den riesigen Wellen und der

unglaublichen Zugwucht der Gelidonya hebt und biegt,

mein Mitbewohner Andrea und ich uns am Esstisch

festklammern, reisst ein zweites Eisen aus dem

ächzenden und stöhnenden Steg und knallt wieder laut

an die Schiffswand. Wir blicken uns an und die

Gedanken drehen in Windeseile - wenn ich morgen

aufwache, sind wir vielleicht drüben auf Santo Antão.

Manchmal denke ich an Hamburg. Vieles hier in

Mindelo erinnert mich an euer Zuhause und meine

zeitweise Wahlheimat. Nicht nur die zahlreichen

Musik-, Theater- und Kunstlokale – und wenn wir schon

bei Schiffen sind, fällt mir natürlich auch das Theaterschiff

im Nikolaifleet ein, auf welchem Du, lieber Felix,

wunderbare Theater- und Kabarettabende entstehen

lässt. Wie wir am Hafen stehen, liebe Julia, wo Du mich

findest, auf dem Steg draussen vor dem Fischmarkt,

lieber Moritz, oder vom Altonaer Balkon die grossen

Containerschiffe beobachten, lieber Milan. Wie weiter

draussen in Övelgönne die Segelboote schaukeln. Wie

der Hafen ein Gefühl von grosser weiter Welt gibt.

Handel. Trubel. Lebendigkeit. Selbst der Wind ist

irgendwie ähnlich stark, wenn er um die Häuser zieht

und einen doch sonnigen Tag etwas kühler macht.

Der Wind, der euch und vielen Teilen Europas vor ein

paar Tagen Saharastaub brachte. Als Kinder fanden

wir bei Wanderungen in den Alpen gar Saharasand

liegen. Hier ist das quasi normal. Hier bedeckt die

Bruma Seca (trockener Nebel), von Nordosten von eben

diesen starken Winden böenartig hergetragen, die

Welt mehrmals im Jahr. Dann jeweils sieht die Sonne

aus wie der Mond hinter der manchmal orangenen

Staubdecke. Zahlreiche Flüge werden gestrichen oder

kehren um, da auf den Kapverden nur mit Sicht

gelandet werden kann. Und das Meer ist wild und

stürmisch, sodass sowohl Passagier- wie auch

Frachtschiffe einige Inseln nicht anfahren können. So

wie ich vor einem Jahr deshalb den Karneval hier in

Mindelo verpasste und später auf dem Weg nach Boa

Vista nicht auf São Nicolau zwischenhalten konnte,

wartete Schiffsmitbewohner Andrea nun ganze zwei

Wochen hier auf São Vicente auf seine Ware – italienische

Sachen (Pasta!) für die zahlreich hier lebenden

Italiener. Die Natur bestimmt hier auf eindrückliche

Art und Weise den Rhythmus des Lebens.

Windige Grüsse von der Insel,

Vera Urweider

Klaus Roselstorfer

Vera Urweider schreibt und fotografiert

dort, wo sie gerade ist und das, was sie

gerade sieht. Nach einer Tanzschule

widmete sie sich der Bewegung im

Kopf: Sie studierte Medien, deutsche

Literatur und Ethnologie in Fribourg

und absolvierte die Journalistenschule

in Luzern und Hamburg. Momentan

versucht sie anstatt auf einer Theaterbühne

auf einem Kiteboard zu stehen.

Während sie auf den Kapverdischen

in Insolation sitzt, schreibt sie hier

wöchentlich einen Brief von ebenda.

Wer mag, schreibt ihr einen zurück:

vera.urweider@gmail.com


Nr. 8 Mittwoch, 3. März 2021 Anzeiger Region Bern / Berner Kulturagenda 23

Wie es aus dem Wald schallt

Verschiedene künstlerische Positionen sind in der Ausstellung

«Im Wald» des Kunsthaus Grenchen zu sehen – unter

anderem die Fotografien und Objekte von Marianne Engel.

Berns

Konzertkalender für

klassische Musik

www.konzerte-bern.ch

Inserat

Kraftort, Schauplatz von Märchen und

Mythen, Lunge der Welt: Seit jeher

wohnt dem Wald eine wichtige gesellschaftliche

Bedeutung inne. «Der

Wald macht quasi täglich Schlagzeilen

und scheint auch Kunstschaffende zu

beschäftigen.» So seien in den letzten

Jahren vermehrt eindrückliche Arbeiten

zum Thema entstanden, wie Claudine

Metzger, Künstlerische Leiterin

des Kunsthaus Grenchen, sagt.

Aufblitzendes Gift

«Im Wald» heisst die neue Ausstellung

im Kunsthaus Grenchen. Sie versammelt

Werke von Schweizer Künstlerinnen

und Künstlern, die sich auf

unterschiedliche Weise mit dem Thema

auseinandersetzen. Zu sehen sind

etwa Fotografien und Objekte der in

einem kleinen Weiler im nördlichen

Aargau lebenden Künstlerin Marianne

Engel. Die Wälder der näheren Umgebung

kenne sie ihr Leben lang, wie sie

sagt. Immer wieder stosse sie im Wald

auf unverhoffte Fundstücke und Motive

für ihre Fotografien, wie etwa Fliegenpilze,

die in ihrer Schönheit beinahe

künstlich zwischen dunklem Grün

hervorblitzen. Neben Fotografien stellt

Engel in «Im Wald» Pilzobjekte aus.

Dazu tauchte die Künstlerin Pilze in

Wachs. Die auf diese Weise präparierten

Objekte versah sie danach mit einem

Loch, damit Insekten und Schnecken

hineingelangten und den Pilz

frassen. In die leere Form goss Engel

Epoxydharz, den sie mit Nachleuchtpigmenten

versah.

Nichts ist hier natürlich: Schauplatz International führen den Krimi ad absurdum.

Attila Janes

Der Wald und seine Bewohner werden abgelichtet: «Trapped» von Alex Hanimann.

Wirtschaftlicher Faktor

Neben Engel stellen Yann Amstutz,

Julian Charrière, Teresa Chen, Alex

Hanimann, Angela Lyn, Marcus

Maeder, Luca Mengoni, Nico Müller,

Felix Studinka und Esther van der Bie

Malereien, Objekte und Fotografien

aus, die den Wald als Idylle, als Lebensraum,

aber auch als wirtschaftlichen

Faktor beleuchten.

Lula Pergoletti

Kunsthaus Grenchen

Ausstellung vom Sa., 6.3., bis 15.8.

www.kunsthausgrenchen.ch

Räuberpistole im Chalet

Künstler, «Normalos», Kommissare und Verunsicherung wie

im True Crime. Schauplatz International streamt sein

neues Stück «Chalet Utah» live aus dem Schlachthaus.

Paradies und Hölle, Erfolg und Desaster,

Wahrheit und Lüge, Rückzug und

Engagement – zwischen diesen Polen

tingelt das Menschsein. Solche Widersprüche

sind es, die Schauplatz International

inspirieren. Ihr neustes Stück

«Chalet Utah. Welcome to the Scapegoat’s

Cave», dreht sich deshalb um

Paradise und Desaster. Ein Kommissaren-Dreamteam

– kauzig wie die

Scullys und Mulders oder Wilders und

Kägis der Krimis. Ihr Umgangston ist

hölzern, sie siezen sich und manchmal

sind da auch mehr Gefühle. «Da ist

auch Lynch-Atmosphäre, aber wir führen

diese Düsterheit ad absurdum,

machen eine rechte Räuberpistole

draus», sagt Anna-Lisa Ellend, die mit

ihrem Mann Albert Liebl Konzept, Regie

und Performance verantwortet.

Das ergibt «eine komische Vermengung

von Fiktion und Realität, die

nicht trennscharf ist. Diese True-

Crime-Zweifel haben uns fasziniert.»

Fechten, singen, spinnen

Doch eigentlich beginnt das Stück

im «Chalet Utah», wohin sich das

Alex Hanimann, Courtesy Galerie Skopia Genf

Künstlerpaar Henry und Annelore,

ebenfalls gespielt von Ellend und Liebl,

zurückgezogen hat. Im letzten Stück

von Schauplatz International, «Cap

Escape Plaisance Club», haben Henry

und Annelore schon getanzt, jetzt fechten

und singen sie auch. Bis Schneefall

einsetzt, zwei Familien ins Chalet einziehen

und ein Verbrechen geschieht.

«Wir fanden es sehr reizvoll, aus diesen

Künstler-Klischees etwas zu spinnen.

Was passiert, wenn Künstler auf

‹Normalos› treffen», sagt Ellend.

Schliesslich haben sie noch einen weiteren

Widerspruch fruchtbar gemacht

für das Stück, das per Livestream zu sehen

ist: «Wir befragen die Zuschauer

am Bildschirm und spielen mit diesem

Medium. Wir nutzen also diese absurde

Situation, dass wir überall und

nirgends sind – zurückgezogen und

gleichzeitig total präsent via Internet.»

Katja Zellweger

Schlachthaus Theater Bern

Premiere: Fr., 5.3., 20 Uhr

Livestream: Sa., 6., Do., 11.,

Fr., 12., und Sa., 13.3., 20 Uhr

www.schlachthaus.ch

Sortiment der Dinge

Autor und Kabarettist

Christoph Simon hat mit

«Die Dinge daheim» ein

sprach- und aberwitziges

Büchlein geschrieben.

Die Kakophonie wäre wohl so laut wie

unterhaltsam, hörte man all die Geräusche

und Kommentare der Dinge,

aus deren Sicht Christoph Simon lustvoll

fabuliert. Im jüngst erschienenen

«Die Dinge daheim» des Berner Autors

und Kabarettisten hängen Kleiderbügel

demonstrativ beleidigt im Schrank,

leisten Aschenbecher unbezahlte Überstunden,

da ekeln sich Fruchtkörbe vor

Orangenhaut, da gibt’s wankelmütige

Dreibeine und Kartenständer, die sich

für eine Pop-Up-Galerie halten. Von

der Alarmanlage bis zur Zaunlatte,

vom Büstenhalter bis zum Trüffelhobel

verleiht Simon so ziemlich allen

Dingen, denen wir vielleicht im Lockdown

mehr Aufmerksamkeit gewidmet

haben – oder sie zumindest mehr

um uns hatten –, eine Stimme. Entspannend,

diese neuen, absurden

Perspektiven und teils prosaischen Beobachtungen:

«Den Staubwedel wunderte

es jedes Mal: Staub lebt nicht

und vermehrt sich doch.»

Katja Zellweger

Christoph Simon: «Die Dinge daheim»,

2021, edition taberna kritika

www.christophsimon.ch

www.etkbooks.com

Michael Isler

Pegelstand

Kolumne

von Manuel C. Widmer

Mir fallen ja schon nur beim Gedanken

an diesen Hype die Zehen ab. Im Moment

fluten aquatische Selfies von

toughen Girls und Boys in kalten Fluten

die sozialen Netzwerke. Hinz und

Kunz und Hanna liken und disku tieren

Bilder von Menschen in Bi kini und

Wollmütze in der Aare, dem Züri- oder

Bodensee. Von Telebärn bis SRF flimmern

zitternde, glückliche Menschen

in mein Wohnzimmer, die mir erzählen,

wie befreiend dies sei, während

das runtertropfende Wasser kleine Eiszapfen

an der Nasenspitze bildet.

Winterschwimmen ist auf unseren

Bildschirmen angekommen. Zu meinem

Leidwesen, muss ich gestehen,

denn ich bin ein Frostköttel. Mir wachsen

Frostbeulen vom blossen Zusehen.

«Man muss ja nicht auf

jeden Trend aufspringen,

um bei den Leuten zu sein.

Da kann man gut auch

mal daheimbleiben.»

Mir klappern die Beisserchen beim Gedanken

an einen kleinen Zeh in eisigem

Wasser. Und ja, ich bin eifersüchtig!

Eifersüchtig, weil ich das nicht

kann. Weil mich das zum Weich ei

stempelt. Weil der Hashtag Eis baden

mich ausschliesst und zum sprichwörtlichen

Warmduscher stempelt.

Tröstlich ist, dass solche Hypes

selten den Weg in die Alltagskultur

finden. Die Zeiten wären auch ungünstig

dafür, mit Horden von Gleichgesinnten

den Flussweg hochzulaufen,

nachdem irgendjemand am Radio

erklärt hat, die Aare sei auch von Dezember

bis Februar «bebadbar». Nein,

ich mag den Unerschütterlichen ihr

Bad, ihre «Lächelbilder danach» – und

auch ein bisschen die Erkältung –

gönnen.

Aber man muss ja nicht auf jeden

Trend aufspringen, um bei den Leuten

zu sein. Da kann man gut auch mal

daheimbleiben. Ich habe schliesslich

auch bei der Ice-Bucket-Challenge,

dem Planking und dem «Harlem Shake»

nicht mitgemacht. Ich tanze auch

nicht zu «Jerusalema» – weil ich sonst

eine Rechnung von Warner Bros bekomme.

So. Ich koche mir eine Tasse

Glühmost, schaue mir auf 3Sat eine

Karibik-Doku an und träume vom

Planschen in der warmen Lagune.

Ohne Wollmütze. Ohne Selfie.

Manuel C. Widmer ist Primarlehrer,

Stadtrat (GFL), als plattenleger mcw

(Zweitklass-)DJ in diversen Berner Klubs

und als YB-Fan auch an Fussballkultur

interessiert. Er ist leidenschaftlicher

Koch und Vorstand der BuCK-Nachtleben

Bern.

Illustration: Rodja Galli, a259


24

Anzeiger Region Bern / Berner Kulturagenda Nr. 8 Mittwoch, 3. März 2021

Adrian Schär

Zwei Kantone, viel Kunst

Ob in der Kunsthalle, im Bieler Centre d’art Pasquart, im Kunstmuseum

Thun oder in der Stadtgalerie: Mit dem Ziel, mehr Besucherinnen

und Besucher auch aus dem Nachbarkanton zu erreichen, überwindet

die 10. Cantonale Berne Jura mit Ausstellungen von 190

Kunstschaffenden sprachliche und kantonale Grenzen. Unter anderem

sind Werke von Nick Röllin, Raffaella Chiara, Ricardo Abella,

Ernestyna Orlowska oder dem Duo Aebersold × Handberg zu sehen.

Verschiedene Orte, Bern und Jura. Ausstellungen bis 21.3.

Ausstellungen

Bern

9a am Stauffacherplatz – das kleine

Kunsthaus

Stauffacherstrasse 7. ANNA SCHMID

Babylon. Anna Schmids Holzskulptur

«Babylon» ist Teil der Serie Equilibre und

assoziert das Gleichnis vom Turmbau,

von Wahn und Grenzüberschreitung und

von der Fragilität menschlicher Existenz.

BIS SA, 13.03. TÄGLICH.

Alpines Museum der Schweiz

Helvetiaplatz 4. Biwak#27 Constructive

Alps: Bauen fürs Klima. Die Ausstellung

«Constructive Alps» nimmt die fünfte

Ausgabe des gleichnamigen Architekturpreises

zum Anlass für einen thematischen

Schwerpunkt «Bauen fürs Klima».

BIS SO, 23.05. TÄGLICH AUSSER MO 10-17.

JUGENDKULTURPASS 16-26

• Fundbüro für Erinnerungen, No 1

Skifahren. Ob du Pistenrowdy, Schönwetterfahrerin

oder Stubenhocker bist:

Entdecke die Geschichten hinter den

Ski-Objekten und hilf uns beim Füllen

der Lücken. Die Publikums-Geschichten

stehen im Zentrum.

BIS SO, 03.10. TÄGLICH AUSSER MO 10-17.

JUGENDKULTURPASS 16-26

Berner Altstadt

Münsterplatz, Münstergasse, Herrengasse.

Hommage 2021. Zum 50-Jahr-

Jubiläum des Schweizer Frauenstimmund

Wahlrechts ehrt die Outdoor-

Ausstellung in der Berner Altstadt 52

Pionierinnen aus allen Kantonen.

BIS MI, 30.06. TÄGLICH.

Berner GenerationenHaus

Bahnhofplatz 2. forever young. Willkommen

im langen Leben. Mit einem

multimedialen Rundgang und einem

vielfältigen Veranstaltungsprogramm

lädt das Berner Generationenhaus zum

Dialog über das lange Leben.

BIS SO, 28.03. TÄGLICH AUSSER MO 10-18.

Bernisches Historisches Museum

Helvetiaplatz 5. Wechselausstellung

«Frauen ins Bundeshaus! 50 Jahre

Frauenstimmrecht». Die Ausstellung

veranschaulicht, wie der Eintritt der

Frauen vor 50 Jahren das Feld der Politik

herausforderte und veränderte und mit

welchen Realitäten sich heutige Politikerinnen

konfrontiert sehen.

BIS SO, 14.11. TÄGLICH AUSSER MO.

• Wechselausstellung «Homo migrans.

Zwei Millionen Jahre unterwegs». Die

Ausstellung schlägt einen grossen zeitlichen

Bogen von den ersten Menschen

in Afrika über den Beginn ihrer Verbreitung

vor zwei Millionen Jahren bis in die

Gegenwart der Schweiz.

BIS SO, 27.06. TÄGLICH AUSSER MO.

JUGENDKULTURPASS 16-26

Der Burgerspittel im Viererfeld

Viererfeldweg 7. Alex Zürcher:

«GASTROMANIA». Bilderausstellung

BIS MO, 05.04. TÄGLICH.

Galerie am Königweg

Königweg 2A. Werke 1966–2020.

Hedwig Hayoz-Häfeli zeigt Bilder,

Bronze- Skulpturen, Schmuck.

BIS DO, 24.06. DO/SO 14-17.

Galerie da Mihi

KunstKeller, Gerechtigkeitsgasse 40.

Martin Ziegelmüller – Hommage à Ruth.

Im Zentrum der Ausstellung stehen Portraits

von Ruth Ziegelmüller. Sie war und

ist ihm treue Begleiterin und kritisches

Gegenüber.

BIS SA, 17.04. FR 14-19 | SA 11-17.

• Online-Vernissage auf Zoom: Martin

Ziegelmüller – Hommage à Ruth.

Programm und Link werden zeitnah auf

www.damihi.com mitgeteilt.

DO, 04.03., 18.30-19.15.

Haus der Religionen – Dialog der

Kulturen

Europaplatz 1. Ausstellung ‹Religion +

Raum›. Ausstellung zum aktuellen Jahresthema

«Grenzenlos. Religion + Raum».

BIS SA, 03.07. DO-SA/DI-MI 9-17.

KUNSTREICH

Gerechtigkeitsgasse 76. Jaya Schürch

und Esti Frei: Gemeinschaft. Nebst

gemeinsam erarbeiteten Werken zeigen

beide Künstlerinnen ihre neuen Arbeiten.

BIS SA, 13.03. SA 9-16 | MO 14-18 | MI 10-18.

Klingendes Museum

Kramgasse 66. Sonderausstellung

Kuriositäten: Merkwürdige Blasinstrumente.

Musikinstrumente mit Drachenkopf,

unendlichem Atem und Echo.

Sonderbare Erfindung zum Staunen und

selber Ausprobieren.

BIS SO, 28.11. DO-SO/MI 14-17.

• Vom Alphorn, dem Serpent und anderen

Musikinstrumenten. Blasinstrumente

aus 300 Jahren, ihre Ensembles, ihre

Musik. Und: versuchen Sie selber

Theremin zu spielen, das coronataugliche,

berührungsfreie Musikinstrument!

BIS FR, 31.12. DO-SO/MI 14-17.

Kornhausforum

Hans Wilhelm Auer. Hans Wilhelm Auer –

Bundeshausarchitekt Wiedereröffnung

der Ausstellung, 2. Stock

BIS SA, 27.03. DO-FR/DI-MI 10-19 |

SA 10-17.

JUGENDKULTURPASS 16-26

Kunstmuseum Bern

Hodlerstrasse 8-12. Tools for Utopia.

Ausgewählte Werke der Daros Latinamerica

Collection. Tools for Utopia

zeigt rund 200 hochkarätige Werke von

Kunstschaffenden aus Chile, Costa

Rica, Argentinien, Kuba, Guatemala,

Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Venezuela

und Uruguay.

BIS SO, 21.03. DO-SO/MI 10-17 | DI 10-21.

JUGENDKULTURPASS 16-26

Christian Helmle

Kopflandschaften

Die charakteristischen Figuren auf den Bildern des Künstlers Ernst

Ramseier blicken den Betrachtenden frontal an, dargestellte Alltagssituationen

und Landschaften scheinen vertraut und doch absurd.

Der Maler, Grafiker und Lyriker aus dem Emmental ist vor einem

Jahr gestorben. Das Kunstmuseum Thun widmet ihm eine

Einzelausstellung mit teilweise unveröffentlichten Ölbildern aus

dem Nachlass und ausgewählten Holzschnitten. Eröffnet wird die

Ausstellung mit einer Kindervernissage.

Kunstmuseum, Thun. Fr., 5.3., 18.45 Uhr

Anmeldung obligatorisch: kunstmuesum@thun.ch

Museum Cerny

Stadtbachstrasse 8a.

.

Stimmen aus der Arktis. Der Klimawandel

ist in aller Munde. In dieser Ausstellung

kommen die Bewohner der Arktis zu

Wort und teilen ihre Erfahrungen damit.

BIS SA, 13.03. TÄGLICH AUSSER MO 10-17.

Museum für Kommunikation

Helvetiastrasse 16. Von Höhenfeuern,

Smartphones und Cyborgs. Die Kernausstellung

im Museum für Kommunikation

in Bern.

BIS SA, 31.07.2030

TÄGLICH AUSSER MO 10-17.

JUGENDKULTURPASS 16-26

• SUPER – Die zweite Schöpfung.

Biotechnologie, Künstliche Intelligenz

und Digitalisierung. «Super – Die zweite

Schöpfung»: ein Experiment, das die

Stärken von Theater und Ausstellung

kombiniert. Zum ersten Mal in der

Schweiz.

BIS SO, 11.07. TÄGLICH AUSSER MO 10-17.

JUGENDKULTURPASS 16-26

Naturhistorisches Museum Bern

Bernastrasse 15. Neue Dauerausstellung:

«Wunderkammer – Die Schausammlung».

Die neue Schausammlung

gibt Einblick in aktuelle Sammlungstätigkeit,

moderne Untersuchungsmethoden

und historische Sammlungen – ein

Rundgang zu einem der drängendsten

Probleme der Gegenwart.

BIS FR, 31.12. DO-FR/DI 9-17 | SA-SO 10-17 |

MO 14-17 | MI 9-18.

JUGENDKULTURPASS 16-26

Polit-Forum Bern

Marktgasse 67. Shiva begegnet Suva –

Religion und Staat im Alltag.

BIS FR, 26.03. TÄGLICH.

• Update: Ausnahme-Zustand. Der

Ausnahme-Zustand dauert an.

BIS DI, 23.03. TÄGLICH.

Schweizerische Nationalbibliothek

Hallwylstrasse 15. Fleisch. Eine Ausstellung

zum Innenleben. Essen Sie Fleisch

oder leben Sie vegetarisch?

BIS MI, 30.06. TÄGLICH.

Zentrum Paul Klee

Monument im Fruchtland 3. Aufbruch

ohne Ziel. Annemarie Schwarzenbach als

Fotografin. Schriftstellerin, Journalistin,

Fotografin, Reisende: Annemarie

Schwarzenbach ist eine der schillerndsten

Figuren der modernen Schweizer

Kulturgeschichte.

BIS SO, 09.05. TÄGLICH AUSSER MO 10-17.

JUGENDKULTURPASS 16-26

• Mapping Klee. Paul Klee liebte das

Reisen. Er war stets auf der Suche nach

dem, was ihm als exotisch und fremdartig

erschien.

BIS SO, 25.04. TÄGLICH AUSSER MO 10-17.

JUGENDKULTURPASS 16-26

die Mobiliar

Bundesgasse 35. Kunst & Nachhaltigkeit

Vol. 13, Beat Streuli «Matrix».

Stadtszenen aus der Schweiz und aus

aller Welt – festgehalten in Fotografien

und Videos: Die Mobiliar zeigt eine

umfangreiche Einzelausstellung des

Schweizer Künstlers Beat Streuli.

BIS MI, 31.03. TÄGLICH 12-17.

Burgdorf

Museum Franz Gertsch

Platanenstrasse 3. Interieur-Exterieur.

Die KWS-Sammlung zu Gast

BIS SO, 07.03. DO-FR 10-18 | SA-SO 10-17.

Schloss Burgdorf

Schlossgässli 1. Online-Vernissage «Die

Zähringer. Mythos und Wirklichkeit». Das

Museum Schloss Burgdorf feiert zur

Saisoneröffnung angesichts Covid-19-

Situation seine erste Online-Vernissage.

FR, 05.03. 18 UHR.

Fraubrunnen

Karl Schenk Museum

Schloss Fraubrunnen. Sonderausstellung

Leihgaben. Im Museum werden

Leihgaben von Gemeinden und Privaten

Sammlungen gezeigt. Bronze Büste von

General Guisan, Gemälde der Rattenfänger

von Hameln und vieles mehr. Neue

Zeichnungskurse siehe Homepage.

BIS SA, 18.12. FR-SA 13-17.

Grenchen

Kunsthaus Grenchen

Bahnhofstrasse 53. Im Wald. Die

Gruppenausstellung versammelt Werke

von Kunstschaffenden aus der Schweiz,

welche sich dem Thema des Waldes auf

künstlerische Art und Weise nähern.

BIS SO, 15.08. SA/MI 14-17 | SO 11.

Köniz

Kulturhof Schloss Köniz

Muhlernstrasse 11. Installation «Nachdenken

über das koloniale Erbe». Cilgia

Rageths Projekt erinnert uns daran,

dass Vergangenes nicht vergangen ist

und fordert uns heraus, uns mit strukturellem

Rassismus als Teil unserer kulturellen

Identität auseinanderzusetzen.

BIS SA, 20.03. TÄGLICH.

Mürren

Schaufenster

Dorfstrasse. Härpfel- statt Frielingsferien.

130 Jahre Kinder in Gimmelwald

und Mürren. Eine Ausstellung des ersten

Schweizer Schaufenstermuseums.

BIS DI, 30.11. TÄGLICH 10-16.

Sigriswil

Paradiesli und Galerie Eulenspiegel

Feldenstrasse 87. Private Sigriswiler

Postkartensammlung. Das Café Paradiesli

und die Galerie Eulenspiegel präsentieren

eine private Postkarten-Sammlung

aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Die Postkarten zeigen Dörfer, Bergsteiger,

Bauern und Landschaften.

BIS SO, 14.03. SA 14-18 | SO 11-17.

Thun

Kunstmuseum Thun

Hofstettenstrasse 14. Ernst Ramseier:

Kopflandschaften. Das Kunstmuseum

Thun widmet dem vor einem Jahr

verstorbenen Künstler Ernst Ramseier

(1936–2020) eine Einzelausstellung.

BIS SO, 16.05. SA-SO/DI 10-17 | MI 10-19.

Konserviertes aus dem Museumskeller

In der neuen Dauerausstellung des Naturhistorischen Museums

geht es ums Eingemachte: Fische, Leguane, Pinguine und 19000

andere konservierte Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere

zeigt das Museum in der Ausstellung «Wunderkammer – Die

Schausammlung». Damit erblicken Besuchende erstmals Feuchtpräparate,

die sonst mit über 6,5 Millionen anderen Objekten in

bombensicheren Räumen des Kellers gelagert werden. Warum?

Damit Forschende beispielsweise die Entwicklung der Arten untersuchen

können. Ihnen kann in der Ausstellung durch ein Fenster

bei der Arbeit zugeschaut werden.

Naturhistorisches Museum, Bern. Dauerausstellung

Kino

KINO REX

Schwanengasse 9, 031 311 75 75,

www.rexbern.ch

Über REXhome bieten wir Ihnen eine

Auswahl unserer Filme zum Streaming

an. Wir haben das Angebot neu organisiert

und ausgebaut.

Do 4.

Bern

Familie

Interaktive Ausstellung «Fernweh»

Träume mit Sehnsucht verflechten,

Reisefieber mit der Vorstellung anderer

Kulturen verweben: Unter dem Titel

«Fernweh» lädt das Creaviva ein zu einer

handfesten Gedankenreise in die Welt

von Paul Klee

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.00 UHR

Fünfliber-Werkstatt

Creaviva-Gäste sind eingeladen, selbst

gestaltend tätig zu werden: Zusammen

mit Erwachsenen schaffen Kinder ihr

persönliches kleines Werk. Passendes

Material und Anleitungen stehen bereit.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.00 UHR

LICHTSPIEL

Naturhistorisches Museum Bern, Rodriguez

Sandrainstrasse 3

www.lichtspiel.ch

20.00 (SO) O/D

Lichtspiel-Sonntag 1072

Live-Stream

18.15 (MI)

Vorlesung: Die Siebzigerjahre

Vorlesung: Till Brokmann. Die 70er

waren eine Zeit des Umbruchs. Die

radikaleren Filmexperimente und ihre

Autoren, die in den 60er das Kino

grundsätzlich aufmischten, wurden vom

Mainstream einverleibt oder fanden

selbst Wege, in ästhetisch und politisch

milderen Prägungen auch kommerziellen

Bedürfnissen Rechnung zu tragen.

Die Konkurrenz Kino und TV wurde

stärker und trotz der neuen Dominanz

Hollywoods konnten manche regionale

Kinematografien neu hervortreten.

Sounds

Bejazz@home: Plurism feat. Feya Faku

Livestream: Album-Releasetour «Azania

In Mind». Feya Faku (tp, flh), Ganesh

Geymeier (ts), Raffaele Bossard (b),

Dominic Egli (dr).

BEJAZZ, BEJAZZ CLUB. 20.30 UHR

JUGENDKULTURPASS 16-26

Verschiedenes

Offenes Atelier «Insel der Träume»

Kann Jute träumen, sich freuen, traurig

sein? Nein, meinen wir. Und wenn doch?

Dann freut sie sich genau auf dich und

träumt davon, von dir bemalt zu werden.

Als wäre sie eine Insel der Träume.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

14.00/16.00 UHR

Ausnahme-Zustand: Arm und Reich

im Ausnahme-Zustand

Ein tiefer Graben wird noch tiefer.

POLIT-FORUM BERN, MARKTGASSE 67.

17.00 UHR

Die Frauenverhinderungsdemokratie

und ihre Ausschlussmechanismen

Vortrag von Prof. em. Dr. Brigitte Studer

(Universität Bern) und Prof. Dr. Judith

Wyttenbach (Universität Bern)

INTERDISZIPLINÄRES ZENTRUM FÜR

GESCHLECHTERFORSCHUNG (IZFG),

UNIVERSITÄT BERN, ONLINE. 18.15 UHR


Nr. 8 Mittwoch, 3. März 2021 Anzeiger Region Bern / Berner Kulturagenda 25

Begegnung mit Afrika

Auf die Spuren afrikanischer Meister begibt sich das Jazzkollektiv

Plurism rund um den Schlagzeuger Dominic Egli. Gemeinsam mit

dem Tenorsaxofonisten Ganesh Geymeier und dem Bassisten Raffaele

Bossard erkundet Egli, bekannt für verspielte Sounds und

explosive Improvisationen, afrikanische Musikkulturen. Für ihr

drittes Album «Azania in Mind» spannten die Musiker mit dem

südafrikanischen Trompeter Feya Faku zusammen. Das Albumrelease

wird als Livestream aus dem BeJazz Club auf Youtube

übertragen.

Youtube-Kanal von BeJazz. Do., 4.3., 20.30 Uhr

Sheldon Sutter

Römerinnen schrieben

Dass sich die Forschung auf männliche Autoren fokussiert heisst

nicht, dass nicht auch Frauen geschrieben haben. Im Gegenteil: In

der Reihe «Buch am Mittag» spricht Dr. des Josy Luginbühl vom

Archäologischen Institut der Universität Bern im Podcast «Salve

Domina» darüber, wie archäologische Funde aus der römischen

Zeit belegen, dass sehr wohl auch Frauen Schriften hinterlassen haben.

Sei es auf Hausfassaden oder als literarische Texte. Viel spricht

dafür, dass Frauen im Römischen Reich, von der Sklavin bis zur

wohlhabenden Frau, gelesen und geschrieben haben.

Podcast ab Di., 9.3. unter: www.unibe.ch/ub/buchammittag

ZVG

Uwe Arens

Broadway, Ballettmusik und Moderne

Unter Wayne Marshall widmen sich die Musikerinnen und Musiker

des Berner Symphonieorchesters im 7. Symphoniekonzert «Symphonic

Pictures. Müller-Schott | Marshall» den musikalischen Facetten

Amerikas: Sie spielen von Evergreens bekannter Broadway-Produktionen

über leichte Ballettmusik bis zu Stücken der

Moderne. Mit einer Aufführung des zweiten Cellokonzerts ehrt Daniel

Müller-Schott zudem den amerikanischen Komponisten, Dirigenten

und Pianisten André Previn.

Zu hören im Radio SRF 2 Kultur «Im Konzertsaal»: Do.,4.3., 20 Uhr

Fr 5.

Bern

Bühne

ONLINE: Chalet Utah

Von Ellend/Liebll (Schauplatz

International).

SCHLACHTHAUS THEATER BERN. 20.00 UHR

Familie

Interaktive Ausstellung «Fernweh»

Träume mit Sehnsucht verfl echten,

Reisefi eber mit der Vorstellung anderer

Kulturen verweben: Unter dem Titel

«Fernweh» lädt das Creaviva ein zu einer

handfesten Gedankenreise in die Welt

von Paul Klee

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.00 UHR

Fünfliber-Werkstatt

Siehe Do 4.3.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.00 UHR

Sounds

BeJazz@home: Uptown Big Band

Livestream: Uptown goes Downtown N°

188, Pure Uptown Big Band

BEJAZZ, BEJAZZ CLUB, KÖNIZSTR. 161,

LIEBEFELD. 20.30 UHR

JUGENDKULTURPASS 16-26

Verschiedenes

Offenes Atelier «Insel der Träume»

Siehe Do 4.3.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

14.00/16.00 UHR

Langenthal

Bühne

ONLINE: Theatersport –

Bern vs. Langenthal

Ein unterhaltsamer Wettbewerb – mit

Schiedsrichter und Zuschauer-Inputs.

STADTTHEATER LANGENTHAL, ONLINE –

LIVESTREAM. 20.00 UHR

Rüeggisberg

Klassik

DAS FORELLENQUINTETT: (ALB-)

TRAUM EINES KONTRABASSISTEN

Franz Schubert Forellenquintett

Yuka Oechslin, Klavier

Erika Schutter-Achermann, Violine

Hannes Bärtschi, Viola,

Mirjana Reinhard, Violoncello

Christian Sutter, Kontrabass, Konzept

und Lesung

BÄRENSTUTZ 1, LIVE STREAMING. 20 UHR

Sa 6.

Bern

Bühne

ONLINE: Chalet Utah

Von Ellend/Liebll (Schauplatz International)

SCHLACHTHAUS THEATER BER. 20.00 UHR

Inserat

Samstag 8.00 – 11.00 Uhr

Mit Bruce & Gästen

Familie

Fünfliber-Werkstatt

Creaviva-Gäste sind eingeladen, selbst

gestaltend tätig zu werden: Zusammen

mit Erwachsenen schaffen Kinder ihr

persönliches kleines Werk. Passendes

Material und Anleitungen stehen bereit.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.00 UHR

Interaktive Ausstellung «Fernweh»

Siehe Do 4.3.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.00 UHR

Verschiedenes

Übersetzungsfestival «aller-retour»

Am 6. März 2021 wird das Festival für

Übersetzung und Literatur allerretour

live aus dem Freiburger Kulturzentrum

Le Nouveau Monde übertragen.

LIVESTREAMS UND ZOOM-ATELIERS.

Schnuppern im Kinderforum

Für Kinder, die Farben, Formen und

Figuren mögen, die gerne unterschiedliche

Möglichkeiten und Techniken der

Gestaltung ausprobieren und sich mit

Fragen rund um Kunst auseinandersetzen.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM PAUL

KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

09.30 UHR

Offenes Atelier «Insel der Träume»

Siehe Do 4.3.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

12.00/14.00/16.00 UHR

So 7.

Bern

Familie

Interaktive Ausstellung «Fernweh»

Siehe Do 4.3.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.00 UHR

Fünfliber-Werkstatt

Creaviva-Gäste sind eingeladen, selbst

gestaltend tätig zu werden: Zusammen

mit Erwachsenen schaffen Kinder ihr

persönliches kleines Werk. Passendes

Material und Anleitungen stehen bereit.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.00 UHR

Familienmorgen

Jeder Sonntagmorgen wird bei uns

zum Erlebnis für die ganze Familie:

Nach einem Besuch der Ausstellung im

Zentrum Paul Klee nehmen Gross und

Klein an einem Workshop in den Ateliers

im Creaviva teil.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.15 UHR

Klassik

Piano Trio Fest 2021 – Abschluss

mit Oliver Schnyder Trio

OLIVER SCHNYDER TRIO

VEREIN FREUNDE DES FESTIVALS «PIANO

TRIO FEST», FRANZÖSISCHE KIRCHE BERN,

ZEUGHAUSGASSE 8. 17.00 UHR

Verschiedenes

Den Linien auf der Spur

Erwachsenenkurs. Eine Kooperation von

Creaviva und SMS Schweizer Malschule.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

09.00 UHR

Offenes Atelier «Insel der Träume»

Kann Jute träumen, sich freuen, traurig

sein? Nein, meinen wir. Und wenn doch?

Dann freut sie sich genau auf dich und

träumt davon, von dir bemalt zu werden.

Als wäre sie eine Insel der Träume.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

12.00/14.00/16.00 UHR

Di 9.

Bern

Familie

Fünfliber-Werkstatt

Siehe Do 4.3.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.00 UHR

Interaktive Ausstellung «Fernweh»

Träume mit Sehnsucht verfl echten,

Reisefi eber mit der Vorstellung anderer

Kulturen verweben: Unter dem Titel

«Fernweh» lädt das Creaviva ein zu einer

handfesten Gedankenreise in die Welt

von Paul Klee

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.00 UHR

Sounds

Late Night Show – Swiss Jazz

Ambassadors

Wöchentliches Livestream-Konzert.

Live auf Facebook: https://www.facebook.com/swissjazzambassadors

Live auf YouTube: https://www.youtube.

com/channel/UCYrZmJ5FVpsrnO6a

YOUTUBE-LIVE. 21.00 UHR

Verschiedenes

Offenes Atelier «Insel der Träume»

Siehe Do 4.3.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

14.00/16.00 UHR

Wie vertragen sich Staat und

Religion?

Podiumsdiskussion zur Ausstellung

«Shiva begegnet Suva»

POLIT-FORUM BERN, MARKTGASSE 67.

18.30 UHR

Worte

Buch am Mittag-Vortragsreihe

Salve Domina – lesende und schreibende

Römerinnen www.unibe.ch/

universitaet/dienstleistungen/universitaetsbibliothek/service/ausstellungen_und_veranstaltungen/buch_am_

mittag/index_ger.html

UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK BERN. 12.30 UHR

Mi 10.

Bern

Familie

Fünfliber-Werkstatt

Creaviva-Gäste sind eingeladen, selbst

gestaltend tätig zu werden: Zusammen

mit Erwachsenen schaffen Kinder ihr

persönliches kleines Werk. Passendes

Material und Anleitungen stehen bereit.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.00 UHR

Interaktive Ausstellung «Fernweh»

Siehe Do 4.3.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

10.00 UHR

berner symphonieorchester

DAS BSO

IM RADIO

SYMPHONIC

PICTURES


WAYNE MARSHALL

DIRIGENT

DANIEL MÜLLER-SCHOTT

VIOLONCELLO


Slatkin «Kinah»

Previn Cellokonzert Nr. 2

Bernstein Ballettmusik

zu Fancy Free

Gershwin Porgy & Bess,

Symphonic Picture

––

KONZERT

THEATER

BERN

04. Mrz 2021

20:00

Radio SRF 2

Kultur

Verschiedenes

Offenes Atelier «Insel der Träume»

Siehe Do 4.3.

KINDERMUSEUM CREAVIVA, ZENTRUM

PAUL KLEE, MONUMENT IM FRUCHTLAND 3.

14.00/16.00 UHR

Ausnahme-Zustand: Direkte Demokratie

auf Distanz

Erfahrungen mit Unterschriftensammlungen

im Ausnahme-Zustand

POLIT-FORUM BERN, MARKTGASSE 67.

17.00 UHR

Worte

Figuren in Kriminalromanen aus

Sicht der Psychiatrie

Ringvorlesung im FS 2021 des

Collegium generale: «Dürrenmatts

Welten …». Referent: Prof. Dr. Werner

Strik, Psychiatrie und Psychotherapie,

Universität Bern www.collegiumgenerale.unibe.ch

COLLEGIUM GENERALE, VIA ZOOM (ONLINE).

18.15 UHR

www.konzerttheaterbern.ch

Inserat


26

Anzeiger Region Bern / Berner Kulturagenda Nr. 8 Mittwoch, 3. März 2021

Unter Druck, über Hürden

Die Ausstellung «Frauen ins Bundeshaus! 50 Jahre Frauenstimmrecht» vom Bernischen

Historischen Museum und der Universität Bern handelt davon, wie es den Pionierinnen

im Bundeshaus erging und ihren Nachfolgerinnen heute.

Bernisches Historisches Museum,

Christine Moor

Ausstellungsbesucherinnen positionieren sich vor den Pionierinnen von einst.

Vom Bernischen Historischen Museum

aus hat man den perfekten Blick

auf das Bundeshaus. Lange war dies

auch die Perspektive der Schweizerinnen

auf das politische Geschehen: Sie

sollten sich mit dem Blick von aussen

als Zuschauerinnen zufriedengeben.

Das taten sie aber nicht. Die Ausstellung

«Frauen ins Bundeshaus! 50 Jahre

Frauenstimmrecht», kuratiert von

der Historikerin und Geschlechterforscherin

Fabienne Amlinger, widmet

sich unter anderem der Frauenbewegung,

die anfangs noch viel Gegenwind

zu spüren bekam, aber dann immer

lauter wurde. Auch die Frage,

wieso es hierzulande im Vergleich

Massnahmendschungel, der

Kampfbegriff der Taskforce Culture

zum Aufzeigen der unüberschaubaren

und sich teils ausschliessenden

Hilfsmassnahmen

im Kulturbereich. Mit M. setzt sich

die informelle Arbeitsgruppe für

Kulturpolitik für schnelle, niederschwellige,

zielgerichtete und effiziente

Unterstützungsmassnahmen

in allen Sparten ein. Unter M. subsumieren

sich Erwerbsersatz, Härtefallmassnahmen,

Kurzarbeitsentschädigung

und spezielle Kulturmassnahmen,

die von unterschiedlichen

Bundesämtern verantwortet

und von den Kantonen und

Gemeinden umgesetzt werden. Verwandt

mit: Meer der Zuständigkeiten,

Harmonisierungskluft. Kein

Corona-Lexikon

überhaupt so lange dauerte, bis Frauen

politisch partizipieren konnten,

wird aufgegriffen.

Den Kern der Ausstellung bilden

Videointerviews mit ehemaligen und

amtierenden Politikerinnen verschiedener

Generationen und Parteien.

Unterstüt-

Widerspruch mit

zungslücke.

Unterstützungslücke, die

Kampfbegriff der Taskforce Culture

zur Bezeichnung aktueller Lücken

im Netz der Unterstützungsmassnahmen

für die Kultur im Rahmen

der Coronapandemie. Dient

zum Erhalt der Kulturvielfalt, meint

fehlende Harmonisierung des

Massnahmenschungels, aber auch

«fehlendes Bewusstsein für die typisch

projektbasierten Arbeitsrealitäten

der Kultur». Folge der U.: 43%

der Künstler*innen und 58% der

Techniker*innen gaben in einer Umfrage

der Taskforce in der Romandie

an, ernsthaft über einen Berufswechsel

nachzudenken.

kaz

Keine Opfer

Die Protagonistinnen sprechen

über euphorische Momente, aber auch

über schmerzhafte Erinnerungen aus

der Zeit im Amt. In der Ausstellung

werden die Politikerinnen aber nicht

als Opfer ihrer männlichen Kollegen

dargestellt. «Es gab auch Frauen, die

ihre Ellbogen ausfahren konnten», erzählt

Hannah Sahlfeld, die zu den ersten

Nationalrätinnen zählt, im Video.

Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss etwa

fühlte sich stets gleichbehandelt wie

ihre männlichen Kollegen, wie sie im

Videointerview sagt.

Abends als Erste heim ins Hotel

Unter welch krasser Verantwortungslast

die Politikerinnen standen,

wird durch die Erzählungen klar. «Du

darfst nicht versagen, sonst gehen die

Tore für andere Frauen zu», sagte sich

Elisabeth Kopp, als sie 1984 die Wahl

zur ersten Bundesrätin annahm. Und

Sahlfeld erinnert sich an Regeln, die

sie sich im Wissen auferlegte, dass für

sie als Politikerin der kleinste Skandal

das politische Aus bedeutet hätte:

«Keinen Tropfen Alkohol. Abends immer

als Erste heim ins Hotel gehen.

Nie mit einem Mann alleine ausgehen.

Mehr zuhören als reden.»

Nicht grundlos war Sahlfeld auf der

Hut. Immer wieder finden sich Referenzen

auf den medialen Umgang mit

weiblichen Politikerinnen. Der Brunner-Skandal

von 1993 etwa, er wird in

der Ausstellung behandelt, ist Sinnbild

davon. Auch wurden sie von der Presse

gerne mit Blumenmetaphern verniedlicht.

Frisuren und Kleidung der Politikerinnen

waren – und sind es nicht

selten heute noch – gerne im Fokus der

Bericht erstattung.

Der Kampf geht weiter

Am Ende schlägt die Ausstellung

die Brücke ins Heute. Ist die Gleichberechtigung

nun erreicht? Über den

Bildschirm können Besuchende vorbereitete

Fragen auswählen, die die Politikerinnen

im Video beantworten. Zum

Beispiel dazu, was sie von einer Frauenquote

halten.

Und das Bernische Historische Museum,

stellt es mit dem Ausstellungstitel

«Frauen ins Bundeshaus!» eine

Forderung? Projektleiterin Lisa Schlittler

meint: «Es kann als solche verstanden

werden – der Kampf der Frauen im

Bundeshaus ist schliesslich nicht vorbei

und wir alle können etwas tun.»

Vittoria Burgunder

Bernisches Historisches Museum

Ausstellung bis 14.11.

www.bhm.ch

Das menschliche Streben nach Superlativen macht auch vor der Natur nicht Halt.

Im Garten der Zukunft

In der Ausstellung «Super – Die zweite Schöpfung» im

Museum für Kommunikation bespielen irdische Schauspielende

eine überirdisch anmutende Gartenlandschaft.

«Du bist nicht das Zentrum der Welt»

oder «Du bist auch nur ein Affe». Das

steht auf dem Weg ins zweite Stockwerk

des Museum für Kommunikation,

wo die Ausstellung «Super – Die zweite

Schöpfung» für die Besuchenden seit

Monaten parat ist und nach einer Achterbahnfahrt

zwischen Öffnung und

Schliessung nun wieder öffnen darf.

Von Robotern überholt

Dass der Mensch vielleicht nicht

mehr lange die selbsternannte Krönung

der Schöpfung bleibt, wird den

Besuchenden hier vor Augen geführt.

Abgelöst wird er wohl spätestens

dann, wenn die technische Singularität

eintrifft: So wird in der Zukunftsforschung

der Zeitpunkt genannt,

wenn die menschliche durch die künstliche

Intelligenz, den Roboter, überholt

wird. Im Ausstellungsgarten wird unter

grünen Blättern und zwischen Gewächshäusern

und lauschigen Pavillons

getüftelt und experimentiert. Es

geht um Biotechnologie, Künstliche

Intelligenz, Digitalisierung und den

Drahtseilakt zwischen Selbstoptimierung

und Neuschöpfung.

Gebärmutter zum Umhängen

Abgesehen von den beeindruckenden,

teils auch etwas beängstigenden

Ausstellungsobjekten – ein Lamm, das

in einem Beutel künstlich gezüchtet

wird, oder eine mobile Gebärmutter,

die sich samt Embryo wie eine überdimensionale

Bauchtasche umschnallen

lässt – zeichnet die Ausstellung aus,

dass die Besuchenden auf ihrem Gang

digitalemassarbeit

durchs Museum immer wieder auf

Schauspielende treffen. «Wir nutzen

die Ausstellungslandschaft als Theaterraum

und kontrastieren, auch dadurch,

dass wir aus Fleisch und Blut

sind, das sehr technische Ausstellungsthema.

Wir zeigen, was es für

das zwischenmenschliche Zusammenleben

und Interagieren bedeuten

könnte», erzählt die Schauspielerin

Miriam Joya Strübel, die für die Ausstellung

in die Rolle einer Gärtnerin

schlüpft, über ihre Funktion in der

Ausstellung. Auch vor den Gärtnerinnen

und Gärtnern macht das Optimierungsbestreben

nicht Halt: Die Figuren

forschen und experimentieren

ganz nach dem Motto Trial and Error:

«Etwa an einem Super-Apfel, der sich

nicht nur selbst züchten kann, sondern

auch sehr fein ist und super vitalisierend

wirkt, der aber leider immer

wieder von Käfern befallen wird.»

Strübel erhofft sich vom Zusammenspiel

von Theater und Ausstellung

auch, dass es bei den Zuschauenden

Emotionen auslöst und dass sie

sich zum Beispiel Gedanken machen,

welches Zusammenleben sie sich in

Zukunft wünschen oder was ihnen

wichtig ist.

Sandra Dalto

Museum für Kommunikation, Bern.

Ausstellung bis 11.7.2021

Öffentliche Führung «Super-Frauen»:

Fr., 5., 12., 19., 26.3., 14 Uhr

Anmeldung unter 031 357 55 55

oder communication@mfk.ch

www.mfk.ch

Illustration: Johannes Dullin

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