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Taxi Times München - 4. Quartal 2021

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FAHRERQUALIFIKATION

FAHRERQUALIFIKATION Vorort Unterschleißheim über die Schleißheimer Straße fahren zu wollen. Die grobe Orientierung anhand der Straßenstruktur verknüpft die Grundausbildung zudem mit den allerwichtigsten Adressen. Dazu zählen natürlich die Bahnhöfe, die Messe und die größten Münchner Krankenhäuser. Von den zahlreichen Hotels müssen der Bayerische Hof und das Hotel Vier Jahreszeiten, das Andaz München Schwabinger Tor sowie das Westin Grand München bekannt sein. Insgesamt werden nur 21 Adressen abgefragt, aber es sind eben die allerwichtigsten – oder anders ausgedrückt: diejenigen, bei denen es besonders peinlich ist, wenn der Neuling dort nach der Adresse fragen müsste, damit er zunächst einmal sein Navi füttern kann. Den Weg zur Allianz-Arena sollten auch Taxi-Neulinge kennen. Beispiel für einen Kindersitz Klasse II oder III. Ein weiteres Kapitel der Grundausbildung ist dem Taxi-Alltag gewidmet. Wo Taxis beispielsweise Busspuren benutzen dürfen und welche Sonderzeichen dazu gelten (siehe Foto). In welchen Gewichtsklassen Kinder mit welcher Art von Kindersitzen befördert werden müssen. Neulinge lernen bei diesem Kapitel auch von Beginn an, dass man zwar ein Kind nicht befördern muss/darf, wenn weder der Fahrer noch die Eltern ein passendes Sicherungssystem zur Hand haben, dass man jedoch verpflichtet ist, für Ersatz zu sorgen. „Wenn der Taxifahrer entsprechende Kindersicherungseinrichtungen nicht dabeihat, hat er unverzüglich dafür Sorge zu tragen, dass ein Kollege (ggf. ein über die Zentrale geschickter), der die entsprechenden Rückhalteeinrichtungen bieten kann, die Beförderung durchführt“, heißt es dazu in den Schulungsunterlagen. Insgesamt geht die Grundausbildung bei diesem Thema sehr ins Detail, zitiert sogar aus dem § 21 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Ähnlich ausführlich wird der Neuling über den Taxitarif aufgeklärt. Münchens Taxifahrten werden zum Großteil innerhalb der Tarifstufe 1 ausgeführt. Bestimmte Konstellationen, in Verbindung mit Fahrtaufträgen im Umland, erfordern den Wechsel in die Tarifstufe zwei. Diese wenigen Fälle werden mithilfe einer Grafik einleuchtend erklärt. Generell arbeitet die Grundausbildung viel mit Plänen und Zeichnungen. So auch bei den drei Festpreiszonen rund um den Hauptbahnhof, den Flughafen und das Messegelände, bei denen bei Fahrten untereinander nicht nach Taxameter, sondern zum Festpreis abgerechnet wird. Damit hinterher vom Neuling auch noch eine korrekte Quittung ausgestellt wird, wird auch dieses Kapitel in die Grundausbildung aufgenommen. Ganz zum Abschluss richtet sich der Fokus dann noch mal auf den Kunden. Er darf sich am Taxistand das Taxi frei aussuchen, muss also nicht das vorderste nehmen. Bei der Anschauliche Darstellung zur korrekten Anwendung der Tarifstufe 2. dagegen das vorderste Taxi Funkvermittlung wird zuerst berücksichtigt. Im Kurs wird zudem erklärt, wann man bei Abholungen den Taxameter einschalten darf, dass man generell die Möglichkeit einer bargeldlosen Zahlung anbieten muss und bei Barzahlungen wiederum immer ausreichend Wechselgeld im Portemonnaie bereitzuhalten ist (mindestens 100 Euro). Fazit: Diese Grundausbildung schafft eine gute Balance zwischen Orts- und Fachkunde. Neugierige Neulinge dürften sie als kurzweilig empfinden. Die Basis für einen gelungenen Berufsstart ist damit jedenfalls gelegt. jh Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum Medex Plus GmbH – Betriebsärztlicher Dienst Dr. med G. Kirchhoff Alle Untersuchungen zum Ersterwerb oder zur Verlängerung von Führerscheinen für Fahrgast- und Personenbeförderung (Taxi/Mietwagen), Lastwagen (Klasse C) und Omnibusse (Klasse D) Unsere Untersuchungszeiten: Montag, Mittwoch und Donnerstag 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr Ridlerstr. 8 (Erdgeschoss) 80339 München Keine Voranmeldung nötig! Tel: 089 / 509 144 Fax. 089 / 506 094 E-Mail: info@zemba.de FOTO: Pixabay medico_advertisement.indd 1 22.01.2019 8 4. QUARTAL 2021 TAXI

FAHRERQUALIFIKATION PRÜFUNG MIT VERSTECKTEN NO-GOS Bei der Prüfung am Ende der Grundausbildung werden Tarifkunde, Serviceverständnis und örtliche Orientierung abgefragt. Manche Fragen haben auch einen Lern-Effekt. Die Absicht der Fragen ist klar: Die Hürde für eine erfolgreiche Prüfung wird vom Münchner Taxigewerbe nicht allzu hoch gelegt. Keinesfalls ist durch eine konstant hohe Durchfallquote eine stete Einnahme in Form von Kurs- und Prüfungsgebühren beabsichtigt. Vielmehr wollen sich die Taxizentralen darauf verlassen, dass Neulinge ein Mindestmaß an grundlegenden Elementen für den Beruf des Münchner Taxifahrers verinnerlicht haben. Dazu zählt unter anderem die Kenntnis des Münchner Taxitarifs und der zwei definierten Tarifstufen. Anhand von beispielhaften Fahrtaufträgen muss der Neuling wissen, in welcher Tarifstufe er diese Fahrt dann ausführt. Ebenso muss er den Zuschlag für ein Großraumtaxi korrekt einsetzen und Bescheid wissen, ob und für welche Gepäckstücke Extragebühren berechnet werden dürfen. Teilweise ähneln diese Fragen denen aus der mittlerweile abgeschafften Ortskundeprüfung. Ganz ohne Ortskunde soll auch künftig kein Taxifahrer die Aufträge der Münchner Taxizentralen fahren. Deshalb müssen in der Prüfung auch Fahrtstrecken „möglichst eindeutig“ beschrieben werden können. Für eine Fahrt vom Hotel Vier Jahreszeiten nach Haar genügen wenige Straßennamen. Wenn diese richtig genannt werden, kann man davon ausgehen, dass der Neuling zum einen weiß, wo das Hotel liegt, zum anderen aber auch die grobe Orientierung hat, dass man in den Osten der Stadt über die Achse Maximilian-, Einstein-, Truderinger- und Wasserburger- Landstraße kommt. BESTMÖGLICHER SERVICE Allerdings ist selbst die beste Ortskunde nichts wert, wenn man dem Fahrgast parallel nicht auch den bestmöglichen Service zukommen lässt. In der Prüfung will man ermitteln, wie viel Verständnis der Bewerber für seinen neuen Beruf mitbringt. Bei den Fragen werden deshalb bestimmte Situationen beschrieben und anschließend wird nach dem richtigen Verhalten gefragt. Wie reagiert man beispielsweise auf einen gebrechlichen Fahrgast, der um Hilfe bittet? Wie macht man einem Fahrgast klar, dass man eine Baustelle umfahren muss? Im klassischen Multiple-Choice- Verfahren stehen drei mögliche Antworten zur Auswahl, von denen aber nur eine richtig sein kann. Welche das ist, dürfte jedem Prüfungsteilnehmer sofort klar werden – zu offensichtlich sind zwei der drei Antworten grundlegend falsch. In ihnen werden absolute No-Gos formuliert. Dass man der betagten Dame beispielsweise erklärt, sie solle besser einen Krankenwagen rufen, man sei ja schließlich kein Altenpfleger. Oder dass man ausnahmsweise schon helfen könne, dafür aber 5 Euro extra verlangen müsse. Bei der richtigen Antwort hingegen wird deutlich, dass man die erbetene Hilfe sogar noch ausbauen kann. Korrekt ist, dass man dem Fahrgast erklärt, dass man gerne behilflich ist. Korrekt ist auch, dass man sich genau erkundigt, welche Art von Hilfestellung gewünscht ist. Und ebenfalls korrekt ist, dass man beim Anschnallen hilft. So haben die Service-Fragen einen Lern-Effekt, während die No-Go-Antworten sicherlich lange im Gedächtnis bleiben. Und was lange im Gedächtnis bleibt, wird man auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht falsch machen. jh EURO-TAXI Handels GmbH München Schießstättstr. 12, 80339 München 0 89 - 74 70 145 Öffnungszeiten: Montag-Freitag 08:00 - 18:00 Uhr Kfz- Meisterbetrieb für alle Fabrikate preiswert . schnell . zuverlässig • Reparatur und Pflege • Wartung und Inspektion • Unfallinstandsetzung • Unfallschadenmanagement (Wir rechnen direkt mit der Versicherung ab) • HU & AU im Haus • Diagnostik • Klimaservice • Autoglas Wir wissen worauf es beim Taxi ankommt! TAXI 4. QUARTAL 2021 9

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