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Taxi Times München - Februar 2018

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WETTBEWERB Direkte

WETTBEWERB Direkte Konkurrenz zum Taxi- und Mietwagengewerbe: Daimlers Konzepte Flex-Pilot und Berlkönig DATENSAMMLER DAIMLER Die Hälfte aller Taxis in Deutschland hat den Stern auf der Motorhaube. Etliche Unternehmen setzen auf mytaxi. Trotzdem passt die bewährte Partnerschaft mit dem Taxigewerbe nicht mehr ins Konzept des Konzerns. In einem bemerkenswert offenen Interview hat der mytaxi- Geschäftsführer Andrew Pinnington Ende 2017 die wahren Ziele seines Unternehmens wie auch des Mutterkonzerns Daimler verraten. Die Zusammenarbeit mit den Taxifahrern sei dabei nur Mittel zum Zweck. In erster Linie gehe es der Konzernmutter Daimler vor allem um das strategisch wichtige Ziel, sich Marktanteile beim Autonomen Fahren und die Bindung von Kunden an die Fahrroboter der Zukunft zu sichern. Das Auto soll von alleine zum Fahrgast kommen und ihn sicher ans Ziel bringen. Oder anders ausgedrückt: Der Automobilhersteller möchte Taxifahrer schlichtweg so schnell wie möglich ersetzen. Mit allerlei Kooperationen treibt man die Entwicklung von vollautomatisierten und fahrerlosen Autos voran. Man zieht mit Bosch an einem Strang und schreckt auch nicht davor zurück, mit Uber ins Bett zu steigen. Der nötige Pakt dafür wurde Anfang letzten Jahres beschlossen. Die autonomen Fahrzeuge von Mercedes sollen künftig auch für den Fahrdienstvermittler kutschieren. Das genaue Prozedere haben beide Unternehmen nicht näher erläutert und auch der Zeitrahmen ist mit „in den kommenden Jahren“ eher schwammig definiert. „Als Erfinder des Automobils wollen wir auch beim Autonomen Fahren ganz vorne dabei sein“, sagte Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars in einem Interview mit der Deutschen Presse Agentur (dpa). Bis es so weit ist, wird es noch eine Zeit dauern, aber diese Zeit muss der Konzern nutzen, weil er von seiner künftigen Zielgruppe viel mehr wissen muss. Bisher war der Kunde der Käufer seiner Autos. Wie oft und wohin er dann damit gefahren ist, war sekundär. Für das Endziel Autonomes Fahren on demand, also nach Bedarf, ist es wichtig, das Mobilitätsverhalten und die Bewegungsprofile zu kennen. Deshalb investiert Daimler in alles, was unter dem Begriff Mobilitätsdienstleistung zu verstehen ist. mytaxi wurde schon 2014 übernommen. Seitdem wird viel Geld in Gutscheinaktionen etc. investiert, um Marktanteile zu sichern. Je mehr Leute mit mytaxi fahren, umso umfangreicher gelangt man an die dringend benötigten Bewegungsprofile. Letztes Jahr ist man beim RideSharing-Fahrdienst CleverShuttle eingestiegen. „Innovative Lösungen für Mobilitätsangebote“ entwickelt man jetzt gemeinsam. Aktuell ist CleverShuttle mit seinen E-Fahrzeugen in Berlin, München und Leipzig unterwegs. Ab diesem Frühjahr will der Daimler-Konzern unter dem Namen BerlKönig in Zusammenarbeit mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) bis zu 300 Kleinbusse und Pkw einsetzen, die mit einer Smartphone-App bestellt werden können und Fahrgäste billiger als das Taxi befördern sollen. Dabei werden die Fahrtwünsche verschiedener Fahrgäste zu Routen zusammengelegt und dann wird der Fahrpreis berechnet. Dr. Hans Bake v. Bakin Erst- und Verlängerungsuntersuchung Taxi-Mietwagen-Lkw-Bus • Mo-Fr: 8-12 Uhr Mo, Di, Do: 15-19 Uhr und nach Vereinbarung • telefonische Terminvergabe möglich Tassilostr. 23, 85609 Aschheim Tel.: 089/37065690 Mobil 0172/6523805 e-mail: bakebakin@gmx.de FOTOS: Daimler 10 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI

WETTBEWERB Hinter all diesen Marken und Produkten steckt die Daimler AG. Auch das Münchner Start-up CarPooling, gekauft für acht Millionen Euro, ist in Daimlers Portfolio. Die Münchner Firma soll in die USA, nach Japan und Südamerika expandieren. Ein weiterer Taxikonkurrent ist Ende des Jahres in Form von Flex Pilot in Stuttgart auf den Markt gekommen. Die Daimlertochter moovel Group und die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) haben das neue Mobilitätsangebot ins Leben gerufen, das Kunden flexibel und bedarfsgerecht buchen können. Die Flex-Pilot-Flotte umfasst zunächst zehn Mercedes-Benz-V-Klasse-Fahrzeuge, die per App buchbar waren. Während der Testphase sind für die Nutzung des neuen Mobilitätsangebotes keine Kosten angefallen. Diesen Frühling soll der Service SSB Flex endgültig starten. In der App werden dann alle Fahrmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln samt SSB-Flex-Shuttle in möglichen Kombinationen angezeigt, die direkt per App gebucht und bezahlt werden können. Wollen mehrere Personen eine ähnliche Strecke zurücklegen, bündelt der moovel-on-demand-Algorithmus die Anfragen, sodass sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen können. Bereits Anfang letzten Jahres erfolgte ein erneuter Seitenhieb durch Mercedes. Die Ride-Hailing-App Taxibeat wurde für rund 40 Millionen Euro gekauft. Die App ist derzeit zwar nur in Griechenland und Peru aktiv, dafür mit einer relativ hohen Nutzerzahl: In Griechenland haben 850 000, in Peru 800 000 Personen die App heruntergeladen und wenden sie regelmäßig an. Taxibeat und auch die britische App Hailo, die man 2016 kaufte, sind ähnlich wie mytaxi strukturiert. Taxizentralen werden umgangen und sind somit deren stärkster Konkurrent. Hailo und Taxibeat wurden inzwischen zu mytaxi. ANTEILE AUCH AN FRANZÖSISCHER APP Des Weiteren hat sich Daimler im Herbst letzten Jahres mit 50 Millionen Dollar an dem amerikanischen Start-up Via beteiligt und will mit dessen Hilfe, beginnend in London, ein europäisches Netzwerk von Sammeltaxis in Europa aufbauen. Die Fahrten sollen dabei jeweils billiger als ein Taxi und etwas teurer als eine U-Bahnfahrt werden. Der Fahrzeughersteller hat zudem jüngst die Mehrheit des zweitgrößten französischen Fahrdienstleisters Chauffeur Privé übernommen, der in Paris, Lyon und an der Côte d’Azur seine Dienste anbietet. Mit dem Blacklane-Angebot jagt Daimler dem Taxigewerbe gezielt das Flughafengeschäft ab. Durch eine Kooperation mit Miles & More gewinnt der Transportanbieter neue Kunden. Miles-&-More-Teilnehmer können beim Fahrservice Blacklane Bonusmeilen erhalten. Eine ähnliche Kooperation zwischen Lufthansa und mytaxi hat das Gericht für den Raum Köln übrigens verboten. Erfolgreich geklagt hatte die Kölner Taxizentrale. Der Autobauer beteiligte sich außerdem am US-Peer-to-Peer-Car- Sharing-Marktführer Turo, der dieses Jahr auch hierzulande starten soll. Turo betreibt eine Plattform, auf der private Autobesitzer ihre Fahrzeuge relativ unkompliziert an andere vermieten können. Mit Croove hat Daimler zwar seit Ende 2016 bereits selbst eine solche private Car-Sharing-Plattform im Portfolio, unter anderem in München und in Berlin – sie soll aber in Turo aufgehen und als eigenständiges Angebot gänzlich verschwinden. Auch FlixBus ist fest in der Hand vom Daimler-Konzern. Der Dienst verbindet seit dem Fall des Bahnmonopols im Jahr 2013 zahlreiche Städte über einen täglichen Linienverkehr. Durch Flix- Bus kam es zu einer Umwälzung des Busverkehrs in ganz Europa. Daimler arbeitet nicht nur an einem europäischen, es bastelt an einem weltweiten Netzwerk. Laut dem Fahrzeughersteller nutzten „mehr als 17 Millionen Kunden die Mobilitätsdienste von Daimler“. Fast überall landen die Vermittlungsgebühren bei Daimler und – was noch viel wertvoller ist – eine Unmenge von Bewegungsprofilen. Big Data in Perfektion. jh + nu Ballnath Wir versichern das was wichtig ist Ballnath Assekuranz Versicherungsmakler GmbH Brudermühlstr. 48a 81371 München Tel.: 089/89 80 61-0 Fax: 089/89 80 61-20 Assekuranz Taxi-Versicherung (auch Neueinsteiger und Flotten) Rechtsschutzversicherung inkl. Forderungsmanangement Betriebs-Haftpflichtversicherung Taxi-Garantie-Versicherung Krankenversicherung Altersvorsorge Neu! Mit Sicherheit ein guter Partner UNTER STÜTZER DES TAXI GEWERBES info@taxiversicherung.de www.taxiversicherung.de TAXI FEBRUAR / MÄRZ / 2018 11 TN_v1.indd 1 01.10.12 10:56

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