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Taxi Times München - Februar 2018

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MÜNCHEN

CEO DARA KHOSROWSHAHI ZU GAST IN MÜNCHEN

TAXI PFEIFT AUF UBER

EIN KONZERN

IM WANDEL

Daimlers Datensammlung

CHRISTIAN HESS

IM INTERVIEW

„Wir geben nicht nach“

FORD-TAXI

IM ALLTAGS-CHECK

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INHALT

DAS JAHR DER GESPRÄCHE

Soll man noch mit jemand reden, der systematisch gegen

geltende Gesetze verstößt? Diese Frage stellte sich den Vorständen

des Taxiverbands München TVM, als vor einigen

Wochen bekannt wurde, dass der Uber-Chef Dara Khosrowshahi

nach München kommen würde, um dort bei der

Digital-Konferenz DLD zu sprechen.

Der TVM bat die Veranstalter, den Uber-Chef wieder auszuladen,

was leider nicht angenommen wurde. Also protestierten

Münchner Taxifahrer vor der Türe, während drinnen

Dara Khosrowshahi durchaus Fehler eingestand und sogar

versprach, künftig in den Dialog gehen zu wollen – auch

mit dem Taxigewerbe. Wir berichten über die Ereignisse ab

Seite 5.

Der Dialog hätte auch schon während der Konferenz stattfinden

können, wenn die Veranstalter zur Gesprächsrunde

auch einen Vertreter des Taxigewerbes eingeladen hätten.

Ist leider nicht passiert. Khosrowshahi hätte auch vor seinem

Auftritt Gelegenheit gehabt, mit all jenen Taxifahrern

zu sprechen, die im strömenden Regen zwei Stunden vor

der Türe standen. Ist leider auch nicht passiert. Es wäre der

Beweis gewesen, dass seine Ankündigungen nicht bloß leere

Versprechen sind. Jetzt muss er den Beweis eben anders

führen.

Der Protest am 22. Januar hat dank seiner medialen Aufmerksamkeit

das Bewusstsein geschärft, dass mit dem Taxigewerbe

auf jeden Fall gesprochen werden muss. Steffi

Czerny, Veranstalterin des DLD, hat nach der Veranstaltung

den TVM um ein Gespräch gebeten. Besser zu spät als nie.

Auch Politiker suchen zunehmend den Dialog. Vor der

Sitzung der Taxikommission Ende Januar lud der TVM die

zuständigen Stadträte aller Parteien zum Austausch ein.

Viele nahmen an, nur die Volksparteien CSU und SPD

reagierten nicht.

Gesprochen werden muss dringend auch mit den Verantwortlichen

der Landratsämter. Die Herren und Damen aus

Erding, Freising, dem Landkreis München, aber auch aus

Landsberg, Freyung, Mindelheim etc. stehen in der Pflicht,

endlich etwas gegen jene Uber-Partner zu tun, die ungeniert

– und von den Kollegen täglich dokumentiert – am

Münchner Flughafen unberechtigt Uber-Bestellungen ausführen.

Ein runder Tisch ist dringend nötig.

Es gibt also viel zu tun in diesem Jahr. Taxi Times München

wünscht allen Beteiligten gute Gespräche.

INHALT

PERSONEN + TITELTHEMA

4 Leserbrief von Hans Meißner

5 Protest: Taxi pfeift auf Uber

6 Offener Brief: Uber-CEO unerwünscht

8 DLD: Was der Uber-Chef zu sagen hatte

TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

9 mydriver, Uber, mytaxi helfen sich

Wettbewerb

10 Datensammler Daimler

FAHRGAST-SERVICE + TOURISTENTIPP

14 Vom MUC zum HBF: Tour der Superlative

16 Lovelace: Konzept für jedermann

ISARFUNK TAXIZENTRALE

17 Pressetermin bei IsarFunk

18 Interview mit Christian Hess

UMFRAGE – SAG MAL, KOLLEGE …

17 Taxlers Meinung auf Facebook

E-TAXIS

20 Einladung zum Münchner E-Taxitag

INKLUSION

24 Ford Tourneo Custom als Rollitaxi

NOCH MEHR TAXI TIMES

26 Spannendes aus Taxi Times DACH

26 Abos statt Daimler-Anzeigen

26 Impressum

– die Redaktion –

TITEL : Taxi Times

• Verkehrsunfallabwicklung

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• Strafrecht

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D-80333 München

Tel. 089 - 55 06 67-0

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TAXI FEBRUAR / MÄRZ / 2018

3


PERSONEN

»WER SICH

WEGDUCKT,

MUSS VERLIEREN«

Hans Meißner (2. v. l.), hier bei einem Treffen

mit Wiener Kollegen im Januar 2018, hält

immer noch Kontakt zum Taxigewerbe.

Hans Meißner, ehemaliger Vorstand der Taxi München eG,

schildert in einem Leserbrief an Taxi Times seine Sicht auf

Uber und spricht seinem Gewerbe Mut zu.

Der Bericht der Taxi Times über die

Taxidemo gegen Uber und Clones

ist ein kräftiges und überfälliges

Lebenszeichen des Taxigewerbes. Den

Organisatoren, den Rednern, allen voran

Herrn Alt-OB Ude, der seinen Geburtstag

opferte und allen Teilnehmern gilt meine

vollste Anerkennung. Der Vorwurf, die

Aktion sei zu spät, geht an diese Mitstreiter

zu Unrecht.

Es ist eine Schande , dass die Initiatoren

der Demo um Spenden betteln gehen mussten,

um auf unsere Existenzsorgen und die

fatalen Folgen für unsere Fahrgäste sowie

die Untätigkeit der zuständigen Behörden

hinzuweisen. Die Pflicht wirtschaftlich starker

Gewerbeorganisationen ist es, die über

ein volles Jahrhundert von uns Mitgliedern

erwirtschafteten Vermögenswerte mit effektiver

Pressearbeit und allen zur Verfügung

stehenden Mitteln zur Abwehr der unlauteren

Konkurrenz einzusetzen. Alle Kollegen

müssen über den Stand der Maßnahmen informiert,

mitgenommen und es muss ihnen

Zuversicht vermittelt werden.

Die Existenz von Tausenden Unternehmen,

Fahrern und deren Angehörigen wird

durch Tagelöhner und Hasardeure vernichtet.

Das Taxigewerbe ist nur der Einstieg

für Uber und Clones. Die Taktik ist simpel,

Rechtsbrüche werden so nachhaltig und

massiv begangen, bis sie von fortschrittsgläubigen

Träumern, auch Politikern, als

normal empfunden werden und die Rechtsgrundlagen

geändert werden. Dass dabei

unsere Kunden, Alte, Kranke und Bürger,

die auf unsere Dienste angewiesen sind,

und auch unsere Arbeitsplätze vor die

Hunde gehen, wird erst bemerkt, wenn

nichts mehr funktioniert und alles zu spät

ist. Die Spekulanten und Ausbeuter aus San

Francisco sind bis dahin über alle Berge.

GEWERBE MUSS DRUCK MACHEN

Wer jetzt nicht aufsteht und sich mit Gleichgesinnten

solidarisiert, muss verlieren.

Ein Anfang ist gemacht. Den Teilnehmern

an der Demo, der Taxi Times und den

Politikern sind Dank und Anerkennung

auszusprechen. Es liegt am Gewerbe, weiterhin

mit bestem Service aufzutreten und

Druck zu machen. Heuer sind Landtagswahlen

und dieses Mal braucht jede Partei

jede Stimme. Euer Hans Meißner

GRUSSWORT ZUM

TAXI-PROTEST

Zur nebenstehenden Taxidemo zum Aufritt des Uber-Chefs

Dara Khosrowshahi bekamen die Veranstalter verbale

Unterstützung des Grünen-Politikers Markus Ganserer.

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Markus Ganserer

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Verlängerung des P-Scheins

Auch wenn ich heute aus terminlichen

Gründen in Nürnberg

gebunden bin und sie bei Ihrer

Demo leider nicht unterstützen kann:

Seien Sie sich aber meiner Unterstützung

in Ihrer Sache sicher.

Wenn die „neuen Realitäten“ der Digitalisierung

darin bestehen, dass Konzerne

wie Uber unter Missachtung demokratischer,

rechtsstaatlicher Prinzipien und gültiger

Gesetze skrupellos ihre Geschäfte

machen, und das ohne Rücksicht auf Kleinunternehmer

und sozialversicherungspflichtige

Arbeitsplätze, dann werden wir

das Vertrauen, Werte und Optimismus in

der Gesellschaft nicht dadurch zurückerobern,

dass wir diese Realitäten anerkennen.

Wir müssen deshalb unsere Kräfte bündeln

und aktiv mit mehr Kontrolle und entschieden

gegen illegale Geschäftspraktiken

vorgehen und diese gesellschaftlich gefährdende

Entwicklung unterbinden. Herzliche

Grüße, Markus Ganserer


Markus Ganserer sitzt für die Partei Die Grünen

im Bayerischen Landtag und agiert unter anderem

als Sprecher für Mobilität.

FOTO: Taxi Times, Die Grünen

4 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI


TITELTHEMA

Gegenüber ging es gegen Uber: Vor dem Gebäude der Alten Bayerischen

Staatsbank versammelten sich Münchner Taxler zum Protest.

Wichtige Öffentlichkeitsaufklärung: TVM-Vorstand Florian Bachmann

im Interview mit einem Reporter des Bayerischen Rundfunks.

TAXI PFEIFT AUF UBER

Während der Uber-CEO Dara Khosrowshahi auf einer Digital-Konferenz in

München sprach, protestierten bei strömendem Regen Münchner Taxifahrerinnen

und Taxifahrer vor der Türe.

FOTOS: Stefan Huber / IsarFunk

Es war ein Tag mit hoher Symbolkraft. Drinnen und draußen.

Drinnen eine prominent besuchte und exquisite

Digital-Konferenz, draußen im strömenden Regen Münchens

Taxifahrerinnen und Taxifahrer. Rund 100 Kolleginnen

und Kollegen hatten sich zu einer kurzfristig vom Taxiverband

München TVM organisierten Demonstration in der Prannerstraße

versammelt. Ausgerüstet mit vom Chef der IsarFunk Taxizentrale,

Christian Hess, persönlich verteilten Trillerpfeifen, sendeten sie

rund 90 Minuten lang eine klare Botschaft an den Veranstalter,

was sie von einem der dort eingeladenen Redner halten: wenig

bis gar nichts. Oder, um bei der Symbolik zu bleiben: Münchens

Taxifahrer pfeifen auf Uber.

Jener Redner war nämlich kein Geringerer als der oberste Uber-

Chef, Dara Khosrowshahi. Er sollte drinnen die Gelegenheit bekommen,

über „the next chapter“, das nächste Kapitel, zu sprechen.

Draußen standen die Münchner Taxler mit ihrer klaren Botschaft:

Für die bisherigen Kapitel der Uber-Geschichte gibt es nur eine

passende Headline: Uber missachtet bestehende Gesetze.

Anders als bei der großen Münchner Taxidemo im Oktober

2017 mit 1 400 Taxis hatten die Veranstalter diesmal bewusst auf

eine Sternfahrt und Verkehrsbehinderungen verzichtet. Es sei

wichtig gewesen, am Ort des Geschehens präsent zu sein und dort

den Gegenpol zur heilen Uber-Welt zu setzen, betonten die Veranstalter.

Und zu zeigen, dass die digitalen Veränderungen längst

am Willen und den Bedürfnissen der Gesellschaft vorbeigehen.

Die Digital-Konferenz wird vom Münchner Burda-Verlag veranstaltet

(dort erscheint unter anderem das Politik-Magazin „Focus“),

der Uber-Chef Khosrowshahi wurde bei seinem Gastauftritt von

der Bild-Chefredakteurin Tanit Koch interviewt.

MIKROS UND KAMERAS

Wo also Medien und Verlagshäuser dermaßen unkritisch mit

fragwürdigen Unternehmen umgehen, war es den Taxiverantwortlichen

besonders wichtig, auch die Gegenargumente möglichst

medienwirksam zu platzieren. Deshalb wurden im Vorfeld eine

Pressemitteilung an die Tagespresse verschickt und Journalisten

eingeladen. Berichtet haben im Fernsehen ntv und der Bayerische

Rundfunk, geschrieben haben alle Münchner Tageszeitungen.

Dadurch konnte einer breiten Öffentlichkeit das in Erinnerung

gerufen werden, was auf der Konferenz erwartungsgemäß nicht

deutlich genug wurde: Ubers Erfolg basiert auf illegalen Praktiken

und gefährdet damit weiterhin die Existenz des Taxigewerbes.

Solange das so bleibt, pfeifen Münchner Taxifahrerinnen und

Taxifahrer auf Uber. jh

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TAXI FEBRUAR / MÄRZ / 2018

5


TITELTHEMA

SPRECHEN ODER

NICHT SPRECHEN …

Darf man mit einem Uber-Chef noch reden oder nicht? Die DLD-Veranstalterin

Steffi Czerny hat dazu einen anderen Standpunkt als der Taxiverband München.

Die Kurzfristigkeit, mit der die Demonstration gegen den

Uber-Chef Dara Khosrowshahi umgesetzt wurde, hatte

zwei Gründe. Zum einen wurde erst rund zwei Wochen

vorher publik, dass Dara Khosrowshahi nach München kommen

würde, zum anderen wollte der Taxiverband München (TVM) noch

die Antwort der Veranstalterin auf die schriftlich formulierte Bitte

abwarten, den Uber-Boss wieder auszuladen. Um der Forderung

Nachdruck zu verleihen, wählte man bewusst die Form des offenen

Briefs, also eines Schreibens, das zeitgleich sowohl den Empfänger

als auch die Öffentlichkeit erreicht. In diesem Fall einige

ausgewählte Stadtpolitiker, wie Minister Sigmar Gabriel und Ilse

Aigner, die beide als Gastredner der Eröffnungsfeier auftraten,

und natürlich alle Medien, die auch prompt darüber berichteten.

Leider konnten sich weder Herr Gabriel noch Frau Aigner zu einer

Stellungnahme durchringen.

Wer den Werdegang des Unternehmens Uber so hautnah verfolgt

hat wie die Taxibranche, wer die permanenten Rechtsbrüche

und die daraus resultierenden teuren und langwierigen Gerichtsverfahren

kennt, wer fassungslos die Skrupellosigkeit erleben

musste, mit der trotz klarer Verbote einfach weitergemacht wurde,

konnte über die Einladung dieses Unternehmens zu einer angesehenen

Konferenz nur den Kopf schütteln. Von den gesellschaftspolitischen

Verfehlungen ganz zu schweigen. Es wurden Fahrer,

Kunden und Konkurrenten ausgespäht, Behörden mutwillig behindert

und eigene Konzernmitarbeiterinnen mit den schlimmsten

sexistischen Verhaltensweisen konfrontiert.

6 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI


TITELTHEMA

Den Chef eines solchen Unternehmens einzuladen, war deshalb

für den Taxiverband München „ganz besonders zynisch und gesellschaftspolitisch

hochgefährlich“. Der Verband wehrt sich gegen

„ein Unternehmen, das bestehende Gesetze systematisch missachtet

bzw. wissentlich mit Partner-Unternehmen zusammenarbeitet,

deren Geschäftserfolg nur unter Umgehung gesetzlicher

Bestimmungen gewährleistet ist“.

DUNKLE SEITE DER DIGITALISIERUNG

Da dies im Falle Ubers auch noch mit der „schleichenden Eliminierung

sozialer Grundprinzipien“ verbunden ist, verkörpert Uber

damit die „dunkle Seite der Digitalisierung“, Für den TVM waren

all dies entscheidende Gründe, um Dara Khosrowshahi wieder

auszuladen. Frau Czerny sah dazu allerdings keinen Anlass. Der

DLD wolle „etwas bewegen und wichtige Denkanstöße geben in

einer Zeit, die vom Umbruch geprägt ist. Dies gelingt uns nur

dann, wenn wir kontroverse Diskussionen fördern und eben auch

diejenigen in den Dialog einbinden, die zu den stärksten Treibern

des Wandels gehören“.

Uber zählt laut Frau Czerny sicherlich zu den umstrittenen Unternehmen.

Die Veranstalterin sieht aber den Hauptschuldigen in der

Person des Gründers Travis Kalanick, der „den Vorwurf des Sexismus

und der Ausbeutung seiner Mitarbeiter […] mit seinem Rausschmiss

bezahlen“ musste. Mit der Reduzierung des Uber-Übels auf

die Person Kalanick macht es sich Frau Czerny aber zu einfach,

findet der Taxiverband. Aber lesen Sie am besten selbst … jh

ILLUSTRATION: Raufeld Medien

TAXI FEBRUAR / MÄRZ / 2018

7


TITELTHEMA

Steffi Czerny,

Organisatorin des DLD

Dara Khosrowshahi

gibt sich

charismatisch

und entspannt.

»INNOVATIONEN IGNORIEREN

GELTENDE REGELN«

Nur rund 1 000 Teilnehmern wurde der Zutritt zur Digital Life Design (DLD)

gewährt. Mit dabei war Taxi Times Redakteur Simon Günnewig. Er konnte den

Auftritt von Dara Khosrowshahi live verfolgen.

Die DLD gibt es seit 2005 und 2015 war bereits der ehemalige

Uber-CEO Travis Kalanick unter den Rednern der

Konferenz. An eine Demo gegen Uber hat das Taxigewerbe

damals noch nicht gedacht.

Seitdem ist viel passiert. Noch mehr Skandale passierten und

Kalanick ging – zumindest als CEO. Sein Nachfolger Dara Khosrowshahi

ist in diesem Jahr bei der Digitalkonferenz angetreten.

Und vor der Tür hat ihn das Taxigewerbe mit Trillerpfeifen und

Plakaten empfangen.

Im großen Atrium der ehemaligen Bayerischen Staatsbank war

von dem lautstarken Protest nichts zu hören. Und doch hat die

Demo ihr Ziel erreicht. Steffi Czerny, Gründerin des DLD, erwähnte

die Demonstration bereits bei ihrer Einleitung für das Gespräch

zwischen dem neuen Uber-CEO und Tanit Koch von der „Bild“-

Zeitung. Für Czerny war die Demonstration stimmig mit dem

Motto der diesjährigen DLD-Veranstaltung, welches „Reconquer

– Zurückerobern“ lautete.

Auf die Skandale von Uber angesprochen, gab Khosrowshahi

fast schon demütig zu, dass in der Vergangenheit nicht alles korrekt

gelaufen sei. Trotz allem stellte er Uber als Erfolgsmodell dar.

„Der Erfolg, den Uber in der Vergangenheit hatte, hat auch eine

Wir

reparieren

das wieder!

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Menge Fehler kaschiert“, so der Uber-Chef. Manchmal entschuldige

der Erfolg diese Fehler, aber so würde es nicht mehr weitergehen.

In Zukunft gehe es nicht mehr um Wachstum um jeden Preis,

sondern darum, ein verantwortungsvolles Wachstum, gemeinsam

mit Partnern vor Ort, als Teil der Unternehmenskultur zu sehen.

Das aggressive Verhalten von Uber in der Vergangenheit entschuldigte

Khosrowshahi damit, dass Innovationen eben manchmal

die geltenden Regeln und Businessmodelle ignorieren. Allerdings

habe es Uber zu weit getrieben.

UBERS STRATEGIE: EIN NEUANFANG

Angesprochen darauf, ob Deutschland seiner Meinung nach überreglementiert

sei, entgegnete er eher ausweichend, dass beispielsweise

die Rückkehrpflicht für Mietwagen in der nächsten

Dekade sicher keinen Sinn mehr machen werde. Jetzt müsse man

mit den Regulatoren in den Dialog gehen, um auch sie davon zu

überzeugen, dass man gemeinsame Ziele, wie beispielsweise die

Bereitstellung eines günstigen und qualitativ hochwertigen Transportmittels

für möglichst viele Menschen, verfolge. Ein weiteres

Ziel von Uber sei es, den Verkehr zu entlasten und damit einen

Beitrag für die Umwelt zu leisten.

Ubers Deutschland-Strategie soll ein kompletter Neuanfang

werden. Dazu will man das Gespräch unter anderem mit

Taxi unternehmern suchen. „Wir werden in diesem Jahr in weitere

deutsche Städte expandieren, aber da wir in der Vergangenheit

in Deutschland zu sehr mit unserem Erfolg spekuliert haben

und zu sehr von uns überzeugt waren, werden wir es dieses Mal

richtig machen und mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten“,

so Khosrowshahi in dem Gespräch mit der „Bild“-Chefredakteurin.

Bei der Abmoderation des Gesprächs hatte DLD-Gründerin

Steffi Czerny noch einen Tipp für das Taxigewerbe parat: „Ich glaube,

wenn man jemanden kritisieren möchte, dann ist es das Beste,

diese Person einzuladen und mit ihr zu reden. – Meine lieben

Taxifahrer vor der Tür, ich hoffe, Sie haben ein wenig dazugelernt.“

Vielen Dank, Frau Czerny, zumindest haben wir eins gelernt: Dass

Ratschläge auch Schläge sein können. sg

FOTOS: DLD, Taxi Times

8 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI


TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

MYDRIVER, UBER, MYTAXI –

MAN HILFT SICH GEGENSEITIG

Nach dem angekündigten Zusammenschluss von car2go und DriveNow

darf einmal laut über weitere Kooperationen und Geschäftsergänzungen

nachgedacht werden.

Der von mehreren Medien übereinstimmend

berichtete Zusammenschluss

von BMW (DriveNow) und

Mercedes (car2go) im Bereich des Car-Sharings

wird wohl nicht die letzte Kooperation

zwischen den beiden deutschen

Autoherstellern sein. Im Bereich der Personenbeförderung

sind schließlich auch

beide aktiv, BMW über die Firma Sixt mit

myDriver und Mercedes über mytaxi. Dazu

haben beide in unterschiedlichen Formen

Verbindungen zu Uber.

Seit Sixt während des Oktoberfestes in

ziemlich provokanter Weise mit eigenen,

sehr auffällig beklebten Mietwagenfahrzeugen

unterwegs war, fragt sich jeder, der den

Beförderungsmarkt in München einigermaßen

genau beobachtet, was wohl der

Sinn und Zweck dieser Aktion gewesen

sein soll. Immerhin hatten die Fahrzeuge

zusätzlich zur eigenen Bestellung über

myDriver auch die Uber-App offen, winkende

Kunden wurden ebenfalls mitgenommen.

Eine Zusammenarbeit beider Firmen

fand also erwiesenermaßen statt, Daten

wurden gesammelt und bestehende Gesetze

missachtet.

Aus sehr unterschiedlichen Informationsquellen

wird derzeit erkennbar, dass

Sixt einen weiteren Schritt plant. So wird

myDriver künftig wohl nicht mehr nur vorbestellte

Fahrten vermitteln, sondern auch

das Sofortgeschäft bedienen. Darauf lassen

Vertragsabschlüsse mit einigen größeren

Firmen und Hotels schließen. Dort bewirbt

Stille Kooperation: Schustern sich mydriver, Uber und mytaxi gegenseitig ihre Überläufe zu?

man Flughafenfahrten mit Preisen, die

weder die andere Mietwagenkonkurrenz

noch das Taxi anbieten kann. Dazu kommt,

dass Sixt mit Stellenangeboten ziemlich

intensiv nach Fahrpersonal sucht.

Das alles kann dann dazu führen, dass

Sixt eigene Aufträge nicht mehr vollständig

mit eigenen Fahrzeugen abwickeln kann.

Für den daraus entstehenden Überlauf

greift man dann möglicherweise auf eine

Kooperation mit mytaxi zurück, die sich

scheinbar schon während der Wiesn

bewährt hat. Schon damals wurde ein Überlauf

von Sixt über mytaxi abgewickelt, das

heißt, dass im ungünstigsten Fall ein Taxifahrer

sogar einen Uber-Auftrag gefahren

hat. Ein paar Kollegen haben diesen Verdacht

jedenfalls geäußert. fb

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TAXI FEBRUAR / MÄRZ / 2018

9


WETTBEWERB

Direkte Konkurrenz zum Taxi- und Mietwagengewerbe: Daimlers Konzepte Flex-Pilot und Berlkönig

DATENSAMMLER DAIMLER

Die Hälfte aller Taxis in Deutschland hat den Stern auf der Motorhaube. Etliche

Unternehmen setzen auf mytaxi. Trotzdem passt die bewährte Partnerschaft mit

dem Taxigewerbe nicht mehr ins Konzept des Konzerns.

In einem bemerkenswert offenen Interview hat der mytaxi-

Geschäftsführer Andrew Pinnington Ende 2017 die wahren

Ziele seines Unternehmens wie auch des Mutterkonzerns Daimler

verraten. Die Zusammenarbeit mit den Taxifahrern sei dabei

nur Mittel zum Zweck. In erster Linie gehe es der Konzernmutter

Daimler vor allem um das strategisch wichtige Ziel, sich Marktanteile

beim Autonomen Fahren und die Bindung von Kunden an die

Fahrroboter der Zukunft zu sichern. Das Auto soll von alleine zum

Fahrgast kommen und ihn sicher ans Ziel bringen.

Oder anders ausgedrückt: Der Automobilhersteller möchte Taxifahrer

schlichtweg so schnell wie möglich ersetzen. Mit allerlei

Kooperationen treibt man die Entwicklung von vollautomatisierten

und fahrerlosen Autos voran. Man zieht mit Bosch an einem Strang

und schreckt auch nicht davor zurück, mit Uber ins Bett zu steigen.

Der nötige Pakt dafür wurde Anfang letzten Jahres beschlossen.

Die autonomen Fahrzeuge von Mercedes sollen künftig auch für

den Fahrdienstvermittler kutschieren.

Das genaue Prozedere haben beide Unternehmen nicht näher

erläutert und auch der Zeitrahmen ist mit „in den kommenden

Jahren“ eher schwammig definiert. „Als Erfinder des Automobils

wollen wir auch beim Autonomen Fahren ganz vorne dabei sein“,

sagte Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG

und Leiter Mercedes-Benz Cars in einem Interview mit der Deutschen

Presse Agentur (dpa).

Bis es so weit ist, wird es noch eine Zeit dauern, aber diese Zeit

muss der Konzern nutzen, weil er von seiner künftigen Zielgruppe

viel mehr wissen muss. Bisher war der Kunde der Käufer seiner

Autos. Wie oft und wohin er dann damit gefahren ist, war sekundär.

Für das Endziel Autonomes Fahren on demand, also nach Bedarf,

ist es wichtig, das Mobilitätsverhalten und die Bewegungsprofile

zu kennen.

Deshalb investiert Daimler in alles, was unter dem Begriff Mobilitätsdienstleistung

zu verstehen ist. mytaxi wurde schon 2014

übernommen. Seitdem wird viel Geld in Gutscheinaktionen etc.

investiert, um Marktanteile zu sichern. Je mehr Leute mit mytaxi

fahren, umso umfangreicher gelangt man an die dringend benötigten

Bewegungsprofile. Letztes Jahr ist man beim RideSharing-Fahrdienst

CleverShuttle eingestiegen. „Innovative Lösungen für

Mobilitätsangebote“ entwickelt man jetzt gemeinsam. Aktuell ist

CleverShuttle mit seinen E-Fahrzeugen in Berlin, München und

Leipzig unterwegs.

Ab diesem Frühjahr will der Daimler-Konzern unter dem Namen

BerlKönig in Zusammenarbeit mit den Berliner Verkehrsbetrieben

(BVG) bis zu 300 Kleinbusse und Pkw einsetzen, die mit einer

Smartphone-App bestellt werden können und Fahrgäste billiger als

das Taxi befördern sollen. Dabei werden die Fahrtwünsche verschiedener

Fahrgäste zu Routen zusammengelegt und dann wird

der Fahrpreis berechnet.

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FOTOS: Daimler

10 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI


WETTBEWERB

Hinter all diesen Marken und Produkten steckt die Daimler AG.

Auch das Münchner Start-up CarPooling, gekauft für acht Millionen

Euro, ist in Daimlers Portfolio. Die Münchner Firma soll in die USA,

nach Japan und Südamerika expandieren.

Ein weiterer Taxikonkurrent ist Ende des Jahres in Form von

Flex Pilot in Stuttgart auf den Markt gekommen. Die Daimlertochter

moovel Group und die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB)

haben das neue Mobilitätsangebot ins Leben gerufen, das Kunden

flexibel und bedarfsgerecht buchen können. Die Flex-Pilot-Flotte

umfasst zunächst zehn Mercedes-Benz-V-Klasse-Fahrzeuge, die per

App buchbar waren. Während der Testphase sind für die Nutzung

des neuen Mobilitätsangebotes keine Kosten angefallen. Diesen

Frühling soll der Service SSB Flex endgültig starten.

In der App werden dann alle Fahrmöglichkeiten mit öffentlichen

Verkehrsmitteln samt SSB-Flex-Shuttle in möglichen Kombinationen

angezeigt, die direkt per App gebucht und bezahlt werden

können. Wollen mehrere Personen eine ähnliche Strecke zurücklegen,

bündelt der moovel-on-demand-Algorithmus die Anfragen,

sodass sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen können.

Bereits Anfang letzten Jahres erfolgte ein erneuter Seitenhieb

durch Mercedes. Die Ride-Hailing-App Taxibeat wurde für rund

40 Millionen Euro gekauft. Die App ist derzeit zwar nur in Griechenland

und Peru aktiv, dafür mit einer relativ hohen Nutzerzahl:

In Griechenland haben 850 000, in Peru 800 000 Personen die App

heruntergeladen und wenden sie regelmäßig an. Taxibeat und auch

die britische App Hailo, die man 2016 kaufte, sind ähnlich wie

mytaxi strukturiert. Taxizentralen werden umgangen und sind

somit deren stärkster Konkurrent. Hailo und Taxibeat wurden

inzwischen zu mytaxi.

ANTEILE AUCH AN FRANZÖSISCHER APP

Des Weiteren hat sich Daimler im Herbst letzten Jahres mit 50 Millionen

Dollar an dem amerikanischen Start-up Via beteiligt und

will mit dessen Hilfe, beginnend in London, ein europäisches Netzwerk

von Sammeltaxis in Europa aufbauen. Die Fahrten sollen

dabei jeweils billiger als ein Taxi und etwas teurer als eine U-Bahnfahrt

werden. Der Fahrzeughersteller hat zudem jüngst die Mehrheit

des zweitgrößten französischen Fahrdienstleisters Chauffeur

Privé übernommen, der in Paris, Lyon und an der Côte d’Azur seine

Dienste anbietet.

Mit dem Blacklane-Angebot jagt Daimler dem Taxigewerbe gezielt

das Flughafengeschäft ab. Durch eine Kooperation mit Miles & More

gewinnt der Transportanbieter neue Kunden. Miles-&-More-Teilnehmer

können beim Fahrservice Blacklane Bonusmeilen erhalten. Eine

ähnliche Kooperation zwischen Lufthansa und mytaxi hat das

Gericht für den Raum Köln übrigens verboten. Erfolgreich geklagt

hatte die Kölner Taxizentrale.

Der Autobauer beteiligte sich außerdem am US-Peer-to-Peer-Car-

Sharing-Marktführer Turo, der dieses Jahr auch hierzulande starten

soll. Turo betreibt eine Plattform, auf der private Autobesitzer ihre

Fahrzeuge relativ unkompliziert an andere vermieten können. Mit

Croove hat Daimler zwar seit Ende 2016 bereits selbst eine solche

private Car-Sharing-Plattform im Portfolio, unter anderem in München

und in Berlin – sie soll aber in Turo aufgehen und als eigenständiges

Angebot gänzlich verschwinden.

Auch FlixBus ist fest in der Hand vom Daimler-Konzern. Der

Dienst verbindet seit dem Fall des Bahnmonopols im Jahr 2013

zahlreiche Städte über einen täglichen Linienverkehr. Durch Flix-

Bus kam es zu einer Umwälzung des Busverkehrs in ganz Europa.

Daimler arbeitet nicht nur an einem europäischen, es bastelt an

einem weltweiten Netzwerk. Laut dem Fahrzeughersteller nutzten

„mehr als 17 Millionen Kunden die Mobilitätsdienste von Daimler“.

Fast überall landen die Vermittlungsgebühren bei Daimler und –

was noch viel wertvoller ist – eine Unmenge von Bewegungsprofilen.

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TAXI FEBRUAR / MÄRZ / 2018

11

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MELDUNGEN

NEWSTICKER

FACK JU FÜR TAXIFAHRER

Zum legendären Kinofilm „Fack ju

Göhte“ gibt es seit 21. Januar auch

das passende Musical, aufgeführt

von Dienstag bis Sonntag im Münchner

Theater Werk 7. Und damit dieses

Event nach einer rauschenden und

medial viel beachteten Premiere auch

weiterhin im Gespräch bleibt, stellte

der Veranstalter den Taxifahrerinnen

und Taxifahrern in den ersten beiden

Februarwochen zahlreiche Freikarten

zur Verfügung, die unter anderem

über die IsarFunk Taxizentrale

verteilt wurden.

jh

ŠKODAS

FRAGWÜRDIGE

FINANZSPRITZE

Im Herbst 2017 hat Taxi Times München kritisch über die App CareDriver berichtet,

über die sogenannte CareProfs Familien und Senioren bei Besorgungen unterstützen

und Fahrdienste übernehmen. Der App-Anbieter setzt dabei auf

selbstständige Fahrer, die laut eigenen Aussagen einen Gewerbeschein vorlegen

müssen.

Unterstützt wird das Unternehmen per finanzieller Beteiligung von Škoda. „Škoda

stellt dem Serviceanbieter dafür seinen Bestseller Octavia zu Sonderkonditionen

zur Verfügung“, hieß es dazu in einer kürzlich veröffentlichten Pressemeldung.

Schade, dass hier ein weiterer Autohersteller sein Kapital in halb legale Projekte

investiert.

jh

POLIZEI STELLT SCHWEREN

UNFALL NACH

Am Abend des 12. Dezember spielten

sich in der Kapuzinerstraße seltsame

Szenen ab. Die Polizei sicherte

eine scheinbare Unfallstelle ab, bei

der eine Ballastpuppe immer wieder

unter ein Münchner Taxi gelegt

wurde.

Grund dieser nächtlichen Aktivität

war ein Unfall mit Fahrerflucht, der

sich an dieser Stelle in einer Septembernacht

ereignet hatte. Damals war

ein schwer verletzter Mann auf der

Straße liegend aufgefunden worden.

Er war nach ersten Erkenntnissen

von einem 54-jährigen Taxifahrer

aus München überrollt worden. Der

Taxifahrer sitzt seit 26. Oktober in

Untersuchungshaft.

„Eine Unfallrekonstruktion erfolgte

hier aufgrund der lückenhaften Erinnerung

des Geschädigten und wegen

der Schwere des im Raum stehenden

Deliktes“, gab die Polizei auf Nachfrage

gegenüber Taxi Times an. „Es

erfolgte dabei ein Abgleich der Spuren.

Ein vor Ort befindlicher Gutachter

wird hierzu ein entsprechendes

Gutachten erstellen, welches dann

Eingang in das Ermittlungsverfahren

findet.“

jh/nu

TARIFGRENZEN: DAS

LEERE VERSPRECHEN

Den Ärger - insbesondere am Wochenende - mit den auswärtigen Taxis hier in

München kennt jeder. Die mytaxi Fahrer kennen auch das Phänomen, dass sie

in anderen, teils weit entfernten Städten regelmäßig dortige Aufträge vermittelt

bekommen. Das ist allerdings rechtlich nicht in Ordnung, urteilte kurz vor Weihnachten

ein Kölner Gericht.

mytaxi hat als Reaktion auf dieses Urteil (das nur für den Kölner Raum gilt) im

Gespräch mit dem TVM erklärt, dass sie zum Jahreswechsel die Tarifgrenzen

bundesweit beachten wollen. Das heißt, ein Freisinger mytaxi-Fahrer bekommt

keinen Auftrag mehr in München, aber natürlich auch umgekehrt: mytaxi-Vorbestellungen

aus Dornach, Unterschleißheim etc. sind dann für Münchner Taxis

tabu. Bis Ende Januar war die mytaxi-Zusage jedoch nur ein leeres Versprechen.

Einmal mehr wird damit jeder Taxifahrer wissentlich zum Verstoß gegen die

Taxitarifordnung gezwungen, da er Aufträge durchführt, ohne die vorgeschriebene

Anfahrtsgebühr zu verlangen. Jeder Kollege muss sich also im Klaren sein,

dass solche angenommenen Auftragsvermittlungen mit Bußgeldern belegt werden

können.

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FOTO: Stage Entertainment, kunertus

12 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI


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TOUR DER

SUPERLATIVE

Auf dem Weg vom Flughafen in die Innenstadt gibt es viele

spannende Geschichten zu erzählen. Hier sind sieben Beispiele.

FLUGHAFEN MUC

Superlative: 42,3 Millionen Passagieren starten

oder landen hier im Jahr; der Flughafen München

ist der erste Fünf-Sterne-Flughafen in Europa;

Zahlen: 100 Airlines, 73 Länder,

257 verschiedene Ziele

Kurioses: Das Airportgelände MAC ist auch ein

beliebter Veranstaltungsort (Surf&Style-Festival,

Music&Family Days, Weihnachtsmarkt etc.)

ALLIANZ-ARENA

Superlative: Spielort des FC Bayern, keine andere deutsche Fußballmannschaft

wurde öfter Deutscher Meister; Gesamtinvestition: 340 Millionen

Euro; 2 784 rautenförmige Kissen aus ETFE-Folie bilden 66 500 m²

Bedachung und Fassade. Das ist die größte Membranhülle der Welt.

Zahlen: Platz für 75 000 Zuschauer

Kurioses: Die Arena wird zu den Heimspielen des FC Bayern rot beleuchtet.

WALKING MAN

Superlative: Der „Walking Man“ ist eine von Jonathan Borofsky entworfene

Skulptur im Stadtteil Schwabing; er hat 200 Schrauben im Fuß, damit er auch bei Orkanböen

nicht umkippt.

Zahlen: 17 Meter hoch und 16 Tonnen schwer; steht seit September 1995 an der Leopoldstraße

Kurioses: Der „Walking Man“ besteht aus einer in Los Angeles gefertigten Stahlkonstruktion.

Sie wurde dort in neun Teile zerlegt und per Luftfracht nach München transportiert, wo sie

mühsam mit mehreren Kränen wieder zusammengesetzt wurde.

LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT (LMU)

Superlativ: Die LMU ist die erfolgreichste Universität im

bundesdeutschen Exzellenz-Wettbewerb;

Zahlen: 107 verschiedene Studiengänge; 51 420 Studenten

in diesem Semester, rund 6 000 Dozenten

Bemerkenswert / Kurioses: Konrad Adenauer, Hans und Sophie Scholl

und Veronika Ferres haben hier beispielsweise die Hörsaalbank

gedrückt; Waschbär-Dame Jacky hat als erste Waschbärin der Welt

in der LMU letztes Jahr einen Herzschrittmacher eingesetzt

bekommen.

FOTOS: Flughafen München, Allkianz Arena B. Ducke, Stefan Eggert, LMU HGB Lehrturm

14 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI


FAHRGAST-SERVICE

BAYERISCHE STAATSBIBLIOTHEK

Superlative: Die Bayerische Staatsbibliothek ist die zentrale

Landesbibliothek des Freistaats Bayern und eine der bedeutendsten

europäischen Forschungs- und Universalbibliotheken mit

internationalem Rang; sie ist eine der größten Bibliotheken

Mitteleuropas.

Zahlen: Der Bestand beläuft sich auf etwa 10,36 Millionen Bände

und zahlreiche Handschriftensammlungen.

Kurioses: Seit 1663 müssen von jedem in Bayern erscheinenden

Druckwerk zwei Exemplare an die Bayerische Staatsbibliothek

abgeliefert werden. Übrigens auch jede Ausgabe der Taxi Times

KUNSTAREAL

Superlative: Das Umfeld der Pinakotheken rund um den Königsplatz gilt

mit seiner Zusammenballung von Kunst-, Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen

auf 66 Hektar als einmalig; hier befinden sich 16 Museen,

Ausstellungshäuser, 40 Galerien und sechs Hochschulen.

Zahlen: Die Alte Pinakothek umfasst europäische Malerei vom 13. bis zum

18. Jahrhundert; die Neue Pinakothek umfasst europäische Malerei und

Skulptur vom 18. bis 19. Jahrhundert; die Pinakothek der Moderne umfasst

internationale Malerei, Skulptur und Fotographie des 20. und 21. Jahrhunderts

sowie eine Sammlung für Design, Grafik und Architektur. Das

Museum Brandhorst umfasst eine Privatsammlung moderner Malerei.

Kurioses: In der Südfront der Alten Pinakothek befindet sich in der Mitte

die sogenannte Plombe, mit der die Fassade nach den Schäden des

Zweiten Weltkriegs restauriert wurde.

STÄDTISCHE GALERIE IM LENBACHHAUS

FOTOS: Bayerische Staatsbibliothek H.-R. Schulz, Pinakotheken, Lenbachhaus, Propyläen

PROPYLÄEN

Superlative: Die Städtische Galerie im Lenbachhaus wurde 1929 in der

ehemaligen Künstlerresidenz Franz von Lenbachs eröffnet. Seine Witwe Lolo

von Lenbach hatte das Anwesen 1924 der Stadt München zum Kauf

angeboten, mitsamt Inventar und Werken.

Zahlen: Das Lenbachhaus besitzt 28 000 Kunstwerke.

Bemerkenswertes: Seinen Weltruhm verdankt das Lenbachhaus der einmaligen

Sammlung von Werken der Gruppe „Der Blaue Reiter“ mit Bildern von Wassily

Kandinsky, Franz Marc, Alexej Jawlensky, Gabriele Münter, August Macke,

Marianne von Werefkin und Paul Klee.

Superlative: Das Denkmal ist ursprünglich dem griechischen Freiheitskampf gewidmet;

zum 225. Geburtstag des Architekten Leo von Klenze wurde eine Sonderbriefmarke

mit den Propyläen herausgebracht.

Zahlen: Vom Plan bis zum Bau sind 30 Jahre vergangen, da man sich hinsichtlich

der Finanzierung nicht einig war. Letztlich wurden die Propyläen dann aus privaten

Mitteln von Ludwig I. erbaut.

Bemerkenswertes: Die erste deutsche Science-Fiction-Serie „Raumpatrouille Orion“

wurde bei den Propyläen gedreht. Die Tiefseebasis 104 ist der leer geräumte Königsplatz,

der damals noch mit großen Granitplatten belegt war.

TAXI FEBRUAR / MÄRZ / 2018

15


Feiern und

genießen

hinter historischer

Fassade.

T O U R IS T E N -TI P P

EVENTLOCATION FÜR JEDERMANN

Das Lovelace, unter anderem auch Veranstaltungsort des DLD, hat im Herzen von

München einen besonderen Platz gefunden. Mit einem ungewöhnlichen Konzept

wollen sich die Organisatoren abheben.

Für den Umbau der alten Bayerischen

Staatsbank sind rund 1,5 Millionen

Euro geflossen. Das mag für eine

4 800 Quadratmeter große Eventlocation

sicher eine normale Summe sein, ungewöhnlich

ist jedoch die auf zwei Jahre

beschränkte Nutzungsdauer. Das Lovelace

ist also eigentlich eine klassische Zwischennutzung

– jedoch mit ganz vielen

Superlativen.

FRÜHER WAR ES EINE

KÖNIGLICHE FILIALBANK

Das Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts

als Königliche Filialbank erbaut. 2005

hat die HVB das Gebäude entkernt und

nach dem Wiederaufbau als Vorstandssitz

genutzt. Nach dem Verkauf an den jetzigen

Eigentümer stand das Gebäude zunächst

leer, bevor ein Team rund um das Münchner

Urgestein Michi Kern ein Konzept für

die Zwischennutzung entwickelte. Obwohl

das Gebäude rund 30 Hotelzimmer beherbergt,

versteht es sich in erster Linie nicht

als Hotel, sondern will auch Eventlocation,

Café, Konzertbühne und Barbershop sein.

Mit einer Politik der offenen Tür soll ganz

bewusst ein bunt gemischtes Publikum

angezogen werden. Laut Geschäftsführer

Gregor Wöltje ist der Student, der nur einen

Kaffee konsumiert, genauso willkommen

wie Hotelgäste oder Opernbesucher, die

noch einen Absacker trinken wollen. Große

Events, wie beispielsweise die Konferenz

Digital-Life-Design DLD, runden das Bild

ab. Diese Vielfalt bezeichnen die Lovelace-

Macher als „Hotel Happening“.

Interessant ist auch die Namenspatronin

der Location. Bei ihr handelt es sich um

Ada Lovelace, eine Mathematikerin, die im

19. Jahrhundert das erste komplexe Programm

für eine virtuelle Rechenmaschine

geschrieben hat. Manch einem kommt

auch die Pornodarstellerin Linda Lovelace

aus den 70er-Jahren in den Sinn. Ein

Gegensatz, mit dem das Lovelace natürlich

spielt. Dieser Gegensatz wird bis zum Ablauf

der Zwischennutzung 2019 auch durch die

verschiedenen Geschäfte, die das Lovelace

neben dem Hotel beherbergt, unterstrichen.

Man kann zum Boxen gehen, danach seinen

Bart stutzen lassen oder bei einem Caffè

Latte die Aussicht über München genießen.

Man kann sich auch zwei Stunden vor dem

Gebäude aufstellen und pfeifen . aber das nur

zu wirklich besonderen Anlässen… sg

Der Ruhepol: Aus Vorstandsbüro wird Hotelzimmer.

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ISARFUNK TAXIZENTRALE

BESUCH VON DER

WIRTSCHAFTS-EXPERTIN

Uber bleibt für die Münchner Taxifahrer ein Ärgernis, bilanziert

der »Münchner Merkur« in einem ausführlichen Artikel Anfang

des Jahres. Vorausgegangen war ein persönlicher

Besuch der Autorin in der IsarFunk Taxizentrale.

FOTOS: Taxi Times

In die Wege geleitet hatte das Treffen

Taxiunternehmer Horst Wiegand. Er

hatte sich über einen im November

erschienenen Beitrag im „Münchner Merkur“

zu Uber geärgert. Allzu unkritisch wurde dort

der Werdegang des US-Unternehmens dargestellt.

Also schrieb Wiegand eine Mail an

die Wirtschaftsredaktion und zählte die

Gefahren der App auf, deren Geschäftsmodell

die sozialen Komponenten einer Fahrtenvermittlung

nicht mehr gewährleisten

kann: Preissicherheit, 24-Stunden-Verfügbarkeit

und Beförderungspflicht.

Das Taxi hingegen erfülle diese gesellschaftspolitischen

Anforderungen und

brauche sich auch hinsichtlich seiner digitalen

Angebote hinter keinem Start-up zu

verstecken. Wie modern heutige Taxizentralen

agieren, könne man jederzeit am

Beispiel der IsarFunk Zentrale veranschaulichen.

Wiegand knüpfte daran gleich eine

Einladung zur Zentralenbesichtigung.

Eine Einladung, die Corinna Maier

annahm. Die Journalistin leitet das Ressort

Wirtschaft beim „Münchner Merkur“ und

traf sich mit IsarFunk Geschäftsführer Christian

Hess und TVM-Vorstand Florian Bachmann

zum Gespräch. Fast zwei Stunden

lang wurden Standpunkte ausgetauscht

v. l. n. r.: Florian Bachmann (TVM), Corinna Maier

(„Münchner Merkur“) und Christian Hess (IsarFunk)

und Wissenslücken ergänzt, referierten

beide über den täglichen „Kampf der Taxler

gegen Uber“ (was später die Headline

des Artikels werden sollte).

Dazu zählt, dass die Uber-Fahrer die Gesetze

unterlaufen, dass die Kollegen als Hilfspolizei

agieren, indem sie die Verfehlungen

täglich dokumentieren und zur Anzeige

bringen. Dass jene Kollegen die immer

gleichen Kennzeichen notieren von Fahrzeugen,

die vor Hotels warten, am Flughafengelände

kreisen oder in zweiter Reihe

parken.

DIE WAHRHEIT ÜBER DIE

SHARING-IDEE

Dies alles seien klare Indizien für den

Verstoß gegen die gesetzlich vorgeschriebene

Rückkehrpflicht, sagen Bachmann

und Hess und Frau Maier berichtet dann

auch genau so im Artikel. Das ist eine

wichtige Aufklärung für Tausende Leser

des „Münchner Merkur“.

Ebenso wie die Wahrheit über die Sharing-Idee,

die mit Mietwagen ohne Sondergenehmigung

gar nicht erlaubt ist, weil

diese Fahrten nur im Ganzen anbieten dürfen.

„Uber ist kein Taxi“, betonte Bachmann.

Das zu schreiben, sei schlichtweg falsch.

Im Artikel des „Münchner Merkur“ steht

es deshalb korrekt: Uber darf aus juristischen

Gründen alleine nur Mietwagen vermitteln.

Und Mietwagen wiederum dürfen

keine winkenden Fahrgäste aufnehmen.

Eine Uber-Sprecherin gibt im Beitrag zu

Protokoll, dass sie diese Regelung für veraltet

hält, ebenso wie die Rückkehrpflicht.

Doch Bachmann hat die passenden Gegenargumente:

Mietautos, die nicht zurückkehren,

würden sich stattdessen irgendwo in

der Stadt aufstellen. Oder auf der Suche

nach Fahrgästen im Verkehr herumkreisen.

„Dann könnte man auch Taxifahrern nicht

mehr verbieten, sich außerhalb der offiziellen

Standplätze aufzustellen, wenn normale

Parkplätze attraktiver erscheinen“,

wird Bachmann im Artikel zitiert. Weniger

Die Wahrheit über Uber,

nachzulesen im „Münchner Merkur“

Parkraum, mehr Verkehr wären die Folge.

Das wissen jetzt auch die „Merkur“-Leser.

Und dann ist da noch die so wichtige Aufklärung

über die Vorteile der Beförderungspflicht.

Bachmann berichtet vom

Selektionsverfahren bei Uber. Eine Fahrtbestellung

von der Taxizentrale (Rosenheimer,

Ecke Friedenstr.) zum Hauptbahnhof

wird vermittelt, bei einer Kurzstrecke zum

Ostbahnhof steht kein Auto zur Verfügung.

„Die Regulierung des Gewerbes ist im

Sinne des Verbraucherschutzes“, erläutert

Hess und denkt dabei vor allem an die

Krankenfahrten für alte Leute und Rollstuhlfahrer.

„Wie soll das gehen mit der

Philosophie, die hinter dieser App steht?“

Wie wahr. Und wie wichtig, dass alle diese

Punkte auch einmal in der Zeitung standen.

Dank an die Autorin Corinna Maier für die

ehrlichen Zeilen und Dank an Horst Wiegand

für sein Engagement. jh

TAXI FEBRUAR / MÄRZ / 2018

17


ISARFUNK TAXIZENTRALE

ISARFUNK-GESCHÄFTSFÜHRER

CHRISTIAN HESS:

BEDROHUNG DURCH APP-ANBIETER BLEIBT

»WIR GEBEN

NICHT NACH!«

Nach den erfolgreichen Aktionen gegen Uber darf die Branche

in ihrer Wachsamkeit nicht nachlassen. Uber ist nicht

der einzige Gegner.

Ähnlich wie Uber haben sie die technischen Möglichkeiten

und das Geld für Marketing, jedoch verstehen

sie eher, wie Taxi geht.

KARL-HEINZ MAYER: Uber ist vom EuGH in die Schranken

gewiesen worden, die Taxler zeigen endlich Flagge gegen

Uber – und dennoch will Uber erneut

in Deutschland angreifen: eine „Neverending-Story“?

CHRISTIAN HESS: Das hört sicher nicht

auf, dazu ist der Erfolgsdruck auf deren

Seite zu groß. Solange sie illegal arbeiten,

müssen wir sie mit allen Mitteln bekämpfen.

Und wenn sie mit legalen Mitteln operieren,

müssen wir beweisen, dass wir besser sind. Zudem muss

klar sein: Uber hört nicht auf, mytaxi verschwindet auch nicht plötzlich

vom Markt. mytaxi könnte in nächster Zeit das größere Problem

für uns werden.

»mytaxi ist

länger im Markt

und hat Daimler

im Rücken.«

mytaxi will jetzt ja auch Taxi-Sharing, das Teilen von Taxis,

vorantreiben. Wie groß ist die Gefahr fürs normale Taxi,

Geschäft zu verlieren?

Wenn man nur aufs Sharing sieht, nicht

groß. Vergessen wir nicht, wir waren die

Ersten, die am Flughafen München mittels

der App Colexio das Teilen von Taxis

getestet haben. Das Ergebnis kennen wir.

Dennoch glauben wir, dass Taxi-Sharing

bald kommen wird. Wenn wir das ignorieren,

werden wir bei der Zielgruppe der

Jüngeren weiter Marktanteile verlieren. Wenn wir uns jedoch

beim Marketing in diesem Punkt von mytaxi helfen lassen

und die Funktion mit taxi.eu zielstrebig einführen, ist das eine

Chance für uns alle.

Warum?

Zum einen arbeitet mytaxi mit Taxiunternehmen zusammen und

operiert, nicht weniger als Uber, an der Grenze zur Legaliät – und

was über die Grenze geht, wird vor Gericht ausgesessen. Zum

anderen ist mytaxi länger im Markt und hat Daimler im Rücken.

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Weshalb ist das Ignorieren von Taxi-Sharing ein Grund, die

jungen Fahrgäste zu verlieren?

Ganz einfach: Da kommt die Technik mit etwas Geiz und der

Einstellung der Jüngeren wunderbar zusammen. Praktisch jeder

unter 30 nutzt sein Smartphone und seine Apps intensiv. Die

Idee, etwas zu teilen, ist dieser Generation sofort ersichtlich.

Sharing ist nun mal in Mode. Und günstig Taxi zu fahren, ist

für niemand verkehrt – vor allem für die Jüngeren nicht. Taxi-

Sharing spielt für die Älteren, zum Beispiel für Geschäftsleute,

nicht diese Rolle, das haben wir mit Colexio am Flughafen

gelernt. Sharing ist jetzt in den Medien sehr präsent, und wir

sollten dabei sein, auch wenn diese Art, Taxi zu fahren, ihre

Startschwierigkeiten haben wird.

Welcher Art?

Lassen wir mal die behördliche Seite weg. Taxi-Sharing braucht

eine kritische Masse an Nutzern. Und der gesamte Prozess muss

richtig organisiert sein. Dazu gehört nicht nur die Technik, die

im Hintergrund blitzschnell und zuverlässig Routen berechnet.

Auch die Taxifahrer müssen damit umgehen lernen. Damals, nach

den negativen Erfahrungen am Flughafen, haben wir überlegt,

dass Taxi-Sharing etwas für die Feierbanane in München wäre.

18 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI


ISARFUNK TAXIZENTRALE

»Die haben den

Vorsprung beim

Marketing, wir

beim Service.«

Die Vorstellung,

was passiert,

wenn nachts um

eins zehn Anwender

aus einer Gruppe

von 20 Club-Besuchern,

vermischt mit knapp 30 Passanten, auf

geteilte Taxis warten, hat uns dann doch zögern lassen.

Ist der Service also noch immer nicht marktreif?

Technisch ist er marktreif, die Funktion ist für unsere App

taxi.eu ebenfalls programmiert. Wir werden zusammen mit den

Unternehmern und Taxifahrern daran arbeiten, dass wir Taxi-

Sharing Schritt für Schritt solide einführen. In diesem Punkt

müssen wir genauso zusammenhalten wie bei anderen Dingen.

Wir müssen mehr zusammenhalten und uns einig sein, wohin

wir marschieren.

Wohin geht die Reise für uns alle?

Wir alle zusammen, die Zentralen, die Taxiunternehmer und die

Taxifahrer, wissen, wie Taxi geht – vor allem wissen wir, was

beim Taxifahren alles schiefgehen kann. Das lernen die Wettbewerber

gerade erst. Man muss nur mal mytaxi googeln und sich

die Google-Bewertungen durchlesen. Da finden Sie alle Klassiker

unseres Geschäfts: Taxi nicht gekommen, falsch gefahren, vermülltes

Auto, grantiger bis unverschämter Fahrer und so weiter.

Die anderen haben den Vorsprung in Technik und Marketing,

den müssen wir aufholen. Wir haben den Vorsprung bei Service

und Qualität, den dürfen wir keinesfalls aufgeben, und wir müssen

immer besser werden.

Letztere beeinflussen Politiker, die zum Teil keine taxispezifischen

Kenntnisse haben, mit ihren Ideen der Deregulierung.

Das Taxi an sich kann keiner so schnell abschaffen, aber die

Konzessionsbeschränkung und die Rückkehrpflicht, und damit

wird man alles weiter zersplittern. Das Problem unserer Branche

war ja immer schon, dass hier viele einzelne Marktteilnehmer

unterwegs sind. Eine MVG kann man viel leichter kontrollieren.

Denselben, die Deregulierung wollen, muss man aber vor Augen

halten, dass Deregulierung noch mehr Marktteilnehmer u

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Oder man schafft das Taxi von behördlicher Seite ab und

ersetzt alles durch Kleinbusse – die am Ende auch noch

autonom, also ohne Fahrer, fahren.

Hinter dieser Bemerkung stecken zwei Problemfelder. Das erste

hat sicher mit einer gewissen Gereiztheit aufseiten der Behörden

und politischen Entscheider zu tun. Taxi ist zwar Teil des

ÖPNV, aber doch nur ein Anhängsel. Jetzt wird es gerade lästig.

Rückkehrpflicht der Mietwagen, Ortskundepflicht, Konzessionsstopp

– das würden zwar auch manche Beamte gerne so belassen,

dafür sind die Newcomer in der Mobilität aber zu aktiv.

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TAXI FEBRUAR / MÄRZ / 2018

19


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Presserechtlich verantwortlich für diese Seiten:

Christian Hess

Redaktion:

Karl-Heinz Mayer (khm), Essential Media

GETEILTE ANSICHTEN AUS DEM VERTRIEB

Sharing von Taxis ist cool und gut für die Umwelt.

Abseits der Marketingsprache bietet sich im Alltag

manchmal ein anderes Bild: Möchte der Vertriebsleiter,

dass bei dem Handy-Telefonat mit seinem A-Kunden

fünf Wettbewerber von der Konkurrenz mithören? Hat

er es finanziell nötig, sich das Taxi zu teilen? Und wehe

dem Taxifahrer, der an der Münchner Feierbanane

oder nach dem Helene-Fischer-Konzert sein Grüppchen

alkoholisierter Spaßvögel zusammensuchen darf.

Sharing als Schnitzeljagd mit ungewissem Ausgang?

Weiter:

Nicht jede Taxikundin wird es gut finden, wenn ein

angetrunkener Youngster ihre Privatadresse kennenlernt.

Warum also wird das Sharing so gehypt? – Weil

damit noch mehr Daten gewonnen werden: Wer fährt

wann wohin? Sogenannte Big Data also. Auf dem Weg

zum Robotertaxi sind diese Daten sehr wertvoll. In Verbindung

mit den Nutzerprofilen aus den Netzwerken

und den elektronischen Spuren von Handys sind sie

sogar Gold wert: Konsumangebote maßgeschneidert

und ortsgebunden, eingebettet in einen monopolisierten

urbanen Individualverkehr – fest in der Hand von

Großkonzernen. Darüber sprechen Verkehrsexperten

allerdings nicht.

Jürgen Dinter

schafft. Das ist gut so, wenn durchdachte Gesetze und Bestimmungen

vorhanden sind, und nicht ein Rechtsfreiraum, in dem

Digital-Cowboys mit ihrem Revolver die Regeln machen.

Okay, aber autonome Fahrzeuge haben zumindest den lästigen

Menschen am Lenkrad abgeschafft, nicht wahr?

Selbst ein Herr Mönch von mytaxi glaubt nicht, dass Robo-Taxis

so schnell kommen werden. Er sagt ganz richtig, dass es auch in

20 Jahren noch Taxifahrer geben muss. Autonomes Fahren mag

schnell für Lkw auf der Autobahn kommen, und zwar als dicht

fahrender Konvoi, ein Fahrer sitzt dann trotzdem drin. In zehn

Jahren fahren vielleicht Robo-Busse auf dem Land, und zwar nur

dann, wenn das Wetter einigermaßen gut ist und die Straßen

einwandfrei markiert und in gutem Zustand sind. In der Stadt,

mit ihrem Gewusel und den täglich sich ändernden Bedingungen,

brauchen Sie schon eine künstliche Intelligenz als Fahrer,

damit das Robo-Taxi funktioniert. Und „künstliche Intelligenz“

ist derzeit auch so ein Modewort. Mindestens diese Generation

von Taxifahrern wird noch ihr Auskommen haben, und wenn wir

es richtig anstellen, wird Taxifahren weiter ein interessanter Job

in der Zukunft sein.

Was müssen wir richtig anstellen?

Weiter so gut zusammenhalten wie in letzter Zeit. Dann hat

der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband BZP auf politischer

Ebene einiges zu tun. Parallel wollen wir in München an dem

arbeiten, was wir begonnen haben: weiter den besten Service

bieten; danach trachten, unsere Flotte wirklich aufs Pflichtfahrgebiet

auszudehnen, ohne Umsatzverlust für die Stammfahrer;

unsere App taxi.eu verbreiten, auch über die Fahrer und im Taxi;

alle modernen Features von taxi.eu Schritt für Schritt umsetzen;

weiter den Einstieg in die Elektromobilität suchen; das Inklusionstaxi

umsetzen; konsequent dranbleiben, dann klappt das

schon mit dem Taxi der Zukunft.

Das Interview führte Karl-Heinz Mayer.

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20 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI


SAG MAL, KOLLEGE...

Tags oder nachts? Finderlohn? Wer ist Blitzerkönig und wer mag

Hellelfenbein? Kollege Simi wollte es auf Facebook wissen – und bekam

ehrliche Antworten.

1. WER SIND DIE BLITZERKÖNIGE AUF FACEBOOK?

5. WARST DU MIT DEINEM UMSATZ 2017 ZUFRIEDEN?

„Oft genug. Kriege vom

Blitzerfoto allein schon Herpes.“

Hilmi T.

Ja, bin zufrieden

45% 40% 15%

Ja, aber es wird

von Jahr zu Jahr

schwieriger

2017 ist Geschichte.

Was zählt, ist 2018

· Die größten Spender zur Sanierung des Landeshaushalts sind Fatih

Ö. und Imdat S.

· Die weißeste Weste tragen Detlef S., Beyhan M. und Petra W.

· Ein Berliner wird so oft geblitzt, dass er den Spitznamen „Radar“ hat.

2. SOLLTEN ALLE TAXEN DIE

FARBE „HELLELFENBEIN“

HABEN MÜSSEN?

· Ja – 73%

· Nein – 27%

73%

27%

3. EIN FAHRGAST HAT 1.800 EURO

IN DEINEM TAXI LIEGEN LASSEN.

WAS MACHST DU?

· Inan K.: „Kommt ganz drauf an, wie der

Fahrgast drauf war. Wenn er sich schlecht

benommen hat, würde ich das Geld spenden.“

· Vedat K.: „3.800 Euro gefunden und abgegeben. 5 Euro als Dank

vom Fahrgast erhalten!“

· Caglayan M. „Urlaub.“

4. VERSTEUERUNG DES TAXIS: FAHRTENBUCH ODER

EIN-PROZENT-METHODE?

· 1-%-Methode – 40%

· Fahrtenbuch – 60%

Der Berliner Kollege

Ahmet O. verzichtet

seit dem Einbau eines

Fiskaltaxameters auf

die 1-Prozent-Methode.

Im Softwarepaket für

die Datenauswertung ist

auch ein elektronisches

Fahrtenbuch enthalten.

6. WELCHE IST DEINE LIEBLINGS-TAXI-MARKE?

· Platz 1: Mercedes

· Platz 2: Volkswagen

· Platz 3: Toyota

· Platz 4: Opel

· Platz 5: Ford

7. FÄHRST DU GERNE AM TAGE ODER

IN DER NACHT?

· Am Tage – 60%

· In der Nacht – 40%

8. DEINE VORSÄTZE FÜR DAS JAHR

2018?

· Mehr Sport und Bewegung – 35%

· Mehr Zeit für die Familie und Freunde – 25%

· Stress vermeiden / abbauen – 25%

· Gesünder ernähren – 10%

· Mehr Zeit für mich selbst – 5%

„Gute Vorsätze?

Nö, ich habe genug Stress von

außen, da stresse ich mich doch

nicht auch noch selbst!“

Ute V.

60%

40%

Taxi-Times-Redakteur Hayrettin Şimşek, genannt Simi, veröffentlichte

die Fragen bei „Almanya TaXicileri“, einer der größten Taxi-Facebook-Gruppen

, „Almanya TaXicileri“ mit über 5.000 Mitgliedern.

TAXI FEBRUAR / MÄRZ / 2018

21


Die Stadt München fördert die Anschaffung eines E-Taxis. Der Münchner E-Taxitag liefert

umfangreiche Informationen zu dieser neuen Antriebsart.

ELEKTRO-TAXIS: ZEIGEN,

FAHREN UND DISKUTIEREN

Beim Münchner E-Taxitag am 27. Februar können »Stromer« zur Probe

gefahren werden. Zeitgleich erklärt ein Workshop die Technik und logistische wie

politische Hürden kommen zur Sprache.

Auf die Taxiunternehmer aus München

und der Region wartet am

27. Februar im ADAC Prüfzentrum

in der Ridlerstraße 35 ein vielfältiges

Programm rund um das Thema Elektromobilität

im Taxigewerbe. Zwischen 10 und

16 Uhr präsentieren Autohersteller ihre

Elektrofahrzeuge oder zeigen Konzeptmodelle.

Dazu sind alle namhaften Hersteller

eingeladen, ihre Fahrzeuge auch für Probefahrten

zur Verfügung zu stellen. Begleitend

zur Präsentation taxitauglicher

Elektrofahrzeuge und Konzepte finden verschiedene

Workshops sowie eine Podiumsdiskussion

statt. Dabei werden Experten

rund um die verschiedenen Konzepte der

Elektromobilität und deren Infrastruktur

Vorträge halten und im Anschluss für

Fragen zur Verfügung stehen.

POLITISCHES GRUSSWORT

Das Programm mit genauer Agenda ist über

die Homepage www.taxi-times.taxi/taxitermine

abrufbar. Veranstalter des Münchner

E-Taxitags sind der Taxi Times Verlag

und der ADAC Südbayern, unterstützt wird

die Veranstaltung von den beiden Taxizentralen

Taxi München eG und der IsarFunk

Taxizentrale GmbH sowie vom Referat für

Gesundheit und Umwelt. Deren verantwortliche

Referentin Stephanie Jacobs wird um

10 Uhr ein Grußwort sprechen.

Zwischen den Probefahrten und den

Vorträgen haben die Besucher an Infoständen

Gelegenheit zu Einzelgesprächen.

An einem dieser Infostände werden bei-

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UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

FOTOS: Taxi Times

22 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI


E-TAXI

Bühne frei: Wo sonst vom ADAC Fahrzeuge überprüft und bewertet werden, präsentieren

am 27. Februar Fachleute und Hersteller von Elektromobilität ihre Lösungen.

Grußwort: Umweltreferentin Stephanie

Jacobs wird die Veranstaltung eröffnen,

Alexander Kreipl, Geschäftsführer ADAC

Südbayern, ist Gastgeber.

spielsweise auch der ADAC und die Stadt

München über das E-Taxi-Förderprogramm

informieren. Die Versicherungsagentur

FVO wird über die Schadensklassen für

E-Fahrzeuge berichten. Der Gebrauchttaxi-

Spezialist Auto Much aus Bad Tölz wird

vor Ort den Wert des aktuellen (Diesel-)

Modells der Besucher beziffern. Darüber

hinaus ist die Teilnahme von Anbietern

diverser Ladesäulensysteme angefragt und

diverse Start-ups geben Einblick, wie sie

sich das E-Taxi der Zukunft vorstellen.

In der aktuellen Gegenwart bewegt sich

der Gastgeber ADAC mit einer ganz besonderen

Aktion: Mitarbeiter des Prüfzentrums

werden bei den ersten 100 Taxis

kostenlos Scheibenreiniger einfüllen. Der

Gutschein dafür wird am 27. Februar am

Infostand des ADAC erhältlich sein.Der

Eintritt zum Münchner E-Taxitag, eine

begrenzte Anzahl an Parkplätzen und

die Verpflegung sind kostenlos. Für eine

bessere Planbarkeit (auch der Parkplätze)

werden interessierte Taxiunternehmer

und deren Fahrer bzw. Fahrerinnen

gebeten, sich unter e-taxi@taxi-times.taxi

anzumelden.

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Das Inklusionstaxi noch in Zivil.

Da geht’s rein.

INKLUSIONSTAXI FORD

TOURNEO CUSTOM IM TEST

Auch ohne Rollstuhlausstattung ist der Ford im Kleinbus-Format ein gutes, günstiges

Großraumtaxi. Mit Heckausschnitt und Rampe ist er fast universell einsetzbar.

Unternehmen, die über entsprechende

Großraum-Fahraufträge

verfügen, können ihr Angebot mit

der Rollstuhlausstattung erweitern. Um mit

dem Ford Tourneo Custom irgendwo auf

Fahrgäste zu warten, ist der Aufwand zu

groß. Nicht vom Preis her. Er kostet kaum

mehr als die im Taxigewerbe gebräuchlichen

Luxuslimousinen.

Größe, Gewicht und Bauform sorgen für

einen Diesel-Verbrauch von knapp

10 l/100 km. Das geht mit anderen Autos

günstiger, ist aber für einen echten Neunsitzer

mit großem Gepäckabteil ganz gut.

Seine 130 PS haben erst bei voller Zuladung

Sinn. Das leere Auto braucht die nicht. Es

gibt ihn auch mit kleinerem Motor. Solche

Kleinbusse sind meist mit Fenstern und Sitzen

versehene Kleinlaster und haben als

solche ein recht rustikales Fahrverhalten.

Nicht so der Ford Tourneo Custom.

INNENRAUM OHNE FIRLEFANZ

Er fährt erstaunlich zivilisiert, was für die

Behindertenbeförderung ein echtes Plus ist.

Der Innenraum ist praktisch gestaltet, ohne

Firlefanz. Die Vordersitze lassen sich vernünftig

einstellen. Hinten sind immerhin

die Lehnen verstellbar (alles mechanisch

ohne Stellmotoren). Um den Einstieg freizugeben,

müssen Sitze im Fond um- und

weggeklappt werden. Das geht sehr einfach

mittels auffälliger, roter Schlaufen. Idiotensicher!

Hinten sind die Dreipunktgurte in

die Sitze integriert. Kein Rumgebammel

und Geklapper. Vorbildlich! Heizung und

Klimaanlage lassen sich von den Fondsitzen

aus über Schalter im Dachhimmel separat

einstellen. Auch das ist vorbildlich. Der Einstieg

durch die Schiebetüren geht dank

sinnvoll angebrachter Haltegriffe und Trittstufe.

Vorn ist es für weniger bewegliche

Fahrgäste eine Kletterpartie. Der Fahrer sollte

auf alle Fälle aussteigen und behilflich sein,

auch wegen der Schiebetüren, die für unbe-

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FOTOS: Wilfried Hochfeld / Taxi Times

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24 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI


INKLUSION

darfte Fahrgäste immer ein Problem sind. Für

einen Fahrer, der Menschen mit Behinderung

fahren will, ist das sowieso selbstverständlich.

Die Rollstuhlausstattung besteht aus

einem Heckausschnitt mit Klapprampe,

einer Kopf- und einer Rückenstütze für den

Rollstuhlinsassen und diversen zusätzlichen

Haltegurten. Die dritte Sitzbank ist

voll erhalten. Zum Rollstuhltransport wird

sie nach vorn zusammengeklappt. Bei

Bedarf und Platz kann ein Sitz stehen bleiben.

Das Ganze macht einen soliden Eindruck

und lässt sich mit ein wenig Übung

leicht bedienen.

Die Rampe ist mit einem einzigen Hebel

auf-, hoch- und zusammenzuklappen. Die

Haltegurte für den Rollstuhl arretieren

vorne elektrisch, hinten per Drehknauf.

Die Befestigungspunkte der Gurte sind

durch die Platzverhältnisse des Autos vorgegeben.

Und hier gehen die Nickeligkeiten

in der praktischen Nutzung los. Wir

konnten eine Rollstuhlfahrerin für Testfahrten

gewinnen. Sie ist eher klein und

fährt daher einen recht kleinen E-Rollstuhl.

Schon der ließ sich mit den vorgesehenen

Gurten nicht mehr optimal festmachen.

Selbst kleine E-Rollstühle sind länger als

die ohne Antrieb.

Die Befestigungspunkte im Auto sind

dafür nicht weit genug auseinander. Wie

man das mit den verfügbaren Gurtrollen,

die selbst einigen Platz wegnehmen, lösen

könnte, ist ein Rätsel. Das Angurten der

Person im Rollstuhl geht einigermaßen,

hier unter tätiger Mithilfe unserer Testperson.

Eine Höhenverstellung des Schultergurts

wäre wünschenswert. Ebenso wenig

lässt sich die Kopfstütze an die Ausmaße

des Fahrgastes anpassen.

OFFENE WÜNSCHE

Die Behinderten-Einbauten von Kirchhoff

Mobility sind überdurchschnittlich gut

und entsprechen dem Stand der Technik.

Etwas Besseres ist für einen vertretbaren

Preis kaum zu bekommen; trotzdem

bleiben Wünsche offen. Kirchhoff baute

hier eine Kopf- und Rückenstütze ein,

obwohl die nicht vorgeschrieben sind.

Prinzipiell tragen sie sehr zur Fahrgastsicherheit

bei, denn Rollstuhlrückenlehnen

bieten im Auto keinerlei Schutz. Um

optimal wirken zu können, müssten diese

Stützen individuell einstellbar sein. Dafür,

wie auch für die zu viel Platz raubenden

Gurtrollen, gibt es bislang keine technische

Lösung.

Die Insassensicherungssysteme in

Autos der früheren Jahre bestanden aus

einfach festgeschraubten Gurten, die

keine Bewegung mehr zuließen, und starren

Kopfstützen. Bis heute entwickelten

sich daraus vielfach anpassbare, bequeme

Teile. Die Rollstuhlfahrersicherungen

haben eine solche Entwicklung noch vor

sich. Wenn wir schon beim Meckern sind:

Die Stellfläche des Rollstuhls ist aus Platzgründen

Bestandteil der Rampe. Sie fällt

also nach hinten ab, und der Rollstuhlfahrer

sitzt infolgedessen leicht in Rückenlage.

Das wird als unangenehm empfunden.

Ein Rollstuhl ist das Gegenteil von einem

Hochsitz. Durch die niedrige Sitzposition

im Auto reicht der Sichthorizont des Insassen

weder über die Lehnen der Sitze vor

ihm noch über die Unterkante der Fenster.

Er sieht also nichts. Sightseeing im Inklusionstaxi

ist nicht.

Trotz alledem wäre unsere Testperson

– ebenso wie viele andere Rollstuhlfahrer

– glücklich, wenn sie sich einfach mal

schnell eine Fahrgelegenheit wie dieses

Inklusionstaxi bestellen könnte. Der Federungskomfort

des Ford Tourneo Custom

wurde selbst auf den Holperstraßen ihrer

Wohngegend als angenehm empfunden.

Trotzdem sollte man mit Rollstuhlfahrern

immer behutsam fahren. Ihnen fehlt die

Federwirkung des Autositzes, und sie können

oft wegen ihrer Beeinträchtigung die

Fahrbewegungen des Autos nicht aktiv

ausgleichen.

wh

Taxi Times München und

der ADAC Südbayern e.V.

laden alle interessierten

Taxiunternehmer ein

27. Februar 2018

10 bis 16 Uhr

ADAC Prüfzentrum

München, Ridlerstraße 35

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2018

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Mit Unterstützung des Taxiverband München TVM

sowie der beiden Münchner Taxizentralen

Taxi München eG und IsarFunk-Taxizentrale GmbH & Co KG


QUERSCHAU

KASSENKAMPF

UND ZUKUNFTS-

PERSPEKTIVE

Ein kurzer Überblick über die Themen

der aktuellen Taxi Times DACH.

ABOS ANSTATT MERCEDES-

WERBEANZEIGEN

Erstmals nach langer Zeit wird eine

Ausgabe von Taxi Times München

keine Werbeanzeige der Mercedes-

Niederlassung beinhalten. „Aus dem neu

gesetzten und leider auch gekürzten Budget,

welches uns vorgegeben wurde, müssen

wir uns dieses Jahr leider medial

gezielter aufstellen“, heißt es zur Begründung,

warum man in diesem Jahr „aus Kostengründen

somit keine durchgängige

Schaltung für 2018“ in Taxi Times vornehmen

könne.

Der Trend bei Daimler geht immer

mehr in Richtung Mobilitätssparte (siehe

auch unseren Beitrag auf Seite 10), das

führt wohl auch zu Verschiebungen innerhalb

des Werbeetats. Im Vergleich zu den

immensen Werbe- und Marketingsummen,

die vom Daimler-Konzern für die mytaxi-

Werbekampagne an Münchner Litfaßsäulen

kürzlich ausgegeben wurde oder auch

Während in München die

Bemühungen um die finanzielle

Förderung von Inklusionstaxis

Schritt für Schritt realisiert

werden, sind Rollstuhlfahrten im ländlichen

Bereich ein wichtiger Bestandteil

des Tagesgeschäfts. Sofern es sich dabei

um Fahrten zu medizinischen Zwecken

handelt, übernimmt die Kosten die Krankenkasse

des Fahrgastes – oft allerdings

zu Preisen, die weit unterhalb des Taxitarifs

bzw. jenseits der Wirtschaftlichkeit

liegen.

In Nordthüringen gibt es deshalb nun

massiven Ärger bei Krankenfahrten mit

nicht umsetzbaren Rollstuhlfahrern. Die

dortigen Unternehmer haben ihre Einzelverträge

mit den Kassen gekündigt und

über den Thüringischen Landesverband

versucht, einen fairen Rahmenvertrag

auszuhandeln. Warum das bisher erfolglos

blieb und seit Januar gar keine Rollstuhl-

Krankenfahrten mehr durchgeführt werden,

steht in der aktuellen Taxi Times DACH,

die am 28. Februar erscheint.

Dort geht es auch um die Zukunftsperspektiven

für das Taxigewerbe im Hinblick

auf die künftigen Fortbewegungsarten.

Dabei ist es ganz egal, ob man nun nach

Las Vegas auf die Elektronik-Messe CES

zurückblickt oder auf den Taxitag der Handelskammer

in Hamburg. Das autonome

Fahrzeug ist überall Thema Nummer eins.

Wir zeigen, warum.

jh

für die zahlreichen Gutschein-Aktionen

(die von einem Kölner Gericht als unzulässig

eingestuft wurden), ist der Werbeetat

für sechs Anzeigen in Taxi Times München

kaum erwähnenswert.

Für ein Magazin wie Taxi Times München

stellt eine Jahresbuchung eines

Automobilkonzerns dagegen einen nicht

unerheblichen Teil des Gesamtbudgets

dar. Die Summe entspricht der Zahl von

knapp 400 Lesern, die ein Jahresabonnement

(26 Euro) abschließen. Unseren

Abo-Hinweis finden Sie auf der gegenüberliegenden

Seite. Im Gegenzug für die

Leser unterstützung versprechen wir, dass

wir unser Budget weiterhin ungekürzt

dafür nutzen werden, um die Münchner

Taxiunternehmerinnen und -unternehmer

sowie deren Fahrerinnen und Fahrer auch

2018 wieder über alle wichtigen Taxithemen

zu informieren. Der Herausgeber

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH,

Frankfurter Ring 193 a

80807 München, Deutschland

Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 91

Fax: +49 (0)89 / 215 48 30 79

E-Mail: info@taxi-times.taxi

Internet: www.taxi-times.taxi

Geschäftsführung: Jürgen Hartmann

Bankverbindung

Stadtsparkasse München

BLZ 70150000, Kontonummer 1003173828

IBAN: DE 8970 1500 0010 0317 3828

BIC: SSKMDEMM

UST-ID: DE293535109

Handelsregister: Amtsgericht München

HRB 209524

Redaktion (tt)

V.i.S.d.P.: Jürgen Hartmann (jh),

Simon Günnewig (sg),

Philipp Rohde (prh), Nicola Urban (nu),

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Florian Bachmann (fb),

Wilfried Hochfeld (wh)

Karl-Heinz Mayer (khm),

Grafik & Produktion

Katja Stellert (Artdirektion),

Martina Jacob,

Iris Lutterjohann,

Raufeld Medien GmbH,

Paul-Lincke-Ufer 42/43, 10999 Berlin

Telefon: +49 (0)30 695 665 936

Anzeigenleitung, Online-Verkauf

und Vertrieb

Elke Gersdorf, e.gersdorf@taxi-times.taxi

Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 92

Fax: +49 (0)89 / 14 83 87 89

Druck

Chroma Druckerei, Przemysłowa 5,

68-200 Żary, Polen

Erscheinungsweise 6 x pro Jahr

Heftpreis 3,50 €, ISSN-Nr.: 2367-3850

Weitere Taximagazine aus dem Verlag:

Taxi Times DACH

Taxi Times Berlin

Die IsarFunk Taxizentrale GmbH & Co KG

und der Taxiverband München e. V. (TVM)

bekommen in Taxi Times München eigens

gekennzeichnete Mitteilungsseiten,

für deren Inhalte die beiden Genannten im

Sinne des Presserechtes selbst verantwortlich

sind.

26 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI


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der Schweiz und immer auch mit einem Blick auf die internationale Taxi-Szene. Was

machen die anders, welche Entwicklungen kommen auch auf uns zu?

Für das regional agierende Taxigewerbe bieten wir mit Taxi Times die Möglichkeit, sich

auch über die regionalen Grenzen hinaus zu informieren. Durch eine hohe Kompetenz –

unsere Redakteure stammen größtenteils selbst aus der Taxibranche – informieren wir

stets mit dem Blickwinkel aus dem Gewerbe für das Gewerbe. Taxi Times zeigt, wie auf

die großen Veränderungen und auf politisch motivierte Gesetzesregelungen reagiert

wird, und hält Sie über die Entwicklung neuester Techniken auf dem Laufenden.

Es wird Zeit, sich bei der Suche nach Lösungen untereinander zu vernetzen, es wird

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