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Taxi Times München - Februar 2018

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PERSONEN »WER SICH

PERSONEN »WER SICH WEGDUCKT, MUSS VERLIEREN« Hans Meißner (2. v. l.), hier bei einem Treffen mit Wiener Kollegen im Januar 2018, hält immer noch Kontakt zum Taxigewerbe. Hans Meißner, ehemaliger Vorstand der Taxi München eG, schildert in einem Leserbrief an Taxi Times seine Sicht auf Uber und spricht seinem Gewerbe Mut zu. Der Bericht der Taxi Times über die Taxidemo gegen Uber und Clones ist ein kräftiges und überfälliges Lebenszeichen des Taxigewerbes. Den Organisatoren, den Rednern, allen voran Herrn Alt-OB Ude, der seinen Geburtstag opferte und allen Teilnehmern gilt meine vollste Anerkennung. Der Vorwurf, die Aktion sei zu spät, geht an diese Mitstreiter zu Unrecht. Es ist eine Schande , dass die Initiatoren der Demo um Spenden betteln gehen mussten, um auf unsere Existenzsorgen und die fatalen Folgen für unsere Fahrgäste sowie die Untätigkeit der zuständigen Behörden hinzuweisen. Die Pflicht wirtschaftlich starker Gewerbeorganisationen ist es, die über ein volles Jahrhundert von uns Mitgliedern erwirtschafteten Vermögenswerte mit effektiver Pressearbeit und allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Abwehr der unlauteren Konkurrenz einzusetzen. Alle Kollegen müssen über den Stand der Maßnahmen informiert, mitgenommen und es muss ihnen Zuversicht vermittelt werden. Die Existenz von Tausenden Unternehmen, Fahrern und deren Angehörigen wird durch Tagelöhner und Hasardeure vernichtet. Das Taxigewerbe ist nur der Einstieg für Uber und Clones. Die Taktik ist simpel, Rechtsbrüche werden so nachhaltig und massiv begangen, bis sie von fortschrittsgläubigen Träumern, auch Politikern, als normal empfunden werden und die Rechtsgrundlagen geändert werden. Dass dabei unsere Kunden, Alte, Kranke und Bürger, die auf unsere Dienste angewiesen sind, und auch unsere Arbeitsplätze vor die Hunde gehen, wird erst bemerkt, wenn nichts mehr funktioniert und alles zu spät ist. Die Spekulanten und Ausbeuter aus San Francisco sind bis dahin über alle Berge. GEWERBE MUSS DRUCK MACHEN Wer jetzt nicht aufsteht und sich mit Gleichgesinnten solidarisiert, muss verlieren. Ein Anfang ist gemacht. Den Teilnehmern an der Demo, der Taxi Times und den Politikern sind Dank und Anerkennung auszusprechen. Es liegt am Gewerbe, weiterhin mit bestem Service aufzutreten und Druck zu machen. Heuer sind Landtagswahlen und dieses Mal braucht jede Partei jede Stimme. Euer Hans Meißner GRUSSWORT ZUM TAXI-PROTEST Zur nebenstehenden Taxidemo zum Aufritt des Uber-Chefs Dara Khosrowshahi bekamen die Veranstalter verbale Unterstützung des Grünen-Politikers Markus Ganserer. Venczel_02-2016.qxp_Layout 1 03.02.16 16:15 Seite Markus Ganserer Verkehrsmedizinische Untersuchungen in Schwabing Dr. Josef Venczel Dr. Marta Venczel Betriebsärzte Adelheidstraße 23 80798 München Tel.: 2729460 Fax: 27294614 Handy: 0172/8916575 www.arbeits-med.de Alle med. Untersuchungen für den Erwerb und die Verlängerung des P-Scheins Auch wenn ich heute aus terminlichen Gründen in Nürnberg gebunden bin und sie bei Ihrer Demo leider nicht unterstützen kann: Seien Sie sich aber meiner Unterstützung in Ihrer Sache sicher. Wenn die „neuen Realitäten“ der Digitalisierung darin bestehen, dass Konzerne wie Uber unter Missachtung demokratischer, rechtsstaatlicher Prinzipien und gültiger Gesetze skrupellos ihre Geschäfte machen, und das ohne Rücksicht auf Kleinunternehmer und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, dann werden wir das Vertrauen, Werte und Optimismus in der Gesellschaft nicht dadurch zurückerobern, dass wir diese Realitäten anerkennen. Wir müssen deshalb unsere Kräfte bündeln und aktiv mit mehr Kontrolle und entschieden gegen illegale Geschäftspraktiken vorgehen und diese gesellschaftlich gefährdende Entwicklung unterbinden. Herzliche Grüße, Markus Ganserer Markus Ganserer sitzt für die Partei Die Grünen im Bayerischen Landtag und agiert unter anderem als Sprecher für Mobilität. FOTO: Taxi Times, Die Grünen 4 FEBRUAR / MÄRZ / 2018 TAXI

TITELTHEMA Gegenüber ging es gegen Uber: Vor dem Gebäude der Alten Bayerischen Staatsbank versammelten sich Münchner Taxler zum Protest. Wichtige Öffentlichkeitsaufklärung: TVM-Vorstand Florian Bachmann im Interview mit einem Reporter des Bayerischen Rundfunks. TAXI PFEIFT AUF UBER Während der Uber-CEO Dara Khosrowshahi auf einer Digital-Konferenz in München sprach, protestierten bei strömendem Regen Münchner Taxifahrerinnen und Taxifahrer vor der Türe. FOTOS: Stefan Huber / IsarFunk Es war ein Tag mit hoher Symbolkraft. Drinnen und draußen. Drinnen eine prominent besuchte und exquisite Digital-Konferenz, draußen im strömenden Regen Münchens Taxifahrerinnen und Taxifahrer. Rund 100 Kolleginnen und Kollegen hatten sich zu einer kurzfristig vom Taxiverband München TVM organisierten Demonstration in der Prannerstraße versammelt. Ausgerüstet mit vom Chef der IsarFunk Taxizentrale, Christian Hess, persönlich verteilten Trillerpfeifen, sendeten sie rund 90 Minuten lang eine klare Botschaft an den Veranstalter, was sie von einem der dort eingeladenen Redner halten: wenig bis gar nichts. Oder, um bei der Symbolik zu bleiben: Münchens Taxifahrer pfeifen auf Uber. Jener Redner war nämlich kein Geringerer als der oberste Uber- Chef, Dara Khosrowshahi. Er sollte drinnen die Gelegenheit bekommen, über „the next chapter“, das nächste Kapitel, zu sprechen. Draußen standen die Münchner Taxler mit ihrer klaren Botschaft: Für die bisherigen Kapitel der Uber-Geschichte gibt es nur eine passende Headline: Uber missachtet bestehende Gesetze. Anders als bei der großen Münchner Taxidemo im Oktober 2017 mit 1 400 Taxis hatten die Veranstalter diesmal bewusst auf eine Sternfahrt und Verkehrsbehinderungen verzichtet. Es sei wichtig gewesen, am Ort des Geschehens präsent zu sein und dort den Gegenpol zur heilen Uber-Welt zu setzen, betonten die Veranstalter. Und zu zeigen, dass die digitalen Veränderungen längst am Willen und den Bedürfnissen der Gesellschaft vorbeigehen. Die Digital-Konferenz wird vom Münchner Burda-Verlag veranstaltet (dort erscheint unter anderem das Politik-Magazin „Focus“), der Uber-Chef Khosrowshahi wurde bei seinem Gastauftritt von der Bild-Chefredakteurin Tanit Koch interviewt. MIKROS UND KAMERAS Wo also Medien und Verlagshäuser dermaßen unkritisch mit fragwürdigen Unternehmen umgehen, war es den Taxiverantwortlichen besonders wichtig, auch die Gegenargumente möglichst medienwirksam zu platzieren. Deshalb wurden im Vorfeld eine Pressemitteilung an die Tagespresse verschickt und Journalisten eingeladen. Berichtet haben im Fernsehen ntv und der Bayerische Rundfunk, geschrieben haben alle Münchner Tageszeitungen. Dadurch konnte einer breiten Öffentlichkeit das in Erinnerung gerufen werden, was auf der Konferenz erwartungsgemäß nicht deutlich genug wurde: Ubers Erfolg basiert auf illegalen Praktiken und gefährdet damit weiterhin die Existenz des Taxigewerbes. Solange das so bleibt, pfeifen Münchner Taxifahrerinnen und Taxifahrer auf Uber. jh ER -TAX GmbH Taxameterdienst & Taxi-Ausrüstung Frankfurter Ring 97 · 80807 München Telefon 089 30748047 Ihr Ansprechpartner: Günther Kurrer (GF) kontakt@er-tax.de • Spiegeltaxameter • Taxi-Dachzeichen • Cey-System • Sprechfunkgeräte • Datenfunk-Systeme • Taxi-Notalarmanlagen • Quittungsdrucker • Lichtschranken-/Sitzüberwachung • Konformitätsbewertung ER-TAX – für Ihren Erfolg UNTER STÜTZER DES TAXI GEWERBES TAXI FEBRUAR / MÄRZ / 2018 5

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