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Taxi Times München - Juni 2018

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Hinter www.faires-taxi.de stehen Ricardo und Alexandra Eismann sowie Andreas Kock (Mitte). UNTERSTÜTZUNG FÜR EIN FAIRES TAXI Münchens Taxikolleginnen und Taxikollegen werden nicht müde, gegen das Uber- Unrecht anzukämpfen. Drei von ihnen haben nun eine Homepage gestartet. Alexandra Eismann, ihr Mann Ricardo und Andreas Kock sind seit zwei Jahrzehnten selbst fahrende Einzelunternehmer im Taxigewerbe. Sie kämpfen wie viele andere Münchner Taxler gegen Fahrdienste, die sich nicht an geltendes Recht in der Personenbeförderung halten, und haben dafür im Mai die Homepage www.faires-taxi.de gestartet. „Unser Ziel ist es, gegen rechtlich fragwürdige Machenschaften großer Konzerne vorzugehen, um den Weiterbestand unseres Gewerbes und unserer Existenz zu sichern“, schreiben sie in der Rubrik „Wir über uns“. Dazu müsse man rechtlich gegen solche Fahrdienste vorgehen, was wiederum viel Geld kostet. Sie bitten deshalb die Kollegen um finanzielle Unterstützung in Form einer Einzahlung auf ein anwaltlich geführtes Treuhandkonto. Vor allen Dingen weiß das Ehepaar Eismann, wie zeitraubend und finanziell kräftezehrend Gerichtsverfahren sind. Alexandra Eismann klagt seit 2016 in München gegen Uber. Zur Verhandlung ist es Taxibetrieb sucht Mitarbeiter/in für Voll- oder Teilzeit • Kreditkartenleser • Flughafentransponder • Navi, Klimaanlage Bezahlung: Umsatz-Beteiligung bis 50%, Urlaubs- und Krankengeld Funk: IsarFunk, mytaxi Taxibetrieb MTH-Driver GmbH Tel. 0157 50164740 Mail: murad.azeez@gmx.de Ein freundlicher Umgang miteinander gehört bei mir dazu! erstmals im Oktober 2017 gekommen, seitdem werden weitere Verhandlungen immer wieder verschoben (siehe unten stehenden Kasten). Nun will man also den Weg über weitere Klagen gehen, diesmal gegen jene Unternehmen, die als Partner von Uber oder anderer Ride-Sharing-Dienste gegen die Rückkehrpflicht verstoßen und sich darüber hinaus unerlaubt bereitstellen. Die Partner-Unternehmer sollen durch Unterlassungserklärungen und – wenn nötig – durch einstweilige Verfügungen gestoppt UBERS VERZÖGERUNGSTAKTIK VOR GERICHT Taxi Eismann gegen UberX in München. Es geht bei diesem 2016 eingeleiteten Verfahren um nichts Geringeres als um ein Verbot der UberX-App. Entscheiden muss das Landgericht München, doch eine erste Verhandlung im Oktober 2017 führte noch zu keinem Urteil. Damals bat die Richterin um weitere Beweise und wollte das für Dezember 2017 angekündigte Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) abwarten. Als dieses dann schriftlich im Frühjahr vorlag, wurde bereits vor vielen Wochen der 18. Juni als finaler Verhandlungstag angesetzt. Nun musste aber auch diese Verhandlung verschoben worden. Diesmal auf Antrag der Taxiseite, vertreten durch Rechtsanwältin Alexandra Decker. Frau Decker erklärte gegenüber Taxi Times werden. Das passiert mithilfe eines erfahrenen Rechtsanwalts, der von der Gemeinschaft aller Taxler bezahlt werden soll. „Nur wenn wir alle zusammenhalten, können wir diese Herausforderung stemmen und unser Gewerbe auch in Zukunft am Leben erhalten“, so hoffen Eismann und Kock auf breite Resonanz aus dem Gewerbe. Rund vier Wochen nach der Kontoeröffnung hatten 16 Unterstützer insgesamt 2 585 Euro eingezahlt. Das darf gerne noch mehr werden. Alle Unterstützer werden im Internet namentlich genannt. jh München, dass man eine Woche vor dem 18. Juni ein 15-seitiges Fax erhalten habe, in dem die neuen Anwälte Ubers – die bisherigen wurden von Uber abgezogen – neue Argumentationen aufführen. „Für uns bedeutet das, dass wir das Schreiben genau überprüfen und darauf die passende Antwort geben müssen. So etwas ist an fünf Werktagen nicht zu schaffen, wenn man daneben noch zig laufende Verfahren zu bearbeiten hat“, bittet Frau Decker um Verständnis. Alexandra Eismann wertet dies als weitere erfolgreiche Verzögerungstaktik Ubers. „Uber nutzt alle Möglichkeiten mit Erfolg. Wir können uns auf einen sehr langen Weg einstellen.“ Ein neuer Anlauf wird nun nach der Sommerpause erfolgen, der Ersatztermin ist für Mitte September festgesetzt. jh FOTO: Faires-taxi.de 4 JUNI / JULI / 2018 TAXI

TITELTHEMA BITTE WEITERSAGEN: OHNE TAXI GEHT ES NICHT Die Politik will das PBefG an die digitalen Bedürfnisse der Anbieter von Taxi-Apps anpassen. Was modern klingt, bereitet den Taxifahrerinnen und Taxifahrern große Sorgen. Ein Appell an die Politiker, aber auch an die Kunden. Liebe Politiker, liebe Taxi-Fahrgäste, wir schreiben Ihnen, weil wir uns große Sorgen machen. Wir sorgen uns um unsere Existenz, um unsere Familien, um unsere Kinder. Wir sorgen uns aber auch um Sie als unsere Fahrgäste, ganz besonders um jene, die auf uns Taxifahrerinnen und Taxifahrer angewiesen sind, weil wir Sie zum Arzt fahren, ins Krankenhaus, in die Schule, in die Behinderteneinrichtung, zur Tagespflege, zum Flughafen, zum Bahnhof, nachts sicher nach Hause, zum Geschäftstermin, zum Einkaufen, zum Theater, ins Fußballstadion, in die Disco etc., etc. Können Sie sich vorstellen, dass es solche Fahrten bald nicht mehr geben wird, weil sie entweder von niemandem mehr angeboten werden oder für einen großen Teil der Bürger nicht mehr bezahlbar sind? Wir Taxifahrerinnen und Taxifahrer haben durch die Digitalisierung massive Konkurrenz bekommen. Immer mehr Großkonzerne oder fremdfinanzierte Start-ups wie Uber, Clever Shuttle, Via, Moia, mytaxi, Yandex, Grab, Didi, Lyft etc. bieten ebenfalls Personenbeförderung an. Ein Klick auf das Smartphone genügt und schon wenige Minuten später fährt ein Fahrzeug vor und nimmt den Kunden mit. Dank hinterlegter Kreditkarte kann die Fahrt bargeldlos bezahlt werden. Das ist modern, das ist hip – aber es ist weder neu noch einzigartig. Und es ist etwas, das auch wir schon lange im Angebot haben. Wussten Sie, dass wir Taxifahrerinnen und Taxifahrer auch per App gerufen werden können? Nicht nur in der Heimatstadt, sogar deutschland- und europaweit. Wir haben die unterschiedlichen regionalen Taxi-Apps über eine gemeinsame Schnittstelle so vernetzt, dass Sie als unsere Kunden damit überall in Deutschland und in großen Teilen Europas immer ein Taxi rufen können. Und wir können noch viel mehr: Im Gegensatz zu unserer digitalen Konkurrenz sind wir nicht nur per App, sondern auch per Telefon über unsere Taxizentralen erreichbar. Wir benutzen modernste Vermittlungssysteme, mit denen Ihre Bestellung per Autobooking, über Messenger und künftig sogar über Alexa u GRAFIK: Raufeld Medien Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum Medex Plus GmbH – Betriebsärztlicher Dienst Ridlerstr. 8 (Erdgeschoss) 80339 München Dr. med G. Kirchhoff Alle Untersuchungen zum Ersterwerb oder zur Verlängerung von Führerscheinen für Fahrgast- und Personenbeförderung (Taxi/Mietwagen), Lastwagen (Klasse C) und Omnibusse (Klasse D) Unsere Untersuchungszeiten: Montag, Mittwoch und Freitag 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr Bitte telefonisch voranmelden! Tel: 089 / 509 144 Fax. 089 / 506 094 E-Mail: info@zemba.de medico_advertisement.indd 1 21.07.14 13:22 TAXI JUNI / JULI / 2018 5

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