Idar-Oberstein

JarrestrasseUntitledVerlag

www.gz-online.de

Goldschmiede Zeitung

Die Edelsteinmetropole

Idar-Oberstein

und Umgebung


Panthéon, Paris 1972

101 CXXLR – moonstone

www.jochenpohl.com


PLATINUM

DIE FARBSTEINSPEZIALISTEN IDAR-OBERSTEIN GERMANY


www.karl-faller.de


KARL FALLER Lapidaries

Alte Talstr. 36 55743 Kirschweiler Germany

Tel. +49 6781 508095-0 Fax +49 6781 508095-90

www.karl-faller.de info@karl-faller.de


Kapitel 1

Ansichten

09 Editorial

10 GruSSworte

14 Lieblingsorte

24 Standort-Gespräch

8 | GZ plus


Welthauptstadt

der Steine

Editorial

Idar-Oberstein samt Umgebung hat mehr zu bieten,

als viele denken. Sicher, die Stadt mag dem Fremden

ein wenig spröde erscheinen. Die Nahe-Überbauung

beispielsweise und das Hochhaus der Edelsteinbörse

aus den 70er-Jahren lassen sich nicht wegdis kutieren. Doch

das Städtchen an der Nahe hat auch zahlreiche idyllische

Seiten. Und: Es wartet vor allem mit einem äußerst netten

Menschenschlag auf.

Idar-Oberstein ist ein liebenswürdiger Ort mit hoher

Dr. Christian Jürgens Lebensqualität. Hier findet sich nicht nur das Kompetenzzentrum

der Edelsteinbranche. Hier sind zahlreiche Weltmarktführer

auch im technischen Bereich zu Hause. Zudem hat der Standort eine

grüne Seite und zahlreiche touristische Highlights zu bieten. Menschen aus aller

Herren Länder kommen gern und genießen die Gastfreundschaft, zum Beispiel bei

Veranstaltungen wie der jährlich stattfindenden Messe Intergem. Die Vertreter des

Weltverbandes der Diamantbörsen werden im November hier tagen. Idar-Oberstein

spielt also von der Handelsbedeutung her mit New York und Schanghai in einer Liga.

Diese Stärken gilt es zu pflegen und auszubauen.

Mit dieser Sonderpublikation möchten wir über die zukunftsorientierten Facetten

der Region berichten. Lassen auch Sie sich überzeugen von der Vielfalt der Edelsteinmetropole

und ihrer Umgebung. Viel Spaß beim Lesen wünscht

E R N ST S T E I N

J E W E L R Y D E S I G N S I N C E 1 9 0 6

Dr. Christian Jürgens

Titel: Annette Diehl; Foto: Hannes Magerstaedt

Goldschmiede Zeitung

IMPRESSUM

Herausgeber:

Untitled Verlag und Agentur GmbH & Co. KG

Hamburg:

Medienpark Kampnagel

Jarrestraße 2, 22303 Hamburg

Telefon: 040/18 98 81-0, Telefax: 040/18 98 81-111

E-Mail: info@untitled-verlag.de

Internet: www.untitled-verlag.de

Pforzheim:

Poststraße 1, 75172 Pforzheim

Telefon: 072 31/800 57-0 , Telefax: 07231/800 57-15

E-Mail: info@gz-online.de, Internet: www.gz-online.de

Chefredakteur: Dr. Christian Jürgens

Mitglied der Chefredaktion: Axel Henselder

Chef vom Dienst: Dr. Ulrich Schmid

Textchef: Nicole Maibaum

Redaktion: Prisca DeGroat, Christoph Hoffmann,

Britta Kunz, Saraj Morath, Christel Trimborn

Art-Direktion: Aileen Fehlhaber

Grafik: Janina Demiana Roll

Fotoredaktion: Andre Weinberg

Schlussredaktion: Katharina Harde-Tinnefeld

Anzeigenleitung: Jan-Christian Ramcke

(jc.ramcke@gz-online.de)

Anzeigen:

Alexander Steffl (a.steffl@untitled-verlag.de);

Stefan Schroth, Disposition (s.schroth@gz-online.de)

Druck:

Dierichs Druck + Media

GmbH & Co. KG, Frankfurter Straße 168,

34121 Kassel

Inhalt

Ansichten

10 Grußworte

14 Lieblingsorte

24 Standort-Gespräch

Kreativität

32 Fachhochschule

36 Jakob Bengel-Stiftung

38 DSEP

40 Graveure

42 Deutsches Edelsteinmuseum

44 Förderverein Deutsche

Edelsteinstraße

46 Deutsche Edelsteinstraße

52 Nationalpark

Hunsrück-Hochwald

54 Restaurants

58 Andere Seite

Institutionen

68 Organisationen, Einrichtungen

und Gesellschaften im

Dienste der edlen Steine

Unternehmen

80 Schmuckhersteller,

Schleifereien, Zulieferer

und Dienstleister

Farbstein

Fa s z i n at i o n


Ansichten

grussworte

„Fühlen Sie

sich bei uns

willkommen“

Sehr geehrte

Herren und

Damen, liebe

Leser und

Leserinnen!

Allen Freunden und Freundinnen

der Edelsteinregion Idar-Oberstein

übermittle ich als Ministerpräsidentin

von Rheinland-Pfalz meine

herzlichen Grüße. Ich freue mich

sehr, dass die wunderbare Stadt Idar-

Oberstein im Hunsrück mit ihren Besonderheiten

bei Ihnen, liebe Leser und

Leserinnen, auf großes Interesse stößt.

Malu Dreyer

In Idar-Oberstein, der Edelsteinmetropole

und Schmuckstadt an der

Nahe, gibt es viel zu entdecken: die schöne Altstadt mit den vielen

kleinen Läden, die Felsenkirche, die Burg Bosselstein und die Burg

Oberstein, die über den Häusern der Stadt thronen, die glitzernden

Schätze der Region im deutschen Edelsteinmuseum und die

vielen Edelsteinschleifereien entlang der Deutschen Edelsteinstraße,

die ihre Besucher und Besucherinnen einen Blick hinter die

Kulissen werfen lassen.

Diese Sonderpublikation zur „Edelsteinregion Idar-Oberstein

bietet einen Überblick über die Vielzahl der Erlebnisse, die Idar-

Oberstein für seine Besucher und Besucherinnen bereithält. Lassen

Sie sich mitnehmen auf eine Reise entlang der Edelsteinstraße,

erkunden Sie die schönsten Plätze der Region und erhalten Sie

einen ersten Eindruck von der Kreativität der Edelstein- und

Schmuckgestalter aus Idar-Oberstein.

Alle Leser und Leserinnen des Sonderheftes „Edelsteinregion

Idar-Oberstein“ der GZ Goldschmiede Zeitung lade ich herzlich

ein, Rheinland-Pfalz und Idar-Oberstein zu besuchen. Lassen Sie

sich von der Natur, den Edelsteinen und den Ideen der Schmuckgestalter

ebenso begeistern wie von der rheinland-pfälzischen

Gastfreundschaft!

Wenn ich in letzter Zeit mit

Unternehmern und Privatpersonen

ins Gespräch

kam, überwog meistens eine optimistische

Grundhaltung. Im Nationalparklandkreis

Birkenfeld sprühen viele

Akteure vor Ideen und klügeln hervorragende

Konzepte aus, oft beflügelt

von der durch die Entstehung des

Dr. Matthias Schneider Nationalparks Hunsrück-Hochwald erzeugten

Aufbruchstimmung.

Vor 20 Jahren war dies anders: Damals verschärfte der Truppenabbau

die infolge des Niedergangs der Metallwarenindustrie in

Idar-Oberstein ohnehin angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit machte sich breit.

Auch dank der Impulse des Umwelt-Campus Birkenfeld ging

es dann wieder aufwärts. Allein seit 2006 schufen die Betriebe in

unserem Kreis rund 1500 neue Arbeitsplätze. Die Marke, die Idar-

Oberstein weltberühmt gemacht hat, die Edelstein- und Schmuckindustrie,

behauptet sich trotz der unvermeidlichen konjunkturbedingten

Schwankungen bravourös. Dazu tragen exzellente

handwerkliche Fähigkeiten der Belegschaften bei – insbesondere

auf dem Gebiet der Goldschmiedekunst.

Nicht umsonst bezeichnete die rheinland-pfälzische Umweltministerin

den Nationalpark als „Edelstein, der weit über Rheinland-Pfalz

hinaus strahlt“. Und einen engen Zusammenhang zwischen

Nationalpark und Edelsteinen gibt es tatsächlich. So verläuft

die von Schleifereien gesäumte Deutsche Edelsteinstraße durch

den Nationalpark. Ein anderes Beispiel sind die zahlreichen Unternehmer

aus der Schmuck- und Edelsteinbranche, die sich von

Anfang an für das identitätstiftende Projekt engagiert und die

neuen Perspektiven erkannt haben, die es unserer Region bietet.

Gerade an der Deutschen Edelsteinstraße haben sich die Übernachtungszahlen

erfreulich entwickelt. Zahlreiche touristische Leistungsträger

warteten zum Nationalpark-Start zu Pfingsten mit

tollen Angeboten auf, die zeigten, dass sie fest entschlossen sind,

die Chancen zu nutzen und unseren Landkreis den neugierigen

Gäste von seiner besten Seite zu präsentieren. Fühlen auch Sie

sich bei uns herzlich willkommen!

Dr. Matthias Schneider

Landrat des Nationalparklandkreises Birkenfeld

Malu Dreyer

Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz

10 | GZ plus


BOROS

Erhältlich bei führenden Juwelieren. Bezugsquellen unter

www.kriegernet.com


Ansichten

grussworte

„Diese Stadt

wird sie

faszinieren“

Seien Sie unser Gast auf einer faszinierenden

Reise durch Idar-

Oberstein, wie wir es sehen.

Idar-Oberstein und Umgebung ist facettenreich

und vielfältig – blättern Sie

durch unser Magazin und stellen Sie

fest, dass es nicht nur das weltbekannte

Kompetenzzentrum für Edelsteine ist.

Familien können hier ihre Urlaube in

Frank Frühauf

einer einzigartig reizvollen Landschaft

verbringen, durch die Traumschleifen

wandern, unsere Edelsteinmine „Steinkaulenberg“ besuchen oder

einen Ausflug an unsere Weiherschleife unternehmen. Der neu

eröffnete Nationalpark lädt zum Verweilen ein. Ob ein Klettergarten

am Erbeskopf, Erlebnistage rund um das Hunsrückhaus,

geführte Wanderungen mit unseren Rangern, das neu eröffnete

Wolfsgehege – für jeden, der in unsere Region kommt, ist etwas

dabei. Die Menschen hier sind freundlich und aufgeschlossen; Idar-

Oberstein pflegt seit jeher internationale Handelsbeziehungen

und ist Dreh- und Angelpunkt für Produkte made in Germany.

Wussten Sie, dass hier in Idar-Oberstein nicht nur Edelsteine geschliffen

werden, sondern dass hier auch Automobilzulieferer von

Weltrang ansässig sind, medizinische Produkte und Kochtöpfe hergestellt

werden ?

Kulinarisch können Sie sich zum Beispiel von einem Spießbraten,

gefüllten Klößen oder unserer regionalen „Kartoffelwurst“

verwöhnen lassen. Haben Sie es bemerkt? Ich bin Idar-Obersteiner

und liebe es, hier zu leben.

Genießen Sie Ihre kostbare Zeit in Idar-Oberstein und lassen

Sie sich mitnehmen zu den unterschiedlichsten Orten, die so viel

zu erzählen haben.

Bis bald in unserer Stadt

Herzlichst Ihr

Frank Frühauf

Oberbürgermeister der Stadt Idar-Oberstein

„Gestatten,

Wir sind

Idar-Oberstein

Dies ist das zweite Magazin der

Stadt, das Ihnen unsere Landschaft,

unsere Menschen und

unsere Sehenswürdigkeiten näherbringen

möchte. Schenken Sie uns Ihre Aufmerksamkeit

und begleiten Sie uns

durch „unser Idar-Oberstein“ an Orte,

die geheimnisvoll wirken und deren

Geschichten unglaublich spannend sind.

Friedrich Marx

Haben Sie schon einmal unser ehrwürdiges

Schloss mit seiner Burg Bosselstein

besucht, die oberhalb Obersteins thront und auf der sich

eine sagenumwobene Liebestragödie zugetragen haben soll? Hier

haben Sie einen atemberaubenden Blick bei Tag und bei Nacht

über Oberstein. Oder unser Wahrzeichen der Stadt – die Felsenkirche,

die im Jahre 1000 als „Burg im Loch“ erbaut wurde?

Eigentlich verzaubert unsere Stadt während allen Jahreszeiten

durch ihre einzigartigen Goldschmiede- und Handwerkermärkte,

den romantischen Weihnachtsmarkt am Obersteiner Markt vor

der Kulisse historischer Fachwerkhäuser.

Unternehmen Sie zum Beispiel eine kulinarische Reise zu unserem

weltbekannten Spießbratenfest. Hier können Sie in entspannter

Atmosphäre unsere Delikatessen vom Rost direkt genießen

und lernen gleichzeitig Land und Leute kennen. Glauben Sie

mir, unsere Grillkünste suchen ihresgleichen – es wird erzählt, dass

unser Spießbraten seinen Ursprung in Brasilien hat und durch die

schon jeher international gepflegten Kontakte seinen Weg zu uns

fand. Probieren Sie es aus und seien Sie dabei! Lassen Sie sich

treiben von der Atmosphäre Idar-Obersteins und entdecken Sie

mit uns neue unbekannte Seiten.

Wir freuen uns auf Sie in unserer Stadt. Seien Sie unser willkommener

Gast und fühlen Sie sich wohl in unserer Mitte, in der

Stadt mit Herz. Idar-Oberstein ist immer eine Reise wert.

Herzlichst Ihr

Friedrich Marx

Bürgermeister der Stadt Idar-Oberstein

12 | GZ plus


BRILLIANT FEELINGS

© Shutterstock

diamonds & jewels

www.giloy.de


Ansichten

Lieblingsorte

Wo das Herz

zu hause ist

Hoch oben an den Ruinen der Burg Bosselstein

mit einem Blick über die ganze Stadt oder tief unten in

der Erde in den Schächten des Kupferbergwerks – in

und um idar-Oberstein gibt es viel zu entdecken. Und wer

könnte die historischen Schätze und schönsten Stellen

der edelsteinmetropole besser präsentieren als ihre

Einwohner? Die GZ hat bekannte Köpfe idar-Obersteins

an ihrem jeweiligen Lieblingsort getroffen.

Text Britta Kunz | Fotos Annette Diehl, Hannes Magerstaedt

14 | GZ plus


Ein Paradies für

SchatzsucheR

Anette Fuhr, Leiterin des Deutschen Edelsteinmuseums

in Idar-Oberstein

„Ich bin ein naturverbundener Mensch und in meiner Freizeit

gern im Freien unterwegs – zum Beispiel hier zwischen den

Rapsfeldern auf ,Wäschertskaulen‘. Das ist einer der Orte, an

denen man auch heute noch Edelsteine finden kann, wenn man

einen geschulten Blick hat. Da mich Edelsteine schon seit frühester

Jugend faszinieren, bin ich natürlich bei meinen Ausflügen

in die Natur auch immer mit einem Auge auf Edelstein-

Suche. Der Name Wäschertskaulen rührt daher, dass schon

vor Jahrhunderten in Kulen, umgangssprachlich Kaulen, nach

Edelsteinen gesucht wurde, die hier in der Region vor Jahrmillionen

entstanden sind.“

GZ plus | 15


Ansichten

Lieblingsorte

Ein Platz, um

Freunde zu treffen

Sonja Mzyk, Edelsteinkönigin

„Am Marktplatz in der Altstadt von Idar-Oberstein treffe ich mich sehr gern

mit meinen Freunden oder der Familie. Im Herzen der Deutschen Edelsteinstraße

kann ich in Gesellschaft am besten entspannen. Bei einem Eis oder

netten Gesprächen genieße ich das schöne Ambiente, das dieser Platz zu

bieten hat. Von hier aus starte ich oft meine Spaziergänge zur Felsenkirche,

dem Neuen Schloss und den Schlossanlagen.“

16 | GZ plus


Eine lebendige

Geschichte

frank Frühauf, oberbürgermeister

der Stadt Idar-Oberstein

„Hier, an der historischen Weiherschleife, beginnt eine

aufregende Reise durch die Geschichte unserer Edelsteinstadt.

Seit dem 15. Jahrhundert wurden die heimischen

Edelsteinvorkommen in sogenannten Schleifmühlen

verarbeitet. Auch ich schaue gern den fachkundigen

Fremdenführern zu, wenn sie an großen Sandstein-

Schleifrädern die Verarbeitungsweisen früherer Jahrhunderte

demonstrieren. Immer einen Besuch wert ist auch

die letzte mit einem Wasserrad angetriebene Achatschleifmühle

am Idarbach. Nicht zuletzt genieße ich bei

jedem Besuch an der Weiherschleife das herrliche Ambiente

am Wasser und gern die eine oder andere Köstlichkeit

in den anliegenden Restaurants. Von dort aus kann

man gestärkt und um viele Eindrücke reicher in den

längsten Wanderweg Deutschlands starten.“

GZ plus | 17


Ansichten

Lieblingsorte

Eine Begegnung

mit der Zeit

Nicolai Bollenbach, Betriebsleiter und Direktor

des Historischen Kupferbergwerks Fischbach

„Das Kupferbergwerk Fischbach liegt etwa fünf Kilometer von

Idar-Oberstein entfernt und ist seit vier Jahren mein Arbeitsplatz.

Für mich bedeutet es jedoch mehr als das. Es ist lebendige

geschichte. Egal ob Religion, Geologie, Gemmologie, Sozialfürsorge

oder Historie: Hier, im mittelalterlichen Kupferbergwerk,

lässt sich zu jedem Thema ein Stück Zeitgeschichte finden.

Dies unseren Gästen aus aller Welt zu vermitteln, macht mir

unendliche Freude. Deshalb ist dort, wo andere Urlaub machen

und ihre Freizeit verbringen, mein Lieblingsplatz.“

18 | GZ plus


ein Ort der Ruhe

Nicole Ripp, Geschäftsführerin der Edelsteinschleiferei

Groh + Ripp

„Ich liebe den Blick über die Stadt hier oben im Park des Schlosses

Oberstein. Früher hätte ich nie gedacht dass ich nach Idar-

Oberstein zurückkommen werde.Im Studium wollten alle meine

Freunde und ich hinaus in die weite Welt. Ich habe viele Jahre

gebraucht, den Zauber dieser Stadt für mich zu entdecken, aber

wir haben wirklich viel zu bieten: das Schloss Idar-Oberstein mit

der Burg Bosselstein, die Felsenkirche, das Deutsches Edelsteinmuseum

in Idar, dieWeiherschleife oder auch Kulinarisches wie

den Spießbraten. Und natürlich viel Natur. In Idar-Oberstein und

ganz besonders hier am Schloss finde ich Ruhe und Entspannung.Oft

ist dann auch mein Hund Charly mit dabei. Ich bin viel

unterwegs, reise um die Welt – meine Balance finde ich in

idar-Oberstein. Die Stadt liegt im Dornröschenschlaf – und es

liegt an unserer Generation, sie wachzuküssen.“

GZ plus | 19


Ansichten

Lieblingsorte

Eine Tradition,

die verpflichtet

Matthias Schneider, Landrat des

Nationalparklandkreises Birkenfeld

„Der Landkreis Birkenfeld hat eine sehr geschichtsträchtige Tradition. So

ist die Burg Birkenfeld das Stammhaus der bayerischen Könige, der

Wittelsbacher. Für mich als Landrat, da ich selbst aus Bayern stamme, ist

diese Tradition eine besondere Verpflichtung für unseren Landkreis.“

20 | GZ plus


Ein neues zuhause

Renato Manzi, Sternekoch und küchenchef

im Parkhotel Idar-oberstein

„Aus meinem Wohnzimmerfenster kann ich die ganze Stadt überblicken: den Marktplatz,

auf dem ich für meine Küche frisch einkaufe, und die lebendige Fußgängerzone.

Ich wohne hier erst seit April, glaube aber nicht, dass ich mich jemals daran sattsehen

werde. Am meisten genieße ich es, nach langen Fortbildungs- und Kochreisen nach

Hause zu kommen und mich zu entspannen. Denn zu Hause fühle ich mich hier seit

dem ersten Tag. Dafür ist Idar-Oberstein genau der richtige Ort.“

GZ plus | 21


Ansichten

Lieblingsorte

Ein wahr gewordener Traum

Thomas J. Petsch, Geschäftsführer der Edelsteinschleiferei Wild & Petsch

„Die kleine Dorfwirtschaft oder kurz die kDw – dafür schlägt mein Herz! Ich habe sie im Jahr 2011 zusammen

mit meiner Frau als kanadisches Blockhaus gebaut. Es war schon immer mein persönlicher Traum, eine Dorfwirtschaft

zu besitzen. Ich beschäftige zurzeit elf Mitarbeiter in der kDw, persönlich schaffe ich es maximal

ein- bis zweimal im Quartal, selbst hinter der Theke zu stehen. Wir möchten unseren Gästen Gutes bieten,

aus der heimischen Region. Jeden Sonntag haben wir hausgebackenen Kuchen von meiner Mutter ,Oma Ilse‘.

Auf unserer Karte finden sich immer wieder wechselnde, jedoch maximal zehn bis zwölf rustikale regionale

Gerichte. Klein, fein, lecker und überschaubar! Die kleine Dorfwirtschaft ist ein wunderbarer Ort, um zu entspannen

– einer der schönsten, die ich kenne.“

22 | GZ plus


Eine Spritztour

mit ausblick

Friedrich Marx, Bürgermeister der Stadt idar-Oberstein

Idar-Oberstein fasziniert durch seine Topografie. Eingebettet zwischen den

steilen Felsen entlang der Nahe, ergeben sich atemberaubende Ausblicke.

So wie hier auf dem Volkesberg. Gegenüberliegend sieht man das Wahrzeichen

der Stadt, die Felsenkirche, sowie das Schloss und die Burg Bosselstein.

Ich habe nur wenig freie Zeit, dann aber steige ich gern auf mein Motorrad,

mit dem ich innerhalb einer Stunde eine ganze Reihe solcher Ausblicke

erreichen und genießen kann.“

GZ plus | 23


Ansichten

standort

Jochen Müller,

Präsident der Diamantund

Edelsteinbörse

Idar-Oberstein

Jörg Lindemann,

Geschäftsführer des

Bundesverbandes der

Edelstein- und

Diamantindustrie

„Gemeinsam sind

wir stark“

Jörg Lindemann und Jochen Müller diskutieren mit der GZ über die Bedeutung des

Standorts Idar-Oberstein für die Industrie und die Herausforderungen der Zukunft.

GZ: Wie sehen Sie die Zukunftsperspektiven des Industriestandorts

Idar-Oberstein?

Jörg Lindemann: Nach wie vor gut. Natürlich hat es einen Strukturwandel

gegeben, dem auch Firmen zum Opfer gefallen sind.

Leider gab es auch Betriebsschließungen mangels Nachfolge.

Aber es ist auch viel Neues aus der Edelstein- und Schmuckindustrie

heraus entstanden. So haben sich ehemalige Unternehmen

aus unserer Branche zu führenden Zulieferern der Automobilindustrie

und beispielsweise der Medizintechnik weiterentwickelt.

Diese Firmen haben unter anderem ihr Know-how im Werkzeugbau,

im Schleifen und Polieren und in der Feinmechanik genutzt,

um neue Themenfelder und Märkte zu erschließen. So finden Sie

heut zutage in fast jedem Auto Teile „Made in Idar-Oberstein“.

Dass wir viele spannende Themen zu bieten haben, wissen oft nur

Insider. Übrigens gab es kürzlich eine viel beachtete Wirtschaftsausgabe

der „Rhein-Zeitung“, die einige dieser wenig bekann ten

beziehungsweise noch unbekannten Facetten Idar-Obersteins

beleuchtet hat.

Jochen Müller: In unserer medienwirksamen Außendarstellung

haben wir unbestritten ein Problem, was maßgeblich in unserer

Rollenverteilung als Zulieferer begründet ist, denn unsere Pro-

Fotos: Hannes Magerstaedt

24 | GZ plus


duzenten stehen am Anfang der

Wertschöpfungskette. Wir liefern

die Teile oder sogar das fertige

Produkt, den allseits bekannten

Markennamen aber führt der

Kunde, der naturgemäß seine

Zulieferer auch gegenüber seinen

Abnehmern nicht nennen

wird. Insofern tummeln sich hier

viele Hidden Champions, auch in der Edelstein- und Schmuckindustrie,

die Weltbedeutung haben. Es ist zumeist nicht bekannt,

dass zum Beispiel ein Spitzen-Turmalin in einem Schmuckstück, das

in New York auf der 5th Avenue verkauft wird, in unserer Edelsteinregion

mit höchstem handwerklichen Können sowie innovativer

Technik perfekt geschliffen wurde. Insider allerdings wissen

um die Bedeutung unseres Standorts und seiner einzigartigen

Fachleute und so muss es nicht verwundern, dass sich das Exekutivkomitee

des Weltverbandes der Diamantbörsen (WFDB) im

kommenden Herbst in Idar-Oberstein und nicht in Hongkong

oder New York trifft. Das unterstreicht die Bedeutung des Produktions-

und Handelsplatzes.

„Es ist

auch viel Neues

aus der

Edelstein- und

Schmuck -

industrie heraus

entstanden“

Jörg Lindemann

außergewöhnliche handwerkliche

Fähigkeiten ankommt. Seien es

die diamantbeschichteten Schleifscheiben

der Firma Richard Hahn

Diamantwerkzeuge oder die mit

einem Schneiddiamanten besetzten

Skalpelle der Firma Medidia.

Idar-Oberstein ist auch Sitz des

Forschungsinstituts für mineralische

und metallische Werkstoffe,

Edelsteine/Edelmetalle (FEE), dem

führenden Unternehmen in

Europa, das Laserkristalle und

nichtlineare Kristalle herstellt und

bearbeitet. Es gibt hier Hersteller

von keramischen Teilen für Prothesen,

Werkzeugbauer, Spezialisten

für den Kunststoffspritzguss,

dessen Teile Sie in fast jedem

Handtuchhalter und Seifenspender

auf Autobahnraststätten finden, um nur einige wenige Beispiele

zu nennen. Kaum einer weiß, dass diese großartigen und innovativen

Firmen hier im eher bevölkerungsarmen Hunsrück ansässig

sind. Insbesondere für die Firmen der Schmuck- und Edelsteinindustrie

lässt sich sagen, dass Idar-Oberstein „hinter verschlossenen

Türen stattfindet“ und die vergleichsweise wenigen Einzelhan-

Jörg Lindemann: Ein allgemeines Problem unserer Stadt und aller

hier ansässigen Betriebe ist unsere immer noch stark verbesserungsbedürftige

Verkehrsinfrastruktur. Idar-Oberstein liegt zwar

im Herzen Europas, aber leider zu weit weg von Autobahnen und

Verkehrsknotenpunkten, die für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes

von überragender Bedeutung sind. Hier jedoch ist in

erster Linie die Politik gefragt, um die Verkehrsanbindung auch weiter

nachhaltig und zügig zu verbessern, da ansonsten die Gefahr

besteht, dass wichtige Betriebe abwandern und die ohnehin durch

die Konversionsproblematik gebeutelte Region weiter ausblutet.

Wo ist Idar-Oberstein führend, insbesondere auch in Bezug auf

die Edelsteinbranche?

Jörg Lindemann: Eigentlich in vielen Bereichen, wo es auf höchste

Präzision oftmals unter Einsatz modernster Technologien und auf

Eine Börse für funkelnde Schätze

Die Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein wurde

im Jahr 1974 als weltweit erste kombinierte Börse

sowohl für Diamanten als auch Farbedelsteine eröffnet.

1975 wurde sie in den Weltverband der Diamantbörsen

aufgenommen, dem mittlerweile 25 Börsen

ange hören. Alle Mitglieder der Börse haben auch ohne

nennenswerte Formalitäten Zugang zu den übrigen

Weltbörsen, die sich um das große Glitzern drehen.

Idar-Oberstein zählt damit zur ersten Liga dieser Börsenplätze

weltweit, gleichauf mit der berühmten Diamantbörse

Ramat-Gan in Tel Aviv oder der in Antwerpen.

Vierteljährlich gibt die Börse einen Bericht über

die aktuellen Entwicklungen bei Diamanten und Edelsteinen

heraus. Im Internet unterhält die Börse einen

Einkaufsführer, über den man mit einem Mausklick

Lieferanten von bestimmten Edelsteinen und Diamanten

ausfindig machen kann.

www.diamant-edelstein-boerse.de

GZ plus | 25


Ansichten

standort

delsgeschäfte, die oftmals gerade

auch die Touristen als Kunden im

Blick haben, noch nicht einmal ansatzweise

das zeigen, was an

Qualität hier für die besten Juweliere

der Welt produziert wird.

Jochen Müller: Dem kann ich nur

zustimmen. Es gibt hier eine unglaubliche

Branchenkompetenz,

die mit Stolz auf eine über

500-jährige Tradition zurückblicken

kann. Wo gibt es dies noch

auf der Welt?

Was sind weitere Alleinstellungsmerkmale

dieser Region in

puncto Edelsteine und Edelsteinbearbeitung?

Jörg Lindemann: Unbestritten

wird im Edelsteinbereich die

Masse beziehungsweise die gesamte

Bandbreite an Qualitäten

nicht mehr in Idar-Oberstein geschliffen,

was mit den vergleichsweise

hohen Lohnkosten am Wirtschaftsstandort Deutschland

zusammenhängt. Die mittleren und Top-Qualitäten werden aber

nach wie vor in Idar-Oberstein geschliffen und bearbeitet, woran

„Es tummeln

sich hier

viele Hidden

Champions,

auch in der

Edelsteinund

Schmuckindustrie,

die

Weltbedeutung

haben“

Jochen Müller

sich auch künftig nichts ändern

wird. Ein Alleinstellungsmerkmal

unseres Standortes ist zudem,

dass hier Fachleute für die unterschiedlichsten

Bereiche rund um

das Thema „Edelsteine“ anzutreffen

sind. Bis in die feinsten Verästelungen

hinein gibt es hier

Spezia listen und Handwerker, die

jeden noch so ausgefallenen Kundenwunsch

erfüllen können.

Jochen Müller: Es gibt in der

Schmuck- und Edelsteinindustrie

auch immer wieder spannende

Firmenneugründungen, insbesondere kleine, feine und sehr innovative

Manufakturen. Sie werden oftmals von jungen Leuten nach

der Ausbildung gegründet. Daher ist es so wichtig, in unserer Tra ditionsindustrie

die Ausbildung aufrechtzuerhalten. Man muss das

erreichte Niveau pflegen und weiterentwickeln.

Ein Verband für die Edelsteinund

Diamantindustrie

Im Bundesverband der Edelstein- und Diamantindustrie

sind alle namhaften Schleifereien und Händler in und um

Idar-Oberstein organisiert. Er vertritt die Interessen der

Firmen gegenüber dem Gesetzgeber sowie Vertretern

von Bund, Ländern und Gemeinden. Er berät die Mitglieder

in Bereichen wie Umweltschutz, Wettbewerbsproblemen,

Nomenklaturfragen und stellt, falls erforderlich,

die nötigen Kontakte her. Als Arbeitgeberverband besitzt

er Tarifhoheit, handelt die Tarifverträge mit den Gewerkschaften

aus und berät und vertritt die Mitglieder in arbeitsrechtlichen

Fragen. Der Verband betreibt eine weit

gefächerte Öffentlichkeitsarbeit und Anlaufstelle für alle

Medien zu Fragen rund um Farbedelsteine und Diamanten.

Ein weiterer Bereich der Öffentlichkeitsarbeit ist seine

Präsenz auf wich tigen Branchenmessen im In- und

Ausland. Der Bundesverband organisiert zudem alljährlich

einen internationalen Wettbewerb. Die Feuertaufe

bestand der „Deutsche Schmuck- und Edelsteinpreis“

im Jahre 1970, der „Deutsche Nachwuchswettbewerb“

folgte 1989. Seitdem gehören beide Preise zu den renommiertesten

internationalen Ausschreibungen der

Branche. www.bv-edelsteine-diamanten.de

Das Potenzial ist also noch lange nicht ausgeschöpft?

Jörg Lindemann: Definitiv nein. Der Kampf um die klugen Köpfe,

das heißt gute Nachwuchskräfte, hat doch auch schon längst

begonnen und wird in Zukunft mit immer härteren Bandagen geführt

werden. Ich sehe es daher auch als unsere Aufgabe an, die

Berufe attraktiv zu halten und jungen Menschen hier vor Ort

Pers pektiven zu bieten. Es gibt ja mittlerweile viele Möglichkeiten

und anspruchsvolle Aufgaben – auch für Akademiker in unserer

Branche. Dies müssen wir künftig stärker den vor der Berufswahl

stehenden jungen Menschen vermitteln.

Jochen Müller: Technologisch bewegt sich in der Branche einiges,

denken Sie nur an die 3-D-Revolution. Ich meine, ein Forum oder

„Think Tank“ wäre sinnvoll, in dem man sich damit ausein andersetzt,

wie die Industrie für Schulabgänger attraktiv bleibt. Viele junge Leute

wissen gar nicht, was auch hier angeboten wird. Andererseits

müssen die Betriebe ihre Fachleute vielfach selbst heranbilden.

Damit können wir auch junge Leute in der Region halten, wenn

26 | GZ plus


Ansichten

standort

Tätigkeitsprofil, Perspektive und

nicht zuletzt die Bezahlung stimmen.

Man muss sich immer vor

Augen halten, dass wir im ständigen

Wettbewerb mit vielen

anderen hochinteressanten Berufen

stehen und es junge Menschen

oft eher in wirtschaftlich

starke Ballungsgebiete zieht.

Was sehen Sie als die Zukunftsherausforderungen

an?

Jochen Müller: Die Firmeninhaber,

ihr besonderes Knowhow

und das ihrer Mitarbeiter

sind unsere Marken und gleichzeitig

Trümpfe im Wettbewerb.

Sie bilden die tragenden Säulen

des Kompetenzzentrums der Edelsteinindustrie, ganz egal ob Forschung,

Design, Produktion oder Handel, und sind unerreicht in

Breite und Tiefe. Von hier kommen immer noch die neuesten

Schliffkrea tionen. Um das Jahr 1900 herum war beispielsweise der

Idar-Cut“ in New York ein bekanntes Gütesiegel. In diese Richtung

denkend, müssen wir wieder offensiver werden.

„Eine besondere

Herausforderung

für die Edelsteinbranche

ist die künftige

Rohstoffbeschaffung“

Jörg Lindemann

und gepflegten Beziehungen zu

den Rohstoffländern in einem

knallharten Wettbewerb gerade

mit finanzkräftigen Käufern aus

Fernost, die oftmals ganze Minenproduktionen

aufkaufen, von den einfachsten bis zu den Top-Qualitäten

an Rohware. Unsere Einkäufer suchen demgegenüber aber

im Wesentlichen die außergewöhn lichen, guten Qualitäten aus

besonderen Vorkommen. Dabei gewinnt das Thema, ethisch und

ökologisch unbedenklich geförderte und verarbeitete Steine zu erhalten,

zunehmend an Bedeutung.

Jörg Lindemann: Eine besondere Herausforderung für die Edelsteinbranche

ist zudem die künftige Rohstoffbeschaffung. Hier stehen

die Idar-Obersteiner mit ihren über Generationen aufgebauten

Eine Interessensvertretung

für die Schmuckindustrie

Während sich in früheren Zeiten im Tal an der Nahe im

Stadtteil Idar vor allem die Schleifereien tummelten,

dominierten in Oberstein zahlreiche Schmuckhersteller,

die die geschliffenen Steine gleich weiter zu Juwelen

verarbeiteten. Noch heute gibt es hier zahlreiche führende

Schmuckhersteller. Daher wurde ein Industrieverband

Schmuck- und Metallwaren Idar-Oberstein e. V.

gegründet. In seiner jetzigen Form besteht er seit 1958

und ist sowohl Arbeitgeber verband mit Tarifhoheit für

alle tarif- und arbeitsrechtlichen Fragen als auch Fachverband.

In seiner Eigenschaft als Fachverband berät er

seine Mitglieder in allen Bereichen der Industrie – wie

etwa Wettbewerbsproblemen, Umwelt verordnungen,

Nomenklaturfragen et cetera – und vertritt ihre Interessen

bei Bund, Ländern und Gemeinden. Gleichermaßen

unterhält er regen Kontakt zu den Presse medien,

insbesondere zu allen Fachmagazinen der Branche.

www.iv-schmuck-metall.de

Spiegelt das auch das Ansinnen der Verbände wider?

Jochen Müller: Ja. In diesem Kontext hat der Weltverband der

Diamantbörsen (WFDB) ein Gütesiegel entwickelt, das alle Mitglieder,

Händler wie Juweliere führen dürfen. Hiermit bekennt man

sich auch als Mitglied der Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein

zu strengen ethischen Grundsätzen. Ein weiteres Thema sind

Synthesen und behandelte Steine. Der Fachhandel ist daher gut

beraten, genau darauf zu achten, von wem er die Ware kauft.

Ohne Vertrauen geht in diesem Geschäft nach wie vor nichts. Börsenmitglieder

haben hier einen gewissen Bonus, sind Bestandteil

eines weltweiten Netzwerks und bekommen Informationen und

Hilfen aus erster Hand.

Jörg Lindemann: Wir als Verband begleiten die vielfältigen Veränderungsprozesse.

Nehmen Sie als Beispiel die Auslandsmessebetei

ligungen, die immer wichtiger für den Erfolg auch kleiner

Betriebe werden. Wir stellen im Interesse unserer Mitglieder die

Anträge auf Messeförderung, organisieren die Gemeinschaftsstände

etc. Es gilt auch hier, was der gesamten Branche eigentlich

klar sein müsste: Nur gemeinsam sind wir stark und können etwas

bewegen.

Axel Henselder

28 | GZ plus


Tansanit, Turmalin, grüner Beryll und Morganit mit Brillanten

w w w . r i c h a r d - h a n s - b e c k e r . d e


Kapitel 2

KREATIVITÄT

32 FachHochschule

36 Jakob Bengel-Stiftung

38 DSEP

40 Graveure

42 Deutsches

edelsteinMuseum

44 Förderverein deutsche

edelsteinstrasse

46 deutsche

edelsteinstraSSe

52 Nationalpark

Hunsrück

54 Restaurants

58 Andere Seite

30 | GZ plus


P A R A I B A

FINE COLOURED GEMSTONES

Hauptstr. 69-71 · 55743 Kirschweiler · Germany

Tel: +49 6781 9370-0 · Fax: +49 6781 9370-33

www.WildPetsch.com · mail@WildPetsch.com

w w w . g e m t i m e . d e · i n f o @ g e m t i m e . d e


Kreativität

fachhochschule

Master-Studentin Catalina Brenes in der

Hochschul-Werkstatt beim Gravieren

(l. o.), Planschleifen (ganz l.) und Aufkitten

der Edelsteine auf Holzklötze (u.)

Die

Erfolgsschmiede

Mit ihrer einzigartigen Ausrichtung zieht die Fachrichtung „Edelstein und Schmuck“

Studierende aus der ganzen Welt an den Idar-Obersteiner Hochschul-Campus.

Wer für die Zeit seines Studiums an der Hochschule Trier

am Campus Idar-Oberstein ein ausschweifendes Studentenleben

erwartet, sollte umdenken: „Es gibt kein

Kino, kein Opernhaus, keine Museen mit weltberühmten Kunstsammlungen

und keine wirklichen Szenekneipen“, sagt Nicolas

Estrada. Dennoch will er keinen Moment seiner Ausbildung missen,

die er in Idar-Oberstein im vergangenen Jahr mit dem Master

of Fine Arts (MFA) erfolgreich abschloss. „Eigentlich“, erinnert sich

der gebürtige Kolumbianer, „fand ich Edelsteine immer langweilig.

Farben, Schliffe und Gestaltung schienen standardisiert zu sein und

im kommerziellen Schmuck sah man überall dasselbe.“ Seine Meinung

änderte Estrada, nachdem er 2011 einen Vortrag von Theo

Smeets an der Massana Jewellery School in Barcelona besuchte, in

dem der Professor die Idar-Obersteiner Hochschule und deren

Konzept vorstellte. „Ich war sofort begeistert“, erinnert sich Estrada.

Und damit ist er nicht allein: Inzwischen genießt die Fachrichtung

„Edelstein und Schmuck“ eine einzigartige Position – nicht

nur innerhalb Deutschlands, sondern weltweit.

Dabei stand der Zweig Idar-Oberstein, der an die Hochschule

Trier angebunden ist, mit der Studienrichtung „Schmuck- und Edelsteindesign“

vor rund zehn Jahren beinahe vor dem Aus. Eine Entscheidung,

die die Betroffenen so nicht hinnehmen wollten. Denn,

so die einhellige Meinung: Zu kaum einer anderen Stadt passt dieser

Studiengang so hervorragend wie zu Idar-Oberstein, einem

Welthandelszentrum für Edelsteine. Tatsächlich gelang es, nicht nur

die Schließung abzuwenden, sondern den Studiengang „Schmuckund

Edelsteindesign“ so weiterzuentwickeln, dass er mittlerweile

globale Strahlkraft besitzt.

Eine Schule – zwei Master

Der einstige Diplomabschluss wurde 2008 auf Bachelor und Master

umgestellt und im Jahr 2013 noch einmal optimiert: Seitdem ist

es möglich, am Campus Idar-Oberstein den Bachelor oder Master

of Fine Arts (MFA) in der Fachrichtung „Edelstein und Schmuck“

zu erwerben. Mehr noch: Auch Schmuckgestalter ohne Bachelor

haben die Möglichkeit, einen MFA-Abschluss zu erlangen. Eine abgeschlossene

qualifizierte Berufsausbildung und mindestens drei

Jahre Berufspraxis sind die Voraussetzungen für diesen Weiterbildungspfad.

Wie beim „normalen“ Master ist die Unterrichtssprache

Englisch.

Fotos: Annette Diehl

32 | GZ plus


Ph. hahn Söhne KG

Mainzer Straße 82 · D-55743 Idar-Oberstein

T 06781 9494-0 · F 06781 9494-50

info@hahn-diamanten.de


Kreativität

Fachhochschule

Die Brosche „Recuerdos 8“ von Alejandra Solar

aus gefärbtem Achat, Silber und einem übertragenen

Foto ist Teil ihres Masterprojekts von 2014

„Zurzeit haben wir rund 30 Master-Studierende aus 18 Nationen“,

erklärt Ute Eitzenhöfer, Professorin für Edelsteingestaltung in

Idar-Oberstein. „Hier treffen Studierende aus Russland und der

Ukraine, Israel, dem Iran, China, Korea und vielen anderen Nationen

aufeinander, arbeiten an gemeinsamen Projekten und tauschen

sich aus. Nicht nur die Studierenden werden somit täglich

mit einer Vielfalt an sozialen, kulturellen und politischen Standpunkten

konfrontiert, sondern auch wir Lehrenden. Mit dieser internationalen

Ausrichtung wird eines der wichtigsten Prinzipien

der Gestaltung, die Abschaffung von Grenzen, in den Alltag übertragen“,

so Eitzenhöfer.

Ein Ziel – viele Wege der Entfaltung

Die individuelle Betreuung der Studierenden steht im Vordergrund

und lässt angehenden Absolventen maximalen Raum, die eigene

Formsprache zu entwickeln. „Uns ist wichtig, dass die Studentinnen

und Studenten keine Kopie ihrer Dozenten werden, sondern ihre

ganz eigene Idee entfalten können“, erläutert Ute Eitzenhöfer die

Philosophie des Studiengangs. Das weiß auch Alejandra Solar zu

schätzen, die ihren Masterabschluss 2014 erlangte und heute in

Luxemburg lebt: „Das MFA-Programm ist wirklich einzigartig. Neben

der Tatsache, dass hier die unmittelbare Nähe zu den vielen

Edelsteinexperten der Region gegeben ist, gestattet der Fachbereich

den Studenten viele Freiheiten. Sie werden ermutigt, ihre

eigene künstlerische Persönlichkeit auszubauen. Die Dozenten

drängen ihnen ihre persönlichen Visionen in keiner Weise auf.“

Die Studierenden schlagen eigene Master-Projekte vor, die im

Laufe des Studiums realisiert werden. Diese Art zu arbeiten faszinierte

auch Catalina Brenes, die 2010 während der Inhorgenta

Munich erstmals mit dem Studiengang in Berührung kam: „Ich war

von der Vielfalt der Arbeiten und dem Umgang mit Edelsteinen

sehr beeindruckt. Für mich war klar, dass ich dort mein Master-

Studium beginnen wollte“, sagt die aus Costa Rica stammende

Designerin. Heute studiert sie im zweiten Master-Semester und ist

angetan von der fruchtbaren Atmosphäre, in der jeder von dem

Wissen des anderen profitieren kann. Ute Eitzenhöfer bestätigt

das: „Tatsächlich ergeben sich bemerkenswerte Synergien“, sagt

sie. So bringen insbesondere die Kandidaten des Weiterbildungsmasters

oftmals bereits ein großes technisches Know-how mit, von

dem auch die jüngeren Studierenden profitieren können. In jedem

Fall kann Alejandra Solar eine klare Empfehlung für den Campus

Idar-Oberstein aussprechen: „Wer sich seiner Arbeit zu hundert

Prozent widmen will und es mit dem Beruf ernst meint, ist hier

genau richtig.“

Prisca DeGroat, Christel Trimborn

www.hochschule-trier.de/fb/io

So erfolgreich sind

Studierende und

Absolventen aus

Idar-Oberstein – Eine

Auswahl der jüngsten

Auszeichnungen

· Katharina Dettar, Teilnahme an „Schmuck

2015“ und Belobigung „Preis des Bayerischen

Kunstgewerbe Vereins 2014“

· Christina Erlacher, Alejandra Solar, Katja

Köditz, Typhaine Le Monnier und Stephanie

Morawetz, ausgewählt für „Debut im

Schmuckmuseum“, Pforzheim, 2014

· Nicolas Estrada, 3. Preis „Deutscher

Schmuck- und Edelsteinpreis 2014“

· Tanja Emmert, Belobigung „Deutscher

Schmuck- und Edelsteinpreis 2014“

· Edu Tarin, Tabea Reulecke und Eva Burton,

Finalisten „Preis des Bayerischen Kunstgewerbe

Vereins 2014“

· Nils Schmalenbach, 1. Preis im Wettbewerb

„Rule the World – Schmuck- und

Förderpreis 2014“ und Gewinner

des Sonderpreises des „14. Hessischen

Gestaltungspreis 2014“

· Ferràn Iglesias, 3. Platz „Award of the

Mayor of the City“ in Legnica, Polen 2014

· Maren Giloy, „Silver Prize“ im Amberif

Design Award 2014, Danzig, Polen

· Alejandra Solar, Preisträgerin beim

Wettbewerb „New Traditional Jewellery

– Confrontations“, Sieraad Art Fair

Amsterdam, 2014

· Levani Jishkariani, 2. Preis „MineralArt 2014“

und Typhaine LeMonnier, 3. Preis „Mineral-

Art 2014“

Brosche „Horst ist instabil

wie Jenga“ von Christina

Erlacher aus Achat, Perlen,

Silber, Kunststofftier,

Heißkleber und Edelstahl (r.)

Brosche „Mei-Blüte“ von

Tala Yuan aus Achat, Wavellit,

Silber und Edelstahl (l.)

Fotos: Christina Erlacher (1), Tala Yuan (1)

34 | GZ plus


Mühlwiesenstrasse 31

55743 Kirschweiler

Deutschland

Telefon: +49 (0) 6781 350-00

E-Mail: info@efs-gems.com

Internet: www.efs-gems.com


Kreativität

Jakob Bengel-Stiftung

Die ehemaligen Werkstätten des

Industriedenkmals Jakob Bengel

bieten beeindruckende Einblicke

in die Modeschmuck-Produktion

des vergangenen Jahrhunderts

Denkmal

mit Zukunft

Nicht erst seit Bestehen der Jakob Bengel-Stiftung im Jahr 2001 ist das

aus der Gründerzeit stammende Gebäudeensemble geprägt von einer spannenden

Geschichte und vielen ehrgeizigen wie erfolgreichen Projekten.

Der Countdown zur 100. Ausstellung läuft: Bis Mitte Mai

konnten Besucher der Idar-Obersteiner Villa Bengel mit

der Doppelausstellung „Belgisch bei Bengel“ bereits die

95. und 96. Präsentation zeitgenössischen Schmucks in den alten

Gemäuern der Modeschmuckfabrik erleben. Die 100. Ausstellung

wird aller Voraussicht nach im nächsten Jahr stattfinden.

„Die wechselnden Galerieausstellungen gehören ebenso zum

Konzept der Jakob Bengel-Stiftung wie das Programm ,Artist in

Residence‘ (A.i.R.; s. Kasten rechte Seite), das seit beinahe zehn

Jahren gemeinsam mit der Hochschule realisiert wird. Unser jüngstes

Projekt, das in Kooperation mit einem örtlichen Schmuckunternehmen

verwirklicht wird, ist der Relaunch der historischen

Schmuckmarke Jakob Bengel“, erklärt Wilhelm Lindemann drei der

Säulen, auf denen die Stiftung fußt. Lindemann ist Vorstands vorsitzender

der Jakob Bengel-Stiftung und geistiger Vater zahlreicher

Projekte, unter anderem des jährlich stattfindenden Symposiums

„Schmuckdenken“, für die Idar-Oberstein bei Schmuckinteressierten

weit über die Grenzen des Hunsrücks hinaus bekannt ist.

ambitioniertes Anliegen

Neben diesen „Brückenschlägen in die Moderne“, wie Lindemann

Projekte wie A.i.R und die zeitgenössischen Schmuckausstellungen

nennt, ist das Hauptanliegen der Jakob Bengel-Stiftung jedoch

noch ein weiteres: „Die Historie der Idar-Obersteiner Modeschmuckproduktion,

welche die Stadt über Jahrzehnte geprägt hat,

bevor sie in den 90er-Jahren weitestgehend endete, soll als lebendiges

Archiv erhalten bleiben“, so Wilhelm Lindemann.

Mit dem Ziel, das Gebäude zum Industriedenkmal zu erklären

und es so für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, gründete

Christel Braun, Urenkelin des Firmengründers, im Jahr 2001 die

Jakob Bengel-Stiftung. Ihr Plan ist aufgegangen. Das beeindruckende

Ensemble aus Fabrikationsgebäude, Werkswohnungen und Fabri-

Fotos: Freundeskreis Jakob Bengel Denkmal e.V., Manuel Ocaña Mascaró (4), JBIO (1)

36 | GZ plus


kantenvilla ist nahezu vollständig im Originalzustand erhalten. Und

damit auch die Geschichte der Obersteiner Schmuckindus trie,

welche mehr als 130 Jahre lang Hunderttausenden von Menschen

Arbeit bescherte. „Ein solch umfangreiches Archiv gibt es in ganz

Deutschland kein zweites Mal. Die Maschinen und Werkzeuge sind

einzigartige Zeitzeugen und belegen in ihrer Vielfalt die Hochrangigkeit

dieses Kulturdenkmals“, sagt Wilhelm Lindemann. Derzeit

werden in der ständigen Ausstellung in mehr als 30 Vitrinen

Uhrketten und Schmuckstücke aus der Produktion des Hauses

präsentiert. Zudem macht eine Kettenmaschine im Zeitlupentempo

deutlich, wie aus einem Draht eine Uhrkette hergestellt wird.

Dass die Erhaltung des Industriedenkmals Jakob Bengel mit

einem hohen finanziellen Aufwand verbunden ist, kann man sich

denken. „Glücklicherweise ist es in der Vergangenheit durch Zuschüsse

von Land, Stadt und Denkmalpflege sowie privaten und

öffentlichen Geldgebern gelungen, nicht nur das Haus zu erhalten

und auszubauen, sondern auch Schmuckankäufe zu tätigen und

neue Ideen zu realisieren“, sagt Stiftungsvorstand Lindemann, der

unter anderem auch Kulturreferent der Stadt Idar-Oberstein war.

Derzeit steht ein weiteres zukunftsweisendes Vorhaben an.

Das Gebäude wird unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen

Belange und ohne das historische Interieur zu zerstören

restauriert und teilweise umgebaut – und bei der Gelegenheit

auch gleich auf den neuesten Stand der Brandschutzbestimmungen

gebracht. Hinzu kommt die Einrichtung einer umfangreichen

Dauerausstellung von historischem und modernem Modeschmuck

(nicht nur aus dem Hause Bengel), in der zugleich alte und neue

Schmucktechniken dargestellt werden.

1

2 3

Anziehende Aussichten

„Im Winter 2015/2016 wird das Industriedenkmal für einige Monate

geschlossen, anschließend können die Räume etappenweise

restauriert werden“, prognostiziert Lindemann. Die Eröffnung der

neuen Dauerausstellung ist für 2017 geplant. Bis dahin werden

rund drei Millionen Euro an Investitionen in das Industriedenkmal

geflossen sein. Eine gute Anlage, da sind sich alle Beteiligten sicher.

Denn längst dient dieser historische Ort als Anziehungspunkt für

Schmuckinteressierte, Künstler und Fachbesucher aus ganz Deutschland

und Nachbarländern wie den Niederlanden, Belgien und

Frankreich. Ein Anliegen hat der Vorstandsvorsitzende noch:

„Unsere Sammlungsbestände an historischem Modeschmuck aus

der Zeit von 1860 bis 1990 sind in den letzen Jahren stetig gewachsen.

Wir sind aber noch auf der Suche nach weiteren

Schmuckexponaten anderer Modeschmuckhersteller, die Eingang

in die Ausstellung finden könnten.“ Christel Trimborn

www.jakob-bengel.de

1. Stiftungsvorsitzender Wilhelm Lindemann, Bruno Zimmer

(ehemaliger Ober bürgermeister Idar-Oberstein), Künstlerin Uta Feiler

und Designerin Valeska Link (v. l.) bei einer Ausstellungseröffnung

2. Das neue Schmuckstück aus dem Relaunch-Projekt wurde nach

einem Originalmuster aus der Jakob-Bengel-Kollektion gefertigt

3. + 4. Die Werkstätten der früheren Kettenfabrik sind bestens erhalten

4

Artist in Residence (A.i.R.)

Seit 2006 lädt die Jakob Bengel-Stiftung in Kooperation mit der

Hochschule Trier internationale Schmuckkünstler zu einem vierbis

zwölfwöchigen Arbeitsaufenthalt in die historische „Bijouteriewaren-

und Uhrkettenfabrik Jakob Bengel“ ein. Währenddessen

bekommen die Künstler eine kostenfreie Wohnung,

einen Atelierplatz im Industriedenkmal sowie ein monatliches

Stipen dium. Der historische Maschinenpark und die Werkstätten

der Hochschule, Studiengang „Edelstein- und Schmuck“,

können benutzt werden. Im Gegenzug sollten die A.i.R.s für eine

öffentliche Vortrags- und eine Lehrveranstaltung in der Hochschule

zur Verfügung stehen. Darüber hinaus überlassen sie der

Jakob Bengel-Stiftung ein bis zwei Schmuckstücke als Dauerleihgabe.

Diese sind Bestandteil der stetig wachsenden zeitgenössischen

Schmucksammlung, die derzeit rund 50 Stücke umfasst.

GZ plus | 37


kreativität

DSEP

Wenn Idar-Oberstein

ruft …

… nehmen Schmuckgestalter aus aller Welt an dem international renommierten

Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis teil. Sein Prestige, hohe Dotierungen und

gestalterische Herausforderungen schaffen Anreize zur Teilnahme.

Das Motto des allerersten Deutschen Schmuck- und

Edelsteinpreises konnte unmissverständlicher nicht sein:

„Edelsteinschmuck aus Gold und Silber“ lautete das

Thema, mit dem die mittlerweile traditionsreiche Leistungsschau

1970 an den Start ging. Die Initiative dazu ergriff der in Idar-

Oberstein ansässige Bundesverband der Edelstein und Diamantindustrie.

Seitdem sind alljährlich Schmuck- und Edelsteingestalter

sowie Gold- und Silber schmiede aus dem In- und Ausland aufgerufen,

sich an dem international ausgerichteten Wettbewerb zu

beteiligen. Im jährlichen Wechsel liegt der Fokus mal auf der Edelsteinbearbeitung

und mal auf der Schmuckverarbeitung in Verbindung

mit Edelsteinen. Auch jungen Gestaltern wird seit 1989

mit dem Deutschen Nachwuchswettbewerb eine wichtige Plattform

geboten. In einem interna tionalen Rahmen stellen sie ihre

Arbeiten den Kri terien der fünf- bis siebenköpfigen Expertenjury.

Über die Herausforderungen und die Bedeutung des Wettbewerbs

berichten beispielhaft einige Gestalter. Prisca DeGroat

www.deutscher-edelsteinpreis.de

Llyn Strelau, Calgary, Kanada: 1. Preis beim 45. Deutschen

Schmuck- und Edelsteinpreis 2014, Thema „Moonlight“

„Die Teilnahme am Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis war eine

Mög lichkeit, meiner Arbeit auf internationaler Ebene zu Anerkennung zu

ver helfen. Dieser Wettbewerb ist einer der besten – sein Prestige ist ohne

Vergleich. Auch die großzügige Dotierung ist sicherlich ein wichtiger Faktor,

der zur Teilnahme motiviert und die Professionalität des Events deutlich

macht. Hier den ersten Preis zu gewinnen, markierte für mich einen persönlichen

Meilenstein in meiner 40-jährigen Laufbahn in der Branche. Das Gewinnerschmuckstück

,The other side of the moon‘ gehört übrigens einer

meiner Kundinnen, die es bereits vor der Wettbewerbsteilnahme erwarb.“

www.jewelsbydesign.de

Aaron Maximilian Klintz, Idar-Oberstein: 1. Preis beim

25. Deutschen Nachwuchswettbewerb für Edelstein- und

Schmuckgestaltung Idar-Oberstein 2013, Thema „Feel Free“

„Die Herausforderung in Bezug auf die Themenvorgaben des Wettbewerbs

stelle ich mir selbst: Mein Ziel ist es immer, das Thema nicht als sofort ersichtliche

These im Wettbewerbsstück zu verbildlichen. Es sollte einen tieferen Sinn,

eine nicht gleich vermutbare Verbindung zum Thema haben. So habe ich 2013

zum Thema ,Feel Free‘ einen Bergkristall als organisches Herz mit rostigen

Metallstücken und -schrauben versehen. Das Gesamtwerk sollte die Bergung

der Mineralien schildern. Die Auszeichnung ist für mich als Zuspruch für meine

Art der kreativen Gestaltung von Bedeutung und eine tolle Belohnung für den

langen Atem. Das Bergkristallherz hat seither einen besonderen Platz in der

eigenen Wohnung und direkt neben der Urkunde.“ Aaron.klintz1@gmx.de

Fotos: Lichtblick Foto-Design,Hiltrud und Jürgen Cullmann, Schwollen (4), Timo Volz (1)

38 | GZ plus


Claudia Adam und Jörg Stoffel,

Stipshausen: 1. Preis beim 44. Deutschen

Schmuck- und Edelsteinpreis 2013,

Thema „Under Pressure“

„Der Deutsche Schmuck - und Edelsteinpreis reizt uns

besonders, weil bei diesem Wettbewerb die Gestaltung

von Edelsteinen im Fokus steht. Da die Bearbeitung

und Gestaltung von Steinen ein Schwerpunkt unseres

Schaffens ist, sind Themen, die sich damit befassen, immer

eine Herausforderung für uns. Die Form des Steins

sollte eine zentrale Rolle spielen. Am schönsten ist es

für uns, wenn die prämierten Stücke einen glücklichen

Besitzer oder Besitzerin finden. Jede Arbeit ist ein Stück

unseres Weges.“ www.adam-stoffel.de

Tanja Emmert, Idar-Oberstein: Belobigung

beim 45. Schmuck- und Edelsteinpreis 2014,

Thema „Moonlight“

„Das Thema ,Moonlight‘ war ein sehr schönes und

offenes Thema. Für mich war die Stimmung, die das

Mondlicht der Nacht verleiht, die Inspirationsquelle.

Aus meiner Sicht passt der Lagenachat mit seiner

zweifarbigkeit von Weiß zu Schwarz und mit allen

blaugrauen Schattierungen perfekt zum Thema. Es

ist schön, diese Anerkennung zu bekommen und im

Falle des Schmuck- und Edelsteinpreises bedeutet

dies auch noch eine Preisverleihung mit einer gelungenen

Winners Night und einem Preisgeld. Durch

die Resonanz meiner Kunden merke ich, dass diese

Preise durchaus wahrgenommen werden. Die ausgezeichneten

Ohrringe waren lange unterwegs, beispielsweise

auch auf der Inhorgenta. Jetzt stelle ich

sie in meinem Showroom aus.“ www.ta-ka.de


Kreativität

Graveure

Kröte, graviert

aus Rauchquarz,

von Patrick

Dreher

Ungeahnte

Dimensionen

Idar-Oberstein gilt weltweit als eines der wichtigsten Zentren für die Kunst der

Steingraveure. Mit ihren plastischen Darstellungen – mal als flache Reliefs, mal als

dreidimensionale Objekte – begeistern sie Sammler und Schmuckliebhaber.

Noch immer ist die Zahl und Kompetenz der Idar-Obersteiner

Graveure hoch. Zwei Beispiele verdeutlichen, wie

unterschiedlich Arbeitsweise und Endprodukt sein können.

Für Gerhard Schmidt beispielsweise beginnt alles mit dem Blick für

die richtigen Steine, bevorzugt verwendet er Lagenachate. Hat er

das richtige Material für einen Entwurf gefunden, arbeitet sich der

Gemmenschneider Schicht für Schicht vor. In zum Teil hauchdünnen

Lagen lässt er Bilder im Stein entstehen, die religiöse, mystische

oder andere Geschichten erzählen. Der Idar-Obersteiner ist

ein Meister seines Faches, dessen Kunst rund um den Globus bekannt

und gefragt ist.

Aufgewachsen in der Nähe von Idar-Oberstein, erlernte der

heute 62-Jährige den Beruf des Steinschneiders. So traditionell

sein Handwerk auch ist – Gerhard Schmidt ist stets interessiert

daran, weitere Ziele zu definieren und neue Erfahrungen zu sammeln.

In den frühen 80er-Jahren beispielsweise zog es ihn für neun

Jahre nach Japan, wo er sich unter anderem intensiv mit der Formenwelt

des japanischen Buddhismus auseinandersetzte. Heute

lebt und arbeitet er wieder in Idar-Oberstein, das noch immer als

eines der wichtigsten Zentren für die Steinschneidekunst gilt.

Gerhard Schmidts Arbeiten sind allesamt Unikate und entstehen

nach eigenen Entwürfen. Seine kunstvollen Flachreliefs zeichnen

sich insbesondere durch die zum Teil vielfachen Stufungen aus,

die er aus überwiegend zweilagigen Achaten herausarbeitet. Motive

aus Flora und Fauna, Porträts und verspielt-romantische Frauenbilder

oder mythologische Themen stehen dabei im Zentrum seiner

detailreichen Steinwelten: So windet sich beispielsweise ein

transparent wirkendes Kleid effektvoll und täuschend realistisch

Buddhistisch inspiriert ist die Arbeit „Bosatsu auf Wolken“

von Gerhard Schmidt

„Geburt eines

Sterns“ heißt

diese meisterhafte

Gravurarbeit

aus

mehrfarbigem

Lagenachat von

Gerhard Schmidt

um den Körper einer anmutigen Aphrodite, die in einer Idylle aus

Weinranken lustwandelt. Auch Bergkristallen oder Rauchquarzen

entlockt Schmidt kunstvoll mehrdimensionale Hinter- und Vordergründe

und selbst die Mimik der Porträtierten ist geprägt von

feinsten Details und Nuancen.

Tierisch gut

Gravierte Objekte sind dagegen die Spezialität des Idar-Obersteiner

Vater-Sohn-Gespanns Gerd und Patrick Dreher. Die beiden

widmen sich einer anderen Thematik und Seite des Steinschneidens.

Plastische Objekte wie Kröten, Affen, Vögel oder Vollblutpferde

gehören zu den bevorzugten Motiven der Graveure. Auch

bei ihnen wird nur nach eigenen Ideen und Entwürfen gearbeitet,

jedes Objekt ist ein Einzelstück. Ihre Arbeiten haben Anhänger in

der ganzen Welt, vor allem Liebhaber in den USA wissen ihre Kunst

zu schätzen, die mit dem Junior bereits in der fünften Dreher-

Generation ausgeübt wird. Detailgetreu lassen sie ihre Chamäleons

oder Mäuse in mindestens 200 Arbeitsstunden zum Leben erwachen,

genaue Kenntnisse der Anatomie oder Bewegungsstudien

sind Grundvoraussetzung für Gerd und Patrick Dreher.

Alle Objekte aus ihrer Werkstatt werden aus einem einzigen

Stein gearbeitet, bevorzugt aus Quarzen und Beryllen, am liebsten

jedoch aus brasilianischem Naturachat, der sich durch seine besondere

Farbgebung auszeichnet. Auch hier ist der Expertenblick gefragt,

der erkennt, welcher Stein sich für welches Tier eignet – ein

Ideenprozess, der manchmal Jahre dauern kann.Christel Trimborn

www.gerhard-schmidt-art.de, www.dreher-carvings.com,

www.patrick-dreher.de

Fotos: Gerhard Schmidt (2), Dreher (1)

40 | GZ plus


promotion

Von hinten vertiefte Bergkristall-Gravuren

mit Ölfarben bemalt, sogenannte englische

Gravuren (l.). Halbplastische Edelsteingravuren

in der Komesso-Technik, aus verschiedenen

Edelsteinen zusammengesetzt (l. u.)

Schönheit in Stein

Hier geht es um wahre Kunst - die der Edelsteingravur. Nur wenige beherrschen dieses

anspruchsvolle Handwerk noch so wie Susanne Teiwes und Iris Hartenberger. Beide

sind seit Mitte der 90er-Jahre Meister im edelsteinbearbeitenden Handwerk. Nach

Jahrzehnten gemeinsamen Schaffens gründeten sie 2010 ihre eigene Firma: H & T

Carvings. Schnell errangen sie für ihre meisterhaften Werke die Aufmerksamkeit

der Branche. „Unsere Philosophie lautet: Gemeinsam sind wir stark!“, sagt Iris

Hartenberger und fährt fort: „Das ist die Kurzfassung, die nicht nur für unsere

Gemeinsamkeit als Unternehmerinnen steht. Gemeint ist damit auch: Gemeinsam

mit und für unsere Kunden entwickeln wir Ideen und Lösungen.“

Die Edelsteinkünstlerinnen kennen und schätzen sich seit über 20 Jahren:

„Das ist eine wunderbare Zusammenarbeit, wobei wir uns immer in der

Arbeitsweise optimal ergänzen“, sagt Susanne Teiwes. Typisch für H & T Carvings

sind die halbplastischen Edelsteingravuren in der Komesso-Technik, die

aus verschiedenen Edelsteinen zusammengesetzt sind. Außergewöhnlich sind die von

hinten vertieften Bergkristall-Gravuren, die mit Ölfarben bemalt sind – sogenannte

englische Gravuren. Weitere Spezialitäten sind Kameen, insbesondere auf individuellen

Kundenwunsch angefertigte Porträts sowie Kleinplastiken. www.ht-carvings.de

OBJETS D’ART· FANCY ENGRAVINGS

CREST ENGRAVINGS

MONOGRAM ENGRAVINGS

BLOSSOMS, LEAVES, ANIMAL FIGURES

CUSTOM-MADES DESIGNS

Four generations signify perfect craftsmanship,

exclusive and individuell, just as you desire.

Finest Engravings – Fantastical Designs

Studio of Finest Engravings - Precious Stones

Richard-Wagner-Straße 26· 55743 Idar-Oberstein· Fon ++49 (0) 6781 - 435 56· www.herbert-klein.com


kreativität

Deutsches Edelsteinmuseum

Schatzkammer

der Region

Das Deutsche Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein zeigt in einer stilvoll

restaurierten Gründerzeitvilla alle Edelsteinarten der Welt. Neben funkelnden

Edelsteinen und Diamanten ziehen auch kunstvoll gearbeitet Gravuren

und Skulpturen sowie ausgesuchte Mineralien den Betrachter in ihren Bann.

Die Besucher, interessierte Laien wie auch

Fachleute, sind von der Vielfalt und Qualität

der Exponate immer wieder beeindruckt,

repräsentieren diese doch die weltweite

Einzigartigkeit der Edelsteinregion Idar-Oberstein.

Auf drei Etagen mit einer Fläche von circa 700 Quadratmetern

präsentiert sich die ganze Welt der

Edelsteine. Interessanter, attraktiver und umfassender

begegnet man ihr wohl nirgends sonst auf der

Welt. Im Gewölbekeller des Museums werden –

teils in Kooperation mit anderen bedeutenden Museen

– regelmäßig Sonderausstellungen mit Spezialthemen

aus dem Edelsteinbereich durchgeführt.

Die ortsansässige Edelsteinindustrie bringt mit

ihren „Schleifer-Familien“ rund 90 Prozent der gezeigten

Exponate als Leihgaben ein. Dadurch sind

im Deutschen Edelsteinmuseum auch Besonderheiten

zu sehen, die ein privater oder öffentlicher Träger nie oder

nur schwer erwerben könnte. In dieser einmaligen Ausstellung, die

ständig durch neue Zugänge ergänzt wird, sind nahezu alle weltweit

vorkommenden Edelsteine vertreten – sowohl als Rohstein

als auch in vollendet bearbeiteter Form. Die Sammlung des

Deutschen Edelsteinmuseums Idar-Oberstein wird von einem

Kuratorium betreut, das sich aus Fachleuten der verschiedenen

Edelsteinberufe, des Handels und der Forschung zusammensetzt.

Der Besuch des Museums lohnt sich auf jeden Fall. Insgesamt

mehr als 10000 Exponate glitzern und funkeln Besuchern aus den

Vitrinen entgegen. Die Ausstellung belegt vor allem die lange

tradition: Seit rund 500 Jahren lebt Idar-Oberstein von und mit

Edelsteinen. Das Edelsteinmuseum selbst kann auf eine über

155-jährige Geschichte zurückblicken. Damit ist es eines der ältesten

Museen von Rheinland-Pfalz.

Axel Henselder

www.edelsteinmuseum.de

Von den Anfängen bis zum groSSen Jubiläum

1859 Eröffnung als „Gewerbeschau“

am Alexanderplatz im

Stadtteil Idar.

1879 Erste Sonderausstellung.

1897 Umzug in die neue

Gewerbehalle.

1973 Aus der „Gewerbeschau“

entsteht das „Deutsche

Edelsteinmuseum“ in der

neu errichteten Diamantund

Edelsteinbörse.

1995 Gründung der Stiftung

Deutsches Edelsteinmuseum.

1996 Umzug in die denkmalgeschützte,

stuckverzierte

Gründerzeitvilla „Purpers

Schlösschen“. Hier erhält das

Museum ein würdiges Domizil.

2008 Der Förderverein der

Freunde des Deutschen Edel-

steinmuseum wird gegründet.

Heute zählt er mehr

als 200 Mitglieder.

2009 Das Museum feiert

sein 150-jähriges Bestehen

mit einer Sonderausstellung.

42 | GZ plus


since 1890

www.ruppenthal.com


kreativität

Förderverein Deutsche EdelsteinstraSSe

StraSSe der Steine

Zwar offenbart sich einem Fremden der Charme meistens nicht auf den ersten Blick,

doch Idar-Oberstein ist in eine der schönsten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands

eingebettet. Mit ein Grund, warum der Förderverein Deutsche Edelsteinstraße so aktiv ist.

Was für die USA die legendäre

Route 66 ist, sind hierzulande

Themenstraßen wie etwa die

Deutsche Edelsteinstraße. In zwei Rundkursen

verbindet sie auf 48 Kilometern

Orte der Verbandsgemeinde Herrstein

und Idar-Oberstein miteinander, die von

der Edelsteinverarbeitung geprägt sind.

Weltweit ist diese regionale Konzen tration

rund um die Themen Edelsteine

und Schmuck einmalig. Denn der Raum

Hunsrück-Nahe ist unzweifelhaft ein

Kleinod. Ewige Wälder, tief eingeschnittene

Täler, spektakuläre Felsabbrüche,

romantische Burgen, steile Weinberge,

geheimnisvolle Bergwerke und kleine

Dörfer prägen das Landschaftsbild. Und

hier schlägt auch das Herz der Edelsteinindustrie

seit über 500 Jahren.

Ganz gleich, ob Diamanten oder

Achate, Edelsteinschleifereien oder

Goldschmiede, Bergwerke oder Museen,

wildromantische Natur oder Geschichte

zum Anfassen: Gäste aus aller Welt

Edelsteinkönigin

Sonja Mzyk

repräsentiert

Region und

Branche

schätzen die Deutsche Edelsteinstraße für brillante Erlebnisse von

imponierender Vielfalt. Besucher haben die Möglichkeit, in historischen

und modernen Schleifereien Edelsteinhandwerker bei

ihrer Kunst zu beobachten. Weltberühmte Schätze gibt es hier bei

Edelsteinschleifern, Goldschmieden und Graveuren zu bestaunen.

Zudem können sie selbst nach Mineralien schürfen oder die Fertigkeiten

der Schmuckgestaltung in Hobbykursen erlernen.

Stärkung der regionalen Identität

Der Förderverein Deutsche Edelsteinstraße wurde 1974 gegründet.

Im Sommer 2014 feierte er im Rahmen einer Oldtimerausfahrt

entlang der Deutschen Edelsteinstraße mit anschließender

Gala-Veranstaltung sein 40-jähriges Jubiläum. Die Hauptziele

des Vereins sind die Steigerung des Bekanntheitsgrades der Region

sowie die Förderung des Interesses an der Mineralogie und Gemmologie.

Der Förderverein unterstützt somit die ansässige Edelstein-

und Schmuckindustrie und wirbt für diese. Auch die Förderung

der regionalen Identität, die Stärkung der Wirtschaft und

somit auch des Tourismus gehören zu den Zielen des Vereins. Der

Vorstand setzt sich aus Personen der Edelsteinbranche, der Gastronomie/Hotellerie,

des Tourismus, der öffentlichen Verwaltung und

aus Privatpersonen zusammen. 1. Vorsitzender des Vereins ist seit

2009 Martin Schupp. Der Vorstand ist neben der Vereinsführung

für das Management der Deutschen Edelsteinkönigin zuständig,

betreut und koordiniert die Installation

in Holz und Stein „Das Himmlische Jerusalem“

und arbeitet eng mit anderen Institutionen

zusammen, etwa in Form der

Komposition des „Edelschliffs“ (s. u.).

Königin für zwei Jahre

Die Deutsche Edelsteinkönigin repräsentiert

die Deutsche Edelsteinstraße

und die dort ansässige Edelstein- und

Schmuckbranche. Seit 1976 wird die

Deutsche Edelsteinkönigin alle zwei Jahre

von einer Jury neu gewählt. Ihre Aufgabe

besteht darin, über die Edelsteinregion

zu informieren und für diese zu

werben. Bei bedeutenden lokalen Veranstaltungen

darf die Deutsche Edelsteinkönigin

ebenso wenig fehlen wie bei

nationalen und internationalen Mineralien-,

Edelstein-, Schmuck-, Verbraucherund

Tourismusmessen. Die derzeit amtierende

20. Deutsche Edelsteinkönigin

heißt sonja Mzyk. Ihre Krone, die von

Königin zu Königin weitergereicht wird,

ist übrigens von namhaften Firmen der Branche geschaffen worden.

Das Diadem besteht aus 165 Gramm Gelbgold, den Mittelpunkt

bildet ein trapezförmig geschliffener Aquamarin, seitlich daran

schließen sich zwei Citrine und zehn Amethyste an. Der

bewegliche und abnehmbare Anhänger vorn ist mit fünf Blautopasen

und zwei Brillanten besetzt. Axel Henselder

www.foerderverein-edelsteinstrasse.de

EDELSCHLIFF

Seit 1999 entsteht in jedem Jahr aus

der Zusammenarbeit des Fördervereins

Deutsche Edelsteinstraße und der

Gebietsweinwerbung Weinland Nahe

mit dem „Edelschliff“ ein Schmuckstück

der Nahe-Region. Er verbindet in einer

einzigartigen Komposition Edelsteine

und Wein miteinander und wirbt für

die gemeinsame Region. Die Auflage ist

jeweils auf 1000 Flaschen limitiert.

Fotos: Förderverein Deutsche Edelsteinstraße e.V. (2)

44 | GZ plus


Atelier Tom Munsteiner · Wiesenstr. 10 · 55758 Stipshausen · Tel.: 06544 - 600 · Fax: 06544 - 8511

E-Mail: munsteiner@t-online.de · www.munsteiner-cut.de · facebook.com/AtelierMunsteiner

GZ plus 06/15 | 45


KREATIVITÄT

deutsche edelsteinstraSSe

Glanz und

Geschichte am

laufenden Meter

Auf einer rund 70 Kilometer langen Strecke rund um Idar-Oberstein verläuft die

Deutsche Edelsteinstraße. An vielen Stationen können die Besucher selbst erleben,

wie eng die Region mit der Welt kostbarer Edelsteine verbunden ist.

46 | GZ plus


2

3

Fotos: Shutterstock (1)

1

Von Idar-Oberstein aus beginnend, verläuft die Deutsche

Edelsteinstraße durch die beeindruckende, von Höhenzügen,

Wäldern und idyllischen Bachtälern bestimmte

Landschaft des Hunsrücks. Sie führt die Besucher in malerische

Örtchen, zu vielen kleinen Schleifereien und Manufakturen, zu

Museen, Stollen und Bergwerken. Überall gewähren Handwerker

Einblicke in ihre Arbeit, oft gibt es sogar die Gelegenheit, die Techniken

selbst einmal auszuprobieren. Und nach einer solchen Entde

ckungsreise kann man den Tag bei Spießbraten und einem Wein

aus dem regionalen Anbaugebiet hervorragend ausklingen lassen.

Rund 50 Meter über Idar-Oberstein, an einer senkrecht abfallenden

Felswand am Fuß einer Burgruine, thront das Wahrzeichen

der Stadt, die Felsenkirche (1). Errichtet wurde sie in den Jahren

1482 bis 1484 in einer natürlichen Felsenhöhle, heute ist sie nur

über einen Tunnel im Felsen zu erreichen.

Über der Stadt Kempfeld befindet sich die Ruine der Wildenburg,

die errichtet wurde auf den Überresten einer alten keltischen

Burg. Zwischen den Überresten einer Maueranlage wurde ein

Aussichtsturm errichtet, von dem aus die Besucher einen hervorragenden

Überblick über die Landschaft des Hunsrücks haben.

In der im Tal der Nahe gelegenen und nur über einen Metallsteg zu

erreichenden Doppelachatschleife „In Edendell“ (2) können die

Besucher das Leben der Schleifer nachempfinden – sie sehen hier

sowohl den Arbeitsplatz mit dem schweren Steinrad als auch eine

originalgetreu eingerichtete Wohnung mitsamt echten Zeitungen

aus dem 19. Jahrhundert.

Der Geopark Krahloch (3) zwischen Sensweiler und Wirschweiler

informiert auf einem einen Kilometer langen Rundweg

über Geologie, Mineralogie und Rohstoffe und gibt Aufschluss zu

dem Natur- und Landschaftsraum der Region. An 14 Stationen

wird lebendige Erdgeschichte vermittelt und erklärt, wie sich die

Edelsteine der Region bilden.

GZ plus | 47


KREATIVITÄT

deutsche EdelsteinstraSSe

4

Ein Beispiel dafür, dass gute Handwerksarbeit eine lange Zeit

überdauert: Bis in das Jahr 1450 lässt sich die Geschichte der

Mahl- und Ölmühle in Allenbach zurückverfolgen. Erst im Jahr

1850 wurde sie restauriert. Viele Bestandteile sind seitdem noch

immer funktionsfähig.

Im Hunsrück leben noch bis zu 1000 Wildkatzen. Im Wildfreigehege

Wildenburg (4) können diese scheuen Tiere in ihrer

natürlichen Umgebung beobachtet werden. Außerdem gibt es

eine Auffang- und Auswilderungsstation.

Allenbach war vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts

dank zweier florierender Kupferhütten ein blühender Industriestandort.

Vom Reichtum der Stadt zeugt heute noch das Allenbacher

Schloss (5), eines von nur drei noch bewohnbaren mittelalterlichen

Schlössern im Hunsrück.

Rund um das Bergwerk befindet sich der Bergbaurundweg. Auf

einer Strecken von rund 3,5 Kilometern sind verschiedene Relikte

des Kupferbergbaus wie Stolleneingänge und Tagebaustätten zu

sehen. Dieser Weg ist aber auch landschaftlich sehr attraktiv, denn

er führt durch eine außerordentlich artenreiche Natur und bietet

viele Panoramablicke.

6

Schon seit dem Jahr 1375 wurden in der Edelsteinmine Steinkaulenberg

(6) Achate abgebaut. Heute ist diese Mine in Idar-

Oberstein die einzige öffentlich zugängliche Edelsteinmine in ganz

Europa. In speziellen Besucherstollen sind neben den Achaten

auch noch weitere Edelsteine wie Bergkristalle, Amethyste und

Rauchqarze zu sehen.

Mehr als 100 Edelstein-Rohsteine können im Edelsteingarten in

Kempfeld bestaunt werden. Im Zentrum befinden sich zwölf

steine, die nach der biblischen Überlieferung das Fundament des

„Neuen Jerusalem“ bilden.

Einerseits über die geologische Beschaffenheit, andererseits über

die Tier- und Pflanzenwelt der Region informiert der rund zehn

Kilometer lange Naturpfad Idarbach auf 14 Schautafeln. Er führt

entlang des idyllisch plätschernden Idarbachs und zu einem ehemaligen

keltischen Ringwall, dem sogenannten Ringkopf.

5

Seit dem 15. Jahrhundert wurden die heimischen Edelsteine der

Region in Wasserschleifen, die mit großen Schaufelrädern betriebenen

wurden, bearbeitet. Das Zentrum dieses Industriezweiges

war der Idarbach, wo zu Spitzenzeiten 56 solcher Schleiferein an-

48 | GZ plus


FVRSTENBERG

SEIT 1920

Wir bringen Ihren Wunsch in Form

schleifen wir Schmucksteine.

In Präzision und feiner Qualität

Aus über 60 verschiedenen

Schmucksteinen

schleifen wir für unsere anspruchvolle

Kundschaft Formen in jedem

Stil.

7

Formen für Manschettenknöpfe, Armbänder,

Zifferblätter, Anhänger, Ketten, Objektdekor,

8

Wappen und Monogramme

sässig waren. Die letzte Achatschleifmühle, die historische Weiherschleife

(7), wurde hier im Jahr 1997 wieder für Touristen eröffnet.

Bis in die 90er-Jahre wurde in der Fabrik Jakob Bengel noch

Modeschmuck produziert, der in alle Welt verkauft wurde. Heute

ist der Komplex ein Industriedenkmal, in dem die Besucher echte

Schmuckgeschichte erleben können. Hier erfahren sie, welche

Technik nötig war, um die Bestandteile herzustellen und zusammenzufügen.

Die originalen, zum Teil weit über 100 Jahre alten

Maschinen werden bei Vorführungen noch immer in Betrieb genommen.

Auch die Werkswohnungen und die Fabrikantenvilla

können besichtigt werden.

Ein „Goldenes Buch“ hat jede Stadt – die Deutsche Edelsteinstraße

hat ein Steinernes Gästebuch (8). Prominente Besucher können

sich auf einem Wegesstück einfach einen der zahlreichen großen

Steine aussuchen und signieren.

Mineralien aus aller Welt finden sich im Deutschen Mineralienmuseum.

Zudem sind historische Schmuckstücke und Edelsteine,

kunsthandwerkliche Arbeiten sowie Nachbildungen berühmter

Staatsinsignien ausgestellt.

Lapis-Lazuli, Koralle, Chrysopras

Eine großes Lager führen wir in:

Koralle, Lapis Lazuli, Türkis,

Chrysopras, Mondstein,

Calcedon, feinen Rosaquarz,

Amethyst, Citrin, Rauchquarz,

Onyx, Carneol,

Perlmutter, Mosaike, und

Sonderschliffen in vielen Steinarten

HERBERT FÜRSTENBERG E.K.

Tiefensteiner Str.258

D-55743 Idar-Oberstein

Tel. +49 (0)6781 31033

Fax: +49 (0)6781 3200

Email:

info@edelsteinschleiferei.de

www.edelsteinschleiferei.de


KREATIVITÄT

deutsche EdelsteinstraSSe

9

11

Wie aus der Zeit gefallen erscheint der historische Ortskern von

Herrnstein (10). Mehr als 60 mit viel Liebe restaurierte Fachwerkhäuser,

schmale Gässchen, der Uhrturm und ein hervorragend

erhaltenes Stadttor sorgen in dem beschauliche Städtchen für ein

mittelalterliches Flair.

10

Vom Schloss Oberstein (9) und der in unmittelbarer Nähe gelegenen,

inzwischen verfallenen Burg Bosselstein lässt sich ein unvergleichbarer

Ausblick über Idar-Oberstein, das Nahetal und die

Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks genießen.

Alle Edelsteinarten der Welt präsentiert das Deutsche Edelsteinmuseum.

Über 10 000 Exponate, verteilt auf drei Etagen, strahlen

und funkeln in der Gründerzeitvilla „Purpers Schlösschen“, in der

das Museum beheimatet ist. Facettierte Steine, Rohware, Gravuren

und exklusive Kunstwerke aus den kostbaren Steinen sind hier

zu sehen. In Kooperation mit anderen Museen werden zudem

immer wieder beeindruckende Sonderschauen realisiert.

Zunächst als Gipsmühle errichtet, wurde die historische Wasserschleiferei

Biehl 1880 zur Achatschleiferei umgebaut. Noch heute

wird hier auf traditionelle Weise gearbeitet. Unter anderem wird

eine heute gänzlich unübliche Technik angewandt: Mit dem Kippstuhl

kann der Schleifer bäuchlings liegend arbeiten und den Stein

mit viel Druck auf den Schleifstein zu pressen.

Die besondere Mystik der Edelsteine vermittelt die Edelstein-

Erlebniswelt. Die Besucher können dort einen mit viel Liebe zum

Detail nachgebauten Salzkristallgang, eine Höhlenlandschaft, einen

fantasievoll gestalteten Wald, eine Planetenstraße und einen Licht-

Effektraum bewundern.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts war das Kupferwerk Fischbach (11)

eines der bedeutendsten in Deutschland. Über viele Jahrhunderte

entstand ein riesiges, verzweigtes System aus Stollen und gewaltigen

Hohlräumen, das heute besichtigt werden kann.


Christoph Hoffmann

www.edelsteinstrasse.info

50 | GZ plus


Albert-Einstein-Straße 10

55743 Idar-Oberstein

phone: +49 (0)6781-900-225

fax: +49 (0)6781-900-226

e-mail: info@fisma-ketten.de

www.fi sma-ketten.de


thema kreativität

Thema Nationalpark

16,5 Meter hoch

ist die Windklang-

Skulptur. Sie steht

am Aussichtspunkt

auf dem Erbeskopf,

von wo aus man den

ganzen Nationalpark

überblicken kann

Grosse

weitsicht

In den westlichen Höhenlagen des Hunsrücks, genauer im Idarwald und

Schwarzwälder Hochwald, wächst buchstäblich eines der letzten Paradiese

Deutschlands heran: der Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

Fotos: Nationalpark Hunsrück-Hochwald / Gerhard Hänsel (2), Nationalpark Hunsrück-Hochwald / Konrad Funk (1)

52 | GZ plus


Zwischen schattenspendenden Moorbirken, kräftigen Buchen

und duftenden Fichtenhölzern gerät der Alltagsstress

schnell in Vergessenheit. Farne, Gräser und Moose bedecken

den Waldboden. Hier findet man noch Wildkatzen und

Spechte, kleine Moortümpel bieten Lebensraum für eine außergewöhnliche

Artenvielfalt. Fast senkrecht aufsteigende Felswände

und schroffe Klippen säumen die Hänge der gewundenen, schluchtenartigen

Durchbruchstäler. Lauter Schätze der Natur, nur zu finden

für denjenigen, der sich auf die Suche begibt.

Ein Juwel der Region

Erst seit Ende Mai dieses Jahres ist dieses pfälzisch-saarländische

Biotop offizieller und somit 16. deutscher Nationalpark. Hier sollen

Pflanzen und Tiere ungestört leben können, Menschen sich erholen

und zusammen mit den eigens angestellten Rangern die Natur

erforschen. Einige der Waldstücke müssen renaturiert werden,

andere werden sich selbst überlassen. Bis zu 30 Jahre kann die

Übergangsphase dauern, an deren Ende die reine Wildnis steht.

Wie diese aussehen wird, weiß niemand. In Deutschland gibt es

kaum noch Flächen, in denen die Natur ungestört walten darf.

Von einem „Mosaikstein der Regional entwicklung“ sprechen

die einen, als „Juwel“ bezeichnen ihn die anderen. Der Nationalpark

passt also bestens in die Region entlang der Edelsteinstraße.

Der größte Teil des ungefähr 100 Quadratkilometer umfassenden

Areals liegt im Landkreis Birkenfeld, der sich daher nun auch

„Nationalparklandkreis“ nennt.

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein altes, sagenumwobenes

Waldgebiet. Die Nibelungen scheinen Teile ihrer Wurzeln

in den Orten Dhronecken und Thranenweier zu finden, die Höhen

stecken voller geheimnisvoller Reste kelti scher und römischer Spuren.

Die alten Fichtenwälder am Jagdhaus „Fuchsbau“, die Felsformationen

um die Wildenburg oder die Moorlandschaft am Rande

Über 42 Prozent der Landesfläche von Rheinland-Pfalz sind

mit Wald bedeckt, mehr als in allen anderen Bundesländern

des Erbeskopfes, dem mit 816 Metern höchsten Berg des Landes,

werden künftig zahlreiche Besucher und Naturliebhaber anlocken.

Das klare Wasser, die frische Luft und die sprichwörtliche Ruhe auf

dem Lande haben die Region bis in die USA und Fernost berühmt

gemacht. Der Nationalpark, so hofft man, wird diesem guten Ruf

einen weiteren Aufschwung geben und zur wirtschaftlichen Stärkung

der Landkreise Birkenfeld und St. Wendel beitragen.

Das neue Nationalparkamt hat seinen Dienstbetrieb bereits

Wochen vor der Eröffnung des Nationalparks aufgenommen, die

fachlichen Planungen zu dessen künftiger Ausgestaltung und Entwicklung

laufen auf Hochtouren. Es gilt, die touristischen Angebote

rund um das Biotop intensiv zusammenzuführen. Die weitere

entwicklung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald bleibt also

spannend – so, wie es auch die Geschichte dieses einsamen Waldrückens

ist.

Britta Kunz

www.nationalpark.rlp.de

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

lässt man der Natur freien Lauf

GZ plus | 53


kreativität

Restaurants

Cocktails und ein gepflegtes Ambiente

bietet die Cohibar im Parkhotel.

Sternekoch Renato Manzi (u.) schwingt

im Restaurant den Kochlöffel

Neuer Koch,

neues Konzept

Eine der absoluten Top-Adressen in Idar-Oberstein ist das Parkhotel.

Im Restaurant verwöhnt seit April ein echter Sternekoch nicht nur die Hotelgäste.

Erstklassige internationale Gerichte und Spezialitäten aus

der regionalen Küche – dafür kennt man die Küche des

Parkhotels in Idar-Oberstein. Seit April dieses Jahres verbindet

Chefkoch Renato Manzi hier den Respekt vor der Tradition

mit seinem Können als ausgezeichneter Sternekoch sowie dem

Talent, stets aufs Neue mit kreativen Ideen und kulinarischen Köstlichkeiten

zu überraschen. Verwendet werden dabei konsequent

frische Zutaten. Das Ergebnis ist vielfältig und muss unbedingt probiert

werden: exotisch wie Dorade auf Pak Choi, klassisch wie

Rumpsteak mit Speckbohnen oder edel wie Garnelen-Jakobsmuschelspieß

mit Champagnersauce und Limonenrisotto. Nach

dem Essen runden eine große Auswahl erstklassiger Zigarren und

internationale Drinks in der Cohibar das luxuriöse Angebot ab.

Feiern und genieSSen

Mit neuem Style, neuer Musik und jeder Menge neuer Ideen präsentiert

sich seit März der hoteleigene Club PH1. Aktuelle Hits

sowie Musik der 80er- und 90er-Jahre, neu arrangiert und live ge-

mischt von Top-DJs, sorgen für Feierlaune. Der Club steht für

exklusivität und hohen Anspruch und öffnet seine Tore daher nur

an ausgewählten Wochenenden für besondere Acts. Darüber hält

die Facebook-Seite des Parkhotels die Gäste auf dem Laufenden.

Perfekt abgestimmt

Das Parkhotel bietet seinen Gästen zudem perfekt geschnürte

Pakete wie das Edelstein-Genießerwochenende. Neben allen

annehmlichkeiten des Hotels warten Opalschleifer, Graveure,

Goldschmiede oder Edelsteinschleifer darauf, den Gästen einen

Einblick in ihr Handwerk zu gewähren. Den krönenden Abschluss

bildet ein Vier-Gänge-Menü, zusammengestellt und zubereitet natürlich

vom neuen Küchenchef persönlich.

Parkhotel

Hauptstraße 185, 55743 Idar-Oberstein

Tel.: 06781/5090-0

www.parkhotel-idaroberstein.de, www.facebook.com/ph1.club

Fotos: Annette Diehl (1)

54 | GZ plus


Ein Prosit der

gemütlichkeit

Gleichermaßen deftig wie

erlesen ist die Küche im

Brauhaus am Schleiferplatz

Unser 4-Sterne-Hotel im Zentrum von

Idar-Oberstein bietet Ihnen Einzel- und Doppelzimmer

der Kategorien Standard bis Luxus.

Kulinarisch verwöhnt Sie unser Küchenchef Renato Manzi

im Restaurant, dem Bistro und bei größeren Feiern auch im

separaten Bankettraum. Während der Sommermonate

bieten sich beim Restaurant und Bistro auch unsere

Außenterrassen an.

Im Idarer Brauhaus

soll es bald auch selbstgebrautes

Bier geben

Gute Brauhausküche, vom deftigen Brotzeitteller

bis zum traditionellen Backhendl, gibt

es im Idarer Brauhaus. Gemütlichkeit und

rustikale Küche werden hier ebenso großgeschrieben

wie Innovation und Kreativität. Immer wieder

lassen sich die Köche auch neue Kreationen einfallen,

zeitgemäß und modern, passend zur Saison und zum

lokalen Angebot. Wie etwa Erdapfel-Tagliatelle, gefüllt

mit frischem Spargel.

Erlebnisbrauerei geplant

Das Brauhaus ist ein Familienprojekt. Die Schwestern

Annette, Steffi und Rita von Pock stehen mit

voller Leidenschaft dahinter. „Es ist für uns mehr als

eine Gaststätte“, sagen sie, „es ist für uns eine Herzensangelegenheit.“

Darum soll das Angebot auch

stetig weiter wachsen. Hinter dem Haus planen die

Chefinnen eine Erlebnisbrauerei, die nicht nur ein

hauseigenes Bier, sondern auch Vorführungen und

Braukurse bieten wird. Im gleichen Gebäude wird

eine Markthalle für regionale Produkte eingerichtet,

ein Biergarten soll das Angebot abrunden.

Idarer Brauhaus

Hauptstraße 84, 55743 Idar-Oberstein

Tel.: 06781/5685505

www.idarer-brauhaus.de

Das Park Hotel Idar-Oberstein, für Feiern, Seminare, Tagungen und

viele andere Anlässe – die gute Adresse in unserer Edelsteinstadt.

Sauna – Dampfbad – Infrarotkabine – Fitnessgeräte

Für unsere Hausgäste frei.

Kostenloses W-Lan.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

(0049) 6781 – 50900

oder

info@parkhotel-idaroberstein.de

sowie auf unserer Website

unter

www.parkhotel-idaroberstein.de


kreativität

Restaurants

Charme, Tradition

und eine exquisite

Kräuterküche

verbindet Sebastian

Schuff (r.) im

Gartenhotel

Hunsrücker Faß

Besten Service und bestes Wohlfühlambiente

für Körper und Seele: das

Kloster Marienhöh Hideaway & Spa

Hier isst

man gern

Idar-Oberstein bietet auch eine Vielzahl an kulinarischen

Höhepunkten. Zahlreiche Restaurants, Hotels und

Gaststätten überzeugen mit einer lokalen, frischen Küche

und einem großen Wohlfühlfaktor.

Im Landgasthof Schuck isst auch das Auge mit

BERGHOTEL KRISTALL

Das Hotel hat eine schöne Hanglage und bietet einen grandiosen

Blick über die Edelsteinmetropole. Alle Räume, vom „Amethyst-

Zimmer“ bis zur „Kristall-Suite“, stehen im Zeichen der Edelsteine.

Wiesenstraße 50, 55743 Idar-Oberstein

Tel.: 06781/96960, www.berghotel-kristall.de

BRITTAS PFANNKUCHENHÄUSCHEN

Hier gibt es nicht nur die namensgebenden Pfannkuchen in süßen

und herzhaften Varianten, sondern auch Snacks für den kleinen

Hunger, Nudel- und Rösti-Gerichte. Auf Wunsch bereitet Britta die

Pfannkuchen auch gluten- und laktosefrei zu.

Hauptstraße 48, 55743 Idar-Oberstein

Tel.: 06781/42983, www.brittas-pfannkuchenhaeuschen.de

Ein edler Tropfen neben dem anderen findet sich im Whisky-Museum

FORELLENHOF

Fernab vom Trubel des Alltags bietet das Landguthotel Forellenhof

eine kleine Oase der Ruhe. Serviert werden Gerichte aus der eigenen

Forellenzucht oder Wild aus der eigenen Jagd.

Reinhardtsmühle 1, 55626 Bundenbach

Tel.: 06544/373, www.hotel-forellenhof.de

56 | GZ plus


Mitten im Herzen

der Edelsteinregion

GARTENHOTEL HUNSRÜCKER FASS

Auf der Speisekarte finden sich leckere Spezialitäten. Fleisch, Fisch

und vegetarische Gerichte werden aus heimischen Produkten gezaubert

und mit Kräutern aus dem eigenen Garten verfeinert.

Hauptstraße 70, 55758 Kempfeld

Tel.: 06786/9700, www.gartenhotel-schwenk.de

KIRSCHWEILER BRÜCKE

Der Gasthof mit seiner über 100-jährigen Geschichte bietet gediegenen

Charme, nicht zuletzt auch durch den offenen Grill.

Kirschweiler Brücke 2, 55743 Kirschweiler

Tel.: 06781/33383, www.kirschweilerbruecke.de

klassische frische

regionale und

bayrisch/ österreichische

Brauhausküche

in modern-traditionellem

Ambiente

KLEINE DORFWIRTSCHAFT

Charmant im Blockhütten-Stil gehalten, erwarten den Gast eine

kleine Karte und stets wechselnde, rustikal-regionale Gerichte.

Hauptstraße 31, 55767 Leisel

Tel.: 06787/2990022, www.kleinedorfwirtschaft.de

KLOSTER MARIENHÖH HIDEAWAY & SPA

Im Hunsrück-Hideaway Kloster Marienhöh verschmelzen Lifestyle

und Klosterkulisse. Bruchsteinfassaden und antike Möbel ergänzen

sich mit modernem Design. Kulinarisch bietet das Klosterhotel alles

von der rustikalen Brotzeit bis zum Gourmetmenü.

Marienhöh 2–10, 55758 Langweiler

Tel.: 06786/292990, www.hideawaykloster.de

IDARER BRAUHAUS

KYRBURG WHISKY-MUSEUM

3000 verschiedene Whiskyflaschen – von bekannten Marken bis zu

von Sammlern begehrten Raritäten. Edle Tropfen aus Whisky-

Nationen wie Schottland oder den USA, aber auch aus der DDR,

Israel, Indien oder fernöstlicher Schlangenwhisky. Natürlich bietet

die Kyrburg auch Whisky-Verkostungen mit Drei-Gänge-Menü.

Auf der Kyrburg 1, 55606 Kirn

Tel.: 06752/91190, www.kyrburg.de

LANDGASTHOF SCHUCK

Das familiär geführte Haus liegt im Stadtteil Kirchenbollenbach.

Österreichisches Buffet, Wildgerichte oder Spießbraten, gefüllte

Klöße und Kartoffelwurst runden das zünftige Angebot ab.

Am Kirschberg 1, 55743 Idar-Oberstein

Tel.: 06784/98360, www.landgasthofschuck.de

SPIESSBRATENHAUS ALTE KANZLEI

Hier wird nicht nur der typische Idar-Obersteiner Spießbraten serviert.

Interessierte Gäste erwartet folgende Kombination: Vorführung

der Handwerkskunst, Bearbeiten und Schleifen von Edelsteinen,

anschließend Spießbraten.

Hauptstraße 432, 55743 Idar-Oberstein

Tel.: 06781/28059, www.das-spiessbratenhaus.de

SPIESSBRATENHAUS IM HAAG

Der Spießbraten stammt ursprünglich aus Brasilien und wurde von

deutschen Edelsteinsuchern in die alte Heimat exportiert. Heute

gehört die Köstlichkeit zu Idar-Oberstein wie Edelsteine und

Schmuck. Das Spießbratenhaus Im Haag serviert den original Idar-

Obersteiner Spießbraten vom Buchenfeuer.

Im Haag 14, 55743 Idar-Oberstein

Tel.: 06781/44999

Spezialitäten vom Fass

Lahnsteiner Pils

Tegernseer Hell

Augustiner Hell

Augustiner „Edelstoff“

Augustiner Dunkel

Schnapsbrennerei im Haus

Idarer Brauhaus

Hauptstrasse 84

55743 Idar-Oberstein

Tel.: 06781- 568 5505

www.Idarer-Brauhaus.de


kreativität

Horbach

Christian Müller mit

seinem Quad-ATV

auf der Rennstrecke

des MSC Hennweiler

Fotos: Martin Glauner (5)

58 | GZ plus


Die andere Seite

Ob außergewöhnliches Hobby oder soziales Engagement:

An dieser Stelle porträtiert die GZ Persönlichkeiten aus der Branche einmal nicht in ihrem Arbeitsumfeld,

sondern von einer eher unbekannten, ihrer „anderen Seite“.

„Zu Lande, zu Wasser und

manchmal in der Luft“

Wenn man Christian Müller bei der Firma Horbach begegnet,

vermutet man kaum, was er in seiner Freizeit am

liebsten unternimmt: „Schlammtouren“ mit seinem Quad-ATV.

1

Das Ganze macht umso mehr Spaß, je mehr Matsch im

Spiel ist. Diesen Eindruck gewinnt man zumindest, wenn

man Christian Müller und seinen Freunden bei ihrem

Hobby zuschaut. Sie fahren Quad-ATVs, also vierrädrige „All-

Terrain-Vehicles“. „Wir sind damit zu Lande, zu Wasser und

manchmal in der Luft unterwegs“, sagt Christian Müller etwas

scherzhaft. Unter der Woche leitet er mit seinem Vater das Technik

unternehmen Horbach, am Wochenende geht er mit einer

„bunt gemischten Gruppe“ auf Tour. „Ich kann dabei einfach gut

ab schalten und den Alltag hinter mir lassen“, meint Müller.

Ab und zu fährt er mit seinen Freunden zu internationalen

Motocross-Events wie kürzlich in den belgischen Ardennen. „Da

ging es so schlammig zu, dass meine Maschine und ich am Ende

über und über mit Matsch bedeckt waren“, lacht er. Auf Touren

Richtung Rhein oder Mosel ist oft der Weg das Ziel: „Wir schauen

einfach, was es unterwegs Interessantes gibt.“ Auf diese Art hat

man schon so manche Herausforderung im Gelände aufgespürt,

den ein oder anderen Gasthof mit guter Hausmannskost ebenso.

Müller nutzt sein 80 PS starkes ATV auch zu Hause, etwa für die

Gartenarbeit. Im Winter zieht er manchmal Kinder mit dem Schlitten

durch den Schnee. Mit seinem Gefährt durchs Gelände zu

„cruisen“, findet er übrigens dann am besten, „wenn andere lieber

drinnen bleiben“: vom Herbst bis zum Frühjahr. Saraj Morath

2

3

4

1 Zwischenstopp: Christian Müller (M.)

mit zwei Freunden, Zahntechniker Bernd

Weirich (l.) und Domenico Romondia,

Juniorchef eines Goldschmiedebetriebs

2 Für solche Kurven braucht man schon

etwas Übung 3 Christian Müller nach

seiner Schlammtour 4 Auf der Hochfläche

bei Hennweiler hat man einen grandiosen

Ausblick auf die weitläufige Landschaft

GZ plus | 59


kreativität

Constantin Wild

Die andere Seite

Ob außergewöhnliches Hobby oder soziales Engagement:

An dieser Stelle porträtiert die GZ Persönlichkeiten aus der Branche einmal nicht in ihrem Arbeitsumfeld,

sondern von einer eher unbekannten, ihrer „anderen Seite“.

DIE FANTASTISCHEN

ZWO

In geselliger Runde stimmt Constantin Wild von der gleichnamigen­

Edelsteinmanufaktur schon einmal ein Lied auf seinem Akkordeon an. Gelegentlich ­

tritt er zum Spaß mit seinem Freund und Lehrer zusammen auf.

Impression des

Grundstücks, zu

dem sogar ein

kleiner See gehört

­singen“, erklärt Wild, der von Bekannten nur „Conte“ genannt

wird. Er musiziert etwa einmal pro Woche zusammen mit seinem

Freund und Lehrer Bernd Bunn. Ab und an treten die beiden

unter dem Namen „Die Fantastischen Zwo“ privat auf, „wenn das

Publikum es verträgt“, so Constantin Wild mit einem Augenzwinkern.

Im Sommer lädt er gern Freunde in sein Wochenendhaus

nach Allenbach ein.

Während sie bei Riesling oder Pils auf der Terrasse zusammensitzen

und die malerische Aussicht genießen, greift Conte schon

einmal zur Ziehharmonika und spielt Lieder wie „La Paloma“ oder

„Die Capri-Fischer“. Sein Ferienhaus ist eine Oase mitten in der

heimischen Landschaft, die er schätzt und schützt. „Es ist schade,

dass die Natur in vielen zivilisierten Teilen der Welt so zurückgedrängt

wird“, findet Wild. Für ihn gehört die Natur mit ihren

­inspirierenden Farben ebenso zu einer guten „Life-Work-Balance“

wie die Musik.

Saraj Morath

Musik ist bei mir allgegenwärtig“, sagt Constantin Wild.

Sein Geschmack reicht durch alle Stilrichtungen von Jazz

über Rock bis zu Klassik. Die Hintergrundmusik für den

Showroom seines Unternehmens hat er eigens komponieren

­lassen. Und selbst im Garten seines Ferienhauses kann man Musik

hören – wenn er nicht gerade selbst spielt.

„Beim Akkordeon kann man den Klang durch die Druckstärke

modellieren. Das ist ein bisschen, wie über ein Instrument zu

Auf der Terrasse seines Wochenendhauses kann Constantin Wild entspannen

Fotos: Martin Glauner (4)

60 | GZ plus


Constantin Wild mit

Bernd Bunn beim

Musizieren in seinem

Ferienhaus. Sein

Deutsch Drahthaar

Arras ist immer ­

mit von der Partie

GZ plus | 61


kreativität

Karl Faller

Heike Faller und Konrad Henn

bewegen sich gern an der

frischen Luft, genießen die Ruhe

und die Farben der Natur

Fotos: Martin Glauner (4)

62 | GZ plus


Die andere Seite

Ob außergewöhnliches Hobby oder soziales Engagement:

An dieser Stelle porträtiert die GZ Persönlichkeiten aus der Branche einmal nicht in ihrem Arbeitsumfeld,

sondern von einer eher unbekannten, ihrer „anderen Seite“.

Die Meisterin und

der Fahrradfreak

Heike Faller und Konrad Henn von der Firma Karl Faller

schätzen ihre sportlichen Aktivitäten in der Natur als Ausgleich zu ihrem

ehrenamtlichen und beruflichen Engagement.

Das Laufen brauche ich einfach, um nach einem konzentrierten

Tag ,Dampf abzulassen‘ und den Kopf freizubekommen“,

meint Heike Faller. „Oft fallen mir dabei sogar

Lösungen für berufliche Herausforderungen ein.“ Sie rennt, seit sie

zwölf ist, und war einmal Rheinland-Pfalz-Meisterin im 400-Meter-

Lauf. Während sie alle zwei bis drei Tage etwa zehn Kilometer läuft

und samstags ab und an einen Halbmarathon macht, schwingt sich

ihr Mann Konrad Henn am liebsten auf eines seiner Räder.

„Ich habe ein Mountainbike, ein 30 Jahre altes Rennrad, das

schon ein Klassiker ist, und ein E-Bike, weil ich ja ein echter Technikfreak

bin“, erklärt er lachend. Die knapp acht Kilometer von zu

Hause bis zum Büro legt Henn jeden Morgen mit dem Rad zurück.

Am Wochenende ist meist Zeit für eine größere Tour von 50 bis

60 Kilometern. „Wir haben das Glück, die Natur direkt vor der

Haustür zu haben“, sagt Konrad Henn, der „nebenbei“ Vorsitzender

beim Messeverein Intergem sowie beim Förderverein Deutsches

Edelsteinmuseum ist.

Auch seine Frau setzt sich für die Region ein: als Teilhaberin der

Messegesellschaft und Vorstandsmitglied der Deutschen Gemmologischen

Gesellschaft. Die beiden laufen übrigens manchmal auch

gemeinsam, etwa auf Reisen oder daheim, wenn es regnet. Ja, richtig

gelesen: „Laufen im Regen ist richtig gut“, findet Heike Faller,

und Konrad Henn fügt hinzu: „Dann hat der Wald eine schöne,

mystische Stimmung.“

Saraj Morath

Bei den sogenannten Steinrosseln nahe Kirschweiler (l.).

Kurze Pause zwischen den Quarzsteinen (o.). In der Nähe

der bekannten Edelsteinminen Steinkaulenberg (r.)

GZ plus | 63


kreativität

richard hans becker

Das Ergebnis dieser Aufnahme

ist in der aktuellen Anzeige von

Richard Hans Becker zu sehen

Fotos: Martin Glauner

64 | GZ plus


Die andere Seite

Ob außergewöhnliches Hobby oder soziales Engagement:

An dieser Stelle porträtiert die GZ Persönlichkeiten aus der Branche einmal nicht in ihrem Arbeitsumfeld,

sondern von einer eher unbekannten, ihrer „anderen Seite“.

Familie Becker am Set (l.). Das Foto ist im Kasten: Birgit, Marie-Luise, Franz und Hans-Joachim Becker (v. l.) mit Hund Buddy

„Das läuft ganz

relaxed“

Birgit Becker findet die Fotografie „total spannend“. Sie ist gern mit der

Kamera in der Natur unterwegs. Am liebsten aber fotografiert sie ihre Kinder –

privat oder für Werbemotive der Firma.

Früher habe ich von meinem Mann zu Weihnachten

Schmuck geschenkt bekommen, mittlerweile sind es Objektive.

So habe ich beispielsweise gerade ein 600-Millimeter-Tele

bekommen“, erzählt Birgit Becker lachend. Seit etwa

dreieinhalb Jahren beschäftigt sie sich mit Fotografie. „Inzwischen

habe ich an unglaublich vielen Workshops teilgenommen und in

alle Bereiche wie Highspeed oder Pastellmalerei einmal ,reingeschnuppert‘.“

Besonders gern fotografiert sie Tochter Marie-Luise und Sohn

Franz. „Junge Leute lassen sich einfach gut aufnehmen. Und durch

die Vertrautheit läuft das Fotografieren ganz relaxed“, sagt Birgit

Becker. Sie leitet zusammen mit ihrem Mann Hans-Joachim die

Schmuckmanufaktur Richard Hans Becker und erstellt alle Werbemotive

selbst. Auf der aktuellen Anzeige ist Marie-Luise Becker vor

einer dekorativen Tür zu sehen. Diese gehört zu einem leer stehenden

Haus in Wirschweiler, dem Nachbarort der Beckers. Die

Location hat Birgit Becker ausgesucht, ums Styling kümmern sich

ihre Kinder immer selbst.

„Die größte Herausforderung beim Fotografieren ist, eine

Stimmung im Bild aufzufangen“, findet Birgit Becker. Ob sie nun

Blumen auf der Wiese fotografiert oder Löwenbabys in der Wüste

wie vor zwei Jahren bei einer Afrikareise – ihr Bestreben ist immer

dasselbe: „Das Foto sollte genau das wiedergeben, was ich in dem

Moment der Aufnahme empfinde.“

Saraj Morath

GZ plus | 65


kreativität

engel & co.

Die andere Seite

Ob außergewöhnliches Hobby oder soziales Engagement:

An dieser Stelle porträtiert die GZ Persönlichkeiten aus der Branche einmal nicht in ihrem Arbeitsumfeld,

sondern von einer eher unbekannten, ihrer „anderen Seite“.

„Man trifft auf

andere Denkweisen“

Stefanie Engel von Engel & Co. setzt sich seit fünf Jahren ehrenamtlich

für den internationalen Schüleraustausch ein. Sie erlebt den Kontakt mit

Menschen verschiedener Kulturen als Bereicherung.

terfragen oder anders angehen.“ So ein Austauschjahr ist übrigens

nicht nur für die Jugendlichen ein Jahr mit vielen neuen Erfahrungen,

wie Stefanie Engel lachend resümiert: „Es ist erstaunlich,

wie viel ich durch den Schüleraustausch über mich selbst und

andere gelernt habe.“ Saraj Morath

Bei gemeinsamen Aktivitäten steht immer der Austausch im Vordergrund

Schon als Kind haben mich andere Kulturen fasziniert“, sagt

Stefanie Engel. „Mein Vater hat oft Leute aus unterschiedlichen

Ländern zu uns eingeladen. Die haben mir manchmal

Naschereien mitgebracht, das war fremd, aber sehr spannend“, erzählt

sie weiter. Mit 16 verbrachte sie ein Jahr in Japan, später studierte

sie Japanologie und Kulturwissenschaften. Heute ist sie in

der elterlichen Schmuckfirma tätig und schätzt an ihrem Beruf vor

allem die Kommunikation mit Kunden.

Nebenbei gehört Stefanie Engel zu einem kleinen Komitee

des gemeinnützigen Vereins für Interkulturelle Begegnungen AFS.

„Ich bereite die Gastfamilien auf das Austauschjahr vor und betreue

sie währenddessen. Außerdem organisiere ich gemeinsame

Aktivitäten wie beispielsweise den heutigen Flugplatz-Besuch mit

Rundflug über Idar-Oberstein“, erklärt sie. Auch in ihrer Familie ist

oft ein Austauschschüler zu Gast – derzeit der vierte.

Einen zunächst Fremden aufzunehmen, findet sie „entspannend

und spannend“ zugleich: „Man trifft auf komplett andere

Denkweisen und muss manche gewohnten Dinge relativieren, hin­

Einmal schnell auf den Funkturm des Flugplatzes (o.), dann kann’s losgehen (u.)

Fotos: Martin Glauner

66 | GZ plus


Kurz vor dem geplanten Rundflug

auf dem Verkehrslandeplatz Idar-

Oberstein: Stefanie Engel (o. M.)

umringt von Vimbai aus England,

Yudith aus den USA, Adrian aus

Ungarn und Larissa (o., v. l.) sowie

Alex und Chris aus den USA,

Nadine, Maddy aus den USA und

Pedro aus Ecuador (u., v. l.)

GZ plus | 67


Kapitel 3

Institutionen

70 DGemG

72 DPL

74 DSEF

76 degeb

78 FEE

68 | GZ plus


An der Breitheck 23

55743 Idar-Oberstein

Walther-Rathenau-Str. 9

75180 Pforzheim

Telefon: 0 67 81-45 71 57

Telefax: 0 67 81-45 71 59

E-Mail: s.galle@gallewerttransporte.de


Institutionen

DGemG

Gemmologische Untersuchung mit

Refraktometer und Mikroskop (o.),

Diamant-Untersuchung mit dem

Mikroskop (r.)

Bausteine für

den Erfolg

Die Deutsche Gemmologische Gesellschaft (DGemG) genießt Weltruf. Gegründet

1932, verfolgt sie die Förderung der Gemmologie als Wissenschaft und Technik sowie

die Entwicklung der Aus- und Weiterbildung auf edelsteinkundlichem Gebiet.

Über 35 000 Seminarteilnehmer aus mehr als 80 Ländern

haben bislang die Bildungsprogramme und Seminare der

Deutsche Gemmologische Gesellschaft besucht und unterstreichen

damit deren internationale Bedeutung. Die Themenbereiche

umfassen Edelstein kunde, Diamantenkunde und Perlen/

Organische Substanzen. Der erfolgreiche Abschluss der Bildungsprogramme

führt zum inter national anerkannten Titel „Fachmitglied

der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft (F.G.G.)“ beziehungsweise

„Fellow of the German Gemmological Association“.

Die Lehrinhalte der Bildungsprogramme werden stets an die

aktuellen Herausforderungen des Branchengeschehens bei Edelsteinen

und Schmuck angepasst. Zurzeit sind dies insbesondere

synthetische Diamanten sowie eine breite Palette künstlicher

Eigen schaftsveränderungen bei Farbedelsteinen, Diamanten und

Zuchtperlen. Hierfür werden in Kooperation mit dem Labor der

von der DGemG gegründeten Deutschen Stiftung Edelsteinforschung

(DSEF) ständig Erkennungsmerkmale erarbeitet und

dokumentiert, deren Transfer in die Branche von besonderer Bedeutung

ist. Über die Bildungsprogramme der DGemG wird dies

praxisnah realisiert.

Internationale Bedeutung

Die Deutsche Gemmologische Gesellschaft kooperiert in Forschung

und Lehre mit Universitätsinstituten und gemmologischen

70 | GZ plus


Deutsche Gemmologische

Gesellschaft eV

„fundiertes Wissen -

bessere Zukunftschancen!”

Come to where the knowledge is!

Gesellschaften und Laboratorien weltweit. Die DGemG ist Gesellschafter

der Deutschen Diamant- und Edelsteinlaboratorien

(DEL) in Idar-Oberstein. Mitarbeiter der DGemG sind als Vertreter

der deutschen Gemmologie in allen international wichtigen

Gremien rund um Edelsteine und Schmuck vertreten. Das sind

allen voran die Internationale Gemmologenkonferenz (IGC), die

International Coloured Gemstone Association (ICA), die World

Jewellery Confederation (CIBJO), die Gemstone Industry and Laboratory

Conference (GILC) und die Federation for European

Education in Gemmology (FEEG).

Im Rahmen wirtschaftsnaher Forschungsprojekte wurden Ergebnisse

von großer Bedeutung erzielt, unter anderem wegweisende

Untersuchungsmethoden sowie zahlreiche Erstbeschreibungen

wichtiger Edelsteine.

Standortvorteil Edelsteinmetropole

Als ein großer Vorteil zeigt sich der Standort mitten in der Edelsteinmetropole

Idar-Oberstein. Denn hier tauchen in der Regel

neue Edelsteine, Funde aus neuen Vorkommen, innovative Synthesen

und Imitationen sowie künstlich eigenschaftsveränderte

Edelsteine zuerst auf. Sie stehen den Fachleuten der Deutschen

Gemmologischen Gesellschaft für eigene Untersuchungen direkt

zur Verfügung. Die aktuellen Ergebnisse erlauben einen schnellen

Transfer der Kenntnisse in die Branche durch Publikationen. Dazu

gehören die eigene Zeitschrift „Gemmologie“, aber auch Arbeitstagungen

sowie insbesondere Seminare am Ausbildungszentrum.


Axel Henselder

www.dgemg.com

Europas führendes

Aus- und Weiterbildungszentrum für

Edelsteinkunde

Diamantenkunde

Perlenkunde

Nur hier haben Sie direkten Zugang zu

Theorie und Praxis.

Nirgendwo sonst gibt es eine technische

Ausstattung und Materialsammlung

(alle gängigen Edelsteine, Synthesen

und Nachahmungen) in dieser

Größenordnung.

Deutsche Gemmologische

Gesellschaft eV

Prof.-Schlossmacher-Strasse 1

D-55743 Idar-Oberstein, Germany

phone: +49-6781-5084-0 · fax: +49-6781-5084-19

e-mail: info@dgemg.com · internet: www.dgemg.com


Institutionen

DPL

Die Wissenschaft

hinter der Eleganz

Bevor ein Diamant verarbeitet wird, hat er nicht nur einen langen

Weg hinter sich, sondern musste im Idealfall auch viele Analysen

über sich ergehen lassen. Im Diamant Prüflabor wird der König

der Edelsteine gewissermaßen auf Herz und Nieren untersucht.

Nur nach einer eingehenden

unabhängigen Untersuchung erhalten

die Diamanten ein Zertifikat

Bereits seit mehr als 35 Jahren sorgt das Idar-Obersteiner

Diamant Prüflabor (DPL) mit erstklassigen seriösen Zertifi

katen für Sicherheit im Diamanthandel. Die Graduierung

erfolgt nach den Regeln des International Diamond Council (IDC).

Dieser wurde im Jahr 1975 von den Weltverbänden der Diamantbörsen

und der Diamantschleifereien gegründet, um aus der Praxis

detaillierte Regeln für die Graduierung von Diamanten abzuleiten.

1978 wurden die IDC-Regeln von den Weltverbänden angenommen.

Bereits ein Jahr zuvor war in Idar-Oberstein das DPL gegrün-

det worden, um diese Regeln auch in Deutschland zu etablieren.

Daneben sind nur die Regeln des GIA (Gemological Institute of

America) international anerkannt.

Maximaler aufwand

für maximale sicherheit

Um jeden Stein mit der größten Sorgfalt zu untersuchen, ihn exakt

zu graduieren, etwaige künstliche Behandlungen auszumachen

oder synthetische Diamanten zu identifizieren, kommt beim DPL

Fotos: iStockphoto (1)

72 | GZ plus


modernste Technologie zum Einsatz. So konnte sich das Labor als

Erstes in ganz Deutschland nach der ISO-Norm DIN EN ISO/

IEC17025:2005 durch das Deutsche Akkreditierungssystem Prüfwesen

DAP, heute DAkkS, akkreditieren lassen. Diese technische

Bezeichnung bedeutet im Klartext, dass beispielsweise kalibrierte

Prüf verfahren und Referenzsteine zum Einsatz kommen und dass

die modernen technischen Geräte in zeitlich festgelegten Abständen

gewartet werden. So wird neben der hohen Genauigkeit einer

jeden Untersuchung auch eine Reproduzierbarkeit des Ergebnisses

gewährleistet. Um die strikte Neutralität und Objektivität zu

gewährleisten, werden die Diamanten durch mehrere Graduierer

unabhängig voneinander begutachtet.

Sollte zudem die Möglichkeit einer Qualitätsverbesserung durch

Nachschleifen gegeben sein und dies vom Kunden gewünscht werden,

gibt das DPL hierfür auch konkrete Vorschläge an die Schleifer,

mit denen man zusammenarbeitet. Christoph Hoffmann

www.diamant-prueflabor.de

Qualität mit Garantie!

Die Vorteile auf einen Blick

· Graduierung geschliffener Diamanten nach den Regeln

des International Diamond Council (IDC)

· Uneingeschränkte Haftung für die Richtigkeit der

Expertisen

· Akkreditierung für das Qualitätsmanagement bei der

Graduierung geschliffener, ungefasster natürlicher Diamanten

ab 0,23 Karat nach der internationalen Norm

DIN EN ISO/IEC 17025:2005 von der Deutschen

Akkreditierungsstelle (DAkkS) in Berlin

· Die anonyme Begutachtung der Diamanten im Labor

durch mehrere Graduierer unabhängig voneinander gewährleistet

eine strikte Neutralität und Objektivität

· Diagnose verschiedener Behandlungsarten zur Veränderung

von Reinheits- oder Farbgrad wie beispielsweise

die sichere Identifizierung von Imitationen oder

synthe tischen Diamanten

Diamant

Prüflabor GmbH

Idar-Oberstein

Prof.-Schlossmacher-Str. 1

55743 Idar-Oberstein/Germany

Tel. +49 6781 42028

Fax +49 6781 41602

info@diamant-prueflabor.de

www.diamant-prueflabor.de

akkreditiert nach DIN EN ISO/IEC 17025:2005

DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH

Berlin) für die Graduierung natürlicher,

geschliffener Diamanten ab 0.23 ct.


Institutionen

DSEF

Hüter

des Echten

Funkelnde Kostbarkeiten wie Diamanten, Rubine, Saphire

und Smaragde ziehen seit Jahrtausenden die Menschen

in ihren Bann. Doch nicht alles, was glitzert, ist auch echt.

Die Deutsche Stiftung Edelsteinforschung (DSEF) in

Idar-Oberstein geht allen Manipulationen auf den Grund.

Solange der Mensch sich mit Edelsteinen schmückt, versucht

er durch verschiedene Behandlungsmethoden das äußere

Erscheinungsbild beziehungsweise die Attraktivität von

Edelsteinen zu verbessern. Gleichzeitig werden Synthesen oder

andere Nachahmungen, zum Beispiel aus Glas, oder Rekonstruktionen

aus gepresstem Staub hergestellt, um Edelsteine zu imitieren.

Prinzipiell ist dies nicht verwerflich, denn es ermöglicht vielen

Menschen, Schmuck zu tragen, den sie sich – wenn er mit hochwertigen

Edelsteinen versehen ist – sonst nicht leisten könnten.

Allerdings müssen behandelte Edelsteine beziehungsweise Imitationen

explizit als solche ausgewiesen werden.

„Leider ist dies nicht immer der Fall und gelegentlich wird gezielt

gefälscht“, weiß Dr. Claudio Milisenda. Dem Mineralogen und

Leiter der Deutschen Stiftung Edelsteinforschung (DSEF) in Idar-

Oberstein und seinem Team bleibt nichts verborgen. „Ob Rohsteine,

geschliffene Steine, hochwertige Juwelen oder Schmuck im

mittleren und unterem Preissegment – in allen Bereichen ist mit

Nachahmungen und Behandlungen von Edel- und Schmucksteinen

zu rechnen“, weiß Milisenda.

Zuverlässiger Partner der Industrie

Seit ihrer Gründung im Jahre 1969 durch die Deutsche Gemmologische

Gesellschaft ist die DSEF ein zuverlässiger Partner der

Edelsteinindustrie und des Handels. Das Labor erfüllt sämtliche

An for derungen einer modernen internationalen gemmologischen

Serviceeinrichtung. Das Angebot umfasst Edelsteinbestimmungen

und Echtheitsprüfungen, die Erstellung von Befundberichten nach

74 | GZ plus


Deutsche Stiftung

Edelsteinforschung (DSEF)

DSEF German Gem Lab

Ihr zuverlässiger Partner in allen Fragen

rund um die Bestimmung von Edelsteinen!

Wir untersuchen Rohsteine, lose geschliffene

und gefasste Edelsteine auf Echtheit,

Behandlungsmethoden sowie Herkunft.

Infrarotspektroskopische Analyse eines Aquamarins (ganz l.),

Blick in den Probenraum der Ramansonde (l.) und mikroskopische

Begutachtung des Einschlussbildes (o.)

internationalen Standards auf Herkunft und mögliche künstliche

Eigenschaftsveränderungen von Farbedelsteinen mit modernen

Untersuchungsmethoden, aber auch spezielle Untersuchungen,

etwa die Farbechtheit von Diamanten oder auch die Bestimmung

von Perlen und Zuchtperlen. In modernster Laborumgebung arbeitet

ein Team von Geowissenschaftlern und Mitarbeitern anderer

naturwissenschaftlicher Fachrichtungen eng zusammen.

Der Standort im Zentrum der deutschen Edelsteinindustrie

ist von unschätzbarem Vorteil. So gehören die Mitarbeiter der

DSEF weltweit zu den Ersten, die Neufunde von Edelsteinen, neue

Synthesen und Imitationen sowie neue, künstlich eigenschaftsveränderte

Edelsteine analysieren können. Aufgrund von wissenschaftlichen

Kontakten zu den wichtigsten edelsteinproduzierenden

Ländern und der engen Kooperation mit dem Handel steht

immer auch entsprechendes Vergleichsmaterial zur Verfügung. Die

Forschungserkenntnisse werden regelmäßig in nationalen und

internationalen Fachzeitschriften publiziert und dem interessiertem

Publikum vorgetragen.

Axel Henselder

www.dsef.de

Wir bieten Ihnen eine sichere und

international anerkannte Bestimmung

Ihrer Schmucksteine!

Come to where the knowledge is!

Prof.-Schlossmacher-Straße 1

D-55743 Idar-Oberstein, Germany

Telefon: +49-6781-5084-14

Telefax: +49-6781-5084-19

E-Mail: gemlab@dgemg.com

Internet: www.dsef.de


Institutionen

DEGEB

Crystals for

Lasers

nonlinear optics

optical applications

Polishing of

Laser rods

nonlinear elements

thin discs

custom specific crystal growth

segmented crystals

flat interface growth

Damit man

weiSS, was

man hat

Was ist der Edelstein wirklich wert? Wie

viel kann man für ein altes Schmuckstück

verlangen? Die Deutsche Gesellschaft für

Edelsteinbewertung Idar-Oberstein, kurz

DeGEB, gibt hier kompetent Antworten.

Durch das branchenspezifische Umfeld der Idar- Obersteiner

Edelsteinindustrie ist es der Deutschen Gesellschaft

für Edelsteinbewertung (DeGEB) möglich, ausgesprochen

praxisorientierte und realitätsnahe Bewertungen

abzugeben. Das garantiert ein besonders hohes Maß an Sicherheit,

Korrektheit und Objektivität. Geschäftsführende Mitglieder der

DeGEB sowie ein Beraterkreis von über 100 unabhängigen, fachkundigen

und kompetenten Persönlichkeiten der Idar-Obersteiner

Edelstein- und Schmuckbranche stellen sich mit ihrem fundierten

Wissen und langjährigen Erfahrungsschatz aus ihren branchenbezogenen

Aktivitäten in den Dienst der Sache. Für den überwiegenden

Teil der zu bewertenden Objekte steht Vergleichsmaterial, resultierend

aus den umfangreichen Beständen und Produktionen des

The image shows several YAG and Yb:YAG crystals

with diameter 80 mm, grown with flat interface

76 | GZ plus 06/15

FEE GmbH

Struthstraße 2

D-55743 Idar-Oberstein

Phone +49 6781 21191

Fax +49 6781 70353

Mail info@fee-io.de

Web www.fee-io.de

Das offizielle

Bewertungszertifikat

der DeGEB

Fotos: Lens N Roses Photographie (1)


DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR

EDELSTEINBEWERTUNG m.b.H.

IDAR-OBERSTEIN

Sie wissen um Werte: Anette Klein-Leyser, Roman Ruppenthal, Rolf Goerlitz und

Astrid Knapp (v. l.). Außerdem gehört noch Alexander Wild (nicht im Bild) zum Team

ERSTELLUNG VON

WERTGUTACHTEN FÜR

EDELSTEINE,

SCHMUCK UND

JUWELEN

durch ein großes,

praxisnah arbeitendes

Gremium von erfahrenen

Edelsteinfachleuten aus

Produktion und Handel.

Beraterkreises und des gesamten erweiterten Branchen umfelds,

jederzeit zur Verfügung – laut der DeGEB ein unschätzbarer Vorteil

gegenüber anderen Bewertungsmethoden und -praktiken.

ERst die Prüfung, dann die preisfindung

Die Bewertungen erfolgen nach den aus Theorie und Praxis empirisch

entwickelten Erfahrungswerten der Edelsteinbranche. So

werden Edelsteine einer gemmologischen Prüfung auf Echtheit

und Steinart unterzogen. Neben dem Gewicht spielt auch die

Beurteilung der Farbintensität, der relativen Reinheit, des Schliffs

und der Proportionen bei der Wertfeststellung eine Rolle. Und

nicht zuletzt fließen die gegenwärtige internationale Marktsituation

bei Absatz und Beschaffung, modische Trends oder der Aspekt,

ob es sich um eine Rarität handelt, in die Preisfindung mit ein. Und:

„Wir holen bei mehreren Fachleuten – mindestens sechs – Einschätzungen

über den Preis des Stücks ein und bilden daraus einen

Mittelwert. Das macht sonst keiner“, sagt Astrid Knapp von der

DeGEB. Bei Schmuckstücken werden zudem die Edelmetallanteile

auf Legierung und Verarbeitungsqualität begutachtet.

Die Deutsche Gesellschaft für Edelsteinbewertung garantiert

höchste Qualität und internationalen Standard ihrer Befundberichte

und Zertifikate. Die Kosten sind dabei überschaubar:

Bei einem ermittelten Wert von bis zu 9000 Euro fallen 130 Euro

je Bewertung an, darüber hinaus werden 1,5 Prozent des ermittelten

Wertes in Rechnung gestellt. Bei quantitativ beziehungsweise

qualitativ großvolumigen Bewertungsaufträgen können die

entstehenden Kosten – auf den spezifischen Auftrag zugeschnitten

– indi viduell vereinbart werden. Die im Bedarfsfall entstehenden

Kosten für die gemmologische Diagnostik durch die angeschlos

senen DEL-Laboratorien werden gesondert berechnet.

Die Gebühren verstehen sich zuzüglich Versand- und Ver sicherungskosten

sowie der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Der Versand

erfolgt per Nachnahme.

Axel Henselder

www.degeb.eu, www.gemcertificate.com

Prof.- Schlossmacher-Str. 1

55743 Idar-Oberstein

Postfach 12 22 48

55714 Idar-Oberstein

Telefon: 0 67 81 - 4 72 77

Fax: 0 67 81 - 4 55 97

E-Mail: info@degeb.eu

www.gemcertificate.com


Institutionen

FEE

Segmentierter Rohkristall (Boule): An

einen mit seltenen Erden dotierten Kristall

(farbiger Bereich) wurde ein undotierter

Teil (farbloser Bereich) angewachsen (l.).

Segmentierte Stäbe, die aus dotierten und

undotierten Bereichen bestehen, sowie

ein zylindrischer Teil eines Kristallboules,

aus dem Stäbe ausgebohrt wurden (u.)

Züchter

der Kristalle

Chirurgen nutzen sie ebenso wie Automobilbauer: Die Rede ist von Laserkristallen

des Forschungsinstituts für mineralische und metallische Werkstoffe.

Ursprünglich wurde das Forschungsinstitut für mineralische

und metallische Werkstoffe (FEE) als Dienstleister und

Forschungseinrichtung für die Edelsteinbranche vom

Land Rheinland-Pfalz, dem Kreis Birkenfeld, der Stadt Idar-Oberstein

sowie dem Bundesverband der Edelstein- und Diamantindustrie

gegründet. Seit dem Start im Jahr 1989 beschäftigt sich

das Institut mit der Erforschung und Produktion von hochreinen

synthetischen Kristallen, die für moderne Präzisionslaser insbesondere

in der Medizintechnik unverzichtbar sind.

Das FEE hat bisher 14 Kristallvarianten entwickelt. Jedes Jahr

züchten die rund 45 Mitarbeiter zwischen 130 und 150 Kristalle.

„Je nach Art des Kristalls dauert die Züchtung zwischen einer und

vier Wochen“, berichtet Geschäftsführer Lothar Ackermann. Die

Farben der Laserkristalle hängen, wie bei ihren natür lichen Vorbildern,

mit den chemischen Elementen zusammen, aus denen sie

bestehen. Die gängigsten Varianten sind die YAG-Kristalle, die aus

Yttrium und hochreinem Aluminiumoxid sowie seltenen Erden

entstehen. Je nachdem, ob das Material letztlich rote, grüne, blaue

oder ultraviolette Laserstrahlen abgibt, ändert sich auch das Einsatzgebiet

Die Kristalle bringen es auf Durchmesser zwischen fünf und

acht Zentimetern sowie auf eine Länge von bis zu 30 Zentimetern

und sehen mit ihren Spitzen wie riesige Buntstifte aus. Sie werden

anschließend in Stäbe geschnitten und dann poliert. Rund 30 000

solcher Stäbe produziert das FEE im Jahr. Axel Henselder

www.fee-io.de

Das Czochralski-Verfahren

Bei dieser Erfindung kam der Zufall zu Hilfe: Das

Czochralski-Verfahren entstand 1916 im Metalllabor

der AEG infolge eines Versehens, als der

pol nische Chemiker Jan Czochralski (1885–

1953) seine Schreibfeder in einen Schmelztiegel

mit flüssigem Zinn statt ins Tintenfass tauchte.

Im Tiegel wird die zu kristallisierende Substanz

wenige Grad über dem Schmelzpunkt gehalten.

In ihre Oberfläche wird ein Keim – zum

Beispiel ein kleiner Einkristall – der zu züchtenden

Substanz eingetaucht. Durch Drehen und

langsames Nach-oben-Ziehen – ohne dass der

Kontakt zur Schmelze abreißt – wächst das erstarrende

Material zu einem Einkristall, der das

Kristallgitter des Keims fortsetzt.

Hochempfindliche Waagen und eine eigene

Software sorgen beim FEE dafür, dass das

Wachstum der Kristalle während der mehrwöchigen

Züchtungsphase in den großen Metallkesseln

genau kontrolliert werden kann. Je nach

Art des Kristalls werden Temperaturen von bis

zu 2000 Grad Celsius in den Anlagen benötigt.

78 | GZ plus


Mitglied bei:

ICA – International Coloured Gemstone Association

CIBJO – The World Jewellery Confederation

IDMA – International Diamond Manufactures Association

Vereinigung der Bundesverbände des Deutschen Schmuck- und Silberwarengewerbes

Verband Sozialer Wettberwerb e.V.

Förderverein Deutsches Edelsteinmuseum e.V.

Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V.

Veranstalter von:

Mitglied bei:

WFDB – World Federation of Diamond Bourses

INDUSTRIEVERBAND

SCHMUCK- UND META

LLWLW

AREN

IDAR-OBERSTEIN E.V.

Mitglied bei:

LVU – Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz


Kapitel 4

Unternehmen

82 schmuckhersteller,

Schleifereien,

Zulieferer und

Dienstleister

80 | GZ plus


unternehmen

Jochen Pohl

Kompromisslos

gut

Als Kind wollte Jochen Pohl Rennfahrer werden, später Architekt oder Koch.

Glücklicherweise entschied er sich am Ende für das Goldschmiedehandwerk.

Heute kreiert er mit besonderer Sensibilität perfekt durchdachte Schmuckstücke

von außergewöhnlicher Ausdruckskraft.

„Model 230L“ –

der erste „Klassiker“

von Jochen Pohl. Ring

mit drei Morganit-

Carrés, umgeben von

Brillanten, gearbeitet

in 950 Platin

Bereits als Kind kurvte Jochen Pohl mit dem Dreirad durch

die elterliche Goldschmiede und nahm die Umgebung mit

allen Sinnen auf. Später schaute er dem Vater beim Löten

über die Schulter. Und auch der für den Beruf des Goldschmieds

typische Klang des Feilens und Ringriegelns prägte den Idar-Obersteiner,

dessen Schmuckstücke heute auf der ganzen Welt höchste

Anerkennung erfahren. Sensitive Eindrücke wie Geräusche oder

Formen nehmen einen hohen Stellenwert im Leben dieses kreativen

und feinsinnigen Mannes ein. So stand nach seinem ersten

Besuch auf dem Nürburgring für den damals Siebenjährigen fest,

dass er Rennfahrer werden würde – so nachhaltig hatte das Dröhnen

der Motoren ihn beeindruckt. Später kamen weitere Berufswünsche

hinzu: Architekt oder Koch, Letzteres mit der Idee, der

Enge des Hunsrücks zu entkommen, die Welt kennenzulernen und

einen schöpferischen Beruf zu ergreifen. Kurios: Der Beruf des

Goldschmieds erschien dem jungen Mann damals so alltäglich, dass

er ihn gar nicht in Betracht zog, um damit sein Fernweh zu stillen

und seinen Wunsch nach einer kreativen Tätigkeit zu realisieren.

Ein Statement für

das Besondere

Obwohl Jochen Pohl in seiner Heimat geblieben und seine Ausbildung

zum Goldschmied im elterlichen Betrieb absolviert hat, setzt

er mit seiner Arbeit echte Kontrapunkte zur örtlichen Tradition.

Symbolisiert wird das unter anderem durch die Architektur seines

Firmengebäudes: Das auffällig reduzierte und klar gestaltete Betongebäude

im Stadtteil Tiefenstein wirkt wie ein Fremdkörper in

der ansonsten eher braven Umgebung. Und so, wie Jochen Pohl

mit seinem Produktionsgebäude ein Statement für das Besondere

abgibt, verhält es sich auch mit seinem Schmuck.

82 | GZ plus


Der Grund, warum er sich vor 19 Jahren selbstständig machte,

war der, dass er keine Kompromisse mehr eingehen wollte. Der

damals omnipräsente Begriff der „Ganzheitlichkeit“ überzeugte

ihn. Alles sollte zusammenpassen und von allerbester Qualität sein:

von der eigenständigen Schmuckidee über die verwendeten Materialien

und die handwerkliche Verarbeitung bis zur Präsentation

und Kommunikation. So ist heute nicht nur jedes seiner Schmuckstücke

von einem Höchstmaß an gestalterischer und handwerklicher

Perfektion geprägt, sondern auch die Broschüren und Fotos,

mit denen der Schmuck kommuniziert wird. Von der sorgfältigen

Auswahl des Edelsteins bis zum fertig polierten Schmuckstück stecken

extrem viel Zeit und Erfahrung in jedem Arbeitsschritt. Und

obendrein jede Menge Respekt: vor dem traditionellen Handwerk

und den außergewöhnlichen Fähigkeiten seiner Mitarbeiter genauso

wie vor den jahrtausendealten Steinen, dem herausragenden

Können der Edelsteinschleifer und den edlen Metallen.

Konstruieren,

nicht designen

Anders und besser zu sein als andere, war schon früh das Ziel von

Jochen Pohl. Bei einem Auslandsaufenthalt in Spanien im Anschluss

an seine Lehre lernte er beispielsweise, skulptural zu arbeiten –

eine wertvolle Ergänzung zu dem, was ihm während der Ausbildung

in Deutschland beigebracht worden war. Seinen nächsten

Job hatte er bei einer Edelsteinschleiferei. Hier war er an der Weiterentwicklung

der Schmuckkollektion beteiligt und lernte viel

über Edelsteine – von der Herkunft der Rohsteine bis zur Auswahl

des optimalen Steins für ein bestimmtes Schmuckstück. Wichtiges

Wissen, denn Pohl versteht sich nicht als Schmuckdesigner, sondern

vielmehr als Konstrukteur. Wie ein Autobauer Chassis, Motor

und Karosserie zu einem Fahrzeug mit optimaler Straßenlage, Leistung

und charakteristischer Optik zusammensetzt, so konstruiert

Pohl aus Edelsteinen und Edelmetallen perfekte Schmuckstücke,

die am Körper der Trägerin „funktionieren“. So entwickelt er Ringe

stets von innen nach außen – den Anfang macht der Edelstein, der

unter Berücksichtigung proportionaler Überlegungen „umbaut“

wird. Auf diese Weise entstehen mal zart und zerbrechlich wirkende

Schmuckstücke, mal schwere und massiv wirkende.

Ein bisschen Koch,

ein bisschen Rennfahrer

Als Inspirationsquellen für seine Schmuckstücke nennt Jochen Pohl

unter anderem seine vielen Reisen, die Natur, die Musik und markante

historische Autos. Überhaupt haben seine ursprünglichen

Berufswünsche den Idar-Obersteiner während seines bisherigen

Lebens als Goldschmied stets begleitet. Wie ein Rennfahrer hatte

er immer das Ziel, sich zu messen, Dinge zu hinterfragen und zu

verbessern. Schon seine Lehre schloss der ehrgeizige junge Mann

mit Auszeichnung ab, später setzte er noch den Meister drauf.

Seitdem er 1996 mit 27 Jahren sein Unternehmen gründete,

ist die wachsende Zahl seiner anspruchsvollen Kunden aus aller

Welt das wichtigste Kriterium für seinen Erfolg. Wäre er Architekt

geworden, hätte er sicher auch eine ganz eigene Handschrift entwickelt

und Gebäude entworfen, über die er sich stilistisch hätte

ausdrücken können. Und wie ein Koch die Zutaten für ein wohlschmeckendes

Gericht mit Bedacht kombiniert beziehungsweise im

besten Fall ein einzigartiges Menü komponiert, so fügt auch er edle

Materialien zu einem perfekt „abgeschmeckten“ Schmuckstück

und einer stimmigen Kollektion zusammen. Christel Trimborn

www.jochenpohl.com

Ring aus 750 Roségold mit eckigem

Rubellit, „Space L“-Ring aus 750 Roségold

und Brillanten, Platinring mit

ovalem Rubellit und Brillanten (v. l.)

GZ plus | 83


unternehmen

Giloy & Söhne

Das Vertriebsteam

für den Juwelierfachhandel:

Wolfgang

Blaich, Michael Thiel,

Alexandra Doyle,

André Christian Giloy,

Beate Kornmayer,

Verena Raub, Jürgen

Heindel und Uwe

Lambrecht (v. l.)

Passion für Werte

Giloy & Söhne steht für eine jahrzehntelange Tradition sowie ein begnadetes

Handwerk rund um den König der Edelsteine am Standort Idar-Oberstein. Heute ist

die Manufaktur einer der bedeutendsten Diamantschmuckhersteller Europas.

Mit der Einrichtung einer Diamantschleiferei legte Herbert

Giloy 1931 den Grundstein. Heute ist Giloy & Söhne ein

weltweites Synonym für Diamantkompetenz und herausragende

Qualität und wird von der Gründerfamilie in der zweiten

und dritten Generation geführt. Manfred Giloy, Senior-Chef,

hat mit innovativen Konzepten und seiner Leidenschaft für Diamanten

maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen.

Am Standort in Idar-Oberstein sind heute mehr als 200 Mitarbeiter/innen

beschäftigt. Die Aussage „Made in Germany“ ist im globalisierten

Umfeld eine der Kernbotschaften des Unternehmens.

Kunden werden in allen Vertriebsformen des Handels bedient.

André Christian Giloy: „Idar-Oberstein ist nach wie vor Deutschlands

Diamant- und Edelsteinmetropole Nummer 1. Diese Tradition

und das breite Angebot an handwerklichen Spitzenkräften

machen für uns einen unschätzbaren Standortvorteil aus. Zudem

stärken wir den Wirtschaftsstandort Deutschland durch die Ausbildung

von Fachkräften und tragen so aktiv dazu bei, das Qualitätssiegel

,Made in Germany‘ auch in Zukunft zu erhalten.“ Dieses

persönliche Bekenntnis zum Standort unterstreicht auch den hohen

Anspruch der Gründerfamilie, die nach wie vor mit ihrem guten

Namen für die ausgezeichnete Qualität der Schmuckstücke bürgt.

brillant Für jede Zielgruppe

Trends schnell zu erkennen und zeitnah darauf zu reagieren ist die

Stärke des Hauses. „Ob Basis-Sortiment, zielgruppenbezogene

Designlinien oder betont hochwertige individuelle Schmuckstücke

– alle Produkte entsprechen den Wünschen der modernen Verbraucherinnen“,

so der Geschäftsführer.

Innovatives Design, absolute Perfektion und ein ausgezeichnetes

Preis-Leistungs-Verhältnis, diese Faktoren machen Giloy & Söhne

zur ersten Wahl für die Partner des Unternehmens. Von außergewöhnlichen

Spezialwünschen der Branche bis hin zu Klassikern in

hohen Stückzahlen findet der Juwelier hier stets die Antwort auf

jede Herausforderung. André Christian Giloy: „Mit der Marke

Bellaluce bekommt der Juwelier beispielsweise ein starkes Markenkonzept

mit Werbebudget, Pressearbeit und allem, was dazugehört.

Mit Solitaire World of Diamonds andererseits ist er völlig

frei in der Zielgruppenansprache und kann Solitäre unter seinem

Fotos: Rainer Schaele

84 | GZ plus


Von der ersten Idee über

die Skizze (u.) bis zum fertigen

Schmuckstück (l.) ist es ein

langer Weg. Die Brillanten

werden mit großer Sorgfalt

von Hand gefasst (ganz u.)

guten Namen anbieten.“ Abgeleitet von der gewachsenen Diamantschmuckkompetenz

bei Memoires und Solitären hat Giloy

jüngst auch eine Trauringkollektion aufgelegt. Der Juwelier kann

dank Giloy sein Diamantschmuck-Sortiment mit dem richtigen

Produkt- und Markenmix selbst definieren.

Und Giloy lässt seine Kunden mit der Ware nicht allein. So

bietet das Unternehmen einen eigenen Diamant-Marketing-

Service, der Werbekonzeptionen und maßgeschneiderte Werbeaktivitäten

für jeden Kunden bei Bedarf entwickelt. Diamantexperten

und Gemmologen stehen dabei für die Schulung des

Verkaufspersonals zur Verfügung.

Axel Henselder

www.giloy.de

den König der Edelsteine im Fokus

1931 Herbert Giloy gründet eine

Diamantschleiferei.

1964 Erweiterung des Spektrums um

Diamantschmuck mit den beiden

Söhne Manfred und Werner Giloy und

Ausbau der Beziehungen zu den Diamantund

Schmuckmetropolen weltweit.

1990 Bezug des Neubaus mit modernsten

Produktionsanlagen und Einstieg von André

Christian Giloy in die Geschäftsführung.

2001 Giloy & Söhne gehört zu

den bedeutendsten und größten

Diamantschmuckherstellern Europas.

2008 Die Diamantschmuckmarke

Bellaluce mit ihrem Markenzeichen,

der Rautenfassung, wird vorgestellt

2015 Als Ergänzung zum Diamantschmuckangebot

lanciert Giloy eine

Trauringkollektion.


unternehmen

Groh + Ripp

Ein starkes Team, eine

starke Familie: Sandra,

Stefanie, Bernd Willi

und Nicole Ripp sowie

Schwager Jürgen Brunk (v. l.)

Glanzvolle

Stein-Zeit

Groh + Ripp ist wohl eine der feinsten Adressen in Idar-Oberstein und genießt national

und international einen exzellenten Ruf. Das moderne und imposante Firmengebäude

im grünen Herzen von Tiefenstein lässt nur erahnen, was hier produziert wird.

Fotos: Hannes Magerstaedt

86 | GZ plus


Hinter den Mauern des modernen Firmengebäudes verbergen sich wahre Schätze

leitet die technische Abteilung zusammen mit ihrem Vater und ist,

wie ihre Schwester Nicole Ripp, seit 2014 in der Geschäftsführung.

Groh + Ripp wird nun in dritter Generation von der Familie

Ripp geleitet. Bernd Willi und seine Frau Stefanie Ripp

haben ein kleines Imperium geschaffen. Mit ihrer herzlichen

und freundlichen Art werden die Kunden in Empfang genommen.

Alle sind hier entspannt: Der Firmenhund Charly bringt

das Spielzeug, die beiden Töchter Sandra und Nicole Ripp kümmern

sich um den Vertrieb von technischen Produkten und

Farbsteinen. Gut aufgeteilt ist hier alles, jeder hat sein Arbeitsfeld

und alle ziehen an einem Strang. Bernd Willi und Stefanie Ripp sind

immer unterwegs und nach wie vor voller Innovationsfreude. Die

unprätentiöse Art, komplizierte Sachverhalte auf das Wesentliche zu

reduzieren, übertrug sich von Willi Ripp auf seine Tochter Sandra. Sie

auf einen 1000tel Millimeter genau

Präzision und Technik, für diesen Bereich ist die Diplomkauffrau

Sandra Ripp verantwortlich – und wer ihr schon einmal in den

riesigen Rohsteinkeller folgen durfte, der weiß, wie vielfältig und

anspruchsvoll ihre Tätigkeit ist. Es sieht dort mehr aus wie in einer

Schatzkammer aus vergangenen Zeiten, überall stapeln sich, sehr

geordnet, die unterschiedlichsten Materialien: Lapis, Tigerauge,

Koralle, Obsidian, Bergkristall – die Gänge mit den Kostbarkeiten

schlängeln sich durch den kompletten Keller. Die Auswahl scheint

schier unendlich und dies ist nur der Rohsteinkeller für die opaken

Steine, wie es im Fachjargon heißt.

Sandra Ripp erzählt von ihren Reisen, von der Verwendung

unterschiedlichster Materialien und wie diese sich verändern, so

hauchdünn, wie sie auf ihrem Handrücken liegen. Ganz zerbrechlich

wirken nun die sonst so harten Materialien. Die Strukturen

und Verwachsungen der Edelsteine sind nun erkennbar, auf einen

Bruchteil ihrer vorherigen Stärke reduziert. „Die Kriterien unserer

anspruchsvollen Kunden sind sehr hoch, die fertigen Stücke müssen

absolut präzise sein. Aber wir schaffen dass schon“, sagt sie

lächelnd mit einem Augenzwinkern.

Gewachsene Beziehungen

Viele Beziehungen bestehen schon jahrzehntelang und die Familie

genießt ein besonderes Vertrauensverhältnis zu Minenbesitzern

und Händlern rund um den Globus. „Wir verfügen über ausgezeichnete

Kontakte zu Minenbesitzern und kommen daher auch

GZ plus | 87


unternehmen

Groh + Ripp

Feinste Edelsteine werden bei

Groh + Ripp in einer Kombination

aus Handarbeit und Hightech

von Meistern ihres Fachs geschliffen

an feinste Steine“, sagt Nicole Ripp. Man spürt ihre Passion für

ihren Beruf, das Kreative und die Kunst, aus den Kristallen den

fertigen Stein werden zu sehen. Sie ist überall auf den Weltmärkten

unterwegs, immer auf der Suche nach dem perfekten Stein

oder der perfekten Ware. Dabei hat sie stets ihre Kunden im Hinterkopf,

oft hat sie auch den Auftrag, spezielle Steine zu suchen.

Qualität fängt nun einmal beim Rohstein an. Ihr zur Seite steht ihr

Schwager Jürgen Brunk, der wie sie Gemmologe ist. Leidenschaftlich

berichten die beiden von der Verarbeitung der Steine „Jeder

Farbstein hat eine eigene Persönlichkeit“, so Jürgen Brunk. Sachte

dreht er den Kristall in seinen Händen und es lässt sich erahnen,

wie sehr die beiden ihre Steine lieben. Dies überträgt sich auch auf

ihre Mitarbeiter, die motiviert und engagiert komplizierteste Einschleif-

und Facettierarbeiten ausführen.

„Ob der Stein oval, antik oder rund wird: Wir bestimmen dies

nicht – es ist immer die Natur, die uns den Weg zeigt. Sie ist der

beste Designer. Jeder Stein ist einzigartig und einzigartig schön“,

betont Nicole Ripp

Emotionen und Werte

Nicole Ripps Herz schlug schon immer für die faszinierende Welt

der bunten Edelsteine. Als Kind verbrachte sie viel Zeit in der

großväterlichen Achatschleiferei und schaute zu, wenn Achate gebeizt

wurden. „Es war mehr wie in einer geheimnisvollen Hexenküche,

an jeder Ecke gluckste und brodelte es. Ich habe es sehr

genossen, meinem Großvater zuzuschauen.“ Diese Leidenschaft

bestand zwar immer, aber zunächst sollte der Weg über eine erfolgreich

absolvierte Banklehre ins Ausland und anschließend zu

einem BWL-Studium führen. Eigentlich wollte sie hinaus in die

weite Welt, aber es zog sie dann doch zurück in die Heimat. Die

diplomierte Gemmologin ist heute für den Farbsteineinkauf sowie

den Vertrieb zuständig und sagt: „Für mich sind Edelsteine farbenfrohe

Unikate der Natur. Jeder Stein ist einzigartig.“

Das absolute Highlight ist der riesige Tresor, in dem die Steine

um die Wette zu funkeln scheinen. In allen Farben des Regen bogens

liegen die perfekt geschliffenen Steine in den Regalen. Wunderschöne

Colliers, Armbänder, alles von Nicole Ripp und Jürgen Brunk in

mühevoller Arbeit zusammengestellt. Paraiba- Turmaline, Santa-

Maria-Aquamarine, Imperial-Topase, Rubine, Saphire, Smaragde –

die Auswahl ist so vielfältig wie bei keinem anderen. „Aber erst

wenn sie getragen werden, scheinen die Steine richtig zu leben“,

sagt Jürgen Brunk. Auch für die Herren der Schöpfung ist bei

Groh + Ripp übrigens gesorgt: Manschettenknöpfe, Siegelringe –

alles wird hier für die Industrie hergestellt. Groh + Ripp zeichnet

sich nicht nur durch sein Können, sondern auch durch seine unglaubliche

Flexibilität aus – ein Familienunternehmen eben, mit

kurzen Wegen und starken Persönlichkeiten.

www.groh-ripp.de

88 | GZ plus


Eine Familie

mit vielen Facetten

Im Jahr 1953 gründete Theo Groh in Rhaunen

eine Achatschleiferei. Bernd Willi Ripp heiratete

dessen Tochter Stefanie. 1973 stieg er ins Unternehmen

ein und baute es mit seiner Frau zu

einer der modernsten Edelsteinschleifereien.

1985 entstand in der Tiefensteiner Straße in

Idar-Oberstein der neue Firmensitz, der bereits

sechs Jahre später noch einmal erweitert wurde.

Und die nächste Generation mischt schon

kräftig mit: 1996 beziehungsweise 2003 traten

die Töchter Sandra (Technische Abteilung)

und Nicole (Farbsteine/Marketing) ins Unternehmen

ein. Beide sind seit dem vergangenen

Jahr Gesellschafterinnen des Betriebs.

Die reichhaltige Schatzkammer hält ein breites

Angebot an mehr als 100 Steinarten bereit.

Besonders gut aufgestellt ist Groh + Ripp bei

Paraiba-Turmalinen, Aquamarinen, Smaragden,

Saphiren, Rubinen und Tansaniten. Neben

zahlreichen Ausnahmesteinen und Sets bietet

Groh + Ripp aber auch ein enormes Angebot

an Edelsteinen in sehr guter Qualität im mittleren

Preissegment.

Die Manufaktur mit heute 45 Mitarbeitern ist

bekannt dafür, auch ganz individuelle Wünsche

bedienen zu können. So sucht die Firma auch

auf Kundenwunsch gezielt weltweit nach speziellen

Steinen oder Garnituren. Die erfahrenen

Schleifer der Manufaktur ermöglichen maßgeschneiderte

Lösungen genauso wie klassische

Schliffe – je nach Kundenvorgaben.

Zurzeit entsteht auf der gegenüberliegenden

Straßenseite ein neues Manufakturgebäude –

die Weichen für die Zukunft sind also gestellt.

Der Firmenname

Groh + Ripp

ist ein Qualitätsversprechen

Fotos: Hannes Magerstaedt

GZ plus | 89


Unternehmen

Heinz Mayer

Stefan Mayer lenkt

die Geschicke der

Diamantschmuckschmiede

mehr als 400 Jahre

Im Zeichen edler Steine

1599 Der Achatschleifer Johannes Becker

begründet die Familientradition

1855 Brüder und Cousins des Urgroßvaters

der heutigen Inhaber wandern nach Brasilien

aus und schicken Rohsteine

1875 Der Granatschleifer Gustav Postler

unterrichtet Lapidäre in Idar-Oberstein,

darun ter den Urgroßvater der Mayers

1928 Arbeiten für das Grüne Gewölbe in

Dresden und den Vatikan

1950 Der Diamant- und Edelsteinschleifer

Heinz Mayer macht sich selbst ständig. Sein

renommier tester Kunde ist Harry Winston

1955 Heinz Mayer konzentriert sich auf

Schmuck mit Edelsteinen und Diamanten

1960 Eröffnung des ersten Einkaufsbüros in

Antwerpen

1970 Die Ausrichtung auf Ringe bringt der

Firma den Beinamen „Der Ringexperte“

1989 Erfindung des „Rolling Diamonds“-

Armbands

1994 Schmuckkollektion für Joop

2005 Heinz Mayer kreiert für Rolls-Royce ein

Armband zum 100. Jubiläum der Firma

2013 Präsentation der „Rheingold“-Kollektion

90 | GZ plus


Eine Klasse

für sich

Sie ist ausgezeichnet worden für ihre

weltbesten Rivieren. Die Firma Heinz Mayer

ist sozusagen der Rolls-Royce

unter den Diamantschmuckherstellern.

marsala

Die Firma mit dem großen

„Y“ im Logo will

Meister ihres Fachs

fertigen den edlen

eigentlich nur eines

Diamantschmuck

schaffen: „Unser Ziel ist, schönen

Schmuck herzustellen“, sagt

zum größten Teil

in Handarbeit

Geschäftsführer Stefan Mayer.

„Dabei verstehen wir uns als

Kunsthandwerker und nicht als

Designer.“ Goldschmiedemeister

fertigen den Diamant schmuck

mit Präzision und einem hohen

Anteil an Handarbeit. Die Ergebnisse

– alle komplett made

in Germany – überzeugen so

sehr, dass nicht nur der englische

Hof, sondern auch Königshäuser weltweit und zahl reiche Stars auf

die Juwelen von Heinz Mayer schwören. Rolls-Royce ließ übrigens von

Heinz Mayer anlässlich des 100. Geburtstags der Autoschmiede ein Jahrhundertjuwel

anfertigen – das einzige jemals offiziell autorisierte

Schmuckstück der Nobelmarke.

mit feinstem Handwerk

Panta rhei – die altgriechische Formel bedeutet so viel wie „alles fließt“.

Unter diesem Motto stehen auch die hochwertigen Kollektionen von

Heinz Mayer. Denn keine der beiden großen Kollektionen im Jahr zeigt

Brüche auf. Vielmehr gehen sie fließend inein ander über. Sämtliche

Kreationen zeichnet eine klassische, zeitlos schöne Linie aus. Eine Schlüsselrolle

spielt die patentierte „Rolling Diamonds“-Kollektion. Hierbei

handelt es sich um eine ganz auf Scharnier ge arbeitete Riviere. Das Armband

wurde bereits in den USA als wahrscheinlich weltbeste Diamantriviere

für eine große Marketingkampagne ausgewählt.

marone

rot

Fotos: Hannes Magerstaedt

In feinster Gesellschaft

Die Schmuckkollektionen sind aus 750 Weiß-, Gelb- und Rotgold oder

Platin und feinsten Diamanten gefertigt. Neben klassischen und traditionellen

Schmuckstücken bietet Heinz Mayer auch sehr moderne, junge

Stücke an. allen gemein ist jedoch die Verarbeitung in höchster Qualität.

Schmuck von Heinz Mayer ist bei den führenden Juwelieren der

Welt zu Hause. Darüber hinaus stellt die Firma auf den wichtigsten

Messen aus: Ob in München, Basel, New York, Las Vegas, Hongkong,

Singapur oder Bahrain – überall finden sich die edlen Stücke aus dem

Hause Heinz Mayer aus Idar-Oberstein.

Axel Henselder

www.heinzmayer.de

lindgranat.com


unternehmen

Ph. hahn söhne

Christel Hahn,

Christoph Hahn,

Dieter Hahn,

Annette Klein

und ihr Mann

Christian Klein (v. l.

im Uhrzeigersinn)

Fotos: Martin Glauner (5)

92 | GZ plus


„Unsere Region hat

viel zu bieten“

Die Familie Hahn von der Firma Ph. Hahn Söhne ist von Haus aus begeistert von

Edelsteinen und hat sich für die GZ im Deutschen Edelsteinmuseum fotografieren lassen.

Es ist ein frühlingshafter Donnerstagmorgen

in Idar-Oberstein. Im Deutschen

Edelsteinmuseum bietet sich

ein eher ungewöhnliches Bild: An einem

Kaffeetisch im Erdgeschoss sitzt Familie

Hahn. Für den Fototermin haben die fünf

Idar-Obersteiner ihre Aufgaben im Betrieb

einmal kurz ruhen lassen – Christel Hahn

und Tochter Annette Klein die Bürotätigkeiten,

Dieter Hahn und Schwiegersohn

Christian Klein den Diamantvertrieb, Sohn

Christoph Hahn die Schleifarbeiten im

Atelier. Das Gespräch dreht sich ausnahmsweise

weniger um Diamanten als um die

Gegend und ihre Besonderheiten. „Unsere

Region hat viel zu bieten“, finden die Hahns.

Dem Edelsteinmuseum sind sie sehr

verbunden, schon weil Dieter Hahn seit

1996 dem Aufsichtsrat der Museumsstiftung

vorsteht. Ein Programmhighlight für alle

Familienmitglieder ist das alljährliche Museumsfest

am Pfingstsonntag mit Tombola,

Spießbraten und „einer super Stimmung“.

Wenn Besucher kommen, zeigt man

ihnen gern beliebte Sehenswürdigkeiten

wie die Schlossanlage, die Historische

Weiherschleife oder die Edelsteinminen

Steinkaulenberg.

Aber auch die umgebende Natur mit

ihren vielen Wandermöglichkeiten wird von

der Familie geschätzt. Apropos Natur: In

Tiefenstein gibt es ein Naturschwimmbad,

das, wie Christian Klein sagt, „besonders

schön“ ist. Dieter Hahn meint daraufhin mit

einem Schmunzeln: „Alles in Idar-Oberstein

ist doch besonders schön.“ Saraj Morath

www.diamantschleiferei.de

www.edelsteinmuseum.de

Vier von über 10 000 internationalen Exponaten

des Museums: Annette Klein präsentiert eine

Achatscheibe, Christian Klein eine Kunzitstufe mit

Turmalin und Quarz, Christoph Hahn einen

Morganitkristall und Dieter Hahn eine Achatdruse

GZ plus | 93


unternehmen

A. Ruppenthal

Hier ist

der Kunde

König: Dafür

sorgen Albert

Ruppenthal

und seine

beiden Söhne

David (l.)

und Roman

persönlich

Die Krönung

der Vielfalt

Die Firma Ruppenthal ist Goldschmieden und Juwelieren ein

Begriff. Denn das Idar-Obersteiner Traditionsunternehmen

hat ein vielfältiges Angebot. Hier bekommen Schmuckkreative

einfach alles, um ihre Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.

Fotos: Herbert Piel (4)

94 | GZ plus


Begrüßt werden die Besucher hier, im riesigen Firmenkomplex

aus den 60er-Jahren im Herzen Idar-Obersteins, noch

per Handschlag. Seniorchef Albert Ruppenthal oder seine

Söhne Roman und David höchstpersönlich sowie ein Team von

fast 100 Mitarbeitern kümmern sich um die Wünsche der Kunden.

„Wir sind der Spezialist für Goldschmiede, Juweliere und Schmuckkünstler“,

sagt Albert Ruppenthal, der charismatische Firmenlenker

in vierter Generation: „Daher sind wir bei 95 Prozent der Fachhändler

bekannt, wie wir aus Umfragen wissen.“

Über 5000 Kunden bedient Ruppenthal mit losen Edelsteinen,

Edelsteinsträngen, Schmuck und Schließen, Zuchtperlen sowie

Diamanten und Diamantketten. Ruppenthal ist mit Filialen in

Zürich, Antwerpen, Berlin, Hamburg, Hannover, Essen, Köln, Mainz

und München präsent. Elf Reisende sorgen für zusätzliche Kundennähe.

Die Firma stellt auf Messen wie der Inhorgenta Munich,

Ambiente, Tendence, Baselworld und Intergem aus, veranstaltet

Hausmessen und nimmt an den Idar-Obersteiner Einkaufstagen

teil. „Viele Kunden sind immer erstaunt, wie viel bei uns am Stand

los ist“, schmunzelt Roman Ruppenthal, der den Einkauf in China

und Japan sowie das Marketing und die Finanzen verantwortet.

„Unser breites Angebot sorgt für Frequenz. Zu uns kommen viele

Kunden mit ganz speziellen Wünschen. Oder sie schauen sich um

nach Neuheiten, die sie zu Schmuckideen inspirieren.“

mit Menschen der Region verbunden

Dass Ruppenthal so leistungsfähig ist, verdankt das Unternehmen

auch der strategischen Entscheidung, rechtzeitig Einkaufsbüros in

Fernost aufzubauen und die Fertigung vor Ort auf Heimarbeiter

zu verlagern. „So können wir die Expertise von Schleifern, Graveuren,

Bohrern und anderen Handwerkskünsten, die die Region prägen,

hier halten und pflegen und trotzdem zu äußerst wettbewerbsfähigen

Preisen unsere Sortimente anbieten“, erläutert

Albert Ruppenthal. „Wir sind mit den Heimarbeitern flexibler und

sichern Arbeitsplätze am Standort. Immerhin jedes vierte Produkt

wird hier gefertigt“, pflichtet ihm David Ruppenthal bei, der für den

Einkauf in Indien und Thailand sowie die IT-Organisation und das

Personalmanagement zuständig ist. Den Heimarbeitern werden

die Maschinen zur Verfügung gestellt und sie dürfen auch für andere

Unternehmen arbeiten. Eine Win-win-Situation.

„Was in Fernost gefertigt wird, entspricht unseren strengen

Qualitätskriterien. Die Vorgaben kommen von den Gestaltern aus

unserem Haus“, sagt Roman Ruppenthal. Eine Besonderheit sind

Im Showroom in Idar-Oberstein finden fünfmal im Jahr Hausmessen statt

Zum Sortiment

gehören ein

vielfältiges

Angebot von

Zuchtperlen (l.)

wie auch

Schmuck von

Ernst Stein (u.)

Gravuren, Pampeln, Blüten, Gemmen. Insbesondere Wappengravuren

für Siegelringe, aber auch Gemmen mit Totenköpfen sind

momentan der Trend, wie Albert Ruppenthal beobachtet. Bis zu

2000 Wappengravuren entstehen im Jahr. Eine Spezialität, die wiederum

nur in Idar-Oberstein mit den topausgebildeten Handwerkern

zu realisieren ist. Eine weitere Besonderheit sind die

Wechselschließen. Ruppenthal bietet sie in zahllosen Varianten und

mit unterschiedlichem Edelsteinbesatz an. „Ich denke, die Breite

und Tiefe unseres Angebots ist einmalig“, so Albert Ruppenthal.

Ideen, nur einen Mausklick entfernt

Auch bei Ruppenthal blieb die Zeit nicht stehen: Eine professionelle

Internet-Plattform speziell für den Fachhandel macht das Suchen

nach Produkten unter der Vielzahl der Angebote noch leichter.

„Jeden Tag loggen sich hier zahlreiche Kunden ein“, erzählt David

Ruppenthal. „Wir haben mittlerweile eine beachtliche Menge an

Artikeln in den Webshop eingestellt. Täglich kommen neue hinzu.“

In den fünf riesigen Tresorräumen offenbart sich das Kapital

der Firma: Geordnet nach den Produktsegmenten, mit Barcodes

versehen, ist hier eine Angebotsfülle ausgestellt, die ihresgleichen

sucht. Mittendrin funkeln die originalgetreuen Repliken der Reichskrone

der deutschen Kaiser samt Zepter und Kreuz. Sie wurden

von der Goldschmiedemeisterin Gerdi Glanzner in Zusammenarbeit

mit der Firma Ruppenthal in 750 Gold mit Edelsteinen und

Orientperlen angefertigt. Während die Reichsinsignien nur selten

als Leihgabe das Haus verlassen, gehen bis zu 300 Sendungen aus

dem Lager täglich raus. Auf Wunsch wird die Ware innerhalb von

24 Stunden europaweit ausgeliefert. Auf Anfrage werden auch

kostenlose Auswahlen zur Verfügung gestellt: „Ein Viertel unseres

Lagers ist beim Kunden als Auswahl“, schätzt Albert Ruppenthal.

Kunden erspart dieser Service das Lager. Sie können mit den Lösungen

von Ruppenthal dem uniformen Angebot der Lifestylemarken

Paroli bieten und ihr Profil unterstreichen. Axel Henselder

www.ruppenthal.com

GZ plus | 95


unternehmen

KARL FALLER

Der Farbsteinhandel ist

für Heike Faller und

Konrad Henn nicht nur

reines Geschäft, sondern

spürbare Leidenschaft

ES bleibt

in der Familie

Sie sind selten, sie sind von einmaliger Schönheit und sie wecken Emotionen.

Rubine, Saphire und Smaragde gelten in der bunten Welt der Edelsteine als die Könige.

Und so verwundert es nicht, das Karl Faller ein besonderes Faible für sie hat.

Seit über 60 Jahren sind die klassischen drei Farbsteine –

Rubine, Saphire und Smaragde – die Spezialität der Edelsteinschleiferei

Karl Faller aus Kirschweiler. So ist über lange

Zeit hinweg ein hervorragendes Netzwerk entstanden, dank dem

Heike Faller und ihr Mann Konrad Henn, die Geschäftsführer des

Unternehmens, trotz der sehr schweren Marktsituation immer an

hochwertige Ware kommen – ohne den kostspieligen Umweg

über Zwischenhändler gehen zu müssen. So umfasst das Sortiment

auch feinste Burma-Rubine im gefragten Pigeon Blood Red,

hochglänzende kolumbianische Smaragde in „Vivid Green“ und

„Minor“, Saphire in „Royal blue“ sowie in etlichen Multicolor-Tönen.

Abgerundet wird das Sortiment von

eini gen anderen Edelsteinen wie Tansaniten oder

Mandarin-Granaten. „Die suchen wir zwar nicht

explizit, aber manchmal werden sie uns trotzdem

angeboten. Wenn sie uns dann in Qualität

und Preis überzeugen, nehmen wir sie

gern auch ins Sortiment auf“, sagt Heike

Faller. „So können wir unsere Kunden auch

immer wieder überraschen.“

Für die meisten Kunden sind Schmuckstücke,

in denen derartig exklusive Edelsteine

verarbeitet sind, keine normale Investition. „Oftmals

ist es ein lang gehegter Wunsch, den man sich vielleicht zu

einer ganz speziellen Gelegenheit erfüllt“, sagt Konrad Henn. „Und

Schmuck mit Rubinen, Saphiren oder Smaragden wird oftmals von

Generation zu Generation weitergegeben. Wir sagen darum auch,

dass diese Stücke gewissermaßen zu Familienmitgliedern werden.“

Die Vierte Generation

Apropos Familie: Am 1. Juli wird mit Ann Michelle, der Tochter

von Heike Faller, die vierte Generation in das Familienunternehmen

eintreten, nachdem sie in London ihr Studium zur Designerin

erfolgreich abgeschlossen hat. „Sie ist hoch motiviert, weltoffen,

begeisterungsfähig, liebt Mode und Design, hat

einen Sinn für Farben und Formen, liebt schöne

Dinge – und vor allem reist sie gern“, sagt Heike

Faller, „Sie hat also die besten Voraussetzungen

für unseren Beruf.“ Christoph Hoffmann

www.karl-faller.de

Das Grün der Smaragde,

das Blau der Saphire und

das Rot der Rubine wird

durch nichts übertroffen

Fotos: Volker Renner (1)

96 | GZ plus


Die ganze Welt

der Schmucktechnik

unter einem Dach:

3D-Druck Kompetenz-Center

Werkzeuge und Maschinen – die besten Marken ...

... auf 300 qm Verkaufsfl äche und im Online-Shop *

Kompetente Beratung und Service

Mehrfach ausgezeichneter Gießservice *

* Von den Lesern des Diamant-Report zum Lieferanten des Jahres 2014

und zur besten Schmuckgießerei 2013 und 2014 gewählt

www.horbach-technik.de

Alles für Atelier und Werkstatt Rapid Prototyping Technologie Feinguss-Service

Horbach GmbH· Hauptstraße 139 a· D-55743 Idar-Oberstein

Tel. : +49-6781-45897-0· Email: info@horbach-technik.de


unternehmen

Wild & Petsch

Kunstwerke aus

Kirschweiler

Vor rund 15 Jahren bündelten die renommierten Schleifereien

Karl Egon Wild und Julius Petsch ihre Kompetenzen. Seitdem genießt

das Unternehmen Wild & Petsch einen hervorragenden Ruf bei

Schmuckherstellern, Juwelieren und Goldschmieden – und das weltweit.

Gleich am Ortseingang von Kirschweiler liegt das Firmengebäude

von Wild & Petsch. Große Fenster prägen die

Fassade und das aus zahlreichen Ecken und Kanten geformte

Entree lässt bereits Rückschlüsse auf das facettenreiche

Handwerk zu, das hier beheimatet ist. Unter einem Dach befinden

sich die mit erfahrenen Mitarbeitern besetzte Edelsteinschleiferei,

die Verwaltung sowie ein großzügiger Ausstellungsraum in der

oberen Etage. Hier können Fachhandelskunden nicht nur schnell

und umfassend das gesamte Lieferprogramm von Wild & Petsch

überblicken, sondern auch direkt vor Ort Unikate, Serien oder

stilvoll zusammengestellte Steinensembles einkaufen.

Thomas Petsch (44), der das Unternehmen heute gemeinsam

mit seinem Schwager Alexander Wild (49) führt, erinnert sich:

„Es muss Ende 1999 oder Anfang 2000 gewesen sein, als die seit

mehreren Generationen erfolgreichen Schleifereien von meinem

Schwiegervater Karl Egon Wild aus Kirschweiler und meine damalige

Firma Julius Petsch Edelsteinschleiferei aus Idar-Oberstein zusammengelegt

wurden.“ Der neue Firmenname: Wild & Petsch.

„Ende 2001 haben wir dann endgültig fusioniert, inzwischen sind

mein Schwager und ich die alleinigen Gesellschafter“, erzählt der

diplomierte Betriebswirt und Wirtschaftsinformatiker weiter. Seine

Hauptaufgabengebiete im Unternehmen sind der Rohsteineinkauf

Ein Stamm von rund 40 langjährigen und hervorragend ausgebildeten Mitarbeitern

garantiert gleichbleibend gute Handwerksarbeit

Fotos: Hannes Magerstaedt

98 | GZ plus


und die Produktion, während der am GIA ausgebildete Gemmologe

und Industriekaufmann Alexander Wild für den weltweiten

Vertrieb, die Kundenbetreuung und die Organisation der Messen

verantwortlich ist. Immerhin ist Wild & Petsch auf den Handelsplätzen

in Tucson, Basel, New York, Las Vegas, Hongkong, München

und Idar-Oberstein präsent. Eine Ausbildung am Gemmologischen

Institut im heimischen Idar-Oberstein haben beide Geschäftsführer

absolviert, Thomas Petsch engagiert sich zudem in dessen

Vorstand. Das Geheimnis ihres Erfolgs: Alle wichtigen Entscheidungen

bei Wild & Petsch werden gemeinsam diskutiert und getroffen

– unabhängig davon, in welchen Zuständigkeitsbereich sie fallen.

Vom Rohstein zum

geschliffenen Meisterstück

„Gleich zu Beginn des Jahres steht der Einkauf von Rohsteinen auf

dem Programm. Deshalb bereise ich regelmäßig die Minen in Afrika,

Madagaskar oder Brasilien – in diesem Jahr war ich beispielsweise

bereits mehrfach in Mosambik und Tansania und habe die

Messen in Hongkong und Bangkok besucht“, sagt Thomas Petsch.

Von den knapp 40 Mitarbeitern bei Wild & Petsch arbeiten

allein 25 in der Produktion. Vom Rohstein bis zum geschliffenen

Meisterwerk durchlaufen die Farbsteine hier mehrere Produktionsschritte.

In der Abteilung „Ebouchieren“ wird den Steinen

ihre grobe Form gegeben. „Hier entscheidet sich, ob aus dem Kristall

ein Tropfen, Oval, Rund, Achteck oder eine andere Form geschliffen

wird“, erläutert der Geschäftsführer. Ebenfalls im ersten

Schritt wird festgelegt, ob der Stein zum Cabochon geschliffen

wird oder sich zum Facettieren eignet. Anschließend gehen die

Steine zum „Rondieren“ – hier werden sie auf die exakte äußere

Form gebracht. In den nächsten Schritten werden die farbigen

Naturschönheiten auf Größe geschliffen, facettiert und poliert.

Thomas Petsch: „Das alles geschieht in präziser Handarbeit – unterstützt

durch moderne Technik in Form von Maschinen, die wir

zum Teil selbst entwickelt haben. Wir zeichnen uns dadurch aus,

dass unsere erfahrenen und hochqualifizierten Mitarbeiter eine

individuelle, handgeführte Schleiftechnik anwenden. Dadurch haben

unsere Steine nicht nur ein optimales Gewicht, sondern auch

perfekte Proportionen.“

Vom exklusiven Unikat

bis zur Serienware

Ein Blick in den Ausstellungsraum offenbart die ganze Spannbreite,

für die Wild & Petsch bei Kunden längst auch international bekannt

ist. Paraiba-Turmaline in türkisblauen und grünen Nuancen, rote

Spinelle aus Tansania, feinste Aquamarine aus Afrika, feurig orangefarbene

Mandaringranate oder royalblaue Tansanite liegen hier

seite an Seite. Außergewöhnliche Einzelstücke sind ebenso dabei

wie Paare, Garnituren oder kalibrierte Serienware. Was allen gemeinsam

ist: die hohe Verarbeitungsqualität von Meisterhand.

„Wir bieten ein sehr breites und tiefes Spektrum an unterschiedlichen

Qualitäten – von einfachen und günstigen bis zu absoluten

High-End-Qualitäten“, sagt Thomas Petsch. „Unser Anliegen

ist, dass unsere Kunden in jeder Steinart, die wir vertreten, die

individuell gewünschte Qualität finden: vom amerikanischen Top-

Juwelier über Pariser Haute-Joaillerie-Kunden bis zum selbstständigen

Goldschmied, der einen bestimmten Farbstein in einer ganz

speziellen Größe, Form und Farbe sucht. Unser Hauptaugenmerk

liegt darauf, einen Service anzubieten, der die hohen Ansprüche

unserer Kunden zufriedenstellt.“

Christel Trimborn

www.wildpetsch.com


Unternehmen

Atelier Tom Munsteiner

Der

perfekte Schliff

Das Atelier Tom Munsteiner in

Stipshausen genießt für seine

geometrischen Schliffe Weltruf.

Mit den künstlerisch gestalteten

Objekten und Schmuckstücken

erzählt die Familie Munsteiner

einzigartige Geschichten von

der Schönheit der Kristalle.

Typisch für den

Tom Munsteiner Cut

in Verbindung mit der

Goldschmiedekunst

von Jutta Munsteiner:

Halsschmuck „Dom

Pedro“ aus Platin

mit Aquamarin und

Spirit Diamond

Der Munsteiner Cut ist mittlerweile zum festen

Begriff geworden. Er findet sich ebenso in

Schmuckstücken von Edelschmieden, etwa der

Pforzheimer Marke Cédé, wie auch als Desig neredition

im Programm des österreichischen Kristall riesen

swarovski. Anstatt mit klassischen Facetten unterstreicht

der Edelsteingestalter Tom Munstei ner mit

geometrischen Einschnitten die Einzigartigkeit und

besondere Schönheit eines jeden Steins. Der Künstler

lässt sich immer von den naturgegebenen Struk turen

des Steins leiten.

Tom Munsteiner sieht den Schleifprozess als eine schöpferische

Reflexion des Wesens des Kristalls. Den Innenraum

des geschliffenen Steins rückt er mit geometrischen, klaren Einschnitten

ins Zentrum. Jeder Edelstein bekommt so seinen einzig

artigen Ausdruck. Diese Schliffe sind mittlerweile zu einem

unverkennbaren und weltweit geschätzten Markenzeichen des

Ateliers Munsteiner geworden. Vor allem Beryll, Turmalin, Granat,

Amethyst, Citrin, Ametrin, Feueropal, Bergkristall und rutilquarz

schleift Tom Munsteiner zu wertvollen Unikaten, Kleinserien und

Objekten. seine Ehefrau, Goldschmiedemeisterin Jutta Munsteiner,

verarbeitet die Edelsteine zu feinfühligen Schmuck stücken. Die

Edelstein-Kreationen des Familienunternehmens wurden

bereits mehrfach international ausgezeichnet.

Achat-fenster für eine Kirche

Das Atelier Tom Munsteiner führt die Tradition des

Vaters Bernd Munsteiner fort, der ebenfalls bis heute

in dem Familienbetrieb tätig ist. Er revolutionierte

bereits Mitte der 70er-Jahre die Gestaltung von

Edelsteinen. Seine Edelsteinskulpturen stehen in zahlreichen

Museen weltweit. Erstmals haben Vater und

Sohn mit zwei Achatfenstern für die Evangelische Pfarrkirche

in Stipshausen ein gemeinsames Werk geschaffen.

Mit den Fenstern betraten die Munsteiner völliges Neuland:

Achat, der Traditions- und Grundstein in der Geschichte

der Edelsteinregion Idar-Oberstein, wurde bislang als opakes Material

und aufgrund des eher geringeren Werts unterschätzt. Nun

haben ihn Bernd und Tom Munsteiner – auf eine Dicke von hauchdünnen

1,5 Millimetern geschliffen – zur Transparenz gebracht. Mit

diesem eindrucksvollen Mosaik, welches das Licht auf eine ganz

besondere Weise in den Innenraum lenkt, erschließen sie für den

Achat völlig neue Perspektiven in der Kunst. Axel Henselder

www.munsteiner-cut.de

100 | GZ plus


LLEN

EINE

LIERS



EDELSTEINE

KORALLEN

COLLIERS

IJT Tokyo

GJX Tucson

Inhorgenta

München

JGF Freiburg

Intergem

Idar-Oberstein

Schachenstraße 14

D - 55743 Idar-Oberstein

Fon +49 (0) 67 81 - 4 23 90

Fax +49 (0) 67 81 - 4 23 60

info@engelnecklace.de


unternehmen

Ekkehard F. Schneider

Ekkehard Schneider mit

seiner Frau Ania, Tochter

Amelia, Sohn Matteo sowie

den beiden Schnauzern

Luna und Henk im Wohn -

bereich der Familie

Fotos: Martin Glauner (4)

102 | GZ plus


Ein Faible für

klare Linien

Ekkehard F. Schneider ist Kopf des nach ihm benannten Unternehmens

in Kirschweiler, Schleifermeister, Betriebswirt und außerdem Bauhaus-Fan.

Ein kleiner Ausschnitt des Edelstein-Portfolios (l.). Puristisch

geschliffener Heliodor (ganz o.) Das Haus der Schneiders (o.)

Etliche leuchtende Edelsteine sind am Morgen des

GZ-Besuchs auf einem lederbezogenen Tisch gruppiert.

Ekkehard Schneider ist dabei, weitere „Vorzeigeobjekte“

herauszusuchen: einen rosa Turmalin mit eigens entwickeltem

Stufenschliff, zwei Mandaringranate mit Ceylonschliff, ein Demantoid-Paar,

einige Spinelle. „Wir führen durchweg feine Steine und

haben damit eine horizontale Spezialisierung“, erklärt er.

Das Gros der Edelsteine wird in der hauseigenen Werkstatt

geschliffen. Dabei stellt man hohe Ansprüche, was die Schliffausführung

sowie die Form und Proportion des jeweiligen Steins

angeht. Für ein optimales Gesamtbild nimmt man schon mal

Materialverluste in Kauf. „Um das Maximale aus einem Rohstein

herauszuholen, schleifen wir ihn manchmal mehrmals, bis das

Endergebnis stimmt“, so Ekkehard Schneider. Er schätzt den

Umgang mit schönen Dingen, aber auch die Einblicke in andere

Kulturen, die er auf weltweiten Reisen gewinnt.

In der Firma unterstützt ihn seine Schwester Bettina Dumke,

sooft wie möglich auch seine Frau. Ania Schneider bringt eben

noch einen besonderen Einzelstein und legt ihn zu den anderen

auf den Tisch: einen Heliodor mit wenigen Facetten, der viel Ruhe

ausstrahlt. Bei diesem Schliff hat wohl Schneiders Faible fürs Bauhaus-Design

eine Rolle gespielt. Am Haus der Familie lässt sich die

Vorliebe für klare Linien jedenfalls überall erkennen. Saraj Morath

www.efs-gems.com

GZ plus | 103


unternehmen

HENN GEMS

KunstHandwerk und

HandwerksKunst

Dass bei Henn Gems echte Kunstwerke entstehen, ist kein Zufall. Schließlich beschäftigt

das Unternehmen die besten Graveure, lässt sie mit hochwertigen Materialien arbeiten

und gewährt die Zeit und die künstlerische Freiheit, um etwas Einzigartiges zu schaffen.

Auf welch erstaunlich vielfältige Weise Edelsteine be- und

verarbeitet werden können, zeigt Henn Gems. Das Familienunternehmen

bietet eine Auswahl an geschliffenen

Steinen wie Aquamarin, Peridot, Spinell oder Paraiba-Turmalin als

Einzelsteine, Paare und Sets. Auch große Ausnahmesteine in Top-

Qualität sind im Portfolio zu finden. Neben den losen Steinen entstehen

im Atelier zudem verschiedenste Skulpturen und Objekte.

Einige der Highlights wurden in diesem Jahr erstmals auf der Baselworld

präsentiert, so etwa eine Gruppe dreier Kakadus, die aus einem

einzigen Stück Morganit graviert wurden. Jedes Detail, bis hin

zur zarten Oberfläche der Federn, wurde naturgetreu nachempfunden.

Die Kämme, Schnäbel und Krallen sind mit 750 Gold akzentuiert.

Rund ein Jahr brauchte es, um dieses Objekt anzufertigen.

Keine Kompromisse

„Wir arbeiten mit den besten Materialien“, sagt Geschäftsführer

Axel Henn, „da machen wir keine Kompromisse, was die Bearbeitung

angeht.“ Eine andere, überaus beeindruckende Arbeit ist die

„Hommage a Dalí“, eine auf einem Bergkristall thronende Figur

aus 750 Gold mit Brillanten und Emaille, die einen 33,50 Karat

schweren Tsavorithen emporreckt. Vier Jahre Arbeit investierte

Hans-Jürgen Henn, der Vater von Axel Henn, in dieses Stück.

Ein echtes Connaisseur-Objekt ist zudem eine 180 mal 140 mal

135 Millimeter messende Schüssel, die aus einem einzigen Rubin

besteht. Fast unvorstellbare Mühe war nötig, um dieses überaus

harte Material entsprechend zu bearbeiten. „Uns sind die Bohrer

aus Stahl geschmolzen, als wir das Material ausgehöhlt haben“, erzählt

Axel Henn. „Und der Rubin hat geglüht, als wir ihn poliert

haben. 20 Schleifräder wurden dafür verbraucht. Aber aus diesem

Stein mussten wir etwas Besonderes machen. Denn was Gott groß

geschaffen hat, sollen wir nicht klein schleifen.“ Hans-Jür gen Henn

fügt hinzu: „Wir arbeiten mit vielen Graveuren zusammen, jeder

hat seinen eigenen Stil und seine eigenen Stärken, daher rührt

diese Vielfalt.“ Dennoch sieht er die Zukunft der Kunst in Gefahr,

denn der Markt für die Kunstwerke ist klein, es wird immer schwieriger,

an die benötigten Edelsteine in der entsprechenden Größe

heranzukommen, und der Nachwuchs fehlt. „Es gibt zwar viele

gute Graveure, aber nur wenige sehr gute. Und von den wenigen

sehr guten suchen wir den Besten. Und der ist schwer zu finden.“

Purer Luxus

Unter der Marke „Henn of London“ fertigt Ingo Henn, der zweite

Sohn von Hans-Jürgen Henn, luxuriöse Schmuckstücke an. Seine

Philosophie ist, die Farbsteine harmonisch zu integrieren. Da er

Zugriff auf feinste Steine hat, konnte er auf der Baselworld ein

Collier aus Weißgold, Diamanten und einem hochfeinen, 54,87 Karat

schweren Paraiba-Turmalin präsentieren. Christoph Hoffmann

www.henngems.de

Drei Beispiele für höchste Handwerkskunst: die „Hommage a Dalí“, eine Schale aus Rubin und ein Collier von Henn of London (v. l.)

104 | GZ plus


Walter Fischer GmbH & Co. KG

Ketten- und Schmuckwarenfabrik

Struthstraße 39

D-55743 Idar-Oberstein

Tel.: +49 (0) 67 81/ 20 02-0

Fax: +49 (0) 67 81/ 2 66 21

E-Mail: info@walter-fi scher.de


unternehmen

Walter Fischer

1

Drei Millionen

Meter Ketten parat

In Idar-Oberstein gibt es neben Edelsteinanbietern auch etablierte Schmuckfirmen,

zum Beispiel den Kettenhersteller Walter Fischer. Das GZ-Team war in

der Produktion zu Besuch und hat dabei überraschende Dimensionen entdeckt.

Ein lautes „Ticktack“ hier, ein leiseres „Tack, Tack, Tack“

dort – die beiden Produktionshallen von Fischer sind

von einem rhythmischen Klackern erfüllt. Die „Taktgeber“:

über 1000 verschiedene Kettenmaschinen, viele davon

eigens entwickelt oder umgebaut. „Durch unseren eigenen

Werkzeug- und Maschinenbau sind wir flexibel, können Maschinen

bei Bedarf umrüsten und somit auf Kundenwünsche eingehen“,

erklärt Oliver Fischer. Er leitet den Betrieb zusammen

mit seinem Vater, der eine 50-jährige Erfahrung im Umgang mit

den mechanischen Maschinen hat. Die Firmengeschichte lässt

sich über 100 Jahre zurückverfolgen. Heute betreut das international

ausgerichtete Unternehmen im Schmuckbereich hauptsächlich

Großhändler, Hersteller und Modelabels.

Breites Spektrum

Pro Jahr produziert man mit insgesamt rund 50 Mitarbeitern 30 bis

40 Tonnen Ketten auf 5000 Quadratmetern Betriebsfläche. Und

das sind nicht die einzigen beachtlichen Zahlen: „Wir haben konstant

über drei Millionen Meter Ketten auf Lager“, sagt Jürgen Fischer.

Angenommen, man wollte die vorrätigen Ketten aneinanderreihen

– die sich ergebende „Kettenschlange“ würde auf direktem Weg

gut von Idar-Oberstein bis nach Kairo reichen.

Fotos: Martin Glauner (7)

106 | GZ plus


2 3

6

4

1 Die Mannschaft von

Fischer ist stolz auf ihre

Produkte 2 Eindruck

aus der Kettenproduktion

3 Eine stattliche, 1,6 Kilogramm

wiegende Königskette

aus Silber 4 An Ketten

mangelt es bei Fischer nicht,

wie Jürgen (l.) und Oliver

Fischer zeigen 5 Diese

sogenannte Schlauchkettenmaschine

„strickt“ ein feines

Metallgewebe 6 Viele Ketten

entstehen aus Draht, einige

Arten werden aus Blech

hergestellt 7 Derzeit sehr

gefragt: die Garibaldikette

5 7

Fischer stellt schwerpunktmäßig Ketten in Messing, Sterlingsilber

und Aluminium her. Die Bandbreite des Angebots ist groß: Allein

das Messing-Portfolio beinhaltet über 2600 Kettenmuster, bei den

anderen beiden Materialien sind es etwas weniger. Jährlich kommen

30 bis 50 neue oder neu aufgelegte Designs hinzu.

Hohe Fertigungstiefe

„Unsere Ketten sind glatt, anschmiegsam und beweglich. Sie kratzen

nicht auf der Haut und ziehen keine Fäden aus den Kleidern,

wie es oft bei Ketten aus Fernost der Fall ist“, so Jürgen Fischer.

Und Oliver Fischer meint: „Die Qualität fängt schon bei der

Grundkette an.“ Man realisiert hier alle wichtigen Herstellungsschritte

in Eigenfertigung, angefangen bei der Drahtverarbeitung

bis hin zum Eloxieren beziehungsweise der galvanischen Veredelung

im Haus. Die Ketten werden nach jeder Produktionsphase

kontrolliert. Bei der abschließenden Endkontrolle prüft man zudem

sämtliche Verschlüsse auf Gängigkeit. Übrigens, um noch einmal

den Vergleich mit Fernost-Produkten aufzugreifen: Aufgrund

des hohen Dollarkurses müssen Importeure asiatischer Ketten

ihre Preise derzeit erheblich erhöhen. Klar, dass den Fischers diese

Tendenz beim Vertrieb ihrer Ketten zugute kommt. Saraj Morath

www.walter-fischer.de

GZ plus | 107


unternehmen

Emil Weis Opals

Die Form dieses Feueropals erinnert

ein wenig an einen Kometen

„Ein Opal versteckt

sich zweimal“

Die Firma Emil Weis Opals in Kirschweiler wird dieses Jahr 110 und gehört damit

zu den ältesten Opalschleifereien weltweit. Ihr Portfolio umfasst Opale aller Typen und

Preisklassen, die überwiegend in der eigenen Werkstatt geschliffen werden.

Wir kaufen zu 99 Prozent Rohsteine und schleifen die

meisten unserer Opale selbst. Das ist ein großer

Vorteil, denn nur so können wir auf Kundenwünsche

eingehen“, sagt Jürgen Schütz, Geschäftsführer von Emil Weis

Opals. Das Familienunternehmen besitzt Beteiligungen an Minen in

Australien und Mexiko. „Das ,Mining‘ ist spannend“, findet Schütz.

„Dadurch haben wir die Chance, außergewöhnliche Steine zu

finden. Aber das Glück spielt dabei eine sehr große Rolle.“ Die

nächste Kunst nach dem Aufspüren der Edelsteine ist die des Öffnens.

„Ein Opal versteckt sich normalerweise zweimal. Hat man

ihn aus der Erde genommen, ist er meistens von einer ,Haut‘, also

einer Gesteinsschicht, umgeben“, erklärt Jürgen Schütz. Es

erfordert Erfahrung und Geschick, den Opal auf der richtigen Seite

zu öffnen und damit seine Schönheit ans Licht zu bringen.

Viel Handarbeit

Geschliffen wird der Opal von Hand mit wenigen Hilfsmitteln. Das

wichtigste „Instrument“ ist wohl das menschliche Auge. Die

Fotos: Martin Glauner (4)

108 | GZ plus


Ein Teil des Atelierteams

mit Jürgen Schütz (2. v. l.),

seiner Tochter Tanja (3. v. l.)

sowie seinem Schwager

Michael Weis (5. v. l., stehend)

Schleifspezialisten müssen sich meistens schichtweise vortasten,

um die farbintensivste Lage des Steines zu entdecken. „Man muss

im richtigen Moment stoppen. Schleift man eine Schicht zu viel ab,

kann die Farbe weg sein“, erläutert Michael Weis, der die Schleifwerkstatt

leitet und zusammen mit seiner Schwester Karin Schütz,

seinem Schwager Jürgen und seiner Nichte Tanja Teilhaber der

Firma ist. Der Verlust von Farbe bedeutet Wertverlust, denn das

Farbenspiel, die Anzahl und die Klarheit der Farbtöne sind preisentscheidend.

„Wenn der Stein zusätzlich ein Muster hat, etwa

,Chinese Writing‘, ,Harlekin‘ oder ,Pinfire‘, flippen die Sammler völlig

aus“, sagt Jürgen Schütz.

Australisch, Mexikanisch, Exotisch

Währenddessen zeigt er einige Opale mit einzigartigen Zeichnungen

namens „Eichhörnchen“ oder „Palmenstrand“. Es sind

Schwarzopale, die wie Boulderopale, Yowah-Nuss-Opale und

helle Opale aus Australien kommen. Aus Mexiko stammen indes

opalisierende Feuer- und Wasseropale, Feueropalmatrix, Leopardenopale

sowie klare, zum Facettieren geeignete Feueropale.

Neben diesen bekanntesten Typen findet man bei Emil Weis Opals

viele weitere Besonderheiten. „Dazu gehören Varietäten, die wir

,Exotische Opale‘ nennen“, erklärt Tanja Schütz. „Sie opalisieren

nicht, kommen aber in etlichen Unifarben vor und werden

weltweit gefunden. Einige davon sind sehr begehrt, beispielsweise

der ,Pink Opal‘.“

Saraj Morath

www.emilweisopals.com

Diese Schwarzopale sind durch ihre leuchtenden Farben und ihr auffälliges

Muster echte Vorzeigeexemplare (o). Schleifen eines Boulderopals (u.)

GZ plus | 109


unternehmen

HERBERT KLEIN

Blüte aus Rubellit,

Blätter aus Aquamarin

Karat und

Charakter

Im Atelier von Herbert Klein werden aus kostbaren Edelsteinen lebensechte

Tierskulpturen oder feine Blumen und Blüten graviert. Erst viele Stunden, oft sogar

Tage intensivster Arbeit führen zum erwünschten Ergebnis – und so verwundert

es nicht, dass dabei auch eine besondere Bindung zum Kunstwerk entsteht.

Verblüffend lebensecht wirkt

der Gorilla aus Obsidian

Skulpturen auch einen Sinn für Humor. Feinste Nuancen entscheiden

dabei, ob die Mimik passt und ob die Charakterzüge wirklich

getroffen sind.

Die Anatomie im Edelstein

Bis es aber zur Ausarbeitung der letzten Details kommt, ist sehr

viel Arbeit vonnöten. Zuerst studiert Stefan Klein eingehend das

Tier, das er gravieren möchte. Dazu liest er Fachbücher, schaut Filme

und besucht das Vorbild auch schon einmal persönlich im Zoo.

Er analysiert alles vom Körperbau und der Körperhaltung über die

Struktur und die Farbe der Haut oder des Fells bis hin zu kleinsten

Details wie der Stellung der Zähne. Mit diesem Wissen fertigt er

eine konzeptionelle Skizze für die Figur an.

Wurde der passende Edelstein gefunden und in die grobe

Form zurechtgeschnitten, beginnt der anstrengendste Teil der

Arbeit: Um jede Einzelheit und jede Regung im Gesicht der Tieres

realistisch darzustellen, muss die ganze Figur mit all ihrem Gewicht

wieder und wieder an den Fräser gehalten werden. „Dabei entwickelt

man durchaus eine gewisse Beziehung zum Objekt“, sagt

Stefan Klein und fügt hinzu „Darum hoffe ich immer auch, dass es

in guten Händen landet.“ Apropos: Damit der zukünftige Besitzer

der Figur um die individuelle Geschichte des Stückes weiß, dokumentiert

Stefan Klein den Entstehungsprozess und erstellt ein zusätzliches

Fotobuch.

Stefan Klein, der gemeinsam mit seiner Schwester Gabriele

Klein das Unternehmen Herbert Klein führt, bringt es auf

den Punkt: „Wir erschaffen Charaktere.“ In der Tat bestechen

die Tierskulpturen, die er anfertigt, nicht nur durch ihre

verblüffend naturgetreue Gestaltung, sondern auch dadurch, dass

jede Figur eine eigene Persönlichkeit zu haben scheint: Ein dickes

Wildschwein schaut selig vor sich hin, ein Schimpanse grinst

neckisch, ein mächtiger Gorilla gibt sich weise und entspannt, ein

Nilpferd sperrt munter das riesige Maul auf. Oftmals zeigen die

Das Erblühen von Turmalin & Co

Eine weitere Spezialität von Herbert Klein sind gravierte Blüten

und Blumen, die auf ausgesprochen vielfältige Weise im Schmuckdesign

eingesetzt werden können. Hierfür kommen neben Materialien

wie Bergkristall auch sehr hochwertige, durchaus facettierbare

Edelsteine wie Tansanit, Rubellit und Aquamarin zum Einsatz.

„Einige wundern sich darüber. Aber unsere Kunden erwarten beste

Qualität von uns“, sagt Gabriele Klein. „Darum machen wir auch

keine Kompromisse bei der Auswahl der Materialien.“ Abgerundet

wird das Angebot von Wappen- und Monogrammgravuren.


Christoph Hoffmann

www.herbert-klein.de

110 | GZ plus


Gebr. Kuhn GmbH & Co. KG • Hauptstraße 5 • 55758 Mörschied/Idar-Oberstein

phone: +49 6785 99769-0 • fax: +49 6785 99769-10 • info@kuhngems.com • www.kuhngems.com


Unternehmen

Gebrüder Kuhn

Das rund 40-köpfige Team

Der großzügige

Neubau

Blick in die Werkstatt

„Wir sind offen für

Herausforderungen“

Im Präzisionsschleifen und -bearbeiten von Edelsteinen kennt man sich

bei der Firma Kuhn in Mörschied aus. Das 40 Mitarbeiter starke Team stellt sich

gern auf individuelle Kundenwünsche ein.

Um eines vorwegzunehmen: Normalerweise trifft man die

Inhaberfamilie der Edelsteinschleiferei Gebrüder Kuhn

um die Mittagszeit nicht auf Pferdekoppeln an. Am Tag

des GZ-Besuchs, einem nicht ganz gewöhnlichen Mittwoch,

machen die sechs Mörschieder aber eine Ausnahme. „Wir sind

schon gerne in der Natur unterwegs, für gewöhnlich aber eher

abends“, sagt Sabine Herbert lachend. „Dann gehen wir zur

Entspannung spa zieren oder wandern zum Aussichtspunkt

,Mörschieder Burr‘,“ ergänzt Susanne Schuler.

Die beiden Schwestern sind seit 2009 Geschäftsführerinnen

des Familienunternehmens. Das besteht seit 1953, seinen Ursprung

findet man aber bereits im Jahr 1875. Ihr Vater Günter

Kuhn kümmert sich unter anderem um den Einkauf, die Auswahl

und die Vorbereitung der Rohsteine, ihre Mutter Lore Kuhn hilft

oft im Büro, Michael Schuler und Sohn Tobias sind für die Produktion

verantwortlich.

Minimale Toleranzwerte

In der großräumigen Werkstatt findet man Schneid- und Schleifmaschinen,

Bohr- und Poliermaschinen, Trommelanlagen mit

Vi bratoren, vor allem aber CNC-gesteuerte Präzisionsmaschinen.

Präzision ist das richtige Stichwort: „Unsere Toleranzwerte

Fotos: Martin Glauner

112 | GZ plus


Lore und Günter Kuhn,

Sabine Herbert sowie

Tobias, Susanne und

Michael Schuler in der

malerischen Umgebung

unweit der Firma (v. l.)

Zwei aktuelle Beispiele

des breiten Produktionsspektrums:

gravierte

Skarabäen (Glückskäfer)

in diversen Steinvarianten

und Größen (o.), Perl -

muttscheibe mit individueller

Laser beschriftung (r.)

beim Schleifen bewegen sich im Hundertstel-Bereich. Bei unseren

strengen Qualitätsprüfungen kommen ebenso präzise Messgeräte

zum Einsatz. Auf Wunsch protokollieren wir diese Kontrollen

auch für unsere Kunden“, erklärt Sabine Herbert. Präzision

wird immer gefragter, stellen ihre Schwester und sie fest. Kundenanfragen

erfolgen heute oft anhand technischer Zeichnungen,

weniger anhand von Mustersteinen wie früher.

Maximale Möglichkeiten

Die Bandbreite der schleifbaren Naturmaterialien ist groß. Sie beginnt

bei den Ursprungssteinen der Firma, den Achaten, reicht von Quarzen

wie Bergkristall, Rosenquarz, Amethyst, Rauchquarz und Lemonquarz

bis zu Türkis und Jaspis und endet bei Perlmutt noch lange nicht.

Genauso zahlreich sind die Bearbeitungsmöglichkeiten, zu

denen auch Gravuren und Lasergravuren zählen. Mit Cabochons,

Pampeln, Zylindern, Kugeln sowie Ring- oder Manschettenknopfsteinen

sind die wichtigsten Schliffarten wohl genannt. Den Möglichkeiten

sind jedoch fast keine Grenzen gesetzt, wie Susanne

Schuler erläutert: „Wir sind offen für neue Herausforderungen

und treiben die Technik immer weiter voran, um scheinbar Unmögliches

möglich zu machen.“

Saraj Morath

www.kuhngems.com

GZ plus | 113


unternehmen

GLOBAL GEMS

Neue Geschäfte mit

alten Schätzen

Bereits seit über 130 Jahren ist Familie Rakyan, die das Unternehmen

Global Gems führt, im Handel mit Edelsteinen, Naturperlen und

vor allem historischen Kostbarkeiten tätig. Sie hat daher beste

Beziehungen und weiß, was Kunden wünschen und wissen sollten.

Mit historischen Schmuckstücken lassen sich sehr attrak ­

tive Geschäfte machen, schließlich haben luxuriöse

Antiquitäten nicht nur einen ganz eigenen Charme,

sondern sie erzählen auch immer selbst etwas über die Schmuckgeschichte,

über die Entwicklung der Handarbeitskunst und den

ästhetischen und kulturellen Wandel. Viele Objekte sind außerdem

mit heutigen Techniken und Möglichkeiten gar nicht mehr

reproduzierbar. Darum können historische Schmuckstücke das

Sortiment auf attraktive Weise abrunden. Doch der Handel damit

hat einige eigene Regeln, die es zu befolgen gilt, wie Vinit Rakyan,

der Geschäftsführer von Global Gems, und sein Sohn Anshul

Ra kyan zu berichten wissen.

Geschichten

in Schmuck

Zunächst ist es unerlässlich,

die Kunden umfassend über

das Schmuckstück informieren

zu können. Das bedeutet

nicht nur, die Zeit, in der es

entstanden ist, zu kennen, sondern

auch erklären zu können,

was diese Zeit ausmachte.

„Die Epochen haben klar

erkenn bare stilistische Eigenschaften.

Das macht es relativ

leicht, den historischen Hintergrund

zu verdeutlichen“,

sagt Anshul Rakyan. „Es ist wie

beim Kauf eines Oldtimers.

Der Schmuck erzählt die Geschichte

oftmals auch selbst.“

Russisches Collier

mit verschiedenen

Farbsteinen

Genauso wichtig ist es, etwas über die Herkunft und gegebenenfalls

die Vorbesitzer erzählen zu können.

Geschäftsführer Vinit Rakyan erklärt, dass es, wie in der Diamantgraduierung,

auch bei Antiquitäten vier wertbestimmende

Kriterien gibt: Die Seltenheit des Stückes, die Größe, Anzahl,

Echtheit und Natürlichkeit der Edelsteine, der Zustand des Objekts

und die Qualität der Goldschmiedearbeit. Zusätzlich erfahren

viele Schmuckstücke, wenn sie aus den großen Häusern wie Van

Cleef & Arpels, Cartier oder Boucheron kommen, einen weiteren

Wertgewinn, denn die berühmten Namen haben nicht nur eine

hohe Anziehungskraft, sondern versprechen auch beste Qualität

der Materialien und der Verarbeitung. Immer wieder tauchen auf

dem Markt allerdings auch Fälschungen auf, die Experten jedoch

zumeist sehr schnell als solche erkennen.

Internationales Netzwerk

Dass sich das Geschäft mit historischem Schmuck in einem essenziellen

Punkt grundlegend von dem mit modernen Kreationen

unterscheidet, liegt zudem in der Natur der Sache: Da keine neuen

Waren hergestellt werden und die Nachfrage nach exklusiven

Stücken sehr hoch ist, ist der Einkauf deutlich komplizierter. Auch

darum ist die Zusammenarbeit mit einem zuverlässigen, erfahrenen

Partner wie Global Gems unerlässlich. Das Familienunternehmen

wurde zwar „erst“ vor 35 Jahren gegründet,

die Familie Rakyan ist allerdings bereits seit

sieben Generationen im Schmuck- und Edelsteinhandel

tätig. Es konnte ein internationales

Netzwerk auf- und ausgebaut werden, dank

dem eine beeindruckende Auswahl an Arbeiten

angeboten werden kann, die zum größten

Teil aus dem viktorianischen Zeitalter, dem Art

déco und der Belle Époque stammen. Ebenfalls

zum Sortiment gehören unbehandelte Edelsteine

sowie feine Zuchtperlen.


Christoph Hoffmann

www.globalgems.info

Vogelnest-Brosche mit Perlen, Diamanten und Smaragden

114 | GZ plus


110 JahreLeidenschaft für Opal!

Mehr Informationen über EMIL WEIS OPALS finden Sie in unserem redaktionellen Beitrag.

Besuchen Sie uns

auf den Messen:

- IJT Tokyo

- Tuscon A.G.T.A.

- Inhorgenta Munich

- March Hong Kong

International Jewellery Show

- Baselworld

- Jewellery and Gem Fair Europe

- JCK Las Vegas

- June Hong Kong Jewellery

and Gem Fair

- Euro Mineral

Sainte-Marie-aux-Mines

- Tendence Frankfurt

- September Hong Kong

Jewellery and Gem Fair

- Intergem Idar-Oberstein

Auf dem Hüttenflur 8, D-55743 Kirschweiler, Tel.: 49 - 67 81 - 3 33 70

e-mail: opals@emilweis.com, www.emilweisopals.com

Field Address: P.O.Box 778, Coober Pedy, S.A. 5723 Australia


Unternehmen

Fisma

Panzerkette aus

Aluminium mit spezieller

Farbbeschichtung

Gestartet wie

Bill Gates

Die Firma Fisma wurde 1996 von Andreas Fischer ins Leben gerufen.

Das Unternehmen produziert Ketten „Made in Germany“ und hat Kunden auf allen

Kontinenten, darunter auch Modelabels in Paris, London und Mailand.

116 | GZ plus


1

Es ist ein Dienstagmorgen im Mai. In der Hauptproduktionshalle

von Fisma stehen zahlreiche Spulen mit Silberdraht

auf einem Wagen bereit. In Kürze wird der Draht zu

madeira-, Lotus-, Tigeraugen- oder Pandaketten verarbeitet sein.

Oder zu einer anderen von rund 1400 Kettenarten, verschiedene

Breiten inbegriffen. Die wichtigsten Ausgangsmaterialien sind Messing,

Edelstahl, Aluminium, Sterlingsilber und Titan. „Unser jährli ­

ches Produktionsvolumen liegt bei ungefähr 55 Tonnen Ketten“,

erklärt Geschäftsführer Andreas Fischer. Nebenbei erzählt er lachend,

dass er einst wie Microsoft-Gründer Bill Gates in einer

Doppelgarage angefangen hat.

Maschinell, effizient, wirtschaftlich

Die Kettenfertigung bei Fisma erfolgt maschinell, effizient und wirtschaftlich.

Diese Arbeitsweise ist eng mit dem Versprechen „Made

in Germany“ verknüpft. Denn für viele Kettentypen ist Handarbeit

gefragt, welche man anderswo der Kosten wegen ins Ausland

verlagert. Nicht so bei dem Idar-Obersteiner Unternehmen: „Wir

fertigen Kettentypen, die man sonst halbautomatisch oder von

Hand herstellt, komplett maschinell mit Spezialmaschinen“, sagt

Sohn Max Fischer, der für Produktion und Verkauf zuständig ist.

2

3

Viele spezielle Maschinen

Zu den besagten Kettentypen gehören beispielsweise Modelle mit

vielen unterschiedlichen Ringelgrößen in einer Kette oder große

Königsketten zwischen 1,2 und 2 Millimeter Drahtstärke. Letztere

fertigt man auf drei besonderen Maschinen, von denen weltweit

höchstens acht Exemplare existieren. Insgesamt gibt es hier rund

600 Maschinen, weitere 200 sind in Reserve. Viele davon hat man

im eigenen Werkzeugbau umgerüstet, auf mehr Produktivität ausgelegt

oder störungsresistenter gemacht.

Bis zu 15 Stationen

„Ein umfangreiches Lager und unsere umfassende Fertigung ermöglichen

uns, schnell auf Kundenwünsche zu reagieren“, sagt

andreas Fischer. Alle Prozesse der Kettenherstellung sind hier unter

einem Dach vereint. Eine Kette

kann bis zu 15 Stationen durchlaufen:

Je nach Kettenart wird sie in

Form geschlagen, gezogen, gelötet,

poliert, diamantiert. Zum Schluss

wird sie mit einer von 40 möglichen

Beschichtungen galvanisch

veredelt, PVD-beschichtet, mit

einer speziellen Farbbeschichtung

versehen oder – im Falle von Aluminium

– eloxiert. Saraj Morath

www.fisma-ketten.de

4 5

Fotos: Martin Glauner (7)

1 Geschäftsführer Andreas Fischer (l.) und sein Sohn Max 2 Das mehrteilige

Firmengebäude von Fisma 3 Die Produktionsräume bei Fisma sind hell und

großzügig 4 Ausschnitt der Hauptproduktionshalle, im Vordergrund drei

Maschinen für große Königsketten 5 Man fertigt Königsketten bis zwei Millimeter

Drahtstärke maschinell 6 Ein kleiner Teil der insgesamt 45-köpfigen

Mannschaft. Das Team grillt gern gemeinsam im Innenhof, gelegentlich geht

man auch zusammen wandern

6

GZ plus | 117


unternehmen

mix

Schwerelose

Achate

Dem Achat eine neue Form

zu geben, ist das ambitionierte

Ziel der Diplom-Designerin Tanja

Emmert. Wie diese neue Form aussieht,

zeigen zwei Arbeiten, für die sie

im vergangenen Jahr Belo bigungen erhielt. Bei

dem Wettbewerb „Between layers – Innenwelten

des Achat“ präsentierte sie die Ohrringe „Flying“

aus verschiedenen Achaten, Bergkristall und Silber. Beim

45. Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis lobte die Jury zudem ihre

Ohrringe „Floating Lights“ aus geschwärztem Silber und Lagenachat für das

harmo nische Zusammenspiel der verwendeten Materialien: „Es ist eine

wunderschöne Symbiose aus Moderne und Materialität, Kunsthandwerk

sowie Gestaltung.“ www.ta-ka.de

Lebendiges Porzellan

Für ihre Schmuckstücke, die nur als Unikate

oder in Kleinserien hergestellt werden, verwendet

Gaby Wandscher neben Gold und Edelsteinen

vor allem Porzellan. Dieses Material

fasziniert sie nicht nur durch die helle, reine

Optik, sondern auch durch das spezielle Tragegefühl.

Weil die leichten Porzellanhohlkörper

die Wärme der Trägerin aufnehmen und speichern,

fühlt sich der Schmuck auf der Haut sehr

angenehm an. „Getragen ist mein Schmuck

nicht nur die kleine Skulptur um den Hals, sondern

er beginnt mit der Trägerin zu leben“, erklärt

Gaby Wandscher. Ein weiterer Vorteil des

Materials ist, dass es sich auf unterschiedlichste

Weise bearbeiten lässt. Mit einer Mohshärte

von 7 lässt es sich auch schleifen, bohren und

sägen und eröffnet so eine große gestalterische

Freiheit. www.gabywandscher.de

Die Kunst der Natürlichkeit

SKS Schmuck kreiert in der eigenen Werkstatt ausgefallenen Farbsteinschmuck

in guter Qualität, der zu attraktiven Preisen an geboten

wird. Dabei werden einerseits geschliffene Steine verwendet, andererseits

arbeitet man mitunter auch mit Rohmate rial, dessen natürliche

archaische Schönheit durch Gold und feine Edelsteine elegant

kontrastiert wird. www.sks-schmuck.de

Anzeige

Ernst Leyser

Edelsteinschleiferei

Hauptstraße 4-5

55743 Kirschweiler

Tel.: 06781-31477

Fax.: 06781-33904

www.ernst-leyser.de

info@ernst-leyser.de

Neu interpretierte

Klassiker

Eine attraktive Alternative zum Siegel hat die

Schmuckgestalterin Andrea Sohne kreiert: modern

geschliffene Petschafte mit eingesetzten

Siegelgravuren, die sich als Anhänger tragen

lassen. Dabei können verschiedene Edelsteine

miteinander kombiniert werden. Andrea Sohne

beschreitet gern Wege fernab des Mainstreams.

So hat sie klassische Gemmen im Pop-Art-Stil

angefertigt. Sie sagt: „Das Schöne an meinem

Beruf ist es, die unendliche Vielfalt der Edelsteine

zu sehen und mit ihnen zu arbeiten, damit

einzigartige Menschen einzigartigen Schmuck

tragen können.“ www.andrea-sohne.de

Fotos: Timo Volz (1)

118 | GZ plus


Promotion

Modischer

Edelsteinschmuck

Wer modischen Edelsteinschmuck sucht, ist

bei der Firma Siegfried Giede goldrichtig.

Das breite Sortiment ist immer auf dem

aktuellen Stand, was Farben, Formen und

Designs betrifft. In den großen Verkaufsräumen

in der Hauptstraße 250 in Idar-Oberstein

und auf vielen Messen präsentiert

Giede ein großes modisches Sortiment.

Zudem finden monatlich Designtage statt.

Hier führen Experten kostenlos vor, wie

eine Kette gestaltet, aufgezogen, geknotet

und schließlich mit einem Schloss versehen

wird. So entstehen aus den neuesten Edelsteinsträngen

ganz individuelle Designerstücke.

Und: Ideen werden unter den Teilnehmern,

vor allem unter Goldschmieden

und Schmuckgestaltern, rege ausgetauscht.

Deren Kunden wiederum erfreuen sich an

den so geschaffenen Kreationen. Giede bietet

Edelsteinstränge in allen Preisklassen,

Farben und Schliffen. Dazu passende Armbänder,

Ringe oder Ohrschmuck runden

das Programm ab. Edelstein-Accessoires,

Edelsteinfiguren, viele Schnecken und Muscheln

sowie Muschelschmuck gehören

ebenfalls zum Sortiment. www.giede.com

FANCY COLOUR DIAMANTEN

A Registered WFDB-Diamond Exchange Member

No. DEIO30803

Großes, vielfältiges Angebot an Fancy Colour Diamanten

in vielen verschiedenen Größen, Formen und Farben.

DIAMANTSCHLEIFEREI

DIAMOND MANUFACTURERS

DIAMANTEN IN ALLEN SCHLIFFEN

FARBIGE DIAMANTEN

NATURAL FANCY COLOUR DIAMONDS

GUSTAV O. HAHN OHG

D-55743 IDAR-OBERSTEIN

HAUPTSTRASSE 125

TEL: +49 - (0) 67 81 - 4 60 11

FAX : +49 - (0) 67 81 - 4 14 09

EMAIL: info@gustav-o-hahn.de


Unternehmen

mix

Freie Form- und Farbenwahl

Die Edelsteinschleiferei Herbert Fürstenberg beliefert die anspruchsvolle Kundschaft

mit Schmucksteinen verschiedener Arten und mit hochpräzisen Gravuren.

Nach Zeichnung, Schablone oder Modell wird das Material in die gewünschte

Form gebracht. Eine Stärke des Traditionsunternehmens ist es, auch komplizierte

Formen umzusetzen. Man profitiert dabei von einem großen Erfahrungsschatz

und der konstanten Weiterentwicklung. Ein Topseller von

Herbert Fürstenberg sind Keramikringe, die in verschiedenen

Farben und individuellen Formen

angeboten werden. www.edelsteinschleiferei.de

Diamant-Komplettservice

aus einer Hand

Das traditionsreiche Unternehmen Paul Berg

hat sich in seiner 80-jährigen Firmengeschichte

von einer Lohnschleiferei zu einem

der führenden Lieferanten für Diamanten

mit feinstem Schliff entwickelt. Heute

werden von dort Juweliere, Goldschmiede

und Schmuckmanufakturen in Deutschland,

Österreich und der Schweiz mit Diamanten

in den unterschiedlichsten Schliffformen beliefert.

Zudem bietet Paul Berg vielfältige

Dienstleistungen wie die Reparatur von beschädigten Diamanten

oder die Schliffverbesserung von Expertisensteinen.

www.diamantschleifer.de

Anzeige

Es wird heiß

Mexikanische Feueropale sind der Inbegriff von

Energie und Lebensfreude. Mit ihrem strahlenden

Glanz, der mal an leuchtende Glut, mal an

wild lodernde Flammen erinnert, lassen sie sich

auf sehr vielfältige Weise in ausdrucksstarken

Schmuckstücken verwenden. Schon die Azteken

wussten diese Edelsteine zu schätzen und

nannten sie „Quetzalitzlipyollitli“ („Edelsteine

des Paradiesvogels“). Und auch Olaf Schneider,

Inhaber der Firma Girasol, ist ihnen verfallen. Er

offeriert kalibrierte Ware oder feine Unikate,

facettierte oder als Cabochon geschliffene

Feuer opale, opalisierende Feueropale sowie

Matrix- und Kristallopale getreu seinem Motto

„Sie haben einen Traum – ich erfülle ihn.“

www.feueropale.de

Fotos: Hannes Magerstaedt (1)

120 | GZ plus


Mehr als nur ein Spezialist für Türkise

Alexandra Cullmann lenkt seit 1996 die Firmengeschicke des 1950

gegründeten Unternehmens Cullmann Türkise. Der Türkis liegt ihr

im Blut. „Es ist die Liebe zum Türkis, diesem lichten himmelblauen

bis blaugrünen Edelstein, die mich immer wieder aufs Neue beflügelt“,

sagt Alexandra Cullmann. „Der Türkis ist ein Edelstein, der

kaum den rasch wechselnden Modetrends unterworfen ist und mit

seiner frischen Farbe heitere Akzente im Schmuckgeschehen setzt.“

Die Rohware bezieht Cullmann Türkise vor allem aus der

„Sleeping Beauty Mine“ in Arizona in den USA. Vor der Weiterverarbeitung

zu Schmucksteinen wird das Material gehärtet. So verändert

sich die Farbe nicht mehr beim Tragen, etwa durch Kosmetika.

Das Lager umfasst eine riesige Auswahl verschiedener Größen

und Formen, beispielsweise lose Kugeln, Cabochons, Pampeln oder

Herzen. Auch gibt es zahlreiche Ketten in verschiedenen Längen.

Alle Kundenwünsche erfüllt Cullmann innerhalb von wenigen Tagen.

Zudem kann über die Firma auch Rohware zur Weiterverarbeitung

be zogen werden. Kunden profitieren hier von den günstigen Einkaufsbedingungen.

Doch das Sortiment umfasst heute mehr als nur den namensgebenden

Lieblingsstein der Familie. Alexandra Cullmann hat zudem

Lapislazuli, Chrysopras, Koralle, Malachit, Onyx, Azurit-Malachit

und Tigerauge sowie weitere Edelsteine ins Sortiment aufgenommen.

Die Idar-Obersteiner Firma offeriert darüber hinaus Ketten,

Ringe und andere Schmuckstücke mit ausgesuchten Edelsteinen in

Gold und Silber. Die Kollektionen bestehen überwiegend in farblich

aufeinander abgestimmten Sets. www.cullmann-tuerkise.de

promotion

Naturwunder trifft auf Künstlerhand

„Wolf ist ein echter Plastiker“, sagte einmal

Prof. Karl Schollmeyer, ehemaliger Leiter der

Fachhochschule Pforzheim. „Er hat ein Gefühl

für Rundungen, für Spannung und Gegenspannung.

Seine Gefäße sind wirkliche

Schmuckobjekte.“ Helmut Wolf aus Kirschweiler

ist mit seinen aufregenden Gefäßen,

die alles bis daher Dagewesene sprengen,

mittlerweile zur lebenden Legende geworden.

Seine fast 50 Zentimeter Durchmesser

messenden Bergkristallschalen schafften es

1988 als größte ihrer Art ins „Guinness

Buch der Rekorde“. 2010 übertraf er seinen

Rekord mit einer 90 x 60 x 47 Zentimeter

großen Bergkristallschale. 2014 präsentierte

er die größte je geschliffene Lapislazulischale.

Sämtliche Objekte von Wolf sind von

außergewöhnlicher Dimension und stellen

eine Symbiose aus Schöpfung der Natur,

künstlerischer Gestaltung und exzellentem

handwerklichen Können dar. Doch der Weg

vom Rohstein zu einem kunstvollen Gefäß

ist mühsam. Ständig besteht die Gefahr, dass

es bei der Bearbeitung zerbricht und alle

Mühen umsonst waren. So ist das unbeschreibliche

Glücksgefühl zu verstehen,

wenn Wolf die fertige Schale mit dem Daumennagel

antippt und dann ein weit schwingender

heller Ton durch den Raum geht.

Sein neuester Coup ist eine Zoisit/

Rubin-Gruppe namens „Magic of the rising

sun“. Die achtteilige Gefäßgruppe arbeitet

mit naturbelassenen Reliefs. „Jahrzehntelang

habe ich die schönsten Rohsteine dafür gesammelt“,

berichtet Helmut Wolf und fährt

fort: „In keinem Museum und in keiner Privatsammlung

findet man Vergleichbares. Die

Gestaltung der einzelnen Objekte war

mehr als schwierig, da die Härtegrade des

Zoisits und des Rubins verschieden sind.“

Die Rubine sind hauchdünn geschliffen, sie

scheinen zu leuchten. www.wolf-helmut.de

GZ plus | 121


unternehmen

galle Werttransporte

Transparenz

schafft Vertrauen

Galle Werttransporte ist ein typisches Idar-Obersteiner

Familienunternehmen. Der Kunde weiß hier noch, mit wem er es

zu tun hat. Echte Werte werden transportiert – und gelebt.

Alles im Blick: Florian Galle, Geschäftsführer Galle Werttransporte (ganz o.).

Ein starkes Team für einen sicheren Transport (v. l.): Astrid Pohl, Theresa

Sündram, Monika Mayer, Marius Botiseriu, Sonja Galle, Dominik Djordjevic,

Meike Walker-Galle, Florian Galle, Lisa-Marie Purper (o.)

Uns ist der direkte Draht zum Kunden äußerst wichtig“,

sagt Florian Galle. „Jeder Mitarbeiter betreut seine Mandanten.

So weiß jeder, mit wem er es zu tun hat. Außerdem

sind alle Mitarbeiter im Internet mit Kontaktdaten aufgeführt.

Die Sendungen können per GPS Tracking verfolgt werden. Diese

Transparenz schafft Vertrauen. Und das ist wichtig. Schließlich vertrauen

uns die Kunden echte Werte an.“ Ein weiterer wichtiger

Aspekt des Werttransportunternehmens sind Tugenden wie

Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Flexibilität, Schnelligkeit und 24-Stunden-Service.

„Bei uns ist eigentlich rund um die Uhr jemand zu

erreichen. Und wir garantieren, Sendungen innerhalb von 24 Stunden

deutschlandweit abzuholen und europaweit zuzustellen“, verspricht

Florian Galle.

Die Firma Galle fährt zum einen feste Routen ab, welche die

wichtigen Schmuck- und Edelsteinzentren wie Idar-Oberstein und

Pforzheim, aber auch München verbinden. Zudem werden bundesweit

über das Partnerunternehmen „Der Kurier“ Sendungen

abgeholt. Versichert sind diese über Galle.

Für zusätzliche Sicherheit sorgen die bewaffneten

und speziell ausgebildeten Fahrer.

Auch Sondertransporte, Sonntagszustellungen,

spezielle Messefahrten, Zeitzustellungen

oder Nachnahmesendungen zählen selbstverständlich

zum Service.

Transportiert werden von Galle Edelsteine,

Schmuck, Juwelen, Uhren, Halbfabrikate

und Rohstoffe wie Edelmetalle. Sie

können beliebig hoch im Wert sein und sollten

je Packstück maximal 15 Kilogramm

wiegen. Sendungen mit „Der Kurier“ dürfen

einen Versicherungswert von 5000 Euro bei

einem Gewicht von maximal einem Kilogramm

haben. Dabei spielt es keine Rolle

ob die Empfänger Firmen- oder Privatkunden

sind. Sollte beim Partnerversand der

Versicherungswert 5000 Euro übersteigen,

kann die Sendung bis maximal 25 000 Euro gegen Aufschlag versichert

werden.

Galle empfiehlt sich als das Werttransportunternehmen der

Branche, dem Kunden vertrauen dürfen. Weitere Informationen

sowie die Preise finden sich im Internet. Axel Henselder

www.gallewerttransporte.de

Fotos: Hannes Magerstaedt

122 | GZ plus


unternehmen

günter effgen

Preisgekrönte

Innovationsfreude

Günter Effgen aus Herrstein ist ein

Beispiel für die ausgezeichneten Hightech-

Unternehmen der Region. Die Firma

setzt bei der Herstellung von Diamantwerkzeugen

auf den Dreiklang Präzision,

Innovation und Flexibilität.

Am Firmenstandort Herrstein produziert

Günter Effgen auf 12 700 Quadratmetern

Diamant- und Bornitrid-Werkzeuge

Modernste

Präszisionswerkzeuge

made in

Germany

sind in aller

Welt gefragt

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist Günter Effgen ein

Spezialist für hochwertige Diamantwerkzeuge und beliefert

rund 6000 Kunden in über 60 Ländern. 1975 aus dem Familienunternehmen

Julius Effgen & Söhne hervorgegangen, hat sich

Günther Effgen auf die Herstellung von Diamant- und Bornitridwerkzeugen

spezialisiert und ist in diesem Bereich heute Vorreiter.

So wurde etwa das Qualitätsmanagement schon 1994 als erster

deutscher Hersteller in diesem Segment nach DIN EN ISO 9001

zertifiziert. Auf solchen Erfolgen ruht sich der Betrieb jedoch nicht

aus. Geschäftsführer Ralph Effgen erläutert: „Innovation heißt für

uns, stets neue Anwendungen zu erschließen und neue Fertigungstechniken

wie die von hochpräzisen Diamantabrichtrollen einzuführen.

Die Zusammenarbeit mit Hochschulen, die Mitarbeit an

wissenschaftlichen Projekten, unser eigenes akademisches Potenzial

sowie erfahrene Mitarbeiter sind die Garanten für kurze Entwicklungszeiten

neuer Produktlinien und die schnelle Einführung

neuer Fertigungstechniken.“ Erst vor wenigen Jahren wurde Effgen

für neu entwickelte Polierwerkzeuge mit dem Innovationspreis des

Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Ein Geheimnis des Erfolgs sind die circa 290 Mitarbeiter und

deren Flexibilität: „Dank der Bereitschaft unserer Mitarbeiter zu

flexiblen Arbeitszeiten können wir stets schnell und zuverlässig auf

die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren“, sagt Ralph Effgen.

Dabei spielt auch der Standort eine wichtige Rolle. Eine gute Liefertreue

einzuhalten, wäre mit einer Fertigung in China nicht zu

erreichen. Und auch der Zukauf qualitätsrelevanter Teile aus Billiglohnländern

widerspräche dem hohen Qualitätsanspruch.

Für den Produktionsstandort Herrstein gibt es daher auch zukünftig

nach Ansicht von Ralph Effgen keine Alternative. Darum

hält er dem Ort die Treue – wie seine Mitarbeiter ihm die Treue

halten. Ralph Effgen weiß, dass moderne Maschinen wichtig sind.

Noch wichtiger ist der Faktor Mensch. So fördert die Firma nicht

nur die berufliche Weiterbildung. Ralph Effgen: „Aufgrund positiver

Erfahrungen des Ehepartners, eines Geschwister- oder Elternteils

treten oftmals Familienangehörige eine Stellung in unserem Haus

an. So sind zurzeit 13 Ehepaare, fünf Geschwisterpaare sowie

14 Elternteil-Kind-Paare bei uns beschäftigt.“ Axel Henselder

www.effgen.de


unternehmen

Inhorgenta Munich

In der Halle C1

der Inhorgenta

Munich finden

sich zahlreiche

Aussteller aus

Idar-Oberstein

Eine Richtig

gute Beziehung

Die Inhorgenta Munich und die Edelsteinmetropole sind seit jeher

eng miteinander verflochten. Viele namhafte Firmen aus Idar-Oberstein und

Umgebung sind treue Aussteller und prägen das Messegeschehen.

Die Inhorgenta Munich bildet die komplette

Bandbreite ab. Dazu gehören Schmuck, Uhren,

Technologie, Design und vor allem auch Edelsteine“,

sagt Stefanie Mändlein, Projektleiterin der Messe.

„Die Teilnehmer aus Idar-Oberstein stellen somit eine

der wichtigsten Ausstellergruppen und prägen entscheidend

das Geschehen.“ Insgesamt kommen aus dem

Kreis Idar-Oberstein alljährlich über 50 Teilnehmer nach

München. Vor allem in der Halle C1, der Edelsteinhalle,

geben bis zu 40 Idar-Obersteiner Firmen den Ton an.

Auch in der Premiumhalle B1 finden sich führende

Juwe lenmanufakturen aus dem Städtchen im Hunsrück

wie Giloy & Söhne, Hans D. Krieger oder Richard Hans Becker.

Da das opulente Funkeln edler Steine für die Münchner Messe

ein wichtiger Frequenzbringer ist, wird großer Wert darauf gelegt,

die Idar-Obersteiner Firmen aktiv in die strategischen Überlegungen

mit einzubinden. Vier Vertreter der Edelsteinmetropole sind im

Fachbeirat der Inhorgenta Munich vertreten: Dieter Hahn von

Ph. Hahn Söhne, Albert Ruppenthal von Ruppenthal, Willi Ripp

von Groh & Ripp und Jörg Lindemann, Geschäftsführer des Bundesverbandes

der Edelstein- und Diamantindustrie.

Stefanie Mändlein,

Projektleiterin

Inhorgenta Munich

Der Einfluss der Idar-Obersteiner auf das Messegeschehen

geht demnach weit über die reine Teilnahme

hinaus. So sorgten 2011 auch gravierte Steinfiguren aus

dem Hause Dreher auf der eigens eingerichteten Dreher

Lounge für Aufmerksamkeit. Vor zwei Jahren war ein

millionenschweres Schachbrett, erstellt in einer Kooperation

von Graveuren aus Russland und Idar-Oberstein,

der Besuchermagnet. Zudem werden Weltneuheiten in

der Kunst des Schleifens oft in München zuerst präsentiert.

Ein Beispiel sind die Diamantschliffe des berühmten

Diamantschleifers Gabi S. Tolkowsky, der als Gast bei

Ph. Hahn Söhne mit seinen Ideen in neue Dimensionen

und Facetten vorstößt. Seit Jahren bietet das Diamant Prüflabor in

der Edelsteinhalle C1 den Messebesuchern zudem seine Dienste

an: Sie können Steine gleich bewerten lassen.

Stefanie Mändlein: „Als Messeveranstalter werten wir diese

Kooperation als einen herausragenden Service für unsere Besucher.“

Und die Verbindungen zwischen Idar-Oberstein und München

reichen sogar noch weiter: So ist die Messe München an der

Messe Idar-Oberstein beteiligt.

www.inhorgenta.com

Axel Henselder

Fotos: Inhorgenta

124 | GZ plus


Connecting Global Competence

EINZIGARTIG.

ANSPRUCHSVOLL.

PERSÖNLICH.

Nur wer selbst in Bewegung bleibt, kann auch den Markt bewegen. Deshalb

sehen wir die Zeit bis zur nächsten INHORGENTA MUNICH als Zeit für

Veränderung. Die Ausrichtung? Noch mehr Service: individuell und persönlich.

Noch mehr Inspiration: visionär und einzigartig. Und noch mehr

Angebot: umfassend und anspruchsvoll.

Willkommen auf der INHORGENTA MUNICH 2016.

SAVE THE DATE

INHORGENTA MUNICH

12. – 15. FEBRUAR, 2016

INHORGENTA.COM

INHORGENTA-BLOG.COM

INHORGENTA

MUNICH 2016


unternehmen

Schwollener Sprudel

Erfrischung

für die Sinne

In dem idyllischen Örtchen Schwollen, mitten im Naturpark Saar-Hunsrück

gelegen, blickt Schwollener Sprudel auf eine mehr als 80-jährige Tradition

zurück und gehört damit zu den ältesten Mineralbrunnen im Lande.

Eingebettet in eine intakte Landschaft, umgeben von den

Wäldern und Wiesen des Hunsrücks, gewinnt Schwollener

aus bis zu 150 Metern Tiefe sein natürliches Mineralwasser.

Der Mineralbrunnen wird bereits in dritter Generation

von der Familie Frühauf geführt. Das Unternehmen zeichnet sich

durch stetiges Wachstum aus, hat so seit 1998 kräftig in seine Zukunft

investiert und konnte infolgedessen seine Marktanteile ausbauen.

Beschäftigt werden aktuell 90 Mitarbeiter, die jährlich rund

100 Millio nen Flaschen abfüllen.

Hohe Mehrweg-quote

Das Mineralwasser-Angebot der Marke Schwollener erfrischt mit

den Sorten „Classic“ (mit Kohlensäure), „Medium“ (mit reduzierter

Kohlensäure) und „Naturelle“ (ohne Kohlensäure). Das vielfältige

Erfrischungsgetränke-Sortiment beinhaltet neben verschiedenen

Mineralwassermarken, klassischen Limonaden, erfrischenden

Brausen und Fruchtsaft-Schorlen auch kalorienarme, isotonische

und innovative Szenegetränke.

Anzeige

PAUL BERG E.K.

DIAMANTSCHLEIFEREI SEIT 1932

Brillanten mit feinstem Schliff

Phantasieschliffe

Reparaturen

Einschleifarbeiten

Schliffverbesserung

Telefon 0 67 81 / 4 38 28

Telefax 0 67 81 / 4 69 30

E-Mail info@diamantschleifer.de

Home www.diamantschleifer.de

Modernste

Abfüllanlagen in

idyllischer Lage im

Naturpark Hunsrück:

Schwollener

Mineralwasser

kommt aus der

Region und ist für

die Region

Das Vermarktungsgebiet umfasst einen Radius von circa 150

Kilometern – und damit große Teile der Bundesländer Rheinland-

Pfalz, Saarland sowie unmittelbar angrenzende Regionen von

Baden-Württemberg und Hessen. Mit dieser regionalen Konzentration

unterscheidet sich Schwollener ganz bewusst von überregionalen

Marken und nationalen Discount-Billigwässern, die erst

unter Einsatz umweltbelastender und aufwendiger Transport-

Energie über Hunderte von Kilometern den Verbraucher erreichen.

Die gelebte ökologische Verantwortung des Unternehmens

für die Umwelt erfährt eine nachhaltige Bestätigung durch den

Absatzanteil von über 92 Prozent Mehrweg-Gebinde.

Regionale Verbundenheit

Diese Kriterien sind die Grundpfeiler dafür, dass Schwollener

weiterhin optimistisch nach vorn schaut. Der Beweis: Der nächste

Innovationsschub ist bereits geplant und startet mit der Zertifizierung

zum IFS (International Food Standard).

Schwollener fühlt sich mit den Menschen der Region verbunden

und bietet ihnen nicht nur Arbeitsplätze, sondern fördert auch

den Breitensport und sponsert regionale Veranstaltungen wie Heimat-

und Sportfeste oder unterstützt karitative Organisationen.


Axel Henselder

www.schwollener.de

126 | GZ plus


unternehmen

Intergem

2015

I DAR- O B E RSTE I N E R

E I N KAU F STAG E

Fr. 11. – So. 13. September

Messestandort

mit Potenzial

Die GZ sprach mit Kai-Uwe Hille, Geschäftsführer

der Messe Idar-Oberstein, über die Bedeutung des

Ausstellungsstandorts für Stadt und Region.

Erlebniseinkauf

für Fachbesucher

Schmuck, Edelsteine

und Mineralien in

großer Vielfalt mit

Qualität in jeder

Preiskategorie.

GZ: Wo sehen Sie heute die

Messe Idar-Oberstein positioniert

in der Landschaft der

Messestandorte?

Kai-Uwe Hille: Wir sind in Bezug

auf Bandbreite und Veranstaltungsdichte

der größte

Messestandort in Rheinland-

Pfalz. Hervorzuheben ist auch die große

Vielfalt an Veranstaltungen, die es sonst

nur in Großstädten gibt: Von Lifestyle,

Bauen, Gesundheit, regionaler Wirtschaftsschau,

Tattoomesse bis hin zur

internationalen Fachmesse Intergem

reicht das Spektrum. Unsere Stärken

liegen im edelsteinaffinen Bereich. Hieraus

resultiert nicht nur die Intergem als

weltweit anerkannte Fachmesse, sondern

auch Publikumsmessen wie beispielsweise

die Mineralienwelt mit Ausstellern

aus 20 Nationen sowie die

Messe „Kostbar – Schmuck, Genuss und

Lebensart“.

Was macht die Intergem so einzigartig?

In Idar-Oberstein ist die Edelsteinindustrie

seit über 500 Jahren zu Hause. Hier

findet sich die größte Konzentration an

Know-how bei Handwerk, Handel, Forschung

und allen Dienstleistungen rund

um den Edelstein. Die Industrie wie

auch die Messe stehen nun

wegen der zunehmenden

globalen Konkurrenz vor

Herausfor derungen, die sie

gemeinsam meistern müssen.

Das ist allen bewusst. Ein starker

Industrie-standort braucht

auch einen geeigneten Rahmen,

um sich zu präsentieren. Dafür

wurde die Messe Intergem vor über 30

Jahren geschaffen. Und dieser Zusammenhang

gilt heute stärker denn je.

Wohin wollen Sie den Messestandort

sowie die Intergem weiterentwickeln?

Nun, die Messe ist von einer immensen

Bedeutung für Stadt und Region, zieht

sie doch schon jetzt jährlich rund 80000

Besucher aus aller Welt an. Wir werden

mit weiteren Veranstaltungen und einem

Ausbau der vorhandenen Events den

Messestandort stärken. Bei der Intergem

sehen wir den Zeitpunkt gekommen,

den Auftritt aufzufrischen. Dazu

zählt ein neues Marketing – unter anderem

ein verstärkter Einsatz der

sozialen Medien. Für die Branche ist die

Intergem nach wie vor ein Muss. Das

gilt es, klarer he rauszustellen.


Axel Henselder

www.intergem.de

Ausgewählte

Unternehmen

präsentieren Trends

und Klassiker

in ihren

Geschäftsräumen.

Direkt zum

Absortieren und

Mitnehmen!

Da will ich hin!

Idar-Obersteiner-Einkaufstage.de


Unternehmen

Mix

So präsentiert

es sich schöner

Das Idar-Obersteiner Familienunternehmen August Neuheuser

steht seit über 90 Jahren für deutsche Wertarbeit und höchste

Handwerksqualität. Mehr als 95 Prozent der angebotenen Prä sentationssysteme

werden in vielen Einzelschritten in der betriebseigenen

Werkstatt von acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

von Hand an eigenen Spezialmaschinen gefertigt. Das komplette

Schmuck- und Edelsteinsystem, von der kleinsten Dose über Laden

und Etuis bis hin zum Musterkoffer oder Tresoreinsatz, kann

jedem noch so ausgefallenen Sonderwunsch entsprechend hergestellt

werden. Jeder Kunde kann so sein eigenes Konzept ohne

Einschränkungen verwirklichen lassen. Dieses Angebot gilt nicht

nur bei einer hohen Abnahmemenge, sondern schon ab einer

Einzelanfertigung. Aktuell baut Neuheuser sein Sortiment für den

Uhrentransport, die Lagerung und Präsentation aus. Die Produkte

sind in Farbe, Material und Anzahl der enthaltenen Uhren individuell

anpassbar. Hier bietet Neuheuser ideale Lösungen gerade für

Außendienstmitarbeiter, aber auch für den Vertrieb und die Vorlage

der Neuheiten im Geschäft an. Zudem hat Neuheuser seinen

Online-Shop komplett überarbeitet. Der B-to-B-Shop ist nun noch

übersichtlicher und enthält eine größere Produktvielfalt.

www.neuheuser-gmbh.de

Christian Schwinn

Eine Region lädt ein

Zweimal im Jahr verwandelt sich eine ganze Region in ein riesiges

Messegelände. Namhafte Unternehmen präsentieren auf den Idar-

Obersteiner Einkaufstagen Schmuck, Edelsteine und Mineralien. Die

Idar-Obersteiner Einkaufstage teilen sich auf in eine Frühjahr/Sommerund

eine Herbst-/Winter-Edition. Christian Schwinn, Organisator der

Veranstaltung, berichtet nicht ohne Stolz: „Im Jahr 2015 führen wir die

Einkaufstage nun bereits zum 14. Mal durch. Alle bisherigen Teilnehmer

sind überaus zufrieden mit der sehr positiven Resonanz, dem Werbeeffekt

für die Branche und den generierten Umsätzen.“ Das Konzept

überzeugt mit einer besonderen Erlebnisqualität. Denn jedes Unternehmen

zeigt und verkauft hier nicht nur Produkte. Es gewährt auch

in den eigenen Geschäftsräumen interessante Einblicke hinter die Kulissen.

Die Firmen nutzen die Einkaufstage dazu, ihre Bindung zu den

Kunden zu intensivieren. Der Heimvorteil, die Besucher in den eigenen

Räumen zu empfangen, erlaubt intensive Gespräche in lockerer

Atmosphäre. Die teilnehmenden Unternehmen bilden mittlerweile

eine starke Gemeinschaft und präsentieren so einen umfassenden Erlebniseinkauf

zu den Themen Schmuck, Edelsteine und Mineralien. Ein

weiterer Vorteil ist: Die von den Kunden ausgesuchte Ware kann direkt

mitgenommen werden. „Das partnerschaftliche Denken und

Handeln zeigt, dass in der Schmuck- und Edelsteinbranche in Zeiten enormen Konkurrenzdrucks

positive Impulse möglich sind“, sagt Schwinn. Denn eins ist klar: Branche, Stadt und

Region partizipieren am Erfolg der Idar-Obersteiner Einkaufstage. Ausgebuchte Hotels und

Pensionen, gut ausgelastete Gastronomie und Andrang bei den Sehenswürdigkeiten sind

positive Begleiterscheinungen des Events. www.idar-obersteiner-einkaufstage.de

128 | GZ plus


Promotion

Spezialist für

Leerfassungen

Hier fehlen nur noch die Edelsteine. Dann wird

aus dem Schmuckstück ein wunderschön funkelndes

Juwel. Die Rede ist von den Leerfassungen

von ITA-Goldwaren aus Idar-Oberstein. Die Firma

hat sich auf das Design und die Fertigung hochwertiger

Leerfassungen in 750 Gold und Platin

spezialisiert. Damit kann der Goldschmied noch

effizienter Schmuck herstellen. ITA bietet dabei

sowohl Designs passend zu den Trends wie auch

Klassiker an. „Vor allem klassische Stücke werden

zurzeit nachgefragt“, weiß Marion Milisenda von

ITA-Goldwaren und ergänzt: „Tennisarmbänder

und -colliers erleben ein starkes Revival, ebenso

Solitärringe in allen Varianten. Dazu halten wir ein

großes Lager bereit. Es dürfte für jeden Geschmack

eine passende Fassung zu finden sein.“ Das Team

von ITA-Goldwaren übernimmt auf Kundenwunsch

übrigens auch Goldschmiede- und Fasserarbeiten.

www.ita-goldwaren.de


Ansichten

Rekorde

Steinreiche

Superlative

Täglich werden in den Idar-Obersteiner Ateliers und Werkstätten

aus oftmals unscheinbaren Rohsteinen prächtige, ganz und gar

einzigartige Kostbarkeiten geschliffen. Und einige Arbeiten stechen aus

dem ohnehin Besonderen noch einmal heraus.

blauester Riese

„Dom Pedro“ lautet der

Name des größten geschlif

fenen Aquamarins

der Welt. Aus einem rund

45 Kilogramm schweren

Stein kreierte Bernd

Munsteiner einen

kunstvoll bearbeiteten

Obelisken, der

es auf 10 363 Karat

bringt. Das blau

strahlende Monument

ist im National Museum

of Natural History in

Washington D. C. zu sehen.

gröSStes

GefäSS

90 mal 60 mal 45 Zentimeter

groß und fast 60 Kilogramm

schwer ist die weltweit

größte Schale aus Bergkristall.

Hergestellt wurde das beeindruckende

Objekt von Helmut Wolf.

Das Ausgangsmaterial dafür war

ein brasilianischer Bergkristall, der

es auf ein Gewicht von stolzen

1,8 Tonnen brachte.

härteste Torte

Verführerisch sieht das hier gezeigte Pfirsich-Sahne-Tortenstück aus,

aber der Versuchung sollte man besser widerstehen, denn

die scheinbare Leckerei besteht aus mexikanischem

Calcit und einer Kirsche aus Karneol. Hergestellt wurde

die steinharte Torte von Manfred Wild.

wohlklingendster

Kristall

Dass Edelsteine nicht nur gut aussehen,

sondern manchmal auch

schön klingen können, hat der

Künstler Manfred Wild von Emil

Becker bewiesen: Aus einem Bergkristallblock

schuf er eine spielbare Flöte,

die mit Gold und 1580 Diamanten dekoriert ist.

feinste Gravur

Der im Jahr 1891 geborene

August Rudolf Wild

gehörte zu den berühmtesten

und talentiertesten

Graveuren der Welt. Überdies

sorgte er als erster

Fachlehrer für Graveure an

der Fachschule für edelsteinverarbeitende

Berufe

in Idar-Oberstein dafür,

dass sich diese Kunst weiterverbreitete.

Sein wohl

wichtigstes Werk ist die

Doppelkopfgemme „Ares

und Demeter“, für die er

1937 auf der Weltausstellung

in Paris mit der höchsten

Ehrung, dem „Grand

Prix“, ausgezeichnet wurde.

Fotos: Getty Images (1), Martin Glauner (1), Herbert Piel (1)

130 | GZ plus


Magic

Moments

Magic

Moments

365

TAGE ALS

WEB MAGAZIN

PURE VERFÜHRUNG.

AUF EINEN KLICK!

www.magicmoments-magazin.de

Weitere Magazine dieses Users