DMG-informiert 2/2017

dmginterpersonal

Spannende und bewegende Missionsberichte aus aller Welt. Unsere Mitarbeiter sind rund um den Globus im Einsatz, damit Menschen Gott begegnen. Thema dieser Ausgabe: GLAUBwürdig

informiert

Berichte aus der weltweiten Mission Nr. 2/2017

GLAUBwurdig


THEMA

Mühsam stemme ich mich gegen den

Berg, schwer atmend setze ich

einen Fuß vor den anderen. Als Männersportgruppe

sind wir unterwegs auf den

Biz Puin, den höchsten Gipfel im Vorarlberg.

Zunächst ging es den Ochsentaler

Gletscher hoch, der erfahrene Bergführer

voran, wir folgten eingehakt am Seil.

Bedacht wählte er den Weg durch den

hohen Schnee und prüfte sorgfältig die

Tragfähigkeit der Schneebrücken über die

Gletscherspalten. Schaudernd fiel mein

Blick in den tiefen Schlund aus bläulich

schimmerndem Eis.

Hier und dort galt es, mutig über eine

Spalte zu springen und dabei dem Bergführer

völlig zu vertrauen. Das hatte er

uns am frühen Morgen extra nochmal eingebläut:

„Heute geht’s auf den Gipfel, da

müsst ihr mir völlig vertrauen. Am Berg

gibt es keine Diskussionen. Zurück in der

Hütte können wir alles besprechen, was

gut war oder wir hätten besser machen

können. Und keiner bleibt unterwegs zurück;

sonst kehren wir alle um!“ Die Tage

zuvor hatten wir miteinander einfachere

Touren unternommen, um uns an die

Höhenluft zu gewöhnen. Dabei war er

meist hinter uns geschritten, hatte unsere

Tritte beobachtet und Leistungsgrenzen

bewertet – und abends Sicherungstechniken

erklärt und praktische Übungen

gemacht – und danach die „Königsetappe“

ausgewählt.

Fast haben wir es geschafft. Den Gipfel

vor Augen gilt es jetzt durch einen Kamin

zu steigen. Beinahe senkrecht geht es

hinauf. Der Bergführer klettert voraus,

befestigt das Sicherungsseil an einem Felsvorsprung,

und einer nach dem anderen

steigt hinterher. Wir setzen unseren Fuß

wo sein Schuhabdruck noch zu erkennen

ist …

Das bedeutet Glaube. Nicht blinder

Gehorsam oder theoretisches Fürwahrhalten,

sondern ein tiefes Vertrauen,

gewachsen in persönlichen Erfahrungen:

Ich vertraue ihm, hänge mich ans Seil!

DURCH GLAUBE

Sola fide – „allein aus Glauben“, so

formulierte Martin Luther vor 500 Jahren

einen der Kernwerte der Reformation.

Eigener Verdienst und gute Werke

reichen nicht aus, um Gottes Maßstab zu

genügen, hatte der Theologieprofessor

Dr. Luther beim Studium des Römerbriefes

entdeckt: Jeder Mensch ist vor Gott

schuldig (Röm 3,10f) und kann vor seinem

Schöpfer nur bestehen, weil Jesus die

Strafe für ihn bezahlt hat. Es ist Gottes

Rettungshandeln, seine Gnade (sola

gratia), die uns Freiheit und ewiges Leben

geschenkt hat.

Diese objektive und allgemeingültige

Wahrheit wird erst wirksam für mich,

wenn ich das Geschenk Gottes persönlich

annehme. Ähnlich wie beim Autofahren;

da sind wir alle überzeugt: Der

Sicherheitsgurt rettet Leben. Das ist

objektiv richtig, doch nützt er mir erst,

wenn ich den Gurt tatsächlich eingeklinkt

habe. Sonst kann er mich bei einem

Unfall nicht auffangen, ähnlich wie das Seil

beim Bergsteigen.

Knatternd bahnt sich die Motor-

Rikscha ihren Weg durch den unendlichen

Verkehrsstau von Delhi. Die

Sonne brennt gnadenlos vom Himmel.

Schwülheiße Luft treibt mir den Schweiß

aus allen Poren; ich bin froh um jedes

Quäntchen Fahrtwind. Wir sind unterwegs

zum Shalom-Hospital im Norden

der Megastadt, dem einzigen Palliativzentrum

für Aidskranke und Transgender

weit und breit.

Ich bin tief beeindruckt von der Hingabe

der christlichen Mitarbeiter dort. Wie

sie sich um die Schwerstkranken kümmern,

sie liebevoll pflegen und mit dem

Nötigsten versorgen. Etliche können sie

soweit wiederherstellen, dass Angehörige

sie zu Hause pflegen, einige sogar

Heimarbeit übernehmen können, um sich

und ihre Kinder zu versorgen. Sozialarbeiter

kümmern sich um die Kinder der

Kranken, bieten Seelsorge und praktische

Hilfe an, wenn nötig auch Lebensmittelpakete.

Hilfe für den ganzen Menschen.

Selbst Regierungskrankenhäuser überweisen

ihre Patienten an diese christliche Einrichtung.

Etliche Patienten fassen wieder

Hoffnung; den Tod vor Augen beginnen

sie ein neues Leben mit Jesus.

GLAUBWÜRDIG

Nicht einmal dieses Vertrauen ist eine

menschliche Leistung – vielmehr Antwort

auf Gottes Anrede, Reaktion auf seine

globale Rettungsaktion in Jesus Christus.

Das Geschenk Gottes ist mir frei Haus

geliefert; ich muss es nur noch in Empfang

nehmen und auspacken. So wird es

in der Bibel deutlich.

Gott rief Abraham in Ur in Chaldäa aus

einer heidnischen Familie (Jos 24,2) und

offenbart sich als der lebendige Gott. Er

führte ihn heraus aus dem Vertrauten

(1Mo 12,1), über Haran nach Kanaan.

Kaum angekommen, bricht dort eine

Hungernot aus, und Abraham flieht nach

Ägypten (1Mo 12,10). Dort bangt er um

sein Leben und setzt die Ehre seiner Frau

aufs Spiel, um vermeintlich seinen eigenen

Hals zu retten (1Mo 12,12ff). Es ist Gott

selbst, der ihn rettet und in seinem Herzen

langsam Gottvertrauen wachsen lässt

(1Mo 22). So wird Abraham zum Vater

des Glaubens (Röm 4,11).

2 DMG-informiert | 2 | 2017


GLAUBwurdig

Wir sind zu dem Schluss gekommen,

dass ein Mensch durch Glauben für

gerecht erklärt wird und nicht durch

das Einhalten von Gesetzesvorschriften

Römer 3,28

Gott ist es auch, der das Leiden der

Hebräer in Ägypten sieht (2Mo 3,7)

und sie aus der Sklaverei führt (2Mo

12,51). Nach etlichen Zweifeln und zehn

eindrucksvollen Plagen machen sie sich

schließlich auf den Weg. Gott teilt die

Wasser des Schilfmeers (2Mo 14), führt

sie in die Freiheit, versorgt sie täglich mit

Wasser und Nahrung (2Mo 16), schenkt

am Berg Sinai besondere Verheißungen

(2Mo 19,6); erst dann fordert er ihr

Vertrauen: „Ich bin der Herr dein Gott,

der ich dich aus Ägyptenland aus der

Knechtschaft geführt habe: du sollst

keine anderen Götter haben neben mir!“

(2Mo 20,2f). Auf diesen Gott ist Verlass.

Er ist zuverlässig, treu, wahrhaftig (das ist

die Grundbedeutung von „amen“, dem

hebräischen Wort für Glaube).

Diese einzigartige Botschaft fordert

unsere Antwort. „Rechtfertigung ist ja

kein himmlisches Marionettentheater“,

formuliert die EKD auf ihrer Website,

„sie geschieht nicht einfach. Sie wird

nur dann für einen Menschen wirklich,

wenn sie in seinem Leben ankommt. Dies

geschieht im Glauben … Im Glauben lässt

der Mensch seine Rechtfertigung durch

Gott zu … Glauben heißt Ja sagen dazu,

dass man selbst nichts dazu beitragen

kann, dass Gott gnädig ist. Glauben heißt

Ja zur Liebe Gottes sagen.“

Im Sommer lernte ich in Nordindien

Dr. Raju kennen, den Chefarzt des

kleinen christlichen Krankenhauses in

Kachwa mit 20 Betten. Es ist mehr als

100 Jahre alt; die Gebäude heruntergekommen.

Vor zehn Jahren war es quasi

bankrott und sollte geschlossen werden.

Dr. Raju sah das Potential und bat darum,

es nochmals versuchen zu dürfen. Er

knüpfte an die ursprüngliche Vision an,

medizinische Hilfe mit seelsorgerlicher

Betreuung und Verkündigung zu verbinden.

Er führte Mitarbeiterandachten ein,

regelmäßiges Gebet, theologische Schulung

der Abteilungsleiter und evangelistische

Einsätze in der Umgebung.

Gott hat seinen Glauben belohnt: Das

Krankenhaus ist inzwischen bekannt als

Ort, wo auch Armen in der Liebe Gottes

geholfen wird. Und in der Umgebung sind

seitdem 300 Hausgemeinden entstanden

sowie 100 einfache Dorfschulen (vorwiegend

für Kastenlose, die Dalits, und

Minderheiten). Das Krankenhaus macht

inzwischen 15% Gewinn, mit dem 50

Gemeindegründer finanziert werden, die

diese jungen Gemeinden unterstützen

und weitere gründen.

Jeden Mittwochnachmittag trifft sich

Dr. Raju mit drei Leitern; gemeinsam

erarbeiten sie die Predigt für den nächsten

Sonntag. Die geben sie am folgenden

Abend an die 50 Gemeindegründer

weiter, die am Freitagabend die 300

Hausgemeindeleiter (deren Mitglieder oft

nicht lesen und schreiben können) lehren.

So zieht das Evangelium Kreise. Das hat

der Glaube eines Mannes bewirkt.

GLAUB’ WÜRDIG

Die Beispiele von Abraham, Mose und

Israel zeigen eindrucksvoll, dass auch

diese Glaubenshelden sich nicht durch

großen Glauben ausgezeichnet haben

– auch sie zweifelten und versagten oft

auf erschreckende Weise. Es ist vielmehr

Gott selbst, der sie hindurchgerettet hat.

Nicht die Glaubensstärke ist entscheidend.

Bereits ein schwaches, zögerliches

Vertrauen in den großen, treuen Gott

reicht aus. Gerechtigkeit Gottes ist nicht

ein Standard von moralischer Vollkommenheit,

sondern ein Beziehungsbegriff:

die rechte Beziehung zum lebendigen

Gott. Er hat sich über mich erbarmt und

mich erlöst. Seine Gerechtigkeit zählt für

mich. Mehr noch: er liebt mich unendlich

und wünscht die persönliche Freundschaftsbeziehung

zu mir. Ich darf ihm

folgen und vertrauen. Ich will nahe bei

ihm sein. Das öffnet unseren Horizont,

verändert unseren Alltag schenkt uns

neue Kraft und Vollmacht.

Mit großer Sorge verfolgen wir alle

die Nachrichten aus der Türkei. Nach

dem Putschversuch und etlichen Terroranschlägen

werden zahllose Bürger

verdächtigt, verlieren ihren Arbeitsplatz,

werden inhaftiert. Angst macht sich

breit. Da denke ich an einen türkischen

Jesus-Nachfolger, der ebenfalls mit einer

fadenscheinigen Begründung verhaftet

worden war. In der Gefängniszelle erlebte

er den Frieden Gottes. Nach wenigen

Tagen wurde er wieder freigelassen,

seitdem bekennt er furchtlos seinen

Glauben: „Was können die Behörden mir

tun“, sagte er kürzlich, „Jesus ist bei mir.

Das habe ich in der Zelle erlebt. Ich habe

jetzt keine Angst mehr …“

Ich staune über den Mut von ihm und

vielen anderen Christen. Das ist Glaube

im Alltag. Solcher Glaube ist heute mehr

gefragt denn je.

Wie wollen wir ihn

heute leben? Wie

schenken Sie Jesus

Vertrauen?

Dr. Detlef Blöcher

Missionsleiter

DMG-informiert | 2 | 2017

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EUROPA

DEUTSCHLAND

Peter und Gabriele

„Beten?

Kann ja nicht schaden!“

Bild: iStock.com/Juanmonino

Die

Türken

in Deutschland

Unerreichte Volksgruppe

Ali erinnert sich daran, wie es vor

40 Jahren war, als er nach Berlin

kam. Er suchte Arbeit, Berlin brauchte

günstige Arbeitskräfte. Einige Jahre wollte

er hier Geld verdienen und nach Hause

zu seinen Eltern schicken. Deutsch lernen

war nicht so wichtig. Bei einem Besuch in

der Türkei fand er eine Braut, die er nach

Berlin mitbrachte.

Vom christlichen Glauben hat er kaum

etwas gehört. 150.000 ethnische Türken

wie er in Berlin bilden eine Großstadt für

sich. Mit einer Dönerbude hat Ali sich

selbständig gemacht. Jetzt hat er Kinder

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20

INHALT

EUROPA

ASIEN

AFRIKA

AMERIKA

Veranstaltungen

Erlebnistag 2017

und Enkel und lebt als Rentner hier. Das

Fasten im Ramdan gehört für ihn dazu,

auch seine Kinder und Enkel hält er an,

als Muslime zu leben. In Berlin gibt es

knapp 100 Moscheen; das sind mehr als

es Christen unter den Türken gibt. Doch

nur eine Handvoll christliche Mitarbeiter

arbeitet unter ihnen.

In anderen Teilen Deutschlands sieht es

ähnlich aus. So bilden die etwa drei Millionen

Türken in Deutschland eine weitgehend

unerreichte Volksgruppe direkt vor

unserer Haustür – jeder von uns hat in

seinem Umfeld türkische Nachbarn.

GEBETSANLIEGEN:

• Wir beten, dass Jesus Christus sich

neue Mitarbeiter für die Türken in

Deutschland und die Türkei beruft

• Dass Gemeinden eine Vision für

Türken entwickeln und Vorbehalte

überwinden.

• Und um Gottes Wirken an ihren

Herzen, dass sie sich für die gute

Nachricht öffnen.

Unser Open-Air-Festival bringt

neue Impulse in die Stadt

Schwerin. Es wird zum Glauben

aufgerufen. Ja, kann man in den Neuen

Bundesländern denn glauben? „Das hat

uns niemand beigebracht“, sagen viele

in unserem Vorort. Aber natürlich:

Wir können glauben! Jeder darf glauben

und Gott entdecken …

Wir kommen mit einem Teilnehmer

des Open-Air-Programms ins

Gespräch. Er hat gerade erfahren,

dass er Krebs hat, und ist verzweifelt.

Jemand aus unserer Band bietet an, für

ihn zu beten. Zögernd stimmt Rainer

zu. „Kann ja nicht schaden.“ Vieles hat

Rainer schon von Jesus gehört, doch

heute erlebt er ihn live: Jesus heilt!

Sein Krebs an der Haut verschwindet.

Die Ärzte sind verblüfft. Und wir staunen

mit Rainer über die Kraft unseres

Herrn.

Jesus live erleben wir auch, als wir

uns in unserem problembelasteten

Stadtteil auf die Suche nach einem

Versammlungsort machen. Drei Jahre

haben wir dafür gebetet. Jetzt haben

wir das passende Gebäude gefunden,

die alte Post. Ein Umbau mit und

für die Leute hier wird möglich. Die

Renovierung läuft auf Hochtouren.

Schon sind die zerbrochenen Fenster

erneuert, Maurerarbeiten getan und

ein Kanal für Wasserleitungen ausgefräst;

alles von Laien.

Unser neues „Patchwork Center“

soll ein sozialer, multikultureller, inklusiver

Stadtteiltreff werden. Wir wollen

einladen zu Gemeinschaft, Gespräch

und zum Nachdenken über Gott.

Feste und Vereinstreffen sollen hier

stattfinden. Bitte beten Sie mit, dass

in unseren neuen Räumen noch viele

Menschen wie Rainer erleben, wie sehr

sich Glaube lohnt.

Peter

beim Renovieren

des „Patchwork

Centers“

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DEUTSCHLAND

Magdalena und Jean-Bruno Boungou

Fremden ein

Zuhause geben

Deutschunterricht

mit

Einwanderern

Markus hat ein weites Herz. Als

die 50 geflüchteten Männer vor

einem Jahr in der umgebauten Lagerhalle

seines Wohnorts ankamen, war er sofort

bereit, zu helfen. Sie sollten einen guten

Start in dem schwäbischen Dorf haben.

Voll berufstätig und mit einer großen

Familie, wollte er in seiner Freizeit dazu

beitragen, dass die Männer Fuß fassen in

der Gesellschaft und eine neue Heimat

finden.

Jeden Dienstag kam er ins Begegnungscafé

des Arbeitskreises Asyl. Er knüpfte

Kontakt zu Männern aus Nigeria, Gambia,

Somalia und anderen Ländern und

spielte Tischtennis und Kicker mit ihnen.

Nach einigen Wochen jedoch merkte

er, dass er den vielen Bitten um Hilfe

nicht gerecht werden konnte. Ob es ihm

überhaupt möglich war, einen sinnvollen

Beitrag zu leisten? Eines Tages kam die

Anfrage: „Könntest du dir vorstellen, einen

Geflüchteten aus Nigeria als Mentor

zu unterstützen?“ Markus war sofort

dabei. Endlich eine konkrete, überschaubare

Aufgabe.

Seit einigen Monaten hilft er Ben bei

der Arbeitssuche, kämpft sich mit ihm

zusammen durch den Dschungel der

Bürokratie, knüpft Kontakte zu örtlichen

Unternehmen und hat tatsächlich einen

Praktikumsplatz mit Aussicht auf Anstellung

für Ben gefunden. Für den Unternehmer

war entscheidend,

dass Ben einen Mentor

hat, der ihn unterstützt.

Den Sonntag nach

dem Gottesdienst

verbringt Ben oft mit

der Familie von Markus.

Sie machen Ausflüge,

spielen gemeinsam und

gehen spazieren. Es tut

Ben gut, mal aus der Gemeinschaftsunterkunft

heraus in eine deutsche Familie

zu kommen. So lernt er viel über unsere

Kultur.

Um Mentoren wie Markus zu unterstützen,

haben wir in Zusammenarbeit

mit dem Arbeitskreis Asyl und einer Bürgerstiftung

ein „Patenschaftsprogramm“

entwickelt. Die persönliche Beziehung

„Erst bat ich Gott, mir

zu helfen, dann fragte ich

Gott, wo soll ich helfen,

dann stellte ich mich Gott

zur Verfügung.“

Hudson Taylor

tut Mentor wie Mentee gut. Wir bringen

Geflüchtete mit Deutschen zusammen

und begleiten die Patenschaften. Monatlich

treffen sich die Mentoren mit einem

Coach in Kleingruppen. Hier können Sie

über Gutes und Schwierigkeiten reden

und finden Gleichgesinnte, die Tipps

geben. Wir bieten

Seminare zu Themen

wie „Interkulturelle

Kompetenz“ an.

„Ich finde es spannend,

zu lernen, wie

so vieles in anderen

Kulturen anders ist.

Und zu merken, es ist

nicht schlechter, es ist

einfach nur anders. Es ist wichtig, darüber

Bescheid zu wissen.“, sagte eine Mentorin

nach dem Seminar. „Wir sind schon

ein richtig gutes Team, mein Mentee und

ich.“ Dazu wollen wir beitragen; dass

Geflüchtete in der Gesellschaft und in

Gemeinden eine Heimat finden.

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EUROPA

FRANKREICH

Jahreseinsatz: Katharina / Jasmin

FRANKREICH

Bernard und Nicola Jacopin

Er setzt gerade dazu an, sein drittes

Tor in diesem Spiel zu schießen –

John Bostock, ein Fußballer des Racing

Club Lens in Frankreich. Plötzlich stoppt

er und gibt den Ball an einen jüngeren

Spieler ab. Der nimmt an, schießt – und

verpasst knapp das Tor. Jeder einzelne

Zuschauer fragt sich in diesem Moment,

was Bostock da bitte gemacht hat. Warum

hat er den Ball abgegeben und nicht

einfach sein Tor geschossen? Weshalb hat

Bostock sich die Chance

seines Lebens entgehen

lassen? Drei Tore in einem

Spiel bedeuten oft

Aufstieg in die nächste

Liga, Geld, Ruhm und

Ehre.

Auch Derek, Jugendpastor

unserer christlichen Gemeinde,

stellt sich diese Frage. Er will unbedingt

wissen, was John angetrieben hat. Er

googelt ein Interview und entdeckt: John

Bostock ist bekennender Christ. „Ich tue

alles zu Gottes Ehre“, erzählt er dort.

Derek kontaktiert John, ein Treffen wird

vereinbart. Dabei erzählt John, dass er

während dieses Spiels sehr mit sich selbst

gekämpft hat: Sollte er seiner Karriere

oder Gottes Stimme folgen? Er hat sich

für Gott entschieden und den Ball abgespielt.

„Im Endeffekt ging es nur darum:

Ich oder Gott?“

Das Geniale ist, dass Derek ihn am

Sonntag darauf mit in unsere Gemeinde

Es ist schon ein Argument,

dass zwei Fußballer des

heißgeliebten Clubs

unserer Stadt bewusste

Christen sind.

gebracht hat. Eine Woche später kam

Victor mit, ein zweiter gläubiger Fußballer

aus Johns Team. Sie sind wirkliche

Vorbilder im Glauben in ihrem Club und

wollen christliche Events im VIP-Raum organisieren.

Wir beten, dass Gott Herzen

öffnet und Fußballfans begegnet.

Durch ihren offen gelebten Glauben

finden auch andere neue Möglichkeiten,

Jesus zu bekennen. Denn es ist schon

ein Argument, dass zwei Fußballer des

heißgeliebten Clubs

unserer Stadt bewusste

Christen sind. Seither

erleben wir mit, wie bei

wichtigen Spielen vor

dem Stadion Evangelien

verteilt werden und

Christen mit Zuschauern

ins Gespräch kommen. Eine tolle

Sache. Es ist genial, wie Gott führt.

Uns ist durch John und Victor klar

geworden, wie wichtig es ist, auf Gott

zu hören. Was wäre passiert, wenn John

seinen eigenen Willen durchgesetzt und

geschossen hätte? Das werden wir nie

erfahren. Aber wir sehen den Segen, den

Jesus schenkt, weil John sich ihm untergeordnet

hat. Übrigens „wir“, das sind

Jazz und Kate. Wir sind Kurzzeitler der

DMG und arbeiten seit August 2016 in

Nordfrankreich. Das Prinzip ist einfach:

Menschen begegnen, dienen und dabei zu

Jesus stehen.

„Warum hat John

nicht geschossen?!“

John Bostock

mit unseren

beiden

Kurzzeit-

Mitarbeiterinnen

„Gott ist nicht taub,

er hört!“

Seit knapp zwei Jahren

leben wir nun schon in Aix

en Provence, wo Bernard Pastor

ist. Unsere kleine Gemeinde

(25 Mitglieder) trifft sich in

den Räumen einer katholischen

Privatschule. Martine, eine

Frau aus unserer Gemeinde,

hat kürzlich eindrucksvoll Jesus

erlebt, sie erzählt:

„Vor einigen Monaten hatte ich

eine Unstimmigkeit mit meinem

Sohn wegen seiner neuen Freundin,

deren Verhalten ich extrem

unhöflich fand. Einmal habe ich

meinen Sohn darauf angesprochen,

und er hat alles seiner

Freundin erzählt. Sie reagierte

verärgert und wollte von da an

nicht mehr zu uns kommen.

Mein Sohn, der sehr verliebt war,

kam dann auch kaum mehr nach

Hause.

Er redete nicht mehr mit mir,

es war schlimm. Die seltenen

Momente, wenn er in unser Haus

kam, würdigte er mich keines

Blickes. Er sprach nur mit seinem

Vater. Wir sahen unsere drei Enkel

so gut wie nicht mehr, was für

ein Schmerz! Nachts konnte ich

kaum mehr schlafen, dann betete

ich ... Das ging monatelang so.

Die Situation hat mich belastet,

ich konnte an nichts anderes

mehr denken. Manchmal ging

es mir so schlecht. Hatte Gott

mich verlassen? Ich habe mit

6 DMG-informiert | 2 | 2017


ÖSTERREICH

Hans-Peter und Sophie Sautter

Die Situation

hat mich belastet,

ich konnte an nichts

anderes mehr denken.

Hatte Gott mich

verlassen?

Glaubensgeschwistern und unserem

Pastor über mein Problem

gesprochen. Sie haben treu für

mich gebetet. Immer und immer

wieder gebetet, monatelang.

Gott hat geantwortet! Kurz

vor Weihnachten ist mein

Sohn gekommen, von alleine,

und wir haben uns versöhnt.

Er besucht uns jetzt wieder

regelmäßig und verhält sich mir

gegenüber respektvoll. Übrigens

hat er sich von seiner Freundin

getrennt. Unser Herr lebt, und

erhört unsere Gebete, das weiß

ich heute sicher! Verlieren Sie nie

den Mut. Bleiben Sie nicht alleine

mit Ihren Nöten, sondern beten

Sie mit Ihrem Pastor und anderen

Christen. Gott ist nicht taub, er

hört Sie!“

Bernard

beim

Predigen

Der junge Mann

in der Ecke

Er sitzt ganz hinten

im Gottesdienst

– als einer der

ersten, allein, mit Blick auf den Boden.

Man traut sich kaum, ihn anzusprechen,

aus Sorge, dass er sich noch mehr

zurückzieht. Ich erhasche einen kurzen

Blick aus Augen, die trauriger nicht sein

könnten. Wenige Worte, dann resigniertes

Schweigen, und der Blick wandert

wieder zu Boden. Ich fühle mich hilflos

und bete innerlich:

„Jesus, bitte hilf dieser

geplagten Seele.“

Ein älterer Mann

aus unserer Gemeinde

hält den Kontakt

zu ihm und versucht

treu, eine Beziehung aufzubauen. Immer

wieder suchen wir das Gespräch, heißen

ihn willkommen, laden ihn zu uns ein.

Jedesmal fühlen wir uns hilflos, angesichts

der schweren Geschichte des jungen

Mannes: Scheidung, Alkohol, Missbrauch,

Einsamkeit, Psychiatrie, Depression, Medikamente,

Feindbilder. Ein hoffnungsloser,

junger Mensch, der sich durchs Leben

schleppt. Der Glaube scheint ihn nicht zu

interessieren, er lebt zurückgezogen in

seiner eigenen Welt. Bei jeder Begegnung

bleiben wir traurig zurück und beten.

Der ältere Christ bleibt dran und

schafft es, ihn zum Bibellesen zu motivieren.

Nun sitzt er im Gottesdienst.

Er kommt früh, immer noch vor den

Jesus hat etwas verändert.

Er erlebt Hoffnung,

Frieden, Dankbarkeit.

Der Glaube hat ihn befreit.

meisten anderen, doch mit der Bibel auf

den Knien. Wir begegnen ihm immer

öfter, jedes Mal hat er den Blick in die

Bibel versenkt.

Einige Monate später sitzen wir bei

einer Geburtstagsfeier. Der junge Mann

taucht auf und gibt jemandem aus der

Runde einen Zettel mit Bibelversen, um

denjenigen in seinen

psychischen Problemen

zu ermutigen.

Wir bitten ihn, seine

Geschichte zu erzählen.

Sie endet heute nicht

mehr in Verzweiflung.

Jesus hat etwas verändert. Er erlebt

Hoffnung, Frieden, Dankbarkeit und

die Erneuerung von Beziehungen. Beim

Lesen der Bibel sind ihm seine Scheinwelten

und Verirrungen klargeworden. Der

Glaube hat ihn befreit. Man spürt noch

die Schwere seines Lebens, doch seine

Augen leuchten.

Gerade liest er die Psalmen, das hilft

gegen seine Traurigkeit. Unser Herz

jubelt über Gott und seine Worte, die

glaubwürdig genug sind, diesen jungen

Mann zu befreien. Sein Leben wird wieder

lebenswürdig.

DMG-informiert | 2 | 2017

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EUROPA

ITALIEN

Susanne Stoehr

GRIECHENLAND

Jahreseinsatz: Janet / Cynthia

Verändert

von Gottes Wahrheit

Vera nehme ich jeden Sonntag

mit in die Gemeinde. Wir

gehören zur Gebetsgruppe, die

sich eine Stunde vor dem Gottesdienst

trifft. Sie sagt immer, was

für ein Segen ich für sie bin, dabei

bin ich durch sie gesegnet. Es

macht mich glücklich, wie Jesus ihr

Leben verändert:

Vera, du bist eine fröhliche Frau

und steckst andere mit deiner Art

an. Wie kam es dazu?

Bevor ich Jesus kennenlernte,

war ich keineswegs froh, sondern

voll Bitterkeit. Ich kam aus Brasilien

nach Italien, um einen italienischen

Witwer mit drei Kindern zu heiraten.

Ich stieg aus dem Flugzeug, und es

war Liebe auf den ersten Blick. Doch

ich war alkoholsüchtig. Mein Mann

versuchte, mich zu verstehen, er

wollte mir helfen. Aber er kam nicht

an gegen meine innere Leere. Ich

suchte in einer Kirche Rat. Der Priester

sagte, ich solle einige Ave-Maria

und Vater-unser beten, dann sei alles

wieder gut. Nichts änderte sich. Ich

war enttäuscht. Nur böse Worte

kamen über meine Zunge.

Wie kam es zur Veränderung?

Vor elf Jahren an einem Marktstand

traf ich Doris (Mitmissionarin von Susanne

Stoehr). Sie hat gesagt: „Vera,

Jesus liebt dich, egal was du tust und

wie es in dir aussieht.“ Ich war dabei,

meine eigene Familie zu zerstören

und wollte Selbstmord begehen. In

diese Situation hinein trafen ihre

Vera (l.) und

Susanne (r.)

Worte mich mitten ins Herz. Ich kam

nach Hause und habe keinen Alkohol

mehr angerührt. Mit der Zeit konnte

ich das Rauchen aufhören. Jesus hat

mich tief verändert und mir Freude ins

Herz geschenkt.

Gibt es Bibelverse, die besonders

zu deiner Veränderung beigetragen

haben?

Ja, Epheser 3,18 und 19: „… damit

ihr mit allen Heiligen begreifen könnt,

welches die Breite und die Länge und

die Höhe und die Tiefe ist, auch die

Liebe Christi erkennen könnt, die

alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr

erfüllt werdet, bis ihr die ganze Fülle

Gottes erlangt habt.“ Ich fühle mich

wie ein kleines Senfkorn mitten in der

übermächtigen Liebe Gottes. Sie füllt

alles aus und umgibt mich überall. Und

bei Johannes 3,16 setzte ich immer

meinen eigenen Namen ein: „Also hat

Gott mich, Vera, geliebt, dass er seinen

eingeborenen Sohn gab, auf dass

Vera, die an ihn glaubt, nicht verloren

wird, sondern das ewige Leben hat.“

Veras Entscheidung für Jesus hat

ihr auch Schwierigkeiten gebracht.

Anfangs machten ihr Mann und die

Söhne ihr das Leben schwer. Doch

durch Veras Glaubensfreude entschied

sich ihr Mann noch für Jesus, bevor er

an Krebs starb. Jesus ist ihm im Traum

begegnet, und er hat sein Erlebnis für

seine Kinder und Enkel auf Kassette

aufgenommen! Vera vertraut, dass

ihre ganze Familie zum Glauben

kommt.

Invisible Heros –

unsichtbare Helden

Was denken wir von Flüchtlingen?

Von Afghanen, Syrern

und Irakern? Auch uns ging es vor

unserem Einsatz so, dass uns Bilder von

Attentätern und Anschlägen in den

Sinn kamen. Durch Einladungen zum

Essen, Tee und geselligen Beisammensein

in einem Flüchtlingscamp bekamen

wir eine völlig neue Sicht auf das

Thema. Im Gespräch öffneten sich die

Flüchtlinge und erzählten:

Ali* aus dem Irak hatte ein Leben wie

du und ich (Janet). Es ging ihm gut, er hatte

Familie und Freunde. Doch im Krieg

verlor er alles, was ihm wichtig war:

Mutter, Vater und Geschwister wurden

ermordet, Freunde vor seinen Augen getötet,

und seine Freundin starb an Krebs.

Man wollte ihn zwingen, andere zu töten.

Auf diese Forderung ging er nicht ein.

Also drohten sie, ihn umzubringen – der

Grund für Alis Flucht.

Seit neun Monaten lebt er in einem

Camp in Griechenland. Wie alle Flüchtlinge

wartet er auf seine Befragung, die über

legalen Aufenthalt in Europa oder Abschiebung

entscheidet. Ali lässt sich nicht

unterkriegen. Er setzt Zeit und Sprachkenntnisse

ein, um den Mitarbeitern des

Camps als Übersetzer zu helfen. Von

seiner Gastfreundschaft und Herzlichkeit

können wir uns eine große Portion

abschneiden. Doch sein Herz umgibt eine

dicke Schutzmauer. Zu groß ist die Angst,

noch einmal jemanden zu verlieren. Für

mich sind Menschen wie Ali unsichtbare

Helden, tief verletzt, aber liebenswert.

In einer Familie wurde mir (Cynthia)

Shafi* vorgestellt, ein junger Afghane

in langem, hellbraunem Mantel, barfuß

8 DMG-informiert | 2 | 2017


SLOWAKEI

Frank und Alenka Stephenson

Flüchtlinge bei der

Ankunft in Europa

in Sandalen, mit traurigen Augen aber

trotzdem einem lieben Lächeln. Wie

selbstlos er denkt, hat mich beeindruckt.

Einmal saß ich in der Kälte. Als Shafi sah,

wie ich zitterte, gab er mir ohne Zögern

eine seiner letzten Decken und einen

Tee. Er setzte sich zu mir, um sich mit

mir über Deutschland zu unterhalten.

Wie viele andere auch, würde Shafi gerne

nach Deutschland kommen, weiß jedoch,

dass er dort nicht überall willkommen

wäre. Am liebsten würde er friedlich in

seiner Heimat leben.

An einem Tag brach im Camp ein

Feuer aus. Ich sah, wie Shafi zurück ins

Camp rannte, um nach seinen Leuten zu

schauen. Bei dieser und vielen anderen

Gelegenheiten bekam ich richtig Respekt

vor diesem reifen 18-Jährigen, der die

Gefahr nicht scheut, um zu helfen. Rund

um die Uhr ist er ansprechbar, hat kaum

Privatsphäre und bleibt trotzdem ein

lustiger, hilfsbereiter Mensch.

Solche Geschichten lassen niemanden

kalt. Flüchtlinge werden zu Freunden und

wir dürfen von ihnen lernen. Wir alle

können mehr Verantwortung übernehmen

und unseren Nächsten durch

Liebe und Aufmerksamkeit dienen. Die

Flüchtlinge brauchen Jesus. Betet bitte

mit für diese tief verletzten Menschen

oder schenkt ihnen Freundschaft und

Hoffnung.

* Name geändert

Offene Stellen:

www.kurzeinsätze.de

Bild: Giovanni Cancemi –

stock.adobe.com

Erst hören,

dann glauben

Schon gewusst? Am 13. Februar

war der Welttag des Radios. Was

es nicht alles gibt!? Vielleicht denken

Sie auch: „Radio? Ist das überhaupt

noch gefragt?“ Aber sicher! Paulus

gibt uns eine Steilvorlage in der Bibel

dazu: „Wie wir gesehen haben, setzt

der Glaube das Hören der Botschaft

von Christus voraus“, schreibt er in

Römer 10,17. Natürlich hatte Paulus

noch keine Ahnung von modernen

Medien. Doch er wusste, wie wichtig

das gesprochene Wort ist, damit

Menschen zu Jesus Christus finden

und im Glauben wachsen.

Radio eignet sich

perfekt dafür.

Wir sind in der Verwaltung

und im Personalbüro

von Trans

World Radio tätig,

dem weltweit größten

christlichen Mediennetzwerk, einem

Partner der DMG. Unsere Radiosendungen

werden in 230 Sprachen

und Dialekten ausgestrahlt. In vielen

Weltregionen, die wir erreichen, zum

Beispiel in Zentralasien, dem Nahen

Osten und Nordafrika, werden Christen

teilweise wegen ihres Glaubens

verfolgt und Missionaren die Einreise

verweigert. Doch mit Jüngerschaftsprogrammen

via Radio können sich

kleine Gruppen in Häusern treffen

und erhalten solide, biblische Lehre.

Radios sind überall erhältlich.

Gebildete und Ungebildete in Stadt

und Land können die Sendungen

in ihrer Sprache empfangen. Sie

erreichen auch die entferntesten

Winkel „verschlossener“ Länder.

Dabei bleibt die Sicherheit und

„Ihr ermutigt uns sehr

mit euren Sendungen.

Wir sind nun überzeugt,

dass Gott, der Vater,

der wahre Gott ist.“

Frank und Alenka arbeiten

bei TWR in Bratislava

Privatsphäre von Neugierigen und

Gläubigen gewährleistet. Folgende

Worte schickte uns kürzlich ein

Hörer aus Nordafrika:

„Ihr ermutigt uns sehr mit euren

Sendungen. Wir sind nun überzeugt,

dass Gott, der Vater, der wahre Gott

ist. Wir bringen Jesus Christus, dem

Sohn Gottes, Ehre und Dank, denn

durch ihn haben wir

seinen Vater kennengelernt.

Als ich mit

dem alten, religiösen

Führer unseres Dorfes

darüber sprach,

stimmte er mir in

allem zu. Er ist offen

für Gespräche und sagte: ‚Ich glaube,

dass ihr Christen im Licht seid.‘ Ich

bin überzeugt, dass dieser religiöse

Leiter selbst bald Jesus kennenlernen

wird, denn er hört gerne eure

Programme. Viele werden seinem

Beispiel folgen, wenn er ein Nachfolger

von Jesus wird.“

DMG-informiert | 2 | 2017

9


EUROPA

GEORGIEN

Sonja Lenzkes

RUSSLAND

Claudia Wendt

Theater macht

das Herz frei

Für viele in Georgien ist die Bibel ein

Buch mit sieben Siegeln. Sie sehen

Gott als fernen, strengen Richter. Sein

Wort gilt als so heilig, dass man es erst

zur Hand nimmt, wenn man sich durch

gute Werke genug geheiligt hat. Obwohl

sie sich als Christen bezeichnen, kennen

die meisten Georgier die Bibel nicht. Als

Team der Studentenarbeit suchen wir

kreative Möglichkeiten, um jungen Leuten

die Angst vor der Bibel zu nehmen.

Wir hörten vom „Markustheater“

(Foto u.), bei dem das ganze Evangelium

in 90 Minuten als Theaterstück gespielt

wird. Man braucht weder Kostüme noch

Dekoration. Dafür Laienschauspieler, die

sich intensiv mit dem Evangelium auseinandersetzen

und ihre Rollen auswendiglernen.

Diese jungen Leute und einen passenden

Saal haben wir in der Kleinstadt

Gori gefunden. Zwei aus unserem Team

waren die Regisseure, der Aufführung

stand nichts mehr im Weg. Während die

Schauspieler übten, haben wir in Schulen

und Universitäten der Stadt eingeladen.

Es war eine Freude: 200 junge Leute

haben unsere Aufführung miterlebt. Dass

es wegen schlechter Beleuchtung relativ

dunkel im Raum war, hat sich als Segen

erwiesen – durch das Schummerlicht

fühlte man sich noch mehr in die Szenerie

des Evangeliums hineinversetzt. Die Leute

erlebten die Geschichte von Jesus mit

allen Sinnen. Ich habe in Georgien noch

nie erlebt, dass so viele Jugendliche so

aufmerksam waren. Die meisten hatten

zum ersten Mal eine so unmittelbare

Begegnung mit dem Bibeltext und waren

sichtlich ergriffen.

Wir bekamen Rückmeldungen wie:

„Das war wie Jesus persönlich treffen.“

„Er ist ja gar nicht so unnahbar wie ich

immer dachte.“ Oder: „Mir war nicht bewusst,

dass die Bibel so aktuell ist.“ Die

Mutter einer Studentin sagte: „Jesus hat

Licht in mein Leben gebracht.“ Vor dem

Theaterabend war sie noch skeptisch,

inzwischen findet ein Bibelkreis in ihrem

Haus statt.

Das Licht

auf meinem Weg

Mehrmals schon stand ich fragend

an „Kreuzungen“ in meinem Leben

und wusste nicht, wie es weitergehen

sollte. Was hatte Gott mit mir vor? In

solchen Phasen der Orientierung stieß ich

immer wieder auf Bibelstellen, die mir als

klare Wegweiser alle Zweifel genommen

haben. Die Schrift hat mir schon oft die

Kraft gegeben, mutig im Glauben Schritte

zu gehen.

Im Jahr 2000 war ich als gescheiterte

Lehramtsreferendarin ein Jahr arbeitslos.

Damals erlebte ich eine deutliche

Berufung durch Jesaja 6,8, wo Gott fragt:

„Wen soll ich senden?“

Im August 2000

fand ich eine Arbeit

an der Internationalen

Schule in Leipzig und

blühte auf in meiner

neuen Tätigkeit im

Vorschulbereich. Schon damals hätte ich

gerne rund um die Uhr mit Kindern gearbeitet,

zum Beispiel in einem Kinderheim,

oder eine Familie gegründet. Ich wollte

wie meine Mutti vier Kinder haben.

Beim Interessentenwochenende der

DMG im Jahr 2005 fragte ich einen Mitarbeiter:

„Was meinst du, warum sollte

jemand seinen Traumjob und seine Aufgaben

in einer sehr ans Herz gewachsenen

Gemeinde aufgeben?“ Ich bekam eine

überzeugende Antwort: „Es ist so, dass

Gott uns manchmal einfach eine neue

Aufgabe zuweist.“ Nach vielen Gebeten

folgte ich 2006 seinem Ruf: „Hier bin ich,

Herr, sende mich.“

Worte aus der Bibel haben

mir schon oft die Kraft

gegeben, mutig im Glauben

Schritte zu gehen.

Meine englische Heimatgemeinde in

Leipzig sandte mich als Single im Jahr

2007 nach Russland aus. Kurz vor der

Abreise ermutigte mich das Bibelwort:

„Jeder, der sein Haus, seine Geschwister,

seine Eltern, seine Kinder oder seinen

Besitz aufgibt, um mir zu folgen und

das Evangelium weiterzusagen, der wird

schon hier alles hundertfach zurückerhalten

…“ (Mk 10,29).

Fünf Jahre durfte ich in einem Kinderheim

in Kaluga arbeiten. Mit Wika (20)

verbindet mich bis

heute eine besondere

Freundschaft. Sie folgt

Jesus von Herzen und

dient ihrer Gemeinde

als Projektleiterin.

Seit einem Jahr helfe

ich einer kinderreichen Roma-Familie

als Sozialarbeiterin und Pädagogin. Ich

betreue elf Kinder, von denen vier bis

fünf (5 bis 13 J.) unter der Woche bei

mir wohnen, damit ich sie schulisch

und geistlich begleiten kann. Vier haben

bereits Jesus in ihr Leben eingeladen und

wachsen im Glauben.

Jesaja 54 sehe ich als Bestätigung

meiner Berufung, wo es heißt: „Juble und

singe, du Kinderlose! Denn du, die du

allein bist, wirst mehr Kinder haben als

eine Frau, die einen Mann hat … Spare

nicht! … Denn du wirst dich nach allen

Seiten hin ausbreiten.“

Roma-Kinder beim Lernen

10 DMG-informiert | 2 | 2017


UKRAINE

Martin und Anja Teubert

Blind und doch

nicht blind …

Martin und Anja Teubert arbeiten

seit 2003 als DMG-Missionare

im Nordosten der Ukraine. Sie schulen

Mitarbeiter christlicher Gemeinden für

Kinder- und Jugendarbeit und veranstalten

christliche Freizeiten für Kinder

aus Randgruppen und vernachlässigten

Verhältnissen. Hier die Geschichte

einer Frau aus dem Freundeskreis von

Teuberts, die ein außergewöhnliches

Erlebnis mit Gott beschreibt:

„Ich heiße Tanja, bin 31 Jahre alt, Juristin,

und träume davon, einmal Richterin

zu werden. Noch heute staune ich, was

Gott in meinem Leben getan hat. Ich

sehe die Welt mit offenen Augen, und

was ich sehe gefällt mir. Es gab eine Zeit,

da war das absolut nicht so …

Ich bin in einer guten, liebenden Familie

aufgewachsen, die Gott kannte. Seit

meiner Kindheit ging ich zur Kirche und

liebte diese glückliche Zeit. Die ernsthaften

Probleme begannen, als ich acht Jahre

alt war. Damals verlor ich beinahe meine

Sehkraft. Nach einem Jahr bekam ich eine

Brille mit starken Gläsern und es ging

wieder besser. Ständig war ich mit den

Augen in Behandlung, es war sehr teuer.

Mit 15 habe ich den Rest des Augenlichtes

verloren und konnte nur noch ein

paar Zentimeter sehen. Dazu kamen weitere

Krankheiten, so dass ich das letzte

Schuljahr verpasst habe. Womit hatte ich

das verdient?! Alle anderen hatten so ein

tolles Leben – Schule, Abschluss, Freunde.

Ich habe immer nur gehört, was die

anderen erlebten. Manche machten sich

lustig über mich. Ich blieb zu Hause als

das einsamste blinde Mädchen der Welt.

Ich verwandelte mich in eine boshafte

Kreatur, die Gott für ihr Unglück

verantwortlich gemacht hat. Damals war

ich eine Plage für mich und meine Familie,

selbst enge Freunde hatten es schwer mit

mir. Ich vegetierte nur noch vor mich hin.

Ich weiß nicht wirklich, was passiert

ist. Doch irgendwann

habe ich alles losgelassen

und meine

Situation angenommen.

Heute denke

ich, dass mir die Gebete

meiner Familie

und Freunde geholfen haben. Auf einmal

verstand ich, dass es zwei Arten Sehen

gibt: die physische und die geistliche.

Obwohl ich praktisch nichts mehr sah,

außer grellem Licht, erkannte ich Gottes

unendliche Liebe, seine Barmherzigkeit

und Hoffnung für mich.

Gerade als ich akzeptiert hatte, dass

ich nie wieder würde sehen können, bekam

ich mein Augenlicht zurück. Einfach

so, als Geschenk von Gott. Die Ärzte

können sich bis heute nicht erklären wie.

Ich kenne die Antwort: es war Jesus.

Durch die Krankheit hat er mich zu sich

Gott hat Tanja geheilt

Man sieht nur mit dem Herzen

gut. Das Wesentliche ist für

die Augen unsichtbar.

Antoine de Saint-Exupéry

geführt. Jetzt war ich die Glücklichste

auf der ganzen Welt – ich konnte sehen!

Gottes Freundschaft zu mir hat eine lange

Geschichte. Er hat mich immer gesehen,

auch heute. Jeder Mensch ist für Gott ein

Unikat mit unschätzbarem Wert. Wenn

Sie keinen Ausweg mehr sehen und in

Ihrem Leben kein Licht scheint, dann glauben

Sie einfach mit dem Herzen. Sagen

Sie: „Lieber Gott, ich will sehen!“

Noch ein Wort zur Situation im Land

und unserer persönlichen Zukunft: Die

Kämpfe im Osten der Ukraine haben leider

nicht aufgehört.

Wir haben einige im

Bekanntenkreis, die

immer wieder dort

sind: als Seelsorger,

Grenzwache und

im medizinischen

Einsatz. Bisher sind alle lebend zurückgekehrt.

Ab und zu sieht man auf dem

Friedhof die Beerdigung eines gefallenen

Soldaten.

Für uns als siebenköpfige Familie heißt

es Abschied nehmen von der Ukraine.

Wir werden ab Sommer 2017 den DMG-

Mitarbeitern Klaus und Fränzi Libuda in

Rostock helfen, eine christliche Gemeinde

aufzubauen. Dringend benötigen wir

für uns als Großfamilie ein geeignetes,

günstiges Haus im Raum Rostock. Bitte

beten Sie für uns, unsere Kinder und den

anstehenden Umzug.

DMG-informiert | 2 | 2017

11


ASIEN

INDIEN

Jahreseinsatz: Kristina / Helena

Sola fide!

Was wäre wenn?

Was wäre, wenn du plötzlich alles

verlierst; deinen Job, dein Geld,

dein Haus, dein Ansehen? Wenn du nicht

mal mehr das Schulgeld deiner Kinder

bezahlen könntest? Was, wenn du dir

Sorgen um dein täglich Brot machen

müsstest?

Genau das passierte Familie S. hier in

Indien. Der Vater hatte eine gute Arbeit

und konnte es sich leisten, die Kinder

auf eine teure Schule zu schicken. Dann

geschah das Unglück, die Firma brach

zusammen. Der Mann verlor alles, die

Familie musste ihr Haus verlassen und

die Kinder ihre Schule wechseln. Sie

kämpften jahrelang um jeden Cent, um

überhaupt etwas zu Essen zu haben.

2007 jedoch hatte der Vater genug

von Gelegenheitsjobs und dem Elend

überall. Er fasste einen Plan: Er wollte

Jesus Christus voll vertrauen! Kurzerhand

beschloss er, ein Grundstück zu kaufen

und eine Schule für arme Kinder aus den

Slums zu gründen. Mit nur zwei Schülern

Bitte beten Sie mit:

27. MAi-27. Juni 2017

Glaube, Liebe, HofFnung - fur

die islamische Welt beten

startete er die „Emmanuel Public School“

hier in Pune.

Obwohl er zu Beginn nur wenige Schüler

und Platz hatte, zweifelte er nicht. Er

lebte den Glauben, dass er Kindern helfen

kann und schon noch mehr kommen

würden. Sein Glaube hat sich ausgezahlt.

Über die Jahre ist die Schule immer

bekannter geworden. Stück für

Stück kaufte er umliegende Gebäude

dazu, um zu vergrößern. Heute, nach

zehn Jahren, unterrichten 15 Lehrer 350

Kinder, von den ganz Kleinen bis zur

zehnten Klasse.

Sie lernen alle normalen Fächer wie Mathematik;

zusätzlich können die Kinder

im Chor singen, tanzen und basteln. Das

genießen sie sehr. Wichtig ist die kostenlose

warme Mahlzeit, die sie jeden Mittag

bekommen, für viele das einzige richtige

Essen am Tag.

An dieser Schule arbeiten Helena und

ich (Kristina) seit Januar mit und unterrichten

Vorschulkinder.

Jordanien-Reise:

30 TAGE GEBET FÜR DIE ISLAMISCHE WELT –

GEBET VERÄNDERT DIE WELT UND UNS DAZU

27.10.–04.11.2017

Biblisch-archäologische Spurensuche

Lassen Sie sich vom hamitischen Königreich überraschen:

Wir reisen durchs biblische Ostjordanland auf den Spuren der Erzväter,

des Volkes Israel, der Propheten und von Fur Jesus, die islamische erkunden Ruinen Weltder Römer,

Griechen, Byzantiner, Mameluken und Kreuzritter. Entspannung im Toten und

Roten Meer und bei den heißen Quellen

von Mai’in. Ab 1.768 Euro (50 Euro

Frühbucher-Bonus).

Bitte senden Sie mir kostenlos:

Information und Anmeldung:

Exemplar/e „30 Tage Gebet Gerd Sigrist, für die Tel. islamische 07265 Welt“ 8610;

E-Mail: Gerd.Sigrist@gmx.net

Exemplar/e Ausgabe für Kinder und Familien

Coupon bitte abtrennen und einsenden an:

Deutsche Evangelische Allianz | Esplanade 5–10a | 07422 Bad Blankenburg

Tel: 03 67 41 / 24 24 | Fax: 03 67 41 / 32 12 | versandstelle@ead.de

www.30tagegebet.de

Das Ankommen im fremden Land und

in der neuen Kultur war nicht einfach.

Weil eine Lehrerin erkrankte, mussten

wir bereits am zweiten Tag alleine unterrichten.

Aber wir haben unseren Glauben

nicht aufgegeben. An diesem Ort will

Gott uns haben. Nach einem Monat hat

sich viel getan. Wir lieben die indische

Kultur. Eine Schweizerin indischer

Herkunft half uns beim Einleben. Wir

verstehen uns gut mit Zimmernachbarn

und Lehrern. Sie haben uns in ihre Kirchen

eingeladen … und indische Tempel

gezeigt. Wir lernen die Schüler immer

besser kennen und mögen sie sehr.

Also, was wäre wenn? Es geschieht

manches im Leben, was man erst nicht

versteht. Herr S. hat seinen Glauben

nicht aufgegeben. Deswegen können wir

heute hier helfen. Gib deinen Glauben

nicht auf und sieh nicht schwarz. Jesus

kennt dein Leben und hat einen perfekten

Plan. Sola fide – alleine durch Glauben!

6. Juni-5. Juli 2016

Glaube, Liebe, HofFnung - fur

die islamische Welt beten

30 Tage

Absender:

Name

Anschrift

PLZ/Ort

Tel./Fax

E-Mail

30 TAGE GEBET FÜR DIE ISLAMISCHE WELT –

GEBET VERÄNDERT DIE WELT UND UNS DAZU

Absender:

12 DMG-informiert | 2 | 2017


AFRIKA

MOSAMBIK

Angelika Maader / Inge Michel

Zweimal

geboren

Moschee in Nordmosambik

Wie die meisten Menschen in den

Küstengebieten des nördlichen

Mosambik ist Mame in eine muslimische

Familie hineingeboren worden. Sein Onkel

war Leiter der örtlichen Moschee und

sorgte dafür, dass der Junge die Madrasa

(Koranschule) besucht und eifrig Suren

des Korans auswendig gelernt hat. Von

Kindheit an wollte Mame Allah dienen

und ihn genau kennenlernen.

Eines Tages in der Stadt schenkten

Christen ihm eine Bibel. Immer wieder

las er darin und verglich sie mit dem

Koran. Innerlich unruhig suchte er

Antworten auf die brennende Frage, wer

der wahre Gott sei. Er begann, Koranwissenschaften

zu studieren. Begeistert von

Mames Entschluss, bezahlte sein Onkel

einen Teil der Studien.

Doch nachts quälte Mame sich mit

Fragen: „Was ist mit meinem Leben nach

dem Tod? Kann ich vor Allah bestehen?“

In einem Traum sah er den Himmel offen

und sich selbst an der Tür stehen, doch

er fand keinen Einlass. Seine guten Werke

konnten nicht bestehen.

Gleichzeitig erschien ihm

im Traum immer wieder

ein Engel, der ihn klar aufforderte,

an Jesus Christus

zu glauben. Der Engel

sagte: „Jesus ist auch dein

Erlöser. Er will, dass du zu

ihm kommst.“

In der Bibel fand Mame die gleichen

Aussagen. Eines Nachts weinte er und

flehte Jesus an, ihn zu erlösen und in sein

Leben zu kommen. Er wollte endlich

In einem Traum sah er

den Himmel offen und

sich selbst an der Tür

stehen, doch er fand

keinen Einlass.

Gewissheit haben, ob er eines Tages in

den Himmel und in Gottes Gegenwart

kommen würde. Ab dieser Nacht war

Mame wiedergeborener Christ.

Als sein Onkel und die Familie von

der Wende in Mames Leben erfuhren,

bedrohten sie ihn. Er

wurde ausgestoßen.

Seine Frau verließ ihn,

die Kinder wurden ihm

weggenommen. In allen

Anfechtungen blieb er

Jesus treu.

Seit Februar studiert

Mame Theologie an unserem Bibelseminar

INTENA. Sein Ziel ist, anderen

Muslimen den Weg zu Jesus zu zeigen.

DMG-informiert | 2 | 2017

13


AFRIKA

SIMBABWE

Martin und Silke Waldvogel

NAMIBIA

Dagmar Henchoz

„Allein aus Glaube …“

„Erinnerst du

dich noch an mich …?“

Wir sind dankbar, wieder in

unserem afrikanischen Zuhause

zu sein. Nach Monaten ohne Regen

ist hier alles staubig und trocken. Wir

sehen hohes, gelbbraunes Buschgras und

Straßen mit Schlaglöchern in rötlichem

Sand. Wenn es dunkel wird, schließen wir

uns ein, wegen der vielen Einbrecher. Oft

wird unser Schlaf vom Bellen der Wachhunde

unterbrochen.

Derzeit sind 90 Prozent der Bevölkerung

Simbabwes arbeitslos. Es gibt kaum

Bargeld, die Wirtschaft liegt am Boden.

Jeder vierte Bewohner hat die tödliche

Immunschwächekrankheit Aids. Es gibt

zwei Millionen Aidswaisen. Die Stimmung

ist frustriert und hoffnungslos.

Die Freude über

unsere Ankunft dagegen

ist unübersehbar.

Viele nehmen uns

strahlend in den Arm

und sagen: „Schön,

dass ihr endlich wieder

da seid!“ Andere

können es nicht fassen, dass wir trotz der

schwierigen Lage im Land wirklich wiedergekommen

sind. „Ist in Deutschland

nicht alles viel einfacher?“, fragen sie. „Da

funktioniert doch alles!“

Es ist vielleicht einfacher in Deutschland,

und die Dinge funktionieren wirklich

besser. Doch hier ist der Ort, an den

Gott uns gestellt hat. Je dunkler die

Nacht, desto mehr brauchen die Menschen

Gottes helles Licht!

Seit 14 Jahren unterrichten

wir in Schulen und zeigen

Kindern und Jugendlichen

auf, wie sie sich vor Aids

schützen können.

In Psalm 78 werden wir angehalten,

Kindern von Gott zu erzählen, damit sie

ihm vertrauen und gute Wege im Leben

gehen. Diese Verse sind uns Motivation

im Dienst. Seit 14 Jahren unterrichten

wir in Schulen und zeigen Kindern und

Jugendlichen auf, wie sie sich vor Aids

schützen können. Jede Woche erreichen

wir 600 Kinder mit der Hoffnungsbotschaft

von Jesus. Im Waisenheim und

bei Freizeiten geben wir seine Liebe und

praktische Lebenshilfe weiter. Wir säen

wertvolle Samen in ihre Herzen, die eines

Tages aufgehen und das Land verändern.

Kürzlich in der Stadt kam ein junger

Mann auf Martin zu: „Hallo, Onkel Simba“

(Martins Name auf Shona). „Kennst

du mich noch?“, lächelte

er. Kuda war als Kind bei

einer unserer Freizeiten.

Die Bibelgeschichten

haben sein Leben verändert.

Noch zehn Jahre

später hat er seinen

„Pass“ in der Tasche, den

wir damals mit ihm gebastelt hatten. Mit

diesem Ausweis zeigen wir Kindern, wie

wertvoll sie von Gott geschaffen sind. Ein

anderer junger Mann erzählte, dass er

wegen unserer Kinderstunden als einziger

seiner Klasse nicht dem Alkohol verfallen

ist und kein uneheliches Kind hat. Es

lohnt sich, in junge Menschen zu investieren.

Von Herzen danken wir Ihnen für

Ihre Treue im Beten und Geben.

… kann meine Freundin C. ihr Leben

leben: Sie wohnt in Grootfontein, wo ich

sie kürzlich besucht habe. Lange hatten

wir uns nicht gesehen. Wir freuten uns

und erzählten von den Monaten zuvor.

Mit der Zeit merkte ich, dass etwas nicht

stimmte. Dann rief sie ihren Sohn dazu,

der langsam ins Wohnzimmer geschlurft

kam. Er stand vor mir, halb schlafend, und

konnte sich kaum auf den Beinen halten.

Ich war tief erschüttert. Der junge

Mann war nicht mehr er selbst. Früher als

Informatikstudent in Windhoek war er

quicklebendig. Meiner Freundin standen

Tränen in den Augen als sie erzählte, was

passiert ist.

Die Universität

meldete sich, weil ihr

Sohn Drogen nahm.

Die Universität hatte sich bei ihr gemeldet,

weil die Leistungen ihres Sohnes

immer schlechter wurden. Es stellte sich

heraus, dass er Drogen nahm. Falsche

Freunde hatten ihn auf die schiefe Bahn

gebracht. Jetzt lebt er wieder daheim und

versucht, von den Drogen wegzukommen.

Gemeinsam beteten wir für ihn. Sie

dankte Jesus, dass er mit ihr durch diese

schwere Zeit geht.

Meine Freundin hat schon viel Schweres

erlebt: den ungeklärten Tod eines

ihrer Söhne im Schwimmbad vor ein

paar Jahren, ihre Tochter starb an Aids,

sie selbst ist ebenfalls daran erkrankt.

Trotzdem hält sie an Jesus fest, sie ist mir

ein großes Vorbild im Glauben.

Danke, dass Sie für meine Bekannte

und ihren Sohn beten. Und für mich, dass

wir weiter unser ganzes Vertrauen in

Jesus Christus setzen, der alles kann. Beten

Sie bitte besonders dafür, dass mein

Visum genehmigt wird und ich Namibia

nicht verlassen muss.

14 DMG-informiert | 2 | 2017


AMERIKA

HEIMATZENTRALE

NEU: Simon und Tamara Bohn

ALASKA

Martin und Silke Hornfischer

Vom Monolog zum Dialog

Maren

Meine Frau und ich sitzen in einem

Airbus A319 im Landeanflug auf

Arequipa, Peru. Wir werden durch starke

Windböen durchgeschüttelt, das Flugzeug

ächzt und knarrt. Immer wieder fällt es in

ein Luftloch, es dreht uns beinah den Magen

um. Der Pilot bricht den Landeanflug

ab, dasselbe beim

zweiten Versuch.

Zurück auf Flughöhe

drehen wir Kreise,

in der Hoffnung,

dass sich der Wind

legt. Der dritte

Landeanflug ist der

schlimmste. Mein

Nebensitzer ist kreidebleich

und fragt:

„Haben Sie keine

Angst?“ Mir ist nicht

ganz wohl. Ich hoffe

und bete, dass der Pilot kein unnötiges

Risiko eingeht. Am Ende müssen wir auf

einem Ausweichflughafen landen …

Besser läuft es ein andermal mit

einem Wasserflugzeug im

Gewitter. Die Cessna

wird umhergeworfen

Jael

Glaube trägt dich

durch den Sturm

Simon Bohn ist als neuer

Personalleiter der DMG

für die Betreuung unserer

Missionare in Amerika

zuständig. Vorher waren

er und seine Frau Tamara

mit ihren Kindern Salome,

Maren und Jael Missionare

von Indicamino in Peru.

Salome

wie ein Papierdrache. Wasser dringt ein,

meine Beine sind nass. Der Pilot sieht

nicht die Notwendigkeit, zu landen und

besseres Wetter abzuwarten. Er zeigt

in die Ferne und meint: „Da hinten wird

es hell. Wenn man in so dichte Wolken

kommt, muss man immer zum Licht hin

fliegen.“ Ich fühle mich

sicher, weil ich den Piloten

kenne und ihm vertraue.

Ich weiß, wie gut Missionspiloten

trainiert sind.

Ich beobachte staunend,

in welcher Ruhe er das

Flugzeug durchs Gewitter

steuert.

Was hat den Unterschied

gemacht? Dass

ich den zweiten Piloten

kannte und mit ihm über

Kopfhörer im Gespräch

war. Er gab mir Vertrauen, ich fühlte mich

sicher.

Jesus ist der Pilot unseres Lebens. Ihm

„ist gegeben alle Gewalt im Himmel und

auf Erden“. Ihn zu kennen und mit ihm

zu reden, gibt Vertrauen. Jesus hat die

Kontrolle, immer! Er sagt: „Fürchte dich

nicht! Ich bin der Erste und der Letzte

und der Lebendige! Ich war tot und siehe,

ich bin lebendig … und habe die Schlüssel

des Todes und der Hölle“ (Offb 1,17f).

Er zeigt in die Ferne, wo es hell ist,

hin zu Gott. Das ist eine wirklich

frohmachende Botschaft für uns

und die ganze Welt.

enn meine Freunde sich doch

„W nur mal in die Gemeinde einladen

lassen würden! Da könnten sie die

frohmachende Botschaft von Jesus hören.

Unser Pastor predigt klar und anschaulich,

das müssten sie hören!“ So dachte

ich früher oft. Doch der klassische Gottesdienst

ist immer noch zu sehr Monolog

von der Kanzel herab. Vom Inhalt her

glaubwürdig, doch das Drumherum ist

für außenstehende Freunde und Bekannte

schwer nachzuvollziehen.

Ganz anders in unserem Hauskreis, zu

dem wir uns jetzt wöchentlich zusätzlich

zum Gottesdienst sonntags treffen.

Ungezwungen können wir einladen, die

Hemmschwelle ist niedrig. Die offene,

persönliche Atmosphäre unterstreicht

die Glaubwürdigkeit der Bibel, die wir

gemeinsam unter Führung des Heiligen

Geistes lesen. Reges Gespräch entwickelt

sich bei ein paar Stück Kuchen bis nach

22 Uhr, wenn die Temperaturen hier

bereits unter minus 40 Grad fallen. Der

Dialog wird durch Gebet geschlossen.

Dann geht’s nach Hause, wohlgenährt an

Leib, Seele und Geist.

Von den wenigen Hauptamtlichen

erwartet man oft unbewusst, dass sie

fürs Gemeindewachstum verantwortlich

sind. Hauskreise nehmen ihnen einen Teil

dieser Last ab. Wir brauchen neue Ansätze,

um die Menschen zu erreichen. In der

Bibel waren Hausgemeinden die Regel.

Also lasst uns die Ärmel hochkrempeln.

Sprechen Sie mit Ihrer Gemeindeleitung,

wie ein Hauskreis aussehen könnte und

welche Rolle Sie dabei haben. Und dann

lassen Sie sich von

Kolosser 4,15 inspirieren:

„Grüßt

alle Christen in

Laodizea von

mir, vor allem

Nympha und

die Gemeinde,

die sich in ihrem

Haus versammelt.“

Grafik: BSGStudio –

all-free-download.com

DMG-informiert | 2 | 2017

15


AMERIKA

ECUADOR

Horst und Sigrid Rosiak

BRASILIEN

Bernhard und Elke Grupp

Alles hat

seine Zeit …

So beginnen einige Verse im

Buch des Predigers Salomo. Mit

diesen Worten begannen auch mehrere

Rückmeldungen unserer Hörer,

nachdem wir ihnen eröffnet hatten,

dass die Andenstimme aus Quito

ihre letzte deutschsprachige Sendung

am 31. Dezember 2016 ausstrahlen

würde. Wegen Mitarbeitermangel

und ständiger Überlastung hatten

unser Team und der ecuadorianische

Verein diese schwere Entscheidung

getroffen.

63 Jahre lang sind von Quito aus

christliche Programme in deutscher

Sprache ausgestrahlt worden, für

deutschsprachige Hörer in Lateinamerika

und weltweit. Über wie

viele positive Hörerreaktionen

durften wir

uns in all den Jahren

freuen. Wir können

nur vermuten, wie

viele Menschen durch

unsere Programme

gesegnet wurden.

Gerade in den letzten

Wochen erhielten wir

noch mehr Post als

sonst von Hörern, die

teilweise jahrzehntelang treu unsere

Programme eingeschaltet haben. Für

viele waren unsere Sendungen fester

Bestandteil ihres Alltags.

Besonders berührt uns, wenn

Hörer mitteilen, dass sie sich als

Reaktion auf eine Sendung wieder

neu für den Glauben entschieden

haben. Viele in ihrem Alltag mit Gott

zu ermutigen und seelsorgerlich wei-

Doch lassen Sie uns

nach vorne schauen:

Jetzt geht es weiter

mit der Ausstrahlung

christlicher

Radiosendungen in

Indianersprachen.

Horst und Kichwa-Indianer bei

einem Live-Programm

terzuhelfen, war uns eine Freude. Wir

sind dankbar für die Jahre, in denen

wir deutsche Programme in Quito

produzieren konnten.

Doch lassen Sie uns nach vorne

schauen: Jetzt geht es weiter mit der

Ausstrahlung christlicher Radiosendungen

in Indianersprachen. Seit 2009

sind wir verantwortlich für einen

Regionalsender, der auf Kurzwelle die

Sprachen Kichwa, Cofán, Waorani,

Shuar, Chapaláa und Spanisch bedient.

Unsere Sendungen kommen an. Ein

Hörer schrieb:

„Vielen Dank, liebe Brüder. Ich höre

euch ab 3.30 Uhr in der Früh den

ganzen Tag, sogar draußen auf dem

Feld. Dank euch habe

ich geistliche Nahrung in

meiner Muttersprache

Kichwa. Gott segne euch

für euren Dienst! Auch

meine Freunde, die keine

Christen sind, hören

euch.“

Zudem stellen wir

künftig einheimischen

Produzenten unsere Infrastruktur

und unser Studio

zur Verfügung und schulen Einheimische

in Sachen Radiomission.

Übrigens: In der zweiten Jahreshälfte

2017 sind wir in Deutschland

und informieren Sie gern über die

neue, wichtige Aufgabe, Indigenen in

Ecuador übers Radio das Evangelium

zu bringen. Laden Sie uns in ihre

Gemeinde ein, wir freuen uns auf die

Begegnungen.

„Einen wie Jesus

kannten wir nicht“

Mit dieser Geschichte eines

18-jährigen Canela, der nun selbst

ein treuer Mitarbeiter in Kinderprogramm

und Gemeinde ist,

grüßen wir Sie herzlich und

danken für alle Gebete.

lles begann vor unserer Hütte.

„AIch wusste nichts über Jesus

und nicht, was Missionare genau sind.

Nur, dass sie als Ausländer von weit her

kommen. Als ich zehn Jahre alt war, saß

ich gerne vor der Hütte. Sonntagmorgens

sah ich immer, wie Bernardo durchs Dorf

ging und alle Kinder zusammenrief. Wir

kannten seinen Sing-Sang, den ihm unsere

alten Indianer beigebracht hatten: ‚Me

ahkrare, ajpên me te ~ …! Hallo Kinder,

kommt alle, jetzt hören wir Geschichten

von Gott und spielen!‘

Eines Tages folgte ich dem Ruf. Ich

liebte die Spiele und Geschichten von

Jesus. Ich spürte, dass es wahr ist, was

Bernardo erzählte. Dass Jesus für mich

gestorben ist und meine Sünden vergibt.

Einen, der uns liebt wie Jesus, kannten

wir vorher nicht. Vor den Geistern hat

unser Volk Angst, denen müssen wir

immer etwas geben oder Feste veranstalten,

damit sie zufrieden sind und uns

in Ruhe lassen. Bei Jesus hatte ich keine

Angst. Er liebt mich.

Ich bin Jesus so dankbar, weil er mein

Freund und Stellvertreter ist. In unserer

Kultur braucht jeder einen Stellvertreter.

Besonders wir Jungs während unserer

Initiationsriten. Hat man etwas Dummes

angestellt, wird man während des Fests

vor allen Mädchen bestraft und an den

Ohren hochgezogen. Das ist peinlich und

16 DMG-informiert | 2 | 2017


BRASILIEN

Stefanie Rauscher

tut weh. Sieht mein Stellvertreter,

dass ich bestraft werde, rennt er

schnell vor, tritt an meine Stelle

und bekommt die ganze Strafe und

Schande ab.

Bernardos Sohn Tim spielte

immer mit uns Fußball. Das war

toll, wir wurden Freunde. Als ich

13 Jahre alt war, musste er mit

seiner Familie nach Deutschland.

Ein anderer Pfarrer besuchte uns

im Dorf und erzählte von Jesus, an

den ich inzwischen glaubte. Als sie

wiederkamen, ging ich gerne zu den

Gottesdiensten. Tim holte mich

immer ab. Das machte es leichter,

denn als Indianer geht man nirgends

alleine hin und eigentlich nur zur

Verwandtschaft.

Als Bernardo mit einem Team die

Hörbibel in meiner Sprache aufgenommen

hat, durfte ich den zwölfjährigen

Jesus sprechen. Jeder, der

bei der Aufnahme half, bekam eine

Bibel geschenkt. Sie ist in unserer

Sprache viel einfacher zu verstehen

als auf Portugiesisch. Ich merkte,

dass Gottes Wort die Wahrheit ist.

So lernte ich im Glauben, Gott und

den Nächsten lieben und auf dem

richtigen Weg zu gehen. Ich erlebte,

wie Gott seine Versprechen hält

und hilft.

Ich werde oft von anderen dumm

angemacht: ‚Auf, lass uns das Leben

auskosten, solange wir jung sind.

Aber, ach du Armer, du bist ja

Christ!‘ Wir christlichen Jugendlichen

bleiben dann immer ruhig und

schauen, dass wir dem Ärger aus

dem Weg gehen. So bleibt unser

Leben glaubwürdig. Und wir beten,

dass noch viele im Dorf zu Jesus

finden.“

Wie Jesus ins

Gefängnis kommt

Fabio ist 18 Jahre alt und hat sich

vor kurzem taufen lassen. Für

das Team unseres sozialmissionarischen

Projekts PróVIDA (Für das

Leben) ist er ein Beweis, wie Jesus

Leben verändert:

„Ich heiße Fabio und bin bei meiner

Oma und meinem Onkel aufgewachsen.

Mein Vater hat viele Banken ausgeraubt,

bis er eines Tages bei einem

Banküberfall ums Leben kam. Als Kind

hatte ich oft Hunger und war gezwungen,

mir irgendwie Geld zu beschaffen.

Anfangs verkaufte ich noch Bonbons.

Doch ich beobachtete auch meine

Cousins, die Drogen verkauften und

sich viel leisten konnten. Ich wollte so

viel haben wie sie und

wurde Drogendealer. Damals

hatte ich eine Waffe

und lebte wie im Krieg.

Immer gab es jemand, der

mich umbringen wollte.

Eines Tages, müde vom

kriminellen Leben und

der ständigen Angst, betete

ich, dass Gott mein

Leben verändern würde.

Danach wurde ich festgenommen.

Es war nicht meine erste Festnahme,

doch diesmal hatte Gott seine Hand

mit im Spiel. Denn im Gefängnis bekam

ich Besuch von jungen Erwachsenen

des Vereins PróVIDA (Für das Leben).

Ein Zellennachbar sagte, dass diese

Jungs jede Woche kommen, sogar

während der Regenzeit. Sie hatten eine

Gitarre dabei und haben gesungen. Ihre

Lieder und Botschaft haben mich total

angesprochen. Ich weinte sehr und

Sie hatten eine

Gitarre dabei und

haben gesungen.

Ihre Lieder und

Botschaft haben

mich total angesprochen.

schenkte Jesus mein Leben. Dieser Tag

hat alles verändert. Heute lese ich die Bibel

und versuche, nach ihr zu leben. Ich

rede mit den anderen jungen Männern in

der Strafanstalt über Jesus. Das ist nicht

immer einfach, sie ziehen mich gerne

damit auf. Manche sind eifersüchtig, weil

ich durch mein gutes Verhalten Hafterleichterungen

bekommen habe. Zu

Hause sind alle gespannt, wie Jesus mein

Leben verändert hat.

In der Haft bin ich viel alleine und

freue mich auf die Mitarbeiter von

PróVIDA. Sie kommen jede Woche,

gehen von Zelle zu Zelle, erzählen von

Jesus, haben ein offenes Ohr und beten

mit uns. Mit ein paar machen sie einen

Jüngerschaftskurs. Wir lesen gemeinsam

die Bibel, stellen Fragen und

bekommen Antworten.

Das ist cool. Ich freue mich

schon auf meine Entlassung.

Dann werde ich zurückkommen

und selbst Jugendlichen

im Gefängnis von Jesus

erzählen.“

Zehn Jahre arbeite ich

schon in der Millionenstadt

Belém. Neben dem Besuch der Jugendgefängnisse

haben wir ein Kinderheim

und leiten örtliche Kirchen an, bedürftigen

Kindern und Jugendlichen ihrer

Umgebung zu helfen. Ab April bin ich in

Deutschland. Wenn sie mehr erfahren

möchten, laden Sie mich über die DMG

in Ihre Gemeinde, Hauskreise oder

Jugendgruppen ein. Ich freue mich auf die

Begegnung mit Ihnen.

DMG-informiert | 2 | 2017

17


AMERIKA

Stell dir vor …

… du feierst bei über 30 Grad im Schatten

Weihnachten in deiner lateinamerikanischen

Gastfamilie, doch der „Rest“

deiner Familie feiert 10.500 Kilometer

entfernt gemeinsam, wie jedes Jahr. Silvester

lassen es deine Freunde auf einer

Skihütte in den Alpen so richtig krachen,

du dagegen verbringst die Zeit mit mehreren

quirligen Kindern „gemütlich“ auf

einem sonnigen Gelände im Regenwald

Paraguays.

Du hast voller Enthusiasmus deinen

Freiwilligendienst begonnen, die Feiertage

auch schön verbracht, doch irgendwie

fehlt dir die Heimat. Du bist hin- und

hergerissen und brauchst vielleicht Unterstützung.

Personen, die gerade für dich

da sind … für dich als Freiwilligen. Menschen,

die dich an die Hand nehmen, in

die Kultur einführen, Verständnis haben

und helfen, dass deine

Zeit im Gastland zu

einer bereichernden

und prägenden

Erfahrung für dich

und die Einsatzstelle

wird. Zum Beispiel

uns: Christine und

Jonathan mit unserem

Sohn Noah David.

Von Aalen aus bereiten wir uns

derzeit auf unseren Einsatz als Kurzzeit-

Koordinatoren in Paraguay vor. Geplant

ist, dass wir Mitte dieses Jahres mit der

DMG-Partnermission SIM in Asunción

und Umgebung tätig werden. Zunächst

werden wir sechs bis neun Monate

Spanisch lernen, bevor wir FSJ-ler, Ehrenamtliche,

Praktikanten und Kurzzeitmissionare

betreuen. Wir organisieren

deren Aufenthalt, führen sie in die Kultur

und Gepflogenheiten des Landes ein,

Ein Freiwilligendienst

führt oft dazu, dass

Menschen an ihrer

Persönlichkeit und im

Glauben wachsen. Das

wollen wir fördern.

halten Seminare, ermutigen, beraten,

regeln Finanzielles und helfen ihnen in der

Öffentlichkeitsarbeit.

Die Kurzzeitler helfen anderen Missionaren,

unterrichten Missionarskinder,

arbeiten in theologischen Ausbildungsstätten

und Schulen mit oder renovieren.

Wir freuen uns, sie zu unterstützen, und

sind gespannt, was uns alles erwartet.

Nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin

hat Christine selbst zehn Monate in

Indien in einem Mädchenheim mitgeholfen,

bevor sie als Fachlehrerin an einer

Sonderschule tätig war. Ich (Jonathan)

habe mein Freiwilliges Soziales Jahr in

Bayern absolviert, Sozialmanagement

studiert und u.a. im Bereich Freiwilligendienste

gearbeitet. Beide haben wir uns

in der Jugendarbeit engagiert. Denn uns

ist wichtig, dass junge Menschen ihren

Platz in der Gesellschaft

finden und Gott (besser)

kennenlernen.

Ein Freiwilligendienst

führt oft dazu, dass Menschen

an ihrer Persönlichkeit

und im Glauben

wachsen. Das wollen wir

fördern. Kurzeinsätze

machen Lust auf mehr.

Ehemalige werden selbst Missionare oder

bleiben mit der DMG, dem Einsatzland

und den Missionaren vor Ort verbunden.

Über Kontakt mit euch freuen wir

uns sehr! Auf Wunsch senden wir gerne

unseren Rundbrief zu. Schreibt einfach an

rundbrief@update-winarske.de.

Mehr Aktuelles findet ihr schon bald

auch auf unserer neuen Webseite unter:

www.update-winarske.de

Stichwort für Spende:

P10830 C&J Winarske

NEU: Winarskes werden Kurzzeit-

Mitarbeiter in Südamerika betreuen

Familie Winarske

Paraguay

Christine

Noah

Worin auch immer

eure Arbeit besteht –

tut sie mit ganzer Hingabe,

denn ‚letztlich‘ dient ihr

nicht Menschen,

sondern dem Herrn.

Kolosser 3,23 (NGÜ)

Kurzzeit-Koordination

Jonathan

18 DMG-informiert | 2 | 2017


TERMINE

HERZLICHE EINLADUNG

Veranstaltungen:

01.–02.04.2017: Missionswochenende

51570 Rosbach, Tel. 02292 5791

23.04.2017: Missionstag Darmstadt-Stadtmission

64283 Darmstadt, Tel. 06151 26290

29.-30.04.2017: Missionswochenende

Bibelschule Brake

32657 Lemgo, Tel. 05261 80920

21.05.2017: DMG-Erlebnistag (siehe Rückseite)

Tag der offenen Tür, Buchenauerhof

22.–23.07.2017: JuMi 2017

Das Jugend-Missions-Event

Buchenauerhof, Tel. 07265 959-151

www.jumi.online

12.–19.08.2017: Auszeit mit Inhalt

DMG-Freizeit auf dem Buchenauerhof

www.auszeit-mit-inhalt.de

24.09.2017: Herbstmissionsfest

Buchenauerhof, Tel. 07265 959-151

www.DMGint.de/HMF

08.–12.05.2017

Missionsfreizeit

Buchenauerhof

Mit Gerd Sigrist,

Detlef Garbers und DMG-Missionaren

Zeit für gemeinsames Bibellesen, Gebet und spannende Berichte

aus der Mission. Dazu Erholung und Gemeinschaft in der

schön gelegenen DMG-Zentrale. Kosten: ab 176,00 Euro (VP, DZ)

Information und Anmeldung:

DMG, Luise Kreb, E-Mail: LKreb@DMGint.de, Tel. 07265 959-151

Treffen Sie uns an Infoständen:

15.–17.04.2017: Osterkonferenz Gunzenhausen

29.04.–01.05.2017: STEPS Konferenz

(ehem. Dillenburger Jugendtage)

07.05.2017: ICF Karlsruhe „Sunday of Hope“

Impressum

Herausgeber:

DMG interpersonal e.V.

Buchenauerhof 2, D-74889 Sinsheim

Tel.: 07265 959-0, Fax: 07265 959-109

Kontakt@DMGint.de • www.DMGint.de

Bei Adressänderungen: Tel. 07265 959-128, Adressen@DMGint.de

Schriftleitung: Dr. Detlef Blöcher

Redaktion: Theo Volland (Redaktion@DMGint.de)

Layout: David Spieth

Erscheinung: Sechsmal jährlich

Titelfoto: Momesso – stock.adobe.com

Spendenkonten:

Volksbank Kraichgau, DMG

IBAN: DE02 6729 2200 0000 2692 04

BIC: GENODE61WIE

Schweiz: Swiss Post, SMG

Vermerk: DMG

IBAN: CH92 0900 0000 8004 2881 3

BIC: POFICHBEXXX

Die Arbeit der DMG ist als steuerbegünstigt anerkannt. Spenden werden

im Rahmen der Satzung entsprechend der Zweckbestimmung für

missionarische oder mildtätige Zwecke eingesetzt. Stehen für ein Projekt

ausreichend Mittel zur Verfügung, wird die Spende für einen ähnlichen

satzungsgemäßen Zweck verwendet.

Bitte geben Sie im Überweisungsträger das Stichwort, den Namen

eines Missionars, „DMG“ oder „Wo am nötigsten“ an. Herzlichen Dank!

Datum Datum Unterschrift(en)

IBAN IBAN

06 06

Angaben Kontoinhaber: zum Kontoinhaber: Name, Vorname/Firma, Name, Vorname/Firma, Ort Ort (max. 27 Stellen, keine Straßen- oder Postfachangaben

PLZ Freundesnummer Straße Spenders: (falls bekannt) (max. 27 Stellen) PLZ und Straße des Spenders

Spenden-/Mitgliedsnummer Missionarsnummer/Projektnummer oder Name des Stichwort Spenders bzw. - (max. Name 27 Stellen) des Missionars

ggf. Stichwort

Betrag: Euro, Euro, Cent Cent

G E N O D E 6 1 W I E

Danke!

BIC BIC des des Kreditinstituts (8 oder 11 Stellen)

SPENDE

SPENDE

D E 0 2 6 7 2 9 2 2 0 0 0 0 0 0 2 6 9 2 0 4

IBAN IBAN

D M G 7 4 8 8 9 S i n s h e i m

Angaben zum zum Zahlungsempfänger: Name, Name, Vorname/Firma (max. 27 Stellen, bei maschineller Beschriftung max. 35 Stellen)

Name Name und und Sitz Sitz des des Überweisenden Kreditinstituts BIC BIC

Staaten in in Euro. Euro.

SEPA-Überweisung/Zahlschein

Für Für Überweisungen

in in Deutschland und und

in in andere EU-/EWR-

-


Erlebnistag

21. Mai 2017 | 10–18 Uhr

Buchenauerhof 74889 Sinsheim

Ein Tag der offenen Tür

für die ganze Familie

Jung und Alt erleben Eindrücke, Düfte und Kulinarisches

aus anderen Kulturen und können

Alltagserlebnisse aus aller Welt nachempfinden.

Eine interaktive Ausstellung der DMG und befreundeter

Werke lädt ein, Glaube kreativ anschaulich

zu machen, sei es mit Medien, Kunst oder in der

Flüchtlingshilfe – eine Ideensammlung mit Flair

für Gemeinden. In dieser Sammlung interaktiver

Ausstellungen gibt es eine Deutschlandpremiere:

die „Knetgummibibel abenteuer“ der französischen

Künstlerin Myriam Schott. Neben einem Kindergottesdienst

stehen verschiedene Gottesdienste

zu den Themen Lobpreis, Klage oder Gottes Wort

zur Auswahl. Herzliche Einladung!

www.DMGint.de/Erlebnistag

DMG und TSA Präsentieren:

2017

Das Jugend-Missions-Event

22. und 23. Juli 2017

Buchenauerhof Sinsheim

www.jumi.online

Mit Musik von Chris Lass

und Predigten von Timo Goseberg

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