PreMedia Newsletter World Edition deutsch September 2020

angelika.dopler

Ihr PreMedia Newsletter erstmalig im Flipbook-Format zum hineinschnuppern.

world edition

PreMedia

Newsletter

PreMedia Newsletter

über alle Medienkanäle hinweg:

Print – Online – APP

www.premedianewsletter.de

INFORMATIONEN FÜR DAS

TOP-MANAGEMENT

DER MEDIENINDUSTRIE

SEPTEMBER 2020 AUSGABE 9 JAHRGANG 25

Die Zukunft

bezahlter Medien


INTELLIGENT.

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EDITORIAL 03

Was bringt uns New Normal?

Zugegeben: Das aktuelle Jahr hat es in sich: Es war nicht nur „einfach“ eine

Krise. Sie hat Vieles aufgezeigt und in Frage gestellt. Man liest, hört sagen und

beginnt zu glauben, dass es kein „Normal“ mehr geben wird. Für den Zustand,

der nun nach einer Übergangszeit kommt, ist sogar ein Begriff kreiert worden:

„NewNormal“ erwartet uns bis auf Weiteres. Was dann allenfalls nach

„NewNormal“ kommt, wenn dieses „new“ dann mal „alt“ ist oder von einer

weiteren Krise abgelöst ist, steckt noch in der Kreativitäts-Pipeline zeitgenössischer

Wortschöpfer.

Corona verändert unsere gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Und das

nicht nur kurzfristig. Das mag beispielsweise im Konsumbereich durchaus

eine reinigende Demuts-Wirkung beim Einzelkonsumenten haben. Aber dass

jetzt Skepsis, Unsicherheiten und Ängste gerade für alles Mögliche coronaverursacht herhalten sollen,

etwas nicht zu tun, weil es in wohliger Lethargie eben auch auszuhalten war, ist nicht intelligent.

Corona & Co. hat auch zu so mancher Absurdität in den Unternehmen und insbesondere in den

Chefetagen geführt.

Auch wenn man von der zöpfigen schwedischen Jung-Umweltaktionistin Greta Thunberg seit geraumer

Zeit nur mehr sehr wenig öffentlichkeitswirksam in Bezug auf Protesten zum begrüßenswerten

Schutz der Umwelt hört: Damit haben sich ja viele der Forderungen der bemühten Umweltschützer

fast über Nacht erfüllt. Ganze Industrien - wie die Luftfahrt, Hotel- und Beherbungsgewerbe,

Restaurants etc. - liegen am Boden. Ihre Existenz bleibt ungewiss. Millionen Menschen fürchten

dadurch um ihre Existenz.

Der Standort Deutschland als Hinterbänkler einer flächendeckenden Breitband-Internet-Technologie

leistet dazu keinen fortschrittlichen Beitrag. Doch es bewahrheitet sich auch, dass Vieles mit

weniger Aufwand auch funktioniert. So zum Beispiel ist es nicht erforderlich, für jedes Meeting von

A nach B zu reisen. Digitales Marketing kann Verkaufsprozesse wertvoll unterstützen, kann jedoch

den persönlichen Kontakt nicht ersetzen.

Die Prolongierung der Insolvenz-Regeln, bei dem Insolvenzen verzögert werden, die Kurzarbeitsregeln

weiter über ein Jahr hinaus zu verlängern, sind keine zukunftsorientierte Lösungsansätze.

Der wahrnehmbare Status quo ist, dass diese Sommerpause 2020 die Besonderste ihrer Zeit war.

Nicht erreichbare Telefon- oder Mailkontakte wurden vielfach der Corona-Krise geschuldet. Und nun

die befürchtete Zweite Welle dieser heimtückischen Corona-Virus-Epidemie.

Abwarten statt handeln? Warten statt neue Wege zu gehen?

Viele hochkarätige Events, Kundentage mussten abgesagt oder in 2021 verschoben werden. Auch

der von meiner Unternehmensberatung Malik & Partner International seit November 2019 bis Ende

August 2020 mit hochkarätigen Referenten und sehr viel Aufwand vorbereitete EuropeanMedia-

Congress in der Heidelberger PrintMediaAcademy musste auch für den 9./10. November 2020 abgesagt

werden. Wir planen nun für 31. Mai und 1. Juni 2021. Jetzt geht es darum, die Überbrückung

der tiefsten Wirtschaftskrise seit der Jahrtausendwende zu bewältigen. Das bedarf vor allem eines

nicht: Jammern und klagen, sondern den Schulterschluss der Vorwärtsdenkenden.

Es geht um den Schulterschluss von Managern der Medienindustrie, gemeinsam den Qualitätsjournalismus,

kreative Investitionen in Verlage, Medienhäuser voranzubringen. Es wird den Fortschritt

der Medien geben. Damit wird ein gerade jetzt ein so wichtiger Beitrag für die Zukunft der

Medienindustrie geleistet.

Es gilt vorwärts zu denken. Und wer kann - zu lenken.

Herzlichst, achten Sie bitte auf Ihre Gesundheit!

Ihr

Prof. Ing. Karl Malik

www.premedianewsletter.de


04 INHALT

EDITORIAL Was bringt uns New Normal? | 03

DAS AKTUELLE

MEDIENINTERVIEW

Die Zukunft bezahlter Zeitungsmedien | 06

TRENDS IN DER

MEDIENINDUSTRIE

Zeitungslogistik: Zustellung per Drohne im Testverfahren | 12

multicom und Gogol heißen jetzt PEIQ | 14

Sonnenblumen-Revolution: Friedlicher Ruf nach Freiheit | 16

Vier Szenarien für das Überleben des Lokaljournalismus | 16

IGFM: Politische Gefangene werden trotz der Corona-Pandemie nicht entlassen | 18

Überraschung: Digitale Werbung wächst 2020 stärker als erwartet | 19

Somedia beteiligt sich an österreichischer Agentur | 19

IGFM: Verdiente Würdigung – Menschenrechtsverteidigerin

schwebt in Lebensgefahr | 20

IT-Sicherheitsexperten entdecken Schwachstellen in Mailto-Links | 20

Die New York Times positioniert sich als Stimme der Wahrheit | 21

Der EuropeanMediaCongress wird 2021 stattfinden | 22

ppi Media startet Projekt für automatisierte hyperregionale Onlineanzeigen mit Team

Beverage Einzelhandel | 23

Digitale Zeitung immer beliebter: 20 Prozent Auflagenplus | 24

Krone-Zeitung versus Funke-Medien: Lebenswerk für Anwälte | 25

DuMont schließt Bonner „Express“-Redaktion und will weitere Stellen abbauen | 25

Die Wirtschaft soll in heimischen Medien inserieren | 26

Fellner werkt an Redesign und drei Sonntagsmagazinen | 26

Dr. Mathias Döpfner wird Friede Springers Nachfolger | 27

Menschenrechtsverteidigerin im Hungerstreik widmet Preis vier Todeskandidaten | 28

Remote zum Erfolg | 29

‘Wiener Zeitung‘ - neues Magazin zur österreichischen Verwaltung | 30

Impactmedias baut mit „La Région“ ihr Angebot aus | 30

Zeitung „Le Temps“ vor Verkauf – Reiche Genfer greifen

nach dem Traditionsblatt der Romandie | 31

Editorial Solutions: ppi Media hält internationale Webinare

für Nordamerika und Asien | 31

RMA launcht neue Nachrichten-App | 32

Die Frankfurter Neue Presse produziert den Mantelteil | 33

BDZV-Präsident Mathias Döpfner: Unabängiger Journalismus ist unverzichtbar | 34

Diese Zeitungen legen zu, diese verlieren | 35

Siegener Zeitung setzt auf Newsroom-Lösung von alfa Media | 40

MELDUNGEN AUS DER

LIEFERINDUSTRIE

Wir sind systemrelevant und konnten den Umsatz sogar um fünf Prozent steigern | 41

Presse in Corona-Zeiten: Krise der Anzeigenblätter | 43

Koenig & Bauer rüstet sich für die Zukunft | 44

US Druckunternehmen DynaGraphics investiert in Versafire

Digitaldrucksysteme von Heidelberg | 46

PERSONELLES Gerrit Schumann verlässt Handelsblatt-Gruppe | 48


INHALT 05

Vier Szenarien für

das Überleben des

Lokaljournalismus

16

06

Die Zukunft bezahlter

Zeitungsmedien

Die New York Times

positioniert sich als Stimme

der Wahrheit

Diese Zeitungen legen zu,

diese verlieren

35

21

41

46

Wir sind systemrelevant und

konnten den Umsatz sogar

um fünf Prozent steigern

US Druckunternehmen

DynaGraphics investiert

in Versafire Digitaldrucksysteme

von Heidelberg


06 DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW

Dr. Mario Garcia ist CEO // Gründer von Garcia Media, einem globalen Beratungsunternehmen

Die Zukunft bezahlter

Zeitungsmedien

PreMedia Newsletter:

Lieber Mario, Du arbeitest weltweit

seit vielen Jahren an der

Fortentwicklung der Zeitung.

Die Medienbranche befindet

sich in einem fundamentalen

Umbruch. Wo steht die Tageszeitung

heute?

Mario R Garcia:

Karl, die Tageszeitung befindet

sich im nachhaltigen Übergang.

Es ist auch ein Multiplattform-

Angebot: Einige Leute lesen

immer noch die Printausgabe,

aber diese Zahl nimmt ab und

mehr Leute lesen zunehmend

auf Mobilgeräten. Einige von

uns nutzen im Laufe eines Tages

verschiedene Plattformen. Ich

kann ein oder zwei Geschichten

der New York Times in der

Printausgabe lesen, aber bald

auf Digital umsteigen und

den Rest des Tages bei Digital

bleiben.

Die gute Nachricht ist, dass

der Appetit auf seriöse Nachrichten

größer ist als je zuvor.

Die schlechte Nachricht ist, dass

NICHT jeder bereit ist, dafür

zu bezahlen, und es gibt eine

wachsende Menge kostenloser

Nachrichten.

Wir müssen wichtige und

vorausschauende Entscheidungen

treffen. Der beste

Journalismus hat die besten

Chancen. In einer plattformübergreifenden

Welt haben wir

eine Vielzahl von Plattformen,

auf denen wir Nachrichten

DAS

AKTUELLE

MEDIENINTERVIEW


DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW 07

und Informationen erhalten

können. Ein durchschnittlicher

Nachrichtenkonsument

kann im Laufe eines Tages drei

dieser Plattformen durchlaufen.

Vielleicht eine Geschichte in

der gedruckten Ausgabe der

Zeitung beginnen, nur um

weiter am Smartphone zu

lesen, aber die Geschichte auf

dem größeren Bildschirm eines

Desktop-Computers im Büro zu

beenden.

Mario Garcia ist außerdem Senior Adviser für News Design / Adjunct Professor an

der Columbia University Graduate School of Journalism, der er 2013 als Hearst

Digital Media Professor in Residence beigetreten ist.

Er ist weltweit als einer der führenden Mediendesigner bekannt und hat über

700 Projekte in 120 Ländern abgeschlossen, darunter das Wall Street Journal,

die Washington Post, Paris Match (Frankreich), die South China Morning Post

(Hongkong) und die New Straits Times (Malaysia), Aftenposten (Norwegen), The

Philadelphia Inquirer, Die Zeit und Handelsblatt (Deutschland), alle McClatchy-

Zeitungen in den USA, 8 Postmedia-Zeitungen in Kanada, Goteborgs Posten

(Schweden), Il Secolo XIX ( Italien), The Citizen (Südafrika). Zu seinen aktuellen

Projekten gehören Der Tagesspiegel (Berlin), Kurier (Wien) und NOZ Digital Group

(Hamburg).

Derzeit widmet sich Dr. Garcia den meisten seiner Beratungen und Workshops, um

Unternehmen bei der Umstellung auf einen mobilen ersten Ansatz zu unterstützen,

einschließlich Schulungen zum Schreiben / Bearbeiten / Entwerfen für die kleinste

Plattform - die des Smartphones - wo eine große Prozentsatz der Benutzer ihre

Informationen konsumieren.

In seinem neuen digitalen Buch zum mobilen Geschichtenerzählen, The

Story, einer Trilogie und dem ersten Buch, das speziell für den Verbrauch auf

Mobilgeräten geschrieben und entworfen wurde, geht es um Transformation,

Geschichtenerzählen und Design.

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Mario Garcia gründete das Graphics & Design-Programm am Poynter Institute for

Media Studies, wo er Mitglied der Poynter Foundation ist. Seit den 1980er Jahren

ist er an den EyeTrack-Studien des Instituts beteiligt, einschließlich des neuesten

EyeTrack für das Tablet im Jahr 2012 .

Seine akademische Laufbahn umfasst einen ordentlichen Professor an der

Newhouse School of Public Communications der Syracuse University und am

Department of Mass Communications der University of South Florida. Er ist Autor

von 13 Büchern, darunter seine erste digitale Publikation, Storytelling im Zeitalter

des iPad.

Mario hat über 300 SND Awards erhalten, darunter den Lifetime Achievement

Award. Das People Magazine wählte Mario unter den 100 einflussreichsten

Hispanics aus. Die University of Missouri verlieh Mario die Ehrenmedaille für

Journalismus.


08 DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW

PreMedia Newsletter:

Die Medien wachsen insgesamt

rasant. Der Medienkonsum

innerhalb der Gesellschaft

wächst weiter. Demgegenüber

ist die Reichweite von

Zeitungen ist seit Jahren auf

hohem Niveau rückläufig. Wie

kann die Zeitung diesem Trend

entgegenwirken?

Mario R. Garcia:

Die Antwort ist, Inhalte zu

verbessern, bessere lokale und

wichtigere Nachrichten anzubieten,

die die Menschen an

einem bestimmten Ort betreffen.

Die erfolgreichsten

Medienmarken und Bezahlmedien,

sind diejenigen, bei

denen täglich investigativer

und origineller Journalismus

geboten wird. Schau Dir zum

Beispiel die Washington Post

an. Diese ist mit ihrem Konzept

mehr als erfolgreich. Aber es

kann auch für bessere lokale

Zeitungsmarken funktionieren.

Aber auch die Erfolgsgeschichte

von Norwegens Aftenposten ist

überaus bemerkenswert.

PreMedia Newsletter:

Wie sollte sich das

Medienunternehmen in

Bezug auf Google, Facebook

und andere soziale Medien

positionieren?

Mario R. Garcia:

Tatsache ist, dass Social

Media der König ist. Die Leute

kommen mehrmals am Tag in

die sozialen Medien. Für viele

ist es der Ort, an dem sie ihre

Nachrichten erhalten. Deshalb

muss jede Zeitungsmarke

beitreten und eine lebendige

Präsenz in den sozialen Medien

haben. Ich entwerfe oft „Social

Cards“ für meine Kunden, damit

die Marke der Zeitung sehr

präsent ist, wenn Geschichten

über soziale Medien entdeckt

und dort geteilt werden. Ich


TITELGESCHICHTE 09

habe dies zuletzt mit der

Hindustan Times in Indien gemacht.

Siehe meinen Blog-Beitrag

hier:

http://garciamedia.com/blog/

hindustan-times-social-cards-tobridge-print-digital/

PreMedia Newsletter:

Welche Bedeutung hat die gedruckte

Zeitung für die Markenführung

des Medienunternehmens?

Mario R. Garcia:

Print ist nicht der Protagonist,

aber es spielt eine sekundäre

und doch sehr wichtige Rolle.

Ich erinnere meine Kunden

daran, dass die Rolle des Drucks

darin besteht, das zu tun, was

der Druck am besten kann:

große Fotos und Illustrationen,

ausführliche Geschichten. In

einer modernen Print-Zeitung

sind Blogs mehr erforderlich

(das ist das Territorium

des Digitalen), aber wenn

Menschen zu einem Print-

Produkt kommen, möchten sie

sich entspannen und ausführlicher,

und entspannter lesen.

Die besonderen Merkmale des

Drucks: In dieser plattformübergreifenden

Welt gibt es

einen herrlichen Ort für den

Druck. In meinen jüngsten

Projekten, Handelsblatt

(Deutschland) und Hindustan


10 DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW

Times (Indien), werden Sie die

Sorgfalt und Liebe zum Detail

sehen, die bei unserem Umdenken

bei den Druckausgaben

aufgetreten sind. Sie sehen auch

größere Fotos und Grafiken,

ein modulareres Layout, mit

dem Geschichten optisch ansprechender

und einfacher zu

konsumieren sind. Das kann

Print am besten.

PreMedia Newsletter:

Läuft die Tageszeitung Gefahr,

ein reines Elite-Medium für

immer weniger, meist gut ausgebildete

Medienkonsumenten

zu werden?

Mario R. Garcia:

Karl, Nein nicht wirklich, aber

es wird ein Medium, in dem die

Leser keine aktuellen Nachrichten

erwarten. Stattdessen

mehr Interpretations- und

Untersuchungsberichte, längere

Funktionen. Der Herausgeber

der Zeitung sagt dem Print-

Leser: Ich weiß, dass Sie das

wissen, aber ich werde Ihnen

mehr erzählen. In der Tiefe ist

das Wort für Druck. Analyse

und Interpretation der beiden

wesentlichen Punkte.

PreMedia Newsletter:

Was kann die Zeitung tun, um

ihre Marktposition im harten

Medienwettbewerb zu behaupten?

Mario R. Garcia:

Sie muss zuerst mobil verfügbar

sein und die Multiplattform

betonen. Trainieren Sie

Ihre Journalisten, um auf

verschiedenen Plattformen

unterschiedliche Geschichten

zu erzählen. Eine Medienplattform

passt nicht allen. Es geht

um Transformation im Newsroom,

aber vor allem um die

Redaktion an der Spitze.

Was anders ist, ist, dass diese

Hier sind einige Besonderheiten, die ich den Redakteuren in meinen Workshops empfehle:

1. Multiplattform-Ansatz: Eine sorgfältige und gut geplante Erstellung eines echten Multiplattform-Titels für

die Zeiten, in denen wir leben. Die Menschen haben es eilig, aber sie brauchten auch nie so viele Nachrichten

und Informationen wie heute. Eine moderne Zeitung bietet die Informationen, wann und wie Sie sie möchten.

Das Redaktionsteam ist sich bewusst, dass eine Größe nicht für alle geeignet ist, sodass die Darstellung von

Geschichten in gedruckten Ausgaben nicht mit der Darstellung für den mobilen Verbrauch übereinstimmen sollte.

2. Lineares / mobiles Storytelling: Wenn wir auf unseren Mobilgeräten lesen, beschäftigen wir uns mit dem, was

ich in meinem Buch The Story als Journalismus der Unterbrechungen bezeichne. Telefone klingeln. Sie führen uns

zu E-Mails und Social-Media-Nachrichten. Geschichten müssen mit Erzählungen und Bildern erzählt werden. Sie

werden diese Art von Geschichten sehen, die Ihre Reise durch mobile Präsentationen angenehmer machen. Das

nenne ich echte Transformation bei der Arbeit. Es ist überlebenswichtig.

3. Einfachere Navigation in Inhalten: Unabhängig davon, ob Sie die digitalen oder gedruckten Ausgaben einer

Zeitung lesen, werden Sie feststellen, dass bei einer echten Transformation das Konzept betont wird, die Inhalte

leicht zu finden. Wir schätzen die Zeit der Leser mit unserer Nachrichtenmarke. Wir möchten Ihnen die Navigation

von Abschnitt zu Abschnitt erleichtern, unabhängig von der Plattform.

4. Visuals auf einen Blick: Binden Sie Social-Media-Nutzer über ein System von Social Cards in die Höhepunkte von

Geschichten ein - die besten Zitate, die Geschichte in Zahlen, das Herzstück komplizierterer Geschichten.


TITELGESCHICHTE 11

Transformation im Jahr 2020

- eine, in der die Welt jeden

Tag mit den surrealen Zeiten

einer Pandemie aufwacht -

zu einer Zeit kommt, in der

sich die Medienlandschaft

inmitten einer konkurrenzlosen

Revolution befindet. In

den letzten 10 Jahren ist so

viel passiert, um die Art und

Weise, wie wir Informationen

konsumieren, zu verändern. Wir

leben in einer multimedialen

Welt. Die Tage, an denen eine

Person morgens mit dieser

ersten Tasse Kaffee Zeitung

liest und dann erst am nächsten

Tag weitere Nachrichten erhält,

sind vorbei. Heute wird

die durchschnittliche Person

rund um die Uhr mit Nachrichten

und Informationen

bombardiert. Viele wenden sich

114 Mal oder öfter am Tag ihren

Mobilgeräten zu. Schlagzeilen

sind dazu da, konsumiert zu

werden, und verleiten uns dazu,

ständig Geschichten zu lesen.

Wir beugen uns vor, um diese

Überschriften zu lesen, und

lehnen uns oft zurück, um die

Geschichten jenseits der Überschrift

zu lesen

PreMedia Newsletter:

Welche Rolle spielt

erfolgreiches Werbemarketing

bei der Sicherung der

wirtschaftlichen Sicherheit

der Tageszeitung?

Mario R. Garcia:

Eine außerordentlich wichtige

Rolle. Aber Anzeigen-Abteilungen

sind manchmal

sogar weit hinter dem

redaktpräferiere beispielsweise

gesponserte Inhalte und eine

kreativere Nutzung von Werbeflächen

auf allen Plattformen.

PreMedia Newsletter:

Was ist mit der Weiterentwicklung

der gedruckten

Zeitung?

Mario R. Garcia:

Ich habe in unserem Gespräch

bereits erklärt. Töte die gedruckte

Zeitung nicht, sondern

überdenke sie. Ich würde

mehr Wert auf die Wochenendausgaben

legen. Aber auch

bei neuen Projekten wie dem

digitalen Produkt NOZ Digital

(Germany) XL gibt es eine

Printausgabe.

PreMedia Newsletter:

Welche Anpassungen muss der

Zeitungsverlag an den digitalen

Lesegewohnheiten der Medienkonsumenten

vornehmen?

Mario R. Garcia:

Ich möchte es nocheinmal verstärken:

1. Eine Größe passt

nicht für alle.

2. Lineares / mobiles

Storytelling: Wenn wir auf

unseren Mobilgeräten lesen, beschäftigen

wir uns mit dem, was

ich in meinem Buch The Story

als Journalismus der Unterbrechungen

bezeichne. Telefone

klingeln. Sie führen uns zu

E-Mails und Social-Media-Nachrichten.

Geschichten müssen

mit Erzählungen und Bildern

erzählt werden. Sie werden

diese Art von Geschichten

sehen, die Ihre Reise durch

mobile Präsentationen angenehmer

machen. Das nenne

ich echte Transformation bei

der Arbeit. Es ist überlebenswichtig.

PreMedia Newsletter:

Wie kann die Zeitung zahlende

digitale Leser anziehen?


12 DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW

Mario R. Garcia:

Inhalt, Inhalt und Inhalt,

es kann nicht oft genug angesprochen

werden. Die

Antwort besteht darin, den

Inhalt zu verbessern, bessere

lokale und wichtigere Nachrichten

anzubieten, die die

Menschen an einem bestimmten

Ort betreffen. Die

erfolgreichsten Medienmarken,

die für den Inhalt bezahlt

werden, sind diejenigen, bei

denen täglich investigativer und

origineller Journalismus mit

hoher Qualität geboten wird.

Schauen Sie sich zum Beispiel

die Washington Post an. Aber

es kann auch für bessere lokale

Zeitungsmarken funktionieren.

Auch Norwegens Aftenposten

ist ein außerordentlich gutes

Beispiel dafür.

PreMedia Newsletter:

Was sollte der erfolgreiche

Zeitungsverlag nach Ihrem

Wissen dem Medienkonsumenten

in seinem Portfolio

bieten?

Mario R. Garcia:

Lokale Inhalte, die für das

Leben der Menschen unerlässlich

sind, sollten die Nummer

eins sein. Auch Analyse und

Hilfe bei der Interpretation der

komplizierten Geschichten. Und

Spaß und Tipps und Lifestyle-

Geschichten, die das Leben

besser machen.

PreMedia Newsletter:

Inwieweit kann ein leserfreundliches

Druckformat oder ein

attraktives digitales Format

dazu beitragen, neue Medienkonsumenten

zu gewinnen?

Mario R. Garcia:

Leserfreundlich ist wichtig, aber

der Inhalt, die Geschichte, ist

immer noch die erste Möglichkeit,

Leser anzulocken und zu

halten. Der Grund, warum ich

mein neues Buch The Story

betitelt habe, ist, dass sich in

meinen 50 Jahren in diesem

Geschäft nichts geändert hat,

wenn Sie eine gute Geschichte

haben, ist der Rest so einfach.

PreMedia Newsletter:

Lieber Mario, vielen Dank für den

tiefen Einblick in die Medienzukunft

der Tageszeitung.

Mario R. Garcia:

Es war mir ein Vergnügen mit

Dir zu sprechen, Karl.

Zeitungslogistik: Zustellung per

Drohne im Testverfahren

Auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz fand am

Ende September ein Test statt, Zeitungen

mit Hilfe einer Drohne zuzustellen. Für Christian

Eggert, Leiter Verlagswirtschaft im BDZV, ist dies

vor allem in ländlichen Regionen eine interessante

Alternative zur üblichen Zustellung: „In zersiedelten

Gebieten ist eine Zeitungszustellung

vielfach nur zu unverhältnismäßigen Kosten

zu realisieren. Dort, wo Zusteller weite Wege

zu einzelnen Abonnenten zurücklegen müssen,

könnte eine Drohne ihre Vorzüge ausspielen. Für

unseren Verband sind solche Zukunftsprojekte der

Logistik daher sehr interessant.“

Eggert war zu Gast in Altenburg-Nobitz und konnte

sich ein eigenes Bild vom Testlauf machen. Dabei

wurde demonstriert, wie eine Drohne autonom

eine vorgegebene Route abfliegt und mehrere, in

wiederverwertbare Dokumentenrollen verpackte,

Zeitungen aus etwa zwei Metern Höhe abwirft. Als

nächster Schritt sei geplant, bei zwei Haushalten

in Ostthüringen unter realen Bedingungen die

Zeitung auf diese Weise zuzustellen, hieß es. An

dem Modellprojekt sind unter anderem die Funke-

Mediengruppe und die Madsack-Mediengruppe

beteiligt.


PERSONELLES 13

Markt und

Zukunft

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14 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

GEMEINSAMES PRODUKTPORTFOLIO FÜR EINE DIGITAL-FIRST WELT

multicom und Gogol heißen jetzt

PEIQ

Seit Ende Juli heißen multicom und Gogol Publishing PEIQ (gesprochen wie der englische

Kuchen ‚pie‘ und dann ‚k‘). Mit unserem Produktportfolio begleiten wir Verlage auf dem Weg in

die digitale Zukunft und haben uns für weiteres starkes Wachstum aufgestellt.

Schlagzahlen

Seit über 35 Jahren sind

multicom und Gogol führende

Technologiepartner für über

600 Zeitungen, darunter große

Verlage wie sh:z/mh:n, DIE

RHEINPFALZ, Mediengruppe

Oberfranken oder Regionalmedien

Austria. Vor drei Jahren,

im September 2017 wurde der

Schulterschluss von multicom

und Gogol vollzogen, weil beide

Unternehmen gemerkt haben,

dass sie sich perfekt ergänzen.

Gogol Publishing ist Pionier

in der Digital-First-Sichtweise

sowie im Online- und

Cloudpublishing, multicom

wiederum der absolute Experte

für alle Aspekte von Print-

Publishing. Aus diesen Stärken

haben beide Unternehmen ein

gemeinsames Produktportfolio

geschaffen: von der Kreation

erfolgreicher Geschichten,

über das digitale Publizieren

und Monetarisieren bis zum

effizienten Erstellen eines Printprodukts.

Das bewährte On-

Premise-Modell wurde durch

einen Betrieb aller Produkte

in der Cloud ergänzt. Dieses

Produktportfolio trägt jetzt

einen neuen, gemeinsamen

Namen: PEIQ.

Produktportfolio

PEIQ unterstützt über 600

Publikationen beim Kreieren

begeisternder Geschichten

(PEIQ CREATE), beim digitalen

Publizieren und Monetarisieren

(PEIQ PORTAL) und dem

effizienten Erstellen der gedruckten

Zeitung (PEIQ

PRINT). In der Cloud, mit

intelligenten Assistenzfunktionen

und bewährten Best

Practices. Aus den Erfahrungen

mit über 600 Zeitungen, Onlineportalen

mit 600 Mio. PIs

pro Monat und über 500.000

Autoren und Redakteuren entwickelt

PEIQ seit über 35 Jahren

Werkzeuge für Zeitungsverlage.

Ca. 60 Mitarbeiter beschäftigen

sich tagtäglich mit

Themen wie Cloud Computing,

Software as a Service (S-a-a-S),

Digital Publishing und Print

2.0. Mit einem tiefen Verständnis

fürs Digitale und Entwicklungsprojekten

gefördert

durch den Google Digital News

Innovation Fund (DNI) begleitet

PEIQ seine Kunden

auf dem Weg in die digitale

Zukunft.

PEIQ CREATE

Erfolgreiche

kreieren

Geschichten

Allgemeines

35 Jahre

Erfahrung

Marktanteil

14%

600

der Auflage deutscher

Lokalzeitungen entfallen auf

Kunden von PEIQ.

Zeitungen, Magazine

und Onlineportale

52%

600 Millionen

ausgelieferte Page

Impressions pro Monat

der Besuche deutscher Anzeigenblattportale

entfallen

auf Kunden von PEIQ.

24%

500.000

Redakteuere &

Autoren

der Auflage des BVDA entfallen

auf Kunden von PEIQ.

u Mobile-First- oder kanalneutrales

Storytelling

u Kanalsteuerung

u Optionale Themenplanung

u Elementbasierter Editor

u Integriertes Digital Asset

Management (DAM)

u Hohe Effizienz auch im Übergang

zu Print


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 15

reduzierter

Farbverbrauch

u An viele digitale Kanäle anschließbar

(Headless CMS)

u Einfache, intuitive Oberfläche

u Smarte Assistenzfunktionen

geringere

Energiekosten

Makulatur

Reduktion

PEIQ PORTAL

Digital publizieren &

monetarisieren

optimierte Druckstabilität & Qualität

u Wirkungsstarke Newsportale

u User Journey & Paid Content

u Vielfältige Native-Advertising-Funktionen

u Vielzahl an speziell für

Newsportale entwickelte

Funktionen & Konfigurationen

u Schnell starten und kostengünstig

betreiben

PEIQ PRINT

Effizient zur gedruckten

Zeitung

Vorsprung für Ihr

Zeitungsgeschäft

Herausforderungen in der täglichen Produktion anpacken und mit Know-how

weiter optimieren. Das ist unsere Motivation.

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16 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

IGFM: 84 kubanische Bürgerrechtsaktivisten festgenommen

Sonnenblumen-Revolution: Friedlicher

Ruf nach Freiheit

Sonnenblumen gegen die Diktatur: Friedlich, in gelb gekleidet und mit Sonnenblumen in der

Hand protestierten kubanische Bürgerrechtler am 8. September 2020 für Menschenrechte und

die Freilassung aller politischen Gefangenen auf Kuba. Wie die Internationale Gesellschaft für

Menschenrechte (IGFM) erfahren hat, wurden im Zuge dessen insgesamt 84 Personen verhaftet

– darunter der bekannte Vorsitzende der Demokratiebewegung UNPACU, José Daniel

Ferrer, sowie die Vorsitzende der Damen in Weiß, Berta Soler. Zwanzig Bürgerrechtsaktivisten

sind immer noch in Haft oder werden vermisst.

Die

Sonnenblumen-

Revolution ist kein Versuch

eines gewaltsamen Umsturzes,

sondern ein friedlicher Ruf

nach Freiheit, Menschenrechten

und Demokratie auf Kuba. Die

willkürlichen Festnahmen und

das harte Vorgehen der Staatssicherheit

zeigen aber, dass sich

das Regime dadurch bedroht

sieht und sich durch die Verhaftung

der Organisatoren und

prominenter Bürgerrechtler wie

José Daniel Ferrer erhofft, die

Bewegung einzuschüchtern“, so

die IGFM.

Zusammen mit

Familie festgenommen

José Daniel Ferrer wurde zusammen

mit seiner Frau Nelva

Ortega und seinem Sohn José

Daniel Ferrer Cantillo festgenommen,

als sie ihr Haus

in Santiago de Cuba verlassen

wollten. Zuvor hatten mehrere

Beamte das Haus – genau wie

die Häuser anderer Bürgerrechtler

und die UNPACU-Zentrale

– überwacht. Ferrer und seine

Familie wurden später am Tag

wieder freigelassen, so die IGFM,

die auf Kuba durch eine Sektion

vertreten ist. Der Gründer und

Präsident der kubanischen

Oppositionsbewegung UNPACU

war erst am 3. April 2020 aus der

politischen Gefangenschaft in

einen viereinhalbjährigen Hausarrest

entlassen worden.

Medien in der Schweiz

Vier Szenarien für das Überleben des

Lokaljournalismus

Kritischer Journalismus sei demokratierelevant, heißt es. Doch die strukturelle Krise in der

Medienbranche führt zu einem kontinuierlichen Abbau: an Leistung, an Qualität, an Abdeckung

der ländlichen Regionen.

Journalismus hat sich noch

nie über Inhalte finanziert.

Früher kam das Geld auch vom

Anzeigengeschäft (Jobs, Immobilien,

Kleinanzeigen) und

von klassischer Werbung. Doch

dieses Geschäft hat sich ins

Internet verlagert, allerdings

weg von den klassischen Medien.


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 17

Der Schweizer Medienbranche

gingen in den letzten 10 Jahren

nicht weniger als 1 Milliarde

Franken Werbeeinnahmen verlustig.

Die grossen Profiteure

heissen Facebook und Google.

Sie bieten präzises Targeting

und den grössten verfügbaren

Topf an Kundendaten.

Da können Verlage nicht mithalten,

selbst wenn sie zusammenspannen.

So fehlt im

Medien-Ökosystem immer

mehr Geld; nicht enden wollende

Sparübungen und Fusionen sind

die Folge. Womit kann man den

Journalismus finanzieren, wenn

es die Werbung nicht mehr tut?

Durch den Lesermarkt.

In den Anfängen des Internets

hatten es die Verlagshäuser

verpasst, Geld für Content

zu verlangen und züchteten

stattdessen eine Gratiskultur

im Web. Jetzt, reichlich spät,

wird dieser Kurs korrigiert und

überall werden Paywalls hochgezogen.

Alles auf die Gratiskultur des

Internets zu schieben, greift

aber zu kurz. Im Netz geben

die Leute für Medien sehr viel

Geld aus. Aber halt lieber für

Spiel und Spass als für eine zwar

zuverlässige, aber vergleichsweise

unspektakuläre Berichterstattung

aus der Region.

Auch wir bei CH Media verlangen

Geld für den vollen Zugang

zu unseren Inhalten. Ein

Digital-Abo kostet 14.50 pro

Monat. Print-Abonnenten bezahlen

dreimal mehr. Auch 2020

verdienen das St.Galler Tagblatt

oder die Luzerner Zeitung ihr

Geld mit Print. Doch diese Abozahlen

sind stark rückläufig.

Also muss der Aboverkauf

im Digitalen forciert werden.

Die Zahlungsbereitschaft ist

jedoch gering, war im Internet

doch immer alles gratis.

Die Herausforderung ist groß.

Innerhalb weniger Jahre muss

der Wandel gelingen: Weg vom

traditionellen hin zu einem

digitalen Geschäftsmodell.

Die Frage, die uns beschäftigt:

Gibt es ausreichend viele

Leserinnen und Leser da

draußen, die bereit sind, für

Journalismus Geld zu bezahlen

(wenn wir das technisch so

einfach wie möglich gemacht

haben)? Klassische News allein

werden es nicht richten. Es

braucht mehr.

Während die New York Times

mit internationalen Themen in

englischer Sprache eine globale

Zielgruppe erreichen kann,

ist der Markt für eine Appenzeller

Zeitung oder ein Badener

Tagblatt winzig klein. Lokaljournalismus

skaliert eben

nicht. Doch der Aufwand ist

genauso groß.

Wir tickern live aus dem Kantonsrat

und vom Schwingfest,

produzieren Videoreportagen

vom Musikfestival und vom

Lawinenunglück, schauen den

Behörden auf die Finger, rennen

los, wenn es brennt, bieten für

jede Region eigene Newsletter,

Pushmeldungen, Social-Media-

Angebote.

Bei uns können sich

Bürgerinnen und Bürger seriös

über Abstimmungsvorlagen

informieren, lernen Politiker,

Sportlerinnen, Kunstschaffende

kennen, bekommen Service und

Lebenshilfe, bleiben am Puls

der Region und der Welt. Doch

wie lange können wir das noch

bieten?

Jede Sparrunde führt zu einem

schrittweisen Rückzug aus den

Dörfern, aus den Gemeinden,

aus den Tälern. Eine Gegend mit

ein paar tausend Häusern ist

kein „Business Case” mehr — es

rechnet sich nicht. Was also tun?

Ich sehe vier mögliche Szenarien:

A: Es gelingt uns, mit einfachen

Mobile-Payment-Lösungen und

einem bestechend attraktiven,

mobile-gerechten Angebot, genügend

Leserinnen und Leser

zum Kauf eines Digital-Abos zu

bewegen. Daran arbeiten wir

gerade intensiv.

B: Lokaljournalismus ist Service

Public und muss deshalb

öffentlich finanziert werden. Die

Definition von Service Public

muss heute technologieneutral

ausgestaltet sein und auf online

ausgeweitet werden.

C: Lokaljournalismus wird direkt

über die regionale Community

mittels Crowdfunding


18 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

finanziert. „Wir berichten

für euch aus der Stadt.” Wir

setzen neu auf die Beziehung

zwischen Leser*innen und

Journalist*innen und nicht

mehr zwischen Leser*innen und

Medienhaus.

D: Wir produzieren nur noch

Inhalte, die sich verkaufen

lassen. Statt über einen Betrugsfall

an der Schule (macht

5 Abos), liefern wir stattdessen

Service-Stoffe wie „Mit diesen

10 Tipps sparen sie Steuern.”

(macht 30 Abos). Doch ist

das die Aufgabe der Medien?

Der Druck auf den Redaktionen

ist enorm gestiegen. Nicht nur

gilt es, jeden Tag eine hochwertige

Zeitung herauszugeben,

sondern dazu noch „Digital

First” für online zu produzieren,

am besten mit Videos, Bildergalerien,

Grafiken und Umfragen.

12h-Tage sind keine Ausnahme.

Konvergenz nennt sich das.

Alle machen alles. Ein täglicher

Spagat. Könnten wir es uns

leisten, würden wir den Onlinebereich

massiv ausbauen.

Stattdessen heißt es — wie bei

allen Medienhäusern — Kosten

runter. Gleichzeitig wollen wir

Neues ausprobieren, lernen,

besser werden.

Kritischer Journalismus ist

demokratierelevant. Ich stimme

dieser Aussage durchaus zu.

Doch Zweifel sind angebracht,

ob dieser am Markt finanziert

werden kann. Die nächsten

2–3 Jahre werden darüber entscheiden.

-Martin Oswald-

IGFM: Politische Gefangene

werden trotz der Corona-

Pandemie nicht entlassen

Die kurdische

Sängerin Nûdem

Durak ist seit April

2015 im Gefängnis,

weil Sie ihre

kurdische Sprache

und Kultur weitergibt.

Bildquelle: Facebook

“Free Nûdem Durak”

Die kurdische Sängerin

Nûdem Durak sitzt seit

April 2015 im Gefängnis, weil sie

bei ihren Konzerten kurdische

Volkslieder sang. Die 1988 geborene

Kurdin wurde im Juli

2016 unter der Anklage „Terrorpropaganda

auf Basis ihrer

Konzerte in kurdischer Sprache“

zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt.

Ethnische und religiöse

Minderheiten wie armenische

und orthodoxe Christen,

Pontos-Griechen und Kurden

werden seit Jahrzehnten staatlich

diskriminiert und verfolgt.

Die Internationale Gesellschaft

für Menschenrechte (IGFM)

kritisiert die politischen Gerichtsurteile

in der Türkei und

fordert die türkische Regierung

auf, die Kultur und Sprache von

Minderheiten zu respektieren

und Nûdem Durak freizulassen.

Nûdem Durak wird die

Rekrutierung von PKK-

Kämpfern vorgeworfen. Zudem

wird sie für die Teilnahme an

gewalttätigen Demonstrationen

in Cizre und für die Teilnahme

an Rekrutierungstreffen im

kurdischen Kulturzentrum Mem

û Zîn angeklagt. Der eigentliche

Grund jedoch ist das Singen und

Weitergeben von kurdischen

Volksliedern. Ihre Strafe verbüßt

sie im Gefängnis in Bayburt.

Die Grenzstadt Cizre, Nûdems

Heimat, war seit dem Einmarsch

des IS in Syrien im Jahr

2014 von großen Spannungen

zwischen der Polizei und den

kurdischen Bewohnern geprägt.

Die kurdische Jugend forderte

Schutz für ihre Landsleute von

der türkischen Regierung. In

dieser Zeit war es Nûdem ein

Anliegen, die kurdische Sprache

und die Folklorelieder weiter

zu geben, damit dieses Kulturerbe

nicht ausstirbt. Wie im Fall

der kurdischen Sängerin Hozan

Cane aus Köln, der ebenfalls eine

Mitgliedschaft in der PKK vorgeworfen

wird, hat auch Nûdem

Duraks Schicksal international

viel Aufmerksamkeit erhalten.

Im Rahmen der Kampagne

„Song for Nudem Durak“ soll

mit einer Unterschriftensammlung

ihre Freilassung erreicht

werden.

Während der Corona-Pandemie

wurden ca. 90.000 Insassen aus

den türkischen Gefängnissen

entlassen. Politische Gefangene,

zu denen auch Künstler wie

Nûdem gehören, bleiben jedoch

inhaftiert. Da mangelnde

Hygiene und schlechte Versorgung

in den Haftanstalten


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 19

das Infektionsrisiko massiv

steigern, fordert die IGFM die

Freilassung aller politischen Gefangenen.

Unterdrückung der Kurden

Die Spannungen zwischen

Kurden und Türken spitzen sich

seit einigen Jahren zu. Immer

mehr Menschen werden inhaftiert,

wenn sie für ein autonomes

Kurdistan einstehen

oder ihre Sprache und Kultur

öffentlich weitergeben. Vor

knapp hundert Jahren hat die

Türkei mit einer Assimilationspolitik

begonnen. Verbote

und Restriktionen sollten die

kurdische Sprache aussterben

lassen. Laut Verfassung ist es

heute noch verboten, muttersprachlichen

Unterricht an

staatlichen Schulen zu geben.

Bis in das Jahr 1991 gab es zudem

ein offizielles Verbot von

anderssprachigen Medien. Seit

der Aufhebung des Medienverbots

darf niemand verhaftet

werden, weil er Musikvideos in

kurdischer Sprache veröffentlicht

oder Konzerte gegeben

hat. Die aktuellen Fälle zeigen

jedoch, dass die Justiz unter

Präsident Erdogan sich nicht

einmal an die eigenen Gesetze

hält.

Überraschung: Digitale

Werbung wächst 2020 stärker

als erwartet

Um beachtliche 8,6 Prozent

sollen die Nettoumsätze

der digitalen Werbung

in diesem Jahr zulegen, so der

Online-Vermarkterkreis (OVK)

im Bundesverband Digitale

Wirtschaft (BVDW). Das bedeutet:

3,92 Milliarden Euro

Gesamtumsatz. Der Anteil der

programmatischen Werbung

wird nach Schätzung der Vermarkter

auf 67 Prozent wachsen.

Die Digitalisierung erobert die Alpen:

Somedia beteiligt sich an

österreichischer Agentur

Das subventionierte Medienunternehmen

Somedia aus

Chur und die Speed U Up GmbH

aus Innsbruck investieren in

eine gemeinsame Zukunft.

Zusammen wollen sie «die

leistungsstärkste Digitalagentur

im Alpentourismus» aufbauen,

wie es vollmundig in einer Mitteilung

mit dem Titel «Somedia

gründet Digital-Agentur für den

Alpentourismus» heisst.

Die Speed U Up aus Innsbruck

fokussiere sich unter dem

Motto «Digital Pioneering» auf

Zukunftstechnologien, Social

Media und Kampagnen. 20 Mitarbeitende

kümmern sich um

über 60 Kunden in Österreich,

Deutschland, Italien und der

Schweiz.

Parallel zum Einstieg der

Somedia bei der Speed U Up

gründen die beiden Unternehmen

mit der Speed U Up

Suisse AG ein Joint-Venture

mit Sitz in Chur. Damit setze

Somedia «einen weiteren Baustein

im Rahmen der im Jahr

2019 festgelegten Wachstumsstrategie

um», heisst es vom

Lebrument-Verlag aus Chur, der

die «Südostschweiz» herausgibt.

Zusammen mit der Erfahrung

und der Technologie-Kompetenz

der Speed U Up Innsbruck sollen

in Chur in kurzer Zeit grössere

Strukturen aufgebaut werden,

die es Schweizer Bergbahnen,

Tourismusdestinationen und

Hotels erlauben, zusammen

mit einem einheimischen

Partner relevante Quellmärkte

in und ausserhalb der Schweiz

professionell zu adressieren.


20 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

IT-Sicherheitsexperten entdecken

Schwachstellen in Mailto-Links

IT-Sicherheitsexperte

Prof. Dr.

Sebastian Schinzel

von der FH Münster

hat gemeinsam mit

Doktorand Damian

Poddebniak und

Forschern der Ruhr-

Universität Bochum

Sicherheitslücken

in Mailto-Links gefunden.

Foto: FH Münster/

Wilfried Gerharz)

Wer jemandem von einer

Webseite aus eine E-Mail

schicken möchte, kann dies

häufig direkt mit einem Klick

auf die dort veröffentlichte E-

Mail-Adresse – schon öffnet

sich im E-Mail-Programm automatisch

das Nachrichtenfenster

an den gewünschten Empfänger.

Prof. Dr. Sebastian Schinzel und

Damian Poddebniak vom Labor

für IT-Sicherheit der FH Münster

haben für diese sogenannten

Mailto-Links nun bei einigen

E-Mail-Programmen Sicherheitslücken

entdeckt. Hacker

könnten dadurch zum Beispiel

Zugriff auf verschlüsselte

Nachrichten bekommen.

Das Interview mit Prof. Dr.

Sebastian Schinzel lesen Sie hier:

fhms.eu/Mailto-Links.

IGFM: Verdiente Würdigung –

Menschenrechtsverteidigerin

schwebt in Lebensgefahr

Ein starkes Signal der deutschen Richterschaft: Der Deutsche Richterbund (DRB) zeichnet die

bekannteste politische Gefangene im Iran, Nasrin Sotoudeh, mit dem Menschenrechtspreis

2020 aus. Der Vorschlag dazu kam von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte

(IGFM), die sich mit zahlreichen Kampagnen für die Freilassung der bekannten Rechtsanwältin

einsetzt und den Rechtsstaat im Iran als „Farce und nicht existent“ bezeichnet.

Als Rechtsanwältin hat Nasrin Sotoudeh

Frauen, Menschenrechtsaktivisten und

Angehörige von Minderheiten vertreten

und sich öffentlich gegen den Kopftuchzwang

ausgesprochen. Seit mittlerweile 46

Tagen befindet sie sich im Hungerstreik und

protestiert damit gegen unfaire Gerichtsverhandlungen

sowie gegen die Inhaftierung von

Bürgerrechtlern.

„Wir freuen uns sehr, dass der Deutsche Richterbund

Nasrin Sotoudehs Engagement für Rechtsstaatlichkeit

im Iran mit dem Menschenrechtspreis

würdigt. Das ist ein starkes Signal aus den

Reihen der deutschen Justiz, das genau zur

richtigen Zeit kommt. Denn der über dreiwöchige

Hungerstreik hat die mutige Frauenrechtlerin an

ihre körperlichen Grenzen gebracht – ihr Leben

ist akut in Gefahr. Durch diesen Preis wird ihr

Schicksal nun noch mehr in die Öffentlichkeit gerückt

– das ist eine verdiente Ehrung, die gleichzeitig

Signalwirkung an das iranische Regime hat“,

erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der

IGFM.

Zahlreiche Ehrungen für Nasrin Sotoudeh

Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet der

Deutsche Richterbund weltweit herausragende


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 21

Persönlichkeiten aus, die sich als Richter, Staatsanwälte

oder Rechtsanwälte für Menschenrechte

und Rechtsstaatlichkeit einsetzen. Nasrin

Sotoudeh erhielt im Jahre 2008 bereits den

International Human Rights Prize Ludovic –

Trarieux und im Jahr 2011 den Menschenrechtspreis

der Stadt Florenz. 2012 wurde sie vom

Europäischen Parlament mit dem Sacharow-Preis

für geistige Freiheit gewürdigt. Seit April 2013 gehört

die renommierte Menschenrechtlerin dem

Kuratorium der IGFM an. Im Jahr 2018 bekam sie

den schwedischen Tucholsky-Preis für verfolgte

und bedrohte Schriftsteller.

„Diese vielen Ehrungen zeigen, welchen Wert ihr

Engagement für die iranische Gesellschaft hat und

wie dies weltweit geschätzt wird. Nasrin Sotoudeh

muss diesen Hungerstreik überleben und sofort

freigelassen werden“, so die IGFM.

Die New York Times positioniert sich

als Stimme der Wahrheit

Während Donald Trump

vor den Präsidentschaftswahlen

gegen Fake-News

wettert, will die New York Times

ihren Lesern vermitteln: Wir

sind in unsteten Zeiten wie

diesen eine verlässliche Nachrichtenquelle.

Die US-Präsidentschaftswahlen

rücken immer näher und auch

die Corona-Pandemie hält die

Welt weiter in Atem. Diesen

Hintergrund nutzt die New York

Times, um sich selbst als Stimme

der Wahrheit zu positionieren.

Als Erweiterung der Kampagne

„The Truth Is Essential“ zeigt

„Life Needs Truth“ aus der Feder

von Droga 5, wie der Journalismus

der New York Times Teil

unseres Lebens und unserer Zeit

ist. Zu sehen ist in der Kampagne

ein leerer Computerbildschirm,

auf dem Bilder und Worte getippt

und unsystematisch über

die Oberfläche getippt und geklebt

werden. Die Schreibarbeit

entfaltet sich zu schnellen

Musik-Beats, die widerspiegeln

sollen, in welchem Tempo die

New York Times-Redakteure

die täglichen Schlagzeilen des

Tages zu bewältigen haben.

Ziel der Kampagne ist es, zu

kommunizieren, wie eine

Zeitung in unsteten Zeiten Klarheit

und Orientierung bietet und

welche Bandbreite an Themen

die Berichterstattung abdeckt.

Die New York Times positioniert sich als verlässliches Nachrichtenorgan.


22 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

Der EuropeanMediaCongress wird

2021 stattfinden

Ein hochkarätiges Team hat seit November 2019

an dem EuropeanMediaCongress 2020 mit

höchstem Engagement mit Standort Heidelberg in

der PrintMediaAcademy gearbeitet.

Wir alle haben in persönlichen Gesprächen viele

Optionen ausgelotet, die große Zeitungs- und

Zeitschriftenfamilie mit den Besten der internationalen

Medienwelt zu präsentieren.

Nun werden wir den Termin vom 9./10. November

2020 auf Mai 2021 verschieben.

Coronabedingt.

Die derzeitige Situation mit fast täglich

wechselnden Bedingungen der Corona-Voraussetzungen

für die Veranstaltung von Kongressen

machen Planungssicherheit für Veranstalter und

Teilnehmer unmöglich.

Danke an dieses gemeinsam zukunftsorientierendes

denkende Team, das auch

für 2021 für den Fortschritt der bezahlten

Zeitungs- und Zeitschriftenmedien und den

EuropeanMediaCongress 2021 arbeiten wird.

Die Zukunft gehört den multimedial Vorwärtsdenkenden,

die praxisnahe Ideen anbieten und

voranbringen.

Ihr Karl Malik

Heiko Schröder, tmi Services GmbH Karl Friedrich Trespe, sabris AG Alis Simpson, alfa Media Partner Gmbh Hauke Berndt, ppiMedia GmbH

Rainer Kirschke, Agfa NV Volker W. Leonhardt, Müller Martini AG Hans Leuenberger, Müller Martini AG Laura Rohn, PrintMediaAcademy Heidelberg


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 23

ppi Media startet Projekt für automatisierte

hyperregionale Onlineanzeigen mit Team

Beverage Einzelhandel

Team Beverage ist die marktführende Einkaufs-, Distributions-, Vermarktungs- und Dienstleistungsplattform

für die Getränkebranche in Deutschland. ppi Media hat gemeinsam mit der

Team Beverage Einzelhandel GmbH ein neuartiges Konzept entwickelt, das es ermöglicht, für

die Kunden von Getränkefachmärkten automatisch und zentral gesteuert hyperregionale, angebotsbezogene

Anzeigen bei Google und Facebook zu schalten.

Nicolas Sonnenberg, Geschäftsleiter

Innendienst Einzelhandel bei Team

Beverage

Als Verbundgruppe und

unabhängige Plattform

werden jedes Jahr 3,9 Milliarden

Produkte durch Team Beverage

vermittelt, vermarktet und distribuiert.

Um Getränkefachmärkte

und Handelsketten,

die mit dem Unternehmen

kooperieren, noch besser zu

unterstützen, hat sich Team

Beverage nun entschieden, gemeinsam

mit ppi Media ein

neuartiges Konzept für automatisierte,

hyperregionale Anzeigen

bei Google und Facebook

zu entwickeln und am Markt zu

etablieren.

Geplant ist, dass für Getränkefachmärkte,

die von der Team

Beverage Einzelhandel GmbH

vermarktet werden, Onlinezeigen

für bestimmte Angebote

eines Marktes im direkten Umkreis

dieses Händlers bei den

großen Werbenetzwerken von

Google und Facebook ausgespielt

werden. Die Anzeigen

selbst werden automatisiert mit

den passenden Informationen

aus einer zentralen Datenbank

von Team Beverage erstellt, zusätzlich

entsteht – ebenfalls

automatisch – zu jeder Anzeige

eine passende Landing Page mit

weiterführenden Informationen

für den Endkunden. Diese

Landing Pages können unter

anderem auch QR-Codes oder

elektronische Coupons enthalten,

mit denen Endkunden

ein Angebot im betreffenden

Markt wahrnehmen können.

Die ppi Media GmbH entwickelt

derzeit die Softwarelösung für

die Umsetzung dieser neuen Onlineinitiative.

Der gemeinsame

Projektstart mit Team Beverage

erfolgte am 13. August 2020.

Für das eigene Unternehmen

und Kunden aus dem Getränkefachmarkt

gehen die

Projektverantwortlichen bei

Team Beverage von einer deutlichen

Umsatzsteigerung durch

die finale Lösung aus. „Das

Konzept, das in Zusammenarbeit

zwischen Team Beverage

und ppi Media erarbeitet wurde,

ist absolut innovativ. Durch

zentral gesteuerte Onlineanzeigen

für unsere Kunden

können wir für diese ganz gezielt

Angebote promoten und

Anzeigen ausspielen – und zwar

dort, wo sie wahrgenommen

werden – bei Google und

Facebook im direkten Umfeld

eines Händlers. Social Mediaund

Online-Marketing stellen

somit eine weitere Säule in der

digitalen Geschäftsentwicklung

von Team Beverage dar.“, so

Nicolas Sonnenberg, Geschäftsleiter

Innendienst Einzelhandel

bei Team Beverage.

Manuel Scheyda, COO von

ppi Media über das Projekt:

„Wir digitalisieren und automatisieren

Workflows für

Unternehmen aus der Medienbranche

seit 35 Jahren. Das liegt

uns einfach im Blut. Unsere Erfahrung

stellen wir mittlerweile

auch Kunden aus anderen Bereichen

zu Verfügung und entwickeln

gemeinsam mit diesen

innovative Digitalisierungskonzepte.

Über die Zusammenarbeit

mit der Team Beverage

Einzelhandel GmbH freuen wir

uns in diesem Zusammenhang

ganz besonders. Das Konzept,

die Veröffentlichung von Onlineanzeigen

für Unternehmen

deutlich zu vereinfachen, stößt

dabei in vielen Branchen auf

sehr hohes Interesse.“


24 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

E-Paper-Studie 2020

Digitale Zeitung immer beliebter:

20 Prozent Auflagenplus

Jede achte verkaufte Zeitung ist inzwischen ein

E-Paper. Damit ist die digitale Zeitung eine

zunehmend beliebte Form der Zeitungslektüre.

Allein im zweiten Quartal 2020 stieg die E-Paper-

Auflage der Zeitungen um gut 20 Prozent auf über

zwei Millionen Exemplare. Für Leserinnen und

Leser ist das E-Paper eine der Top-Nachrichtenquellen,

aus der sie sich mehrmals am Tag oder

mindestens täglich (38 Prozent) informieren.

Was genau E-Paper-Leser und ihre Mediennutzung

charakterisiert, hat die ZMG Zeitungsmarktforschung

jetzt im Auftrag des Bundesverbands

Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV)

untersucht. Laut der „E-Paper-Studie 2020“ sind

zwei Drittel (65,8 Prozent) der Digitalleser unter

50 Jahre und damit im Schnitt jünger als Printleser.

65 Prozent von ihnen haben einen höheren

Bildungsabschluss und sind voll berufstätig, 43

Prozent nutzen regelmäßig den ÖPNV – die digitale

Zeitungslektüre gehört inzwischen bei vielen

Berufspendlern zum Alltag. Außerdem zählen

E-Paper-Nutzer zu den Besserverdienenden: 43

Prozent haben über 3.000 Euro netto im Monat

zur Verfügung, jeder Fünfte (21 Prozent) verfügt

über mehr als 4.000 Euro Haushaltsnettoeinkommen.

Guter Journalismus darf Geld kosten – und

sollte Lokales berichten

Guter Journalismus ist E-Paper-Lesern wichtig

– und er hat seinen Wert. Mehr als die Hälfte

(53 Prozent) von ihnen bestätigt: „Für eine vertrauenswürdige,

glaubwürdige Nachrichtenquelle

bin ich bereit zu zahlen“. Reine Print- und Nicht-

Leser äußern dagegen eine geringere Zahlungsbereitschaft.

Inhaltlich sind E-Paper-Leser an allen klassischen

Nachrichtenthemen überdurchschnittlich

interessiert, ihr besonderes Augenmerk gilt aber

den lokalen und regionalen Nachrichten. So haben

80 Prozent großes Interesse an Informationen

zum Geschehen vor Ort. Ihre bevorzugten

Regionalhemen sind Verkehr, Umwelt und Infrastruktur,

Soziales, lokale Wirtschaftspolitik, aber

auch Polizeiberichte und Veranstaltungen. 81 Prozent

der E-Paper-Leser halten lokalen Journalismus

für sehr wichtig für die Gesellschaft.

Wer seine Zeitung digital liest, ist auch für andere

Medienkanäle aufgeschlossen und nutzt sie

intensiver zur regelmäßigen Information als Printleser.

So bewerten E-Paper-Nutzer unter anderem

Podcasts (60 Prozent Zustimmung) sowie Youtube

und andere Video-Plattformen (55 Prozent) als

gute Ergänzung zur Meinungsbildung. Mit der

Zeitung selbst sind die meisten E-Paper-Leser

schon von Kindesbeinen an vertraut. Bei 77 Prozent

gehörte die regionale Tageszeitung, bei 30

Prozent die überregionale zum Alltag im Elternhaus.

Fans der Digitalausgabe führen vor allem das einfache

Handling, die unkomplizierte und jederzeitige

Verfügbarkeit sowie Umweltaspekte, insbesondere

den Wegfall von Papier und Lieferweg,

als Argumente für die papierlose Zeitung ins Feld.

„Immer mehr Leser greifen zum E-Paper der

Zeitung und sind bereit, dafür zu zahlen. Eine

attraktive und wachsende Zielgruppe – für Verlage

und für Werbungtreibende“, so BDZV-

Geschäftsführerin Katrin Tischer. „Letztlich ist

es Geschmackssache, ob die Zeitung gedruckt

oder digital gelesen wird. Wichtig ist der Inhalt,

den die Zeitungen in jeder Variante bieten: guter,

verlässlicher Journalismus, den die Menschen so

konsumieren können, wie es ihren Neigungen entspricht.“

Zur Studie:

Für die „E-Paper-Studie 2020“ hat die ZMG 2.000

in Deutschland wohnhafte Personen von 18 - 69

Jahren nach ihrer Nachrichtennutzung, Einstellung

zu Medien und Themeninteressen befragt. Die Studie

wurde im Juli 2020 als repräsentative Onlinebefragung

durchgeführt.

Ort: Berlin

Die Studie kann man downloaden unter:

https://www.bdzv.de/fileadmin/bdzv_hauptseite/

aktuell/pressemitteilungen/2020/Assets/ZMG_E-

Paper-Studie_2020.pdf


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 25

Atempause für einen jahrzehntelangen Streit

Krone-Zeitung versus Funke-

Medien: Lebenswerk für Anwälte

Die unendliche Geschichte:

Der jahrzehntelange Kampf

der „Kronen-Zeitung „-Eigentümer

bekommt vorerst eine

kleine Atempause. Eine Front

im Kampf um die „Kronen

Zeitung“ liegt vorerst still.

Das Kartellgericht beim Oberlandesgericht

Wien hat sich für

nicht zuständig erklärt, weil die

„formellen Voraussetzungen“

bis dato nicht vorliegen.

Für die Anwälte auf beiden

Seiten wohl ein Lebenswerk.

Die Bundeswettbewerbsbehörde

(BWB) hatte das Kartellgericht

im Jänner 2020 eingeschaltet.

Und zwar weil die deutsche

Funke-Gruppe im Dezember

vergangenen Jahres die alleinige

Kontrolle über die „Krone“ bei

der BWB angemeldet hatte.

Die BWB stellte darauf beim

Kartellgericht einen Antrag

auf Prüfung des Zusammenschlusses.

Hintergrund ist eine

Rahmenvereinbarung aus dem

Jahr 1987. Damals verkaufte

Gründer Hans Dichand 50 Prozent

der „Krone“ der deutschen

(damals noch) WAZ-Gruppe.

Dabei wurde festgeschrieben,

dass es pro 1.000 Schilling

Stammkapital eine Stimme

gibt. Bei einem Stammkapital

von 500.000 Schilling verfügte

sowohl Dichand als auch die

Deutschen über 250 Stimmen.

Nach dem Tod Dichands im Jahr

2010 wurde die Stammeinlage

auf vier Erben im Umfang von

jeweils 62.500 Schilling aufgeteilt.

Diverse Gerichtsverfahren

Da in den Verträgen geregelt

war, dass pro 1.000 Schilling

eine Stimme besteht, könnte

das (was laut Kartellgericht

aber strittig ist) so interpretiert

werden, dass durch

die Abrundung insgesamt zwei

Stimmen verloren gegangen

sind, weil jeder der vier Erben

nun über 62 Stimmen verfügt,

was in Summe 248 Stimmen bedeutet,

während bei der Stammeinlage

der „zweiten“ 250.000

Schilling die Stimmenzahl ungeschmälert

250 beträgt.

Die Auswirkung dieser Überlegung

ist aber noch in diversen

Gerichtsverfahren zu entscheiden.

Etwa läuft im Zusammenhang

mit der Rahmenvereinbarung

aus 1987, mit der

die zwei Gesellschaftergruppen

festgelegt wurden, ein Schiedsverfahren

vor der Schweizer

Handelskammer. Daher sieht

sich das Kartellgericht vorerst

für nicht zuständig, erklärte

ein Sprecher auf APA-Anfrage.

Zunächst müsste etwa die gesellschaftsrechtliche

Wirkung

der Aufteilung der Stammanteile

und die Beurteilung

der Rahmenvereinbarung geklärt

werden. Die Entscheidung

wurde den Parteien am Dienstag

zugestellt.

-karma-

DuMont schließt Bonner „Express“-

Redaktion und will weitere Stellen abbauen

Bye bye Bonn: DuMont macht zum 1. Januar 2021

seine „Express“-Redaktion in Bonn dicht, berichtet

medieninsider.com. Die Berichterstattung über

Bonn soll künftig nur noch „in reduziertem Umfang

stattfinden“ und „aus dem Kölner Newsroom heraus“

gesteuert werden, sagt eine Verlagssprecherin. In

Bonn arbeiten zwar „weniger als fünf Mitarbeiter“,

schreibt medieninsider.com, es sollen aber weitere

Jobs wegfallen. Der Verlag rechnet 2020 und 2021

mit „Millionenverlusten“, sagt der Betriebsrat.


26 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

Medien in Österreich

Die Wirtschaft soll in heimischen

Medien inserieren

Regierung lehnt Sanierung der Google-Regelung zur Digitalsteuer ab.

Gerald Fleischmann und Sebastian Kurz © Bundeskanzleramt/Arno

Melicharek

Österreich hat mit Beginn

2020 über eine erhöhte

Werbeabgabe von fünf Prozent

eine Digitalsteuer eingeführt,

die auf internationale Player wie

Google und Co. abzielt. „Wie sich

nun zeigt, trifft die Digitalsteuer

letztlich nicht die ausländischen

Internet-Giganten, sondern all

jene österreichischen Unternehmen,

die auf Google

werben“, kritisierte Martin

Sonntag, Obmann des WKÖ-

Bundesgremiums des Internethandels,

via Aussendung. Es

gehe darum, eine international

harmonisierte Steuer-Lösung

auf OECD-Ebene zu schaffen.

Gerald Fleischmann, Kanzlerbeauftragter

für Medienthemen,

will die Digitalsteuer hingegen

aufrecht halten und empfiehlt

der heimischen Wirtschaft,

Inserate bei österreichischen

Medien zu schalten - egal ob

Online oder Print. Man bemühe

sich weiter um eine internationale

Lösung im Rahmen

der OECD, bis zu einer internationalen

Einigung „hält die

Bundesregierung aber an der

nationalen Digitalbesteuerung

der Online-Giganten fest, um

Wettbewerbsgleichheit herzustellen.“

(jw)

Medien in Österreich

Fellner werkt an Redesign und drei

Sonntagsmagazinen

Paid-Content-Digitalangebot für oe24 und ein politischer Rundumschlag.

Wolfgang Fellner will seinen

Magazinen eine neue

Optik verpassen. Künftig soll

es mehr Politik, Außenpolitik,

Sport und Wirtschaft, aber auch

Rätsel, Wetter und Horoskope

sowie eine neue Meinungsseite

geben, kündigte er im Gespräch

mit dem Horizont an. Es sei dies

eine Reihe von kleinen Dingen,

die sich in Summe gut anfühlen.

Ab sofort soll es auch ein ein

Sonntagsprodukt mit 64 Seiten

Zeitung plus drei Magazinen

(Nachrichten, Madonna und

TV) als Beilage geben. Fellner

will dem Bericht zufolge zudem

den Ausbau der Hängetaschen

forcieren und die

eigentliche Sonntagsauflage

erhöhen. „Insgesamt steigt

unsere Sonntagsauflage künftig

also auf 620.000“, sagte er dem

Horizont.

Trotz Corona habe man das

Budget halten können und

mit einer „fast unsichtbaren“

Reduzierung des Formats 1,5

Millionen Euro im Jahr einsparen

können.

oe24 soll mit einer Paid-Content-

Lösung versehen werden, die mit

einem Euro pro Monat zu Buche

schlägt. „Zusätzlich gibt es ein

zweites, minimal teureres Angebot

mit einem sehr kreativen

Geschenk. Wir sind die Ersten,

die im Internet ein Abo mit

Zugabe bieten und wollen wie


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 27

seinerzeit bei News mit dem

Angebot groß aufschlagen“, so

Fellner.

„Bei den Förderungen der

Regierung nachweislich

unterrepräsentiert“

der Corona-Sonderförderung.

Dies findet er „eindeutig zu

wenig“, wenn man „an der

Reichweite und vor allem an

unserem Marktanteil“ gemessen

wird. Mit den Inseratengeldern

verhalte sich das ihm zufolge

ebenso.

Die Mediengruppe Österreich

bekam zwei Millionen Euro aus

Herausgeber Wolfgang Fellner

Stabsübergabe bei Axel Springer SE:

Dr. Mathias Döpfner wird Friede Springers

Nachfolger

Döpfner kauft von der Friede

Springer Stiftung rund 4,1 Prozent

des Grundkapitals. Zudem

soll er durch eine geplante

Schenkung von Friede Springer

weitere rund 15 Prozent des

Grundkapitals erwerben.

Verlegerin Friede Springer hat

ihre Nachfolge geregelt: Mathias

Döpfner, Vorstandsvorsitzender

des Hauses Axel Springer, wird

den Konzern künftig führen.

Friede Springer hat dafür wesentliche

Weichenstellungen für die

Sicherung der Zukunft von Axel

Springer vorgenommen und

stattet gleichzeitig die gemeinnützige

Friede Springer Stiftung

mit weiterem erheblichem Vermögen

aus.

Döpfner kauft im Rahmen der

Regelung von der Friede Springer

Stiftung rund 4,1 Prozent des

Grundkapitals. Zudem soll er

durch eine geplante Schenkung

von Friede Springer weitere rund

15 Prozent des Grundkapitals

erwerben. Er wird dann mit den

knapp drei Prozent, die er heute

schon am Unternehmen hält, insgesamt

mit rund 22 Prozent am

Grundkapital der Axel Springer

SE beteiligt sein. Gleichzeitig gab

die Verlegerin bekannt, dass die

Stimmrechte ihres verbleibenden

Aktienpakets zukünftig von

Mathias Döpfner ausgeübt

werden sollen.

Die „ideale Lösung“

„Ich habe immer gesagt, dass ich

für Kontinuität im Unternehmen

sorgen werde. Die Zukunft des

Hauses ist mir ein Leben lang

sehr wichtig“, so Springer. Sie

habe nun die ideale Lösung gefunden,

„um die Zukunft von

Axel Springer und die meiner

Stiftung abzusichern und beide

Sphären wie bisher voneinander

zu trennen.“

Sie sei „sehr froh und dankbar“,

dass sie mit Döpfner, seit 2002

Vorstandsvorsitzender, ihren

Nachfolger gefunden habe. „Gemeinsam

mit unserem neuen

Partner KKR werden wir dafür

sorgen, dass Axel Springer als unabhängiges

Medienunternehmen

und als Haus des Journalismus

weiterhin Bestand und Bedeutung

haben wird.“


28 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

Verleihung des Menschenrechtspreises des Deutschen Richterbundes an Nasrin

Sotoudeh:

Menschenrechtsverteidigerin im

Hungerstreik widmet Preis vier

Todeskandidaten

Ein wichtiges Zeichen in schweren Zeiten: Heute wird in Berlin eine iranische Menschenrechtsverteidigerin

geehrt, die sich seit 29 Tagen im Hungerstreik befindet, um gegen die Diktatur

der Mullahs zu protestieren. Auf Vorschlag der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte

(IGFM) zeichnet der Deutsche Richterbund (DRB) Nasrin Sotoudeh, die bekannteste

politische Gefangene im Iran, mit dem Menschenrechtspreis 2020 aus. Den Preis nimmt

stellvertretend die iranische Frauenrechtlerin und Freundin von Nasrin Sotoudeh, Mansoureh

Shojaee, entgegen.

Ein wichtiges Zeichen in

schweren Zeiten: Heute

wird in Berlin eine iranische

Menschenrechtsverteidigerin

geehrt, die sich seit 29 Tagen

im Hungerstreik befindet, um

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin gemeinsam mit

der iranischen Frauenrechtlerin Mansoureh Shojaee Bild: DRB

gegen die Diktatur der Mullahs

zu protestieren. Auf Vorschlag

der Internationalen Gesellschaft

für Menschenrechte (IGFM)

zeichnet der Deutsche Richterbund

(DRB) Nasrin Sotoudeh,

die bekannteste politische

Gefangene im Iran, mit dem

Menschenrechtspreis 2020 aus.

Den Preis nimmt stellvertretend

die iranische Frauenrechtlerin

und Freundin von Nasrin

Sotoudeh, Mansoureh Shojaee,

entgegen.

„Die Mitglieder der iranischen

Zivilgesellschaft, einschließlich

mir, werden niemals die

moralische Unterstützung vergessen,

die unsere Aktivisten

unter solch schwierigen Bedingungen

bekommen haben“,

lässt Nasrin Sotoudeh aus dem

Evin Gefängnis ausrichten

und widmet den Preis den vier

politischen Gefangenen Amir-

Hossein Moradi, Saeed Tamjidi,

Mohammad Rajabi und Navid

Afkari, die kurz vor der Hinrichtung

stehen.

Unverzichtbar für iranische

Zivilgesellschaft

Als Rechtsanwältin hat Nasrin

Sotoudeh Frauen, Menschenrechtsaktivisten

und Angehörige

von Minderheiten vertreten und

sich öffentlich gegen den Kopftuchzwang

ausgesprochen. Mit

ihrem aktuellen Hungerstreik

protestiert die Frauenrechtlerin

gegen unfaire Gerichtsverhandlungen

sowie gegen die

Inhaftierung von Bürgerrechtlern.

„Sie ist unverzichtbar für

die iranische Zivilgesellschaft

und eine mutige Frau, die zuerst

an andere und nicht an

sich denkt“, kommentiert

Martin Lessenthin, Vorstandssprecher

der IGFM, die „verdiente

Würdigung“ von Nasrin

Sotoudeh.

Harte Gefängnisstrafen und

unfaire Gerichtsverfahren

„Die Menschenrechtssituation

und die Meinungsfreiheit im

Iran verschlechtern sich von Tag

zu Tag. Es gibt massive Razzien

und Morde an Demonstranten

auf der Straße, Massenverhaftungen,

Familienstrafen,

harte Gefängnisstrafen und

Hinrichtungen sowie unfaire

Gerichtsverfahren vor

Geheimgerichten ohne qualifizierte

Anwälte und Druck

auf politische Gefangene.

Außerdem wird die Behandlung

und Freilassung kranker Gefangener

oft verhindert“, erklärt

Reza Khandan, der Ehemann

von Nasrin Sotoudeh, der sich

im Namen der Familie für den

Menschenrechtspreis bedankt.

Die Verleihung während ihres

Hungerstreiks bezeichnet er als

„Zeichen der Weisheit der Entscheidungsträger

dieser Auszeichnung“.


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 29

Remote zum Erfolg

alfa Media und der Irish Examiner aus Cork sind bereits seit 2013 ein eingespieltes Team –

Produkte aus den Bereichen Newsroom- und Redaktionsmanagement sind ebenso im Einsatz

wie auch Module aus dem Werbe- und Marktmanagementbereich oder der Blattplanung und

Produktionskontrolle. Im neusten Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Augsburger Unternehmen

Newsfactory stattfand, wurden erfolgreich Wege „abseits der Norm“ beschritten:

Das im Juli 2020 abgeschlossene Vorhaben wurde ohne Einsätze direkt vor Ort – vollständig

remote – durchgeführt.

Das im Januar 2020 gestartete

Projekt war ursprünglich

nicht als reines

Remote-Projekt geplant, doch

durch die aufziehende Covid-19

Problematik wurde schnell

der Plan gefasst, gänzlich auf

Remote-Sessions zu setzen. Mit

einem gut organisierten Arbeitsplan

konnten alle Termine online

aus dem Homeoffice mit

Erfolg abgewickelt werden –

auch die Schulungsblöcke für

Anwender und Entwickler verliefen

ohne einen Präsenztermin

reibungslos und produktiv.

Ein auf den Irish Examiner

zugeschnittenes, neues Online-Portal

konnte so, trotz

erschwerten Bedingungen

durch Covid-19, mit wenig Verzögerung

verwirklicht werden.

Das Team des Irish Examiner

war dabei maßgeblich an der

Implementierung des Front-

Ends des neuen Portals beteiligt

und konnte auf diese Weise zusammen

mit Newsfactory ein

responsives, performantes und

modernes Erscheinungsbild für

Ihren Internetauftritt verwirklichen.

Im Zuge dieser Umstellung

wurden durch alfa Media 1,2

Millionen Artikel und etwa

400.000 Bilder in ein neues

ECMS-Archiv importiert, um

die CMS-Lösung redFACT von

Newsfactory direkt mit allen

Daten zu versorgen. Damit

einhergehende Workflow-

Anpassungen kommen den

Redakteuren des Irish Examiner

zugute, denn jeglicher Content

wird innerhalb der bekannten

alfa Produkte medienneutral erstellt,

aufbereitet und schließlich

mit wenigen Klicks auf die

unterschiedlichen Kanäle verteilt.

Dieser Workflow ermöglicht es,

dass das Online-Portal des Irish

Examiners nicht nur mit bloßen

Artikeln aus der alfa MediaSuite

befüllt werden kann, auch

Bilder, Embed-Codes, Audiound

Videodateien werden umgehend

an das redFACT CMS

exportiert. Meldungen der

Presse-Agenturen werden

über das alfa Media System

verarbeitetet und direkt zu

einem publikationsfertigem

HTML-Artikel konvertiert. Zudem

lassen sich schnell und

komfortabel ganze Themenseiten

in der alfa MediaSuite

managen. Mit der Zuordnung

zu einem bestimmten Hashtag,

beispielsweise #covid19, werden

Artikel und Medien automatisch

von alfa Media zu Themenseiten

zusammengestellt und

an redFACT übergeben, sodass

diese dem Leser Online als „Hot

Topic“ alles Wichtige zu einem

Thema bereitstellen.

Dank der guten und flexiblen Zusammenarbeit

aller Beteiligten,

konnte das internationale

Remote-Projekt von alfa Media,

Newsfactory und dem Irish

Examiner ein positives Fazit

ziehen und einen erfolgreichen

Projektabschluss im Juli 2020

verzeichnen.


30 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

Medien in Österreich

‘Wiener Zeitung‘ - neues Magazin

zur österreichischen Verwaltung

„Die Republik – das Verwaltungsmagazin“

ist das neue Magazin der Wiener Zeitung

Mediengruppe und macht die vielfältigen Aufgaben

der österreichischen Verwaltung zum

Thema.

„Welch grundlegende Bedeutung eine

funktionierende Verwaltung für unser aller Leben

und als Grundpfeiler unserer Demokratie besitzt,

wird oft übersehen. Aus diesem Grund wollen wir

die großen Ideen genauso wie die tägliche Arbeit

der österreichischen Verwaltung ab sofort vierteljährlich

einer breiteren Öffentlichkeit bewusst

machen“, erklärt Martin Fleischhacker, Geschäftsführer

der Wiener Zeitung Mediengruppe das

Engagement. „Wir möchten jene Menschen vor

den Vorhang holen, die den Motor der Republik

am Laufen halten.“

Markus Graf, Chief Commercial Officer, ergänzt,

dass die Wiener Zeitung Mediengruppe mit dem

neuen Magazin ihren Wurzeln treu bleibt, dem

engen Kontakt zur Verwaltung und dem Selbstverständnis

als Dienstleister für die Republik.

„Die Republik – das Verwaltungsmagazin“ soll die

Mitarbeiter des österreichischen Verwaltungsapparates

auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene

sowie dessen nachgelagerter bzw. ausgegliederter

Dienststellen ebenso ansprechen wie

die interessierte Bevölkerung.

Das Magazin wird am Samstag, dem 3. Oktober,

österreichweit in den Selbstbedienungstaschen

verfügbar sein und über den Postversand an die

Kernzielgruppe verschickt. Darüber hinaus gibt es

eine Online-Präsenz inklusive Videotour durch das

Regierungsgebäude „Stubenring 1“.

Medien in der Schweiz

Impactmedias baut mit „La

Région“ ihr Angebot aus

Die Lokalzeitung „La Région“

wird neu von der Werberegie

der ESH-Médias Gruppe vermarktet.

Damit erweitert

Impactmedias ihr Portfolio in

der Romandie.

„La Région“ ist ein Westschweizer

Blatt, das in die Briefkästen

von 110 Gemeinden im

Norden des Kantons Waadt

kostenlos verteilt wird. Der

wöchentlich erscheinende Titel

erreicht nach eigenen Angaben

110.000 Leser und Leserinnen.

Impactmedias vermarktet „La

Région“ seit dem 1. Juli und

bietet damit ihren Kunden „erweiterte

Kommunikationsmöglichkeiten“,

heißt es in einer

Mitteilung vom Donnerstag.

„Mit dieser Partnerschaft

stärkt Impactmedias National

einmal mehr ihre Position“,

wird Laurent Claron, Direktor

von Impactmedias, etwas unbescheiden

zitiert.


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 31

Editorial Solutions: ppi Media

hält internationale Webinare für

Nordamerika und Asien

Nachdem ppi Media bereits

im Juni Neuerungen im Bereich

Redaktionslösungen seinen

Kunden im deutschsprachigen

Raum im Rahmen eines exklusiven

Webinars präsentierte, finden am

26. und 27. Oktober nun auch

Veranstaltungen für Publisher

in Nordamerika und Asien statt.

Mit „Web-based Production“

wird in den Webinaren eine neue

Funktion der Redaktionslösung

Content-X gezeigt, die es erlaubt,

die Mehrzahl aller Seiten einer gedruckten

Publikation einfach im

Webbrowser zu erstellen Genutzt

wird hierfür der web-basierte

CX planner von ppi Media. Die

konsequente Automatisierung

der Printproduktion und die

Einsparung von Lizenzen für

Layoutsoftware sollen Publishern

deutliche Kostensenkungen

ermöglichen. Außerdem gibt

ppi Media in den Webinaren

einen Ausblick auf eine Weiterentwicklung

von Content-X, die

zukünftig auch den Einsatz eines

WebCMS wie WordPress zur Erstellung

und Verwaltung von

Inhalten für Print und Online gestatten

wird.

https://webinar.ppimedia.com/

asia/

https://webinar.ppimedia.com/

north-america/

Zeitung „Le Temps“ vor Verkauf – Reiche Genfer

greifen nach dem Traditionsblatt der Romandie

Der Deal soll demnächst bekannt gemacht werden. Angedacht ist auch ein Umzug der

Redaktion von Lausanne nach Genf.

Die Verhandlungen laufen

seit Monaten. Darüber

spekuliert wird seit Wochen. Den

Kaufvertrag hat ein Lausanner

Anwalt längst aufgesetzt. Und

nun verdichten sich die Zeichen,

dass der Medienkonzern Ringier

und eine Käufergruppe sich über

den Verkauf der Westschweizer

Zeitung „Le Temps“ geeinigt

haben.

Wie Recherchen zeigen, werden

die Parteien in den kommenden

Tagen einen Deal präsentieren.

Uneinigkeit bestand zuletzt

lediglich in der Frage, wie lange

und zu welchem Preis die neuen

Besitzer auf Verlagsdienstleistungen

wie Anzeigenverkauf,

Marketing und Aboverwaltung

zurückgreifen müssen, die

Ringier weiter anbieten will.

Rolex-Stiftung und mehrere

Bankiers

Bei den Kaufinteressenten

handelt es sich um die Genfer

Philippe Reichen aus Lausanne


32 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

heute Geschäftsführer und

Co-Gründer der Onlinezeitung

„Heidi News“ ist.

Und dann die Fusion mit

„Heidi News“?

Hat die Zeitung bald neue Besitzer? Eine Stiftung und mehrere Genfer Bankiers wollen „Le Temps“

kaufen.

Foto: Philippe Maeder („24 Heures“)

Stiftung Aventinus und

mehrere Genfer Privatbankiers.

Präsidiert wird die Stiftung

Aventinus vom ehemaligen

Genfer FDP-Regierungsrat

François Longchamp. Das

Stiftungskapital stellten bislang

die Rolex-Stiftung Hans

Wilsdorf, die Stiftung Leenaards

und die Stiftung Jan Michalski

zur Verfügung. Auch mehrere

Genfer Bankiers wollen in

den Zeitungskauf investieren,

darunter Ivan Pictet. Eine Anfrage

dieser Zeitung liess Pictet

unbeantwortet.

Am Verhandlungstisch sassen

für die Käuferseite François

Longchamp und Eric Hoesli,

ehemaliger Chefredaktor von

„Le Temps“ und langjähriger

Verlagsdirektor von Tamedia

Westschweiz. Die Interessen

von Ringier hat Geschäftsleitungsmitglied

Alexander

Theobald vertreten. Bei Ringier

wollte man keine Fragen zum

allfälligen Verkauf beantworten.

„Wir bitten um Verständnis,

dass wir Branchengerüchte

nicht kommentieren“, schrieb

eine Sprecherin.

Eric Hoesli ist Projektchef und

soll als künftiger Verwaltungsratspräsident

vorgesehen

sein. Der Waadtländer ist in

der Medienbranche nicht unumstritten.

Die „Neue Zürcher

Zeitung“ schrieb jüngst über

Hoesli: „Insbesondere Hoeslis

Nähe zum milliardenschweren

Geschäftsmann Frederik

Paulsen macht ihn unter Westschweizer

Journalisten zur umstrittenen

Person, und es wäre

denkbar, dass seine Rolle bei

‹Le Temps› Abgänge zur Folge

hätte.“ In der Rolle des Geschäftsführers

soll Tibère Adler

wirken, der in dieser Position

einst beim Lausanner Zeitungsverlag

Edipresse tätig war und

An „Heidi News“ ist die Stiftung

Aventinus bereits beteiligt. Im

Dezember 2019 gab die Stiftung

bekannt, eine halbe Million

Franken in die Gesellschaft

Heidi News SA zu investieren.

Aktuell hält die Stiftung 6 Prozent

der Aktien. Das Ziel von

Aventinus ist, die Medien und

den Qualitätsjournalismus in

der Westschweiz zu stimulieren

und zu unterstützen.

Dabei soll auch der Medienstandort

Genf gestärkt werden.

Ein mögliches Szenario ist

gemäss Recherchen, dass

Aventinus parallel zu „Le

Temps“ auch „Heidi News“ vollständig

übernimmt und die

beiden Redaktionen in Genf

zusammenführt. Offen ist, was

die neue Rolle von Serge Michel,

Gründer, Chefredaktor und Mitbesitzer

von „Heidi News“, sein

wird.

Auch die künftige Rolle von „Le

Temps“-Chefredaktor Stéphane

Benoit-Godet ist ungeklärt.

2019 wies dessen Zeitung noch

einen Gewinn aus, doch die

Corona-Krise hat ihre finanzielle

Situation verändert. Im Onlinegeschäft

hat „Le Temps“ in den

letzten Jahren zugelegt.

Medien in Österreich

RMA launcht neue Nachrichten-App

Mit „meinbezirk espresso“

lassen sich Regionalnachrichten

per Swipe auswählen.

Regionale Nachrichten auf

einen Swipe: Das verspricht

die neue meinbezirk espresso-

App der Regionalmedien Austria

(RMA). Wie die RMA in einer

Aussendung mitteilt, soll den


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 33

Leserinnen und Lesern so

eine „völlig neue, einzigartige

Möglichkeit, Nachrichten aus

allen Bezirken Österreichs zu

konsumieren“, geboten werden.

Die App ermöglicht es dank

einer nicht näher beschriebenen

„innovativen Technik“, die

relevantesten Neuigkeiten aus

den gewünschten Bezirken

„schnell und unkompliziert zu

konsumieren“. Der bewusste

Verzicht auf weitere Features

und die Konzentration auch in

der Darstellung sollen die User

auf das Wesentliche lenken:

den redaktionellen Content aus

den Regionen. Bezirke können

nach persönlichem Interesse

zusammengestellt werden, auf

Basis dieser individuellen Bezirksauswahl

werden die jeweils

neuen Artikel in der App angezeigt.

Diese können sofort

oder später gelesen werden.

Fokus auf wesentliches

Userbedürfnis

„So einfach die Idee hinter

der App, so einfach ist auch

die Nutzung für den User: Bezirke

auswählen, Nachrichten

swipen (Wischbewegung auf

dem Smartphone – Anm. d.

Red.) und lesen. meinbezirk

espresso fokussiert sich auf ein

wesentliches Userbedürfnis

und konnte daher, mittels

weniger Sprints, innerhalb

von drei Monaten umgesetzt

werden. Eine echte Innovation

und ein einfaches Mittel mit

großem Nutzen“, erklärt Gilbert

Schibranji, Leiter der RMA-

Unternehmensentwicklung.

„Mit meinbezirk espresso bieten

wir unseren Leserinnen und

Lesern einen neuen und besonders

attraktiven Channel,

um unsere Nachrichten aus allen

Regionen Österreichs schnell

und einfach zu konsumieren“,

freut sich RMA-Chefredakteurin

Maria Jelenko-Benedikt.

„Idealerweise verwenden die

Userinnen und User die App

häufig und kurz, um in ihrer

Region ‚up-to-date‘ zu sein. Die

Funktionalität von meinbezirk

espresso ist niederschwellig,

schnell und praktisch und lässt

die Nutzung rasch zu einem täglichen

Ritual werden.“

Die Frankfurter Neue Presse produziert

den Mantelteil

Im Haus der Frankfurter Neuen Presse (FNP) werden künftig die Mantelteile der hessischen

Ippen-Zeitungen produziert.

Anlässlich seines 80. Geburtstags

verfasste die dpa für den

Verleger Dr. Dirk Ippen gerade

einen Gruß in Form eines kleinen

Porträts. Darin unberücksichtigt

blieb, dass die Mantelredaktionen

seiner Zeitungen

in Gießen, Offenbach, teilweise

aber auch in Kassel künftig in

Frankfurt konzentriert sein

werden.

Nachdem er bereits die Hälfte

der Verlagsgruppe an seinen

Neffen Daniel Schöningh,

seinen Sohn Jan Ippen und den

langjährigen Mitarbeiter und

Vertrauten Harald Brenner abgegeben

habe, sagte Dirk Ippen


34 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

Dr. Dirk Dippen feierte seinen 80. Geburtstag .

der dpa, plane er, „auch weitere

Anteile zu verschenken“. Geregelt

habe er das in seinem

Testament. Ein Ausverkauf

seiner über die Jahre immer

weiter gewachsenen Gruppe sei

damit ausgeschlossen.

Tatsächlich führt Schöningh

schon seit geraumer Zeit das

operative Geschäft der zahlreichen

Zeitungen, vom Fehmarnschen

Tageblatt im Norden

bis zum Münchner Merkur

und der tz im Süden. Mit einschneidenden

Änderungen

leben müssen künftig Ippens

Blätter in Hessen. Dort ist

die Ippen-Gruppe nicht nur

in Kassel, Gießen und Offenbach

mit Zeitungen vertreten,

sondern seit zwei Jahren auch

mit den beiden früheren FAZ-

Töchtern Frankfurter Rundschau

und Frankfurter Neue

Presse.

Wie Schöningh kürzlich bestätigte,

ist geplant, die bisher an

vier Standorten produzierenden

Mantelredaktionen bei der

Frankfurter Neuen Presse zu

konzentrieren. Bei der Gießener

Allgemeinen Zeitung ist der

Abzug in die Main-Metropole

bereits erfolgt. Sie erhält nun

fertig produzierte Seiten aus

Frankfurt. Bei der Offenbach-

Post beginnt die Umstellung

schrittweise Anfang 2021. Eine

Sonderrolle kommt der HNA

zu, da sich ihr Verbreitungsgebiet

mit Hessen und Niedersachsen

auf zwei Bundesländer

ausdehnt. Sie wird sowohl aus

Frankfurt mit Seiten beliefert

werden als auch dorthin Inhalte

liefern.

Nicht betroffen von der bei der

FNP konzentrierten Mantelproduktion

ist lediglich die

Frankfurter Rundschau mit

ihrem ganz eigenen Leserpublikum.

Sie hat zwar ebenfalls

die Möglichkeit, auf Beiträge der

FNP und der Mantelredaktion

zuzugreifen, stemmt ihre überregionale

Berichterstattung

allerdings weiterhin mit ihren

eigenen Autoren sowie als

Kunde mit den Artikeln des

Redaktionsnetzwerks Deutschland

(RND) der Mediengruppe

Madsack.

BDZV-Präsident Mathias Döpfner:

Unabängiger Journalismus ist unverzichtbar

Vertrauen ist und bleibe das wichtigste Kapital der

Zeitungen

BDZV-Präsident Mathias

Döpfner: Unabhängiger

Journalismus ist unverzichtbar

In seiner erstmals live im Internet

übertragenen Rede zur Eröffnung

des BDZV-Kongresses

2020 wies der wiedergewählte

Präsident des BDZV, Dr. Mathias

Döpfner, heute in Berlin auf die

Bedeutung der Unabhängigkeit

von professionellem Journalismus

hin.

„Wir leben in unübersichtlichen

und unberechenbaren

Zeiten. Die Weltordnung

scheint sich aufzulösen. Europa

und Amerika entfremden sich.

China greift nach der globalen

Vormacht. Russland agiert

immer ruchloser. Islamisten

stürmen die offene Gesellschaft.

Populisten sind von London bis

Budapest auf dem Vormarsch.

Künstliche Intelligenz könnte

die Menschen zu Dienern der

Algorithmen machen. Ein Virus

versetzt die Welt in den Ausnahmezustand

und zeitweise in

Stillstand. Und die Feuer von

Kalifornien verdunkeln den

Himmel über Berlin. Gründlich

recherchierte, wahrheitsgemäße

Informationen werden

immer wichtiger – das ist eine

historische Chance für den

Journalismus“, sagte Döpfner

zu Beginn seiner Rede.

Gleichzeitig befinde sich die

Verlagsbranche mitten in der

Transformation. Der Wandel

vom analogen hin zum digitalen


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 35

Geschäftsmodell stelle viele Verlage

vor existenzielle Fragen.

Die Lösung für die Probleme,

die sich mit der Transformation

stellen, liegt für Döpfner in der

Zukunft von unabhängigem

Journalismus.

Aus Sicht des BDZV-Präsidenten

und Vorstandsvorsitzenden

der Axel Springer SE machen

wenige, aber essentielle Bedingungen

die Unabhängigkeit

von Journalismus aus: „Erstens,

die Bereitschaft, sich mit den

Mächtigen anzulegen. Zweitens,

finanzielle Unabhängigkeit:

Die private Finanzierung, ein

intaktes Geschäftsmodell, ist für

den unabhängigen Journalismus

ein wesentliches Merkmal.

Und Drittens: Wirkliche Unabhängigkeit

setzt Vielfalt

voraus. Der Wettbewerb verschiedener

Medien ist das einzige

wirksame Rezept gegen

Fake News, Propaganda und

Manipulation“, fasste Döpfner

die Voraussetzungen für die Unabhängigkeit

von Journalismus

zusammen.

Die Branche selbst müsse sich

täglich um Vielfalt und Pluralismus

bemühen, in Nachricht

und Recherche so objektiv wie

möglich, in Kommentar und

Kolumne frei und subjektiv.

Vertrauen ist und bleibe

das wichtigste Kapital der

Zeitungen: „Wenn wir Vertrauen

genießen, gewinnen wir Leser.

Wenn wir Vertrauen verlieren,

verlieren wir unsere Leser.“

Für die Unabhängigkeit und die

Vielfalt der Zeitungen brauche

es darüber hinaus faire Wettbewerbsbedingungen

– vor

allem im Verhältnis zu den

großen Plattformen. „Es darf

nicht passieren, dass zwei bis

drei globale Plattformen die

Infrastruktur tausender Verlage

ersetzen und darüber entscheiden,

was Milliarden von

Kunden zu lesen bekommen,

was richtig ist und was falsch,

was gut ist und was schlecht“,

warnte der BDZV-Präsident.

Deshalb plädiere er weiterhin für

eine bessere, modernere, agilere

Regulierung, die den Herausforderungen

der Digitalisierung

gerecht werde. Eine wortlautgetreue

Umsetzung der EU-Urheberrechtsreform

gehört nach

Auffassung des BDZV ebenso

dazu wie eine wirkungsstarke

Plattformregulierung.

„Lehnen pauschale Verlagsförderung

ohne klare

Kriterien und Grenzen ab“

Die vom Deutschen Bundestag

beschlossene Förderung der

digitalen Transformation sehe

er mit Sorge, sagte Döpfner.

Die vom BDZV ursprünglich

vorgeschlagene Förderung der

Zeitungszustellung war als

reine „Infrastruktur-Förderung“

formuliert. Wie sich die geplante

Förderung nun im Detail ausgestalten

wird, werde der Verband

in den nächsten Wochen

genau verfolgen. „Logistikund

Technologieförderung

ist denkbar. Direkte Verlagsförderung

pauschal und ohne

klare Kriterien und Grenzen ist

es nicht“, stellte Döpfner klar.

Er lehne es nach wie vor ab,

wenn der Staat redaktionelle

Leistungen direkt oder indirekt

subventioniere.

Die Arbeit in den BDZV-Gremien

habe ihm in den letzten vier

Jahren große Freude bereitet,

sagte Döpfner und betonte mit

Hinblick auf seine zweite Amtszeit

als BDZV-Präsident: „Je

größer die Herausforderungen

von außen werden, desto

wichtiger ist ein Verband, der

unsere Interessen bündelt und

vertritt. Der kraftvoll und geschlossen

auftritt. Gemeinsam

sind wir stärker“.

Wegen der anhaltenden

Corona-Pandemie wurde

BDZV.Der Kongress erstmals

ausschließlich virtuell im Internet

abgehalten. Der Kongress

wurde von Tijen Onaran, Geschäftsführerin

Global Digital

Women, und Dr. Gregor Peter

Schmitz, Chefredakteur Augsburger

Allgemeine, moderiert.

Ausgestrahlt und überwiegend

produziert wurde die virtuelle

Veranstaltung in einem TV-

Studio in Berlin-Tempelhof. Für

den Kongress hatten sich über

1.000 Teilnehmer im Vorfeld angemeldet.

Wemf Mach Basic

Diese Zeitungen legen zu, diese verlieren

Ein Leserplus bei den gedruckten

Ausgaben von NZZ

und 20 Minuten. Hingegen ein

kräftiges Minus bei Magazinen

wie Faces oder Annabelle. Die

Wemf-Leserschaftszahlen im

Jahresvergleich.

Während die grossen Zeitungen

und Magazine hauptsächlich

dank ihrem Digitalangebot

mehr Leserinnen und Leser

erreichen, geht der Abwärts-


36 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

trend bei den gedruckten Ausgaben

weiter. Dies bestätigt

die aktuelle Leserschaftsstudie

«Mach Basic» der Wemf AG für

Werbemedienforschung. Für die

Herbstzahlen wurden zwischen

April 2018 und März 2020 insgesamt

33.794 Personen in

der Schweiz und im Fürstentum

Liechtenstein befragt.

Die Daten seien vollständig

vor der Corona-Pandemie bzw.

vor der ausserordentlichen

Lage erhoben und dadurch von

eventuellen Einflüssen nicht betroffen,

schreiben die Autoren.

Mit 1,24 Millionen Leserinnen

und Lesern in der Deutschschweiz

bleibt 20 Minuten die

mit Abstand meistgelesene

Zeitung der Schweiz. Das Gratisblatt

konnte die Reichweite

innert einem Jahr um 3 Prozent

steigern. Auf Platz zwei liegt das

Boulevardblatt Blick, das gedruckt

von 393.000 Menschen

gelesen wird – rund 6 Prozent

weniger als vor einem Jahr. Der

Tages-Anzeiger zählt eine Leserschaft

von 353.000 und konnte

sich damit knapp auf dem Vorjahresniveau

halten. Auffallend

mehr Leserinnen und Leser erreicht

hat die NZZ – mit 227.000

und einem Plus von 8 Prozent.

Mehrere Titel sind aus

methodischen Gründen nicht

vergleichbar – darunter die

Basler Zeitung, die Südostschweiz

oder die Zürichsee-

Zeitung. Erstmals publiziert

wurde die Schweiz am Wochenende.

Sie erreicht laut der Wemf

989.000 Menschen.

Wie sich die Reichweitenzahlen

der Zeitungen und der

Sonntagspresse in der Deutschschweiz

verändert haben, zeigen

die nachfolgenden Daten.

Bei den Magazinen erreichen

die Coopzeitung (2,4 Millionen)

und das Migros-Magazin (2,3

Millionen) mit Abstand am

meisten Leserinnen und Leser

– bei beiden sind es weniger

NZZ und 20 Minuten legen zu

Reichweite der Tageszeitungen und regionalen Wochenpublikationen in der Deutschschweiz

im Jahresvergleich (Wemf Mach Basic 2019-2 / 2020-2). Angaben in Tausend

Titel

Mach

Basic

2020-2

Mach

Basic

2019-2

Veränderungen

in %

20 Minuten D-CH 1’241 1’209 3

Schweiz am Wochenende 996 k.A. k.A.

Blick 393 419 -6

Nordwestschweiz* 376 392 -4

Tages-Anzeiger 353 357 -1

BZ/Bund 306 315 -3

Luzerner Zeitung* 259 282 -8

St.Galler Tagblatt* 257 260 -1

Neue Zürcher Zeitung 227 210 8

Aargauer Zeitung* 195 204 -4

ZRZ Zürcher Regionalzeitungen 181 n.v. n.v.

Südostschweiz* 162 n.v. n.v.

Anzeiger Region Bern 112 117 -4

Basler Zeitung 109 n.v. n.v.

Tagblatt Stadt Zürich 98 105 -7

Bündner Woche 92 92 0

Azeiger 82 86 -5

Wiler Nachrichten 80 86 -7

Thurgauer Zeitung 79 79 0

Anzeiger Luzern 77 80 -4

Solothurner Woche 77 77 0

Kreuzlinger / Weinfelder / Frauenfelder /

Untersee Nachrichten

76 82 -7

Biel-Bienne 72 80 -10

St.Galler / Gossauer / Herisauer Nachrichten 72 67 7

Aargauer / Lenzburger / Zofinger Nachrichten 70 70 0

Bärnerbär 70 72 -3

Neue Oltner Zeitung / Neue Oberaargauer

Zeitung

70 79 -11

Thuner Amtsanzeiger 69 72 -4

bz - Zeitung für die Region Basel 68 n.v. n.v.

Obersee Nachrichten 68 76 -11

Winterthurer Zeitung 64 76 -16

Solothurner Zeitung 61 62 -2

Zürcher Oberländer 53 54 -2

Zürichsee-Zeitung 51 n.v. n.v.

Anzeiger Thal Gäu Olten 50 53 -6

Zuger Woche 48 48 0

BiJou 46 53 -13

Luzerner Rundschau 46 53 -13

Walliser Bote* 46 47 -2

Zuger Presse 46 45 2

Rheintaler Bote 45 n.v. n.v.


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 37

NZZ und 20 Minuten legen zu

Reichweite der Tageszeitungen und regionalen Wochenpublikationen in der Deutschschweiz

im Jahresvergleich (Wemf Mach Basic 2019-2 / 2020-2). Angaben in Tausend

Titel

Mach

Basic

2020-2

Mach

Basic

2019-2

Veränderungen

in %

Bieler Tagblatt 44 52 -15

Bock 44 38 16

Landbote 44 50 -12

Bote der Urschweiz 42 42 0

Schaffhauser Nachrichten* 39 37 5

Zuger Zeitung 39 39 0

Toggenburger / See&Gaster Zeitung 38 39 -3

Oberthurgauer Nachrichten 38 38 0

Zürcher Unterländer 36 40 -10

Fridolin 34 34 0

Unterland Zeitung 34 34 0

Glattaler 30 29 3

Freiburger Nachrichten 29 32 -9

Oltner Tagblatt 29 38 -24

Zofingern Tagblatt 28 29 -3

Bodensee Nachrichten 27 27 0

Wiler Zeitung 27 25 8

Appenzeller Zeitung 24 27 -11

Zürich Nord 24 28 -14

Zürich West 24 24 0

Glarner Woche 21 21 0

Urner Wochenblatt 21 24 -13

Limmattaler Zeitung 20 20 0

Nidwaldner Zeitung 18 20 -10

Sarganserländer 18 18 0

Werdenb. & Obertoggenburger 16 14 14

Obwaldner Zeitung 15 15 0

Zürich 2 14 14 0

Küsnachter 12 13 -8

Urner Zeitung 11 12 -8

fett = signifikate Veränderung / * inkl. Replica / n. v. = nicht vergleichbar / k. A. = keine Angaben

Tabelle: PreMedia Neqwsletter/wid Quelle: Wemf Mach Basic

NZZ am Sonntag mit mehr Lesern

Reichweite der Sonntagstitel der Deutschschweiz im Jahresvergleich (Wemf Mach

Basic 2019-2 / 2020-2). Angaben in Tausend.

Pressetitel

Mach

Basic

2020-2

Mach

Basic

2019-2

Veränderungen

in %

NZZ am Sonntag 351 342 3

SonntagsBlick 461 487 -5

SonntagsZeitung 484 518 -7

fett = signifikate Veränderung / * inkl. Replica / n. v. = nicht vergleichbar / k. A. = keine Angaben

Tabelle: PreMedia Neqwsletter/wid Quelle: Wemf Mach Basic

als noch vor einem Jahr.

Am stärksten an Reichweite

einbüssen müssen Zeitschriften

wie Faces, Brigitte sowie die

Annabelle und Gala. Innert

Jahresfrist positiv entwickelt

hat sich die Zahl der Leserinnen

und Leser bei den Magazinen

Reportagen, Migusto, Auto

Illustrierte, Handelszeitung

oder bei der WOZ.

Einen Überblick finden Sie

auf der nächsten Seite unter

„Reportagen, Migusto und Auto

Illustriere steigern Leserzahl“:

Die Wemf liefert mit der

«Mach Basic» zweimal im Jahr

Daten über die Leserschaft von

Zeitungen und Zeitschriften.

Bei dem Jahresvergleich der

Reichweiten ist anzumerken:

Nur bei einigen Titeln sind die

Veränderungen signifikant und

können über den statistischen

Fehlerbereich hinaus festgehalten

werden. Diese Titel sind

in den Grafiken fett markiert.

Um der digitalen Transformation

in der Branche

Rechnung zu tragen, publiziert

die Wemf seit Herbst 2015 nebst

der Reichweitenstudie «Mach

Basic» zusätzlich die Studie

«Total Audience». Sie ermöglicht

die Gesamtbetrachtung von

Medienmarken, indem sie Auskunft

über die Reichweiten von

Pressetiteln, Webangebot und

Doppelnutzern gibt.

So viele Leser erreichen

Tagi, Bund, HZ & Co.

Verschiedene Zeitungen und

Magazine können dem Leserschwund

dank ihrem Onlineangebot

zum Teil trotzen

und erreichen immer mehr

Leserinnen und Leser. Dies

zeigt ein Dreijahresvergleich

der Gesamtreichweiten. Die

Wemf-Zahlen in vier Charts. Die

großen Zeitungen und Magazine


38 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

können den Leserrückgang im

Print mit ihren digitalen Angeboten

teilweise kompensieren.

Dies zeigen die Zahlen aus der

am Dienstag publizierten Studie

Total Audience der Wemf AG

für Werbemedienforschung. Sie

gibt unter anderem Auskunft

darüber, wie viele Leserinnen

und Leser Medienmarken mit

Print und Online kombiniert erreichen.

Eine Dreijahresauswertung von

acht großen Tageszeitungen

zeigt: Alle Titel konnten die

Leserschaft seit Herbst 2018 erweitern

oder halten. Der reichweitenstärkste

Titel bleibt 20

Minuten. In der Deutschschweiz

erreicht er mit seinem Printund

Digitalangebot aktuell 2,1

Millionen Menschen – 162.000

mehr als vor drei Jahren. Auf

Platz zwei liegt der Blick mit

1,3 Millionen Leserinnen und

Lesern. Dies sind 162.000 mehr

als im Herbst 2018. Bezüglich

der Leserzahl stark gesteigert

hat sich auch die NZZ mit Plus

125.000. Aktuell erreicht die

Zeitung mit ihrem Angebot

553.000 Menschen.

So viele Leser erreichen Zeitungen mit

Print und Online

Die kombinierte Netto-Reichweite von Pressetitel (cRR)

und Webangebot (UUpD) ausgewählter Deutschschweizer

Tageszeitungen im Dreijahresvergleich

• Netto-RW 2020-2 • Netto-RW 2019-2 • Netto-RW 2018-2

2.133

20 Minuten D-CH

1.303

Blick

602 553 494 416 342 322

Tages-Anzeiger

Angaben in Tausend

Grafik: PreMedia Newsletter

NZZ

Nordwestschweiz

BZ / Bund

Quelle: Wemf Total Audience

Luzerner Zeitung

St.Galler Tagblatt

Auch den Magazinen verleihen

ihre Digitalangebote Aufwind.

Am erfolgreichsten damit ist der

Beobachter, der trotz stetiger

Reichweiteneinbussen im Print

Reportagen, Migusto und Auto Illustriere steigern Leserzahl

Reichweite der Magazine und Fachpublikationen in der Deutschschweiz im Jahresvergleich

(Wemf Mach Basic 2019-2 / 2020-2). Angaben in Tausend.

Titel

Mach

Basic

2020-2

Mach

Basic

2019-2

Veränderungen

in %

Coopzeitung 2.404 2.501 -4

Migros-Magazin 2.245 2.291 -2

Betty Bossi 1.248 1.286 -3

Drogistenstern 937 991 -5

Finanz & Luxus Kombination 918 978 -6

Touring 832 838 -1

Ktipp 813 840 -3

Migusto 759 628 21

Beobacher 756 814 -7

Schweizer Landliebe 665 672 -1

Schweiz. Hauseigentümer 580 579 0

Schweizer Familie 517 510 1

Das Magazin 514 525 -2

Geo 506 537 -6

Z - die Substanz des Stils 493 n.v. n.v.

Schweizer Illustrierte 490 508 -4

Gesundheitstipp 454 442 3

TV täglich 417 441 -5

Via 363 364 0

NZZ Folio 318 327 -3

Tele 280 300 -7

Glückspost 278 299 -7

Die Alpen 255 241 6

Blick und NZZ trumpfen mit Online

Schöner Wohnen 249 258 -3

K-Geld Die Reichweiten der Medienmarken 246 für 239 Print und 3

Web (UUpD).

Kochen 234 251 -7

• Exklusiv Print • Exklusiv Web

Le Menu 228 236 -3

Tierwelt* 800

219 242 -10

600

PCtipp 400

216 198 9

200

Wandern.ch 209 193 8

Fritz+Fränzi 208 204 2

20 Minuten D-CH

Nordwestschweiz

Tages-Anzeiger

Wir Eltern 175 189 -7

UFA-Revue 173 176 -2

Annabelle 172 210 -18

Angaben in Tausend

Bilanz 166 178 -7

Grafik: PreMedia Newsletter Quelle: Wemf Total Audience

Weltwoche 158 167 -5

TVstar 133 140 -5

Zeitlupe 133 137 -3

Reader's Digest Schweiz 127 138 -8

Film demänchst 119 122 -2

Gala 117 130 -10

Auto Illustrierte 114 104 10

Blick

BZ / Bund

Luzerner Zeitung

St. Galler Tagblatt

NZZ

Basler Zeitung


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 39

Reportagen, So viele Migusto Leser und erreichen Auto Illustriere Zeitungen steigern mit

Leserzahl

Reichweite Print der Magazine und Online

So viele Leser und Fachpublikationen erreichen in Zeitungen der Deutschschweiz mit im Jahresvergleich

(Wemf Die Mach Basic 2019-2 / 2020-2). Angaben in Tausend.

Die Print

kombinierte

kombinierte und Online

Netto-Reichweite

Netto-Reichweite

von

von

Pressetitel

Pressetitel

(cRR)

(cRR)

und

und

Webangebot

Webangebot

(UUpD)

(UUpD)

ausgewählter

ausgewählter

Deutschschweizer

Mach Deutschschweizer

Die kombinierte Tageszeitungen

Mach Veränderungen

Tageszeitungen Netto-Reichweite im

Titel im

Dreijahresvergleich

Dreijahresvergleich

von Pressetitel (cRR)

Basic Basic

• Netto-RW und Webangebot

Netto-RW

2020-2

2020-2

• Netto-RW (UUpD)

Netto-RW

2019-2 ausgewählter

2019-2

2020-2

Netto-RW Deutschschweizer

Tageszeitungen im Dreijahresvergleich 2018-2 in %

Netto-RW 2019-2 2018-2

Raum und 2.133Wohnen 107 117 -9

2.133• Netto-RW 2020-2 • Netto-RW 2019-2 • Netto-RW 2018-2

WoZ Die Wochenzeitung 2.133 1.303

1.303

102 97 5

602

Reportagen 1.303 602 553

553 494

494

416

416 97 342

342 69 322 41

322

Natürlich 602 553 494 92 416 34294 322 -2

20 20 Minuten D-CH

20 Minuten D-CH

Blick Blick

Tages-Anzeiger

Tages-Anzeiger

NZZ NZZ

Handelszeitung 82 77 6

Blick

Finanz und Wirtschaft 80 81 -1

Fit for Life 74 75 -1

Swissquote Angaben

Angaben

in

in

Tausend

Tausend

66 65 2

Das ideal Grafik: Daheim Angaben

Grafik:

PreMedia in Tausend

PreMedia

Newsletter

Newsletter

Quelle:

Quelle:

Wemf

Wemf

Total

Total

Audience

Audience 61 63 -3

Grafik: PreMedia Newsletter Quelle: Wemf Total Audience

Kulturtipp 58 60 -3

Brigitte 53 68 -22

Faces 28 37 -24

Animan 23 28 -18

fett = signifikate Veränderung / * inkl. Replica / n. v. = nicht vergleichbar / k. A. = keine Angaben

Tabelle: PreMedia Neqwsletter/wid Quelle: Wemf Mach Basic

in den letzten drei Jahren

437.000 Leserinnen und Leser

dazugewonnen hat. Gesamthaft

erreicht der Titel laut der Studie

1,8 Millionen Menschen. Auch

bei der Schweizer Illustrierten

zeigt sich – auf tieferem

Niveau – dasselbe Bild. 906’000

Leserinnen und Leser zählt der

Titel, vor drei Jahren waren es

754.000.

Nordwestschweiz

Nordwestschweiz

BZ BZ / / Bund

BZ / Bund

Luzerner Zeitung

Luzerner Zeitung

St.Galler St.Galler

Tagblatt

Tagblatt

Nebst der Gesamtreichweite gibt

die Studie Auskunft darüber, wie

viele Menschen eine Medienmarke

nur Print oder nur Online

lesen. Trotz der Verschiebung

von Print hin zum Web zeigt

sich: Die Mehrzahl der Medienmarken

erreichen mit der gedruckten

Ausgabe noch immer

mehr Leserinnen und Leser als

mit ihren Digitalangeboten.

So So viele viele Leser Leser erreichen

erreichen Zeitungen

Zeitungen mit

mit

Print Print und und Online Online

Die Die

Die

kombinierte kombinierte

kombinierte

Netto-Reichweite Netto-Reichweite

Netto-Reichweite

von von

von

Pressetitel Pressetitel

Pressetitel

(cRR) (cRR)

(cRR)

und

und

und

Web

Web

Web

(UUpW/UUpM)

(UUpW/UUpM)

(UUpW/UUpM)

ausgewählter

ausgewählter

ausgewählter

Deutschschweizer

Deutschschweizer

Deutschschweizer

Zeitschriften

Zeitschriften

Zeitschriften

im

im

im

Dreijahresvergleich

Dreijahresvergleich

Dreijahresvergleich

• Netto-RW 2020-2 • Netto-RW 2019-2 • Netto-RW 2018-2

• Netto-RW

Netto-RW

2020-2

2020-2

• Netto-RW

Netto-RW

2019-2

2019-2

• Netto-RW

Netto-RW

2018-2

2018-2

1.847

1.847

1.847

906

906

906

NZZ

307 266

149

307

307 266

266

149

149

Beobachter Schweizer Tele Handelszeitung Finanz und

Beobachter

Beobachter

Schweizer Illustrierte

Schweizer

Tele

Tele

Handelszeitung

Handelszeitung

Finanz Wirtschaft

Finanz

und

und

Illustrierte

Illustrierte

Wirtschaft

Wirtschaft

Angaben in Tausend / Beim Beobachter ist beim Onlineangebot der Wert UUpM angegeben.

Angaben

Angaben

Grafik: in

in

Tausend

Tausend

PreMedia / Beim

Beim

Newsletter Beobachter

Beobachter

Quelle: ist

ist

beim

beim

Wemf Onlineangebot

Onlineangebot

Total Audience der

der

Wert

Wert

UUpM

UUpM

angegeben.

angegeben.

Grafik:

Grafik:

PreMedia

PreMedia

Newsletter

Newsletter

Quelle:

Quelle:

Wemf

Wemf

Total

Total

Audience

Audience

Blick und NZZ trumpfen mit Online

Die

Die

Reichweiten

Reichweiten

der

der

Medienmarken

Medienmarken

für

für

Print

Print

und

Blick und

Web

Web

(UUpD). und NZZ trumpfen mit Online

(UUpD).

Die • Exklusiv Reichweiten

Exklusiv

Print

Print

• der Exklusiv Medienmarken

Exklusiv

Web für Print und

Web (UUpD).

Web

800 • Exklusiv Print • Exklusiv Web

800

600

600

800 400

400

600 200

200

400

200

Bei den Tageszeitungen übertrumpft

Web den Print bezüglich

der Leserzahl nur beim Blick

und bei der NZZ. Nachdem auch

20 Minuten in der Frühjahrsstudie

erstmals mehr Online- als

Printleser zählte, zeichnet sich

aktuell wieder ein anderes Bild.

Auch bei den Magazinen erreichen

bisher nur zwei mehr

Leser Online als mit dem Printprodukt.

So der Beobachter

(1091 / 549) und die Handelszeitung

(185 / 78). Bei beiden

lesen die Nutzer die Inhalte

mehr als doppelt so häufig online.

Beobachter und und HZ HZ erreichen erreichen mehr

mehr

Leser

Leser

mit mit

Online

Online

Die Reichweiter

Die der

Reichweiter Medienmarken

der für

Medienmarken

für Print

für

Print und

Print

und Web

und

Web

Web

(UUpW /

(UUpW UUpM).

/ UUpM).

• Exklusivnutzer

• Print

Exklusivnutzer

Print •

Print

• Exklusivnutzer Web

Exklusivnutzer

Web

Web

1.000

1.000

1.000

500

500

500

20 Minuten 20 20 Minuten D-CH

D-CH

Nordwestschweiz

Nordwestschweiz

Tages-Anzeiger

Tages-Anzeiger

Blick Blick

Blick

BZ / Bund

BZ BZ / / Bund

Luzerner Zeitung

Luzerner Zeitung

St. Galler Tagblatt

St. St. Galler Tagblatt

NZZ

NZZ NZZ

Basler Zeitung

Basler Zeitung

Angaben

Angaben

in

in

Tausend

Tausend

Angaben Grafik:

Grafik:

PreMedia

PreMedia in TausendNewsletter

Newsletter

Quelle:

Quelle:

Wemf

Wemf

Total

Total

Audience

Audience

Grafik: PreMedia Newsletter Quelle: Wemf Total Audience

Beobachter Schweizer Tele Handelszeitung Finanz und

Beobachter

Beobachter Illustrierte Schweizer

Schweizer

Tele

Tele

Handelszeitung

Handelszeitung Wirtschaft Finanz

Finanz

und

und

Illustrierte

Illustrierte

Wirtschaft

Angaben in Tausend / Beim Beobachter ist beim Onlineangebot der Wert Wirtschaft

UUpM

Angaben angegeben. Angaben

in

in

Tausend

Tausend Grafik: / PreMedia Beim

Beim

Beobachter

Beobachter Newsletter ist

ist

beim

beim Quelle: Onlineangebot

Onlineangebot Wemf Total der

der Audience Wert

Wert

UUpM

UUpM

angegeben.

angegeben.

Grafik:

Grafik:

PreMedia

PreMedia

Newsletter

Newsletter

Quelle:

Quelle:

Wemf

Wemf

Total

Total

Audience

Audience

Die

Intermediastudie

Total Audience bezieht die

Informationen zu Print aus der

gleichzeitig publizierten Studie

Mach Basic. Die Umfrage um-


40 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE

Die NZZ erreicht acht Prozent mehr Printleser, der Tages-Anzeiger konnte das

Vorjahresniveau knapp halten: Zeitungen an einem Kiosk in Zürich Oerlikon.

(Bild: Keystone/Christian Beutler)

Siegener Zeitung setzt auf Newsroom-Lösung

von alfa Media

fasst den Erhebungszeitraum

vom 4. April 2018 bis 9. März

2020, befragt wurden 33’794

Menschen in der Schweiz und

im Fürstentum Liechtenstein.

Die Daten seien vollständig

vor der Corona-Pandemie bzw.

vor der ausserordentlichen

Lage erhoben und dadurch von

eventuellen Einflüssen nicht betroffen,

schreiben die Autoren.

Die Informationen zum Onlineangebot

stammen von

der Studie Net-Metrix Profile

2020-1.

-Michèle Widmer-

Die Siegener Zeitung ist die

auflagenstärkste Tageszeitung

im nordrhein-westfälischen

Kreis Siegen-Wittgenstein.

Um ihre Digitalstrategie

weiter auszubauen, hat sich die

Siegener Zeitung nun für den

Einsatz der alfa ContentLine

entschieden.

„Die Einführung der alfa

ContentLine wird unsere digitale

Neuausrichtung weiter vorantreiben.

Mit der neuen Multikanal-Software

von alfa Media

und dem digitalen Newsroom

können wir medienneutral und

layoutunabhängig den Inhalt erfassen

– unsere Themen können

so viel schneller online gehen

und schaffen Mehrwert für den

Leser“, so Jan Krumnow, Leiter

Newsroom/Online der Siegener

Zeitung.

Der alfa EditorialOrganiser als

zentrales Tool des Newsrooms

vereinfacht und beschleunigt

gesamtheitlich die Prozesse der

Redaktion: Dank der medienneutralen

Content-Erfassung

lässt sich optimal der Online-

Output auf der Homepage oder

den Social-Media-Kanälen aussteuern.

Mit der integrierten

Dienst- und Einsatzplanung,

dem Redaktionskalender und

einem durchdachten Aufgabenmanagement

lassen sich alltägliche

und spezifische Aufgaben

zentralisiert verwalten und an

die einzelnen Mitarbeiter verteilen.

Abgerundet wird die

digitale Neuausrichtung der

Siegener Zeitung mit dem Einsatz

von alfa Print Layout, dem

Spezialwerkzeug für alles Gedruckte,

das direkt aus dem

digitalen Newsroom des alfa

EditorialOrganiser mit Content

gespeist und zur gedruckten Ausgabe

weiterverarbeitet wird. Mit

der webbasierten Produktionsübersicht

alfa WebTracker

werden zuverlässig und zeitnah

alle entscheidungsrelevanten

Informationen für die Printproduktion

übersichtlich abrufbar.

Alle Prozesse laufen so

Hand in Hand und schaffen

einfache Strukturen, die das

Verlagshaus in ihrer Arbeit bestmöglich

unterstützen.


MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE 41

Wir sind systemrelevant und

konnten den Umsatz sogar um fünf

Prozent steigern

u Mediahaus Ahaus investiert in ein Gesamtpaket von 4,5 Millionen Euro

u Neue Speedmaster XL 106 Generation 2020 bringt durch intelligente Assistenzsysteme und

navigiertes Drucken Leistungssteigerung im zweistelligen Prozentbereich

u Feldtestkunde für Hycolor Pro – laut Kunde Quantensprung in der Feuchtwerksoptimierung

– 50 Prozent weniger Makulatur beim Mediahaus im Vergleich zur Vorgängermaschine

u Bedruckstofferweiterung auf 1,6 mm Dicke ermöglicht breites Auftragsspektrum

Das Münsterland hat einiges

zu bieten: wegen der Dichte

von IT-Firmen wird es auch

das Silicon Valley von Deutschland

genannt. In Ahaus hat

die Firma Mediahaus ihren

Sitz, die E-Commerce Dienstleistungen

anbietet und eine

Verpackungsdruckerei betreibt.

Seit Januar dieses Jahres ist

dort die erste Speedmaster XL

106-6+L der neuen Generation

2020 aus dem Hause Heidelberger

Druckmaschinen AG

(Heidelberg) bei einem Verpackungsdrucker

installiert.

Diese löste eine Speedmaster

CD 102-5+L ab. Das Mediahaus

ist Feldtester für die Feuchtwerksoptimierung

mit Hycolor

Pro. „Die neue Maschine hat

bereits eine Leistungssteigerung

im zweistelligen Prozentbereich

erreicht. Von der Leistung,

der Verfügbarkeit, der hohen

Qualität und der Bedienerunterstützung

mit dem neuen

Speedmaster Operating System

sind wir begeistert“, bestätigt

Jan Hendrik Walfort, Geschäftsführender

Gesellschafter der

Mediahaus Gruppe.

Ende des letzten Jahres hatte

das Mediahaus insgesamt 4,5

Millionen Euro in neue Verpackungsdrucklösungen

investiert,

wovon die Druckmaschine

den Löwenanteil

ausmachte. Mit dem Lockdown

ab März 2020 war die Welt

jedoch eine andere. „Inzwischen

sind wir zu fast 100 Prozent im

Faltschachteldruck unterwegs

und die neue Maschine hat uns

in der Corona-Pandemie sehr

unterstützt. Wir sind systemrelevant

und konnten den

Umsatz sogar um fünf Prozent

steigern“, erklärt Jan

Hendrik Walfort. So hat es bei

Kunden aus dem Lebensmittelhandel

und hier vor allem bei

Discountern, während des

Lockdowns förmlich geboomt.

Etliche Kunden stammen aus

dem hochpreisigen Möbelhandel,

bei denen aktuell die

Geschäfte wieder anlaufen. Das

Mediahaus zeichnet sich durch

ein breites Portfolio an Anwendungen

aus. Es gibt etliche

Kunden, die E-Commerce- und

Druckdienstleistungen als Synergien

nutzen, was dem Mediahaus

Wettbewerbsvorteile durch

starke Kundenbindung bringt.

Neue Speedmaster bringt

Leistungssteigerung im

zweistelligen Prozentbereich

Die Speedmaster XL 106 in der

Generation 2020 setzt neueste

und innovative Lösungen im Be-

Die Firma Mediahaus in Ahaus bietet E-Commerce Dienstleistungen an und betreibt eine Verpackungsdruckerei.

Mit ihren über 150 Mitarbeitern, davon 80 in der Wertschöpfungskette Packaging, ist sie

gut für die Zukunft aufgestellt.


42 MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE

Seit Januar dieses Jahres ist beim Mediahaus in Ahaus die

erste Speedmaster XL 106-6+L der neuen Generation 2020

bei einem Verpackungsdrucker installiert. Das Mediahaus ist

Feldtester für die Feuchtwerksoptimierung mit Hycolor Pro.

reich der künstlichen Intelligenz

und Automatisierung um.

Niedrigere Auflagenzahlen

und kurze Lieferzeiten stellen

Unternehmen gerade im Verpackungsdruck

vor neue

Herausforderungen. Die neue

Maschine unterstützt hier

dank optimierten Prozessen

und geschlossenen Automatisierungslücken.

„Die

Speedmaster XL 106 passt bei

uns ins Gesamtkonzept. Wir

sehen uns nie nur als Druckerei,

sondern als Prozesslieferant,

der den Kunden mit neuesten

Maschinen die besten Lösungen

bietet“, erklärt Jan Hendrik

Walfort.

Die Maschine ist exakt auf die

Bedürfnisse des Mediahaus abgestimmt.

So ermöglicht der

Hycolor Multidrive Farbwerksantrieb

in den Druckwerken

1 und 6 paralleles Waschen zu

anderen Rüstprozessen und auch

das Farbwerkwaschen während

der Produktion, was besonders

bei den häufig vorkommenden

Sonderfarben im Verpackungsdruck

wichtig ist. Die hochgesetzte

Maschine arbeitet

mit einem Logistiksystem

und kann größere Palettenhöhen

verarbeiten. Als Sonderoption

ist die Speedmaster XL

106 beim Mediahaus mit einer

Bedruckstofferweiterung auf bis

zu 1,6 mm Dicke ausgerüstet,

so dass eine hohe Flexibilität

entsteht. Normalerweise verarbeiten

die Maschinen Kartons

bis zu einem Millimeter Dicke.

Prinect Inpress Control 3

misst und regelt automatisch

Farbe und Passer bei laufender

Maschine und sorgt für kürzeste

Rüstzeiten bei wenig Makulatur.

Das System zurBogeninspektion

Inspection Control 3 sorgt für

eine konstante Qualität vom

ersten bis zum letzten Bogen.

„Das alles ist sehr wichtig, da

für uns das Thema Nachhaltigkeit

eine sehr hohe Bedeutung

hat“, bestätigt Jan Hendrik

Walfort.

Hycolor Pro – das neue

fernverstellbare Feuchtwerk

– trifft ins Schwarze

„Die neue Maschine unterstützt

unsere Drucker mit den

intelligenten Assistenzsystemen

und setzt das navigierte Drucken

um“, berichtet Druckereileiter

Marco Segeler. Er hat beim

Mediahaus seine Lehre absolviert

und kennt von daher

das Drucken von der Pike auf.

„Mit dem neuen Hycolor Pro

ist Heidelberg ein ganz großer

Wurf gelungen. Inzwischen

nutzen wir ausgiebig die Vorteile,

wie 50 Prozent weniger

Makulatur im Vergleich zur

Vorgängermaschine und die

konsistente Druckqualität, die

vor allem beim Nutzendruck

punktet.“ Der Feldtest ist erfolgreich

gelaufen und selbst in

den schwierigen Corona-Zeiten

waren die Servicetechniker von

Heidelberg immer ansprechbar.

„Es wurde sogar eine User-

Gruppe gegründet und die

Antworten und Hilfestellungen

waren immer zeitnah und hilfreich“,

erklärt Marco Segeler.

Mit dem neuen Hycolor Pro

automatisiert Heidelberg das

Feuchtwerk der Speedmaster

XL 106. Zwischen Tauch- und

Dosierwalze wird maßgeblich

die Feuchtmittelmenge

entschieden und dosiert. Die

Pressung/Quetschung hierzu

kann jetzt neu motorisch direkt

vom Prinect Press Center XL3

vorgenommen werden. Das

spart Zeit und Wege und ermöglicht

feinste Korrekturen

auch während der Produktion

vom Pult aus. Die Grundeinstellungen

des Feuchtwerks

werden digital erfasst und es

ist nun möglich, vom Prinect

Press Center XL 3 auch einseitig

die Feuchtmitteldosierung anzupassen.

„80 Prozent unserer

Serviceeinsätze mit Bezug zu

Färbungsproblemen gehen auf

die ungenaue Einstellung des

Feuchtwerks zurück“, erklärt

Rainer Wolf, Leiter Sheetfed

bei Heidelberg. „Mit Hycolor

Pro haben wir nun definierte,

messbare Einstellungen, die wir

auch im Remote-Service nutzen

können. Der Drucker kann

vom Bedienpult aus einseitig

mehr oder weniger Feuchtung

dosieren und somit schneller

und feinfühliger reagieren und

die Schmiergrenze wesentlich

exakter anfahren. Dies


MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE 43

mit weniger Makulatur und

schnellerem Erreichen des Gutbogens

und so stabile Fortdruckverhältnisse

schaffen.“

Mediahaus Ahaus – von

der Reprofirma zum Verpackungsspezialisten

„Einfach mal anfangen – es

könnte ja gut werden“, dieser

Spruch steht an der Wand im

Großraumbüro, in dem die Mitarbeiter

des Mediahaus an E-

Commerce-Lösungen tüfteln.

Dieses Motto begleitet auch die

Firmengeschichte, die durch

Höhen und Tiefen geprägt ist

und schlussendlich immer zum

Erfolg geführt hat.

Das familiengeführte Unternehmen

wurde von Heinz

Walfort, dem Vater von Jan

Hendrik Walfort, vor 42 Jahren

als Reprofirma gegründet. 1998

erfolgte die Erweiterung mit

Druckprodukten im Akzidenzbereich.

Im Jahr 2008 erfolgte

eine große Investition, u.a.

in eine Speedmaster CD 102.

Die nachfolgende Finanzkrise

und die Konkurrenz durch Onlinedrucker

veranlasste den

Schwenk auf den Verpackungsdruck,

was sich bis heute bewährt

hat. Mit der aktuellen

Investition sieht sich die

Firma mit ihren über 150 Mitarbeitern,

davon 80 in der Wertschöpfungskette

Packaging, gut

für die Zukunft aufgestellt. „Seit

über zwanzig Jahren arbeiten

wir mit Heidelberg als Partner

vertrauensvoll zusammen und

haben uns immer gut beraten

gefühlt“, bestätigt Jan Hendrik

Walfort.

Heidelberg richtet den Fokus

immer stärker auf den Verpackungsdruck

und macht heute

rund die Hälfte seines Umsatzes

mit Bogenoffset-Druckmaschinen,

die auf die speziellen

Anforderungen dieses Segments

zugeschnitten sind. „Für Verpackungsdrucker

sind wir weltweit

der wichtigste Partner

und technologisch führend“,

erklärt Rainer Wolf. „Für das

Bedrucken von Faltschachteln,

Kartons oder Etiketten liefert

Heidelberg so viele Druckwerke

wie alle seine Wettbewerber zusammen.“


44 MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE

Konzern entwickelt sich auch in angespannter Weltwirtschaftslage weiter

Koenig & Bauer rüstet sich für die

Zukunft

u Fokus weiterhin auf den Wachstumsmarkt Verpackung

u Klares Bekenntnis zur Fortführung der bisherigen Portfoliostrategie

u Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen bleiben unangetastet

Die für das Effizienz-Programm „Performance 2024“ zuständigen Vorstände erläutern den

Mitarbeitern die Maßnahmen, die es dem Unternehmen ermöglichen, sich auch in angespannter Weltwirt

schafts lage wei ter zu ent wickeln (v.l.n.r.: Michael Ulverich, COO, Claus Bolza-Schünemann, CEO,

Dr. Andreas Pleßke, Segmentvorstand)

Zur Stärkung der

Positionierung als führender

Anbieter von Verpackungs-,

Industrie-, Wertpapierdruck und

Weiterverarbeitung sowie zur

Steigerung der operativen Ertragskraft

der Koenig & Bauer-

Gruppe wurde vom Vorstand des

Unternehmens über die letzten

Monate das Effizienzprogramm

„Performance 2024“ weiterentwickelt

und ausgeweitet.

Bei Fortführung und Beschleunigung

aller Innovations-,

Prozess- und Produktentwicklungen

sollen jährliche

Kosteneinspareffekte in einer

Größenordnung von dann über

100 Mio. € steigend bis 2024

erreicht werden. Die hierfür

erforderlichen Einmalkosten

im mittleren zweistelligen

Millionenbereich werden im

Geschäftsjahr 2020 aufwandswirksam

als Rückstellung in das

Konzernergebnis eingehen.

Die von Koenig & Bauer maßgeblich

adressierten Endmärkte,

wie der strukturell wachsende

Verpackungs- und Industriedruck,

sind fundamental

intakt. Dies zeigt sich deutlich

in der aktuell guten Auslastung

der Verpackungsdrucker

für Nahrungsmittel,

Getränke, Pharmazeutika und

dem boomenden Onlinehandel.

Dennoch verschieben Kunden

Neuinvestitionen in Anbetracht

zahlreicher Unsicherheiten infolge

der Covid-19 Pandemie.

Primär zielt das über vier Jahre

laufende Programm mit einer

Reihe von Maßnahmen auf die

langfristige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

Durch eine

Vielzahl von Initiativen wird

das Maschinenprogramm entsprechend

den Marktbedürfnissen

weiterentwickelt,

Prozesse digitalisiert und gleichzeitig

Herstellkosten gesenkt.

Koenig & Bauer fokussiert sich

weiter auf durchgängige Systemlösungen

und die Optimierung

der Total Cost of Ownership

(TCO) für die Kunden. Die Investitionen

in den direkten

Wellpappen- und Digitaldruck

sowie das Joint Venture mit der

Durst-Gruppe werden vorangetrieben.

Neuentwicklungen

für den Wertpapierdruck sind

in Arbeit. Koenig & Bauer bestätigt

das aktuelle Produktportfolio

und wird dieses

konsequent ausbauen. Auch

die weitere Digitalisierung

der Serviceangebote steht

im Fokus.

Das Performance-Programm

hat neben der Effizienzsteigerung

auch die Skalierung

des Konzerns im Blick, da

in den nächsten Jahren aufgrund

der weltwirtschaftlichen

Situation, weiterhin geltenden

Reisebeschränkungen und

durch die sich verschärfenden

Covid-19 Entwicklungen nur ein

moderates Umsatzwachstum

und ein Erreichen des Vorkrisenniveaus

kurzfristig nicht erwartet

wird.


MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE 45

Der Aufsichtsrat war in den

Evaluierungsprozess eng eingebunden

und hat nach eingehender

Beratung und umfassender

Diskussion diesem

Programm in seiner Sitzung

vom 28. September 2020 zugestimmt.

Aufsichtsratsvorsitzender

Prof. Dr.-Ing. Raimund

Klinkner erläutert: „Neben der

strategischen Weiterentwicklung

der Koenig & Bauer-Gruppe hat

sich der Aufsichtsrat intensiv mit

den vom Vorstand mit großer

Expertise und Engagement erarbeiteten

Plänen zur Steigerung

der operativen Ertragskraft und

Performance des Konzerns befasst

und unsere Erfahrungen

sowie unser Know-how in

den Evaluierungsprozess eingebracht.

Mit dem Programm

Performance 2024 werden die

Grundlagen für eine profitable

Unternehmensentwicklung

mit interessanten Zukunftsperspektiven

für neue Märkte

und Technologien geschaffen.“

Die kurz- und mittelfristigen

Maßnahmen werden von 2021

bis 2024 wirken, für 2020 wird

durch den sich international

verschärfenden Verlauf der

Covid-19 Pandemie eine negative

Auswirkung auf den Geschäftsverlauf

in Q3 und Q4 weiterhin

erwartet. Zusätzlich wird die

beabsichtigte Einführung einer

neuen, internen Richtlinie zur

Umsatzbilanzierung im Segment

Sheetfed in 2020 eine einmalige

bilanzielle Verschiebung von ca.

40 - 60 Mio. € Umsatz sowie 9

- 12 Mio. € EBIT nach 2021 verursachen.

Nach Abschluss des Programms

soll ein Umsatzniveau in der

Koenig & Bauer-Gruppe von

rund 1,3 Mrd. € erreicht werden.

Auf der Ertragsseite strebt der

Vorstand nach Umsetzung der

verabschiedeten Kosten- und

Strukturanpassungen mittelfristig

weiterhin eine Umsatzrendite

von mindestens 7 %

Die Portfoliostrategie von Koenig & Bauer hat sich als Erfolgsbaustein erwiesen und wird fortgeführt

z.B. mit der Rapida 106 X - dem neuen Leistungsmaßstab im industriellen Druck

sowie eine Absenkung des

Working Capital Bedarfs auf ein

durchschnittliches Niveau von

25 % des jährlichen Umsatzes

an. Zusätzlich zu den bereits

laufenden Maßnahmen wie

Abbau von Überstunden und

Leiharbeit, Einstellungsstopp

und Kurzarbeit sind nach den

heute verabschiedeten Maßnahmen

im Konzern zwischen

700 bis 900 Arbeitsplätze kurzund

mittelfristig betroffen. Die

Anpassungen werden in den

nächsten Monaten gemeinsam

mit den Arbeitnehmervertretungen

und Sozialpartnern

besprochen und verhandelt.

Neben einem erforderlichen

sozialverträglichen Abbau ist das

Ziel, durch innovative Wege eine

mittelfristige Rückkehr zum geplanten

Konzernwachstum zu

erreichen.

„Wir haben heute weitreichende

Entscheidungen für Koenig &

Bauer getroffen, die durch weltwirtschaftliche,

negative Veränderungen

sowie permanenten

Wandel der Kundenbedürfnisse

erforderlich sind. Sie sind auch

mit schmerzlichen Einschnitten

für die Belegschaft verbunden.

Dieser schwere und schwierige

Schritt ist uns nicht leicht gefallen,

aber ist für die langfristige

Zukunftssicherung unseres

seit 203 Jahren bestehenden

Unternehmens zwingend erforderlich“,

unterstrich der Vorstandsvorsitzende

Claus Bolza-

Schünemann.

In den Technologie- und Kundenzentren wird konsequent das Maschinenprogramm weiterentwickelt,

um neue Märkte zu adressieren und Zukunftsperspektiven zu schaffen


46 MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE

Heidelberg Innovation Week

Versafire Digital Print General Manager Manuela Gomez: Versafire-

Produktqualität und Flexibilität mit überzeugender Begeisterung präsentiert

Eine sehr gut geplante und – auch nach

strengsten Corona-Kriterien – sehr gut durchorganisierte

„analoge“ von Mensch zu Mensch vor

Ort in Wiesloch organisierte Pressekonferenz tat

den anwesenden Fachredakteuren nach Monaten

der einsamen digitalen Webinare sichtlich gut.

„Unfold your potential“ – unter diesem Motto wird

die Heidelberg Innovation Week vom 19. bis 23.

Oktober 2020 als digitales Webinar angeboten.

Ein technologisches Feuerwerk an neuen vernetzten

Entwicklungen, die den Heidelberg-

Kunden helfen, höchste und kreative Druckqualität

zu dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis in

vielfältigster Form anbieten zu können.

Ein detaillierter Bericht dazu folgt in unserer

nächsten Ausgabe. -karma-

US Druckunternehmen

DynaGraphics investiert in Versafire

Digitaldrucksysteme von Heidelberg

u Leistungsfähigkeit der Versafire Systeme und Heidelberg Service geben bei Investitionsentscheidung

den Ausschlag

u Neue Anwendungsmöglichkeiten steigern Wettbewerbsfähigkeit

Das

Familienunternehmen

DynaGraphics mit Sitz in

Reno ist die größte Akzidenzdruckerei

in Nord-Nevada,

USA. Jetzt wechselte das Unternehmen

im Bereich der Digitaldrucktechnologie

vom Wettbewerb

und investierte erstmals

in die Digitaldrucksysteme

Heidelberg Versafire EV & EP der

Heidelberg Druckmaschinen AG

(Heidelberg). Beide Maschinen

sind mit dem Heidelberg Prinect

Digital Front End (DFE) der

neuesten Generation ausgestattet.

Qualitativ hochwertige

Produktion, wettbewerbsfähige

Preise

DynaGraphics bedient eine

Vielzahl von Branchen und

Unternehmen, darunter beispielsweise

Spielbanken, das

Gesundheitswesen und den

Immobiliensektor. Obwohl

alle Kunden hohe Qualitätsstandards

haben, ist der Druck

für Casinounternehmen besonders

anspruchsvoll, da

jeder produzierte Auftrag absolut

perfekt sein muss. Laut

DynaGraphics CEO, Cindy

Mason, hängt gerade bei diesen

Kunden der Lebensunterhalt

davon ab, dass „wir ihre

Materialien fehlerfrei drucken

– insbesondere vor dem Hintergrund

der rauen COVID-19-

Situation“. Mit einer Druckauflösung

von 4.800 x 2.400

dpi, einer Geschwindigkeit von

bis zu 135 Seiten pro Minute

sowie einer neuen Tonerformel

übertrifft die Versafire EP die

anspruchsvollen Erwartungen

der Kunden von DynaGraphics


MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE 47

sogar. „Wir haben fast 20 Jahre

lang andere Digitaldrucksysteme

verwendet, weil deren Qualität

bisher unübertroffen war.

Aber mit der Zeit wurden die

Produktionskosten auf diesen

Maschinen zu hoch und wir

konnten mit ihnen nicht mehr

wettbewerbsfähig drucken.

Obwohl mich zu Beginn die

Versafire Systeme von Heidelberg

schon wegen ihres sehr

guten Preis-Leistungsverhältnisses

angezogen haben, wusste

ich spätestens als ich die Qualität

der Ausdrucke sah, dass es

an der Zeit für eine Veränderung

war“, sagt Mason.

Beide Heidelberg Versafire

wurden bereits Ende des

Jahre 2019 installiert und

laufen auf Hochtouren. Die

Versafire EP druckt auf bis zu

24 pt. Karton und verschiedene

Arten von Substraten und hat

DynaGraphics damit neue Anwendungen

eröffnet, die auf

ihren älteren Maschinen nicht

möglich waren. Insbesondere

druckt die EP Aufträge auf einer

Vielzahl von Kunststoffen,

darunter kürzlich beispielsweise

auch ein Auftrag mit variablen

Daten auf 13.000 Seiten für eine

örtliche Hochschule.

Um diese Art von anspruchsvollen

Aufträgen zu verarbeiten,

verwendet DynaGraphics das

Heidelberg Prinect DFE. Das

Prinect DFE nutzt das Farbmanagement

und die Renderer

von Heidelberg, die sich beide

schon im Offsetdruck bewährt

haben, und ermöglicht

die Automatisierung bzw.

Standardisierung der Druckproduktion

für mehr Effizienz,

größere Transparenz und einen

schnelleren Auftragsfluss.

Die ebenfalls mit dem Prinect

DFE ausgestattete 5-Farben

Heidelberg Versafire EV bietet

DynaGraphics eine zuverlässige

Produktion mit Schön- und

Widerdruck auf bis zu 70cm-

Substraten bei Geschwindigkeiten

von bis zu 95 Seiten

pro Minute. Zusätzlich zu den

CMYK-Standardaufträgen erweitert

das System den Farbraum

und kann Verzierungen

mit der fünften Farboption

drucken, zu der Weiß, Klarlack,

Neongelb, Neonpink und der

Spezialeffekt „invsible red“ gehören.

DynaGraphics nutzt in

erster Linie die Möglichkeiten

beim Druck von Weiß und Klarlack

mit der Versafire EV und

erkennt bei dieser Option einen

deutlichen Wettbewerbsvorteil

im Markt.

Heidelberg - Synonym für

Qualität

Obwohl DynaGraphic bisher

keine Offsetmaschinen

von Heidelberg im Einsatz

hat, habe die Marke „Heidelberg“

laut Mason eine wichtige

Rolle bei der Investitionsentscheidung

im Digitalbereich

gespielt. Laut Mason „ist der

Name Heidelberg ein Synonym

für Qualität. Ich vertraue auf

die jahrelange Erfahrung von

Heidelberg im Akzidenzdruck –

das Unternehmen kennt unser

Geschäft und weiß, was wir

benötigen“.

Und auch im Falle einer Störung

ist Heidelberg sofort zur Stelle.

„Probleme passieren; aber der

Maßstab für eine gute Beziehung

ist nicht unbedingt,

wenn die Dinge gut laufen,

sondern wenn sie einmal nicht

so gut laufen. Heidelberg macht

sich immer unverzüglich daran,

ein Problem zu lösen und sorgt

dafür, dass unsere Maschinen

sowohl den hohen Qualitätsstandards

unseres Unternehmens

als auch denen unserer

Kunden entsprechen“.

DynaGraphics zeigt sich beeindruckt

von Heidelbergs Unterstützung

ab dem Kauf über die

Installation und Schulung bis

hin zum laufenden Support.

„Wann immer wir eine Frage

haben, ist Heidelberg in der

Lage, uns bei der Lösung des

Problems schnell zu helfen;

das Team ist großartig. Unsere

gesamte Erfahrung ist erstklassig.

Wir werden Heidelberg

daher auch bei zukünftigen Investitionen

in Betracht ziehen“,

so Mason.

Das US Druckunternehmen

DynaGraphics mit

Sitz in Nevada

investiert in zwei

Versafire Digitaldruck

syteme von

Heidelberg und

steigert damit

seine Wett bewerbs

fähigkeit.


48 PERSONELLES

Handelsblatt Media Group:

Gerrit Schumann verlässt

Handelsblatt-Gruppe

Der studierte Informatiker Gerrit

Schumann kam vor drei Jahren von

Deezer zur Handelsblatt-Gruppe.

Foto: Handelsblatt Media Group

Handelsblatt-Geschäftsführer Gerrit

Schumann verlässt überraschend die Verlagsgruppe.

Schumann war im Führungsgremium

für die digitale Wachstumsstrategie

und digitale Transformation

zuständig.

Gerrit Schumann scheidet Ende

September aus der Geschäftsführung der

Handelsblatt Media Group (HMG) aus,

welcher er seit Januar 2017 angehörte.

Zur Erleichterung der Übergabe soll er

noch bis zum Jahresende mit dem Verlagshaus

verbunden bleiben. Schumann

wolle sich künftig seinen in den letzten

Jahren stark reduzierten sonstigen

unternehmerischen Aktivitäten widmen, heißt es zur Begründung.

Der von Schumann eingeleitete Strukturwandel zur Modernisierung der

Führungsstrukturen sei „planmäßig vorangekommen“, die Basis für die

digitale Wachstumsstrategie - insbesondere im Bereich Subscriptions - gelegt

und ausgebaut worden, heißt es in der Mitteilung des Verlags. Nun solle

das Ganze weiter forciert werden. Die beiden weiteren Geschäftsführer des

Medienhauses sind Oliver Voigt und Andrea Wasmuth.

Die Holtzbrinck-Tochter teilt weiter mit: „Der Gesellschafter der HMG bedauert

das Ausscheiden von Herrn Schumanzn sehr, respektiert indes natürlich

diese persönliche Entscheidung und bedankt sich ganz herzlich für die

kraftvolle, erfolgreiche und stets vertrauensvolle Mitwirkung im Zuge der

Modernisierung und Digitalisierung der HMG.“

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