sporting hamburg MAI 2021

sportinghh

Stadtsportmagazin

Mai 2021

monatlich & kostenlos

Towers

Super-Kam Taylor

Wing Foilen

und Segeldoch!-

Sonderseiten!

Zusammen mit

Hockey

Super-Jette Fleschütz

Beachvolleyball

Sowieso-Super-Julius Thole & Co.

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Die besten Tipps gibt’s

in der Heftmitte.

präsentiert von

1


Editorial

Liebe

Leser*innen,

© Foto: Witters

einerseits könnte man

sagen, es ist alles gesagt.

Andererseits gibt

es Dinge, die man nicht

oft genug sagen kann.

Wie wichtig Bewegung ist, für für jede*n Einzelne*n,

so rein gesundheitlich, muss man ja im Grunde den

Mitbürger*innen auch nicht mehr erklären; trotzdem stellen wir fest, dass viele

Mitmenschen sich aktuell nicht mehr so aufraffen, wie sie sich aufraffen müssten.

Und obwohl man sogar teils durch Homeoffice den ganzen Tag in den eigenen vier

Wänden unterwegs (was ja fast zu viel gesagt ist), also besser nicht unterwegs ist,

schwindet die Idee zunehmend, noch mal, allein geht ja sogar bis 24 Uhr, vor die Tür

zu gehen und einmal durchzuschnaufen. Bock. Wo ist der Bock, den man nicht hat?

Also braucht es Motivation, gute Laune, und da kommen wir jetzt ins Spiel, denn

Übungsreihen, Sit-ups im Park und so, all done, in den letzten Ausgaben. Wir machen

einfach ein weiteres Mal gute Laune, und zwar mit sportlichen Themen, vielleicht

springt ja ein Funke über. Lasst also springen!

Auffällig an dieser Ausgabe wird sein, dass wir ziemlich viel Segelei am Start haben.

Das ist zum einen ein Sport, den man aktuell sogar zu zweit ausüben darf, zum

anderen sind das die Supersonderseiten, die wir zusammen mit dem Hamburger

Segler-Verband erarbeitet haben. Unter anderem geht es auch darum, wo man in

Hamburg nämlich noch so segeln kann, wo das Segeln auch günstig geht und mit

weniger Etikette.

Last but not least sind wir ziemlich stolz auf unsere Premiere einer öffentlichen

Redaktionskonferenz (die war am 01. April auf Insta). Bis zu 800 Zuschauer*innen

hatten wir am Start, und meine Co-Moderatoren Tim Ole Naske und Yared Dibaba

hatten Spaß. Wir noch viel mehr. Wir machen das jetzt allmonatlich, immer am 01. um

19 Uhr. Die Idee (sie war ja in unserer Quarantäne entstanden – geht doch) ist, auch

auf diesem Weg die Themen zu finden, die Euch umtreiben. So haben wir Tretroller

gefunden, Rugby vom Hamburger Rugby-Club und Wing Foilen, alles in diesem Heft.

Viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund. DurcHHalten!

© Foto: Mediaserver Hamburg/Sabina Trojanova

Martin Blüthmann

(martin@sporting-magazin.de)

Partner:

2 3

© Foto: Lena Erdil/Kai Steimer


© Foto: Mediaserver Hamburg/Christian Spahrbier

sporting hamburg

Das ist

Editorial 3

Beachvolleyball: Krasse Blase

Julius Thole in Mexiko 6/7

Hockey: Sehr fresh

Jette Fleschütz vom GTHGC 8/9

TEAM HAMBURG

Tokiooooh, wir kommen 10–12

Hamburg Towers: Kameron Taylor

Kam kam und siegte 14–16

Tretrollersport

Getreten und gerollt 18

AboHH!

sporting hamburg-Aboservice 19

Impressum 19

Futsal

Bundesliga! 20/21

Hamburger Sportbund

Solidarität ist wichtig 22/23

Sport und Inklusion

Die Alternative wäre: Nix. 24/25

Die sporting-Tipps

im Mai 26/27

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drin:

Hamburger Rugby-Club

Die Top-Banane 28–30

Active City Day

Stellt Euch schon mal drauf ein 31

Mannschaftsbesprechung

Öffentliche Redaktionskonferenz 32/33

Segeldoch!-Sonderseiten

Hamburger Segler-Verband

Es geht voran 35

SV Altona-Oevelgönne

Keine Schönwettersegler 36/37

Wing Foilen

Surfer im Höhenrausch 38/39

Norddeutscher Regatta Verein

Give me Five! 40/41

Hamburger Segel-Club

Schönster Platz 42/43

Helga Cup

Längere Vorfreude hat auch was 44/45

Inklusives Segeln

Wenn Segeln Kreise zieht 46/47

Altonaer Segel-Club

Wenn die Nordsee schon riecht 48/49

Baltische Segler-Vereinigung

Mal was anderes 50

*

* Zieh durch!

Tel.: 040/432084520 • www.steuermann-hamburg.com


Beachvolleyball

© Foto: Julius Thole

© Foto: 2021 FIVB

© Foto: 2021 FIVB

Julius Thole, der Längere von Beachvolleyball-Thole/Wickler

vom Eimsbütteler

Turnverband, in Sachen Olympiavorbereitung

am anderen Ende der Welt.

Wir so: „Schlimme Sache“, er so: lacht.

Im Hintergrund sein Temporär-Partner

Yannick (Harms), der gerade händeringend

versucht, den richtigen Zeitpunkt

abzupassen, um online einen begehrten

Trainingsslot zu ergattern. Die beiden sind

in Cancún, wo aufgrund von Corona gleich

Krasse

drei Turniere hintereinander stattfinden,

sie starten aber nur bei den ersten beiden.

Für viele der Teams aus aller Welt

Blase

die letzten Chancen, sich für Tokio zu

qualifizieren. Ganz schön verrückt. Das

Gute daran: Julius Thole und sein Partner

Clemens Wickler sind bereits qualifiziert.

Julius wird sachlich: „Clemens und ich

wollten hier nicht nur Turnier-Erfahrungen

sammeln, nach der langen Pause wieder

reinkommen, sondern unter anderem

auch Tokio simulieren, klimatisch.“ Er

weiter: „Wir haben zuletzt im Training

sehr viel Techniktraining gemacht, jeden

Ball analysiert, wir wollten jetzt konkret in den Wettkampf-Modus

wechseln.“ Aber: Clemens ist zu Hause, hat zwei Wochen Sportverbot,

erholt sich nach einer akuten Blinddarm-OP, verheilt seine Wunde und

baggert in den sozialen Medien ganz sachte Bälle an bunte Wände.

„100 Tage vor den Spielen ist es natürlich suboptimal, dass wir nicht

Irgendwie toll, Hamburg und sporting im

RegenHagelSchneetreiben, Julius Thole auf`m

Balkon in Mexiko, 40 Grad, waschküchenfeuchte

Luft, die Frisur hält.

als Duo antreten

können, da haben

wir einfach

Pech gehabt“, erklärt

Julius, aber sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Beim

Continental-Cup, jetzt gleich Anfang Mai in Izmir (Türkei), Madrid

(Spanien) und Baden (Österreich) wird Clemens wieder angreifen.

Umso dankbarer ist Julius aber seinem Kollegen Yannick Harms, der

kurzfristig einspringen konnte, da wiederum sein Team-Kamerad

Philipp Bergmann Schulterprobleme hat. Derweil wir schnacken,

gewinnt Yannick die Onlineschlacht um die Trainingsplätze bzw.

-zeiten. Eine halbe Stunde (für den Tag) haben sie ergattert. Direkt

nach Nils Ehlers und Lars Flüggen, ihren Hamburger Freunden vom

HSV, die als zweites deutsches Team allerdings tatsächlich noch

die Quali überhaupt schaffen müssen. „Wir leisten gegen andere

Gegner gern Schützenhilfe, im direkten Vergleich geht es aber auch

unter uns immer um den Sieg“, stellt Julius fest. „Insgesamt ist es

sehr schwer zu sagen, wo wir selbst als Kombi stehen, das Feld ist

wegen der besonderen Quali-Situation außerordentlich stark, um

uns tobt hier eine echte Schlacht.“ „Das macht auch was mit uns,

bei den anderen geht es aber um mehr“, ergänzt er.

„Die Stimmung insgesamt ist gut“, beschreibt er die Situation vor Ort,

Wetter und Laune waren super. Hier auf dem Balkon, viel mehr ging eh nicht.

Rechts: Yannick im Duell mit dem Brasilianer Alison Cerutti.

Training am Tag reicht nicht wirklich, die natürlich auch online gebucht

werden müssen, beschreibt er weiter, und ansonsten sind sie auf

ihrem Hotelzimmer. Sightseeing – no way. Welches Buch er gerade

liest? Julius lacht: „Wir lesen auch in Teilen, wir spielen mit unseren

internationalen Gegnern Gesellschaftsspiele, z. B. Siedler von Catan“,

per Handy natürlich, obwohl die Mitspieler wahrscheinlich nebenan

wohnen, der Tscheche Perusic ist im Schach spitze. Ok, im Schach

darf er besser sein.

und sie leben nach seinen Erzählungen in der blasigsten Corona-Blase

überhaupt. „Wir werden oft getestet: vor dem Abflug, bei der Ankunft,

im Hotel, wir sind nur auf dem Zimmer, gegessen wird in Schichten,

nur mit dem Team-Kameraden,

keine Durchmischung, alle tragen Wegen Ausfall ihrer jeweiligen Teampartner traten Julius (li.) und Yannick in Cancún gemeinsam an.

Masken.“ Es gibt drei Outdoor-

Gyms, denn eine halbe Stunde

© Foto: Julius Thole

© Foto: 2021 FIVB

7


Hockey

© Foto: privat

© Foto: Olaf Wegerich

© Foto: Olaf Wegerich

Stürmerin Jette beim Spaziergang mal entschleunigt, rechts während einer ihrer vielen Solo-Läufe, beschleunigt.

Sehr

fresh

Berichten wir über Tokio, Olympia und Corona

und so, sind es vielfach etablierte Hamburger

Super-Sportler*innen, mit denen wir schnacken.

Zum einen, weil sie viel Erfahrung mitbringen,

vergleichen können, und dann natürlich ein

Stück weit auch, weil man sie eben kennt.

Alles sehr gut so weit. Nicht minder super, aber bei weitem nicht so

erfahren ist Jette Fleschütz, gerade 18, vom Großflottbeker THGC. Sie

hat aktuell ziemlich gute Karten, den Sprung nach Tokio zu schaffen,

haben wir das ungebremste Gefühl. Und sie, sie ist: total entspannt.

„Es kommt, wie es kommt“, sagt sie. Das ist ja wohl ziemlich entspannt.

Angefangen hat sie mit dem Hockey im Tennis- und Hockey-Club Altona-

Bahrenfeld, „die machen da eine tolle Kinderarbeit“, sagt Jette, bis sie

dann leistungssportlich begründet nach Groß Flottbek wechselte. Da

spielte sie lange in der Jugend, seit einiger Zeit natürlich – unter Trainer

Alex Otte – in der 1. Damen, die 2019 wieder in die erste Bundesliga

aufgestiegen war. Sie mag den Verein sehr, ihr Hockey-Zuhause, ist für

ihr Team Feuer und Flamme, es wird immer gekämpft, aber: „In der

Liga könnte es etwas besser laufen“, sagt sie. „Wir müssen so wie

es aussieht wohl in die Playdowns.“ Kein so schönes Wort im Sport.

Etwas besser läuft es für sie aber offensichtlich in der Gunst der

Bundestrainer, die sie Ende letzten Jahres zu Lehrgängen des Hockey-

Perspektivkaders einluden. Unverhofft kommt oft, verdient natürlich

allemal. „Ich bin da dann komplett ohne Erwartungen hingefahren“, sagt

sie, wahrscheinlich ein gutes Rezept, so weit. Im Januar dieses Jahres

erfolgte dann die erste Einladung für den A-Kader. Spannend, obwohl

sich die meisten Frauen dort ja kennen, mehr als zehn aus dem Kreis

der Spielerinnen kommen zudem aus Hamburg. Das geht ja zackig

mit der Karriere – aber Jette wird so nachdenklich wie ehrlich: „Ohne

Corona hätte ich die Chancen jetzt nicht“, bemerkt sie, klingt ja blöd,

„aber die Olympischen Spiele wären ja eigentlich schon gelaufen.“ Recht

hat sie, aber neue Perspektiven auf die aktuelle Lage sind manchmal

auch nicht verkehrt. Nun wurde gerade zuletzt der Kader wieder ein

Stück weit runtergedampft, aktuell sind es nur noch 20 Damen, aber

Jette – tschakka – ist noch dabei. Offensichtlich hat sie auch auf der

Auslandsreise für die Pro League nach Argentinien (sie so: „Für zwei

Spiele nach Argentinien, tausend Formulare, nur im Hotel, verrückt …“)

keinen schlechten Eindruck gemacht. Herrlich, läuft bei ihr. Die Eltern

freut es natürlich, wenn ihre Tochter einen guten Eindruck macht, und

unterstützen sie absolut. Noch zweimal wird wohl gesiebt werden, ein

letztes Mal wohl erst nach der Europameisterschaft, und die ist erst

kurz vor den Spielen. Da dann raus … Eine toughe Zeit liegt vor ihr.

Nebenbei studiert Jette Jura, nachdem sie im letzten Jahr Abi gemacht

hat. Sie erklärt verschmitzt: „Ich hab’s im letzten Jahr, es gab ja ohnehin

keine Präsenz-Veranstaltungen, etwas ruhiger angehen lassen“, ein

Test musste reichen. „Dieses Jahr will ich aber voll studieren“, sagt

sie, grinst sie, und wir fragen uns sowieso, wie das denn so geht, bei

8 Einheiten (Feld, Kraft, Ausdauer und dergleichen) die Woche und

zwischendurch so sensationelle Kurz-Lehrgänge wie zum Beispiel einer

mit dem Topic „Kurzecken“. Auf jeden Fall mal was anderes, für uns

zumindest. Sie ist durchaus gespannt, was dieses Jahr noch so passiert,

will sich natürlich voll reinhängen, und man spürt ihren Ehrgeiz, die

einmalige Chance zu nutzen, aber: „Wenn’s nicht klappt, dann lässt sich

das auch nicht ändern.“ Aktuell ist ja auch vieles ein wenig dem Zufall

und C. überlassen. So viel auch zu der Frage, was sie neben Hockey

und Uni noch so alles macht. Spazieren gehen, was für ’ne Frage. Viel

mehr geht ja nicht. Man gut, dass sie richtig gut Hockey spielen kann.

© Foto: Olaf Wegerich

8

Athletisch, wahnsinnig schnell und Fokus, Fokus, Fokus auf den Ball.


TEAM HAMBURG

Tokioo

Teil 1

ooh,wir kommen!

Große Ereignisse werfen

mit den Olympischen und

Paralympischen Spielen

ihre Schatten voraus.

Seit langem.

© Portraits: privat

Entsprechend bereiten sich unsere TEAM HAMBURG-Sportler*innen darauf vor, plus 1 extrem nerviges Corona-

Jahr. Das mal schon jetzt. Euch allen gebührt unser Dank und die größte Anerkennung, es so weit durchgezogen

zu haben. Respekt. Die letzten 3 Monate schafft Ihr dann jetzt auch noch, und wir hoffen, Ihr erlebt so viel Ihr

könnt (!!!), Zuschauer hin oder her, und Ihr seid so erfolgreich, wie es gerade geht.

Wir stehen hinter Euch und haben (5 Ringe-) 5 Fragen:

1 Hand aufs Herz: Hast Du einen Glücksbringer? Was ist es?

2 Welches Buch nimmst Du mit?

3 Für Dich das Wichtigste an Olympia ist ...?

4 Deine/Eure realistischen Chancen sind ...

5 Wenn das alles vorbei ist, was denkst Du, was wirst Du als Erstes machen?

HANNAH KÜCHLER

Schwimmen (AMTV-FTV Hamburg)

SYLVIA PILLE-STEPPAT

Para-Rudern (Wilhelmsburger Ruder-Club von 1895 e. V.)

1 Ich habe von meiner Nachbarin

einen selbstgenähten Smiley

bekommen, den ich mir an die

Sporttasche gemacht habe.

2 Das weiß ich noch nicht.

3 Ganz viele andere Menschen zu

treffen aus anderen Nationen. Ich

hoffe, dass das trotzdem möglich ist.

4 Das Ziel ist, das Finale zu erreichen.

5 Wieder verreisen. Ich wollte schon

lange mal nach Kuba.

© Hintergrund: Pixabay

1 Nein, habe ich nicht.

2 Ich lese viel über Persönlichkeitsentwicklung

(also das, was ich später

machen möchte), es wird wahrscheinlich

etwas in die Richtung

werden.

3 Dass ich die bestmögliche Zeit

heraushole, ein guter Teampartner

für mein Team bin und Erfahrung

sammle.

4 Ich hoffe, ich kann dazu beitragen,

mit den anderen (der Staffel) in

Tokio ins Finale einzuziehen.

EDINA MÜLLER

Para-Kanu (Hamburger Kanu Club e. V.)

© Foto: Reinhard Breitenstein

5 In den Urlaub fliegen.

LEON ROHDE

Radsport Bahn (Radsport-Gemeinschaft Hamburg von 1893 e. V.)

1 Nein, habe ich nicht. Vielleicht

meine Freundin, die immer stolz auf

mich ist.

2 Ich nehme mein Studienskript mit.

Das ist die einzige Lektüre, die ich

mitnehme.

3 Diesen Reiz von dem riesigen Event,

auch in einer Randsportart mal

diese Aufmerksamkeit zu bekommen,

die sonst nur der Fußball

bekommt

4 Realistisch wäre, wenn wir um das

kleine Finale fahren. Das ist auch

das Ziel, um Bronze zu kämpfen.

4 Ich würde gerne mal wieder eine

private Fernreise machen. Las Vegas

würde mir gut stehen.

CONSTANTIN STAIB

Hockey (Hamburger Polo Club e. V.)

1 Ich habe mir für Tokio eine Kette mit

einer Strähne von meinem Sohn als

Glücksbringer gemacht.

2 Bestimmt eins über Japan.

3 Ich hoffe, dass Olympia gerade in

der jetzigen Zeit wieder diesen Geist

entfachen kann, Menschen

zusammenzubringen, auch wenn

keine ausländischen Zuschauer

zugelassen sind.

4 In diesem Jahr schwierig zu sagen,

wegen der besonderen Umstände in

der Vorbereitung. Aber ich versuche

eine Medaille zu gewinnen.

5 Ich möchte eine Hauseinweihungsparty

feiern, die letztes Jahr leider

ausgefallen ist.

1 Nein, habe ich nicht. Mein Glück ist

meine Motivation und mein Ehrgeiz.

2 Ich nehme gar kein Buch mit. Ich

werde so fokussiert auf die Kämpfe

sein, dass ich gar keine Zeit habe zu

lesen.

AMMAR ABBAS ABDULJABAR

Boxen (SV Polizei Hamburg)

3 Dass ich eine gute Leistung bringe

und gesund wieder zurückkomme.

4 Ich kämpfe für die Goldmedaille. Ich

trainiere so hart, da kämpfe ich

nicht, um Zweiter oder Dritter zu

werden.

5 Ich möchte wieder ohne Maske

rumlaufen. Ich möchte endlich

wieder mal einen Kaffee trinken

gehen und mit meinen Jungs einen

trinken.

1 Nein, ich habe keinen.

2 Falls ich bis zu den Spielen noch

nicht damit durch bin, die Barack

Obama-Biographie.

3 Es überhaupt zu den Spielen

geschafft zu haben.

4 Olympiasieger.

5 Mit Frau und Tochter mal wieder ins

Restaurant zu gehen. »

10


TEAM HAMBURG

LENA MICHEEL

Hockey (Uhlenhorster Hockey-Club e. V.)

1 Nein, ich habe keinen.

2 „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die

Nacht“ von Andrea Petković .

3 … die Verwirklichung von einem

Kindheitstraum.

© Portraits: privat

4 Um die Medaillen zu kämpfen!

5 In den Urlaub fahren, egal wohin,

Hauptsache weg!

© Hintergrund: Pixabay

STEPHAN RIEMEKASTEN

Rudern (Der Hamburger und Germania Ruder Club e. V.)

1 Nein, habe ich nicht.

2 Das werde ich mir spontan vor dem

Abflug überlegen.

3 Es ist ein Highlight für das ganze

Team, wir haben die letzten Wochen

unser Leben danach ausgerichtet.

1 Das Uni-Tier meiner Universität in

den USA war eine Bulldogge, mein

Trainer dort hat mir Socken mit

einer Bulldogge geschenkt, die habe

ich bei meinen Einer-Wettbewerben

angezogen. Einen speziellen

Glücksbringer habe ich aber nicht.

2 Einen Anatomie-Atlas, denn nach

Tokio stehen die Medizin-Prüfungen

an.

3 Der olympische Spirit, denn beim

Sport sind alle gleich. Ich finde, die

Spiele werden zu sehr kommerzialisiert,

ich wünsche mir alte Ideale

zurück.

5 Meine realistische Einschätzung ist,

dass ich als Ersatzfahrer zu den

Spielen mitfahre. Die Boote sind

aber noch nicht safe, daher denke

ich, dass ich meine Chance auch

noch bekommen werde.

5 Ein Seminar innerhalb meines

Medizin-Studiums, wo ich in der

Praxis mit Patienten arbeiten darf.

KIRA HORN

Hockey (Der Club an der Alster e. V.)

4 Das ist schwer einzuschätzen, aber

das Ziel ist eine Goldmedaille.

5 Ich würde eine große Party schmeißen,

mit allen Menschen, die ich

gerne habe, um endlich mal wieder

mit allen zusammenzukommen.

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Hamburg Towers

© Fotos: Dennis Fischer

verliert, gar nicht viel mehr wahrnimmt,

so fokussiert ist er dann.

Kam kam

und siegte

„Ich habe sehr hohe Ansprüche an mich“, erklärt er, deswegen ärgert

er sich, obwohl sonst gar nicht so emotional, dann auch regelmäßig

über sich selbst, wenn ihm was nicht so gelingt wie gedacht, „aber

da arbeite ich dran“, grinst er. Die Fans spielen für ihn auch in diesem

Zusammenhang eine sehr große Rolle, nicht nur ihr Remmidemmi,

sondern auch mental. „Sie sind wie ein sechster Spieler“, beschreibt

er ehrlich. Und der fehlt natürlich derzeit.

Wir fragen ihn nach den letzten fünf Stationen in den letzten fünf

Jahren, nach dem Leben aus dem Koffer, sozusagen, wo sein Zuhause

ist. »

Als Spieler ist er „complete“: tipp-topp in der Defense, aber auch brandgefährlich unterm Korb.

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14

Direkt nach dem Spiel gegen Chemnitz hatten wir die Chance,

mit Super-Towers-Shooting Guard Kameron Taylor (27) zu

sprechen, Kam genannt. Er opferte seinen freien Tag für das

Gespräch mit uns.

Wir sind erfreut, danke, Kam (wir übersetzen seine Zitate). Zumal

sie aus Chemnitz erst um 4:30 Uhr zurück in Hamburg waren. Ist ja

auch mal gut zu wissen, wir so, stehen fast schon wieder auf, die

so: Movie-guckenderweise quer durch Deutschland. Das Spiel, mit

einem Punkt verloren, trotz wilder Aufholjagd zum Schluss. Einerseits,

da kann man nichts machen, andererseits: „Ooh doch, das Spiel war

tough und wir haben tatsächlich diverse kleine Fehler gemacht, und

wenn es dann am Ende wegen eines Punktes verloren geht, ist das

sehr ärgerlich“, ist Kam ehrlich

und ehrgeizig zugleich.

Kameron, der schon immer

Basketballspieler werden

wollte, sagt von sich selbst,

er ist als Player „complete“,

denn er ist Punktelieferant,

gerade durch seine Dreier,

er ist aber auch ein leidenschaftlicher

Abwehrspieler.

Kam kam im Sommer 2020 zu den Towers.

„That’s me“, sagt er dazu. Seine Steals sind auffällig und

berüchtigt. Ob man das trainieren kann oder ob das so

in einem steckt? „Ich spiele schon immer super gern

in der Defense“, wir vermuten demnach ’ne gehörige

Portion Talent – und Leidenschaft natürlich. Towers-

Geschäftsführer Jan Fischer sagte über Kam nach dem

Spiel gegen Oldenburg: „Wir sind mit seinen Leistungen

sehr zufrieden, Kameron spielt eine tolle Saison und macht seine

Mitspieler besser. Insgesamt hat sich das Team im Laufe der Saison

sehr gut entwickelt, das ist die Grundlage für diese erfolgreiche

Spielzeit.“ Auf dem Court ist Kam sehr konzentriert, wie auch die

ganze Mannschaft in der Regel sehr fokussiert zu Werke geht.

„Wir stimmen uns während des

Spiels natürlich ab, aber eigentlich

weiß jeder, was

er zu tun hat“,

sagt er. Er erwischt

sich aber

manchmal

selbst, dass er

sich im Spiel

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Hamburg Towers

© Fotos: Dennis Fischer

Gegen die Großen vielfach gepunktet, hier beim Sieg in Berlin, in Chemnitz (unten) gab’s dagegen eine knappe Niederlage.

Er denkt kurz nach, seine Heimat ist Washington D.C., da ist seine

Familie, sind seine Freunde, da verbringt er jeden Sommer. Aber die

letzten Stationen waren in Deutschland, er mag das hier sehr, die

Sprache, die Menschen, die Kultur. „Hier ist schon mein Zuhause“,

findet er. Wie es weitergeht? Er ist Profi, „ich prüfe jedes Jahr nach

der Saison die nächsten möglichen Schritte, ‚Opportunities’ für

meine Karriere, entscheide dann, nach(!) der Saison“, bekräftigt

er. Hamburg findet er klasse, soweit er bislang, dank Covid, davon

überhaupt was wirklich kennenlernen konnte. „Es gibt viele schöne

Plätze, ich bin gern an der Alster“, den Neuen Wall findet er schick.

Den Wechselgerüchten aus der Tagespresse folgend, fragen wir,

und Berlin so? Er: „Berlin ist auch groß“, wir grinsen, „da haben

wir schon gespielt.“ Aahh ja. Profi eben, er lebt Basketball: „Game

– Practice – Home.“ Er ist auch sonst sehr sportlich unterwegs,

trifft gern seine Buddies, Teamkameraden, geht ja aktuell nur nicht

wirklich, das Wetter hier findet er auch „crazy“ und er frönt der

aktuell sehr gängigen Freizeitaktivität „Movies“, Typ Walking Dead

oder The Dark Knight (klingt grimmig), er steht, was jetzt auch nicht

wirklich überrascht, natürlich auf R&B, Rap. Und er kocht neuerdings,

probiert „ständig neue Salsa-Rezepte, und ich werde immer besser“.

Für die nächsten Liga-Spiele, die Playoffs im Anschluss, hat Kam

sich so einiges vorgenommen. Irgendwie, könnte man meinen, ist

alles drin: „Jeder kann in diesem Jahr jeden schlagen“, sagt er, für

uns ein Siegertyp, „wenn alles passt und wir jeden Tag und immer

perfekt vorbereitet sind.“ Und dann geht es erst mal in die Heimat.

Wir so: Danach? Er so: „Zero idea.“


Tretrollersport

© Fotos:privat

Abo-Service

IMPRESSUM

sporting hamburg

Stadtsportmagazin

c/o steuermann sport GmbH

Stresemannstraße 375

Eingang 8, 4. OG

22761 Hamburg

Telefon 040-432 08 45 20

info@sporting-magazin.de

www.sporting-magazin.de

In unserer ersten öffentlichen Redaktionskonferenz,

die startet jetzt immer am 01. eines Monats um

19 Uhr auf Insta @sportinghh, ploppten ja tatsächlich,

wie erhofft, einige neue Themen hoch.

Unter anderem Tretroller … Gedankenstrich … so haben wir auch

reagiert, dachten dann aber an Scooter, das sind die Roller mit

den kleinen Reifen, die sich in den Skateparks immer so beliebt

machen. Aber Sabrina Schubert (27), Informatikerin, belehrte uns

eines Besseren. Hintergrund: „Ich suchte einen Sport, eher so

Ausdauer, der Corona-mäßig an der frischen Luft stattfinden kann,

ohne Laufen.“ Da kämen wir jetzt auch auf Radfahren, aber Sabrina

recherchierte und kam auf den Tretroller, 3.0 sozusagen. Durchaus

ein High-End-Gerät, leicht, mit Luft befüllte Reifen, Trittbrett sehr

niedrig, so geht’s schneller, weil es weniger vertikale Bewegungen

gibt, Typ Rennziege. Sie rannte am 01. April mit ihrem Handy dann

gleich in den Schuppen und holte es raus, und wir waren alle live

und in Farbe dabei. „Ich wollte was für lange Strecken, da machen

die kleinen Scooter keinen Sinn“, sagt sie. „Roller fahren ist vor allen

Dingen gelenkschonend, das war mir wichtig. Und dann geht es beim

Rollern um Gleichgewicht, allgemeine Koordination und Kraft, auch

die Rumpfmuskulatur natürlich, alle Muskeln“, lacht sie und flitzt

Getreten

und gerollt.

nun seit einem Jahr übers Land, macht 20–30 km-Touren, hat dabei

fürchterlich viel Spaß, erlebt die Natur, lässt sich den Wind um die

Nase wehen. Und, achtet drauf: Nach 7- bis 10-mal treten werden

die Beine gewechselt, teils im Sprung.

Ein Doppelbingo wird der Tretroller (sein Vorderrad ist meistens größer

als das Hinterrad, es gibt unterschiedliche Ausführungen) für Sabrina,

denn er ist gleichzeitig ihr persönliches, nicht nur gelenk-, sondern auch

naturschonendes, Mobilitätskonzept. „Ich fahre damit zur Arbeit und

zum Bäcker, er ist leicht, deswegen sehr flexibel und schnell im Auto

zu verstauen.“ Auch die Wartung scheint pillepalle. Typisch deutsch

dann jetzt natürlich: Seit 2010 gibt es einen Verband, 2012 fanden

sogar Weltmeisterschaften in Deutschland statt. In Hamburg ist man

damit noch Exot, wer also mal an Elbe und Alster ’ne Runde auffallen

will … „Der Gerät“ gibt es im ausgewählten Fachhandel, weitere

Informationen unter: www.deutschertretrollerverband.de

AboHH!

Nun drehen wir richtig durch:

Ein kostenloses Stadtsport -

magazin im Abo!

Tatsächlich haben wir inzwischen

sehr viele Leser*innen

in Süd-, West-, Ostdeutschland

– nicht in Hamburg,

um‘s kurz zu machen. Das

freut uns natürlich sehr.

Darunter sind Ex- und Exil-

Hamburger*innen, Möchtesehrgern-Hamburger*innen

(volles Verständnis, Kinnings) und viele Sportfreund*innen. Und all denen

schicken wir, nach persönlicher Kontaktaufnahme, auf Neudeutsch heißt das

„Kundenbindung“, bislang sehr geflissentlich und hochmotiviert allmonatlich

unser Magazin.

Das wird natürlich absolut so bleiben, wird nur gerade etwas viel. Deswegen

gibt es jetzt sogar eine eigene Extra-Email-Adresse, unter der Ihr Euch mit

Abo-Wünschen melden könnt:

abohh@sporting-magazin.de

(alternativ unter Tel. 040-432 08 45-22)

Wir senden Euch dann die Kontaktdaten, Ihr überweist bummelige 30 Euro für

1 Jahr (für Postkutsche ... all in) und dann geit dat los.

Herausgeber

Martin Blüthmann (V.i.S.d.P.)

martin@sporting-magazin.de

Redaktion

Martin Blüthmann, Andreas

Hardt, Marco Santoro, Lisa

Staisch, Manuela Tanzen, Lars

Wichert

Lektorat, Schlussredaktion

Manuela Tanzen

manuela@sporting-magazin.de

Art Direction und Layout

Arndt Grutke

arndt@sporting-magazin.de

Druck

Eversfrank Preetz

Frank Druck GmbH & Co. KG

Industriestraße 20

24211 Preetz

Auflage: 70.000 Exemplare

Anzeigen, Mediadaten

Telefon 040-432 08 45 20

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Leserbriefe, Termine

und Kommentare

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Irrtümer und alle Rechte

vorbehalten. Nachdruck sowie

sonstige Vervielfältigungen nur

mit ausdrücklicher Genehmigung

des Verlags. Für unverlangt

eingesandtes Text- und

Bildmaterial wird keine Haftung

übernommen; der Verlag setzt

bei Eingang voraus, dass alle

Rechte und Honorarfragen

geklärt sind. Erscheinungsort

und Gerichtsstand ist Hamburg.

sporting hamburg erscheint

monatlich. Anzeigen- und

Redaktionsschluss jeweils am

15. des Vormonats.

Jetzt haben wir dann auch den Roller vor Augen – das sieht cool aus, das Ding.

19


Futsal

© Fotos: Matthias Scharf Fotografie

Michael Meyer (li., #7) spielt auch in der deutschen Futsal-Nationalmannschaft.

BUNDESLIGA!

Spieler in Deutschland. Schwierig, das genau zu sagen, weil einige

Kicker doppelt aktiv sind, beim Futsal und beim Fußball. Sie kicken

eben neben dem Hallensport auch noch bei Amateurclubs auf dem

grünen Rasen. Da gibt es in der Regel auch noch ein bisschen Kohle,

Aufwandsentschädigung, Trainingsprämie und so. Beim Futsal nicht.

Noch nicht. „Wir sind Amateure und kalkulieren so, dass wir es mindestens

drei Jahre bleiben“, sagt Patrikk von St. Pauli. Nach diesen

drei Jahren sollte das Produkt Bundesliga laufen. Aber es ist ein Gang

ins Ungewisse. Es gibt keine Garantien. Panther Michael glaubt aber

auch, dass sich die Spieler auf Dauer entscheiden müssen: „Es wird

irgendwann wichtig, reine Futsal-Mannschaften zu haben.“ In anderen

Ländern gibt es bereits diese Spezialisten, damit ist dann das Niveau

natürlich entsprechend höher. Auch die Bundesliga verspricht Woche für

Woche eine sportliche Qualität wie bei den Meisterschaftsendrunden.

Da müssen dann nur alle Spieler voll mitziehen. „Das ist ein schwieriges

Thema. Einige Spieler konzentrieren sich schon voll auf Futsal,

andere haben noch Ambitionen im Bereich Fußball“, sagt Michael,

„da müssen wir einen gesunden Mittelweg finden.“ Hauptsache, es

geht jetzt erst einmal überhaupt wieder los. „Stille Post“ am Telefon

mit den Mitspielern oder ab und an coronakonformes Kicken zu zweit,

das kann es auf Dauer nicht sein. „Wir haben sportliche Ziele, wollen

uns für die Bundesliga qualifizieren und die Endrunde der deutschen

Meisterschaft erreichen. Die wird im Juni in Duisburg gespielt“, sagt

Tobias Lietz, der beim HSV e.V. für den Spitzensport verantwortlich

ist: „Die Jungs sind heiß.“

Das Abenteuer Bundesliga jedenfalls scheint für den Sport alternativlos,

wenn er sich weiter entwickeln will, neue Fans gewinnen und

dann auch Sponsoren. „Was dabei herauskommt, das werden wir

erfahren“, meint Michael. Die erste Bundesligasaison ist vom Verein

finanziell abgesichert. „Wir wären dann neben dem Fußball auch

Gründungsmitglied bei der Futsal-Bundesliga“, so Tobi, „das wäre

eine sehr schöne Geschichte.“

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Das ist die große, weite Welt. Premium! Erste Liga! Nur die

Besten des ganzen Landes spielen um Titel. Logisch, dass der

Deutsche Fußball-Bund (DFB) auch im Futsal eine Bundesliga

an den Start bringen wird.

Dieses Jahr noch, im September, wenn das Virus hoffentlich nicht

mehr so nervt. Und dass Hamburgs beste Teams da natürlich mitmachen

wollen, ist auch klar. Also haben sich die HSV-Panthers, der

FC St. Pauli Futsal und die Wakka Eagles Futsal (was für eine schräger

Name ;-)) vom SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt für die neue Liga

angemeldet. Nur mit der Vorbereitung ist es aus wohlbekannten

Gründen schwierig: „Wir haben Ende Oktober das letzte Mal ein

Punktspiel bestritten“, sagt Nationalspieler Michael Meyer von den

HSV-Panthers, „wir durften seitdem nicht als Team trainieren.“ Weil

sie eben nicht als „Leistungssportler“ gelten – und weil es eben

noch keine Bundesliga gibt. Hamburg fuhr und fährt da im Vergleich

mit anderen Bundesländern eine weniger laxe Linie,

was die Erlaubnis für Sport- oder Trainingsbetrieb

angeht. Safety first eben. Kann man machen, gibt’s

auch Gründe für, ist für Athleten halt schwierig. „Wir

hoffen, dass wir eine sportlich faire Qualifikation für

die Bundesliga spielen können“, sagt der Panther,

„und dass wir bald wieder trainieren dürfen.“ Die zwei

besten Teams aus der unterbrochenen Regionalliga

Nord dürfen an der neuen, 10 Mannschaften starken Bundesliga

aus dem Norden teilnehmen. Der Dritte hat noch die Chance, sich

in einer Qualifikationsrunde einen Platz zu ergattern. Beim Abbruch

im Oktober führten die HSV-Panthers vor den Eagles und dem FC St.

Pauli die Tabelle an. Das gibt ja schon mal ein gutes Gefühl. „Alle im

deutschen Futsal sind sich einig, dass der Sport gezeigt werden muss“,

sagt Abteilungsleiter Patrikk Ernst-Bunzemeier vom FC St. Pauli im

Podcast „Mister Futsal“. Das ist auch ein wichtiger Grund für die

Gründung der neuen Topklasse. Der DFB hat die Medienrechte und die

Power, TV-Übertragungen oder Online-Streams durchzusetzen: „Wir

haben das auf regionaler Ebene nicht geschafft. Das geht nur mit einer

nationalen Liga.“ Das schafft nationales Interesse, erhöht das Niveau

und verbessert damit auch die Chancen der Nationalmannschaft.

Der Sport ist ja schon ganz geschmeidig. Viel Technik, hohes Tempo,

Tore, Übersteiger und Volleys. Das ist spektakulär anzuschauen –

aber auch niedrigschwellig für einen Einstieg. Man braucht eben

nur ein kleines Feld, fünf Mann pro Team. Der Ball ist kleiner und

sprungreduziert. „Das kann ein cooles Produkt sein“, glaubt Patrikk,

„wir müssen dafür aber gutes Material produzieren.“ Das Ding muss

fliegen, man muss es versuchen, sonst bleibt Futsal ein unbedeutender

Nischensport: Es gibt nur geschätzt zwischen 3.000 und 6.000 aktive

20

Rekordmeister: Die HSV-Panthers haben inzwischen schon vier deutsche Meistertitel auf ihrem Konto.


Hamburger Sportbund

© Foto: privat

Ralph Lehnert ist seit Anfang 2017 Vorstandsvorsitzender des HSB und auch sonst recht sportlich.

Fotos: HSB/Witters

Solidarität ist

wichtig!

Was die Pandemie mit dem organisierten Sport

macht, wollten wir von Ralph Lehnert wissen.

Macht Sinn, ihn zu fragen, er ist der Vorstandsvorsitzende

des Hamburger Sportbunds.

Persönlich ist er betroffen wie die meisten, im Berufsleben mit Home

Office etc., der Laden läuft aber auch so, einmal die Woche ist er im Haus

des Sports am Schlump. Geht alles zur Not. Privat lebt Ralph Lehnert in

Schleswig-Holstein „auf dem Land“, ohne große Distanz-Probleme und ohne

Ausgangssperren. Was im organisierten Sport, in den ca. 800 Hamburger

Sportvereinen Hamburgs alles aber nicht geht, erfährt er tagein, tagaus.

„Die Situation ist sehr komplex, die Probleme der einzelnen Vereine sind

so heterogen, wie die Hamburger Sportlandschaft eben bunt und vielfältig

ist.“ Overall, und die Rechnung bleibt wohl lange stehen, sieht er einen

großen sozialen Schaden, den man nie in Euro bemessen können wird.

„Sozialkontakte in den Vereinen, die seit einem Jahr im Prinzip komplett

weggefallen sind, machen mir im Grunde am meisten zu schaffen“, sagt

er, „Vereine stehen für ein Miteinander, das ist derzeit nicht geboten“, auch

wenn nahezu alle Vereine versuchen, digital zu stemmen, was möglich

ist. Von den gesundheitlichen Aspekten mal ganz zu schweigen. Eine

Abstraktionsetage tiefer beschreibt er: „Da gibt es Vereine, kleinere, mittlere,

die vordergründig gar keine große Not haben, weil wo kein Sportbetrieb

ist, fallen auch keine Kosten an.“ Ralph Lehnert weiter: „Und da, wo die

Bindung groß genug ist, gibt es auch wenige Austritte.“ Und dann gibt es

viele Vereine der gleichen Größenordnung, die hohe Unterhaltskosten

ihrer Anlagen zu bestreiten haben, mit anderen Mitarbeiterstrukturen,

hauptamtlichen Angestellten, denen geht es schlecht bis richtig schlecht.

„Stell Dir vor, da wurde vor kurzem gebaut, renoviert, und das Budget ist

eng, aber Kapitaldienste müssen geleistet werden“, erklärt er. Da gibt es

Beispiele aus den Bereichen Indoor-Trendsport, die er nicht namentlich

nennen möchte, da sieht es sehr düster aus.

„Wir haben Vereine mit fast 20 % weniger Mitgliedern,

im Vergleich zum letzten Erfassungszeitraum.“ Das

ist bitter. Schwierig wird es auch werden, wenn sich

der Sportbetrieb hoffentlich bald wieder aufstellt

„… und die Vereine ihr Angebot aufstellen, Kosten

haben, die Mitglieder aber nur zögerlich wieder

eintreten.“ Ralph Lehnert erklärt: „Wir sind mit sehr

vielen Vereinen im direkten Gespräch, helfen, wo

wir können, verschieben den Einzug unserer Beiträge, stunden Darlehen,

alles im Rahmen unserer Möglichkeiten.“ Und wenn es in der Historie seiner

Amtszeit (er hört Ende des Jahres als Vorstandsvorsitzender des HSB auf)

durchaus auch mal etwas kontroverse Diskussionen mit den Behörden,

vornehmlich dem Landessportamt, gab, ist er aktuell total happy über eine

sehr offene und konstruktive Zusammenarbeit mit der Behörde für Inneres

und Sport. „In dieser Krise sind wir toll gemeinsam unterwegs.“ Hamburg war

eines der ersten Bundesländer, die Nothilfefonds und Überbrückungshilfen

auch für den Sport zugänglich gemacht haben. Hier sind inzwischen über 5

Millionen Euro geflossen. Auch wird gemeinsam an Maßnahmen gearbeitet,

wie die Stadt helfen kann, wenn es wieder losgeht. Hier hatte Senator Grote

zuletzt ebenfalls Unterstützung angekündigt, auch um Wieder- und Neu-

Eintritte zu unterstützen. Leider gibt es keine differenzierte Betrachtung, in

welchen Stadtteilen oder Sportarten Hilfe nötiger ist. Ralph Lehnert: „Wir

prüfen jeden Fall und setzen auf die Solidarität im Sport.“ Und es gibt auch

sehr positive Signale. „Der Reha-Sport läuft aktuell auf Hochtouren, hier

ist allerdings eine ärztliche Verordnung Voraussetzung.“ Er weiter: „Wir

würden uns natürlich wünschen, dass auch gerade die aktuellen Erkenntnisse

der Aerosole-Forschung bei zukünftigen Entscheidungen von Bund

und Ländern Berücksichtigung findet. Demnach ist Outdoor-Sport unter

Einhaltung gewisser Regeln nach unserer Wahrnehmung nämlich durchaus

machbar. Entsprechend sollte der Vereinssport neu bewertet werden.“

Was er sich weiter wünscht, wollen wir wissen, so ganz realistisch: „Dass

die Hamburger*innen ihren Vereinen treu sind und treu bleiben“, und dass

„wie es auch gerade geht, möglichst viel Sport für Kids ermöglicht werden

kann.“ Kinder ohne Bewegung, das geht gar nicht.

Was nahezu all diesen Vereinen auf jeden Fall

auf die Füße fällt, ist, dass wenn auf den Anlagen

nichts geht, kein Sportbetrieb geboten wird,

natürlich auch niemand eintritt. Neumitglieder:

Fehlanzeige. Dieses Dilemma spüren gerade die

Großvereine extrem. Unter anderem aufgrund

ihres sehr breiten Angebotes bis hin zu vereinseigenen

Fitnessstudios gehen diese schon lange

mit einer ganz normalen Mitglieder-Fluktuation

um. In der Regel übersteigt dabei die Zahl der

Neu-Eintritte die der Austritte, ergo die Vereine

wachsen. „Aktuell stehen nun aber den deutlich

vermehrten Austritten leider gar keine Eintritte

gegenüber. Das ist schlimm“, sagt Ralph Lehnert.

© Foto:privat

22

Bei der Hamburger Sportlergala mit Sportstaatsrat Christoph Holstein, Foto oben: beim Handelskammer-Cup (beides natürlich vor Corona).

Ende des Jahres endet seine Amtszeit. Mehr Zeit für seine Hobbys, könnte das bedeuten.


Sport und Inklusion

© Fotos: Sport © und Foto: Inklusion Nadine – Pohl ESA

Alle Bewegungen wurden von einer Person im Stehen und einer Person im Rollstuhl vorgestellt,

damit viele Menschen die Übungen nachmachen konnten.

Die Alternative wäre:

Nix.

Team, 4 Techniker, 3 Gebärdendolmetscherinnen, zusätzlich gab

es per Chatfunktion ein schriftliches Dolmetschen. Location war

die Kulturküche Alsterdorf, Moderatoren waren Michael Vondrasek

und Timo Hampel. Der DJ wurde vom DJ-Team Hamburg gestellt,

es gab Tanz, Dehn- und Lockerungsübungen, Übungen im Stehen

und aus dem Rollstuhl für alle, Bewegungsspiele auch zum Nachturnen

im Park, ‘ne Klangschalenphase zum Runterkommen,

Lach-Yoga zum wieder Raufkommen, viel Musik und gute Laune.

„Es war für jede*n so dermaßen was dabei, dass über 200

Teilnehmer*innen, bis nach Kiel, mitgemacht haben“, schildert

Leonie glücklich, und findet zu Recht, dass alle Mühe sich gelohnt

hat.

Den Rap, den Timo, der übrigens auch bei der Stiftung Alsterdorf

arbeitet, zwischendrin abgeliefert hat, den gibt es bald bei uns

auf Insta. Der ist ein Knaller. Und wenn am Ende alle Teilnehmer*innen

digital eine La Ola machen, dann war da sicher für eine Weile

niemand allein. Und bewegt sind wir auch.

Und wieder ist shitty-C. schuld, dass neue Wege gegangen

werden, die dann aber am Ende des Tages auch was Gutes

haben. Zum Beispiel so in Sachen Zusammenarbeit.

Behinderung Hamburg, Gesundheit 25*, Special

Olympics Hamburg, ParkSportInsel e. V.) formiert,

die sich das Digitale Sportfest für Menschen mit

Behinderung ausgedacht hat. Die unermüdliche

Linda Bull vom Bereich Sport und Inklusion der

Stiftung, unterstützt von Dual-Studentin (und FC

St. Pauli-Rugby-Spielerin) Leonie Zolker, schob

diverse Überstunden und schaffte es gemeinsam

mit allen Partnern, auch digital Menschen in Bewegung

zu bringen.

Schon ein-, zweimal berichteten wir über

die Lockdown-Konsequenzen für Menschen

mit geistiger oder körperlicher

Behinderung. Dieses Thema brennt uns

unter anderem auch sehr unter den

Nägeln, weswegen wir ja im ständigen

Austausch mit der Evangelischen Stiftung

Alsterdorf sind. Die wiederum, deswegen

Zusammenarbeit, ist im Rahmen von

regelmäßigen Netzwerktreffen sowieso

immer im Austausch. Aus diesem Kreis

hat sich eine trägerübergreifende Powergruppe

(unter anderem mit Leben mit

Denn das ist das oberste Ansinnen von „Sport und Inklusion“, mit

und ohne C. „Es war uns aber auch sehr wichtig, allen

Teilnehmer*innen zu zeigen, dass sie nicht allein sind.“ Sooo

wichtig. Wir sind alle betroffen, haben alle die gleichen Schwierigkeiten.

Dieses plurale Moment sollte sich am 07. April nachmittags

entfalten und allen Beteiligten ein richtig gutes Gefühl geben – und

vor allen Dingen ordentlich Spaß machen. Es gilt zu bedenken, auch

ohne Handicap sind Menschen schon mal technisch überfordert,

und Zoom gibt es nicht in Leichter Sprache etc. – eine Herausforderung

für die Organisatorinnen. „Die Alternative wäre: Nix“, sagt

Linda, also haben sie gemacht. Geld eingesammelt, Content erarbeitet,

Programmpunkte erdacht, Trainer*innen akquiriert. 5 Partner

boten je eine Bewegungs-Einheit, 10 Trainer*innen, 6 im Orga-

Unterstützt von: Evangelische Stiftung Alsterdorf

24

Und es gab ordentlich auf die Ohren, hier von DJ Markus.

Mit ordentlich Spaß dabei: Teilnehmer*innen in Werkstätten und zu Hause vorm Bildschirm (oben).


Die sporting-Tipps, präsentiert

von LOTTO Hamburg:

01.05. MANNSCHAFTSBESPRECHUNG

Immer am Monatsersten um 19 Uhr gibt es bei Instagram jetzt unsere öffentliche Redaktionskonferenz.

Euer Input, Eure Themenvorschläge sind gefragt – oder einfach zuschauen;

die Gast-Moderatoren wechseln, sind aber immer super.

Insta: @sportinghh

01.05. HANDBALL-BUNDESLIGA FRAUEN: BUXTEHUDER SV

Die Handball-Bundesligistinnen spielen am 01.05. (16 Uhr) zu Hause gegen SGBBM Bietigheim,

am 09.05. (16:30 Uhr) gegen VfL Oldenburg, am 22.05. (18 Uhr) wieder daheim gegen

HL Buchholz 08-Rosengarten. HL steht für Handball-Luchse, auch schön.

Liveübertragung: www.bsv-live.tv

01./02.05. HOCKEY-BUNDESLIGA:

PLAYOFFS + PLAYDOWNS

Die längste Bundesligasaison der Hockeygeschichte geht zu Ende. Die Hamburger Clubs im Viertelfinale,

Damen- und Herrenteams: Harvestehuder THC, UHC Hamburg, Club an Der Alster, plus die

Herren vom Hamburger Polo-Club. In den Playdowns müssen die beiden Teams vom Großflottbeker

THGC ran.

www.hockeyliga.de

02.05. BASKETBALL-BUNDESLIGA PRO-A: HH TOWERS

Am 02.05. (18 Uhr) treffen die Towers auf HAKRO Merlins Crailsheim, am 04.05. (19 Uhr)

kommt BG Göttingen nach Wilhelmsburg, am 09.05. (15 Uhr) geht’s in Frankfurt gegen die

FRAPORT SKYLINERS.

www.hamburgtowers.de

09.05. HANDBALL 2. BL: HSVH

Die Spiele des Handball Sport Verein Hamburg im Mai: 09.05. (17 Uhr) daheim gegen den

Wilhelmshavener SV, 12.05. (19:30 Uhr) auswärts gegen TV Emsdetten, 16.05. (17 Uhr) zu

Hause gegen TuS Ferndorf, 23.05. (17 Uhr) in Dessau gegen den Dessau-Roßlauer HV, 28.05.

(20 Uhr) in Hamburg gegen ThSV Eisenach. Nach der Sperrung der Sporthalle Hamburg finden

die Heimspiele aktuell in der q.beyond Arena statt.

News zum HSVH: www.hamburg-handball.de/news

09.05. LAUFEN: WEDELER HALBMARATHON

Halbmarathon, 10km- und 5km-Lauf u.a. durchs Wedeler Autal, die Holmer Sandberge, dann

Richtung Hetlingen und zurück. Momentan steht die Ampel auf Run & Meet, Daumen drücken,

es gibt aber auch die digitale Variante.

www.wedel-halbmarathon.de

10.05. FUSSBALL 2. BUNDESLIGA: HSV

Der Hamburger SV spielt am 10.05. (20:30 Uhr) im Volksparkstadion gegen den 1. FC

Nürnberg, am 16.05. (15:30 Uhr) auswärts gegen den VfL Osnabrück, am 23.05.

(15:30 Uhr) in Hamburg gegen den Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht

von 1895 e. V., wir kennen ihn als Eintracht Braunschweig.

News zum HSV: www.hsv.de

15.05. GOLF: 1. BUNDESLIGA NORD

Die Saison wird eröffnet, der 1. Spieltag soll beim Hamburger Golf-Club stattfinden.

Ob das klappt, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

News: www.deutschegolfliga.de

02.05. „ZUMBA KIDS MIT SWETLANA“

Kostenloses Zumba-Training per Zoom für Kinder ab 5 Jahre und ihre Eltern. Vortänzerin Zwetlana:

„Tanzen stärkt die Kinder, macht gute Laune und ist ansteckend! Für mehr Leichtigkeit und Freude

im Alltag.“ Jeden Sonntag um 12 Uhr, keine Vorkenntnisse erforderlich.

Infos + weitere Termine über www.eventbrite.de

04.05. ONLINE: ATHLETICFLOW

HIIT meets Yoga im Wechsel: Im High-Intensity wird das Herz-Kreislauf-System auf Touren gebracht,

volle Power, hoher Puls, optimal für Kraft und Ausdauer. In den Yoga Flows liegt der Fokus

auf Flexibilität, innerer Balance und Atmung.

Infos + weitere Termine über www.eventbrite.de

05.05. INKLUSION: MITTWOCHSTURNEN FÜR ALLE

Bewegung macht Spaß und ist gut für die Gesundheit. Auch wenn Du sonst nicht viel Sport

machst, wirst Du hier Spaß haben und kannst problemlos mitmachen. Bei gutem Wetter geht‘s in

den Park. Mittwochs 14:00–15:00 Uhr, Kulturküche, Alsterdorfer Markt 18, 22297 Hamburg.

Infos unter: info@isv-alsterdorf.de und 040-5077 3703

07.05. FUSSBALL 2. BUNDESLIGA: FC ST. PAULI

Am 07.05. (18:30 Uhr) empfangen die Kiezkicker Eintracht Braunschweig, am 16.05.

(15:30 Uhr) Hannover 96, am 23.05. (15:30 Uhr) steht Jahn Regensburg auf dem Plan.

Audio-Grafik-Stream: www.fcstpauli.com/tv

18.05. FORTBILDUNG „PSYCHISCHE GESUNDHEIT +

MENTALES WOHLBEFINDEN“

Es geht um diese Begriffe, ebenso um psychische Erkrankungen und um besondere Risikofaktoren

im (Leistungs-)Sport; Methoden für ein Wohlbefinden-förderndes Trainingsklima

sowie Selbstmanagement für Trainer*innen, Übungsleiter*innen und Sporttreibende werden

vorgestellt (18:30–20:45 Uhr).

www.bildungsportal-sport.hamburg/seminar/22973

22./23.05. HOCKEY: PRO-LEAGUE

Durch die Absage der neuseeländischen und australischen Nationalmannschaften wurden die

davon betroffenen Spiele verschoben. Die verbliebenen Spiele der Herren-Nationalmannschaft

gegen Indien sowie die eventuell noch ausstehenden Damen-Partien finden nun in HH statt,

Stand jetzt leider ohne Zuschauer.

Infos + News: www.hockey.de

29.05. WORKSHOP: „OUTDOORSPORT –

ENTDECKE DEINE STADT!“

Warum sollte Sport nur an vorgegebenen Orten, in genormten Turnhallen stattfinden?

Der Workshop will zeigen, wie das eigene Gelände oder der öffentliche Raum zur Spielund

Bewegungslandschaft, zum Erlebnisparcours, zur anspruchsvollen Turnstunde

gemacht werden kann (10–16 Uhr).

www.bildungsportal-sport.hamburg/seminar/23025

Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.

Bitte informiert Euch über den aktuellen Status der jeweiligen Veranstaltung sowie die

geltenden Hygienevorschriften direkt auf der Webseite des Veranstalters.

© Foto: HASPA Marathon Hamburg

© Foto: Michael Strokosch

27


Rugby

© Fotos: Nicolaus Herrmann

Die Top-

Banane

Noch ein Topic, das in unserer Insta-Redaktionskonferenz hochploppte,

war Rugby. Und zwar der Hamburger Rugby-Club. Die HRC-

Kollegen und -Kolleginnen sind im Grunde irgendwie Exoten, weil

sie nämlich nicht die x-te Abteilung eines Großvereins sind, sondern

weil es ihnen um nichts anderes geht als um Rugby.

Und zwar so leidenschaftlich, man möchte fast weinen. Echt. Wir

treffen uns in größerer Runde und philosophieren mehr, als dass wir

über das Resultat der letzten Woche fachsimpeln. Ginge auch gar

nicht, denn es gab ja gar kein Resultat. Haben wir auch das geklärt.

Mit uns dabei: Diego Aspesi (35), Maui Pomare (28), Alexander Hänert

(28) und Lars Dreessen (32). Halbe Mannschaft? Keine Ahnung ...

die Truppe besteht aus 35 Männern und mehr (bis zu 50), zumal sie

seit letztem Jahr sogar das Training der 1. und 2. zusammengelegt

haben, das schafft mehr Flexibilität und internen Wettbewerb.

Wenn’s denn dann irgendwann wieder losgeht, zumindest. Zurzeit

treffen sie sich live und in Farbe einmal die Woche, verstreuen sich

Corona-konform auf dem

Platz und trainieren in Slots

von 35 Minuten in Zweier-

Gruppen, damit überhaupt

was passiert. Der Rest des

Trainings (mindestens 5

Einheiten die Woche) findet,

wie all die motivierten

Pics unter Beweis stellen,

individual statt. Wirklich,

beschwören alle, und wir

glauben es ihnen. Programme dafür gibt

es vom neuen Coach Gareth Jackson und

dem Trainerstab. Intern gibt es diverse

Motivationsgimmicks: Mitspieler Julian

Köhnlein „ist gerade konditionsmäßig die Top-Banane“, erklärt

Diego, topfit und lange Jahre und auch jetzt noch internationaler

Top-Spieler, Sportwissenschaftler und Salesmanager. Mit seinem

südamerikanischen Feuer macht er keinen Hehl aus der ungebremsten

Leidenschaft für seinen Sport. „Adrenalin pur“, sagt er und beschreibt

das Zusammenspiel aus Kraft, Athletik, Schnelligkeit, Taktik, Strategie

und Kampf, und genau die Ballung dieser eher gewaltigen Faktoren

impliziert im Grunde fast paradoxerweise so Dinge wie Mannschaftsgeist,

Kameradschaft und Nettigkeit. Mit Rugby aufgewachsen ist

Maui aus Neuseeland, schon seine Mutter war Rugby- Trainerin,

dort ist Rugby Volkssport und Wintersport, ist klar. Maui hat zum

Glück in Hamburg seine große Liebe

gefunden und spielt deswegen für den

HRC, er ist nämlich ein echter Kracher.

„Maui bringt schon ein ganz besonderes

Spielverständnis mit“, erklärt Alexander.

„Denn in Neuseeland wird Rugby

gelebt“, ergänzt Lars. Und Maui ist ein

ganz harter Hund, hat auch schon mit

ausgekugelter Schulter, gebrochener

Nase gespielt (liebe Kinder, bitte nicht

nachmachen). Sie spielen alle zusammen in der 1. Bundesliga, in

der Nord/Ost-Division. Gespielt wird die klassiche 15er-Variante

(Anmerkung: Rugby olympisch wird zu siebt gespielt). Strategisch

hat sich der Hamburger Rugby-Club den Unterbau vorgeknöpft, der

muss nämlich wachsen, die Idee ist, mehr Spielerinnen und Spieler

selbst auszubilden, zu entwickeln, dann hochzuziehen. Sie sind da

im Grunde sogar schon gut aufgestellt. Und liebe Eltern, liebe Kids:

Es gibt sogar eine U6-Mannschaft. Damen- und Oldboys-Teams

selbstverständlich auch.

Sportlich befand man sich in den letzten Jahren im Abstiegskampf,

konnte die Klasse aber stets halten. Der vorzeitige Saisonabbruch

ließ sie nicht absteigen, puuhhh, aber in der neuen Saison soll es

losgehen, wenn es bei dem kontaktesten aller Kontaktsportarten

dann überhaupt mal losgeht.

Neuer Trainer, neues Glück. Bis Diego Aspesi (oben, er wechselte 2019 vom FC St. Pauli zum HRC), Team-Kapitän Lars Dreessen (unten).

dahin müssen sie sich in Geduld

und im Wohnzimmer üben. Sehr

bezeichnend für ihren Sport ist das WIR, sie sind 11 verschiedene

Nationen, alle haben sich lieb, nur die Engländer kriegen immer

mal einen mit, der Trainer sagt: „Der HRC ist ein Ort für jeden.“ Die

für die Rugby-Spieler extrem wichtige 3. Halbzeit, mit dem Gegner,

auf dem Platz, in der Kabine, auf der Heimfahrt und im Clubhaus in

Barmbek, bei Malventee und Gebäck, schweißt on top zusammen.

Es geht bald wieder los, bitte durcHHalten. »

© Foto: HRC

© Foto: HRC

28

Tackle (is klar). Oben: Das Wulhing hat System.

Auch beim (Zoom-)Gespräch dabei: Alexander Hänert (li.) und Maui Pomare aus Neuseeland.


Rugby

Active City Day

© Fotos:privat

Double-Check

Wir haben direkt Beweisfotos vom

Heim-Training der Rugby-Bundesliga-

Truppe eingefordert, und siehe da …

check!

© Fotos: SPORTPLATZ GmbH/Active City Summer

Joggt …

Spielt …

Springt …

Denn am 18. Juni ist Active City Day. Komme, was wolle! Lasst

uns unter dem Motto „Ganz Hamburg bewegt (sich)“ diesen

Tag gemeinsam zum Tag der Bewegung machen.

GERADE JETZT.

Stellt Euch

schon mal

drauf ein.

wenn alle mitmachen. Jede Art von Bewegung

zählt dabei – sei es ein Spaziergang im Park,

eine bewegte Pause mit Arbeitskolleg*innen,

ein Lauf um die Alster, eine Fahrradtour mit der

ganzen Familie oder ein regulärer Sportkurs im

Verein. Ganze Schulen, Betriebe, Kitas, Seniorenheime,

Gesundheits- und Stadtteilinitiativen,

Integrations- und Inklusionsprojekte sowie

Sportvereine und -verbände sind am Start!

Zeigen wir’s dem Virus: Bewegung ist King und Queen – die Idee: Alle

Hamburger und Hamburgerinnen sollen mehr Bewegung in ihren Alltag

Und wenn Ihr noch Inspiration, Anleitungen und Tipps braucht oder Euch

integrieren. Das ist gesund und deswegen essentiell, setzt Emotionen

frei, und Spaß macht das auch. Und wie einfach es möglich ist, Sport

informieren wollt, wer was wo macht, dann schaut auf die Homepage:

www.activecityday.de

und Bewegung in einen ganz normalen, bummeligen Tag zu integrieren,

soll dieser Tag zeigen. Eigentlich müsste man nämlich zumindest an

Ihr wollt dabei sein? Super! Teilt uns mit, was Ihr macht an:

info@activecityday.de

dem Tag für fast alle die Rolltreppen sperren und Fahrstühle auf Nothalt

Seid mit am Start, egal wo, wie, wann, was. Kommt in Schwung und

drücken. Schön die Vorstellung, dass alle Hamburger*innen an diesem

lasst uns mal die ganze Active City zum Glühen bringen.

Tag mal eben mit dem Fahrrad zum Job fahren. So easy. Oder Ihr steigt

eine Station früher aus Bus oder S-Bahn, geht den Rest zum Job zu Fuß

Und das Beste daran? Das ist erst der Bewegungsstartschuss. Denn

und zeigt dem vorbeifahrenden Bus ’ne lange Nase. Auf 10.000 Schritte

ab dem 01. Juli können wir uns alle wieder beim Active City Summer

am Tag solltet Ihr kommen, echt jetzt, und das nicht nur am 18. Juni,

in vielen verschiedenen Sportarten ausprobieren. Und zwar bis Ende

sondern eigentlich sowieso, Corona hin oder her.

September! Kanu, SUP, Rudern, Laufen, Walken, Rollen, Fitness, Pilates,

Yoga, … Für jede*n was dabei!

Wie Ihr mitmachen könnt? Einfach loslegen. Denn am Ende des Tages

bist Du es, die*der sich gut fühlt. Jede*r für sich, eine bewegte Stadt,

30 31


Öffentliche Redaktionskonferenz

Mannschaftsbesprechung!

Foto: PR

Foto: Sven Jürgensen

Das machen wir einfach weiter: sporting hamburg-

Mannschaftsbesprechung auf Insta(@sportinghh),

jeden 01. eines Monats um 19 Uhr. Bäääähmmmm – we can.

Die beiden Moderatorinnen für die Instagram Live-Konferenz am 01. Mai: Filmemacherin/TV-Moderatorin/Journalistin Juliane Möcklinghoff (li.)

und Demnächst-Olympia-Seglerin Luise Wanser.

Ihr schlagt vor, wir die Hände über dem Kopf zusammen. Das ist

natürlich ein Spaß, denn uns hat unsere erste öffentliche Redaktionskonferenz

richtig gut gefallen. Bis zu 800 netteste Menschen,

Leser*innen waren dabei und haben gelauscht und mitdiskutiert.

Medien-Pro Yared Dibaba fand´s super, Olympia-Ruderer Tim Ole

Naske cool. Ihr habt Themen vorgeschlagen, wir haben diskutiert,

und tatsächlich haben es drei Themen in dieses Heft geschafft.

Die Hamburger Rugby-Männer vom HRC, Wing Foilen und der gute,

aber neue Tretroller. Weil so interessant und weil so queerbeet.

Des Weiteren diskutierten mit uns z. B. Jörg Förster, Chef vom

Hochschulsport Hamburg und Juliane Timmermann, Stellvertretende

Fraktionsvorsitzende der SPD und deren Sportpolitische

Sprecherin. Die hat uns im Nachgang dann aber auch freundschaftlich

darauf hingewiesen, dass wir zu viel Testosteron

am Start hatten. Also haben wir reagiert (wollten wir natürlich

sowieso) und haben für die Sitzung jetzt am 01. Mai die wunderbare

Juliane Möcklinghoff gewinnen können. Sie ist absolute

Sport-Fachkraft, für die ARD bzw. den NDR unterwegs und dazu

noch ausgesprochen humorvoll. Dazu kommt in die Moderatorenrunde

dann auch noch Luise Wanser vom Norddeutschen

Regatta Verein. Sie hat sich gerade für Tokio qualifiziert, ist

gleichermaßen lustig wie kompetent. Wir drei wollen mit Euch

schnacken, und Ihr habt die Chance, uns Themen und Ideen

zuzurufen, die Ihr gern bei uns im Heft bewegt oder beklebt

haben würdet. Whatever you want.

Wir freuen uns auf Euch.

Immer am 01. um 19 Uhr bei Insta:

@sportinghh

Screenshot von der Premiere am 01. April: sporting-Martin Blühmann (li.), Yared Dibaba, unten: TOle Naske,

Leserin Sabrina Schubert – die mit dem Tretroller.

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FITNESSPRODUKTE.


HAMBURG, ALSTER, SEGELN,

REGATTA, OLYMPIC TEAM,

BUNDESLIGA TEAM, YOUTH TEAM:

NRV

Es geht

voran

Im mittlerweile dritten Jahr bieten wir

Euch zusammen mit dem Hamburger

Segler-Verband eine Wundertüte aus

der Hamburger Segelei.

Segeldoch!-Sonderseiten

SEGELN

im schönsten Segelstadion der Welt, mitten in der

Stadt, in einem der ältesten und größten Segelclubs

Deutschlands. Hier trifft Tradition auf Moderne,

Classic auf Innovation, Luxus auf Highperformance,

Sport auf Erfolg.

Und REGATTA auf unsere DNA: Mit dem R im Namen

haben wir uns seit 1868 dem Regattawesen verschrieben,

Hauptaugenmerk ist die Förderung des

seglerischen Nachwuchs: Unser NRV Olympic Team

repräsentiert regelmäßig Deutschland erfolgreich

bei Olympischen Spielen. Das NRV Segel-Bundesliga-Team

gewann bereits 5 Mal den begehrten Titel

‚Deutscher Meister‘. Für seine vorbildliche Talentförderung

wurde der NRV jüngst mit dem „Grünen

Band“ vom DOSB ausgezeichnet.

Und auch im inklusiven Segeln hat der NRV eine Vorreiterrolle.

In der neuen Bootsklasse S\V 14 wurde

2020 zusammen mit World Sailing die erste Weltmeisterschaft

überhaupt im inklusiven Segeln ausgetragen.

HAMBURG, ALSTER, REGATTA, NRV.

© Foto: privat

Die Idee ist vor allen

Dingen, Euch auch die

Vielfalt des Segelsports

aufzuzeigen: von Fahrten-Segeln,

Offshore-

Segeln über Spitzen- bzw.

Leistungssport bis hin zu

Breitensport, Segeln für

Kids, Segeln für alle, inklusive

Inklusionssegeln,

um’s richtig rund zu machen. Abgesehen davon, dass Euch

alle Vereine immer gern willkommen heißen. Und das Schöne,

das liegt wahrscheinlich an der immer frischen Luft: Es

darf gesegelt werden, auch aktuell, in kleinen Gruppen, auf

dem Wasser hat das Virus nichts zu suchen. Deswegen hat

es auch gerade – unter strengsten Auflagen und mit stark

limitiertem Teilnehmerfeld – trotz allem eine erste kleine

Regatta auf dem Mühlenberger Loch gegeben. „Es geht

voran“, sagt Oliver Kosanke, 2. Vorsitzender des Verbandes

und von Haus aus optimistisch. „Auch das Training läuft

vorsichtig an, wir freuen uns über jeden kleinen Schritt

zur Normalität.“ Einen großen Schritt wird in Zukunft das

Thema E-Mobilität auf der Alster machen. Tatsächlich wird

es langfristig per behördlicher Auflage keine fossil betriebenen Fahrzeuge auf der

Alster mehr geben, heißt für die Kanu-, Ruder-, aber eben auch für die Segelvereine,

den Fuhrpark der Trainer-, Ausbilder-, Regattabegleit-, Startboote usw. in weiser

Voraussicht nach und nach umzustellen. Für die Vereine vor allen Dingen eine große

finanzielle Hürde, wobei es auch Fördermittel geben wird. Auch die Fristen für eine

solche Umstellung sind noch nicht zu Ende diskutiert. Oliver Kosanke sagt dazu:

„Beim Klimaschutz sind wir alle gefordert, das Thema E-Mobilität für die Alster ist

sehr ambitioniert, es fehlt bestimmt nicht am Willen, sondern schlicht am Geld.“

Sehr glücklich ist der Verband natürlich über die ausgesprochen positive Resonanz,

das Medienecho um Weltumsegler Boris Herrmann und seine Performance. „Das

Interesse am Segeln hat spürbar zugenommen. Und wir reden verbandsseitig mit

Boris, um ihn, auch mit seinen Natur-Projekten, gerade auch dafür zu gewinnen,

an Schulen noch mehr Kinder für den Segelsport zu begeistern“, berichtet Oliver

Kosanke. „Wir könnten uns tolle gemeinsame Aktionstage mit Boris vorstellen, da

arbeiten wir dran“, freut er sich auf die neue Segelsaison.

© Foto: Pepe Hartmann

35


SVAOe

© Fotos: SVAOe

Keine

Schönwettersegler.

Die SVAOe ist unter anderem für ihre vielseitigen Ausbildungsangebote bekannt.

Und weil in Hamburg nicht nur auf der Alster

gesegelt wird und nicht nur in Blankenese,

treffen wir uns beim Verein mit dem kleinen

e und dem schönen Clubhaus an einer sehr

markanten Ecke in Oevelgönne.

Und da kommt nämlich auch das kleine e her: Segler-Vereinigung

Altona-Oevelgönne = SVAOe.

Wir schnacken mit Dr. Stephan Lunau (59), dem Vorsitzenden. 1905

gründete sich die Segler-Vereinigung, in der Wirtschaft „Zur Erholung“,

weiter hinten Richtung Strand in Oevelgönne. Und der Verein hatte 95

Jahre lang kein wirkliches Clubhaus. „Wir haben tatsächlich 95 Jahre

gespart, konnten dann im Jahr 2000 dieses Gebäude übernehmen“,

eine ehemalige Ölmühle, direkt vis-à-vis dem Augustinum, gegenüber

vom Containerhafen. Zur Gründung waren es ausschließlich Elbsegler,

Fahrtensegler, demnach eher im breitensportlichen Bereich unterwegs.

„Wir organisieren aber auch Regatten“, erklärt Stephan, „und für zwei

Jahre waren wir für die 2. Segel-Bundesliga qualifiziert“, aber das hat

offensichtlich nicht so funktioniert. „Wir haben richtig gute Sportler,

hatten aber den Trainingsaufwand tatsächlich unterschätzt.“ Das

dazugehörige Boot liegt vorübergehend auf einem Trailer, denn ein

neuer Anlauf zur Bundesliga wird kommen. Alle Vereinsboote haben

Trailer, weil die knapp 800 Mitglieder des Vereins drei verschiedene

Standorte haben – eben nicht so Bilderbuch Bootshaus, Außenterrasse,

Steg, Boote, fertig. „Unseren klassischen Ausbildungsbetrieb machen

wir auf der Alster, im Rahmen einer Steggemeinschaft, gleich vorn an

der Kennedybrücke.“ Da liegen dann auch entsprechende Boote, die

Optis, die 420er. Da sind sie sehr engagiert, und das mit großem Erfolg,

so gilt die SVAOe unter anderem als Ausbildungsverein, bei Kids und

Erwachsenen. „Unsere Keimzelle ist die erfolgreiche Jugendarbeit“,

unterstreicht der Vorsitzende. Nach dem Herauswachsen aus der

Jugendabteilung steigen die jungen Erwachsenen in sehr sportliche

vereinseigene Kielboote der Klassen J/24 und J/70, in denen sie europa-

und weltweit an Regatten teilnahmen. Auch Erwachsene, die erst spät

ans Segeln kommen, finden in der SVAOe eine Heimat. Sie werden in

einer entsprechenden Gruppe auf vereinseigenen Kieljollen des Typs

C55 ausgebildet.

Für die Fahrtensegler ist die zweite Dependance im Hamburger Yachthafen

in Wedel. Der riesige Yachthafen vor den Toren Hamburgs ist

für die SVAOe ideal gelegen als Ausgangspunkt für das Segeln auf der

Unterelbe. Von da wird dann jeweils zu Fahrten aufgebrochen, meistens

elbabwärts. „Dort liegen auch unsere beiden Jugendwanderkutter, die

werden von unseren Jugendlichen (bis 20 Jahre alt, der Schiffsführer

muss mindestens 16 sein) eigenverantwortlich gesegelt, instand

gehalten etc.“, ein echtes Highlight, auch zum Segeln lernen, vielmehr

aber perfekt in Sachen Teamgeist, Kameradschaft, Jobverteilung und so.

Ein Glücksgriff ist auch das 3. Standbein, das steht nämlich in Eckernförde,

dort haben sie von einem befreundeten Verein ein kleines Gebäude

gepachtet, die Boote liegen dort an Bojen, ohne Steg, aber Eckernförde

erspart eben den langen Weg durch den Nord-Ostsee-Kanal, auf dem Weg

zur beliebten Ostsee. Die SVAOe nimmt die Abkürzung über die A7. „Wir

sind hier, abgesehen von einigen Trainern und unserer Geschäftsstelle,

alle ausschließlich ehrenamtlich unterwegs“, so Stephan Lunau. „Die

SVAOe ist eine Gemeinschaftsaktion, Segeln ist halt ein Teamsport.“

Bekannt ist die SVAOe auch für ihre Theorie-Ausbildung, sämtliche

Segel- und Wassersportführerscheine können hier gemacht werden,

direkt in Oevelgönne. Neu im Bootspark ist eine S/V14, ein behindertengerechtes

Boot, dazu aber an anderer Stelle dieses Heftes mehr.

„Wir sind ein Volkssportverein, bodenständig, keine Schönwettersegler“,

beschreibt Stephan die DNA der SVAOe. „Und wir freuen uns über alle

neuen Mitglieder und Segel-Interessierten.“ Aktuell konzentrieren sie

sich auf den Ausbau der Jugendarbeit.

Wer also Interesse hat: www.svaoe.de

36

Kutter-Segel-Sommertour mit offensichtlich Badespaß. Rechts: Opti-Regatta-Steg-Trubel.


Wing Foilen

© Fotos: Lene Erdil/Kai Steimer

Einmal foilen, immer foilen – geht auch auf dem SUP-Board. Schneller und höher geht’s aber mit Wing.

Surfer im

Höhenrausch

Der Wind greift, mit den Armen gibt er dem

Wing Power, das Board hebt sich. Adrenalin

pur – wie Aladin auf seinem fliegenden

Teppich schießt Kai übers Wasser,

setzt zum ersten Sprung an.

Kai-Nicolas Steimer (31) ist 11-facher deutscher SUP-Meister. Geboren im

(nicht gerade als Wassersport-Hochburg bekannten) Saarland, verbringt

er die Sommer seiner Kindheit am Bostalsee, baden, toben, Pommes

rot-weiß, dann ein Schnupperkurs in der Windsurfschule. Das Wasser

ist sein Element, also geht’s nach dem Abi zum Schiffbaustudium an

die TU Harburg. Kai sucht sich Sponsoren und startet erstmals beim

Windsurfcup, steigt probehalber aufs SUP-Board. Er ist schnell, er

hat Spaß, man wird auf ihn aufmerksam: 2013 holt ihn Fanatic in sein

internationales Team, er feiert Erfolge im Sprint, Longdistance und

River SUP, wird 3-mal in Folge deutscher Meister. 2019 entdeckt er

das Foilen, tauscht das Paddel bald gerne mal gegen ein Wing aus.

Wing Foilen ist eine Symbiose aus Kiten, Windsurfen und SUP. Besonders

machen den Sport vor allem das Hydrofoil unter dem Brett sowie

das Segel, das ganz ohne Mast auskommt, aber direkt in den Händen

gehalten wird. Genauer: Ein Hydrofoil ist eine Tragfläche, die sich am

Ende des Mastes befindet, der Foilbasis, mit einer Flugzeugtragfläche

vergleichbar und mit max. gut 100 cm deutlich länger als die aus

dem Windsurfing bekannten Finnen. Sie wird von Wasser über- und

unterströmt, so dass sich eine Auftriebskraft entwickelt, die das Board

bei Fahrt aus dem Wasser hebt.

Bereits um 1900 macht man sich diese Technologie auf dem Wasser

zunutze, erst Jahrzehnte später findet sie Einzug vorerst in den Segelsport.

Durch das Herausheben des Rumpfes aus dem Wasser wird

die Verdrängung so stark reduziert, dass die Boote plötzlich deutlich

schneller unterwegs sind. Auch der Reibungswiderstand ist geringer,

was ein früheres Gleiten ermöglicht, bei deutlich weniger Windstärken.

Es hagelt Geschwindigkeitsrekorde. 2013 kommt es zum ersten Einsatz

beim America’s Cup, ab jetzt wird gefoilt, was das Zeug hält. Dann

entdecken auch die Windsurfer die Luftfahrt für sich, bei Leichtwind

pumpen sie sich über die See, der Bizeps brennt, dann das Gefühl beim

Abheben – der Schmerz ist vergessen. Das

muss aber auch leichter gehen: Das Beste aus

Kite und Surfsegel vereint, geschaffen ist der

Wing. Anders als bei den anderen Sportarten ist

dieser luftgestützte Flügel losgelöst vom Brett,

wird mit beiden Armen leicht über dem Kopf

gehalten. Klingt anstrengend, greift aber der

Wind, funktioniert der Wing wie ein Drachen

und erledigt die Arbeit. Ab jetzt geht das Foilen

auch über weitere Strecken. Wurde der neue

Trend erst noch belächelt, tummeln sich nun

immer mehr Wing Foiler auch auf deutschen Gewässern. Weil es einfach

Spaß macht, ein unglaubliches Gefühl ist, schwerelos über die Fluten zu

gleiten. Weil einen eine ungewohnte Stille umgibt, kein Bug bricht die

Welle. Die Herausforderung besteht darin, im schwebenden Zustand

zu verharren. Gelingt dies nicht, ditscht das Brett auf dem Wasser auf,

was auch mal schmerzhaft sein kann. Kontrollverlust, Angst, Euphorie,

Ekstase – extreme Gefühle ganz dicht beieinander. Praktisch: Statt

für jede Windstärke das passende Brett, benötigt man i. d. R. nur ein

einziges Board. Das Wing kommt ohne Leinen aus, ein Start ist ohne

fremde Hilfe problemlos möglich. Kein langes Getüdel also, der Einstieg

in den Neo reicht ja auch schon völlig. Foilen kann quasi in jedem Alter

erlernt werden, es ist gelenkschonender, es gibt keine abzufedernden

Schläge an den Bug, keine Probleme mit Kabbelwasser. Dass Brett und

Segel getrennt sind, bringt aber Verletzungsrisiken mit sich. Mit dem

Brett ist man nur über Schlaufen verbunden, verliert man es vom Fuß,

besteht die Gefahr, darauf zu stürzen. Auch wenn es anfangs gerade für

eingefleischte Surfer*innen ziemlich uncool war, tragen mittlerweile

immer mehr Sportler*innen Prallschutzwesten und Helme.

Aktuell überschlagen sich die Materialentwickler. Da Neueste auf dem

Markt kann morgen schon wieder überholt sein. Wer trotzdem auch

noch den altbewährten Wassersportarten treu bleiben will, legt sich ein

Crossover Foil Board zu. Hier passt auch der gute alte Windsurfmast.

Vormerken: Am 29. Juli starten die deutschen Meisterschaften am

Schöneberger Strand. Wer also einem fliegenden Teppich auf Elbe

oder Oortkatensee begegnet … – das ist nur Kai. Der macht sich bereit.

38

Kai-Nicolas Steimer im Sprung, in Harburg (Mitte), in Action sowieso.


NRV

Give me Five!

3

Laser Radial: Svenja Weger

Svenja Weger (Jahrgang 1993), aus Kiel, Sportsoldatin

EM-Vierte 2017, Europameisterin 2014, Junioren-Welt- und

© Foto: Jon West Photography

-Europameisterin 2013

Hobby: Fußball

© Foto: Uros Kekos Kleva

Der Norddeutsche Regatta Verein ist zu

Recht stolz wie Bolle. Mit tatsächlich

fünf Booten geht der Hamburger

Vorzeige-Verein von der Außenalster

bei den Olympischen Spielen an den

Start. Das ist eine Sensation.

1

Mal gucken, im Grunde könnte sich der NRV dann eigentlich auch

in den Medaillenspiegel beamen. Wie lustig wäre das denn?! Der

Vorsitzende Tobias König freut sich entsprechend königlich. Teamchef

des NRV Olympic Teams und NRV-Geschäftsführer Klaus Lahme

kommt aus dem Grinsen nicht mehr raus: „Wenn von insgesamt sechs

Olympia-Segelbooten fünf aus dem NRV Olympic Team kommen,

haben unsere Sportler*innen in den letzten Jahren vieles richtig

gemacht. Unsere Seglerinnen und Segler haben in 2020 bei Welt- und

Europameisterschaften sechs Medaillen gewonnen. Von daher fahren

wir nicht nur zum Sushi essen nach Japan ...“

Frisch qualifiziert:

470er Frauen: Luise Wanser und Anastasiya Winkel

Luise (Jahrgang 1997), Steuerfrau, aus Hamburg, Studentin

© Foto: Sven Jürgensen

4

Svenja Weger (Laser Radial)

49er FX: Tina Lutz und Susann Beucke

Tina Lutz (Jahrgang 1990), Steuerfrau, aus Holzhausen, startet für

den Chiemsee Yacht Club, Studentin

Europameisterin 2017 und 2020, Kieler Woche-Siegerin 2020

Hobbys: Windsurfen, Skifahren

Junioren-Weltmeisterin (2019), Vize Junioren-Europameisterin (2019),

Susann Beucke (Jahrgang 1991), Vorschoterin, aus Kiel, Sportsoldatin

© Foto: Sven Jürgensen

3. Platz Junioren-Europameisterschaft (2017)

© Foto: Sven Jürgensen

Hobbys: Moth-Segeln, Surfen

Anastasiya (Jahrgang 1993), Vorschoterin, aus

Rostock, Studentin, 2. Platz World Cup Miami

(2019), zweifache Junioren-Europameisterin

(2014, 2013)

Hobbys: Snowboarden, Lesen

© Foto: Eventfotografie Kiel

Europameisterin 2017 und 2020, Kieler Woche-Siegerin 2020

Hobbys: Segeln, Surfen, Berggehen

Tina Lutz und Susann Beucke (49er FX)

Anastasiya Winkel und Luise Wanser (470er Frauen)

2

Die Jungs mit dem Salto-rückwärts vor Rio 2016.

Sie sind die erfahrensten und erfolgreichsten 49er-

Akteure im German Sailing Team

49er: Erik Heil und Thomas Plößel

Erik Heil (Jahrgang 1989), Steuermann, aus Kiel, Sportsoldat

WM-Dritter 2020, WM-Zweiter 2019, Olympische Spiele Rio 2016: Bronze,

Europameister 2014

Hobbys: Fußball, Wakeboarden

© Fotos: Sven Jürgensen

5

Der amtierende Hamburger Sportler des Jahres!!!!!

Laser: Philipp Buhl (Jahrgang 1989), aus Kiel, Sportsoldat

Weltmeister 2020, EM-Dritter 2019,Vize-Weltmeister 2015,

© Foto: Lars Wehrmann

Europameister 2012

Thomas Plößel (Jahrgang 1988),

Hobbys: Radfahren, Skifahren, Bergwandern, Tennis

Vorschoter , aus Kiel, Student

WM-Dritter 2020, WM-Zweiter 2019,

Olympische Spiele Rio 2016: Bronze,

Europameister 2014

Hobbys: Windsurfen, Kitesurfen, Wellenreiten

© Foto: Sven Jürgensen

© Foto: Sven Jürgensen

© Foto: Lars Wehrmann

40

Erik Heil und Thomas Plößel (49er)

Philipp Buhl (Laser)


Hamburger Segel-Club

Schönster Platz

© Fotos: Pepe Hartmann

Auch richtig schön haben es die Mitglieder des Hamburger

Segel-Clubs (HSC). Über Geschmack lässt sich ja trefflich

streiten, aber auf keinen Fall über den großen Saal des

HSC mit einer sensationellen Fensterfront Richtung Pöseldorf

und Sonnenuntergang, die ihresgleichen sucht.

Wir sprechen mit der neuen Geschäftsstellenleitung

Melanie

Schum und dem 2. Vorsitzenden

Dr. Andreas Bollkämper über den HSC und

darüber, was die Segler*innen aus St. Georg

sich so in den nächsten Jahren

vorgenommen haben,

Melanie Schum

weswegen Melanie schon

mal die Ärmel hochkrempelt. Ganz wichtig:

Nachwuchs. Wen überrascht’s, ein Thema

für nahezu alle Hamburger Sportvereine. „Wir sind mit den Jugendlichen

aktuell draußen, die dürfen ja, aber der Bedarf ist groß und

wir wollen mehr. Mehr Segeltermine an mehr Tagen“, beschreibt

Melanie. „Aktuell bilden wir natürlich im Opti aus oder auf einem

Laser, das ist schon mal einigermaßen sportlich, wir wollen aber

auch für die jugendlichen Freizeit- und Breitensportler*innen da

sein“, sagt sie „und auch an den Jugendraum wollen wir ran“, das ist

ihr ganz wichtig, im wahrsten Wortsinne: mehr Raum für Kids und

Jugendliche. Nicht wirklich neu, aber jetzt dann noch nachhaltiger,

will man sich beim HSC um das Thema Inklusion kümmern. Auch

hier (siehe Bericht auf Seite 46) hat eine S/V14 ihren Heimathafen

gefunden, mit Oliver Thies gibt es inzwischen einen Inklusionsbeauftragen,

und wenn wir gerade über Nachhaltigkeit im weitesten

Sinne sprechen: E-Mobility wird für alle Wassersportler ein Thema

sein. Der eine oder andere Verein und Verband tut sich damit schon

auch noch ein wenig schwer, beim HSC sind sie schon in konkreten

Gesprächen mit einem Hersteller zur kurz- und mittelfristigen

Umrüstung der Trainer- und Begleitboote.

Sportlich hat der HSC mit seinen ca. 740 Mitgliedern so einiges,

u. a. diverse Europa- und Weltmeistertitel, vorzuweisen. Aktuell

sind sie mit einem sehr erfolgreichen reinen Frauenteam in

der Segel-Bundesliga unterwegs, ein Hauptaugenmerk richten sie

auch auf den Frauensport. Sensationell sind die diversen super

traditionsreichen Regatten, die der HSC als Veranstalter immer

wieder und mit großer Begeisterung auf die Beine stellt. Und wenn

Ihr zwischen April und September mittwochs mal an der Alster

seid und das Gefühl habt, man könnte fast trockenen Fußes die

Alster queren, dann ist das die allmittwöchliche Känguruh-Regatta.

Sie ist für alle Bootsklassen, für alle Segler*innen und macht allen

Teilnehmer*innen einen Riesenspaß, inklusive Stegbier und Bratwurst

im Anschluss. Sie macht aber auch allen am Alsterufer große Freude,

der rege Betrieb, die vielen bunten Segel sind eine echte Augenweide.

Auch sehr schick: die Hamburg Summer Classics, an der bis zu 100

Boote aus ganz Deutschland teilnehmen. Startvoraussetzung: Aus

Holz müssen sie sein, so schön, dass einem die Tränen kommen.

Fast schrill, so für Segel-Verhältnisse, ist die „Alsterglocke“, da

werden im Vorbeifahren die Crews ausgetauscht, was auch schon

mal ordentlich in die Hose gehen kann. Oder die Meisterschaft

der Meister, bei der sich alle amtierenden Deutschen Meister aller

Klassen miteinander messen und danach wohl gemeinsam die

Saison ausklingen lassen. Sehr stolz sind sie im HSC auf die RubiX,

eine 10 Meter-Yacht, mit der große Seeregatten bestritten werden,

auch die Jugend darf da mal ran. Der HSC steht insgesamt „… für

Segelsport in all seinen Facetten auf der Alster und allen deutschen

und europäischen Regattabahnen mit einem großen Schwerpunkt

im Bereich der Fahrtensegelei“, beschreibt Andreas Bollkämper.

Er weiter: „Wir arbeiten mit allen Vereinen, Verbänden der Stadt

sehr gern und gut zusammen, der HSC betreibt und organisiert

Segelsport für seine Mitglieder, gerne in Zusammenarbeit mit den

anderen Revieranrainern, sowohl an der Alster, auf der Elbe als

auch an der Ostsee.“ Und: „Und dann haben wir, meine ich, den

größten, schönstgelegenen Alsterhafen, Stichwort ‚Sailing in the

City’.“ Wer also mitten in der Stadt das Segeln lernen und danach auf

dem Steg der Abendsonne entspannt zublinzeln will, wendet sich

vertrauensvoll an Melanie unter: info@hsc-hamburg.org

42

Jeden Mittwoch Känguruh-Regatta, wo gibt’s denn noch so etwas (ohne Corona)?!


Helga Cup

© Foto: privat

© Foto: privat

Gesche (links) lebte als Teenager mit ihren Eltern auf einem Boot in der Karibik umher, Jennifer (re.) segelt,

seitdem sie 4 ist und kann offensichtlich mit Dickschiffen umgehen.

da alle kleinen und großen Antillen abzuklappern, die Hurrikan-Saison

in Südamerika und auf den ABC-Inseln (eben mal schnell gegoogelt:

Aruba, Bonaire und Curaçao) zu verbringen – dann ging‘s von St.

Maarten über die Azoren zurück nach HH. Wer kann bitte eine solche

Geschichte erzählen?

© Foto: privat

© Foto: Sven Jürgensen

44

Längere Vorfreude

hat auch was

Völlig überwältigt waren wir in diesem Jahr, keine Ahnung, ob

das was mit C. zu tun hat, von der Resonanz auf unser Helga

Cup-Casting. Wir hätten im Grunde unsere eigene Frauen-

Regatta starten können, denn 10 Boote könnten allein wir

aufs Wasser schicken. Was wäre das denn bitte für ein Bild,

ein Traum.

Aber schnacken wir nicht rum. Eins war abgemacht. Nun fiel die Auswahl

sehr schwer, denn NATÜRLICH gibt es kein Richtig und kein Falsch. Wer

mag bewerten, so auf dem Papier, wer wie segeln kann und welche

Erfahrungen wer mitbringt. Wir von unserer Seite konnten unsere

unbändige Casting-Expertise der letzten zwei Jahre in den Ring werfen,

die Learnings der Trainings, den Aufwand der Terminabstimmungen und

dergleichen. Immerhin. Super-Heiko Kröger, Weltmeister, Paralympics-

Sieger, Coach und Vielwisser, gab natürlich zwingend auch seinen Senf

dazu – und im Nu – fertig war die Crew (Autsch).

Neuerung: Wir gehen

mit 5 Damen an den

Start, nicht dann in die

Rennen, sondern in die

Vorbereitungen. Stichwort:

Flexibilität bei der

Terminabstimmung. Am

Regattawochenende

© Foto: privat

Mitseglerin Edda hier mit ihrer Tochter Elin.

Bild ganz oben: Turbo-Heiko Kröger coacht die sportinghamburgActiveCityCrew2021.

muss dann eben durchgetauscht werden.

Das erhöht natürlich die interne Spannung

etwas, aber wir sind ja alle auch schon groß.

Und das Ziel für uns newest Newcomerinnen

2021, gegen all die etablierten Crews, ist „klar“

umrissen: Mittelfeld, Spaß, würdige Vertreterinnen

der sportinghamburgActiveCity-

Idee. Das war in den letzten Jahren schon

toll, da wollen wir in diesem Jahr noch einen

draufsetzen.

Eine zweite interne Neuerung wird es auch geben. Die Steuerfrau

ist schon benannt, sie wurde entsprechend ausgewählt: Sie ist J70-

erfahren, kennt den Helga Cup bereits, den Modus, die Rennsituationen,

den ganzen Zauber, das macht also fürchterlich viel Sinn. Steuerfrau

bzw. Skipperin (und auf dem Titel der Harper’s Bazaar …) ist Jessika

Stiefken (27). Jessika studiert in Kiel, ist Regatta-erfahren, verbringt ihre

Zeit vorzugsweise auf dem Wasser und hat das Segeln im Bergischen

Land gelernt, „da gibt es fiese, schnelldrehende und heftige Winde …

genau wie auf der Alster“. Das passt

dann ja schon mal.

Mit von der Partie ist Gesche Noack

(42), mit krasser Segel-Erfahrung.

Als sie Teenager war, nahmen ihre

Eltern sie aus der Schule, verkauften

Haus und Hof und segelten von

Südfrankreich aus in die Karibik, um

Als nächstes kommen wir zu Jennifer Schmiedehausen (53), sie ist

mit 4 Jahren aufs Boot gestiegen, kommt vom Offshore-Segeln und

war offensichtlich auf großen Schiffen auf den Weltmeeren schnell

unterwegs. Crew-Mitglied No. 4 ist Josy, Josephine Busch (29). Sie lebt

in Alsternähe, segelt, das ähnelt sich ja sehr, auch seit Kindertagen,

hat die „ganz normale Opti-Karriere“ durchlaufen und sich im letzten

Jahr den Helga Cup vom Ufer aus angeschaut. Sie war so Feuer und

Flamme, dass ihre Bewerbung als eine der ersten eintraf; und weil der

Mix es macht, ist auch sie dabei. Last but not least geht Edda de Boer

(45) mit an Bord. Edda ist in Wesel am Niederrhein aufgewachsen und

dort mit dem Opti über den Auesee

gebrettert. Sie wechselte dann in Jessika (oben) geht als Skipperin der Crew an den Start. Josy, absoluter Helga Cup-Fan,

hat tatsächlich den Sprung in die Crew geschafft.

den 420er, segelte diverse Regatten,

auch als Steuerfrau (Achtung,

Jessika! :-)), beherrscht auch das Kat-Segeln, oder ihren Laser 2, der

liegt am Plöner See.

Die 5 Frauen sind völlig begeistert, dabei zu sein, sind heiß auf den Helga

Cup und können es kaum erwarten, sich auch persönlich zu treffen.

Die ersten Meetings zum Kennenlernen gab es natürlich nur per Zoom.

Nun warten wir, bis C. sich vom Acker macht oder einfach nicht mehr

so nervt, und springen umgehend in die Boote. We’ll keep you informed.

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© Foto: privat

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Inklusives Segeln

© Fotos: Sven Jürgensen

Links: Kristina Vogel segelt seit kurzem auch und ist inzwischen Schirmherrin des Helga Cups.

Rechts: Inklusions-Übersegler Heiko, hier mit Christian Au auf der Alster, testet die neue S/V14.

Wenn Segeln

Kreise zieht

Gehörlosen Sportverein geht zusammen mit dem NRV und der Segelabteilung

vom FC St. Pauli mit zwei Teams an den Start, bestehend aus

schwer Sehbehinderten (nicht seebehindert), Gehörlosen sowie zwei

Sehenden. Und zwar in einem offenen Rennen. Wir feiern das sehr.

Keine Extrawürste, die anspruchsvolle Innenbahn der Kieler Förde, die

zickige Rennziege J70 (das ist das Boot), für uns steht der Gewinner so

was von jetzt schon fest. Zuvor wird in Hamburg trainiert, die Crews

werden gemeinsam die Boote aufbauen üben, Taktik-Sessions haben

und unglaublich viele Erfahrungen sammeln. Und wahrscheinlich

würden wir als Zuschauer, -hörer*innen zigfach mehr Erfahrungen

sammeln, wie nämlich z. B. Gehörlose mit Blinden kommunizieren.

Noch Fragen? Da können wir uns alle wahrscheinlich mal ein paar

ordentliche Scheiben davon abschneiden. Respekt, Freunde. Wir

werden das begleiten.

Aber 100%ig.

Zwei Hamburger Inklusionsboote vom NRV und dem FC St. Pauli auf Kurs Kieler Woche.

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Was erst seit gefühlt einem guten Jahr so richtig mit Druck

und Öppes angepackt wird, ist das inklusive Segeln:

Segeln für Menschen mit und ohne Behinderung, gemeinsam

in einem Boot, das allen Spaß macht, is klar.

Denn was natürlich in vielen Vereinen sicher in Einzelfällen immer

wieder hier und da bereits praktiziert wurde, hat nun richtig Wind von

Achtern bekommen. Zum einen durch die Integration von inklusiven

Rennen beim Helga Cup 2020, da war sogar Rad-Weltmeisterin Kristina

Vogel als Schirmherrin und Seglerin dabei. Zum anderen konnten

durch die Initiative von Helga Cup-Macher Sven Jürgensen vom NRV

diverse behindertengerechte und inklusionsgeeignete Boote, die

Klasse heißt S/V 14, für die Hamburger Segelei angeschafft werden,

teils privat unterstützt. Der HSC und der Hamburger Segler-Verband

haben zum Beispiel je ein S/V 14-Boot, der NRV sogar sechs. Der

Verband stellt sein Boot Hamburger Segelvereinen zu Verfügung,

so dass nun beispielsweise auch bei der SVAOe

S/V14 gesegelt werden kann. Tatsächlich können

Rolli-Fahrer*innen, Segler*innen mit Behinderung in

den Zwei-Personen-Booten optimal fixiert werden.

Natürlich begleitet, kann so der ganze Segelspaß

mit Wind, Wasser, Welle, Action erlebt werden und

darüber hinaus sogar dem Wettkampf gefrönt werden,

addieren wir also fünfmal Action hinzu. Und das

kam im letzten Jahr bei der Premiere im Rahmen des Helga Cups

so sensationell an, dass der NRV (wen überrascht’s), unterstützt

vom Deutschen Segler-Verband sowie von World Sailing, auch

schon im letzten Jahr mal eben eine WM ins Leben gerufen hat. Die

Mixed-Regatta Helgahard, die kleine Schwester von Helga, wurde

im letzten Jahr ebenfalls inklusiv. Und weil das alles so weite Kreise

zog, das Interesse sich immer weiter entwickelte, gibt es auch 2021,

so C. uns nicht auch im Herbst noch so dermaßen nervt, die zwei

Helga-Formate inklusiv und die WM on top.

Sehr wichtig ist, dass die erhoffte Sensibilisierung, und dazu tragen

ja solche medienfreundlichen Veranstaltungen bei, dazu führt, dass

in vielen Segel-Vereinen tatsächlich umgedacht wird. Steter Tropfen

und so. Die Komplexität des Segelsports macht es sicher hier und da

nicht ganz einfach, aber die Anfänge sind mehr als gemacht, und wer

jemanden kennt, der jemanden kennt: Es gibt In Hamburg nunmehr

diverse Adressen, wo inklusiv gesegelt werden kann. Die Vereine

freuen sich auf Euch, Infos zum Beispiel unter: www.nrv.de/inklusion

Infos zur S/V 14-Klassenvereinigung: sv14class.com

NEUE KOLLEKTION

www.code-zero.com

Ein Beispiel dieser schönen Entwicklung ist die Teilnahme von ultimativ

inklusiven Booten bei der Kieler Woche in diesem Jahr. Der Hamburger

46

Inklusives Segeln, ein komplexes Thema, aber absolut machbar.


Altonaer Segel-Club

© Foto: ASC

© Foto: ASC

Opti-Segeln für Kinder bietet die Steg-Gemeinschaft in Finkenwerder, bestehend aus 7 verschiedenen Vereinen, gemeinsam an.

© Foto: Laura Bo Voss

Wenn die Nordsee

schon riecht

© Foto:Peter Kähl (NRV)

Und weiter geht’s in der Abteilung „Wo man noch so in

Hamburg segeln kann“. Im Grunde genommen. Ein

wenig Verwirrung stiftet der Name des Vereins von

Familie Kähler …

Sie segeln schon seit drei Generationen im Altonaer Segel-Club, der erst

1961 in einer Övelgönner Gaststätte gegründet wurde. Das Bootshaus

liegt aber seit Jahren in Finkenwerder, somit auf der anderen Elbseite. Mit

bei der Gründung damals dabei: Hans Kähler, das ist nett, wir sprechen

nämlich gerade mit seiner Schwiegertochter Nina Kähler und ihrem Sohn

Leif Kähler (13), ergo der Enkel, 3. Generation. Damals hatten sich die

Segler, die alle ihre Boote vor Övelgönne auf Reede hatten, offensichtlich

als Kameradschaft verstanden und sinnigerweise einen Verein gegründet.

Das Bootshaus mit Steganlage war zunächst auf Höhe der heutigen

Strandperle, auf der „richtigen“ Seite der Elbe, bis dann 1972 ein Containerschiff

in die Anlage krachte und man temporär in den Rüschkanal

nach Finkenwerder zog. Von dort stellte man dann fest, da drüben ist’s

auf Dauer gefährlich, also blieb man und frau in Finkenwerder und nimmt

ein wenig mehr Fahrerei in Kauf. Jetzt teilt man sich mit sechs (!!) anderen

Segelvereinen in ausdrücklich „großer Freundschaft und Kollegialität“

eine Steganlage, für die alle beteiligten Vereine wiederum eine Arbeitsgemeinschaft

gegründet haben, sie organisieren sogar das gemeinsame,

sehr nachhaltige Jugendtraining. In Reichweite des U-Boot-Bunkers, den

die wenigsten Hamburger*innen dann wirklich schon gesehen haben,

im Dunstkreis von Airbus, lässt es sich offensichtlich prima aushalten.

Der ASC ist, wie Nina beschreibt „das totale Kontrastprogramm“ eines

Segelvereins. „Walla, walla“ gibt‘s hier nicht. Damit meint sie blaue

Clubjacketts, Goldknöpfe. Die sie auch mag, mit denen sie in Kiel im

Kieler Yacht-Club aufgewachsen ist, aber der ASC ist nun eben anders,

anders schön. 180 Mitglieder, viele segelnde Familien, stark handwerklich

geprägt. „Wir machen hier alles selber, Fremdaufträge erteilen wir

selten“, grinst sie. Wer aufgenommen werden will, muss sich einmal den

Mitgliedern vorstellen, aber so harmonisch wie sie scheinen, mag das

keine große Hürde sein. Nina

selbst war unter anderem Trainerin

für den Nachwuchs, ihr

Gatte Jan segelt ReGatten ((;-)),

Sohnemann Leif („Früher war

ich sehr wasserscheu“, gibt er

unumwunden zu, „ich habe im

Boot gesessen und bei zu viel

Wind nur geheult …“) segelt

inzwischen sehr ambitioniert im Opti um die

Wette. „Ihn hatte ich im Begleitboot als Trainerin

immer dabei, da hat er wohl so einiges mitbekommen“,

lacht Nina heute. Denn Leif hat sich

dann irgendwann ins Boot gesetzt und ist allen

davongesegelt. Nun ist er inzwischen sogar in den

NRV gewechselt, denn da ist leistungssportlich

viel mehr drin, in der deutschen Rangliste von

400 Segel-Kids unter den ersten 25 zu finden, im Landeskader, und er

schielt für dieses Jahr auf die Teilnahme bei der Europameisterschaft. „Ich

trainiere im Jahr 100 Tage auf dem Wasser und mein Trainer Toni (vom

NRV) findet meine Technik sehr, sehr gut“, sagt er selbstbewusst. „Mein

größtes Ziel ist Olympia“, sagt er noch selbstbewusster. Weißt‘ Bescheid?

Die Eltern machen den Fahrdienst, an den Wochenenden geht es oft

nach Kiel. Aber ansonsten lieben sie das Segel-Revier Elbe und die

vielfältigen Möglichkeiten.

„Es gibt so schöne Ecken“, schwärmt

Nina von Wochenendtörns in die

Stadtmitte Stades. „Es dauert beim

Segeln Richtung Cuxhaven nicht lange,

und man riecht, wenn der Wind passt,

die Nordsee und den Strand.“

Sie unterstreicht aber auch, dass die Elbe als Segel-Revier bei weitem

nicht zu unterschätzen ist: Die Seeschifffahrt natürlich, selbst die Fahrwassertonnen,

können richtig gefährlich sein. „Mal eben Kaffee kochen

unter Deck ist nicht.“ Auch wichtig: „Die Segler*innen auf der Elbe bilden

irgendwie eine tolle Gemeinschaft, deswegen können sie alle auch ganz

ordentlich gemeinsam feiern, wenn das dann wieder geht.“ Wer neugierig

ist, die rauere Elbe der Alster vorzieht und sich beim ASC vorstellen

möchte: www.asc-elbe.de

© Foto: ASC

48

Über die Elbe zum Mühlenberger Loch ist schon mal ein ganz schöner Ritt.


Baltische Segler-Vereinigung

Mal was

anderes

Freuen wir uns auf eine Zeit …

© Foto: W. R. Welzin © Foto: I. und M. Klingenberg

Richtig schön, auch für Segler*innen,

ist es ja an der Dove-Elbe, Elbe rauf,

unter der A1 durch, dann links, hinter

der Tatenberger Schleuse.

Und auch dort wird wild gesegelt (und gerudert, gepaddelt, gebadet,

…). Das ganze Setting ist ein weiteres Kontrastprogramm zur

Alster, entsprechend auch die dort angesiedelten Segelvereine. Einer

davon ist die Baltische Segler-Vereinigung. Die sind auch wegen ihrer

wechselvollen Geschichte interessant, aber: „Wir sind auf keinen Fall ein

Trachtenverein ...“, lacht Oleg von Cube, 1. Vorsitzender hier in Hamburg

und der Vizekommodore (so heißt das manchmal bei den Seglern), er

hat sogar eine baltische Familie, „ ... aber die Quadrille tanzen wir auch.“

3 Dependencen gibt es in Deutschland: Steinhuder Meer, Berlin und hier.

Wir sitzen vorm Bulln, dem Ponton, der lange vor Blankenese dümpelte,

den haben sie sich als Clubheim geschossen. Insgesamt sind sie 700

Mitglieder, in HH davon 150. Oleg beschreibt ihren Typ Segler*in so:

„Ambitionierte Freizeitsegler*innen mit dem Hang zum Sportlichen.“ Er

lacht: „Wir haben keine Olympiasegler*innen in unseren Reihen, aber

sehr viel Sportsgeist, auch zum Beispiel einen German Open Gewinner,

selbst beim Tourensegeln sind wir gern vorn.“ Der Bootspark unterstreicht

das: Es gibt sogenannte H-Jollen, die sind gerade in Norddeutschland

sehr beliebt, ein Rundspantboot, ca. 6 m lang, 1,70 m breit, kann mit

Spinnaker gesegelt werden, in der Regel zu zweit. „Die sind schon recht

schnittig, wenn man’s kann“, sagt er. Und dann gibt es 3 neue Omegas,

die ähneln der H-Jolle, sind etwas zahmer. „In allen baltischen Clubs

können Segler*innen segeln, die keine Boote haben, das ist uns wichtig“,

erklärt er, und dabei ist der Beitrag überschaubar, die Ausbildung sogar

kostenlos. „Segeln muss nicht teuer sein“, grinst er, lässt den Werber

raushängen. Mit 200 Euro im Jahr ist man dabei. „Dafür sind wir hier

alle ehrenamtlich unterwegs, bauen auch alles selbst. Zuletzt haben

wir ein behindertengerechtes Klo gebaut, und Rampen.“ 3-mal im Jahr

ist Arbeitsdienst: „Da kommen immer mehr Menschen als Arbeit da ist,

das macht großen Spaß“, und wir vermuten, hammer Kuchenbuffet plus

Nudelsalat. Herrlich. „Dafür leisten wir uns unsere Vereinsjacht ‚Runö’,

ein scharfes Schwert. wie ein Vereinsmitglied zu sagen pflegt.“ Und:

„Feiern können wir hier auch gut“, sagt Oleg, der auch kämpferisch

sein kann. Die Initiative „Dove-Elbe retten“ wurde von der BSV initiiert.

Da waren sie ganz weit vorn, als irgendeine Studie die Hamburger

Wasserwirtschaft dazu veranlasst hatte, darüber nachzudenken, das

ganze Gebiet wieder an die Gezeiten zu koppeln. Sozusagen Schleuse

auf, Ebbe und Flut in Bergedorf. Sie versammelten alle Sportvereine,

Paddler und Ruderer mit ihrem Leistungszentrum, Segler, Werften,

Anwohner, Bauern um sich und, um’s abzukürzen: Die Kuh ist erstmal

vom Eis. Wer also segeln möchte, weniger fancy, aber sehr nett, in

Reichweite der Stadt, aber im Grünen sozusagen, und das recht günstig,

meldet sich bei Oleg v. Cube: 0170-2412224 oder schaut hier:

www.baltische-sv.de

© Foto: M. Benkmann

… in der der Horizont weit und die See wieder grenzenlos ist!

Ihre Pantaenius-Crew.

© Foto: W. R. Welzin

GER20060 / 0520

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Links: Clubyacht Runö. Mitte: Alle auf dem Steg ... Rechts: Freude über die Auszeichnung zum „Verein des Jahres 2017“.

Hamburg · Tel. +49 40 37 09 12 34 · pantaenius.de

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