14.12.2022 Aufrufe

PreMedia Dezember 2022 World Edition

PreMedia Ausgabe Dezember 2022 mit der "Hall of Fame"

PreMedia Ausgabe Dezember 2022 mit der "Hall of Fame"

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

Internationales<br />

Media Magazin<br />

<strong>PreMedia</strong><br />

Print & Online & TV & Radio<br />

<strong>PreMedia</strong> Newsletter –<br />

über alle<br />

Medienkanäle hinweg:<br />

Print – Online<br />

www.premedianewsletter.de<br />

I N T E R N A T I O N A L E S M E D I A M A G A Z I N<br />

DEZEMBER <strong>2022</strong> AUSGABE 12 JAHRGANG 28<br />

New York Times – Multimediale<br />

Wachstums-Strategie


Seminare im Hotel Friesacher…<br />

Wenige hundert Meter von der Autobahnausfahrt Salzburg-Süd und nur zehn<br />

Minuten vom Flughafen Salzburg entfernt, bietet Ihnen unser Hotel viel Ruhe<br />

und Komfort für Ihre Tagungen.<br />

Unsere fünf top-ausgestatteten Seminarräume des Hotels Friesacher verfügen<br />

über eine ruhige und angenehme Atmosphäre. Sämtliche Meetingräume<br />

sind nicht nur technisch auf dem neuesten Stand, sondern schaffen<br />

durch großzügige Fensterflächen und eine ergonomische Möblierung ein sehr<br />

angenehmes und produktives Klima.<br />

Full Service<br />

Ihre Teilnehmer genießen den exklusiven Komfort unseres Vier-Sterne-Hotels<br />

inkl. kostenloser Tiefgarage.<br />

Die Seminar-Verpflegung kommt aus der Küche des Restaurants Friesacher,<br />

das Ihnen für Mittag- und Abendessen offen steht.<br />

Während der Pausen stehen Ihnen die Terrassen, die Hotellobby mit Bibliothek<br />

und die Tagesbar zur Verfügung.<br />

Abends können Sie im Spa – Bereich des Hotels entspannen, oder Sie lassen<br />

den Tag im Friesacher Heurigen oder in der Einkehr ausklingen.<br />

Frohe Weihnachten<br />

wünscht<br />

office@friesacher.com<br />

Ihre Tagung in Salzburg<br />

www.friesacher.com<br />

Zimmer:<br />

Im Hotel Friesacher bieten wir Ihnen viel Gemütlichkeit, hohen Komfort und<br />

ein wunderbares Ambiente.<br />

Für Ihr Wohlbefinden sind unsere liebevoll eingerichteten Zimmer durchwegs<br />

mit hochwertigen Naturmaterialien ausgestattet.<br />

Sie können zwischen den Kategorien Einzelzimmer und Doppelzimmer<br />

wählen.<br />

Zusätzlich können Sie auch noch die Option Juniorsuite wahrnehmen oder<br />

eines unserer begehrten Zimmer mit Sauna inkl. Panoramafenster buchen.<br />

Helles Ambiente, gemütliche Betten und Sitzgelegenheiten und moderne Ausstattung<br />

erwarten Sie in allen Räumen.<br />

Unsere Technik<br />

Räumlichkeiten:<br />

• Raum Anif 56m² EUR 180,-<br />

• Raum Leopoldskron 57m² EUR 180,-<br />

• Raum Mirabell 57m² EUR 180,-<br />

• Raum Klessheim 114m² EUR 450,-<br />

• Raum Hohensalzburg 170m² EUR 600,-<br />

• Raum Freisaal 34m² EUR 180,-<br />

• Raum Monfort 38m² EUR 180,-<br />

• Raum Hellbrunn 72m² EUR 290,-<br />

Wir gehen gerne auf Ihre individuellen Anforderungen ein und beraten<br />

Sie über die unterschiedlichen Möglichkeiten und Ausstattungen unserer<br />

Seminarräume.<br />

Folgende technische Ausstattung steht Ihnen in den Tagungs- und Seminarräumen zur Verfügung:<br />

• Kramer Mediensteuerung mit 10“ Touch Display<br />

• Mobile Videokonferenz<br />

• Beamer (Deckenlift) mit 6300 Ansilumen<br />

• 6 Lautsprecher/Raum<br />

• Projektion auf elektrische Leinwand bzw Wandanstrich<br />

• Funkmicro<br />

• ClickShare (Kabellose Präsentation)<br />

• Flipcharts, Leinwände und Pinnwände<br />

• Bodenanschlüsse für PC<br />

• Moderatorenkoffer<br />

• 15“ Türbeschilderungen (zum Einspielen von Logo, Videos…)<br />

• Wlan im gesamten Haus<br />

• Interaktive Whiteboards


EDITORIAL 03<br />

METAVERSE – das neue Internet?<br />

MIT SPANNUNG VERFOLGT die Medienwelt den Kampf<br />

um das Internet der Zukunft. Mark Zuckerberg verfügt mit<br />

Facebook, Instagram, WhatsApp und Messenger über vier<br />

der weltweit wichtigsten Kommunikationsdienste. Dennoch<br />

sieht er das Unternehmen in der Krise. Mit TikTok ist ein<br />

starker Konkurrent entstanden. Seine bisherige Klientel<br />

zieht sich zurück. War der Börsenwert vor einem Jahr noch<br />

bei einer Billion Dollar gelegen, ist dieser nun um zwei Drittel<br />

eingebrochen. Er zählt damit nun nicht mehr zu den zehn<br />

reichsten Amerikanern. Ein rekordverdächtiger Abwärtssog.<br />

Obwohl Meta noch immer Milliardengewinne erwirtschaftet,<br />

zeugt dies von einer Entwicklung, die es in der<br />

Erfolgsgeschichte von Mark Zuckerberg noch nicht gegeben<br />

hat. Die angespannte Weltwirtschaftslage wird die Werbeeinnahmen<br />

von Meta weiter belasten. In der Denkweise<br />

des Silicon Valley ist kein Platz für Abwärtsbewegungen.<br />

So ist es nachvollziehbar, dass Mark Zuckerberg sich gegen<br />

diesen Trend stemmt. Personalabbau und vorerst keine Neueinstellungen mehr. Die<br />

negativen Schlagzeilen über die Fake-News-Schwemme der vergangenen Jahre hat<br />

die Moral des Zuckerberg-Teams schwer geprüft. Der Rechtfertigungsdruck rund<br />

um die US-Wahl 2016 bis hin zu den Interna-Enthüllungen der Whistleblowerin<br />

Frances Haugen hat das Meta-Team vor schwierige Aufgaben gestellt.<br />

Gegenwärtig sieht sich Meta neben TikTok wohl über Apple den schwersten<br />

Nackenschlägen ausgesetzt. Apples neue Privatspähre-Regeln haben Metas Werbegeschäft<br />

verheerend zugesetzt. Nutzer von iPhones und iPads müssen seit vergangenem<br />

Jahr aktiv zustimmen, dass Apps wie Facebook sie für Werbezwecke<br />

quer durch das Internet verfolgen dürfen – was allerdings kaum einer macht. Den<br />

Schaden daraus schätzt Meta allein in diesem Jahr auf 10 Milliarden Dollar.<br />

Die Mission, die Zuckerberg antreibt, heißt 3-D-Metaverse, das neue Internet.<br />

In diesem Jahr werden 10 Milliarden Dollar in die Entwicklung eines 3-D-Online-<br />

Universums investiert. Zuckerberg will hier als Pionier vorangehen. Eine Zukunftsentwicklung,<br />

die risikoreich sein könnte. Zuckerberg sieht diese Entwicklung als so<br />

unumkehrbar, dass vor einem Jahr die von ihm geschaffene Marke Facebook als<br />

Konzernnahmen entsorgt hat. Facebook, Instagram, über die noch immer über<br />

3,5 Milliarden Menschen Bilder, Videos und Texte austauschen, sind mittlerweile<br />

bei Meta als „Altgeschäft“. „Horizons <strong>World</strong>“ als Metaverse-Marktplatz macht es<br />

Interessenten sehr teuer und organisatorisch schwer, an Bord gehen zu können. Die<br />

Zukunft des Internets bleibt spannend. Das Internet wächst rasch und wie am Beispiel<br />

von Yahoo oder AOL erinnerlich, lässt auch führende Marken rasch ins Bodenlose<br />

verschwinden.<br />

Auch Wunder-Manager Elon Musk stimmt nach der Entlassung von 11.000<br />

Twitter-Mitarbeitern den Rest auf eine mögliche Pleite ein. Auch Tech-Milliardäre<br />

stoßen an ihre Grenzen.<br />

Mit freundlichen Grüßen<br />

Prof. Ing. Karl Malik<br />

Karl.Malik@premedianewsletter.de


04 INHALT<br />

EDITORIAL<br />

Metaverse – das neue Internet? 03<br />

TITELGESCHICHTE<br />

New York Times – Multimediale Wachstums-Strategie 07<br />

DAS AKTUELLE<br />

MEDIENINTERVIEW<br />

TRENDS IN DER<br />

MEDIENINDUSTRIE<br />

Chancen für das freie Wort? 10<br />

Stabübergabe bei der sabris AG 16<br />

AIDA – Künstliche Intelligenz bei der Zeitungsproduktion 18<br />

Hinrichtung eines Demonstranten in Iran 21<br />

Styria stellt „Wienerin“, „Diva“ und andere Lifestylemedien auf den Prüfstand 22<br />

Rheinische Post und Ippen kaufen im HR-Markt zu 23<br />

TikTok ist eine Chance für traditionelle Medien 24<br />

MEGAfoN: InterRed entwickelt Nachrichten-App für Schüler:innen 24<br />

Funke Mediengruppe weiter auf Einkaufstour 25<br />

AGMA veröffentlicht erstmals Print-Digital-Reichweiten für Tageszeitungen 26<br />

HEIDELBERG CFO Marcus A. Wassenberg wechselt in neue Rolle 27<br />

Jeder Jeck ist anders 28<br />

Wegen Politikerchats: Einflussreiche Journalisten in Österreich lassen Ämter ruhen 29<br />

Alles wird digital… 30<br />

Mediengruppe Österreich startet News-Angebot für Deutschland 31<br />

20 Millionen neue „Qualitäts-Journalismus-Förderung“ sind in Begutachtung 32<br />

Qualitätsjournalismus-Förderung soll mit Juli 2023 in Kraft treten 34<br />

Durch Protest bekannte Journalistin Owsjannikowa aus Russland geflohen 35<br />

Nürtinger Zeitung setzt auf DIALOG 36<br />

Wie die Sächsische Zeitung mit einer neuen Paywall-Variante ihre Vermarktungserlöse steigert 37<br />

Digitale Vermarktungsmodelle – ein später Versuch? 38<br />

„Fach-Kräfte-Mangel“ 40<br />

»Bild« will TV-Angebot schrumpfen 41<br />

Deutsch-Iranerin muss zurück ins Gefängnis 42<br />

ORF-Fernseh-Chef tritt zurück 43<br />

„Tagesspiegel“Medienseite wird eingestellt – Format ändert sich 43<br />

Lineup Systems für das erfolgreiche Verkaufsmanagement 44<br />

Referenten lineup Systems 44<br />

Neu-Strukturen bei Axel Springer 45<br />

Automatisierte Seitenproduktion mit Méthode 45<br />

Funke Mediengruppe bleibt bei Rückzug aus Verlegerverband 46<br />

Präsident Mathias Döpfner verabschiedet sich 46<br />

Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten gewinnen dpa-infografik award <strong>2022</strong> 48<br />

Tamedia sucht neue Geschäftsführung 49<br />

Deutschlands reichste Verleger 50<br />

Der Duden Korrektor CC 18 für Adobe InDesign und InCopy 2023 ist da! 51<br />

Iran: Ein junges Leben für die Freiheit 51<br />

Wege der digitalen Transformation 52<br />

Lineup Systems Inc. und msp Partner GmbH kooperieren 54<br />

Die älteste Tageszeitung der Welt vor dem Aus? 54<br />

Zeichen setzen für Nachhaltigkeit? Warum der Handzettel-Abschied zu voreilig sein könnte 55<br />

Axel Springer startet Metaverse-Angebot 56<br />

Optimierungspotenziale in der Logistik 58<br />

MELDUNGEN AUS DER<br />

LIEFERINDUSTRIE<br />

Serie an Großaufträgen setzt sich fort: Hankyung Media Group investiert in zwei neue COLORMAN<br />

e:line Anlagen 62


INHALT 05<br />

18<br />

10<br />

AIDA – Künstliche Intelligenz bei der<br />

Zeitungsproduktion<br />

Chancen für das<br />

freie Wort?<br />

30<br />

07<br />

Alles wird digital…<br />

62<br />

New York Times – Multimediale<br />

Wachstums-Strategie<br />

Serie an Großaufträgen setzt sich fort: Hankyung Media Group investiert in<br />

zwei neue COLORMAN e:line Anlagen


06 TITELGESCHICHTE


New York Times –<br />

Multimediale Wachstums-<br />

Strategie<br />

TITELGESCHICHTE 07<br />

Der Medienkonsum in Nordamerika unterscheidet sich deutlich von den europäischen Gewohnheiten. Dass<br />

das Smartphone nahezu flächendeckende Akzeptanz über alle Bevölkerungsgruppen genießt, ist im Alltag<br />

klar erkennbar. Das tägliche Leben ohne die Smartphone-Apps wäre kaum bewältigbar. Die Medienlandschaft<br />

in den USA wird von den Medienhäusern der Ostküste und in Kalifornien geprägt. Die „New York<br />

Times“ sieht ihre Rolle als neutrale und kritische Kraft in der amerikanischen Gesellschaft<br />

Dabei zielt die Unternehmensstrategie auf Digital First und Subscription First ab. Der Erfolg bei der Vermarktung<br />

von digitalen Inhalten gibt dieser Strategie recht. Schon jetzt stammen 58% der Gesamt-Erlöse<br />

aus dem Bereich der digitalen Vermarktung (Inhalte und Werbung).<br />

In den persönlichen Gesprächen wird rasch klar,<br />

dass bei der „New York Times“ die Richtung für<br />

die Zeitung der Zukunft stimmt. Es gibt dabei<br />

keine Zweifel über den Ausbau der Reichweiten<br />

innerhalb der bedeutenden US-Medien. Die Begeisterung<br />

daran, dem Medienkonsumenten täglich<br />

das Maximum an Aktualität und Information<br />

zu bieten, ist bei den interdisziplinär arbeitenden<br />

Teams spürbar. Das Produkt-Portfolio umfasst<br />

neben der Tageszeitung eine Reihe von Lifestyle-<br />

Magazinen.<br />

Die „New York Times“ erreicht 50 - 100 Millionen<br />

aktive Nutzer. 6,9 Millionen Abonnenten über alle<br />

Medienkanäle inklusive Print bilden das monetäre<br />

Rückgrat des Medienhauses.<br />

Die Bekenntnis zu kritischem, qualitativem<br />

Journalismus wird bei der „New York Times“ großgeschrieben.<br />

Keine einfache Aufgabe, wenn man<br />

an die politische Situation während der Trump-<br />

Qualitätsjournalismus als Basis<br />

Die journalistische Arbeit wird vorrangig von<br />

Life-Berichten vor Ort geprägt. 60% der News-<br />

Abonnenten lesen die Life-Berichte permanent.<br />

Diese Leser verfolgen die weitere Entwicklung<br />

dieses Berichtes und kehren innerhalb einer Woche<br />

wieder auf das „New-York-Times“-Portal zurück.<br />

Der Ukraine-Krieg hat zudem eine deutliche Zunahme<br />

der Zugriffe auf das News-Portal verursacht.<br />

Ära und an die heute tief gespaltene amerikanische<br />

Gesellschaft denkt. Recherchen werden mit großer<br />

Sorgfalt auf Wahrheitsgehalt und Ausgewogenheit<br />

geprüft.<br />

Bei nationalen Themen besteht eine redaktionelle<br />

Kooperation mit der renommierten „Washington<br />

Post“, die während der Trump-Ära sehr gut<br />

funktioniert hat.<br />

„Fliegende“<br />

Zeitungszustellung<br />

der „New York<br />

Times“ am<br />

öffentlichen Gehsteig<br />

in Princeton,<br />

New Jersey


08 TITELGESCHICHTE<br />

Beeindruckend die Zusammenarbeit der Redaktion<br />

mit dem Produktplacement, Daten-Auswertung,<br />

Marketing, Entwicklung, Zeitungsdesign, Projekt-<br />

Management und Technik.<br />

Diese Teams arbeiten täglich zusammen, um die<br />

Zeitung und die anderen Magazine und Plattformen<br />

zu optimieren. Begonnen wird immer<br />

mit der Präsentation der Daten vom vorigen Erscheinungs-Tag.<br />

Dabei werden die Zugriffsdaten<br />

bis zum einzelnen Artikel, Feed-back der Leser,<br />

Leserkritik etc. ausgewertet und Maßnahmen zur<br />

Verbesserung des Produkts beschlossen und in die<br />

Praxis umgesetzt.<br />

Ben Cotton, Head of Subscription Growth: “Wir<br />

arbeiten im Team täglich daran, um unsere<br />

Produkte noch näher an den Leser zu bringen.<br />

Wir wollen, dass der Leser zu unseren Portalen<br />

und Produkten kontinuierlich zurückkommt.“<br />

Eine Arbeitsorganisation, die überzeugt und Mut<br />

Ben Cotton, Head<br />

of Subscription<br />

Growth:<br />

Mitreissender<br />

Optimismus, um<br />

täglich die beste<br />

Zeitung zu schaffen<br />

Interdisziplinäre Arbeitsorganisation<br />

Our opportunity: A portfolio of journalism and lifestyle subscription products<br />

Transforming into a digital-first, subscription-first company<br />

How We’re Organized: Functions<br />

2016 2021<br />

9.2m<br />

Digital<br />

Subscriptions<br />

1.9m<br />

Digital<br />

Subscriptions<br />

58%<br />

Digital Revenue<br />

(Sub & Adv)<br />

30%<br />

Digital Revenue<br />

(Sub & Adv)<br />

Newsroom Product Engineering Design<br />

Data Marketing Research Project Management


TITELGESCHICHTE 09<br />

Keith Richards, Princeton: Klares Nein zu Fake News<br />

macht, den Zugang zu zahlenden Kunden weiter<br />

auszubauen.<br />

Print auf dem Rückzug<br />

Die gedruckte Zeitung hat auch bei der „New York<br />

Times“ stark an Bedeutung verloren. Selbst auf<br />

Manhattan gibt es keine Zeitungskioske mehr.<br />

Bordexemplare bei den Fluglinien wurden bereits<br />

vor langer Zeit abgeschafft.<br />

Das Smartphone ist für breiteste Bevölkerungsgruppen<br />

im täglichen Leben unverzichtbar und<br />

das am häufigsten verwendete Endgerät. Die Begeisterung<br />

des Teams bei der „New York Times“ ist<br />

ansteckend. Mit Menschen, die an das Gelingen<br />

der Mission unbeirrbar glauben: Das macht die<br />

Zeitung so stark, dass auch in Zukunft wirtschaftlicher<br />

Erfolg möglich ist. Als unverzichtbares<br />

Medium, über alle verfügbaren Medienkanäle<br />

hinweg, das fair, nach demokratischen Grundwerten<br />

orientiert, wichtiger Bestandteil der Gesellschaft<br />

ist.<br />

-karma-<br />

Data-Mining als Erfolgsformel<br />

Bei der „New York Times“ werden die Leserdaten<br />

über die Dauer und Art der Mediennutzung<br />

konsequent ausgewertet und die daraus<br />

resultierende Erkenntnisse praxisnah umgesetzt.<br />

Kunst im Museum of Modern Art New York: Fürsorglich wachsam bleiben…<br />

Omnipräsenz des Smartphones


10 DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Lieber Herr Prof. Dr. Steinbrecher:<br />

In den letzten Jahren<br />

sind Sie im TV vor allem für<br />

Ihre Moderation der erfolgreichen<br />

SWR-Talkshow Nachtcafé<br />

bekannt. Wie kam es zu<br />

Ihrer Wandlung vom Sportjournalisten<br />

zum Talkshow-<br />

Moderator? Vermissen Sie die<br />

Sportmoderation manchmal?<br />

Prof. Dr. Michael Steinbrecher, lehrt an der Technischen Universität Dortmund den Bereich Fernseh- und crossmedialen<br />

Video-Journalismus und moderiert seit 2015 das „Nachtccafé“ des SWR ©SWR<br />

Chancen für das freie Wort?<br />

Dr. Steinbrecher:<br />

Hr. Malik, zunächst einmal:<br />

Schön, dass wir uns wieder<br />

treffen. Zu Ihrer Frage: Ich habe<br />

so viele besondere Momente<br />

als Sport-Journalist beim ZDF<br />

erleben dürfen. Die Moderation<br />

des „Aktuellen Sportstudios“,<br />

aber auch die Berichterstattung<br />

von Fußball-Weltmeisterschaften<br />

und Olympischen<br />

Spielen. Aber ich glaube, ich<br />

habe auch den richtigen Zeitpunkt<br />

für meinen Abschied gewählt.<br />

Diese Entscheidung kam<br />

ja für alle überraschend, aber<br />

ich hatte mich vorher intensiv<br />

mit dem Thema beschäftigt.<br />

Die frühere FDP-Politikerin<br />

Hildegard Hamm-Brücher<br />

hat einmal gesagt „Ein guter<br />

Abschied ist dann, wenn noch<br />

viele Menschen sagen: Schade.“<br />

Warum also nicht gehen, wenn<br />

es am schönsten ist?<br />

DAS<br />

AKTUELLE<br />

MEDIENINTERVIEW


DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW 11<br />

Ein halbes Jahr später kam das<br />

„Nachtcafé“ des SWR auf mich<br />

zu. Ich war damals schon über 4<br />

Jahre Journalistik-Professor an<br />

der TU Dortmund. Bis heute erfüllt<br />

mich meine Arbeit dort in<br />

Forschung und Lehre sehr. Aber<br />

zum Nachtcafé hatte ich schon<br />

lange eine besondere Beziehung.<br />

Bereits vor meinen Zeiten im<br />

ZDF-Sport hatte ich im ZDF die<br />

gesellschaftspolitische Talkshow<br />

„Doppelpunkt“ moderiert.<br />

Sie startete im gleichen Jahr<br />

wie das „Nachtcafé“. Und ich<br />

hatte beide Sendungen immer<br />

als Verbündete gesehen. Denn<br />

das Konzept war sehr ähnlich:<br />

Ein Thema pro Sendung,<br />

getragen vor allem von Nicht-<br />

Prominenten Gästen und<br />

mit Experten als Brücke zur<br />

Wissenschaft. Für mich war<br />

das Nachtcafé ein Neubeginn,<br />

aber auch eine Rückkehr zu den<br />

Wurzeln. Ich habe deshalb nicht<br />

lange überlegt, Martin Müller,<br />

dem Redaktionsleiter, zuzusagen.<br />

Das Nachtcafé gibt es<br />

so nur einmal in Deutschland.<br />

Und mittlerweile sind wir mit<br />

diesem Format längst in den<br />

digitalen Zeiten angekommen.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Vom aufstrebenden Jung-<br />

Profi-Fußballer zum Grimme-<br />

Preis nominierten Talkshow-<br />

Moderator für Doppelpunkt<br />

über zwei Jahrzehnte nachhaltig<br />

prägender Moderation<br />

des Aktuellen Sport Studios<br />

im ZDF hin zur Moderation<br />

des SWR Nachtcafé. Welchen<br />

Rat haben Sie an junge<br />

Menschen, die ihrem Weg als<br />

einer der sympathischsten<br />

und etabliertesten deutschsprachigen<br />

Journalisten folgen<br />

möchte?<br />

Dr. Michael Steinbrecher:<br />

Ich glaube, Journalist ist man<br />

nur mit großer Leidenschaft<br />

oder es funktioniert überhaupt<br />

nicht. Eine Neugier auf Themen,<br />

eine Neugier auf Menschen,<br />

eine Offenheit dafür, dazuzulernen,<br />

eine Offenheit,<br />

Meinungen und unterschiedliche<br />

Lebensentwürfe beständig<br />

zu überprüfen, eigene<br />

Prof. Dr. Michael<br />

Steinbrecher im<br />

Gespräch mit Karl<br />

Malik: Journalist ist<br />

ein Traumberuf<br />

©<strong>PreMedia</strong> Newsletter<br />

Magazin<br />

Eine seltene, sehr bemerkenswerte Berufslaufbahn: Prof. Dr. Michael Steinbrecher mit dem<br />

Studium der Journalistik und Promotion mit der Doktorarbeit über TV-Programm-Gestaltung bei<br />

den Olympischen Spielen, Fußballer bei Borussia Dortmund, später Westfalia Herne, kennt den<br />

erfolgreichen Fußballsport aus eigener langjähriger Praxis.<br />

Seit 2009 lehrt er als Professor an der Technischen Universität Dortmund den Bereich Fernseh- und<br />

Crossmedialen Journalismus. Gleichzeitig fungiert er als Sendeleiter für den landesweiten TV-<br />

Lernsender nrwision.<br />

21 Jahre Moderator des „Aktuellen Sportstudios“ im ZDF. Eine Marke, die er am Gipfel seiner ZDF-<br />

Karriere im Aufbruch zu neuen Aufgaben verlassen hat.<br />

Seit 2015 moderiert Prof. Dr. Steinbrecher das „Nachtcafé“, die außerordentliche SWR-Qualitäts-<br />

Talk-Runde. Der engagierte Medien-Profi und Journalist mit Herzblut hat viele Auszeichnungen<br />

erhalten, u.a. für sein Buch „Update - Warum die Daten-Revolution uns alle betrifft“. Sein neues Buch<br />

„Der Kampf um die Würde“ beschreibt Lebens-Szenen. Und damit Momente aus dem wahren Leben.<br />

Was können wir vom wahren Leben lernen?


12 DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW<br />

©SWR<br />

Positionen neu zu justieren – all<br />

das macht diese Aufgabe so besonders<br />

wertvoll.<br />

Und nicht zu vergessen: Als<br />

Journalist übernimmt man<br />

eine wichtige öffentliche Aufgabe.<br />

Die Menschen umfassend<br />

zu informieren, Kritik und<br />

Kontrolle auszuüben, durch<br />

Vielfalt im Journalismus zur<br />

Orientierung beizutragen. Wir<br />

sind die Mittler zwischen Politik<br />

und Bevölkerung. So sehr der<br />

Journalismus in der Kritik<br />

steht: Diese Aufgaben sind<br />

heute wichtiger denn je. Es ist<br />

mir bewusst, dass die Zeiten für<br />

den Journalismus nicht leicht<br />

sind, aber ich bleibe dabei: Es ist<br />

ein Traumberuf.<br />

Gleichzeitig ist es ein Beruf<br />

im Wandel. Deshalb möchte<br />

ich mit der in Arbeit befindlichen<br />

Studie „Journalismus<br />

und Demokratie“ helfen,<br />

den Journalismus in der<br />

Gesellschaft kontinuierlich zu<br />

verorten. Wir befragen regelmäßig<br />

den Journalismus,<br />

die Politik und das Publikum<br />

nach Ihren Erwartungen an<br />

den Journalismus, aber auch<br />

nach Ihrer Kritik. So spüren<br />

wir auch auf, wo Erwartungen<br />

auseinandergehen und wo sich<br />

Kritik manifestiert. Und genau<br />

über diese Punkte möchten<br />

wir anschließend einen Dialog<br />

anstoßen. Es ist wichtig zu<br />

wissen, wie in dieser Gesellschaft<br />

in Zukunft die wichtigen<br />

Inhalte verhandelt werden, wer<br />

sich wo informiert und ob es<br />

gesellschaftlich gelingt, in einen<br />

gemeinsamen Diskurs über die<br />

wichtigen Themen zu kommen.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Die aktuelle Fußball-WM<br />

in Katar und die damit einhergehenden<br />

politischen<br />

Kontroversen um die Vergabepraxis<br />

der FIFA und die<br />

Verletzung fundamentale<br />

humanitärer Werte des Gastgebers<br />

zugunsten eines immer<br />

deutlicher werdenden Trends<br />

zur unbedingten Kommerzialisierung<br />

des Profi-Fußballs<br />

hat der Reputation des Sports<br />

großen Schaden zugefügt.<br />

Glauben Sie, dass der Profi-Fußball<br />

wieder aus dieser Sackgasse<br />

herauskommen kann?<br />

Dr. Michael Steinbrecher:<br />

Es ist in der Tat ein kritischer<br />

Punkt erreicht. Ich finde es<br />

erst einmal wichtig, dass in<br />

Deutschland entsprechend<br />

kritisch darüber berichtet<br />

wurde. Das ist gerade für die<br />

übertragenden Sender eine<br />

Frage der Glaubwürdigkeit.<br />

Wegzuschauen, nur weil ich aus<br />

ökonomischen Gründen viele<br />

Zuschauerinnen und Zuschauer<br />

möchte, ist journalistisch nicht<br />

integer.<br />

Gleichzeitig ist es eine traurige<br />

Entwicklung. Wir sprechen ja<br />

bei einer Fußball-Weltmeisterschaft<br />

von einem der letzten<br />

TV-„Lagerfeuer“, um das sich<br />

in der Regel ein Großteil der<br />

Gesellschaft versammelt. Dass<br />

sich das Publikum in Deutschland<br />

diesmal in solch großer<br />

Zahl von einer Weltmeisterschaft<br />

abwendet und schlicht<br />

nicht mehr zuschaut, sollte den<br />

Verbänden und auch den Profi-<br />

Clubs eine Lehre sein. Wenn<br />

wir uns die Marktanteile dieser<br />

WM anschauen und mit denen<br />

früherer Weltmeisterschaften<br />

vergleichen, dann kommen


DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW 13<br />

wir zum Ergebnis: Sie sind ein<br />

Desaster für den Fußball. Sie<br />

sind der Beweis dafür, dass die<br />

Geduld der Fans ein Ende haben<br />

kann.<br />

Das ist hoffentlich ein Weckruf<br />

für all jene, die im Profi-Fußball<br />

Verantwortung tragen. Ich bin<br />

mir allerdings nicht ganz sicher,<br />

ob dieser Weckruf angekommen<br />

ist.<br />

Hoffnung besteht trotzdem.<br />

Denn mit der Europameisterschaft<br />

in anderthalb Jahren<br />

eröffnet sich eine große Chance,<br />

die Begeisterung für diesen<br />

Sport und die Nationalmannschaft<br />

in Deutschland wieder<br />

neu zu entfachen. Voraussetzung<br />

ist aber, dass sich der<br />

Sport nicht mehr wie ein Staat<br />

im Staate geriert und sich die<br />

internationalen Verbände<br />

endlich von ihren korrupten<br />

Strukturen befreien.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Die Medienlandschaft hat sich<br />

seit unserem letzten Interview<br />

im Jahr 2015 gravierend<br />

verändert. Kritischer Qualitäts-<br />

Journalismus als begleitende<br />

Kraft in einer atmenden Demokratie<br />

wird noch wichtiger.<br />

Welche Chancen bestehen für<br />

Zeitungen und Zeitschriften,<br />

diese Rolle in unserer Gesellschaft<br />

weiter auszubauen?<br />

Dr. Michael Steinbrecher:<br />

Auch bei diesen beiden Mediengattungen<br />

geht es mittelfristig<br />

vor allem darum, glaubwürdig<br />

zu bleiben. Wenn ich mit Chefredakteurinnen<br />

und Chefredakteuren<br />

von Verlagen<br />

rede, dann sehen sich diese<br />

immer wieder in einem Dilemma.<br />

Mit dem Verkauf der<br />

Zeitungen und entsprechenden<br />

Anzeigenerlösen allein können<br />

die Verlage sich nicht mehr<br />

finanzieren. Ganze Zielgruppen<br />

sind in den letzten Jahren weggebrochen.<br />

Deswegen sehen<br />

Viele den Ausweg im Online-<br />

Journalismus. Dort aber zählt<br />

vor allem Schnelligkeit. Und<br />

genau das wirft Fragen auf.<br />

Warum?<br />

Es gibt unterschiedliche<br />

Dimensionen von Qualität<br />

im Journalismus. Zum Beispiel<br />

Aktualität, Richtigkeit,<br />

Relevanz und eine angemessene<br />

Vermittlung unter Berücksichtigung<br />

ethischer Grundsätze.<br />

Aber wenn zum Beispiel<br />

die Schnelligkeit immer<br />

mehr mit der Richtigkeit in<br />

Konkurrenz gerät, wenn also<br />

nicht mehr richtig recherchiert<br />

wird, weil wir schnell mit<br />

Meldungen rausgehen müssen<br />

und der Leser immer häufiger<br />

bemerkt, dass das, was er liest,<br />

nicht stimmt, dann geht die<br />

Glaubwürdigkeit verloren.<br />

Wenn ich dann auch noch<br />

immer häufiger Überschriften<br />

zuspitze, und die Leserinnen<br />

und Leser merken, dass diese<br />

Überschriften den Inhalt des<br />

Beitrags gar nicht treffen,<br />

dann geht erneut schleichend<br />

Glaubwürdigkeit verloren.<br />

Ich verstehe den Sachzwang,<br />

unter dem die Verantwortlichen<br />

stehen, zu 100%. Am Ende<br />

muss man ja die Menschen, die<br />

an dem Produkt mitwirken,<br />

bezahlen. Aber auf der anderen<br />

Seite: Wenn ich nur kurzfristig<br />

auf Zahlen und Klicks schaue,<br />

mittel- bis langfristig aber<br />

Glaubwürdigkeit verliere, dann<br />

hat der Journalismus ein ganz<br />

großes Problem.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Qualitäts-Journalismus<br />

funktioniert ja nur mit<br />

vom Medien-Konsumenten<br />

akzeptierten Bezahl-Modellen<br />

Dem steht beim Massen-<br />

Medienkonsum die Allmacht<br />

der gratis verfügbaren á la<br />

Google News und anderen<br />

Portalen gegenüber. Wird<br />

die bezahlte Zeitung oder die<br />

Zeitschrift zu einem Nischenprodukt<br />

werden?<br />

Dr. Michael Steinbrecher:<br />

Hr. Malik, Sie sprechen da etwas<br />

sehr Wichtiges an, das weit über<br />

den Journalismus hinausweist.<br />

Das Datenkapital, dass Google,<br />

aber auch andere Player wie<br />

Amazon, Apple und Microsoft<br />

angehäuft haben, führt nicht<br />

nur finanziell, sondern auch von<br />

den Möglichkeiten der Beeinflussung<br />

und Manipulation von<br />

Menschen zu einer Machtfülle,<br />

die wir uns in der gesellschaftlichen<br />

Breite immer noch nicht<br />

wirklich bewusst gemacht<br />

haben.<br />

Die Politik reagiert – immerhin<br />

– und versucht, Regelungen<br />

zu schaffen, die digitale Welt<br />

etwas gerechter zu gestalten.<br />

Journalismus ist nur ein Teil<br />

dieser Gesamtentwicklung.<br />

Ich benutze nicht gerne Superlative,<br />

aber die sogenannte<br />

digitale Transformation ist eine<br />

Revolution, die alle Lebensbereiche<br />

betrifft. Es ist entscheidend,<br />

dass wir genau<br />

hinschauen, wie die global<br />

agierenden Konzerne sich verhalten<br />

und in welchen Gebieten<br />

sie ihre Macht ausbauen. Wenn<br />

Sie beschreiben, wo sich Google<br />

beispielsweise in der Zeitungswelt<br />

bereits engagiert, so wird<br />

©SWR


14 DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW<br />

Michael Steinbrecher:<br />

Ein früher<br />

professionell<br />

hochtalentierter<br />

Fußballspieler bei<br />

Borussia-Dortmund<br />

dies nur der Anfang sein.<br />

Wenn Sie sich beispielsweise anschauen,<br />

wie leicht es Amazon<br />

fällt, bei dem unglaublichen<br />

Finanzvolumen, das hinter<br />

dem Konzern steckt, Sport-<br />

Senderechte zu erwerben, dann<br />

erkennen wir schnell: Dieses<br />

Unternehmen könnte noch<br />

wesentlich offensiver agieren.<br />

Ich glaube, dass die genannten<br />

globalen Player ganz strategisch<br />

nur schrittweise ihre Position<br />

in diesem Bereich ausbauen.<br />

Wir sehen bisher nur die Spitze<br />

des Eisbergs. Umso wichtiger,<br />

dass wir wachsam sind, damit<br />

der unabhängige, redaktionelle<br />

Journalismus nicht – wie von<br />

Ihnen angesprochen – zu einem<br />

Nischenprodukt degradiert<br />

wird.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Die Sachlage ist in der täglichen<br />

Realität doch so, dass<br />

von reinen Online-Erlösen<br />

Qualitätsjournalismus nicht<br />

finanzierbar ist. Anders als in<br />

den USA kommen rund 85%<br />

der Erlöse bei den europäischen<br />

Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen<br />

aus der Vermarktung<br />

der gedruckten Produkte<br />

Dramatische Papierpreis-Erhöhungen<br />

von über 150%<br />

innerhalb eines Jahres, politisch<br />

verordnete Mindestlohn-Erhöhungen<br />

in Deutschland<br />

bringen die Medienhäuser in<br />

eine dramatische wirtschaftliche<br />

Herausforderung. Wie<br />

kann aus Ihrer Sicht diese<br />

krisenhafte Situation bewältigt<br />

werden?<br />

Dr. Michael Steinbrecher:<br />

Wir als Institut für Journalistik<br />

in Dortmund haben dieses<br />

Thema aufgegriffen und schon<br />

vor geraumer Zeit aus Anlass<br />

dieser Krise einen offenen<br />

Brief an die Öffentlichkeit<br />

gerichtet, verbunden mit dem<br />

Appell, die Notwendigkeit einer<br />

vielfältigen, unabhängigen<br />

journalistischen Medienlandschaft<br />

für eine funktionierende<br />

Demokratie zu erkennen und<br />

entsprechend nach Lösungen zu<br />

suchen, wie diese Vielfalt auch<br />

erhalten werden kann. Denn sie<br />

ist ohne Zweifel in Gefahr.<br />

Die Resonanz war groß. Wir<br />

haben in der Folge immer<br />

wieder Menschen an einen<br />

Tisch gebracht, die in Politik,<br />

Wissenschaft und Medien<br />

Verantwortung tragen, um<br />

gemeinsam nach Lösungen<br />

zu suchen. Denn noch einmal:<br />

Der Journalismus erfüllt<br />

eine wichtige Aufgabe, mehr<br />

denn je. Und die Frage, wie der<br />

Journalismus diese Aufgabe<br />

ausfüllt, ist existenziell für diese<br />

Gesellschaft.<br />

Was man allerdings erkennt, ist,<br />

dass es die schnellen Lösungen<br />

nicht gibt. Man könnte sich<br />

beispielsweise vereinfacht<br />

fragen: Kann die Politik den<br />

Journalismus nicht finanziell<br />

unterstützen, damit er seine<br />

öffentliche Aufgabe weiterhin<br />

wahrnehmen kann? Da<br />

haben allerdings Verleger die<br />

berechtigte Sorge, dass in<br />

diesem Fall die Staatsferne als<br />

elementarer Bestandteil des<br />

Journalismus verloren gehen<br />

könnte. Das wäre fatal, denn<br />

die Unabhängigkeit ist für<br />

den Journalismus genauso<br />

existenziell wie die redaktionelle<br />

Vielfalt. Aber sie haben Recht:<br />

Gerade weil es die eine, einfache<br />

Lösung nicht gibt, müssen wir<br />

diesen Dialog dringend fortsetzen.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Beim britischen „The<br />

Guardian“,bei der „New York<br />

Times“ oder dem „Wall Street<br />

Journal“ bestehen heute weit<br />

über 1 Million zahlende digitale<br />

Abonnenten. Englisch als Weltsprache<br />

hilft wahrscheinlich<br />

dabei auch im internationalen<br />

Context. Geraten die deutschen<br />

Zeitungs- und Zeitschriftenmedien<br />

in eine Existenzkrise,<br />

wenn es nicht gelingt, digitale<br />

Bezahl-Angebote mit nach-


DAS AKTUELLE MEDIENINTERVIEW 15<br />

haltiger Wirtschaftlichkeit anzubieten?<br />

Zum Beispiel eigene<br />

TV-Angebote?<br />

Dr. Michael Steinbrecher:<br />

Ich würde nicht so weit gehen,<br />

dass jeder Verlag über eine<br />

eigene TV-Station verfügen<br />

muss. Aber – Sie haben Recht<br />

- wir sind längst im crossmedialen<br />

journalistischen<br />

Zeitalter angekommen. Das<br />

heißt, ein Verlag beschränkt<br />

sich nicht nur auf sein Printprodukt,<br />

sondern erschließt<br />

mehr und mehr auch weitere<br />

Einnahmequellen. Eine davon<br />

kann der Online-Journalismus<br />

sein. Online Journalismus bedeutet<br />

wie wir wissen nicht, die<br />

Artikel aus der Printausgabe in<br />

den Online-Auftritt zu übertragen.<br />

Es geht darum, ganz neu<br />

zu denken. Und selbstverständlicher<br />

Bestandteil des Online-<br />

Journalismus ist längst auch<br />

das Bewegtbild.<br />

Vor einigen Jahren haben sich<br />

unsere Studierenden noch<br />

für ein Medium entschieden<br />

und sich in der Ausbildung<br />

komplett darauf konzentriert.<br />

Das macht heute keinen Sinn<br />

mehr. Heute erwarten Verlage<br />

und Rundfunkanstalten,<br />

dass Journalistinnen und<br />

Journalisten fähig sind, in<br />

jedem Medium zu denken und<br />

zu arbeiten. Wir bilden<br />

unsere Studierenden heute<br />

gleichermaßen in TV, Rundfunk,<br />

Print, Online und Social<br />

Media aus. Das Grundgerüst<br />

über alle Medienkanäle hinweg<br />

muss heute vorhanden sein.<br />

Jedes Medium hat seine<br />

eigenen Reize, seine eigenen<br />

Grenzen und Journalistinnen<br />

und Journalisten sollten sich in<br />

dieser crossmedialen Arbeitswelt<br />

handwerklich versiert<br />

bewegen können.<br />

Gleichzeitig – und das ist<br />

wichtig – sollen unsere<br />

Studierenden aber auch noch<br />

ihre besondere Leidenschaft für<br />

ein Medium ausleben können.<br />

Im Idealfall verfügen Sie über<br />

breite mediale Kenntnisse, die<br />

sie im Journalismus flexibel<br />

machen. Aber auch über ein<br />

persönliches handwerkliches<br />

und inhaltliches Profil ist gefordert.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Wie lange studieren die<br />

Studenten an der TU<br />

Dortmund?<br />

Dr. Michael Steinbrecher:<br />

Sie studieren beim Bachelor-<br />

Studiengang 8 Semester,<br />

anschließend kann ein zweisemestriges<br />

Master-Studium<br />

folgen. Das Besondere am<br />

„Dortmunder Modell“ ist<br />

ein einjähriges integriertes<br />

Volontariat. Das heißt, jeder<br />

unserer Studierenden erlebt<br />

als Bestandteil des<br />

Bachelor-Studiums auch die<br />

professionelle Praxis in einem<br />

Verlag oder einer Rundfunkanstalt.<br />

Parallel qualifizieren wir<br />

sie, wir sind ja an einer Universität,<br />

natürlich auch wissenschaftlich.<br />

Diese Integration<br />

von Theorie und Praxis macht<br />

den Studiengang seit seiner<br />

Gründung aus und wertvoll.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Die tägliche Tageszeitung<br />

wird mit neuen Wegen<br />

gehen müssen. Bei der „New<br />

York Times“ beginnt mit<br />

interdisziplinären Arbeitsgruppen<br />

die tägliche Arbeit mit<br />

einem Data-Mining. Wie haben<br />

unsere zahlenden Kunden auf<br />

unsere Inhalte reagiert? Der<br />

Vortag wird detailliert aus-gewertet.<br />

Täglich. Der Redakteur,<br />

Medien-Designer, der IT-<br />

Specialist, die Werbe-Fachfrau,<br />

der Print-Produktionsmann<br />

arbeiten täglich im Team zusammen.<br />

Das Ziel: Täglich die<br />

Zeitung besser zu machen. Eine<br />

Begeisterung für die Sache.<br />

Neue Wege für den Qualitäts-<br />

Journalismus?<br />

Dr. Michael Steinbrecher:<br />

Die Begeisterung für die Sache,<br />

die Sie gerade genannt haben,<br />

ist wichtig. Das Gute ist, wenn<br />

ich unsere Studierenden sehe,<br />

dann spüre ich diese Begeisterung<br />

nach wie vor in<br />

hohem Maße.<br />

Was ich auch richtig finde:<br />

Wir müssen offen für neue<br />

Entwicklungen sein. Das ist<br />

ja das, was auch Sie von den<br />

Kolleginnen und Kollegen<br />

der New York Times als Erfahrung<br />

mitgenommen haben.<br />

An unserem Institut gibt es<br />

seit kurzem zusätzlich einen<br />

neuen Lehrstuhl für Daten-<br />

Journalismus. Meine Kollegin<br />

Christina Elmer, die den<br />

Lehrstuhl verantwortet, lehrt<br />

dort sowohl modernen Datenjournalismus,<br />

aber widmet sich<br />

auch der Frage, wie Daten im<br />

journalistischen Produktionsprozess<br />

genutzt werden. So, wie<br />

Sie es am Beispiel der New York<br />

Times beschrieben haben.<br />

Allerdings habe ich ein Problem<br />

damit, wenn die Datenanalyse<br />

des Vortags zum einzigen<br />

Maßstab für die Gestaltung<br />

journalistischer Produkte wird.<br />

Wenn wir den Leserinnen und<br />

Leser in der digitalen Welt nur<br />

noch individuell das anbieten,<br />

was sie in ihrem persönlichen<br />

Profil interessiert, dann entwickeln<br />

wir Echokammern, in<br />

denen abweichende Positionen<br />

nicht mehr auftauchen.<br />

Und wie reagieren wir als<br />

journalistisch Verantwortliche,<br />

wenn Userinnen und User kein<br />

Interesse an Auslandsberichterstattung<br />

haben? Klammern<br />

wir diese Themen dann einfach<br />

aus? Ich überspitze bewusst,<br />

denn dies ist sicher auch nicht<br />

die Strategie der New York<br />

Times. Aber konsequent


16 MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE<br />

Wissenschaftlich<br />

vorangetrieben:<br />

Big Data als Basis<br />

für den Fortschritt<br />

weitergedacht stellen sich<br />

diese Fragen. Und wir sollten<br />

sie uns lieber früher statt später<br />

stellen.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Welchen Einfluss hat Big Data<br />

auf den Qualitäts-Journalismus<br />

und die Gesellschaft insgesamt?<br />

Dr. Michael Steinbrecher:<br />

In dem Buch, das Sie erwähnt<br />

haben, „Update - Warum die<br />

Daten-Revolution uns alle betrifft“,<br />

versuche ich mit meinem<br />

Ko-Autor Herrn Schumann,<br />

mögliche Auswirkungen dieser<br />

Daten-Revolution für diverse<br />

Lebensbereiche durchzuspielen.<br />

Welchen Einfluss hat Big Data<br />

auf den Journalismus? Welchen<br />

Einfluss hat Big Data auf das<br />

Wohnen, auf die Arbeit, auf die<br />

Mobilität, den Verkehr, welchen<br />

Einfluss auf die Medizin? Und<br />

in allen Bereichen gibt es große<br />

Möglichkeiten, große Chancen,<br />

die auch nach Verheißung<br />

klingen. Auf der anderen Seite<br />

gibt es ebenso in allen Lebensbereichen<br />

dunkle Seiten.<br />

Das Grundprinzip dieses Buchs<br />

ist das, was wir auch Woche<br />

für Woche im „Nachtcafé“<br />

praktizieren möchten: Wir sind<br />

dazu da, Themen, Lebensentwürfe<br />

in all ihren Varianten<br />

vorzustellen und zu hinterfragen.<br />

Aber wir möchten die<br />

Bewertung den Zuschauerinnen<br />

und Zuschauern überlassen.<br />

Der Journalismus hat nicht<br />

die Aufgabe, den Menschen<br />

vorzugeben, wie sie Dinge zu<br />

bewerten haben. Wir sind dazu<br />

da, ihnen die Grundlage für eine<br />

Bewertung so differenziert wie<br />

möglich zu liefern.<br />

Und zurück zur Digitalisierung:<br />

Ich wünsche mir, dass wir als<br />

Gesellschaft fair aushandeln<br />

können, welchen Weg wir einschlagen.<br />

Dabei müssen wir<br />

aber schnell sein. Es muss sich<br />

in der Breite ein – wie ich es<br />

nenne – „Digitalbewusstsein“<br />

bilden. Wir haben Jahrzehnte<br />

gebraucht, um ein Umweltbewusstsein<br />

zu entwickeln.<br />

Wenn wir uns in der Frage<br />

der Digitalisierung ähnlich<br />

viel Zeit lassen, werden weiter<br />

Fakten geschaffen und die Entscheidungen<br />

nicht mehr von<br />

uns getroffen, sondern von den<br />

großen Konzernen.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Hr. Prof. Dr. Steinbrecher, ich<br />

danke Ihnen sehr für Ihre Zeit<br />

und das überaus wertvolle Gespräch.<br />

Dr. Michael Steinbrecher:<br />

Hr. Malik, es hat mir Freude<br />

bereitet.<br />

Stabübergabe bei der sabris AG<br />

Die sabris AG bietet seit 1999 integrierte Logistiklösungen<br />

für die Zeitungsmedien-Häuser an.<br />

Das personalintensivste Glied der Prozess-Kette,<br />

die Zeitungszustellung, birgt große Herausforderungen<br />

in der Logistik und auch auf der<br />

Kostenseite für die Zeitungsverlage. Die Verfügbarkeit<br />

von Zustellern, der häufige Personalwechsel,<br />

der Mindestlohn und die punktgenaue Steuerung<br />

der Zeitungszustellung stellen die Zeitungsverlage<br />

vor große Herausforderungen.<br />

Der Geschäftsführende Gesellschafter, Dr. Karl<br />

Friedrich Trespe, übergibt per 1. Januar 2023 die<br />

Geschäftsführung an seinen Sohn Benjamin Trespe<br />

und wechselt in den Aufsichtsrat der sabris AG.


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 17<br />

„Welt“-Reporterin Nancy Lanzendörfer<br />

wechselt zu NTV<br />

Wirtschaftsjournalistin<br />

Nancy Lanzendörfer berichtet<br />

ab Januar 2023 für den<br />

Nachrichtensender NTV von der<br />

Frankfurter Börse. Sie war bisher<br />

USA-Korrespondentin der<br />

„Welt“. Nancy Lanzendörfer hat<br />

bereits Erfahrung im Finanzsektor.<br />

Sie begann ihre Karriere<br />

1999 als Redakteurin beim<br />

Finanzmagazin „Der Aktionär“.<br />

Erste TV-Erfahrungen sammelte<br />

sie beim Finanzsender DAF<br />

(Deutsches Anleger Fernsehen),<br />

für den sie unter anderem als<br />

Korrespondentin an der New<br />

Yorker Wall Street tätig war. Seit<br />

2012 arbeitet die 42-Jährige<br />

als „Welt“-Korrespondentin<br />

und berichtete aus Washington<br />

über verschiedene Themen wie<br />

die Präsidentschaftswahlen,<br />

Inflation sowie zu Breaking-<br />

News-Situationen.<br />

Nancy Lanzendörfer - Foto: RTL/Violetta Markelou<br />

Umzug der F.A.Z. : Nun ist es still auf den<br />

weiten Fluren<br />

Jedes Ressort hatte im alten Redaktionsgebäude<br />

mit der gewundenen Treppe seine eigene Etage –<br />

das Feuilleton lag im vierten Stockwerk. Bild: Ben<br />

Kuhlmann<br />

Der Neubau an der Hellerhofstraße war der F.A.Z.-<br />

Redaktion vor 35 Jahren auf den Leib geschnitten<br />

worden. Er stand auch für den Aufbruch in eine<br />

neue Ära der Frankfurter Stadtgeschichte. Jetzt<br />

heißt es Abschied nehmen.<br />

Jetzt ist es also so weit: die Kisten sind gepackt. Die<br />

Männer vom Umzugsunternehmen bringen sie in<br />

den Neubau für Verlag und Redaktion der F.A.Z.<br />

im Europaviertel, einen Kilometer westlich vom<br />

bisherigen Standort im Frankfurter Gallusviertel.<br />

Ein letzter Gang durch die Flure, festgehalten mit<br />

der Handykamera, verbunden mit der Ahnung,<br />

dass man sich das Video niemals anschauen wird.<br />

Eines Tages wird es gelöscht werden, so, wie in den<br />

vergangenen Tagen Unterlagen und Bücher aussortiert<br />

wurden. Auch vor Umzügen mit dem Büro<br />

stellen sich mehr oder weniger grundsätzliche<br />

Fragen: Welche Projektideen haben sich erledigt?<br />

Für welche Lektüren wird die Lebenszeit noch<br />

reichen? Wer viele Kisten gepackt hat, hat noch<br />

Träume.<br />

Das Haus an der Hellerhofstraße wird demnächst<br />

abgerissen. Vor 35 Jahren war die Redaktion in<br />

den Neubau eingezogen. Es ist die heute übliche<br />

Zeitspanne für Bürobauten. Zur Begründung heißt<br />

es auch in diesem Fall, der Unterhalt sei zu teuer<br />

geworden, und eine Sanierung rechne sich nicht.<br />

Dem Zeitgeist, der eine Neubesinnung weg vom<br />

Neubau-und-Abriss-Zyklus fordert, entspricht das<br />

nicht. Realisten werden einwenden, dass es sehr<br />

großer Phantasie bedürfte, um für diesen Bau,<br />

der der Redaktion einst auf den Leib geschnitten<br />

wurde, eine andere Nutzung zu ersinnen.<br />

Jedes Ressort hatte im alten Redaktionsgebäude mit der gewundenen<br />

Treppe seine eigene Etage – das Feuilleton lag im vierten Stockwerk.


18 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Hr. Kolling, schön, Sie beim<br />

<strong>World</strong> Media Congress in<br />

Zaragoza wieder zu treffen.<br />

Die Zeitung steht ja mitten im<br />

Wandel der digitalen Transformation.<br />

Wie schätzen Sie die<br />

derzeitige Situation der Tageszeitung<br />

ein?<br />

Herbert Kolling, Geschäftsführer ProtecMedia, Deutschland<br />

AIDA – Künstliche Intelligenz<br />

bei der Zeitungsproduktion<br />

Herbert Kolling:<br />

Hr. Malik, eine sehr wichtige<br />

Frage. Die derzeitige Situation<br />

schätze ich als hochkomplex ein.<br />

Auf der einen Seite haben wir<br />

dramatisch steigende Papierpreise,<br />

immer wieder steigende<br />

Lohnkosten. Die Werbeeinnahmen<br />

sinken dramatisch. Das<br />

sind Faktoren, die die Presse, so<br />

wie wir sie kennen, speziell in<br />

Mitteleuropa, in arge Bedrängnis<br />

bringen.<br />

Jedes Medienhaus möchte für<br />

sich die digitalen Geschäftsmöglichkeiten<br />

ausloten, ausbauen.<br />

Auf der anderen Seiten<br />

bringt ja Print immer noch die<br />

meisten Erlöse für die Zeitungsverlage<br />

ein.<br />

Das ist ja ihr Brot-und-Butter-<br />

Geschäft. Deshalb halten wir es<br />

für besonders interessant, für<br />

die Ressourcen-Optimierung<br />

Software-Lösungen zur Verfügung<br />

zu stellen. Das bedeutet,<br />

dass das Medienhaus weiterhin<br />

Geld mit den Printausgaben<br />

MENSCHEN<br />

IM<br />

GESPRÄCH


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 19<br />

verdienen kann. Damit sollte<br />

auch der digitale Fortschritt<br />

in der Medienbranche weiter<br />

vorangebracht werden.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

ProtecMedia ist ja unangefochtener<br />

Marktführer im<br />

spanischsprachigen Raum<br />

in Spanien und Südamerika.<br />

International lässt ProtecMedia<br />

immer wieder über digitale<br />

Weiterentwicklungen in den Bereichen<br />

Reichweiten-Messung,<br />

Customer Care Systemen, CRM-<br />

Systemen etc. Welche Neuentwicklungen<br />

bietet ProtecMedia<br />

an?<br />

Herbert Kolling:<br />

Für mittlere und kleine Verlage<br />

bieten wir die Media Cloud an.<br />

Das bedeutet, dass ProtecMedia<br />

sich um die gesamte Infrastruktur<br />

kümmert.<br />

Das bedeutet, dass die Verlage<br />

sich die Infrastrukturkosten.<br />

Das bedeutet, dass der Verlag<br />

innerhalb seiner eigenen<br />

Produktionsumgebung autark<br />

produziert, die Kosten innerhalb<br />

weiterer Unternehmen<br />

geteilt werden. Das garantiert<br />

eine erhöhte Wirtschaftlichkeit.<br />

Damit kann die Content-Vermarktung<br />

des Medienhauses<br />

wirkungsvoll unterstützt<br />

werden.<br />

Wir stehen als Spezialisten für<br />

integrierte Produktionstechnik<br />

dafür zur Verfügung. Damit<br />

kann sich der Verlag auf seine<br />

Kernkompetenz konzentrieren:<br />

Die Erstellung und Vermarktung<br />

von qualitativen<br />

Inhalten.<br />

So werden Kostenstrukturen<br />

mit Kollegen-Betrieben geteilt<br />

ohne irgendwelche Risiken<br />

einzugehen, z.B. dass Inhalte<br />

von Mitbewerbern eingesehen<br />

werden könnten. Das ist - so<br />

meine ich - ein interessanter<br />

Ansatz. Das System muss nicht<br />

dem einzelnen Verlag „gehören“,<br />

das ist Vergangenheit.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Über die soeben besprochene<br />

Nutzung der Cloud, bei der der<br />

Anwender ja immer nur die tatsächlich<br />

genutzte Zeit bezahlt,<br />

werden ja immer wieder Sicherheits-Aspekte<br />

angeführt, die<br />

gegen dieses Modell sprechen.<br />

Wie erklären Sie das einem<br />

hochsensiblen Zeitungsverlag?<br />

Herbert Kolling:<br />

Wir arbeiten ausschließlich mit<br />

dem Datenbank-Weltmarktführer<br />

Oracle unter diesem<br />

Aspekt zusammen. Wir können<br />

damit eine Nicht-Ausfallsicherheit<br />

von 99,9% garantieren.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Hr. Kolling, selbst wenn die<br />

IT-Infra-Struktur gänzlich<br />

beim Verlag ist, kann z.B. durch<br />

Hacker-Angriffe keine 100%ige<br />

Ausfallsicherheit gegeben<br />

sein. Sie haben ja auf Ihrem<br />

Messestand in Zaragoza etwas<br />

angesprochen, das ich noch<br />

näher von Ihnen erklärt haben<br />

möchte: AIDA, was steckt da<br />

dahinter?<br />

Herbert Kolling:<br />

AIDA bedeutet, Artificial<br />

Intelligence Design Assistance.<br />

Wie unterstützt AIDA den<br />

automatisierten Herstellungsprozess?<br />

Medienneutrale<br />

digitale Inhalte können damit in<br />

eine Print-Version transferiert<br />

werden, ohne dass manuelle<br />

Protecmedia ist Weltmarktführer im spanischsprachigen Markt. Das Unternehmen entwickelt<br />

international auf höchstem Niveau für Zeitungen und Zeitschriften. Eine Nachfrage nach neuesten<br />

Entwicklungen bei Herbert Kolling, Geschäftsführer Protecmedia, Deutschland, in Zaragoza beim WAN-<br />

Ifra <strong>World</strong> News Media Congress <strong>2022</strong>.


20 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

Eingriffe erforderlich werden.<br />

Weder davor noch danach.<br />

AIDA verkürzt die Produktionszeit<br />

einer Zeitung dramatisch.<br />

Selbstverständlich kann<br />

die Redaktion nach der automatisierten<br />

Gestaltung noch<br />

eingreifen. Die Kriterien<br />

innerhalb derer sich AIDA bewegen<br />

kann, werden vom<br />

Verlag vordefiniert. Ob das<br />

beispielsweise ein 3spaltiger<br />

Umbruch mit großem oder<br />

kleinen Bild sein soll, das wird<br />

alles vorher innerhalb der<br />

Redaktion festgelegt. Aber ab<br />

dem Moment arbeitet AIDA<br />

nach diesen Vorgaben vollständig<br />

selbständig.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Hr. Kolling, wenn ich Sie<br />

richtig verstanden habe, wird<br />

das Layout vollständig automatisiert.<br />

Herbert Kolling:<br />

Der wirtschaftliche Druck auf<br />

die Zeitungen ist ja enorm angewachsen.<br />

Infolgedessen sollte<br />

der Fokus auf eine optimierte,<br />

effiziente und ressourcensparende<br />

Herstellung gerichtet<br />

sein. Und dabei ist AIDA ein<br />

essentieller Baustein dafür.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Kann AIDA auch bei bestehenden<br />

Redaktions- und<br />

Content-Management-<br />

Systemen eingesetzt werden?<br />

Ergänzend nachgefragt:<br />

Funktioniert AIDA auch, wenn<br />

es außerhalb eines Protec-<br />

Millenium-Redaktionssystems<br />

zum Einsatz kommt?<br />

Herbert Kolling:<br />

Ja natürlich geht das reibungslos.<br />

AIDA könnte in diesem<br />

Fall den Content vom CMS<br />

und kann dann das Fremd-<br />

Redaktionssystem mit fertigen<br />

PDF-Daten beliefern. Das<br />

funktioniert dann nach dem<br />

gleichen Prinzip wie Mantelseiten<br />

für regionale Zeitungen<br />

übertragen werden.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Das Print-PDF kommt dann von<br />

AIDA, ja?<br />

Herbert Kolling:<br />

Exakt, so funktioniert es in der<br />

Praxis.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Eine hochinteressante<br />

Lösung. Ist das schon im<br />

Praxiseinsatz?<br />

Herbert Kolling:<br />

Das ist keine Science Fiction<br />

mehr. Wir haben diese Software<br />

letztes Jahr vorgestellt. Im<br />

Januar <strong>2022</strong> haben wir dies bei<br />

unseren Kunden implementiert.<br />

Die „La Depeche“-Gruppe in<br />

Frankreich ist als mittelgroßer<br />

französischer Verlag ein erster<br />

Anwender von AIDA. Im Juni<br />

<strong>2022</strong> haben wir die internationale<br />

Presse nach Südfrankreich<br />

dazu eingeladen. Und wir<br />

konnten schon in der ersten von<br />

drei möglichen Ausbaustufen<br />

von AIDA, dass die Zeitung um<br />

30% schneller als ohne AIDA<br />

produziert werden kann.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Wann wird AIDA dem deutsprachigen<br />

Zeitungsverlagen<br />

vorgestellt werden?<br />

Herbert Kolling:<br />

Unseren Stammkunden in<br />

Deutschland haben wir dies<br />

bereits präsentiert. Und diese<br />

zeigen reges Interesse an AIDA.<br />

Im so wichtigen deutschsprachigen<br />

Markt werden wir<br />

dies bis zum Jahresende <strong>2022</strong>,<br />

voraussichtlich im November,<br />

über ein Protec-Webinar vorstellen.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Die ProtecMedia-Reichweiten-<br />

Messung von digitalen Inhalten<br />

gilt ja in der Branche als<br />

richtungsweisend. Gibt es da<br />

eine Weiterentwicklung?<br />

Herbert Kolling:<br />

ProtecMedia arbeitet ja seit<br />

Jahren an der Einbindung von<br />

Künstlicher Intelligenz zum<br />

Nutzen der Medienhäuser. Wir<br />

treiben diesen Weg bei allen<br />

unseren Produkten voran. Zum<br />

Beispiel, dass ein Firmen-Logo<br />

erkannt werden kann. Also,<br />

ein Fußballspiel im TV läuft,<br />

ein Sponsor wie beispielsweise<br />

adidas möchte wissen, wie


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 21<br />

oft und wie lange sein Logo<br />

zu sehen war. Normalerweise<br />

musste sich jemand das ganze<br />

Spiel ansehen und seine Stoppuhr<br />

bemühen, um die Präsenz<br />

des adidas-Logos zu erfassen.<br />

Das können wir unter unserer<br />

K.I.-DAM doch automatisch<br />

leisten. Auch hier schaffen wir<br />

mit Künstlicher Intelligenz<br />

eine enorme Ressourcen-<br />

Optimierung.<br />

Da sind ja natürlich auch andere<br />

Einsatzfelder möglich, um<br />

Videomaterial auszuwerten.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Das bietet ja auch erweiterte<br />

Möglichkeiten für die Tageszeitungen.<br />

Könnte man dies<br />

nicht auch für das multimediale<br />

Zeitungs-Archiv verwenden?<br />

Herbert Kolling:<br />

Exakt, gut erkannt, Hr. Malik.<br />

Im Prinzip können wir die<br />

Künstliche Intelligenz mit<br />

Gesichtserkennung etc. für<br />

viele Anwendungen des multimedialen<br />

Zeitungshauses gestalten.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Hr. Kolling, ich danke Ihnen<br />

sehr für dieses Gespräch.<br />

Herbert Kolling:<br />

Sehr gerne, Hr. Malik, Guten<br />

Flug!<br />

IGFM: Mullah-Regime ist eine Terrororganisation<br />

Hinrichtung eines Demonstranten in Iran<br />

Weitere Exekutionen drohen – internationaler<br />

Druck jetzt wichtig<br />

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte<br />

(IGFM) verurteilt die Hinrichtung des<br />

Demonstranten Mohsen Shekari durch das<br />

iranische Regime aufs Schärfste. Der 23-jährige<br />

Iraner wurde aufgrund der Errichtung einer<br />

Straßensperre in einem Schnellverfahren wegen<br />

„Krieg gegen Gott“ verurteilt und am heutigen<br />

Morgen gehängt. Weitere Todessurteile gegen<br />

Demonstranten wurden bereits ausgesprochen,<br />

die IGFM warnt vor weiteren Exekutionen. Die<br />

Menschenrechtsorganisation nennt das Mullah-<br />

Regime eine Terrororganisation und fordert die<br />

Anklage vor einem internationalen Tribunal.<br />

„Die demokratische Welt muss jetzt starke Signale<br />

setzen. Die Opfer des Terrors sind bereits jetzt die<br />

moralischen Sieger, sie werden auch die politischen<br />

Sieger sein. Dieses mörderische Mullah-Regime<br />

ist eine Terrororganisation und kann nicht mit<br />

einer Rückkehr zu ,Business as usual` rechnen.<br />

Die Anführer des Regimes müssen vor einem<br />

internationalen Tribunal angeklagt werden. Auch<br />

weitere Todesurteile werden das Mullah-Regime<br />

nicht retten. Iranerinnen und Iraner haben sich<br />

längst gegen das Regime entschieden, ihnen gilt<br />

die Solidarität aller Demokraten!“, so Martin<br />

Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.<br />

Von drohender Exekution in den nächsten Tagen<br />

sind auch der Mediziner Dr. Hamid Ghare-<br />

Hassanlou und die drei Rapper Toomaj Salehi,<br />

Saman Yasin und Behrad Ali Konari unmittelbar<br />

bedroht. „Hunderttausende Frauen und Männer<br />

im Iran gehen seit Wochen jeden Tag auf die<br />

Straße, um für ihre Freiheit zu demonstrieren. Sie<br />

lassen sich durch Gewalt, Festnahmen und Todesurteile<br />

nicht abschrecken“, so die IGFM.<br />

Martin Lessenthin<br />

fordert von der<br />

demokratischen<br />

Welt starke Signale


22 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

Medien in Österreich<br />

Styria stellt „Wienerin“, „Diva“<br />

und andere Lifestylemedien auf<br />

den Prüfstand<br />

Styria-Vorstandsvorsitzender<br />

Mag.<br />

Markus Mair<br />

„Business & Pleasure“ lautet das<br />

Titelthema der Oktoberausgabe<br />

der „Wienerin“. Doch Freude<br />

bereitet der monatliche Frauentitel<br />

dem Mutterkonzern Styria<br />

offenbar aus Businesssicht nicht<br />

ausreichend: Die Styria Media<br />

Group stellt derzeit intern ihre<br />

Wiener Lifestyle-Mediengruppe<br />

und wesentliche Medien dort infrage.<br />

„Maßnahmen“: Verkauf, Einstellung,<br />

Herauslösen<br />

Nach Informationen aus<br />

mehreren voneinander unabhängigen,<br />

aber sachkundigen<br />

Gruppe. Die „Miss“, zur Hälfte<br />

schon an die Zürcher Digital<br />

Media House AG verkauft, sei<br />

von den Plänen nicht betroffen,<br />

heißt es.<br />

Die konzerninternen Pläne für<br />

die übrigen Titel wie „Wienerin“<br />

werden intern als „Maßnahmen“<br />

bezeichnet. Die Optionen nach<br />

STANDARD-Informationen für<br />

diese „Maßnahmen: Bis Jahresende<br />

soll entschieden werden, ob<br />

sich für diese Lifestyle-Medien<br />

ein Käufer oder eine Käuferin<br />

findet, ob die Styria sich für eine<br />

Einstellung der Titel entscheidet<br />

– oder ob einzelne Titel oder,<br />

Variante drei, Medien aus der<br />

Lifestyle-Gruppe herausgelöst<br />

werden und – offenbar – anderswo<br />

im Konzern andocken und<br />

eine weitere Chance bekommen.<br />

Eine STANDARD-Anfrage bei der<br />

Styria-Führung am Donnerstagabend<br />

zu den geplanten Maßnahmen,<br />

zu den Möglichkeiten<br />

Verkauf und Einstellung blieb<br />

bisher unbeantwortet.<br />

Menschen mit Einblick in die<br />

Lage der Styria Lifestyle-Gruppe<br />

Quellen im Styria-Konzern geht<br />

es um Lifestyle-Medien wie<br />

„Wienerin“, „Diva“, das Onlineportal<br />

ichkoche.at und etwa ein<br />

Kundenmagazin für die Spar-<br />

Blick von der Styria-Konzern-Zentrale über die steirische Hauptstadt Graz


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 23<br />

berichten von schwieriger<br />

wirtschaftlicher Lage dieser<br />

Titel.<br />

Letzte Titel aus großer Styria-<br />

Übernahme 2004<br />

„Wienerin“ und „Diva“ dürften<br />

die letzten noch erscheinenden,<br />

bekannteren Titel aus einer<br />

großen Styria-Übernahme anno<br />

2004 sein: Der Grazer Medienkonzern<br />

übernahm damals die<br />

Mediengruppe ET Multimedia<br />

mit „Wirtschaftsblatt“ und<br />

einer Reihe von Magazinen wie<br />

„Wiener“ und „Wienerin“; eine<br />

weitere Übernahme des „Sportmagazin“-Verlags<br />

2007 brachte<br />

diese Magazingruppe auch nicht<br />

nachhaltig weiter. Das tägliche<br />

„Wirtschaftsblatt“ stellte die<br />

Styria 2016 ein. Schon 2015<br />

stieß sie den „Wiener“ und das<br />

„Motorrad-Magazin“ ab und<br />

stellte die „Sportwoche“ ein, das<br />

„Sportmagazin“ dann 2018.<br />

Die „Wienerin“ erreichte laut<br />

Media-Analyse 2021 2,3 Prozent<br />

der Österreicherinnen ab<br />

14 Jahren, die „Diva“ 1,4 Prozent.<br />

Ichkoche.at erreichte laut<br />

Österreichischer Web-Analyse<br />

im August 824.583 Unique<br />

User, das war Platz 25 der<br />

meistgenutzten Angebote in<br />

der ÖWA.<br />

Rheinische Post und Ippen<br />

kaufen im HR-Markt zu<br />

In Zeiten des Fachkräftemangels scheinen<br />

digitale Plattform- und Software-Lösungen<br />

stark gefragt. Die Rheinische Post Mediengruppe<br />

und die Ippen Zeitungsgruppe wollen dieses<br />

Momentum nutzen und übernehmen mit ihrem<br />

Joint Venture, der Tenhil-Gruppe, die Jacando<br />

AG aus Basel. Das 2012 gegründete und in Basel<br />

ansässige Unternehmen entwickelt Software<br />

für Personalmanagement und zählt laut Unternehmensangaben<br />

mehr als 600 Kunden im DACH-<br />

Raum. Innerhalb der Tenhil-Gruppe soll Jacando<br />

das sogenannte Recruitment-Portfolio ergänzen,<br />

bestehend derzeit aus mehreren digitalen Jobbörsen.<br />

„Das HR-Software-Geschäft ist nicht nur ein absoluter<br />

Wachstums- und Zukunftsmarkt, es ist<br />

zudem auch sehr komplementär zu unserem<br />

Jobboard-Kerngeschäft. Die Jacando-Software<br />

ist so ausgereift, dass sie die Bedarfe der HR-Abteilungen<br />

unseres kompletten Kundenspektrums<br />

bedienen kann – vom kleineren Mittelständler mit<br />

50 Mitarbeitern bis hin zum großen Unternehmen<br />

mit mehreren Tausend Mitarbeitern“, erklärt Dirk<br />

Kümmerle, Mitglied des Management Boards von<br />

Tenhil.<br />

Die Rheinische Post Mediengruppe und die<br />

Ippen Zeitungsgruppe hatten die Tenhil-<br />

Gruppe erst jüngst Anfang September <strong>2022</strong> gegründet.<br />

Unter dem Dach des Joint Ventures<br />

haben die beiden Zeitungskonzerne ihr Geschäft<br />

mit Stellen-Portalen gebündelt. Zum Portfolio<br />

der Tenhil-Gruppe zählen unter anderem<br />

stellenanzeigen.de, Yourfirm.de, Regio-<br />

Jobanzeiger.de und Jobblitz.de.<br />

Dirk Kümmerle<br />

ist einer von drei<br />

Geschäftsführern<br />

der Tenhil-Gruppe<br />

und baut für die<br />

‚Rheinische Post‘<br />

und Ippen das Geschäft<br />

mit digitalen<br />

Personal-Lösungen<br />

aus - Foto: Tenhil


24 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

TikTok ist eine Chance für<br />

traditionelle Medien<br />

Jeremy Skeet von<br />

BBC News<br />

Jeremy Skeet ist bei BBC News<br />

für Social Media verantwortlich.<br />

Am MEEDIA-Stand bei der<br />

DMEXCO erzählte er, warum<br />

es sich für Medien lohnt, auf<br />

TikTok zu sein.<br />

BBC News hat bei Instaram<br />

über 21 Mio. Follower, damit<br />

ist das öffentlich-rechtliche<br />

Angebot aus Großbritannien<br />

die „größte News-Marke auf<br />

Instagram“, wie Jeremy Skeet,<br />

Social Media Editor BBC News,<br />

im Gespräch mit MEEDIA-<br />

Chefredakteur Stefan Winterbauer<br />

auf der DMEXCO sagte.<br />

Seit rund sechs Monaten ist<br />

BBC News auch auf TikTok<br />

präsent. Sorgen um chinesische<br />

Zensur macht sich Skeet nicht.<br />

Im Vorfeld sei gemeinsam mit<br />

TikTok genau geprüft worden,<br />

dass journalistische Standards<br />

eingehalten werden. Sollte sich<br />

daran etwas ändern, würde die<br />

BBC schnell Konsequenzen<br />

ziehen.<br />

Skeet sieht TikTok als Chance<br />

für traditionelle Medienhäuser:<br />

„Die Gen Z möchte vor allem<br />

Authentizität. Das gibt uns und<br />

anderen traditionellen Medien<br />

etwas Hoffnung. Wir checken<br />

auf den Wahrheitsgehalt, wir<br />

machen Fakten-Checks, wir<br />

machen ordentlichen Journalismus.<br />

Das zeigt sich auch auf Social<br />

Media und wird von der Gen<br />

Z hoffentlich wertgeschätzt.“<br />

Man müsse das Storytelling<br />

einer Plattform beherrschen, so<br />

Skeet, aber vor allem beim Kern<br />

seiner Marke bleiben.<br />

MEGAfoN: InterRed entwickelt<br />

Nachrichten-App für Schüler:innen<br />

Die Nachrichten<br />

App MEGAfoN für<br />

Smartphones und<br />

Tablets<br />

Das Kölner Unternehmen<br />

100ProLesen, ein bundesweites<br />

Netzwerk, das sich mit<br />

der Philosophie „Meinungsbildung<br />

statt Meinungsmache“<br />

für die Förderung der eigenen<br />

Meinungsbildung von Jugendlichen<br />

schon frühzeitig in den<br />

Schulen stark macht, hat in<br />

enger Zusammenarbeit mit<br />

InterRed aus Siegen eine Nachrichten<br />

App für Schülerinnen<br />

und Schüler entwickelt. Mit der<br />

dpa, Deutsche Presse-Agentur,<br />

Hamburg, konnte 100ProLesen<br />

einen exklusiven Nachrichtenlieferanten<br />

gewinnen, damit<br />

alle Schülerinnen, Schüler<br />

und Lehrkräfte mit reinen,<br />

faktenbasierten Nachrichten<br />

für den Unterricht versorgt<br />

werden können. Nicht<br />

nur während der Schulzeit,<br />

sondern an 365 Tagen im Jahr.<br />

Dank InterRed AppPublishing<br />

konnte die technologische<br />

Grundlage für Apple und Android<br />

Devices gebildet werden und<br />

das zugrundeliegende, auf die<br />

Bedürfnisse von MEGAfoN angepasste<br />

Content-Management-<br />

System von InterRed ermöglicht<br />

zudem, dass alle dpa-Artikel<br />

vollautomatisiert in der App<br />

ausgespielt werden können -<br />

direkt und ohne Umwege. Durch<br />

die webbasierte Entwicklerumgebung<br />

bietet die App für alle<br />

Smartphones und Tablet Anwendungen<br />

den größtmöglichen<br />

Nutzen.


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 25<br />

Nachrichten App für<br />

Schüler:innen: Unabhängig,<br />

überparteilich, werbefrei, faktenbasiert<br />

und niemandem gegenüber<br />

verpflichtet<br />

100ProLesen verpflichtet<br />

sich mit der Nachrichten App<br />

MEGAfoN, dass Nachrichten,<br />

inkl. aller Berichte, Artikel<br />

und Bildwelten 1:1 aus den<br />

dpa-Meldungen übernommen<br />

werden, ohne Bewertung, Beurteilung,<br />

Kommentare oder<br />

irgendeine Färbung: Ein unverfälschter<br />

Zugang zu faktenbasierten<br />

Nachrichten. Auch<br />

die vollumfängliche Nutzung<br />

der App-Inhalte ist bemerkenswert.<br />

Sobald die App von der<br />

jeweiligen Schule eingesetzt<br />

wird, erhält die auch hinsichtlich<br />

des Datenschutzes besonders<br />

schützenswerte Zielgruppe<br />

einen Einwahlcode von<br />

den jeweiligen Lehrkräften.<br />

Eine Registrierung mit persönlichen<br />

Daten ist daher nicht<br />

notwendig.<br />

Nachrichten-App mit Text-to-<br />

Speech, Vorlesefunktion und<br />

Faktencheck<br />

Alle Artikel lassen sich mit der<br />

integrierten Vorlesefunktion<br />

auch als Audioausgabe anhören.<br />

Die Volltextsuche ermöglicht<br />

eine Recherche auf einer gemeinsamen<br />

Faktenbasis, was<br />

den Unterricht und seine Vorbereitung<br />

erleichtert. Da in<br />

der täglichen Nachrichtenflut<br />

Falschmeldungen oftmals nur<br />

schwer als solche zu erkennen<br />

sind, zeigt die App durch die<br />

Rubrik „Faktencheck“, wie sich<br />

faktenbasierte Nachrichten von<br />

Fake News unterscheiden.<br />

Der geschäftsführende Gesellschafter<br />

der 100ProLesen<br />

GmbH, Werner Fredebold, ist mit<br />

der gemeinsamen Zusammenarbeit<br />

mehr als zufrieden: „Dank<br />

InterRed konnten wir die App<br />

MEGAfoN in kürzester Zeit an<br />

den Start bringen. Überzeugt<br />

hat uns nicht nur die technische<br />

Grundlage, sondern auch der<br />

umfangreiche Erfahrungsschatz<br />

von InterRed im Bereich der Anbindung<br />

von dpa-Meldungen.<br />

Entscheidend aber war von Anfang<br />

an für uns, dass sich das<br />

gesamte InterRed Team hat<br />

mitnehmen lassen und sich<br />

in hohem Maße mit unserem<br />

Inhalt und somit der App identifizieren<br />

konnte.“<br />

Werner Fredebold,<br />

geschäftsführender<br />

Gesellschafter<br />

der 100ProLesen<br />

GmbH und die App<br />

MEGAfoN<br />

Funke Mediengruppe weiter<br />

auf Einkaufstour<br />

Die Funke Mediengruppe aus<br />

Essen ist <strong>2022</strong> bereits durch<br />

eine ganze Reihe an M&A-<br />

Deals aufgefallen. Diesen Kurs<br />

setzt das Verlagshaus auch im<br />

<strong>Dezember</strong> fort. Jüngster Zukauf<br />

ist ‚Clicclac‘, ein in der Postleitzahlenregion<br />

38 kostenlos verteiltes<br />

Familienmagazin. Funke<br />

ist in der Region unter anderem<br />

mit den Tageszeitungen ‚Braunschweiger<br />

Zeitung‘ und ‚Wolfsburger<br />

Nachrichten‘ aktiv.<br />

‚Clicclac‘ richtet sich an Mütter<br />

und Väter bzw. Omas und Opas<br />

mit Kindern bzw. Enkeln im<br />

Alter bis 14 Jahre. Das Heft<br />

wird über Service-Centern, Auslagestellen<br />

regionaler Freizeitund<br />

Kultureinrichtungen sowie<br />

Kindertagesstätten verbreitet.<br />

Pro Jahr erscheinen zehn Ausgaben.<br />

Nach der Übernahme soll das<br />

Magazin von Kooperationen<br />

mit anderen Medienmarken im<br />

Funke-Portfolio profitieren. Tatjana<br />

Biallas, Geschäftsführerin<br />

der Funke Medien Niedersachsen,<br />

nennt das 2020 gestartete<br />

Verbrauchermagazin<br />

‚Imtest‘ oder die Ende 2021<br />

zugekaufte Online-Plattform<br />

gofeminin.de als Beispiele.


26 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

Analysen – Neue Konvergenzdaten<br />

AGMA veröffentlicht erstmals Print-Digital-<br />

Reichweiten für Tageszeitungen<br />

Neue Zahlen von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse: Dank der Kooperation mit der AGOF, die demnächst<br />

Teil der AGMA wird, gibt es nun erstmals konvergente Tageszeitungs-Reichweiten, die aus Print- und Online-<br />

Leserzahlen errechnet werden. Insgesamt vorn: Bild. Mit der höchsten Reichweite im eigenen Verbreitungsgebiet:<br />

die „Frankenpost“.<br />

Die Tageszeitung-Konvergenzdatei ist ein<br />

Meilenstein, mit dem wir ein wichtiges Bedürfnis<br />

des Werbemarkts erfüllen. Wir stellen dem<br />

Markt damit Daten zur Verfügung, die die Stärke<br />

der Tageszeitungen in allen Kanälen verlässlich abbilden<br />

– in Print und Online und vor allem auch<br />

AGMA: Top 20 Tageszeitungen nach Print-Digital-Reichweiten<br />

Konvergenzreichweite<br />

Print* Digital<br />

1 Bild Deutschland 12,122 7,352 5,665<br />

2 Die Welt / Welt Digital 3,858 0,849 3,057<br />

3 Funke Medien NRW inkl. IKZ 3,286 1,599 1,865<br />

4 Süddeutsche Zeitung 2,857 1,331 1,601<br />

5 Frankfurter Allgemeine Zeitung 2,698 0,944 1,791<br />

6 Der Tagesspiegel 1,838 0,397 1,477<br />

7 Rheinische Post 1,477 0,800 0,756<br />

8 HAZ-Total 1,218 0,986 0,264<br />

9 Express 1,177 0,292 0,904<br />

10 Handelsblatt 1,105 0,594 0,517<br />

11 Kölner Stadt-Anzeiger/<br />

1,057 0,776 0,327<br />

Kölnische Rundschau<br />

12 Stuttgarter Zeitung/<br />

1,052 0,569 0,524<br />

Stuttgarter Nachrichten Plus<br />

13 Nürnberger Nachrichten/<br />

1,033 0,660 0,428<br />

Nürnberger Zeitung<br />

14 Funke Medien Berlin,<br />

1,006 0,321 0,702<br />

Berliner Morgenpost<br />

15 Neue Osnabrücker Zeitung A-G 0,955 0,630 0,362<br />

16 Südwest Presse 0,949 0,665 0,310<br />

17 VRM Tageszeitungen 0,910 0,777 0,169<br />

18 Augsburger Allgemeine<br />

0,874 0,544 0,366<br />

(Nordausgabe)<br />

19 ZGW Zeitungsgruppe<br />

0,816 0,622 0,245<br />

Westfalen Klassik<br />

20 Funke Medien Thüringen 0,760 0,573 0,223<br />

*Print: Leser pro Ausgabe in Mio. / Digital: Unique User pro Tag in Mio. //<br />

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse<br />

AGMA: Top 20 Tageszeitungen nach Print-Digital-Reichweiten im Verbreitungsgebiet<br />

Konvergenzreichweite<br />

Print* Digital<br />

1 Frankenpost Hochfranken 60,5 50,1 15,5<br />

2 Göttinger Tageblatt mediakombi 56,6 53,9 3,4<br />

3 Schwarzwälder Bote 48,4 42,4 9,9<br />

4 ZGM Zeitungsgruppe Münsterland 48,1 42,4 9,2<br />

5 Heilbronner Stimme 48,0 42,1 12,8<br />

6 Mittelbayerische Zeitung 47,9 39,2 13,2<br />

7 Mitteldeutsche Zeitung Gesamt +<br />

47,4 40,6 9,6<br />

Naumburger Tageblatt<br />

8 Saarbrücker Zeitung 47,0 42,2 7,6<br />

9 Badische Zeitung 47,0 40,5 12,0<br />

10 Funke Medien Niedersachsen,<br />

46,8 40,2 10,0<br />

Braunschweiger Zeitung<br />

11 Main-Post 46,4 43,4 5,5<br />

12 ZGW Zeitungsgruppe Westfalen<br />

46,3 41,5 8,3<br />

Klassik<br />

13 Augsburger Allgemeine<br />

46,3 41,4 7,8<br />

(Nordausgabe)<br />

14 Südthüringer Presse<br />

45,3 40,6 7,8<br />

Hauptausgabe<br />

15 Nürnberger Nachrichten/<br />

44,8 37,7 10,3<br />

Nürnberger Zeitung<br />

16 OberfrankenKombi 44,8 37,1 10,2<br />

17 Funke Medien Thüringen 43,5 37,5 8,4<br />

18 Volksstimme 42,5 36,8 9,2<br />

19 Trierischer Volksfreund 41,3 37,5 8,5<br />

20 VRM Tageszeitungen 41,1 38,6 4,3<br />

*Print: Leser pro Ausgabe in % / Digital: Unique User pro Tag in % //<br />

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse<br />

regional“, sagt Gerhard Müller, Vorstand Tageszeitungen<br />

der AGMA zur erstmaligen Veröffentlichung<br />

der Reichweiten.<br />

Wie „stark“ die Tageszeitungen „in allen Kanälen“<br />

tatsächlich sind, zeigen die Zahlen. Nach absoluten<br />

Zahlen heißt die Nummer 1 natürlich<br />

„Bild“. Aus 7,352 Millionen Lesern pro Ausgabe<br />

und 5,665 Millionen Unique Usern werden in<br />

der gemeinsamen Konvergenzreichweite 12,122<br />

Millionen. Die Zahl basiert auf den Daten der MA<br />

<strong>2022</strong> Tageszeitungen aus dem Sommer und den<br />

daily digital facts (ddf) der Arbeitsgemeinschaft<br />

Onlineforschung (AGOF). „Die kombinierten<br />

Print-Digital-Reichweiten wurden durch ein auf-


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 27<br />

wändiges Fusionsverfahren ermittelt“,<br />

so die AGMA. Hinter<br />

der „Bild“ folgt mit der „Welt“<br />

die andere große Springer-<br />

Marke – vor den „Funke Medien<br />

NRW“, also „WAZ“ & Co., sowie<br />

der „Süddeutschen Zeitung“ und<br />

der „Frankfurter Allgemeinen“.<br />

Die Gegenüberstellung der<br />

Einzelzahlen in unserer Tabelle<br />

zeigt die einzelnen Stärken<br />

und Schwächen der Marken.<br />

Während die „Welt“ online beispielsweise<br />

mehr als dreimal so<br />

viele Menschen erreicht wie auf<br />

Papier, siegt es bei der „HAZ“<br />

aus Hannover genau andersherum<br />

aus.<br />

Neben den Gesamtzahlen hat<br />

die AGMA auch Reichweiten<br />

für die jeweiligen Verbreitungsgebiete<br />

ermittelt. Hier liegen<br />

natürlich nicht die überregionalen<br />

Titel vorn, sondern<br />

Regional- und Lokalzeitungen.<br />

Auf eine Konvergenzreichweite<br />

von mehr als 60 Prozent<br />

kommt demnach die „Frankenpost“,<br />

mehr als 56 Prozent des<br />

Einzugsgebiets erreicht die<br />

„mediakombi“ des „Göttinger<br />

Tageblatts“. Auch der „Schwarzwälder<br />

Bote“, die Zeitungsgruppe<br />

Münsterland, die „Heilbronner<br />

Stimme“ und die<br />

„Mittelbayerische Zeitung“ erreichen<br />

hohe Konvergenzreichweiten<br />

in ihren Verbreitungsgebieten.<br />

HEIDELBERG CFO Marcus A. Wassenberg<br />

wechselt in neue Rolle<br />

• Einvernehmliches Ausscheiden bis zum 1. April 2023<br />

• Aufsichtsrat der Heidelberger Druckmaschinen AG plant rasche Neubesetzung<br />

• Erfolgreiche Restrukturierung und Transformation in den letzten drei Jahren<br />

• Geordneter Übergang der Verantwortung in neue Hände<br />

Marcus A. Wassenberg,<br />

Finanzvorstand und<br />

Arbeitsdirektor der Heidelberger<br />

Druckmaschinen AG<br />

(HEIDELBERG), wird spätestens<br />

zum 1. April 2023 aus dem<br />

Unternehmen ausscheiden<br />

und in den Vorstand eines<br />

anderen Industrieunternehmens<br />

wechseln. Dieser Schritt<br />

erfolgt in bestem Einvernehmen.<br />

In der Zeit bis zum tatsächlichen<br />

Ausscheiden wird Herr Wassenberg<br />

gemeinsam mit dem Aufsichtsrat<br />

und dem Vorstandsvorsitzenden<br />

einen geordneten<br />

Übergang seiner Aufgaben und<br />

Verantwortung in neue Hände<br />

sicherstellen. Der Aufsichtsrat<br />

plant eine rasche Neubesetzung<br />

der Position.<br />

„In den vergangenen drei<br />

Jahren hat Marcus Wassenberg<br />

sowohl in der Restrukturierung


28 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

des Unternehmens als auch<br />

im Vorantreiben der Transformation<br />

wirkungsvolle Arbeit<br />

geleistet. Sein bevorstehender<br />

Wechsel ist auch Ausdruck der<br />

erreichten Meilensteine, der<br />

erzielten finanziellen Erfolge<br />

und der wiedergewonnenen<br />

Zukunftsfähigkeit von<br />

HEIDELBERG. Für seine<br />

wichtigen Beiträge danken wir<br />

ihm,“ sagt Dr. Martin Sonnenschein,<br />

Vorsitzender des Aufsichtsrats<br />

der Heidelberger<br />

Druckmaschinen AG. „Mit<br />

Marcus Wassenberg verlieren<br />

wir einen engagierten Erneuerer<br />

und ich einen sehr geschätzten<br />

Vorstandskollegen. Er<br />

hat trotz unerwarteter Herausforderungen<br />

der Pandemie und<br />

der aktuell unsicheren geopolitischen<br />

Lage die robuste<br />

wirtschaftliche Leistungsfähigkeit<br />

des Unternehmens mit den<br />

Kollegen wiederhergestellt. Nun<br />

werden wir die strategische<br />

Weiterentwicklung unseres<br />

Portfolios und die Geschäftsmodellinnovation<br />

unbeirrt fortsetzen.<br />

Dafür stehen unser Aufsichtsrat,<br />

das Führungsteam<br />

und ich gemeinsam,“ betont der<br />

Vorsitzende des Vorstands, Dr.<br />

Ludwin Monz. „Die Zukunft der<br />

Heidelberger Druckmaschinen<br />

AG ist auf viele tragfähige<br />

Schultern verteilt,“ stellt Dr.<br />

Ludwin Monz heraus.<br />

„Jetzt kommt es darauf an,<br />

das Kerngeschäft weiter zu<br />

stärken und zugleich die Entwicklung<br />

neuer Geschäftsfelder<br />

auf Basis der umfangreichen<br />

Kompetenzen von<br />

HEIDELBERG, zum Beispiel<br />

in der Elektromobilität, Automatisierung<br />

und Sensorik,<br />

weiter voranzutreiben. Für diese<br />

dauerhafte Innovationsaufgabe<br />

ist das Unternehmen unter<br />

Führung von Dr. Ludwin Monz<br />

hervorragend gerüstet,“ unterstreicht<br />

Marcus A. Wassenberg.<br />

Jeder Jeck ist anders<br />

In Zeiten von Inflation und Rezession kommen dynamischen Abopreisen besondere Bedeutung zu.<br />

Sebastian Gehr<br />

(Dipl.-Kfm.) lebt in<br />

der Schweiz und ist<br />

als datengetriebener<br />

dynamischer<br />

Preisanalyst in der<br />

Zeitungsbranche<br />

aktiv. Consulting-<br />

Erfahrung bei<br />

Pricingschmieden<br />

sammelte er u.a.<br />

bei Simon Kucher &<br />

Partners und Mather<br />

Economics.<br />

Das Zeitalter einheitlicher<br />

Abopreise gerät ins<br />

Wanken. Immer mehr Verlage<br />

ermitteln die Preiselastizitäten<br />

ihrer Produkte, um an unterschiedliche<br />

Kundengruppen<br />

kohortenspezifische Abopreise<br />

ausspielen zu können. Vorreiter<br />

sind einmal mehr Skandinavier<br />

und Angelsachsen.<br />

War bislang ein permanentes<br />

A/B-Testen und flexibles Pricing<br />

zuvorderst bei der Neukundenakquise<br />

gefragt, breitet sich<br />

dieses flexible Pricing auch auf<br />

Bestandskunden aus. Ziel: mit<br />

dynamischen Abopreisen den<br />

Bestand bei einem höheren<br />

Durchschnittspreis optimieren.<br />

Hierbei wird der Kundenbestand<br />

in unterschiedliche Kohorten<br />

geclustert, um über die<br />

datengetriebenen Preiselastizitäten<br />

der Kohorten adäquate<br />

Abopreise auszuspielen. Gibt es<br />

Anzeichen, dass der Abonnent<br />

kündigen wird? Dann ist<br />

„Halten“ statt „Hochpreisen“<br />

gefragt. Ist der Abonnent gut<br />

gebunden? Schon steigt seine<br />

Zahlungsbereitschaft, was Ökonomen<br />

als „niedrigere Preiselastizität“<br />

bezeichnen. Eine<br />

Nachfragekurve würde wunderbar<br />

die unterschiedlichen<br />

Zahlungsbereitschaften unserer<br />

Zeitungsleser abbilden. IVWgesteuert<br />

haben wir uns in der<br />

Vergangenheit nur einen Preispunkt<br />

auf dieser Kurve ausgesucht.<br />

Dabei wären etliche<br />

Abonnenten bereit gewesen,<br />

einen höheren Preis zu zahlen.<br />

Und zahlreiche Abonnenten<br />

hätten wir mit entsprechenden<br />

Rabatten gewinnen und halten<br />

können. Vor allem in den USA<br />

gibt es inzwischen zahlreiche<br />

Abopreise für das exakt gleiche<br />

Produkt. Diese funktionieren<br />

nur, weil die Pricing-Struktur gezielt<br />

intransparent gehandhabt<br />

wird und meist nur noch<br />

Akquise-Preise kommuniziert<br />

werden. Außerdem ist es die<br />

Kunst der Datenanalysten, über<br />

die Ermittlung der Preiselastizitäten<br />

aus Kundensicht subjektiv<br />

„faire“ Preise auszuspielen.<br />

Der lukrativste Hebel liegt im<br />

traditionellen Printgeschäft.<br />

Größtes Hindernis sind die IVW-


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 29<br />

Regularien, ganz im Gegensatz<br />

zu den flexibleren Standards<br />

in Österreich (ÖAK) oder der<br />

Schweiz (WEMF). In Deutschland<br />

gilt nur der Listenpreis als<br />

vollwertiger Abopreis, um über<br />

die „verkaufte Auflage“ ausgewiesen<br />

zu werden. Hiervon<br />

abweichende Preise werden über<br />

die Ausweisung im „sonstigen<br />

Verkauf“ bestraft, was mit<br />

niedrigeren Tarifen bei der<br />

nationalen Werbevermarktung<br />

einhergeht. Inzwischen bewegt<br />

sich die deutsche Medienlandschaft,<br />

die selbstauferlegten<br />

IVW-Kriterien dem Zeitgeist anzupassen,<br />

nachdem im ein oder<br />

anderen Verlagshaus in diesen<br />

Zeiten die Bedeutung von Ertragsoptimierung<br />

erst recht<br />

über der IVW-optimierten Auflage<br />

steht – zumal der Anteil von<br />

Erlösen aus dem Lesermarkt<br />

heutzutage viel höher als in<br />

der Vergangenheit liegt, als die<br />

aktuellen IVW-Kriterien gezielt<br />

für den Werbemarkt konzipiert<br />

wurden.<br />

Vorreiter bei dynamischem<br />

Abopricing unter den deutschen<br />

Regionalmedien sind die Kölner<br />

Regionalmedien. Seit fünf<br />

Jahren testen sie sog. „Flexpreise“,<br />

um durch flexible Anfangspreise<br />

in den ersten<br />

beiden Abojahren die Haltbarkeit<br />

von Print-Neukunden<br />

zu erhöhen. Bestandskunden<br />

im Printgeschäft werden über<br />

sog. „Lokalpreise“ dynamisch<br />

bepreist. „Wir haben in einzelnen<br />

Lokalausgaben dynamische<br />

Preise sukzessive getestet und<br />

aufgrund der hervorragenden<br />

Preiselastizitäten des Großteils<br />

unserer Abonnenten<br />

diesen Ansatz letztlich über das<br />

gesamte Verbreitungsgebiet ausgeweitet“,<br />

so Mirco Striewski,<br />

COO DuMont Regionalmedienverlag.<br />

„Dadurch wird unsere<br />

Auflage künstlich in der „verkauften<br />

Auflage“ laut IVW zwar<br />

geschmälert, erhöht aber unsere<br />

Gesamtanzahl an Kundenbeziehungen<br />

sowie unseren Durchschnittsverkaufspreis.“<br />

Eine dynamische Preisgestaltung<br />

mittels Preiselastizitäten<br />

würde übrigens ebenso<br />

im ePaper oder Digital-Geschäft<br />

funktionieren. Bei letzterem<br />

müssen wir jedoch zwischen<br />

Theorie und Praxis unterscheiden.<br />

Selbst die besten Preiselastizitäten<br />

hindern gebundene<br />

zufriedene Digital-Kunden nicht<br />

daran, sich mit einer Kündigung<br />

und Neuregistrierung für die<br />

aktuell äußerst attraktiven und<br />

aggressiv beworbenen Neukundenpreise<br />

zu entscheiden.<br />

Wenn man sie gewähren lässt…<br />

-Sebastian Gehr-<br />

Medien in Österreich<br />

Wegen Politikerchats: Einflussreiche<br />

Journalisten in Österreich lassen Ämter ruhen<br />

Dem Chef der Wiener Tageszeitung »Die Presse« und einem führenden Nachrichtenmann des ORF wird zu große<br />

Nähe zu Regierungspolitikern nachgesagt. Der Vorwurf stützt sich auf Chatverläufe, die veröffentlicht wurden.<br />

Das Bekanntwerden von<br />

Chats hat zwei Topjournalisten<br />

in Österreich in<br />

Bedrängnis gebracht. In beiden<br />

Fällen geht es um den Verdacht<br />

einer für die unabhängige Berichterstattung<br />

schädlichen<br />

Nähe zur Regierung.<br />

Der Chefredakteur und Herausgeber<br />

der österreichischen<br />

Tageszeitung »Die Presse«,<br />

Rainer Nowak, lässt seine<br />

Funktionen nach Angaben<br />

der Styria Media Group vorerst<br />

ruhen. Beim öffentlichrechtlichen<br />

ORF trete TV-News-<br />

Chefredakteur Matthias Schrom<br />

»ab sofort seinen Urlaub an«,<br />

teilte der Sender mit. ORF-<br />

Intendant Roland Weißmann<br />

bezeichnete die Optik der Chats<br />

als »verheerend« und ersuchte<br />

den ORF-Ethikrat um Prüfung.<br />

Nowak und Schrom bestreiten<br />

die Vorwürfe im Kern. Die Vorwürfe<br />

sollen jeweils intern aufgearbeitet<br />

werden.<br />

»Die Presse«-<br />

Chefredakteur<br />

Rainer Nowak:<br />

Entschuldigte sich<br />

für »Tonalität« der<br />

Chats<br />

Foto: Herbert Neubauer /<br />

APA / picture alliance / dpa


30 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

Quergeschrieben<br />

Alles wird digital…<br />

Bei meiner kürzlichen Reise<br />

in die USA New York,<br />

Princeton, Baltimore, in Kanada,<br />

Toronto und Brampton ist mir<br />

aufgefallen, dass die gedruckte<br />

Tageszeitung kaum mehr wahrnehmbar<br />

ist. Die Zustellung<br />

der „New York Times“ an den<br />

Abonnenten beispielsweise<br />

erfolgt, dass die eingeschweißte<br />

Tageszeitung einfach auf den<br />

Gehsteig vom Auto herausgeworfen<br />

wird. Jeder Passant<br />

könnte sie aufheben und mit<br />

sich nehmen.<br />

Das macht aber niemand.<br />

Diese Vertriebsform ist wohl<br />

grenzwertig im Sinne des für<br />

sein Print-Produkt zahlenden<br />

Kunden.<br />

(Foto New York Times am Gehsteig)<br />

Zeitungs-Kioske verkaufen<br />

alles, nur keine Tageszeitungen<br />

mehr. Selbst am Broadway,<br />

am Times Square in New York<br />

oder in Toronto Downtown am<br />

Eaton Center sucht man vergeblich<br />

nach Möglichkeiten, die<br />

gedruckte Zeitung kaufen zu<br />

können.<br />

Anders sieht die Situation in<br />

beiden Staaten bei General-<br />

Interest- und Special-Interest-<br />

Zeitschriften aus. Eine Fülle<br />

über alle Interessensgebete<br />

hinweg steht beispielsweise<br />

Hunde- und Katzen-Liebhabern,<br />

Autofans, Sport-und Flugzeug-<br />

Enthusiasten, Mode-Freaks etc.<br />

in höchster Zeitschriften-Qualität<br />

zur Verfügung.<br />

Die Zeitung erreicht den –<br />

noch? – interessierten US-Leser<br />

fast ausschließlich über das im<br />

täglichen Leben rund um die<br />

Uhr allgegenwärtige Smartphone.<br />

Die Zahl der zahlenden<br />

US-Digital-Abonnenten eilt<br />

europäischen den europäischen<br />

Zeitungs-Absatzmärkten um<br />

Lichtjahre voraus. Die rund 50%<br />

Erlöse der „New York Times“ aus<br />

Digital-Angeboten sprechen eine<br />

deutliche Sprache.<br />

Die erdrückende Vielfalt der<br />

rund um die Uhr laufenden<br />

TV-Kanäle verschiedenster<br />

Orientierung und politischer<br />

Ausrichtung stellt neben den<br />

Internet-Angeboten die Basis<br />

der an europäischen Verhältnissen<br />

unterentwickelten<br />

Breitenkommunikation dar.<br />

Kommt diese Entwicklung<br />

auch zu den hochentwickelten<br />

Zeitungsregionen nach Europa?<br />

Das wäre zu befürchten, dennoch<br />

ist es in dieser Ausprägung zu so<br />

einseitigem Medienkonsums vor<br />

Ort in West- und Mitteleuropa<br />

nicht zu erwarten, da dies das<br />

wirtschaftliche Ende der freien<br />

Tageszeitung bedeuten würde.<br />

Mit gravierenden Folgen für<br />

eine atmende Demokratie der<br />

kritischen und freien Meinungsvielfalt.<br />

Die Digitalisierung hat bereits<br />

in anderen Wirtschaftszweigen<br />

breiten Raum ergriffen. Am Beispiel<br />

des Flughafens Frankfurt<br />

musste ich feststellen, dass am<br />

zweitgrößten Flughafen nach<br />

London-Heathrow kein einziger!<br />

Personell besetzter Lufthansa-<br />

Schalter für eine Umbuchung<br />

Ende Oktober <strong>2022</strong> zur Verfügung<br />

stand.<br />

Das überfrachtete Lufthansa-<br />

Internetportal ist keine wirkliche<br />

Hilfe. Als 35 Jahre,<br />

bis zum heutigen Tage sehr<br />

zufriedener, treuer Lufthansa-<br />

Kunde, Senator-Status und<br />

heute Frequent-Traveller-Status,<br />

habe ich mich an den Frequent-


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 31<br />

Traveller-Service wenden wollen.<br />

Wartezeit mehrfach zwischen 28<br />

und 50 Minuten bei grässlicher<br />

Wartemusik. Resultat am Ende<br />

der Wartezeit: „Danke, dass Sie<br />

gewartet haben. Aber für diese<br />

Frage bin ich nicht ausgebildet…“<br />

Also – wieder zurück ins so<br />

unpraktisch und kundenfern<br />

aufgebaute, überforderte Lufthansa-Webportal…<br />

In New York existiert auf<br />

Manhattan kein Stadtbüro<br />

der Lufthansa mehr… Selfcheck-in<br />

der Gepäckstücke<br />

mit allen real existierenden<br />

Fehlermöglichkeiten sind<br />

fast auf allen Flughäfen eine<br />

„Selbsverständlichkeit“ geworden.<br />

Auch eine Erkenntnis, dass<br />

der persönliche Kontakt zum<br />

zahlenden Kunden gar nicht<br />

mehr gewollt ist.<br />

Seit diesem Zeitpunkt stehe<br />

ich den nachhaltigen Folgen<br />

der vollen Digitalisierung des<br />

täglichen Bedarfs als früher<br />

begeisterter Förderer dieser<br />

umfassenden elektronischen<br />

Möglichkeiten sehr kritisch beobachtend<br />

gegenüber.<br />

Wenn schon der gläserne<br />

Mensch und Bürger die nahe<br />

Zukunft unserer Gesellschaft<br />

sein soll, dann soll es wenigstens<br />

sicher und kundennah serviceorientiert<br />

funktionieren.<br />

Bei der zwischenmenschlichen<br />

Kommunikation der dann nur<br />

mehr digital vernetzten Gesellschaft<br />

wird es dann sehr still<br />

werden.<br />

Einsam. Gespenstisch. Kalt.<br />

-karma-<br />

Mediengruppe Österreich startet<br />

News-Angebot für Deutschland<br />

Alpen-Attacke: Die Mediengruppe Österreich von<br />

Wolfgang Fellner startet ein Online-News-Portal<br />

für Deutschland. DE24live agiert ohne Paid-Modell<br />

und wird von einem Team im Wiener Newsroom<br />

von OE24 betrieben, das „ausschließlich eigenständigen<br />

Content für den bundes-deutschen<br />

Markt“ konzipiert. Die Leitung übernimmt Tamara<br />

Fellner, Ehefrau von Wolfgang Fellner. Bis Februar<br />

sei das Portal noch in einer „Testphase“, in der das<br />

Angebot ausgebaut und entwickelt werden soll.<br />

DE24live sieht sich „in der politischen Mitte“ und<br />

kündigt im selben Atemzug an, „den Mächtigen<br />

und unserer umstrittenen Ampel-Regierung“ auf<br />

die Finger zu klopfen. In naher Zukunft wolle man<br />

die „Video- und die Live-Berichterstattung massiv<br />

ausbauen“.<br />

Die sabris ag wünscht Ihnen<br />

ein frohes und gesegnetes<br />

Weihnachtsfest, sowie Glück,<br />

Gesundheit und Erfolg<br />

im neuen Jahr.<br />

sabris aktiengesellschaft Philipp-Reis-Straße 2 D-65520 Bad Camberg<br />

Tel: +49 (0)6434 907660 Fax: +49 (0)6434 907669 www.sabris.de


32 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

Medien in Österreich<br />

20 Millionen neue „Qualitäts-Journalismus-<br />

Förderung“ sind in Begutachtung<br />

Neue Regeln für Regierungswerbung ohne Ausnahmen ebenfalls in Sammelnovelle<br />

Das<br />

Medienministerium<br />

im Bundeskanzleramt hat<br />

Gesetzesentwürfe für die neue<br />

Journalismusförderung von 20<br />

Millionen Euro pro Jahr für Textmedien<br />

sowie eine Novelle des<br />

Medientransparenzgesetzes mit<br />

neuen Regeln für Regierungswerbung<br />

in Begutachtung geschickt<br />

und Freitagabend an<br />

Interessenvertretungen und<br />

andere, potenziell betroffene<br />

Organisationen versandt. – Ein<br />

Monat nach der Präsentation<br />

der Pläne Anfang Oktober. Die<br />

Neuerungen sollen nun laut<br />

Entwurf mit 1. Juli 2023 in<br />

Kraft treten.<br />

Die geplante Journalismusförderung<br />

Die neue, vorerst geplante<br />

„Förderung des qualitätsvollen<br />

Journalismus in Medien des<br />

Print- und Online-Bereichs“<br />

muss jedenfalls von der EU-<br />

Kommission auf ihre Vereinbarkeit<br />

mit den Beihilferegeln der<br />

Union geprüft und akzeptiert<br />

werden. Neu ist die Förderung<br />

reiner Onlinemedien und von<br />

seltener als wöchentlich erscheinenden<br />

Titeln (abgesehen<br />

von der überschaubaren<br />

Publizistikförderung).<br />

Ausschlussgründe sind – wie<br />

bei der Digitaltransformationsförderung<br />

– Aufrufe zum gewaltsamen<br />

Kampf gegen Demokratie<br />

und Rechtsstaat, Befürwordung<br />

von Gewalt gegen Menschen als<br />

Mittel der Politik, wiederholte<br />

Aufforderung zur Missachtung<br />

der Rechtsordnung oder Aufstachelung<br />

zu Hass und Gewalt,<br />

ebenso Verurteilungen<br />

der Medienmacher nach dem<br />

Verbotsgesetz. Diese Ausschlussgründe<br />

gelten künftig<br />

laut Entwurf auch für die bestehende<br />

Presseförderung.<br />

Die Eckpunkte der Förderung:<br />

Gefördert werden „textbasierte<br />

Nachrichtenmedien“<br />

in Print von täglich bis monatlich<br />

und – erstmals auch – Online.<br />

Die Bedingungen für<br />

Onlinemedien wurden gegenüber<br />

den Plänen von Anfang<br />

Oktober noch etwas gelockert:<br />

Sie müssen nun 30 Millionen<br />

Zeichen neue redaktionelle<br />

Inhalte pro Jahr veröffentlichen,<br />

vor einem Monat war<br />

noch von 40 Millionen Zeichen<br />

die Rede. Zumindest die Hälfte<br />

des Inhalts muss redaktionell<br />

gestaltet sein. Onlinemedien<br />

müssen zumindest 300.000<br />

Unique User pro Monat haben.<br />

Und Medien grundsätzlich zumindest<br />

drei Redakteurinnen<br />

oder Redakteure, die nach<br />

Journalismus-Kollektivvertrag<br />

oder „vergleichbaren“ KVs oder<br />

zu vergleichbaren Konditionen/<br />

Gehältern angestellt sind.<br />

Medien von Parteien können<br />

nicht gefördert werden, solche<br />

von Kirchen und Religionsgemeinschaften<br />

schon.<br />

Im Gegensatz zur Presseförderung<br />

gibt es diese<br />

Journalismusförderung auch für<br />

Gratismedien.<br />

u 15 Millionen Euro von<br />

insgesamt 20 fördern<br />

journalistische Arbeitsplätze.<br />

8000 Euro pro<br />

Kopf gibt es für die ersten<br />

30 Journalistinnen und<br />

Journalisten bei einem<br />

Medium. 4500 Euro für die<br />

weiteren bis 150. Darüber<br />

gibt es 3000 Euro pro Kopf.<br />

Für angestellte Auslandskorrespondentinnen<br />

und<br />

-korrespondenten gibt<br />

es 10.000 Euro pro Kopf<br />

(bisher über die Presseförderung<br />

unterstützt).<br />

u Bis zu zehn Prozent<br />

Bonus gibt es auf diese<br />

Pro-Kopf-Förderung für<br />

Redaktionsstatute, Fehlermanagementsysteme,<br />

Qualitätssicherungssysteme<br />

und systematische Frauenförderung.<br />

u 2,5 Millionen Euro „Inhaltsvielfalts-Förderung“<br />

gibt<br />

es laut Begutachtungsentwurf<br />

für regionale Berichterstattung<br />

und internationale<br />

Berichterstattung<br />

sowie der EU-Berichterstattung.<br />

u 1,5 Millionen gibt es für Ausund<br />

Weiterbildung, davon<br />

900.000 für Einrichtungen<br />

der berufsbegleitenden Ausund<br />

Fortbildung; 600.000<br />

für berufsbegleitende Ausund<br />

Fortbildung und Nachwuchs<br />

in Redaktionen.<br />

u 750.000 Euro sind für<br />

„Medienkompetenz-<br />

Förderung“<br />

vorgesehen,<br />

je die Hälfte für


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 33<br />

„repräsentativer Medienpädagogikeinrichtungen“<br />

(bis zur Hälfte ihrer Aufwendungen<br />

wird gefördert,<br />

andere öffentliche<br />

Förderungen müssen eingerechnet<br />

werden) und für<br />

Gratis-Abos für Schulen,<br />

die bisher von der Presseförderung<br />

subventioniert<br />

werden.<br />

u 150.000 Euro gibt es für<br />

Selbstkontrolleinrichtungen<br />

der Branche wie den Presserat<br />

u 50.000 für Presseclubs<br />

u 50.000 gibt es für Medienforschung,<br />

etwas weniger<br />

als bisher über die Presseförderung.<br />

Aus der weiter bestehenden<br />

Presseförderung für Tages- und<br />

Wochenzeitungen wird die sogenannte<br />

Qualitätsförderung<br />

in die neue Journalismusförderung<br />

verlegt. Sie umfasste<br />

<strong>2022</strong> 1,56 Millionen Euro von<br />

insgesamt 8,9 Millionen Euro<br />

Presseförderung. Da gingen<br />

etwa 608.400 Euro an Journalismusausbildungsinstitutionen,<br />

150.000 an Selbstkontrolle,<br />

517.199 an Medienpädagogikeinrichtungen<br />

(„Mischa“ des<br />

Zeitugnsverbands VÖZ) und<br />

Freiexemplare von Tages- und<br />

Wochenzeitungen, 138.601<br />

an redaktionelle Ausbildung<br />

von Nachwuchs. Auslandskorrespondentinnen<br />

wurden<br />

<strong>2022</strong> mit insgesamt 200.000<br />

Euro gefördert.<br />

Die Förderung wird, wie die<br />

Presseförderung, von der<br />

weisungsfreien Medienbehörde<br />

KommAustria vergeben. Der<br />

Geschäftsführer der RTR GmbH<br />

vergibt die übrigen Medienförderungen:<br />

die Digitaltransformationsförderung<br />

(<strong>2022</strong>: 54 Millionen, danach<br />

jährlich 20), Privatrundfunkförderung<br />

(20 Millionen für<br />

kommerzielle Sender, fünf<br />

für nichtkommerzielle), Fernsehfonds<br />

(13,5 Millionen für<br />

Produktionen).<br />

Neue Regeln für Regierungswerbung<br />

Mit der neuen Journalismusförderung<br />

gehen auch<br />

neue Regeln für Werbung<br />

öffentlicher Stellen in Begutachtung.<br />

Ausnahmen von der<br />

vierteljährlichen Meldepflicht<br />

an die KommAustria für nicht<br />

periodische Medien werden gestrichen<br />

und etwa auch Plakatwerbung<br />

erfasst. Ebenso müssen<br />

künftig Buchungen unter 5000<br />

Euro pro Quartal gemeldet<br />

werden, über 5000 Euro müssen<br />

die gebuchten Sujets mitgemeldet<br />

werden. Neu ist auch<br />

die Meldepflicht für Sponsorings<br />

öffentlicher Stellen.<br />

Kampagnen mit mehr als<br />

150.000 Euro Buchungsvolumen<br />

müssen auf der Einstiegs-Website<br />

der jeweiligen<br />

öffentlichen Stelle ein Jahr lang<br />

abrufbar erklärt werden – Zielgruppen,<br />

Inhalte, Agentur oder<br />

zuständige interne Abteilung,<br />

Begründungen für die Medienauswahl.<br />

Für Kampagnen mit mehr als<br />

750.000 Euro Volumen müssen<br />

zudem – extern oder intern –<br />

Wirkungsanalysen erstellt und<br />

veröffentlicht werden.<br />

Eine Obergrenze für Werbung<br />

von öffentlichen Stellen, wie im<br />

Vorfeld diskutiert, ist nicht vorgesehen.<br />

Die KommAustria und die sie<br />

unterstütztende RTR GmbH<br />

müssen die Daten künftig<br />

„rasch auffindbar und einfach<br />

handhabbar veröffentlichen“,<br />

vergleichbar mit früheren<br />

Meldungen und möglichst „eindeutig“<br />

visualisiert. Die bisher<br />

vorgeschriebene Löschung der<br />

Daten nach zwei Jahren entfällt.<br />

Die Strafen für Nicht- oder<br />

Falschmeldung von Werbebuchungen<br />

werden von 20.000<br />

auf 50.000 Euro, im Wiederholungsfall<br />

von 60.000 auf<br />

100.000 Euro erhöht.<br />

Medienministerin<br />

Susanne Raab<br />

(ÖVP, links im Bild)<br />

und die Grüne<br />

Klubobfrau Sigrid<br />

Maurer bei der<br />

Präsentation des<br />

Medienpakets am 5.<br />

Oktober.<br />

Foto:<br />

APA / Hans Klaus Techt


34 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

Medien in Österreich<br />

Qualitätsjournalismus-Förderung soll mit Juli<br />

2023 in Kraft treten<br />

Die von der Bundesregierung<br />

im Oktober angekündigte<br />

neue Medienförderung sowie<br />

verschärfte Transparenzbestimmungen<br />

bei der Inseratenvergabe<br />

öffentlicher Stellen sind<br />

in Begutachtung gegangen.<br />

In Kraft treten sollen sie am<br />

1. Juli 2023. Das „Qualitäts-<br />

Journalismus-Förderungs-<br />

Gesetz“ (QJF-G) muss zuvor von<br />

der Europäischen Kommission<br />

genehmigt werden. Es sieht die<br />

Vergabe von 20 Millionen Euro<br />

an Fördermitteln für Print- und<br />

Onlinemedien vor. 15 Millionen<br />

Euro der Qualitätsjournalismus-Förderung<br />

entfällt auf<br />

Journalismus-Förderung. Diese<br />

fördert journalistische Arbeitsplätze.<br />

Für die ersten 30<br />

Journalist:innen eines Unternehmens<br />

gibt es pro Kopf<br />

8.000 Euro. Ab dem 151. 4.500<br />

Euro und darüber hinaus<br />

3.000 Euro je Person. Für Auslandskorrespondenten<br />

sind je<br />

10.000 Euro an Förderung vorgesehen.<br />

Zusätzliche Mittel in<br />

Höhe von jeweils zehn Prozent<br />

fließen bei einem vorhandenen<br />

Redaktionsstatut, einem Qualitätssicherungssystem<br />

und<br />

Frauenförderplänen.<br />

Für Inhaltsvielfalt-Förderung<br />

sind 2,5 Millionen Euro vorgesehen.<br />

Sie fördert regionale<br />

wie auch internationale und<br />

EU-Berichterstattung so sie<br />

jeweils zumindest 20 Prozent<br />

des redaktionellen Inhalts ausmachen.<br />

Für Aus- und Weiterbildung<br />

hält die Qualitätsjournalismusförderung<br />

1,5<br />

Millionen Euro bereit. 750.000<br />

Euro entfallen auf Medienkompetenz-Förderung,<br />

200.000<br />

Euro auf die Förderung von<br />

Selbstkontrolleinrichtungen<br />

sowie Presseclubs und schließlich<br />

50.000 Euro auf die Medienforschungsförderung.<br />

Fördervoraussetzungen<br />

Hier sind im Gesetzesentwurf<br />

etwa Inhalte von nicht<br />

bloß lokalem Interesse, ein<br />

redaktioneller Teil, der überwiegend<br />

aus eigenständig gestalteten<br />

Beiträgen besteht,<br />

und eine überwiegende Verbreitung<br />

bzw. Zugriff in Österreich<br />

festgehalten. Bei Tageszeitungen<br />

müssen mindestens<br />

sechs Journalist:innen hauptberuflich<br />

angestellt sein, bei<br />

Wochenzeitungen, Magazinen<br />

und Onlinemedien mindestens<br />

drei. Darüber hinaus muss ein<br />

Onlinemedium mindestens<br />

30 Millionen Zeichen<br />

redaktionellen Inhalts im Jahr<br />

publizieren und mindestens<br />

300.000 Unique User:innen pro<br />

Monat aufweisen.<br />

Ausgenommen sind Medien<br />

politischer Parteien oder ihnen<br />

nahestehender Organisationen<br />

oder auch Mediendienste laut<br />

Mediengesetz. Keine Förderung<br />

gibt es zudem für Medien, die<br />

in den vergangenen zwei Jahren<br />

zum gewaltsamen Kampf gegen<br />

den Rechtsstaat aufgerufen<br />

haben. Die Befürwortung von<br />

Gewalt gegen Menschen und die<br />

Aufstachelung zu Hass oder Gewalt<br />

sowie eine rechtskräftige<br />

Verurteilung nach dem Verbotsgesetz<br />

sind ebenfalls Ausschlussgründe.<br />

Die Vergabe der Förderung<br />

obliegt der Medienbehörde<br />

KommAustria. Sie wird von<br />

einem Fachbeirat beraten, der<br />

zudem Förderrichtlinien erstellt<br />

und aktualisiert. Er setzt<br />

sich aus fünf ehrenamtlichen<br />

Mitgliedern zusammen, die von<br />

der Bundesregierung für die<br />

Dauer von drei Jahren - Wiederbestellung<br />

möglich - ernannt<br />

werden. Laut Gesetzesentwurf<br />

müssen die Beiratsmitglieder<br />

fachkundige Personen aus dem<br />

Medienbereich oder der Medienwissenschaft<br />

sein. Ansuchen<br />

um Förderungen sind jeweils<br />

bis zum 31. März jedes Jahres<br />

einzubringen. Die Auszahlung<br />

erfolgt in zwei gleich hohen Teilbeträgen<br />

Ende August und Ende<br />

November.<br />

Medientransparenzgesetz wird<br />

verschärft<br />

Gemeinsam mit der neuen<br />

Medienförderung gingen


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 35<br />

auch Änderungen am<br />

Medienkooperations- und<br />

-transparenzgesetz in Begutachtung.<br />

Die Inseratenvergabe<br />

durch öffentliche Rechtsträger<br />

soll künftig lückenlos dargelegt<br />

und transparent sowie nachvollziehbar<br />

gestaltet werden.<br />

Mit dem neuen Gesetz sollen<br />

Inseratenschaltungen bzw.<br />

Medienkooperationen künftig<br />

ab dem ersten Euro der Medienbehörde<br />

RTR gemeldet und veröffentlicht<br />

werden. Ab 5.000<br />

Euro pro Rechtsträger und<br />

Quartal müssen künftig auch<br />

die geschalteten Inserate bzw.<br />

Sujets oder Spots bekanntgegeben<br />

werden.<br />

Die Nachweispflichten der<br />

öffentlichen Stellen steigen mit<br />

dem für Werbung eingesetzten<br />

Steuergeld an. Für jede<br />

Kampagne mit einem Volumen<br />

von mehr als 150.000 Euro muss<br />

künftig ein Transparenzbericht<br />

vorgelegt werden, der etwa über<br />

das Informationsbedürfnis, die<br />

Inhalte der Kampagne, Ziele und<br />

Zielgruppen aufklärt. Dieser<br />

muss auf der eigenen Webseite<br />

ein Jahr lang leicht auffindbar<br />

sein. Übersteigt die Kampagne<br />

750.000 Euro müssen künftig<br />

die Ergebnisse einer Wirkungsanalyse<br />

auf der eigenen Webseite<br />

veröffentlicht werden. Damit soll<br />

ersichtlich sein, wie treffsicher<br />

die definierten Zielgruppen<br />

und die Kommunikationsziele<br />

von der Kampagne auch erreicht<br />

wurden. ‚Bagatellgrenze‘<br />

Die KommAustria hat bei der<br />

Veröffentlichung auf Benutzerfreundlichkeit<br />

zu achten. Daten<br />

müssen rasch auffindbar und<br />

eine Vergleichbarkeit mit Vorperioden<br />

möglich sein. Nach<br />

Maßgabe budgetärer Mittel ist<br />

auch eine Visualisierung der<br />

Daten mittels Tabellen oder<br />

Grafiken vorgesehen. Die Strafhöhen<br />

für Nicht- oder Falschmeldungen<br />

werden erhöht. Im<br />

Wiederholungsfall sind 100.000<br />

Euro fällig. Nicht kommen<br />

wird eine Obergrenze für<br />

Inseratenschaltungen. Bisher<br />

sind Inserate bis zur „Bagatellgrenze“<br />

von 5.000 Euro wie<br />

auch Schaltungen in nicht<br />

periodischen Medien von der<br />

Meldepflicht ausgenommen.<br />

Schätzungen gehen von rund<br />

einem Drittel des gesamten<br />

Werbegeldes aus, das durch<br />

die „Bagatellgrenze“ und der<br />

Lücke bei nicht periodischen<br />

Medien einer Veröffentlichungspflicht<br />

entgeht. Auch werden<br />

die Daten derzeit vierteljährlich<br />

in der sogenannten Medientransparenzdatenbank<br />

äußerst<br />

undurchsichtig aufbereitet<br />

und müssen nach zwei Jahren<br />

gelöscht werden, was eine<br />

strukturierte Auswertung erschwert.<br />

Durch Protest bekannte Journalistin<br />

Owsjannikowa aus Russland geflohen<br />

Die russische Journalistin Owsjannikowa hat das Land verlassen. Sie war durch ihren Protest gegen den<br />

Ukraine-Krieg während einer Live-Sendung bekannt geworden. Zuletzt stand sie unter Hausarrest und sollte vor<br />

Gericht gestellt werden.<br />

Die durch ihren Fernseh-Protest<br />

gegen den<br />

russischen Angriff auf die<br />

Ukraine bekannt gewordene<br />

russische Fernsehjournalistin<br />

Marina Owsjannikowa ist mit<br />

ihrer Tochter aus Russland geflohen.<br />

„Owsjannikowa und ihre<br />

Tochter haben Russland verlassen“,<br />

sagte ihr Anwalt Dmitri<br />

Sachatow der Nachrichtenagentur<br />

AFP. „Sie sind jetzt in<br />

Europa. Es geht ihnen gut.“<br />

Vor ihrer Flucht ins Ausland hatte<br />

Owsjannikowa nach Angaben<br />

ihres Anwalts die Wohnung verlassen,<br />

in der sie seit August<br />

in Russland unter Hausarrest<br />

stand. Owsjannikowa werde<br />

sich zu einem späteren Zeitpunkt<br />

öffentlich zu ihrer Flucht<br />

äußern, „aber im Moment ist es<br />

nicht sicher“, sagte Sachatow.<br />

Großer Mut einer bewundernswerten<br />

Frau - die ihre Existenz<br />

und Wurzeln einer so großen<br />

russischen Kultur aufgeben<br />

musste.<br />

-karma-


36 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

Redaktionslösung und technisches Anzeigensystem von Funkinform<br />

Nürtinger Zeitung setzt auf DIALOG<br />

Verleger Markus<br />

Krichenbauer und<br />

Geschäftsführer<br />

Jens Seidel (links)<br />

besiegeln die<br />

Partnerschaft von<br />

„Nürtinger Zeitung“<br />

und Funkinform.<br />

Die Senner Verlag GmbH,<br />

der Verlag der „Nürtinger<br />

Zeitung“, investiert in<br />

modernste Redaktionstechnik.<br />

Das Medienhaus hat sich für die<br />

aktuelle DIALOG-Redaktionslösung<br />

von Funkinform entschieden.<br />

Geschäftsführer<br />

Markus Krichenbauer will<br />

seine Zeitung mit diesem<br />

IT-Projekt für kommende<br />

Heraus forderungen auf allen<br />

Publikationskanälen fit machen.<br />

Redaktion und Technik haben<br />

bei der Auswahl das Wort.<br />

Ausgangspunkt für die Investitionsentscheidung<br />

waren<br />

Überlegungen in der Redaktion,<br />

die Arbeits- und Produktionsabläufe<br />

ganz neu auszurichten.<br />

Das Team der „Nürtinger<br />

Zeitung“ hat sich intensiv mit<br />

der Frage beschäftigt, wie eine<br />

Redaktion morgen arbeiten<br />

sollte, um digital wie print,<br />

optimale Ergebnisse zu erzielen,<br />

die die Leser dauerhaft an die<br />

Zeitung binden. Herausgekommen<br />

war dann ein detailliertes<br />

Arbeitspapier und damit war<br />

auch klar, dass ein neues<br />

Redaktionssystem benötigt wird<br />

und das bestehende abgelöst<br />

werden muss.<br />

Vor Investitionsentscheidung<br />

gründliche Analyse des Marktes<br />

Bei der Auswahl des neuen<br />

Redaktionssystems hat Markus<br />

Krichenbauer der Redaktion<br />

und der IT freie Hand gelassen.<br />

Er habe, so der Geschäftsführer,<br />

dadurch natürlich viel Verantwortung<br />

in die zuständigen<br />

Abteilungen delegiert: „Aber<br />

das System muss ja auch nicht<br />

dem Verleger gefallen, sondern<br />

diejenigen, die damit jeden Tag<br />

arbeiten, sollen damit glücklich<br />

sein.“ Die Entscheidung für<br />

DIALOG von Funkinform sei<br />

das Ergebnis einer gründlichen<br />

Analyse des Marktes gewesen.<br />

„Ich habe das so auch akzeptiert,<br />

denn ich hatte keinerlei<br />

Präferenzen.“<br />

Technisches Anzeigensystem<br />

kommt auch von DIALOG<br />

Ab dem Jahreswechsel könnte<br />

die Zeitung auf der neuen<br />

DIALOG-Plattform hergestellt<br />

werden. „Wir setzen<br />

aber eher auf Evolution als auf<br />

Revolution“, beschreibt Markus<br />

Krichenbauer die grundsätzliche<br />

Haltung des Verlags zu<br />

solch wichtigen Veränderungen.<br />

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen<br />

sollen die vielfachen<br />

Möglichkeiten der<br />

Funkinform-Software in<br />

Ruhe kennenlernen und sie<br />

dann umfassend nutzen.<br />

Neben DIALOG Redaktion wird<br />

der Verlag auch das technische<br />

Anzeigensystem von DIALOG<br />

einführen. Die Zeitung soll<br />

schließlich aus einem Guss geplant<br />

und produziert werden.<br />

Daher ist auch die Einbeziehung<br />

der Anzeigenflächen in die<br />

Gesamtplanung bedeutsam.<br />

Gute Mischung in der Redaktion<br />

aus Erfahrenen und Jüngeren<br />

20 Arbeitsplätze werden zu<br />

modernisieren sein, darunter<br />

die Arbeitsplätze von 14<br />

Redakteuren. Dazu kommen<br />

Arbeitsplätze für die Planung,<br />

die Administration und die<br />

Technik. Hergestellt werden<br />

neben der lokalen Ausgabe der<br />

„Nürtinger Zeitung“ auch noch<br />

die Seiten der „Wendlinger<br />

Zeitung“. Die überregionale Berichterstattung<br />

kommt durch<br />

die Mantelpartnerschaft von<br />

den „Stuttgarter Nachrichten“.<br />

Die Redaktion stellt nach<br />

den Worten von Markus<br />

Krichenbauer eine gute<br />

Mischung aus erfahrenen und<br />

jüngeren Journalisten dar. Man<br />

sorge durch die Ausbildung<br />

von Volontären auch mög-


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 37<br />

lichst regelmäßig für qualifizierten<br />

Nachwuchs. Alter wie<br />

auch Geschlecht seien nicht<br />

entscheidend, sondern allein<br />

journalistisches Können. „Ich<br />

suche mir die Mitarbeiter nach<br />

ihren Fähigkeiten aus“, stellt<br />

Markus Krichenbauer klar.<br />

Familienunternehmen<br />

in der siebten Generation<br />

Der Anteil und die Rolle der<br />

Frauen, die in vielen Verlagen<br />

heftig und kontrovers diskutiert<br />

werden, sind bei Senner<br />

Medien aus gutem Grund kein<br />

Thema. Denn das Familienunternehmen<br />

besteht jetzt in der<br />

sieb-ten Generation und ist in<br />

seinen 190 Jahren in mehr als<br />

der Hälfte der Zeit von Frauen<br />

an der Verlagsspitze erfolgreich<br />

geführt worden. Die Redaktion<br />

der „Nürtinger Zeitung“ hat<br />

übrigens mit Anneliese Lieb seit<br />

vielen Jahren auch eine Frau als<br />

verantwortliche Leiterin.<br />

Wie die Sächsische Zeitung mit<br />

einer neuen Paywall-Variante ihre<br />

Vermarktungserlöse steigert<br />

Die meisten User kostenpflichtiger<br />

Nachrichten-<br />

Websites sind Gelegenheitsbesucher<br />

und nur schwer für<br />

ein Digitalabo zu gewinnen.<br />

Um auch mit solchen „Casual<br />

Readern“ Geld zu verdienen,<br />

hat die Sächsische Zeitung ihre<br />

Paywall im Sommer um die<br />

„Playwall“ des Start-ups Snaque<br />

ergänzt. Zum kress pro-Case.<br />

Die „Sächsische Zeitung“ aus<br />

Dresden (gehört zur DDV<br />

Mediengruppe) hat Ende Juli<br />

einen Stein in der Paywall ihres<br />

Digitalangebots sächsische.<br />

de mit Bedacht gelockert:<br />

Sie erlaubt Nutzerinnen und<br />

Nutzern seitdem, einen Plus-<br />

Artikel pro Tag zu lesen, ohne<br />

zuvor ein (Probe-) Abo abzuschließen.<br />

Sie müssen allerdings<br />

mit einer Werbefläche in Form<br />

einer Karte interagieren, indem<br />

sie Fragen beantworten,<br />

etwa zu einem Produkt oder zu<br />

ihren Produktvorlieben. Erst<br />

danach wird ihr Wunschartikel<br />

für sie freigeschaltet. Weil<br />

diese Interaktion in der Regel<br />

fast spielerisch durch Wischbewegungen<br />

auf dem Smartphone<br />

oder Tablet erfolgt,<br />

nennen die Erfinder des Paywall-<br />

Widgets von der Snaque GmbH<br />

ihre Schöpfung Playwall.<br />

Von der Playwall profitierten<br />

Leser, Werbungtreibende und<br />

Publisher gleichermaßen,<br />

argumentieren die beiden<br />

Snaque-Gründer Henning<br />

Tillmann und Katja Waldor: Die<br />

Leser bekommen einen Gratis-<br />

Artikel, die Anzeigenkunden ein<br />

attraktives interaktives Werbemittel<br />

und die Verlage eine zusätzliche<br />

Einnahmemöglichkeit,<br />

so ihr Versprechen. „Wir<br />

bieten Verlagen eine Lösung<br />

an, auch Nichtabonnenten zu<br />

monetarisieren“, sagt Tillmann.<br />

Abos seien zwar für loyale<br />

Leser das Richtige, aber nicht<br />

für viele Gelegenheitsbesucher<br />

einer Website. Wer etwa jenseits<br />

des Erscheinungsgebiets<br />

einer Regionalzeitung lebt,<br />

wird sie wahrscheinlich selbst<br />

dann nicht abonnieren, wenn<br />

er bei Facebook oder Google auf<br />

einen einzelnen interessanten<br />

Online-Artikel<br />

daraus<br />

stößt.


38 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

Digitale Vermarktungsmodelle –<br />

ein später Versuch?<br />

Der BDZV-Vertriebsgipfel - endlich wieder live in Präsenz in Köln. Viele Gestalter der deutschen Zeitungsvermarkter<br />

und hochkarätige Vertriebsmanager waren vor Ort. Allerdings: Alle Vorträge und auch die Schluss-Diskussion<br />

über die Zukunft der bezahlten Zeitung fanden ohne Berücksichtigung der Bedeutung der gedruckten<br />

Zeitung und ihrer nach wie vor stabilen Erlösquellen statt. Diese finanziert seit sehr langer Zeit, alle Versuche,<br />

digitale Inhalte zu vermarkten. Und damit das Überleben der Zeitung mit zu finanzieren.<br />

Andrea Domin, Märkische Allgemeine, mit gewohnt professioneller Moderation<br />

Die wirtschaftliche Praxis der Tageszeitung im Blick: Arne Stuck, Freie Presse Chemnitz<br />

Der Bonner Generalanzeiger am Beginn der digitalen Vermarktung: Björn Knippen<br />

Eine insgesamt interessante, gut organisierte<br />

Veranstaltung des BDZV. Es wurden viele<br />

Modelle der möglichen Monetarisierung für<br />

die Vermarktung digitaler Inhalte vorgetragen.<br />

Freemium, Premium, Kombi mit Print, freiwilliges<br />

Sponsoring etc. Versuche, digitale Erlöse<br />

auch wirtschaftlich künftig vermarkten<br />

zu können.<br />

Ob die kurzfristige Ablöse der Print-Abos durch<br />

digitale Abos ohne in der Praxis wirksame Preisbildungsmodelle,<br />

die vom Kunden auch akzeptiert<br />

werden, wirklich finanziell tragbar ist, gleicht<br />

einem Poker-Spiel mit Nieten im Kartenportfolio.<br />

Zumindest jetzt, hier und heute.<br />

Wenn eine vor Ort durchgeführte elektronische<br />

Abstimmung ergibt, dass 80% der Abstimmenden<br />

die Zustellung der gedruckten Zeitung an den<br />

zahlenden Abonnenten kurzfristig einstellen<br />

möchte, kommen dramatische Zweifel daran auf.<br />

Durchschnittlich 85% der Zeitungsmedienhäuser<br />

beziehen ihre tragenden Erlöse derzeit aus der<br />

Print- und Supplement-Vermarktung.<br />

Unter derzeit schwierigsten Bedingungen.<br />

Dennoch wirtschaftlich immer noch erfolgreich.<br />

Angebote 3 Monate gratis zu testen, dann für 0,99<br />

Cent ein Monat lang weiter zu „testen“, sind nicht<br />

wirklich förderlich für die so wertvolle Marke<br />

Zeitung.<br />

Dann kommen 2 bis durchschnittlich 8 € als Bezahlmodell<br />

für den hoffentlich bei der Stange<br />

bleibenden Medienkonsumenten ins Spiel.<br />

Pro Monat.<br />

Diese Angebote fördern eher die weitere Talfahrt<br />

der Bezahl-Zeitung.<br />

Ausnahmen gibt es dabei, wie zum Beispiel die<br />

„Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die sich ihrer<br />

wertvollen Inhalte bewusst ist.<br />

Und diese auch wertvoll dem zahlenden Medienkonsumenten<br />

anbietet.<br />

Beispielsweise die „New York Times“, „Toronto<br />

Star“, „Baltimore Sun“, die ich kürzlich besucht<br />

habe, haben diese neue Dimension der Markterschließung<br />

und Gewinnung neuer Kundengruppen<br />

über alle Zielgruppen hinweg positiv ge-


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 39<br />

meistert. Mit einem an die Mission glaubenden<br />

interdisziplinär arbeitendem Team.<br />

58% der Gesamterlöse bei der „New York Times“<br />

stammen aus digitalen Erlösen.<br />

Interaktive Arbeitsgruppen, marketingmäßig<br />

bestens ausgebildet und Redakteure, die wissen,<br />

wer sie bezahlt, arbeiten täglich!! zusammen.<br />

Werten täglich - gemeinsam!! - die Ergebnisse des<br />

vorigen Erscheinungstages aus.<br />

Zielgruppen-Erreichung, Altersgruppen, ressortmäßige<br />

Erfolgsbilanz.<br />

Auch eine Motivation für den Redakteur, der<br />

trotz unabhängiger Recherche über die Akzeptanz<br />

seiner Arbeit ein feed-back erhält.<br />

Dieser Entwicklung hinken wir wohl Jahre<br />

hinterher.<br />

Vorschläge, die Redaktion vermarktet auch neben<br />

der wertvollen journalistischen Tätigkeit das<br />

digitale Abonnement, sind sehr schwierig, wenn<br />

überhaupt, umsetzbar.<br />

Versuchsprojekte müssen auch in Deutschland,<br />

Österreich und der Schweiz sein und müssen auch<br />

vorangetrieben und gefördert werden.<br />

Allerdings: Mit Zielen, Budgets und Zeitrahmen<br />

für konkrete Ergebnisse.<br />

Für die mediale Unendlichkeit dürfen diese Versuchsprojekte<br />

nicht Bestand haben.<br />

Eine klare und wirtschaftlich tragbare für<br />

die Vermarktung digitaler Inhalte der Tageszeitung<br />

kann sich nicht an Gratisangeboten<br />

und bestenfalls minimalen Deckungsbeiträgen<br />

orientieren.<br />

Sonst gibt es die informierende, kontrollierende<br />

Kraft freie, wirtschaftlich unabhängige Kraft der<br />

Zeitung schon sehr bald nicht mehr.<br />

Wirtschaftlich tragbare, praxisnahe Bezahlmodelle<br />

für die vielleicht ab 2035 + nur mehr digitale<br />

Zeitung sind auch bei diesem BDZV-Congress<br />

Mangelware geblieben.<br />

-karma-<br />

Per Videoschaltung präsent: Katharine Kessler, Mediengruppe Oberfranken<br />

An der Paywall sind nicht alle gleich - Thomas Weibel mit klaren Strukturen zur Steigerung der<br />

digitalen Vertriebsstrukturen, Oberpfalz Medien, Weiden<br />

Später Start - doch viel Zeit durch dynamische Woman-Power aufgeholt:<br />

Christiane Schönfelder, Sophie Janz, Kölner Stadt-Anzeiger<br />

Abo ohne Paywall: Die österreichische Qualitätszeitung „Der Standard“ setzt auf<br />

freiwillige Spendenzahlungen: Dominik Ebner mit interessanten Argumenten<br />

Dem bezahlten Qualitätsjournalis verpflichtet: Gekommen um zu bleiben. Johannes<br />

Berchtold, Leiter Customer Marketing & Branding, NZZ, Zürich


40 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

Meinung<br />

von<br />

Außen<br />

„Fach-Kräfte-Mangel“<br />

Wer hat es nicht schon erlebt.<br />

Die Heizung leckt, der Dienstleister<br />

ist informiert, aber er<br />

kann frühestens in einigen<br />

Tagen kommen. Argument.<br />

Ich habe zu wenig gute Leute.<br />

Fachkräftemangel hört man, ist<br />

bekannt. Man behilft und geduldet<br />

sich!<br />

Unangenehm, vielleicht auch<br />

teuer, aber in der Regel nicht<br />

existenzentscheident.<br />

Anders sieht es aus in der Politik,<br />

in der Regierung. Dort wird<br />

Führungs-und Entscheidungsstärke,<br />

politischer Instinkt gepaart<br />

mit fachlichem Wissen<br />

über komplizierte Zusammenhänge,<br />

und internationale Erfahrung<br />

benötigt, um nicht<br />

Existenzen und Nationen zu gefährden<br />

und um Kriege zu vermeiden!<br />

Und wie sieht es damit<br />

bei der Ampel aus?<br />

Urteilen Sie selbst!<br />

u Ein Bundeskanzler der sich<br />

nicht nur an nichts erinnert<br />

(Cum-Ex) sondern es geschafft<br />

hat durch seine Politik und sein<br />

selbstgerechtes und störrisches<br />

Verhalten Deutschland in nur<br />

322 Tagen in der EU, in West und<br />

Ost zu isolieren. ( „ Der Elefant<br />

im europäischen Porzellanladen“.<br />

FAZ vom 26.10.22)<br />

Und der erstmals als Kanzler von<br />

seiner Richtlinienkompetenz<br />

Gebrauch machen musste,<br />

um weiteren Ampelkrach und<br />

Schaden innenpolitisch abzuwenden.<br />

Und außenpolitisch?<br />

Die New-York Times schreibt<br />

dazu:“ Scholz ist nicht in der<br />

Lage das Führungsvakuum in<br />

Europa zu füllen“!<br />

Und das in der schwierigsten<br />

Zeit nach dem Ende des 2. Weltkrieges<br />

u.a dank Merkel und<br />

ihrer naiven Ostpolitik.<br />

u Ein grüner Wirtschaftsminister<br />

Habeck, der von<br />

Wirtschaft keine Ahnung<br />

hat, und Deutschland mit<br />

seinen Ideologiegetriebenen<br />

Entscheidungen und Lügen<br />

(AKW), vorbereitet zur Deindustrialisierung.<br />

Und damit<br />

zur Wohlstandsverlusten für<br />

breite Bevölkerungsschichten!<br />

u Eine „Quotenfrau“, Frau<br />

Lambrecht als „Verteidigungsministerin“.<br />

Ohne Ahnung<br />

davon was sie eigentlich da<br />

machen soll. Ohne Fingerspitzengefühl.<br />

Ohne eigentlich<br />

… alles, was in dem Amt nötig<br />

wäre!!!<br />

Man darf gespannt sein, wie die<br />

100 Mrd. für die Bundeswehr<br />

umgesetzt werden.<br />

u Herr Prof. Dr. Lauterbach.<br />

Für unsere Gesundheit, Pflege,<br />

Krankenhaus, etc zuständig.<br />

Der „Hofnarr“ in der Regierung.<br />

Totalausfall! In keinem Bereich<br />

seines Ministeriums ein<br />

schlüssiges Konzept. Nur heiße<br />

Luft, was immer er von sich gibt.<br />

Und jetzt zugeben muss, dass<br />

das Schließen der Kitas unnötig<br />

war. Weitere Fehler werden<br />

folgen. Entschuldigen dafür?<br />

Fehlanzeige.<br />

u Das Außenministerium. Mit<br />

Frau Baerbock.<br />

Entgegen aller Erwartungen<br />

macht sie „bella figura“ bei Ihren<br />

Auftritten im In-und Ausland.<br />

Besser als ihr Vorgänger. Unklar<br />

bleibt jedoch was unter der<br />

von ihr angekündigten sogen.<br />

„femininen Außenpolitik“ zu<br />

verstehen ist. Waffen für die<br />

Ukraine? Was auch immer<br />

darunter zu verstehen ist,<br />

feminin ist ihre Politik ganz<br />

sicher nicht. Und wenn sie<br />

es für nötig hält, wie auf der


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 41<br />

G7 Konferenz in Münster geschehen,<br />

das Kreuz, das dort<br />

im historischen Saal des Westfälischen<br />

Friedens hing abzuhängen,<br />

dann zeigt das die<br />

Richtung die der grünen AM<br />

vorschwebt.<br />

Dies nur einige Beispiele der<br />

wichtigsten Ressorts der Ampel,<br />

repräsentiert durch SPD und<br />

Grüne Minister.<br />

Wohin steuert dieses Deutschland<br />

nach der Zeitenwende?<br />

Einer vorwiegend Grün-Roten<br />

Zeitenwende! Die Richtung ist<br />

klar. Abwärts. Die WELT schreibt<br />

dazu am 13.10. „Deutschland<br />

schmiert ab und die Politik lässt<br />

es geschehen“.<br />

Und weiter am 18.10. „Zurück<br />

auf dem Weg zum kranken<br />

Mann Europas, diesmal aber mit<br />

großer Klappe“. Zeitenwende!!!<br />

Der Vorstandsvorsitzende der<br />

Telekom stellte vor einigen<br />

Wochen die Frage. „Wo sind wir<br />

denn noch Spitze“?<br />

Ja, wo denn? In einer Regierung<br />

die durch Verhalten und Gesetze<br />

ihre Technologiefeindlichkeit<br />

permanent unter Beweis stellt!!<br />

Spitzenleistungen in Technik<br />

und Wissenschaft, unsere<br />

Grundlage für ein rohstoffarmes<br />

Land wie Deutschland<br />

waren jahrzehntelang der Motor<br />

unserer Volkswirtschaft, und<br />

damit der Garant unseres Wohlstandes.<br />

Auf der Grundlage<br />

einer sozialen Marktwirtschaft.<br />

Alle haben uns dafür beneidet!<br />

Und heute? Heute lacht das Ausland<br />

über uns und versteht nicht,<br />

warum wir im Moment den Ast<br />

auf den wir alle sitzen absägen,<br />

und alles anders machen wollen<br />

als der Rest der Welt. Dagegen<br />

wäre ja nichts einzuwenden,<br />

wenn es uns weiter nach vorne<br />

bringt, aber das ist die Krux.<br />

WIR SIND MIT MACHT DABEI,<br />

UNSEREN WOHLSTAND ZU-<br />

GUNSTEN VON IDEOLOGIEN<br />

ZU OPFERN.<br />

In unausgereiften und gefährlichen<br />

Planungen, wie zum Beispiel<br />

der Energiewende, und<br />

die nicht zu Ende gedachte<br />

Migrationspolitik. Alles Rohrkrepierer<br />

mit ungewissem Ausgang.<br />

Und leider nicht die einzigen<br />

Fehlentscheidungen der<br />

Ära Merkel unter Mitwirkung<br />

von Olaf Scholz!!<br />

Gabor Steingart schreibt am<br />

2.11 im PIONEER unter der<br />

Head-Line, „Do it yourself“<br />

„Wir machen alles mit Bordmitteln<br />

und brauchen dafür<br />

keine finsteren Mächte , weder<br />

Xi Ping noch Putin, nur uns<br />

selbst“ !! Wir schaffen das.<br />

u Der Sozialstaat expandiert<br />

und ist auf dem Weg zum bedingungslosen<br />

Grundeinkommen!<br />

u Unser Bildungssytem, eingerostet!<br />

u Bürokratie, die überall<br />

lähmt!<br />

u Höchste Steuerbelastung<br />

für die Mittelschicht!<br />

u Verbot der Nutzung<br />

heimischer Energiereserven!<br />

u Eine verfallende Infrastruktur,<br />

und…,<br />

u Ein Rentensystem, das im<br />

Begriff ist zu kollabieren!<br />

Aber ja – wir sind wer. Und<br />

leisten uns einen Protzbau, das<br />

neue Kanzleramt in Berlin. Mit<br />

700 Mio Euro, dann das zweitgrößte<br />

Parlament der Welt!!<br />

Tampons auf Herrentoiletten<br />

in Baden-Württemberg die<br />

Forcierung der Gendersprache,<br />

das Transsexuellengesetz, das<br />

und ähnliches verstehen wir<br />

dann unter Fortschritt!<br />

Und die Wähler? Es wird mir<br />

immer verborgen bleiben<br />

warum immer noch ca 20 %<br />

glauben mit der grünen Klimahysterie<br />

etwas Gutes für sich<br />

und die kommende Generation<br />

zu tun. Und die Medien, incl. des<br />

Öffentlich Rechtlichen Rundfunks<br />

(ÖRR)?<br />

Applaudieren, oder beschönigen<br />

die Klimaterroristen, die<br />

„Kleber“. Egal ob sie Menschenleben<br />

kosten oder Kunstwerke<br />

zerstört werden.<br />

Und die Justiz hilft mit.<br />

Man hat ja die Moral für sich gepachtet.<br />

Gute Nacht Deutschland!<br />

»Bild« will TV-Angebot schrumpfen<br />

Der damalige »Bild«-Chefredakteur<br />

Julian Reichelt<br />

brachte das Boulevardblatt ins<br />

Fernsehen, zu hohen Kosten.<br />

Nun gibt es nach SPIEGEL-<br />

Informationen Pläne, das tägliche<br />

Live-Angebot des Senders<br />

einzustampfen.<br />

Als »Bild« im August vergangenen<br />

Jahres seinen eigenen<br />

Fernsehkanal startete, sparte<br />

der Verlag nicht mit großen<br />

Worten. »Live-haftig« werde das<br />

Programm sein, »mit exklusiven<br />

Nachrichten, die live zu Schlagzeilen<br />

werden«. Damit könnte<br />

es nun bald vorbei sein. Nach<br />

SPIEGEL-Informationen will<br />

das Boulevardblatt seinen Fernseh-Ableger<br />

stark beschneiden.<br />

Bis Ende des Jahres könnte die<br />

werktägliche Dauersendung<br />

»Bild Live« verschwinden, das<br />

zentrale Programmangebot des


42 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

Ex-»Bild«-Chef<br />

Julian Reichelt<br />

Foto: Jörg Carstensen / dpa<br />

Senders. Grund sind offenbar<br />

die hohen Kosten, die der Sendebetrieb<br />

verschlingt. Anders<br />

als Talkshows wie »Viertel<br />

nach Acht« und »Die richtigen<br />

Fragen« benötigt »Bild Live«<br />

Außenreporter, Kamerateams<br />

und mehr Aufwand hinter den<br />

Kulissen.<br />

Sparprogramm bei Axel Springer<br />

Seit einiger Zeit schon sucht<br />

Axel Springer nach Möglichkeiten<br />

zum Sparen, Wirtschaftsprüfer<br />

der Boston Consulting<br />

Group (BCG) durchkämmten das<br />

Medienhaus. Diskutiert wurde<br />

Insidern zufolge sogar, das<br />

TV-Abenteuer komplett zu beenden.<br />

Das wäre eine 180-Grad-<br />

Drehung der »Bild«-Strategie:<br />

Springer und der damalige<br />

Chefredakteur Julian Reichelt<br />

hatten in den TV-Ableger große<br />

Hoffnungen gesetzt. »Wir sind<br />

selbstbewusst genug zu glauben,<br />

dass es genug Menschen gibt,<br />

die lieber das schauen, was Bild<br />

zeigt, als etwas anderes«, sagte<br />

Reichelt im Oktober 2019 dem<br />

SPIEGEL. Wenn nötig, schicke<br />

man zehn Leute los, die innerhalb<br />

von 24 Stunden vor Ort und<br />

sendefähig sind. »Die Marke Bild<br />

denkt nicht klein«, so Reichelt.<br />

Schwächelnde Quoten<br />

Doch der Sender blieb bis heute<br />

unter den Erwartungen des Verlags.<br />

In der werberelevanten<br />

Altersgruppe der 14- bis<br />

49-Jährigen beliefen sich die<br />

Quoten zum Einjährigen auf<br />

durchschnittlich 0,2 Prozent.<br />

Lediglich zu Beginn des Kriegs<br />

in der Ukraine schauten etwas<br />

mehr Menschen zu. Unzufrieden<br />

war man im Verlag auch mit den<br />

Werbeerlösen.<br />

-Anton Rainer und<br />

Alexander Kühn-<br />

IGFM: Iran will Deutschland erpressen<br />

Deutsch-Iranerin muss zurück ins Gefängnis<br />

Nach Kritik der Bundesregierung nutzt Mullah-Regime Nahid Taghavi erneut als Faustpfand. Zurück hinter<br />

Gittern: Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erfahren hat, musste die Deutsch-<br />

Iranerin Nahid Taghavi gestern zurück ins Evin Gefängnis. Die Architektin war seit ihrer willkürlichen Verhaftung<br />

am 16. Oktober 2020 eine politische Gefangene des Iran. Sie wurde im Juli <strong>2022</strong> in dringend benötigten<br />

medizinischen Hafturlaub entlassen.<br />

„Die erneute Inhaftierung von<br />

Nahid Taghavi ist eine direkte<br />

Reaktion des Mullah-Regimes<br />

auf die Kritik der Bundesregierung<br />

an den Menschenrechtsverletzungen<br />

des<br />

Iran. Das Unrechtsregime in<br />

Teheran möchte Deutschland<br />

zum Schweigen erpressen. Im<br />

Zuge der Revolution im Iran<br />

sind tausende Menschen festgenommen<br />

worden. Doppelstaatler<br />

wie Nahid Taghavi sind<br />

für die iranische Regierung<br />

aktuell besonders wertvoll, um<br />

auf Kritik aus dem Ausland zu<br />

reagieren oder diese vielmehr<br />

abzustrafen“, erklärt Martin<br />

Lessenthin, Vorstandssprecher<br />

der IGFM.<br />

Gesundheitszustand könnte sich<br />

wieder verschlechtern<br />

Nahid Taghavi war 194 Tage in<br />

Isolationshaft und wurde 1.000<br />

Stunden verhört. In einem unfairen<br />

Prozess wurde sie zu 10<br />

Jahren Gefängnis verurteilt.<br />

Sie litt bereits an Bluthochdruck<br />

und Diabetes – zudem<br />

hatte sie sich im Juli im Gefängnis<br />

mit dem Corona-Virus infiziert<br />

und benötigte dringend<br />

eine Wirbelsäulen-Operation.<br />

Den größten Teil ihrer Haft verbrachte<br />

Nahid Taghavi in der<br />

von den Revolutionsgarden<br />

kontrollierten Isolationsabteilung<br />

2A des berüchtigten<br />

Evin-Gefängnisses. Die dortigen<br />

besonders restriktiven Bedingungen<br />

hatten gravierende<br />

Auswirkungen auf die<br />

psychische und physische<br />

Gesundheit von Nahid Taghavi.<br />

Die IGFM befürchtet, dass<br />

sich der Gesundheitszustand<br />

der Deutsch-Iranerin nun in


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 43<br />

Haft wieder verschlechtert und<br />

fordert daher ihre umgehende<br />

Freilassung.<br />

Die IGFM setzt sich seit ihrer<br />

Inhaftierung für die Frauenrechtlerin<br />

Nahid Taghavi ein<br />

und steht in engem Kontakt mit<br />

deren Tochter Mariam Claren.<br />

Die in Frankfurt ansässige<br />

Menschenrechtsorganisation<br />

fordert nun gemeinsam mit den<br />

politischen Paten Bijan Djir-<br />

Sarai, MdB und Axel Voss, MdEP<br />

die sofortige Freilassung der<br />

Kölnerin.<br />

Medien in Österreich<br />

ORF-Fernseh-Chef tritt zurück<br />

Matthias Schrom tritt als TV-Chef des ORF<br />

ist kürzlich von seiner Funktion zurückgetreten.<br />

Der Grund dafür sind Chats über ORF-<br />

Interna mit dem früheren Vorsitzenden der<br />

rechten Partei FPÖ Heinz-Christian Strache. Diese<br />

Fakten sind aus Ermittlungen der Staatsanwaltschaft<br />

Wien bekannt geworden.<br />

Diese haben, soweit derzeit bekannt, keine strafrechtliche<br />

Relevanz, machen aber nach den<br />

Worten von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann<br />

einen „verheerenden Eindruck“.<br />

2019 hatte Matthias Schrom auf eine Beschwerde<br />

des damaligen Vizekanzlers Strache über eine<br />

Sendung auf ORF 1 bestätigend geantwortet: „Das<br />

ist natürlich unmöglich. Du weißt, ich bin ja nur<br />

für ORF 2 zuständig.“ Unter anderem gab Schrom<br />

Strache Ratschläge, wie und auf welcher Ebene er<br />

sich am besten beschweren könne.<br />

Schrom hatte sich sehr kurzfristig nach Bekanntgabe<br />

dieser Fakten beurlauben lassen. Schrom gab<br />

zu seine Rechtfertigung zu, dass „dieser Chat keine<br />

glückliche Außenwirkung“ habe.<br />

Allerdings gab er zudem zu bedenken, dass seine<br />

damalige Reaktion auf Grund der fundamentalen<br />

Angriffe der FPÖ auf den ORF wichtig gewesen<br />

sei, eine „Gesprächsbasis“ zu der damaligen<br />

Regierungspartei FPÖ aufrechtzuerhalten.<br />

-karma-<br />

„Tagesspiegel“Medienseite wird<br />

eingestellt – Format ändert sich<br />

Der Berliner „Tagesspiegel“ stellt seine Medienseite<br />

ein. Übrig bleiben soll eine Medien-Tipp-Seite<br />

mit täglich einer längeren TV- oder Stream-Kritik<br />

und drei Kurz-Rezensionen. Das Ressort unterstehe<br />

künftig der stellvertretenden Kulturchefin<br />

Ronja Merkel, hieß es weiter. Merkel verantwortet<br />

zugleich die Kulturredaktion Berlin.<br />

Der „Tagesspiegel“ teilte mit, dass die Zeitung<br />

künftig überregionaler aufgestellt werden solle<br />

und ihr Format ändere. Ab dem 29. November<br />

erscheine das Blatt an sieben Tagen der Woche<br />

mit 40 Seiten aus Deutschland und der Welt und<br />

40 Seiten aus Berlin. Zudem solle die Zeitung im<br />

Tabloid-Format erscheinen. Der Berliner „Tagesspiegel“<br />

wurde 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg<br />

gegründet.<br />

Bild: Schöning / via www.imago-images.de)


44 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

Lineup Systems für das erfolgreiche<br />

Medien-Verkaufsmanagement<br />

Punktgenau zu wissen, wohin<br />

die Reise für den Medienkunden<br />

geht. Die tägliche<br />

Zeitung weiter auf Basis von<br />

zielgruppengenauen Daten<br />

immer besser zu machen. Mehr<br />

Lesernähe zu schaffen. Leser zu<br />

binden, Umsätze zu generieren,<br />

neue multimediale Angebote<br />

dafür zu schaffen. Dafür bedarf<br />

es auch optimierte wirtschaftliche<br />

Ablaufprozesse im Unternehmen.<br />

Mit der Lineup-Suite intuitiver,<br />

hochgradig anpassbarer Tools<br />

für Enterprise Resource<br />

Planning (ERP) und Advertising<br />

Revenue Management<br />

– die speziell von Medienspezialisten<br />

für Medienunternehmen<br />

entwickelt wurden<br />

– konnte lineup Systems maßgeblich<br />

dazu beigetragen, dass<br />

sich die Nachfrage nach Omnichannel-Vertriebsfunktionen<br />

der Branche verändert hat.<br />

Die „New York Times“, die ich<br />

kürzlich besucht habe, setzt<br />

mit lineup Systems das multimediale<br />

Tagesgeschäft im<br />

hartumkämpften New-Yorker<br />

Susan MacDonald,<br />

Sales Director International<br />

Medienmarkt erfolgreich in<br />

fortführender Kooperation um.<br />

Dort ist die tägliche Zeitung<br />

wirklich schon gestern - jeden<br />

Tag nach dem letzten Erscheinungstag<br />

wird auf einer<br />

funktionierende Datenbasis<br />

mit Data-Mining die bestmögliche<br />

Zeitung für den nächsten<br />

Tag mit interdisziplinären<br />

Philipp Genev,<br />

Sales Director D/A/CH<br />

Arbeitsteams geschaffen. Beeindruckend<br />

und täglich. Und sehr<br />

erfolgreich.<br />

-karma-<br />

Internationale Referenzen lineup Systems<br />

UK<br />

Telegraph Media Group<br />

ESI Media<br />

NET-A-PORTER<br />

News UK<br />

The Spectator<br />

Time Out London Hearst<br />

Daily Mail Group<br />

Bauer Media<br />

DACH<br />

Die Zeit<br />

Der Tagesspiegel<br />

Ringier<br />

Russmedia<br />

APAC<br />

Singapore Press Holdings<br />

News Corp Australia<br />

BandLab<br />

Nordamerika<br />

Pittsburgh Post-Gazette<br />

Bonnier<br />

EE Tech<br />

Gannett<br />

Grupo Expansion<br />

Hearst<br />

RJ<br />

Inc. Fast Company<br />

McClatchy<br />

Metro Media<br />

The New York Times<br />

Daily Herald<br />

PADI<br />

The Seattle Times<br />

Sonoma Media<br />

Toronto Star<br />

Travelport<br />

Lee Enterprises<br />

Middle East<br />

Media 24<br />

The National<br />

Frankreich, Spanien,<br />

Skandinavien, Irland & Benelux<br />

Groupe Roussel<br />

MediaFin<br />

IPM<br />

La Provence<br />

L’avenir<br />

Metro<br />

ProduPress<br />

Vocento<br />

Amedia<br />

DPG<br />

JP Politikens<br />

Mediahuis<br />

The Irish Times


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 45<br />

Automatisierte Seitenproduktion<br />

mit Méthode<br />

Eidosmedia eröffnet mit der Einführung des automatisierten Seitenlayouts neue Perspektiven für die Print-<br />

Produktion.<br />

Der Blattmacher war bislang<br />

die entscheidende Stelle<br />

für die Zusammenstellung und<br />

Gestaltung der Inhalte von<br />

Tageszeitungen. Dabei mussten<br />

die Seiten in der Tradition des<br />

jeweiligen Titels mit einem<br />

hohen zeitlichen Aufwand hergestellt<br />

werden und die Inhalte<br />

der Artikel wurden manuell angepasst.<br />

Eidosmedia baut auf die<br />

individuellen traditionellen Gestaltungsregeln<br />

der Verlage auf,<br />

indem diese Produktionsweise<br />

nun um die Möglichkeiten des<br />

automatisierten Layouts ergänzt<br />

wurden. Durch eine Partnerschaft<br />

mit Sophi.io wurden<br />

Module eine KI-gestützte Automatisierung<br />

integriert.<br />

Nicht erst heute suchen<br />

Tageszeitungen<br />

nach<br />

weiteren Möglichkeiten zur<br />

Rationalisierung der Gestaltungsvorgänge,<br />

damit die<br />

bislang hierfür benötigten<br />

Ressourcen in die Content-Erstellung<br />

eingebunden werden<br />

können. Eidosmedia integrierte<br />

die Sophi.io-Engine über eine<br />

bi-direktionale Schnittstelle.<br />

Die Engine wird in der Cloud<br />

gehostet und ist nach Abschluss<br />

einer Trainingsphase des<br />

Machine Learnings, in der die<br />

typischen Layouts des jeweiligen<br />

Verlags erlernt werden, als<br />

Webservice verfügbar. Die bekannten<br />

Tools der Eidosmedia<br />

Méthode-Anwendung können<br />

weiter genutzt und die vom<br />

Automaten trainierten Modelle<br />

können schnell in der Produktion<br />

genutzt werden. Aufgrund interaktiver<br />

Rückmeldungen der<br />

Kanalverantwortlichen lernt<br />

die Anwendung weiter und verbessert<br />

die Ergebnisse selbständig<br />

im laufenden Betrieb.<br />

Die Inhalte der jeweiligen<br />

Ressorts können hierzu den<br />

geplanten Seitenstrecken zugeordnet<br />

und automatisiert erzeugt<br />

werden. Kanalverantwortliche<br />

haben dabei immer die<br />

Möglichkeit, durch eine Bewertung<br />

der erzeugten Seiten<br />

sowie die Auswahl anderer vorgeschlagener<br />

Varianten, die<br />

Seitenstrecken zu optimieren.<br />

Premiuminhalte können<br />

durch Ergänzung individueller<br />

Formate und Formen angereichert<br />

werden. Zu diesem<br />

Zweck können die Seiten mit<br />

den bekannten Editoren bei Bedarf<br />

in der gewohnten Form<br />

weiterbearbeitet werden.<br />

Sophi.io-Kunden berichten von<br />

einer 66 %igen Reduzierung der<br />

Kosten pro Seite. Ein Layout von<br />

z.B. 48 Seiten wird in der Regel<br />

in weniger als 10 Minuten erstellt.<br />

Dies gibt den Verlagen die<br />

Möglichkeit, über neue Produkte<br />

nachzudenken, die bislang an<br />

dem hohen manuellen Aufwand<br />

für die Gestaltung gescheitert<br />

sind.<br />

Eidosmedia versetzt die Kunden<br />

mit dieser Lösung die Tageszeitungen<br />

in die Lage, die<br />

redaktionellen Prozesse für<br />

das Seitenlayout nicht nur zu<br />

verschlanken, sondern bietet<br />

eine Produktionsplattform<br />

für neue Produkte und damit<br />

neue Marktchancen für die<br />

Verlage.<br />

Das automatisierte<br />

Seitenlayout<br />

konzentriert die<br />

Aufgaben der<br />

Kanalmanager Print<br />

im Kern auf die Auswahl<br />

von Inhalten<br />

und der Freigabe<br />

automatisch erzeugter<br />

Seiten.<br />

Neu-Strukturen bei Axel Springer<br />

Axel Springer will „Bild“ und<br />

„Welt“ künftig wieder als<br />

eigene Gruppen führen, mit<br />

Carolin Hulshoff Pol (links)<br />

als CEO der Welt-Gruppe und<br />

Claudius Senst (Mitte) als CEO<br />

der Bild-Gruppe. Damit löst der<br />

Konzern das Ressort News Media<br />

National von Vorstandsvorsitzende<br />

Ulrike Handel (rechts)


46 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

auf. Sie ist erst seit Mai dieses<br />

Jahres im Amt und geht zum<br />

Jahres¬ende. Aufsichtsrats-Chef<br />

Ralph Büchi nennt als Grund<br />

„unterschiedliche Auffassungen<br />

über Ausrichtung und Struktur<br />

des Bereichs“. Im September<br />

<strong>2022</strong> wurde nach Medienberichten<br />

eine Zusammenlegung<br />

beider Redaktionen nicht ausgeschlossen.<br />

Stattdessen will<br />

Springer-Chef ‚Dr. Mathias<br />

Döpfner die beiden Marken „eigenständiger<br />

und so schlank wie möglich<br />

organisieren“. Er übernimmt<br />

ab sofort die Verantwortung für<br />

die beiden Markengruppen im<br />

Springer-Vorstand.<br />

Funke Mediengruppe bleibt bei Rückzug<br />

aus Verlegerverband<br />

„Wir haben den von uns angestoßenen<br />

Reformprozess<br />

im BDZV konstruktiv und<br />

engagiert begleitet und freuen<br />

uns sehr über manche Fortschritte.<br />

Trotzdem erscheint es<br />

uns verfrüht, zurzeit eine neue<br />

Mitgliedschaft zu beantragen“,<br />

teilte Funke mit.<br />

Die Funke Mediengruppe hält<br />

an ihrem Rückzug aus dem<br />

Zeitungsverlegerverband BDZV<br />

fest. Das Medienhaus in Essen<br />

teilte am Freitag auf Anfrage<br />

mit: „Wir haben den von uns<br />

angestoßenen Reformprozess<br />

im BDZV konstruktiv und<br />

engagiert begleitet und freuen<br />

uns sehr über manche Fortschritte.<br />

Trotzdem erscheint es<br />

uns verfrüht, zurzeit eine neue<br />

Mitgliedschaft zu beantragen.“<br />

Zuerst hatte das Fachmedium<br />

„Horizont“ darüber berichtet.<br />

Im Frühjahr war bekanntgeworden,<br />

dass das Medienhaus<br />

vorhatte, seine Mitgliedschaft<br />

fristgerecht im Sommer zu<br />

kündigen. Der Bundesverband<br />

Digitalpublisher und Zeitungsverleger<br />

(BDZV) teilte auf Anfrage<br />

mit: Funke habe fristgerecht<br />

gekündigt und werde im<br />

kommenden Jahr folglich nicht<br />

mehr Mitglied sein.<br />

Von Funke hieß es zugleich<br />

weiter: „Wir beobachten die<br />

Entwicklung des Verbandes<br />

weiter aufmerksam und mit<br />

Sympathie.“ Die Mediengruppe<br />

zählt zu den großen Verlagshäusern<br />

in Deutschland und hat<br />

zahlreiche Regionalzeitungen<br />

im Portfolio, darunter sind zum<br />

Beispiel die „Westdeutsche Allgemeine<br />

Zeitung“ (WAZ) und<br />

das „Hamburger Abendblatt“.<br />

Der BDZV hatte in den vergangenen<br />

Monaten die<br />

Modernisierung der Verbandsstruktur<br />

mit einem Umbau an<br />

der Spitze angestoßen. Im Mai<br />

hatte Verbandspräsident und<br />

Axel-Springer-Chef Mathias<br />

Döpfner mitgeteilt, sein Amt<br />

vorzeitig ab Herbst in neue<br />

Hände zu geben. Er hatte seinen<br />

Schritt unter anderem mit dem<br />

Wachstum Springers in den<br />

USA begründet. Davor hatte es<br />

innerhalb des Verlegerverbands<br />

Unruhe und zum Teil auch<br />

öffentlich geäußerte Kritik an<br />

Döpfner bis hin zu Rücktrittsforderungen<br />

gegeben. Funke<br />

zählte zu den Kritikern.<br />

BDZV-Delegiertenversammlung nimmt geänderte Satzung an<br />

Präsident Mathias Döpfner verabschiedet sich<br />

Der Bundesverband Digitalpublisher<br />

und Zeitungsverleger<br />

(BDZV) hat heute seine<br />

neue Satzung verabschiedet. Die<br />

Delegiertenversammlung, das<br />

oberste Beschlussgremium der<br />

Organisation, verständigte sich<br />

anlässlich einer außerordentlichen<br />

Sitzung in Berlin darauf,<br />

dass der BDZV künftig von<br />

einem Vorstand geführt wird.<br />

Dieser ersetzt das bisherige<br />

Präsidium. An der Spitze des<br />

Vorstands stehen künftig drei<br />

Vorsitzende; zwei sind ehrenamtlich<br />

tätig, eine(r) kommt aus<br />

dem Hauptamt, nämlich der/<br />

die Hauptgeschäftsführer/in.<br />

Aktuell ist dies Sigrun Albert,<br />

die seit 1. April die Berliner Geschäftsstelle<br />

leitet.


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 47<br />

Angesichts der Bedeutung des<br />

Themas Medienpolitik für den<br />

BDZV werden die beiden ehrenamtlichen<br />

Vorstände gemeinsam<br />

dafür zuständig sein. Darüber<br />

hinaus kann der Vorstand aus<br />

bis zu sechs weiteren Ressort-<br />

Vorständen bestehen. Zurzeit ist<br />

die jeweilige Zuständigkeit für<br />

die Themen Märkte, Journalismus,<br />

Trends & Innovation sowie<br />

Recht vorgesehen.<br />

„Dies ist ein weiterer Meilenstein<br />

in der Verbandsgeschichte“,<br />

erklärte BDZV-<br />

Präsident Dr. Mathias Döpfner,<br />

zugleich Vorstandsvorsitzender<br />

Axel Springer SE, der mit dem<br />

heutigen Tag sein Amt, wie von<br />

ihm bereits angekündigt, nach<br />

insgesamt sechs Jahren niederlegt.<br />

„Wir leben in stürmischen<br />

Zeiten“, ergänzte Döpfner mit<br />

Blick auf die Herausforderungen<br />

durch die Pandemiefolgen,<br />

den Krieg in der Ukraine und<br />

eine zunehmende gesellschaftliche<br />

Spaltung. Doch sei der<br />

BDZV so schlank, flexibel und<br />

professionell aufgestellt, dass<br />

die Verleger-Organisation auch<br />

bei schwierigen wirtschaftlichen<br />

Bedingungen die gemeinsamen<br />

Interessen der Branche unter<br />

neuer Führung weiterhin erfolgreich<br />

vertreten werde.<br />

Als größten und wichtigsten<br />

Erfolg, den der BDZV in seiner<br />

jüngeren Geschichte verbuchen<br />

konnte, hob Döpfner die<br />

Durchsetzung eines robusten<br />

Leistungsschutzrechts hervor<br />

mit der Folge, dass Gatekeeper<br />

erstmals überhaupt Zahlungen<br />

an Verlage leisten. Es sei die<br />

Grundlage, dass digitaler<br />

Journalismus, „der unser aller<br />

Zukunft ist, überhaupt je ein<br />

Geschäftsmodell werden kann“.<br />

Döpfners Vorgänger im Amt,<br />

der Herausgeber der Kölnischen<br />

Rundschau Helmut Heinen,<br />

würdigte den scheidenden<br />

Präsidenten. Dieser habe sich<br />

„in sehr hohem Maß mit den<br />

Positionen unserer Branche insgesamt<br />

identifiziert und unsere<br />

Interessen jederzeit überzeugt<br />

und überzeugend vertreten“.<br />

„Der BDZV ist mit der Präsidentschaft<br />

Döpfner nun der Bundesverband<br />

Digitalpublisher und<br />

Zeitungsverleger“, führte<br />

Heinen weiter aus. Das bringe<br />

Döpfners Selbstverständnis<br />

zum Ausdruck, „dass wir nicht<br />

die physische Darreichungsform<br />

des bedruckten Papiers als den<br />

Wesenskern unserer Arbeit begreifen,<br />

sondern den Qualitätsjournalismus,<br />

also die für unsere<br />

demokratische Gesellschaft so<br />

unverzichtbaren Inhalte“.<br />

Zu den Schwerpunkten der<br />

Präsidentschaft Döpfner<br />

zählten darüber hinaus unter<br />

anderem ein neues Kartellrecht<br />

für Gatekeeper, das ein<br />

deutlich früheres Eingreifen<br />

des Bundeskartellamts gegenüber<br />

großen Plattformen zum<br />

Schutz der Presseverlage ermöglicht<br />

und das aktuell nochmals<br />

verschärft wird; die dauerhafte<br />

Senkung der Mehrwertsteuer<br />

für digitale Presseprodukte<br />

von 19 auf 7 Prozent; die Einrichtung<br />

einer Schlichtungsstelle<br />

bei Auseinandersetzungen<br />

mit dem öffentlich-rechtlichen<br />

Rundfunkt sowie das Bekenntnis<br />

der früheren wie der<br />

amtierenden Bundesregierung<br />

im Koalitionsvertag zur Sicherstellung<br />

einer flächendeckenden<br />

Zustellung der Presse.<br />

Die geänderte Satzung muss<br />

noch in das Vereinsregister<br />

des zuständigen Amtsgerichts<br />

Charlottenburg eintragen<br />

werden. Auf dieser Basis kann<br />

dann ein neuer Vorstand gewählt<br />

werden. Bis dahin<br />

führt das geschäftsführende<br />

Präsidium, bestehend aus drei<br />

Vize-Präsidenten, den Verband.<br />

Abschließend zitierte der<br />

scheidende BDZV-Präsident<br />

gleichsam als Appell an die<br />

Branche eine Zeile aus dem<br />

„Liberty Song“ des Politikers und<br />

Philosophen John Dickinson:<br />

„United we stand, divided we<br />

fall.“ Mathias Döpfner verband<br />

dies mit einem „Danke für eine<br />

gute gemeinsame Zeit!“<br />

Dr. Mathias Döpfner<br />

mit positiver Bilanz<br />

für seine BDZV-<br />

Tätigkeit


48 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten<br />

gewinnen dpa-infografik award <strong>2022</strong><br />

Beim dpa-infografik award <strong>2022</strong> setzen sich die Stuttgarter Zeitung<br />

/ Stuttgarter Nachrichten mit einer Infografik zum Thema Lichtverschmutzung<br />

(„Schutz der Nacht“) in der Kategorie Medien durch. /<br />

Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/8218 / Die Verwendung<br />

dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung<br />

aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch<br />

honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.<br />

© dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH<br />

Mit einer Infografik<br />

zum Thema Lichtverschmutzung<br />

(„Schutz<br />

der Nacht“) setzen sich<br />

die Stuttgarter Zeitung /<br />

Stuttgarter Nachrichten beim<br />

dpa-infografik award <strong>2022</strong> in<br />

der Kategorie Medien durch.<br />

Den ersten Platz in der Kategorie<br />

Unternehmen belegt die<br />

Redact Kommunikation AG mit<br />

einer Arbeit über das Stromnetz<br />

in der Schweiz („Spannung<br />

pur“). Hinter dem Award steht<br />

die dpa-infografik GmbH als<br />

Tochterunternehmen der<br />

Deutschen Presse-Agentur.<br />

Knapp 150 Infografiken für Online<br />

und Print sind in diesem<br />

Jahr eingereicht worden - von<br />

Redaktionen, Unternehmen und<br />

Organisationen. Die Preisverleihung<br />

fand digital statt.<br />

„Als Jury hatten wir das<br />

Privileg und die Freude, viele<br />

informative und handwerklich<br />

tolle Infografiken zu sichten und<br />

zu bewerten! Denn Infografiken<br />

sind oft kleine Kunstwerke, die<br />

noch dazu einen neuen Blick auf<br />

Themen und Ereignisse ermöglichen“,<br />

sagt Ira Kugel, Geschäftsführerin<br />

von dpa-infografik und<br />

Mitglied der Jury. „Mit Hilfe<br />

einer Infografik wie beispielsweise<br />

der Gewinner-Arbeit zum<br />

Thema Lichtverschmutzung<br />

kann es einer Redaktion gelingen,<br />

die Aufmerksamkeit auf<br />

Themen zu lenken, die neben<br />

Krieg und Corona nicht so sehr<br />

im nachrichtlichen Mittelpunkt<br />

stehen, aber trotzdem eine hohe<br />

Relevanz haben.“<br />

„Es ist großartig zu sehen,<br />

welche inhaltliche, technische<br />

und auch künstlerische Entwicklung<br />

das Format Infografik<br />

in den vergangenen<br />

Jahren eingeschlagen hat. Aufwändige<br />

und detaillierte Inszenierungen,<br />

die Darstellungen<br />

riesiger Datenmengen mit Hilfe<br />

interaktiver Grafiken oder die<br />

künstlerische Reduzierung auf<br />

das absolut Notwendige sind<br />

nur einige Richtungen, die erwähnt<br />

werden müssen“, sagte<br />

Raimar Heber, Art Director bei<br />

dpa-infografik, der den Award<br />

2008 erstmalig initiiert hat und<br />

Ende Februar in den Ruhestand<br />

geht. „Ich hoffe, dass wir mit<br />

unserem Award insgesamt zu<br />

einem höheren Stellenwert von<br />

Infografiken im Journalismus<br />

beitragen.“<br />

In Zusammenhang mit der<br />

Sieger-Grafik in der Kategorie<br />

Medien erläuterte Tim Florian<br />

Horn, Vorstand der Stiftung<br />

Planetarium Berlin, in einer<br />

Keynote, warum Lichtverschmutzung<br />

mittlerweile ein<br />

gesellschaftliches und ökologisches<br />

Problem ist: Schlafstörungen<br />

beim Menschen,<br />

Insektensterben, Vertreibung<br />

und Beeinträchtigung von<br />

Tieren in städtischen Lebensräumen.<br />

„Infografiken wie<br />

die der Stuttgarter Zeitung /<br />

Stuttgarter Nachrichten können<br />

einen wesentlichen Beitrag zur<br />

Aufklärung leisten“, so Experte<br />

Horn.<br />

Die Platzierungen<br />

Kategorie 1:<br />

Infografiken in nachrichtlichen<br />

Medien<br />

Platz 1<br />

Stuttgarter Zeitung |<br />

Stuttgarter Nachrichten<br />

„Schutz der Nacht“<br />

Credits: Oliver Biwer<br />

Platz 2<br />

ZEIT ONLINE<br />

„Was man in Deutschland wo<br />

verdient“<br />

Credits: Paul Blickle, Annick<br />

Ehmann, Christian Endt, David<br />

Gutensohn, Carla Grefe-Huge,<br />

Valentin Peter, David Schach,<br />

Julian Stahnke, Julius Tröger,<br />

Benja Zehr


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 49<br />

Platz 3<br />

Süddeutsche Zeitung<br />

„Nicht ganz dicht im Kopf“<br />

Credits: Julia Sc<br />

Kategorie 2:<br />

Infografiken von Unternehmen,<br />

Institutionen, NGOs, Behörden,<br />

Stiftungen oder anderen<br />

Organisationen<br />

Platz 1<br />

Redact Kommunikation AG<br />

„Spannung pur“<br />

Credits: Daniel Röttele, Tamara<br />

Tiefenauer, Nicole Senn<br />

Platz 2<br />

Superdot Studio<br />

„Modular Information Design“<br />

Credits: Nicole Lachenmeier,<br />

Darjan Hil<br />

Platz 3<br />

KUKA Systems GmbH<br />

„Automatisierter modularer<br />

Hausbau“<br />

Credits: Oliver Biwer, Florian<br />

Klauke<br />

Die Jury<br />

Carsten Haar, Leiter Kreation,<br />

familie redlich AG<br />

Gabriele Heinzel, Graphic<br />

Recording & Business<br />

Illustration<br />

Ira Kugel, Geschäftsführerin<br />

dpa-infografik<br />

Arne Kulf, freiberuflicher<br />

Motion Designer & Illustrator<br />

Christian Schlippes, Head of<br />

Infographic, Berliner Morgenpost<br />

Medien in der Schweiz<br />

Tamedia sucht neue Geschäftsführung<br />

Co-Geschäftsführer Marco Boselli nimmt eine Auszeit bis mindestens Ende Jahr, danach wird er andere Aufgaben<br />

bei Tamedia übernehmen. Andreas Schaffner übernimmt die alleinige Geschäftsführung bis zum Stellenantritt<br />

des neuen CEOs spätestens per Anfang 2024.<br />

Andreas Schaffner hat vor<br />

über einem Jahr angemeldet,<br />

dass er sich per Ende 2023<br />

aus dem operativen Geschäft<br />

zurückziehen möchte. Aus<br />

persönlichen Gründen nimmt<br />

Marco Boselli eine Auszeit bis<br />

mindestens Ende Jahr, wie es in<br />

einer Mitteilung heisst. Danach<br />

werde er neue publizistische<br />

Projekte und Aufgaben im<br />

Unternehmen übernehmen.<br />

«Ich blicke auf spannende<br />

drei Jahre bei Tamedia als Co-<br />

Geschäftsführer zurück. Zusammen<br />

mit Andreas Schaffner<br />

ist es uns gelungen, die digitale<br />

Transformation voranzutreiben<br />

und Tamedia als eines der<br />

modernsten Medienhäuser der<br />

Schweiz zu etablieren. Ich danke<br />

allen für die Power, die sie in<br />

dieser Zeit entwickelt haben»,<br />

lässt sich Boselli zitieren.<br />

Andreas Schaffner werde<br />

in der Übergangsphase die<br />

Geschäftsführung von Tamedia<br />

verantworten. «Zusammen mit<br />

Marco Boselli haben wir den<br />

digitalen Wandel im Journalismus<br />

kraftvoll vorangetrieben<br />

und belastbare Grundlagen geschaffen,<br />

um zukünftig noch<br />

erfolgreicher zu werden. Es<br />

waren drei gute gemeinsame<br />

Jahre, auf denen wir nun aufbauen<br />

wollen», so Schaffner.<br />

Unter Andreas Schaffner als<br />

Geschäftsführer wird der bekannte<br />

Journalist Mathias<br />

Müller von Blumencron<br />

interimistisch für den Bereich<br />

Publizistik & Produkt in der<br />

Geschäftsleitung von Tamedia<br />

Einsitz nehmen, wie es weiter<br />

heisst. Er ist Deutscher und<br />

Schweizer Bürger und seit 2019<br />

Mitglied des Verwaltungsrats<br />

von Tamedia. Mathias Müller<br />

von Blumencron war unter<br />

anderem Chefredaktor von<br />

Spiegel Online, Co-Chefredaktor<br />

des Spiegels, Chefredaktor<br />

Digitale Medien der Frankfurter<br />

Allgemeinen Zeitung und Co-<br />

Chefredaktor des Tagesspiegels.<br />

Ebenfalls unter Andreas<br />

Schaffner wird Christine Gabella<br />

directrice de la Suisse romande,<br />

aktuell ist sie Delegierte der<br />

Tamedia-Geschäftsleitung<br />

in der Westschweiz. Gabella<br />

ist ausserdem Mitglied der<br />

Eidgenössischen Medienkommission,<br />

des Keystone-<br />

ATS-Verwaltungsrats und<br />

Vize-Präsidentin des Verbandes<br />

Medias Suisses.<br />

«Wie alle traditionellen<br />

Medienhäuser steht Tamedia<br />

vor grossen strukturellen<br />

und konjunkturellen Heraus-<br />

Bildeten in den<br />

vergangenen drei<br />

Jahren das Geschäfts<br />

führerduo<br />

von Tamedia (v.l.):<br />

Andreas Schaffner<br />

und Marco Boselli.<br />

© Tamedia


50 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

forderungen. Eine tiefgreifende<br />

Transformation ist notwendig,<br />

um die Nachhaltigkeit<br />

auf der Basis von neuen<br />

digitalen Produkten und Dienstleistungen<br />

zu sichern», heisst es<br />

in der Mitteilung weiter. Gleichzeitig<br />

gelte es, die treue Leserschaft<br />

der gedruckten Zeitungen<br />

«in gewohnter Qualität» zu bedienen.<br />

Die Leser- und Nutzerschaft<br />

würden klar im Zentrum<br />

stehen. Mit der Bündelung der<br />

Unternehmensführung in einer<br />

Hand würden die Organisation<br />

und das dafür essenzielle<br />

Zusammenspiel zwischen<br />

Redaktion, Nutzermarkt und<br />

Werbemarkt sowie Technologie,<br />

Druck und Distribution<br />

gestärkt. Und es soll der Aufbau<br />

neuer Erlösmodelle begünstigt<br />

werden.<br />

Seit der Einführung einer dezentralen<br />

Gruppenstruktur vor<br />

drei Jahren habe sich Tamedia<br />

unter dem Dach der TX Group<br />

als eigenständiges Unternehmen<br />

etabliert. «Tamedia<br />

steht für eine hochstehende<br />

Qualität im Journalismus und<br />

investiert unter anderem in<br />

den investigativen Journalismus<br />

und den Datenjournalismus.<br />

Mit einem Fokus auf die<br />

Produktentwicklung und mit<br />

Innovationsgeist wurde das<br />

digitale Angebot ausgebaut. Für<br />

Wird Directrice de la Suisse romande bei<br />

Tamedia: Christine Gabella.<br />

© Tamedia<br />

diese wichtige Grundlagenarbeit<br />

gebührt speziell Marco Boselli<br />

Anerkennung und Dank», wie<br />

es in der Mitteilung weiter<br />

heisst. Verleger Pietro Supino<br />

sagt: «Marco Boselli hat den<br />

Fokus auf den Journalismus,<br />

die Produktentwicklung und die<br />

digitale Distribution gelegt. Er<br />

hat wichtige Grundlagenarbeit<br />

geleistet, die wir weiterführen<br />

wollen.»<br />

Die digitale Transformation<br />

werde in der neuen Formation<br />

weitergeführt. Zugleich gelte<br />

es, Investitionsfelder und<br />

Ertragsströme rund um das<br />

Nimmt interimistisch Einsitz in der GL:<br />

Mathias Müller von Blumencron.<br />

© Celia Pierina Nogler<br />

Kerngeschäft der Publizistik<br />

aufzubauen. «Mit dem<br />

journalistischen, technologischen<br />

und kommerziellen<br />

Savoir faire der Mitarbeitenden<br />

sowie einer starken Position<br />

im attraktiven Schweizer<br />

Markt und einer langfristig<br />

orientierten Investitionsbereitschaft<br />

ist Tamedia<br />

dafür unter den führenden<br />

Medienhäusern Europas sehr<br />

gut aufgestellt», schreibt<br />

Tamedia.<br />

Deutschlands reichste Verleger<br />

Das Vermögen des Koblenzer Medizinsoftware-<br />

Unternehmers Frank Gotthardt, der Medien (etwa<br />

lokales Fernsehen) als Nebengeschäft betreibt und<br />

als Investor des Portals von Ex-“Bild“-Chef Julian<br />

Reichelt gehandelt wird, schätzt das „Manager<br />

Magazin“ auf 1,4 Milliarden Euro.<br />

Regionalverleger haben es mit Ausnahme der<br />

Eigner der Medien Union (Platz 6) und Funke<br />

Mediengruppe (Platz 9) nicht auf die Liste der 500<br />

Reichsten geschafft. Die Strukturkrise lässt den<br />

Wert der Unternehmen nicht steigen.<br />

Nah dran ist vermutlich Verleger Dirk Ippen.<br />

Seine Gruppe dürfte mehr als eine halbe Milliarde<br />

Umsatz erzielen. Und allein sein Verkauf der<br />

Immowelt-Anteile an Springer brachte 2019 mehr<br />

als 130 Millionen Euro ein.<br />

Die Übersicht (Rang, Anteilseignger, Unternehmen,<br />

Vermögen in Euro):<br />

1. Familie Mohn, Bertelsmann 6,30 Mrd.<br />

2. Friede Springer / Mathias Döpfner, Axel<br />

Springer 3,80 Mrd.


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 51<br />

2. Yvonne, Mirja, Saskia und Nicola Bauer, Bauer<br />

Media Group 3,80 Mrd.<br />

4. Familie Hubert Burda, Hubert Burda Media 3,70<br />

Mrd.<br />

5. Stefan von Holtzbrinck / Christiane Schoeller,<br />

Holtzbrinck-Gruppe 1,80 Mrd.<br />

6. Familien Schaub, Lenk, Wipprecht, Resch und<br />

Nagel, Medien Union 0,60 Mrd.<br />

7. Dirk Ströer, Ströer Media 0,50 Mrd.<br />

7. Udo Müller, Ströer Media 0,50 Mrd.<br />

9. Julia Becker, Nora Marx und Niklas Jakob<br />

Wilcke, Funke Mediengruppe 0,45 Mrd.<br />

9. Hans Dieter und Wolfgang Beck, C. H. Beck Verlag<br />

0,45 Mr<br />

Der Duden Korrektor CC 18 für Adobe InDesign<br />

und InCopy 2023 ist da!<br />

Die neue Version der Duden-Rechtschreib- und Grammatikprüfung von EPC unterstützt InDesign und InCopy<br />

Version 18 auf Mac und Windows. Neue Features beschleunigen den Workflow.<br />

Für die aktuelle Version 18<br />

von Adobe InDesign und In-<br />

Copy hat EPC Consulting und<br />

Software den Duden Korrektor<br />

auf den neuesten technischen<br />

und linguistischen Stand gebracht<br />

und neue Features<br />

integriert:<br />

Ein Arbeitsplatz – mehrere<br />

Korrekturprofile<br />

Um die Arbeit an unterschiedlichen<br />

Texttypen zu erleichtern,<br />

können Korrekturprofile angelegt<br />

werden. Darin lassen<br />

sich Prüfeinstellungen und Benutzerwörterbücher<br />

beliebig<br />

festlegen. Vor der Korrektur ist<br />

das zum aktuellen Dokument<br />

passende Profil dann mit einem<br />

Klick ausgewählt. Korrekturprofile<br />

beschleunigen den Workflow<br />

bei Verlagen, die mehrere<br />

Publikationen herausgeben,<br />

oder bei Redaktionen und<br />

Agenturen, die regelmäßig mit<br />

verschiedenen Textsorten oder<br />

für unterschiedliche Kunden<br />

arbeiten.<br />

Korrigieren mit weniger Klicks<br />

In der Konfigurationsdatei<br />

lassen sich jetzt für Absatzformate<br />

und sogar für Absatzformatgruppen<br />

beliebige<br />

Korrekturen ausschließen. Ein<br />

Beispiel: Es ist möglich, für eine<br />

Absatzformatgruppe „Überschriften“<br />

und damit für alle enthaltenen<br />

Absatzformate festzulegen,<br />

dass der Duden Korrektor<br />

nicht jedes Mal auf das fehlende<br />

Satzschlusszeichen in der Überschrift<br />

hinweisen soll. Das spart<br />

Zeit und Klicks!<br />

Verbesserte Prüfung<br />

Wie immer hat EPC das Lexikon<br />

aktualisiert und die Rechtschreib-<br />

und Grammatikprüfung<br />

weiter verbessert. Unter<br />

anderem werden nun noch mehr<br />

überflüssige Kommas gefunden,<br />

wie hier: „Kann es für uns etwas<br />

Schöneres geben, als dabei zu<br />

sein, und das Glück dieser Leute<br />

in uns aufzunehmen?“<br />

Iran: Ein junges Leben für die Freiheit<br />

Mohsen Shekari, 23 Jahre, wurde für die<br />

Teilnahme an einer Demonstration festgenommen<br />

und kürzlich durch den Strang hingerichtet.<br />

Ein junger Mann mit allen Hoffnungen<br />

auf seine eigene Zukunft. Eine grenzenlose<br />

Menschenverachtung, die das Regime der<br />

iranischen Mullahs ja insgesamt prägt. Ein Regime,<br />

das Frauen, die sich für die Wahrung von Menschenrechten<br />

offensiv einsetzten, zu langjährigen Haftstrafen<br />

und hunderten Peitschenhieben verurteilt.<br />

Mit diesem Regime Beziehungen - welcher Art auch<br />

immer - zu pflegen, verbietet sich. -karma-


52 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Hr. Marcks, die digitale Transformation<br />

ist ja voll im Gange.<br />

Welche Entwicklungen - beispielsweise<br />

die Fortentwicklung<br />

der Cloud - helfen den Verlagen<br />

beim Marketing und Steigerung<br />

der Wirtschaftlichkeit weiter:<br />

Michael Marcks, Geschäftsführer alfa Media Partner.<br />

Wege der digitalen<br />

Transformation<br />

Michael Marcks:<br />

Ich sehe hier viel Potenzial in<br />

unterschiedlichen Bereichen.<br />

Am Beispiel Cloud kann man<br />

das tatsächlich gut sehen. Da<br />

ist z.B. der Aspekt der Sicherheit.<br />

Wir haben es jetzt leider<br />

mehrfach erleben müssen, dass<br />

Systeme der Medienindustrie<br />

Opfer von Cyberattacken geworden<br />

sind. Die Systeme in ein<br />

hoch professionelles Rechenzentrum,<br />

wie z.B. das von alfa<br />

Media genutzte Interxion, zu<br />

legen, ist daher eine dringende<br />

Empfehlung. Eine solche Entscheidung<br />

verändert aber auch<br />

die Prozesse und Kosten intern<br />

positiv. Zudem können sie ihren<br />

Kunden so immer die bestmögliche<br />

Performance garantieren.<br />

Es gilt also immer alle Aspekte<br />

bei digitalen Transformationen<br />

zu bedenken.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Wie weit kann der Einsatz von<br />

Künstlicher Intelligenz von<br />

selbstlernender Software für die<br />

Entwicklung der Zeitungs- oder<br />

MENSCHEN<br />

IM<br />

GESPRÄCH


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 53<br />

Zeitschriftenmedien hilfreich<br />

sein?<br />

Michael Marcks:<br />

Das ist eine sehr spannende<br />

Frage. Wir erleben hier gerade<br />

im deutschsprachigen Umfeld<br />

eine Revolution. KI kann<br />

anhand unzähliger Beispiele<br />

aus der Vergangenheit sehr<br />

hilfreich bei der Gestaltung<br />

der Zeitung von morgen sein.<br />

Ob im Print oder im Digitalen,<br />

wir Menschen und unsere Gewohnheiten<br />

sind messbar und<br />

längst nicht so individuell wie<br />

wir gerne glauben wollen. Deshalb<br />

ist alfa auch sehr aktiv in<br />

dieser Richtung und hat unsere<br />

Module um KI-Bausteine von<br />

etablierten Herstellern mit<br />

viel Erfahrung aus anderen<br />

Regionen erweitert. Wir setzen<br />

also, wie in vielen anderen Bereichen<br />

auch sehr erfolgreich,<br />

verstärkt auf starke Partnerschaften.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Am Beispiel von alfa Media<br />

Partner: Welche Tools zur<br />

Marktbeobachtung bzw.<br />

aktuellen Nutzerdaten der<br />

Medienkonsumenten sind derzeit<br />

für den Anwender verfügbar?<br />

Michael Marcks:<br />

Hier sehe ich zwei Bereiche. Einmal<br />

den B2B-Bereich, den wir<br />

durch den Einsatz von HubSpot<br />

als CRM auf ein neues Level<br />

gehoben haben. Dabei können<br />

die individuellen Daten durch<br />

Marktdaten sinnvoll ergänzt<br />

werden. Hier sind wir z.B.<br />

in Österreich bei der Styria-<br />

Gruppe sehr erfolgreich vorgegangen.<br />

Dagegen gibt es für das B2C<br />

Umfeld sehr gute Analyse-<br />

Instrumente die wir sinnvoll ergänzend<br />

in unsere Module eingebaut<br />

haben. Beispielhaft seien<br />

hier nur Bineos, UpScore und<br />

Snowplow Behavioral Platform<br />

genannt. So kann in Echtzeit gemessen<br />

werden, welche Artikel<br />

welche Performance liefern.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Die Generierung von digitalen<br />

Erlösen gestaltet sich ja mitunter<br />

sehr zäh und bedarf<br />

konsequenter Marktbearbeitung.<br />

Welche Lösungsansätze<br />

sehen Sie dabei, z.B.<br />

bei dynamisch strukturieren<br />

Paywalls?<br />

Michael Marcks:<br />

Ein wichtiger Aspekt unserer<br />

Partnerschaft mit fidion ist<br />

nicht nur die tiefe Integration<br />

vom fCMS, sondern auch<br />

Elemente zur Semantik und<br />

eben auch dynamische Paywalls.<br />

In Kombination mit den erwähnten<br />

Analysewerkzeugen<br />

kann das Medienhaus so<br />

permanent testen und steuern,<br />

wie sich die Erlöse erfolgreich<br />

steigern lassen.<br />

Gerade in Krisenzeiten ist zu<br />

merken, dass den Leserinnen<br />

und Lesern eine verlässliche<br />

Information auch Geld wert<br />

ist. Dieses Potenzial gilt es für<br />

die Zukunft noch besser zu<br />

nutzen.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Ein weites Feld stellt ja die Vermarktung<br />

von digitalen<br />

Anzeigenerlösen dar. Wie<br />

weit kann dabei alfa Media<br />

Partner das Medienhaus unterstützen?<br />

Michael Marcks:<br />

Eine der vielen Stärken unserer<br />

Anzeigenlösung AdSuite Market<br />

ist der vielfältige Einsatz von<br />

Paketen die sowohl Print-, als<br />

auch Digitale Anzeigen, Radio-<br />

Spots oder Videos enthalten.<br />

So können interessante Angebote<br />

geschnürt werden, die<br />

den Kunden den Wechsel ins<br />

Digitale leichter machen.<br />

Und ganz aktuell sind wir dabei,<br />

in Kooperation mit unserem<br />

Kunden Mediahuis eine neue<br />

Lösung für den deutschen<br />

Markt zu etablieren, wie digitale<br />

Anzeigen transparent und<br />

effizient ausgespielt werden<br />

können und damit die Abhängigkeit<br />

der bekannten Netzwerke<br />

merklich zu reduzieren.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Bei meinen kürzlichen Besuchen<br />

beim „The Baltimore Sun“, „New<br />

York Times“ und „Toronto Star“<br />

ist mir doch die zu europäischen<br />

Medienhäusern unterschiedliche<br />

Arbeitsorganisation aufgefallen.<br />

Konsequentes, tägliches<br />

Data-Mining ist dort sehr<br />

weit fortgeschritten.<br />

Könnte das auch ein Trend für<br />

alfa Media Partner verfügt über jahrzehntelange Expertise bei der Entwicklung zukunftsweisender<br />

Software für die Medienindustrie.<br />

Redaktions- und Anzeigenlösungen sowie auch ein Modul für den Zeitungsvertrieb setzen umfassende<br />

Praxiskenntnisse bei der Projektrealisierung voraus. Im Gespräch mit Michael Marcks, Geschäftsführer<br />

bei alfa Media Partner.


54 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

europäische Zeitungshäuser<br />

sein?<br />

Michael Marcks:<br />

Auf jeden Fall. Es gibt in<br />

Deutschland ja das Projekt<br />

DRIVE von Schickler welches<br />

wir mit unseren Kunden unterstützen,<br />

um genau diesen<br />

Ansatz der Analyse zu unterstützen.<br />

Zudem geben wir mit<br />

den richtigen Werkzeugen den<br />

Häusern auch individuell die<br />

Möglichkeit Daten zu analysieren<br />

und entsprechend<br />

zu agieren. Ich glaube also,<br />

dass die Technik durchaus zur<br />

Verfügung steht, sich in den<br />

täglichen Routinen aber noch<br />

stärker etablieren muss. Ich<br />

kann genau das aber bei vielen<br />

unserer Kunden aktuell beobachten<br />

und bin optimistisch,<br />

dass wir es, wie bei vielen<br />

Trends, am Ende etwas später,<br />

dafür aber meist besser machen.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Hr. Marcks, ich danke Ihnen für<br />

dieses Gespräch. Ich wünsche<br />

Ihnen Frohe Festtage!<br />

Michael Marcks:<br />

Gleichfalls, Hr. Malik und vielen<br />

Dank für das interessante Gespräch.<br />

Lineup Systems Inc. und msp Partner GmbH kooperieren<br />

Lineup Systems ist weltweit<br />

erfolgreich mit hochintegrierter<br />

Anzeigen-Software aktiv, u.a.<br />

bei der New York Times. Für<br />

den deutschsprachigen Bereich<br />

in Deutschland, dem größten<br />

Medienbereich innerhalb der<br />

EU, und Österreich und der<br />

Schweiz, haben sich 2 erfolgreiche<br />

zu einer fortführenden<br />

Kooperation zusammengeschlossen.<br />

Foto: Philipp Genev, Sales Director DACH,<br />

Central & Soutern Europe<br />

Lineup konzentriert sich auf die<br />

globale Weiterentwicklung der<br />

Software und das Best Practice<br />

Schnittstellen Design.<br />

MSP mit dem Standort Bremen<br />

als erfahrener Systemintegrator<br />

begleitet Medienhäuser im<br />

deutschsprachigen Raum seit<br />

über 20 Jahren in der Entwicklung<br />

und Transformation<br />

ihrer Prozesse und IT-Systeme.<br />

-karma-<br />

Medien in Österreich – Verband der Auslandspresse kritisiert ‚Wiener Zeitung‘-Pläne<br />

Die älteste Tageszeitung der Welt vor dem Aus?<br />

Europaweit ist die Print-Ausgabe die tragende Säule mit 80-85 Prozent der Erlöse. Die digitale Vermarktung von<br />

Content gehört im Wesentlichen den ganz Großen weltweit wie Google etc. die damit Milliarden verdienen. Mit<br />

ihren Print-Ausgaben können nationale und regionale Medienhäuser nicht auf diese Marktpräsenz mit bezahlten<br />

Inhalten verzichten. Wenigstens mittelfristig. Das gilt auch für Österreich.<br />

Kritik an den Regierungsplänen<br />

zur Wiener Zeitung<br />

kommt nun auch vom Verband<br />

der Wiener Auslandspresse.<br />

„Die Pläne der österreichischen<br />

Regierung zur Einstellung<br />

der gedruckten Ausgabe der<br />

‚Wiener Zeitung‘ sind aus der<br />

Sicht des Verbandes der Auslandspresse<br />

in Wien falsch“,<br />

schreibt die Organisation in<br />

einer Aussendung. Um die Vielfalt<br />

der Qualitätsmedien sei es<br />

in Österreich im europäischen<br />

Vergleich „ohenhin nicht besonders<br />

gut bestellt“, die Pläne<br />

zur Wiener Zeitung würde diese<br />

beschädigen. „Gerade die Wiener


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 55<br />

Zeitung insbesondere mit ihrer<br />

tiefgründigen Auslandsberichterstattung<br />

ist eine sehr wichtige<br />

Stimme nicht nur für Österreich<br />

allein. Die Einstellung<br />

der Printausgabe könnte der<br />

Einstieg zum endgültigen<br />

Ende der „Wiener Zeitung“<br />

sein“, befürchtet der Verband.<br />

Die Wiener Zeitung als älteste<br />

Zeitung der Welt war und sei<br />

„ein Leuchtturm für den Qualitätsjournalismus<br />

in Europa.<br />

Dieses Gut wegen Einsparungen<br />

weniger Millionen Euro unwiederbringlich<br />

zu zerstören,<br />

ist aus der Sicht der Auslandspresse<br />

in Wien kurzsichtig,<br />

fahrlässig und medial gefährlich.“<br />

Der Verband fordert<br />

daher, die Zukunft des Medienunternehmens<br />

dauerhaft zu<br />

sichern. Thema im Presseclub<br />

Concordia war auch die „Wiener<br />

Zeitung“, die künftig primär<br />

als Online-Medium und nur<br />

nach „Maßgabe der finanziellen<br />

Mittel“ auch als Print-Tageszeitung<br />

erscheinen soll.<br />

Die „Wiener Zeitung“ ist im Besitz<br />

der Republik Österreich.<br />

Eva Blimlinger, Mediensprecherin<br />

der Grünen, wies<br />

darauf hin, dass zwar zahlreiche<br />

Vorgespräche mit potenziellen<br />

Käufern wurden, doch niemand<br />

daraufhin ein Angebot vorgelegt<br />

habe. Blimlinger erklärte sich<br />

das u.a. damit, dass eine Print-<br />

Tageszeitung „kein Zukunftsinvestment“<br />

sei.<br />

-karma-<br />

Zeichen setzen für Nachhaltigkeit? Warum der<br />

Handzettel-Abschied zu voreilig sein könnte<br />

• GfK-Daten zeigen, dass Alternativen für gedruckte Prospekte gut durchdacht sein müssen<br />

• Statement des GfK-Experten Daniel Schönknecht zu der Abschaffung des Papier-Handzettels<br />

Immer mehr Handelsketten und Einzelhändler wollen den klassischen Papier-Handzettel ersetzen und<br />

Promotion-Aktionen zukünftig durch alternative Kommunikationswege bewerben – beispielsweise online oder<br />

per App. Ist das angesichts der Inflation und Preissensitivität großer Bevölkerungsgruppen eine gute Idee? GfK<br />

zeigt in einer neuen Studie zur Relevanz des Handzettels aktuelle Trends und Empfehlungen für Händler auf.<br />

Prospekte mit Rabatt-<br />

Aktionen (auch als Handzettel<br />

oder Werbeflyer geläufig)<br />

kennt jeder, dessen Briefkasten<br />

kein Werbeverbotshinweis<br />

ziert. Das steigende Klima- und<br />

Umweltbewusstsein breiter Bevölkerungsteile<br />

ist für große<br />

Handelsketten zunehmend einer<br />

von vielen Gründen, darauf<br />

zu verzichten und dies auch<br />

öffentlichkeitswirksam zu verkünden.<br />

Die aktuelle GfK-Studie<br />

zur Gegenwart und Zukunft des<br />

Handzettels hat mithilfe von<br />

GfK Consumer Panel Daten und<br />

einer Ad-hoc Befragung unter<br />

1.500 Konsumenten erhoben,<br />

wie sinnvoll das Abschaffen von<br />

Prospekten ist. Dazu unterscheidet<br />

sie vier Zielgruppen:<br />

Komplettverweigerer, Papierliebhaber,<br />

Multichannel-Fans und<br />

moderne Angebotssucher. Die<br />

Ergebnisse zeigen, dass aktuell<br />

nur 5 Prozent der Bevölkerung zu<br />

den modernen Angebotssuchern<br />

zählen, also Personen, die sich<br />

rein digital über Angebote und<br />

Produkte informieren (2018: 4<br />

Prozent). Der Anteil an Multichannel-Fans,<br />

die sowohl online<br />

als auch über gedruckte Handzettel<br />

nach Sonderangeboten<br />

suchen, wuchs hingegen seit<br />

2018 deutlich von 41 Prozent auf<br />

47 Prozent. Diese Entwicklung<br />

zeigt, dass es eine langsame Verlagerung<br />

von Papier- zu digitalen<br />

Prospekten in der Leserschaft<br />

gibt, die in Zukunft sicherlich<br />

noch wachsen wird. Da die<br />

Komplettverweigerer stabil<br />

zwischen 13 Prozent und 15 Prozent<br />

liegen, macht die Gruppe der<br />

reinen Papierliebhaber nur noch<br />

ein Drittel des Gesamtmarkts<br />

aus.<br />

Sonderangebote gewinnen noch<br />

an Bedeutung<br />

Die Bedeutung von Angeboten<br />

steigt aktuell in allen Zielgruppen,<br />

was mit der schwierigen<br />

wirtschaftlichen Gesamtsituation<br />

zusammenhängt. Mehr<br />

als 80 Prozent aller Prospektleser<br />

(digital oder gedruckt) sind bereit,<br />

für den Einkauf eines Sonderangebots<br />

vom Stammgeschäft<br />

zur werbenden Einkaufsstelle<br />

zu wechseln. Zwei Drittel der<br />

Konsumenten nutzen Prospekte,<br />

um ihren Einkauf zu planen; 28<br />

Prozent immerhin noch, um sich<br />

inspirieren zu lassen – es gibt<br />

also einen direkten Zusammenhang<br />

zwischen attraktiven Angeboten<br />

und der Einkaufsstättenwahl.<br />

Entsprechend steigt für<br />

Händler, die den Papierhand-


56 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

zettel ersatzlos abschaffen<br />

wollen, das Risiko Kunden zu<br />

verlieren. Um dem entgegenzuwirken,<br />

sollten Händler auch die<br />

reinen Papierliebhaber berücksichtigen<br />

und entsprechende<br />

Übergangslösungen für diese anbieten.<br />

Der Großteil der Kunden hat<br />

Verständnis für die Abschaffung<br />

papiergebundener Prospekte,<br />

was überwiegend auf Umweltaspekte<br />

zurückzuführen ist.<br />

Auch der aktuelle GfK-Nachhaltigkeitsindex<br />

zeigt die große<br />

Bedeutung von Nachhaltigkeit<br />

für den Konsumenten auf.<br />

Für Händler ist es aber wichtig,<br />

auch diejenigen über alternative<br />

Kanäle zu erreichen, die sich<br />

bisher ausschließlich oder teilweise<br />

über Papier-Handzettel<br />

informiert haben. Sie sollten<br />

zum Beispiel eigenständige Apps<br />

und mobil nutzbare Angebote<br />

(weiter-)entwickeln und klar<br />

die nutzerfreundlichen Vorteile<br />

kommunizieren, um Hürden für<br />

den Wechsel zu digitalen Medien<br />

abzubauen. Die Studie zeigt,<br />

dass es sinnvoll ist aktuell noch<br />

zweigleisig zu fahren, es aber<br />

trotzdem Möglichkeiten gibt,<br />

mit umweltfreundlicheren Alternativen<br />

wie Handzetteln mit<br />

einer reduzierten Seitenanzahl<br />

oder in kleinerem Papier-Format<br />

Zeichen für die Nachhaltigkeit zu<br />

setzen.<br />

Maßgeschneidert und benutzerfreundlich:<br />

Warum PDFs nicht<br />

genügen<br />

An Online-Angeboten schätzen<br />

mehr als die Hälfte aller Nutzer<br />

besonders die Übersichtlichkeit<br />

sämtlicher Coupons und Rabatte<br />

(„alles auf einen Blick“) und 47<br />

Prozent die Vermeidung von<br />

Papiermüll. Besonders wichtig<br />

ist bei digitalen Angeboten<br />

die Nutzerfreundlichkeit: Es<br />

reicht nicht, einen Link zu einer<br />

Händlerwebsite zu verschicken,<br />

auf der Kunden ihre Postleitzahl<br />

noch einmal eingeben müssen,<br />

um dann ein PDF herunterzuladen.<br />

Stattdessen erwarten<br />

Kunden maßgeschneiderte Angebote,<br />

Suchfunktionen, Apps<br />

und moderne Funktionen.<br />

Händler benötigen daher ein umfassendes<br />

Verständnis über die<br />

Vorlieben ihrer Handzettel-Leserschaft<br />

und wie man die Angebotskommunikation<br />

benutzerfreundlich<br />

in digitaler Form anbietet.<br />

Zur Studie<br />

Für die Studie im FMCG und<br />

Nonfood Markt hat GfK das<br />

Kaufverhalten im GfK Consumer<br />

Panel analysiert und außerdem<br />

1.500 Teilnehmer aus einer<br />

repräsentativen Stichprobe<br />

Ad-hoc befragt. Die Konsumentenbefragung<br />

fand zwischen<br />

September und Oktober <strong>2022</strong><br />

statt. Der PDF-Gesamtbericht<br />

zeichnet auf mehr als 100 Seiten<br />

ein Gesamtbild der aktuellen<br />

Marktentwicklung der Prospekt-<br />

Leserschaft. Er enthält pro Zielgruppe<br />

eine Profilierung inklusive<br />

digitalem Nutzungsprofil,<br />

zeigt für verschiedene Handelsketten<br />

auf, wie gut Promotions<br />

für verschiedene Warengruppen<br />

in bestimmten Handelsketten<br />

performen. Die Studie liefert<br />

außerdem Insights zu den<br />

Käufer-Einstellungen in Bezug<br />

auf Einkauf, Qualität, Innovation,<br />

Medien und Online-Themen.<br />

Individuelle Auswertungen sind<br />

je nach Bedarf möglich.<br />

Axel Springer startet Metaverse-Angebot<br />

Axel Springer gilt bei digitalen Innovationen als<br />

einer der Vorreiter unter den deutschen Medienhäusern.<br />

Jetzt hat der Berliner Konzern unter<br />

dem Namen Metaverse Club eine eigene Metaverse-Plattform<br />

an den Start gebracht. Das zusammen<br />

mit der Unreal Engine von Epic Games<br />

entwickelte Portal ermöglicht es, virtuelle Welten<br />

und Erlebnisse zu produzieren und diese live<br />

auf Twitch, YouTube und anderen Kanälen zu<br />

streamen.<br />

Zum Launch des Metaverse Clubs wurde ein<br />

virtuelles Live-Konzert des Streamers und<br />

Musikers Jens Knossalla (Knossi) veranstaltet,<br />

das nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Live-<br />

Zuschauer auf Twitch verfolgten. Bei dem Event<br />

konnten eingeladene Gäste mit ihren Avataren<br />

im Metaverse Club feiern, sich unterhalten und<br />

gemeinsam tanzen. Neben der Live-Reichweite<br />

werden über 1 Mio. Views über alle Plattformen<br />

im Re-live erwartet. Media Impact, der Vermarkter<br />

von Axel Springer, hat für das Konzert<br />

KIA als exklusiven Launch-Partner im Metaverse<br />

gewonnen. Im Rahmen der Kooperation hat die<br />

Automobilmarke das Modell KIA Niro als zentrales<br />

Element auf der Konzertbühne interaktiv in Szene<br />

gesetzt.


world edition<br />

<strong>PreMedia</strong><br />

world edition<br />

Newsletter<br />

MANAGEMENT INFORMATION FOR THE MEDIA INDUSTRY<br />

<strong>PreMedia</strong><br />

Newsletter<br />

<strong>PreMedia</strong> Newsletter –<br />

about all media canals away:<br />

Print – Online – APP<br />

INFORMATIONEN FÜR DAS<br />

TOP-MANAGEMENT<br />

www.premedianewsletter.com<br />

09/10 2020 NUMBER 9 VOLUME 25<br />

DER MEDIENINDUSTRIE<br />

<strong>PreMedia</strong><br />

Newsletter<br />

<strong>PreMedia</strong> Newsletter –<br />

world edition<br />

über alle Medienkanäle hinweg:<br />

Print – Online – APP<br />

MANAGEMENT INFORMATION FOR THE MEDIA INDUSTRY<br />

www.premedianewsletter.de<br />

SEPTEMBER 2020 AUSGABE 9 JAHRGANG 25<br />

<strong>PreMedia</strong> Newsletter –<br />

about all media canals away:<br />

Print – Online – APP<br />

www.premedianewsletter.com<br />

11/12 2020 NUMBER 11/12 VOLUME 25<br />

<strong>PreMedia</strong><br />

Newsletter<br />

world edition<br />

INFORMATIONEN FÜR DAS<br />

TOP-MANAGEMENT<br />

DER MEDIENINDUSTRIE<br />

<strong>PreMedia</strong> Newsletter –<br />

über alle Medienkanäle hinweg:<br />

Print – Online – APP<br />

www.premedianewsletter.de<br />

NOV/DEZ 2020 AUSGABE 11/12 JAHRGANG 25<br />

TECH GIANTS ARE<br />

THE BIGGEST MEDIA<br />

COMPANIES<br />

Die Zukunft<br />

bezahlter Medien<br />

THE FUTURE OF<br />

PAID MEDIA<br />

Zeitung<br />

Quo vadis?<br />

• Managementinformationen<br />

für die Medienindustrie<br />

• Interviews mit den Entscheidernaus den<br />

Verlagenund der Lieferindustrie<br />

Über alle Medienkanäle<br />

international informiert.<br />

• Weltweite Informationen aus der<br />

Medienindustrie<br />

• Vorstellung neuer Produkte<br />

Bitte kopieren Sie diese Seite und faxen Sie diese an uns zurück oder senden Sie<br />

uns eine e-Mail an: info@premedianewsletter.de<br />

Fax-Hotline<br />

(0 62 23) 741 39<br />

International<br />

Media Magazin<br />

<strong>PreMedia</strong><br />

Print & Online & TV & Radio<br />

Abonnement-<br />

Bestellschein<br />

<strong>PreMedia</strong> Newsletter GmbH<br />

– Abonnenten-Service –<br />

Adalbert-Seifriz-Straße 53<br />

D-69151 Neckargemünd<br />

Bestellung für 12 Ausgaben:<br />

Inland: EUR 186,00 inkl. MWSt. und inkl. Versandkosten<br />

Ausland: EUR 185,00 exkl. MWSt.<br />

Online-Abonnement:<br />

Inland: 95,00 EUR +7% MWSt. für 12 Ausgaben <strong>World</strong><br />

Ausland: 65,00 EUR für 12 Ausgaben <strong>World</strong><br />

Das Abonnement verlängert sich nach Ablauf automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, falls es nicht 4 Wochen zuvor gekündigt wurde.<br />

3 Ausgaben des <strong>PreMedia</strong> Newsletters zum<br />

Kennenlernen im digitalen Flipbook-Format:<br />

€ 12,00 zzgl. 7% MWSt.<br />

Absender:<br />

Lieferung (bitte ankreuzen) ¨ Inland* ¨ Ausland*<br />

Name: ...................................................................................................................<br />

Firma: ...................................................................................................................<br />

Straße: ...................................................................................................................<br />

Ort: ...................................................................................................................<br />

Telefon: ...................................................................................................................<br />

Telefax: ...................................................................................................................<br />

Email: ...................................................................................................................


58 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Lieber Herr Dr. Trespe, Sie<br />

haben jetzt über 20 Jahre die<br />

sabris ag geleitet, fällt es leicht<br />

jetzt den Staffelstab zu übergeben?<br />

Dr. Karl Friedrich Trespe:<br />

Lieber Herr Malik, ich bin<br />

glücklich, das Unternehmen<br />

an meine Söhne übergeben zu<br />

können; wem ist es schon vergönnt,<br />

ein gut laufendes Unternehmen<br />

an die eigenen Söhne<br />

übergeben zu können.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Was hat Ihr ältester Sohn bisher<br />

beruflich gemacht?<br />

von links: Timo Trespe, Dr. Karl Friedrich Trespe, Dr. Benjamin Trespe<br />

Optimierungspotenziale<br />

in der Logistik<br />

Dr. Karl Friedrich Trespe:<br />

Dr. Benjamin Trespe hat an<br />

der European Business School<br />

in Oestrich-Winkel studiert<br />

und dort zum Thema Geomarketing<br />

in der Automobilindustrie<br />

promoviert. Seine<br />

berufliche Laufbahn begann er<br />

bei Porsche und kam über eine<br />

Station bei Wiesmann zu Jaguar<br />

Land Rover, wo er die letzten<br />

10 Jahre tätig war, zuletzt als<br />

Brand Director für den Raum<br />

Middle East & North Africa in<br />

Dubai. Mich freut es, dass er<br />

jetzt zusammen mit seinem<br />

Bruder Timo Trespe das Unternehmen<br />

leiten wird.<br />

MENSCHEN<br />

IM<br />

GESPRÄCH


TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE 59<br />

Ich werde zum Jahresende in<br />

den Aufsichtsrat wechseln.<br />

Der Generationenwechsel ist<br />

der Garant für die zahlreichen<br />

Kunden der sabris ag, dass die<br />

Entwicklung und Einführung<br />

der Produkte nahtlos weitergehen<br />

wird. Der Schwerpunkt<br />

der Projekte liegt aktuell in<br />

einer deutlichen Kosteneinsparung<br />

in der Logistik, einem<br />

der bedeutenden Themen in der<br />

Verlagsbranche.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Herr Dr. Benjamin Trespe, wie<br />

stehen Sie zu Ihren neuen Aufgaben?<br />

Dr. Benjamin Trespe:<br />

Es ist eine spannende Herausforderung<br />

eine neue Branche<br />

kennenzulernen. Zudem ist es<br />

eine große Verantwortung in<br />

die Fußstapfen meines Vaters<br />

zu treten. Ich freue mich, gemeinsam<br />

mit meinem Bruder<br />

die sabris ag erfolgreich weiterentwickeln<br />

zu können und die<br />

hohe Kundenzufriedenheit<br />

erhalten zu können. Helfen wird<br />

mir dabei sicherlich, dass ich<br />

in den letzten 18 Jahren Aufsichtsrat<br />

der sabris ag war und<br />

somit die Produkte und Projekte<br />

quasi von der Seitenlinie aus<br />

begleitet habe.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Lieber Herr Dr. Trespe, die<br />

Zeitungsverlage in Deutschland,<br />

Österreich und der Schweiz<br />

stehen unter steigend hohem<br />

Kostendruck. Der Zeitungsvertrieb<br />

nimmt mit 35% an<br />

den Gesamtherstellungskosten<br />

der gedruckten Zeitung den<br />

höchsten Kostenfaktor ein.<br />

Welche Lösungen kann sabris<br />

in der Organisationsentwicklung<br />

den Zeitungs- und<br />

Zeitschriftenhäusern anbieten,<br />

um zu Kostensenkungen bei<br />

gleicher Zustellungs-Aktualität<br />

der gedruckten Zeitung zu<br />

kommen?<br />

Dr. Karl Friedrich Trespe:<br />

Diese Kostenentwicklung<br />

sehen wir auch in den von uns<br />

betreuten Verlagen, aber in<br />

abgeschwächter Form. In den<br />

letzten 5-10 Jahren haben<br />

viele unserer Kunden noch<br />

mit den klassischen Geomarketingprodukten<br />

die Zustellbezirke<br />

neu geplant und<br />

darüber bis zu 15% der reinen<br />

Zustellkosten eingespart und<br />

„by the way“ auch die Zahl der<br />

Zusteller reduziert. Heute<br />

sind sie mit Hilfe unserer<br />

sabris-Logistikplattform in<br />

der Lage, Potenziale in verschiedenen<br />

Bereichen des<br />

Zustellprozesses zu heben<br />

und dadurch die Gesamtherstellungskosten<br />

im Logistikbereich<br />

zu reduzieren.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Das ist interessant, wie geht es<br />

weiter?<br />

Timo Trespe:<br />

Die klassischen Vertriebssysteme<br />

bieten der Vertriebsorganisation<br />

heute wenig<br />

Unterstützung bei der Abwicklung<br />

der Geschäftsprozesse.<br />

Vor Jahren haben wir bereits<br />

begonnen, die Abwicklung<br />

zwischen Zustellern und Gebietsleitern<br />

durch das Zustellmanagementportal<br />

auf neue<br />

Beine zu stellen. Heute sind<br />

wir in der Lage unsere Kundenlösungen<br />

auszuweiten, die<br />

einen automatisierten, digitalen<br />

und vor allem transparenten<br />

Prozess im Rahmen des Zustell-Management-Ablaufs<br />

ermöglicht. Das bietet enorme<br />

Potenziale.<br />

Dr. Benjamin Trespe:<br />

Ich möchte ergänzen, dass<br />

auf unserem Kundentag im<br />

September ein Verlag über 25%<br />

realisierte Kosteneinsparungen<br />

bei den Gebietsleitern im ersten<br />

Jahr berichtete.<br />

Die Logistik der Verlage steht unter einem sehr starken Kostendruck. Die Printaboerlöse sinken und<br />

gleichzeitig steigen die Personalkosten kontinuierlich. Die sabris ag hat in den letzten Jahren auf die<br />

Optimierung der Logistikkosten einen besonderen Schwerpunkt gelegt und damit vielen Verlagen<br />

bereits deutliche Einsparungen ermöglicht.<br />

Seit über 20 Jahren steuert Dr. Trespe die sabris ag und hat das Unternehmen konsequent auf die<br />

Medienindustrie ausgerichtet. Seit 10 Jahren unterstützt sein Sohn Timo Trespe im Unternehmen und<br />

verantwortet seit mehreren Jahren als Vorstand die Bereiche Entwicklung, Beratung und Service.<br />

Einen Schwerpunkt der sabris ag bilden Unternehmen aus dem Medienbereich, speziell Zeitungs- und<br />

Zeitschriftenverlage. Es werden branchenspezifische Lösungen und Produkte entwickelt. Im Bereich<br />

Geomarketing wurde dafür eine komplette Lösungspalette für Verlage entwickelt. In den letzten<br />

Jahren liegt hier ein deutlicher Schwerpunkt auf dem Logistikbereich.<br />

Im September kam nun der ältere Sohn Dr. Benjamin Trespe auch als Vorstand in das Unternehmen<br />

und übernimmt zum Jahreswechsel die Aufgaben von Dr. Trespe.


60 TRENDS IN DER MEDIENINDUSTRIE<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Welches Zeitbudget muss der<br />

Zeitungsverlag für die erfolgreiche<br />

Neuorganisation mit<br />

sabris planen?<br />

Lösungen für Vertriebs-Optimierung:<br />

Dr. Karl Friedrich<br />

Trespe, Dr. Benjamin<br />

Trespe<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Wie stellt sich jetzt Ihr Gesamtangebot<br />

dar?<br />

Timo Trespe:<br />

Wir bieten unseren Kunden<br />

mittlerweile ein digitales durchgängiges<br />

Logistiksystem an<br />

und mehrere Verlage setzen<br />

diese Lösung jetzt ohne ein<br />

klassisches Verlagssystem ein.<br />

Eine Aboverwaltung wird dann<br />

z.B. in eSuite abgebildet und die<br />

Prozesse bis zum Bruttolohn<br />

sind in sabris und da speziell<br />

im Zustellmanagementportal<br />

(ZmP) abgebildet.<br />

Dr. Benjamin Trespe:<br />

Gerade in diesen Tagen ist<br />

es uns wieder gelungen eine<br />

größere Verlagsgruppe für diese<br />

Lösung zu begeistern.<br />

Timo Trespe:<br />

Das Setup der Anwendungen<br />

ist schnell erledigt, das<br />

Customizing auch. Die Umsetzung<br />

ist ein strategischer<br />

Prozess, der mit viel Augenmaß<br />

und Fleiß gemacht werden<br />

muss. Einige hundert oder<br />

tausend Zusteller an das System<br />

zu bringen, gelingt auch nicht<br />

von heute auf morgen; gezielte<br />

Kommunikation und<br />

Anreize sind notwendig. Eine<br />

Neuorganisation der Kernprozesse<br />

der Gebietsleiter muss<br />

strategisch angegangen werden.<br />

Für alle Themen haben wir<br />

Leitfäden bzw. unterstützen die<br />

Verlage persönlich.<br />

Timo Trespe:<br />

Innerhalb von 4-6 Wochen<br />

nach der Entscheidung können<br />

wir die erste Installation abgeschlossen<br />

haben und dem<br />

Verlag die Logistik transparent<br />

machen und Optimierungsansätze<br />

aufzuzeigen. Im<br />

Weiteren ist es verlagsabhängig,<br />

wo die Schwerpunkte gesetzt<br />

werden. Insgesamt sehen<br />

wir die organisatorischen<br />

Änderungen als einen<br />

permanenten Verbesserungsprozess,<br />

der von der Vertriebsleitung<br />

ausgehen muss und im<br />

Tagesgeschäft kontinuierlich<br />

auch von den Gebietsleitern<br />

ausgeführt wird.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Hr. Dr. Trespe, Herren Trespe<br />

jr., ich danke Ihnen sehr für<br />

dieses Gespräch.<br />

Herren Trespe:<br />

Sehr gerne geschehen,<br />

Hr. Malik.<br />

<strong>PreMedia</strong>:<br />

Wie müssen wir uns solch ein<br />

großes Projekt bei dem Kunden<br />

vorstellen?<br />

Dr. Karl Friedrich Trespe:<br />

Die Kernfrage für solch einen<br />

Neukunden ist zunächst<br />

make or buy, d. h. will er die<br />

technische Infrastruktur wie<br />

Webserver etc. selbst aufbauen<br />

oder greift er auf die bewährte<br />

sabris-Cloudlösung zurück.<br />

Auch diese Verlagsgruppe hat<br />

sich für ein Hosting bei sabris<br />

entschieden.<br />

Das sabris-AG-Firmengebäude in Bad Camberg


Innovation & Erfahrung<br />

Orthomolekulare und mitochondriale Medizin<br />

Eisen- und Infusionszentrum<br />

Orthopädie und Sportmedizin<br />

Seit 1991 wurden bereits über 85.000 Patienten an<br />

verschiedenen Praxisstandorten in Heidelberg durch<br />

Dres. Huppertz behandelt.<br />

Die ursprünglich rein schulmedizinisch<br />

ausgerichtete Orthopädische Praxis<br />

in Heidelberg-Neuenheim (1991-2008)<br />

veränderte sich nach Neugründung<br />

in eine Praxis für ganzheitliche<br />

Orthopädie am Adenauerplatz<br />

(2008-2020). Unter neuem Namen<br />

PROHMED by Dr. Huppertz eröffnete<br />

das Ärztepaar am 01.11.2021<br />

Ihre neue Privat- und Selbstzahlerpraxis<br />

in Heidelberg-Bahnstadt, Eppelheimer<br />

Str. 14.<br />

Dr. med. Kathrin G. Huppertz arbeitet nach umfassenden<br />

Fort- und Weiterbildungen im In- und Ausland als<br />

Ärztin für molekulare und mitochondriale Medizin<br />

insbesondere in den Bereichen Komplementärund<br />

Regulationsmedizin, TCM, Naturheilkunde,<br />

Orthomolekulare Medizin, Darmgesundheit,<br />

Ernährungsmedizin und Hormone. 2008 gründete<br />

sie das Eisenzentrum Heidelberg als erstes<br />

süddeutsches Eisenzentrum. Sie leitet das<br />

Infusionszentrum sowie die Abteilung für Ästhetische<br />

Medizin unter dem Motto „Besser aussehen heißt<br />

wohlfühlen“.<br />

Dr. med. Ralf Huppertz, FA für Orthopädie, Sportmedizin,<br />

Chirotherapie und physikalische Therapie behandelt<br />

Patienten unter ganzheitlichem Blick mit Schwerpunkt<br />

Wirbelsäulenprobleme und Arthrose.<br />

Er betreute diverse Teams national<br />

und international unter anderem im<br />

Rugby, Tennis, Handball, Wassersport,<br />

Wintersport, Rad- und Laufsport, ist<br />

seit Jahren selbst begeisterter Golfer<br />

und ausgebildeter Golf-Medical-Coach.<br />

Einer umfassenden Anamnese und<br />

Untersuchung in der Praxis folgen<br />

modernste Laboranalysen sowie<br />

neueste bildgebende Verfahren teilweise<br />

in Kooperation. Nach exakter Diagnose<br />

werden individuell angepasste Therapiepläne erstellt. Die<br />

Patienten erhalten unter anderem verschiedene Injektionen<br />

(Mesotherapie, PRP, Hyaluronsäure etc.), Infusionen,<br />

Laserbehandlungen, Akupunktur, Höhentraining mit<br />

IHHT (Intermittierender Hypoxie-Hyperoxie-Therapie)<br />

und viele andere Anwendungen direkt in den modernen<br />

Praxisräumen. PROHMED by Dr. Huppertz bedeutet<br />

umfassende Untersuchung – zielgerichtete Diagnostik<br />

– verständliche Erklärung der medizinischen Probleme<br />

– moderne und schonende Therapie in angenehmer<br />

Atmosphäre durch ein kompetentes und einfühlsames<br />

Team.<br />

PROHMED by Dr. Huppertz<br />

Eppelheimer Str. 14, 9115 Heidelberg, Tel.: 06221 6584178, www.prohmed.de


62 MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE<br />

Serie an Großaufträgen setzt sich fort:<br />

Hankyung Media Group investiert in<br />

zwei neue COLORMAN e:line Anlagen<br />

Projekt ist auch, dass die Ausgabe<br />

zum 60-jährigen Firmenjubiläum<br />

in 2024 die beste<br />

Druckqualität aller in Korea gedruckter<br />

Zeitungen haben wird.<br />

Mit diesen Eigenschaften bietet<br />

die Produktionsanlage natürlich<br />

auch für Lohndruck-Aufträge<br />

aus dem koreanischen Zeitungsmarkt<br />

viele attraktive Vorteile.“<br />

Von links nach rechts: Mr. Park BumSuk – AllesInternational CEO, Mr. Kim Dong-Suk – Printing Manager,<br />

Heiko Ritscher – Vice President Sales & Service International, Franz Kriechbaum – CEO manroland Goss web systems<br />

Mr. Kim Jung-Ho – President & CEO of The Korea Economic Daily, Mr. Park Hae-Jun – General Affairs Director,<br />

Mr. Mr. Hyun Seung-Yoon – Executive Director, Mr. Lee Seo-Jun – Finance Director, Mr. Jung Hee-Jun – Production<br />

Director, Mr. Ryoo Won-Seok – Management Support General Manager<br />

Die<br />

südkoreanische<br />

Hankyung Media Group,<br />

die u.a. den „The Korea<br />

Economic Daily“ druckt, investiert<br />

in ein umfassendes<br />

Zeitungsdruckmaschinen-<br />

Projekt bei manroland Goss.<br />

Damit entscheidet sich das<br />

traditionsreiche Medienunternehmen<br />

für höchste<br />

Druckqualität, schnellste<br />

Produktionsgeschwindigkeiten<br />

und Automatisierung Stateof-the-Art.<br />

Das Kernstück der<br />

von Grund auf neu gebauten<br />

Druckerei bilden zwei hochautomatisierte<br />

COLORMAN e:line<br />

Maschinen, welche zukünftig<br />

den Druckmarkt in Südkorea<br />

mit qualitativ hochwertigsten<br />

Druckprodukten bedienen wird.<br />

Hankyung Media Group setzt<br />

mit den neuen COLORMAN<br />

e:line Anlagen ein starkes<br />

Zeichen für die Zukunft des<br />

koreanischen Zeitungsmarkts<br />

Modernste Automatisierungstechnologie<br />

schafft die Basis für<br />

die effiziente Abwicklung von<br />

Lohndruck-Aufträgen<br />

Die COLORMAN e:line Technologie<br />

hebt den Qualitätsstandard<br />

in der koreanischen Zeitungsindustrie<br />

auf ein neues Level<br />

Am neuen Produktionsstandort<br />

in Bupyeong National Industrial<br />

Complex in Incheon entsteht<br />

eine neue hochmoderne<br />

Druckerei auf einem 3.700<br />

m² großen Grundstück. Dabei<br />

werden die Druckmaschinen<br />

durch einen sehr hohen Automatisierungsgrad<br />

und höchste<br />

Produktionsleistung auf<br />

Produktivität bei bester Druckqualität<br />

getrimmt.<br />

Nach der Unterzeichnung des<br />

Vertrages im September <strong>2022</strong> ist<br />

Mr. Hyun, Executive Director,<br />

überzeugt: „Mit der Anschaffung<br />

der COLORMAN e:line verfügen<br />

wir zukünftig über die leistungsstärkste<br />

und am weitesten automatisierte<br />

Produktionsanlage<br />

für Tageszeitungen in Korea.<br />

Ein Hauptaugenmerk in diesem<br />

Heiko Ritscher, Vertriebsleiter<br />

bei manroland Goss ergänzt:<br />

„Zwei Partner mit ähnlichen<br />

Zielen arbeiten in diesem<br />

Projekt zusammen. Einerseits<br />

das Management und Projektteam<br />

von „Hankyung“ mit<br />

einem Geschäftsmodell, das<br />

neben dem hochqualitativen<br />

Druck der eigenen Tageszeitung<br />

auch den Fokus darauf setzt, in<br />

den nächsten Jahren das größte<br />

Zeitungs-Lohndruck Unternehmen<br />

in Korea zu werden –<br />

dies als klares Bekenntnis zur<br />

Zukunft der gedruckten Tageszeitung<br />

als Nachrichtenkanal.<br />

Und manroland Goss, einem am<br />

Weltmarkt etablierten Lieferant<br />

und Service-Dienstleister für<br />

Weboffset Rotationsmaschinen,<br />

der klar darauf ausgerichtet ist,<br />

diese führende Position weiterhin<br />

zu festigen und auszubauen.“<br />

High-Tech und High-Speed im<br />

Doppelpack made in Augsburg<br />

Die Investition in die Zukunft<br />

zeichnet sich durch klare<br />

Projektziele aus. Dazu werden<br />

zwei manroland Goss Druckanlagen<br />

des Typs COLORMAN


MELDUNGEN AUS DER LIEFERINDUSTRIE 63<br />

e:line zukünftig die auflagenstarke<br />

Wirtschaftszeitung „The<br />

Korea Economic Daily“ drucken.<br />

Die Anlagen bestehen aus<br />

jeweils sechs Druckeinheiten,<br />

sechs Rollenwechslern, zwei<br />

Falzapparaten und einem umfassenden<br />

Automatisierungspaket.<br />

Sicherheit für die<br />

Investition bietet die auf Langfristigkeit<br />

ausgerichtete und<br />

zuverlässige Service-Verfügbarkeit.<br />

High-Tech und High-Speed sind<br />

bei der Ausführung „e:line“<br />

Programm: die Produktion einer<br />

Anlage ist auf einen Output von<br />

95.000 Exemplaren pro Stunde<br />

ausgelegt. Somit wartet die<br />

neue Druckerei der Hankyung<br />

Media Group insgesamt mit<br />

einem Produktionspotential<br />

von 190.000 Exemplaren pro<br />

Stunde auf. Das entspricht einer<br />

Produktion von bis zu einer<br />

Million Zeitungen pro Nacht.<br />

Das Ziel: Wirtschaftlichkeit mit<br />

reduzierten Stückkosten sowohl<br />

für große Auflagen als auch für<br />

kleinere Lohndruck-Auflagen –<br />

möglich dank des hohen Automatisierungsgrads.<br />

COLORMAN e:line – überzeugend<br />

und leistungsstark in<br />

der Praxis<br />

Eine Experten-Delegation aus<br />

Südkorea konnte sich bereits<br />

im Vorfeld von erfolgreich<br />

produzierenden Anlagen des<br />

gleichen Typs überzeugen.<br />

„Zur Entscheidung in diesem<br />

Großprojekt beigetragen hat<br />

sicherlich auch die Tatsache,<br />

dass wir die angebotenen Automatisierungs-Funktionen<br />

und<br />

das Leistungspotential beim<br />

Besuch von neuen COLORMAN<br />

e:line Anlagen mit der Projektgruppe<br />

hier in Deutschland<br />

vorführen konnten. Die Erfolgsgeschichte<br />

der COLORMAN<br />

e:line setzt sich damit auch im<br />

asiatischen Markt fort.“ so Alwin<br />

Stadler, Deputy Vice President<br />

Sales von manroland Goss.<br />

Technisch ausgereift, hochautomatisiert<br />

und effizient –<br />

Hankyung Media Group und<br />

manroland Goss stellen in<br />

Südkorea die Weichen für eine<br />

wettbewerbsfähige Zeitungsproduktion<br />

auf „Zukunft“.<br />

CONNECT<br />

FOR PROFIT<br />

Neu investieren – trotzdem Geld sparen? Wie das funktioniert,<br />

zeigt Ihnen Müller Martini in vielen spannenden Lösungen: Es geht<br />

um eng verzahnte Produktionsketten, optimierte Workflows und<br />

eine sinnvolle Produktionsauswertung.<br />

mullermartini.com


64 PANORAMA<br />

Hall of F<br />

Internationale Topmanager


PANORAMA 65<br />

ame <strong>2022</strong><br />

im<br />

Gespräch mit dem <strong>PreMedia</strong><br />

„Die Hälfte unserer Mitarbeiter<br />

ist ausschließlich<br />

mit der Entwicklung<br />

der Zukunft befasst.“<br />

Mark Jopp<br />

There is no ‘willingness<br />

to pay’ in journalism<br />

Florian Bauer<br />

Erfolgspotenziale<br />

für den<br />

Zeitungsvertrieb<br />

Andrea Domin<br />

„Als wir keinen Strom<br />

hatten und gezwungen<br />

waren, an allem zu<br />

sparen, sogar am Aufladen<br />

des Handy-<br />

Akkus, haben wir noch<br />

Radio gehört.“<br />

Alexei Pogorelov


66 PANORAMA<br />

Hall of F<br />

Internationale Topmanager


PANORAMA 67<br />

ame <strong>2022</strong><br />

im<br />

Gespräch mit dem <strong>PreMedia</strong><br />

„Wir müssen lebendig<br />

sein, um der Welt die<br />

Wahrheit zu zeigen“<br />

Oksana Brovko<br />

Gegen russische Desinformation<br />

und<br />

Propaganda: Warum es<br />

wichtig ist, die<br />

russischen Bürger zu<br />

informieren, und wie<br />

man das macht?<br />

Thomas Kent<br />

Russische Journalistin<br />

Marina Owsjannikowa<br />

erzählt, was nach ihrem<br />

Protest im Staats-<br />

TV passierte<br />

Marina Owsjannikowa<br />

“When we had no<br />

electricity and we<br />

were forced to save on<br />

everything, even charging<br />

our phone battery, we were<br />

still listening to the radio.”<br />

Alexei Pogorelov


68 PANORAMA<br />

Hall of F<br />

Internationale Topmanager


PANORAMA 69<br />

ame <strong>2022</strong><br />

im<br />

Gespräch mit dem <strong>PreMedia</strong><br />

Russian Affairs, and disinformation<br />

expert<br />

Thomas Kent on how Russia<br />

skews its own people’s<br />

perception of the war in<br />

Ukraine, and what can be<br />

done to promote the truth.<br />

Thomas Kent<br />

“We need to be alive<br />

to show the world the<br />

truth”<br />

Oksana Brovko<br />

SPRYLAB: Multichannel<br />

Publishing für Verlage<br />

und Entwicklung<br />

digitaler Plattformen<br />

unter einem Dach<br />

Stephan Heck<br />

‚Haben unabhängigen<br />

Journalismus<br />

schlichtweg zum Geschäftsmodell<br />

erklärt‘<br />

Clemens Pig


70 PANORAMA<br />

Hall of F<br />

Internationale Topmanager


PANORAMA 71<br />

ame <strong>2022</strong><br />

im<br />

Gespräch mit dem <strong>PreMedia</strong><br />

Die digitale Transformation<br />

muss rasch<br />

gelingen<br />

Julia Bönisch<br />

Transformation der<br />

Medien<br />

Manfred Perterer<br />

Das Freie Wort<br />

Michael Marks<br />

Welche Medien werden<br />

bevorzugt?<br />

Stella Kornfeld


72 PANORAMA<br />

Hall of F<br />

Internationale Topmanager


PANORAMA 73<br />

ame <strong>2022</strong><br />

im<br />

Gespräch mit dem <strong>PreMedia</strong><br />

Das Freie Wort<br />

Dr. Hauke Berndt<br />

Chancen für das<br />

freie Wort?<br />

Prof. Dr. Michael Steinbrecher<br />

AIDA – Künstliche<br />

Intelligenz<br />

bei der Zeitungsproduktion<br />

Herbert Kolling<br />

Wege der digitalen<br />

Transformation<br />

Michael Marcks


74 PANORAMA<br />

Hall of F<br />

Internationale Topmanager


PANORAMA 75<br />

ame <strong>2022</strong><br />

im<br />

Gespräch mit dem <strong>PreMedia</strong><br />

Optimierungspotenziale<br />

in der Logistik<br />

von links:<br />

Timo Trespe,<br />

Dr. Karl Friedrich Trespe,<br />

Dr. Benjamin Trespe<br />

Lineup Systems<br />

supporting<br />

the Media<br />

Susan MacDonald<br />

„Der <strong>PreMedia</strong> Newsletter lernt<br />

und profitiert von Ihren Visionen,<br />

Ideen und praktischen Erfahrungen.<br />

Dafür meinen herzlichsten Dank.“<br />

Ihr Karl Malik<br />

“Thank you very much for your<br />

most appreciated visions and ideas<br />

for the worldwide media industry.”<br />

Karl Malik


Frohe Weihnachten<br />

Mit diesem Weihnachtsgruss<br />

verbinden wir unseren Dank für die<br />

angenehme Zusammenarbeit und<br />

wünschen Ihnen für das Neue Jahr<br />

Gesundheit, Glück und Erfolg.<br />

Ihr <strong>PreMedia</strong> Newsletter

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!