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LERNEN MIT ZUKUNFT JUNI 2017

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information & gesellschaft Unsere Staatsform: Republik Österreich WELCHES REGIERUNGSSYSTEM HABEN WIR IN ÖSTERREICH? Dipl.-Ing. Alexander Ristic Internationaler Regierungsberater Foto: © pixabay.com 28 | JUNI 2017 Mir wird im Ausland oft die Frage über die Staatsform und das Regierungssystem in Österreich gestellt. Aber was ist das besondere an Österreich? In Österreich haben wir als Staatsform die Bundesrepublik und als Regierungssystem eine semipräsidentielle repräsentative Demokratie. Bundesrepublik Österreich heißt, dass wir einen Bund der 9 Länder (Bundesländer) haben. Diese neun Bundesländer stellen Gebietskörperschaften dar, also rechtlich eigenständige Gebilde und bilden damit einen föderalen Staat. Die Länder haben eigene Landesverfassungen, welche der Bundesverfassung nicht widersprechen dürfen. Fünf der neun österreichischen Bundesländer, Niederösterreich, Kärnten, Steiermark, Tirol und Salzburg (als Erzbistum) sind bereits im Mittelalter entstanden. Oberösterreich wurde unter Joseph II. 1783/84 selbstständig. Vorarlberg war lange Landesteil Tirols und wurde 1861 eigenständig und 1921 kam das Burgenland, das bis dahin Teil Ungarns war, hinzu. 1922 wurde schließlich Wien von Niederösterreich getrennt und zum eigenen Bundesland erklärt. Eine Republik (von lateinisch res publica, wörtlich „öffentliche Sache“, speziell „Gemeinwesen“, „Staat“) ist nach allgemeinem Verständnis eine „Staatsform, bei der die Regierenden für eine bestimmte Zeit vom Volk oder von Repräsentanten des Volkes gewählt werden“ und in der das Staatsvolk „höchste Gewalt des Staates und oberste Quelle der Legitimität ist“. Dieses Verständnis kombiniert Bedeutungsmerkmale der Demokratie und der Volkssouveränität. Ein semipräsidentielles Regierungssystem (oder: gemischt präsidial-parlamentarisches Regierungssystem) weist sowohl Elemente des Parlamentarismus als auch des Präsidialsystems auf. In einem Präsidialsystem wird der Staatspräsident vom Staatsvolk gewählt und darf die Regierung bilden, ohne Rücksicht auf die Zusammensetzung des Parlamentes nehmen zu müssen. Dennoch muss der Präsident mit dem Parlament zusammenarbeiten, weil es über Gesetze entscheidet. Um sowohl den präsidialen als auch den parlamentarischen Möglichkeiten, welche die Bundesverfassung bietet, gerecht zu werden, wird Österreich auch als „parlamentarische Semipräsidialrepublik“ bezeichnet. In der Herrschaftsform der repräsentativen Demokratie (auch indirekte Demokratie genannt) werden politische Sachentscheidungen im Gegensatz zur direkten Demokratie nicht unmittelbar durch das Volk selbst, sondern durch Abgeordnete getroffen. Die Volksvertreter werden gewählt und entscheiden eigenverantwortlich. Da sie ein Parlament bilden, nennt man das System häufig auch parlamentarische Demokratie. Unsere Staatsform und unser Regierungssystem sind relativ kompliziert und doch sehr einfach. Eine sehr gute Basis für unsere Zukunft.

information information & bewusstsein & reisen Sie entscheiden: Mut zur Selbstermächtigung ZUERST IGNORIEREN SIE DICH, DANN LACHEN SIE ÜBER DICH, DANN BEKÄMPFEN SIE DICH UND DANN GEWINNST DU (MAHATMA GANDHI) Wenn wir heute von Selbstermächtigung sprechen, handelt es sich nicht etwa um einen Ego-Trip oder um Rücksichtslosigkeit anderen gegenüber. Selbstermächtigung oder englisch Empowerment ist vor allem die Stärkung der eigenen Potentiale und Möglichkeiten und hat das Ziel, Menschen zu mehr Selbstverantwortung zum Wohle aller zu ermächtigen. Wir alle sind mit einem enormen Potenzialpaket ausgestattet, doch der Zugang zu diesen Ressourcen bleibt manchmal versperrt. An irgendeinem Punkt in unserem Leben haben wir die Verantwortung abgegeben und lassen uns in immer mehr Bereichen fremdbestimmen. Heute glauben viele, sie sind ohnmächtig und geben die Verantwortung an Politik, Wirtschaft, Gesundheitssystem, Finanzwesen, Arbeitsmarkt, Schulsystem, Modetrends, Medien, usw. ab. Wir lassen andere über unsere Zeit und Energie bestimmen, ja, sogar über unser Selbstwertgefühl und unsere Gesundheit. Schon als Kind haben wir gelernt, dass wir uns anpassen müssen und dass es Erwachsene gibt, die besser wissen, was gut für uns ist. Sie haben versucht, uns klein zu halten, indem Sie uns gesagt haben, wir seien nicht gut genug, nicht intelligent genug oder nicht schön genug. Die daraus entstandenen Glaubensätze haben sich tief in unser Innerstes gefressen und bestimmen im Wesentlichen unser Handeln. Wenn wir eine Entscheidung treffen, wessen Wunsch folgen wir dabei? Wirklich unserem eigenen oder dem einer Person oder eines Kollektivs aus unserem Umfeld? Oder übt die Gesellschaft Druck auf uns aus und bestimmt, wie wir als Mädchen oder als Junge zu sein haben, als Frau oder Mann. Welche Rollen spielen wir, und wie oft dreht sich alles darum, die Bedürfnisse und Erwartungen anderer zu erfüllen und nicht unsere eigenen? Selbstermächtigung heißt, dass wir genauer hinschauen und erkennen, wer eigentlich die Fäden in unserem Leben in der Hand hält – und diese dann in die eigenen Hände nehmen. Damit wir das schaffen, müssen wir wieder lernen, unsere Gefühle wahrzunehmen und ihnen auch zu vertrauen. Erst dann können wir aus dem Schneckenhaus von Resignation und Abhängigkeiten heraustreten und uns für das einsetzen, was uns wirklich wichtig ist. Empowerment unterstützt uns dabei, die eigenen Interessen wieder selbstbestimmt zu vertreten. Es ist ein Prozess, in dem unsere Fähigkeiten gestärkt und aktiviert werden, um Herausforderungen zu bewältigen. Mit dieser Kraft kann es gelingen, aus einer Position der Ohnmacht zu aktiv handelnden Akteuren zu werden und mehr Autonomie und Lebensregie zu erreichen. Durch die Stärkung unserer Gestaltungskraft, durch Wertschätzung und Anerkennung ist es möglich, sich seiner Umwelt weniger ausgesetzt zu fühlen und den Mut für ein offensives Sich- Einmischen zu sammeln. Mit mehr Selbstverantwortung lässt man sich weniger manipulieren und entwickelt neue Strategien, eigene Wege zu gehen. Es ist ein Beitrag, bei dem nicht nur jeder Einzelne sondern auch das Wohl aller gestärkt werden kann. Bettina Bartsch-Herzog Dipl. Lebens- und Sozialberaterin Trainerin & Autorin www.bettinabartsch.at Foto: © pixabay.com 29 | JUNI 2017