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bonalifestyle-Ausgabe 2 | 2014

WOHNFORMEN

WOHNFORMEN HAUSRATVERSICHERUNG Knausern zahlt sich nicht aus Prämien und Leistungen der Hausratversicherungen unterscheiden sich stark. Unbedingt zu vermeiden ist eine zu tiefe Versicherungsdeckung –imSchadenfall kann es sonst teuer werden. ANDRÉ MICHEL Der Schock war gross: Als Bettina und Roland von einem Weekend in Paris zurückkehrten und ihre Wohnung betraten, sahen sie sofort, dass etwas nicht stimmte. Schubladen und Schranktüren standen offen, dort wo bisher der teure Fernseher und die High-End-Musikanlage gestanden hatten, klaffte jetzt gähnende Leere. Es war rasch klar: Da mussten Einbrecher am Werk gewesen sein. Insgesamt hatten diese Gegenstände im Wert von 60000 Franken mitlaufen lassen. Damit nicht genug: Die Versicherung bezahlte bloss 36 000 Franken. «Unterversichert», lautete das Verdikt. Bettina und Roland verstanden die Welt nicht mehr. Freiwillig, aber wichtig Die Hausratversicherung wird normalerweise zusammenmiteinerPrivathaftpflichtversicherungabgeschlossen. Obwohl nicht obligatorisch, sind beide zu empfehlen. Die Hausratversicherung deckt die Schäden an allen dem privaten Gebrauch dienenden beweglichen Sachen wie Möbel, Kleider oder Unterhaltungselektronik, die im Eigentum der versicherten Person bzw. Familie sind oder dieser in Obhut gegeben wurden (Gästeeffekten, gemietete und geleaste Gegenstände). Versichert sind diese Sachen –als solche gelten übrigens auch Haustiere – am in der Police aufgeführten Standort, das heisst normalerweise am Wohnort. Gegenstände, die sich im Keller, Estrich oder in der Garage befinden, sind – allenfalls mit einem Limit –mitversichert. Ausserhalb dieses Standortes besteht dagegen nur ein reduzierter Versicherungsschutz. In der Basisvariante deckt die Hausratversicherung normalerweise Feuer- und Elementarschäden –wie Hochwasser und Überschwemmung, Sturm, Hagel und Lawinen –, Diebstahl und Beraubung sowie Wasserschäden. Nicht versichert ist dagegen das Verlieren oder Verlegen von Gegenständen. Im Schadenfall wird inder Regel der Neuwert, das heisst die Kosten für die Wiederbeschaffung, entschädigt –vorausgesetzt die Versicherungssumme entspricht dem Neuwert für alle versicherten Gegenstände. Andernfalls wird die Leistung im Schadenfall proportional gekürzt. Genau darüber sind Bettina und Roland gestolpert. Als sie ihre Versicherung abschlossen, war ihre Wohnung noch einfach eingerichtet. Im Laufe der Jahre haben sie aber zahlreiche, zum Teil kostspielige, Neuanschaffungen getätigt. So hatte ihr Hausrat zum Zeitpunkt des Einbruchs einen Neuwert von 140 000 Franken. Weil sie es aber versäumt hatten, die Versicherungssumme anzupassen, lag diese bloss bei 84 000 Franken. Deshalb vergütete die Versicherung auch nur 60 Prozent des Schadens von 60000 –also 36 000 Franken. «Die genauste, aber auch aufwendigste Methode ist die Erfassung der Sachen, indem man von Zimmer zu Zimmer geht und die einzelnen Gegenstände oder Gruppen (z.B. Unterwäsche, Besteck, etc.) einzeln aufnimmt», erklärt Frank Keidel, Mediensprecher der Zurich Schweiz. Da dies sehr aufwendig ist, geben die Versicherer auch Inventarblätter ab. Diese geben –abgestuft nach Anzahl Zimmer und Personen – einen Richtwert für die Höhe der Versicherungssumme. Ähnlich geht übrigens auch der Vergleichsdienst Comparis vor. Dabei wird auch der Standard der Einrichtung berücksichtigt (einfach, durchschnittlich,luxuriös).WerkostbarenSchmuck,Antiquitäten, teure Musikinstrumente oder einen exklusiven Weinkeller hat, sollte diese Dinge separat erfassen. Zudem empfiehlt es sich, eine Reserve von10Prozent für Neuanschaffungen hinzuzuschlagen. Wenig Gedanken muss man sich dagegen über die Teuerung machen: In der Regel wirddie Versicherungssumme automatisch angepasst. bona bona LIFESTYLE 30 31