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HANDELSKRIEGE – EINE SCHLECHTE IDEE| w.news 06.2018

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06.2018 | Wirtschaftsmagazin der IHK Heilbronn-Franken. Themen: Handelskriege – eine schlechte Idee • IHK-Fachkräftemonitor • Advertorial B4B Themenmagazin

Titel gefangen. Kurz

Titel gefangen. Kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg kündigte die Partei den Handelsvertrag mit dem Nachbarn Kanada und verhängte stattdessen Strafzölle auf kanadische Produkte. Es dauerte 13 Jahre, bis Kanada 1879 seinerseits mit Strafzöllen auf US-Produkte reagierte. Die Folge: 65 US-Firmen, darunter etwa Maschinenbauer Singer und Tabakriese American Tobacco, schlossen Werke in den USA und bauten sie in Kanada neu auf. Tausende US-Amerikaner verloren ihre Jobs. Der Handelskrieg den Amerika begann und Kanada gewann Die Spannungen zwischen beiden Ländern wurden noch härter, als erst die USA und dann Kanada in den 1890er Jahren die Strafzölle auch auf landwirtschaftliche Produkte ausweiteten und generell verschärften. Die US-Exporte ins Nachbarland fielen um die Hälfte. Kanada orientierte sich stärker an Großbritannien als Handelspartner und es dauerte Jahrzehnte, bis die USA und Kanada wieder normale Handelsbeziehungen miteinander führten. Und erst seit dem umstrittenen NAFTA-Abkommen aus den 1990er Jahren gibt es wieder freien Handel zwischen beiden Ländern - nach mehr als 100 Jahren. 3. Frankreich gegen Italien (ab 1871) Der heutige Staat Italien entstand im Wesentlichen 1870 nach einer Folge von Unabhängigkeitskriegen, in denen sich die Italiener unter anderem gegen die Franzosen wehren mussten. Das ließ die neue Republik den Nachbarn direkt spüren: Auf französische Produkte wurden 1871 Strafzölle von bis zu 60 Prozent verhängt. Die Franzosen drohten dem kleinen Nachbarn lange mit (wirtschaftlichen) Vergeltungsmaßnahmen, führten diese aber erst 1892 aus. Das Méline-Gesetz, benannt nach dem damaligen Präsidenten, beendete nicht nur den Freihandel mit Italien, sondern gleich mit allen Ländern. Frankreich wurde ein stark protektionistisch agierendes Land. Darunter litt nicht nur der Handel zwischen Frankreich und Italien, auch andere Länder wurden in die Auseinandersetzung indirekt miteinbezogen. Weil in Paris und Rom weniger produziert wurde, verdiente das Ausland auch mit Rohstoffen oder Zwischenprodukten weniger, die es bisher an Frankreich und Italien geliefert hatte. Die Auseinandersetzung hatte zudem schwere politische Folgen. Der Protektionismus europäischer Staaten im Allgemeinen mündete in die Stimmung, die 1914 den Ersten Weltkrieg auslöste. Und Italiens Streit mit Frankreich im Speziellen führte dazu, dass das Land zunächst neutral blieb, ehe es 1915 doch auf der Seite der Entente in den Krieg eintrat und damit zumindest indirekt Frankreich unterstützte. 4. USA gegen die Welt (ab 1930) US-Präsident Herbert Hoover (Republikaner) war gerade einmal sechs Monate im Amt, als mit dem „Schwarzen Donnerstag“ 1929 die Weltwirtschaftskrise ausbrach. In den USA gingen Jobs und viel Geld verloren. Der Präsident und seine Partei reagierten darauf mit einer protektionistischen Politik, die auch gut den Namen „America First“ hätte tragen können. 1930 erließen die USA den Smoot-Hawley- Act, benannt nach seinen Initiatoren. Mit dem Gesetzespaket wurden Strafzölle auf hunderte Produkte aus der ganzen Welt verhängt. Und diese Welt reagierte darauf genauso verärgert, wie sie es heute tut. Kanada und Europa verhängten ebenso Strafzölle auf US-Produkte. Schlimmer aber, die Abschottung der USA hatte weitreichende politische Folgen: In Italien etwa wurden Autos von US-Herstellern auf den Straßen angezündet. Mussolini versprach seinem Volk, sich gegen die Zölle zu wehren. US-Exporte nach Italien brachen von 1928 bis 1932 auf ein Viertel des vorherigen Niveaus ein. Schlimmer noch, die von den USA benachteiligten Länder suchten sich andere Handelspartner. Viele orientierten sich etwa gen Osten und schlossen Freihandelsverträge oder Abkommen mit der Sowjetunion. Ohne Handelspartner litt wiederum die US-Wirtschaft. Führende Wissenschaftler wie Milton Friedman und Paul Krugman sind heute davon überzeugt, dass der Smoot-Hawley-Act die Wirtschaftskrise in den USA zwar nicht auslöste, aber verhinderte, dass sich das Land schnell daraus befreien konnte. Dieser Text erschien zuerst bei Finanzen100.de JUNI 2018 ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- 28 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- www.heilbronn.ihk.de

DER TREND ZU MEHR PROTEKTIONISMUS NIMMT ZU Deutsche Unternehmen sehen sich mit immer mehr Regulierungen und Hemmnissen im internationalen Handel konfrontiert. Das zeigt der im Oktober 2017 veröffentlichte Außenwirtschaftsreport des DIHK, demzufolge die IHKs 2016 im Bereich Zoll- und Außenwirtschaftsrecht die Rekordzahl von über 410.000 Beratungen geleistet haben. Der anstehende Brexit, das Handling einer steigenden Zahl von Sanktionsvorschriften, neue Markteinstiegshürden gerade in Schwellenländern und auch die Umsetzung des neuen EU-Zollrechts: Unternehmen bewegen sich bei ihren europäischen und internationalen Geschäften in einem immer komplexeren Umfeld. Mit seinem Außenwirtschaftsreport legt der DIHK seit 2009 regelmäßig eine Einschätzung der IHK-Organisation zum außenwirtschaftlichen Umfeld und zu Handelsbeschränkungen vor. Grundlage für den Report sind die Erfahrungsberichte der Außenwirtschaftsexperten in den 79 IHKs mit jährlich über 570.000 Kontakten zu international agierenden Unternehmen. IHKs spielen große Rolle für den deutschen Außenhandel Der aktuelle Report unterstreicht einmal mehr die große Rolle, die die IHKs für den deutschen Außenhandel spielen. Schließlich unterstützen sie die Betriebe mit einem breiten Dienstleistungsportfolio bei ihrem Auslandsgeschäft: Die Palette reicht von der Bereitstellung erforderlicher Handelsdokumente über das Ausrichten von Wirtschaftsforen und Infotagen bis hin zu individuellen Beratungsgesprächen. 2016 stellten die IHKs mehr als 1,9 Millionen Carnets, Ursprungszeugnisse und weitere dem Außenwirtschaftsverkehr dienende Bescheinigungen aus. Mehr als 82.400 Wirtschaftsvertreter nahmen im Berichtsjahr an knapp 3.100 IHK-Veranstaltungen teil. Die Zahl der persönlichen Beratungsgespräche sowie der bearbeiteten telefonischen und schriftlichen Anfragen zum Thema Zoll- und Außenwirtschaftsrecht erreichte 2016 mit rund 412.000 einen neuen Höchststand seit Beginn der Umfrage im Jahr 2009. Unternehmensspezifische Betreuung Eine Kernkompetenz der IHK-Organisation liegt nach wie vor in der unternehmensspezifischen Betreuung zu Fragen rund um Finanzierung und Abwicklung von Handelsgeschäften, zu Zollfragen, zur Exportkontrolle oder auch zum grenzüberschreitenden Umsatzsteuerrecht. Bemerkenswert ist der erhöhte Beratungsbedarf, den die IHKs 2016 und teilweise auch im ersten Halbjahr 2017 vor allem zu einem Engagement im Iran sowie zum Brexit verzeichneten. Ein zweites Schwerpunktthema war die Neufassung des EU-Zollrechts: Im Zusammenhang mit dem Unionszollkodex wurden an die IHKs zahlreiche Fragen herangetragen. Dabei ging es insbesondere um die Neuformulierung der Langzeit-Lieferantenerklärung, aber auch um die Voraussetzungen für die Neuerteilung zollrechtlicher Bewilligungen mit Blick auf die zwischenzeitliche Erhebung der persönlichen Steuer-IDs von Mitarbeitern mit Zollverantwortung in den Betrieben. (red) konzipieren, umsetzen, betreuen Harley Davidson in Schwäbisch Gmünd Werkstatt, Ausstellungs- und Bürogebäude Innovativ bauen für die Zukunft • Industrie- und Gewerbebau • Fachplanung Ingenieurholzbau • Sport- und Veranstaltungshallen • Reitsportanlagen • Wohngebäude SCHLOSSER® Industriestraße 17-23 73489 Jagstzell Tel. +49 7967 90 90 - 0 www.schlosser-projekt.de

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