Am Boden fängt das Reiten an - Ute Ochsenbauer

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Am Boden fängt das Reiten an - Ute Ochsenbauer

Bodenarbeit

gen Glaubensfrage geworden.

Wenn Sie nach einem geeigneten

Kursleiter suchen, achten

Sie eher darauf, dass die

Unterrichtsatmosphäre wirklich

entspannt und vergnügt

ist und die Pferde nicht in Lektionen

gezwungen werden, die

sie noch nicht verstanden haben

oder nicht ausführen können.

● Basisübungen sind: Stillstehen,

Kommen auf Zuruf

(Appell), Pliée, Kompliment,

Spanischer Schritt, Postament.

Das klassische ABC in

der Manege gleicht den unter

Fahren vom Boden – für mehr

Gefühl: Durch die Bandage spürt

das Pferd seine Hinterhand

besser und wird angeregt, den

Kopf fallen zu lassen und

Rücken und Widerrist nach oben

zu bringen. Die Bandage versammelt

das Pferd aber auch

seelisch und wirkt beruhigend.

Sie wird zum Beispiel bei

unruhigen Pferden, hoher

Kopfhaltung, als Vorbereitung

auf das Fahren vom Boden (Foto

hier) und die Doppellonge

Punkt vier genannten Basisübungen.

● Ausrüstung: Halfter, Führstrick,

manchmal Trense, Gerte,

Peitsche, Gürteltasche mit

Futter, Postament, eventuell

Fußlonge.

● Übungsort: flexibel.

● Zirkusarbeit ist geeignet

für Kinder und Erwachsene

mit etwas Pferdeerfahrung

(erforderlich), bei Zeitknappheit,

als Abwechslung, vertrauensbildend,

bei körperlichen

Problemen. Von kon-

eingesetzt. Gewöhnen Sie Ihr

Pferd daran, indem Sie es von

einer zweiten Person von links

führen lassen. Die Bandage

befestigen Sie ebenfalls links

am Sattelgurt. Gehen Sie in

sicherem Abstand so mit, dass

Ihr Pferd die Bandage sehen

kann und später in Kurven auch

Körperkontakt mit ihr bekommt.

Befestigen Sie das

zweite Ende erst, wenn Ihr

Pferd bei der Vorarbeit wirklich

entspannt ist.

Fotos: Ochsenbauer

Pferde erleben 2/07 | 14

templativ bis dynamisch ist

jedes Tempo möglich. Guter

Abschluss nach dem Reiten.

Stufe 4: Freiarbeit –

Vertrauen und Erfahrung

Für die Arbeit im Round Pen,

im Picadero oder in der Manege

braucht man viel Gefühl, Erfahrung

und eine solide und vertrauensvolle

Beziehung zum

jeweiligen Pferd, um seine

kleinsten Zeichen richtig deuten

zu können.

Dadurch, dass es sich auf einer

Kreisfläche nicht entziehen

kann, um sich selbst zu beruhigen,

kann es schnell unter

Druck geraten und instinktiv

mit Flucht- oder Kampfreflex

reagieren. In entspannter Atmosphäre,

mit friedfertiger

Übung Postament: Sie können

diese Übung schon in Freiarbeit

einführen. Bitte achten Sie von

Anfang an darauf, dass ihr Pferd

das Postament nicht nach vorne

verlässt. Lassen Sie es ruhig selbst

taxieren, wohin es seinen Huf

stellen will und sichern Sie das

Postament oder schicken das Pferd

sanft zurück, wenn der Huf so steht,

dass es kippen könnte. Belohnen

Sie diesen ersten Schritt und

fordern sie Ihr Pferd auf, den Huf

wieder nach unten zu stellen.

Belohnen Sie auch diesen Schritt.

Wiederholen Sie die beiden Schritte

mehrmals und wechseln dann auf

die andere Seite. Hoch, runter,

hoch, runter – wie eine Gymnastikübung

fördert diese Bewegungsabfolge

die Auge-Huf-Koordination,

Körperhaltung und weicher

Körpersprache bietet der

Round Pen jedoch die Möglichkeit,

das Zusammenspiel mit

dem Pferd zu verfeinern. Ist ein

Pferd im Round Pen deutlich

erregt oder „abgeschaltet“, probieren

Sie es zunächst lieber

mit einer anderen Form der Bodenarbeit.

Frei- oder Beziehungsarbeit

ist auch auf dem Platz, in der

Halle, im Paddock oder auf der

Weide (Foto Seite 13) möglich

und sinnvoll. Streng genommen

ist alles, was Sie vor dem

Aufhalftern Ihres Pferdes machen,

bereits Freiarbeit!

Jede Variante der Bodenarbeit

ist auch als Freiarbeit möglich.

Sie können dabei Ihre eigenen

Signale, Ihre Körpersprache

und Ihre Ausstrahlungskraft

verbessern. Das steigert die Motivation

Ihres Pferdes enorm,

mit Ihnen zusammen sein zu

wollen.

Und: Ein motiviertes Pferd

braucht keinen Round Pen,

weil es sich sowieso nicht in

Ecken entzieht – es sei denn,

Sie haben es in Ihrer Begeisterung

etwas überfordert. In diesem

Fall kann eine „Flucht-

die Schulterfreiheit. Dabei verlagert

das Pferd sein Gewicht auf die

Hinterhand und bringt den Rücken

nach oben. Nach einigen Malen

fordern Sie es auf, auch den

zweiten Huf aufs Postament zu

stellen. Unterstützend können Sie

ihm ein Leckerli in Augenhöhe so

anbieten, dass es sein Gewicht auf

das Vorderbein stützt, das schon

auf dem Postament steht. Kofi steht

hier mit etwas herausgestellter

Hinterhand. Ziel ist, dass er sie

noch mehr unter sich bringt. Hier

tut er es nicht, weil er diese Übung

noch nie auf einer Wiese gemacht

hat und infolgedessen etwas

angespannt ist. Nach einigen

Wiederholungen stehen die meisten

Pferde dann entspannter und

physiologisch günstiger.

Ecke“ ein guter Qualitätsmaßstab

für die eigene Vorgehensweise

sein.

● Beziehungsübungen in

der Freiarbeit: Richtung und

Gangart bestimmen, Folgen

lassen, Appell durch Rückwärtsgehen.

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Klassische Freiarbeit: Zirkus-

Übungen, durch und über Hindernisse

gehen lassen.

● Ausrüstung: Gerte, Seil,

eventuell Gürteltasche mit Futter.

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Bodenarbeit

Spiel am langen Seil, um zu

longieren: Dynamisch und selbständig

bewältigt das Pony hier die

Plastikpassage.

● Übungsort: Paddock,

Round Pen, Picadero, Reitplatz,

Halle, Weide.

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