100 Jahre F F F F - Turnverein 1909 ev Bergheim/Sieg

turnvereinbergheim

100 Jahre F F F F - Turnverein 1909 ev Bergheim/Sieg

1909 2009

100 Jahre

Turnverein Bergheim/Sieg e.V.

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Aerobic | Badminton | Basketball | Gymnastik | Inline-Skating | Ju-Jutsu | Leichtathletik | Rhönrad | Tischtennis | Turnen | Volleyball | Walking | Wandern |Yoga


1909 2009

100 Jahre

Turnverein

1909 e.V.

Bergheim/Sieg


Impressum

Herausgeber: Vorstand des Turnvereins 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Lambertusstraße 10

53844 Troisdorf

E-Mail: info@turnverein-bergheim.de

Internet: www.turnverein-bergheim.de.

Redaktion: Dieter Wieland, Heinrich Brodeßer, Dr. Dietrich Berndt,

Jochen Köster.

Die Artikel der Gymnastikgruppe Stretching und der Abteilung Ju-Jutsu/

Goshin-Jitsu wurden wunschgemäß unverändert übernommen.

Fotos von Top Foto Link, Ulrich Scheib und vielen anderen aus verschiedenen

(Privat-)Archiven.

Layout und Satz: Michael Scholl

www.schollconcept.de

Erste Auflage: 1500

Druck: Druckerei Engelhardt, Neunkirchen

Die Beiträge und Fotos dieser Festschrift sind urheberrechtlich geschützt. Ein

(auch teilweiser) Nachdruck ist nur mit Genehmigung des Vorstandes gestattet.

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Inhaltsverzeichnis

Impressum..............................................................................................................

Inhaltsverzeichnis...................................................................................................

Veranstaltungen im Jubiläumsjahr......................................................................

Grußworte

Wolfgang Schäuble.................................................................................

Heinrich Droste......................................................................................

Hans-Peter Lindlahr...............................................................................

Frithjof Kühn.........................................................................................

Manfred Uedelhofen..............................................................................

Karl-Heinz Stocksiefen.........................................................................

Walter Schneeloch..................................................................................

Hans-Jürgen Zacharias..........................................................................

Thomas Strack........................................................................................

Sebastian Schuster..................................................................................

Die Gründungsversammlung des Turnvereins Bergheim am 17.11.1909...

Der Vorstand.........................................................................................................

Aufgabenverteilung im Vorstand des TVB.......................................................

Ehrenmitglieder.....................................................................................................

Ältestenrat..............................................................................................................

Mitglieder mit über 75-jähriger Vereinszugehörigkeit.....................................

Die Jubilare im Jubiläumsjahr 2009....................................................................

Vorsitzende des Turnvereins ab 1909................................................................

Jährliche Feier des Gründungstages................................................................... 47

100 Jahre TV 1909 e.V. Bergheim/Sieg

- Rückblick und Ausblick von Jochen Köster................................................... 50

Die ersten 75 Jahre................................................................................ 53

Die letzten 25 Jahre............................................................................... 62

Kleine Ergänzung zur Vereinsgeschichte........................................... 64

Seit hundert Jahren Turnen in Bergheim........................................................... 73

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Inhaltsverzeichnis

Aus den Abteilungen.............................................................................................

Aerobic....................................................................................................

Badminton..............................................................................................

Basketball................................................................................................

Gymnastik...............................................................................................

Inline-Skating..........................................................................................

Ju-Jutsu / Goshin-Jitsu.........................................................................

Leichtathletik / Sportabzeichen..........................................................

Rhönrad-Turnen....................................................................................

Tischtennis..............................................................................................

Turnen und Spielen...............................................................................

Volleyball.................................................................................................

Walking / Nordic Walking....................................................................

Wandern..................................................................................................

Yoga.........................................................................................................

Alle Angebote des Turnvereins Bergheim/Sieg...............................................

Übungsleiter/-innen in alphabetischer Reihenfolge........................................

Helferinnen und Helfer.......................................................................................

Informationen zu den Mitgliedsbeiträgen.........................................................

Bergheimer Geschichte........................................................................................

Zur Geschichte des Siegdorfes Bergheim von Heinrich Brodeßer..............

1. Die Gründung des Ortes und seine Entwicklung

in der Frühzeit...................................................................................

2. Die weitere Entwicklung..................................................................

3. Die Herausbildung der Landesherrschaften.................................

4. Die untere Sieg unter bergischer Verwaltung................................

5. Die Dorfbewohner und das Nachbarrecht...................................

6. Der Bergheimer Fischereigerechtsame..........................................

7. St. Lambertus - Kirche und Pfarrgemeinde..................................

8. Kriegsdrangsale..................................................................................

9. Aufbruch in eine neue Zeit..............................................................

10. Der Neubeginn nach dem großen Krieg.....................................

Dank an die Sponsoren........................................................................................

Werbung..................................................................................................................

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1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim / Sieg

Veranstaltungsübersicht

Donnerstag, 19.03.2009, 20.00 Uhr Jahreshauptversammlung

Samstag, 20.06.2009, 19.00 Uhr TOP EVENT mit “Hello live”

und “BRINGS“

Sonntag, 30.08.2009, 11.00 Uhr Bunter Rasen

Sportliche Darbietungen der

Abteilungen, Bewirtung und

Rahmenprogramm

Samstag, 21.11.2009, 19.09 Uhr Festkommers

zum 100-jährigen Bestehen

mit Ehrengästen und Rahmenprogramm

Sonntag, 22.11.2009, 10.30 Uhr Festmesse mit anschliessender

Kranzniederlegung am Ehrenmal

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Grußwort

Wolfgang Schäuble

Innenminister der Bundesrepublik Deutschland

Zum 100-jährigen Jubiläum des Turnvereins 1909 e.V.

Bergheim/Sieg übermittle ich allen aktiven Sportlerinnen

und Sportlern, Ihren Freunden und Förderern sowie den

vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern meine

herzlichen Grüße und Glückwünsche.

Sie können in diesem Jahr mit Freude, Zufriedenheit und auch Stolz auf eine erfolgreiche

Vereinsgeschichte blicken. Sie begann vor 100 Jahren, als sich 90 Sportbegeisterte zusammentaten.

Heute hat Ihr Verein mehr als 1000 Mitglieder und ein vielfältiges sportliches

Angebot - von klassischen Sportarten wie Turnen, Gymnastik und Leichtathletik über verschiedene

Ballsportarten bis hin zum Ju-Jutsu oder Inline-Skaten.

Besonders erfolgreich ist Ihre Gemeinschaft in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Mehr als 400 sind im Verein aktiv. Sport hat eine enorme Bedeutung für Heranwachsende.

Er fördert Eigenschaften wie Fairness, Toleranz, Teamgeist und Leistungsbereitschaft, die

gut für die persönliche Entwicklung und das Zusammenleben in unserer Gesellschaft sind.

Dieses Potenzial hat Ihr Verein erkannt und fördert es konsequent. Ihre erfolgreiche Integrationsarbeit

mit ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern wurde bereits zweimal

ausgezeichnet. Damit tragen Sie unmittelbar zu einem besseren Miteinander aller Menschen

in Bergheim bei.

Möglich ist das nur durch den freiwilligen Einsatz vieler engagierter Mitglieder und Dank

der Zuwendungen von Förderern und Unterstützern. Nicht nur der einzelne Sportverein,

unsere Gesellschaft insgesamt lebt von diesem bürgerschaftlichen Engagement. Die staatliche

Unterstützung des Sports wäre wirkungslos, wenn es nicht die vielen ehrenamtlichen

Helferinnen und Helfer in den Vereinen und das private Sponsoring vieler Aktivitäten gäbe.

Für dieses Engagement spreche ich Ihnen allen meinen besonderen Dank aus.

Ich wünsche dem Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg eine gelungene Jubiläumsfeier, weiter

viel Freude am Sport und auch in Zukunft eine erfolgreiche Vereinsarbeit.

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Grußwort

Heinrich Droste

1.Vorsitzender TV Bergheim

„Wir bringen Menschen zusammen“

Unter diesem Motto feiern wir in diesem Jahr das 100-jährige

Jubiläum des TV Bergheim/Sieg mit einer Reihe von Veranstaltungen.

Der 100. Geburtstag ist ein Grund Rückschau zu halten, sich der Vergangenheit des Vereins

zu erinnern, Bilanz zu ziehen, aber auch nach vorne zu schauen und sich neue Ziele zu setzen.

Für viele Mitglieder ist der TV Bergheim nicht nur Rahmen für sportliche Betätigung, sondern

auch ein wichtiger gesellschaftlicher Mittelpunkt ihres Lebens. So zeugten beim letzten

Gründungstag 4 Ehrungen für 60-jährige, zwei Ehrungen für 40-jährige und 10 Ehrungen

für 25-jährige Mitgliedschaft für die Verbundenheit der Mitglieder mit dem TV Bergheim.

Der TV Bergheim ist mit über 1000 Mitgliedern der größte Verein im Stadtteil Bergheim und

zählt zu den großen Sportvereinen der Stadt Troisdorf und des Rhein-Sieg-Kreises.

Wir bieten mit den Sportarten Turnen, Gymnastik, Aerobic, Rhönradturnen, Tischtennis,

Ju-Jutsu/ Goshin-Jutsu, Badminton, Basketball, Volleyball, Leichtathletik/ Sportabzeichen,

Walking und Wandern ein breites Spektrum.

Bei dieser Aufgabe wird der Verein von vielen Trainerinnen und Trainern, Helferinnen und

Helfern unterstützt, denen ich an dieser Stelle für ihr Engagement meinen herzlichen Dank

ausspreche.

Für die Zukunft gilt es, Potential qualitativ zu halten und weiterzuentwickeln, um den Turnverein

in eine gute und erfolgreiche Zukunft zu führen. Besondere Bedeutung kommt der

Förderung von Kindern und Jugendlichen in unserem Verein zu.

Ich wünsche mir, dass die Aktivitäten des Vereins zum Jubiläumsjahr 2009 auf eine große

Resonanz stoßen und allen in der Bevölkerung unserer Gemeinde in guter Erinnerung

bleiben werden. Allen Sportsfreunden und Gästen, die mit uns unser 100-jähriges Jubiläum

feiern, wünsche ich viel Spaß und schöne Stunden beim TV Bergheim.

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Grußwort

Hans Peter Lindlar

Regierungspräsident

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum 100. Geburtstag des TV Bergheim/Sieg 1909 e.V. gratuliere

ich ganz herzlich!

Hundert Jahre sind ein beachtlicher Zeitraum, in dem der Turnverein sogar zwei Weltkriege

„überlebt“ hat. Die Mitgliederzahl hat sich immer weiter erhöht und beträgt mittlerweile

über 1000. Und auch die Interessen der Mitglieder haben sich im Laufe der Zeit verändert.

Angefangen als reiner Turnverein musste das Angebot an Sportarten immer weiter aufgestockt

werden, und wie ich Ihrem Internetauftritt entnehmen konnte, können die Mitglieder

heute auch Trendsportarten wie Inline-Skating-Kurse belegen.

In dem von Ihnen entworfenen Rückblick des Vereins konnte ich lesen, dass Sie schon im

Jahr 1955 Kontakt mit dem damaligen Regierungspräsidenten hatten, als dieser die erste

eigene Turnhalle des TV 1909 e.V. Bergheim/Sieg seiner Bestimmung übergab. Umso mehr

freue ich mich, dass ich Ihnen als heutiger Regierungspräsident zu Ihrem Jubiläum gratulieren

darf!

Allen, die als Ehrenamtler für den TV 1909 e.V. Bergheim/Sieg tätig sind und allen Mitgliedern

wünsche ich weiterhin viel Freude!

10


Grußwort

Frithjof Kühn

Landrat

Die Mitglieder des Turnvereins 1909 e.V. Bergheim/Sieg haben

in diesen Tagen allen Grund zu feiern, denn die Feierlichkeiten

zum 100-jährigen Vereinsjubiläum stehen an. Als

Landrat des Rhein-Sieg-Kreises übersende ich hierzu meine

herzlichsten Glückwünsche!

Von Paul Schürmann im Jahr 1909 gegründet, bestand der Turnverein zunächst aus 90 sportbegeisterten

Männern. In 100 Jahren hat sich die Zahl der Mitglieder mehr als verzehnfacht:

Über 1.000 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer sind heute im Verein angemeldet! Doch

nicht nur bei der Mitgliederzahl hat sich einiges getan. Ging es früher um reine „Körperertüchtigung“,

ist Sport heute zu einem wichtigen Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden.

Sport dient einem gesunden Ausgleich für Körper und Geist, der Pflege sozialer Kontakte

und auch der Brauchtumspflege. Sportvereine wie der Turnverein 1909 e.V. Bergheim/

Sieg sorgen dafür, dass jung und alt zusammenkommen. Sie bieten vielfältige Gelegenheit,

sich neben den sportlichen Aktivitäten auch außerhalb der Sporthallen zu treffen. So wird

bei Veranstaltungen des Turnvereins Bergheim/Sieg oft der ganze Ort „in Bewegung“ gebracht!

Auch der Rhein-Sieg-Kreis hat im Jahr 2009 Grund zum Feiern und wird unter dem Motto

„Meine Heimat – 40 Jahre Rhein-Sieg-Kreis“ zahlreiche Veranstaltungen durchführen. Das,

was Heimat ausmacht, wird ganz wesentlich von den Vereinen und damit auch von Sportgemeinschaften

getragen, die in das heimatliche Geschehen eingebunden sind. Gerade die

langjährigen Vereinsmitglieder werden dem sicher zustimmen, schenken doch vor allem die

Vereine das besondere Gefühl der Zugehörigkeit.

Es gibt nicht viele Vereine, die auf eine so eindrucksvolle Vereinsgeschichte zurückblicken

können. Es zeugt von Idealismus, Ausdauer und Treue, wenn ein Verein über so viele Jahre

hinweg besteht. Ohne das große ehrenamtliche Engagement vieler Helferinnen und Helfer,

die sich für ihren Verein einsetzen und ohne den Einsatz derer, die für den gesamten Verein

in der Verantwortung stehen, wäre dies alles nicht denkbar. Hierfür zu danken, ist mir ein

besonderes Anliegen.

Ich wünsche dem Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg weiterhin alles Gute und Freude am

Sport sowie im Jubiläumsjahr besonders viele schöne gemeinschaftliche Veranstaltungen!

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Grußwort

Manfred Uedelhofen

Bürgermeister der Stadt Troisdorf

100 Jahre Sportbegeisterung!

Der Turnverein Bergheim ist nicht nur einer der ältesten, sondern

mit mehr als tausend Mitgliedern auch einer der größten

und aktivsten Sportvereine in unserer Stadt. Allen Mitgliedern

gratuliere ich sehr herzlich zu einem beachtlichen Jubiläum: Der Verein besteht seit 100

Jahren. Lehrer Paul Schürmann gründete ihn und wurde der erste Vorsitzende. Trotz langer

Geschichte bleibt der Turnverein in Bewegung. Er bietet vielseitige Angebote vor allem auch

für junge Menschen. Engagierte Mitglieder machen ihn zu einem lebendigen, zukunftsorientierten

Sportverein.

In Zukunft werden viele Bürgerinnen und Bürger neue Sportarten für sich entdecken. Vor

allem der Freizeitsport bzw. die bewegungsaktive Erholung werden bei der wachsenden Zahl

älterer Menschen an Bedeutung gewinnen. Troisdorf verfügt in dieser Hinsicht über adäquate

familienfreundliche Sportanlagen. Das wurde erst kürzlich durch den wissenschaftlich

fundierten Sportstättenbedarfsplan bestätigt.

Das betrifft auch die Sporthalle am Paul-Schürmann-Platz, die die Mitglieder des Turnvereins

Bergheim 1955 errichtet hatten und die seit 1972 in städtischer Hand war. Die Stadt wird

die Halle jetzt für 400.000 Euro sanieren. Ich freue mich, dass der Verein erneut Eigenleistungen

erbringt und dem Turnverein die Nutzung der Halle noch in seinem Jubiläumsjahr

übertragen wird.

Den Mitgliedern des Turnvereins Bergheim wünsche ich weiterhin viel Freude beim Sport,

viel Erfolg bei fairen Turnieren und viel Vergnügen bei den diesjährigen Jubiläumsfeierlichkeiten.

12


Grußwort

Karl-Heinz Stocksiefen

Ortsvorsteher

Grußwort zum 100jährigen Jubiläum des TV Bergheim

100 Jahre Turnverein Bergheim. Das ist ein erfreuliches Datum

für den Verein und für Bergheim. Aus kleinen Anfängen 1909

mit einem Barren und einem Reck als Sportgeräte entwickelte

sich bis heute ein Großverein mit über 1000 Mitgliedern.

Sie alle betreiben Breitensport unterschiedlicher Disziplinen. Das ist eine lobenswerte Entwicklung

durch zielstrebige Vorstandsarbeit und vorbildlichen Einsatz der Fachwarte. Vieles

läuft über ehrenamtliche Tätigkeiten, die auch hier zu begrüßen und herauszustellen sind.

Ich als Ortsvorsteher möchte besonders die Arbeit in der Kinder- und Jugendarbeit und im

Seniorensport hervorheben.

Erinnern möchte ich an dieser Stelle, dass Bergheim über drei Turnhallen verfügt. Vor allem

die 1955 in Eigenleistung erstellte Halle am Paul- Schürmann-Platz ist ein Höhepunkt in

der Vereinsarbeit. Paul Schürmann, Bergheimer Lehrer, Schulleiter und Gründer des Turnvereins

1909 war bis 1933 der erste Vorsitzende und blieb dem TV Bergheim bis zu seinem

tragischen Tod 1959 treu verbunden.

Zum 100jährigen Jubiläum gratuliere ich dem Turnverein Bergheim, allen Verantwortlichen

und allen Mitgliedern von ganzem Herzen und wünsche weiterhin viele erfolgreiche Jahre im

Sportbetrieb und fröhliche Stunden in der Gemeinschaft.

13


Grußwort

Walter Schneeloch

Präsident des LandesSportBundes Nordrhein Westfalen

Liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde,

der TV Bergheim/Sieg 09 e.V. feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges

Bestehen.

Damit ist ein großer Meilenstein in der bewegten Geschichte dieses

Traditionsvereins gesetzt. Als Präsident des LandesSportBundes

Nordrhein-Westfalen gratuliere ich allen Mitgliedern, Freunden und Förderern dazu sehr herzlich.

Aufgaben zu erkennen und mit Ideenreichtum durchzusetzen, das zeichnete die Gründer des TV

Bergheim/Sieg 09 aus. Schon damals erkannten die Gründer, dass Netzwerkarbeit hilfreich für die

Sportentwicklung war. So konnten Sie die Erfahrungen von Turn- und Sportvereinen aus der näheren

Umgebung nutzen, um die eigenen Aktivitäten erfolgreich zu steuern und ihre ehrenamtlichen Helfer

umfassend zu schulen. Eine Arbeitsweise, die der LandesSportBund NRW heute mit dem Aufbau des

Vereins-, Informations- und Schulungssystems konsequent weiter verfolgt.

Begleitet wurde die Vereinsgeschichte von den großen geschichtlichen Ereignissen und immer wieder

neuen aufkommenden Turbulenzen. Diese zu meistern und zu überwinden war in der Vergangenheit

sicherlich nicht immer leicht gewesen. Um die Rahmenbedingungen für eine möglichst gute Vereinsarbeit

zu schaffen, wurden keine Anträge gestellt, sondern selbst mit Hand angelegt. Dazu zählte in

den Gründungsjahren die Beschaffung von Turn- und Sportgeräten. Der TV Bergheim/Sieg zählt in

Nordrhein-Westfalen sicherlich zu einem der ersten Sportvereine, die es geschafft haben durch Eigenleistung

und Engagement eine eigene Turnhalle zu errichten. Dieser Erfolg gibt sicherlich Mut für

die Zukunft, die so manche neue Herausforderung stellen wird. Denn in einer Zeit, in der sich unsere

Gesellschaft auf allen Ebenen in einem Wandel befindet, ist es illusorisch zu glauben, dass der Sport

bzw. der Vereinssport davon nicht betroffen ist!

Ich freue mich sehr darüber, dass es dem TV Bergheim/Sieg 09 gelungen ist, über seine vielseitigen

Aktivitäten im Freizeit-, Breiten- und Leistungssport die Wünsche, Interessen und Bedürfnisse der

Menschen im Umfeld des Vereins im Vordergrund zu stellen. Dies wird unter anderem durch das vielfältige

Angebot für alle Mitglieder sichtbar.

Mein herzlicher Dank und meine ehrliche Anerkennung richtet sich an alle ehrenamtlichen Helferinnen

und Helfer, die mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement und unermüdlichen Einsatz den TV Bergheim/Sieg

09 letztendlich zu dem gemacht haben, was er heute ist: ein starker, zukunftsfähiger und

bürgernaher Sportverein!

Möge Ihnen dieses Jubiläum Antrieb geben, neue Ideen und neue Perspektiven auf einem gemeinsamen

Weg in die Zukunft aufzugreifen und umzusetzen! Zum Jubiläumsjahr, wünsche ich der Vereinsführung

des TV Bergheim/Sieg 09 einen erfolgreichen Weg, verbunden mit allen guten Wünschen

für eine weitere positive Vereinsentwicklung. Und den Vereinsmitgliedern wünsche ich weiterhin viel

Freude und Spaß am gemeinschaftlichen Sport.

14


Grußwort

Hans-Jürgen Zacharias

Präsident des Rheinischen Turnerbundes

100 Jahre Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg:

“Nichts ist so beständig wie der Wandel”, sagte der griechische

Philosoph Heraklit von Ephesus (etwa 540 - 480 v. Chr.). Für

die Richtigkeit dieser These steht der Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg,

der jetzt sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Da hält über lange Zeit was zusammen,

das als „Kitt der Gesellschaft“ bezeichnet wird.

In seiner Geschichte hat sich der Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg vom Traditionsverein

(Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei) über Wehrsport-Formen zum modernen Sport-Dienstleister

gewandelt, der nach wie vor ehrenamtlich getragen wird.

Heute nimmt die Bedeutung der Vereine für die Gesellschaft wieder zu, so wie die Erwartungen

an die Zusammenarbeit auf allen Ebenen steigen. Die demographische Entwicklung der

Gesellschaft und die Flexibilisierung der Arbeitswelt sind zwei gesellschaftliche Strömungen,

die den Verein unmittelbar betreffen. Deswegen ist der Bedarf an Betreuungsangeboten

aktuell so groß. Zudem wird der Zusammenhang von Bewegungsfähigkeit und kognitiven

Fähigkeiten zunehmend wahrgenommen.

Leider eröffnet die Politik besonders in den Metropolen den Wettbewerb um Sporträume,

weil Ganztagsschulen und Kindertagesstätten mit Bewegungsangeboten eingerichtet werden.

Dies trifft die Turnvereine mit den Angeboten zum Kinderturnen besonders, wenn

man keine zusätzlichen Sporträume für Vereine schafft. Es muss keine große Sporthalle sein,

da reichen auch kleinere Gymnastikräume, in die man eine Bewegungslandschaft einbauen

kann.

Turn- und Sportvereine sind Solidargemeinschaften, die Soziales Lernen, Bewegungsförderung,

Präventionsmaßnahmen durch Gesundheitssport, Leistungssport etc. fördern, weil

ihre Angebote eine hohe Qualität aufweisen. Der Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg legt

ein erstklassiges Zeugnis darüber ab, zu welchen Leistungen ein Verein fähig ist.

Euer Erfolg stärkt unsere Gemeinschaft im Rheinischen Turnerbund.

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Grußwort

Thomas Strack

Vorsitzender Turnverband Rhein-Sieg, Bonn e.V.

Liebe Turnfreunde,

im Namen des Turnverbandes Rhein-Sieg, Bonn e.V. gratuliere

ich Ihnen zum 100jährigen Bestehen.

So ähnlich beginnen viele Glückwünsche zu einem Jubiläum.

Aber ist der Umstand, 100 Jahre überstanden zu haben, für sich schon ein Grund zur Freude,

zum Jubilieren? Sicher nicht. Das Hundertjährige kann man auch in einem desolaten

Zustand, kränkelnd und mutlos erreichen. Man kann auch auf 100 Jahre des immer gleichen,

gewohnten und dadurch langweiligen Tuns zurückblicken. Dann ist aber eher Mitleid als

Gratulation angebracht.

Ich würde all dies nicht erwähnen, wenn der Jubilar, der Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

nicht meilenweit von diesem Bild entfernt wäre. Wir gratulieren einem Verein, der lebendig

ist, mit einem Vorstand, der, wie schon seine Vorgänger, erkennt, wann neue Wege beschritten,

aber auch, wann sie wieder verlassen werden müssen. Hier wird über den Tellerrand

hinaus nach neuen attraktiven Angeboten und Arbeitsfeldern geschaut . Diese werden, wenn

es den Interessen des Vereins dient, aufgegriffen und den Mitgliedern zugänglich gemacht.

Und, was das Wichtigste ist, die Mitglieder wissen dies zu schätzen, leben mit ihrem Verein

und tragen damit selbst weder zu dessen Vitalität bei.

Mit einem Wort: Hier feiern wir 100 Jahre Leben, Mut und Zukunft. Hierzu und zu allem

Anderen gratuliere ich ganz herzlich und wünsche dem Verein weiterhin so viel Engagement

und Lebendigkeit wie bisher.

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Grußwort

Sebastian Schuster

Präsident des KreisSportBundes Rhein-Sieg

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Sportfreunde!

Der Turnverein Bergheim/Sieg 1909 e.V. kann in diesem Jahr

auf sein einhundertstes Gründungsjahr zurückblicken.

Aus diesem besonderen Anlass gratuliere ich im Namen des Präsidiums des Kreis-SportBundes

Rhein-Sieg e.V. aber auch ganz persönlich sehr herzlich.

r geehrte In Damen seiner 100jährigen und Herren, Geschichte hat der Turnverein Bergheim/Sieg den grundlegenden

e Sportfreunde! Wandel, den der Sport in seiner gesellschaftlichen und kulturellen Ausprägung vollzogen hat,

frühzeitig erkannt und mitgestaltet. Er hat sich zu einem modernen Verein entwickelt und

präsentiert ein vielfältiges Wettkampf- und Freizeitangebot.

Turnverein Hinter Bergheim/Sieg diesem Erfolg stehen 1909 viele e.V. Ehrenamtliche kann in diesem als Übungsleiter, Jahr auf Trainer, sein Betreuer einhunderts- und

Gründungsjahr Vorstand. zurückblicken.

Ihnen gilt mein ganz besonderer Dank.

Ich wünsche dem Turnverein Bergheim/Sieg für die Jubiläumsfeier einen guten Verlauf und

allen Beteiligten viel Spaß. Für die neuen Aufgaben, die heute vor den Vereinen stehen, wün-

diesem besonderen Anlass gratuliere ich im Namen des Präsidiums des Kreissche

ich weiterhin viel Elan und eine erfolgreiche Zukunft.

rtBundes Rhein-Sieg e.V. aber auch ganz persönlich sehr herzlich.

einer 100jährigen Geschichte hat der Turnverein Bergheim/Sieg den grundlegen-

Wandel, den der Sport in seiner gesellschaftlichen und kulturellen Ausprägung

zogen hat, frühzeitig erkannt und mitgestaltet. Er hat sich zu einem modernen

ein entwickelt und präsentiert ein vielfältiges Wettkampf- und Freizeitangebot.

ter diesem Erfolg stehen viele Ehrenamtliche als Übungsleiter, Trainer, Betreuer

Vorstand. Ihnen gilt mein ganz besonderer Dank.

wünsche dem Turnverein Bergheim/Sieg für die Jubiläumsfeier einen guten Verund

allen Beteiligten viel Spaß. Für die neuen Aufgaben, die heute vor den Vern

stehen, wünsche ich weiterhin viel Elan und eine erfolgreiche Zukunft.

astian Schuster

sident)

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1909 – 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim / Sieg

Die Gründungsversammlung des

Turnvereins Bergheim

am 17. November 1909

Kein Wunder, dass in verschiedenen Grußworten und Folgetexten eines Festbuches

Bezug genommen wird auf den historischen Gründungstag des Jubilars.

Eine erfolgreiche Recherche in verschiedenen Archiven ermöglicht der Redaktion,

die Niederschrift der Gründungsversammlung zum Hundertjährigen im Original

vorzulegen. Da eine große Anzahl unserer Mitglieder mit der altdeutschen Schrift

Schwierigkeiten haben dürfte, ist eine zeilengenaue zeitgemäße Übersetzung beigegeben.

Die namentliche Auflistung der ersten ca. 90 Gründungsmitglieder ist leider

nicht möglich, da die Anlage zum Gründungsprotokoll verschollen ist.

Barrenübung 1930


Oben: Jugendriege 1957

mit Übungsleiter Toni Jungblut (links) und Josef Wipperfürth (rechts)

Unten: Turnriege 1930

von links nach rechts stehend: Johann Kettwig, Clemens Engels, Peter Siegberg, Wilhelm

Engels, Josef Wipperfürth, Paul Schürmann, Johann Kernenbach, Johann Junkersdorf, Josef

Wollersheim, Adolf Wollersheim, Peter Siegberg (Post), unbek.,

Heinrich Engels

von links nach rechts sitzend: Hans Rondorf, Josef Schell, Josef Froitzheim, Josef Ludwig,

Johann Engels

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Verhandelt, Bergheim, den 17.November 1909

Am heutigen Sonntag war durch den

Lehrer Schürmann in Bergheim eine öffentliche

Versammlung in der Restauration J. Jos. Siegberg

zur Gründung eines Turnvereins einberufen,

die von ca. 90 Personen besucht war.

Leiter der Versammlung war der Einberufer,

außerdem waren auf Einladung erschienen:

Der Bezirksturnwart des 7. Bezirkes des Rhein-Sieg-

Gaues Gymnasial-Turnlehrer Schumacher-Siegburg,

der erste Schriftwart Fritz Hanhs und der 1. Zöglingsturnwart

Medgenberg von Siegburger Turnverein E.V.

gegr. 1862, ferner der Turnwart Bornheim vom Sieglarer

Turnverein.

Lehrer Schürmann eröffnet die Versammlung

um 6 ¾ Uhr und dankt den zahlreich Erschienenen

für ihr Interesse.

Gym. Turnlehrer Schumacher legt in

längerer Ausführung die Zwecke und Ziele

eines eventl. zu gründenden Turnvereins aus

einander und bittet zum Schluß, die Gründung

eines Turnvereins in Bergheim zu

betätigen.

Im Namen der Versammlung dankt

Lehrer Schürmann dem Bezirks-Turnwart

bestens

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estens für seine interessanten und lehrreichen

Ausführungen und bittet die Anwesenden, ob

jemand zu diesen Ausführungen etwas dafür

oder dagegen zu sagen habe. Da sich niemand

zu Wort meldet, so nimmt der Lehrer

Schürmann an, daß von den erschienenen

Personen Bedenken gegen eine Gründung

nicht erhoben werden, daß im Gegenteil

alle mit der Gründung des Turnvereins einverstanden

sind.

Für die Jugendabteilung finden Zöglinge

vom 14-16 Jahre Aufnahme, sie zahlen keine

Beiträge, die turnerische Leitung

dieser Abteilung übernimmt der Lehrer Schürmann.

Zur Aufnahme als activer Turner ist

ein Alter von über 16 Jahren erforderlich,

zur Leitung dieser Abteilung hat sich für die

ersten 20 Stunden der Turnwart des Sieglarer

Turnvereins Bornheim in entgegenkommender

Weise bereit erklärt. Die Beiträge für

active Turner und inact. Mitglieder (Ehrenmitglieder)

sind auf 25-30 Pfg. monatlich

vorgesehen. Nach diesen Ausführungen des

Verhandlungsleiters werden die Anwesenden

von demselben aufgefordert, sich als Mitglieder

für den Turnverein anzumelden und

erklären sich … Personen zum Beitritt als

active

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active Turner und … Personen als inactive

Mitglieder (Ehrenmitglieder), s. nachstehendes

Verzeichnis am Schlusse der Verhandlungsschrift.

Außerdem erklärten … Jünglinge ihren

Eintritt als Zögling in die Jugendabteilung.

Hierauf gab der Schriftwart des Siegburger

T.V. F. Hanhs, welchem auch die Niederschrift der

Verhandlung übertragen war, das Ergebnis der

Anmeldungen für den jungen Turnverein

bekannt und machte im Anschluß daran

einige Mitteilungen über die Einteilung

der Deutschen Turnerschaft; gleichzeitig bittet

er die leitenden Männer des Bergheimer

T.V. sich ganz besonders der schulentlassenen

Jugend anzunehmen, sie zum Turnen,

Spielen und Wandern zu führen mit

der Devise: „Der Jugend zur Lehr‘,

„Dem Vaterland zur Wehr,

Bergheim zur Ehr‘!

Nachdem Reinartz dem Bezirksturnwart

für seine Bestrebungen ein Gut Heil ausgebracht,

dankt Schumacher den Bergheimern für

das Interesse und bittet in dem neuen T.V.

allzeit eine vaterländische und religiöse Gesinnung zu bewahren.

Bei der nun folgenden Wahl eines provisorischen

Vorstandes wird von Hirsch der Lehrer

Schürmann,

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Schürmann, der sich bis jetzt schon große Mühe für

die Neugründung gegeben hat, zum 1. Vorsitzenden

vorgeschlagen und von der Versammlung durch

Zuruf einstimmig gewählt. Schürmann erklärt

sich mit Dank zur Annahme bereit.

Ferner wurden durch Zuruf einstimmig

gewählt: Joh. Reinartz zum 2. Vorsitzenden

Hirsch zum Schriftwart

Blum zum Kassenwart, auch diese

Mitglieder nehmen die Wahl dankend an.

Von der Versammlung wird ferner beschlossen:

Der monatl. Beitrag für active und inactive

Mitglieder beträgt 25 Pfg.

Die activen Turner halten am Donnerstag, den

18. Nobember abds 9 Uhr bei Siegberg eine Versammlung

ab, zur Festlegung der Turnstunden.

Die Zögl. Abt. versammelt sich zum ersten

Turnen Dienstag, den 23. Nov. abds 8 Uhr in

demselben Lokal.

Hierauf bittet der Bezirksturnwart

um regen und pünktlichen Besuch der Turnstunden

und bringt dem prov. Vorstande

und Bornheim ein Gut Heil dar.

Schürmann schließt die Versammlung um

8.10 Uhr und dankt allen, die für die

edle deutsche Turnsache hier im Ort

mit-

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mitgewirkt haben.

28

Der provisorische Vorstand des Bergheimer Turnvereins

Vorsitzender 2. Vorsitzender

(Unterschrift) Paul Schürmann (Unterschrift) Joh. Reinartz

Schriftwart Kassenwart

Die vorstehende Niederschrift ist aufgestellt

von Fritz Hanhs 1. Schriftwart im

Siegburger Turnverein E.V.

gegr. 14.7.1862

Nachstehende Personen haben sich als Mitglieder in

den Bergheimer Turnverein bereit erklärt.

(Liste leider verschollen)

Nachbemerkung:

Soweit die Niederschrift der Gründungsverammlung.

Und wie ging es weiter?

Die erste Aufgabe des Vorstandes war es, dem Verein eine für alle Mitglieder verbindliche

Satzung zu geben. Das wurde auch zügig in Angriff genommen, denn die

erste (wohlgemerkt noch in handschriftlicher Ausfertigung) Vereinssatzung wurde,

wie der Eingangsstempel vom Bürgermeister-Amt Sieglar vom 21. Dezember 1909

unter Tagebuchnummer 8470 ausweist, dort hinterlegt.

Das wurde in jenen Zeiten ganz offensichtlich als ausreichend betrachtet.

Anlässlich der Jahreshauptversammlung am 21. Mai 1928 wurde eine neue, überarbeitete

und weitergehende Satzung beschlossen, und laut besiegeltem Bestätigungsvermerk

vom 31.Juli 1928 durch das „Preuss. Amtsgericht Siegburg“ ist der Turnverein

Bergheim „ … am 30. Juli 1928 unter Nummer 100 in das Vereinsregister

eingetragen worden.“

Inzwischen schon fast zur Routine geworden ist, jede Satzungsänderung (in angemessener

Frist!) beim Amtsgericht zwecks Bestätigung vorzulegen.


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1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Mit diesem Vorstand startet der

Turnverein Bergheim in das Jubiläumsjahr

Von links: Erika Enders, Gabi Dittmann, Frank Wieland, Dieter Wieland,

Irmgard Schreiner, Jens Bauer, Heinrich Droste, Gabi Odenthal,

Heidi Plener, Reinhard Frost, Martina Schell-Schwadorf


1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Aufgabenverteilung im Vorstand des TVB

Was macht eigentlich der Vorstand das ganze Jahr über, und wer ist für was verantwortlich?

Solche und ähnliche Fragen werden immer wieder von Vereinsmitgliedern gestellt.

Hier nun einige Erläuterungen dazu.

Grundsätzlich ist für alle wichtigen Fragen im und um den Verein der gesamte Vorstand

zuständig und für die Beantwortung verantwortlich. Teamarbeit ist gefordert

und wird bei den Vorstandssitzungen auch praktiziert. Jeden Monat, in der Regel

am ersten Mittwochabend um 20 Uhr, kommt der Vorstand in der Gaststätte Weis

(Vereinslokal) zusammen.

Bei über zehn Abteilungen und fast 50 verschiedenen Übungsgruppen ist manchmal

ein Treffen in kleiner Besetzung zwischendurch notwendig. Da hat so mancher was

auf dem Herzen oder erwartet eine schnelle Entscheidung über Anträge, Beschaffungsvorschläge,

Anregungen oder Beschwerden. In einem Verein mit über 1000

Mitgliedern fällt diesbezüglich genügend Arbeit an.

Wenn auch grundsätzlich der Gesamtvorstand die Verantwortung trägt, so gibt es

trotzdem eine spezielle Aufgabenverteilung.

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1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Vorsitzender

Heinrich Droste

Verantwortlich für die Geschäftsführung des

Vereins

Repräsentation bei der Verwaltung, Verbänden

und anderen Vereinen

Vertretung des TV Bergheim beim Ortsring

Leitung der Vorstandssitzung, Vorgabe der Tagesordnung

Stellvertretender Vorsitzender

Frank Wieland

Repräsentation bei der Verwaltung, Verbänden

und anderen Vereinen

Vertretung des TV Bergheim beim Ortsring

Organisation von nicht sportlichen Veranstaltungen

Einladung zu den Jahreshauptversammlungen

und den Vorstandssitzungen

Klärung aller Sozial- und Versicherungsfragen


1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Geschäftsführer

Walter Neuberger

Erledigung des gesamten Schriftverkehrs

Erstellung von Bestandserhebung für Verbände

und Stadtverwaltung

Postverteilung und Koordinierung der Zeitschriftenverteilung

Beschaffungen jeder Art

Stellvertretender Geschäftsführer

Dieter Wieland

Führung der Mitgliederverwaltung,

Verbindungsperson zur Kreissparkasse

An- und Abmeldungen der Mitglieder

Erfassung und Bearbeitung von Sportunfällen

Führung des Vereinsarchivs

Berücksichtigung von Jubiläen

Erstellen des Finanzplanes gemeinsam mit der

Kassenwartin

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1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Kassenwartin

Gabi Dittmann

Buchführung / Buchhaltung, Bezahlung von

Rechnungen

Abrechnung der Beitragseinziehung und Beitragszahlung,

Verfolgung der Außenstände

Beitragszahlungen an Sportverbände und Versicherungen

Anträge und Abrechnung mit LSB, Land, Kreis

und Stadt gemeinsam mit dem Geschäftsführer.

Ausstellung von Spendenquittungen

Abrechnung von Veranstaltungen gemeinsam

mit dem Stellvertretenden Kassenwart

Stellvertretender Kassenwart

Reinhard Frost

Abrechnungen mit den Übungsleitern

Abrechnung von Veranstaltungen gemeinsam

mit der Kassenwartin

Unterstützung der Kassenwartin


1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Oberturnwartin

Erika Enders

Einberufung und Leitung der Turnausschusssitzungen

(zweimal jährlich)

Koordinierung und Erstellung der Hallenbelegungspläne

Koordinierung aller sportlichen Veranstaltungen

Entgegennahme von Anträgen der Übungsleiter

Jugend- und Kinderturnwartin

Martina Schell-Schwadorf

Stellvertretung der Oberturnwartin

Führung der Namens- und Adressenliste der

Übungsleiter und Helfer

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1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Pressewart

Jens Bauer

Kontakt zur lokalen Presse und Abfassen von

Berichten über das Vereinsleben

Herausgabe der Vereinsnachrichten „TV aktuell“

Sammlung von Presseberichten

Gestaltung der Homepage und des Schaukastens

Protokollführung bei Vorstandssitzungen und

der Jahreshauptversammlung

Erster Beisitzer

Wilfried Renn

Unterstützung des Pressewarts

Vertretung des Pressewarts bei der Protokollführung

bei Vorstands- und sonstigen Sitzungen


1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Zweite Beisitzerin

Heidi Plener

Unterstützung der Oberturnwartin

Dritte Beisitzerin

Irmgard Schreiner

Unterstützung und Beratung in sämtlichen

sportlichen Belangen

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1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Vierte Beisitzerin

Gabi Odenthal

Unterstützung der Kassenwartin

Mitarbeiter des Vorstandes

(kein Vorstandsmitglied)

Peter Dittmann

Unterstützung in der Mitgliederverwaltung

Kontaktperson bei neuer Anschrift und

Änderung der Konto-Nr.

Koordiniert den Beitragseinzug zwischen Verein

und der Bank


1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Ehrenmitglieder

Entsprechend der Ehrenordnung werden die Ehrenmitglieder durch die

Jahreshauptversammlung bestimmt:

Hans Reinartz Josef Boss

Ehrenvorsitzender Ehrenmitglied

Willi Buschmann Franz-Heinz Junkersdorf

Ehrenmitglied Ehrenmitglied

Heinz-Josef Grommes Manfred Nowakowski

Ehrenmitglied Ehrenmitglied

Heinrich Brodeßer Johann Brodesser

Ehrenmitglied Ehrenmitglied

Dieter Wieland

Ehrenmitglied

Heinrich Droste

Ehrenmitglied

Irmgard Schreiner

Ehrenmitglied

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1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Ältestenrat

Der Ältestenrat setzt sich zusammen aus vier von der Hauptversammlung für die

Dauer von zwei Jahren zu wählenden Vereinsmitgliedern, die nicht dem Vorstand

angehören, und dem Vorsitzenden (im Verhinderungsfall dem stellvertretenden

Vorsitzenden) des Vereins.

Der Ältestenrat berät den Vorstand in allen wichtigen Fragen des Vereins. Darüber

hinaus obliegen ihm Vorschläge für Ehrungen, die Schlichtung von Streitigkeiten

sowie Entscheidungen in Strafverfahren gemäß Ehrenordnung.

Von links:

Franz-Heinz Junkersdorf, Eberhard Müller, Dieter Lingnau, Jochen Köster


1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Langjährige Mitglieder

Mitglieder mit über 75jähriger Vereinszugehörigkeit

Eintritt 1934 Josef Boss

Mitglieder mit über 60jähriger Vereinszugehörigkeit

Eintritt 1941 Willi Buschmann

Eintritt 1948 Johann Brodesser

Manfred Nowakowski

Franz-Heinz Junkersdorf

Hans-Josef Grommes

Mitglieder mit über 50jähriger Vereinszugehörigkeit

Eintritt 1952 Dieter Wieland

Mitglieder mit über 40jähriger Vereinszugehörigkeit

Eintritt 1960 Hans-Peter Bauer

Hans-Albert Buschmann

Eintritt 1962 Willi Schmitz

Eintritt 1964 Harald Hinze

Eintritt 1965 Irmgard Schreiner

Helga Borchardt

Hildegard Scholing

Mechthild Pohlscheidt

Eintritt 1966 Renate Schmitz

Harry Friedrich

Eintritt 1967 Karl Matuszak

Eintritt 1968 Liesel Sliwa

Reinhard Frost

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1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Mitglieder mit über 40jähriger Vereinszugehörigkeit (Forts.)

Eintritt 1969 Matthias Reinartz

Waltraut Burchert

Anneliese Nowakowski

Carola Matuszak

Hilde Pietsch

Peter Käufer

Hans Reinartz

Mitglieder mit über 25jähriger Vereinszugehörigkeit

Eintritt 1970 Rosemarie Grommes

Dieter Scholing

Elisabet Tüttenberg

Walburga Müller

Eintritt 1971 Hermann Geyer

Heinz Bauer

Josefine Küpper

Walter Groß

Helga Hein

Helga Schulze

Georg Brungs

Marlies Steffes

Susanne Ceulaers

Eintritt 1972 Margret Kellershohn

Heinrich Brodeßer

Willi Heuser

Agnes Stelter

Helene Lingnau

Eintritt 1973 Herbert Schneider

Hans-Rainer Pohlscheidt

Marlies Müller

Eintritt 1974 Gerd Froitzheim


1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Mitglieder mit über 25jähriger Vereinszugehörigkeit (Forts.)

Barbara Schallenberg

Josef Rondorf

Dieter Lingnau

Heinrich Droste

Hildegard Ginster

Adele Bail

Eintritt 1975 Fridolin Bail

Doris Winkler

Detlev Schellberg

Peter Knobloch

Eintritt 1976 Frank Wieland

Dr. Dietrich Berndt

Heinz-Josef Grommes

Eberhard Müller

Sigrid Both

Iris Stocksiefen

Eintritt 1977 Hans Plener

Berta Brungs

Stephan Mehlem

Dirk Käufer

Martina Schell-Schwadorf

Irmgard Wöltge

Axel Eilers

Eintritt 1978 Gerti Fußhöller

Ursula Kruse

Christina Stehr

Birgit Frost

Edmund Mundorf

Eintritt 1979 Helmut Schell

Karlheinz Windeck

Siegfried Hoffmann

Eintritt 1980 Vassilik Negrini

Adolfa Richarz

Jürgen Schell

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1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Mitglieder mit über 25jähriger Vereinszugehörigkeit (Forts.)

Waltraud Mundorf

Kerstin Bau

Renate Klein

Brigitte Reinartz

Detlev Klein

Waltraud Schell

Katharina Hoffmann

Marie-Luise Engels

Eintritt 1981 Adolf Krauthäuser

Kethe Weidenbrück

Heidemarie Plener

Günther Sliwa

Eintritt 1982 Michael Flory

Eintritt 1983 Irmgard Köster

Jochen Köster

Rosemarie Tschatta

Leni Hilbert

Rolf Rudolph

Veronika Peters

Elke Rosenbaum

Lieselotte Harens

Ursula Weis

Dr. Axel König

Dieter Krämer

Eintritt 1984 Elisabeth Oekels

Dieter Grön

Maria Schmitz

Gerti Junkersdorf

Peter Dittmann

Inge Hersel

Margret Ludwig

Maria Kranz

Susanne Mundorf

Renate Andree


1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Die Jubilare im Jubiläumsjahr 2009

75jährige Vereinszugehörigkeit

Josef Boss

40jährige Vereinszugehörigkeit

Matthias Reinartz

Waltraut Burchert

Anneliese Nowakowski

Carola Matuszak

Hilde Pitsch

Peter Käufer

Hans Reinartz

25jährige Vereinszugehörigkeit

Elisabeth Ökels

Dieter Grön

Maria Schmitz

Gerti Junkersdorf

Peter Dittmann

Inge Hersel

Margret Ludwig

Maria Krantz

Susanne Mundorf

Renate Andree

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1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Vorsitzende und Geschäftsführer des Turnvereins

Vorsitzende ab 1909

1909 - 1933 Paul Schürmannn

1933 - 1934 Michael Wipperfürth

1934 - 1965 Wilhelm Engels

1965 - 1974 Franz-Heinz Junkersdorf

1974 - 1975 Karl Matuszak

1975 - 1980 Peter Wolf

1980 - 1998 Hans Reinartz

1998 - 2008 Dieter Krämer

ab 2008 Heinrich Droste

Schriftführer/Geschäftsführer des Vereins ab 1909

1909 - 1918 Julius Hirsch

1918 - 1933 Johann Schell

1933 - 1954 Michael Wipperfürth

1954 - 1965 Franz-Heinz Junkersdorf

1965 - 1969 Rolf Reinartz

1969 - 1971 Manfred Nowakowski

1971 - 1974 Ewald Fehling

1974 - 1975 Helmut Giese

1975 - 1975 Walburga Müller

1975 - 1979 Rüdiger Figge

1979 - 1981 Johannes Nies

1981 - 2009 Heinrich Droste

ab 2009 Walter Neuberger


1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Jährliche Feier des Gründungstages

"Der Bergheimer Turn-Verein bezweckt die Ausbildung körperlicher Kraft und

Gewandtheit. Alle politischen und religiösen Parteibestrebungen sind ausgeschlossen."

So steht es im Begründungsbeschluss des Vereins vom 17.November 1909. Weiter:

"Der Verein besteht aus

1. Ordentlichen Mitgliedern

a) Turnern

b) Turnfreunden

2. Außerordentlichen Mitgliedern

3. Ehrenmitgliedern"

Auch heute noch interessant die Erläuterung, wer damals als Turner galt: "Turner

sind diejenigen, welche die Verpflichtung haben, an den Turnübungen regelmäßig

teil zu nehmen." Satzungsgemäße Verpflichtung zur regelmäßigen Teilnahme an allen

Übungsabenden: unsere engagierten Übungsleiterinnen und Übungsleiter kommen

da sicherlich ins Schwärmen!

Zur Erinnerung an den denkwürdigen Gründungstag im Jahre 1909 fand viele Jahrzehnte

lang, dem Auftrage der Gründungsväter folgend, am Buß- und Bettag in der

ausdrücklich gebotenen würdigen Form, die Jahreshauptversammlung des Vereins

statt. Aus praktischen Erwägungen, um der wachsenden Mitgliedschaft jeweils einen

kompletten Jahresbericht und Jahresabschluss vorlegen zu können, wurde am

17. November 1975 beschlossen, die kommenden Jahreshauptversammlungen vom

Gründungstag abzukoppeln und in das Frühjahr zu verlegen. Die Feier des Gründungstages

muss heute, nachdem der Buß- und Bettag kein offizieller Feiertag mehr

ist, abends stattfinden, damit auch die berufstätigen Mitglieder teilnehmen können.

Nach dem Besuch der Abendmesse in der Bergheimer Pfarrkirche wird traditionsgemäß

zu einem Imbiss in das Vereinslokal Weis eingeladen.

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So auch im November 2008:

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1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Nach der Begrüßung durch Heiner Droste, dem Ersten Vorsitzenden, und einer Gedenkminute

für die im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder wurden die Mitglieder

geehrt, die dem Verein seit 25, 40 und 60 Jahren die Treue halten. Sie haben nicht

nur regelmäßig ihren Mitgliedsbeitrag gezahlt, sondern waren in vielfältigen Funktionen

im Verein tätig und sind es z. T. auch heute noch.

Gabi Dittmann, Irmgard Schreiner Dieter Wieland, Heiner Droste

25 Jahre Mitgliedschaft

Leni Hilbert, Lieselotte Harens, Dieter Krämer; Irmgard Köster, Jochen

Köster, Axel König, Veronika Peters, Elke Rosenbaum, Rosemarie Tschatta, Ursula

Weis

40 Jahre Mitgliedschaft

Reinhard Frost, Liesel Sliwa

60 Jahre Mitgliedschaft

Johann Brodesser, Hans-Josef Grommes, Franz-Heinz Junkersdorf,

Manfred Nowakowski


1909 - 2009

Einhundert Jahre

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg

Traditionell wurden danach die erfolgreichen Sportler geehrt, darunter diejenigen,

die 2008 alle Bedingungen zum Erwerb des Deutschen Sportabzeichens in Bronze,

Silber oder Gold erfüllt haben. Mit Dank an die zahlreich erschienenen Teilnehmer

leitete der Vorsitzende danach zum gemütlichen Teil der Veranstaltung über.

Eberhard Müller

Heiner Droste

Willi Buschmann

Jochen Köster

Irmgard Köster

Heiner Droste

Hans-Josef Grommes

Heiner Droste

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50

100 Jahre TV 1909 e.V. Bergheim/Sieg

- Rückblick und Ausblick -

von Jochen Köster

Einhundert Jahre alt – und immer noch quicklebendig!

Zwar können wir niemanden von den Gründungsmitgliedern mehr direkt befragen,

wie es damals im malerischen alten Fischerdörfchen Bergheim nahe den Siegauen

aussah, wie es zuging im Dorf- und Vereinsleben jener Zeit, als unser Turnverein

gegründet wurde – aber es gibt Aufzeichnungen, Dokumente und mündliche Überlieferungen

über mehrere Generationen hinweg, die uns auch heute noch ein Bild

über die damalige Zeit ermöglichen.

Hubert Pützstück mit der Vereinsfahne

Unter dieser Vereinsfahne haben sich seit vielen Jahrzehnten sowohl die aktiven

als auch die inaktiv gewordenen Sportler, Jung und Alt, versammelt. Nicht nur aus

sportlichem Anlass, sondern auch im geschichtlichen Ablauf des Dorfgeschehens,

bei frohen Festen gleichermaßen wie bei Trauerfeierlichkeiten.

Das Mitführen von Fahnen und Flaggen hat heute aus unterschiedlichen Gründen

kaum noch „Konjunktur“.


Dirk Schwadorf mit der Vereinsfahne beim Bunten Rasen 2009

Wir zeigen bewusst und mit Stolz unsere Vereinsfahne bei vielen Veranstaltungen als

sichtbares Zeichen für gelebte Gemeinschaft und/oder Anteilnahme.

Geschichtliche und politische Entwicklungen haben Ziele und Formen der Körperertüchtigung

in Vereinen vom „Frisch – Fromm – Fröhlich – Frei“ von Turnvater

Jahn über gezielte Wehrsport-Varianten hin bis zum heute individuell eingeforderten

„Dienstleistungsunternehmen Sport, Spiel und Spaß“ geführt.

Mehr als je sind da ehrenamtliche Helfer und Mandatsträger gefragt, damit diesem

gesellschaftlichen Anspruch erfolgreich Rechnung getragen werden kann. Sie alle

können in dieser Festschrift zwar nicht genannt werden – stellvertretend für sie werden

aber namentlich Erwähnung finden alle bisherigen neun Vorsitzenden des Vereins.

Rein rechnerisch ergibt sich da eine durchschnittliche Verweildauer im Amte

von über zehn Jahren – allerdings relativiert sich diese Zahl unter Berücksichtigung

der Tatsache, dass die Ägiden Schürmann/Engels/Reinartz zusammen fast dreiviertel

der Gesamtzeit ausmachen.

Jeder der einmal ein Ehrenamt verantwortlich ausgeübt hat, weiß, was es bedeutet,

sich über Jahrzehnte hinweg an herausragender Stelle erfolgreich zu engagieren.

Ihnen gilt deshalb unser ganz besonderer Dank!

51


52

Altes Friedhofskreuz in Bergheim, errichtet 1861.

Jedes Jahr versammeln sich hier viele Bergheimer Bürger am Allerheiligen-

Nachmittag in stillem Gedenken an die verstorbenen Freunde und

Anverwandten, einschließlich der verstorbenen Mitglieder des Turnvereins.


Die ersten 75 Jahre

Im Respekt vor der Aufbauleistung vergangener Generationen und eingedenk der

Tatsache, dass rückblickend eine zeitnähere Berichterstattung der glättenden Sicht

aus größerer Ferne vorzuziehen ist, wird über diesen Zeitraum aus der vor 25 Jahren

erstellten Festschrift zitiert:

„Am Buß- und Bettag des Jahres 1909 berief der Bergheimer Lehrer und spätere

Schulleiter Paul Schürmann eine Versammlung in die Gaststätte Siegberg ein, um

einen Turnverein zu gründen.“

Seinem Ruf folgten etwa 90 sportbegeisterte Männer. Der damalige Bezirk 7 des

Rhein-Sieg-Gaues entsandte zu dieser Gründungsversammlung die Herren Gymnasialturnlehrer

Schumacher

aus Siegburg sowie Hanhs und

Mengdenberg vom Siegburger

Turnverein 1862/92 und den

Turnwart des Sieglarer Turnvereins

Jean Bornheim. Nachdem

Herr Schumacher über Ziel

und Zweck eines Turnvereins

gesprochen hatte, bat er die

Versammlung, der Gründung

des Bergheimer Turnvereins

zuzustimmen. Als vorläufigen

Vorstand wählte man folgende

Herren:

Zum 1. Vorsitzenden Paul

Schürmann, zum 2. Vorsitzenden

Johann Reinartz, zum

Schriftführer Julius Hirsch, zum

Kassenwart Peter Blum.

Die ersten 30 Turnabende übernahm

Jean Bornheim aus Sieglar.

Es entwickelte sich für die

damaligen Verhältnisse ein sehr

reger Sportbetrieb, der zunächst

nur aus Turnspielen und Freiübungen

bestand, da der Verein

noch keinerlei Turngerät besaß.

Jean Bornheim, der in dieser armen

Zeit den Weg von Sieglar

Paul Schürmann

Vorsitzender 1909-1933

53


nach Bergheim und zurück zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen musste, setzte

sich sehr für die neu gegründete Turngruppe ein. Ihm gebührt ein besonderer

Dank.

Durch die Bemühungen Peter Blums und den Opferwillen der Mitglieder konnten

schon Anfang des Jahres 1910 ein neues Reck und ein gebrauchter Barren beschafft

werden. Jetzt ging es mit viel Mut und Fleiß an die Geräte. Ostermontag 1910 stellte

sich die junge Riege zum erstenmal auf dem Schulhof den Bergheimer Bürgern vor

und erntete für ihre Leistungen den Beifall der nicht geringen Zuschauermenge. Im

Juli 1910 wurde das erste Stiftungsfest unter Mitwirkung der Brudervereine aus Sieglar

und Siegburg gefeiert. Die beiden Vereine überboten allerdings die Leistungen

der Bergheimer bei weitem; jedoch auch Paul Schürmann mit seiner jungen Riege

fand erhebliche Beachtung. Im Juni 1912 entsandte der Verein zum ersten Male Wettkämpfer

zum Bezirksturnfest in Kaldauen. Die vier Turner Gottfried Schell, Christian

Elfgen, Johann Wipperfürth und Peter Schneider kehrten als Sieger zurück, dazu

belegte die 4 x 100 m-Staffel mit Schürmann - Schell- Elfgen - Rodenkirchen den

zweiten Platz. Im Herbst des selben Jahres mussten jedoch die Turner Peter Hensen,

Christian Ludwig, Peter Knipp, Johann Brungs und Paul Brodeßer zum Militär, im

Jahre 1913 folgten die Turner Gottfried Schell, Christian Elfgen, Josef Knipp und

Johann Wipperfürth. Damit war die ganze erste Riege Soldat, aber die Jugendriege

hatte sich inzwischen gut entwickelt, so dass der Turnbetrieb fortgesetzt wurde.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges im August 1914 legte den Turnbetrieb lahm. Nur

wenige konnten noch zum Turnen erscheinen. Als 1918 die furchtbaren Kriegswirren

ein Ende gefunden hatten, wurden mit Entsetzen große Lücken in unserem Mitgliederbestand

festgestellt. Dreizehn Mitglieder kehrten nicht mehr zurück. Jedoch

schon Anfang des Jahres 1919 fanden sich einige der zurückgekehrten Mitglieder

zusammen, um die brachliegende Arbeit des Vereins wieder zu beleben. Die Turnübungen

konnten aber erst im April aufgenommen werden, weil der Saal noch von

englischen Truppen belegt war. Damals wurde der Verein von folgendem neuen

Vorstand geführt: Vom 1. Vorsitzenden Paul Schürmann, 2. Vorsitzenden Gottfried

Schell, Schriftführer Johann Schell, Kassenwart Heinrich Brungs, 1. Turnwart Johann

Wipperfürth und 2. Turnwart Michael Wipperfürth.

Bei der Nikolausfeier im selben Jahr zog sich Johann Wipperfürth eine Verletzung

aufgrund eines Unfalls am Reck zu und musste dadurch sein Amt als 1. Turnwart an

Michael Wipperfürth abgeben. Fleißiges Training förderte das Können der Bergheimer

Turner, so dass auch in den kommenden Jahren aussichtsreiche Wettkämpfer

unseres Vereins an den Gaufesten teilnahmen.

Die turnerische Leitung unseres Vereins war inzwischen auf Josef Wipperfürth

übergegangen, der sich lange Zeit im Sieglarer Turnverein fortgebildet hatte. Unter

seiner Leitung führte unser Verein auch die Wettkämpfe durch, bei deren Sieg die

von Reichspräsident Ebert gestiftete Plakette vergeben wurde. Dreimal konnte sie

von Bergheim errungen werden und ging somit, nachdem sie bis dahin der Turnver-

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ein Sieglar besessen hatte, endgültig an unseren Verein über.

Am 9. Oktober 1927 fand in Bergheim das Bezirksfest statt, für den TV ein großer

Erfolg.

Am 1. Juli 1928 erfolgte die Eintragung des Vereins ins Vereinsregister beim Amtsgericht

in Siegburg.

Turnriege 1930

Josef Schell, Josef Froitzheim, Johann Kernenbach, Josef Ludwig,

Johann Engels, Hans Rondorf

Am 28. und 29. Juli nahm der Verein am Deutschen Turnfest in Köln teil und beteiligte

sich mit neun Turnern am Gauwertungsturnen. In demselben Jahr wurden

mehrere Gerätewettkämpfe zwischen Bergheim, Sieglar, Troisdorf, Bonner Turnverein,

Universität Bonn und Polizeischule Bonn erfolgreich

ausgetragen. Auch der Bergheimer Turnverein blieb

von einer Krise nicht verschont. Im Jahre 1933 legte der

langjährige Vorsitzende Paul Schürmann sein Amt aus Gesundheitsgründen

als Schwerkriegsbeschädigter nieder. An

seine Stelle wählte man Michael Wipperfürth zum 1. Vorsitzenden.

Er hatte jedoch nur kurze Zeit das Amt des 1. Vorsitzenden

inne. Die "Machthaber des tausendjährigen Reiches" setzten

seinem unermüdlichen Schaffen ein vorläufiges Ende.

Er konnte noch maßgeblich das 25jährige Jubelfest mitgestalten,

musste aber kurze Zeit später seinen Posten und M.Wipperfürth

55


die von ihm geleitete Jugendabteilung wegen "politischer

Unzuverlässigkeit" zur Verfügung stellen. Zu seinem Nachfolger

wurde Wilhelm Engels gewählt.

Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde jeglicher Turnbetrieb

eingestellt, der Übungssaal wurde für Industriezwecke

verwendet.

Nach Ende dieses Krieges, dem elf junge Turner zum Opfer

gefallen waren, begann Josef Wipperfürth mit den übrigen

Turnern wieder mit dem Turnbetrieb. Im Mai 1949 feierte

W. Engels

der Verein im Saale Gaspers sein 40jähriges Bestehen. Bei

dieser Feier wirkte besonders die Kunstturnriege der Kölner

Sporthochschule unter der Leitung von Helmut Bantz mit. Den Turnbrüdern

Wilhelm Engels, Michael Wipperfürth, Josef Wipperfürth und Josef Schell wurde

anlässlich des 40jährigen Bestehens der Gauehrenbrief durch den Gauvorsitzenden

Dr. Pentrup überreicht.

Es folgten Jahre intensiver Breitenarbeit und Schulung in Wochenendlehrgängen

durch bekannte Spitzenturner wie Hardy Frenger, Wuppertal, Heribert Jagek, Düsseldorf,

und Herbert Winter aus Köln. Auch nahmen wir an den Lehrgängen im

Gau teil. Auf diese Weise bildete sich eine gute Stammriege heran, die immer wieder

zu Wettkämpfen verpflichtet wurde.

Im Jahre 1955 ging der Wunsch aller Turner in Erfüllung, eine eigene Turnhalle zu

besitzen. Durch die eifrigen Bemühungen bei den maßgebenden Stellen durch unseren

Ehrenturnwart Josef Wipperfürth konnte die durch Eigenleistung erbaute Halle

im Dezember 1955 von dem damaligen Regierungspräsidenten Dr. Warsch seiner

56

Grundsteinlegung der vereinseigenen Turnhalle auf dem Paul-Schürmann-Platz (1953)


Dr. Ota, Helmut Bantz, und Josef Wipperfürth

Bestimmung übergeben werden.

Die Einweihungsfeier erreichte ihren Höhepunkt

mit dem Kunstturnen am Nachmittag

im Saale Siegberg, ausgeführt durch

die bewährte Riege der Kölner Turnerschaft

1843, an ihrer Spitze Helmut Bantz und der

japanische Meisterturner Dr. Masumi Ota.

Von diesem Tag an lief der Turnbetrieb auf

Hochtouren. Einen weiteren Höhepunkt

brachte das Deutsche Turnfest 1958 in

München. Zweiundzwanzig Mitglieder unseres

Vereins fuhren nach München, davon

sechs als Wettkämpfer. Alle sechs kehrten

als Sieger nach Bergheim zurück.

Am 9. November 1958 trat die Riege zum

Wettkampf in Rath-Heumar gegen die dortige

Turnerschaft und den Turnverein Ruppichteroth

an und errang den 1. Sieg. Beim

Fritz-Schellmann-Gedächtnistumen am

Buß- und Bettag belegte die Riege hinter

dem Allgemeinen Turnverein Bonn einen

vielbeachteten zweiten Platz.

Helmut Bantz

1956 Olympiasieger in Melbourne

57


Während der Vorbereitungen für das Gauturnfest im Juni 1959 wurde der Verein

von einem harten Schicksalsschlag getroffen. Unser Gründer und damaliger Ehrenvorsitzender

Paul Schürmann wurde in Berlin, wo er bei seinem Sohn zu Besuch

weilte, infolge eines Verkehrsunfalls so schwer verletzt, dass er den Folgen am 22.

58

München 1958

Festzug 1959


H.J. Engels am Barren (1959)

Januar 1959 erlag. Am 27. Januar 1959 wurde er in Bergheim mit allen Ehren zu

Grabe getragen. Trotz dieses Schicksalsschlages wurde das 50jährige Jubiläumsjahr

gebührend gefeiert.

Am 6. und 7. Juni wurde das Gauturnfest durchgeführt. Am 6. Juni wurde der Festkommers

im Saale Siegberg gefeiert. Es wirkten mit: Die Rheinlandriege des Rheinischen

Turnerbundes, die Damenriege des Turngaues Rhein-Sieg, das Festorchester

Schell Troisdorf, der Männergesangverein "Concordia" Bergheim und die Turnriege

des T. V. Bergheim. Abgeschlossen wurde die Jubiläumsfeier mit einem gemütlichen

Beisammensein der Vereinsfamilie am 8. Juni im Saale Siegberg.

Im Jahre 1965 legte der langjährige Vorsitzende Wilhelm

Engels sein Amt als 1. Vorsitzender nieder, weil seiner Meinung

nach ein jüngeres Mitglied dieses Amt übernehmen

sollte. Die Wahl fiel auf den damaligen 1. Geschäftsführer

Franz-Heinz Junkersdorf.

Am 21. Januar 1968 übertrug der Gauvorstand auf dem

Gauturntag in Beuel dem Turnverein 1909 e. V. Bergheim/

Sieg wiederum die Austragung des Gauturnfestes 1969, das

in Verbindung mit dem 60jährigen Bestehen durchgeführt

wurde.

Gegen Ende der 60er Jahre zählte der Verein gegen 400

F.-H.Junkersdorf

59


60

K. Matuszak

Mitglieder. Zu den erwachsenen Turnern war eine stattliche

Anzahl schulpflichtiger Jungen gekommen. Aber auch viele

Mädchen waren dem Verein beigetreten, deren Leistungen

im Sieg-Rhein-Gau große Beachtung fanden. Ferner wurden

eine Hausfrauenriege und eine Altherrenriege gegründet.

Neben dem Turnen wurde auch noch die Leichtathletik gepflegt.

Die Vereinskameraden Klingshirn und Most haben

sich hierin verdient gemacht und

manchen Turner dazu bewegt, das

Sportabzeichen zu erwerben. Den

Turngruppen schloss sich 1969

eine Volleyballabteilung an. 1971

kam eine Tischtennisabteilung, 1972 eine Wanderabteilung

dazu. 1975 wurde eine eigene Leichtathletikabteilung ins

Leben gerufen, und im Februar 1978 kam es schließlich

noch zur Gründung der Ju-Jutsu-Abteilung.

Inzwischen war es auch zu einem Wechsel in der Vereinsführung

gekommen. Im November 1974 gab der sehr

engagierte 1. Vorsitzende Franz-Heinz Junkersdorf den Vorsitz ab. Zum neuen

Vorsitzenden wurde Karl Matuszak gewählt, der aber schon im April 1975 die Vereinsführung

an Peter Wolf, den nunmehrigen 1. Vorsitzenden, weitergab.

1979 feierte der Turnverein sein 70jähriges Bestehen. In diesem Jubiläumsjahr wurden

verschiedene sportliche Veranstaltungen durchgeführt.

Begonnen wurde mit den Gaurundenwettkämpfen der Mädchen und Jungen im

Turnen. Neben dem Volkslauf mit Volkswandern wurde das Leichtathletiksportfest

für Senioren durchgeführt. Es folgten Stadtmeisterschaften im Tischtennis, Volley-

Vereinsfoto Erwachsene (1969)

P.Wolf


all und Turnen. Höhepunkt sollte das Gau-Kinderturn- und Spielfest am 26. August

sein. Alle Vorbereitungen waren getroffen, der Sportplatz "Im Krausacker" mit

Geräten bestückt, die Erbsensuppe gekocht. Doch mit dem Eintreffen der ersten

Teilnehmer setzte ein Gewitterregen ein, der den Sportplatz in kurzer Zeit unter

Wasser setzte. Die Spiele konnten zum Leidwesen aller Beteiligten nicht durchgeführt

werden. In Zusammenarbeit mit dem Turngau wurde kurzfristig ein neuer

Termin festgelegt und die Spiele wurden dann am 28. Oktober 1979 erfolgreich im

Schulzentrum in Troisdorf-Sieglar durchgeführt.

Der Gründungstag wurde mit einem Festkommers am 21. November 1979 im Saale

"Alt Bergheim" gefeiert. Es wirkten mit: das Schell-Streichquintett, die Gymnastikgruppe

des TV Sieglar, die Damen- und Herrenriege des TuS Birk und die Ju-Jutsu-

Gruppe des TV Bergheim. Es war ein guter Abschluss des Jubiläumsjahres.

Bei den Neuwahlen im März 1980 stellte sich Peter Wolf aus persönlichen Gründen

nicht mehr zur Wahl. Zum Nachfolger als 1. Vorsitzender wurde Hans Reinartz

gewählt.

Der Turnverein hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem ausgesprochenen

Verein des Breitensports entwickelt. Während früher die Turnabteilung die

stärksten aktiven Leistungsgruppen stellte, hat sich dies heute auf die anderen Sportarten

verlagert. Die fast 700 Mitglieder des Turnvereins, davon über die Hälfte Kinder

und Jugendliche, sind fast alle noch sportlich aktiv tätig.

Soweit aus der Festschrift 1984.

Vereinsfoto Jugend (1969)

61


Die letzten 25 Jahre

Maßgeblich geprägt wurde dieser Zeitraum durch die zunehmend deutlich werdende

Notwendigkeit, den Weg vom ursprünglichen Ideal einer „großen Vereinsfamilie“

hin zu einem Verbund ganz unterschiedlicher Interessen und Motivationen in der

Mitgliedschaft zu finden.

Hans Reinartz als bestimmende Persönlichkeit im Vorstand hat diesen Weg zielstrebig

und mit großer Durchsetzungsfähigkeit eingeleitet und

verfolgt und wurde dabei durch den ebenfalls jahrzehntelang

aufopferungsvoll als Oberturnwart tätigen Wilhelm

Buschmann im praktischen Übungsbetrieb optimal unterstützt.

Hans Reinartz strahlte in seiner Amtszeit gleichermaßen

Respekt wie Zuversicht aus. Er brachte bei den Vorstandssitzungen

alle seine Mitstreiter ganz schön in Bewegung,

gelegentlich auch ins Schwitzen! Dasselbe tat seine unver-

62

H.Reinartz

gessene Frau Leni für den halben Verein bei den maßgeblich

von ihr getragenen traditionellen Tanzveranstaltungen

im Saale Gaspers.

Zunehmend fanden neue Sportarten Eingang in die Angebotspalette des TVB, manche

Trendsportarten auch nur für kurze Zeit – es würde den Rahmen sprengen, hier

auf Einzelheiten einzugehen. Die Folgeseiten dieser Festschrift mit Einzelberichten

aus allen Abteilungen belegen eindrucksvoll, mit Blick in die Vergangenheit, den

heutigen Sachstand im Detail.

Sein Nachfolger Dieter Krämer hat es verstanden, auch seine Vorstandsmitglieder

für Einzelaufgaben vollverantwortlich einzubinden. Ohne praktiziertes Teamwork

unter Nutzung aller technischen Möglichkeiten ist eine Vereinsführung heute kaum

mehr vorstellbar.

In seine Amtszeit fallen strukturelle Änderungen im Verein.

Ein deutlicher Mitgliederzuwachs war die Folge, obwohl

sich viele Mitbürger grundsätzlich scheuen, feste Bindungen

einzugehen oder sie einzuhalten, was leider nicht

nur bezüglich einer Vereinsmitgliedschaft gilt! Trotz der

verstärkt feststellbaren Fluktuation hat die Mitgliederzahl

inzwischen die Tausendgrenze überschritten.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass der Verein in den letzten

Jahren für seine vorbildlichen, erfolgreichen Bemühun-

D.Krämer

gen zur Integration der Mitbürger im Neubaugebiet „Zum

Krausacker“ zweimal mit dem Rhein-Sieg-Sportförderpreis

der Kreissparkassenstiftung ausgezeichnet wurde. Rückbli-

ckend auf eine erfolgreiche Dekade legte Dieter Krämer 2008 sein Amt nieder, und

die Mitgliederversammlung wählte zum neuen Vorsitzenden Heiner Droste, der aus


seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Geschäftsführer in besonderem

Maße über alle fachlichen Voraussetzungen für

die kommenden Aufgaben verfügt.

Einer der Arbeitsschwerpunkte des neuen Vorstandes war

die Planung und Organisation der Veranstaltungen aus Anlass

des hundertjährigen Vereins-Jubiläums im Jahre 2009,

zu dem diese Festschrift erscheint.

Die Auswahl der drei zentralen Veranstaltungen macht

deutlich, wie der Verein sich und seine Aufgaben für die

Zukunft sieht:

Einmal ist die Zielgruppe die weite Öffentlichkeit, die zu

erreichen es zeitgemäßer Methoden und Ansprachen be-

H.Droste

darf. So wird begonnen mit einer Tanz- und Musikveranstaltung

der neueren Art, die vor allem die Jugendlichen und jungen Erwachsenen

anspricht und in des Wortes wahrster Bedeutung „in Bewegung bringt“.

Es folgt, diesmal in ganz großem Stil, unsere traditionelle Kinder-Veranstaltung

„Bunter Rasen“. Möglichst viele junge Menschen schon im Kindergarten- und

Schulalter anzusprechen und für das Mitmachen an Bewegungsspielen aller Art zu

gewinnen – das ist wohl aller Mühen wert!

TV Vorstand 2009

63


Und schließlich wollen wir auch nicht verzichten auf eine eher traditionelle Veranstaltung

für alle Interessenten, insbesondere unsere älteren, aber im Herzen jung

gebliebenen Mitglieder: Mit einem Festkommers in der Siegauenhalle finden die Feierlichkeiten

ihren würdigen Abschluss.

Eingerahmt werden diese drei Schwerpunkt-Veranstaltungen, wie in jedem Jahr, von

der Jahreshauptversammlung im März sowie einer Festmesse mit anschließender

Kranzniederlegung am Ehrenmal zur Erinnerung an die verstorbenen Vereinsmitglieder

am Totensonntag.

Der Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg ist ein gefestigter, gesunder Verein. Er hat

100 Jahre bewegter Vergangenheit überlebt und geht mit Mut und Zuversicht die

nächsten 100 Jahre an!

Kleine Ergänzung zur Vereinsgeschichte –

oder: Was nur zwischen den Zeilen steht!

Manches in der vorstehenden 100-jährigen Vereinsgeschichte liest sich im Rückblick

so, als seien die vielfältigen Entwicklungen wie selbstverständlich und völlig problemlos

über die Bühne gegangen.

Nein, so war es in Wirklichkeit nicht.

Um über die kleineren oder auch größeren Begebenheiten am Rande nachzudenken,

haben wir uns zusammengesetzt mit verdienten Jubilaren und dem Ältestenrat.

Wir haben Erinnerungen aufgefrischt an erfreuliche, nachdenklich stimmende oder

lustige Erlebnisse mitten aus dem Vereinsleben. Auch die Dinge unter der Über-

64

Grundsteinlegung 1953


schrift Pleiten, Pech und Pannen gehören

dazu. Das Wohl und Wehe eines

Vereins hängt nicht nur von den

jeweiligen Vorständen ab, sondern

gleichermaßen vom Wirken vieler,

vieler Ungenannter. Spektakuläre

Einzelmaßnahmen, wie zum Beispiel

der Turnhallenbau am heutigen Paul-

Schürmann-Platz im Jahre 1955, bei

dem sich Initiator und treibende

Kraft Josef Wipperfürth besondere

Verdienste erwarb, wären in der heutigen

Zeit kaum mehr möglich. Die

Zeiten sind vorbei, in denen sich viele

Menschen nicht nur als zahlendes

Mitglied im Verein fühlten, sondern

sich mit diesem auch voll identifizierten,

und weniger nach dem eigenen

Vorteil als nach dem Wohl der

Ehrung Josef Wipperfürth

Gemeinschaft fragten. Aber gottlob

gibt es sie auch heute noch, Mitglieder, die sich über Gebühr für den Verein eingesetzt

haben und immer noch einsetzen.

Zu dem denkwürdigen Treffen im Vereinslokal Weis, bei dem zur Einstimmung

vom Initiator Dieter Wieland historische Lichtbild- und Filmaufnahmen aus dem

Vereinsleben beigesteuert wurden, kamen die Mitglieder Johann Brodesser, Hans-

Josef Grommes, Franz-Heinz Junkersdorf, Manfred Nowakowski, Dieter Wieland,

Heiner Droste, Dieter Lingnau, Eberhard Müller, Jochen Köster und als Gast Hans

Junkersdorf zusammen. Was dabei herauskam – versammelt waren stolze „500

Vereins-Mitgliedsjahre“ – soll hier festgeschrieben und damit der Nachwelt erhalten

werden. Selbst auf die Gefahr hin, dass manches unvollständig bleibt und das

eine oder andere den meist älteren Herren nicht mehr ganz richtig in Erinnerung

geblieben sein sollte. Doch blicken wir zurück und hören uns an, was bei diesem

Nostalgie-Abend unter anderem zur Sprache kam……

Neubeginn im Jahre 1945 nach dem schrecklichen 2. Weltkrieg

Die damalige Turnstätte, der Saal Siegberg „Zur Linde“, war ausgebrannt, nur die

ehemalige Bühne war noch überdacht. Als das bestehende Restgebäude mit ausgeliehenen

Theaterkulissen notdürftig „abgedichtet“ war, begann der Turnbetrieb

wieder. Nicht aber, bevor die Reckstange, die Barrenholme und die Ringe mit geeigneten

Tüchern vom winterlichen Raureif gründlich befreit waren.

65


Fast schon komfortabel fühlte man sich später, als die ganze Halle provisorisch

wieder geschlossen war. Im Rohbau! Eine Zentralheizung wie heute gab es nicht,

vielmehr musste jedes Mitglied, das zum Turnen kam, einige Briketts oder zumindest

einen ordentlichen Prügel Holz zum Verheizen mitbringen. (Und heute wird

hemmungslos gemeckert, wenn die Temperatur in unseren modernen Hallen zwecks

Energieeinsparung mal ein oder zwei Grad abgesenkt wird.) In der Vereinsgeschich-

66

Postkarte „Zur Linde“

Jugendturner hinter

dem Saal (1948)

Obere:

Johann Brodesser

Willi Stein

Heinrich Stocksiefen

Untere:

Jakob Junkersdorf

Heinrich Schell

Jakob Käufer


te heißt es zum Bau der (damals) vereinseigenen Turnhalle am Paul-Schürmann-

Platz im Jahre 1955 schlicht und einfach: „... konnte die in Eigenleistung erbaute

Halle im Dezember 1955 ihrer Bestimmung übergeben werden“. Und wie sah das

in der Praxis aus?

Den Handwerkern im Dorf, sofern sie Vereinsmitglied waren, ging es so, wie kürz-

Turnfest auf dem Sportplatz

Walter Nöbel, Jakob Junkersdorf, Paul Herkenrath, Heinrich Stocksiefen,

Josef Wipperfürth, Toni Jungblut, Willi Buschmann, Johann Brodesser

lich der langjährige Oberturnwart Wilhelm Buschmann berichtete. Der kam gerade

von der Nachtschicht nach Hause, da stand schon der ehrenamtliche Bauleiter Johann

Kettwig bei ihm auf der Matte, wohlgemerkt nicht im Turnsaal, sondern auf

der Fußmatte vor seinem Haus, mit der unmissverständlichen Weisung: „Auf, auf,

wir müssen weiter schaffen. Schlafen kannst du später!“

Man muss dazu wissen, dass der gesamte Bau, mit Ausnahme des damals noch völlig

neuartigen Schwingbodens, von den Mitgliedern geplant und gebaut wurde. Am

Ende wusste keiner mehr, wie viele Tausend Arbeitsstunden da insgesamt zusammengekommen

sind.

Paul Schürmann

Am 22. Januar 1959 wurde der Vereinsgründer und Ehrenvorsitzende Paul Schürmann,

unter überwältigender Anteilnahme von ganz Bergheim, zu Grabe getragen.

67


Nicht nur der Verein, sondern Generationen von Schülerinnen und Schülern, die

von seiner strengen, aber immer gerechten Erziehung profitiert haben, nahmen bei

beißender Kälte auf dem Friedhofsgelände fröstelnd und bewegt von ihm Abschied.

Bei einigen war das Zittern ganz besonders ausgeprägt und konnte nur mit äußerster

Sportlerdisziplin und guter Körperbeherrschung unterdrückt werden - man beachte

das Datum! Denn zu Ehren des beliebten Pädagogen und Sportförderers Paul

Schürmann war die gesamte erste Turnriege in leichter Turnkleidung zur Ehrenwache

angetreten.

Pastorsgeschichten

Auch von anderen Männern mit Vorbildfunktion war die Rede, so von den letzten

drei Vorgängern unseres heutigen Pastors Thomas Montkowski.

Als in den fünfziger Jahren verstärkt Mädchen und Frauen sich aktiv sportlich zu

betätigen begannen, war das dem Dechant Hooven mehr als nur ein kleiner Dorn

im Auge. Dass nun endlich auch in Bergheim Frauen und Mädchen in den Verein

eintraten, war in der Tat neu. Heute macht das angeblich „schwache Geschlecht“

über 60 % der Mitgliedschaft aus!

Zeugen erinnern sich, dass es damals – mit einer Tirade über die Verderbtheit der

gesamten Menschheit als Höhepunkt – empört und lautmächtig von der Kanzel

dröhnte: „...und dann treiben sich jetzt auch die Frauen halbnackt auf dem Turnboden

herum!“

Potz Blitz! Dabei war die damalige „Turn-Mode“, so man davon überhaupt sprechen

kann, nach heutigen Maßstäben eher hochgeschlossen und fast ein wenig spießig

zu nennen.

Auch der Nachfolger Pastor Messerschmitt hatte so seine Probleme mit der Turnjugend.

Die Ausgangslage: An einem Sonntagvormittag sollte und wollte die Bergheimer

Jugend an den Bundesjugendspielen in Bonn teilnehmen. Die Zahl der Teilnehmer

war bekannt. Soweit, so gut. Aber zur gleichen Zeit fand traditionell in Bergheim

der Kindergottesdienst statt. Auf Antrag hatte Pastor Messerschmitt großzügig einer

Verlegung des Kindergottesdienstes auf einen ungewohnt frühen Termin zugestimmt.

Damals gab es sonntags noch insgesamt vier Messen! Das war an sich schon

ein mächtiges Entgegenkommen, weil aus diesem Grunde eine andere Messe verlegt

und das wiederum jener Klientel vermittelt werden musste.

Am Sonntag, zu Beginn des Kindergottesdienstes, wurde von der Kanzel herab kontrolliert.

„Peter, wo gehst du gleich hin?“ „Zu den Bundesjugendspielen nach Bonn,

Herr Pastor!“ „Und du, Heiner?“ „Auch nach Bonn.“ „Und du, Ulrich?“ „Auch

nach….“ So ging es weiter, der Pastor kannte alle seine Schäflein!

Böse wurde er aber, als er die Zahl der demnach anschließend nach Bonn fahrenden

kleinen Kirchenbesucher mit der ihm vorab im Antrag auf Verlegung des Kindergot-

68


tesdienstes genannten Zahl verglich. Nur knapp die Hälfte der im Antrag genannten

Schüler saß vor ihm in den ersten Bänken! Sollte man ihm, um den Verlegungsantrag

dringlicher zu machen, bewusst eine größere Zahl genannt haben? Oder, was Gott

verhüten möge, sollte gar die Hälfte der Schüler diese günstige Gelegenheit genutzt

haben, an diesem Tage überhaupt nicht zur Kirche zu gehen? Nichts als Ärger mit

der Turnerei!

Auch Pfarrer Boxler stemmte sich mächtig gegen das Überhandnehmen sportlicher

Aktivitäten am Sonntag. Das hätte man beim Turnverein wissen müssen. Ein für

Sonntag geplanter und mit viel Aufwand vorbereiteter Volkslauf in den Siegniederungen

fiel seinem kurzfristigen Veto zum Opfer. Doch oh Wunder: im Jahr darauf

nahm Pfarrer Boxler höchstpersönlich am sonntäglichen Volkslauf teil!

Vorstandssitzungen

Sie sind vertraulich und finden im Normalfall unter Ausschluss der Öffentlichkeit

statt. Doch in einem Dorfverein nimmt man das nicht immer so genau. Das eine

oder andere dringt schon mal nach außen.

In der Zeit, als Franz-Heinz Junkersdorf den Vorsitz hatte, gab es entweder nur

ganz kurze oder aber „besonders lange“ Sitzungen. Wie das? Nun, im Regelfall

hatte Franz-Heinz schon alles im Vorlauf selbst entschieden und seine Mitstreiter

brauchten seinen „Beschlüssen“ eigentlich nur zuzustimmen. Manchmal aber ging

es außerhalb der Tagesordnung am Tresen munter weiter, einmal wohl bis zwei Uhr

nachts. Nach beschwerlichem Heimweg wunderten sich dann die Teilnehmer, dass

die jeweiligen Ehehälften den ganz besonderen Fleiß und den übergroßen Einsatz

für den Turnverein gar nicht richtig zu würdigen wussten!

Auch Hans Reinartz, in dessen Zeit als Vorsitzender unter anderem die Feierlichkeiten

anlässlich des 75-jährigen Vereinsjubiläums fielen, hatte anfangs nicht das richtige

Vertrauen in die Formulierungskunst und Entscheidungskraft seiner Mitstreiter.

Jedenfalls war es nicht ungewöhnlich, dass er bei fast jedem Tagesordnungspunkt

sehr bald einen vortrefflich formulierten Beschlussvorschlag zur Hand hatte, dem

im Zweifelsfall, auch mangels Zeit und Mut für Gegenvorstellungen, entsprochen

wurde. Es dauerte eine ganze Zeit, bis alle kapiert hatten, dass diese Formulierungen

schon daheim bei Diskussion und Festlegung der Tagesordnung festgeschrieben

wurden.

Wie gesagt, so war das am Anfang. Zur Ehrenrettung von Hans muss festgehalten

werden, dass er später für Sitzungsprotokollangelegenheiten sehr wohl dem dafür

zuständigen Pressereferenten weitgehend freie Hand ließ.

69


Jahreshauptversammlungen

Diese Geschichten können eigentlich nur die Treuesten der Treuen im Verein, nämlich

die Teilnehmer an den jedes Jahr meist im März stattfindenden Jahreshauptversammlungen

nachvollziehen. Das größte Problem manchmal war – leider – die

Schwierigkeit, das laut Satzung zur Beschlussfähigkeit erforderliche knappe halbe

Hundert stimmberechtigter Mitglieder zusammen zu bringen. Alles weitere, die Bestellung

der Kandidaten für die Wiederwahl oder Neubesetzung von Positionen im

Vorstand, eine notwendig werdende Neufestsetzung des Mitgliedsbeitrages (früher

nannte man diese Prozedur treffender „Beitragserhöhung“), Abstimmungen über

alle denkbaren vorbereiteten Anträge - das alles ging im Regelfall problemlos über

die Bühne.

Wie das? Nun, irgendetwas hat das wohl mit der richtigen Auswahl der Versammlungsleiter

zu tun. Einer guten Tradition gehorchend, hat man da vorzugsweise auf

die Mithilfe sturmerprobter Pädagogen vertraut.

Bei Paul Schürmann war Widerspruch sowieso kaum denkbar.

Auch unter der Regie von Heinrich Brodeßer kamen offenbar nur Anträge zur Abstimmung,

über die im Vorfeld weitgehend Einigkeit hergestellt worden war. Wer

erinnert sich nicht an sein triumphierendes „er hat Ja gesagt!!!“, wenn ein Wahlvorschlag

mit überwältigender Mehrheit angenommen und beim Kandidaten auch nur

leiseste Zustimmung erkennbar wurde?

Lehrer wissen berufsbedingt wohl am besten, wie man delikate Dinge regelt, ohne

gegen bestehende Vorschriften zu verstoßen. War Heinrich einmal verhindert, war

auf Josef Rondorf Verlass, seinen Schulleiter- Kollegen aus Müllekoven. Ein Zusammenspiel

von Bergheim und Müllekoven: die Behauptung stimmt, dass Sport

verbindet. Sie gilt gleichermaßen für Nationen wie für Nachbarorte!

Noch zwei Verzällches

Bleibt noch zu berichten über die ungewöhnliche Gründung der heute sehr erfolgreichen

Badminton-Abteilung im Jahre 1994, ein Lehrbeispiel dafür, dass trotz

schwierigen Geburtsvorgangs sehr wohl ein gesundes Kind geboren werden kann.

Entgegen aller Übung entstand diese Abteilung nicht ordnungsgemäß im Vorstand

oder bei einer Mitgliederversammlung, sondern schlicht und einfach am Tresen im

Vereinslokal. Unser heutiger Vorsitzender Heiner Droste, damals Geschäftsführer,

und Hans-Erich Engels, später Pressewart im Verein, beschlossen dort in bester

Laune, nicht ganz ohne Wissen von Oberturnwart Wilhelm Buschmann, dass insoweit

großer Bedarf bestünde und warben fleißig und erfolgreich um Mitstreiter. Erst

nach der verdienten kräftigen Standpauke vom Vorsitzenden Hans Reinartz bei der

nächsten Vorstandssitzung „wegen unerlaubter Eigenmächtigkeit“ wurde das Projekt

nachträglich gebilligt. Schließlich muss ja alles seine Ordnung haben!

70


Zum Schluss ein Gedankenausflug in eine längst vergangene Zeit. Begriffe wie automatischer

Beitragseinzug und elektronische Datenverarbeitung waren noch Fremdworte

im Vereinsbetrieb. Es geht um das liebe Geld, ohne das der ganze Sportbetrieb

nicht funktioniert, den leidigen Mitgliederbeitrag.

Früher mussten die fälligen Beiträge in mühseliger Kleinarbeit, Groschen um Groschen

und jeden Monat extra, „eingetrieben“ werden. Deshalb rannten Agnes und

Pauline Stelter, Frau und Tochter unseres vor vier Jahren verstorbenen Hallenwartes

Herbert Stelter, unermüdlich von Haus zu Haus und wurden nicht immer besonders

freundlich empfangen, wenn das Geld gerade mal wieder besonders knapp war.

Dem Vernehmen nach machten beide spätestens beim zweiten Versuch mächtig

Druck. Und wenn auch das nicht nutzte, wurde als schärfstes Geschütz mit dem

persönlichen Erscheinen des Vorsitzenden gedroht. Ob das heute auch wirken würde?

Wohl kaum!

So, das war ein kleiner Rückblick in den eher inoffiziellen Teil des Vereinslebens.

Zum Abschluss möchte der Chronist alle Nichtgenannten trösten und alle Erwähnten

an die alte Weisheit erinnern: Humor ist, wenn man trotzdem lacht!!!

71


72

Jugendturner 1948

Lorenz Pilger, Hans-Josef Grommes, Heinz-Josef Engels,

Franz-Heinz Junkersdorf, Paul Schell

Hans-Josef Grommes

beim Deutschen Turnfest 1958 in München


Seit hundert Jahren Turnen in Bergheim!

Die nachfolgenden Berichte aus den Abteilungen verdeutlichen, wie differenziert

das Sportangebot eines "modernen Turnvereins" heute sein muß. Die Geräteausstattung

unserer Turnhallen ist nun zwar unvergleichlich besser und vielfältiger als

ehedem. Nur dienen heute Reck, Barren, Ringe, Pferd und Matten weniger der Ausübung

von Leistungssport als vielmehr als Hilfsmittel für die allgemeine Körperertüchtigung

oder für die "Fitness", wie es heute heißt.

Trotzdem darf in unserer Festschrift nicht ein Hinweis darauf fehlen, wie intensiv

früher das Geräteturnen auch bei uns betrieben wurde. Deshalb wird den aktuellen

Berichten aus den Abteilungen ein Auszug aus der Festschrift zum 75. Vereinsjubiläum

vorangestellt, der einen Einblick gibt über das Turnen in unserem Verein noch

in den Jahren 1969-1984.

Die vergangenen Jahre in der Turnabteilung

Angeregt durch das Gauturnfest 1969, das in Verbindung mit dem 60-jährigen Stiftungsfest

durchgeführt wurde, begannen in der Turnabteilung neue Aktivitäten.

Durch das intensive Bemühen um neue Mitglieder und somit neue Abteilungen

fehlte es bald an Trainern und Übungsabenden. Die damalige 1. Turnriege nahm

Abschied vom Wettkampfsport und schloss sich der schon bestehenden Altersturn-

Festzug

73


74

Willi Buschmann am Seitpferd

Johann Brodesser am Barren

Im Hintergrund Lorenz Pilger, Hans-Josef Grommes, Dieter Wieland


iege an. Im Turnen hieß es nun wieder neu aktiv werden. Das Kinderturnen wurde

als vordringlichste Aufgabe für die kommenden Jahre angesehen. Einige Mitglieder

der ehemaligen 1. Riege belegten einen vom Turngau Sieg-Rhein durchgeführten

Übungsleiterlehrgang, den sie am 5. Juni 1971 erfolgreich abschlossen. Somit war

eine gute Grundlage für die weitere Arbeit angelegt. Um einige schon erkennbare

Talente besser schulen zu können und daraus wieder eine Wettkampfriege aufzubauen,

wurde mit den Turnvereinen Sieglar, Oberlar und Spich eine Übungsgemeinschaft

gegründet, und man verpflichtete einen japanischen Sportlehrer zur besseren

Ausbildung der jugendlichen Turner. Durch die erfolgreiche Trainingsarbeit motiviert,

wurde für die Mädchen eine ähnliche Trainingsgemeinschaft gebildet. Nicht

nur den Jugendlichen, auch den Übungsleitern wurde so viel Neues vermittelt.

Erfolgreiche Jahre

Es konnte nun an allen sich bietenden Wettkämpfen teilgenommen werden. Bei den

Bundesjugendspielen im Turnen gehörte der TV Bergheim bald zu den führenden

Vereinen im Turngau. Wir beteiligten uns Jahr für Jahr an den Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften

des Turngaues Sieg-Rhein, den Schmitt-Schröderspielen,

den Schellmann-Gedächtnisspielen, den Reusch-Gedächtnisspielen, den Wahlwettkämpfen

und den Stadtmeisterschaften. Fast immer schafften Einzelturner und auch

Mannschaften die Teilnahme an den Rheinischen Meisterschaften. Im Jahr 1975

gewann der TV Bergheim sogar den Fritz-Schellmann Pokal.

Trainerwechsel

Leider war die Tätigkeit der ausländischen Trainer nach ein paar Jahren finanziell

nicht mehr tragbar, und so wurden die Trainingsgemeinschaften mit den anderen

Vereinen aufgelöst. Durch diesen Verlust gaben einige gute Talente das Turnen auf

oder wechselten zu anderen Sportarten über.

Neubeginn

Es begann für die Übungsleiter die Zeit, wo ein Neubeginn notwendig war. Man

musste wieder neue Mannschaften aufbauen. Durch die damalig gerade neu eingerichteten

Gaurundenwettkämpfe wurde diese Arbeit sehr erleichtert und zielstrebig

begonnen. Die Aktivität ließ durch diesen Neubeginn nicht nach, im Gegenteil, es

wurde sich jetzt noch mehr um Kinder und Jugendliche zur körperlichen Ertüchtigung

und turnerisch spielerischen Bewegung bemüht. Einige Jugendturner waren

bald selbst alt genug und konnten den Übungsleiterlehrgang absolvieren, so dass

genügend Übungsleiter vorhanden waren. Die Kinder und Jugendlichen konnten

fortan in drei Abteilungen ihr Können unter Beweis stellen. Über das Sportliche

hinaus wurde auch das Gemeinschaftsleben der Jugendlichen gefördert. Die jährlichen

Veranstaltungen, wie Zeltlager und Ferien zu Hause, fanden großen Anklang

und wurden von sehr vielen Kindern besucht. Der TV Bergheim besaß nun zwei

Leistungsriegen und eine Spielturngruppe. Bei den Jugendlichen gab es wieder eine

75


76

Riege Brodeßer

Fred Brodesser, Ralf Grommes, Gerd Brodesser, Johann Brodesser,

Michael Therhorst, Ulrich Matuszak, Norbert Zerres, Thomas Balk

Ehemalige 1.Riege

Willi Buschmann, Johann Brodesser, Lorenz Pilger,

Hans-Josef Grommes, Dieter Wieland


erhöhte Aktivität auf dem Gebiet des Leistungsturnens. Der Begriff Kunstturnen

war in Bergheim wieder heimisch geworden, was nicht zuletzt ein Verdienst der

Übungsleiter war. In den nun folgenden Jahren wurden von unseren Leistungsturnern

zahlreiche Wettkämpfe und Lehrgänge besucht. Was aber für die Leistungsriege

die Wettkämpfe bedeuteten, waren für die Kinder der Spielturngruppe die Gaukinderturnfeste,

Trimmspiele, Spielwettbewerbe und die Nikolausfeier.

Nach dem Training

Hans-Josef Grommes, Dieter Wieland, Heinz-Josef Engels,

Franz-Heinz Junkersdorf

Bunter Rasen

Das Jahr 1987 darf als das Geburtsjahr des „Bunten Rasen“ bezeichnet werden.

Dieser Bunte Rasen sollte als Gegenstück zu dem Gaukinderturnfest ein Familien-

Turn- und Spieltag der Kinder des Bergheimer Turnvereins sein.In der Folge wurde

diese Veranstaltung zu einer festen Einrichtung, die viel Interesse bei den Kindern

und deren Eltern fand.

Turnen ist seit Turnvater Friedrich Ludwig Jahn die allumfassende Leibesübung

In der Sparte Turnen und Spiel betätigen sich 2009 vier Gruppen „Eltern und Kind“

mit ca. 120 Kindern. Neun weitere Gruppen „Kleinkinder“ (mit ca. 250 Kindern)

und den Schwerpunkten Bewegungsförderung, Ballspiele, Rope-Skipping und Turnen

werden von zehn lizenzierten Übungsleiterinnen und Helferinnen fachmännisch

betreut. In allen Gruppen ist ein sogenanntes „Schnupperturnen“ für Interessenten

möglich. 3-4 Wochen lang Hingehen, Mitmachen und dann Mitglied im Turnverein

werden. Freizeitsport und das Bewegen an und mit den Turngeräten ist bei den Kindern

und Jugendlichen weiterhin unser Ziel.

77


Im Bereich des Freizeitsports wird durch Entspannung und Vergnügung eine allgemeine

körperliche Leistungsfähigkeit angestrebt. Die Übungsteile in diesem Bereich

liegen überwiegend in sportlicher Bewegung, und zwar im unteren Leistungsbereich.

Im Vordergrund steht deshalb bei unseren Kleinsten das Vergnügliche und die erhöhte

Motivation, angeregt durch ein vielfältiges Angebot in den Übungsstunden.

Aber auch ein gewisses Anstreben von Leistungsvergleichen spielt im Freizeitsport

eine Rolle, da sonst die sportliche Aktivität doch zu kurz käme und ein fließender

Übergang von einem Bereich auf den anderen Bereich nicht möglich wäre.

War es früher das Turnen selbst, das einen Turnverein prägte, sind es heute auch

Trendsportarten, wie Ju-Jutsu, Tischtennis, Aerobic oder Walking, die Wettkampfgeschehen

und Leistung nach außen hin vermitteln. Die körperliche Ertüchtigung

und der Breitensport für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bleiben aber stets

oberstes Ziel unserer Bemühungen.

Der Turnwahlspruch „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ geht auf „Turnvater“ Friedrich

Ludwig Jahn zurück.

Die Abkürzung FFFF wurde zum so genannten „Turnerkreuz“ zusammengestellt.

Die vier „F“ bedeuten folgendes:

78

Frisch

ans Werk

Fromm

im Glauben an die Gemeinnützigkeit und Wertbeständigkeit des Schaffens

Fröhlich

untereinander

Frei

und offen in allem Handeln.

Dieter Wieland

Turnerkreuz auf der Dachfläche der Halle am Paul-Schürmann-Platz


Aus den Abteilungen

79


Aerobic

80

Übungsstunden

Body Workout (Andrea Kogej)

Mo 18-19 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Step Aerobic, Fortgeschrittene (Andrea Kogej)

Mo 19-20 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Body Workout (Andrea Kogej)

Di 18-19 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Step Aerobic, Anfänger (Marion Utzerath)

Di 19-20 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Step Aerobic, Mittelstufe (Andrea Kogej)

Mi 19-20 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Body Workout (Andrea Kogej)

Mi 20-21 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Body Workout (Marion Utzerath)

Do 19-20 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Step Aerobic, Fortgeschrittene (Andrea Kogej)

1./3./5. Sa 11-12.30 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Body Workout (Marion Utzerath)

2./4. Sa 11-12.30 Uhr, Paul-Schürmann-Platz


Altersmäßig sind wir eine bunt gemischte

Gruppe. Frauen, die schon vor über 10

Jahren dabei waren, Interessierte, die gezögert

haben, weil sie lange keinen Sport

mehr gemacht haben, die Angst hatten,

unangenehm aufzufallen, ganz junge

Frauen neben reiferen Teilnehmerinnen,

solche, die nach einer Schwangerschaft,

beruflicher Unruhe oder nach einer

schweren Krankheit wieder mit großem

Hallo begrüßt werden, und Männer. Wir

akzeptieren uns mit allen größeren oder kleineren Schwächen. Wir präsentieren uns

nicht durchgestylt und modisch auf dem neuesten Stand. Ein einfaches T-Shirt und

eine bequeme Hose sind ausreichend. Wir sind ganz normale Frauen/Männer, die

aus Spaß am Sport sich fast täglich zusammenfinden können, wobei die treibende

Kraft von unseren beiden Trainerinnen ausgeht, von Andrea und Marion.

Ein kurzer Rückblick. Die Aerobic-Gruppe wurde vor etwas über 10 Jahren im Bergheimer

Turnverein von Inger Pähler ins Leben gerufen. Sie fand schnell Zuspruch

bei den Frauen im Ort, aber auch bei vielen, die außerhalb von Bergheim wohnten

und die sich - damals - zweimal jede Woche auf den Weg zur Turnhalle machten.

Ohne weit fahren zu müssen oder monatlich Geld in ein Fitness-Studio zu tragen,

konnte man den täglichen Frust ausschwitzen und abschalten und sich hinterher wie

neugeboren fühlen.

Als Inger vor einigen Jahren nach Ingelheim umzog und ihre Tätigkeit im Bergheimer

Turnverein beenden musste (sie ist übrigens im Oktober 2008 Mutter von

Zwillingsmädchen geworden), erwies sich als glückliche Fügung, dass Andrea und

Marion ihren Übungsleiterinnenschein gemacht hatten.

Seitdem hat sich die Zahl der Sportstunden mehr als verdreifacht. Hier und da gab

es in der Zwischenzeit leichte Verschiebungen, so sind beispielsweise die ursprünglichen

Aerobic-Stunden (nicht Step-Aerobic) wegen geringer Teilnehmerzahl in andere

Übungsstunden umgewandelt worden. Dass das Angebot sehr beliebt ist, sieht

man an den vielen Sportbegeisterten, die

die Halle füllen. Es ist schon passiert,

dass die Steppbretter oder die Gymnastikbälle

für das Workout-Training nicht

für alle reichten. Dann wird eben improvisiert,

irgend etwas geht immer. Schön

ist, dass wir uns gegenseitig unterstützen

und uns helfen, wenn etwas nicht klappt.

Dies geht auch über die eigentlichen

Sportstunden hinaus. Im Laufe der Jahre

haben sich wunderbare Freundschaften

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ergeben. Teilweise kennen wir uns schon ganz lange, nicht wahr, Ingrid, Jutta, Judith,

Claudia, Conny, Isabelle, Hans, Monika, Kathrin, Martina, Walter …(und wie wir alle

heißen)? Uns alle hier namentlich aufzuführen, würde den Rahmen sprengen, denn

die Abteilung Aerobic (gekoppelt mit Workout) ist die größte Abteilung unseres

Turnvereins.

Andreas und Marions Angebote sind nicht nur für Frauen gedacht. Männer sind jederzeit

zu allen Stunden (auch Stepp-Aerobic) herzlich willkommen. Warum? Damit

sie erstens erfahren, dass Aerobic kein „Hausfrauenturnen“ ist, sondern dass richtig

die Post abgeht und damit sie zweitens selbst in den Genuss der hervorragenden

Sportmöglichkeiten kommen. Also Männer, traut Euch!

Petra Groß, Judith Schänzler

Von Montag bis Samstag

Montag, 19:00 Uhr. Eine Völkerwanderung

von jungen und jung gebliebenen

Frauen strömt in die Halle auf dem Paul-

Schürmann-Platz. Bewaffnet mit Handtuch,

Wasserflasche und Rucksack geht es

zum wöchentlichen Training….freiwillig.

Was heißt hier freiwillig?! Mit Freude und

voller Elan marschieren wir und genießen

eine gute Stunde Stepp-Aerobic für Fortgeschrittene

bei mitreißender, motivierender, manchmal ziemlich lauter Musik. Wir

sind immer auf dem aktuellen Stand der Charts. Jede hat ihr angestammtes Plätzchen

in der Halle und konzentriert sich auf die Kommandos von Andrea, unserer

Leiterin. Sie hat die Begabung, uns mitzureißen und mit ihrer gleich bleibend guten

Laune positive Stimmung zu vermitteln. Man kann einfach nicht anders als mitzumachen.

Dienstag, 18:00 Uhr. Am gleichen Ort das gleiche Phänomen: junge Frauen gehen

Richtung Turnhalle Paul-Schürmann-Platz. Diesmal werden wir von Marion trainiert,

die ab 18:00 Uhr mit Workout beginnt. Sie widmet sich mit Aero Stepps, Hanteln

und Gummibändern den Problemzonen Po, Bauch und Beine. - Um 19:00 Uhr

setzt sie das Programm mit Stepp-Aerobic für Anfängerinnen fort. In dieser Stunde

sind junge Frauen zu finden, die sich bei geringerem Schwierigkeitsgrad mit den so

genannten „basics“ vertraut machen wollen oder es wagen, noch nicht so bekannte

Übungen kennen zu lernen. Die Stunde ist auf eine optimale Fettverbrennung ausgerichtet.

Mittwoch 19:00 Uhr. Sportliche Frauen und die, die es werden wollen, diesmal die

„middle class“, versammeln sich erneut zur Stepp-Aerobic bei Andrea. Wie alle anderen

Stunden ist auch diese gut besucht. Ab 20:00 Uhr gibt es Workout bei Andrea.

Hier „trauen“ sich nun auch die ersten Männer in die Runde. Wer auspowern und

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schwitzen will, weiß nach dieser Doppelstunde definitiv, was sie/er getan hat.

Donnerstag, 19:00 Uhr. Diese Workout-Stunde bei Marion nennen wir mentalen

Urlaub. Wegen der vielen Teilnehmer entsteht ein Mallorca-Feeling. Matte an Matte,

Pobacke an Pobacke liegen wir wie auf Deutschlands beliebtester Urlaubsinsel, nur

sind wir nicht untätig. (Wem es zu eng ist, der kann auf Dienstag 18 Uhr ausweichen.)

Hans und Walter, die seit Jahren mit uns die gleichen anstrengenden Übungen

machen, kneifen wie wir die Zähne zusammen, wenn Marion mit uns Übungen für

Beine oder Po oder Arme oder Bauch noch 8x machen lässt ... und dann noch 8x...

Auch vom Besuch des Muskelkaters werden beide Herren nicht verschont, klagen

ab und zu über das eine oder andere körperliche Signal.

Samstag, 11:00 Uhr. Am Wochenende werden im Wechsel Stepp-Aerobic und Workout

angeboten: An jedem ungeraden Samstag im Monat (1., 3., 5.) findet Stepp-

Aerobic bei Andrea statt, an den geraden Samstagen (2. und 4.) gibt es Workout mit

Marion.

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Badminton

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Übungsstunden

Jugend ab 5 J. bis unter 16 J. (Wilhelm Buschmann)

Di 16.30-18 Uhr, Markusstraße

Gemischt ab 16 J. (Wilhelm Buschmann, Sebastian Rödder)

Di 20-22 Uhr, Markusstraße

Gemischt ab 16 J. (Wilhelm Buschmann)

So 9-12 Uhr, Markusstraße


Federball – das war einmal!

Heute heißt es Badminton, der schnellste Racket-Sport überhaupt. Fünf Gramm

wiegt ein Ball, mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 300 km/h saust er über das Netz.

Ausdauer und Kraft, Reaktionsvermögen, Beweglichkeit, Geschicklichkeit, diese Eigenschaften

zeichnen den Badmintonspieler und die Badmintonspielerin aus. Gewöhnlich

sind diese Recken zwischen acht und 80 Jahren alt, manchmal noch jünger

oder älter.

Vor 2500 Jahren in China nannte man das Spiel Ti Jian Zi, im altem Indien hieß es

Poona. Zum Glück gab es dann 1873 den englischen Duke of Beaufort in Gloucestershire,

der auf dem Landsitz Bad-minton residierte und letztlich dafür verantwortlich

ist, dass so ein Match bedeutet, 30 bis 40 Minuten lang mit einem 85-110

Gramm schweren Schläger in der Hand auf einem 13,40 m langen und 6,10 m

breiten (Einzel 5,18 m) Spielfeld mit einem 1,55 m hohen Netz laufen, sprinten,

springen, hechten zu dürfen - oft bis zur maximalen Herzfrequenz. 1992 wurde das

Spiel olympisch.

Schon 1994 und noch früher wurde Badminton im TV Bergheim gespielt. 2006 fanden

erstmals Vereinsmeisterschaften des TV Bergheim im Badminton statt. Dabei

dauerte der Zweikampf zwischen Marius Klaus und Peter Müller fast 45 Minuten

und ging über 3 Sätze mit Verlängerung. Im Herreneinzel siegten Sebastian Rödder,

Peter Müller und Christoph Büker, im Dameneinzel Silke Carstens, Sabine Matuschak

und Katharina Hoffinann. Das Mixed entschieden für sich Sabine Matuschak

und Sebastian Rödder, Silke Carstens und

Peter Müller, Katharina Hoffmann und

Marius Klaus. Sieger im Herrendoppel

wurden Marius Klaus und Sebastian Rödder

vor Marius Küpper und Peter Müller.

Nach einer Pause in den vergangenen

Jahren sind im Herbst 2009 wieder Vereinsmeisterschaften

geplant.

Unsere Übungsstunden beginnen mit

einem kurzen Aufwärmen, bei dem alle

relevanten Körperteile auf Betriebstemperatur

gebracht werden. Beim folgenden

Einspielen werden die Grundschlagarten und Techniken unter Aufsicht der Trainer

vermittelt, eingeübt, verbessert und verfeinert. Im Anschluss spielen wir in unterschiedlichen

Gruppen gegeneinander.

Wer mitmachen möchte, braucht nur Sportklamotten, Turnschuhe und etwas zum

Trinken, am besten Wasser, mitzubringen. Schläger und Bälle sind in ausreichender

Anzahl vorhanden. Interessierte jeden Alters und jeder Spielfertigkeit sind bei uns

herzlich willkommen.

Sebastian Rödder

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Basketball

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Übungsstunden

Männer ab 16 (Jürgen Schell)

Mi 20.30-22 Uhr, Markusstraße

Männer ab 16 (Jürgen Schell)

Fr 17-18 Uhr, Markusstraße


18 Jahre Basketball im TVB - Geschichten und Geschichtliches - eine

persönliche Rückschau

Der Turnverein Bergheim blickt in diesem Jahr auf eine hundertjährige Vereinsgeschichte

zurück. Ein Viertel (und ein bisschen mehr) dieser Zeit gehen nun auch

schon auf mein Mitgliedschaftskonto. Von Kindesbeinen an mit dem Verein in diversen

Turngruppen groß geworden, begeisterte mich als Jugendlicher die aus Amerika

stammende Ballsportart Basketball. Trotz verschiedener Abstecher in andere

Sportarten (Tischtennis, Fußball, Badminton) zog mich Basketball immer wieder in

seinen Bann, und so ist es bis heute geblieben.

18 Jahre voller Höhen und Tiefen, voller verletzungsbedingter Rückschläge, voller

Demotivation und Frust, aber vor allem voller Freude, Freundschaften und Begeisterung

an diesem Mannschaftssport. 18 Jahre, in denen mich Basketball immer

wieder neu motiviert hat, nicht zuletzt durch geschätzte Kollegen und Freunde, die

über Jahre hinweg dem Sport treu geblieben sind. 18 Jahre Basketball im Turnverein

Bergheim sollen in diesem Bericht ein wenig näher beleuchtet werden.

Die Anfänge: sei kein Frosch – spiel Basketball

Soweit ich mich erinnern kann, stand das wöchentlich stattfindende Training zunächst

unter der Leitung unseres Vorstandsmitgliedes Frank Wieland. Er brachte

uns die Grundlagen und Regeln bei, die den Grundstein für unser heutiges Können

legten. Im Herbst 1991 übernahm Reinhold Becker das Training, ein ehemaliger

Profi-Spieler mit charismatischer Ausstrahlung. Er konnte uns mit seiner Spiel- und

Lebenserfahrung, die er in der 2. Basketball-Bundesliga gesammelt hatte, so manchen

Trick mit auf den Weg geben. Einige seiner Anekdoten sind unvergessen, so

die witzige Geschichte über den Zahn, den er in einem wichtigen Bundesligaspiel

verlor.

1992 schrieb Reinhold Becker im TV Aktuell:

„Seit dem 8. November 1991 findet

für die männlichen Jugendlichen wieder

regelmäßig freitags um 17:00 Uhr das

Basketballtraining statt. Für einen Rückblick

ist die Zeitspanne sicherlich zu kurz.

Doch zeigt sich jetzt schon, dass es auch

in Bergheim einige ´Ballkünstler´ gibt, die

im wahrsten Sinn des Wortes ´hoch´ hinaus

wollen. Ehrgeiz und Trainingsbeteiligung

jedenfalls lassen kaum zu wünschen übrig. Problematisch aus Trainersicht ist

lediglich die große Altersspanne der Gruppe – von 9 bis 15 Jahren -, die ein gezieltes

Training erschwert. Hier bleibt zu hoffen, dass noch mehr Kinder und Jugendliche

den Weg zur Halle finden, damit die Gruppe in zwei leistungshomogene Teams

aufgeteilt werden kann.“

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Ein Jahr später waren im TV Aktuell folgende Zeilen zu lesen: „Spätestens seit der

Olympiade 1992 hat der Basketballsport sein ´Dream Team´. Da es jedoch zu beschwerlich

ist, die Stars in den USA zu bewundern, können Basketballfreunde auch

den Weg in die Turnhalle an der Markusstraße wagen und das Bergheimer ´Dream

Team' beobachten. Noch besser wäre es natürlich, selbst mitzumachen. Wer Lust

hat, sich von Clemens, David, Jürgen, Martin, Mike, Reinhard, Sebastian, Thomas,

Simon, Uli, Wolfgang und den anderen die notwendigen Tricks abzuschauen, der ist

herzlich eingeladen, freitags um 17:00 Uhr einen Blick in die Turnhalle zu werfen.“

Und es fanden sich im Laufe der Jahre eine Menge Jugendliche und mittlerweile gestandene

junge Männer, die mit viel Spaß und Ehrgeiz auf Korbjagd gehen.

Als 1994 Reinhold Becker aus persönlichen Gründen die Basketballabteilung abgab,

übernahmen mein Freund Simon Hörstmann und ich die Leitung. Damit konnte

Basketball nun zweimal in der Woche angeboten werden, was sich bis heute nicht

geändert hat. Zur damaligen Zeit erlebten wir einen erheblichen Mitgliederandrang.

Zeitweise fanden bis zu 23 Leute den Weg in die Sporthalle. In Anlehnung an unser

Bergheimer Wappentier lautete 1995 die Überschrift im TV Aktuell: "sei kein

Frosch, spiel Basketball".

Die mageren Jahre: vom „Frosch zum Freak“

Die Mitgliederzahl nahm im Laufe der folgenden Jahre dann kontinuierlich ab. Das

Interesse an Sport im Allgemeinen und Basketball im Speziellen schien bei den Jugendlichen

verloren gegangen zu sein. Die Gruppe wurde überschaubar, es blieb nur

ein harter Kern von sechs bis acht Leuten.

Am 12. September 1996 fand ein Freundschaftsspiel gegen die Mannschaft aus

Troisdorf-Sieglar statt, wir verloren mit hohem Punkteunterschied. Schonungslos

wurden unsere Schwächen aufgezeigt, unser Spielniveau war einfach zu niedrig.

Das sollte sich im Verlauf der nächsten Jahre deutlich ändern. Ein persönliches,

besonders erwähnenswertes Erlebnis aus dieser Zeit war die Teilnahme an einem

Fortbildungslehrgang im September 1997, der unter dem Motto „Spiel doch Basketball“

stand. Die dort erlernten Fertigkeiten, Spiel- und Übungsformen zum Werfen,

Passen, Dribbeln und Fangen, wurden in den Wochen und Monaten danach rege

angewendet.

Die Renaissance: Bälle, Bandagen und Bunter Rasen

In den Jahren um die Jahrtausendwende formierte sich die Abteilung Basketball neu.

In der Regionalpresse geschaltete Anzeigen führten zu einem Mitgliederzuwachs.

Einige erfahrene Spieler aus anderen Mannschaften brachten neuen Schwung und

neue Ideen. Basketball in Bergheim war wieder „in“. Das Wort von der „Bergheimer

Spielweise“ mit ihren ganz eigenen Regeln und Gesetzen machte die Runde. 2004

stieß eine komplette Gruppe indischer Basketballer aus dem Bonner Raum zu uns.

In den folgenden Jahren kam es daher regelmäßig zu internationalen Spielbegegnungen

zwischen den „Indern“, unseren neuen treuen Freunden, und den „Bergheimer

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Jungs“. Das Spielniveau nahm deutlich zu. Spielsysteme wurden erlernt und angewendet.

Über Jahre erlernte Fertigkeiten und Fähigkeiten zeigten Wirkung.

Dennoch stand und steht der Spaß am Spiel weiterhin im Vordergrund. Dazu eine

besonders gelungene Passage aus dem TV Aktuell 2005, in der mein geschätzter

Kollege Thomas den wöchentlichen Trainingsbetrieb beleuchtet: „Bei uns geht es

natürlich in erster Linie um den Sport! Meist geht es hart zur Sache. Bis an die Grenzen

des Erlaubten. Aber wir wollen halt alle gewinnen. Wir haben alle diese Liebe für

das (Basketball)-Spiel. Das Erstaunliche allerdings ist die Chemie nach dem Sport.

Hier wird einem der ein oder andere Faustschlag mit einem Lächeln verziehen, gedehnte

Bänder oder Prellungen werden liebevoll mit Eisspray behandelt. Doch worauf

ich eigentlich heraus möchte ist: nach dem Sport haben wir alle diese Liebe für

unsere Mitspieler. Und genau das macht die Basketballabteilung so wertvoll. Viele

unterschiedliche junge Menschen aus den letzen Winkeln unserer Welt, mit unterschiedlichen

Charaktereigenschaften und unterschiedlichen Erfahrungen kommen

zusammen und haben einfach eine gute Zeit zusammen! Ganz simpel ausgedrückt

ist diese ‚gute Zeit‘ eine sehr wertvolle Sache.“

Regelmäßig stellten wir unser Können auf den vom Verein veranstalteten Präsentationstagen

„Bunter Rasen“ der Öffentlichkeit vor. „Showeinlagen“ begeisterten so

manchen Basketball-Laien, und bei zwei Veranstaltungen fanden sogar Spielbegegnungen

zwischen einer Zuschauerauswahl und uns Basketballern statt.

Krise oder Aufschwung: die Zukunft des Bergheimer Basketballs

Basketball in Bergheim ist mittlerweile weit über die Grenzen von Troisdorf hinaus

bekannt und beliebt. Die Aufnahme einer Mannschaft für die Kreisliga im Westdeutschen

Basketball-Bund hätte den Bergheimer Basketball im Jahre 2005 sogar

innerhalb der Grenzen von NRW bekannt gemacht. Die Nennung kam aus diversen

Gründen allerdings nie zustande. Inzwischen reisen die meisten Spieler von außerhalb

an. Persönliche Veränderungen verstreuen die Mitglieder in der ganzen Welt,

so geschehen bei unserem Kollegen Thomas. Einmal reiste er aus exakt 9230 km

Entfernung an (Tokio – Bergheim).

Der Zusammenhalt des „harten Kerns“ ist nach wie vor ungebrochen. In mehr oder

minder regelmäßigen Abständen treffen wir uns außerhalb der Sporthalle, unlängst

zu einer Weihnachtsfeier im Bergheimer China-Restaurant.

Dennoch ist es wie in der Wirtschaft, der Politik und anderen Lebensbereichen: die

Zukunft des Bergheimer Basketballs ist ungewiss. Ortswechsel, persönliche Entwicklungen

und berufliche Veränderungen der Mitglieder und des Übungsleiters

könnten die Abteilung in naher Zukunft scheitern lassen. Neue junge Menschen

müssen motiviert und für diesen einzigartigen Mannschaftssport begeistert werden,

damit es in vielen Jahren und Jahrzehnten immer noch heißt: Basketball in Bergheim

ist „in“. Ich wünsche denen, die mich über die Jahre sportlich begleitet haben, alles

erdenklich Gute und allen ein schönes Jubiläumsjahr 2009.

Jürgen Schell

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Gymnastik

90

Übungsstunden

siehe Unterabteilungen


Seniorinnengymnastik für Frauen ab 60

Übungsstunden

Seniorinnen ab 60 (Gabriele Odenthal)

Mi 17-18 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Die Hausfrauenriege aus dem Jahre 1979

ist eine Gruppe reifer Damen, die sich

aus dem Kreise der Frauengemeinschaft

rekrutierte. Sie hatte den Wunsch, sich

körperlich zu betätigen. Der Unterhaltungswert

sollte dabei eine nicht unerhebliche

Rolle spielen. Wo das tun? Die

Gruppe entschied sich für die Turnhalle

am Paul Schürmann Platz. Dort traf sie

sich einmal wöchentlich am Nachmittag

unter der Leitung von Karola Windeck.

Einige Zeit später traten die Hobbygymnastikerinnen

dem Turnverein Bergheim/

Sieg bei und Karola Matuszak übernahm

die weitere Betreuung. Die Freude an der

Bewegung hielt an, die Leistungen steigerten

sich erheblich und der Wunsch

wurde laut, sich in der Öffentlichkeit darzustellen.

Bestimmte attraktive Übungen

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und Formationen wurden besonders eingeübt

und in öffentlichen Veranstaltungen

mit großer Begeisterung und Freude

vorgeführt. Der große Beifall war wohltuend

und bestätigte, auf einem guten Weg

zu sein.

Auf Karola Matuszak folgten Bärbel Krämer

und Gertrud Semmroth als Übungsleiterinnen.

Von letzterer hat Gabriele

Odenthal die Riege im Februar 2009

übernommen.

Der Zahn der Zeit hat am Bestand genagt. Aktuell besteht die Gruppe aus fünf

Seniorinnen, die natürlich Verstärkung suchen. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie

Bewegung in der Gemeinschaft Freude bereiten kann und ein Ansporn für alle, die

es noch nicht probiert haben.

Karola Matuszak

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Gymnastik für Frauen ab 40

Übungsstunden

Frauen ab 40 (Heidemarie Plener)

Mi 14-15 Uhr, Markusstraße

Ich musste mich erst einmal erkundigen, wie unsere Gruppe eigentlich entstanden

ist. Es war so. Eines Tages im Jahre 1974 kam unsere Turnschwester Leni Klein zu

ihrer Nachbarin Heidi Griethe und erzählte ihr, dass am vergangenen Abend beim

Kegeln eine Frauengymnastikgruppe gegründet worden sei. Sie solle die Übungsleiterin

sein.

Heidi Griethe war Gymnastik-erfahren, und sie stellte den Keller in ihrem Haus

für das Training zur Verfügung. Dann, als die Gruppe größer wurde, bekamen die

Frauen einen Platz in der Turnhalle. Mich lockte Heidi Griethe 1981 mit viel Überredungskunst

in die Gruppe. Ich fühlte mich gleich wohl darin, obwohl oder gerade

weil sie mir manchen Muskelkater bescherte.

1996 hörte Heidi Griethe aus persönlichen Gründen auf. Die Leitung fiel mir zu,

und Gabriele Dittmann erklärte sich spontan zur Vertretung bereit. Wir sind zum

Teil der alte Stamm, aber es sind auch viele neue Frauen dazu gekommen, die sich

bei uns schnell eingewöhnt haben.

93


Angefangen wird mit flotter Musik zum

Aufwärmen. Die Übungen mit verschiedenen

Geräten, wie Bällen, Hanteln,

Aero- Stepps, Therabändern usw. zielen

darauf ab, Haltungsfehler durch Kräftigungs-

und Dehnungsprogramme zu korrigieren

und gleichzeitig Muskelverspannungen

abzubauen. Außerdem kräftigen

wir die Rücken- und Bauchmuskulatur.

Der "cool-down" jeder Übungsstunde erfolgt

bei Entspannungsmusik.

Der Spaß außerhalb des Sports kommt

nicht zu kurz. In den vergangenen Jahren

haben wir mindestens einmal im Jahr

Wanderungen und Schiffstouren unternommen.

2008 sind wir mit dem Schiff

in den Kölner Zoo gefahren und haben

dort einen schönen Tag verbracht. Das

Jahr lassen wir immer mit einer kleinen Weihnachtsfeier in der Turnhalle und mit

einem Kegelabend ausklingen.

Heidemarie Plener

94


Gymnastik für Frauen ab 40

Übungsstunden

Frauen ab 40 (Leni Hilbert)

Mi 19-20.30 Uhr, Siegauenhalle

Für mich war es selbstverständlich, dass ich in die Fußstapfen meines Vaters trat.

Ich turnte in meiner Kindheit und nahm an Wettkämpfen teil. Später besuchte ich

die Gymnastikstunden der Frauen, die von Renate Schmitz geleitet wurden. 1983

übernahm Doris Winkler die Gruppe. Sie leitete sie 19 Jahre lang und gab sie 2002

aus gesundheitlichen Gründen ab. Weil mir die Stunden immer großen Spaß und

Freude gemacht hatten, mussten mich die Turnschwestern nicht lange überreden,

die Leitung zu übernehmen.

Wir arbeiten mit verschiedenen Sportgeräten. Daneben bleibt der gemütliche Teil

nicht auf der Strecke, denn nach einer sportlichen Leistung muss man die Kehle

etwas anfeuchten. Zweimal im Jahr unternehmen wir etwas Größeres. Bei unserem

Sommerfest in der Mitte des Jahres gehen wir gemütlich und schön essen oder wir

machen eine Schiffstour. Zur Weihnachtsfeier lasse ich mir immer eine besondere

Überraschung einfallen.

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Mittlerweile ist die Gruppe auf 26 Frauen angestiegen, die Freude und Spaß am

Sport und an der Unterhaltung haben, die sich bewegen und nicht einrosten wollen

("wer rastet, der rostet"). Wir freuen uns über jedes neue Gesicht! Also: keine Angst

oder Hemmungen, kommt einfach mal vorbei!

Leni Hilbert

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Gymnastik für Männer

Übungsstunden

Gymnastik und Ballspiele, Männer ab 50 (Wilhelm Buschmann)

Do 20-22 Uhr, Markusstraße

Altersgerechte Gymnastik, Männer ab 50 (Hubert Pützstück)

Do 20-22 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Die "Alte-Herren"-Abteilung

wurde 1964/65 von ehemaligen aktiven

Turnern, Vorstandsmitgliedern

und deren Freunden und Bekannten

gegründet. Als Übungsleiter wählten

sie Josef Schell, der der aktivste von

den Ehemaligen war. Er stellte sich

ehrenamtlich zur Verfügung.

In den Jahren 1970/71 verstärkte

sich die Gruppe mit der damaligen

1. Riege, die vom Leistungsturnen

Abschied genommen hatte. Diese

Männer hatten bereits als Kinder an den Geräten geturnt, einige von ihnen waren

Übungsleiter oder Mitglieder im Vorstand geworden.

Zu den anfänglichen Turn- und Gymnastikübungen traten später Faustball und

Prellball hinzu. Außer dem sportlichen wurde der gesellige Teil gepflegt. Nach den

Übungsstunden traf man sich zu einem Umtrunk („3. Halbzeit"), und dieser war

hin und wieder ganz schön anstrengend. Matthias Mertens organisierte gemütliche

Abende und Ausflugsfahrten, Krankenbesuche und Gratulationsbesuche bei „runden“

Geburtstagen. 1978 waren es 25 Aktive.

Nach langen, verdienstvollen Trainerjahren gab Josef Schell 1980 das Amt des

Übungsleiters an Harald Hinze weiter. Zum 20-jährigen Bestehen der Abteilung bekam

jedes Mitglied ein großes Weinglas,

in das sein Vorname und der festliche Anlass

eingraviert waren. Im gleichen Jahr

übergab Matthias Mertens die Organisation

der geselligen Aktivitäten an Eberhard

Müller.

Zwei Jahre später übernahm Wilhelm

Buschmann – ehemaliger Turner der

Leistungsriege, Übungsleiter und langjähriger

Oberturnwart des Vereins – die

sportliche Leitung der Alten Herren. Die

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Abteilung war auf 35 aktive und einige inaktive Mitglieder angewachsen.

Im Jahr 1990 wurde auf Initiative von Ewald Fehling beschlossen, die jetzt fast 40

Teilnehmer in zwei Gruppen aufzuteilen. Für die zweite Gruppe konnte Lorenz

Pilger als Übungsleiter gewonnen werden. Er war von 1952 bis 1968 Mitglied der

1. Turnriege und viele Jahre Übungsleiter für Kinder und Jugendliche gewesen und

gehörte zu den Mitbegründern der Abteilung. Da sich in dieser zweiten Gruppe die

etwas älteren Mitglieder zusammen gefunden hatten, legte er besonderen Wert auf

altersgerechte Gymnastik.

Beide Gruppen gewannen weitere aktive Mitglieder. 1994 betreute Wilhelm Buschmann

in der ersten Gruppe 22 und in der zweiten Gruppe Lorenz Pilger 23 aktive

Teilnehmer. Leider verstarb Lorenz Pilger am 20.03.2003 plötzlich und unerwartet.

Die zweite Gruppe wählte daraufhin Hubert Pützstück aus ihren eigenen Reihen als

neuen Übungsleiter.

Nach wie vor treffen sich Mitglieder aus beiden Gruppen donnerstags um 22 Uhr im

Vereinslokal Weis und füllen gemeinsam den „Flüssigkeitsverlust“ wieder auf.

Die Alte-Herren-Abteilung ist immer für jedermann offen gewesen. Sie war und

ist auch immer eine Kontaktstelle für Neubürger. Wir konnten vielen helfen, sich

in Bergheim einzuleben und sich hier wohl zu fühlen. Wir freuen uns über jeden

„Neuen“, der bei uns etwas für den Erhalt seiner Gesundheit tun will. Die sportliche

Betätigung ist das Wichtige – die Perfektion zweitrangig.

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Dieter Lingnau


Wirbelsäulengymnastik

Übungsstunden (Kursgebühr)

Gemischte Gruppe (Gaby Odenthal)

Mo 9.30-10.30 Uhr, Siegauenhalle

Gemischte Gruppe (Gaby Odenthal)

Mi 18-19, Paul-Schürmann-Platz

Gemischte Gruppe (Karin Camp)

Do 16.30-17.30, Paul-Schürmann-Platz

Gemischte Gruppe (Karin Camp)

Do 17.45-18.45, Paul-Schürmann-Platz

Die Anstrengungen des Alltags, Muskelverspannungen und Verschleißerscheinungen,

Bewegungsmangel und Übergewicht strapazieren den Rücken. So weit muss

es nicht kommen! Wirbelsäulengymnastik verbessert die Fitness und steigert das

körperliche Wohlbefinden. Schonend wird die Muskulatur mobilisiert und die einseitigen

Belastungen werden ausgeglichen.

Das Präventionsangebot vermittelt Grundkenntnisse über Aufbau und Funktion

der Wirbelsäule, informiert über gesunde Ernährung und klärt auf über rückenfreundliches

Verhalten im Alltag. Man erkennt, wie man seinen Körper wahrnehmen

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kann und welche Bedeutung die Grundhaltungen (Sitzen, Stehen, Liegen) und ein

Wechseln der Körperpositionen haben. Funktionelle Übungen zur Dehnung, Kräftigung,

Mobilisation und Koordination werden erlernt. Wie kann man tiefe Entspannung

erfahren und die Fähigkeit dazu entwickeln? Dazu gibt es verschiedene

Verfahren: progressive Muskelentspannung, Atementspannung, Phantasiereise, Reise

durch den Körper, Stretching, Eigenmassage, Partnerübungen. Schön ist, das mit

jeder Trainingsstunde dauerhafte Ergebnisse erzielt werden, und die Freude an der

Bewegung macht gute Laune.

Die Kosten der Kurse werden von vielen Krankenkassen zum Teil übernommen.

Die kleine gemischte Gruppe am Montagvormittag besteht seit zwei Jahren. In den

zwei Kursen am Donnerstag trifft sich ein fester Stamm von etwa 30 gesundheitsbewussten,

vitalen Damen (manchmal auch ein stets willkommener Herr), von denen

einige schon seit über dreißig Jahren dem Verein die Treue halten. Alle Wirbelsäulengymnastikgruppen

freuen sich über Neuzugänge und sind offen für Männer wie

Frauen. Spaß und Entspannung kommen nirgends zu kurz.

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Gabriele Odenthal, Karin Camp


Funktionsgymnastik für Erwachsene

Übungsstunden

Männer und Frauen von 35 bis 70 (Isabell Schönberg)

Di 19-20 Uhr, Siegauenhalle

Männer und Frauen von 35 bis 70 (Conny Willems)

Do 17.30-19 Uhr, Siegauenhalle

Unser Angebot und richtet sich an alle, denen der Arzt irgendwann mal gesagt hat,

dass Bewegung eigentlich ganz gut tun würde, und an die, die es nicht schaffen, sich

alleine zu Hause mit Hanteln, Gymnastikbändern

oder ähnlichem zu quälen.

Ziel ist es, mit individuellen Übungen

zur Verbesserung der Kraft, Beweglichkeit

und Koordination beizutragen, die

Körperwahrnehmung zu steigern, um

damit Fehlbelastungen wahrzunehmen

und Möglichkeiten zum Ausgleich kennen

zu lernen. Entspannungsanteile und

Elemente der Rückenschule, wie z.B.

richtiges Heben und Tragen, ergänzen

das Programm. Auch die Bauch-, Bein-,

Arm- und Pomuskeln kommen nicht zu

kurz. Und egal, ob wir uns mit Hanteln,

Pezzibällen, Aerostepps oder sonstigen

Materialien abplagen, es bleibt immer

genügend Zeit für die wohltuende Dehn-

und Entspannungsphase. Mit dieser Einheit

schließt jede Stunde ab, so dass man

mit einem richtigen „Gut-drauf-Gefühl“

den Feierabend genießen kann.

Die Donnerstagsgruppe ist eine Multi-

Kulti-Truppe, bestehend aus Frauen und Männern im Alter zwischen 35 und 70.

Nicht nur Bergheimer, auch Teilnehmer aus Eschmar, Müllekoven, Niederkassel,

Sieglar und Uckendorf sind dabei. Wer seinen inneren Schweinehund gemeinsam

mit uns besiegen möchte, ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns über Verstärkung.

Also keine Scheu; Turnschuhe eingepackt und mitgemacht!

Conny Willems

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Stretching – eine gemischte Gymnastikgruppe

Übungsstunden

Gymnastik/Stretching, Gemischte Gruppe (Edmund Mundorf)

Mo 20.15-22 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Die gemischte Gymnastik - Gruppe wurde ursprünglich als Betriebssportgruppe

im Oktober 1991 gegründet mit der Aufgabe bzw. Trainingsphilosophie „Gute Gesamtkörper

– Fitness erreichen in einer netten kameradschaftlichen Gruppe“.

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Unsere Gymnastik beinhaltet Übungen aus Stretching, Bio-Energetik, Body Shaping,

Yoga usw. und dient zur Stärkung des gesamten Körpers sowie verschiedener

Stützmuskulaturen. Das Konditionstraining dient zur Kräftigung von Herz und

Kreislauf, die Dehn- Übungen (Stretching passiv und aktiv) der Entspannung von

belasteten sowie verspannten Muskulaturen und der Steigerung von Flexibilität.

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Beginn des Trainings mit langsamen Aufwärmen und

leichtem passivem Dehnen (Stretching)

Rücken- und Bauch Kräftigungs-Übungen


Bankdrücken als Schulter-Brust Kräftigungs-Übung

Die Qual mit der Schrägbank

Sit-ups als Bauch Kräftigungs Übung

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Wo kann man Gymnastik in einem guten Team machen?

Ein kostenloses Probe- bzw. Schnupper- Training für Interessenten ermöglichen wir

Einzelnen aber auch Paaren, um festzustellen, ob sie unserer Trainingsphilosophie

folgen wollen.

Und wo?

Im Turnverein Bergheim / Sieg (TVB) 1909 e.V., Turnhalle Paul Schürmann Platz:

Montags 20:15 - 21:30 Uhr.

Informationen bei?

Edmund (Eddy) Mundorf Tel.: (0228) 22755-0 (Büro) und 451953 (Privat)

Es macht Spaß in und mit dieser Gruppe zu trainieren und hiermit möchten wir

auch den Leuten danken, die uns diesen Sport ermöglichen und zum Ablauf dieses

Sportes unersetzlich sind, in erster Linie dem Vorstand des TVB, dem Oberturnwart,

dem Hallenwart sowie allen unseren Übungsleitern und nicht zu vergessen,

den Schülern selber - die immer zahlreich und motiviert am Trainingsbetrieb teilnehmen.

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Nach Abschluss des Trainings folgt meistens noch ein Ballspiel zur Entspannung.

S.K. Eddy


Eine Lanze für die Stretching Gruppe

Damals, als ich mich Eddy Mundorfs Ju-Jutsu Gruppe anschloss, habe ich in Sachen

Körperbeherrschung neue Erfahrungen gesammelt, gepaart mit strenger Disziplin

und großem Teamgeist. Dieser von Eddy einst geprägte Teamgeist wird von seinen

ehemaligen Schülern bis heute weiter gelebt, was mich sehr freut.

Seit ca. 15 Jahren gehöre ich nun Eddys Stretching- Gruppe an und freue mich, dass

er mir das Vertrauen geschenkt hat, ihn bei gelegentlicher Abwesenheit zu vertreten.

Ich komme aus der EDV- Branche, was bei mir überwiegend mit sitzender Tätigkeit

in Verbindung steht. Die Stretching- Gruppe bietet mir den idealen körperlichen

Ausgleich. Eddy lässt es meist ruhig angehen. Aber jeder, der ihm gewissenhaft folgt

und die ausgiebigen Dehnübungen, die gezielten Bein-, Rücken- und Bauchmuskulatur-

Übungen absolviert, wird die Effizienz der Übungen bald verspüren.

Tja, letztendlich liegt dem Eddy und mir viel an den Männern und Frauen in unserer

Gruppe.

Walter Groß

107


Inline- Skating

Übungsstunden

Kurstermine in der örtlichen Presse. Internet: www.turnverein-bergheim.de.

Mitglieder des Vereins zahlen eine vergünstigte Kursgebühr,

aber auch Nichtmitglieder sind immer herzlich willkommen.

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Je Schuh sind vier Rollen in einer Reihe angeordnet, die eine völlig neue Bewegungs-

und Gleiterfahrung ermöglichen. In den 90er Jahren hat sich Inlineskaten

zur größten Freizeitsportbewegung in Deutschland entwickelt, über 17 Mio. Paar

Skates wurden verkauft. Es ist eine gelenkschonende Fortbewegung, die Ausdauer

und Gleichgewicht schult.

Im Jahr 2000 ist Inlineskaten zu den Disziplinen für das Deutsche Sportabzeichen

aufgenommen worden. Frauen und Männer, sowie Kinder beginnend mit vier Jahren,

fühlen sich gleichermaßen angesprochen. Gemeinsam mit Freunden oder der

Familie kann man die Freizeit genießen und Ausflüge an der frischen Luft unternehmen.

Beim TV Bergheim hielt die Trendsportart Inline- Skating im Frühjahr 2000 Einzug.

Als qualifizierte Übungsleiterin bot Inger Pähler vier Jahre lang Kurse für Erwachsene

und Kinder an. Seit 2004 habe ich die fachkundige Durchführung der Kurse

übernommen. Jedes Frühjahr finden die Teilnehmer Gleichgesinnte, die aus dem

Umkreis von Niederkassel, Siegburg und Bonn kommen und das „sichere Skaten“

erlernen wollen.

In der Halle und auf dem Schulhof der Siegauenschule in Bergheim wird mit viel

Spaß und in Gruppenspielen die Technik des Fallens, Bremsens und Gleitens sowie

die Koordination auf den Rollen geübt. Um auch in Kurven und am Berg nicht aus

dem Gleichgewicht zu geraten, treffen sich die TeilnehmerInnen nochmals an der

Brücke der Rosengärtnerei, der Großen Heerstraße. Nach den Kursen sind alle erschöpft,

aber glücklich, jetzt sicherer auf den Inlineskates zu sein und sie freuen sich

auf ihre privaten Ausflüge in ihrer Freizeit.

Ich freue mich auf viele sportliche Menschen, denen ich meine Begeisterung am

Inlineskaten weitergeben kann.

Ellen Redeker

109


Ju-Jutsu / Goshin-Jitsu

Übungsstunden

Kids 6-12 (Fabian Bendlow, Johannes Groß, Johannes Stern)

Sa 14-15.30 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Jugend ab 12 Jahren (Fabian Bendlow)

Mo 16-18 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Jugend ab 12 Jahren (Fabian Bendlow)

Fr 17-19 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Erwachsene (Rolf Rudolph, Thomas Jacob)

Di 20-22 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Erwachsene (Markus Werner, Thomas Jacob)

Fr 19-22 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Erwachsene (Edmund Mundorf, Thomas Jacob, Jochen

Schmidt)

So 10-12 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

110


„Greif mich doch bitte mal an!“

Diese Bitte an den Trainingspartner hört man eher selten in Sportstätten und sie

hört sich zugegebenermaßen auch ein wenig merkwürdig an. Dabei zeigt sie aber

doch sehr deutlich die Geisteshaltung, mit der das ernsthafte Training der japanischen

Budosportarten angegangen und vollzogen werden sollte.

Wie ihr Name schon verrät, wird bei den Kampfsportarten ein Sport trainiert, der

den Übenden in die Lage versetzen soll, in einer möglichen Gefahrensituation besser

abzuschneiden als eine untrainierte Person und sich bei einem Angriff effektiv selbst

verteidigen zu können. Mit diesem Anliegen treten die meisten Menschen zu Recht

einem Kampfsportverein bei. Dieses Ziel soll durch die Anwendung bestimmter

Kampftechniken, die dem Übenden über viele Stunden bis Jahre von seinem Sensei

(= Lehrmeister) vermittelt werden, realisiert werden. Im Training werden daher

dynamische und kraftvolle Techniken geübt, die das Ziel haben einen Angreifer abzuwehren

und auch unter Umständen schwer zu verletzen. So mag das Training

auf der Matte auch in der Tat martialisch und brutal wirken, und die immer wieder

erschallenden durchdringenden Kampfschreie der Übenden verstärken diesen Eindruck

eindrucksvoll.

Dieses Bild ist auch vollkommen zutreffend, schließlich sind die Menschen ja mit

genau diesem Anliegen in die Trainingshalle gekommen, und der Trainer ist verpflichtet,

das anzubieten, was draußen draufsteht, nämlich Kampfsport und Selbstverteidigung.

Auf der anderen Seite kann der aufmerksame Besucher während einer Trainingsstunde

aber auch hochformale Abläufe und strenges Protokoll und Etikette beobachten,

die auf den ersten Blick gar nichts mit den eigentlichen Techniken zu tun

habe. Es gibt Regeln, wie man das Dojo ( = Trainingshalle) zu betreten hat, wie man

sich auf der Matte bewegt, wie man sich gegenüber dem Sensei und den anderen

Schülern verhält und und und. Diese Gesten und Abläufe sind meist nur sehr kurz

und nicht sehr umfangreich, aber dennoch sind sie immer gegenwärtig.

Außerdem fällt ein hohes Maß an gemeinschaftlichem und verantwortungsvollem

Umgang unter den Budokas ( = Übende der Budosportarten) auf. Dafür, dass im

Dojo eine Kampfsportart geübt wird, verläuft das Training doch sehr respektvoll.

Dieser scheinbare Widerspruch lässt sich in allen ernsthaften Dojos wiederfinden

und allein sein Vorhandensein ist Grund genug, sich einmal genauer mit dem Phänomen

der Etikette in den Kampfsportarten zu befassen.

Fabian Bendlow

111


Historie unserer Gruppe

mit 30jährigem Abteilungsjubiläum im Jahre 2008

Im September 1978 wurde durch Hans Wilhelm Gaspers und Eddy Mundorf eine

Fitness- und Selbstverteidigungsgruppe gegründet, die im „Saale Gaspers“ trainierte.

Das Ziel war in erster Linie die körperliche Fitness und das Erlernen von moderner

Selbstverteidigung (Ju-Jutsu). Nach großem Interesse und den eindrucksvollen Trainingserfolgen

der Gruppe wurde sie nach der ersten Prüfung in Königswinter-Stieldorf

am 1. April 1978 in den Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg aufgenommen.

Diese erfolgreiche Verbindung besteht bis heute und stellt sich als eine optimale

Lösung für alle Sportler und Mitglieder der Abteilung und des TVB insgesamt dar.

Die ersten Matten wurden damals durch Hans Gaspers bei der damaligen Dynamit

Nobel gekauft und diese Matten benutzen wir zum Teil noch heute.

Leider sind zwischenzeitlich Gerd Brodesser und unser Mitbegründer Hans Wilhelm

Gaspers viel zu früh verstorben:

„Von dem Menschen, den man so geliebt und geachtet hat, wird immer etwas

zurückbleiben, etwas von seinen Träumen, etwas von seinen Hoffnungen, etwas von

seinem Leben und alles von seiner Liebe.“

Wer sie gekannt hat, weiß, was wir verloren haben. Wir vermissen sie sehr.

Aus der nachfolgenden sportlichen Generation sind mit im Jahre 2008 nunmehr 25

Jahren Zugehörigkeit noch Rolf Rudolph (Eintritt am 1.April 1983) und Axel König

(Eintritt am 1.Oktober 1983) noch aktiv.

112

Ju – Jutsu Gruppe von 1979 - 2008


Gruppenaufnahme in unserer Halle

und einige Techniken

113


114

Erste öffentliche Vorführung der Ju-Jutsu Gruppe auf dem Pfarrfest Mai 1980

vor unserer Halle Paul-Schürmann Platz

Ehemalige Turner stachen natürlich bei der Fallschule heraus


In den Anfangsjahren unserer Abteilung war der Kampfsport in der „Schääl Sick“

noch eine weitgehend unbekannte sportliche Bewegung. Im Rhein-Sieg-Kreis gab es

nur wenige Vereine, die sich dem gepflegten Zweikampf widmeten. Neben einigen

Judo- und Karatevereinen gab es unsere Form der effektiven Selbstverteidigung,

nämlich das Ju-Jutsu oder Jiu-Jitsu, fast gar nicht. Erst die Integration der Ju-Jutsu

Gruppe in den TVB verankerte den Kampfsport in einem großen breitensportlich

ausgerichteten Verein. 1980 fanden wir dann Aufnahme in den Nordrhein-Westfälischen

Judo-Verband unter der Vereinsnummer 5142; hieraus ging der Nordrhein-

Westfälische Ju-Jutsu (NWJJV) hervor. Außerdem sind wir seit 1983 Mitglied des

Goshin-Jitsu Verband NRW e.V.

115


116

An den Grundtechniken wurde sehr viel gearbeitet


Erster Lehrgang in unserer Halle mit dem Urgestein

des Jiu- oder Ju-Jutsu Alfred Hasemeier

9. Dan Ju- Jutsu

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118

Dabei wurden die ersten Lehrgangserfahrungen

gemacht. Axel, Renate, Gerd und Rolf in

Aktion in Köln

Schnappschuss von einem gesprungenem

Seitwärts-Fußstoß


Die ersten Lehrgangserfahrungen machten Axel, Renate, Gerd und Rolf in Köln mit

sehr hoch graduierten Trainern. In dieser Pionierzeit des Kampfsports trainierten

Eddy Mundorf und seine Schüler selbst bei verschiedenen Größen des Ju-Jutsu, darunter

prominente Großmeister wie Peter Nehls, Vlado Schmidt, Horst Kallinowski,

Alfred Hasemeier, Paul Belous und Willi Vollberg. Getreu der Philosophie, dass die

Schüler sich von den besten Trainern die besten Techniken abgucken sollten, war

somit ein konstant hohes und technisch herausragendes Niveau der Kampfsport-

Abteilung des TVB gesichert. Dieses hohe Niveau an technischer Leistungsfähigkeit

und physischer Durchsetzungskraft zu erhalten, ist bis heute gelungen und wird

auch in Zukunft das Leitprinzip unserer Abteilung sein.

Die Sicherung des Niveaus, so erkannte Eddy frühzeitig, konnte nur dadurch gewährleistet

werden, dass der Abteilung auch zukünftig hochklassige Trainer vorstehen

würden. In diesem Sinne legte er von Anfang an großen Wert auf die Ausbildung

seiner Meisterschüler. Dass die Schüler den Lehrer einmal übertreffen sollen,

ist bis heute Ziel unseres Trainings. Eitelkeit und falscher Stolz haben auf unseren

Matten nichts verloren.

Seit Anfang der 1990er Jahre übertrug Eddy Trainerverantwortung auf seine herausragenden

Meisterschüler Gerd Brodesser und Axel König, die das Training in

seinem Sinne weiterführten. Sie brachten viele neue Impulse in das Ju-Jutsu Training

ein und haben sich mit bis heute in dieser Form einzigartigen Technik-Vorführungen

(Zeitlupentechniken) ein sportliches Denkmal gesetzt.

Im Herbst 2002 verstarb unser lieber Freund und Trainer Gerd Brodesser. Sein Tod

hinterließ bei seinen Freunden in der Abteilung und im ganzen TVB eine große

Lücke und tiefen Schmerz. In dieser für alle schweren Zeit zeigte sich die Stärke

unserer Abteilung, die sich aus ihrem Zusammenhalt und ihrer Kameradschaft neu

motivieren konnte und in einer gemeinsamen Anstrengung ein neues Kapitel in der

sportlichen Geschichte der Ju-Jutsu/Goshin-Jitsu Abteilung aufschlug.

Seit 2002 wurde das Leistungstraining im damals ausschließlich bestehenden Erwachsenenbereich

von Eddy Mundorf, Axel König, Markus Werner und Thomas Jacob

weitergeführt. In den Folgejahren erhielten wir eine weitere Trainingseinheit, die wir

unserem Urgestein Rolf Rudolph übertrugen. Ebenfalls neu gegründet wurde eine

Jugendgruppe unter der Leitung von Fabian Bendlow, ein weiterer Spitzensportler

aus den eigenen Reihen. Der Aufbau und die Förderung des Nachwuchses ist, wie

in allen anderen Sportarten auch, Grundlage und Quelle jeder aktiven Gruppe. Sie

sichert die weitere Existenz und belebt den Trainingsbetrieb. Bei diesem Training

wird die Jugend über die körperliche Ertüchtigung an unseren interessanten Sport

herangeführt und mit zunehmendem Alter und Können in die Erwachsenengruppe

und deren Leistungsniveau integriert.

Das Training zeichnet sich heute durch eine sehr bunte und gemischte Gruppenstruktur

aus, wobei die traditionelle Einstellung zu Hilfsbereitschaft und rheinischer

Gemütlichkeit weiterhin bestimmend ist. Unsere Trainer und Schüler gehören im

Ju-Jutsu zu den besten ihres Fachs und erzielen regelmäßig auf Prüfungen und

119


im sportlichen Vergleich mit anderen Sportlern Ergebnisse der Spitzenklasse. Die

Kampfsport-Abteilung im TVB gilt als einer der Qualitätsclubs im Ju-Jutsu/Goshin-Jitsu

an Rhein und Sieg.

Unser zahlreiches Trainerangebot nutzen wir für ein vielfältiges, interessantes und

ausgewogenes Training, das traditionelle und moderne Stile miteinander verbindet

und für Fortschritt offen hält. Nicht zuletzt sind wir der einzige Verein in NRW, der

Mitglied im Ju-Jutsu- und im Goshin-Jitsu-Verband zugleich ist, worin wir die Möglichkeit

und das Potential sehen, jeweils die besten Lehrgänge und Lehrer aus beiden

Systemen zu besuchen und die mitgebrachten Techniken in unser Training einfließen

lassen. Doch unabhängig von der Verbandszugehörigkeit haben wir Offenheit

im Stil immer auch als ein internationales Projekt verstanden. Wir hatten immer

Sportler aus aller Herren Länder bei uns auf der Matte und auch unsere Trainer und

Schüler scheuen sich nicht, die weite Welt des Kampfsports zu erkunden. All die

neuen Techniken und Einflüsse gehen mit der Bergheimer Tradition eine fruchtbare

Verbindung ein.

Tanja und Jochen auf der Schrägbank beim Aufbau der Bauchmuskulatur. Gut für Bauchmuskel,

Oberschenkel und Aduktoren

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Schulter-, Rücken-, Bauch-Training

bzw.die Qual an der Bühne


Barren-Übungen und der Kampf mit den

Sarasani Kugeln

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Partnerübung Stretching


2006 Inbetriebnahme Kraftmaschine und eine Form von idealem Familientraining

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Auf den Punkt gebracht kann man das alte und bewährte Trainingskonzept der

Bergheimer“ wie folgt fassen: Geselligkeit, Kameradschaft sowie Tradition werden

groß geschrieben, damit nicht alles so schnell vergeht und vergessen wird. Auch die

moralischen Werte: Höflichkeit, Bescheidenheit, Aufrichtigkeit, Respekt, Ehrgefühl,

Mut, Selbstkontrolle und Freundschaft gehören neben Ehrgeiz, Kampfgeist und

Siegeswillen zu unserem Training. Unsere Trainingsphilosophie ist die Schulung von

Körper und Geist – oder lateinisch: mens sana in corpore sano! Diese Einstellung

trug die Abteilung in den letzten 30 Jahren ihres Bestehens und sichert auch langfristig

ihre Zukunftsfähigkeit und ihr Bestehen als starke Kampfsportabteilung im

Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg.

124

Trainer-Team und nach einer erfolgreichen Kyu Prüfung mit den Schülern


6. Dez. 2008 Jubiläumslehrgang 30 Jahre Ju-Jutsu im TVB

Bilder von DAN (Meister) Prüfungen unserer

Trainer

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Lehrgang Mai 2009 in unserer alten Halle

DAN Träger

Kyu Träger


Bei einer TVB Aufführung

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Wir möchten hiermit abschließend allen Leuten danken, die uns diesen Sport ermöglichen

und zum Ablauf dieses Sportes unersetzlich sind, in erster Linie dem

Vorstand des TVB, dem „Oberturnwart“, dem Hallenwart sowie allen unseren Trainern

und – nicht zu vergessen – den Schülern selbst, die immer zahlreich und motiviert

am Trainingsbetrieb teilnehmen.

Nicht zuletzt gratulieren wir dem TVB herzlich zum 100jährigen „Geburtstag“ und

wünschen ihm und damit uns alles Gute für die Zukunft!

Mit sportlichen Grüßen

SK Eddy Mundorf & Thomas Jacob

Gruppenbild mit anschließend schönem Ausklang

In eigener Sache:

Ich möchte mich noch einmal besonders bei dem Trainer-Team bedanken für den geleisteten

Einsatz und die erreichte Qualität. Ich bin sehr stolz auf Euch!

Unserem Autor Thomas möchte ich noch mal besonders danken, da er nicht nur auf der Matte

unheimlichen Einsatz und Qualität bringt, sondern auch noch zusätzlich durch seine sehr

guten Fach- Artikel, Berichte oder Reden auffällt. Durch diese gute Präsentation haben wir

weitere Interessenten gefunden und an unserem Sport begeistert, sodass einige zwischenzeitlich

unserer Gruppe beigetreten sind. Danke!

Liebe Sportsfreunde, Euch und Euren Familien bzw. Partnern besten Dank für die Unterstützung

und den Einsatz unsere Philosophie immer wieder mit Leben zu erfüllen.

Danke Eddy

129


Die Jugendgruppe der Abteilung Ju-Jutsu/ Goshin-Jitsu

Seit gut fünfeinhalb Jahren besteht nun schon die Jugendgruppe der Abteilung Ju-

Jutsu/ Goshin-Jitsu des TV Bergheim/ Sieg. Aus der ursprünglich überschaubaren

Gruppe von vier Sportlern ist seitdem ein tragendes Standbein der Abteilung geworden.

Zusammen mit den neuen JuJu-Kids bildet die Jugend die sichere Zukunft des

Ju-Jutsu im Verein. Und diese Zukunft sieht vielversprechend aus.

In der Jugend wird seit Jahren das altbewährte Trainingskonzept der „Großmeister“

der Abteilung, Eddy Mundorf und unseres unvergessenen Meisters Gerd Brodesser,

gepflegt. Gleichzeitig bringt die nächste Trainergeneration aber auch neue Impulse

und Ideen mit ins Training. So verbindet sich hier das Bewährte von früher mit dem

Innovativen von heute. Zusammen mit der hervorragenden Stimmung unter den

Jugendlichen, die auch die Trainer immer wieder begeistert und weiter motiviert, ist

dies ein Garant für anhaltenden Spaß und hervorragende Leistung auf der Matte.

Der Erfolg dieser Mischung kann sich sehen lassen, sowohl in sportlicher Hinsicht,

als auch in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Heranwachsenden.

Gerade in diesen Jahren zeigt sich der positive Einfluss der “Werte der Budosportarten“,

welche über das Ju-Jutsu-Training im TV Bergheim/ Sieg vermittelt werden.

So werden aus jungen Menschen sportlich-aktive, selbstbewusste und aufmerksame

Persönlichkeiten.

Zuletzt konnten die Jugendlichen mit ihrer Vorführung beim Bunten Rasen 2009

das Publikum begeistern. Hier lieferten sie eine eindrucksvolle Probe ihres technischen

Könnens ab und zeigten zudem, dass sie dieses auch in einer publikumsansprechenden

Choreographie verpacken können.

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Die JuJu-Kids des TV Bergheim/ Sieg

Im März 2009 rief die Abteilung Ju-Jutsu/ Goshin-Jitsu des TV Bergheim/ Sieg eine

neue Kindergruppe ins Leben. Damit wurde endlich auf die zahlreichen Nachfragen

der letzten Jahre reagiert, auch der Zielgruppe der 8- bis 12-Jährigen ein Ju-Jutsu-

Training anzubieten.

Natürlich musste man an diese Zielgruppe anders herangehen, als es die Abteilungspolitik

bisher mit ihrer Jugend und den Erwachsenen so erfolgreich getan hatte.

Vor allem Spiel, viel Spaß und die Schulung grundmotorischer Fähigkeiten stehen

bis heute im Vordergrund der Übungsstunden. Und natürlich soll das „Training“

das Interesse am Ju-Jutsu-Sport wecken und Lust auf später machen. Mit diesem

Konzept ging man also Anfang März an die Arbeit. Die Leitung der neuen Gruppe

wurde Fabian Bendlow, dem Jugendtrainer der Abteilung, übertragen. Um mit den

„Kleinen“ fertig zu werden, holte dieser sich zwei langjährige Schüler der Jugendgruppe

zur Hilfe. Johannes Stern und Johannes Groß stehen seitdem mit viel Motivation

und Spaß mit auf der Matte um das Handwerk eines Ju-Jutsu-Trainers an

vorderster Front zu erlernen. Somit wächst in der Kindergruppe also nicht nur die

nächste Generation an Ju-Jutsuka heran, sondern auch die nächste Trainerriege.

Mittlerweile haben die JuJu-Kids des TV Bergheim/ Sieg eine stabile Anzahl von ca.

25 Kids erreicht und durften sich beim Bunten Rasen 2009 mit einer kleinen Vorführung

sogar schon der Öffentlichkeit präsentieren. Als nächstes Highlight steht

dann die erste Ju-Jutsu Prüfung der JuJu-Kids im Dezember 2009 an.

Fabian Bendlow

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Leichtathletik / Sportabzeichen

Übungsstunden

Gemischt (Willi Buschmann, Erika Enders)

Mai - September: Mi 15.30-17.30 Uhr, Siegauenhalle

Jugend (Willi Buschmann, Erika Enders)

Oktober - April: Mi 15-17 Uhr, Siegauenhalle

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Eine lange Tradition

Wie sehr abhängig sportliches Engagement von den äußeren Umständen ist, wurde

im Jahre 2008 besonders deutlich. Da fehlten plötzlich in Bergheim alle Möglichkeiten

für ein ordnungsgemäßes Leichtathletik-Training, weil mit der Sanierung

des Sportplatzes "Am Krausacker" zwar ein neuer Kunstrasen gelegt wurde, aber

gleichzeitig die Laufbahnen und Sprunggruben verschwanden. Die Folge: weite

Anfahrten zu auswärtigen Plätzen. Und das Ergebnis: hatten im Jahre 2007 noch 41

Kinder das Kinder-Sportabzeichen erworben, waren es 2008 nur mehr 25 Kinder

und Jugendliche.

Ob das im Sinne des Erfinders war? Wohl kaum. Das meint auch unser Ortsvorsteher

Karl-Heinz Stocksiefen. Er setzt sich dafür ein, dass zumindest eine 100-m

Laufstrecke, ein Kugelstoß-Ring und eine Sprunggrube am alten Sportplatz an der

Bergstraße eingerichtet werden.

Schon seit über 30 Jahren wird im TVB im Sommer wie im Winter für den jährlichen

Erwerb des Deutschen Sportabzeichens trainiert. Im Winter in der Halle, im Sommer

auf dem Sportplatz und im Freibad.

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Die Anforderungen sind je nach Alter unterschiedlich. Geprüft werden

1. die allgemeine Schwimm-Fähigkeit. Um 200 m absolvieren zu können hat man

beispielsweise als 18-jähriger Mann sechs Minuten Zeit, als ebenso junge Frau

noch eine Minute mehr. Ist man über 75 Jahre alt, kann man sich 11 Minuten

(Männer) oder 12:30 Minuten (Frauen) Zeit lassen;

2. die Sprungfähigkeit, die anhand eines Hoch- oder Weitsprunges (oder eines geräteturnerischen

Sprunges) nachzuweisen ist;

3. die Schnelligkeit. Hier sind Kurzstreckenläufe zwischen 50 m und 1.000 m gefordert

(alternativ: Radfahren oder Inline-Skating);

4. die Schnellkraft, eine Kombination aus verschiedenen motorischen Fertigkeiten,

um beispielsweise den Stoß einer Kugel oder den Wurf eines Schleuderballs

möglichst optimal ausführen zu können;

5. die Ausdauer. Wer nicht regelmäßig läuft oder walkt, sollte für diese Gruppe viel

Vorbereitungszeit investieren. Gelaufen werden müssen mindestens 3.000 m bei

den Männern bzw. 2.000 m bei den Frauen. Alternativ kann man 20 km Radfahren,

10 km Skaten oder Ski-Langlaufen, 1.000 m Schwimmen oder im höheren

Alter auch 10 km Wandern wählen. Ebenso sind Kegeln/Bowling, Rudern, Kanufahren

und eine längere Strecke im Eislaufen als Ausdauer-Test möglich.

Im TV Bergheim erwarben im Jahre 2008 das Deutsche Schüler-Sportabzeichen:

Zum ersten Mal (Bronze):

• Anika Paffhausen

• Julian Bach

• Maya Luca Olschewski

• Melanie Roller

• Anina Heuermann

• Jakob Finke

• Andre Humbach

• Elisabeth Ochsner

• Juliana Burggraf

Zum zweiten Mal (Silber):

• Lara Olschewski

• Saskia Pfeil

• Lea Schiemann

• Peter Fikl

• Leon Kraschewski

• Wiebke Blechinger

• Nina Dahlkamp

• Tim Semmler

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• Kai Semmler

• Julia Dahlkamp

Zum dritten Mal (Gold):

• Felix Lösing

• Richard Schmidt

• Jasmin Humbach

Zum vierten Mal (Gold):

• Josefine Weiß

• Saskia Enders

Das Deutsche Sportabzeichen:

• Erika Enders zum dritten Mal (Silber)

• Burkhard Stirner zum elften Mal (Gold)

• Eberhard Müller zum 16. Mal (Gold)

• Ulrich Scheib zum 18. Mal (Gold)

• Gerd Trapmann zum 21. Mal (Gold)

• Jochen Köster zum 23. Mal (Gold)

• Ekkehard Metzner

ebenso wie Wilhelm Buschmann zum 40. Mal (Gold).

Die Erwachsenen erwarben zugleich - auf heimischem Bergheimer Boden - das

Bayerische Sport-Leistungsabzeichen und das Österreichische Sport- und Turnabzeichen

hinzu, und zwar jeweils in goldener Ausführung. Wie das deutsche Pendant

sind sie Nachweise für überdurchschnittliche Leistungen in puncto Schwimmen,

Grundschnelligkeit, Kraft und Ausdauer.

Willi Buschmann

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Rhönrad-Turnen

Übungsstunden

Kinder gemischt ab 6 J. (Ellen Redeker, Nadja Krell)

Mo 16.30 - 18 Uhr, Turnhalle Markusstraße

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Da wird einem doch bestimmt schwindelig!

Wer seinen Alltag schon immer mal auf den Kopf stellen und alles aus einem anderen

Blickwinkel sehen wollte oder wer einfach etwas neues ausprobieren möchte, der

ist bei uns genau richtig. Man steigt in das Rad ein, steckt seine Füße in die Lederbindungen,

die Hände fassen fest an die Griffe - und schon kann es losgehen. Natürlich

geht es dann auch ganz schön rund. Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber man "rollt"

nicht nur so vor sich hin, sondern es gibt verschiedene Disziplinen:

Geradeturnen: Das Rhönrad rollt auf beiden Reifen, meist zwei Umdrehungen hin

und her. Turner/innen machen während der Umdrehungen gymnastische Übungen

im Zentrum oder auch für einige Phasen außerhalb des Rades.

Spiralturnen: Das Rhönrad rollt nur auf einem Reifen - wie eine Münze auf dem

Boden. Die Aktiven turnen verschiedene Übungen innerhalb des Rades, kippen es

von einem auf den anderen Reifen und zeigen große und kleine Neigungswinkel.

Sprung: Hierbei setzen die Turner das Rhönrad von außen in Bewegung und springen

über das rollende Rad.

Partnerturnen: Zwei Turner/-innen turnen gleichzeitig im selben Rad.

Synchronturnen: Man turnt in verschiedenen Rädern dieselben Übungsteile, die

Disziplin gibt es nur im Geradeturnen.

Mieke Moog, Birgit Pöttgen

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Das Rhönrad im TV Bergheim

Im Oktober 1994 gründen Sandra und Eckhard Lüpfert die Rhönradabteilung. Beide

waren aktive Turner, jetzt sind sie junge Eltern und möchten die Faszination des

Turnens mit den zwei Stahlrohrreifen weitergeben.

1994 – Schon im Dezember 1994 nehmen drei junge Bergheimerinnen, Carina Steinberg,

Birgit Pöttgen und Nike Feshareki, am Bensberger Aufbaupokal-Wettkampf

teil und belegen gute Plätze. Zusätzlich zu den drei vorhandenen Rhönrädern in

Größen von 1,35 m - 2,20 m werden fünf weitere Räder angeschafft.

1996 – Im Februar 1996 organisiert die Rhönradabteilung in der Turnhalle Markusstraße

den 3. Gauwettkampf Rhein- Sieg. Das Turnen in der eigenen Halle beflügelt

zu hervorragenden Leistungen. In der Gruppe L 6 (15-18 Jahre) belegen Stella Kersting

den 1., Caroline Jansen den 6., Kristine Petersen den 8. Platz. In den Gruppen L

5a und 5b (10-14 Jahre) erreichen Sabine Krieger den 1., Birgit Pöttgen den 2., Nike

Feshareki den 4. Platz, bzw. Carina Steinberg den 1. und Maren Müller den 4. Platz.

Der Verein kauft vier weitere Räder, und ein Helferlehrgang wird durchgeführt. Sandra

Lüpfert und Ellen Redeker (als Helferin) trainieren jetzt montags 23 Kinder und

dienstags 20 Jugendliche. Zusätzlich findet alle14 Tage samstags das Wettkampftraining

und ein Training für interessierte Erwachsene statt.

1997 – Sandra und Eckhard Lüpfert ziehen aus beruflichen Gründen nach Spanien.

Miriam Kaufmann vom TV Bensberg übernimmt das Training. Als Helferinnen

stehen ihr Birgit Pöttgen und Kristine Petersen zur Seite, die beide zu dieser Zeit

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die Trainer C-Ausbildung im Rhönradturnen machen. Birgit und Nike belegen bei

der Deutschen Paarturnmeisterschaft in Zwickau den 8. Platz mit einer Partnerkür

auf Musik.

1998 – Sechs Turnerinnen verleben eine Woche im Turnfesttrubel des Deutschen

Turnfestes in München. Birgit Pöttgen belegt beim Pokalwettkampf von 64 Teilnehmerinnen

den 3. Platz. Alle turnen bei der Abschlussfeier im Olympiastadion mit.

1999 – Beim 10. Kettwig- Cup in Essen treffen sich alle Vereine des Rheinlandes.

Von 62 Teilnehmerinnen belegen Birgit Pöttgen den 1. und Carina Steinberg den

2. Platz, auch Marieke Moog, Sarah Eichenauer und Helena Flenner erreichen gute

Platzierungen. Im Juli 1999 nehmen vier Turnerinnen, sowie Miriam Kaufmann als

Trainerin und die Mutter Uschi Moog gemeinsam mit 60 anderen Teilnehmern aus

ganz Deutschland an der Welt- Gymnaestrada in Göteborg in Schweden teil. Kurz

darauf flattert die Einladung zum Qualifikationswettkampf für den Deutschland

Cup ins Haus. Miriam, Birgit und Carina fahren nach Geislingen bei Stuttgart. Birgit

Pöttgen behält die Nerven und turnt eine fehlerlose und mit Schwierigkeiten gespickte

Kür. Sie wird Deutsche Meisterin 1999 (L 6 w). Beim "Bunten Rasen" 2001

präsentiert sie den Bergheimern ihre Wettkampfkür.

2002-2009 – Die jugendlichen Turnerinnen beenden 2002 ihre Schulzeit und leider

auch ihre aktive Zeit im Verein. Sie beginnen mit Ausbildung oder Studium. Mit

Sabine André als Helferin übernehme ich, jetzt im Besitz der ÜL C- Lizenz, das

Rhönradtraining. Bis heute erleben viele junge Mädchen und einige Jungen viel Spaß

und Freude beim Rhönradturnen. Jedes Jahr zeigen sie beim Bunten Rasen ihre

gesteigerten Leistungen und ihr Können vor begeistertem Publikum. Dabei finden

sich immer wieder neue Interessenten, die vom Rhönradvirus erfasst werden und in

unsere Trainingsstunden kommen. Seit Sommer 2008 unterstützt mich Nadja Krell

tatkräftig als Helferin.

Neugierig geworden? Dann kommt doch mal vorbei.

Ellen Redeker

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Tischtennis

Übungsstunden

Schüler ab 6 J. (Jens Bauer)

Mo 18-19.30 Uhr, Markusstraße

Jugend ab 10 J. (Karl-Heinz Rohweder)

Mi 17.30-19.30 Uhr, Markusstraße

Jugend ab 10 J. (Denis Schulte)

Fr 18-19.30 Uhr, Markusstraße

Trainingsgruppe Jugend (Karl-Heinz Rohweder)

Sa. 15-17 Uhr, Markusstraße

Erwachsene (Karl-Heinz Rohweder)

Mo 19.30-22 Uhr, Markusstraße

Erwachsene (Karl-Heinz Rohweder)

Mi 19.30-22 Uhr, Markusstraße

Erwachsene (Karl-Heinz Rohweder)

Fr 19.30-22 Uhr, Markusstraße

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25 kurzweilige Jahre

25 Jahre sind seit dem letzten Jubiläumsbericht vergangen. 25 überwiegend erfolgreiche

Jahre für die Tischtennisabteilung - doch beinahe wäre es gar nicht dazu gekommen.

Denn obwohl die 1.Herrenmannschaft 1987 erstmals in der Vereinsgeschichte in die

Bezirksklasse aufstieg, stand die Abteilung plötzlich ohne Fachwart da. Ein Scherbenhaufen.

Ein geregelter Spielbetrieb war nicht mehr möglich. Viele Spieler verließen

den Verein.

Den Neuanfang leiteten im Jahr 1988 in erster Linie Dieter Groen und Hermann

Geyer ein, die gemeinsam die Abteilungsleitung übernahmen. Kurz darauf wurde

wieder eine Herrenmannschaft für die Meisterschaftsspiele gemeldet. Auch die ersten

Jugendlichen begeisterten sich für unseren Sport, so dass auch hier um Punkte

gespielt werden konnte.

Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Sowohl die erste Jugendmannschaft

als auch die erste Herrenmannschaft stiegen in der Saison 1989/90 aus der dritten

Kreisklasse auf. Als die Herrenmannschaft in der Saison 1992/93 die 1. Kreisklasse

erreicht hatte, kehrten die ersten Spieler zurück, die Jahre zuvor dem TV Bergheim

den Rücken gekehrt hatten.

Darüber hinaus meldeten sich zunehmend Interessenten aus anderen Vereinen, die

für den TV Bergheim spielen wollten. So kam es, dass zehn Jahre nach Wiederauf-

141


nahme des Spielbetriebes 1998 eine Damenmannschaft, vier Herrenmannschaften

und eine Schülermannschaft an den Meisterschaftsspielen teilnahmen. Fachwart der

Abteilung war zu dieser Zeit Karl-Heinz Rohweder. Er sollte es bis in die Gegenwart

bleiben.

Die Spielzeit 1998/99 wurde die bis dahin erfolgreichste seit dem Bestehen der Abteilung:

sechs Pokalerfolge in verschiedenen Klassen, zwei Meisterschaften und der

Aufstieg der 1. Herrenmannschaft in die Bezirksklasse waren die Ausbeute.

Eine Saison später wurde zwar „lediglich“ die Titelverteidigung des Pokalsieges der

Damen gefeiert, aber die Organisation des Spielbetriebes hatte die Abteilungsleitung

vor eine neue Herausforderung gestellt, da zehn Mannschaften (einmal Damen-,

viermal Herren-, dreimal Jugend- und zweimal Schülermannschaften) gemeldet werden

konnten.

In der Saison 2000/01 stiegen gleich drei

Herrenmannschaften auf. Hervorzuheben

ist die Aufholjagd der vierten Mannschaft,

die die Hinrunde als Tabellensiebter abschloss,

am Saisonende aber Vizemeister

wurde und somit aufstieg. Darüber hinaus

gelangte die zweite Herrenmannschaft

in die höchste Liga des Kreises, und die

erste beendete ihre Saison in der Bezirksklasse

ohne Punktverlust und feierte den

Aufstieg in die Bezirksliga. Diese Liga war jedoch nur Durchgangsstation, da der

direkte Aufstieg in die Landesliga gelang und somit der Verein in der Saison 2001/02

erstmals auf Verbandsebene vertreten war.

Nicht minder erfolgreich waren die folgenden Spielzeiten: Die Damen konnten sich

über den Aufstieg in die Bezirksklasse freuen und wurden ebenso wie die zweite Herrenmannschaft

WTTV-Pokalsieger auf Kreisebene. Der zweiten Herrenmannschaft

gelang nach einer Aufholjagd in der Rückrunde der Wiederaufstieg in die Kreisliga,

während die dritte Herrenmannschaft souverän in die 1. Kreisklasse aufstieg.

Die bedeutendsten Erfolge feierte die Abteilung 2004/05. Verstärkt durch drei Spieler

aus der Umgebung gelang der ersten

Herrenmannschaft der Aufstieg in die

Verbandsliga (5. Liga). Ein Höhepunkt

dieser Saison war das Spiel gegen den

ärgsten Verfolger, die TTG St. Augustin,

das in heimischer Halle annährend 150

Zuschauer verfolgten. Ein weiteres Highlight

war der Gewinn des WTTV-Pokals

auf Verbandsebene, welcher zugleich die

Teilnahme an der Deutschen Pokalmeisterschaft

bedeutete. Hier schlug man sich

142


hervorragend und unterlag erst im Viertelfinale dem späteren Sieger. Nicht unerwähnt

soll auch der Aufstieg der zweiten Herrenmannschaft in die Bezirksklasse

bleiben; sie schaffte in der darauffolgenden Saison den direkten Aufstieg in die Bezirksliga.

Außerdem gelangte die vierte Herrenmannschaft erstmalig in die 1. Kreisklasse.

In der Saison 2006/07 stieg die dritte

Herrenmannschaft in die Kreisliga auf

und die erste Herrenmannschaft aus der

Verbandsliga ab.

Die Saison 2007/08 war für die Abteilung

zum einen mit der Meisterschaft

der ersten Herrenmannschaft und dem

damit verbundenen Wiederaufstieg in die

Verbandsliga recht erfolgreich. Schlechter

schnitten die zweite, dritte und vierte

Herrenmannschaften ab, die jeweils als

Tabellenletzte abstiegen.

Da einige Spieler den Verein verlassen haben und kein adäquater Ersatz gefunden

werden konnte, spielen die erste Herrenmannschaft wie auch die Damenmannschaft

in der laufenden Saison jeweils in der Bezirksklasse, während die übrigen Mannschaften

auf Kreisebene verbleiben. In der ersten Herrenmannschaft haben sich

derzeit vier (von sechs) Spielern aus der eigenen Jugend erfolgreich integriert.

Neben den Mannschaftserfolgen wurden im Laufe der Jahre viele Platzierungen auf

Kreis- und Bezirksmeisterschaften sowie bei Turnieren in Einzel- und Doppelkonkurrenzen

erreicht. Sie alle aufzuzählen würde den Rahmen dieser Übersicht sprengen.

Neben dem Sportlichen kommt in der Abteilung das Gesellige nicht zu kurz. Auf

Training und Rundenspiele folgen regelmäßig gemütliche Abende. Am Wechsel der

Stammkneipen lässt sich die Historie der Bergheimer Gastwirtschaften ablesen:

Lamp, dann beim Griechen, bei Weis und Boss. Diverse Freundschaftsspiele wurden

ausgetragen – vorwiegend gegen die neuen Vereine weggezogener Spieler. Grillabende

gehörten genauso zum Veranstaltungskalender wie Poker- und Skatturniere.

Auch andere Sportarten haben wir probiert, teil erfolgreich, teils verbesserungswürdig:

Fußball, Kegeln, Bowling, Volleyball, Minigolf...

Unvergessen sind die zahlreichen Mannschafts- und Abteilungsfahrten. Kaum ein

Ferienpark der näheren Umgebung war vor der Abteilung sicher. Auch so mancher

Weinort an der Mosel erlebte durch unsere Weinproben einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Legendär sind die Fahrten zum Münchner Oktoberfest und in die Skihalle

Neuss sowie die Schiffstouren auf dem Rhein.

Man mag meinen, 25 Jahre seien eine lange Zeit. Zusammen mit den gleichgesinnten

Sportfreunden der Tischtennisabteilung vergingen sie aber wie im Fluge.

Markus Steffler

143


Turnen und Spielen

Übungsstunden

siehe Unterabteilungen

144


Eltern-Kind-Turnen (erste Laufschritte bis etwa 4 Jahre)

Übungsstunden

Eltern-Kind (Sandra Müller)

Mo 9.30-11 Uhr, Mehrzweckhalle Müllekoven

Eltern-Kind (Sandra Müller)

Fr 9-10.15 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Eltern-Kind (Sandra Müller)

Fr 10.15-11.30 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

„Wenn ich morgens früh aufsteh',

und dann auf die Uhrzeit seh',

weiß ich, 's fängt gleich wieder an,

und alle haben Spaß daran …“

Ja, so sieht es aus. Alle fangen gemeinsam

an. Wir bauen und schieben, singen

und klettern, rennen und hüpfen, spielen

Pferdchen und sortieren Bälle, krabbeln

durch Tunnel und steigen auf Berge wie

Zwerge, schaukeln und wippen, schleichen

wie Katzen und bellen wie Hunde,

stampfen wie Elefanten und quieken wie

Mäuse, sind laut und leise und gehen auf

Weltraumreise, machen mal ein kleines

Päuschen und sind dann wieder startklar

für die nächsten Abenteuer. Am Ende

wird schnell aufgeräumt, damit wir den

Zug nicht verpassen :).

Und zum Schluss gibt es einen dicken

Kuss bis zum nächsten Mal, wenn es wieder

heißt „Herschau’n Hallo …“.

Allen Eltern (Begleitpersonen) und Kindern

möchte ich danken für die bisherige

schöne Zeit. Ich freue mich auf weiterhin

viel Spaß miteinander.

Sandra Müller

145


Eltern-Kind - Turnzwerge ganz groß

Übungsstunden

Eltern-Kind (Christina Stehr)

Mi 16.15-17.30 Uhr, Markusstraße

Die Eltern-Kind-Gruppe an den Mittwochnachmittagen

ist neu. Sie entstand

im Juni 2008 neben den schon seit langem

bestehenden Vormittagsgruppen,

nachdem von Eltern ein Bedarf auch für

den Nachmittag signalisiert worden war.

Zu Beginn waren wir gerade mal fünf

Kinder, mittlerweile ist die Gruppe auf

25 Kinder angewachsen.

Kinder haben von sich aus einen ausgeprägten

Bewegungsdrang. Daher richtet

sich dieser Kurs an Kinder ab den ersten Laufschritten bis zu etwa vier Jahren. In

dieser Lebenszeit finden wichtige Persönlichkeitsentwicklungen statt. Die Kinder

146


werden zu den Übungsstunden von Mutter und/oder Vater und/oder Großeltern

begleitet. Zusammen mit ihren Begleitpersonen und anderen Familien lernen sie

somit die Vielfalt des Kinderturnens kennen.

Die gemeinsamen Übungen dienen der Prägung des Verhältnisses und des Vertrauens

zwischen Kindern und ihrer Begleitpersonen.

Im Mittelpunkt stehen Bewegungsabläufe wie Klettern, Balancieren, Schaukeln,

Schwingen, Rutschen, Springen oder Rennen.

Durch das Wahrnehmen ihres eigenen Körpers beim Springen oder Balancieren und

selbständiges Erlernen einfacher körperlicher

Fähigkeiten wird zudem das Selbstbewusstsein der Kinder positiv beeinflusst. Spielerisch,

mit und ohne Materialien oder Geräten, werden die Motorik und die Koordination

von Abläufen trainiert – vom Fingerspiel zum Bewegungslied, von kleinen

Spielen bis hin zum Erkunden von "Bewegungslandschaften".

Jede Übungsstunde ist in Abschnitte gegliedert.

Sie beginnt mit einem Liederkreis

(Begrüßungslied und Bewegungslieder).

Der Kreis bezeichnet den gemeinsamen

Anfang, er stärkt das Gemeinschaftsgefühl

der Gruppe und er dient zum Aufwärmen.

Im zweiten Abschnitt haben Eltern

und Kinder viel Spaß beim gemeinsamen

Sichbewegen und Ausprobieren der Bewegungslandschaft.

Kurze Unterbrechungen

durch gemeinsames Laufen oder ein

Spiel mit Musik, durch kleine Lieder oder Rückenstreichelgeschichten lockern diesen

Teil auf. Die Stunde endet wieder im Kreis: mit Finger- und Bewegungsspielen und

einem Abschlusslied. Auch beim Abbauen der Bewegungslandschaften helfen die

Eltern mit, so bleibt mehr Zeit für das Wichtigste der Stunde, das Turnen mit den

Kindern! Hierfür ein herzliches Dankeschön.

Spielerisch erfahren also die Kinder vielfältige Möglichkeiten ihres Körpereinsatzes.

Ebenso tragen rhythmische Elemente und Sinnesübungen zu einer gesteigerten

Körperwahrnehmung bei. Nutzen sie als Eltern die Möglichkeit, ihrem Kind Spaß

und Freude beim gemeinsamen Turnen mit Gleichaltrigen zu geben. Schauen Sie

mal vorbei. Wir freuen uns auf Sie.

Christina Stehr

147


Komm mit ins Abenteuerland Turnhalle, Kleinkinder ab 3 Jahre

Übungsstunden

Kleinkinder gemischt 3-6 J. (Christina Stehr, Irmgard Schreiner)

Mo 16.30 bis 18 Uhr, Siegauenhalle

Kleinkinder 3-6 J. (Christina Stehr, Michaela Czyborra)

Mi 15.15-16.15 Uhr, Markusstraße

Kleinkinder Kinder 3-6 J. (Christina Stehr, Michaela Czyborra)

Fr 15-16 Uhr, Markusstraße

148

Kinder brauchen Spielräume, in denen sie

ihre Fähigkeiten testen und ihre Grenzen

entdecken können. Kinderturnen heißt

für uns Erwachsene Bewegung - jedoch

Spiel und Spaß heißt es für die Kinder.

Die Turnhalle soll für sie ein Ort sein, an

dem sie erstmals ohne Eltern (nach einer

Eingewöhnungszeit von 3 bis 4 Stunden)

ungehindert ihre Bewegungserfahrungen

machen können. Etwas „ohne Mama und

Papa“ auszuprobieren und trotzdem jemanden

zu haben der aufpasst, stellt für

viele eine völlig neue, reizvolle Erfahrung

dar.

In den Turnstunden steht der Spaß an der

Bewegung an erster Stelle. Ob mal große

oder mal kleine Geräteaufbauten, die

Kinder lassen immer ihrem Bewegungsdrang

freien Lauf. Sie üben sich im Hüpfen,

Kriechen, Springen, Balancieren, im

Vorwärts- und Rückwärtslaufen. Die Rolle

vorwärts und der Handstand werden

mit ebenso viel Freude geturnt wie auch

ein einfacher Sprung vom hohen Kasten.

Kleine Spiele zwischendurch lockern die

Turnstunde auf und regen die Phantasie

der Kinder an.

Bewegung ist in der heutigen Zeit etwas

sehr Wichtiges. Neben den verschiedenen

Gerätelandschaften, die die Kinder erst


einmal durch Klettern, Hüpfen und Kriechen

erkunden können, steht auch Bewegung

durch Aufwärme– und Abschlussspiele

auf dem „Programm“. Wichtig

ist uns die Schulung des Gleichgewichts

durch Balancieren und das gemeinsame

Spielen, Turnen und Toben mit Gleichaltrigen.

Bei Spiel und Sport lernt jedes Kind seinen

Körper und seine Grenzen kennen,

erweitert seine motorischen Fähigkeiten

und erlernt durch die Gemeinschaft soziale

Kompetenz. Es stehen für die Kinder

auch immer wieder neue Mutproben

auf dem „Programm“ z. B. das Klettern

an der Sprossenwand, auf Leitern und

schiefen Ebenen oder das Springen vom

hohen Kasten. Die Kinder erleben und

erfassen die verschiedenen Eigenschaften der einzelnen Geräte und deren Wirkung

auf den eigenen Körper. Hierdurch werden die Koordination, das Risikoempfinden,

aber auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten geschult.

149


150


Wir bemühen uns, in der Turnhalle dafür das geeignete Umfeld zu schaffen: die

innere Bereitschaft, das Vertrauen in die betreuenden Menschen und das Freisein

von Angst. Das Schöne an diesen Stunden ist jedoch nicht nur die Bewegungsfreude

der Kinder mitzuerleben, sondern auch ihre Entwicklungsschritte zu beobachten.

In den Jahren, in denen wir die Kinder ein Stück begleiten dürfen, sehen wir ihre

Fortschritte nicht nur im motorischen Bereich, sondern insbesondere auch im emotionalen

(Selbstvertrauen gewinnen, Ängste abbauen, verlieren können) und sozialen

Sektor (Regeln einhalten, aufeinander Rücksicht nehmen, Gemeinschaftssinn).

Ist Ihr Kind immer in Aktion und geht „über Tische und Bänke“? Schicken Sie es zu

uns, damit es sich auspowern kann. Wir freuen uns, wenn noch viele Kinder einfach

mal vorbeischauen.

Christina Stehr

151


Bewegungsförderung für Mädchen ab 5 Jahren

Übungsstunden

Mädchen ab 5 J. (Irmgard Schreiner, Camilla Rödder)

Di 15-16.30 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

In der heutigen Zeit haben Kinder wenig Möglichkeiten, grundlegende Körper- und

Bewegungserfahrungen zu sammeln. PC und Spielkonsolen lenken ab und schränken

den Bewegungstrieb ein. Kinder

haben aber grundsätzlich das Bedürfnis

sich auszutoben.

In unseren Gruppen trainieren wir deshalb

spielerisch verpackt Koordination,

Kondition, Kraft- und Ausdauerfähigkeiten

sowie die allgemeine Entwicklung

der Beweglichkeit. Von A wie Akrobatik

bis Z wie Zirkeltraining reicht das Programm.

152


Zum Stundenverlauf gehören auch Gymnastik, Turnen an Geräten, Entspannungsübungen

und viele Spiele: Ballspiele, Wahrnehmungsspiele, Reaktionsspiele, Kreisspiele,

Ruhespiele, Spiele mit und ohne Materialien, Staffelspiele, aber auch Spiele

ohne Gewinner und Verlierer.

Im Vordergrund steht immer der Spaß an der Bewegung. Sehr gern beteiligen wir

uns auch an den Aktionen Dorfrallye, Kinderolympiade und Bunter Rasen.

Irmgard Schreiner

153


Bewegungsförderung für Mädchen ab 5 Jahren

Übungsstunden

Mädchen ab 5 J. (Kerstin Weber, Lena Bösl)

Mi 15-17 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

In der Pipi Langstrumpf Gruppe treffen wir uns mittwochs in der Turnhalle auf

dem Paul Schürmann Platz. Wir, das sind Kerstin Weber, Lena Bösl und Mädels

zwischen fünf und sieben Jahren.

Am Anfang der Stunde wärmen wir uns erst einmal auf, meistens durch Übungen

mit Tüchern oder Bällen. Anschließend wird oft ein Geräteparcours aufgebaut. Mit

Rollbrettern fahren wir Eisenbahn oder machen Geschicklichkeitsspiele. Das ist

lustig, für den einen einfach, für den anderen schon mal anstrengend. Macht aber

immer viel Spaß.

Danach sind meistens alle erhitzt und geschlaucht und brauchen eine Pause. Zusammen

helfen wir beim Abbau der Geräte und des Parcours. Auch dabei haben wir viel

Spaß, wenn z.B. alle emsig wie die Ameisen die Matten tragen. Aber wir beeilen uns,

denn gleich fängt das heißersehnte zehnminütige Picknick auf den Mattentürmen

an. Da werden Wasser oder Apfelschorle getrunken und Obst oder Kekse gegessen,

damit man gestärkt die zweite Phase beginnen kann.

154


In der zweiten Hälfte der Turnstunde spielen wir z. B. Hexe, Hexe was kochst du

heute, Schiffe versenken, Hase im Kohl und viele andere schönen Spiele. Dann machen

wir noch ein Abschlussspiel, und meist warten dann schon die Eltern vor der

Türe, um ihre erschöpften, aber zufriedenen Mädels abzuholen.

Kerstin Weber

155


Bewegungsförderung für Mädchen ab 5 Jahren

Übungsstunden

Mädchen ab 5J. (Erika Enders, Frederike Reiz, Malin Meisenburg, Saskia Enders)

Fr 15.30-17 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Spaß, Freude und niemals Langeweile haben, das ist unser Motto!

Zu Beginn der Stunde kann sich jedes Mädchen mit Reifen, Seilchen, Stepp–Stones,

Ball und Wackelteller beschäftigen. Dann werden Geräteparcours mit unterschiedlichen

Schwierigkeitsgraden aufgebaut, die reihum gemeistert werden. So manches

Mädchen ist erstaunt, was es schafft. Spiele dürfen natürlich nicht fehlen! Am beliebtesten

sind „Der Speck ist weg!“ und „Feuer, Wasser, Sturm, Dracula...“.

Die spielerische Art der Durchführung verkleinert die Hemmschwelle. Das Selbstvertrauen

wächst. Die Kinder lernen miteinander zu turnen, sich gegenseitig zu

helfen und Probleme gemeinsam zu lösen. Kontaktängste werden abgebaut und

Freundschaften geknüpft.

Mit dem Lied: „Wir wünschen uns ein schönes Wochenende“ verabschieden wir uns

und freuen uns auf die nächste Turnstunde.

Erika Enders

156


Rope Skipping für Mädchen und Jungen

Übungsstunden

Jungen und Mädchen (Erika Enders, Martina Schell-Schwadorf, Nadja

Krell)

Mo 15-16.30, Markusstraße

Rope Skipping kennt eigentlich jeder, allerdings unter anderem Namen: Seilchenspringen.

Vor mehr als 30 Jahren startete in den USA die „Herz-Stiftung“ eine

Kampagne zur Eindämmung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Seilspringen war

die ideale Therapie, weil es den gesamten Körper trainiert und Ausdauer, Kraft,

Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination fördert. Sprungseile wurden neu entwickelt.

Neue Sprünge wurden erfunden. Sie heißen Easy, Double under, Double

Dutch, Backward, Can Can, Joker, Criss Cross, Turn around, On tour oder Swinger

- um nur einige zu nennen. Im Grunde ist es das Gleiche wie Seilspringen, aber nicht

dasselbe: eben schneller, mit anderen Seilen, anderen Sprüngen und mit Musik.

Es ist faszinierend zu beobachten, wie schnell die Kinder neue Sprünge erlernen

und selbst schwierigste Sprungvarianten innerhalb kürzester Zeit „erspringen“. Eine

Kostprobe ihres Könnens zeigten die Mädchen beim „Bunten Rasen 2007“. Zu

fetziger „Can Can“-Musik wurde eine in nur vier Wochen einstudierte Choreografie

157


gesprungen. Beim Jugendevent im September 2008 in der Siegauenhalle war unsere

Rope Skipping-Gruppe mit einem Workshop vertreten. Unsere Mädels erarbeiteten

im Laufe des Tages einen „Seiltanz“ und stellten ihn dem interessierten Publikum

vor. Die ZuschauerInnen waren begeistert.

An diesem Tag haben wir beschlossen, unserer Gruppe einen Namen zu geben. Die

Mädchen haben ihn ausgewählt. Seitdem sind wir „Die hüpfenden Frösche“ und

trainieren fleißig für den nächsten Auftritt.

Zu Beginn jeder Stunde wird Gymnastik gemacht, denn Aufwärmen muss sein.

Rope Skipping ist nicht nur für Mädchen sondern gleichermaßen für Jungen geeignet.

Deswegen laden wir besonders Euch zur Teilnahme ein.

158

Martina Schell-Schwadorf


Ballspiele ab fünf Jahren "Wilde Kerle"

Übungsstunden

Jungen ab 5 J. (Erika Enders)

Di 15-16.30 Markusstraße

Die liebsten Spiele unserer Gruppe sind Hallenhockey, Wespenball und Schuhball.

Aber auch neue Ballspiele wie Kegelvölkerball oder Turmball wecken Neugier und

begeistern. Spannend ist es, die unterschiedlichen Schwierigkeiten eines Geräteparcours

zu überwinden oder in kleinen Wettkämpfen mit Klettern, Springen und

Balancieren zu bestehen. Selbst Hochsprung und Ringe werden interessant.

So werden auf spielerische Art Ausdauer, Zusammenhalt, Kameradschaft und Fairness

vermittelt. Langweilig wird es nie. Bei den "Wilden Kerle" heißt es: Spaß haben

und sich auspowern!

Erika Enders

159


Turnen für Jungen ab fünf Jahren

Übungsstunden

Jungen ab 5 J. (Willi Buschmann, Erika Enders, Kornelius Schulte-Kellinghaus)

Fr 14-15.30 Uhr, Paul-Schürmann-Platz

Hurra, wir haben jetzt fünf dicke Weichbodenmatten. Nun können wir unsere „Berge“

noch höher schichten. Riesige Parcours werden aufgebaut, die man mit viel

Körpereinsatz bewältigen muss. Es wird balanciert, gesprungen, gekrabbelt und gelaufen.

Ziel ist es, die Motorik der Kinder zu fördern, Hemmschwellen abzubauen und

das Selbstvertrauen zu fördern. Dies erreichen wir durch abwechslungsreiches und

Neugier weckendes Turnen. Mit Steppstones zum Beispiel üben wir das Gleichgewicht

halten, und so manches Turngerät verlangt Mut, Kraft und Ausdauer. Wer uns

kennen lernen möchte kann gern zu einer Schnupperstunde mal vorbei schauen, wir

freuen uns darauf.

Erika Enders

160


Spiel, Spaß und Geräteturnen ab 6 Jahren für Jungen und Mädchen

Übungsstunden

Turnen für Jungen und Mädchen ab 6 J. (Christina Stehr, Michaela Czyborra)

Fr 16-17 Uhr, Markusstraße

Alarmierende Schlagzeilen wie „Ständig wachsendes Übergewicht“ und „zunehmender

Bewegungsmangel“ bei unseren Kindern sind immer häufiger zu lesen.

Mit dem Kinderturnen als der motorischen Grundlagenausbildung für Kinder

möchten wir den Kindern zahlreiche Bewegungs- und Erfahrungsmöglichkeiten

bieten, die sie für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung benötigen.

Nach der motorischen Frühförderung kommt es jetzt darauf an, die Fähigkeiten zu

vertiefen und Fertigkeiten wie Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Wahrnehmungsgenauigkeit

zu schulen.

Die Kinder entwickeln ihre Feinmotorik weiter, bauen ein noch größeres Körperbewusstsein

auf und schulen ihre sozialen Fähigkeiten in der Auseinandersetzung mit

anderen Kindern und den Übungsleitern.

161


Dem natürlichen Bewegungsdrang muss erst recht in dieser Phase ein weiter Raum

gegeben werden.

In unseren Übungsstunden steht neben einem intensiven Aufwärmen (Gymnastik,

Laufen, Wettspiel etc.) und Abschlussspielen (Fangen, Mannschaftsspiele etc.) das

Geräteturnen mit im Vordergrund. Hierbei kommt es uns nicht auf „Leistung“ an,

162


sondern wir möchten, dass die Kinder die Geräte mit ihren vielfältigen Übungsmöglichkeiten

kennen lernen und erste Erfahrungen im Bereich Geräteturnen sammeln

können.

Da wir die Übungsstunden auch als Ausgleich zur Schule sehen, dürfen Spaß und

Spiel natürlich nicht zu kurz kommen.

Freude an Bewegung und das Sammeln vielfältiger Bewegungserfahrungen stehen

im Vordergrund dieses Angebotes. Durch ein abwechslungsreiches Spiel- und Bewegungsangebot

erfolgt die Ausbildung, Schulung und Verbesserung der konditionellen

Fähigkeiten wie Ausdauer, Beweglichkeit, Aktions- und Reaktionsschnelligkeit

und eine vielseitige Kräftigung für die gesamte Muskulatur. Die Kinder erhalten die

Möglichkeit grundlegende soziale Erfahrungen in der Gruppe (z.B. Wetteifern, sich

Messen) zu sammeln.

Turnen macht nicht nur Spaß, es ist auch wichtig um die Konzentration und die

Lernfähigkeit zu steigern. Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten werden hierbei

ebenfalls erlernt und vertieft.

Auch in dieser Stunde macht es uns immer sehr viel Spaß die Kinder zu begleiten

und ihre Fortschritte zu beobachten.

Wir würden uns sehr freuen noch weitere Mitstreiter begrüßen zu dürfen.

Christina Stehr

163


Volleyball

Übungsstunden

Volleyball Mixed ab 18 Jahren (Reinhard Frost)

Di 20-22 Siegauenhalle

164


40 Jahre Volleyball im TV Bergheim

Die Anfänge

Winter 1968/69: In Bergheim wohnten seinerzeit die Brüder Hans und Walter Markert,

beide Studenten und bei Helios Köln aktive Zweitligavolleyballer. Sie brachten

den neuen Sport als Trainer nach Bergheim. Weitere Initiatoren waren Hartmut Engels

als erster Volleyball-Fachwart und Siegfried Klingshirn. An dieser Stelle sei dem

damaligen Oberturnwart Wilhelm Buschmann besonderer Dank gewidmet. Schon

damals setzte er sich für innovative Wege in dem auf Tradition bedachten Turnverein

ein und unterstützte die neu geschaffene Sparte.

Schnell taten sich eine Gruppe Turner, einige ehemalige Fußballer des SV Bergheim

sowie interessierte junge Leute zusammen, um die technisch schwierige Sportart

Volleyball zu erlernen. Die Anmeldung beim Volleyballverband erfolgte im Frühjahr

1969, als erster Verein überhaupt im damaligen rechtsrheinischen Siegkreis. Die erste

Meisterschaftssaison startete im Herbst 1969 mit Ausnahmegenehmigung für die

Nutzung der viel zu kleinen Halle am Paul-Schürmann-Platz. Der erste Sieg gelang

am letzten Spieltag.

In den Folgejahren etablierte sich die Mannschaft in der Bezirksklasse, zu dieser

Zeit unterste Spielklasse im Volleyball-Verband. Aktiv waren u. a. Helmut Giese,

Siegfried Klingshirn, Ulrich Oschem, Dieter Scholing und Heiner Droste; bis in die

heutige Zeit hinein haben sie die Vorstandsarbeit des TV Bergheim entscheidend

mitgeprägt.

Olympia 1972 in München und der Boom

Die Teilnahme der deutschen Volleyballmannschaft an der Olympiade und die Übertragung

von mitreißenden Spielen lösten einen ungeahnten Boom im deutschen

Volleyball aus. Nahezu jeder größere Sportverein gründete eine Volleyballabteilung,

es entstanden in kurzer Zeit Spielklassenstrukturen wie im Fußball. Auch der TV

Bergheim verzeichnete einen entsprechenden Zulauf und richtete eine zweite Herrenmannschaft

ein.

Diese aus 17 bis 20 Jahre alten Spielern bestehende neue Mannschaft startete

1973/74 in der Kreisliga und belegte vor dem letzten Spieltag Platz zwei. Gegner

am letzten Spieltag war der Spitzenreiter BSV Roleber, der überraschend eine Woche

vorher sein erstes Spiel verlor und nun punktgleich mit Bergheim in die letzte Runde

ging. In einem dramatischen Spiel bei einem völlig überforderten Schiedsrichter und

einem 0:2 Satzrückstand konnte der TV Bergheim das Blatt noch wenden und am

31.03.1974 die erste Meisterschaft nach Bergheim holen.

Mit der Meisterschaft verbunden war der Aufstieg der II. Mannschaft in die Bezirksklasse

zur dort spielenden I. Mannschaft. Gleich am ersten Spieltag kam es zum lang

ersehnten Aufeinandertreffen beider Teams: Die jungen Wilden fertigten die alten

Herren klar mit 3:0 ab.

165


Kreisliga-Meister 1973/1974

Trainer Walter Markert, Reinhard Frost, Herbert Schneider, Willi Schmitz, Manfred Hergersberg,

Werner Grommes, Herbert Röhnisch, Peter Rondorf, Rudi Stelter

In den Folgejahren konnte die junge Truppe unter ihrem Spielertrainer Walter Markert

bis in die Bezirksliga aufsteigen. Zusätzlich wurde eine dritte Herrenmannschaft

geschaffen.

Zu Beginn der 70er Jahre bestand zeitweise auch eine Damenmannschaft, die jedoch

bald wieder aufgelöst wurde. Erfolgreicher war einige Jahre später ein Neustart der

Damen, trainiert von eigenen Kräften wie Rudi Stelter, Albert Wollersheim und später

Reinhard Frost. Gespielt wurde als A-Jugendmannschaft auf Verbandsebene und

parallel dazu in Senioren-Meisterschaftsrunden. Dort gelang den Mädels 1977 der

Aufstieg in die Bezirksklasse.

TV Bergheim international

Schon in den früheren 70er Jahren knüpften die Volleyballer Kontakte zu den in

Spich angesiedelten belgischen Militärangehörigen und zu Mannschaften in Holland.

Wir richteten „internationale Troisdorfer Stadtmeisterschaften“ unter Beteiligung

ausländischer Gäste aus und besuchten über Jahre hin Turniere in den angrenzenden

Nachbarländern. Eine große Anzahl Pokale zierte die Vereinsgaststätte Weis.

Der weiteste Weg führte einmal an die belgische Kanalküste in die Nähe von Antwerpen.

Allerdings war die Mannschaft nicht vollzählig und musste auf einen mitge-

166


Erfolgreiche Damenmannschaft 1978

Trainer R. Frost, Walli Grommes, Martina Thelen, Beate Klöfer, Elisabeth Zass, Claudia

Breuer, Elke Peters, Claudia Dölger, Birgitt Miesen, Hannis Grommes

Auszeit

Taktische Anweisungen des Trainers; rechts Mannschaftsführerin Elke Peters

167


eisten Fan zurückgreifen, der in Zivilklamotten sein erstes Spiel für den TVB machte.

Schon vor dem Frühstück waren wir ausgeschieden; Trostpreis war eine Kachel

mit Emblem des Ausrichters. Der Begeisterung tat dies jedoch keinen Abbruch.

Eine weitere nette Begebenheit trug sich in Luxemburg zu: Die Plakate im Zielort

kündeten von einer großen sportlichen Veranstaltung: Acht Teilnehmer waren aufgelistet,

darunter Aris Luxemburg, US Amsterdam, Servette Genf, Nationalteam

Saudi Arabien und TV Bergheim. Des Rätsels Lösung zeigte sich am Turniertag:

Durch einen Meldefehler war die Mannschaft des TVB der höchsten Leistungsklasse

zugeteilt. Doch das Team schlug sich sensationell. Mit einem Vorrundensieg

und einer glücklichen Tabellenkonstellation erreichten wir sogar das Halbfinale und

wurden achtbarer Vierter.

168

Kreispokalsieger und Rekordmeister 1981

Hubert Stehmans, Reinhard Frost, Georg Brungs,

Norbert Bellinghausen, Herbert Röhnisch, Walter Markert,

Johannes Mehlem, Fred Brodesser, Albert Wollersheim, Rudi Stelter


Die 80er Jahre - Erfolge und Rückschritte

Aus der Bezirksliga mussten die Bergheimer Herren 1979 nach nur einjähriger Zugehörigkeit

wieder absteigen. Es sollte der einzige reguläre Abstieg in der 40-jährigen

Abteilungsgeschichte bleiben. Freiwillig gab man 1980 nochmals eine Klasse

auf, um die drei Herrenmannschaften neu zu formieren und einen Neubeginn zu

starten. Das Spieljahr 1980/81 wurde dann zum erfolgreichsten Jahr der Volleyballer.

Die III. Mannschaft spielte in der II. Kreisklasse, die zweite wurde Meister in

der I. Kreisklasse und die erste Mannschaft ungeschlagen mit 44:0 Punkten Meister

in der Kreisliga. Ein Rekord für die Ewigkeit, da in der Folgezeit die Staffeln auf

Kreisebene hinsichtlich der Anzahl teilnehmender Mannschaften deutlich reduziert

wurden. Im gleichen Jahr wurde das Team zusätzlich Kreispokalsieger und konnte

dabei fünf höherklassige Teams hinter sich lassen.

Dann machten sich jedoch die begrenzten Möglichkeiten in Bergheim bemerkbar.

Es fehlte an Nachwuchs und Hallenkapazitäten. Die Schulzentren in den benachbarten

Orten Sieglar, Troisdorf und später auch Mondorf erhielten moderne Mehrfachhallen

und boten den dort ansässigen Vereinen wesentlich bessere strukturelle

Grundlagen. Dies führte letztlich zum Weggang des einen oder anderen Bergheimer

Stammspielers. Auch Walter Markert verließ den Verein, nachdem er schon lange

nicht mehr in Bergheim wohnte.

Mit zwei Herrenmannschaften nahm der TVB in den Folgejahren mit wechselndem

Erfolg an den Meisterschaftsrunden teil. 1988 konnte noch einmal ein zweiter Platz

in der Bezirksklasse erreicht werden. Das Aufstiegspiel gegen den FSB Bonn ging

knapp mit 14:16 im Entscheidungssatz verloren. Im gleichen Jahr konnten wir sowohl

in Troisdorf, wie auch mit einem Teil des Teams in Niederkassel Stadtmeister

werden.

Die „Legende Bergheim“ in den 90er Jahren

1989 löste sich die in der Bezirksklasse spielende erste Herrenmannschaft auf. Neu

formiert hatte sich eine zweite Mannschaft, deren Stamm sich im wesentlichen aus

der 1974er Meistermannschaft zusammensetzte. Inzwischen in die Jahre gekommen,

wurde das Team Kreisklassenmeister und spielte ab 1990 als alleiniger Bergheimer

Vertreter im Volleyball-Verband. Es folgten drei Kreisligameisterschaften hintereinander;

aufsteigen wollte man nicht mehr, hatten doch Familie und Beruf eindeutig

Vorrang vor dem Sport. Die in den achtziger Jahren abgewanderten Spieler kehrten

zurück, so dass noch lange eine schlagkräftige Truppe zusammen blieb.

Die Gegner, meist Nachwuchsteams der größeren Vereine aus dem Kreisgebiet,

wurden mit Routine und Geschick zur Verzweiflung gebracht. Schiedsrichter hatten

angesichts des Erfahrungsschatzes von vornherein einen schweren Stand. Nach dritten

und vierten Plätzen in den Folgejahren beschloss man 1997, sich aus den Meisterschaftsrunden

zurückzuziehen. Der älteste Spieler war 59 Jahre alt geworden, das

Durchschnittsalter der Truppe lag bei über 45 Jahren. Als Tabellenvierter ging es

1997 in den letzten Spieltag. Zu Gast hatten wir die beiden Tabellennachbarn. Beide

169


Herren 2008 nach einem Freundschaftsspiel

Reinhard Frost, Otmar Andrée, Herbert Schneider, Manfred Hergersberg, Werner Grommes,

Dietrich Berndt, Herbert Röhnisch, Johannes Mehlem

wurden mit 3:0 abgefertigt, so dass zum Abschluss noch einmal ein dritter Platz zu

Buche stand, der zum Aufstieg in die Bezirksklasse gereicht hätte. Vom Aufstiegsrecht

profitierte der TuS Mondorf.

Volleyball 2009

Wie hat sich der Sport verändert: Volleyball ist nicht mehr „in“, andere Trendsportarten

gewinnen die Oberhand. Die Strukturen im Verbandsspielbetrieb haben sich

fast auf den Stand Anfang der 70er Jahre zurückgebildet. Bezirksklasse ist weitgehend

unterste Spielklasse. Daran hat auch die nach 1972 erstmalige Teilnahme der

deutschen Volleyball-Herren bei Olympia in Peking nicht viel geändert. In den deutschen

Medien war von Volleyball nicht viel zu sehen.

Seit vielen Jahren gewinnt der Hobbyspielbetrieb, organisiert auf Kreisebene, deutlich

an Zulauf. So nahm auch der TV Bergheim mit einer Mixed- Mannschaft seit

Mitte der achtziger Jahre am Spielbetrieb teil. 1995/96 schloss man eine Spielgemeinschaft

mit der SpVgg Lülsdorf/Ranzel und startete einige Jahre unter der Bezeichnung

„BeLüRa“. Aufstiege bis zur höchsten Leistungsklasse wurden erreicht.

170


Aber auch diese Mannschaft löste sich wieder auf, vereinigte sich 2001 mit dem

verbliebenen Rest der alten Herren und bildet bis zur heutigen Zeit eine reine Trainingsgruppe.

Zu besonderen Anlässen, wie Jubiläen oder Einladungen befreundeter Vereine, tritt

auch die frühere Herrenmannschaft noch in Erscheinung. Sie können es immer

noch: Seit 1997 ist „die Legende“ unbesiegt...

Reinhard Frost

Einspielen

Nach dem Abpfiff. Von hinten: Johannes Mehlem, Birgitt Frost (Miesen), Manfred Hergersberg,

Dietrich Berndt, Werner Grommes, Herbert Schneider.

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Walking / Nordic Walking

Übungsstunden

Walking gemischt (Monika Mues)

Mo 18 Uhr, April-Okt. Sportplatz Bergstraße,

Nov.-März Markusstraße

Nordic-Walking gemischt (Hannelore Hermanski)

Do 18 Uhr, Treffpunkt wie bei Walking

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Trimm-Trab ins Grüne

Der „Trimm-Trab ins Grüne“ begann vor über 30 Jahren mit dem damals weit über

Bergheim hinaus bekannten und beliebten Volkslauf in unseren herrlichen Sieg-

Auen. Traditionell wird er vom TV Bergheim jährlich zum Saisonbeginn veranstaltet.

Manche nutzen ihn als erstes Freilufttraining für den Erwerb des Deutschen

Sportabzeichens.

Kinder aller Jahrgangsstufen, sogar solche, die von einer stolzen Mama flott im Kinderwagen

bewegt werden, Jugendliche, Erwachsene, darunter auch Vertreter der

„Alte-Herren-Abteilung“ und ortsfremde Läufer folgen der Einladung des Deutschen

Leichtathletik-Verbandes zum „Run-Up“, wie es heute heißt.

Diese Breitensport-Aktion zu Beginn der Lauf- und Walking- Saison soll dazu beitragen,

dass immer mehr Menschen aller Altersgruppen Spaß an Bewegung in der

freien Natur finden und dann möglichst dauerhaft regelmäßig Ausdauersport betreiben.

Die Aufgabe besteht darin, mindestens eine Stunde in Bewegung zu bleiben

– sei es laufend, trabend, zwischendurch auch gehend und Atemgymnastik treibend,

dann wieder joggend – und auf diese Weise drei, fünf oder auch mehr Kilometer zurückzulegen.

Am Ende der Veranstaltung erhalten alle Teilnehmer einen bronzenen

Erinnerungs-Taler, die "Run up Medaille".

Jochen Köster

(Nordic-) Walking

Walking stammt aus den USA. Man kann es "gebremstes Jogging" nennen. Geschult

werden dabei Koordination, Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer. Der

untrainierte Walker und Nordic-Walker sollte darauf achten, dass sein Puls nicht

über 130 Schläge in der Minute steigt. Beim Walken bleibt ein Fuß immer am Boden,

und die Knie werden gut ausgestreckt. Die Füße sollen von der Ferse her vollständig

abrollen, die Arme gleichmäßig gegengleich mitschwingen.

Beim Nordic-Walken wenden wir die Alpa-Technik an, eine Kraftübung mit Stöcken:

aufrechter Gang, langer Arm, flacher Stock, angepasster Schritt. Es ist 40-

50 Prozent effektiver als Walking ohne Stöcke. Nordic-Walking trainiert die aerobe

Ausdauer, kräftigt die Oberkörpermuskulatur und löst Muskelverspannungen im

Schulter- und Nackenbereich. Es verbessert die Herz-Kreislaufleistung und entlastet

den Bewegungsapparat. Daher ist es besonders gut geeignet für Personen mit Knie-

oder Rückenproblemen. Außerdem steigert es den Kalorienverbrauch (Vergleich:

Walking 280 kcal/h, Nordic-Walking 400 kcal/h).

Im TV Bergheim/Sieg wurde vor 20 Jahren der Lauftreff ins Leben gerufen, vom

Leichtathletik-Verband Nordrhein wurden wir für diese langjährige Mitgliedschaft

sogar ausgezeichnet. Als die "Trendsportart" Walking aufkam, wurde sie in das Vereinsprogramm

aufgenommen. Und 2004 wurde die neu gegründete Gruppe Nor-

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dic-Walking ein fester Bestandteil des Outdoorsports im TVB.

Anfangs waren wir eine kleine Gruppe; sie ist allmählich zu einer größeren Gemeinschaft

gewachsen. Für Einsteiger sind wir jederzeit offen, und für Interessenten bieten

wir Nordic Walking Kurse an. Alle von uns sind in den Sommermonaten in den

Sieg- Niederungen, in den Wintermonaten auf der "Balkanroute" unterwegs. Manche

beteiligen sich an besonderen Veranstaltungen: am Halbmarathon im Walking

in Bregenz (Dreiländereck), am Kölnmarathon, am Walking-Day in Gelsenkirchen

oder am Weihnachtslauf in Mondorf. Traditionell geworden ist unser Grillfest am

alten Sportplatz im Sommer, und am Ende jeder Saison fehlt nicht die Weihnachtsfeier.

Hannelore Hermanski

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Wandern

Übungsstunden

Die Wanderungen finden gewöhnlich samstags statt. Treffpunkt

ist jeweils um 13 Uhr am Paul-Schürmann-Platz. Am Freitag,

dem 16. Oktober 2009 ist ab 9 Uhr eine Ganztagswanderung

vorgesehen. Im November und Dezember wird nicht gewandert.

Die Termine für 2010 werden beim Jahresabschlusstreffen

im Januar bekannt gegeben.

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Die Wandergruppe im TV-Bergheim

Die Wandergruppe bildete sich im Herbst 1972 auf Anregung von Lorenz Pilger.

Nach langen Gesprächen mit Heinrich Brodeßer erklärte sich dieser bereit, die

Gruppe zu führen. Die erste Wanderung führte im November 1972 ins Siebengebirge.

Ca. 30 Personen wanderten von Oberdollendorf zum Kloster Heisterbach,

weiter zum Weilberg, Stenzelberg und Petersberg. Zum Abend kehrte die Gruppe

durchnässt und hungrig in die Bauernschänke in Oberdollendorf zum Schlachtfest

ein. Satt und müde fuhren wir nach Bergheim zurück .

Das war der Anfang!

In den Jahren danach führte uns unser Wanderführer Heinrich einmal im Monat in

die nähere und weitere Umgebung. Bei jeder Burg erklärte er uns die Besitzverhältnisse

der Geschlechter seit dem Mittelalter und früher und wer mit wem und warum

verheiratet oder auch nicht war. In jeder von uns besuchten Kirche wusste er die

Daten der Grundsteinlegung und die Beziehungen zu Klöstern und Bischöfen. Sein

Wissen ist unerschöpflich. Diese Erläuterungen vermissen wir nun sehr.

Herrliche Wochenendfahrten kamen hinzu: Frühjahr 1973 zur Jugendherberge nach

Freusburg (Siegerland), 1974 nach Berleburg und Latzbruch, 1975 nach Manderscheid,

1976 nach Kürten. 1978 fand die erste Wanderfahrt zur „Dicken Eiche“ nach

Hauenstein im Pfälzer Wald statt. 1979 ging es in das Haus der Aachener Turngemeinde

in der Finsterau im Vichtbachtal bei Zweifall/Eifel. 1981 stand zum zweiten

Mal Hauenstein im Pfälzer Wald auf dem Programm. Mancher wird sich noch an die

unvergessliche „unruhige“ Nacht im Männerschlafsaal erinnern! 1983 war wieder die

Finsterau im Vichtbachtal an der Reihe, 1986 fuhren wir nach Nieder-Heckenbach,

und im Jahre 1988 zur Sauerlandhütte bei Kirchhunden. Mit dabei war auch diesmal

Fredys obligatorischer „Bienenstich“!

Im September 1989 feierte die Wandergruppe den 60. Geburtstag von Heinrich

Brodeßer und den 70. Geburtstag von Josef Feuser, dem stillen Organisator, gemeinsam

im Garten von Heinrich. Es wurde gegessen, getrunken, gesungen, Gedichte

vorgetragen und gelacht, so dass es an diesem Abend sehr spät wurde. Wir

alle denken noch sehr gerne an diese vergnügten Stunden.

Im April 1990 und Mai 1993 verbrachten wir ein Wanderwochenende im Westerwald

im Jugendheim Niedermühlen (mit Hallenbad) bei Flammersfeld. Anfang Juni 1991

war das Jugend- und Familienerholungsheim „Naturfreundehaus Berg“ in Berg bei

Altenahr das Ziel für unsere Wochenendwanderungen.

Unvergesslich sind die Tageswanderungen zur „Teufelslay“, auf dem Rotweinwanderweg

und zur Nikolauswanderung nach Dernau 1993.

Am Samstag, dem 22. November 1997, feierte unsere Wandergruppe ihr 25jähriges

Bestehen mit einem gemütlichen Abend in der Gaststätte Boss bei Carmen Nagel.

Zur Erinnerung an die erste Wanderung gab es als „Festtagsessen“ Schlachtplatte

bzw. Eisbein! An diesem Abend hielt Fredy Sell einen Diavortrag über 25 Jahre Wandern

in der Wandergruppe des TV Bergheim.

Im Jahre 2004 übergab Heinrich Brodeßer nach 32 Jahren Wanderführer aus Alters-

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gründen den Wanderstab an Eberhard Müller und Alfred (Fredy) Sell.

36 Jahre besteht nun die Wandergruppe, die Teilnehmer wechselten, aber ein „harter

Kern“ geht jeden Monat weiter „auf Strecke“. Die Länge der Wanderstrecken

sind dem fortgeschrittenen Alter der Gruppe angepasst. Wir freuen uns über jede

Verstärkung! Besonderer Anreiz: seit einiger Zeit wird bei den Wanderungen ein

„Einkehrschwung“ durchgeführt.

Fredy Sell, Eberhard Müller

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Der Siegburger Wald im Herbst


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Yoga

Übungsstunden

Die Kurse von Birgit Folgmann finden in der Schulzeit statt,

jeweils dienstags von 17.30 bis 18.45 Uhr in der Turnhalle der

Siegauenschule. Der Einstieg ist immer nach den Schulferien

möglich. Mitzubringen sind bequeme Kleidung, warme Socken

und evtl. eine Decke oder ein flaches Kissen für den Kopf. Gebühren

6 € je Abend, für TVB-Mitglieder 4 €. Bitte vorher anmelden

unter 0228-451100.

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Für wen ist Yoga?

Für alle Menschen, die etwas Gutes für sich tun wollen und Interesse an diesem

Jahrtausende alten, ursprünglich aus Indien stammenden Übungsweg haben. Was

wird geübt? Yoga umfasst zunächst sanfte Körperübungen, die achtsam ausgeführt

werden. Sie sind heute angepasst an die Beweglichkeit und Kraft des Durchschnittsmenschen

und können in der Schwierigkeit langsam gesteigert werden. Ein tiefer

Atem führt zu Entspannung und Wohlbefinden. Eine kurze Meditation verbessert

die Konzentration und fördert die Berührung mit sich selbst.

Seit Sommer 2006 gibt es beim TV Bergheim wieder einen (Hatha-)Yoga-Kurs. Für

gut eine Stunde können die Teilnehmenden sich vom Alltagsgeschehen zurückziehen,

um ganz auf ihren Körper zu hören. Gemeinsam werden für sie passende

Positionen (Asanas) geübt, nicht der spektakuläre Kopfstand, sondern Haltungen

wie Held(in), Kobra, Hund, Krokodil, Diamant, großes Siegel, Baum. Sie werden

fließend eingenommen. Unnötige Spannungen lösen sich und die Muskulatur wird

gekräftigt. Im Mittelpunkt steht der Rücken, d.h. die Aufrichtung der Wirbelsäule.

Der Atem wird bewusst wahrgenommen. Er bestimmt den Rhythmus der Bewegungen.

Die Übenden lernen immer vollständig auszuatmen. So kann jede Zelle neu mit

Sauerstoff versorgt werden. Durch die Lenkung des Atems (Pranayama) und eine

kurze Stille-Phase können die uns stetig begleitenden Gedanken und Gefühlsimpulse

mehr und mehr zur Ruhe kommen.

Eine tiefe Wirkung der Übungen beruht auf ihrer achtsamen, konzentrierten Ausführung.

Man lernt sich selbst besser kennen, leistet einen Beitrag zur eigenen Gesundheit

und kann neue Kraft für den Alltag schöpfen.

Birgit Folgmann

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Alle Angebote des Turnvereins Bergheim/Sieg

Aerobic

Body Workout Kogej

Montag, 18.00-19.00h Paul-Schürmann-Platz

Step Aerobic (Fortgeschrittene) Kogej

Montag, 19.00-20.00h Paul-Schürmann-Platz

Body Workout Kogej

Dienstag 18.00-19.00h Paul-Schürmann-Platz

Step Aerobic (Anfänger) Utzerath

Dienstag 19.00-20.00h Paul-Schürmann-Platz

Step Aerobic (Mittelstufe) Kogej

Mittwoch 19.00-20.00h Paul-Schürmann-Platz

Body Workout Kogej

Mittwoch 20.00-21.00h Paul-Schürmann-Platz

Body Workout Utzerath

Donnerstag 19.00-20.00h Paul-Schürmann-Platz

Step Aerobic (Fortgeschrittene) Kogej

1./3./5. Samstag 11.00-12.30h Paul-Schürmann-Platz

Body Workout Utzerath

2./4. Samstag 11.00-12.30h Paul-Schürmann-Platz

Badminton

Jugend (ab 5 Jahre) Buschmann

Dienstag 16.30-18.00h Markusstraße

Gemischt (ab 16 Jahre) Buschmann/Rödder

Dienstag 20.00-22.00h Markusstraße

Gemischt (ab 16 Jahre) Buschmann

Sonntag 9.00-12.00h Markusstraße

Basketball

Männer (ab 16 Jahre) Schell

Mittwoch 20.30-22.00h Siegauenhalle

Männer (ab 16 Jahre) Schell

Freitag 17.00-18.00h Siegauenhalle

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Gymnastik

Seniorinnen (ab 60 Jahre) Odenthal

Mittwoch 17.00-18.00h Paul-Schürmann-Platz

Frauen (ab 40 Jahre) Plener

Mittwoch 14.00-15.00h Markusstraße

Frauen (ab 40 Jahre) Hilbert

Mittwoch 19.00-20.30h Siegauenhalle

Männer (ab 50 Jahre) Pützstück

Donnerstag 20.00-22.00h Paul-Schürmann-Platz

Männer (ab 50 Jahre) Buschmann

Donnerstag 20.00-22.00h Markusstraße

Wirbelsäule (Gemischt)* Odenthal

Montag 9.30-10.30h Siegauenhalle

Wirbelsäule (Gemischt)* Odenthal

Mittwoch 18.00-19.00h Paul-Schürmann-Platz

Wirbelsäule (Gemischt)* Camp

Donnerstag 16.30-17.30h Paul-Schürmann-Platz

Wirbelsäule (Gemischt)* Camp

Donnerstag 17.45-18.45h Paul-Schürmann-Platz

Funktionsgymnastik Schönberg

Dienstag 19.00-20.00h Siegauenhalle

Funktionsgymnastik Willems

Donnerstag 17.30-19.00h Siegauenhalle

Stretching Mundorf

Montag 20.15-22.00h Paul-Schürmann-Platz

Ju-Jutsu

Ju-Ju Kids (6-12 Jahre) Bendlow

Samstag 14.00-15.30h Paul-Schürmann-Platz

Jugend (ab 12 Jahre) Bendlow

Montag 16.00-18.00h Paul-Schürmann-Platz

Jugend (ab 12 Jahre) Bendlow

Freitag 17.00-19.00h Paul-Schürmann-Platz

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Ju-Jutsu (Fortsetzung)

Erwachsene Rudolph/Jacob

Dienstag 20.00-22.00h Paul-Schürmann-Platz

Erwachsene Werner/Jacob

Freitag 19.00-22.00h Paul-Schürmann-Platz

Erwachsene Mundorf/Jacob/Schmidt

Sonntag 10.00-12.00h Paul-Schürmann-Platz

Leichtathletik / Sportabzeichen

Gemischt (Mai-September) Buschmann/Enders

Mittwoch 15.30-17.30h Siegauenhalle

Jugend (Oktober-April) Buschmann/Enders

Mittwoch 15.00-17.00h Siegauenhalle

Rhönradturnen

Gemischt (ab 6 Jahre) Redeker/Krell

Montag 16.30-18.00h Markusstraße

Tischtennis

Schüler (ab 6 Jahre) Bauer

Montag 18.00-19.30h Markusstraße

Jugend (ab 10 Jahre) Rohweder

Mittwoch 17.30-19.30h Markusstraße

Jugend (ab 10 Jahre) Schulte

Freitag 18.00-19.30h Markusstraße

Jugend Trainingsgruppe Rohweder

Samstag 15.00-17.00h Markusstraße

Erwachsene Rohweder

Montag 19.30-22.00h Markusstraße

Erwachsene Rohweder

Mittwoch 19.30-22.00h Markusstraße

Erwachsene Rohweder

Freitag 19.30-22.00h Markusstraße

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Turnen & Spiel

Eltern und Kind Müller

Montag 9.30-11.00h MZH Müllekoven

Eltern und Kind Müller

Freitag 9.00-10.15h Paul-Schürmann-Platz

Eltern und Kind Müller

Freitag 10.15-11.30h Paul-Schürmann-Platz

Eltern und Kind Stehr

Mittwoch 16.15-17.30h Markusstraße

Kleinkinder (3-6 Jahre) Stehr/Schreiner

Montag 16.30-18.00h Siegauenhalle

Kleinkinder (3-6 Jahre) Stehr/Czyborra

Mittwoch 15.15-16.15h Markusstraße

Kleinkinder (3-6 Jahre) Stehr/Czyborra

Freitag 15.00-16.00h Markusstraße

Bewegungsförderung (Mädchen ab 5 Jahre) Schreiner

Dienstag 15.00-16.30h Paul-Schürmann-Platz

Bewegungsförderung (Mädchen ab 5 Jahre) Weber/Bösl

Mittwoch 15.00-17.00h Paul-Schürmann-Platz

Bewegungsförderung (Mädchen ab 5 Jahre) Enders

Freitag 15.30-17.00h Paul-Schürmann-Platz

Rope Skipping Enders/Schell-Schwadorf

Montag 15.00-16.30h Markusstraße

Ballspiele (Jungen ab 5 Jahre) Enders

Dienstag 15.00-16.30h Markusstraße

Turnen Jungen (ab 5 Jahre) Buschmann/Enders

Freitag 14.00-15.30h Paul-Schürmann-Platz

Turnen Gemischt (ab 6 Jahre) Stehr/Czyborra

Freitag 16.00-17.00h Markusstraße

Volleyball

Mixed (ab 18 Jahre) Frost

Dienstag 20.00-22.00h Siegauenhalle

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Walking / Nordic Walking

Walking Gemischt (April-Oktober) Mues

Montag 18.00h Sportplatz Bergstraße

Walking Gemischt (November-März) Mues

Montag 18.00h Markusstraße

Nordic Walking Gemischt (April-Oktober) Hermanski

Donnerstag 18.00h Sportplatz Bergstraße

Nordic Walking Gemischt (November-März) Hermanski

Donnerstag 18.00h Markusstraße

Wandern

Gemischt Müller

siehe Bericht der Abteilung

Yoga

Gemischt* Folgmann

Dienstag 17.15-18.30h Siegauenhalle

* Kursangebote: Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich, da eine Kursgebühr

erhoben wird. Mitglieder zahlen jedoch in der Regel eine deutlich geringere

Kursgebühr. Die Gebühr muss entweder vor Beginn des Kurses entrichtet werden

oder zur ersten Übungseinheit mitgebracht werden. Wenden sie sich bei Fragen

bitte an den zuständigen Fachwart oder direkt an den Übungsleiter.

186


Ein Dankeschön an „unsere Unverzichtbaren“

Wer alle Namen nachfolgender Liste zusammenzählt, kommt auf die stolze Zahl

von 55 Übungsleitern und Helfern. Und es gibt weitere, hier nicht namentlich aufgeführte

junge und alte Mitglieder, die auch ohne offizielle Beauftragung stets und

immer dann ansprechbar sind, wenn der Vorstand und der Verein Hilfe benötigen.

Wir wissen um die besondere Bedeutung all dieser Mitglieder für den täglichen

Übungsbetrieb in den Hallen und für das Vereinsleben. Wir nehmen gerne die Gelegenheit

wahr, aus dem besonderen Anlass des Vereinsjubiläums diesen engagierten

Frauen, Männern und Jugendlichen herzlich zu danken für ihren unverzichtbaren

Einsatz zum Wohle des Vereins.

Übungsleiterinnen und Übungsleiter

Der Vorstand

Bauer, Jens, geb. 1974 in Sieglar, Dipl.-Kaufmann, berät alle, die an den Steuergesetzen

verzweifeln. Seit Kindesbeinen beim TVB (Kinderturnen), ab 1989 Tischtennis:

Spieler in Ober- und Regionalliga, Jugendwart, Trainer, Sportwart; diverse

Turniersiege und Meisterschaften, 5. Platz bei den Deutschen Pokalmeisterschaften.

Pressewart des TVB, inaktives Mitglied des Junggesellenvereins Bergheim. Hobbys:

Fußball, Skilaufen, Golf, Kegeln, Reisen (bislang in zwölf Ländern), Feiern, Lesen,

Kochen, gutes Essen.

Brien, Petra, Jg. 1969, verheiratet, 2 Jungs, seit 2005 im TVB (Body Workout, Gymnastik).

Bewegungsförderung, Kleinkinderturnen, zur Zeit in Übungsleiterausbildung.

Czyborra, Michaela, Jg.1982, gelernte Zahnmedizinische Fachangestellte, hat eine

Tochter von 4 Jahren und ist glücklich vergeben, viele Jahre in Leichtathletik und

Badminton aktiv, zur Zeit in Übungsleiterausbildung (Lizenz C für Breitensport).

Czambor, Jennifer, Jg. 1990, Schülerin, hat von klein auf diverse sportliche Tätigkeiten

ausprobiert, ist dem Schwimmen treu geblieben, fährt gerne Fahrrad, Lieblingsreiseziel:

Thailand; Motto: „Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden,

kannst du etwas Schönes bauen!“

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Buschmann, Wilhelm, Jg. 1927, gefühlte 100 Jahre lang Oberturnwart im TVB bis

2002, ohne ihn geht wenig, mit ihm meistens alles. Seit 1971 Übungsleiter Turnen,

seit 1975 Leichtathletik-Kampfrichter, seit 1978 nimmt er die Prüfungen für das

Deutsche Sportabzeichen ab, er selbst hat das Goldene Sportabzeichen bisher 40mal

erworben. Er trainiert Badminton, Gymnastik, Leichtathletik, Geräteturnen.

Bendlow, Fabian, geb. 1981 in Bergisch-Gladbach, Dipl.-Biologe, Ju-Jutsu seit ca.

12 Jahren, Bezirksjugendvertreter Köln (NWJJV).

Camp, Karin, verheiratet, zwei Kinder, wohnt in Niederkassel, staatlich geprüfte

Gymnastiklehrerin, leitet seit 1998 Gymnastikkurse im TVB, Sport ist ihr Hobby.

Enders, Erika, geb. 1959 in Vilvoorde (Belgien), mit belgischer Mutter und deutschem

Vater, verheiratet mit einem Bergheimer, eine Tochter, seit 10 Jahren Übungsleiterin,

ab 2006 Oberturnwartin im TVB. Inhaberin zahlreicher Übungsleiterlizenzen,

Leistungsabzeichen und auch des Zertifikats „Gut drauf“ - was ihrem Motto

entspricht: nicht nur sportlich, sondern auch gesund durchs Leben zu gehen. Turnen

und Spielen, Leichtathletik / Sportabzeichen.

Folgmann, Birgit, geb. 1957 bei Bremen, wohnt seit 1993 mit Mann und Tochter

im sonnigen Bergheim, arbeitet als wissenschaftliche Angestellte für die Arzneimittelsicherheit,

ist Naturliebhaberin, wandert gerne (Sieg, Eifel) und genießt das Kanufahren,

besonders in Schweden. Übt Yoga seit 20 Jahren, über fünf Jahre hat sie

es gelernt und gibt es nun mit Freude weiter.

Frost, Reinhard, geb. 1953 in Bonn, Verwaltungsleiter beim Meinungsforschungsinstitut

„dimap“ (Bonn/Berlin), Volleyball-Urgestein im TVB seit Ende 1968. Ab

1974 Fachwart Volleyball, Übungsleiterlizenz seit 1975. Als Trainer des Damenteams

des TV Bergheim heiratete er 1981 die hübscheste Mitspielerin, zwei erwachsene

Kinder. Seit 2008 wieder Vorstandsmitglied im TVB. Tanzt begeistert mit Ehefrau

Birgitt in der Tanzsportabteilung der SpVgg. Lülsdorf / Ranzel.

Groß, Walter, Vertreter von Eddy Mundorf in der Stretching-Gymnastikgruppe.

Familienvater mit zwei Söhnen, braucht kein Geld für graue Strähnchen auszugeben.

Zuerst Fußballverein SV- Bergheim, dann Tischtennis im TVB, ab Beginn der 80-er

Jahre Ju-Jutsu. Hobbys: Kunst und Malerei, seit ca. 5 Jahren Sänger in der Gruppe

„De Frösch“ (Bergheim).

Hamacher, Edda, Jg. 1958, hat sechs Kinder im Alter von 24, 22, 20, 17, 15, 11

Jahren, Erzieherin in der OGTS Anna Schule in Alfter, studiert Bildungswissenschaft

an der FernUni Hagen, war Leichtathletik-Leistungssportlerin, Übungsleiter-

C-Lizenz, wirbelt mit beim Freilichtwandertheater Alfter e.V.

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Hermanski, Hannelore, geb. 1957 in Daun in der Eifel, wohnt seit 1983 in Bergheim,

verheiratet, zwei erwachsene Kinder, 2001 Walking- Lizenz, 2003 Übungsleiterschein,

Leiterin des Walking- Treffs im TVB.

Hilbert, Leni, ist eine Ur-Bergheimerin, wohnt in der Siegstraße, ihr Vater Johann

Engels hat den Turnverein Bergheim / Sieg 1909 mitbegründet. Sie besuchte mehrere

Lehrgänge für Gesundheits- und Freizeitsport (u.a. Rückenschule, Pilates).

Jacob, Thomas, geb. 1981 in Sieglar, Jurist, Ju-Jutsu seit ca. 15 Jahren, Studien- und

Trainingsaufenthalte in Asien.

Kogej, Andrea, aus dem schönen Müllekoven. She is a class of her own! Unverwüstlich,

mit einer konstanten Direktleitung zum energetischen Jungbrunnen, Powerfrau

pur!

König, Axel, geb. 1966 in Troisdorf, Sportlehrer, verheiratet, 2 Kinder, Ju-Jutsu seit

ca. 30 Jahren, seit 26 Jahren Ju-Jutsu im TVB.

Krell, Nadja, Jg. 1989, nach dem Abitur Ausbildung als Erzieherin, seit ihrer Kindheit

im TVB aktiv, Gruppenhelfer-1- Lehrgang, Gut Drauf- Teamzertifikat und weitere

Ausbildungen. Rhönrad, Rope-Skipping, zur Zeit in Übungsleiterausbildung,

joggt und tanzt Standard und Latein, arbeitet ehrenamtlich in der evangelischen

Kreuzkirche in Sieglar.

Mues, Monika, Jg. 1940, verheiratet, vier Kinder, war 43 Jahre als Krankenschwester

tätig, lebt seit 19 Jahren in Bergheim. Besitzt seit vier Jahren die Walking- Lizenz.

Müller, Eberhard, geb.1937 in Berlin, ab 1976 im TV-Bergheim, langsam in die

vordere Front bei der Jedermann-Turngruppe und Wandergruppe vorgerückt.

Müller, Sandra, geb. 1972 in Braunschweig, verheiratet, zwei Kinder (4 Jahre; 7 Monate),

seit 1995 Fachübungsleiterin C (Erwachsenensport, Breitensport, Funktionelle

Gymnastik, Gesundheitssport, Fortbildung Kinderturnen 2007/2008), Hobbys:

Ski- und Snowboarden, Volleyball, Schwimmen u.v.m.

Mundorf, Edmund (Eddy), geb. 1951 in Sieglar, Maschinenbauunternehmer, verheiratet,

zwei Kinder. Ju-Jutsu seit mehr als 30 Jahren, international tätig. Trainiert

auch die gemischte Gymnastikgruppe (Stretching). Motto: „Der Sport sollte immer

im Vordergrund stehen.“

189


Odenthal, Gabriele, Jg. 1960, gelernte Bauzeichnerin, Hausfrau und Mutter (4

Söhne). Ab 2009 Mitglied im Vorstand des TVB (Beisitzerin). Fernstudium Gesundheitsberaterin.

Freiberufliche Fitnesstrainerin im Frauenstudio, Kurse an der

Volkshochschule (Entspannung, Pilates). Seniorinnengymnastik; Qualitätssiegel des

Deutschen Turnerbundes für Wirbelsäulengymnastik. Reist und segelt gern mit der

Familie.

Plener, Heidi, Jg. 1942, wanderte 1969 aus Berlin in Richtung Bonn, lebt seit 1972

in Bergheim/Sieg, verheiratet, eine Tochter, seit 1982 in der Gymnastikgruppe des

TVB, Beisitzerin im Vorstand des TVB. Ihre Hobbys sind Schwimmen, Wandern,

Radfahren und Reisen.

Pützstück, Hubert, Jg. 1934, war Feuerwehrhautpmann von Beruf, wohnt am Rotter

See. Seit 1994 im Verein, ist Fahnenträger des TVB, leitet die Alte-Herren Gymnastik

in der Paul-Schürmann-Halle seit 2003.

Redeker, Ellen, Jg. 1956, aus Dortmund, seit 1977 im Rhein-Sieg Kreis, Zahntechnikerin,

drei Töchter (21, 18, 16 J.), hat seit 2000 jedes Jahr den Inline- Marathon

in Köln mitgemacht, gibt Inlineskate-Kurse seit 2004, 1996 Rhönradturnen- Helferschein,

2003 Übernahme der Rhönrad- Abteilung, weitere Hobbys sind Lesen,

Tanzen, orientalischer Tanz, Radfahren, Strandurlaub, Ski fahren und Faulenzen.

Rödder, Sebastian, Jg. 1984, Lehramtsstudent, wohnt in Müllekoven, seit 1998 im

TVB, Fachwart für Badminton.

Rohweder, Karl-Heinz, geb. 1955 in Sieglar, selbstständiger Elektroingenieur, seit

seiner Jugend sportlich aktiv, erst Fußball, seit 1972 Tischtennis mit vielfachen Erfolgen.

Fachwart für Tischtennis im TVB. Hat halb Europa und die USA bereist,

faulenzt aber auch gern. Ist im Vorstand des Tischtennisverbandes Rhein-Sieg ehrenamtlich

tätig.

Rudolph, Rolf, geb. 1940 in Schmieritz (Thüringen), Tiefbau-Polier, verheiratet, 2

Kinder, Ju-Jutsu seit ca. 30 Jahren.

Schell, Jürgen, Jg. 1976, seit 1980 Mitglied des TV Bergheim, spielt seit 18 Jahren

Basketball und leitet seit 15 Jahren die Abteilung.

Schell-Schwadorf, Martina, Jg. 1973, verheiratet, Verwaltungsangestellte, mit 4

Jahren Mitglied im TVB, 1992 Erwerb der Übungsleiterlizenz, seit 2005 im Vorstand

als Kinder- und Jugendturnwartin. Rope-Skipping. Wirkte bei Jazz-Dance und Wirbelsäulengymnastik

mit. Hobbys: Radfahren, Walking / Nordic Walking, Tai Chi,

Yoga, Basteln, Lesen, Kochen. Schon ihre Mutter arbeitete im Vorstand des TVB.

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Ihr Großvater in der Glockenstraße war der letzte Korbflechter Bergheims.

Schmidt, Jochen, geb. 1980 in Troisdorf, Dipl.-Kaufmann, Ju-Jutsu seit ca. 14 Jahren.

Schreiner, Irmgard, Jg. 1944, seit 1964 aktives Vereinsmitglied, arbeitet seit 23 Jahren

im Vorstand des TVB mit (jetzt als Beisitzerin), lizenzierte Übungsleiterin für

Turnen seit 1972.

Schulte, Denis, geb. 1983 in Troisdorf, Lehramtsstudent der Fächer Sport und Biologie

in Köln, ist sportlich aktiv seitdem er denken kann, Tischtennis-Landesligameister

2004/2005 und 2007/2008, Doppel Bezirksmeister 2001, liebt Sport, Musik,

Natur, Essen, Reisen - wobei es ihn stets der Sonne hinterher zieht.

Stehr, Christina, Jg. 1972, verheiratet, zwei Kinder (4 und 7 J.), Erzieherin, seit 1978

Mitglied im TVB, Turnen für Kindergruppen von 1-12 Jahre, lizenzierte Übungsleiterin

seit 1992.

Utzerath, Marion, ist die zweite treibende Aerobic-Kraft. Sie ist der ruhige Pol, die

Sanftmut in Person und einfach „zum Liebhaben“.

Weber, Kerstin, Jg. 1963, arbeitet im Bioladen in Troisdorf-Bergheim, verheiratet,

ihre beiden Jungs spielen Tischtennis im TVB; leitet seit drei Jahren die Pipi

Langstrumpf Gruppe, geht regelmäßig walken und fährt gerne Fahrrad, probiert oft

neue Rezepte aus, mag die mediterrane Küche und überhaupt den Süden, vor allem

Spaniens Ibiza.

Willems, Conny vom Deutschen Turnerbund wurde ihr für Funktionsgymnastik

der Pluspunkt Gesundheit DTB „Sport pro Gesundheit“ verliehen.

Werner, Markus, geb. 1976 in Kirchen (Sieg), Dipl.-Ing. Elektrotechnik, verheiratet,

2 Kinder, Ju-Jutsu seit ca. 20 Jahren.

191


Helferinnen und Helfer

Borosch, Niklas, 1993 in Sieglar geboren, wohnt in Müllekoven, besucht das Heinrich-Böll-Gymnasium.

Helfer bei Leichtathletik und den „Wilden Kerlen“. Hobbys:

Fußball (beim TuS Mondorf), Tennis, mit Freunden treffen.

Bösl, Lena, Jg. 1994, Gesamtschule Troisdorf-Oberlar, seit August 2008 Helferin in

der Pipi Langstrumpf Gruppe. Hobbys: Lesen, Malen, mit Freunden treffen

Domeinski, Michelle, Ballspiele Jungen.

Enders, Saskia, Jg. 1996, Schülerin in der Korczak- Realschule Sieglar, dort mag sie

Englisch, Kunst, Sport, Ethik und Deutsch. Seit 1999 im TVB, hilft bei Leichtathletik

/ Sportabzeichen und Turnen und Spielen. Haustier: Meerschweinchen. Hat

Angst vor Spinnen. Ist im Club „Wir retten die Hühner“. Lieblingsband: Monrose.

Erreichte 2009 Platz 7 bei der 100% Olympiade ihrer Schule.

Groß, Johannes, geb. 1992 in Troisdorf, Schüler am Heinrich Böll Gymnasium

Sieglar, Ju-Jutsu seit 2005, Grüngurt, Hobbys: Krafttraining & Zauberei.

Hiersemann, Theresa-Manja, Jg. 1994, Ursulinenschule Hersel, Kleinkinderturnen.

Hobbys: Schwimmen, Einrad fahren, Tanzen.

Knopp, Vanessa, Jg. 1994, Heinrich-Böll-Gymnasium Sieglar, Kleinkinderturnen.

Hobbys: Volleyball, Joggen, Schwimmen, Lesen, Musik hören und Fahrrad fahren.

Mahlberg, Regina, Jg. 1995, Liebfrauenschule Bonn, Kleinkinderturnen. Hobbys:

Sport, Malen, Musik hören.

Meißenburg, Malin, Bewegungsförderung für Mädchen ab 5 Jahren.

Miketta, Lena, Jg. 1995, Ursulinenschule Hersel. Turnen für Jungen. Hobbys: Fußball,

Basketball, Theater spielen, Keyboard.

Niermann, Jannik, Jg. 1994, Heinrich Böll Gymnasium. Kinderturnen. Hobbys:

Fußball, Handball, Waveboard, Tanzen.

Reiz, Frederike, Bewegungsförderung für Mädchen ab 5 Jahren.

Rödder, Camilla, Bewegungsförderung für Mädchen ab 6 Jahren.

Schönberg, Isabell, Funktionsgymnastik.

192


Schulte-Kellinghaus, Kornelius, geb. 1994 in Troisdorf, besucht das Heinrich-

Böll-Gymnasium, Helfer beim Jungenturnen, arbeitet nebenbei in einer Firma in

Müllekoven, fährt Ski und spielt Fußball in Mondorf (früher: Leichtathletik, Kinderturnen,

Tennis), war ehemals bei den Kleinen Strolchen.

Stern, Johannes, geb. 1989 in Siegburg, Schüler am Kopernikus Gymnasium Lülsdorf,

Ju-Jutsu seit 2003, Blaugurt, Hobbys: Musik in Band, Nachhilfe geben.

193


Informationen zu den Mitgliedsbeiträgen

Auf der Grundlage von § 6 Ziff. 3 unserer Vereinssatzung hat die Mitgliederversammlung,

zuletzt in ihrer Sitzung am 19.03.2009, die nachfolgenden Mitgliedsbeiträge

beschlossen. Die Höhe der Mitgliedsbeiträge richtet sich nach der Art der

Mitgliedschaft und der jeweiligen Leistungsfähigkeit einzelner Mitgliedergruppen.

Die Erhöhung tritt am 01. Januar 2010 in Kraft.

Danach beträgt der zu entrichtende Mitgliedsbeitrag:

Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung

des 18. Lebensjahres (soweit

sie nicht einer anderen Beitragsklasse

angehören)

Kinder in der Gruppe Eltern/Kind-

Turnen bis zur Vollendung des 4. Lebensjahres

194

[Klasse 02]

[Klasse 04]

5,00 EUR/Monat

beitragsfrei

Erwachsene

(soweit sie nicht einer anderen Beitragsklasse

angehören)

[Klasse 03] 7,00 EUR/Monat

Teilnehmer Outdoor-Sports – altersunabhängig

(zur Zeit: Walking und Lauftreff)

[Klasse 17] 4,00 EUR/Monat

Familie

3 Mitglieder gleich welcher Beitragsgruppe

bei gemeinsamer Wohnung, mindestens

1 Kind / Jugendlicher: Jugendliche

nur bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres

[Klasse 10] 14,00 EUR/Monat

Ehrenmitglieder und Ehrenvorsitzende [Klasse 06] beitragsfrei

Mitglieder ab Vollendung des 65. Lebensjahres

und mindestens 30-jähriger

Vereinsmitgliedschaft

[Klasse 07] beitragsfrei

Sonderbeitrag Abteilung Ju-Jutsu: Der

Sonderbeitrag ist zusätzlich zum Mitgliedsbeitrag

zu entrichten

3,00 EUR/Monat

Sonderbeitrag Abteilung Aerobic: Der

Sonderbeitrag ist zusätzlich zum Mitgliedsbeitrag

zu entrichten 1

3,00 EUR/Monat

Aufnahmegebühr 10,00 EUR/einmalig


Die Mitgliedsbeiträge und der Sonderbeitrag werden jeweils zu Beginn des Kalenderhalbjahres

fällig; die Aufnahmegebühr einmalig bei Eintritt. Der Einzug der Mitgliedsbeiträge

und Sonderbeiträge erfolgt ausschließlich im Wege des Bankeinzugsverfahrens

und zwar für das 1. Kalenderhalbjahr Anfang April des Jahres und für

das 2. Kalenderhalbjahr Anfang Oktober des Jahres. Die Aufnahmegebühr wird mit

dem zeitlich nächsten Einzug abgebucht. Mit dem Aufnahmeantrag ist das Mitglied

verpflichtet, eine Einzugsermächtigung zu erteilen.

Für die Beitragshöhe ist die zum Zeitpunkt der halbjährlichen Abbuchung bestehende

Beitragsklasse maßgebend. Änderungen in den persönlichen Verhältnissen, die

zur Änderung der Beitragsklasse führen, sind dem Vorstand unverzüglich anzuzeigen

und nachzuweisen. Nur auf Anzeige hin sind sie zu berücksichtigen.

Die Einstufung in den Familienbeitrag erfolgt bei bereits bestehender Einzelmitgliedschaft

frühestens in dem nach Eintritt der Voraussetzungen folgenden Halbjahr.

Bei Eintritt während des Kalenderjahres werden die Beiträge ab dem Eintrittsmonat

anteilig erhoben.

Der Vereinsaustritt kann entsprechend § 5 Absatz 2 der Satzung nur mit einer Frist

von vier Wochen zum Ende des Kalenderhalbjahres schriftlich dem Vorstand erklärt

werden.

Beitragsermäßigung und Stundung in sozialen Härtefällen gewährt der Vorstand auf

entsprechend begründeten Antrag hin.

Bankverbindungen:

Kreissparkasse Köln VR Bank Rhein-Sieg eG

Konto-Nr. 034 000 018 Konto-Nr. 200 445 015

BLZ 370 502 99 BLZ 370 695 20

195


196

Die Halle am Paul-Schürmann-Platz

Die Halle an der Markusstraße


Die Siegauenhalle

Der Vorstand und der Frosch am Paul-Schürmann-Platz

197


Bergheimer Geschichte und Geschichten

Wer die vorliegende Festschrift zum Hundertjährigen Geburtstag unseres TVB

aufmerksam gelesen hat, erkennt, wie sehr die Mitgliedschaft, aus Bergheim und

erfreulicherweise auch aus den umliegenden Ortschaften stammend, sich mit dem

Verein und über ihn auch mit dem historischen Fischerdorf an der Siegmündung

identifiziert.

Bergheim bietet ganz offensichtlich eine hohe Lebensqualität - anders ist der rasante

Bevölkerungszuwachs der letzten Jahre nicht erklärbar. So gilt es heute, die vielen

neuen Mitbürger vom Siedlungsgebiet "Am Krausacker", aber nicht nur von dort,

zu integrieren und in das öffentliche Geschehen möglichst rasch einzubinden. Der

Verein hat seine wichtige Mittlerfunktion auf diesem Gebiet früh erkannt und ist mit

seinen Angeboten hier recht erfolgreich tätig geworden.

Unser Mitglied Heinrich Brodeßer, langjähriger Bergheimer Schulleiter und im "Nebenberuf"

anerkannter Heimatforscher, war unter anderem als begeisterter Wanderfreund

viele Jahre lang verdienstvoller "Leitwolf" unserer auch heute noch bestehenden

gemischten Wandergruppe. Er hat für unsere Festschrift die sich über viele

Jahrhunderte erstreckende Geschichte unserer Heimatgemeinde aufgezeichnet.

Aus seiner beruflichen Tätigkeit weiß er, dass es für sinnvolles Lernen (fast) nie

zu spät ist. So hat er sich möglicherweise gedacht, auf diese Weise auch diejenigen

seiner ehemaligen Bergheimer Schüler, die damals im Heimatkunde-Unterricht mal

wieder gar nicht aufgepasst haben, doch noch zu erreichen!

198


Zur Geschichte des Siegdorfes Bergheim

von Heinrich Brodeßer

Bergheim mag auf eine reiche Geschichte zurückblicken; sie kann aber im Rahmen

einer Festschrift nur angedeutet werden. Wir müssen uns daher auf die Betrachtung

einiger Schwerpunkte beschränken.

Die Gründung des Ortes

und seine Entwicklung in der Frühzeit

Im 6. Jahrhundert siedelten landnehmende Franken auf dem Hochufer der mündenden

Sieg. So belegen Bodenfunde aus dem Jahre 1925. Beim Ausheben einer

Baugrube am Ende der Witschgasse kamen zwei Frankengräber zutage, die der

Gründungszeit zuzuordnen sind. Die Grabbeigaben wiesen sie als ein Männer- und

ein Frauengrab aus. 1

Genauere Einzelheiten der Ortsgründung entgehen unserer Kenntnis. Gleichwohl

scheint es sich um die Entstehung weniger Bauerngüter zu handeln, wie die Ortsnamenforschung

solches nahe legt. Die "-heim"-Namen deuten auf eine Dorfgründung

hin. 2

Bergheim bedeutet "Das Dorf auf dem Berg"; in späteren Urkunden daher als

"Berchem op der Segen" bezeichnet. 3

Die Entwicklung der Hofstellen in den folgenden Jahrhunderten lässt sich nicht

exakt verfolgen. Daher sind wir auf die neueren allgemeinen Forschungsergebnisse

jener Zeit angewiesen. 4

Dort erfahren wir, dass es in der karolingischen Epoche zur Ausbildung von ausgedehnten

Grundherrschaften bzw. Villikationen kam. D. h. viele Bauernwirtschaften

gingen - wie auch immer - in die Hand eines Grundherrn über. Damit begaben

sich freie Bauern in die Abhängigkeit eines Herrn. Sie wurden zu Eigenleuten, zu

1) Marschall, Narr, von Uslar: Die vor- und frühgeschichtliche Besiedlung des Bergischen

Landes, Zeitschrift des Berg. Geschichtsvereins, Neustadt a. d. Aisch, Bd. 73, Jg. 1954, S. 119.

2) Dittmaier, Heinrich: Siedlungsnamen und Siedlungsgeschichte des Berg. Landes, Zeitschrift

des Berg. Geschichtsvereins, Bd. 74, Jg. 1956, Neustadt a. d. Aisch, S. 10/12.

3) Korth, L.: Das Gräfl. von Mirbach'sche Archiv zu Harff, Annalen des Hist. Vereins für den

Niederrhein, Köln 1893, S. 9. Bei Binterim und Mooren: Die Erzdiozöse Köln, Bd. 1, Düsseldorf

1892, lesen wir S. 551: „Berchem uff der Sigen“.

4) Dazu als Beispiel: Janssen, Wilhelm: Kleine Rhein. Geschichte, Düsseldorf 1997, und

Herborn, Wolfgang: Rheinbach in vorstädtischer Zeit, in HblRS, 76. Jg., 2008, S. 14 - 35. Darin

paradigmatisch die Beschreibung der Entwicklung der bäuerlichen Betriebe vom 9. bis 14. Jahrhundert

nach den Aufzeichnungen des Prümer Urbars.

199


"Grundholden" oder "Mansenbauern", entgingen der fränkischen Erbteilung, blieben

aber an die Scholle gebunden, büßten ein Stück ihrer Freiheit ein, waren aber

nicht rechtlos, unterstanden dem Rechtsschutz des Grundherrn. Sie bewirtschafteten

eine Manse oder Hufe, einen Bauernbetrieb mit Hof, Stallungen, Scheune, Feld,

Wiesen und Wald. Die Hufe stand im Eigentum der Herrschaft, die vom Betreiber

der Manse, dem Villicus, bestimmte Leistungen erwartete, Abgaben von Vieh, Getreide,

Lebensmitteln, Flachs oder Tüchern, Hand- und Spanndiensten u. a. m. 5

200

Abbildung 1: Karte von Bergheim und dem Mündungsdelta

der Sieg aus dem Jahre 1747

5) Die Abgaben lassen sich in Geldwerten berechnen: So wurde beispielsweise der Fuhrdienst

mit 5 Denaren und das abzugebende fette Schwein mit 2 Schillingen (= 24 Denare oder Pfennige)

berechnet, wobei zu bedenken ist, dass der Pfennig eine Silbermünze war, vgl. Herborn.


Zur Grundherrschaft gehörte eine Vielzahl von Mansen, die einem Fronhof zugeordnet

und zu einem Hofesverband, einer Villikation, zusammengeschlossen waren.

Der größte Grundherr unseres Bereiches saß in Vilich. Er verfügte über eine größere

Anzahl von Mansen, die sich in weiter Streulage befanden. Es sollen um die 180

Hufen zur Grundherrschaft gehört haben. 6 Aus einer späteren Urkunde 7 erfahren

wir, dass der Vilicher Grundherr in Bergheim fünf der Grundherrschaft eingehörige

Mansen besaß. 8 Wenn wir die Hufe mit dem üblichen Maß von 30 Morgen berechnen,

hatte die Vilicher Grundherrschaft im 9./10. Jahrhundert in Bergheim fünf

Hofesgüter mit insgesamt 150 Morgen inne.

Der Herrenhof zu Vilich war im Ursprung vermutlich Königsgut. 9 Er gelangte zu

unbestimmter Zeit in den Besitz des Edlen (vir nobilis) Megingoz und seiner Gemahlin

Gerberga. 10 Möglicherweise wurde bereits den Vorfahren des Megingoz Gut

und Grundbesitz übertragen. Die Quellenlage schweigt zu den Einzelheiten.

Die weitere Entwicklung

Um 978 gründeten Megingoz und Gerberga in Vilich ein Nonnenkloster. Anlass

war der Tod ihres einzigen Sohnes Gottfried, der unter König Otto im Kampf

gegen den Böhmenherzog Boleslaw 976 gefallen war. Dessen Erbe diente nun als

Grundlage jener Stiftsgründung. König Otto II. könnte bereits 978 der Gründung

zugestimmt haben. Eine entsprechende Urkunde blieb indessen nicht erhalten. 11 Jedenfalls

stellten die Stifter das neu gegründete Kloster unter den Schutz des Deutschen

Königs. König Otto III. bestätigte es durch ein Diplom vom 18. Januar 987

als Reichsstift und anerkannte die schon bestehenden Besitzungen und Rechte, ohne

dass diese im Einzelnen aufgeführt wurden. 12 In jener noch unbürokratischen Zeit

genügte ein Verweis auf die bekannten Zustände und ein Vergleich mit den damals

entstandenen Reichsklöstern Quedlingburg, Gandersheim und Essen. Damit waren

auch der Hofesbesitz zu Bergheim wie ebenso die Wald-, Jagd-, Fischerei- und Fähr-

6) Wisplinghoff, Erich, in: 1000 Jahre Stift Vilich, Bonn 1978, S. 26.

7) Von 1144.

8) „quinque mansos indominicatos“.

9) Neu, Heinrich, in: 1000 Jahre Stift Vilich, S. 12. Siehe auch Achter, Irmingard: Die Stiftkirche

St. Peter in Vilich, Düsseldorf 1968, S. 16/17.

10) Neu, ebenda.

11) So Wisplinghoff, S. 25.

12) HStAD, Vilich, Urk. 2 a.

201


echte festgeschrieben. Erst in späteren Urkunden und Akten wurden sie in ihrem

Umfang, ihrer Art und ihren Grenzen namentlich angegeben. 13

Die erste Äbtissin des Frauenklosters war die Tochter des Stifterpaares, Adelheid,

eine fromme, resolute, wohltätige Frau, die nach eingehender Prüfung die Benediktiner-Regel

einführte und die Nonnen zum dreifachen Gelübde "der Ehelosigkeit,

der persönlichen Besitzlosigkeit und des Gehorsams" verpflichtete und damit auf

Lebenszeit an das Kloster band. Jahrhunderte später bahnte sich eine Rückentwicklung

zum Kanonissenstift an, in dem persönlicher Besitz und jederzeitiger Austritt

gestattet war. Das Kloster wurde zum freiweltlich adeligen Stift und blieb so bis zur

Säkularisation. 14

Neben den Vilicher Mansen gab es in Bergheim noch andere bäuerliche Betriebe.

Im Ort lagen gaugräfliche Besitzungen, die bei der Gründung der Benediktinerabtei

zu Siegburg auf dem Michaelsberg um 1060 in den dortigen Klosterbesitz übergingen

und in einem Fronhof zusammengefasst wurden. Dieser wurde von einem

Verwalter bewirtschaftet.

Und endlich befand sich hierselbst ein befestigter Burghof, den die Ritter von Bergheim

in Eigenwirtschaft bedienten. Sein Standort lässt sich nicht mehr bestimmen.

Am 10.01.1287 trug Ritter Sybelo von Bergheim seinen Rittersitz dem Grafen Adolf

von Berg zu Lehen auf. 15

202

Abbildung 2: In dieser Urkunde überträgt Ritter Sybelo von Bergheim seine hier gelegene

Burg dem Grafen von Berg zu Lehen.

13) U. a. 1144, in Monumenta Germaniae Historica, Diploma Konradi III 105.

14) Zur Stiftsgründung und weiteren Entwicklung neben vorgenannter Literatur vor allem

auch Giersiepen, Helga: Das Kanonissenstift Vilich, Bonn 1993. Hier ebenfalls eingehend die

Behandlung der Frage „Stift oder Kloster“, S.54 ff.

15) HStAD, Hgt. Berg, 42.


Der Text der Urkunde lautet: "Nouerint uniuersi presentem litteram visuri et audituri,

quod nos Sybelo miles de Bergheym castrum nostrum Bergheym situm damus in

manus et postetatem nobilis viri domini nostri Adolphi comitis de Monte, recipientes

illud ab eodem ratione homagii possidendum, et nos et nostri heredes eidem et

suis heredibus in perpetuum fidelitate erimus obligati. In cuius rei testimonium sigilli

nostri munimine confirmauimus presens scriptum. Datum anno d. M.CC.LXXX.

septimo, feria sexta post epiphaniam domini."

"Alle, die diesen gegenwärtigen Brief sehen und hören, sollen wissen, dass wir, Ritter

Sybelo von Bergheim, unsere in Bergheim gelegene Burg in die Hände und die

Gewalt unseres edlen Herren, des Grafen Adolf von Berg, legen, um sie von ihm als

Lehen zurückzuerhalten, und dass wir und unsere Erben ihm und seinen Erben für

immer in Treue verbunden sein werden. Vorliegende schriftliche Urkunde bestätigen

wir kraft unseres Siegels. Gegeben im Jahre 1287 am Freitag nach Epiphanie."

Er übergab damit seinen Bergheimer Besitz ins Eigentum des Grafen, erhielt es als

Lehen, als "geliehenes Gut", zurück, blieb also hier sesshaft und führte den Bauernbetrieb

weiter. In den folgenden Jahrhunderten begegnen uns seine Nachfahren

noch häufig als Siegelzeugen, Zeugen bei Gericht, in Kaufakten, Quittungen, in Fehdebriefen,

als Gefolgsleute der bergischen Herzöge. Sie siegelten mit einem quergeteilten

Schild, darauf drei nebenstehende Muscheln im oberen Feld. Ihr Wappen

zeigte vermutlich die Muscheln in Silber auf schwarzem Grund gegen das silberne

Unterfeld. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts treten sie bei uns nicht mehr auf. Ihr Geschlecht

scheint zu diesem Zeitpunkt ausgestorben. Oder waren sie abgewandert?

Abbildung 3: Siegel des Lodewici de Berchheym 1348 und des Vinrich van Berheym

203


Die Vergabe der Bergheimer "Ritterburg" 16 an den Territorialherrn verweist uns auf

das Lehnswesen, das sich seit dem 8. Jahrhundert parallel zur Grundherrschaft herausgebildet

hatte: Ein freier Mann ergab sich einem Herrn oder einer Herrschaft

als Vasall, gelobte ihm Treue und Beistand und bekam dafür als Entschädigung ein

204

Abbildung 4: Das Vilicher Weistum von 1484

16) In der Urkunde von 1287 als „castrum nostrum in Bergheym situm“ bezeichnet.


"feudum". Dadurch wurde sein Stand im Wesentlichen nicht gemindert. Dieses System

des Feudalismus griff auch in die grundherrschaftlichen Wirtschaftsstrukturen

ein. 17 So kam es, dass im Laufe der Zeit die Vilicher Mansen zu Bergheim in die

Hand edelfreier Familien gelangten.

Im Vilicher Weistum von 1484 18 lesen wir von fünf "Schöffengütern", dem Gut

des Wilhelm von Nesselrode, des Rembold von Plettenberg, dem Duylsgut, dem

Moybachsgut und dem Wolffsgut. Die von Nesselrode besaßen in jener Zeit den

Turmhof wie ebenso den Hammerhof. Die von Plettenberg saßen auf einem Gut

in Müllekoven, das als Erbe an die von Zweiffel überging. Das Duylsgut muss im

Besitz einer Familie Dulle gewesen sein. Ein Rembold Dulle wird als in Bergheim

ansässig bezeugt. 19 Moybachsgut und Wolffsgut lassen sich nicht näher bestimmen;

sie mögen in die Bergheimer Großgüter eingegangen sein.

Indessen war gegen Ende des 14. Jahrhunderts das Lehnswesen bereits aufgeweicht.

Wir erfahren zu Beginn des 15. Jahrhunderts vom Verkauf des Hammerhofes. Am

08. Januar 1422 verkaufte Godart von Molenheim denselben an Dietrich von Langel,

wobei Stift Vilich als Lehnsherr seine Zustimmung gab. 20 Lehnsgüter konnten also

vom Lehnsmann verkauft, auch verpachtet werden. Dazu bedurfte es faktisch nur

noch der Benachrichtigung an den Lehnsherrn. Obengenannte Verkaufsurkunde ist

für uns der letzte Hinweis auf die feudale Abhängigkeit des Hofes, der vielleicht mit

dem Mobachs (Molheims-)gut gleichzusetzen ist.

Daher wundert es nicht, dass im vorgenannten Weistum von 1484 - also 62 Jahre

später - bestätigt wird, dass die Schöffengüter "unentfangen bliuent" (unempfangen

bleiben) und keinen Schöffen mehr zu Vilich stellen, also aus dem Schöffenkollegium

ausgeschieden sind.

Das Mansenland war also an neue Besitzer übergangen, die die ehemaligen Lehnshöfe

in der Regel an Halbwinner oder Halfen zur Bewirtschaftung gegen den halben

Ertrag verpachteten. Eine sinnvolle Einrichtung, da der Bauer im Eigeninteresse auf

reichliche Mengen der landwirtschaftlich erzeugten Produkte bedacht sein würde.

Damit war auch sein Anteil am Gewinn, seine "Hälfte", entsprechend groß.

Um 1500 hatte die Grundherrschaft Vilich ihren einst prägenden Einfluss auf die

Ortschaft Bergheim eingebüßt. Im übrigen war die Bevölkerung hierzulande fast

durchweg frei im Sinne der Rechtsfähigkeit. 21

17) Vgl. Janssen, S. 57.

18) HStAD, Vilich, Akten 9/1.

19) Vgl. Delvos, Chr. Hub. Thaddäus: Geschichte der Pfarreien des Dekanates Siegburg, Köln

1896, S. 359, mit Verweis auf das Mirbach'sche Archiv. Annalen 55, 195.

20) HStAD, Nesselrode-Ehreshoven, Urk. 200.

21) Vgl. Janssen, S. 99.

205


Die Herausbildung der Landesherrschaften

Unter den Karolingern war als feste Verwaltungseinheit der Auelgau entstanden.

Sein Zentrum lag im Siegmündungsbereich, erstreckte sich von hier über das große

Gebiet der ehemaligen Christianität Siegburg, die weit über die Grenzen des späteren

Siegkreises hinausreichte. Die zum nördlich angrenzenden Deutzgau gehörenden

Orte Lülsdorf und Ranzel waren zunächst daraus ausgeschlossen.

Die Gaue wurden von einem Gaugrafen als dem Stellvertreter des Königs betreut.

Diesen gelang es im Laufe der Zeit, sich mehr und mehr zu verselbständigen. Da oft

die Verwaltung mehrerer Gaue in einer Hand lag, ließen sich die Gaugrafen durch

Untergrafen vertreten.

Um 1060 wurde Pfalzgraf Heinrich, der zugleich Auelgaugraf war, in einer Fehde

vom Kölner Erzbischof Anno II. besiegt. Damit wurde der Zerfall des Auelgaus

eingeleitet. Einerseits kam es zur Bildung eines abteilichen Ländchens um den Michaelsberg,

andererseits zur Entstehung eines ausgedehnten Herrschaftsgebiets der

Untergrafen von Sayn, das sich über weite Teile des Westerwaldes erstreckte.

Nach dem Tod des Grafen Heinrich III. in der Neujahrsnacht von 1246 auf 1247

wurden im Erbgang das Blankenberger und das Löwenberger Ländchen - darinnen

Rheidt, Niederkassel und Sieglar - als selbständige Territorien abgesplissen.

Zur gleichen Zeit griffen die Grafen von Berg zur unteren Sieg und setzten sich hier

in Bergheim, Müllekoven und Mondorf fest. Graf Adolf V. ließ damals das Siegbett

bei Müllekoven regulieren und eindämmen 22 und unterhielt in Müllekoven ein größeres

Gut, das er als Lehen vergab. 23 Dazu kam die obengenannte Übertragung des

Bergheimer Rittersitzes an die bergischen Grafen. Hierin sehen wir einen Hinweis,

dass sich die bergische Landeshoheit an der unteren Sieg angebahnt hatte.

1380 erhob Kaiser Wenzel die Grafschaft Berg zum Herzogtum.

1483 konnte Herzog Wilhelm III. von Berg auch das Löwenberger Land übernehmen,

so dass die bergische Territorialentwicklung in unserem Bereich zum Abschluss

gekommen war. 24

Die untere Sieg unter bergischer Verwaltung

Die Ausdehnung des bergischen Territoriums bedingte eine straffe Führung und

sinnvolle Verwaltung. Das Land wurde in Amtsbezirke eingeteilt. Unser Gebiet gehörte

zunächst zum Amt Bensberg. So lesen wir in Urkunden von 1316, 1367 und

1387. Um 1400 wurde das Amt Porz gebildet, dem Bergheim und Mondorf zu-

206

22) Müller, Aegidius: Siegburg und der Siegkreis, 2 Bde, Siegburg 1859 und 1860, Bd. I, S. 375.

23) Dazu u. a. Müller, Bd. I, S. 310.

24) Dazu Näheres in Brodeßer, Heinrich: Heimatbuch Untere Sieg, Troisdorf-Oberlar 1976,

S. 56 ff.


geordnet, aus dem aber die "Vogtei Lülsdorf" ausgeschieden und verselbständigt

wurde. Bereits 1446 wurden erstgenannte Kirchspiele des nördlich der Siegmündung

gelegenen Bereiches wie ebenso das Kirchspiel Volberg ins neu gebildete Amt Lülsdorf

eingegliedert, das fortan aus den Dingstühlen Lülsdorf mit Ranzel und Weiler,

Bergheim mit der Honschaft Müllekoven und Mondorf und dem Gericht Volberg

mit Lüderich, Forsbach, Rösrath und Hassbach bestand.

Die Amtsbezirke unterstanden einem Amtmann. Dieser war der direkte Vertreter

des Landesherrn. Er beaufsichtigte die Amtsverwaltung, hielt die "Herrengedinge"

ab, verteilte die Steuern auf die einzelnen Kirchspiele, setzte die Schöffen und Vorsteher

der Dingstühle und die Vorsteher der Kirchspiele ein, konnte auch ins Gerichtswesen

eingreifen.

Er wurde vom Kellner bzw. vom Rentmeister unterstützt. Dieser verwaltete den

Grundbesitz und die Gefälle des Herzogs. Er war also vorzugsweise mit der Finanzverwaltung

der Einkünfte aus dem Domanialbesitz des Landesherrn betraut, zog

auch die übrigen Steuern ein und war ferner für die Ordnung innerhalb des Amtes

zuständig.

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts war das Amt des Kellners weitgehend mit dem

Richteramt gekoppelt. Die Gerichte waren amtsweise organisiert. Zu den drei "Amt-

Lülsdorfer" Dingstühlen kam das "Löwenbergische" Gericht zu Rheidt.

Ein Dingstuhl wurde in der Regel von sieben Schöffen besessen, die unter dem

Vorsitz des Richters tagten. 25

Die Dingstühle verfügten über ein eigenes Siegel. Die Gerichtskiste oder Gerichtstruhe,

darin das Gerichtsbuch und alle anderen Gerichtsakten, wurden in der

Regel im Kirchturm aufbewahrt, der im Eigentum der Zivilgemeinde stand und dem

auch andere öffentliche Aufgaben vorbehalten waren, u. a. der Glockenruf zu den

allgemeinen Diensten.

Dem jeweiligen Gericht war als Sekretär der Gerichtsschreiber beigegeben wie ebenso

ein Gerichtsbote.

Die Aufgaben der Schöffen waren vielfältig:

Sie waren bei den ordentlichen und den anberaumten Gerichtstagen anwesend, tätigten

Kaufverträge, waren für die Steuereintreibung verantwortlich, hatten die unangenehme

Pflicht, Zwangsversteigerungen durchzuführen, wurden bei der Rekrutierung

der jungen Männer eingesetzt, wurden zur Verfolgung von Deserteuren

befohlen und zum Einzug von Kontributionen herangezogen, hatten Strafverfahren

zum Abschluss zu bringen, vermittelten in Rechtsstreitigkeiten, verfassten und bestätigten

Testamente, trugen den Verkauf von Immobilien ins Schlichtbuch 26 ein

25) Ursprünglich war der Schultheiß von Porz für uns als Richter zuständig, später der Lülsdorfer

Richter.

26) Das Schlichtbuch vertrat ehemals das Kataster, war also das amtliche Grundstücksverzeichnis.

207


und erledigten dergleichen Aufgaben mehr. Der Dingstuhl hatte also zum Teil die

Funktion eines heutigen Amtsgerichts.

Die Schöffen wurden aus den Bewohnern der gerichtszugehörigen Ortschaften bestellt.

Zum Bergheimer Dingstuhl stellte das Kirchspiel Bergheim 5, das Kirchspiel

Mondorf 2 Schöffen.

Die Schöffen waren ehrenamtliche, nicht beamtete und nicht in festem Gehalt stehende

Gerichtsmitglieder. Als Entschädigung für ihre Dienste erhielten sie eine kleine

Vergütung aus den gerichtlichen Gefällen, sie brauchten keine Herrenhühner zu

zahlen und waren von Jagd- und Herrendiensten befreit. 27

Die verschiedenen Abgaben, die die Dorfbewohner aufzubringen hatten, waren

meist sehr belastend.

Dreimal im Jahr wurde der Schatz, eine direkte Steuer auf den Grundbesitz, eingezogen

- als Lichtmessbede, Maibede und Herbstbede. Der Schatz wurde ursprünglich

in Naturalien in den "Keller" des Amtssitzes geliefert. Der Verwalter jener Abgaben

hieß darum der "Kellner". Im 18. Jahrhundert wurde diese Steuer in Geld eingezogen.

Auf die bäuerlichen Anwesen kam ferner die Lieferung des Futterhafers zu, der

u. a. der Versorgung der herrschaftlichen Pferde diente.

Zur Unterhaltung des Militärs und der Gesandtschaften und anderer Verpflichtungen

des Herzogtums verlangte die Landesregierung die jährliche Steuer, die die

jülich-bergischen Landstände einforderten. Sie wurde Jahr um Jahr nach Bedarf neu

festgesetzt und konnte die Grundsteuer, den Schatz also, um das 6-fache übersteigen.

So betrug beispielsweise 1784 die auf das Kirchspiel Bergheim fallende Jahressteuer

1268 Reichstaler, 42 Albus, 9 Heller. 28

Auf Wein, Bier und Branntwein kam eine indirekte Abgabe, eine Alkoholsteuer.

Dazu kamen die Zolleinkünfte, der Landzoll aus Mondorf, der Wasserzoll (Siegzoll)

zu Bergheim, die zuletzt ein Generalzollpächter vereinnahmte.

Und endlich mussten die Eingesessenen des Kirchspiels Bergheim an den Zehntherrn,

die Siegburger Benediktinerabtei, den Zehnt, den 10. Teil der Erträge aus der

Getreide-Erzeugung und der Wein-Ernte, abführen. 29

Wenn die Steuern nicht gezahlt wurden bzw. nicht aufzubringen waren, kam es in

der Regel zur Zwangsversteigerung. 30

208

27) Näheres über die Bergheim betreffende bergische Amtsverwaltung bei Brodeßer, Heinrich:

Das Kirchspiel Bergheim-Müllekoven, Troisdorf 1999.

28) Dazu Olligs/Classen: Lülsdorf am Rhein, Lülsdorf 1951, Sp. 252 – 257.

29) Brodeßer, Kirchspiel Bergheim-Müllekoven, wie oben Anm. 27.

30) Wie vor.


Die Dorfbewohner und das Nachbarrecht

Unsere Dorfbewohner lebten als freie Menschen im Herzogtum Berg, waren in der

Dorfgemeinschaft als einer großen Nachbarschaft zusammengeschlossen und nannten

sich daher Nachbarn. Sie nahmen Einfluss auf des Geschehen im Dorf, das

durch feste Satzungen geregelt war.

Ihr Verhältnis zum Landesherrn war durch altüberlieferte Rechtssatzungen festgeschrieben.

Diese seit alters geltenden Gewohnheitsrechte wurden ursprünglich bei

den "Gedingen", den Gerichtsversammlungen, mündlich vorgetragen und auf diese

Weise tradiert. Im ausgehenden Mittelalter ging man jedoch daran, sie schriftlich zu

fixieren, um sie für die Zukunft zu sichern und vor missbräuchlicher Handhabe zu

bewahren. "Aus dem Wissen" hervorgeholt und nach bestem Gewissen niedergeschrieben,

wurden sie als "Weistümer" bezeichnet. 31

Die Weistümer legten u. a. die Rechte des Landesherrn fest, anerkannten ihn als

"Gewaltherr", dem die Rechtsprechung zustand, der über "Hals und Bauch" richtete

- über Leben und Tod entschied -, der für Ordnung in seinem Herrschaftsbereich

sorgte, in dessen Namen die Grenzen und Grenzzeichen innerhalb der Gemarkung

kontrolliert wurden, der für den Schutz der Untertanen aufkam, der Maße und Gewichte

festsetzte und überprüfen ließ, der Gebote und Verbote erlassen konnte, der

über den "Glockenschlag" verfügte, d. h. zum Heeresdienst aufrief, zur Versammlung

oder zum Gericht befahl u.a.m.. Das für uns zuständige landesherrliche Weistum

datiert auf den 05. Mai 1579. 32

Das Bergheimer Nachbarrecht wurde im Weistum vom 16. Juni 1577 festgehalten.

33

Darin lesen wir, dass der Turmhof den Baurmeister, den Vorsitzenden des Bauerngerichtes

stellt. Ihm ist gestattet, für seine Bauernwirtschaft 4 Pferde zu halten. Der

Fronhof stellt einen Geburen, einen Bauerngerichtsschöffen. Ihm stehen 3 Pferde

zu. Dem Hammerhof steht ein Gebur zu. Er darf 2 Pferde halten. Noch 4 weiteren

Höfen wird ein Gebur zugestanden. Ihnen ist gestattet 1 Pferd zu halten.

Die größeren Bauerngüter waren offensichtlich aus den Mansen eines ehemaligen

Grundherrn hervorgegangen und genossen immer noch besondere Vorrechte.

Sie wurden von Halbwinnern bewirtschaftet, mit denen in der Regel der Gutsherr

Pachtverträge abschloss, die auf 12 Jahre befristet waren, aber zumeist verlängert

oder gar den Erben weitergegeben wurden.

31) Darüber belehrt uns ein Weistum des Altenforstes von 1486, HStAD, Siegburg, Akten 230,

26 ff: Dye gedechtnisse der mynschen vergeyt, dye geschryuen boichstauen auer blyuen“ - Die

Gedächtnisse der Menschen vergehen, die geschriebenen Buchstaben aber bleiben.

32) HStAD, Abtei Siegburg, Nr. 88 - wörtlich wiedergegeben bei Brodeßer, Heinrich in TJH

III 1973, 109 ff.

33) HStAD, Nesselrode-Ehreshoven, Nr. 2081 - Abbildung des Originaltextes in TJH V 1975,

S. 9 - 13.

209


Die Halfen erlangten auf diese Weise einen gewissen Wohlstand, genossen innerhalb

der Dorfgemeinschaft hohes Ansehen und wurden daher mit den wichtigsten Ämtern

betraut. Sie bildeten als "Meistbeerbte" die Oberschicht unter den dörflichen

Nachbarn. Sie waren in gewissem Sinne "gebildet", waren des Lesens, Schreibens

und Rechnens kundig, führten daher über die Erträge ihrer Wirtschaft, über Verkauf

und Einnahmen, über die Anstellung der Knechte und Mägde, über Anschaf-

210

Abbildung 5: Das Bergheimer Weistum von 1579


fungen, Bautätigkeiten und dergleichen Tagebuch. Sie kannten sich in Geld- und

Rechtsgeschäften aus und traten zuweilen als Geldverleiher auf. Schied einmal der

Halbwinner aus der Bewirtschaftung eines Herrengutes aus, verfügte er über eigenen

umfassenden Grundbesitz und behielt die Bezeichnung "Halfe" bei.

Die Bauernwirtschaft der Herrenhöfe wurde mit mehreren Pferden betrieben. Und

da im übrigen alle Arbeit mit der Hand getätigt werden musste, erforderte ein Hof

viele Arbeitskräfte, ein umfangreiches Personal. Die Mitarbeiter wurden durch Jahresverträge

verdingt. Der Dingtag fiel entweder in den Herbst zu Martini, meistens

jedoch ins Frühjahr auf den Lichtmesstag am 02. Februar.

Das Personal war in eine feste Rangordnung eingebunden. Den männlichen Mitarbeitern

stand der Meisterknecht vor, der über den Pferdeknecht, den Arbeitsknecht,

den Enk (Kleinknecht) und den Busselsjung verfügte. Bei den Frauen war es die

Großmagd, die der Magd und dem Bunnes (der Kleinmagd) vorstand.

Zu den arbeitsintensiven Zeiten der Aussaat und der Ernte und zu besonderen Anlässen

wurden zusätzliche Hilfskräfte im Tages- oder Stundenlohn oder Akkord eingestellt.

Zwischen den Großgütern befanden sich die Anwesen der übrigen Bauern, der

Ackerer, Handwerker und Gelegenheitsarbeiter. Sie besaßen zumeist Grund und

Boden, hatten ihren eigenen Hof mit Haus, Stall, Scheune und Hausgarten. Sie bestellten

ihren eigenen Acker, vielleicht auch Pachtland, nutzten ihre Wiesen, erzeugten

Ackerfrüchte und hielten Vieh, Kühe, Schweine, Hühner.

Die Dorfsatzung regelte die Bestellung und Entlohnung der Schützen, die die Gemarkung

zu überwachen hatten, und der Hirten, die das Vieh in der Allmende, der

gemeinsamen Weide, und nach der Ernte in der Brache hüteten. Die Dorfschaft

gewährte ihnen einen gesicherten Lohn.

Das Nachbarweistum legte ferner die Aufgaben des Offermanns, des Küsters, fest,

der nicht nur die Kirche zu versorgen hatte, sondern auch die Glocken zu gemeindlichen

Zwecken bedienen musste und eventuell die Kinder zu unterrichten hatte.

Ein besonderes Auge wurde auch und vor allem auf die Wahrung der Grenzen

und die Wartung der Dorftore und Umzäunungen gelegt. Zu den Pflichten aller

Nachbarn gehörte es nämlich, die Umzäunung des eigenen Hofgeländes anzulegen

und zu unterhalten, aber auch den Dorfzaun oder die Dorfhecke als Schutz gegen

das in der Brache weidende Vieh zu bauen und instand zu halten. Letztere trennte

die Hausgärten und Weinfelder innerhalb des Dorfes von der offenen Feldmark. In

der Dorfumzäunung befanden sich die Dorftore, Stiegel und Schalten, die stets geschlossen

sein mussten und nur beim Passieren mit Vieh und Ackergerät geöffnet

werden durften. Regelmäßig war die Dorfhecke in einem gemeinsamen Gang sämtlicher

männlicher Nachbarn zu besichtigen.

Auch musste die Gemarkungsgrenze im sogenannten Bannbegang von allen Nachbarn

kontrolliert werden, wobei besonders darauf geachtet wurde, dass die Grenzzeichen,

Steine und "Malbäume", deutlich erkennbar waren. Die Verletzung der

Grenzmarken wurde streng geahndet. Zum Bannbegang wurden die Knaben des

211


212

Abbildung 6: Bergheimer Nachbarweistum von 1577


Dorfes mitgeführt und ihnen die einzelnen Grenzpunkte mit rigorosen Methoden

eingebläut.

Ferner mussten die Straßen und Wege in gemeinsamer Arbeit angelegt, befestigt und

in gangbarem bzw. befahrbarem Zustand gehalten werden.

Die Nachbarschaft baute die Brunnen und unterhielt sie.

Ungeschriebene Pflicht war, dem Nächsten zu helfen, sei es in einer Notsituation, im

Krankheits- und Sterbefall - eine staatliche Sozialhilfe gab es nicht -, beim Hausbau,

bei jeder Tätigkeit, die der Nachbar nicht alleine bewältigen konnte. Nachbarschaftshilfe

war unentbehrlich.

In der Nachbarschaft wurde aber auch gemeinsam gefeiert, bei Kindtaufen, Hochzeiten,

bei Dorffesten, bei allen erfreulichen Ereignissen. Ein gutes und gedeihliches

Zusammenleben innerhalb der Dorfgemeinschaft konnte nur bei einem gesunden

Nachbarschaftsgeist funktionieren.

Wie vor erwähnt, wurde der Ort von einer dichten Hecke umgeben, der Fruthecke

("Vrottheck"). Sie verlief in weitem Bogen um den Siedlungskern und schloss die

Hausgärten, Bleichen (kleinere Ackerstücke, Gemüseäcker) und die vielen Weingärten

ein. Sie erstreckte sich in etwa im Zuge der heutigen Lohrbergstraße, Wolkenburgstraße,

Markusstraße, Bahnlinie, Oberstraße, Gronewaldstraße zum Sieghochufer.

Bei den Durchlässen - Fringsstiegel, Flachtenstiegel, Schildchen - standen

Wegekreuze unter einem Krausbaum, dem Kreuzbaum.

Heute noch markieren solche den ehemaligen Verlauf der Dorfumzäunung: Das

Schumacherskreuz unter der Kastanie bei der Schule, das Berggasser oder Rote

Kreuz 34 am Kreisverkehr zum Kalkofen unter einer Linde, das Abgestorbenenkreuz

am "Krausacker" (Kreuzacker) bzw. am Ausgang der Oberstraße unter einer Kastanie.

Bei Flurbereinigungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die Hecke verschwunden;

sie hatte inzwischen ihre Bedeutung verloren, als keine Brachweide

mehr betrieben wurde. Die Kreuze sind geblieben, da sie bei Prozessionen als Sakramentsaltar

gebraucht werden. Und die Krausbäume ergrünen jedes Frühjahr erneut

in alter Pracht.

34) Es war rot angestrichen.

213


Die Bergheimer Fischereigerechtsame 35

Die Bergheimer Bevölkerung bestand also aus Landleuten, die vom Ackerbau lebten.

Innerhalb der Nachbarschaft gab es aber zudem eine besondere Berufsgruppe,

die zusätzlich den Fischfang in den Gewässern der mündenden Sieg und dem zugehörigen

Rheinstück betrieb.

Wir können davon ausgehen, dass die landnehmenden Franken bereits die zu Füßen

der Siedlung vorbeifließende Sieg befischten. Unklar bleibt, wie die damaligen

Rechtsverhältnisse aussahen. Galt die Fischerei ausschließlich als königliches Regal?

Standen die fischenden Dorfleute in einem gewissen Lehnsverhältnis zu den merowingischen

Königen? Übte eine altfreie Bevölkerung die Fischerei als Naturalrecht

aus? Wir wissen es nicht. Wir vermuten aber, dass im 10. Jahrhundert die Fischerei

mit den Vilicher Mansen verknüpft war. Die Grundholden auf den Vilicher Hufen

mögen gemeinsam die Fischerei betrieben haben. Die Zugfischerei erforderte stets

eine Vielzahl von Teilnehmern, eine starke Mannschaft kräftiger Männer.

Wenn nun das königliche Diplom von 987 36 dem Stift Vilich alle bekannten, aber

in der Urkunde nicht näher bezeichneten Rechte bestätigte, muss damit auch die

Rhein-Sieg-Fischerei eingeschlossen werden. Somit mögen die Bergheimer Fischer

zu Recht dieses Datum als Fixpunkt für ihre Gerechtsame betrachten. Allein daraus

kann nicht zweifelsfrei geschlossen werden, dass zwei Drittel des Fischfanges im

Eigentum einer festen Berufsgruppe standen. Wir nehmen vielmehr an, dass das

Fischereirecht als Ganzes bei Vilich lag. Vom Ertrag stand dem Stift aber nur ein

Drittel zu. 37 So scheint sich das Verhältnis zwischen dem Stift und den praktizierenden

Fischern lehnsähnlich abgespielt zu haben. 38 Wir sehen hierin eine pragmatische

Lösung: Das Damenstift konnte die Fischerei nicht selbst ausüben; es war auf die

Arbeit erfahrener Berufsfischer angewiesen.

Die regelmäßige Fischlieferung bedeutete für das Stift einen wichtigen Beitrag zur

214

35) Die hierzu einschlägige Literatur:

Brodeßer, Heinrich: Die Fischerei-Bruderschaft zu Bergheim an der Sieg, Niederkassel - Rheidt

1987.

Engels, Hanns-Joachim:

A. Das Fischerei-Privileg an der unteren Sieg, HblS 89, 1965, S. 104 ff.

B. Erbfolge und Wappen der Fischerei-Bruderschaft zu Bergheim an der Sieg, HblS 93, 1967, S.

49 ff.

Giersiepen, Helga: Das Kanonissenstift Vilich, Bonn 1993.

Gronewald, Johann: Geschichte und Satzung der Bergheimer Fischerei-Bruderschaft, Troisdorf

1927, 2. Auflage, Siegburg 1962.

36) S. Anm. 11.

37) Im Diplom König Konrads III. von 1144 - s. Anm. 13 - heißt es dazu ausdrücklich: ...

omnium que capiuntur tertia pars est monasterii - von allem, was gefangen wird, gehört der 3.

Teil dem Kloster.

38) Dazu Giersiepen, S. 196 ff.


Lebensmittelversorgung und sollte ausschließlich für den Unterhalt des Konvents

verwendet werden. 39

Erst 1484 finden die hiesigen Fischer in einem Kammergedingsweistum als "die

Fischer vann Berchem" schriftliche Erwähnung 40 . Und im Fischereigedingsprotokoll

vom Montag nach Weißen Sonntag des Jahres 1530 werden sie erstmals namentlich

aufgeführt. 41

In den Jahrhunderten zuvor wird sich allmählich eine Sozialorganisation herausgebildet

haben, die sich im Laufe der Zeit zu einem zunftähnlichen Zusammenschluss

entwickelte 42 , zu einer "fraternitas", die sich Fischereibruderschaft nannte.

Die Zugehörigkeit zur Bruderschaft wurde - und wird noch immer - von den Vätern

auf ihre ehelichen Söhne vererbt, indem sie "ihre Gerechtigkeit tun", d. h. sich ins

Bruderschaftsregister einschreiben lassen und den Fischereid leisten, der zur Einhaltung

der Bruderschaftsordnung (und bis zur Aufhebung des Kanonissenstifts zur

Treue und zum Gehorsam gegenüber der Vilicher Äbtissin) verpflichtet.

Zu den Pflichten gehörte die Teilnahme an den Kammergedingen, die jährlich dreimal

stattfanden, zu Dreikönige, Ostern, Johannes Baptist. Dazu kam noch das Fischergericht

im März, das zu Gertrudis in der Bergheimer Niederung tagte.

Die Äbtissin des Vilicher Damenstifts war also die Zunftherrin, die zu den Gedingen

der stiftischen Kammer, zur Verwaltungsversammlung, befahl.

Der Gang nach Vilich war sicherlich nicht immer eine erfreuliche Angelegenheit. Er

unterstrich die Abhängigkeit der Fischer von der Äbtissin bzw. dem Kanonissenstift

und verweist auf das lehnsartige Verhältnis zur ehemaligen Grundherrschaft. Während

die stiftischen Mansen in Bergheim längst ihre Lehnspflicht abgestreift hatten,

blieben die Fischer bis zur Skälarisation an Vilich gebunden.

Im Jahr 1555 ließ der Herzog von Berg in der Zeit vom 07.08. bis 14.11. sein Herzogtum

"erkunden". Im damals verfassten Erkundigungsbuch lesen wir:

"Berchem. Die fischer van Berchem fischen den Rhein als ir eigen gut van

Mondorf gegen die Kirchgaß an der bergischen seiten hinuf und langs die II Stiften

Vilig (Vilich) und Rindorf (Schwarzheindorf) bis an die Kevergaß (in Beuel), welchs

mit in die vurgenannte vischerie in der Siegen gehort. Item die Vischerie in der Siegen,

dar die vischer van Laer (Sieglar) wenden nach ußweisung leegen und peelen,

haben die fischer van Berchem van alters her gehat und gefischt als ir eigen gut biß

zu Mondorff gegen die Kirchgaß, beheltlich der frawen van Vilig irer gerechtigkeit,

nemblich den Illten visch, oder wie die vischer mit ir gewerden." 43

39) So die Urkunde vom 26. Juli 1311 bei Lacombleth, Th. J.: Urkundenbuch für die Geschichte

des Niederrheins, 4 Bände, Düsseldorf 1840 - 1858, hier Bd. III 109.

40) HStAD, Vilich, Akten 9/1.

41) HStAD, Vilich, Akten 47 VII fol. 5.

42) Vgl. Engels, A., S. 108.

43) Extrakt auß dem Bergischen erkundigungsbuch de anno 1555 - in den Akten des Archivs

der Bruderschaft BFB 1/0.

215


Diese Aussagen - "von alters her" und "ihr eigen gut" - dürfen nicht überbewertet

werden. Sie sind als "Formel" zu betrachten und können über den Vilicher Anspruch

nicht wegtäuschen.

Der Herzog von Berg versuchte natürlich seine bergischen Untertanen in Bergheim

gegenüber "auswertigen Ansprüchen" aufzuwerten. Die Tatsache, dass die Vilicher

Äbtissin die Herrin über die Fischerei an Rhein und Sieg war, ist nicht zu übersehen.

Sie dokumentierte diesen Anspruch, indem sie die Fischer unter Eid nahm.

Dieser Rechtsanspruch auf die Fischerei innerhalb genau beschriebener Grenzen

wird zudem in einer Notariatsurkunde vom 12. Januar 1593 präzise formuliert, wenn

es da heißt: "... Item einer Ehrwürdigen frawen Hochheit vndt Gerechtigkeit der

fischereien vndt jagdt fanget ahn..." Es folgen die einzelnen Grenzpunkte von der

Koffergasse bei Beuel (oberhalb der Kennedy-Brücke) bis Mondorf an den Dorfzaun

bei der Kirchgasse und die Sieg hoch bis Sieglar zur Hangenden Mühle. In

diesem Bezirk habe niemand das Recht zu fischen und zu jagen. Bei Zuwiderhandlungen

"haben Ihre Ehrwürden (die Äbtissin) macht denselben zu strafen". 44

216

44) HStAD, Vilich, Urk. 138.

Abbildung 7: Das Bergheimer Fischerhaus


Die Bergheimer Fischer haben dem nie widersprochen, sondern an diesen Grenzen

festgehalten, innerhalb derer sie ihre eigene Fischerei gesichert glaubten.

Als die vorbeschriebenen Fischereigrenzen von den Nachbarfischereien in Frage gestellt

wurden, kam es zu heftigen Streitigkeiten, die juristisch ohne klare Ergebnisse

ausgefochten, von den praktizierenden Fischern aber in "handfesten Kämpfen" ausgetragen

wurden. Hier fühlten sich Stift und Bruderschaft gemeinsam gefordert. 45

Die Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts beendete das Zusammenspiel von

Damenstift und Bruderschaft.

Am 18. März 1804 wurde das Vilicher Kanonissenstift durch den neuen Landesherrn

von Napoleons Gnaden, den Fürsten Friedrich August von Nassau, aufgelöst.

Als die Rheinlande, darin das Gebiet der unteren Sieg, durch den Wiener Kongress

dem Königreich Preußen zugesprochen wurden, gelangte der "3. Fisch" an den

preußischen Fiskus.

Für die Bergheimer Fischer entfiel der Gang zum Vilicher Kammergeding. Eine

neue "Bruderschaftsordnung" wurde fällig. Die Neufassung der Statuten wurde zu

Johann Baptist 1843 beschlossen.

Wenige Jahre später konnten die Fischer das "Vilicher Drittel" vom preußischen Staat

käuflich erwerben. Mit dem 23. Juni 1850 fiel der "3. Fisch" an die Bruderschaft, die

dazu einen Kaufpreis von 600 Talern aufbrachte und damit zum Eigentümer der

Fischereigerechtigkeit innerhalb der

alten Grenzen wurde.

Gegen alle folgenden Widerstände -

die Zünfte und Gilden wurden gegen

Ende des 19. Jahrhunderts von Staats

wegen aufgehoben - konnte sich die

Bruderschaft durchsetzen und ihren

zunftgemäßen Status erhalten. Wie

früher vererben die Väter die Fischereigerechtsame

auf ihre Söhne, versammeln

sich zu Dreikönige und St.

Johann Baptist zum Geding, das nun

unabhängig von äußeren Zwängen in

eigener Regie stattfindet, fassen ihre

Beschlüsse, genießen dort ihre Fischbrötchen

mit Pfeffer und Salz und

den Wein und wissen sich nunmehr

im alleinigen Besitz der alten Fischereigerechtigkeit.

Abbildung 8: Wappen der Bergheimer Fischerei-

Bruderschaft

45) Näheres dazu bei Brodeßer: Die Fischerei-Bruderschaft an der Sieg, S. 38 – 62.

217


St. Lambertus - Kirche und Pfarrgemeinde

St. Lambert mag bereits zur karolingischen Zeit als Eigenkirche des Königs oder

Gaugrafen entstanden sein. Darauf verweist die Patrozinienforschung. 46 Sehr früh

schon muss die Hofeskirche mit Tauf- und Pfarrrecht ausgestattet worden sein. Wir

wissen nicht wann. Unser alter klobiger Taufstein aus Basaltlava, der zu den sehr frühen

Tiegeltypen zählt, verrät ein hohes Alter und mag aus jener Zeit der Pfarrentstehung

stammen. 47 In den Gründungsurkunden der Siegburger Benediktinerabtei von

1064 finden wir die erste schriftliche Erwähnung der Bergheimer Kirche und des

Ortes. 48 Darin finden wir bestätigt, dass Erzbischof Anno II. dem neu gegründeten

Kloster die Kirche und den Zehnt sowie Hofesbesitz in Bergheim vermacht hat. 49

218

Abbildung 9: Siegel der Bergheimer Kirchherren: St. Michael mit

dem Drachen (HStAD Urk. Altenberg 398)

46) Dazu Rutt, Theodor: Land an Sieg und Rhein, Bonn 1960, S. 97. Siehe auch Korth, Leonard:

Die Patrocinien der Kirchen und Kapellen im Erzbistum Köln, Düsseldorf 1904, S. 113 ff.

47) Clemen/Renard: Die Kunstdenkmäler des Siegkreises, Düsseldorf 1907, S. 17, hält ihn für

eine Arbeit des 11. - 12. Jahrhunderts. Seiner schlichten Form nach dürfte er jedoch älter sein.

48) HStAD, Siegburg, Urk. 4, 5, 6, 7 - veröffentlich bei Lacombleth, Urkundenbuch, und

Wisplinghoff, Erich: Urkunden und Quellen zur Geschichte von Stadt und Abtei Siegburg, Siegburg

1964.

49) „aecclesia in Beretheim (gemeint ist zweifellos unser Bergheim) cum decimis et dotali

manso“


Die Bergheimer Kirche wurde zugleich der Siegburger Abtei incorporiert. Der Abt

besetzte die Pfarrstelle nach Möglichkeit mit einem Benediktiner aus Siegburg, er

zog den Zehnt ein und genoss die Einkünfte und Dienste aus dem Fronhof. 50

Durch diese Bindung an die Abtei waren die Bergheimer verpflichtet, den Bau der

Siegburger Pfarrkirche mit Arbeitskräften und geldlichen Mitteln zu unterstützen.

Dem widersetzten sich die hiesigen Kirchspielsleute. Es kam zum Rechtsstreit. Der

Bergheimer Pfarrer wandte sich an den Kölner Erzbischof Philipp I. von Heinsberg,

der 1169 die Bergheimer von der Kirchbaupflicht in Siegburg befreite, von jeglicher

Arbeit und finanziellem Beitrag, ihnen aber dafür die jährliche Lieferung einer

Wachskerze im Werte von 10 Dortmunder Münzen zu Allerheiligen auftrug. 51

Im 13. Jahrhundert fasste das alte unter dem Patronat der Siegburger Abtei stehende

Gotteshaus, wahrscheinlich ein Holzbau, nicht mehr die angewachsene Zahl der

Bevölkerung. Vielleicht war der Bau auch marode geworden. Jedenfalls wurde er im

Jahre 1248 abgerissen und an seiner Stelle ein Neubau errichtet. 52 Interessanterweise

wurde damals das Lambertus-Patrozinium beibehalten wie ebenso bei späteren Umbauten

und Neubauten bis in unsere Tage.

Das neue, nunmehr steinerne Gotteshaus wurde dem Geiste jener Zeit entsprechend

im romanischen Stil errichtet und war im Ursprung vermutlich ein einschiffiger

Saalbau. Aber bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde die Kirche erweitert

und in gotischen Bauformen umgebaut. So entstand eine dreischiffige Halle mit

verputzter Flachdecke aus Holz, im Hauptschiff 12 m lang, 5,50 m breit und fast 9

m hoch, im rechten Seitenschiff ebenso lang und hoch und halb so breit, im linken

Seitenschiff gleichgeartet, doch um die dem Chor seitlich zugeordnete Sakristei entsprechend

kürzer. Dem Langhaus war nach Osten eine gewölbte gotische Choranlage

mit Fünfachtelschluss zugefügt. Im Westen war dem Baukörper der Kirchturm

vorgesetzt. 53

Mit der Gotisierung wurde eine für die damalige Zeit typische Wandmalerei aufgetragen,

die später übertüncht, zuletzt aber bei Abrissarbeiten im 19. Jahrhundert im

Chor wiederentdeckt wurde. Der Bilderzyklus zeigte im Gewölbe die Passion und

Auferstehung Christi und auf der südlichen Chorwand das Jüngste Gericht. 54 Die

50) S. dazu Delvos, S. 350.

51) Die Urk. im damaligen Provinzialarchiv, abgedruckt bei Müller, Aegidius: Siegburg und der

Siegkreis, Bd. I, Siegburg, 1859, Anhang XXXVII ff.

52) So Gronewald, Bergheimer Schulchronik I., im Stadtarchiv Troisdorf, S. 42 - 52, und nach

Tagebuchaufzeichnungen Gronewalds unter Berufung auf Cardauns - ohne nähere Angabe der

Quelle.

53) Näheres dazu bei Clemen/Renard, Kunstdenkmäler, S. 17, und in der Pfarrchronik Bergheim,

im Pfarrarchiv.

54) Eine ausführliche Würdigung der Freskomalereien bei Brodeßer, Heinrich: Die vergangene

„bunte Kirche“ zu Bergheim an der Sieg, in TJH XVIII, 1988, S. 71 ff.

219


220

Abbildung 10: Freskomalerei auf der Seitenwand des

Chores: Das Jüngste Gericht, Zustand nach der Freilegung

um 1875.


Wandbemalungen im Langhaus sind beim Abriss der alten Kirche verloren gegangen

wie ebenso die Bebilderung des Chorraumes, die wenigstens abgezeichnet und

beschrieben uns überliefert wurde.

Der Kirche im Westen vorgelagert stand das Pastorat, ein in Fachwerk ausgeführtes

stattliches Pfarrhaus.

Über die Stellung des Pastors und die Verwaltung des Kirchspiels, zu dem die Honschaft

Müllekoven gehörte, unterrichtet ein Weistum von 1579. 55

Unter 8. wird dem Siegburger Abt zugestanden, "der zehendt naß vnd drugh zue

Bercheim vnd Mullinckhouen, waß karst vnd pflugh bricht in feldt vnd weingardtt."

9. Item. Dagegen soll der Abt jährlich dem Pastor zu Bergheim ein Fuder Weißwein

und 20 Malter aus dem Zehnt überlassen bzw. von seinen Einkünften abzweigen.

Ferner soll er für die Kirche den "halben ollichßbrandt" geben, den Kirchboten stellen,

die Zuchttiere, "Ochß, Eber, Buck", auch ein Füllen halten und eine Lehmgrube

zur allgemeinen Bedienung anbieten.

In der seelsorgerischen Betreuung seiner Pfarrkinder wurde der Bergheimer Pastor

von Benefiziaten, "Frühmessler", unterstützt.

Im Jahr 1504 stifteten Propst Gerhard von Plettenberg und seine Schwester Jutta

zu Bergheim einen Marienaltar bzw. eine Vikarie. 56 Der Inhaber dieses Benefiziums

erhielt aus der Stiftung eine jährliche Rente von 21 Gulden zu je 4 Mark und aus der

Verpachtung eines Weingarten 5 Ohm Wein, 10 Hühner und 10 Schilling, ferner 5

Mark für die Beleuchtung des Altares. Zum Benefizium gehörte ein Wohnhaus, in

dem der Benefiziat persönlich zu "residieren" hatte. Am Altar las der Priester vier

Wochenmessen und vermutlich an den Sonn- und Feiertagen die Frühmesse. Die

Vikarie-Stelle wurde vom Adelssitz in Müllekoven besetzt, der über die Familie von

Plettenberg, danach von Zweiffel zuletzt 1600 an den Deutschen Orden fiel. Die

Stiftung ist untergegangen, vermutlich in den Wirren der Zeit der Französischen

Revolution; der Marienaltar ist indessen bis heute erhalten geblieben.

Eine zweite Vikarie wurde 1770 vom Sieglarer Pastor Johann Heribert Weinreis gestiftet.

Sie wurde ausgestattet mit Haus, Garten und Ackerland und einem Kapital

von 8076 Mark. Spätere Zustiftungen brachten 1385 Mark ein. Der Vikar war dafür

gehalten, entsprechende Stiftungsmessen am Katharinenaltar zu lesen und den Pastor

in der Seelsorge zu unterstützen. 57 Das Vikariehaus erlebte mehrere Um- und Erweiterungsbauten,

steht heute noch in der Klostergasse und diente zwischendurch

als Nonnenkloster und Wohnung eines Subsidiars. Es schließt sich dem Pfarrgarten

nach Westen an. 58

In der Mitte des 19. Jahrhunderts zeigte das alte Gotteshaus gravierende Bauschä-

55) Veröffentlicht in TJH III 1973, S. 109 ff.

56) S. Delvos, S. 360/61.

57) Ebenda, S. 361 – 363.

58) Dazu näheres in Heimatbuch Rhein-Sieg, Troisdorf 1985, S. 164 – 168.

221


den. Die Kirche war nicht nur reparaturbedürftig geworden, sondern erwies sich

bei der über 2000 Seelen angewachsenen Pfarrgemeinde als zu klein. Die Gemeinde

entschloss sich zu einem Neubau. Die von Bauinspektor Dieckhoff erstellten Pläne

konnten aber erst nach mehrfacher Änderung in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts

realisiert werden.

222

Abbildung 11: Die Bergheimer Pfarrkirche von 1869/72 im

ursprünglichen Zustand


Am 20. September 1869 wurde endlich der Grundstein gelegt. Die Bauarbeiten wurden

indessen durch den Deutsch-Französischen Krieg verzögert. Dennoch konnte

am 22. September 1872 die Benediktion des fertiggestellten Neubaus stattfinden.

Aber erst am 13. Juni 1875 - mitten im Kulturkampf - kam der Kölner Erzbischof

Paulus Melchers zur Konsekration nach Bergheim. 59

Die neue Kirche ist ein in Backstein ausgeführter Zentralbau in Form eines griechischen

Kreuzes mit angefügten Eckquadraten, mit angehängtem gewestetem Chorraum

und vorgesetztem Ostturm. Das gotischen Stilelementen nachempfundene

Bauwerk wird auf allen Seiten von Treppengiebeln flankiert.

Im 2. Weltkrieg wurde der Baukörper durch Artilleriebeschuss weitgehend beschädigt.

Eine erste Reparatur konnte die Bauschäden nur notdürftig beheben. Wiederholt

musste nachgebessert werden. Das Mauerwerk war zu sanieren, die Gewölbe

mussten erneuert, das Kircheninnere neu gestaltet werden. Die Inneneinrichtung

wurde umgeordnet, die neugotischen Altaraufsätze, Kommunionbank und Predigtstuhl

wurden entfernt, die Statuen wurden teilweise umgestellt. Und endlich erhielt

die Kirche 1988 neue Fenster, wertvolle Glasmalereien, die nach den Entwürfen des

Kirchenmalers und Glasbildners Hermann Gottfried gestaltet wurden. 60

Kriegsdrangsale

Im Laufe der Jahre hatten unsere Dörfler wiederholt unter grausamen Kriegshandlungen

zu leiden. Bergheim lag an der großen Heerstraße, die von Beuel über Deutz

nach Mülheim führte und von zahlreichen Reisigen, Kaufleuten und Kriegern benutzt

wurde. Der Siegübergang bei Bergheim brachte daher immer wieder kriegsführende

Truppen in und durch den Ort. Häufige Einquartierungen, Plünderungen und

Brandschatzungen brachten unsere Landleute an den Rand der Verzweiflung.

Im Truchseß'schen Krieg (1583 - 1589) verschanzte sich der zum Protestantismus

übergetretene Erzbischof Gebhard II. in der Stadt und Festung Bonn, um sein verfallenes

Kurfürstenamt zu verteidigen. Gegner belagerten die Stadt und nahmen sie

ein. Gebhard floh nach Holland. Seine Anhänger führten den Krieg weiter, eroberten

1587 Bonn zurück und setzten sich dort abermals fest. Ein neues gegnerisches

Heer zog unter dem Kommandanten Karl von Croy heran, schlug zunächst in Berg-

59) Eine ausführliche Darstellung zum Neubau der Bergheimer Kirche bei Schulze, Jörg:

Bergheim - Katholische Pfarrkirche St. Lambertus, in: Kirchenbauten des 19. Jahrhunderts im

alten Siegkreis, Arbeitsheft 21, Landeskonservator Rheinland, Köln 1977, S. 235 - 246. Über die

Architektur wird ferner berichtet bei Brodeßer, Heinrich; Heimatbuch Rhein-Sieg, S. 153 - 164,

über den Innenraum und die Einrichtung in TJH XXXII, 2002, S. 123 – 139.

60) Dazu Brodeßer, Heinrich: Die Buntglasfenster in St. Lambertus zu Bergheim, in TJH

XXVI, 1996, S. 21–29.

223


heim sein Hauptquartier auf und plünderte von hier die Dörfer der Umgebung aus.

Erst als die Festung Bonn am 26. September 1588 fiel, fand das Kriegsleiden ein

Ende. 61

Dreißig Jahre später brach der Dreißigjährige Krieg (1618 - 48) aus. Bei Bergheim

kam es zu erbitterten Kämpfen um eine Inselfestung vor der Siegmündung.

Im Sommer 1620 zogen holländische Krieger auf ihren Schiffen rheinauf und setzten

sich auf der Rheininsel, dem Kemper Werth (heute Halbinsel), fest und bauten

dort eine große Festung auf, die sie mit 3000 Mann Besatzung belegten und ihrer

Form wegen zum Spott der hiesigen katholischen Bevölkerung Pfaffenmütze

nannten. Sie legten zusätzlich im Vorland des Mündungsdeltas Schanzen an, wo sie

Schweizer Söldner stationierten, im sogenannten "Schweizer Quartier" unterbrachten.

Sie plünderten das Umland aus, versorgten mit ihrer Beute die Festung, lagerten

dortselbst Vorräte, legten auf der Insel innerhalb der Umwallung Mühlen an und

bauten zwei Brunnen zur Trinkwasserversorgung. Wenig später drang der spanische

Heerführer Spinola von der Pfalz her gegen die "abtrünnigen Staaten" der niederländischen

Seeprovinzen, d. h. gegen die "Vereinigten Niederlande", nach Norden vor,

eroberte die Städte entlang des Rheins und griff schließlich nach dem Niederrhein.

Dabei gelangten seine Truppen unter dem Grafen Heinrich de Mons ins Siegmündungsgebiet.

Sie nisteten sich in Bergheim ein, bauten am Westende des Ortes, wo

jetzt Bootshaus und Fischerhaus stehen, eine Schanze, aus der die Pfaffenmütze

einzusehen war, die darum die "Kick en de Mütz" getauft wurde. Von hier aus begannen

die Kampfhandlungen. Die Siegniederung wurde Stück um Stück eingenommen

und bis an die Rheinfront besetzt. Vom rechtsrheinischen Ufer wurde die

Inselfestung unter Beschuss genommen, später auch von der linken Rheinseite. Zu

den Kanonen wurden nun auch "Granatwerfer" eingesetzt, d. h. mit großen Schleudern

wurden die Granaten über die hohen Wälle in die Festung katapultiert, wobei

unter anderem das Brunnenwasser verseucht wurde. Als dann auch noch die Lebensmittelvorräte

ausgingen und damit die vitaminreiche Kost wegfiel, brachen die

Ruhr und der Skorbut unter der Inselbesatzung aus und machten sie kampfunfähig.

Am Ende des Jahres 1622 kapitulierten die Holländer. Ihnen wurde freier Abzug

gewährt. Am 03. Januar 1623 zogen sie in ihren Booten unter Hinterlassung ihrer

Kanonen nach Holland ab. 62

224

61) Zu diesen Kriegsereignissen in und um Bergheim Gronewald, Johann: Schulchronik I,

im Stadtarchiv Troisdorf, S. 52 und 53. Siehe auch: Trippen, Peter Paul: Heimatgeschichte von

Troisdorf, Köln 1940, S. 57–63.

62) Dazu nähere Informationen bei Brodeßer, Heinrich: Die Pfaffenmütz, Troisdorf 1990,

und: Die Pfaffenmütz - Eine Inselfestung vor der Siegmündung 1620 - 1623, Troisdorf 1994.


Abbildung 12. Die Inselfestung Pfaffenmütz von 1620

Unsere Dorfbewohner kamen aber nicht zur Ruhe. Von 1632 - 1635 suchten die

Schweden unsere Dörfer heim. Ihnen folgten die Kaiserlichen. Auch nach dem großen

Krieg hörten die Kriegsgräuel nicht auf.

Während der "Raubkriege" des französischen Königs Ludwig XIV. lagen im Winter

1672/73 französische Truppen an der unteren Sieg im Quartier.

Bereits 1688 bis 1697 folgte der Pfälzische Erbfolgekrieg. Es ging wieder um die

Festung Bonn, auch um Stadt und Abtei Siegburg. Der Siegübergang bei Bergheim

wurde abermals das Ziel durchziehender Truppen, die hier Spuren der Verwüstung

hinterließen. Vor allem wurde diesmal der Nachbarort Mondorf heimgesucht. Das

Dorf wurde ausgeplündert und eingeäschert, die Dorbewohner wurden geschunden,

gequält und ermordet. Kaum war diese Kriegsnot überstanden, brach 1701 der

Spanische Erbfolgekrieg aus, der 14 Jahre dauerte. Gronewald weiß zu berichten,

dass die Franzosen bei Bonn über den Rhein, bei Bergheim über die Sieg setzten und

hier ihr Lager aufschlugen. 63

Die Dörfler flohen, versteckten sich in Weingärten oder im Gebüsch. Das war der

Beginn schlimmer Verwüstungen, Plünderungen und böser Drangsalierungen. Über

63) Gronewald; Chronik von Bergheim an der Sieg, Bd. II, handgeschriebenes Tagebuch - im

Stadtarchiv Troisdorf - S. 125 – 130.

225


die Siegfähre zogen wiederholt marodierende Söldner. Dazu kamen belastende

Kriegssteuern des bergischen Landesherrn und die Rekrutierung aller waffenfähigen

Männer. Erst 1714 kam es zum Friedensschluss.

In den folgenden Friedenszeiten mussten sich die Leute gegen räuberische Vagabunden,

Kesselflicker, Tierleiter, betrunkene Soldaten wehren. Dazu wurden Wachen

eingerichtet und die nächtlichen Patrouillen verstärkt. 64

1740 der nächste Krieg, der Österreichische Erbfolgestreit. Wenn auch diesmal unsere

Gegend von Kriegshandlungen verschont blieb, so hatten unsere Dörfler dennoch

unter Truppendurchzügen, Einquartierungen, Kriegsdienst der jungen Männer

zu leiden. Im Mai 1743 schlugen die Truppen des Herzogs von Aremberg im

Siegmündungsgebiet ihr Lager auf. Als sie nach längerem Aufenthalt abzogen, mussten

die Bauern ihnen Pferde und Fuhrwerke stellen, auf denen die Bagage und das

Beutegut, vor allem auch die erpressten Lebensmittel fortgeschafft wurden. Manche

Pferde und Wagen sahen ihren rechtmäßigen Besitzer nie wieder. Im Frieden von

Aachen wurde dieser Krieg 1748 endlich beendet.

Auch der Siebenjährige Krieg Preußens gegen Österreich und dessen Verbündete,

der 1756 folgte, verschonte die untere Sieg mit kriegerischen Auseinandersetzungen.

Dennoch lag auf unseren Kirchspielsleuten die Last durchziehender Truppen, von

Einquartierungen, Heeresdiensten, Kriegssteuern, Sonderdiensten, "Befreiungsgeldern"

und Fuhrdienstleistungen. Für Freund und Feind waren "Rationen" an Lebensmitteln

und Futter für Mannschaft und Tiere zu liefern. 1759 wurde in Mülle-

koven ein Lazarett eingerichtet, das von der Bevölkerung unterhalten werden musste.

Erst am 15.02.1763 konnten die Menschen aufatmen, als auf Schloss Hubertusburg

der Friede geschlossen wurde. Friede für wie lange? Es sollte bald noch schlimmer

kommen. Von Westen her zogen dunkle Wolken heran; die Französische Revolution

warf ihre Schatten über den Rhein. 65

Aufbruch in eine neue Zeit

Die Französische Revolution brachte einschneidende Veränderungen in der gewohnten

Lebensweise.

Bereits 1794 standen französische Revolutionstruppen am Rhein. Ein Jahr später

drangen sie auf die rechte Rheinseite vor, überzogen unsere Dörfer mit bitteren

Kämpfen. Die einheimische Bevölkerung wurde ausgepresst. Furagelieferungen,

Einquartierungen, Fuhrdienste, Rekrutierungen entzogen ihr die Existenzgrundlage.

226

64) Ebenda.

65) Zum Kriegsgeschehen im 17. und 18. Jahrhundert an der unteren Sieg siehe bei Brodeßer:

Das Kirchspiel Bergheim-Müllekoven, a.a.O., S. 81 – 101.


1803 wurden durch die Säkularisation alle geistlichen Besitztümer enteignet. Abteien

und Klöster verloren ihren Besitz, darunter auch die Gutshöfe und Gerechtsamen,

an die weltliche Obrigkeit, an den Staat. Davon waren auch die Bergheimer betroffen,

da nunmehr in der Fischereigerechtigkeit der Partner wechselte, wie ebenso in

den kirchlichen Verhältnissen, weil die Siegburger Abtei als der Patronatsherr ausgeschieden

war, das Zehntrecht an den Fiskus fiel und der abteiliche Fronhof dem

Landesherrn zugesprochen wurde. Als schließlich unser Bergischer Landesvater Maximilian

Josef sein Herzogtum Napoleon überließ, wurden die Verwaltung und die

Rechtsprechung nach französischem Vorbild umstrukturiert.

Napoleon setzte alle alten Gesetze außer Kraft, beseitigte das Feudalwesen, löste die

Landstände auf, ebenso auch die Dorfämter und tradierten Dorfrechte, hob die Zölle

auf, schaffte die ehemaligen Verwaltungsgepflogenheiten und die Amtsbezirke ab

und führte die neue "großherzogliche Munizipalordnung" ein. Das Großherzogtum

Berg wurde in vier Departements eingeteilt, die je ein Präfekt anführte. Diese wiederum

gliederten sich in Arrondissements, die unter der Leitung eines Unterpräfekten

standen. Sie wurden in Kantone unterteilt, die sich aus Mairien oder Munizipalitäten

zusammensetzten. Das rechte Rhein-Sieg-Dreieck gehörte mit den Mairien Sieglar

und Niederkassel zum Kanton (Kreis) Siegburg, Arrondissement (Bezirk) Mülheim/

Rhein und Departement Rhein.

Bei der Bildung dieser neuen Verwaltungseinheiten wurde keine Rücksicht auf die

gewachsenen politischen Einheiten genommen. Der Bereich des Dingstuhls Bergheim

wurde zwischen Mondorf und Bergheim auseinanderdividiert, letzteres mit

Müllekoven dem vormals löwenbergischen Sieglar zugeschlagen.

Im Rechtswesen wurde der Code Napoléon eingeführt, das Zivilgesetzbuch, das

die Freiheit des Individuums, das Eigentum und die Unabhängigkeit von religiösen

Bindungen garantieren sollte. Nun galten alle vor dem Gesetz gleich. Es gab keine

Vorrechte für den Adel und die hohe Geistlichkeit mehr. Alle wurden gleichermaßen

zu Steuerzahlungen herangezogen. Strafverfahren wurden in öffentlichen Prozessen

vor dem Friedensrichter in Siegburg verhandelt. Alle Frondienste hatten ein Ende.

Als Napoleon in den Befreiungskriegen unterlag und seine Herrschaft zusammengebrochen

war, wurden die Rheinlande, darin das Kirchspiel Bergheim in der Bürgermeisterei

Sieglar, 1815 dem Königreich Preußen zugeschlagen, bei dem wir bis in

die Mitte des 20. Jahrhunderts blieben.

Unter den Preußen wurde die Gebietseinteilung neu geordnet. Aus den Rheinischen

Departements entstand 1822 die Rheinprovinz, die sich in Regierungsbezirke gliederte.

Die Kantonalverfassung war 1816 beseitigt worden. Es kam nach einigen Versuchen

zur Bildung des Siegkreises. Die Mairien wurden in Bürgermeistereien umbenannt,

blieben bei uns in den oben genannten Grenzen bestehen. Das Kirchspiel

Bergheim-Müllekoven gehörte nun zur Rheinprovinz, zum Regierungsbezirk Köln,

dem Siegkreis und zur Samtgemeinde oder Bürgermeisterei Sieglar. Eine neue preußische

Gemeindeordnung von 1845 gestand Bergheim-Müllekoven den Status einer

Specialgemeinde im Verband der Bürgermeisterei Sieglar zu. Als Specialgemeinde

227


wurde unser Kirchspiel von einem "Ortsbürgermeister" angeführt. Ein selbständiger

Gemeinderat fasste verbindliche Beschlüsse, deren Realisierung über die Verwaltung

der Bürgermeisterei abgewickelt wurde. In den Gemeinderat wurde nach dem

Dreiklassenwahlrecht gewählt.

Die ehemals geistlichen, nunmehr säkularisierten Herrengüter wurden zunächst als

Domäne vom Fiskus verwaltet. Der Staat trennte sich jedoch bald von diesen Höfen

und veräußerte sie in private Hand. Auch die adeligen Grundbesitzer stießen nach

und nach ihren auswärtigen Besitz ab, der parzelliert von den Bauern erworben wurde,

wobei der Hofraum mit einem Großteil der Ländereien meistens von den Halfen

aufgekauft wurde.

Um den Grundbesitz der Dorfleute mit den entsprechenden Steuern belasten zu

können, ließ die preußische Verwaltung alle Gebäude, Hofesparzellen und Flurstücke

genau vermessen und in einem Kataster erfassen. Das uns betreffende Urkataster

wurde im Jahr 1823 abgeschlossen.

Zugleich wurde ebenso ein topografisches Kartenwerk erstellt, das vor allem militärischen

Zwecken dienen sollte. Die 1820 durch von Müffling angelegte Aufnahme

wurde später die Grundlage für die Landesvermessung, die in den Messtischblättern

1 : 25.000 dargestellt ist.

228

Abbildung 13: Die Rückseite der Bergheimer Schule


Die preußische Regierung war ebenso um die Hebung der sozialen und hygienischen

Verhältnisse der zugewonnenen westlichen Provinzen bemüht. Zu diesem Zweck

wurde der "Kreisphysikus" Dr. Lohmann mit der Erkundung der "Beschaffenheit

des Siegkreises und seiner Bewohner in physischer und moralischer Hinsicht" beauftragt.

Sein Bericht gewährt uns interessante Einblicke in die Lebensweise unserer

Vorfahren. 66

Zur Förderung des Gesundheitswesens wurde u. a. die Pockenschutzimpfung eingeführt,

wobei sich die Bergheimer Lehrer und Mitglieder der Familie Nockher besonders

verdient gemacht haben.

Auch ins Schulwesen griff die Regierung ordnend ein. Nach der Eröffnung der ersten

Lehrerseminare waren nur noch seminaristisch ausgebildete Lehrer zum Schuldienst

zugelassen. 1832 wurde von der hiesigen Gemeinde ein Privathaus in der

Bergstraße käuflich erworben und als Schulhaus eingerichtet. Und 1861 wurde auf

dem heutigen Paul-Schürmann-Platz ein neues Schulgebäude aus Backstein gebaut,

darin zunächst nur zwei Klassenräume im Erdgeschoss und Lehrerwohnungen im

Obergeschoss, die später in Klassenräume umgewandelt wurden. Selbst auf dem

Speicher gab es noch Zimmer als Wohnräume für das Lehrpersonal. Zum Schulhaus

gehörten ein separates Ökonomiegebäude und Toiletten und ein großer Schulgarten.

Dagegen nahm sich der Schulhof, der Pausenhof für die Kinder, im Dreieck

zwischen Berg- und Siegstraße, recht klein aus. 67

Ferner wurde zur Sicherheit der Landbevölkerung der Polizeidienst verstärkt und

Nachtwachen wurden eingerichtet.

Die lange Friedenszeit wurde schließlich durch kurze Kriege unterbrochen. 1864

verlor Dänemark die Herzogtümer Schleswig und Holstein an Preußen und Österreich.

Die gemeinsame Verwaltung führte 1866 zum Deutschen Krieg, in dem

Österreich den Preußen unterlag. Im folgenden Deutsch-Französischen Krieg von

1870/71 unterlag Frankreich. Am 18. Januar 1871 wurde in Versailles das Deutsche

Reich ausgerufen, aus dem Österreich ausgeschieden wurde. Der König von Preußen

wurde Deutscher Kaiser.

In dieser Zeit setzte zunehmend eine beachtliche Industrialisierung ein. In Troisdorf

und Oberlar gab es seit 1886 die "Pulverfabrik" (die spätere DN), in Menden-Nord

entstand die Friedrich-Wilhelms-Hütte, in Mondorf eine Maschinenfabrik (1885),

die spätere Werft Bröhl. Außerdem wurden zahlreiche kleinere Betriebe in den Dörfern

an Rhein und Sieg gegründet, Schuhfabriken, Mühlenbetriebe, Brauereien. Um

dieser Entwicklung gerecht zu werden, wurde das Wegenetz ausgebaut. Von 1851

66) Zum Bericht des Kreisphysikus Lohmann: HStAD, Bestand Reg. Köln Nr. 1332. Näheres

in TJH XX 1990, S. 4 ff.

67) Zur Entwicklung des Bergheimer Schulwesens TJH XXIII, 1993, und XXIV, 1994.

229


is 1855 entstand die "Mondorfer Chaussee". 68 Eisenbahnstrecken wurden angelegt,

das Postwesen wurde intensiviert. Bergheim erhielt eine Postagentur, die zuerst in

der Gastwirtschaft Gaspers untergebracht war, später bei Siegbergs im "Restaurant

zur Post".

Die Arbeit in den Industriewerken, ferner der aufblühende Obst- und Gemüsebau,

die Rhabarber-Erzeugung (seit 1882 in Mondorf, von dort in die Nachbardörfer)

brachten einen bescheidenen Wohlstand in unsere Orte.

Kein Wunder, dass ins ausgehende 19. Jahrhundert der Beginn zahlreicher Vereinsgründungen

fällt.

1867 wurde der Bergheimer Männergesangsverein Concordia gegründet, 1869 der

hiesige Kirchenchor, im selben Jahr der Junggesellenverein, aus dem sich mehrere

Gruppen abzweigten und speziellen Interessen zuwandten. So entstanden Singvereine,

Theatergruppen, Raucherclubs. Dazu kamen Zweckverbände und Genossenschaften.

1890 wurde der Darlehens-Kassenverein gegründet.

Und im Jahr 1909 kam es zur Gründung des Turnvereins Bergheim/Sieg.

Technischer Fortschritt erleichterte das Leben hierzulande in der Bauernwirtschaft,

in den Handwerkerbetrieben und auch im Haushalt. 1905 erstrahlte zum ersten Mal

das elektrische Licht. 1912 wurde die Wasserleitung in Betrieb genommen und die

Gasbeleuchtung in den Straßenlaternen entzündet. 1913 wurde in Müllekoven die

Schule gebaut. Am 18. März 1914 wurde die "Kleinbahn Siegburg-Zündorf" in Betrieb

genommen, zuerst als Güterverkehr, ab dem 25. Mai als Personenverkehr.

Dann hemmte der erste Weltkrieg (1914 - 1918) diese hoffnungsvolle Entwicklung.

Im Jahre 1919 lagen hier kanadische Truppen im Quartier. Sie wurden am 17. Februar

von der englischen Besatzung abgelöst. Es folgten bittere Hungerjahre, dann die

Besetzung des Ruhrgebietes durch die Franzosen wegen verzögerter Reparationslieferungen

und infolgedessen die Inflation. Kaum hatte sich die Wirtschaft wieder

erholt, kam es 1929 zur Weltwirtschaftskrise, die eine bedrückende Arbeitslosigkeit

auslöste. Seit 1933 erlebten wir die Hitlerdiktatur, die schließlich im Chaos des zweiten

Weltkrieges 1945 unterging.

Was blieb, war eine geschundene, verängstigte Bevölkerung, die Trauer um die vielen

gefallenen Soldaten, um die Kriegsopfer in der Heimat, zerstörte Gebäude, eine

ausgefallene Energieversorgung, ein beschädigtes Verkehrsnetz, eine verminte Siegniederung,

eine daniederliegende Infrastruktur.

In banger Hoffnung schauten die Menschen in die Zukunft.

230

68) Näheres zum Bau der Landstraße 332 bei Kern / Brodesser: Das ganze Leben auf der

Straße, Schriftenreihe des Archivs der Stadt Troisdorf, 2003, S. 7 – 22.


Der Neubeginn nach dem großen Krieg

Als die Menschen ihre Schutzräume in den Kellern verlassen hatten, mussten zuerst

die Trümmer weggeräumt, die Hausschäden beseitigt, die Straßen und Wege instand

gesetzt, die Energieversorgung wieder in Gang gebracht, der Bahnbetrieb eröffnet

werden.

Die erste Zeit nach dem letzten Weltkrieg war gekennzeichnet von Not und Elend.

1945 bis 1947 waren Hungerjahre. Selbst auf dem Land waren die Lebensmittel

knapp. Das Notwendigste war nur gegen "Märkchen" und "Bezugsscheine" zu bekommen.

Die Stadtbewohner fielen in die Dörfer ein, erbettelten Brot, Kartoffeln,

Obst und Gemüse, andere plünderten die Gärten und Felder, nahmen selbst das

Saatgut aus der Erde. Frei gewordene Fremdarbeiter, Russen und Polen, überfielen

die Bauernhöfe, beraubten auch die Menschen, die sie zufällig auf der Straße antrafen,

nahmen ihnen die Taschen, Fahrräder oder gar die Kleider vom Leibe ab. Der

Schwarzmarkt blühte, Flüchtlinge und Vertriebene kamen aus dem Osten zu uns

und mussten trotz der hiesigen Wohnungsnot untergebracht werden. Im Saal Gaspers,

der gottlob den Krieg überstanden hatte, wurde ein Auffanglager für Flüchtlinge

eingerichtet, die nach und nach in privaten Häusern Wohnung fanden. Da

darunter viele evangelische Kinder waren, wurde 1947 eine einklassige evangelische

Volksschule gegründet, die in den ohnehin zu engen Raum der katholischen Schule

aufgenommen wurde. Allmählich kamen auch die deutschen Kriegsgefangenen zurück,

geschundene, ausgemergelte Männer, die sich zum Teil schwer taten, sich in

den Verhältnissen ihrer angestammten Heimat zurechtzufinden.

Die Winter waren kalt; es mangelte an Heizmaterial. Man holte Holz aus der Niederung,

aus der Wahner Heide oder klaute Kohlen aus den Eisenbahnzügen, die durch

Troisdorf kamen.

Die Staatsgewalt lag bei den Besatzungsmächten, hier bei den Amerikanern. Da die

nationalsozialistischen Spitzenbeamten aus ihren Ämtern entlassen waren, setzten

die Besatzer "unverdächtige Bürger" kommissarisch in die Verwaltung ein. Im Sieglarer

Rathaus wurde Peter Esser Bürgermeister von Amerikas Gnaden. Er wurde

bereits am 04. Juli 1945 von Karl vom Feld, der kanadischer Staatsbürger war, abgelöst.

Im Sommer 1945 verließen die Amerikaner das Rheinland; ihnen folgten die

Briten. Wir gehörten fortan zur britischen Besatzungszone. Im März 1946 führten

die Briten die Doppelspitze in der Gemeindeverwaltung ein. Karl vom Feld wurde

als Gemeindedirektor Chef der Verwaltung, Wilhelm Heuser am 08. April 1946 als

Bürgermeister der Vorsitzende des von der Besatzungsmacht eingesetzten Gemeinderates.

Im Oktober 1946 fanden die ersten Wahlen zum Gemeinderat statt, in den

auch Bergheim seine Vertreter sandte. Vom Feld blieb Direktor, Peter Johann Ollig

wurde Bürgermeister.

231


232

Abbildung 14: Das Schumacherskreuz und die neue Schule um 1962


Allmählich normalisierten sich die Verhältnisse. Die Schulen hatten bereits im Herbst

1945 den Unterricht wieder aufgenommen. Es gab wieder elektrischen Strom, es

floss wieder Wasser aus der Leitung, die Kleinbahn fuhr wieder - wenigstens streckenweise,

die Mondorfer Fähre hatte den Betrieb eröffnet. Zu Weihnachten 1948

läuteten im Bergheimer Kirchturm erstmals die neuen Glocken.

Mit Hilfe des Marshall-Plans konnte am 21. Juni 1948 in den neu gebildeten westdeutschen

Ländern – bei uns in Nordrhein-Westfalen - die Währungsreform durchgeführt

werden: Die DM (Deutsche Mark) löste die RM (Reichsmark) ab.

In Bonn tagte in dieser Zeit der Parlamentarische Rat, der eine Verfassung für die

Länder der Britischen, Amerikanischen und Französischen Besatzungszone erarbeitete.

Sie wurde am 08. Mai 1949 angenommen. Bonn wurde vorläufige Bundeshauptstadt.

Am 14. August 1949 fanden Wahlen für den Bundestag statt, der am 07.

September mit dem Bundesrat zusammentrat und die Bundesrepublik Deutschland

gründete.

Die Menschen fassten wieder Mut und ergriffen die Initiative. Altes Brauchtum lebte

wieder auf. Die Martinszüge fanden wieder statt, die Maibräuche wurden von

den Junggesellen wieder gepflegt. 1950 fand in Müllekoven der erste Karnevalszug

statt.

Im selben Jahr machte der Sportverein mit Hilfe der ganzen Dorfbevölkerung aus

einem Sumpfgelände in der Niederung, der sogenannten "Möht", einem stinkenden

Schuttloch, einen Sportplatz. 1952 begann der Kanu-Klub Pirat mit dem Bau

seines Bootshauses, das nach mehreren Erweiterungen 1958 endgültig fertiggestellt

war. 1955 wurde vom Turnverein Bergheim eine Turnhalle erstellt und eingeweiht.

Solche Unternehmen geschahen in Eigenleistung, wie ebenso die Renovierung des

Saales Gaspers durch die Ortsvereine vorgenommen wurde.

Am 25. März 1959 wurde der erste Spatenstich zur neuen Schule getan, am 26. Juni

war die Grundsteinlegung und am 30. Oktober fand das Richtfest statt. Und am 20.

September 1960 wurde die neue Schule zur Nutzung übergeben.

1962/63 entstand in Müllekoven die Adelheidiskirche nach den Plänen des bekannten

Architekten Gottfried Böhm.

Am 26. Februar 1968 bewegte sich der erste große Karnevalszug durch die Straßen

Bergheims.

Im Jahr 1969 kam es zur kommunalen Neuordnung. Am 01. August wurden die

Gemeinde Sieglar (darin Bergheim-Müllekoven), der Ort Altenrath, die Friedrich-

Wilhelms-Hütte (Menden-Nord) mit Troisdorf zur neuen Stadt Troisdorf zusammengeschlossen.

Um das rechte Rhein-Sieg-Dreieck, den sogenannten "Balkan", verkehrsmäßig besser

zu erschließen und an den Bonner Raum anzubinden, begann man im Frühjahr

1973 mit dem Bau einer Schnellstraße durch die Siegniederung. Dazu wurde in der

Nähe des Bootshauses das Discholls, ein Altwasser der Sieg, überbrückt und daran

anschließend bis zum Siegdeich ein hoher Straßendamm aufgeschüttet. Von hier war

233


über die besonders überschwemmungsgefährdete Flußebene eine stolze Stelzenbrücke

zum Beueler Damm zu bauen. Am 23. Februar 1976 fand die Einweihung dieser

neuen Verkehrsverbindung statt.

In der Bergheimer Gemarkung wurde seit Alters ein intensiver Ackerbau betrieben.

Die Erzeugnisse von Obst und Gemüse, Kartoffeln und Rhabarber wurden auf den

Märkten der Nachbarstädte angeboten und verkauft oder gar waggonweise zu entfernteren

Märkten mit der Bahn transportiert. Die Vermarktung hiesiger Produkte

übernahm schließlich der Erzeugermarkt Bonn. Mit dem ausgehenden 20. Jahrhundert

nahm jedoch die Bedeutung der Landwirtschaft nach und nach ab. Sie verlor

zuletzt ihre beherrschende Stellung. Die Sammelstelle des Bonner Erzeugermarktes

in Bergheim wurde schließlich geschlossen, die Verladerampe an der Kleinbahn aufgegeben

und abgebaut. Fremdländische Ware überschwemmte nun den Markt. Die

Obstgärten sind verschwunden. Die Bauern haben aufgegeben. Mehrere Ackerflächen

liegen brach, andere wurden zu Bauland. Die Ortsränder greifen in die Feldmark

hinein. Zuletzt entstand auf der Ackerflur des "Krausackers" ein modernes

Wohngebiet.

Die Sozialstruktur hat sich gewandelt: Aus den Bauern sind Bürger geworden.

Abkürzungen:

HblRS - Heimatblätter des Rhein-Sieg-Kreises

HblS - Heimatblätter des Siegkreises

HStAD - Hauptstaatsarchiv Düsseldorf

TJH – Troisdorfer Jahresheft

234


Dank an die Sponsoren

Unser Verein...

...wäre nicht problemlos so alt geworden, wenn er nicht in vielen Phasen seiner

Entwicklung und zur Durchführung seiner sportlicher Ereignisse von

Gönnern, Spendern und Sponsoren

Unterstützung gefunden hätte.

Wir möchten an dieser Stelle all denen danken, die uns stets mit Rat und Tat und

finanziell zur Seite gestanden haben.

Wir hoffen, dass der Verein auch in Zukunft mit dieser vielfältigen Unterstützung

rechnen kann.

Herzlichen Dank!

Der Vorstand

Spenden, Unterstützungen und Zuwendungen erhielten wir von den

ab Seite 236 aufgeführten Firmen und Unternehmen sowie zusätzlich

u.a. von:

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Bauunternehmung Josef Klein, Niederkassel

dimap-Institut für Markt- und Politikforschung, Bonn

Druckerei Rainer Lindlar, Troisdorf

Eckes-Granini Deutschland GmbH, Hennef

Heeß Tours und Travel, Troisdorf

Karl-Heinz Stocksiefen, Troisdorf

Kreissparkasse, Troisdorf

Reinhard Frost, Niederkassel

Stadtwerke Troisdorf, Troisdorf

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