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Fußraum-Subwoofer einbauen

Ein Subwoofer im Fußraum spart nicht nur Platz

im Gepäckabteil, sondern bietet auch hohen

Schalldruck. autohifi zeigt Schritt für Schritt, wie

der Tieftöner im Cockpit installiert wird.

Von Heiko Döbber

Beim Thema „Subwoofer im Auto“ denkt

man im Regelfall zuerst an eine Kiste im

Kofferraum. Reserverad-, Seitenteil- oder

Free-Air-Lösungen fallen einem dann auch noch

ein. Es gibt jedoch eine weitere Alternative, die

akustisch ein wahrer Leckerbissen ist: den Fußraum-Subwoofer.

Durch seine Platzierung sehr nahe beim

Frontsystem ergeben sich geringere Laufzeitunterschiede

zwischen den einzelnen Chassis

als bei der klassischen Kofferraum-Variante. Die

kurze Distanz zum Hörer wirkt sich aber nicht

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Fun aus dem

Fußraum

nur auf die Laufzeit aus, sondern auch auf den

Grundpegel des Woofers: Während der Subwoofer

im Kofferraum Energie zum Kompensieren

der Entfernung benötigt, kann der Woofer

im Fußraum mehr Schalldruck aus der gleichen

Leistung herausholen. Wer sich also daran

macht, seinen Woofer im Fußraum zu verbauen,

wird durch ein tolles Bass-Staging und einen

hohen Schalldruck belohnt.

In unserem Beispiel-Einbau haben wir uns für

einen 10-Zoll-Aliante von Phase Evolution entschieden.

Dieser Woofer hat sich durch seine

extrem geringe Einbautiefe und den für den

Fußraum idealen Volumenanspruch von rund

20 Litern qualifiziert. Auch die wieselflinke Spielart

des Alis verspricht eine Menge Spaß beim

Musikhören.

Wie man ein solches immer noch eher exotisches

Woofergehäuse baut, hat uns Renato

Rivic von X-Dream Car-Audio gezeigt – Schritt

für Schritt zum einfachen Nachbauen. Sämtliche

bei der Installation verwendeten Materialien

können bei Renato unter www.installershop.de

bestellt werden.

www.autohifi-magazin.de

Fotos: Heiko Döbber


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Zu Beginn muss erstmal das Handschuhfach

entfernt werden. Hierzu drehen wir die

Schrauben am Scharnier des Deckels heraus.

Falls sich darunter wie hier der Träger des

Staufachs befindet, muss auch dieser weichen,

um Platz zum Arbeiten zu schaffen.

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Jetzt schützen wir den Teppichboden

mithilfe einer Plastikfolie vor eventuellen

Harz-Attacken.

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Um die Kontur des Fußbodens genau

abnehmen zu können, formen wir ihn exakt

mit Streckmetall ab.

Jetzt kleben wir das Ganze sauber ab, damit

man das Gehäuse später leicht wieder herausnehmen

kann.

Nachdem die erste Schicht des Laminats ausgehärtet

ist, lässt sich das noch etwas instabile

Grundgerüst problemlos herausnehmen…

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…und außerhalb des Fahrzeugs deutlich komfortabler

weiter laminieren. Nach etwa sechs

Schichten Laminat stimmt die Wandstärke.

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Nun erfolgt eine Anprobe im Auto. Die

Konturen des Gehäuses werden entsprechend

der gewünschten Form beschnitten.

Nachdem wir mithilfe einer Pappschablone

die Form der Frontplatte ermittelt haben, sägen

wir diese aus und schneiden…

mit der Oberfräse eine rund 20-mm-Vertiefung

mit dem Außendurchmesser des Woofers

in die 40 mm dicke MDF-Frontplatte…

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…um den Woofer später inklusive Schutzgitter

in die Frontplatte einlassen zu können. Danach

muss noch die Einbauöffnung…

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…für den Woofer eingefräst werden. Alternativ

lässt sich die Öffnung auch mit einer Stichsäge

aussägen.

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Know-how

Fußraum-Subwoofer einbauen

Nun passen wir die fertige Frontplatte so

ein, dass sich ein bündiger Abschluss zur Unterseite

des Handschuhfachs ergibt.

An der Seite des Gehäuses muss in unserem

Beispiel eine Einbuchtung für die ausladenden

Doorboards geschaffen werden.

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Hierzu benutzen wir erneut das Streckmetall,

das wir abkleben, um später von innen

laminieren zu können.

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Um eine perfekte Anpassung an die Boden-

Konturen zu gewährleisten, setzen wir einen

Rahmen aus einer praktischen Konturleiste an…

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Diese Leisten lassen sich vollkommen frei

zurechtbiegen und bleiben dabei stets in der

gewünschten Form.

Die Leiste wird mit Heißkleber fixiert und später

angespachtelt. Ist die Kontur abgeformt,

nehmen wir das Gehäuse wieder heraus…

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…und schaffen mithilfe von Glasfasermatten

und Polyesterharz eine Verbindung zwischen

Frontplatte und Gehäuse.

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Eventuelle Undichtigkeiten zwischen dem

Gehäuse und der MDF-Platte schließen wir in

diesem Schritt ebenfalls.

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Jetzt können wir auch unsere Konturleiste

mit Glasfaserspachtel am Subwoofer-Gehäuse

befestigen.

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Die Einbuchtung für das Doorboard haben

wir zuvor von innen laminiert und spachteln

sie nun ebenfalls von außen glatt.

Fußraum-Subwoofer

Kosten-Kasten

Wer einen Subwoofer in den Fußraum

einbauen möchte, der benötigt

dazu Materialien, die es im Baumarkt

entweder gar nicht oder nur in unzureichender

Qualität gibt. Die hier

verwendeten hochwertigen Materialien

lassen sich dagegen ganz einfach

im Online-Shop von X-Dream

Car-Audio unter der Adresse

www.installershop.de bestellen.

Polyesterharz 5 kg 44,50 Euro

(VPE: 1kg = 8,90 Euro)

Härter (für 5 kg Polyesterharz) 9,50 Euro

Glasfasermatten 5 Laufmeter 32,50 Euro

(VPE: 1 Laufmeter/1,2 m 2 = 6,50 Euro)

GFK-Spachtel 1/2 Dose inkl. Härter 11,75 Euro

(VPE: 1 Dose/2 kg = 23,50 Euro)

Streckmetall 1/2 m 2 19,50 Euro

(VPE: 1 m 2 wiederverwend. = 39 Euro)

MDF (19 mm) 3/4 m 2 14,25 Euro

(VPE: 1 m 2 ca. 19 Euro)

Bezugsvlies 1/2 Lm 5,50 Euro

(VPE: 1 Laufmeter/1,2 m 2 = 11 Euro)

Bezugsteppich 1/2 Lm 7,50 Euro

(VPE: 1 Laufmeter/1.2 m 2 = 15 Euro)

Sprühkleber 1 Dose 13 Euro

Brax Exvibration 1 Dose 30 Euro

Gesamt (ohne Einbau) 188 Euro

www.autohifi-magazin.de


Nun wird das Ganze mit grobem Schleifpapier

(eine 40er-Körnung reicht hier aus!) verschliffen,

um das Gehäuse bezugsfertig zu machen.

Um ein völlig resonanzfreies Gehäuse herzustellen,

streichen wir die Innenseiten mit einer

Dose Brax ExVibration ein.

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Bevor das Gehäuse nun endgültig bezogen

wird, sollten noch einmal alle Konturen auf

perfekten Sitz überprüft werden.

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Sobald alle Kanten so wie auf diesem Foto satt

am Boden anliegen und keine unschönen Spalte

zu entdecken sind, wird mithilfe einer…

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...Spritz-Pistole ein kräftiger Zwei-Komponenten-Kleber

aufgetragen. Um den harten Anforderungen

im Fußraum standzuhalten…

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…sollte hierbei auf allzu günstigen Sprühkleber

verzichtet werden. Nach kurzer Ablüftzeit

legen wir robusten Filz auf das Gehäuse.

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Nun legen wir noch Filz um den Woofer-

Ausschnitt herum und trennen überschüssiges

Material mit einem Cutter ab.

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Wir beziehen die Außenseite des

Gehäuses mit einem Dämmvlies, um einen

satten, resonanzfreien Sitz zu sichern.

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Nun legen wir noch ein Kabel in das Gehäuse

und füllen das Volumen mit Polyesterwatte,

um das Volumen zu vergrößern.

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Jetzt kann der Ali angeschlossen und verschraubt

werden. Vorher wird auf die Unterseite

des Chassis Dichtband aufgeklebt.

Das Schutzgitter sollte stabil sein, aber dennoch

genug Durchlass für die Schallwellen des

Woofers bieten.

Jetzt muss nur noch das

Schutzgitter in die Vertiefung

eingesetzt werden –

schon kann der Soundcheck

beginnen. Wer will,

kann das Gitter auch mit

Teppich beziehen.

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