Einteilung nach Festigkeit Die Festigkeit des Betons ist aufgrund der ...

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Einteilung nach Festigkeit Die Festigkeit des Betons ist aufgrund der ...

Einteilung nach Festigkeit

Die Festigkeit des Betons ist aufgrund der fortschreitenden Hydratation des

Zements zeitabhängig und kann sich über Monate und Jahre hinweg steigern.

Die der statischen Bemessung zugrunde liegende Festigkeit wird für 28

Tage nach der Herstellung des Betons festgelegt. Welche Festigkeit ein Beton

nach 28 Tagen erreichen kann, ist von der verwendeten Zementfestigkeitsklasse

und dem Verhältnis der Anteile von Wasser und Zement, dem

Wasserzementwert abhängig.

Die auch auf 28 Tage bezogenen Festigkeitsklassen der Zementhydratation

ergeben sich durch unterschiedliche Mahlfeinheit. Feingemahlene Zementkörner

hydratisieren schneller als grob gemahlene. Betone, die nach 28 Tagen

eine höhere Festigkeit besitzen als andere, werden entweder aus feiner

gemahlenem, also aus Zement mit einer höheren Festigkeitsklasse, oder mit

mehr Zement (= niedrigerer Wasserzementwert) aus einer niedrigeren Zementfestigkeitsklasse

hergestellt.


Die Festigkeit, die ein Beton nach 28 Tagen hat, wird als charakteristische

Festigkeit bezeichnet und ist in der DIN EN 206-1 / DIN 1045-2 wie folgt genormt:

Einteilung nach Festigkeitsklassen

Überwachungs- Beton- Anwendungsbeispiele

klasse

Festigkeitsklassen

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

DIN 1045 DIN EN 206

(bisher)

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

1 B 5 unbewehrter Beton für

als Standardbeton C 8/10 Bodenaustausch, Sauberoder

nach Erstprüfg. B 10 keitsschichten

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

B 15 C 16/20 Unbewehrter und

bewehrter Beton für

Erstprüfung, B 25 C 20/25 normal beanspruchte

Konformitätsprüfg. C 25/30 Bauteile mit ausreichenden

Schalfristen

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

2 B 35 C 30/37 Unbewehrter und

besonders geschul- C 35/45 bewehrter Beton

tes Personal

für Bauteile mit hohen

B 45 C 40/50 Festigkeiten und für

Fertigteile

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

mit besonderen - B 55 C 45/55 wie vor;

Prüfeinrichtungen C 50/60 bei verkürzten

und mit C 55/67 Ausschalfristen bzw. hoher

Fremdüberwachung

Frühfestigkeit

________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

3 > B 65 > C 60/75 hochfester Beton

(besondere Maßnahmen wie bei 2)


Wie aus der Tabelle hervorgeht, werden die verschiedenen Festigkeitsklassen

der Betone in drei Überwachungsklassen, sowie in unbewehrte und

bewehrte Betone unterteilt.

Die Einteilung in die drei Überwachungsklassen ermöglicht eine differenzierte

Ausstattung der Baustelle mit Prüfeinrichtungen. Man geht davon aus,

dass das Baustellenpersonal bei der Herstellung und Verarbeitung von den

für Hochbauten üblicherweise verwendeten Betonfestigkeitsklassen bis C

25/30 ausreichend geschult ist, so dass jede auch kleinere Baufirma solchen

Beton theoretisch und praktisch herstellen und verarbeiten kann.

Betone mit höherer Festigkeit werden seltener und nur für besondere Beanspruchungen

eingesetzt. Einbringung und Nachbehandlung müssen besonders

sorgfältig geschehen. Für die insgesamt höheren Anforderungen sind

speziell geschultes Personal („E-Schein“) und entsprechende Prüfeinrichtungen

auf der Baustelle erforderlich.

Um Stahleinlagen im Beton ausreichend vor Korrosion zu schützen, muss

gewährleistet sein, dass im Zementstein ausreichend Kalkhydrat und keine

zu großen Kapillaren vorhanden sind. Um beides zu gewährleisten, ist eine

bestimmte Zementmenge im Beton erforderlich, die so groß ist, dass daraus

zumindest immer ein Beton der Festigkeitsklasse C 16/20 entsteht

(z. B. 240 kg/m² bei geringen Anforderungen). Betone mit einem geringeren

Zementgehalt (und damit höheren W/Z-Werten) erreichen nur die Festigkeiten

eines C 8/10.

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