Hohe Dichte oder weicher Kern - Rebo Landmaschinen GmbH

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Hohe Dichte oder weicher Kern - Rebo Landmaschinen GmbH

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Hohe Dichte

oder weicher Kern

dlz Praxis Technik

Feldprobe Die 864 Premium bietet neben einem absenkbaren Förderkanalboden

bis zu 2,20 m Pickup-Breite und maximal 1,80 m Ballendurchmesser. Wir haben das

Topmodell von John Deere mit der neuen Traktor-Geräte-Automation in Silage, Heu und

Stroh eingesetzt.

John Deere spielt bei variablen Rundballenpressen

seit Jahren auf den vorderen

Rängen der Verkaufsstatistik

mit. 2009 hat der Hersteller die aus dem

Werk im französischen Arc-lés-Gray

stammende Modellpalette um vier neue

Premiumpressen erweitert. Das Spitzenmodell,

die 864 Premium, presst Ballen

mit maximal 1,80 m Durchmesser. Neu

ist der hydraulisch absenkbare Förderkanalboden,

mit dem Verstopfungen aus der

Kabine heraus beseitigt werden können.

Interessant sind auch neue Details, wie

beispielsweise die verstellbare Starterwalze.

Und bislang einzigartig ist die per ISO-Bus

kommunizierende Traktor-Geräte-Steuerung.

Was genau sich dahinter verbirgt,

haben wir im Kasten „Gerät steuert Traktor“

zusammengestellt. Aber zunächst einmal

zu den anderen technischen Details.

2,13 m Aufnahmebreite

John Deere setzt bei den Premiummodellen

anders als die meisten anderen Pressenhersteller

auf eine gesteuerte Pickup.

Das heißt: mehr Wartungsaufwand, aber

auch eine bessere Halmgutaufnahme gerade

bei schwierigen Erntebedingungen.

Auf den ersten Blick fällt der kleine Abstreiferdurchmesser

auf. Er soll die Materialaufnahme

verbessern und gleichzeitig

die Bröckelverluste verringern. Die Zinken

sind halbseitig versetzt angeordnet, damit

der zweireihige Rotor gleichmäßiger und

nicht schubweise beschickt wird. Die Auf-

Die 864 Premium ist mit bis zu 1,80 m Ballendurchmesser

die größte Rundballenpresse

aus dem Hause John Deere.

Fotos: Mumme

dlz agrarmagazin ◾ April 2011


Technik I 89

nahmebreite beträgt nach DIN-

11220-Norm 2,13 m – mehr bieten

nur wenige Hersteller. Zwei

seitliche Zuführschnecken mit

großem Durchmesser verjüngen

das aufgenommene Schwad

auf 1,25 m.

Die Bodenanpassung der

Pickup übernehmen zwei

Tasträder, die auf Wunsch pendelnd

ausgeführt sind. Der Auflagedruck

lässt sich seitlich verstellen,

indem die Vorspannung

der Federn verändert wird. Gut

gefallen hat uns der serienmäßige

Rollenniederhalter mit

nachfolgendem Rechen.

25-Messer-

Schneidwerk

Unsere Testmaschine war mit

dem MaxiCut-Schneidwerk mit

25 einzeln gesicherten Messern

ausgerüstet. Wer alle Messer

nutzt, kommt auf 40 mm theoretische

Schnittlänge. Die Gruppenschaltung

(0, 12, 13 oder 25

Messer) befindet sich gut zugänglich

an der linken Schneidwerksseite.

Der Messerwechsel

erfolgt von der Ballenkammer

aus. Dazu müssen die Messer

ausgefahren und der Förderkanalboden

abgesenkt werden.

Aus Sicherheitsgründen ist es

dann noch notwendig, die Hydraulikventile

von Messern und

Boden zu sperren. Erst dann

darf man die Messer per Hebel

entriegeln und austauschen.

Hier würden wir uns eine einfachere

Lösung wünschen.

Zweireihiger Rotor

Der Rotor der 864 Premium hat

49 cm Durchmesser. Die Zinken

sind in zwei Reihen W-förmig

angeordnet.

In puncto Durchsatz hatten

wir nichts zu meckern. Mit den

vorgespannten 200 PS konnten

wir richtig auf Leistung fahren.

Zum dritten Schnitt waren dann

auch 18 bis 19 km/h möglich,

– zwar bei geringem Hektarertrag,

aber immerhin 12 bis

13 m Räumbreite des Zweikreiselschwaders.

Dicht gefahren

haben wir die Presse nur einmal.

Seit 2009 besitzen alle Festkammerpressen,

die Kombipresse

744 und die variablen

Typen 854 und 864 einen hydraulisch

absenkbaren Förderkanalboden

anstelle der Rotorreversierung.

Der Förderboden

kann bei Belastung bis zu ... cm

nachgeben. Bei Verstopfungen

wird er vom Fahrer hydraulisch

abgesenkt. Aus der Kabine

geht das bequem. Dazu

muss nach Aktivierung der

Funktion „Schneidwerksboden

absenken“ das zuständige

Steuergerät von Hand betätigt

werden. Ist die Verstopfung

beseitigt, bewegt sich der Boden

durch den Gegendruck aus

einer Stickstoffblase wieder in

1

2

1 Mit 2,13 m nach ISO-Norm

ist die Pickup schön breit. Den

Rollenniederhalter gibt es serienmäßig.

2 Die pendelnden Tasträder

sind Option (385 Euro). Für den

Straßentransport müssen sie

umgesteckt werden.


90 I Technik

dlz Praxis Technik

Gerät steuert Traktor

Die TBA lässt sich bislang nur mit iSO-Bustauglichen

John-Deere-Traktoren nutzen.

Die Landtechnik des 21sten Jahrunderts

hat sich, wenn man die Innovationen

der letzten Jahre kurz Revue passieren lässt,

scheinbar voll und ganz dem Credo „Intelligenz“

verschrieben. Auch John Deere setzt

als weltweit größter Landtechnikhersteller auf

intelligente Lösungen für Problemstellungen

in der landwirtschaftlichen Praxis. Eine davon

stellte das Unternehmen auf der Agritechnica

2009 vor: die Traktor-Geräte-Steuerung oder

Tractor-Baler-Automation, kurz TBA. Von der

DLG-Neuheitenkommission erhielt John Deere

dafür gemeinsam mit Pöttinger eine Silbermedaille.

John Deere hat das System auch

ziemlich schnell in die Praxis gebracht.

Was das System kann

Wofür steht eigentlich TBA? Vordergründig soll

das System dazu dienen, den Fahrer zu entlasten.

Dafür sollen möglichst viele Bedienschritte

automatisiert ablaufen. Grundlage ist eine umfassende

Kommunikation zwischen Anbaugerät

und Traktor. Das John-Deere-System kann

aktuell mit der hauseigenen Rundballenpresse

864 Premium und den Jumbo-Ladewagen von

Pöttinger automatisierte Funktionen ablaufen

lassen – allerdings nur in Verbindung mit dem

GreenStar-Monitor auf einem John-Deere-

Traktor.

Beispiel Rundballenpresse: Ist die Automation

aktiv, muss der Fahrer des Schleppers

nur noch die Fahrgeschwindigkeit regeln und

mit der Wendeschaltung den Richtungswechsel

einleiten beziehungsweise den Schlepper

nach dem Ballenauswurf wieder

anfahren lassen. Den Rest übernimmt

TBA, das heißt: Ist die Ballenkammer

gefüllt, übermittelt die

Presse diese Information an den

Schlepper. Der hält daraufhin an,

und startet den Wickelvorgang.

Ist der Ballen fertig gewickelt,

übermittelt die Presse auch diese

Informationen an den Schlepper.

Der aktiviert daraufhin das Hydrauliksteuergerät

für die Heckklappe.

Der Ballen wird ausgeworfen, die

Heckklappe schließt sich wieder.

Sobald die Verriegelung aktiviert wurde, kann

der Fahrer den Schlepper wieder anfahren lassen.

In Kombination mit den Pöttinger-Jumbo-

Ladewagen kommen noch weitere Funktionen

dazu. Pöttinger hat einen Ultraschall-Schwadscanner

entwickelt, der vorne am Schlepper

angebracht ist und in Echtzeit die Schwadstärke

misst. Gleichzeitig nehmen Sensoren das Drehmoment

am Ladewagenrotor auf. Nehmen die

Schwadstärke und damit das Drehmoment am

Rotor zu, veranlasst der Ladewagen den Traktor,

langsamer zu fahren. Nimmt die Schwadstärke

ab, darf der Schlepper schneller fahren.

So soll TBA Verstopfungen vermeiden. Damit

kann die Kombination quasi permanent an der

Leistungsgrenze gefahren werden.

Ein Blick in die Zukunft

Für 813 Euro Aufpreis bietet die TBA heute

auf den ersten Blick noch nicht wirklich viel.

Wer jedoch als Landwirt oder Fahrer bei einem

Lohnunternehmen 3.000, 5.000 oder mehr

Ballen im Jahr presst, wird die Entlastung spüren.

Seine Vorteile kann das TBA vor allem auf

ebenen, langen Schlägen ausspielen.

So viel zur Gegenwart. In Zukunft sind noch

weitere zusätzliche Funktionen denkbar. So

könnte die Rundballenpresse beispielsweise

auch die Lenkung des Traktors steuern, um die

Ballenkammer stets gleichmäßig zu befüllen.

Technisch dürfte so etwas bereits heute zu

lösen sein. Ob man bei John Deere bereits

daran tüftelt, wollte uns der zuständige Produktmanager

aber noch nicht verraten.

Das Pöttinger-System arbeitet unter anderem mit einem Ultraschall-Schwadscanner.

die ursprüngliche Position zurück. Um

leichte Verstopfungen zu beseitigen, kann

es ausreichen, die Messer auszuschwenken.

Auch das ist von der Kabine aus möglich.

Schmale Ballenkammer

Mit der 864 Premium lassen sich Ballen

mit Durchmessern von 0,60 bis 1,80 m

pressen. Übrigens ist die Presskammer mit

einer Breite von nur 1,17 m etwa 3 cm

schmaler als die meisten anderen Pressen

im Profi-segment. Die Kammer besteht aus

sechs Gummiriemen mit Rautenprofil auf

der Oberfläche sowie einer Einzugswalze

im Kammerboden.

Wichtige Komponenten wie den Spannarm

oder den Presszylinder haben die Ingenieure

verstärkt. Damit sind nun maximal

275 bar Pressdruck möglich (vorher 225

bar). Auch die Hauptantriebsketten und

Technische Daten*

Maße und Gewichte

Transportbreite

2,28 m

(Bereifung 500/50-17)

Länge

3,71 m

Höhe (Bereifung 500/45-22.5) 3,82 m

Gewicht

3.600 kg

Einzug

Aufnahmebreite Pickup 2,13 m

(DIN 11220)

Zinkenreihen Pickup

4, ungesteuert

MaxiCut-Schneidwerk 25 Messer

Theoretische Schnittlänge 40 mm

Messergruppenschaltung 0/12/13/25

(mechanisch)

Hydraulisch absenkbarer Serie

Förderkanalboden

Rotor

2-Stern, W-Form

Ballenformung

Ballenbreite

1,17 m

Ballendurchmesser

0,60–1,80 m

Presskammer

6 Bänder

Pressdruck

55–275 bar

Sonstige Daten

Bedienung

VTI 1300; ISO-Bus

Bereifung 500/45-22.5

Leistungsbedarf

ab 100 PS/74 kW

Preise (ohne MwSt.)

Grundmaschine

51.688 Euro

Bereifung Testmaschine 934 Euro

Weichkern 0 bar

963 Euro

Automatische Kettenschmierung

Serie

Stützräder pendelnd

385 Euro

Ballenrampe

677 Euro

TBA T(raktor-Geräte-Steuerung) 2.736 Euro

Preis Testmaschine

57.383 Euro

* Herstellerangaben 2011

dlz agrarmagazin ◾ April 2011


Technik I 91

1 2

rote runde Punkte

einsetzen

2

1

Fotos: Mumme

das Eingangsgetriebe sind bei den Premiumpressen

größer dimensioniert.

Die Presskammer bietet eine stufenlose

Weichkernverstellung ab 0,60 m Durchmesser.

Wie groß der mit 55 bar Druck

gepresste Weichkern werden soll, kann

der Fahrer in der Kabine am Terminal einstellen.

Die Bedienung hat uns gut gefallen.

Man kann die Dichtezonen schön der

Gutfeuchte von Heu oder Stroh anpassen.

Auf Wunsch bietet John Deere sogar eine

0-bar-Weichkernausstattung an.

Silageausrüstung

Für Einsätze in Silage bietet John Deere ein

Paket an Zusatzausrüstungen an. Dazu ge-

1 Der zweireihige Rotor mit W-Profil zeigte

in unserer Feldprobe hohes Durchsatzvermögen.

Der Leistungsbedarf geht in

Ordnung.

2 Verstopfungen lassen sich mit dem hydraulisch

absenkbaren Schneidwerksboden

beseitigen. Zum Messerwechsel müssen die

Steuergeräte (1) manuell gesperrt werden.

Zum Einsatz in nasser Silage wird die untere

Starterwalze (2) von Hand tiefer gestellt.


92 I Technik

dlz Praxis Technik

Lob und Tadel

Einzug: Breite Pickup mit 2,13 m nach ISO-Norm.

Geteilte Zinkenreihen für gleichmäßigere Beschickung

des Rotors. Den sehr guten Rollenniederhalter

gibt es serienmäßig. Das MaxiCut-Schneidwerk

besitzt 25 Messer mit Gruppenschaltung. Sehr

guter Durchsatz bei vertretbarem Leistungsbedarf.

Verstopfungen lassen sich mit dem hydraulisch

absenkbaren Schneidwerksboden beseitigen. Der

Messerwechsel könnte etwas einfacher sein.

• • • • •

Pressdichte: Sehr hohe Pressdichte, maximal

275 bar Pressdruck sind möglich. Die Linksrechts-Anzeige

arbeitete bei unserem Modell zu

ungenau. Schöne Weichkerneinstellung aus der

Kabine.

• • • • •

Bindung: Netzrolle befindet sich in der Heckklappe.

Das Einlegen ist dadurch einfach und mit wenig Anstrenung

möglich. Netz- oder Bindefehler sind aus

der Schlepperkabine aber nicht visuell erkennbar.

In unserer Feldprobe arbeitete die Bindung absolut

problemlos.

• • • • •

Funkionalität: Ballenmaße von 0,60 bis 1,80 m

sind möglich. Einsatz in Silage, Heu und Stroh

möglich. Für Silage sollten die angebotenen

Zusatzausrüstungen verwendet werden.

Bedienung per GreenStar-Terminal sehr einfach

mit übersichtlichem Arbeitsmenü. Die Traktor-

Geräte-Steuerung ist mehr etwas für Lohnunternehmer

und bislang nur in ebenem Gelände zu

empfehlen. • • • • •

2011

hören ein Antriebssatz für die obere Spannarmrolle

(963 Euro), Halbschalenleisten

mit Profil für die Einzugswalze (594 Euro)

und zwei Abstreifermesser für die direkt

hinter dem Ballen laufenden Umlenkrollen

(248 Euro). Weiterhin gibt es eine Reinigungsschnecke,

welche die Innenseiten

der Riemen vor der Gurtversatzrolle von

1 2

1 Die Hauptantriebe haben die Ingenieure

verstärkt. Bei den Premiummodellen ist die

Dauerschmierung serienmäßig.

2 Hinter den einteiligen Seitenverkleidungen

sind die Wartungspunkte und das

Druckbegrenzungsventil gut erreichbar.

Fotos: Mume

Grasanhaftungen befreit. Dadurch sollen

die mit zwei gummibeschichtenen Rollen

angetriebenen Riemen auch in nasser Grassilage

schlupffrei und gleichmäßig laufen.

Die Position der unteren Starterwalze kann

für Silage übrigens geändert werden. Dazu

sind an der Lagerung rechts und links vier

Bolzen zu lösen. Dann lässt sich die Walze

mit zwei Mann ca. 10 cm höher schieben. In

der oberen Position soll eine höhere Pressdichte

erreicht werden. Die untere Position

wird für schwierige Erntebedingungen (zum

Beispiel dritter Schnitt) eingestellt, um den

Ballenstart zu verbessern.

Extrem feste Ballen

Insgesamt haben wir über die Feldprobe

etwa 300 Ballen mit Durchmessern

von 1,30 bis 1,75 m gepresst. Obwohl

wir quasi ohne Rechts-links-Anzeige

und damit mehr nach Gefühl fahren

mussten, kamen überwiegend gut geformte

Ballen aus der Kammer. Die

Ballengewichte stellen uns absolut zufrieden.

In Stroh erreichten wir unter vollem Pressdruck

bei 1,00 m bis 1,80 m Ballendurchmesser

Trockenmassedichten von 129 bis

154 kg/m 3 bei 85 Prozent Trocknemasse

(TM) super. Unsere 1,20-m-Silageballen

(ebenfalls bei vollem Pressdruck) lagen

im Bereich um die 800 kg, das macht 212

kg/m 3 Dichte (bei 35 Prozent TM). Auch

kleine Ballen mit 0,60 m Durchmesser am

Feldende waren bombenfest.

Sowohl zu Silage als auch zu Stroh

hatten wir 13 der 25 Messer eingefahren.

Was uns vor allem in Stroh jedoch negativ

auffiel, war die weiche und damit

witterungsanfällige äußere Ballenschicht.

Wer zum Ende des Ballens hin langsamer

fährt, bekommt aber auch diese Schicht

härter hin. Bis Redaktionsschluss waren

die gestapelten Ballen aber nach wie vor

Mit dem farbigen GreenStar-Terminal konnten

wir per ISO-Bus sehr gut arbeiten. Das

Arbeitsmenü ist übersichtlich, die Bedienelemente

sind grafisch gut dargestellt.

gut in Form – nach immerhin über fünf

Monaten Lagerzeit.

Mit der Rechts-links-Anzeige der Presskammer

waren wir nicht zufrieden. Diese

schwankte extrem stark, so dass man sich

als Fahrer kaum daran orientieren konnte.

Laut John Deere muss diese aber nur vernünftig

kalibriert werden.

Die Bindung lief über unseren gesamten

Test problemlos. Wir hatten das 1,30-m-

CoverEdge-Netz eingelegt. Dieses wurde

immer schön um die Ballenkanten herum

gewickelt. Schultern fanden wir an den

Ballen daher keine. Die Netzrolle wird,

wie von John Deere bekannt, an der Heckklappe

eingelegt. Das hat den Vorteil, dass

man ungehindert vom Boden aus an das

Fach herankommt. Der Nachteil: Man sieht

nicht, wie viel Netz noch auf der Rolle vorhanden

ist und erkennt unter Umständen

Störungen oder Risse im Netz nicht

rechtzeitig.

Bedienung per ISO-Bus

Ab Werk gibt es für die Premiumrundballenpressen

den neuen VTI 1300-Monitor

mit CanBUS-Anschluss. Mit unserem John

Deere 7530 E-Premium konnten wir aber

mit dem GreenStar-Terminal des Schleppers

arbeiten – natürlich per ISO-Bus.

Dabei lassen sich alle Parameter über die

26 Zoll große Touchscreen-Bildfläche aufrufen,

aktivieren und verändern. Das große

farbige und kontrastreiche Display bleibt

trotz vieler angezeigter Funktionen sehr

übersichtlich. Außerdem kann mittels der

ISO-Bus-Schnittstelle die Traktor-Geräte-

Steuerung genutzt werden. Da diese aber

ein Thema für sich ist, haben wir das Ganze

gesondert zusammengefasst (siehe Kasten

„Gerät steuert Traktor“).

Arbeiten mit Automation

Wie schon eingangs erwähnt, konnten wir

die 864 Premium zusammen mit einem

John Deere 7530 E-Premium mit Traktor-

dlz agrarmagazin ◾ April 2011


Technik I 93

Geräte-Steuerung TBA fahren. Der Aufbau

der Verbindung zwischen Presse und

Traktor ging einfach und schnell. Nach

einer Optimierung durch den Kundendienst

lief das System über die 300 Ballen

völlig problemlos.

Um die Automation aktivieren zu

können, muss die Zapfwelle laufen und

der Reversierhebel links vom Lenkrad

auf neutral stehen (NICHT Parkbremse),

und der Fahrer muss sich auf dem Fahrersitz

befinden (Sitzsensor). Außerdem

muss die Heckklappe geschlossen sein.

Aus Sicherheitsgründen muss das TBA

sowohl im CommandCenter als auch im

GreenStar-Terminal per Fingertipp aktiviert

werden.

Das TBA kann in zwei Modi gefahren

werden: Im Modus 1 wird nur der Ballen

automatisch ausgeworfen – man spart sich

also den Griff zum Steuergerät. In Modus

2 greift das System in das Getriebemanagement

des Traktors ein, und hält diesen

bei fertigem Ballen an beziehungsweise

beschleunigt den Traktor wieder nach dem

Auswerfen des Ballens. Die Aggressivität

der Beschleunigung und der Verzögerung

lässt sich im GreenStar-Terminal einstellen.

Mit der Arbeitsweise und Zuverlässigkeit

des TBA waren wir zufrieden. Leider

deaktiviert sich das System beim Rückwärtsfahren

aus Sicherheitsgründen. Will

man die Ballen quer zum Hang ablegen

und so gegen Verrollen sichern, muss man

das System wieder aktivieren – schade.

Der Preis für die Vorbereitung zur

Traktor-Geräte-Steuerung liegt bei

2.420 Euro, wenn man ISO-Bus und das

GreenStar-1800-Terminal nutzt. Für den

Aktivierungsschlüssel sind nochmal 813

Euro fällig.

Was uns noch auffiel

• Die automatische Kettenschmierung ist

bei den Premiumpressen serienmäßig.

• Das 25-Messer-Schneidwerk gibt es nur

mit 1.000er-Zapfwelleneingang.

Fazit

Mit seiner Premiumpressen-Baureihe hat

John Deere einige wichtige Features verbessert.

Vor allem die Stabilität wurde im

Bereich des Rotors und des Spannarms

erhöht. Dazu kommt der zeitgemäße hydraulisch

absenkbare Förderkanalboden

und die praktische Messergruppenschaltung.

In puncto Pressdichte spielt die 864

Premium klar auf den vorderen Rängen

mit. Dazu bekommt man eine komfortable

Weichkerneinstellung. Beim Durchsatz

gab es auch nichts zu meckern, wobei der

Leistungsbedarf angesichts der erzielten Ergebnisse

nicht übermäßig hoch ausfällt.

Die Netzbindung lieferte in unserer

Feldprobe zuverlässig sehr saubere Ergebnisse

ab. Mit dem CoverEdge-Netz wurden

die Ballenkanten stets sauber abgedeckt

– Schulterbildung ist hier kein Thema.

Speziell für Lohnunternehmer dürfte die

Traktor-Geräte-Steuerung interessant sein.

Sie entlastet den Fahrer trotz vergleichsweise

wenig Eingriff in die Technik erheblich,

sieht man einmal von der störenden Deaktivierung

beim Rückwärtsfahren ab. Dass

für die Aktivierung zwei Handgriffe nötig

sind und das Schleppergetriebe auf Neutral

stehen muss, ist eine Sicherheitsvorschrift.

Mit einem Netto-Listenpreis von 54.647

Euro in Testausstattung (aber ohne TBA)

platziert John Deere die 864 Premium im

gehobenen Preissegment. mu ◾

Die Netzrolle befindet sich wie üblich in der

Heckklappe. Das hat im praktischen Einsatz

Vor- und Nachteile.

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