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SeeMagazin Gute-Laune-Tage (Vorschau)

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4 197540 504504

06

JAHRESAUSGABE_2010

€ 4,50

... für Einheimische und Gäste

Magazin

20 Seiten

AMMERSEE

SPEZIAL

HEIMAT HEUTE

Junge Talente &

gute Tradition

ABENTEUER

Im Ballon, auf dem

Kraxnbichl und

mit süßen Möpsen

CHRISTIAN TRAMITZ

Verliebt in

Ammerland

Zwischen »Pastewka«

und »Der Bär«

Star-Gast

Sonsee Neu

+

EXTRA!

SPORT, SPIEL, KULTUR

Gute-Laune-Tage

1 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

DER TIPP-KALENDER ZUM MITNEHMEN

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GEHEIMTIPPS FÜR GENIESSER

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STARNBERGER SEEMAGAZIN / Jahresausgabe 2010

E

ditorial

Großes Foto: Peter von Felbert aus der Kunstserie „blaues land“; Annette Hempfling

„Es war nicht die wildeste Jugend, aber eine sehr angenehme …“

Diese entspannte Zusammenfassung stammt aus einer Geschichte von

Max Scharnigg. Es geht darin um Teenagerzeiten am Starnberger See, um

Sonntage im Speckgürtel und dieses vage Grimmen, sich wegen der ganzen

Schönheit und Idylle zum Beispiel gegen Berliner Coolness verteidigen zu

müssen. Um Gefühle also, die man kennt, weshalb wir beim Lesen ständig

lächeln mussten. Als der junge Schriftsteller dann zusagte, für diese Ausgabe

über seine Zeit auf dem Tutzinger Gymnasium zu schreiben, großes Lächeln!

Weil viele unserer Leser dann ebenso das angenehme „Genauso-war’s“-Seufzen erleben und alle anderen das Lebensgefühl

im Fünf-Seen-Land besser kennenlernen werden (ab S. 58). Womit schon viel von dem erreicht wäre, was wir uns vorgenommen

haben: Ein wenig Teilchenbeschleuniger für unsere Heimat zu spielen, vielleicht nicht gerade mit Lichtgeschwindigkeit,

aber mit hoffentlich ansteckender Bewegungsenergie. Viel Interessantes haben wir wieder gefunden zwischen Gilching

und Tutzing, Herrsching und Berg – und standen plötzlich am Ammersee. Bayerns drittgrößter See liegt ja nur einen Katzensprung

entfernt und ist jeden Ausflug wert. Aus diesem entspannten Zusammentreffen ist schließlich ein stattlicher Extrateil

von 20 Seiten gewachsen (ab S. 84). Wir sind gespannt auf Ihre Reaktion und hoffen, dass Sie sich freuen über die

Geschichten und Anregungen in unserer bislang größten Ausgabe des Starnberger SeeMagazins.

Unser Covermodel:

Schauspielerin

Sonsee Neu.

Ihr Outfi t: Tunika und

Hose über den Werkstattladen

Seeshaupt.

Styling: Ulrike Teterycz.

Haare und Make-up:

Orlando Sliwa/ Agentur

Stammhaus.

Thomas Kilper,

Goldberg Studios

München, hat wieder

unser Cover fotografi ert.

Unsere Location:

die Simmerdinger Werft

in Leoni.

Sabine Schönmann und Elke Ross

Herausgeberinnen des Starnberger SeeMagazins

Natürlich freuen wir uns über Ihre Meinung zum Heft. Klicken Sie uns

bitte an auf www.seemagazin.de. Sie fi nden dort die direkte Leitung zur

Redaktion und ständig neue Tipps rund um den Starnberger See.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 03


INHALT

06 Das Herz

in luftiger Höh’

Eine Ballonfahrt über

das Fünf-Seen-Land

16 „Ich bin der Star!“

Das große Mops-Treffen

in Ambach

20 fische, fotos, föhn

Mit Schauspielerin Sonsee Neu

beim Fotoshooting

24 Tipps / Natur & Spiel

Neu, entdeckt, gesammelt:

Ideen für die Freizeit

32 See-Lektüre / Krimi & Co.

Bücher rund um die Region

34 Das weiß-blaue Band

Tradition in aufregenden Bildern

42 Chefsache

Hier red'n mia! Wenn

Bürgermeister erzählen

44 Die wilden Acht

Das Jugendprojekt Villa südSee

in Seeshaupt

46 Der Doktor, die Alm

und das Doppelleben

Dr. Hausmann und seine

(Aus-)Zeit auf der Alm

50 Zwei Radltouren

Mit Manfred Hummel unterwegs

52 „Das Landei in mir

erwachte …“

Unser Seegespräch:

Dieses Mal mit Schauspieler

Christian Tramitz

56 Junge Talente / Folkpop

Tuó, zwei Musikerinnen aus

Wolfratshausen

58 Die Seeschule

Eine Erzählung von

Max Scharnigg

64 Schutzbedürftige

Riesen

Der Bildhauer Josef Lang

im Porträt

70 Tipps / Kultur mit Genuss

Neu, entdeckt, gesammelt:

Ideen für Kenner und Genießer

74 Eine ganz natürliche

Leidenschaft

Lilian Maier: Die moderne

Bäuerin

78 Spielerische Liaison

Die Kulturmacher: Elisabeth Carr

und Matthias Helwig

82 Viele Kleine,

keine Großen

Das Schicksal der Seemuscheln

Fotos: Jan Greune; Ammersee-Segelschule; Peter von Felbert; privat (3); Ulrike Mertz

16

84

06

04 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

110


Unser Service für Sie!

Zentrale Zimmervermittlung

84

AMMERSEE

spezial

Der Schacky-Park / Botschafter Peter Linder

erinnert sich / Der Chronist von Holzhausen /

Scherben bringen Glück / Tipps & Ideen für den

Ausflug / Das Chaos-Orchester / Sag „Ja“ in Utting

106 Ich bin ein Bauernbub

Josef Brustmann: Die neuen Gedichte

des Musikers und Kabarettisten

110 Aloha aus der Südsee

Das Team vom Fischermichel beim

schwersten Kanurennen der Welt

114 See-Töne / DVDs & Hörbücher

Kartenvorverkauf

– Schlossberghalle (Starnberg)

– Roseninselserenaden

– Jazz am See (Feldafi ng)

– LEGO-Land (Günzburg)

– Oberbayern Card

– München Ticket (Deutsches Theater,

Olympiahalle, -stadion, SEA LIFE etc.)

Touristische Informationen

– Buchheim Museum

– Museum Starnberger See

– Kaiserin Elisabeth Museum

– Natur-Erlebnistouren

– Führungen in Starnberg

– Ammersee Touren

– Führungen Kloster Andechs

(Kirche, Brauerei, Bierprobe)

– Auf Sisis und Ludwigs Spuren

– Schifffahrtspläne

– Radeln und Wandern

– Golf

– Roseninselführungen

– Archäologischer Park Herrsching

– Veranstaltungskalender

– Nordic Walking Park, 280 km mit

23 Routen vom Ammersee zum Starnberger See

116 Wo bin ich?

Ein toller Ausblick …

118 Das große Gewinnspiel

Holen Sie sich einen Traumpreis!

122 Impressum

Tourist-Information

Tourismusverband

Starnberger Fünf-Seen-Land

Wittelsbacherstraße 2c

82319 Starnberg

Telefon: 08151 90600

Fax: 08151 906090

info@sta5.de

www.sta5.de

Januar – Dezember:

Mo bis Fr 8.00 – 18.00 Uhr

Mai – Oktober:

Mo bis Fr 8.00 – 18.00 Uhr

Sa 9.00 – 13.00 Uhr

Tourist-Information

Herrsching

Bahnhofplatz 3

82211 Herrsching

Telefon: 08152 5227

Fax: 08152 40519

herrsching@sta5.de

www.sta5.de

November – April:

Mo bis Fr 10.00 – 17.00 Uhr

Mai – Oktober:

Mo bis Fr 9.00 – 13.00 Uhr

und 14.00 – 18.00 Uhr

Sa 9.00 – 13.00 Uhr

34

64


ABENTEUER / Ballonfahrt

Sechs in einem Korb, rund

1000 Meter über der Erde und

mit einem Weitblick über Wald,

Wiesen und Dorfflecken. Unser

Pilot Peter März (im weißen

T-Shirt) kontrolliert die Gasbrenner

und ist gleichzeitig unser

entspannter Luftreise-Führer.

6 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Das Herz

in luftiger Höh’

ES GIBT SO VIELE MÖGLICHKEITEN, DIE HEIMAT ZU ERKUNDEN.

AUF DEN WINDWEGEN IM HEISSLUFTBALLON ERSCHLIESST SICH UNS

DAS BEKANNTE NOCH EINMAL AUF NEUE WEISE

Fotos: Jan Greune Text: Barbara Kraus

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 7


ABENTEUER / Ballonfahrt

Den festen Boden zu verlassen, macht selbst den Mutigen

erst einmal nervös. Aber Janina bleibt gelassen

Aufwärts, immer weiter:

Janina Greune, 10, schaut

zurück auf die Lieben, die ihr

vom Startplatz in Landstetten

nachwinken.


www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 9


ABENTEUER / Ballonfahrt

Ja, Hasenherz, du bist in

Wahrheit froh darüber,

dass der Start gleich zweimal wegen schlechter Wetterbedingungen

verschoben werden muss. Wir leben auf der Erde, so ist es

uns bestimmt. Sagst du. Andererseits, niemand zwingt dich zu

diesem kleinen Abenteuer. Bis auf deine Neugier, weil doch so

viele von da oben schwärmen, von der Stille, dem anderen Blick,

dem Gefühl von Freiheit …

Und dann kommt der Sonntag im späten September, die Sonne

scheint, wenn auch etwas zaghaft, und Günther Härter von den

„Landstettener Ballonfahrten“ meint fröhlich am Telefon: „Heut

pack mas! Treffpunkt 16 Uhr am Startplatz. Den finden Sie ganz

leicht an der Landstraße von Starnberg zum Kloster Andechs,

knapp einen Kilometer hinter Landstetten neben dem Parkplatz

in einer Senke.“ – „Und was ist mit Höhenangst? Manchmal bekomme

ich schon Zitterknie, wenn ich von einem steilen Treppenabsatz

nach unten schaue.“ – „Auch Flugangst? Sonst gibt es kein

Problem. Beim Ballonfahren wird niemandem schwindlig, weil

man keinen direkten Bezugspunkt zum Boden mehr hat.“ Ich

kenne keine Flugangst, aber das Herz hängt trotzdem in der Hose.

Szenen einer unvergesslichen

Reise: Vom Aufbau bis zur

Landung vergehen vier Stunden,

davon 100 Minuten im Flug.

Stolze 28 Meter misst das

Luftgefährt vom Korbboden bis

zur Ballonspitze. Foto links

oben: Angelika und Florian

Schade und Pilot Peter März

beim Interview mit Barbara

Kraus. Foto unten: Pilot Peter

erklärt seinen Fahrgästen die

Heimat von oben.

Der große Auftrieb

So viele fröhliche Gesichter. Auf der Startwiese ist einiges los,

Hunde bellen, Kinder springen um den Transporter, der tonnenschwere

Ausrüstung herankarrt, die Ballonpassagiere warten

in Familiengrüppchen. Sie lachen und reden, und über allem

vibriert eine positive Aufregung. Den festen Boden zu verlassen,

macht jeden, selbst den Mutigen, erst einmal nervös.

Günther Härter, ein sportlicher Mittfünfziger, übernimmt das

Kommando und scharrt die Himmelstouris um sich. Er erklärt,

dass wir heute mit einem großen und einem kleineren Ballon

fahren. Bitte sagen Sie IMMER fahren, NIEMALS fliegen, weil

man seit jeher von der Luftfahrt spricht. So die Logik dieser

Marotte. Zwei Heißluft-Gefährte, das bedeutet einmal acht und

einmal fünf Gäste, je plus Pilot. Ich komme ins kleine Körbchen

mit Jan Greune, unserem Fotografen, und seiner Tochter

Janina, zehn Jahre alt und total entspannt. Dazu passen in unsere

Gondel noch Angelika und Florian Schade aus Gauting.

Der Pilot ist Peter März, 55, erfahrener Ballonfahrer und wie sein

Geschäftspartner Härter obendrein passionierter Bergsteiger mit

Achttausender-Erfahrung.

10 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Die Ballons richten sich gleichzeitig

auf – lautlos, majestätisch. Es ist 16.50 Uhr:

Jeder hat einen Logenplatz

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 11


ABENTEUER / Ballonfahrt

Ballone haben immer Vorfahrt –

lautet die Regel da oben. „Alle vier

Jahreszeiten haben ihren eigenen Reiz

für Ballonfahrten“, meint Peter März von

den „Landstettener Ballonfahrten“,

die auch Alpenüberquerungen anbieten.

wird der Passagierkorb auch heute noch aus Weide geflochten und

wiegt fast 100 Kilo. Die Ballonhülle hingegen besteht inzwischen

aus einem Hightech-Gewebe. Auf unserer Tour hängen außer

dem Gewicht von sechs Personen noch 175 kg Flaschengewicht

fürs Propangas am Ballon. Am Ende werden wir für unsere 100

Flugminuten weniger als die Hälfte verbraucht haben. An Bordinstrumenten

gibt es einen Höhenmesser mit Temperaturanzeige,

ein Variometer für die Berechnung von Steigung und Fall, ein

GPS-Gerät als moderner Kompass und ein Funkgerät für den

Kontakt mit unserem Begleitfahrzeug am Boden und der Flugsicherung

in München. Oskar Bravo Viktor Romeo – OBVR –

lautet die Kennung unseres klatschmohnroten Luftballons.

Ballonfahrer packen stets mit an. Gut so. Beim Schleppen, Ziehen

und Zurren kann man die Nervosität gut überspielen. Der

Aufbau wird eine Dreiviertelstunde benötigen. Die beiden

Weidenkörbe liegen schon seitlich gekippt auf der Wiese, davor

die Ballonhüllen, jede so groß und bunt wie das Zeltdach vom

Zirkus Roncalli. Seile und Tragegurte werden herangeschleppt,

sortiert und befestigt. Gasflaschen und Brenner stehen bereit,

dann treten zwei Riesenventilatoren in Aktion. Die Windmacher

heulen gegen die friedliche Sonntagsruhe. Es dauert eine

Weile, bis sie tausende Kubikmeter Luft in die Hüllen geblasen

haben und die sich langsam aufblähen. Die Gasbrenner werden

angeworfen. Laut fauchend schießen mächtige Flammen in die

hauchdünnen Ballonkleider und erwärmen die Innenluft. Beinahe

gleichzeitig richten sich die Ballons auf, lautlos, majestätisch.

Unsere Helfer stemmen sich in die Seile, halten die Luftfahrzeuge

am Boden. „Schnell reinklettern, so wie ich es vorher erklärt

habe!“, ruft Peter März. Noch einmal den Liebsten gedrückt, ein

Lächeln probiert. Dann stehen wir erwartungsvoll im Korb, im

Zentrum unser Pilot, die eine Hand am Zug zum Befeuern der

Brenner, die kopfhoch über ihm an einer Stellage befestigt sind.

Es ist 16.50 Uhr: Jeder hat einen Logenplatz.

Die alte Weise und neue Art

Nicht viel getan hat sich, seitdem ein Hahn, eine Ente und ein

Schaf vor gut zweihundert Jahren die Premiere im Ballon

überstanden haben. Die erste „unbemannte“ Heißluftballonfahrt

unternahmen die Brüder Ètienne und Joseph Montgolfier schon

einige Wochen zuvor am 5. Juni 1783, wobei sie Holzkohle zum

Feuern benutzten. Von diesem Tag weg hat sich die Fahrerei

nicht groß verändert: Der Wind hat das Sagen, er lenkt den Ballon.

Was dem Piloten zu tun bleibt, ist das geschickte Ausnutzen

verschiedener Strömungen in unterschiedlicher Höhe, um sich

den besten Windweg zu suchen. Wie zu Zeiten der Montgolfiers

Eine erhebende Reise

Fast hätte ich ihn verzittert. Den Start nicht zu bemerken, ist

ganz leicht, weil sich der Ballon so sanft vom Boden löst. Wie

von einem Luftkissen getragen, heben wir ab. Schwerelos, kein

Schwanken, kein Ohrensausen, windstill. Steigen wir wirklich

oder versinken die Wiesen, die Menschen, die uns nachwinken,

die Straßen, Häuser und Flure? Schon nach wenigen hundert

Höhenmeter öffnet sich ein 360-Grad-Panorama, der Blick geht

weit. Das fahle Licht der Spätnachmittags-Sonne zaubert eine

Szenerie in Aquarelltönen, malt weichgezeichnete Luftspiegelbilder

auf die Erde. Wie gezogene Zuckerwatte liegt ein zarter

Dunstschleier über dem See. Hier und da leckt ihn die Sonne

genüsslich auf. Unsere Augen gewöhnen sich ans Spiel von Licht

und Schatten, und wir entdecken die Roseninsel als Tupfer mit

lindgrünem Rand.

Die Zeit dehnt sich aus. Schwebezustand über dem wiegenden

Schilfgürtel des Maisinger Sees, der von oben wie eine kleine

Schwester des Starnbergers aussieht. Das lange Gras, glaubt man,

ist mit den Händen zu fassen oder die Kronen des dunklen

Fichtensaums um den Auwinger Weiher. Wir steigen. Einmal

umdrehen, hinter uns liegt der Heilige Berg mit Kloster Andechs,

das seine Dominanz von oben einmal mehr unterstreicht.

Wie wird sich der Hundertwasserturm wohl neben der Molkerei

ausmachen? Wahrscheinlich auch nicht mehr als eine kunterbunte

Schnecke. Der ewig weite Luftraum schafft lächelnd

Distanz. Pöcking rückt heran. Von den Playmobil-Villen, ihren

schmucken Terrassen, den geranienroten Balkonen und wettergegerbten

Stegen steigen Stimmen auf. Im Lilliput-Format sieht

die Heimat anders aus, verspielter in ihrem verqueren Schachbrettmuster.

Wir freuen uns. Bedenken oder Momente der Angst?

Verschwunden, die können doch nicht fliegen!

„Wir haben leichte Nordströmung und werden ruhig zwischen

Starnberger und Ammersee pendeln“, erklärt Pilot Peter. Immer

ruhig weiter Richtung Süd, Südosten. Wir steigen bis auf 2300

12 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


wohin sie gehen, wissen wir nicht.

worauf sie stehen, schon.

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ABENTEUER / Ballonfahrt

Null Probleme bei der Landung –

alle hängen an den Seilen.

Meter. Vor uns baut sich eine dramatische

Wolkenkulisse in Graublau auf.

Der gelbe Schwesterballon, weit im

Westen, fährt in einen Sonnenlicht-

Streifen und wirft einen grandiosen Schatten in Übergröße.

Wir schauen, staunen, niemand spricht, der Kopf steckt in den

Wolken und das Herz hängt über der Welt.

In dieser Höhe ist meine Jacke zum ersten Mal nicht restlos überflüssig.

Bei knapp 18 Grad sind wir gestartet. Fest war ich davon

überzeugt, „dass es da oben ganz schön kühl sein wird“. Dabei

bleibt es warm und windstill im Korb. 80 bis 100 Grad unterm

Ballondach strahlen ab, und außerdem: Wer mit dem Wind fährt,

spürt ihn nicht! Wegen der geringen Thermik ist Oskar Bravo

Viktor Romeo heute mit ein bis vier Knoten auch nicht gerade

rasend unterwegs.

„Dort unten, ist das der Maisinger See?“ Peter März kann immer

Auskunft geben, er kennt jeden Quadratmeter. „Nein, das ist der

Eßsee bei Seewiesen, wo Konrad Lorenz seine Studien mit den

Wildenten gemacht hat.“ Deixlfurt, der Deutenberg, Obertraubing,

drüben am Ostufer ist Münsing auszumachen und Tutzing

liegt fast unter uns. „Glück ab, gut Land!“, ruft unser Pilot

noch einmal den Ballonfahrer-Gruß und setzt dazu ein paar

Feuerstöße mit dem Brenner. Zwei, drei weitere Handgriffe, kurz

öffnet sich eine Luke im Hüllendach und durch den Rückstoß

beginnt der Ballon zu tanzen. Wir drehen uns für einen wunderschönen

Augenblick.

Allmählich sinkt die Sonne rund und schwer zur Erde. Wir stehen

über einer Kiesgrube und können bis auf den moorschwarzen

Grund eines kreisrunden Weihers schauen. Unser Ballonchef

redet von der Landung und einem günstigen Platz, den er dafür

suchen muss. Besser noch mal über diesen Hub und den Waldsaum

dort drüben fahren, denn da unten gibt’s ein paar Bauern,

die gar nicht gut auf Ballonfahrer zu sprechen sind, weil sie um

Acker und Wiese fürchten, in der die eine oder andere Landung

schon mal eine Schleifspur hinterlassen hat. „Ist auch nicht so

lustig, wenn die Kühe durchgehen“, meint Peter März mit kleinem

Grinsen. „Und einmal wollten Pferde von der Weide in

unseren Hänger für die Ausrüstung trotten.“

Die Landung aus dem Bilderbuch

Eine Wiese bei Monatshausen soll das Ende unserer Reise sein.

Der Begleitwagen ist informiert. Dann geht alles ganz schnell. Der

Pilot öffnet ein Ventil an der Ballonspitze, die warme Luft entweicht

mit einem großen Seufzer und unsere Gondel sinkt der

Erde eiliger entgegen als sie aufstieg. Wir halten uns an den

Halteschlaufen im Korbinneren fest, die Knie leicht gebeugt, so

wie Peter März uns zuvor ermahnt hatte. Ein kurzer Ruck, der

Korb wankt in Zeitlupentempo einmal nach vorn, einmal zurück.

Dann steht er sicher auf der Erde. Eine Punktlandung wie aus dem

Bilderbuch. Traurig fällt der stolze Ball in sich zusammen. Und

jetzt? Man könnte noch viel erzählen von den Leuten, die mit

leuchtenden Augen unsere Landung verfolgen, von der Ballonfahrer-Taufe

mit Champagner und dieser kuriosen Sitte, dabei

eine Haarlocke zu verbrennen. Aber das Herz! Es hängt doch

immer noch in luftiger Höh’.


Besser noch einmal über

diesen Hub und den Waldsaum

dort drüben fahren

So will es der Brauch: Jeder

Neuling opfert bei der Ballonfahrer-Taufe

ein paar Haare,

die abgebrannt werden (Foto

oben: Janina). Mit Champagner

und einem Adelszertifikat

wird er belohnt. Und dann gibt

es viel zu erzählen. Im Foto

rechts: Florian und Angelika

Schade, Pilot Peter März und

Barbara Kraus (rechts).

14 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Das ideale Boot für perfekte Tage auf dem See

Edle Sportboote sind heute wieder aus Holz.

Moderne Holzboote höchster Qualität haben

formverleimte Bauweise und sind dadurch leicht,

sportlich und sparsam. Außerdem pegeleicht

und unempndlich sowie umweltverträglich.

Das abgebildete Motor-/Elektroboot ist ideal für

Wasserskifahrer und für Familien. An Bord nden

sechs Personen komfortabel Platz zum Sitzen

oder Liegen. Sonnenanbeter lieben die bequeme

Badeplattform und die großzügige Liegeäche,

unter der sich ein ausklappbares Sonnenverdeck

verbirgt. Das offen gestaltete Vorschiff bietet

eine Sitzgruppe mit Esstisch und Kühlschrank.

Das Cockpit verfügt über ein Controlcenter mit

Touchscreen und GPS sowie DVD/CD-Hianlage.

Motorisierung wahlweise mit E-Power- oder mit

Turbodiesel- bzw. Benzinmotor. Ausstattung und

Farben sind frei wählbar. Am Starnberger See

liegen zwei dieser Boote in Mahagoni. Alternativ

in klarlackiertem Carbon.

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www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 15


LEUT’ & LEBEN / Tierisch

„Ich bin der Star!

Lasst mich mal erzählen“

Gestatten: Soleil-Noir

de la Bastide des Figuiers,

genannt Max.

Fotos: Sabine Hermsdorf; privat

16 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


…MEINTE MAX, ALS UNSERE AUTORIN NINA DAEBEL EINE GESCHICHTE ÜBER DAS ALLJÄHRLICHE

MOPS-TREFFEN IN AMBACH SCHREIBEN WOLLTE. WARUM NICHT, HAT SIE GEMEINT UND IHM DABEI

DEN NACKEN GEKRAULT. MAX HAT’S DANN AUCH SEHR NETT GEMACHT

„Ah oui, als Franzose liebe isch das Leben,

die Frauen und die Leidenschaft! Modischen Schick schätze ich

ebenfalls sehr. Aber die sechsjährige Buffy aus Königsbrunn bei

Augsburg hat es beim letzten Mops-Treffen echt übertrieben.

Sie kam im Minikleid. Rosa-weiß mit Rüschen. Nein, deswegen

hing mir nicht die Zunge aus’m Maul. Es war einfach sehr warm,

und ich hatte Durst von den vielen Wettrennen. Buffy jedenfalls

sah aus wie ein Knallbonbon. Mein Geschmack war’s nicht.

Aber Monty, der extra aus dem Allgäu angereist war, stand voll

auf sie. Er hat sie umschwärmt wie eine Motte das Licht. Und

das, obwohl sie vier Jahre älter ist als er!

Bonjour erst einmal, mesdames et messieurs. Soleil-Noir de la

Bastide des Figuiers ist mein Name, aber alle sagen nur ,Max‘.

Geboren wurde ich am 12. September 2001 an der Côte d’Azur.

Mit meinem Frauchen Alexandra Laue lebe ich jedoch seit

langem in Bruckmühl bei Bad Aibling. Sie hat am selben Tag

Geburtstag wie ich. Wenn das mal kein Zeichen ist! Frauchen sagt

oft, wir seien seelenverwandt. Und dass ich jedes Wort von ihr

verstehen würde.

Klar, wieso auch nicht, bin ja intelligent, habe die Hundeschule

besucht und eine Zusatzausbildung zum Jagdhund absolviert.

Ich bin zu vielem fähig und ein Mops mit edlem Stammbaum.

Mein Fell ist samtweich und pechschwarz. Manch einer findet

mich mit meiner Knautschzone, der gedrungenen Figur, meinen

Kulleraugen und dem Ringelschwanz total hässlich, andere stehen

voll auf mich. Über Geschmack soll man nicht streiten, und ich

äußere mich auch nicht über das Aussehen der Menschen, denn

das verbietet mir meine gute Herkunft. Ich sehe das gelassen und

verweise gerne auf den Spruch dieses klugen Mannes namens

Loriot. Schon der wusste: ,Ein Leben ohne Möpse ist denkbar,

aber sinnlos.‘ Frauchen sieht das genauso. Sie ist der Alpha-Mops

in der Familie. Deswegen überlasse ich ihr das Organisieren

unseres jährlich an Himmelfahrt stattfindenden

Mops-Treffens, dieses exklusiven, einzigartigen und

geselligen Events! Als Location dafür haben wir das

Landhotel Huber in Ambach gewählt. Es liegt direkt

am See. Dort gibt es einen Biergarten, eine große

Wiese und einen hauseigenen Badeplatz. Das Mops-

Treffen wird nun schon seit rund 20 Jahren veranstaltet.

Frauchen hat die Planung vor etwa zehn Jahren übernommen.

Seitdem entwickelt sich das Treffen prächtig. Beim letzten Mal

waren rund 100 Menschen dabei und 70 Möpse. Angeleint ist

keiner. Das wäre ja langweilig. Wir wuseln alle kreuz und quer

durcheinander. Natürlich friedlich. Ohne Gebell, Gekeife oder

gefährliche Attacken. Frauchen sagt immer: ,Solche Treffen

kannst du mit Schäferhunden und ihren Besitzern nicht machen.

Das würde Mord und Todschlag geben.‘ Ja, wir Möpse sind eben

anders. Auf unserem Starnberger-See-Treffen wird gemeinsam gespielt,

gerannt, gefressen, geschnuppert und geschwommen, ohne

dass Zähne gefletscht werden. Es ist ein großes, friedliches Mops-

Fest. Wer hier so alles vorbeischaut, weiß Frauchen ganz genau.

,Es sind Adlige, Promis, Doktoren und ganz normale Bürger mit

Beim letzten Mal waren rund

100 Menschen und 70 Möpse dabei.

Angeleint war keiner

ihren Möpsen – weil hier nur der Hund zählt!‘ Frauchen hat eine

Liste mit dem ,Who is Who‘ der Mops-Liebhaber, auf der sie

Namen und Kontaktdaten jährlich aktualisiert.

Dieser Loriot, in Wirklichkeit ja auch von adeligem Blut und ein

echter von Bülow, außerdem Mops-Versteher, Mops-Liebhaber

und Ehrenbürger von Münsing, war auch mal bei unserem Treffen.

Das muss 2004 gewesen sein. Er hatte früher selbst Möpse:

Henry und Gilbert haben sogar in seinen Sketchen mitgespielt

– in ,Möpse am Nordpol‘ (1969) und ,Möpse auf dem Mond‘

(1971). Zu unserem Szenetreff kam er ohne Mops, dafür mit Frau.

Das war ein Jubel! Die Menschen waren völlig außer sich. Jeder

hat Loriot seinen Mops in die Hand gedrückt und sie zusammen

fotografiert. Der arme alte Herr. Frauchen sagt oft, sie könne verstehen,

dass er seitdem nie wieder vorbeigekommen sei, obwohl

sie ihn jedes Jahr erneut einlädt. Ihm seien diese ,penetranten

Leute‘ wohl zu stressig gewesen. Ein Ehepaar hat ihm sogar seine

gehbehinderte Mops-Dame mit selbstkonstruiertem Tragegestell

in die Hand gedrückt. Ganz cool ist der Loriot geblieben. Er

hat sich hanseatisch streng hingestellt und ablichten lassen. Profi

eben. So wie ich. Mich hat vor kurzem das Magazin Vogue für ein

Mode-Fotoshooting gebucht. ,Max, you are the best!‘, rief der

eigens aus New York eingeflogene Fotograf. Den Shoot hatte ich

zusammen mit einem 1,90 Meter großen Modell. Die war klapperdürr,

hat auch Frauchen gesagt. Und ganz in Weiß gekleidet.

Ich in Schwarz, natürlich, elegant eben. Auf dem Bild sollte es

so aussehen, als ob ich die Lady ziehen würde. Kein Problem.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 17


LEUT’ & LEBEN / Tierisch

Beethoven, Tequila und Emely können gern weiter rumrasen

und ihre neuen Schmuckhalsbänder zeigen

Jedes Jahr am Himmelfahrtstag gibt es in Ambach

das Treffen der Möpse – Anhang darf auch mit.

Frauchen hätte echt nicht in der Ecke hocken und mich mit

Leckerlis locken müssen. Peinlich. Ich war doch der Star! Aber

noch mal zum Mops-Liebhaber Loriot. Frauchen verkauft auf

dem Mops-Treffen Zubehör für uns Hunde und allerlei Nippes.

Darunter sind auch Magnete, die man an Kühlschränke pinnen

kann. Loriot hat einen gekauft, auf dem ein beigefarbener Mops-

Kopf abgebildet war. Der sollte 9,90 Euro kosten. Loriot gab zehn

Euro und als Frauchen ihm die zehn Cent rausgeben wollte, sagte

er gönnerhaft: ,Der Rest ist für die Kaffeekasse.‘ Noch heute muss

Frauchen schmunzeln, wenn sie daran zurückdenkt.

Das muss sie übrigens auch, wenn sie sich an die Dame im Blümchenkleid

und mit Sonnenhut erinnert, die im Mercedes-Cabrio

vorgefahren kam. Frauchen hat ihr gleich die Adressliste unter

die Nase gehalten und sie darum gebeten, sich dort einzutragen.

Ihr Mops Churchill war leider – oder vielleicht zum Glück? –

nicht dabei. Jetzt wissen Sie sicher den Namen der Dame: Patricia

Riekel! Ja, genau, die Chefredakteurin des People-Magazins Bunte.

Frauchen hat sie im Jahr darauf schriftlich zum Mops-Treffen

eingeladen. Der Brief kam zurück. Adresse unbekannt. Die auf

der Liste angegebene Telefonnummer war auch falsch … Schauspielerin

Uschi Glas hat auch zwei Möpse – zumindest hatte sie

mal welche. Angeblich hat sie ihre Haushälterin mit den Hunden

zu unserem Treffen geschickt. Die Hohenzollern sollen ebenfalls

schon vorbei geschaut haben. Na ja, Frauchen sagt immer: ,Wer

die Leine führt, ist mir egal.‘

Mich interessiert das auch nicht. Aber ich kann Ihnen sagen: Da

sind schon schräge Menschen-Typen dabei. Was die so über uns

erzählen. Verrückt! Eine Dame zum Beispiel gestand, sie würde

ihren Mops viel lieber schnarchen hören als ihren Mann. Und

Buffys Frauchen meinte, sie, also Buffy, sei ein Clown, könne in

jeder Position schlafen und würde dabei manchmal aussehen wie

ein Alien. Das sei soooo süß. Wenn ich das höre, bin ich mir nicht

mehr sicher, ob das mit dem rosa Rüschenkleid tatsächlich Buffys

Idee gewesen ist.

Für mich gehört zu einem gelungenen Mops-Teffen auf jeden

Fall ein Bad im See. ,Unterhalb des Stegs macht er platsch, streckt

alle Viere von sich und lässt sich vom Wasser anschwappen.‘ Zitat

Frauchen. Ja, ich brauche nun mal meine Ruhepausen. Beethoven,

Tequila und Emely können gerne weiter rumrasen und ihre neuen

Schmuckhalsbänder präsentieren. Mit Swarovski-Steinen, blauweißen

Bayern-Rauten oder Schriftzügen wie ,Sexmachine‘…

Der Held des Tages bin ohnehin ich. Sagt auch Frauchen. Und

manchmal schiebt sie süffisant hinterher: ,Meint er zumindest.‘

Sie kann echt ulkig sein.“


Mein Frauchen Alexandra Laue

und ich (mit rosa Zunge). Bei ihr

dürfen Sie sich gern melden, wenn

Sie mehr erfahren wollen – über

mich oder das Mopstreffen. E-Mail:

Alexandra.Laue@online.de

Fotos: Sabine Hermsdorf; privat

18 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Advertorial

Wer am liebevoll restaurierten

Bahnhof von Bernried vorbeikommt,

den zieht es wie

magisch zum neuen gläsernen Vorbau.

Denn hinter den großen Scheiben tut sich Köstliches! Da liegt

nicht nur Confiserie der feinsten Art in der Auslage, jeder kann

zudem beobachten, wie sie entsteht. Chocolatier Franz-Xaver Clement,

seine Frau Andrea und die Mitarbeiter lassen sich nämlich

beim Komponieren und Fertigen von Truffes, Pralinés und Tafeln

direkt auf die Finger schauen. „Wir betreiben eine gläserne Schokoladenmanufaktur!“,

sagt Clement stolz. Verarbeitet werden nur

die edelsten Zutaten auf der Basis der Chocolat Grand Cru, die

aus wertvollen, fair gehandelten Criollo-Kakaobohnen hergestellt

wird. Allein den Meister der Schokolade dabei zu beobachten, wie

er Vanille oder Zimtstaub, kostbare Gewürz-Öle oder Edel-Brände

in die helle oder dunkle süße Masse rührt, abschmeckt und

verfeinert, bevor er sie zu Tafeln oder Konfekt formt und schließlich

mit Blüten oder Früchten verziert, ist ein Genuss.

CLEMENT CHOCOCULT

Ein neuer Blick

auf die süße Verführung

Wer dann die Tür öffnet und das „Chococult“ betritt, ist durch

die sinnlichen Düfte endgültig verführt – nicht ohne mit einer

der Köstlichkeiten nach Hause zu gehen oder sich bei Clement

zum Confiserie-Kurs anzumelden, um zumindest sein feines Handwerk

ein wenig von ihm abzuschauen.

Clement chococult

Im historischen Bahnhof Bernried

Bahnhofstraße 30

82347 Bernried am Starnberger See

Tel. 08158 6310

Kurse: Samstagnachmittags, bitte rechtzeitig buchen

www.clement-chococult.de

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Forsthaus am See

Mit allen Sinnen.

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Vom feinen Tunfisch-Sashimi

bis zum herzhaften Burger,

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Mo.-Fr. ab 8.00 Uhr geöffnet

12. 00 – 14. 30 Uhr

17. 30 – 21. 00 Uhr

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14. 30 – 17. 30 Uhr Snacks

Samstag 8. 00 – 18. 00 Uhr

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liegt der Geheimtipp für Feinschmecker,

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Tel.: (0 81 51) 44 79 50


SEE-STERN / Sonsee Neu

fische, fotos, föhn

Was für Spaziergänger wie ein Familientreffen mit Freunden

aussah, war für alle Akteure echte Arbeit und dabei jede

Minute aufregend. Im Mittelpunkt der Titelbild-Produktion

am See in Leoni: Schauspielerin Sonsee Neu

Fotos: Thomas Kilper (3); Tanja Rohmann (3); Haare und Make up: Orlando Sliwa/Agentur Stammhaus

20 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Die Luft ist wie Champagner!“, könnte Fräulein

Else ausrufen. Weil das so gut passen

würde zu diesem ersten wahnsinnig schönen

Frühlings-Föhntag, der alle in Hochstimmung

versetzt und dabei nervös und kribbelig macht.

Aber hier spielt nicht Fräulein Else, kein Filmset, keine Bühne.

Der Fototermin für das aktuelle Titelbild des Starnberger

SeeMagazins steht an, und unser Team turnt herum zwischen

kleinen Jollenkreuzern und chicen Holz-Yachten der Simmerdinger

Werft in Leoni.

Als eigenwilliges Fräulein Else aus dem gleichnamigen Roman

von Arthur Schnitzler wäre Sonsee Neu trotzdem eine

Glanzbesetzung, obwohl man die gebürtige Rheinländerin

mit Hollywood-Erfahrung und dem Namen einer Indianerin

(„Sonsee Ahray“ bedeutet Morgenstern) eher aus Komödien

wie „Pastewka“ kennt, als komische Richterin im Millionenstreifen

„Keinohrhasen“ oder aus romantischen Pilcheriaden,

wo sie wahlweise Heiner Lauterbach, Erol Sander oder sonst

einen Filmbeau glücklich macht – und nicht zu vergessen,

gleich zu Beginn ihrer Karriere neben George Clooney in der

Kultserie „Emergency Room“ auftrat.

„Heute spiele ich weder die Perlenkette, noch die Romantikerin

und auch nicht die Komische! Hier bin ich Sonsee, die

Privatperson“, bestimmt die Talentierte mit der nordischen

Schönheit selbstbewusst gleich zu Beginn die Richtung.

„Ingrid Bergmann ist mein Idol, wenn ich denn jemanden

nennen soll“, wird sie später beim Interview erklären, aber da

weiß man doch schon längst, dass die 37-jährige Schauspielerin

eher zurückhaltend ist, unabhängig, sich nicht so leicht

vereinnahmen lässt.

Nach dem Abitur und einer Ausbildung im New Yorker Actor’s

Studio stand Sonsee Neu in Dramen wie Ibsens „Hedda Gabler“

auf der Bühne – in englischer Sprache. Die zwölfte Klasse

hatte sie als Austauschschülerin in Wyoming erlebt. Grey Bull

hieß das Nest, in dem sie gelandet war. „1500 Einwohner, eine

Kreuzung, eine Ampel, sieben Hotels, sieben Tankstellen“,

erinnert sich Sonsee lachend und gern auch daran, dass jeder

ihren Namen auf Anhieb richtig aussprechen konnte („Sansie“),

„weil dort noch die Pfeilspitzen der Indianer aus dem

Boden ragten.“ Sonsee Ahray, der Morgenstern, ist sicherlich

Orlando, Tupfer! Ständig in

Bewegung zwischen Bootssteg,

Kahn und einer Yacht

namens „Gerd“ war das Fototeam

bei den Aufnahmen

mit Sonsee Neu, die auch

in der größten Hektik entspannt

wirkte (siehe Foto

oben und links). Ob Visagist

Orlando Sliwa, unser Fotograf

Thomas Kilper oder der Rest

der Crew – alle packten mit

an, um zwischen Föhn und

Fischen das Beste zu geben.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 21


SEE-STERN / Sonsee Neu

ein Name, der prägt. Hochschwanger hatte sich ihre Mutter

darin verliebt, als sie den Spätwestern „Der gebrochene Pfeil“

mit James Stewart sah. Es geht darin um die unangepasste

Liebe zwischen einer Indianerin und einem weißen Grenzgänger,

ein Rassenthema mit Friedensbotschaft. Nein, erklärt

die Mimin, sonst gab es in der gutbürgerlichen Familie keine

Verbindung zur Schauspielerei oder Kunst, was sie nicht daran

hinderte, „wenn auch ziemlich blauäugig“, nach der Schule

direkt nach New York zu ziehen, in eine Stadt, die sie heute

noch mag. „Manhattan ist ein magischer Platz“, sagte sie einmal

in einem Interview, und assoziiert damit spontan „den

Duft, den meine Haare annehmen, nach 24 Stunden New

York“. Der Liebe wegen kam sie nach neun Jahren Amerika

zurück nach Deutschland. Sonsee hatte „Herrn Neu“, wie sie

ihren Mann lächelnd nennt, 2001 bei Dreharbeiten zu Bernd

Eichingers Produktion „666 – Traue keinem, mit dem du

schläfst“ kennengelernt. Zwei Jahre später haben Herr und

Frau Neu genau an Sonsees 30. Geburtstag geheiratet und leben

nach mehreren Stationen heute mit ihren beiden Kindern

in Berlin. „In einem Hinterhof. Dort ist es beinahe ruhiger als

auf dem Land“, erzählt die Natur- und Gartenfreundin. Die

Lebens-Stationen München und Seeshaupt gab es übrigens

auch. „Was ich vom Leben am Starnberger See gelernt habe?

Dass kein Tag wie der andere ist!“, sagt Sonsee Neu.

Weil die Schauspielerin wie ein Fisch schwimmt, klettert und

reitet, denkt sie gern an ihre „Seezeit“ zurück und freut sich

über Stippvisiten – wie jetzt zu den Dreharbeiten für „Der Bär“,

einem ZDF-Krimi, in dem sie demnächst neben Konstantin

Wecker und Friedrich von Thun zu sehen sein wird. Was

Tanja Rohmann, die Agentin der Schauspielerin aus München,

sonst noch zwischen Lipgloss, Hosenwechsel und

Fotolächeln verrät: Der Morgenstern liebt „Bikram-Yoga“, eine

Hatha-Yoga-Methode aus 26 Übungen, die in 35 bis 40 Grad

warmen Räumen praktiziert wird. Das stärkt die Muskel- und

Sehnen und entlastet durch die Wärme Körper und Seele.

Eine schweiß-treibende Angelegenheit, die Sonsee Neu mindestens

fünf Mal die Woche und an jedem Drehort der Welt

diszipliniert durchzieht, was man dem schlanken, durchtrainierten

Körper der 1,68 Meter großen Frau mit den leuchtend

blauen Augen und dem ausdrucksstarken Mund auch ansieht.

Herunterkommen von Stress und Lärm, einen Lebensmittelpunkt

mit der Familie finden, weniger auf Wanderschaft sein

„Was ich vom See

gelernt habe? Dass kein

Tag wie der andere ist“

– alles Themen, mit denen sich die Schauspielerin auch immer

häufiger beschäftigt. Ein Blick in ihren „Showreel“, die

Video-Visitenkarte, verrät dazu noch mehr zum Hin und

Her zwischen Perlenkette und Privatperson: Alles beginnt

mit einer Explosion, einem Feuerball, durch den Sonsee geschleudert

wird – hinein in unterschiedliche Charaktere, vom

Thriller über Comedy bis zur Romanze. Mit einer Textzeile in

ihrem warmen Bariton endet der Kurzfilm: „Ich würde dich

so gerne lieben, aber irgendetwas ist dazwischengekommen.“

Sagt sie, und dann folgen Kuss-Szenen, intensive, scheue,

leichtherzige oder voller Leidenschaft.

Barbara Kraus

Vier von vielen Filmen,

in denen Sonsee Neu

brilliert (von oben): Mit

Anna Thalbach und Heio

von Stetten in „Deadline

– Jede Sekunde zählt“

(2008); „Man liebt sich

immer zweimal“ mit

Marco Girnth (2008);

„Der Bernsteinfischer“

mit Heiner Lauterbach

(2005) und in der Comedy-Serie

„Pastewka“

mit Bastian Pastewka.

Fotos: SAT.1 (3); ARD (1); ZDF (1)

22 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


DAS ELBACHER GÜTEL

Genuss in Tradition

und Moderne

Wer im Elbacher Gütel genussvoll

speist, tut das in einem ganz besonderen

Ambiente. Der rund 450

Jahre alte Dachstuhl bestimmt die heimelige

Atmosphäre und ist denkmalgeschützt. Bis zu

30 Personen finden Platz in dem Restaurant

unter dem schönen rustikalen Gebälk. Dazu

flutet durch die großflächigen Glasfronten

viel Licht in den Gastraum, der geschmackvoll

mit modernem, hellem Interieur eingerichtet ist. Küchenchef

Alex Jurczyk legt besonderen Wert auf hohe Qualität, Frische,

Service und die Zufriedenheit der Gäste. Die Speisekarte bietet

regionale Gerichte, neu interpretiert. „Gehoben, aber nicht abgehoben“

ist das Motto der wöchentlich wechselnden Drei-Gänge-

Menüs, die man sich aus der Speisekarte selbst zusammenstellen

kann. Wer Lust darauf hat: Auch das klassische Wiener Schnitzel

wird serviert. Liebhaber edler Tropfen lassen sich gerne in der

gemütlichen Weinstube nieder, in der Platz für bis zu 12 Personen

ist. Hier darf man selbst in die Kellergewölbe hinabsteigen

und sich aussuchen, welchen der rund 60 verschiedenen Weine

man kosten möchte. Im Sommer lädt der Biergarten mit bis

zu 30 Plätzen zum Verweilen ein. Wenn es zu regnen beginnt,

wechselt man einfach ins Austragshäusl nebenan. Die Inhaber

des Elbacher Gütels sind Monika und

Matthias Hofmann, ein perfekt eingespieltes

Mutter-Sohn-Gastgeber-Gespann.

Ihnen ist die familiäre Atmosphäre ihres

Betriebs wichtig. Erleben kann man das insbesondere auch bei

kleinen Veranstaltungen, Whisky-, Schnaps- oder Weinverköstigungen

sowie bei Lesungen oder musikalischen Events. Und

dabei findet man immer Genuss mit Mehrwert.

Elbacher Gütel

Restaurant & Weinbar

Birkenallee 1, 82547 Eurasburg

Tel. 08179 9431470, Mobil 0160 96409188

Öffnungszeiten: Mo/Di geschlossen,

Mi bis Fr 17 – 23 Uhr, Sa/So 11 – 23 Uhr

(warme Küche: 11 – 14.30 Uhr und 17.30 – 21.30 Uhr)

info@elbacher-guetel.de

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TIPPS / Natur & Spiel

Eine gute Zeit

…für Sportsfreunde,

Spielerfrauen und alle,

die sich am liebsten

in der Natur aufhalten

Ich geh mit dir!

Zu zweit ist es immer schöner – auch mit

Lama oder Alpaka. Die intelligenten, aufmerksamen

und sehr kinderlieben Tiere

sind treue Weggefährten und begleiten Sie

beim Wandern. Evi Endres bietet geführte

Lama-Wanderungen zwischen dem Wörth-

und Pilsensee an. Auch eine tolle Idee für

den Familien- oder Betriebsausflug und

zum Kindergeburtstag. Die Preise sind

abhängig von der Tour und Personenzahl.

Tel. 08152 397941, www.moonlight-lamas.de

24 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Schauen, staunen, Kraft tanken

Zauberhafte Ausblicke, romantische Treffpunkte.

Zwei Tipps, die einen Spaziergang lohnen:

■ Auf dem Holzhauser Kirchberg fühlt man sich dem

Himmel ein Stückchen näher. Viele sagen, dort sei

ein besonderer Zauber zu spüren und es fließe eine

kraftspendende Energie. Tatsache ist der einmalige Blick

auf den See. Glaubt man der Überlieferung, war der

Kirchberg einst eine heidnische Opferstätte der Huosi-

Sippe, ein bayerisches Ur- und Hochadelsgeschlecht.

■ Eine fantastische Aussicht hat man auch von der

Maria-Dank-Kapelle (Foto) aus, die bei Degerndorf auf

dem rund 710 Meter hohen Fürst Tegernberg steht (von

Holzhausen Richtung Degerndorf kommend ist die

Kapelle auf der rechten Seite schon weithin sichtbar).

Sie wurde aus Trümmersteinen des zerbombten Münchens erbaut und am

23. Mai 1948 eingeweiht. Seitdem ziehen die Degerndorfer zwischen Mai und

Oktober an jedem 13. des Monats in einer Dankprozession zur Kapelle.

„An einem Werktag Wasserski zu fahren,

und zwar ganz in der Früh vom Floß

hinter der Roseninsel (von Starnberg aus

gesehen) – etwas Schöneres gibt es kaum: die Ruhe, das

flache Wasser, der Blick auf die Zugspitze … traumhaft.“

Prof. Dr. Bruno Reichart, Direktor der Herzchirurgischen Klinik der

Ludwig-Maximilians-Universität Großhadern, Leutstetten

Fotos: Jan Greune (großes Foto); Stephan J. Kistler; Heinz Endler

Reizen und stechen

Laue Sommerabende,

stürmische Herbstnachmittage

– Bridge macht immer Spaß.

Das Kartenspiel mit Trumpf und

Kontra trainiert Gedächtnis und

logisches Denken. Partner für

eine Partie Bridge finden Sie hier:

Bridge-Club Tutzing, Tel. 08158

8970, www.bridge-club-tutzing.de

Bridge-Club Starnberg, Tel. 08151

51372, www.bc-starnberg-1.de

Bridge-Club Starnberg-Würmtal,

Tel. 08151 12251, www.bc-starnberg.de

Bridge-Club Starnberg-Undosa, Tel. 08151 2416.

Wer noch mehr spielen will, trifft sich in der „Spielunke“

in Münsing: Do bis So, 18 – 1 Uhr, Tel. 08177 997070,

www.spielunke-münsing.de

Rent a Hüpfburg

Sie planen einen Kindergeburtstag und benötigen

dringend mehr Spielzeug, um die Rasselbande

bei Laune zu halten? Der Kreisjugendring Starnberg

bietet einen Material- und Geräteverleih an.

Im Angebot sind beispielsweise ein Großspiel

„Mensch-ärgere-Dich-nicht“, eine Hüpfburg,

eine mobile Streetball-Anlage, Swingcarts mit

Pylonen oder eine Festzelt-Garnitur für Kinder.

Tel. 08151 148-451, kjr.starnberg.org

Loops mit Laune

Auf dem Dirt-Bike-Platz

in Söcking am Riedener

Weg darf der Dreck ruhig

mal höher spritzen. Die

Brüder Jonas, Tobi und

Steffen Engelmann haben

sich hier mit Unterstützung

vieler Freunde und großer

Eigeninitiative einen Natur-

Parcours gestaltet, auf dem

sie mit ihren Spezial-Rädern

richtig durchstarten können.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 25


TIPPS / Natur & Sport

Reife Ruhe

Zum inneren Gleichgewicht zurück

und Körper, Geist und Seele wieder

in harmonischen Einklang bringen.

Klingt nach Yoga. Und das wird an

vielen Plätzen rund um den See gelehrt:

■ Das Kutscherhaus unter den Linden

in Seeshaupt, Lindenallee 3.

Tel. 08801 30 25 65, www.kutscherhausstarnbergersee.de

■ Der Life Competence Gesundheitsclub

Tutzing, Midgardstraße 8a. Tel. 08158

3622, www.life-competence.info

■ Dipl. Yogalehrerin Astrid Buchner

aus Pöcking bietet u.a. zielorientiertes

Firmenyoga und Ernährungsberatung an.

Tel. 08157 60 99 95, www.yogayura.de

■ Cora Menz aus Berg gibt Einzelunterricht

auch in englischer und

spanischer Sprache. Tel. 08151 971

73 84, www.coramenzyoga.de

■ Yoga-Seminare im Kloster Bernried

kann man über das Münchner Yoga-

Zentrum buchen, Tel. 089 535394,

www.muenchneryoga-zentrum.de

■ Yoga for Balance in Starnberg,

Moosstraße 14, Tel. 08151 972117,

www.yogaforbalance.de

■ Eröffnung am Starnberger See

im Herbst: die feine Wellness-

Oase Living Senses mit Yoga und

vielen Spa-Möglichkeiten, Zieglerweg

9a, Berg. Tel. 08151 2686480,

www.livingsenses.net

Das andere Kissen

Ein gebogenes Stück Holz für Yogis. Die Benchbow Meditationsbögen

sind präzise angefertigte Sitze mit einer breiten Fläche

und leichter Neigung, sollen sogar bequem sein und schonend

für die Wirbelsäule. Der Künstler und Schreiner Stefan Mair und

seine Frau Birgit, eine Yogalehrerin, haben die Bögen aus Buchenholz

in vier verschiedenen Designs entwickelt, ab 129 Euro.

Tel. 08157 998868, www.benchbow.com

Mit Sonnengruß, lauten Jubelgesängen

und ganz viel Ausdauer

Toller Treff!

Platz für Freunde und Feten gibt es im neuen Jugendzentrum

Nepomuk in Starnberg. Zwischen dem Landratsamt und

dem Bayerischem Yachtclub gelegen, hat der moderne

Holzbau einiges zu bieten – unter anderem auch schallisolierte

Räume, in denen Bands ungestört proben können. Oder eine

Feuerstelle auf der überdachten Terrasse und zwei große

Veranstaltungsräume. Die deutsche Kicker-Meisterin Natacha

Koske ist übrigens Leiterin des Jugendzentrums.

Neues Paddeln

Stand-up-Paddling heißt

ein neuer Trendsport, bei

der Kondition und ein gutes

Gleichgewichtsgefühl gefragt

sind. So funktioniert

der kippelige Spaß: Aufs

Surfbrett stellen und

mit einem Stechpaddel

abstoßen. Das trainiert die

gesamte Muskulatur und soll außerdem Stress abbauen.

Board und Paddel, auch zum Testen, gibt’s bei Surf Tools in

Starnberg/Schorn, Tel. 08178 909611, www.surftools.de

Großes Foto: Jan Greune; Elke Ross

26 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


23 Routen, 280 Kilometer

Voller Elan über die „Vital-Brunnen-Runde“ oder

lieber die „König-Ludwig-Aktiv-Tour“ erkunden:

23 Routen finden Sie im Nordic Walking Park,

auf rund 280 Kilometern weisen mehr als 500

neue Schilder den Weg im Starnberger Fünf-

Seen-Land durch Schluchten und Wälder, über

Wiesen und Feldwege oder direkt am See entlang.

Detaillierte Beschreibungen und Angaben zum

Schwierigkeitsgrad gibt es auf www.sta5.de. Auf

der interaktiven Regionskarte können die Routen

auch als GPS-Tracks runtergeladen werden.

„Mein Lieblingsplatz am See

sind die kleinen Ostuferstrände

mit der Abendsonne und dem

schönsten Licht bis in die Nacht

hinein. Die beste Galerie am Starnberger See?

‚Marschall‘ in Bernried, wunderbare zeitgenössische

Kunst und spannende Ausstellungen.“

Gabriela von Habsburg, Bildhauerein, Starnberger See

Auf Sternensuche

Footballspieler brauchen Cheerleader, weil sonst nicht

die richtige Stimmung aufkommt. Die Regionalligaspieler

der Starnberg Argonauts könnten noch Anfeuerung

gebrauchen und suchen Mädchen und Jungen

ab zehn Jahren, die gerne tanzen, turnen und auch

vor waghalsiger Akrobatik nicht zurückschrecken. Die

Truppe der Starnberg Silver Stars steht bei Wettkämpfen

an der Seitenlinie und feuert die Jungs kräftig an.

www.starnberg-argonauts.de




Schöne gesunde Zähne sind ein Geschenk fürs Leben.

Ein schönes Lächeln macht attraktiv und selbstbewusst

– es trägt zum privaten und beruflichen Erfolg

bei. In Dr. Michael Buchheim finden Kinder, Jugendliche

und Erwachsene bereits seit 15 Jahren einen kompetenten

Spezialisten für modernste Kieferorthopädie am Starnberger

See, sowohl in Feldafing, als auch – seit zwei Jahren – in

Tutzing. So bietet die auf Ästhetik und Funktion ausgerichtete

Praxis neben der Diagnostik von Zahn- und Kieferfehlstellungen

mittels digitalem Röntgen die hochmodernen,

unsichtbaren Zahnregulierungen und innenliegende Bracket-

Systeme an, die vor allem Erwachsenen den Weg zu gepflegten

und langanhaltend gesunden Zähnen ebnen. Hand

in Hand mit Hauszahnärzten, Logopäden und Eltern sorgt

Dr. Michael Buchheim nach individueller Beratung für eine

schonende und nachhaltige Zahnregulierung. Kinder sind im

warmherzigen Team bestens aufgehoben: Um sie während

der gesamten Wachstumsphase optimal zu begleiten, wurde

der Standort der Praxis bewusst in die Nähe von Schulen

und öffentlichen Verkehrsmitteln gelegt - über Abend- und

Samstagssprechstunden wurden flexible Behandlungszeiten

geschaffen. Mit Wunschmusik und beruhigenden Worten

nimmt der Familienvater Kindern die Angst vor der Behand-

lung. „Kinder sollen sich bei uns wie zu Hause fühlen“ “,so

der gebürtige Feldafinger Dr. Michael lB Buch

uchheim, der

seinee

Fachzahnarztausbildung in den USA absolviert hat.


TIPPS / Natur & Sport

Wind im Haar, Freude

und ein Lachen

Frische Brise

Was wäre der Starnberger See ohne die vielen Segler und Boote?

Wer mitmachen will, findet hier sein Schiff und mehr:

■ Segel- und Sportbootschule Tutzing, Marienstraße 13. Tel. 08158 458574,

www.segelschule-tutzing.de. Ebenso Segelboote zum Leihen bei Matthias

Sebald in Ammerland, Tel. 08177 9132 oder 458.

■ Segelschule Starnberg, Am Hügl 8, Tel. 08151 79028, www.segelschulestarnberg.de

■ Segelhafen Marina, Am Yachthafen 1–15, Bernried, Tel. 089 74879947

■ Windsurfschule Starnberger See, St. Heinrich mit Katamaran- und Surfkursen,

Buchscharnstraße 10, Tel. 08171 80226 und 0172 8034331

■ Surf- und Segelcenter Tutzing, Catschule und -verleih, Nordbadstraße 1,

Tel. 08158 6819, www.nordbad.de. Bietet auch Segelevents und -ausflüge

auf dem Starnberger See für Gruppen an.

■ Segel- und Motorbootschule Weiss-Blau, Tel. 089 74879947,

www.weiss-blau.de

Liegeplätze für Gastboote:

■ Hotel Marina in Bernried, Am Yachthafen 1–15, Tel. 08158 9320,

www.hotelmarina.de

■ Hotel Forsthaus am See in Pöcking-Possenhofen, Am See 1,

Tel. 08157 93010, www.forsthaus-am-see.de

■ Segelclub Pähl, Tel. 08808 362.

Selbst am Steuer

Edles Holz, ein leichtes modernes Design mit viel Komfort

und genug Platz für Freunde und Familie – wer sich den

Traum vom eigenen Elektro- oder Motorboot erfüllen möchte,

bekommt wahrscheinlich Herzklopfen bei Deluxe Boats in

Starnberg, Generalvertreter der Nobel-Bootsmarke Rapp.

Dass die schnittigen Boote dabei umweltfreundlich und stark

genug sind zum Beispiel für Wasserski, ist selbstverständlich.

Deluxe Boats, Tel. 0160 3506060, www.deluxe-boats.de

Liebe alte Ulme

Mitten in Seeshaupt steht eine botanische Rarität, die in

ganz Bayern einzigartig sein dürfte: eine rund 250 Jahre alte

Bergulme. Das ist deshalb so außergewöhnlich, weil Ulmen

in unserer Region meist nur rund 40 Jahre alt werden. Auch

ihre Statur ist mit 25 Metern Höhe und einem Stammumfang

von rund drei Metern rekordverdächtig. Wer die alte Ulme

besuchen möchte, findet sie an der Pettenkoferallee vor der

Hausnummer 27.

Hölzerne Gesellen

Der Gnom in der Zelle hat eine rote Nase und große Augen. Matthias

Sebald, Fischer in Ammerland an der Nördlichen Seestraße

22, hat den kleinen Kerl dort in einen Guckkasten eingesperrt. Ein

Nachbar schraubte kurzerhand das Schild mit „Zelle 9“ über die

Luke und schon war der Knastbruder geboren. Wer sich weiter

umschaut, entdeckt die mannsgroßen Holzskulpturen des Künstlers

Ernst Grünwald. Das Holzfisch-Aquarium, das an der Wand des

Fischerhauses entsteht, ist ebenso sehenswert. Thomas Hille hat

die fischigen Skulpturen aus Wurzelholz kreiert. Einer trägt sogar

stolz das Schwert eines echten Säbelfischs.

Fotos: Ulrike Mertz (2); Deluxe Boats; Nina Daebel

28 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Advertorial

Goaßbock,

sturer!

Dass Rupert Monn

als Bürgermeister

von Berg seit rund 15

Jahren zum örtlichen

Goaßbockverein

Bachhausen gehört,

ist Ehrensache. Auch

wenn sein geliebter

Zwergziegenbock Matthäus leider schon verstorben ist.

Dass die derzeit rund 90 Mitglieder – zu erkennen am roten

T-Shirt mit Goaßbock – einen Hang zu außergewöhnlichen

Veranstaltungen haben, beweisen sie unter anderem

bei ihrem jährlichen Eierweitwurf samt Eierkönig. Aus

einer Jahreshauptversammlung machen sie schon mal

eine Cocktailparty und Jubiläen werden mit 12-Stunden-

Festen gefeiert. Wer mal mitfeiern will, informiert sich

unter www.wir-bachhauser.de

„Der schönste Platz

am Starnberger See

ist für mich im Sommer

die Terrasse des

Bayerischen Yacht

Clubs in Starnberg.

Der Blick bei Föhn über den See

nach Süden zaubert die Alpen bis

an Tutzing heran, was allein schon

für vieles entschädigt. Das gilt erst

recht, wenn die Genusssucht mit

einem Schmankerl aus der Clubküche

mitsamt einem kühlen Glas

Grünen Veltliner aufgeladen wird.“

Anton Hunger, Publizist. Er unterhält ein Büro für

Kommunikation in Percha

Frauen auf Tour

Die Damen des Gästeführernetzwerks Starnberger

Fünf-Seen-Land kennen sich aus mit der Geschichte

Starnbergs, mit Villen und VIPs am See und den

Anekdoten zu Land und Leuten. Kloster Andechs, die

Ammersee-Region oder der Pfaffenwinkel stehen auf

dem Programm der Gästeführerinnen, die Sie über

den Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land

erreichen können. Tel. 08151 9060-0, www.sta5.de

SEERESIDENZ ALTE POST

Ein Platz für

Genießer

Gebackener Ziegenfrischkäse mit Feigenchutney,

Saiblingroulade auf Pfifferling-Lauch-Gemüse oder

Kalbsfilet mit Zitronen-Pfeffersauce… Schon der

Blick auf die Speisekarte der Seeshaupter Seeresidenz Alte Post

lässt Feinschmeckerherzen höher schlagen. Dass der Fisch

frisch aus dem See kommt, das Wild aus den Wäldern ringsum

und Fleisch, Gemüse oder Salat von regionalen Erzeugern,

steigert die Freude am Genuss.

Und die exquisite Nachmittagskarte

– wo gibt es das

sonst?! Köstliche Kuchen und

Torten und für den, der es

lieber herzhaft mag, vielleicht

marinierte Scheiben vom

Bürgermeisterstück mit Gemüsewürfeln

und Kürbiskernöl!

Eine Auswahl an Weinen

aus den besten Lagen, versteht

sich von selbst. Auf der Panorama-Terrasse

freuen sich Auge und Seele über den grandiosen

Seeblick, über das stilvolle Ambiente des Restaurants und den

Jugendstilsaal, ein edler Rahmen für das private Fest. Und für

Kultur-Events mit Klassik, Jazz, Vernissagen oder Kabarett

(Programm und Termine finden Sie auf der Website). Wer

möchte, gönnt sich ein Wochenende oder mehr in einem der

17 behaglich-elegant ausgestatteten Zimmer. Neben dem

Hotel stehen in der Residenz zudem 1- bis 3-Zimmer-Appartements

mit Rundum-Service für Senioren zur Verfügung, die

in der Seeresidenz ihren Lebensabend genießen möchten.

Seeresidenz Alte Post Betriebs GmbH

Alter Postplatz 1

82402 Seeshaupt

Tel. 08801 9140, Fax 08801 913210

info@seeresidenz-alte-post.de

www.seeresidenz-alte-post.de

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 29


TIPPS / Genießen

Darf’s etwas mehr sein?

Ja, gern!

Flair mit Gemüse

Regionales Obst und Gemüse, gesunde Produkte und das

besondere Flair – Wochenmärkte sind wunderbare Treffpunkte

zum Einkaufen und Ratschen. Zum Beispiel in:

■ Feldafing, Marktplatz, freitags von 8 – 13 Uhr

■ Starnberg, Kirchplatz, donnerstags von 7 – 13 Uhr

■ Tutzing am Maibaum vor dem Rathaus, jeden Samstagvormittag

■ Geretsried auf dem Karl-Lederer-Platz, dienstags von 8 – 13 Uhr

und donnerstags von 10 – 18 Uhr auf dem Neuen Platz

■ Penzberg auf dem Stadtplatz, donnerstags von 7.30 – 13 Uhr

■ Wolfratshausen auf dem Parkplatz vor der Loisachhalle,

freitags von 8 – 13 Uhr

Wer zwischendurch einen starken Espresso braucht,

eine Latte Macchiato oder einen kleinen Snack, der

findet auf dem Markt in Starnberg oder Feldafing das

Café Piccolino. Die mobile Cafébar von Günter Zech

hat zwölf Stehplätze und kann sogar für Ihre private

Feier gebucht werden! www.cafe-piccolino.de

„Mein Tipp für einen wunderbaren Spaziergang: Durchs Leutstettener

Moos von Percha zur Villa rustica. Nicht zuletzt dank der Infotafeln ein Mix

aus kontemplativer Natur und Kultur.“

Dr. Eva Dempewolf vom Kulturverlag Starnberg

Foto: food-from-bavaria.de































Gerne beraten wir Sie unverbindlich! Tel.: 08151 - 7 93 91

fitmed starnberg Harald Kettel . Gautinger Str. 9 . 82319 Starnberg . Tel.: 0 81 51 / 7 93 91 . Fax: 0 81 51 / 7 93 26 . www.medisport-starnberg.de


SUR BOLLYWOOD

Der Zauber indischer Küche

würzt das Starnberger Land

Advertorial

Inmitten des alten Fischerviertels im Zentrum Starnbergs,

nahe an Dampfersteg und Bahnstation, präsentiert sich das

Restaurant Sur Bollywood mit exzellenter indischer Küche.

Am romantischen Achheimer Brunnen, wo sich Theresien- und

Achheimstraße treffen, ist im Laufe der Zeit eine kleine, feine

Gourmetmeile entstanden, in der das Sur Bollywood mit seinem

besonderem Ambiente zu sich einlädt. Geheimnisvoll, duftend,

lockend und sinnlich – das sind Begriffe, die den Versuch, diesen

Schmelztiegel vielfältiger kulinarischer Einflüsse zu beschreiben,

gut treffen. Um dem Gast daraus das Beste zu bieten, steht dem

Sur Bollywood ein Team aus indischen Profiköchen zur Verfügung,

die in ihrem Heimatland speziell ausgebildet wurden.

Der für diese Küche berühmte Tandoori-Ofen wurde original

aus Indien importiert. Auch die besonderen frischen Zutaten werden

mehrfach wöchentlich eingeflogen. So wird eine authentische

Küche auf höchster Qualität garantiert. Ob Sie ein Special

„Chicken Tikka“ in Joghurt mit Safran und einer besonderen

Gewürzmischung, ein „Goa Fish Curry“ mit Knoblauch, Tomaten,

grünem Chili und pikanten Gewürzen oder ein vegetarisches

„Baigan Burtha“, geröstete Tandoori-Auberginen mit

verschiedenen Gemüsen, Ingwer und Koriander wählen –

die Vielfältigkeit der Kompositionen begeistert allemal. Abgerundet

mit einer Mango-Creme oder einem „Ras Malai“, den

hausgemachten Käsebällchen, erlebt der Gast immer wieder

aufs Neue die Schätze des kulinarischen Indiens.

Unter der Leitung der Dinu-Family verzaubert die

erlesene Küche des Sur Bollywood bereits im fünften

Jahr den Gaumen und Seele seiner Gäste. Denn

gehobene Gastronomie ist bei den Dinu-Brüdern

erfolgreiche Familientradition. So gehören die indischen

Restaurants „Sangam“ in München-Schwabing

in der Franz-Joseph-Str. 28 (Gewinner des „Gastro

Gold Europa 2009/10“ und „Gastro-Award Bayern

2005“) wie auch das „Sangeet“, Brienner Straße

10 (Gewinner des „Gastro

Gold Europa 2010/11“) seit

vielen Jahren zur Gourmet-

Landschaft der Münchner

Innenstadt.

Das Konzept der Dinu-

Brüder ist klar und gut:

Sur Bollywood bedeutet

„wie im Film“ – und so soll

sich auch jeder Gast beachtet

und mit aufmerksamem

Service verwöhnt fühlen.

Wen wundert es da, daß

viele Stammgäste aus dem

In- und Ausland zu den

Besuchern gehören?!

Das Restaurant bietet

einen feinen Rahmen

für ein Dinner zu zweit ebenso wie für die große gesellige Runde

mit Freunden, Familie oder Geschäftspartnern. Eingerichtet ist

der indische Gourmet-Tempel mit geschmackvollem Ambiente

durch das namhafte Starnberger Architekturbüro Baehr-Rödel.

Wenn die Sonne lacht und auch an milden Abenden, lockt der

wunderschöne Garten direkt am Achheimer Brunnenplatz.

Übrigens: Auch für private Feiern ist das Sur Bollywood-Team

mit seiner Erfahrung bestens ausgestattet.

Lassen Sie sich verwöhnen! Eben: „Dining like a Maharaja“.

Sur Bollywood

Theresienstraße 9, 82319 Starnberg

Tel. 08151 666495

Öffnungszeiten: Täglich 11.30 –14.30 Uhr (Mittagsmenü)

und 17.30 – 24 Uhr (Parkmöglichkeiten im Hof)

www.surbollywood.de

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 31


SEE-LEKTÜRE / Krimi & Co.

Lauter Leseschätze

In einem Wochenendhaus am Starnberger See wird der

pensionierte Kinderarzt Dr. Heckeroth tot aufgefunden ...

Für spannende Stunden empfiehlt Wolfram Michael Greiner

den neuen Krimi IN WEISSER STILLE von Inge Löhnig, Ullstein

Taschenbuch. 8,95 Euro. Eine mörderisch gute Lesung dazu

gibt es am 14.10. (19.30 Uhr) in der

Buchhandlung Greiner in Starnberg.

Neue Bücher rund um den See:

SIND SIE ÖFTER HIER?

VON DER KUNST, EIN

KLUGES GESPRÄCH

ZU FÜHREN von Tilman

Spengler. Der Autor

erzählt charmant und

geistreich von der Kunst

der Konversation und

erklärt, was eine gute

Unterhaltung ist. Das

Buch des Sinologen und

Autors ist eine Mischung

aus heiterem Tiefsinn und

abgründigem Blödsinn.

Ullstein Buchverlag.

18 Euro.

HIMMELSVOLK von

Waldemar Bonsels

ist ein Märchen von

Blumen, Tieren und

Gott. Es entstand als

Fortsetzung des Bandes

„Die Biene Maja und

ihre Abenteuer“, mit

dem der Autor Weltruhm

erlangte. Protagonist ist

ein Blumenelf, aus dessen

Sicht der Kosmos Natur

beschrieben wird. Allitera

Verlag. 12,90 Euro.

SISI – WIE AUS DER

KLEINEN SISI DIE

GROSSE KAISERIN

ELISABETH WURDE

von Rosemarie Künzler-

Behncke, illustriert von

Monika Zünd, erzählt

großformatig vom Leben

der kleinen fröhlichen

Sisi, die es später als

Kaiserin in Wien nicht

leicht hatte. Damit wurde

ein Stück Geschichte in

Wort und Bild kindgerecht

aufgearbeitet. Ab 4 Jahren.

Ueberreuter. 9,95 Euro.

IM HIMMEL von

Georg M. Oswald ist

die Geschichte des 20-

jährigen Marcel, der in

einem der Villenviertel am

Starnberger See lebt. In

seiner Welt gibt es Geld im

Überfluss und wilde Pool-

Partys. Doch irgendwann

wird ihm klar: Es ist nicht

die beste Gesellschaft und

nicht die glücklichste Zeit,

in der er lebt. Rowohlt.

16,90 Euro.

LUDWIG II.

KÖNIG VON BAYERN.

MYTHOS UND

WAHRHEIT von Wolfgang

Till gibt einen Einblick

in den Glanz und das

Elend des kurzen Lebens

des Märchenkönigs.

Analysiert wird vor allem

die populäre Seite des

Phänomens Ludwig II.:

War er der „jungfräuliche

König“, ein schüchterner

Narziss, frauenscheu oder

schwul? Brandstätter

Verlag. 9,90 Euro.

EIN MANN –

EIN BAUCH. MEIN

UMFANGREICHES

LEBEN MIT DER PROB-

LEMZONE von George

Deffner erzählt vom

Kampf mit den Pfunden

– aus Männersicht. Mit

schwarzem T-Shirt und

leicht eingezogenem

Bauch wirkt er sogar fast

schlank, findet er. Seine

Frau sieht das, wie so

vieles, völlig anders.

Kommentiert wird jedes

Kapitel des Autors aus

Ammerland von seiner

Frau. Wunderlich.

14,90 Euro.

WERBEVOODOO

WONDRAKS

ZWEITHÄRTESTER FALL

von Ono Mothwurf.

Bayerns erfolgreichster

Mordaufklärer Thomas

Wondrak befasst sich

diesmal mit Starnberg:

Timo, der junge Grafik-

Praktikant einer Starnberger

Werbeagentur ist

überzeugt, dass der Art

Director seine Freundin

umgebracht hat. Und

dies ist erst der Auftakt

zu einer ganzen Serie

rätselhafter Todesfälle.

Skurril und kultverdächtig!

Gmeiner. 9,90 Euro.

RUND UM DEN

AMMERSEE. EINE

NICHT ALLTÄGLICHE

ENTDECKUNGSREISE

von Manfred Hummel.

Nach seinem kulturhistorischen

Radlführer für

den Starnberger See hat

der langjährige Redakteur

der Süddeutschen

Zeitung ein ebenso

unterhaltsames wie

informatives Pendant

für den Ammersee

geschrieben. Mit

Übersichtskarten

und kulinarischen

Geheimtipps. Verlag

Berg&Tal. 12,90 Euro.

Foto: Jan Greune

32 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


RE/MAX Immobilien am Starnberger See

Ein starkes Team: Experten-Wissen für jedes Objekt

Was ist mein Einfamilienhaus im Würmtal wert? Wo finde ich den

passenden Mieter für meine Zwei-Zimmer-Wohnung in München?

Wie geht der Verkauf meiner Luxus-Villa mit Park am See diskret

über die Bühne? Kaum ein Markt ist so vielfältig wie der mit Immobilien.

„Ein einzelner Makler kann nicht alles abdecken“, weiß

Alfred Petersen aus langjähriger Erfahrung. Der Gründer und Inhaber

des Starnberger RE/MAX-Büros hat deshalb ganz bewusst

Spezialisten in seine inzwischen neunköpfige Mannschaft geholt –

und ist stolz auf sein Team.

Marco Asam etwa ist Experte für die Bewertung eines Objekts. Der

Vermessungs- und Wirtschaftsingenieur mit doppeltem Fachhochschul-Diplom

kennt sich als Sachverständiger für die Bewertung

bebauter und unbebauter Grundstücke sowie von Mieten und

Pachten bestens aus.

Monika Cabell ist die Fachfrau für den „Collection“-Bereich mit exklusiven

Objekten. Sie findet den passenden Käufer für die hochkarätige

Immobilie, geräuschlos und sehr diskret. Die Maklerin

schöpft dabei aus einem großen Bestand vorgemerkter Kunden

und ist mit RE/MAX weltweit bestens vernetzt. 2009 kam sie beim

Umsatz-Ranking der 10 000 europäischen RE/MAX-Vermittler auf

Platz 7.

Michael Selinger wiederum ist Spezialist für den Verkauf von Mehrfamilienhäusern

und Anlageobjekten. Der Ingenieur weiß zum Beispiel

auch Rat, wenn eine Erbengemeinschaft Hilfe braucht oder

eine Immobilie mehreren Eigentümern gehört.

Vier Damen in Petersens Team sind Vermietungs-Expertinnen: Sie

betreuen nicht nur die 400 Wohnungen der RE/MAX-Stammkunden,

Hausverwaltungen im Landkreis Starnberg und München,

sondern finden auch für Privatkunden den passenden Mieter, prüfen

die Bonität und wickeln Vertrag, Wohnungsabnahme und Übergabe

ab.

„Wir haben für jeden Kunden mit seinen ganz speziellen Interessen

den richtigen Ansprechpartner und Experten.“ garantiert Alfred

Petersen.

Immobilien Am Starnberger See

Maximilianstraße 4e · 82319 Starnberg

Telefon 08151/6577-0 · starnberg@remax.de

www.remax-starnberg.de


GALERIE / Brauchtum

Impressionen einer echten Gaudi: Beim

Bergfest auf’m Kraxnbichl in Neufahrn bei

Egling feierte der Trachtenverein „Veiglbergler

Neufahrn“ im letzten Juli mit Jung und Alt.

34 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Das weiß-blaue Band

Vor über 20 Jahren ist Fotograf Peter von Felbert nach Bayern gezogen. Von Oberhausen nach München.

Das Brauchtum, die Menschen, die Berge – wie alle Zuagroastn war er zunächst ein wenig irritiert und

dabei fasziniert. Inzwischen ist er ganz nah dran, oft mittendrin, wie seine außergewöhnlichen Bildreportagen

vom Bergfest auf dem Kraxnbichl oder dem Mailauf in Antdorf beweisen

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 35


GALERIE / Brauchtum

Der Mailauf in Antdorf … 18 Jahre alt, ledig, kinderlos und einen

Wohnsitz in der kleinen Gemeinde im Landkreis Weilheim-Schongau: Wer beim Wettkampf ums

Anbandeln mitmachen darf, ist genau festgelegt. Im letzten Jahr saßen 38 Burschen auf den

langen Holzbänken, mit den Rücken zu 35 Madln, die mit gerafften Röcken warteten. Auf die Wiese,

fertig, los – der Startschuss und ein Sprint zum Traummann! Schon im 18. Jahrhundert hatte

ein Pfarrer den Brauch eingeführt, weil die jungen Leut’ sich so viel Zeit ließen mit dem Heiraten.

36 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 37


GALERIE / Brauchtum

38 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Beim Tanz und der Musi… kommt man sich näher. Die drei

armen Burschen, die im letzten Jahr übrig blieben, mussten mit einem Reisigbesen tanzen.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 39


GALERIE / Brauchtum

Sommerglück

wie Peter von Felbert es in seiner bayerischen

Wahl- und Liebesheimat sieht.

Porträt: Christof Hinze

PETER VON FELBERT, Jahrgang 1966, studierte Fotografie in Bielefeld und war Schüler des

Künstlers Franz Joseph van der Grinten. Durch seine Frau, die aus Sindelsdorf im Pfaffenwinkel

stammt, hat er Bayern kennen- und lieben gelernt. Peter von Felbert arbeitet als Fotograf im journalistischen,

werblichen und künstlerischen Bereich. Als Fotokünstler wird er vertreten von der Galerie

Wittenbrink in München. Für seine Serie „Alpen“ hat er fünf Jahren in den Bergen fotografiert.

40 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


HOTEL VIER JAHRESZEITEN STARNBERG

Advertorial

Auf einen Drink

bei Ernest Hemingway

Von Madagaskar nach Guatemala, Mexiko, Australien

und Nepal? Vielleicht aber auch zu vier karibischen

Trauminseln und auf die Bermudas – oder lieber nach

Anguilla, Guyana und Guadeloupe? Der Chef der Hemingway-

Bar im Hotel Vier Jahreszeiten in Starnberg lädt zu stilvollen,

entspannenden und inspirierenden Rum-Rundreisen um den

Erdball ein. Checken Sie ein und ordern Sie „all over the world“,

„premium flight“ oder „top class“. Christian Jegensdorf kombiniert

edle Tropfen aus 37 Ländern. Der Bacardi Millenium von

den Bahamas zum Beispiel kitzelt die Geschmacksknospen mit

filigraner Honigsüße und hellem Karamell, wechselt dann zu

einer leicht nussigen Zitrusnote und geht ab mit den Aromen

frisch geriebener Muskatnuss und Mandel. Dieser exquisite Rum

wurde zur Jahrtausendwende auf nur 3000 Flaschen limitiert.

Den „Havanna Club Maximo“ hat der berühmte kubanische

Master-Ronero Don José Navarro destilliert: Vanille, die Aromen

frisch geschlagener Eiche und reifer Birne bleiben mit

einem Hauch dunkler Schokolade, tropischer Gewürze und

zedriger Edelhölzer am Gaumen stehen. Jede Wette – würde

„Papa Ernest Hemingway“ noch unter uns weilen, der berühmte

Schriftsteller hätte sicher in der nach ihm benannten Bar

einen Stop over eingelegt und sich in einem der schweren Leder-

Fauteuils oder an der Theke der außergewöhnlichen Bar niedergelassen.

Folgerichtig grüßt sein Porträt vom Platz über dem

offenen Kamin. An jedem ersten Freitag im Monat verrät Bar-

Chef Jegensdorf Tipps und Tricks zur Zubereitung besonderer

Drinks für die heimische Cocktail-Party. Michael Schneider, der

Maître de Cuisine des Hotelrestaurants „Oliv’s“, wiederum lädt

zu exklusiven Kochkursen in die eigene Küche ein und gibt Geheimnisse

seines „fine-dining“ preis. 365 Tage im Jahr verwöhnt er

seine Tages-, Urlaubs- und Tagungsgäste sowie Festgesellschaften

mit aufregenden Food-Kreationen. Überraschen und verwöhnen

– im Vier Jahreszeiten Starnberg ist das die Maxime des gesamten

Teams. Damit Sie es sich gut gehen lassen!

Hemingway Bar und

Restaurant Oliv’s

im Hotel Vier Jahreszeiten

Münchner Straße 17

82319 Starnberg

Tel. 08151 4470-0

www.vier-jahreszeiten-starnberg.de

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 41


BÜRGERMEISTER / Hier red’n mia!

Chefsache mit Weißwurst

Freuen Sie sich auf die nächste Runde unserer „Anekdoten aus

dem Rathaus“ – einmal vom West- und einmal vom Ostufer

„Die schillernde Dollarkönigin

Bernried ist international. Und außerdem ist es eine kleine

Monarchie. Wir hatten hier nämlich einmal eine „Dollarkönigin“.

Die hieß mit bürgerlichem Namen – wenn dieser

Begriff in diesem Fall überhaupt angebracht ist – Wilhelmine

Busch. Mit dem fast gleichnamigen Schöpfer von Max und

Moritz hat sie allerdings nichts zu tun. Wilhelmine Busch war

die Tochter von Adolphus Busch, Gründer der Brauereidynastie

Anheuser-Busch, schwerreich, und kam 1911 nach Bernried.

1937 ließ sie das Schloss Höhenried erbauen, kurz vor Kriegsende

gelang es ihr, die Schweizer Gesandtschaften und das

Genfer Rote Kreuz nach Bernried zu evakuieren, so dass der

Besitz vor der Zerstörung geschützt wurde. International eben.

Die Dollarkönigin, die im Dorf nur „gnädige Frau“ genannt

wurde, und ihr dritter Mann, der amerikanische Generalkonsul

Sam Woods, wollten eine zweite Insel im See mit Wasserschloss

bauen – Bürger und Freistaat verhinderten dies. Aber nachdem

die Bagger schon mal da waren, ließ Sam dafür wenigstens fünf

„Mississippi-Weiher“ ausheben. Die sieht man heute noch, wenn

man sich westlich des Buchheim-Museums ein wenig umschaut.

1952 starb die meist in Weiß gekleidete Dollarkönigin. Auf dem

pompösen Marmorsarkophag im Höhenrieder Park prunkt die

Inschrift „Love never ends“.

Ganz nebenbei: Unsere Familie hatte enge Beziehungen zu der

schönen Dollarkönigin. Meine Großmutter arbeitete bei ihr als

Köchin, meine Großtante war ihre Gesellschaftsdame.

Übrigens ist es Buchheim, der bayerischen Weißwurst und dem

früheren Bürgermeister Walter Eberl zu verdanken, dass Bernried

heute das Buchheim-Museum hat. Als sich Lothar-Günther

Buchheim wieder einmal richtig ärgerte und lautstark verkündete,

dass das Museum nun nicht nach Bayern und schon gar nicht

nach Bernried komme, da fackelte Walter Eberl nicht lange: Er

packte ein paar „Weiße“ ein und besuchte Buchheim. Mit ebenso

geduldigen wie drängenden Worten überzeugte er den berühmten

Mann, das Museum in Bernried zu errichten. Erst

dann kredenzte er die Weißwürscht. Buchheim meinte anschließend

achselzuckend: „Hätte ich nicht zugesagt, hätte

ich die Weißen nicht bekommen.“


Bürgermeister Josef Steigenberger, Bernried

Seit 1990 ist der 54-jährige Politker der ÜFW (Überparteiliche

Freie Wählergruppe) in der Kommunalpolitik.

Er ist verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter.

2002 hängte Josef Steigenberger seinen Beruf in der

Bankbranche an den Nagel, um die Geschicke des

„schönsten Dorfs Deutschlands“ zu lenken. Sein

Lieblingsplatz? Das Kienmoos in Bernried: „Auch wenn

das Leben überall laut ist, hier hat man seine Ruhe.“

Illustrationen: Carsten Knappe

42 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


„Die prickelnde Chefsache

Mit dem derzeitigen Ministerpräsidenten teile ich (nur) die Vorliebe

für Neujahrsempfänge und das Anzapfen von Bierfässern. Wie

gerufen kam da die Einladung einer Münchner Brauerei – ich war

gut drei Jahre im Amt – zum „Anzapfkurs für neu gewählte Bürgermeister“.

Da musst du hin! dachte ich mir. Das wird schließlich von

einem Bürgermeister erwartet – neben Grußworten aus dem Stegreif

oder überall gleichzeitig zu sein und dabei noch eine Musikkapelle

zu dirigieren.

Mit dem Anzapfen hat man ohne Erfahrung ein seltsames Gefühl.

Kollege Ude aus München beschreibt es mit „Chefsache“ sehr treffend.

Was ist, wenn ich daneben haue? Oder es nicht mehr aufhört

zu spritzen und zu schäumen? Das ganze Bierzelt lacht, und ich bin

von oben bis unten nass. Oder ich treffe voller Wucht den Maßkrug,

den der Veranstalter vor den Hahn hält? (Was mir übrigens schon

einmal passiert ist, aber das war in Unterfranken.)

Zum Anzapfkurs nach München kam ich wegen eines Staus auf der

Autobahn zu spät. Ich erwartete einen Lehrsaal voller Bürgermeister,

tatsächlich waren wir aber nur eine Handvoll Gemeindeoberhäupter.

Jedes Jahr gibt Helmut Huber (der vom „Derblecken“ aus dem Bayerischen

Fernsehen) einem bekannten OB einen Sonderkurs, aber

jetzt waren wir dran:

Breitbeinig stehen, Sicherheit ausstrahlen, Daumen in den Wechsel,

der natürlich in Richtung des Hahnes gerade stehen muss, ansetzen,

antäuschen, ausziehen. Draufhauen!

Ja, wenn das so einfach wäre. „Ihr müsst’s draufhauen, der erste

Schlag muss sitzen, dann noch ein zweiter hinten nach und dann

basst’s!“ – „So a Trumm Mannsbild und so a zaghafts Schlagerl!“

– „Ned pecka, hau drauf. Mit der andern Hand und dann schrein:

O’zapft is!“

Lang hat’s gedauert. Ich verrate nur so viel: Erst wurden Wasserfässer

angezapft, dann Wasser-Bier-Gemische (die schäumen so schön).

Am Ende des Kurses nahmen wir erleichtert einen Maßkrug, eine

Schürze und eine Urkunde mit heim.

Bei den Festtagen im letzten Jahr gab es kein Entkommen mehr:

Ich musste anzapfen. Der Adrenalinspiegel stieg. Ich dachte an

Helmut Huber und machte ihm keine Schande. Das 1. Mal:

Drei Schläge und es war erledigt. Beim

nächsten Anzapfen im Ammerlander

Schlossgarten lag die Meßlatte hoch.

Ich bekam ein Plastikzapfzeug, eher

ein Spielzeug, und ein Holzhämmerchen.

Ich wollte die Aufgabe an den

Vorstand übertragen. Der hat dankend

abgelehnt. Nach acht Schlägen mit dem

Hämmerchen hat es stark gespritzt,

und die Leute hatten eine Riesengaudi

mit der Hopfen-Schaumparty.

Was halten wir fest?

Bürgermeister sind auch nur Menschen.

Ein Bürgermeister muss nicht alles

können. Das Anzapfen macht aber

mehr Spaß, wenn man es kann.


Bürgermeister Michael Grasl, Münsing

Der Jüngste unter allen Bürgermeistern am See ist am

26.11.1967 in Starnberg geboren und lebt seit 1993 im

Gemeindebereich Münsing. Seit fünf Jahren ist der Vertreter

der FW (Freie Wähler) in der Politik. Sein Lieblingsplatz

am See? „Der Kirchberg in Holzhausen. Ich genieße den

Rundblick über den See und weit hinein in die Berge.“

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 43


LEUT’ & LEBEN / Engagement

Die wilden Acht

und das Haus

der Hoffnung

SEIT DREI JAHREN GIBT ES IN SEESHAUPT DIE

VILLA SÜDSEE, EIN HILFSPROJEKT FÜR KINDER

UND JUGENDLICHE, DIE OHNE DIESES NEUE

LEBENSUMFELD KAUM ZUKUNFT HÄTTEN

Mittags wird es hektisch in der Villa südSee. Ein Blick

auf die Uhr, Manfred Fent springt vom Stuhl auf

und eilt an den Herd. Kurz vor zwölf wird der Sozialpädagoge

zum Küchenchef. Zwiebeln schneiden,

Kartoffeln schälen, Backofen vorheizen und vor allem den Laptop

im Küchenregal einschalten, sich bei www.chefkoch.de reinklicken

und nachschauen, welche Zutaten in die Fleischpflanzerl

gehören, die er dort natürlich nur unter dem Stichwort Frikadellen

findet. Fent arbeitet konzentriert. Derweil läuft sein Kollege

Hans Wagner im Eiltempo ins Büro, greift zum Autoschlüssel

und schaut auf die Stundenpläne. Susi* und Miriam kommen

um 12 Uhr aus der Schule, Sofie und Luna eine Stunde später.

Also muss er zweimal fahren.

Es könnte ein fast normaler Mittag in einer fast normalen Familie

sein. Doch es ist ein Teil des Lebens in der Villa südSee

in Seeshaupt. Und das ist in mancherlei Hinsicht anders als das

normale. Insgesamt vier Mädchen und vier Jungen leben hier

mit sechs Betreuern, die ihre Schützlinge abwechselnd versorgen.

Sie sind ihnen von Jugendämtern anvertraut worden, weil die Eltern

nicht mehr angemessen für sie sorgen können. Früh wurden

diese Kinder verletzt, vernachlässigt, vergessen. Fast hätten sexueller

Missbrauch, Schläge oder psychische

„Vertraute Gesten.

Verständnis.

Geborgenheit und

Sicherheit“

Gewalt ihre Seelen und Körper zerstört.

In der Villa südSee haben sie ein neues

Zuhause gefunden und Menschen, die

ihnen Gutes wollen. Ihre Zukunft ist nicht

schon vorbei, und auch ihr Lachen wagt

sich zurück. Im schwarz-roten Faschingskleid

hüpft Miriam quer durchs Wohnzimmer.

Die Sechsjährige singt, plappert, saust hin und her. Sie

lacht atemlos. Als sie Fents Küchenchaos sieht, kommentiert

sie das fröhlich mit: „Sieht ja aus wie ein Saustall unterm Sofa.“

Freundin Susi ist heute Elfe im rosa-weißen Kleid und Flügeln

auf dem Rücken. Auch sie trägt geflochtene Zöpfe wie Miriam,

ihre Augen blicken eisblau. Sie sucht die Nähe der Erzieherin

Alexandra Windisch. Nur zu gern wird die „Alex“ von den vier

Mädels im Haus zum Kuscheln verpflichtet. Susi schmiegt sich

mit dem Rücken an die Erzieherin, greift nach ihren Händen.

Vertraute Gesten. Zuneigung. Verständnis. Geborgenheit. Sicherheit,

so vieles, was die Kinder so dringend brauchen. Hier bekommen

sie es. Denn in Seeshaupt beginnt nicht nur der Süden,

wie der dorfeigene Slogan schmettert, sondern für acht Kinder

im Alter zwischen 6 und 18 Jahren auch ein neues Leben. Dafür

kämpfen die Pädagogen im Team. Sie wollen verlässliche Vorbilder

sein und die Kinder mit dem ausstatten, was unverzichtbar

ist: Strukturen, Regeln, Werte und Perspektiven. Die Mädchen

und Jungen sollen lernen, ihren Weg zu finden. Das ist auch der

Grund dafür, warum im Logo der Villa ein grüner Kompass mit

den vier Himmelsrichtungen angedeutet ist.

Gegründet wurde die Einrichtung im Jahr 2006 als gemeinnütziger

Verein „südSee Kinder- und Jugendhilfe“.

Bereits ein Jahr später öffnete die

Villa ihre Pforten als stationäres Kinderheim.

Damit verwirklichten die Initiatoren

ihre Vision: Sie wollten weg von starren

und mitunter lebensfernen Großheimen,

weg von hierarchischen Strukturen, hin

zu einer familienähnlichen Gemeinschaft.

Fotos: Villa südSee

44 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Vier Mädchen und vier Jungen

leben mit sechs Betreuern in

der „Villa südSee“ in Seeshaupt.

Das Kinder- und Jugendheim

des gleichnamigen Vereins lebt

auch von großzügigen Spenden

engagierter Bürger.

Wichtig war ihnen auch die Nähe zum eigenen sozialen Umfeld.

„Wir leben hier, haben Kontakte im Ort, und die Kinder lassen

sich wunderbar ins Dorf integrieren. Niemand ist isoliert“, erklärt

Wagner und beobachtet, wie der zwölfjährige Marvin gut gelaunt

den Küchentisch fürs Mittagessen deckt. In der Küche steht der

15-jährige Dennis und hilft beim Kartoffelschälen.

An der Wand im Esszimmer hängen rotgerahmte Porträts „der

wilden Acht aus der südSee“, die mittlerweile zur Dorfgemeinschaft

gehören. „Gelebte Solidarität“ nennt Wagner das und ist

stolz auf „seine“ Seeshaupter Mitbürger, die „seine“ Kinder bewusst

teilhaben lassen an ihrer Normalität. Sich ein Stück vom

Glück langsam zurückzuerobern, ist für die

Kinder ohnehin schwer genug. Und alles,

was ihnen den Weg erleichtert, ist wertvoll.

So wie die wöchentlichen Therapiestunden,

in denen sie lernen, ihre Vergangenheit zu

verarbeiten. Zwei Therapeutinnen helfen

ihnen dabei.

Doch jetzt ist erst mal Zeit zum Toben. Die

Ranzen stehen noch unaufgeräumt in der

Ecke. Alle reden durcheinander. Jeder will

erzählen, was er in der Schule erlebt hat. Susi möchte außerdem

etwas zu trinken, Marvin ein bisschen Aufmerksamkeit von Hans,

und langsam kommt Küchenchef Fent ins Schwitzen, denn die

„Hunger, Hunger!“-Rufe werden lauter. Es ist eben fast wie bei

einer ganz normalen Familie – nur ist es irgendwie anders.

Nina Daebel

*Alle Namen sind geändert.

Weitere Informationen: südSee Kinder- und Jugendhilfe e.V.

Villa südSee, St. Heinricher Straße 66, 82402 Seeshaupt

Tel. 08801 914714, www.suedsee-ev.de

LANGUAGE WORLD FREMDSPRACHENTRAININGS

Huanyíng und

willkommen!

Advertorial

Optimisten lernen

Chinesisch…

heißt es, weil

China die Wirtschaftsnation

der Zukunft ist.

Grundsätzlich gilt: Wer

Fremdsprachen lernt, setzt

auf Visionen! Und deshalb

bietet LANGUAGE

WORLD, 1995 von

Unternehmerin Adelheid

Kleemann gegründet, neben

Chinesisch noch neun

weitere Fremdsprachentrainings

an, zum Beispiel C. Harrasser, M. Dammann

Geschäftsführungsteam: A. Kleemann,

in Englisch und Russisch,

Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch sowie Deutsch

als Fremdsprache. Mehr als 30 ausgebildete Trainer aus aller Welt

sind für LANGUAGE WORLD tätig und führen maßgeschneiderte

Sprachentrainings für Firmen und Privatkunden durch.

Pause bei LANGUAGE WORLD –

Small Talk in der Fremdsprache

Kommunikation ist in der vernetzten Welt wichtiger denn je –

und LANGUAGE WORLD macht es den Teilnehmern leicht.

Ohne Stress wird die Fremdsprache mittels spezieller Techniken

vermittelt. Dazu gehören Entspannung, die das Unterbewusstsein

fördert, oder Musik, die beruhigt und zugleich aktiviert und

natürlich die lernfördernden attraktiven Lehrräume im „Max

Quartett“ an der Maximilianstraße in Starnberg. „Lernen mit

allen Sinnen, weil das Gehirn das Gelernte dann besser speichert“,

erklärt Adelheid Kleemann. Huanyíng, welcome, willkommen!

LANGUAGE WORLD Fremdsprachentrainings

Maximilianstraße 4b, 82319 Starnberg

Tel. 08151 73676, Fax 08151 73679

training@languageworld.de

www.languageworld.de

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 45


LAND & LEUT’ / Ein Doppelleben

Kein Mensch ist hier unterwegs. Das grüne Schild

mit der Aufschrift „Bernauer Alm/Risserkogel

(nicht bewirtschaftet)“ ist für die nächsten zwei

Stunden Wanderung der letzte Hinweis, den ich

bekomme. Es geht bergauf. Ein Raubvogelpaar

kreist am tiefblauen Himmel dieses strahlenden Herbsttages.

Die Hufspuren im feuchten Lehmboden zeigen in die andere

Richtung – bergab. Der Weg wird steiler, die Bäume werden

spärlicher. Silberdisteln und Herbstenziane überwuchern den

Wiesengrund. Diese Stille! Immer weiter geht es bergauf. Endlich:

Vor mir öffnet sich ein weitläufiges Plateau, und zwei Hütten

tauchen auf vor der majestätischen Kulisse des Mangfallgebirges.

Die untere Hütte ist fest verriegelt. Umgestülpte Milcheimer und

Kuhglocken, die an massiven Lederriemen hängen, schmücken

die Vorderseite der einräumigen „Kasa“ darüber. „Bernau-Alm

1452 m“ steht auf einem kleinen Schild. Ein rot blühender

Geranienstock, sauber gespültes Geschirr, das auf der Balkonbrüstung

trocknet, und die Haustür steht sperrangelweit offen.

Ich klopfe, niemand antwortet.

Weit geht der Blick über die Tegernseer und Schlierseer Berge,

Zahmer und Wilder Kaiser und die Zillertaler Alpen im Süden.

Ich schaue, genieße meine Brotzeit, warte. Niemand kommt.

Schweren Herzens mache ich mich schließlich an den Abstieg.

Zurück im Wald höre ich plötzlich ein leises Glockengebimmel.

Dann erscheint der Senn, auf den ich gewartet habe, drei Geißen

in seiner Begleitung: Dr. Uwe Hausmann, 72, pensionierter Arzt

aus Seeshaupt und aktiver Hirte auf der Bernauer Alm. Seine Rinder

und Kälber hat er schon ins Tal gebracht, aber die Schafe und

Geißen wird er noch bis Ende September auf der Alm versorgen,

erklärt er zur Begrüßung. Gern möchte ich mehr erfahren, doch

muss ich mich sputen, wenn ich den Abstieg noch im Hellen

schaffen will. Also ade und auf bald!

Einige Wochen später im Seeshaupter Garten des „Senn-Doktors“.

Zufrieden blinzelt der hagere Herr mit dem verschmitzten

Lächeln in die milde Novembersonne. Eine Hand lässig in die

Hosentasche gesteckt, krault er mit der anderen das Kinn des

„Fleckerls“, seiner mit der Flasche aufgezogenen schwarz-weißen

Geiß. Dann erzählt Uwe Hausmann, wie es dazu kam, dass er

auf einer abgelegenen Alm in den Tegernseer Bergen als Almerer

anheuerte: Es war im Juli 2002. Der Doktor verirrte sich bei einer

Wandertour – ausgerechnet in den Tegernseer Alpen, über

die er zuvor noch als „Touri-Schwemme“ gelästert hatte. Und

dann: Kein Mensch weit und breit, keine Orientierung, bis er

endlich auf ein Hochplateau stieß: Und da stand sie, die Alm,

von der der Arzt sein ganzes Leben geträumt hatte. Der junge

Senn dort oben erzählte ihm, dass er selbst die Alm nicht länger

bewirtschaften könne, der Besitzer, ein Bauer namens Bauer,

suche jetzt nach einem Nachfolger für ihn. Da steckte ihm Uwe

Hausmann seine Telefonnummer zu, für alle Fälle. Doch nichts

passierte, niemand rührte sich.

Am 7. Januar 2003, seinem Geburtstag, beschloss der Seeshaupter

Doktor, selbst die Initiative zu ergreifen. Rings um den Tegernsee

rief er alle „Bauer“ an. Vergebens. Als nur noch eine einzige Rufnummer

übrig war, klingelte das Telefon: „Hier Bauer, Hans.

I hob g’hört, du dadst vielleicht Oimarer bei uns machen?“

Uwe Hausmann verdutzt: „Ja, eventuell scho.“ – „So! Konnst

amoi eini kemma?“ Drei Tage später saß der Seeshaupter gleich

zwei kritischen Bauern gegenüber. Dem Hans, Saurnbauer in Erlach,

und dem Strohschneider Martin, Huidbauer von Oberach.

Beide haben ihre Herden im Sommer auf der Alm. Sie taxierten

ihn kritisch. „Bist na du raus von de Bauern?“ – „Na, Rentner,

Dokta.“ – „Hoffentlich a Viehdokta!“ Auch das nicht, aber mit

den Viechern sei er vertraut, weil er seit 30 Jahren selbst Pferde

halte. Ein Handschlag besiegelte das Dienstverhältnis. Und im

letzten Sommer war der pensionierte Doktor nun schon im sechsten

Jahr der Senn auf der Bernauer Alm und wird es, wenn die

Gesundheit mitmacht, noch ein paar Jahre mehr bleiben.

Der Doktor, die Alm

und das Doppelleben

DIESEN MANN KENNEN DIE SEESHAUPTER ALS IHREN FRÜHEREN HAUSARZT UND ALS ENGAGIERTES

GEMEINDEMITGLIED. DASS DR. UWE HAUSMANN DEN SOMMER ÜBER ALS SENN ARBEITET, HÄNGT ER

NICHT AN DIE GROSSE GLOCKE. ULRIKE MERTZ IST ZU IHM AUF DIE ALM GEWANDERT

46 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Zuhause ist Dr. Uwe Hausmann

in Seeshaupt. Im

Sommer lebt der pensionierte

Mediziner auf der

Bernauer Alm. Dort hat

seine „Kasa“ nur einen

Raum und einen herrlichen

Blick in die Berge. Schwere

Güter müssen mit dem

Helikopter auf den Risserkogel

geschafft werden.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 47


LAND & LEUT’ / Ein Doppelleben

Die Sennerei ist alles andere als eine geruhsame Sommerfrische.

Das wegelose Gelände auf der Bernauer Alm von rund 300

Hektar erstreckt sich – im Norden und Westen vom Risserkogel

begrenzt – zwischen Wildbad Kreuth und Valepp bis zur Tiroler

Grenze. Jeden Tag soll der Hirte alle Tiere gesehen haben, und das

bedeutet sechs bis acht Stunden Wanderschaft täglich. Holz schlagen

und in der Kraxe zur Hütte hinauftragen, Zäune flicken, Heu

machen und das Futter lagern – die Aufgaben eines Senn sind

vielfältig. Unwetter und Blitzschlag oder die Absturzgefahr an

vielen felsigen Stellen machen die Aufgabe zu einer schwierigen,

verantwortungsvollen Arbeit. Bei Regen oder Frost werden die

steilen Wiesenhänge rutschig. Verirrt sich ein Tier, muss der Hirte

es mit List und Geduld aus der Gefahrenzone locken – genauer

gesagt, mit einem Lied. Dr. Hausmann erklärt die erstaunliche

Dressur: Zwei Wochen lang füttert der Senn die Tiere an, bevor

es auf die Alm geht. Er mischt Salz und Weizenkleie, gibt seinen

Tieren diesen Leckerbissen und singt dazu die immer gleiche

Melodie. Später, der Pawlowsche Reflex lässt grüßen, lockt die

Melodie die Tiere in jeder Situation. Der Doktor zähmt seine

Lieblinge mit einem Brahms-Lied, das er im Kirchenchor gelernt

hat. „Erlaube mir feins Mädchen in den Garten zu gehen,

dass ich dort mag schauen, wie die Rosen so schön…“

Ob’s am Lied liegt oder an der schönen Stimme, jedenfalls hat

der Doktor-Almerer nur einmal einen Verlust melden müssen.

Ein Rind hatte sich bis ins Spitzingsee-Gebiet verirrt und blieb

auch nach tagelangem Suchen unauffindbar. Da durfte der Senn

beim Alm-Abtrieb nicht „aufkranzln“. Später, was für ein Glück,

wurde das Rindsvieh dann doch wieder gefunden.

Die ersten drei Wochen im Frühjahr widmet sich der Bernauer

Senn der intensiven Almpflege: Ampfer, Disteln und das giftige

Alpenkreuzkraut müssen mühselig von Hand ausgestochen

werden, weil diese Kräuter durch die Unterbeweidung gewaltig

zunehmen. 1500 bewirtschaftete Almen gibt es in Oberbayern

und im Allgäu noch. Rund 20 Prozent sind nicht erschlossen, das

heißt, es führen keine Fahrwege hinauf, was für wenig Touristenrummel

und viel Ruhe und Natur pur sorgt. Die Bauern kämpfen

jedoch mit dem Bezirk Oberbayern, dem Naturschutz und den

Forstämtern um diese Wege, weil sie nämlich die Flüge der Hubschrauber,

die vor dem Auftrieb Baumaterial, Viehsalz, Kraftfutter

und Vorräte auf die Alm bringen, selbst zahlen müssen.

Beide Hütten auf der Bernauer Alm sind, urkundlich bestätigt

durch das Kloster Tegernsee, bereits seit 1435 im Besitz der heutigen

Bauern. Abwechselnd bringen die Maria vom „Saurnhof“

und die Strohschneider Antonie vom „Huidhof“ frische Lebensmittel,

Obst und Gemüse hinauf zum tüchtigen Senn vom Starnberger

See. Die größere Bernauer Hütte, 1870 durch eine Lawine

zerstört und wieder aufgebaut, erhielt vor 30 Jahren in der Küche

Fotos: Ulrike Mertz; privat

48 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Advertorial

Intensive Almpflege und

das Hüten der Tiere: Als

Senn arbeitet Uwe Hausmann

von Sonnenaufgang

bis zum Abend. Manchmal

kommt die Familie und

packt kräftig mit an.

fließendes Wasser aus der oberhalb

gelegenen Quelle. Als

Dusche dient dem unempfindlichen

Mann ein über die

Regenrinne gehängter Gartenschlauch.

Für einen Hauch

von Luxus sorgt eine Seeshaupter

Damentruppe, zu der

auch des Doktors drei Töchter gehören. Im Wechsel nehmen

die Besucherinnen seine Wäsche mit nach unten und bringen

sie frisch gebügelt wieder hinauf. Dafür werden sie einmal im

Jahr im Buchscharner Gasthaus mit einem „Waschfrauenabend“

belohnt. Vielleicht gibt es bald auch einen „Enkel-Abend“,

denn die kommen ebenfalls gern zu Besuch und helfen tüchtig

bei der Heuernte und im Holz mit.

Zwei Leben, so unterschiedlich wie Sommer und Winter …

Nach dem ersten Almsommer hat Uwe Hausmann das Radio

auf der Hütte abgeschafft, um den Stimmen der Natur und

den Glocken seiner Tiere vom frühen Morgen bis zum späten

Abend besser lauschen zu können. Im Seeshaupter Leben spielt

er Klavier und singt im Kirchenchor. „Meine beiden Welten

sind konträr, dennoch ergänzen sie sich perfekt“, meint der

Allgemeinmediziner zufrieden. In der oberen Welt begegnet

er Wildtieren, von denen einige Feinde der ihm anvertrauten

Herden sind – wie die Kolkraben und die beiden Steinadler-

Paare, die schon manches Lämmchen geschlagen haben. Der

sympathische Senn erzählt von einem 60-köpfigen Gämsen-

Rudel und dem Platzhirsch, der in klaren Herbstnächten direkt

vor dem Hüttenfenster gegen zwei Rivalen kämpfte.

Und unten? Ist das Leben angefüllt mit der Familie, zu der

seine Frau, vier Söhne, drei Töchter, die Schwiegertöchter

und -söhne, zehn Enkelkinder, eine Katze und drei Pferde gehören.

Seine Frau, die auch als Ärztin praktizierte, engagiert

sich zudem bei „Ärzte für die Dritte Welt“, in diesem Jahr mit

einem Aufenthalt im indischen Kalkutta. Unten ist für Uwe

Hausmann auch die Dorfgemeinschaft, in die der gebürtige

Seeshaupter durch verschiedene Ämter eingebunden ist: Die

Vorstandsschaft in der Bürgerstiftung, im Ortsgestaltungsund

Verschönerungsverein, 24 Jahren war er Mitglied im

Gemeinderat. Unten, da sperrt er als Hilfsmesner jeden Tag

in der Früh die Dorfkirche auf und assistiert bei Hochzeiten

und Beerdigungen. „Man muss sich einlassen“, sagt Dr. Hausmann.

Oben hilft er dem Pfarrer, die alljährliche Alm-Messe

mit den Besitzerfamilien und mit dem eine Stunde Fußmarsch

entfernt lebenden zweiten Almerer zu zelebrieren. „Ich lebe in

zwei Paradiesen“ lautet sein eindeutiges Resümee. „Nach drei

Wochen auf der Alm spürt man, wie sich Leib und Seele harmonisieren

durch die Arbeit ohne Hektik, durch die Gespräche

mit den Tieren, mit sich selbst und mit Gott. Die Touren sind

natürlich anstrengend, aber die Wege sind voller Schönheit.

Als Kind wollte ich unbedingt Bauer, mit vierzehn Jahren dann

Arzt werden. Jetzt bin ich beides!“


PRAXIS FÜR ZAHNHEILKUNDE

DR. THOMAS WALZER, STARNBERG

Gesundheit

im neuen Licht

Schon der Eingangsbereich ist außergewöhnlich: Warme

Rot- und Erdtöne, ein modernes Design und die dezente

Lichttechnik schaffen eine angenehme Atmosphäre.

Auch das Wartezimmer vermittelt Lounge-Charakter und

erinnert so gar nicht an einen Zahnarztbesuch. Die Starnberger

Praxis von Dr. Thomas

Walzer verbindet besonderes

Ambiente mit neuester

Medizintechnik. Als eine

der ersten verfügt sie zum

Beispiel über ein Operationsmikroskop,

das dank

25-facher Vergrößerung und

spezieller Xenon-Beleuchtung

selbst kleinste Details

im Mundraum ausleuchtet.

„Mit bloßem Auge oder

einer Lupenbrille sind viele

Strukturen wie Verästelungen

in den Wurzelkanälen,

Gefäße oder Risse im Zahn

nicht zu erkennen. Man

kann jedoch nur behandeln,

was man auch sieht“, erklärt

Dr. Walzer. Operationen am Zahn und das Setzen von Implantaten

können so präziser durchgeführt werden. Das Resultat:

längerer Zahnerhalt und verbesserte Ästhetik. „Ein echter

Quantensprung“, so der Zahnarzt. Ergänzt wird die innovative

Dentaltechnik durch eine intraorale Kamera, die Aufnahmen

einzelner Zähne ermöglicht, sowie digitale Röntgengeräte, die

die Strahlenbelastung bis zu 70 Prozent reduzieren. Die Bilder

können sekundenschnell bereitgestellt und mit den Patienten

am Bildschirm besprochen werden. Der Zahnarztbesuch wird

zu einem neuen Erlebnis, weil Wohlfühlatmosphäre sich mit

dem guten Gefühl verbindet, in den besten Händen zu sein.

Praxis für Zahnheilkunde Dr. med. dent. Thomas Walzer

Ludwigstr. 9, 82319 Starnberg

Tel. 08151 125 38

Sprechstunden nach Vereinbarung

www.dr-walzer.com

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 49


LEUT’ & LEBEN / Sportlich

Jedem seine Radl-Tour!

MANFRED HUMMEL

VERBRINGT VIEL ZEIT VOR

DEM COMPUTER – UND

IM FAHRRADSATTEL.

SEINE ENTDECKUNGS-

REISEN FÜHREN RUND

UM DEN STARNBERGER

UND DEN AMMERSEE

Die Starke-Wadl-Tour:

Für sportliche Radlerinnen und Radler kommt eine Rundtour

um die kleinen Seen des Fünf-Seen-Landes gerade recht.

Pilsensee, Wörthsee, Weßlinger See. Auf den rund 40 Kilometern

durch abwechslungsreiche Landschaft sind mehrere

steile Berge zu bewältigen. Schwach werden muss keiner,

auf dem Weg gibt es genug Möglichkeiten zum Rasten und

Einkehren. Start ist am S-Bahnhof in Herrsching. Richtung

Norden geht es entlang der S-Bahn und dem Pilsensee

nach Hechendorf und weiter nach Schlagenhofen. Dort

eine Runde um den Wörthsee bis Steinebach (Strandbad

Fleischmann), dann nordöstlich über den Golfplatz Schluifeld

nach Weßling in Richtung Ettenhofen, den Berg hinauf bis

kurz vor Hochstadt. Nun südlich halten durch den privaten

Wildpark nach Oberalting (Gasthof Ruf) und zum Schloss

Seefeld (Bräustüberl). Nicht verheimlicht werden soll die

echte Herausforderung, die jetzt ansteht: bergan nach

Widdersberg, dafür kann man’s zurück nach Herrsching

schön laufen lassen. Oder man fährt oben geradeaus weiter

zum Kloster Andechs. Sehenswert sind auf dem Weg auch die

Wallfahrtskirche Grünsink, Schloss Seefeld und der Friedhof

von Widdersberg, auf dem einige bekannte Persönlichkeiten

begraben liegen.

Manfred Hummel, Redakteur der

Süddeutschen Zeitung für den

Bayernteil, ist Autor und Herausgeber

von zwei Radlführern mit

Heimatgeschichte in unterhaltsamer

Form (siehe Seite 32).

Der blau-weiße Anarchisten-

Gedächtnis-Weg:

Auch wenn die Berger wenig übrig haben für den Rebellen,

Pazifisten, Anarchisten und unbequemen Mahner, so errang

Oskar Maria Graf auswärts Weltruhm. „Das Leben meiner

Mutter“, einer seiner bekanntesten Romane, lässt sich auf

einer rund 18 Kilometer langen Tour radelnd nachvollziehen.

Am Bahnhof in Starnberg kam der Oskar an, wenn er in

späteren Jahren seine Mutter besuchte. Von hier aus geht es

nach Percha und über die Staatsstraße nach Süden über

Kempfenhausen bis nach Berg, wo in der Grafstraße 9 das

Geburtshaus des Dichters steht. Sein Vater betrieb darin eine

Bäckerei, heute lässt sich dort im Oskar Maria Graf-Stüberl

gut speisen. An den Wänden hängen historische Fotos, die

OMG unter anderem mit Bertolt Brecht im New Yorker

Exil zeigen. Wir folgen Oskars täglichem Schulweg hinab

über die Staatsstraße und wieder hinauf nach Aufkirchen,

wo man dem berühmten Sohn am Ortseingang schließlich

doch ein Denkmal gesetzt hat. In der alten Volksschule können

Sie Erinnerungsstücke an Graf besichtigen, und auf

der Südseite des Friedhofs an der Wallfahrtskirche liegt

das Graf’sche Familiengrab. Des Dichters Name sucht man

hier allerdings vergeblich, seine Urne steht auf dem Künstler-

Friedhof in München-Bogenhausen. Direkt vor dem Friedhof

steht der Gasthof Zur Post. In den geräumigen Wirtsstuben

soll auch Oskar Maria Graf schon gern gezecht haben. Über

die Oberlandstraße weiter in Richtung Süden geht es nach

Aufhausen. Hier steht der Heimrath-Hof (Hausnummer 23),

das Geburtshaus der Mutter des Dichters. Weiter geht es ein

kleines Stück zurück in Richtung Aufkirchen, links hinein

in den Enzianweg, der auf die Maxhöhe trifft, dann rechts

abgebogen und wieder links in den Kreuzweg, der bergab

in Richtung See führt. Sie überqueren die Staatsstraße und

treffen nach rund 100 Metern auf ein herrschaftliches Haus

am Kreuzweg 94. Es ist das Schlösschen des unglücklichen

Kasten-Jakl, ein Großonkel des Schriftstellers, und unsere

Endstation auf der Graf-Tour.

Fotos: Ulrike Mertz; Manfred Hummel

50 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Advertorial

Begrüßen Sie in Percha: Silke Elter,

Inhaberin (links), und Sonja Dielert,

Studioleitung (rechts)

HYPOXI-TRAINING BY ELTERSPORTS

Design your body

DAS GRÜNWALDER SPORT- UND FITNESSCENTER ELTERSPORTS HAT IN PERCHA EIN WEITERES HYPOXI-

STUDIO ERÖFFNET – UND LIEGT DAMIT IM TREND. DIE METHODE ZUR GEZIELTEN FIGURFORMUNG BOOMT

Wer kennt das nicht: Die Hose geht nicht mehr zu, das

Kleid spannt über den Hüften, Sport und Diäten helfen

nicht wirklich weiter. Nun kommt die gute Nachricht:

Mit der HYPOXI-Therapie wird Fettpölsterchen effektiv zu

Leibe gerückt. „Die Resultate sind beeindruckend“, erklärt Silke

Elter, Leiterin des neuen HYPOXI-Studios in Starnberg-Percha.

Denn eine deutliche Umfangreduzierung an Hüfte, Taille, Bauch

und Oberschenkel um bis zu zwei Kleidergrößen in acht Wochen

ist keine Seltenheit.

Futuristisch sehen die Geräte aus, und so funktioniert die HY-

POXI-Methode: Eine Kombination aus Über- und Unterdrucktherapie

und effektivem Training ermöglicht eine gezielte und

nachhaltige Einflussnahme auf die Figur. Die Durchblutung

wird somit an den Problemzonen gesteigert, der Stoffwechsel

aktiviert und Fettsäuren durch den Blutkreislauf abtransportiert

und verbrannt. Die Pfunde an Oberschenkel und Po schmelzen.

Für Männer, die sich einen flachen Bauch wünschen, eignet sich

vor allem der „Vacunaut“, wobei ein „PressureSuit“ die Bauchregion

stimuliert, während auf dem Laufband trainiert wird. Ganz

ohne Anstrengung funktioniert die „HYPOXI-Dermologie“, die

für Kräftigung und Straffung des Bindegewebes sorgt und dadurch

besonders bei Frauen beliebt ist.

Für Peter Elter, langjähriger Inhaber von ElterSports, ist wichtig,

dass bei den Anwendungen die wissenschaftlichen Qualitätsstandards

eingehalten werden. Seine Mitarbeiter sind geschulte

HYPOXI-Therapeuten, die diese Therapie professionell begleiten

– von der Figuranalyse bis zur individuellen Ernährungsberatung.

Was den ehemaligen Tennisprofi Elter an HYPOXI besonders

überzeugt, ist die nachhaltige Wirkung: „Der Fettstoffwechsel

wird umprogrammiert, und es stellt sich kein Jo-Jo-Effekt ein.“

Leichtes Training, eine bessere Figur – und ein guter Grund, sich

auf den sexy Bikini oder die schmale modische Hose zu freuen!

HYPOXI-Studio Starnberg

by ElterSports

Würmstraße 4, 82319 Starnberg

Tel. 08151 650 630

info@hypoxistudio-starnberg.de

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www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 51


52 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

Fotos: Jan Greune


SEE-GESPRÄCH / Christian Tramitz

„Ich fand alles unglaublich schön.

Das Landei in mir erwachte …“

SPANNENDE BEGEGNUNG AM SEE: DIESES MAL

TRAF AUTORIN ELKE REICHART DEN BEKANN-

TEN SCHAUSPIELER CHRISTIAN TRAMITZ.

UND DER FÖHNHIMMEL GAB ALLES, WAS ER AN

GRANDIOSER KULISSE ZU BIETEN HATTE

Christian Tramitz ist ein bekannter deutscher Schauspieler.

Er ist die Kultfigur Ranger aus dem „Schuh des Manitu“,

der Captain Kork aus dem „(T)Raumschiff Surprise“

und der neue Jerry Cotton. Er hat viel zu tun, ist „dennoch mit der

Gesamtsituation nicht zufrieden“ und meint nachdenklich: Ein

netter Dreh irgendwo in der Nähe von Münsing, zu dem er vielleicht

auch noch mit dem Radl kommen könnte – das ist es, was der

54-Jährige inzwischen unter einem perfekten Job verstehen würde.

Zum Interview im Buchscharner Seewirt kommt er mit dem Auto

und Ehefrau Anette, in Jeans und Pullover, leicht gebräunt und

gut gelaunt. Der Biergarten ist an diesem sonnigen Werktag locker

besetzt, der Blick auf die wilden Föhnwolken über den dramatisch

ausgeleuchteten Alpen spektakulär. Der Tisch für das Gespräch

wird hinunter zum See getragen, auf den Kiesstrand hinter den

Büschen. Der Christian, sagt die Wirtin, habe gern seine Ruhe,

werde nicht gern angestarrt. Man kenne ihn ja, nun schon seit so

vielen Jahren.

Christian Tramitz hat es nicht weit von daheim zum Buchscharner,

dem ehemaligen Bauernhaus aus der Wildschönau, das an das Ufer

zwischen St. Heinrich und Münsing verpflanzt wurde. Er wohnt

nur ein paar Kilometer entfernt in Ammerland zur Miete in einer

Art Villa Kunterbunt, mit seiner Frau Anette, der elfjährigen

Tochter und dem vierjährigen Sohn. Aus seiner ersten Ehe hat der

Schauspieler Zwillinge, die 19 Jahre alt sind. In diese idyllische Ecke

am Starnberger See kam der geborene Münchner zum ersten Mal in

seiner Gymnasialzeit, auf Einladung eines Schulfreundes. „Ich fand

alles unglaublich schön – den Fischerturm, die Lüftlmalereien, den

Bach im Garten meines Freundes… Das Landei in mir erwachte.“

Christian Tramitz lebt mit seiner Familie in

Ammerland. Zum See-Gespräch trafen er

und seine Frau Anette (links) unsere Autorin

Elke Reichart beim Buchscharner Seewirt.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 53


SEE-GESPRÄCH / Christian Tramitz

Doch es dauerte noch mehr als 25 Jahre, bis Tramitz, überzeugter

Naturfreund bis heute, sich den Traum vom Leben auf

dem Lande verwirklichte. Nach dem Abitur folgte zunächst das

Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften.

„Die klassischen Loser-Fächer, für die man nicht viele

Scheine braucht. Trotzdem habe ich keines davon zu Ende gebracht.“

Nach Schulende hatte ihm ein Berufsberater zur Ausbildung

zum Apotheker geraten. „Ich bin also zur Antrittsvorlesung

gegangen, habe dort nur kurz ein paar Worte mit meinem Banknachbarn

gewechselt – und schon zischte es von hinten: Pscht!

Pscht!! Ruhe da vorne!! Na, habe ich mir gedacht, wenn das hier

ein lustiges Studentenleben sein soll – dann nichts wie weg.“

In München gab er ein Gastspiel auf der privaten Schauspielschule

Zerboni und bekam schnell sein erstes Engagement. Am Stadttheater

Ingolstadt wurde für das Lena-Christ-Stück „Rumplhanni“

ein bayerisch sprechender junger Dorfpolizist/Schmied/Gstanzlsänger

gesucht. Gleich drei Rollen auf einmal – Tramitz überzeugte

und bildete fortan für Proben und Aufführungen eine Fahrgemeinschaft

mit der „Rumplhanni“ Lisa Fitz. Es war auch besser, dass die

Kollegin ihn im Auto mitnahm, denn schon damals zeichnete sich

die für Tramitz typische totale Orientierungslosigkeit ab. „Ohne

Navigationsgerät bin ich verloren.“ Selbst für seine Stammstrecke

München – Ammerland schaltet er die freundliche Stimme ein, die

ihn nach 35 Minuten zufrieden und ungestresst ins heimische Grundstück

einbiegen lässt. „Sie sagt mir, links einordnen, jetzt noch 20

Kilometer, Vorsicht Stau – besser kann es mir doch gar nicht gehen.“

In New York, zu Jahresbeginn beim Jerry-Cotton-Dreh, lief es

nicht so gut. Mit dem berühmten roten Jaguar sollte er durch

In Berlin bin ich blöd aggressiv angemacht worden!“ Tiefer

Seufzer. „Ich tu mich einfach schwer in der Stadt. München

geht ja noch, aber Berlin … Wie schön ist es doch, auf dem

Land zu leben.“

Christian Tramitz und seine Liebe zu Ammerland … Das Thema

gefällt ihm, darüber kann er immer wieder reden. Und während

er zufrieden hinausblickt auf den glitzernden See und die Sturmwolken,

jongliert er mit den Jahreszahlen. 1994 lernte er seine

zweite Frau Anette kennen, die als Aufnahmeleiterin in einem

Synchronstudio arbeitete, 1995 zogen sie hinaus an den Starnberger

See, sein großer Wunsch ging endlich in Erfüllung, 2003

wurde geheiratet und dieses Ereignis wiederum 2004 gefeiert.

Im Buchscharner Seewirt. Mit einer Riesenparty: „Ein tolles

Fest! Die Hochzeitsgesellschaft wurde mit Booten hierher zum

Steg gebracht, dann gab es Cocktails … Und von da an erinnere

ich mich an nichts mehr.“

„Ich tu mich einfach schwer in

der Stadt. München geht ja noch,

aber Berlin zum Beispiel …“

Diese Art des Geschichtenerzählens ist typisch für Christian

Tramitz. Schnell wieder aussteigen, bevor der Fragensteller zu

nahe kommt. Understatement bis zur Schmerzgrenze. Sein Wikipedia-Profil

im Internet beginnt mit den Worten: „Christian

Tramitz ist der Enkel von Paul Hörbiger und der Neffe zweiten

Grades von Christiane Hörbiger …“ Die Frage nach den berühmten

Verwandten und ob bei

Familientreffen nicht viel über

Theater, Film und Fernsehen

geredet werde, lenkt er jedoch

elegant ab: „Nein, nein, das

ist nie ein Thema. Eher reden

wir noch über Fußball.“ Und

schnell spannt Tramitz, der

Bayern-Fan, den Bogen weit

weg vom Familienclan zur

Bundesliga, zur Champions

League bis hin zur WM.

Szenen eines guten Gesprächs: Christian Tramitz nachdenklich, lachend und dann sehr entspannt

mit seiner Frau Anette auf dem Steg (Foto rechte Seite).

Manhattan jagen, vor ihm der Camcar, der Wagen mit der Kamera.

Auch hier links, rechts, rechts, links, von der 37th Street

in die 5th Avenue, aber umgeben von gefühlten hunderttausend

gelben Taxis, die hupend auf ihr Wegerecht bestanden – und

statt der freundlichen Navi-Stimme immer wieder der genervte

Aufnahmeleiter durch das Megaphon: „Stop everybody! Mister

Tramitz has lost the orientation AGAIN!“ Irgendwann stieg

der inzwischen ebenfalls schwer angefressene Jerry Cotton aus

seinem Schlitten, mitten auf der Fahrbahn, ein schauerlicher

Anblick wegen der vielen – angeschminkten – Blutspuren im

Gesicht. „Die Reaktion der New Yorker war umwerfend! Hey

man, you look great!! I like your car! Nur positive Zurufe …

Früher besaß Tramitz eine

Jolle, einen Flying Dutchman

(FD), die er fleißig und mit

großem Vergnügen nutzte.

Diesen Sport hat er inzwischen

aufgegeben, dafür spielt

er in Wolfratshausen Tennis

und fährt Ski, bis im Frühjahr die Lifte eingestellt werden.

Ein Ammerlander Nachbar, wenig bewandert in der Schauspieler-Szene,

warf auf seinem Weg in den Ort jeden Tag gewohnheitsgemäß

einen Blick in das Tramitz-Auto und meinte

schließlich nachdenklich, dieser Mann habe es wirklich gut.

Im Sommer Tennislehrer, im Winter Skilehrer, immer entweder

Schläger oder Skier im Auto, ein beneidenswertes Leben.

Da war die österreichische Presse schon sachverständiger, als sie

im Januar 2010 den Drehstart des neuen Films „3faltig“ in Bad

Ischl beobachtete. „Das wird kein Wellness-Urlaub für die Stars

Christian Tramitz und Matthias Schweighöfer“, sorgte sich das

Fotos: Jan Greune

54 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Advertorial

WERKSTATTLADEN IN SEESHAUPT

lokale Blatt und prophezeite: „Keine ausgedehnten Saunagänge,

sondern lange Drehtage im winterlich kalten

Salzkammergut.“ Und so war es denn auch: Erst zu wenig

Schnee, dann fror auch noch der Kran mit dem Kameramann

in 40 Meter Höhe ein, knappes Zeit-Budget – aber

nun steht der Premierentermin fest: November 2010. Es

ist, sagt der Verleih, eine himmlisch-menschliche Komödie,

voller Wortwitz, Slapsticks und beißendem Humor

geworden. Und eine unkonventionelle Auseinandersetzung

mit dem Thema der Dreifaltigkeit. Tramitz hat diesmal am

Drehbuch mitgearbeitet: „Mir hat der Heilige Geist schon

als Kind leidgetan. Alle anderen durften Mordssachen

machen – er war immer nur die Taube.“ In diesem Film

hat er mehr zu tun. Gespielt von Tramitz ist er in menschlicher

Gestalt auf Erden unterwegs und bekommt am

Heiligen Abend Besuch vom Sohn Gottes (Matthias

Schweighöfer), der die an Silvester bevorstehende Apokalypse

ankündigt. Ein Wettlauf gegen die Uhr beginnt.

Komplizierte Dreharbeiten sind dem Comedian Tramitz

nicht unbekannt. „Der Schuh des Manitu“ von Michael

Bully Herbig, mit 12 Millionen Zuschauern einer der erfolgreichsten

deutschen Filme und Tramitz’ erster großer

Auftritt im Kino, wurde vor zehn Jahren im sommersicheren

Spanien gedreht, gleich am Anfang gab es fünf Regentage.

Für die knappe Finanzierung war das eine Katastrophe.

Nach Ablauf der Drehzeit war das Ergebnis denn auch

längst nicht befriedigend. Constantin-Produzent Bernd

Eichinger jedoch erkannte das Potenzial der Karl-May-

Parodie und genehmigte eine Nachfinanzierung. Seitdem

ist Christian Tramitz ein Eichinger-Fan: „Er ist filmverrückt!

Und bereit, Risiko zu übernehmen! Das ist selten.“

Die meist gestellte „Manitu“-Frage: Wird es einen zweiten

Teil geben? Die Standard-Antwort: Erst, wenn Bully und

Ranger nicht mehr reiten brauchen. Basta – fürs erste.

Tramitz hat 2010/2011 eine lange Liste an Projekten abzuarbeiten,

viel TV, und hofft auf gute Drehorte. Möglichst

wenig Großstadt, möglichst viel Natur, möglichst

wenig Orientierung. Zum Schluss noch die Frage nach

der Traumrolle. Tramitz wippt mit dem Stuhl im Kies

und blinzelt in die bayerische Abendsonne: „Ein bayerischer

Kommissar, so ein Typ wie ich … 54 Jahre alt …

er ermittelt nur am Starnberger See … viele, viele Folgen

lang … bis ins Rentenalter.“


Easy-Chic

mit Charme

Als ich bei der Fashion Week

in Berlin den Showroom

des jungen dänischen In-

Labels ‚custommade‘ betrat, habe

ich erst mal ganz tief geseufzt.

Ich sah sofort, dass diese lässigen,

modisch perfekten Outfits genau

das sind, was ich suche!“

Wenn Ulrike Teterycz, Inhaberin

des Werkstattladen in Seeshaupt, so

glücklich ist, dann heißt es für alle

Mode-Fans: Nichts wie hin! Seit

langem gilt der kleine Shop mit

dem hinreißend besonderen Angebot

als Geheimtipp. Und nicht

selten nutzen modebewusste

Münchnerinnen die Ausrede

eines schönen Ausflugs an die Südspitze

des Starnberger Sees, um zu sehen, was die Expertin cooler

Topmode wieder einmal aufgespürt hat. Wie zum Beispiel

die jungen Blusen in perfekter Qualität des italienischen

Shirtmakers Aglini oder Kleider und Röcke im Fifties-Look

von Lena Hoschek, viel Taille und sehr, sehr feminin. Und

die Trendteile der jungen Berliner Marke „C’est tout“ oder

Röcke, Janker, Kleider mit internationalem Folklore-Chic

und sexy Uniform-Anleihen, dazu der Liebhaber-Strick von

John Smedley und Accessoires, die wirklich schmücken.

Lust auf eine Shopping-Tour in den zauberhaften Laden mit

dem großen goldenen W? Wir treffen uns dort!

Werkstattladen

Hauptstraße 11, 82402 Seeshaupt

Tel. 08801 915860

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18 Uhr;

Sa 10 – 16 Uhr

www.werkstattladen-seeshaupt.de

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 55


JUNGE TALENTE / Folkpop

Wolfratshausen am Bahnhof. Zwei Mädchen mit

langen blonden Locken warten. Eine hält eine

Schultasche hoch, darauf klebt ein Kärtchen mit

meinem Namen, darunter leuchtet ein gemaltes

Blümchen. Ich bin mit Tasmin Gutwald und Oda Tiemann zum

Interview verabredet, beide gerade 16 Jahre alt und in Münchens

junger Musikszene ein Begriff als talentiertes Singsongwriter-Duo

„Tuó“. Ihre erste EP (Single) „Walk on Silence“ ist im Februar erschienen,

im Herbst soll das Album folgen. Die Fans sind begeistert

und die Musikwelt staunt: Hier präsentieren sich zwei junge

Musikerinnen, deren künstlerische Reife überzeugt.

„Folk-Mädels, mmhhnnn, na ja…“, meinen die Künstlerinnen,

das stimme eigentlich nur soweit, dass Oda eine Djembé spielt,

eine westafrikanische Trommel mit ausgeprägtem Klangspektrum,

und eine Ukulele, Gitarre und Melodica. Intensive Rhythmik sei

wichtig, besonders mit der Gitarre, die Tasmin ebenso spielt wie

die Ukulele, das Harmophon, das Banjo und Keyboard – und

natürlich der zweistimmige Gesang. Wer mag, kann natürlich

Bob Dylan raushören oder Arlo Guthrie, aber: Keine Schublade

passt wirklich. Auf Folkpop haben sie sich dann geeinigt. „Wir

haben keine Vorbilder im eigentlichen Sinn“, meint Oda. Zwar

hören sie auch gern Musik der Beatles oder von Simon & Garfunkel,

die Musik ihrer Eltern, aber bewusste Einflüsse, nein.

„Unsere Stücke entstehen ganz spontan“, erzählt Oda, „wir

notieren sie nicht. Manchmal nehmen wir sie mit dem Handy

auf. Aber wenn wir ein Lied drei- bis viermal gespielt haben,

dann können wir es auswendig.“ Anders die Texte: An denen

feilen sie stundenlang. Oda und Tasmin singen ausschließlich

Englisch, „weil unsere Stimmen dadurch besser klingen als

auf Deutsch.“ Sie erzählen meistens von der Liebe.

„Wir laufen gern barfuß durchs Leben“, sagt Oda. „Deshalb und

wegen unserer lockeren Kleider nennen uns viele ,Hippies‘.

Die meinen das allerdings als Schimpfwort.“ Worüber Tasmin

dann schon ein bisschen sauer ist. „Erstens sind wir keine Hippies

und außerdem – was ist schlecht daran?!“ Man versteht, was

sie meinen, wenn sie ihre Musik bildhaft erklären: „wie weiches

Moos zwischen nackten Zehen.“

Und wie ist das mit dem Erfolg, der langsam einsetzt und sie in

Clubs und auf Bühnen mittlerweile auch über Bayern hinaus

führt? „Es geht noch. Aber wir werden schon oft angesprochen.

Neulich, beim Tengelmann, hat uns ein älteres Ehepaar gefragt,

ob wir ihnen spontan was vorsingen würden. Haben wir natürlich

gemacht.“ Eltern und sogar ihre Lehrer in der Realschule

unterstützen das Tuó-Duo. „Der Rektor unserer Schule lässt

sogar Plakate für unsere Auftritte aufhängen!“

Richtig kennengelernt haben sich Oda und Tasmin erst vor zwei

Jahren, als sie in eine Klasse kamen. „Zuerst mochten wir uns gar

nicht besonders“, gibt Tasmin zu, „das hat sich aber bald geändert.“

Und die weiteren Zukunftspläne? Tasmin will auf jeden

Fall irgendetwas mit Musik machen, „und wenn’s Gitarrenbauerin

ist.“ Oda schließt eine Karriere als Musikerin nicht aus, möchte

aber gern auch studieren, „am liebsten Kunst.“ Fehlt nur noch die

Frage nach dem Bandname „Tuó“. „Ist doch ganz einfach – die

Initialen von Tasmin und Oda!“ Und der Akzent auf dem „o“

steht für die Betonung? „Nööö,

den haben wir draufgesetzt, weil’s

besser ausschaut.“ Dann rücken sie

aber doch damit heraus, dass „Tuó“

noch eine interessante Bedeutung

im Chinesischen besitzt: „Seltsames

Mädchen“.

Peter Baier

Zum Reinhören: www.myspace.com/

tasminundoda

Foto: Alexander Jesipow

TASMIN GUTWALD UND ODA TIEMANN AUS WOLFRATSHAUSEN SIND

BEIDE 16 JAHRE ALT, SCHREIBEN EIGENE SONGS UND EXPERIMENTIEREN

NEBEN DER GITARRE MIT UKULELE UND HARMOPHON. DIE AUSSICHTEN

SIND SONNIG FÜR DAS JUNGE FOLKPOP-DUO

TUÓ

56 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Advertorial

GOLFANLAGE HOHENPÄHL

18 Löcher in großartiger

Naturkulisse

DIE 5-STERNE-GOLFANLAGE HOHENPÄHL,

AUSTRAGUNGSORT HOCHKARÄTIGER SPORTEVENTS,

IST FÜR GOLFER EINE BELIEBTE ADRESSE. ABER

NICHT NUR: GROSSARTIGE NATUR, DER ALPENBLICK

UND DIE EINKEHR IM CLUBRESTAURANT MACHEN

AUCH EINEN AUSFLUG ZUM BESONDEREN ERLEBNIS

Es ist ein wahres Kleinod. Hoch über dem Ammersee thront

das geschichtsträchtige Schloss Pähl und gleich daneben

fügt sich die Golfanlage harmonisch in die Landschaft zu

alten Alleen, Römerhügeln, Weihern und Bächen. „Wenn vom

benachbarten Kerschlach noch die vierspännige Postkutsche

vorbeifährt, dann ist das Idyll perfekt!“, schwärmt Claus Ammer,

Geschäftsführer der Hohenpähler Golfanlage. Ohne Frage, dieses

Idyll zieht Sportler, Naturliebhaber und Ausflügler gleichermaßen

an. Und in dem jüngst renovierten Clubhaus lässt es sich im Restaurant

oder auf der Terrasse bei „Chaîne des Rôtisseurs“-Koch

Attila Szabo vortrefflich rasten und speisen. Für Gruppen bis zu

40 Personen steht ein eigener Panoramaraum mit offenem Kamin

zur Verfügung, nach vorheriger Absprache auch für Jubiläumsfeiern

oder Tagungen. Die Golfanlage, mehrfach für ihre besondere

Lage und Umweltverträglichkeit prämiert, bietet jede Menge

Highlights. Der 18-Loch-Platz mit Driving-Range und knapp

6000 Meter Spielbahnlänge besitzt genug Abwechslung für jedes

Handicap. In der neuen Golfschule können Anfänger die DGV-

Platzreife erlangen oder Fortgeschrittene ihren Abschlag verbessern.

Als erste Golfanlage Deutschlands hat Hohenpähl zudem

ihre 18 Spielbahnen mit eigenen Abschlägen und Scorekarten

für Kinder ausgestattet (Pähli Course). Fachkundige Beratung,

Schlägerfitting und die neuesten Golf- und Fashionprodukte

findet man im ProShop. Es kann also gut sein, dass Sie bei Ihrem

nächsten Ausflug gleich noch einen Golf-Schnupperkurs buchen.

Fazit: Herzlich willkommen!

Golfanlage Hohenpähl

82396 Pähl

Tel. 088 08 92 02-0

Öffnungszeiten

Büro: täglich von 9 bis 17 Uhr,

ProShop: täglich 10 bis 18 Uhr

Gastronomie: täglich ab 10 Uhr durchgehend warme Küche

info@gchp.de, www.gchp.de

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ERZÄHLUNG / Exklusiv

Die Seeschule

58 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Von Max Scharnigg

Wer das Gymnasium Tutzing nicht kennt, dem

kann man vielleicht sagen: Es ist das schönste

und das hässlichste Gymnasium Oberbayerns.

Architektonisch wurde es gleich mehrmals verhunzt,

das sieht jeder, der auf der Tutzinger Hauptstraße daran

vorbeigeht. Die hübsche Kalle-Villa steht klein und alt in der

Mitte und ist in denkbar schlechter Gesellschaft: links falsch

umarmt von der alten Turnhalle, rechts unsanft befingert von

einem bröckelndem Neubau, der diesen Namen nie verdiente.

Auf der anderen Seite freilich, und bei dieser Entdeckung ändert

sich für gewöhnlich die Meinung der Betrachter, liegt der See.

Er ist so nahe, dass wir in den Mathestunden bei Herrn Göring

sehen konnten, ob es ein Saibling oder eine Renke war, was die

Angler in der kleinen Bucht kescherten. Fast immer waren es

Saiblinge. In den Pausen trennte uns nur ein morscher Balkenzaun

vom See und seinen alten Ufermauern, an denen wie Eichhörnchen

die Wellen genagt hatten. Die Wellen. Im Sommer

trugen sie Segelboote, im Herbst Blätter, im Winter Grün und

im Frühling lichtes Blau und zu jeder Zeit trugen sie das Spiegelbild

der Berge in die Bucht des Gymnasiums.

Der Zugang zum See war den Schülern untersagt. Dieses Verbot

war, wie viele Verbote an Schulen, ein überwiegend unausgesprochenes

und wurde im Stillen von Lehrergenerationen an

Schülergenerationen weitergegeben. Es gab kein Schild dafür,

keine Lautsprecherdurchsage, es gab nur eine müde, weit entfernte

Handbewegung der Pausenaufsicht, mit der jene von uns

zurückbefohlen wurden, die sich dem läppischen Balken näherten

oder ihn schon durchschlupft hatten. Neuen Referendaren war

diese müde Handbewegung noch nicht vertraut und sie postierten

sich bisweilen an dem Balkenzaun wie eine kleine Grenzpatrouille,

marschierten auf und ab und vergaßen dabei oft vor

lauter Seesicht, dass ihr Kontrollgebiet auf der anderen Seite lag.

Andere junge Lehrer waren dem Schülerleben noch so nahe, dass

sie wie von selbst in ihren ersten Pausen den Balken überkletterten.

Woraufhin sich immer gleich ein paar Fünftklässler fanden, die

aus sicherer Entfernung hämisch riefen: „Herr Sandmeier, das

ist fei nicht erlaubt!“ Es muss in diesen Fällen im Lehrerzimmer

der Kalle-Villa eine entsprechende Anweisung gegeben haben,

denn bald hatten die neuen Lehrer die gleiche müde Handbewegung

übernommen und streiften das Seeufer von Weitem, mit

dem gleichen Sehnsuchtsblick wie die Schüler, 15 Minuten lang.

Das Seltsame war, dass fast jede Pause ein paar von uns trotzdem

Richtung See aufbrachen, als wüssten sie von nichts, als hätte

es Zaun und Verbot nie gegeben. Wie ferngesteuert setzten sich

jeden Tag kleine Grüppchen in Bewegung, um schließlich im

letzten Moment zurückgewunken zu werden oder aber, das gab es

auch, ungesehen zu entkommen.

Eigentlich war unklar, warum das Verbot bestand. Der Bleicherpark,

wie das verbotene Gebiet hinter dem Balken offiziell heißt,

war wenig besucht und unter den Tutzinger Seeparks der Schlichteste.

Im Frühling und Herbst bestand sein wichtigstes Personal

aus den Stadtstreichern, die mit der S-Bahn bis zur Endstation

Tutzing gefahren waren und dann entweder auf einer der Bänke

ganz rechts oder ganz links saßen. Die Bänke der Parkmitte waren

bei ihnen nicht so beliebt, ihnen behagten die Ränder. Wenn

es regnete, flüchteten sie mit ihren Flaschen und Tüten in den

kleinen schmucklosen Pavillon, der nebst einem trostlosen Kriegerdenkmal

die Ausstattung des Parks darstellte, und der Signaturen

von entflohenen Schülern trägt wie Höhlenmalerei.

Im Sommer gab es ein paar Badestammgäste, dazu kamen ganzjährig

die Hunde, die von ihren Besitzern freigelassen wurden und

die ihre Hinterlassenschaften mit großer Sorgfalt verteilten. Man

konnte also nicht sagen, dass der kleine Bleicherpark übervölkert

gewesen wäre oder die Schüler in ihren täglich zweimal 15 Minuten

Wesentliches zur Verschmutzung beigetragen hätten. Auch

die Besitzverhältnisse waren einfach: Sowohl der Pausenhof als

auch der Bleicherpark gehörten zur Gemeinde. Trotzdem teilte

sie der morsche Balkenzaun, und seine Bretter waren es, die uns

in dem Park all jenes vermuten ließ, was in der Mathestunde am

weitesten entfernt war: Freiheit und Abenteuer, Leben und Luft.

Was der Pausenhof, mit seinem eingefassten Betonflächen und

den mageren, angelegten Hügeln nur begrenzt simulieren konnte,

schien das verbotene Seeareal im Überfluss zu haben. Wahrscheinlich

wäre es mit jedem Stück Land jenseits dieses Balkens

so gewesen, aber der See verstärkte die Sehnsucht noch.

Das Verbot war seltsamen Gezeiten unterworfen. Wurde es besonders

strikt eingehalten, wenn sich das Schuljahr durch seine

längsten und zehrendsten Abschnitte schleppte, also zwischen

Weihnachten und Pfingsten, weichte es sich an den Rändern

des Schuljahres bemerkenswert auf. Die magischen Wochen vor

den Sommerferien schließlich machten den Balkenzaun nahezu

unsichtbar. Es lag immer etwas Besonderes in diesen letzten

Schultagen. Eine Süße, die sich von der Schulbushaltestelle zum

Vertretungsplan, durch die geöffneten Fenster der Turnhalle und

bis in die Mundwinkel der Lehrer hinein ausbreitete. Mit jedem

Tag jedenfalls, mit dem die Ferien näher rückten, wurde Gewicht

von den Dingen genommen, bis sie fast schwebten.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 59


DIE ERZÄHLUNG / Exklusiv

Statt des Overhead-

Projektors leuchtete hinter

ihnen die Alpenkette

Vielleicht begann es mit den Klassenfahrten, die jetzt stattfanden

– plötzlich fielen Lehrer aus, die sonst nie fehlten. Vielleicht begann

es auch mit Hitzefrei, das auf einmal leichter gegeben wurde,

weil die wichtigen Arbeiten geschrieben waren, vielleicht fing

es nur damit an, dass Herr Krämer nach der Fünf-Minuten-Pause

der Physikdoppelstunde am offenen Fenster stehen blieb und lieber

in die Wellen blinzelte als an die Tafel. Der Unterricht schmolz

jedenfalls in der Julihitze zusammen: Wandertage, Bundesjugendspiele,

Aktionstage schoben sich über die Stundenpläne, die selbst

schon ganz alt, zwar noch an der Wand hingen, aber bald gar keinen

Sinn mehr haben würden. In diesen Tagen begann es, dass die

Lehrer uns an den See führten und dort unterrichteten. Meist waren

die Religions- oder Musiklehrer die ersten und die Kernfächer folgten

ihnen. Das Balkenzaun-Verbot war aufgehoben, hinter den

Lehrern her eroberten wir Park und See, lagerten uns um sie, die

immer noch Buch und Tasche schleppten, während wir uns zu

dritt und eher sporadisch einen Block teilten. Die Lehrersakkos

lagen über der Ufermauer, statt des Overhead-Projektors leuchtete

hinter ihnen die Alpenkette und wir waren ziemlich abgelenkt von

der Frage, wer nun alles Gänsedreck am Schuh hatte.

Viel später fragten wir uns vielleicht, in Erinnerung an diese

lichten Vormittage, warum Schule nicht immer so sein konnte,

fließend und leicht und offen. Aber der Zauber der letzten Schulwoche

funktionierte natürlich nur, weil es vorher anders war.

Wenn all die gewohnten Regeln aufgehoben schienen, wenn

Sorge und Unzufriedenheit, die uns das Jahr über durch die

Gänge begleitet hatten, sich langsam setzen und ein neues Gefühl

bilden konnten: Wieder ein Jahr geschafft. Die Hürde irgendwie

gepackt, den Balkenzaun für dieses Schuljahr bezwungen.

Im Herbst schon, wenn all die Unschärfe wieder gewichen sein

würde, und das neue Schuljahr kantig und hart in den Winter

steuerte, würde seine Grenze wieder gelten, würde wieder alles

von vorne losgehen. Aber das war so weit weg.

In der allerletzten Schulwoche schließlich, die ja immer nur bis

Mittwoch ging, schien der gesamte Betrieb des Tutzinger Gymnasiums

in den Bleicherpark ausgelagert worden zu sein. Lehrer

und Schüler, Hausmeister und Eltern fanden sich dann dort ein,

und das Einzige was noch an den Schultag erinnerte, war der

Gong, der gewissenhaft, aber einsam durchs Schulhaus gongte.

Waren einmal die Bücher abgegeben, hatte nicht nur unsere Schultasche

eine ungekannte Leichtigkeit. Es war dann schlicht nichts

mehr zu tragen, außer einem Sportbeutel, einem Stück Kuchen

oder dem neuen Jahresbericht. Das Letzte schließlich war die

Klarsichthülle fürs Zeugnis. Das war der einzige Grund, noch

mal in die Zimmer zu kommen, das Lachen vom See her wich

dann kurz noch mal einer Stille, die wie ein stummer Trommelwirbel

funktionierte.

Viel passierte bei der Zeugnisübergabe ja nicht mehr – die wahren

Schlachten, sie lagen doch irgendwo zwischen Februar und Mai.

Die Noten auf diesem feierlichen Papier, sie hatten fast keine

Funktion mehr, am Zeugnistag um halb elf. Für wichtige Einsprüche

war es zu spät, die richtigen Tränen waren längst geweint.

Wir nahmen es hin, besahen es eine Minute lang, dann wurde

der stumme Trommelwirbel zum Freudengeheul, zur Abschiedsfanfare

aus sich überschlagendem Lachen, Reden, Trampeln und

Abklatschen.

Das war’s dann. Wir gingen dann nicht noch mal an den See, wo

die Älteren vielleicht schon Bier tranken. Der Sommerferien-See,

der er jetzt war, hatte nichts mehr mit dem Schul-See zu tun. Beinahe

war er ein bisschen egal oder zumindest nicht mehr so dringend.

Wir würden in den nächsten Wochen endlose Badetage an

seinen Ufern verbringen. Also heim. Ein paar Mütter standen an

den Bushaltestellen und ihre Sommerkleider wehten. Mitschüler

trieben von hinten vorbei, es gab ein vages Verabschieden, eine

leichte Wehmut auch tatsächlich. Wir wussten: Im September würden

alle wieder da sein, nur ein bisschen älter geworden, nur ein

bisschen anders. Irgendwann, das konnten wir uns immerhin vage

vorstellen, würde es nach den Sommerferien keine Schule mehr

geben. Nie aber hätten wir daran gedacht, dass wir, noch mal viel

später, auf der anderen Seite des Balkenzauns stehen und sehnsüchtig

den Pausenhof betrachten würden, mit seinen läppischen

Hügeln und den eingefassten Betonwegen.

DER AUTOR

Max Scharnigg hat 1999 sein Abitur in

Tutzing gemacht. Der 29-Jährige arbeitet

heute als Journalist und Schriftsteller in

München. Ende des Jahres erscheint

sein Roman „Die Besteigung der Eigernordwand

unter einer Treppe“ (Verlag

Hoffmann&Campe). Für den Romanentwurf

erhielt er im letzten Jahr das

Literaturstipendium der Stadt München.

Foto: privat; Illustrationen: Carsten Knappe

60 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Advertorial

PORSCHE ZENTRUM 5 SEEN, GILCHING

Herzblut mit 500 PS

Wir sind ein familiengeführtes Unternehmen – und

das fast schon in der dritten Generation.“ Carola

Wörle, die zusammen mit ihrem Mann das Porsche-

Zentrum in Gilching leitet, weist mit Stolz darauf hin, dass

ihr Betrieb einer von nur insgesamt fünf Porsche-Zentren in

Deutschland mit dieser Führungsstruktur ist. „Unsere Kunden

spüren den Unterschied“, sagt sie, „denn wir sind mit unserem

Herzblut bei der Sache. Unser Herz schlägt für Porsche.“ Seit

45 Jahren besteht das Unternehmen, gegründet von Carola

Wörles Eltern Gerda und Georg Hörmann.

Zunächst reparierte und verkaufte man

Fahrzeuge der Marken Audi und VW, später

kam Porsche hinzu – heute die einzige Präsenz.

Und wie es aussieht, muss man sich um

die nächste Porsche-Generation in Gilching

keine Sorgen machen, denn auch die Söhne

der Wörles, Schorsch (15) und Seppi (10),

sind aus der Werkstatt kaum wegzulocken:

„Die haben beide schon das Porsche-Fieber“.

Kein Wunder angesichts des neuen Porsche

Cayenne. Vor allem das Hybrid-Modell

ist eine absolute Neuerung der Stuttgarter

Edelkarossen-Schmiede: Neben dem mit

herkömmlichem fossilen Kraftstoff angetriebenen

Aggregat sorgt eine Elektromaschine

für sportliches Fahren. Umweltfreundlich und leise. Und wer

mit den insgesamt 380 PS des Hybrids noch nicht zufrieden ist,

kann sich ja für den neuen Cayenne Turbo entscheiden: 500 PS.

Porsche Zentrum 5 Seen

Am Römerstein 53

82205 Gilching, Tel. 08105 3766-0

www.porsche-5seen.de

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 61


NEUER SHOWROOM IN PERCHA

INNENARCHITEKTUR AUF 900 m²

INNENARCHITEKTUR: Seit 1993 entwickelt die

Objekt Consult Interior GmbH mit Christoph Junker

als Geschäftsführer und einem Team aus Architekten

und Innenarchitekten erfolgreich ganzheitliche Einrichtungskonzepte

im Privat- und Geschäftsbereich. Seit

1. April 2010 von einem neuen Standort aus: dem

gläsernen Planungsbüro mit innovativem Showroom in

Starnberg / Percha – geplant von Mirjam Marx, Innenarchitektin

im Objekt Consult Team. Auf über 900 m 2

mit loftartigem Charakter bietet das 10-köpfige Team

sowohl klassische innenarchitektonische Dienstleistungen

als auch international anerkannte Möbelkollektionen

an. Das Wichtigste bei der Beratung und

Planung ist das Einfühlungsvermögen der Mitarbeiter

für den jeweiligen Kunden, betont Christoph Junker.

Und das bedeutet, nicht den eigenen Stil mit allen Mitteln

durchzusetzen, sondern aufzuspüren wovon der

Kunde träumt und wie seine Wünsche aussehen. In individuellen

Gesprächen mit dem Bauherrn wird deshalb

besonderen Wert auf eine detaillierte Analyse der

Bedürfnisse und Vorstellungen gelegt. Der Anspruch

an das persönliche Engagement und die hohe Qualität

der Möbelkollektionen stellen die Eckpfeiler von

OC dar. Der Erfolg gibt Christoph Junker und seinem

Team Recht: Ausführung von über 250 privaten und

gewerblichen Großobjekten in Deutschland, Österreich,

Schweiz und Spanien sowie in den USA für die

Bereiche Wohnen, Arbeiten, Hotel und Gastronomie.

Christoph Junker Heike Mayer Maren Hermanns Kerstin Wurm Mirjam Marx Maren Böttcher Martin Hiebl Michaela Maul

62 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


MÖBELKOLLEKTIONEN: Eine logische Konsequenz

aus den kreativen und komplexen Planungen

ist die professionelle und kompetente Realisation

und Lieferung. Objekt Consult arbeitet seit 17 Jahren

mit Spezialisten im Handwerk sowie mit internationalen

Herstellern im Premium-Segment zusammen.

OC bietet seinen Kunden auch hier ein Novum:

Den Innovations-Showroom, in dem renommierte

Möbelhersteller die Möglichkeit haben, ihre Kollektionen

exklusiv auf 220 m 2 ganzheitlich zu präsentieren.

Als erstes wird Dedon – führender Anbieter

exklusiver Lifestyle- und Outdoor-Möbel – seine

Kollektion von April bis September 2010 im neuen

Innovations-Showroom in Percha ausstellen.

IHRE LÖSUNG: Wir bieten sowohl unseren

Privat- als auch unseren Geschäftskunden eine

optimale Synergie aus professioneller Planungskompetenz,

hochwertiger Ausführung und Erfahrung

im internationalen Möbelhandel der Spitzenklasse.

Objekt Consult bietet seit 17 Jahren eine

ganzheitliche und erfolgreiche Lösung für Ihre anstehenden

Bauvorhaben.

Wir freuen uns auf ein erstes persönliches Gespräch

in unserem neuen Showroom in der Würmstraße 4,

Starnberg/Percha, während unserer Öffnungszeiten

oder natürlich auch nach individueller Terminvereinbarung

bei Ihnen vor Ort.

Kathrin Mrotzek Oliver Zaus Alexander Renner

Manuela Kriwoschej

OBJEKT CONSULT

Beratung · Planung · Inneneinrichtung

Würmstraße 4

82319 Starnberg

Tel : 0 81 51/3 60 6-0

www.objektconsult.de

Öffnungszeiten:

Mo– Fr 11 – 18 Uhr

Sa 10 – 14 Uhr

oder nach Termin

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 63


KUNST & LEBEN / Der Bildhauer

Große Kunstwerke:

In seinem Atelier steht

Bildhauer Josef Lang

vor einem seiner Holzriesen.

An der Wand

lehnt ein großes Modell.

64 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Schutzbedürftige

Riesen

WAS IST DAS NUR FÜR EINE WUNDERBARE HOLZFIGUR IM GARTEN?

DIESE FRAGE WURDE OFT GESTELLT, ALS DAS STARNBERGER

SEEMAGAZIN IN SEINER LETZTEN AUSGABE EINE VILLA IN BERNRIED

VORSTELLTE. ULRIKE MERTZ HAT JOSEF LANG, DEN BILDHAUER

DER SKULPTUR, IN SEINEM ATELIER BESUCHT

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 65


KUNST & LEBEN / Der Bildhauer

„Einfachheit muss

man sich erarbeiten!“

66 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Längst hat sich bei

den Holzlieferanten

herumgesprochen,

was für „Trümmer“ der

Bildhauer Josef Lang

benötigt. Oft sind es bis

zu sechs Meter lange

Eichenstämme, aus

denen der Künstler

mit Konzentration und

Können, oft in Schwerstarbeit,

imposante

Skulpturen schafft.

Der Anblick des roten Mannes ist überwältigend.

Riesengroß, wuchtig und agil zugleich steht

er da. Der rechte Handrücken ruht locker auf

dem unteren Rücken. Es scheint, als habe die

linke Hand gerade noch das rechte Handgelenk

umfasst. Jetzt ist sie zur Stirn gehoben

und führt den Blick des Mannes und auch den seines Betrachters

in weite Ferne …

Die Figuren des Bildhauers Josef Lang schauen, sie lauschen, sie

rufen. Sie sind auf die Außenwelt bezogen. Gleichzeitig, und das

ist das Besondere seiner Kunst, sind sie immer ganz bei sich. Mal

vergraben sie die Hände in der Hosentasche oder legen sie wie

einen Schalltrichter an den Mund, haben die Arme im Nacken

verschränkt oder weit ausgebreitet: Was kostet die Welt?!

„Die äußere Form meiner Skulpturen soll ihre vielschichtige

innere Befindlichkeit ausdrücken“, sagt der 63-Jährige und fügt

hinzu: „Mich interessiert kein Heroismus, kein Pathos, kein Leiden

an der Welt, sondern der Mensch an sich in seinem Sein.

Meine Figuren sollen weder erkennbare Personen dar-, noch

etwas anderes vorstellen als die eigene Persönlichkeit. Sie sagen

dem Betrachter: Ich bin auf der Erde, ich bin authentisch. Sie

mögen dick sein, große Füße haben und grobschlächtig wirken.

Innerlich aber sind sie sensibel, unsicher, verlegen und verschämt.

Sie dürfen so sein wie sie sind.“ Eigenständige Wesen, vom Menschen

geschaffen, deutlich gemacht durch die groben Werkzeugspuren

der Kettensäge.

Rot, Blau oder Grün, der Künstler überzieht alle seine Figuren

mit einer Holzlasur in kräftigen Farben. Mit welcher, darüber

entscheiden Faktoren wie Bewegung, Ausdruck und Standort.

Der monochrome Überzug vereinheitlicht die Werkzeugspuren

und Maserungen des Holzes zu einem Ganzen und steigert die

Abstraktion. Einmal, erzählt Lang, bat ihn ein junger Mann,

ihm den Weg zur Abstraktion zu zeigen. „Einfachheit muss

man sich erarbeiten!“, war seine Antwort.

Immer schon hat Josef Lang, 1947 in Reichersbeuren bei Bad

Tölz geboren, das Holz geliebt und geschnitzt, was ihm in die

Finger kam. Doch er sollte etwas „G’scheites“ lernen. Gleich am

zweiten Tag in einer Münchner Elektrofirma wusste der junge

Industriekaufmann-Lehrling, dass es „das nicht war“. Dennoch

beendete er die Ausbildung, heiratete jung, bekam zwei Kinder

und studierte berufsbegleitend Betriebs- und Volkswirtschaft.

Das große Aha-Erlebnis kam während eines Volkshochschul-

Kurses zum Aktmodellieren, als der Lehrer seine Schüler in die

Münchner Kunstakademie führte. Ganz naiv fragte Lang dort

einen Bronzegießer, wie man denn eigentlich an die Akademie

käme? Ob er Arbeiten zum Vorzeigen dabei habe, fragte der Lang

zurück. Er hatte. Dann ging alles ganz einfach. Ein Professor

sichtete seine Mappe, zwei Wochen später erhielt er bereits die

Einladung zur Aufnahmeprüfung und kurz darauf ein Schreiben

mit der Mitteilung, er müsse das Studium innerhalb von zwei

Jahren beginnen. Diese Frist nutzte Lang, um eine Steinmetzlehre

dazwischen zu schieben. Noch heute schwärmt er von seinem

Taufkirchener Meister. Nach anfänglicher Enttäuschung

darüber, dass der gelehrige Meisterschüler den Betrieb nicht übernehmen

wollte, förderte der den Akademiestudenten nach Kräften,

lieh ihm Werkzeug und gab ihm zur Existenzsicherung immer

wieder kleine Aufträge.

Zwölf Semester lang zeichnete und modellierte der Student, oft

zehn und mehr Stunden täglich in Ton nach lebenden Modellen,

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 67


KUNST & LEBEN / Der Bildhauer

„Man schafft es nur,

wenn man sich

selbst treu bleibt“

lernte die menschlichen Proportionen kennen und wie sich der

Körper in der Bewegung verändert. Am Abend besuchte er

Vorlesungen, die eine kunstbegeisterte Anatomie-Professorin

an der Uni für Akademiestudenten hielt.

Wenn er heute seinen Helm aufsetzt, taucht der Künstler ab in

eine andere Welt. Dann kommt nicht einmal seine Frau an ihn

heran. Die hat dafür Verständnis, schließlich ist Conny Lang

selbst Bildhauerin. Absolute Disziplin sei notwendig, um als

freier Bildhauer zu überleben: „Man schafft es nur, wenn man

sich selbst treu bleibt und nicht den Fehler begeht, Kunstmarktorientiert

zu arbeiten.“ Am liebsten erfindet Lang seine Skulpturen

frei und sie treffen dann bei Ausstellungen auf ihre

Liebhaber. Doch weil

sich staatliche Institutionen

wie Museen

als Mäzene zurückziehen

(müssen), sucht

er seine Kunden auch

bei Firmen, die mit

Kunst repräsentieren.

Dann erstellt er so

genannte „Phantome“,

flache Pappmodelle in

Originalgröße, die dann an Ort und Stelle

aufgestellt werden.

Im Ausstellungsraum über seinem Atelier steht

die lebensgroße Lindenholzskulptur aus Langs

naturalistischen Anfängen neben Pop-Art-

Figuren aus Pappmaché oder Gips, die Steinarbeit

neben dem Aluminiumguss, das Wachsmodell

neben der Bronze. Gefördert durch ein

Stipendium in Carrara hat der Bildhauer in

seiner Münchner Zeit vorwiegend in Stein gearbeitet.

Erst als er mit der Familie aufs Land,

ans Ostufer des Starnberger Sees und dann,

der Kosten wegen, weiter nach Denklingen

zog, kam die Erinnerung an seine Kindheit

zurück. Und mit ihr das Holz, als sein heute

bevorzugtes Material. Bis zu sechs Meter

lange Eichenstämme warten in Sägewerken,

bei Straßenmeistereien und Bauern auf ihren

Einsatz. Überall hat sich herumgesprochen,

was für „Trümmer“ er braucht. Nach drei

bis vier Jahren Lagerung und Trockenzeit

ist so ein Stamm erst reif für die Bearbeitung.

Im Atelier umkreist der Künstler das Holz

einmal einige Tage: Wo sind Ausbuchtungen,

Astlöcher, wo könnte die Teilung sein, wie die

Körperhaltung? Langsam entsteht ein Bild vor

dem geistigen Auge, und das Sägen beginnt.

Meistens am Kopf, denn die Drehung des

Halses und die Haltung der Schultern bestimmen

das Übrige. Dabei ist das Reagieren

auf unerkannte Fehler im Holz oder auf

das eigene Scheitern oft Vorbedingung für ein

wirklich gutes Ergebnis, erklärt der Künstler.

Die große Kettensäge ist ein gefährliches

Instrument und die Arbeit in sechs Meter

Höhe, auf einem Gabelstapler samt Palette

stehend, anstrengend. Solange er sich dafür

kräftig genug fühlt, bevorzugt er die großen

Skulpturen. Mit einer Ausnahme: Für

öffentliche Wettbewerbe müssen Modelle im Maßstab 1:10 eingereicht

werden. „So eine kleine Arbeit kann monumental sein“,

erklärt der Künstler, „in ihr steckt der gesamte schöpferische Akt,

alle Kräfte, die Verzweiflung ebenso wie das Hochgefühl, wenn

sie gelungen ist.“ Fällt es ihm eigentlich schwer, sich von seinen

Figuren zu trennen? „Nein! Meine Kunstwerke stehen zwischen

Sylt und Liechtenstein, Ludwigshafen und Berlin und haben

dort ihre Aufgabe. Sie verändern den Platz. Sie sprechen mit dem

Betrachter über Menschlichkeit. Gerade weil sie oft naiv und

schutzbedürftig sind, aber auch eigensinnig und neugierig,

sind sie nahbar und ansprechbar.“

Von Bildhauer Josef

Lang ist auch die

Holzskulptur im Park

einer Villa in Bernried,

die wir im letzten Heft

vorgestellt haben und

nach der uns viele

Leser fragten.


Fotos: Ulrike Mertz; Fink + Jocher / Simone Rosenberg; privat

68 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Advertorial

SEMBRITZKI – essen und trinken

Köstlichkeiten erleben

Einen großen Korb braucht, wer

bei „SEMBRITZKI – essen und

trinken“ in Starnberg einkaufen

geht. Denn in dem Lebensmittelgeschäft

mit dem italienischem Flair bietet Inhaber

Boris Sembritzki eine Vielzahl an internationalen, aber

auch regionalen Köstlichkeiten an. Wer das einladende Geschäft

betritt, steht direkt vor der Theke mit einem außergewöhnlichen

Angebot verschiedener Käsesorten aus Frankreich, Italien und

Bayern. Da liegt ein köstlicher Dzorette mit gerösteten Tannennadeln

neben Ziegenrohmilchkäse, einem Wildblumenkäse aus

dem Allgäu oder Bauernkäse aus Farchach. Wer einen besonderen

Rot-, Weiß- oder Biowein sucht, kann bei Boris Sembritzki

aus rund 60 verschiedenen Sorten wählen, darunter der wieder so

beliebte Riesling von der Mosel. Verführerisch sieht der Parmaschinken

aus der Toskana aus oder das getrüffelte Schweinefi let,

gar nicht zu reden von den französischen Pasteten oder

dem Wurzelspeck aus der Steiermark. Gewürze, Tee sowie

Kürbiskernöl und -pesto ergänzen das hochwertige

Warenangebot, das immer wieder Neues bietet. Und

mittags stellt sich der Chef an den Herd und zaubert

seinen Gästen im Sommer Pasta, Risotto, Salate und

Antipasti, im Winter feine Suppen und Eintöpfe.

Wein, Cappuccino oder Espresso werden an sonnigen

Tagen an den Tischchen vor dem Geschäft serviert – Donnerstags

und Freitags kann man sogar bis um 21.30 Uhr von den

verschiedenen Weinen und Antipasti kosten.

SEMBRITZKI – essen und trinken

Tutzinger Hof Platz 4, 82319 Starnberg

Tel. 08151 5509526

Öffnungszeiten: Mo bis Mi 8.30 – 18 Uhr, Do/Fr 8.30 – 21.30 Uhr,

Sa 8.30 – 13.30 Uhr

www.sembritzki-starnberg.de

Advertorials

LANDGASTHOF

RITTERGÜTL

Irschenhausen

Frische, heimische Produkte werden zu Köstlichkeiten

im Landgasthof mit herrlichem Blick übers Isartal.

Moderne und Tradition harmonisch vereint – im Restaurant,

Biergarten und Stüberl. Dienstag Ruhetag.

Landgasthof Rittergütl, Ebenhauser Straße 26,

82057 Irschenhausen, Tel. 08178 3803, www.ritterguetl.de

DECHANT

FISCHLADEN &

RESTAURANT

Starnberg

Feines Fischfachgeschäft

mit Restaurant. Eigene Fischerei, Räucherei, Meeres- und

Süßwasserfisch. Im Restaurant orientiert sich die Speisekarte

am aktuellen Angebot und lässt jedes Feinschmeckerherz

höher schlagen. Jetzt auch in Berg-Aufkirchen!

Dechant, Hauptstr. 20, 82319 Starnberg,

Tel. 08151 12106, www.dechants-fischladen.de

WIRTSHAUS

FLÖSSEREI

Wolfratshausen

CAFE FRÜHTAU

Berg

Ein alter Bauernhof

mit modernem Glas-Ambiente, dazu bayerische und

mediterrane Genüsse: Dieser Mix hat besonderen Charme!

Geöffnet: Mo bis Do 11 – 24 Uhr / Fr bis So 10 – 24

Uhr; durchgehend warme Küche. Wirtshaus Flößerei,

Sebastianisteg 1, 82515 Wolfratshausen,

Tel. 08171 3862580, www.wirtshaus-floesserei.de

Selbstgebackenes aus

Biomehl vom Demeter und frische Zutaten aus der Region

– wie der Fisch, der zu Fuß vom Dorffischer geliefert wird –

im charmanten Cafe mit Sonnenterrasse genießt der Gast

eine gesunde Küche, die doppelt Freude bereitet.

Do bis Sa 10 – 18 Uhr, So 8 – 18 Uhr mit Brunch.

Cafe Frühtau, Grafstr. 14, 82335 Berg, Tel. 08151 971480

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 69


TIPPS / Kultur mit Genuss

Venus

mit Gorilla

Kunst auf der grünen Wiese gibt

es im Eurasburger Ortsteil Happerg

am Kellerweg zu bestaunen.

Dort hat der österreichische Bildhauer

Hans Kastler gleich 18 seiner

Skulpturen aufgestellt. Wind und

Wetter trotzen dort zum Beispiel

die Meeresnymphe „Nereide“,

eine gemütliche Venus, oder eine

kopflose Salome. Auch ein Gorilla

thront malerisch auf dem Hügel.

Infos: www.hanskastler.com

Wer nach der Kunst ein besonderes

Ambiente genießen und

dabei kulinarisch verwöhnt

werden möchte, kehrt ein im

Restaurant oder der Weinbar

des Elbacher-Gütel in Eurasburg,

Birkenallee 1, Tel. 08179 9431470.

Mehr erleben mit Kunst und Köstlichkeiten,

neuen Rhythmen und alten Fertigkeiten

Große Vielfalt

Wollen Sie in ein klassisches

Konzert gehen oder einen

Kabarett-Abend genießen?

Haben Sie Lust auf Theater,

eine Ausstellung oder ein

Jazzkonzert? Hier einige

bekannte Kulturstätten

am See:

■ Das Museumsschiff Tutzing

liegt mit viel Programm

an der Seestraße vor Anker.

■ Die Loisachhalle

in Wolfratshausen,

www.museumsschiff-tutzing.de

Hammerschmiedweg,

bietet Kultur

nonstop. Telefon

08171 386258-20,

www.loisachhallewolfratshausen.de

■ Bekannt für Qualität: Schlossberghalle Starnberg,

Vogelanger 2, Tel. 08151 772-136,

www.schlossberghalle-starnberg.de

■ Kultur im edlen Ambiete: Seeresidenz Alte Post

in Seeshaupt, Alter Postplatz 1, Tel. 08801 914-0,

www.seeresidenz-alte-post.de

■ Wer einmal von Assunta Tammelleo und ihrem Team in den Hinterhalt

gelockt worden ist, wird wieder kommen. Die Kulturbühne Hinterhalt in

Gelting, Leitenstraße 40, ist eine bekannte Adresse für musikalische, literarische

und theatralische Vielfalt. Zur Jam-Session wird jeden dritten

Sonntag im Monat geladen. Beliebt sind auch die MundArt-Nächte oder

die Abo-Reihe „BrotZeit & Spiele“. Tel. 08171 238104, www.hinterhalt.de.

Alte Handwerke

■ Vom Adel und den Sommerfrischlern wird viel geredet,

dabei prägten seit jeher auch die Handwerker das Leben

am See. Das gute alte Handwerk können Sie hier noch

finden und erleben:

Hufschmied Andreas Eberl aus Starnberg verpasst

Pferden und Eseln schickes neues Schuhwerk.

Tel. 0160 99353097, www.1001hufe.de.

■ Bei der Weltmeisterschaft der Kunstschmiede 2009

im italienischen Stia sicherte sich Tom Carstens die

Silbermedaille. Daheim in Degerndorf bietet er Metallgestaltung

vom besten. Auch Schmiedekurse!

Tel. 0177 5007082, www.schmied-tom-carstens.de.

■ Kunst & Kuscheliges aus handgesponnener Wolle

findet man in der Spinnerei von Susanne Karner aus

Geretsried. Sie fertigt Web- sowie Filzarbeiten und beherrscht

die Technik des Nadelbindens. Kurse mit bis zu

sechs Teilnehmern oder Einzelstunden gibt es für interessierte

Laien. Tel. 08171 410568, www.karner-wolle.de.

Fotos: Mateusz Atroszko; Nina Daebel

70 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Foto: www.manfredbaumann.com

„Die St. Anna Kapelle

in Berg ist mein liebster

Platz. Der Wanderweg

von dort ins Manthal

ist wunderbar und danach

gehts in Berg ins Cafe Frühtau,

wo ich ab und zu im Service aushelfe.“

Katerina Jacob, Schauspielerin, die abwechselnd in

Berg und Kanada lebt.

Advertorial

Malerische Spuren

Wo Franz Marc einst lebte und die Wiege

des „Blauen Reiter“ stand, gibt es nun einen

Malerweg in Sindelsdorf. Über fünf Kilometer

führt er durch den Ort und zu insgesamt zwölf

besonderen Plätzen. Zu erkunden gibt es

zum Beispiel die Gartenlaube, in der Franz

Marc und Wassily Kandinsky die berühmte

Künstlervereinigung gegründet haben, oder

die Stellen, an denen Marc bedeutende

Werke wie „Die verzauberte Mühle“ und

„Rote Rehe“ malte. www.sindelsdorf.de

In den Kiku-Kinderkursen üben sich kleine

Künstler im Malen und Tanzen. Werkstatt-

Atelier Gabriele Sankowski, 82319 Leutstetten,

Wangenerstr. 18, Tel. 0179 6741291.

Alles Käse

Auf dem Assenhauser Hof von Simon und Johanna Mair

in Berg-Farchach, Kirchplatz 1, sind Gourmets am

richtigen Platz. Frischkäse, halbfester Schnittkäse,

Hartkäse, aber auch Topfen, Joghurt, Ziegenkäse und

Butterschmalz: Im Hofladen gibt’s alles rund um den Laib.

Die Leckereien werden in der Assenhauser Hof Käserei

von Hand hergestellt und das möglichst schonend. Die

Milch liefern die hofeigenen Kühe und Ziegen. Geöffnet ist

der Hofladen samstags von

9 – 12 Uhr. Tel. 08151 51143

Bei SEMBRITZKI – essen und

trinken in Starnberg, Tutzinger

Hof Platz 4, finden Sie den

feinen Käse ebenso – und

können ihn dann gleich mit

einem guten Glas Wein und ein

paar Antipasti genießen.

WEINMETROPOLE IN STARNBERG

Ein guter Tropfen,

interessante Gespräche

Wenn ich einen

Weinberg besuche,

nehme ich eine

Handvoll Erde und rieche intensiv

daran“, erzählt Dietmar

Lang. Und es waren schon über

300 Weingüter in aller Welt,

die der Starnberger Connaisseur

besucht hat. Um zu wissen, wie

ein Produzent arbeitet und welche

Qualität wirklich in einem

Wein steckt, muss man sich auf den Weg machen. „In vino veritas“,

im Wein liegt die Wahrheit, das wussten schon die Römer.

Dietmar Lang ist Autodidakt – und versteht vom Wein trotzdem

mehr als mancher, der sich jahrelang mit Öchsle, Tannin

und Jahrhundertjahrgängen befasst hat. Seit 1987 betreibt der

49-Jährige seinen Weinhandel, seit 2001 in neuen Räumen

in der Starnberger Maximilianstraße. Als eine seiner Lieblings-

Entdeckungen bezeichnet er die familiär geführten Weingüter

Loacker aus Bozen/Südtirol, die auch

in der Toskana in Montalcino mit

dem Weingut Corte Pavone und in der

Maremma mit dem Weingut Valdifalco

einzigartige biodynamische Weine

erfolgreich anbauen. Der besondere

Tipp: In seiner Weinmetropole bietet

Dietmar Lang gemeinsam mit der

Beziehungstrainerin Regina Swoboda

(www.open4life.de) auch unterhaltende

Abende mit Dinner, Seminaren

oder Weinknigge an – für Menschen,

die nicht mehr Singles bleiben wollen.

Weinmetropole

Dietmar Lang

Maximilianstraße 19

82319 Starnberg

Tel. 08151 16172

www.weinmetropole.com

WEIN · CHAMPAGNER · EDELBRÄNDE · PRÄSENTE

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 71


TIPPS / Kultur mit Genuss

Schöner braten

Kochsendungen sind beliebt, selber kochen

(lernen) ist sinnlicher! Schauen Sie den

Kochprofis am See über die Schulter:

■ In der VINOTECA MARCIPANE in Münsing,

Bachstraße 1a, trifft man sich jeden ersten

und dritten Dienstag im Monat ab 17 Uhr

am Herd. Die Teilnehmerzahl: sechs bis

zehn Personen. Kursgebühr: 185 Euro. Tel.

08177 929687, www.vinoteca-marcipane.de

■ Eine kulinarische Reise durch die

Welt bietet die EISENHERZ CUISINE der

Kochschule im Schloss Seefeld, Schlosshof

6 + 9. Thailändisch, Chinesisch oder Indisch,

Fränkisch, Rheinisch oder Schlemmen wie

Gott in Frankreich. Kursgebühr: ab 89 Euro.

Tel. 08152 999966, www.eisenherz.com

■ Wie eine vielfältige, köstliche und

leichte Küche gelingt, lernt man in der

GESUNDHEITSAKADEMIE STARNBERG,

Oßwaldstraße 1. Tel. 08151 182962,

www.gesundheitsakademie-starnberg.de

■ Privatunterricht bei sich zuhause gibt

Koch STEFFEN SONNENWALD aus

Wolfratshausen. Tel. 08171 410022,

www.art-cuisine.de

■ Ayurveda-Kochkurse hat CHRISTINE

SCHUSTER in Starnberg, Moosbichlstraße 20,

im Angebot. Tel. 08151 277536,

www.ayurveda-starnberg.de

■ Einen Fünf-Elemente-Kochabend rund um

Genuss und bewusster Ernährung gibt es bei

NICOLE STERN in Starnberg, Altostraße 21,

Tel. 0179 5120010, www.stern-kochgenuss.de

Reines Vergnügen für Leib und Seele

Mehr Naturwissen

■ Frittierte Brennnesselblätter, Fichtenspitzenkonfekt oder aromatische

Lärchenzapfen – die Kräuterpädagogin GISELA HAFEMEYER aus Andechs

kennt alles, was im Wald, auf Wiesen und im Garten zu gesunden Köstlichkeiten

verarbeitet werden kann. Ihr Wissen gibt sie bei Wildkräuterführungen

weiter. Selbst hergestellte Produkte wie Kräutersalz und Kräutersenf, Sirup,

Blütenzucker, eingelegte Früchte

oder Samen kann man direkt bei

der „Kräuterhexe“ bestellen.

Tel. 08152 2664,

www.kraeuterstadl.de

■ Kochkurse, Workshops zum

Herstellen von Naturkosmetik

und Führungen bieten die

WOLFRATSHAUSER

KRÄUTER-PÄDAGOGINNEN

an. Besonders gern treffen sie

sich in ihrem Kräuter-Kraft-

Kreis bei der StadtbüchereI,

Hammerschmiedweg 3,

www.wolfratshausen.de

■ Kräuterwanderungen für die

ganze Familie inklusive kleinem

Kochkurs im Anschluss bietet

BERNHARD KORILLA von der

Auinger Schmuckstauden Gärtnerei

am Wörthsee. Anmeldungen:

Tel. 0172 8568797, Meilingerstraße,

82237 Auing/ Wörtsee,

www.schmuckstau.de

„Glasklar und

ehrlich – die

frisch restaurierte

Remise

im Schlosspark

Fußberg in

Gauting bietet durch ihr großes,

offenes Dach eine ganz außergewöhnliche

Akustik.“

Florian Prey, Sohn des weltberühmten Sängers

Hermann Prey und selbst gefragter Bariton und

Künstler, lebt in Gauting.

Nicht zum Kippen!

Hochprozentig und rein, Schnäpse für Kenner:

TOBIAS HOLZER aus Degerndorf stellt seine

Obstschnäpse alle in Handarbeit her, darunter

Spezialitäten wie Kornelkirsche, Wilde Vogelbeere,

Pfirsich und Apfel aus dem Karmelitinnenkloster in

Aufkirchen. Tobias Holzer, Kleinfeld 4, Degerndorf,

Tel. 0162 7845540.

HANS DEMMLER in Münsing, Biberweg 15, besitzt

ebenfalls das Brennrecht. Eine scharfe Köstlichkeit

sind sein Obstler, der Vogelbeergeist oder der

Schlehengeist. Tel. 08177 365.

Im Kloster Schäftlarn brennt Frater Alto mit die

SCHÄFTLARNER KLOSTERSCHNÄPSE wie Apfel-,

Birnen- und Zwetschgenbrand. Tel. 08178 7915,

www.abtei-schaeftlarn.de

Entspannt feiern

Elke Ross kennt Land, Leute und

jeden schönen Winkel am See. Mit

SeeEvents&Co hilft Ihnen die geschulte

Eventmanagerin, dass Ihr Fest zum

Erlebnis wird. Vom Kindergeburtstag

über Romantik-Dinner bis zum

Firmenjubiläum – die Mitherausgeberin

des SeeMagazins plant und organisiert

alles. Informieren Sie sich unverbindlich.

SeeEvents&Co, Alpspitzstr. 3, 82335

Berg, Tel. 08151 970600, E-Mail:

kontakt@seeevents.de

Fotos: Schmuckmuseum Pforzheim/Bayerisches Nationalmuseum München; Daniel Aschoff; PR

72 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Japanische Grüße

Schlichte Formen und ausgewogene

Eleganz kennzeichnen die Keramik

von GUDRUN PAYSEN. Zwölf Jahre

lang hat die Künstlerin in Japan gelebt

und studiert. Sie lädt täglich von

10 – 19 Uhr (im Winter bis 17 Uhr) in ihre

Werkausstellung nach Berg, Bäckergasse

11a, ein. Der Besucher darf auch

ihre Töpferwerkstatt und den japanischen

Garten besichtigen. Tel. 08151 51486,

www.gudrun-paysen.de

SABINE TURPEINEN hat sich auf

die Herstellung von Gefäßen für die

japanischen Künste des Ikebana und des

Teewegs spezialisiert. Hier bekommt man

das Zubehör für eine Tee-Zeremonie:

Beuerberg, Waldhauserstraße 1b. Tel.

08179 8263, www.ikebana-tee-keramik.de

Shakuhachi spielen, so heißt es, sei

wie das richtige Atmen und Meditation.

RENKEI Y. HASHIMOTO unterrichtet

das Spiel auf der Bambusflöte.

Tel. 08179 929376

YUKO NIHON TEIEN ist ein japanischer

Garten mitten in Wolfratshausen. Diesen

Ort der Ruhe bekam die Stadt anlässlich

ihres 1000. Jubiläums von den Bürgern

ihrer japanischen Partnerstadt Iruma als

Zeichen der Freundschaft geschenkt.

Reisende Juwelen

Manchmal wird etwas erst

richtig kostbar, wenn man

es von der Ferne im neuen

Glanz sieht. Und wenn

das Schmuckmuseum

Pforzheim (jede Stippvisite

wert!) ländliche Bijouterie

aus Bayern zeigt, dann

haben Kropfkette, Uhrkette,

Haubennadel (Foto)

oder Jungfernkranl es

verdient. Die Kostbarkeiten

aus der Schatzkammer

des Nationalmuseums

München sind dort bis

September zu sehen und

dann wieder daheim. www.

schmuckmuseum.de

REGINE PLOCHMANN-PAULITSCH

PERMANENT MAKE-UP UND KOSMETIK

Perfekte Haut,

volle Lippen,

strahlende Augen

Advertorial

Sich in die Hände von Regine Plochmann-

Paulitsch zu begeben, ist wie ein Extratag

Urlaub! So schwärmen ihre Stammkundinnen

über die einfühlsamen Kosmetik-Behandlungen.

In der angenehmen Atmosphäre des hellen Studios

in Söcking bleibt der Alltag draußen. Dezente Farben,

der Blick ins Grüne, der zarte Raumduft und

die entspannende Hintergrundmusik verführen

zum Abtauchen und Genießen. „Eine tolle Creme

allein genügt nicht“, wissen die Kosmetikerin

und ihre Mitarbeiterin. „Das A und O der perfekten Pflege sind

Feuchtigkeit und hochwertige Produkte.“ Nach sanfter Reinigung

wird die Haut mit Feuchtigkeits-Ampullen intensiv genährt. „So

vorbereitet, nimmt sie die regenerierenden Wirkstoffe optimal auf.“

Verwendet werden ausschließlich edle Produkte von „Valmont“

und „Babor“. Wer mehr Lifting möchte, profitiert von der Zusammenarbeit

der Visagistin mit einem renommierten plastischästhetischen

Chirurgen. Beim Permanent Make-up, ihrem Spezialgebiet,

garantieren allergiegetestete, antiseptische

Farben, dass selbst empfindlichste Haut es hervorragend

verträgt. Mit feinster Nadel gezeichnete Härchen

lassen die Brauen natürlich aussehen, ein am oberen

Lid verdichteter Wimpernkranz sorgt für ausdrucksstarke

Augen. Narben oder unregelmäßige Konturen

der Lippen werden schonend korrigiert. Sicherheit

und Perfektion sind die Markenzeichen von Regine Plochmann-

Paulitsch. Und der vertrauen sich gern auch Männer an.

Regine Plochmann-Paulitsch

Staatl. geprüfte Fachkosmetikerin

Andechser Str. 33a, 82319 Starnberg, Tel. 08151 21277

www.plochmann-kosmetik.de

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 73


HAUS & HOF / Die Bäuerin

Eine ganz natürliche

Leidenschaft

ZEHN HEKTAR NACHHALTIGE LANDWIRTSCHAFT, EIN HOF MIT KÜHEN, SCHWEINEN, HÜHNERN, GÄNSEN,

ZWEI ESELN UND EINEM PONY, EIN HOFLADEN UND FERIENWOHNUNGEN … AUF DEM „ZWEILINDENHOF“ IN

MAGNETSRIED GIBT ES EINE MENGE ARBEIT. BÄUERIN LILIAN MAIER STEMMT SIE MIT VIEL ENGAGEMENT

74 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Lilian Maier ist gelernte Landwirtin. Seit 2005 bewirtschaftet die

heute 47-Jährige den „Zweilindenhof“ in Magnetsried und hat das

ehemalige Pferdegestüt zu einem gastlichen Ort umgebaut. Wer

bei ihr wohnt, isst oder feiert, kann gewiss sein: Hier wird nach den

ökologischen Werten der Nachhaltigkeit gelebt und gearbeitet.

Vielleicht können Sie spüren, dass Sie an einem

besonderen Ort sind hier“, steht in Lilian Maiers

Gästebuch. Geschrieben hat es ihre Schwester

Natalie, die mithalf, dass Lilians Traum wahr

wurde – und dass sie nicht aufgab, zwischendurch.

„Mit viel Aufwand und Mühe wurde

dieser Platz geschaffen“, schrieb sie weiter. „Viele, viele Häuser

und Höfe hat Lilian sich angeschaut. Zu kleine, zu große, zu

fern gelegene, zu nah an der Straße oder im Ort. Dabei drängte

die Zeit, denn der alte Bauernhof in Höhenrain war ihr gekündigt

worden, und die Tiere mussten raus. Sie tröstete ihre Kinder

beim Auszug in eine ungewisse Zukunft: ,Wir werden einen

schöneren Platz finden!‘“

Da schluckt man ein bisschen, wenn man das liest, denn man

ahnt: Lilian Maier, 47 Jahre alt und Bäuerin aus freier Entscheidung

und nicht, weil sie in eine Landfamilie hineingeboren wurde,

hat wohl oft nicht mehr weiter gewusst. Aber dann möchte man

triumphierend hinausposaunen: Ja, sie hat ihn gefunden, den

wunderbaren Platz!

In Magnetsried, sechs Kilometer hinter Seeshaupt, liegt der

„Zweilindenhof“ am Dorfrand, in Einsamkeit, eingebettet

zwischen sanften Moränenhügeln, mit Blick auf Wald und

Wiesen. Das Anwesen hat die gelernte Landwirtin 2005 erworben

und über die Jahre saniert, erweitert und bis ins kleinste

Detail liebevoll hergerichtet. Ein Ort, der den Besucher berührt,

denn es geht hier nicht nur um ökologische Landwirtschaft.

Lilians Hof ist auch das Projekt einer alleinerziehenden Mutter,

die mit ihren beiden Kindern Amelie, 13, und Raphael, 16, sowie

einem einzigen Mitarbeiter, Egidius aus Litauen, alles alleine

schafft. Zehn Hektar Land bestellen, Dutzende Kühe, Ziegen,

Schweine, Gänse, Hühner, zwei Esel und ein Haflinger-Pony

versorgen, die Stallarbeit, beim Kalben Geburtshilfe leisten,

Zäune bauen, Mähen, Ernten, Futter fahren… Auch den Rohrbruch

oder die eingefrorene Leitung im Winter. Daneben ist

Lilian Maier Köchin, Gastgeberin und Unternehmerin. „Ja, ich

muss schauen, dass der Laden läuft“, sagt sie. „Die Familie muss

leben, von dem, was erwirtschaftet wird, und alles muss in Schuss

gehalten werden.“ Da sind dann 16 Stunden Arbeit am Tag die

Regel, der Wecker klingelt jeden Morgen um 5.30 Uhr, und

an manchen Wochenenden, wenn Gäste bei ihr feiern, ist die

Bäuerin auch mal durchgehend im Einsatz.

Lilian Maier zuckt mit den Achseln. Natürlich ist das viel Arbeit.

Sie schaut einem direkt in die Augen, gelassen, bestimmt. Kein

Zweifel, man hat es mit einer starken Frau zu tun, mit einer, die

ihre Hände in die Hüften stemmt und es ernst meint mit allem,

was sie tut. Sorgen und die schwierigen Momente? „Wenn ich ein

Tier schlachten muss, das viele Jahre bei mir gelebt hat, eine alte

Mutterkuh, die mir viele Kälber geschenkt und uns damit ernährt

hat, dann geht mir das nahe“, sagt sie. Und: „Manchmal hab ich

schon Existenzängste. Dann liege ich nachts wach, und es treibt

mich die Sorge um: Was mach ich nur, wenn ich die Ferienwohnungen

nicht vermiete?“, sagt sie. „Dann wäre ein Partner schon

nicht schlecht, mit dem ich über alles reden könnte.“ Klingt nach

einer anderen langen Geschichte, zu der Lilian nur so viel sagen

will: „Die Kinder haben ihren Vater. Aber als Familie zusammen

zu leben, ging nicht.“

Nach einem klassischen Bauernleben, in das man auf dem Hof

der Eltern hineinwächst, klingt es sowieso nicht. Ist es auch nicht,

denn Lilian Maier stammt aus gutbürgerlichen Starnberger Verhältnissen.

Die Eltern waren Journalisten, von ihren drei Schwestern

wurden zwei Kunsthistorikerinnen, eine Künstlerin. Nur

Lilian wusste von Kindheit an, dass sie Bäuerin werden wollte.

„Auslöser war ein kleiner Spielzeugbauernhof, den mir mein Vater

schenkte, als ich fünf war“, erinnert sie sich. „Ein wunderschöner

Tegernseer Hof war das, original und maßstabgetreu nachgebaut.“

Für sie blieb es nicht nur das Spielzeug, sondern wurde ein Lebensmodell,

in das sie sich verliebte. „Natürlich hat meine Mutter

gesagt: ,Landwirtschaft, Kind, das ist keine Arbeit für eine Frau!‘“

Ein paar Jahre hat sich Lilian noch durch die Realschule gequält

und von dieser Zeit nur ihre Radtouren zur Schule von Starnberg

nach Tutzing in guter Erinnerung. „Denn da war ich im Freien!“

Nach dem Realschulabschluss absolvierte sie ein soziales Jahr

im Krankenhaus und büffelte doch noch fürs Fachabitur, um

schließlich zielstrebig auf die Landwirtschaft zuzusteuern. Der

Berufsschuldirektor fragte ungläubig nach, ob sie sicher sei, dass

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 75


HAUS & HOF / Die Bäuerin

sie Landwirtschaft und nicht landwirtschaftliche Hauswirtschaft

meine? Aber Lilian war sicher: Es war der Männerberuf, den sie

erlernen wollte.

Mit 20 begann Lilian ihre landwirtschaftliche Lehre mit Stationen

auf einem großen Schweinemastbetrieb, einem Biohof mit Pensionspferden

und in einem großen Milchvieh- und Bullenmastbetrieb.

Auf der Höheren Landbauschule in Landsberg machte sie dann

zudem noch ihren Meister. Drei Jahre führte die junge Landwirtin

danach als Angestellte einen Hof in Kempfenhausen.

Bis klar war: „Ich will meinen eigenen Bauernhof!“ So begann

die Zeit, von der ihre Schwester im Gästebuch spricht.

15 Jahre lang war Lilian Maier die Pächterin des ersten „Zweilindenhofs“

in Höhenrain, einem Dorf in der Gemeinde Berg

am Ostufer des Starnberger Sees. „Dort hat sich alles entwickelt,

mein Konzept, so wie ich es jetzt in Magnetsried vollenden

konnte“, erklärt sie. Ein Konzept, das getragen ist von Nachhaltigkeit,

einer besonderen Liebe zur Natur, einem ausgeprägten

Sinn fürs Schöne. Und: Davon, dass Lilian Maier ihren Gästen

etwas Privates von sich gibt. Schon in Höhenrain führte sie einen

Hofladen, in dem sie ihre eigenen Produkte verkaufte, und sie

begann, ihre Kunden zu bewirten – anfangs eher aus Zufall, wenn

Käufer mal auf das eine oder andere warten mussten. „Dann habe

ich angeboten, was ich grad gekocht oder gebacken hatte. Und

das hat denen meistens so gut geschmeckt, dass sie wiederkamen.“

Lilian genoss es. „Nach eigenen Vorstellungen zu leben, aber immer

in Kontakt mit Menschen zu sein, ihnen etwas zu geben von

mir.“ Ihre Kinder haben immer mitgemacht. „Unser Leben war

oft improvisiert, ganz und gar nicht etabliert, aber es hat funktioniert.“

Wenn zum Beispiel Baby Raphael im Stall selig in seinem

Kinderwagen schlief, während die Mutter ausmistete.

2004 musste die Bäuerin runter vom gepachteten Hof. Weil sie

erst keinen Ersatz fand, wurden die Tiere auf drei verschiedene

Güter verteilt. Lilian zog vorübergehend nach Starnberg ins Elternhaus.

Das bedeutete: Jeden Morgen die Kinder in verschiedene

Schulen kutschieren, dann die Tiere auf drei Höfen versorgen,

ein neues Zuhause suchen. Zu allem kam hinzu, dass

ihr Ex-Lebensgefährte schwer erkrankte und Lilian auch noch

seinen Hof monatelang mitversorgte. „Ja, das war eine harte

Zeit“, gibt die Frau zu, die nicht zum Jammern neigt.

Aber es ist ja alles gut gegangen. Lilian Maier lebt nun in

Magnetsried auf ihrem eigenen Bauernhof, einem ehemaligen

Pferdegestüt, hat Kinder und alle Tiere um sich versammelt und

das Landhaus zu einem Schmuckstück ausgebaut. Zum Beispiel

die Gaststube, die sich im ehemaligen Pferdestall befindet: Die

uralten Holzdielen stammen aus einer stillgelegten Brauerei. Im

Eingangsbereich tritt man auf handgemachte Ziegel, die Lilian

aus einem Abrisshof von 1632 retten konnte. Auch die alten Holzfenster

und -türen hat die Gastwirtin in einem anderen, dem Untergang

geweihten, Hof gefunden und im „Zweilindenhof“ neu

eingesetzt. Die Tische hingegen sind neu, aus schönem glattem

Holz, ganz schlicht. Die feinen Lampen entwarf ein italienischer

Designer, speziell für den „Zweilindenhof“. Bis zu 60 Gäste kann

Lilian in ihrer Stube bewirten. Im Sommer feiert man im Garten,

sitzt an einer langen Tafel, gedeckt mit weißem Leinen, bäuerlichem

Geschirr und bunten Wiesensträußchen. „Füllig, aber schlicht.

Nie übertrieben, so wie die Natur auch ist“, beschreibt Lilian

ihren Stil. Davon möchte sie ihren Gästen etwas mitgeben und

ihnen zeigen, was sie häufig gar nicht mehr kennen. Besonders,

wenn es ums Essen geht. „Wenn eine Gesellschaft zum Beispiel

Rehbraten bestellt, dann erkläre ich ihnen, dass es das ganze Reh

geben wird, eines aus dem Wald vor meiner Tür. Das bedeutet,

„Auslöser war ein kleiner

Spielzeugbauernhof, den

mir mein Vater schenkte,

als ich fünf war“

76 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


dass nicht jeder einen Rehrücken bekommen kann, wie man’s

aus dem Restaurant gewohnt ist, sondern dass alle Teile des

Tieres verwertet und verteilt werden. Dazu gibt es dann vielleicht

grüne Walnüsse oder etwas anderes, das der Garten

gerade zur Verfügung stellt.“

Alles soll seinen Sinn haben und mit Respekt behandelt

werden. „Das Essen ist das Ende einer langen Kette, die mit

der Aufzucht der Tiere beginnt. Ein Kreislauf, in dem alles

zusammenhängt“, erklärt sie. Wenn neue Gäste kommen,

bemerkt Lilian Maier, dass es immer ein bisschen dauert, bis

die Menschen warm werden, „bis sie merken, dass sie ganz frei

sein können.“ An diesem besonderen Ort.

Patricia Wiede

Fotos: Quirin Leppert

Amelie und Raphael (Foto links), die Kinder von Lilian Maier,

helfen mit in Haus und Hof. Besonders natürlich, wenn

Gäste kommen oder ein großes Fest gefeiert wird – immer

mit selbst gemachten Köstlichkeiten. Weitere Infos zum

„Zweilindenhof“: Tel. 08801 915881, www.zweilindenhof.de


MACHER AM SEE / Kultur

Eine spielerische Liaison

… WÄRE EIN GUTER FILMTITEL, IST ABER IN DIESEM FALL DIE UMSCHREIBUNG FÜR DAS

GEMEINSCHAFTSPROJEKT ZWEIER AMBITIONIERTER KULTUR-VERANSTALTER, DEREN ENGAGEMENT

WEIT ÜBER DIE REGION HINAUS BEKANNT IST. EINE VORSTELLUNG IN DREI TEILEN:

Das Gemeinschaftsprojekt

Die Schönen Künste und der Film

Unsere Autorin Ulrike Mertz war dabei, als sich Elisabeth

Carr von KunstRäume und Matthias Helwig, Gründer der

Breitwand Kinos, zum ersten Gedankenaustausch trafen

Matthias Helwig und Elisabeth Carr haben sich im montäglich

geschlossenen Starnberger Kino verabredet. Der Hausherr

serviert eigenhändig zubereiteten Cappuccino. Die Diskussion

dreht sich mal wieder um ein gemeinschaftliches Projekt,

das jetzt noch unter dem Arbeitstitel „Der Film als siebte der

Schönen Künste“ steht und den ganzen Sommer über stattfinden

soll. Die Idee: In einem übers Jahr gespannten Bogen wird der

Film selbst als Kunstform vorgestellt und als repräsentatives Medium

in den Dienst der sechs übrigen Schönen Künste gestellt.

Der Film zum „Film als siebte Kunst“ – das ist den beiden Kreativen

sofort klar – muss der wegweisende Stummfilm „Metropolis“

sein, Fritz Langs Meisterwerk und UNESCO Weltkulturerbe,

und zwar in seiner jetzt rekonstruierten Originalfassung

von 1927. Aber welchen Künstlerfilm wählt man zur Bildhauerei?

„Die Augen am Horizont“, eine filmische Reise durch die

einzigartige Kunst- und Lebenswelt des Alberto Giacometti? Oder

lieber einen zu Niki de Saint Phalle? Elisabeth Carr spinnt den

Faden in konkreten Fragen weiter: „Wie soll der dazu passende

KunstRaum gestaltet sein? Welche Inhalte,

welcher Referent? Mir schwebt

so etwas wie ein Skulpturentag vor.

Kinder aus der Region könnten bunte

,Nanas‘ à la Niki de Saint Phalle aus

Pappmaché schaffen …“ Die Gedanken

fliegen hin und her. Vernetztes

Denken macht die kreativen Köpfe

zu Partnern. Matthias Helwig dreht

weiter an der Zukunftskugel: „Armin

Müller-Stahl könnte aus den ‚Buddenbrooks‘

lesen und außerdem seine

Malerei zeigen.“

Vieles ist abzuklären, bis eine so komplexe

Themenreihe steht. Später, vor

Publikum, wird sich alles leicht anfühlen

und spielerisch-selbstverständlich

aussehen. Jetzt aber ringen die beiden

besessenen Kulturworker, eigentlich

grundverschiedene kulturelle Einzelkämpfer, mit Lust und heiligem

Ernst an einer spielerischen Liaison für Kino- und Kulturfreunde.

„Die Schönen Künste und der Film“, April bis November 2010,

Kino Breitwand, Wittelsbacher Str. 10, Starnberg

www.breitwand.com und www.kunstraeume-am-see.de

78 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 79


MACHER AM SEE / Kultur

Elisabeth Carr

Mit „KunstRäumen am See“ Türen und Herzen öffnen

Das bis auf Orlando di Lasso zurückgehende Kulturgut und

Kulturland der Region rund um den Starnberger See ist so

lebendig! Es gibt das interessierte Publikum, und die ,KunstRäume‘

werden bereitwillig aufgetan, wenn man nur danach fragt!“ Elisabeth

Carr ist Optimistin und ein Organisationstalent. Mit ihrem

Kulturatelier initiiert die Starnbergerin Konzerte, betreut die

renommierten „Tutzinger Brahms-Tage“ und veranstaltet Ausstellungen

und Lesungen. Mit streitbarer Offenheit und viel

Herzblut präsentierte sie im letzten Jahr auch das „Gesamtkunstwerk

Herbert Achternbusch“ im Berger Marstall.

Elisabeth Carr sucht und fragt. Und es öffnen sich ihr Türen wie

die ins feine Palais der Gräfin Almeida in Starnberg oder zum

Austragshäusl auf dem Assenhauser Hof der Familie des „Literarischen

Bauern“ Stefan Mair in Farchach. „Kulturarbeit als

Sozialarbeit, die Menschen zusammenführt in außergewöhnlichen

Lebens-Kunsträumen, wo Zuhörer und Betrachter mit

den Künstlern und Referenten direkt ins Gespräch kommen“,

beschreibt die ausgebildete Sozialpädagogin, Gestalttherapeutin

und sechsfache Mutter das Ziel ihrer ambitionierten Arbeit.

Und niemand, der etwa die aufwühlende Lesung „Adressat unbekannt“

im Rahmen der Oberbayerischen Kulturtage 2009 im

Starnberger Gymnasium miterlebt hat, wird den Abend mit Max

Mannheimer, einem der letzten Zeitzeugen und Überlebenden

des Holocaust, je vergessen. Wachsen, verändern, sich entwickeln,

Herzen berühren. Mit vielen persönlichen Bezügen und wenig

Scheu vor Verrücktheit konzipiert und schafft die Kunst-Initiatorin

Veranstaltungen, zu denen sie selbst gerne gehen würde

– wie den „Literarischen Herbst“, den sie zusammen mit Gerd

Holzheimer organisiert.

Zum weiteren Kennenlernen schnell noch ein paar Fragen à la

Proust’scher Fragebogen, lange Zeit beliebtes Gesellschaftsspiel

der Kultivierten, an die Kulturmacherin:

Wo möchten Sie leben?

Als Weltenbürgerin am liebsten hier und am besten in diesem

Augenblick.

Was ist für Sie das Glück?

Nach einem Waldlauf im „Paradies“ in unseren See eintauchen

und auf die Roseninsel schwimmen.

Ihr Lieblingsfilm?

So viele, besonders jedoch „Broken silence“, „Breaking the

waves“, „Cabaret“.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Neugierig schöpfend.

Ihr Motto?

„Ein jegliches hat seine Zeit“ und „Der Wandel ist die Gestalt“.

Matthias Helwig

Mit dem „Kino Breitwand“ zum Global Film Player

Z

wischen dem Ammersee und Starnberger See liegt das, was

viele Kenner das „Münchner-Cineasten-Schlaraffenland“

nennen. Denn dort, wo Matthias Helwig eines seiner Filmtheater

eröffnet hat – in Herrsching, im Schloss Seefeld und in Starnberg

– sind rosige Zeiten für Kinofans angebrochen. Denn die breite

Programmstruktur umfasst fast das gesamte Filmgenre. „In der

Seefelder Kino-Lounge zeige ich sogar auch Spielfilmdebüts

junger, ambitionierter Regisseure, die es nicht in die normalen

Kinos schaffen“, erklärt der Kulturaktivist zu Recht mit Stolz.

Der Große mit dem Silberhaar belebte die sonntägliche Filmmatinee

neu, führte Filmgespräche mit Regisseuren und Schauspielern

ein und zeigt auch Filme im Originalton. Jeweils am

Mittwoch steht eine Rarität als Publikums-Wunschfilm auf dem

Programm. Und mit Kinderfilmen, einem Jugend-Kurzfilm-Preis

und Schulkino-Wochen lockt der fünffache Vater die Cineasten

von morgen. Seit 1996 veranstaltet der Gilchinger auch Kino-

Open-Air im Landkreis Starnberg, 2007 installierte er das erste

„Fünf-Seen-Filmfestival“ mit neuen deutschen und internationalen

Produktionen, Kurz- und Dokumentarfilmen sowie einem

Kinder- und Jugendfilmfest. Einige der Meriten für so viel Vision

und Elan: 1997 erhielt Hellwig mit seinem Breitwand-Kino die

Auszeichnung „Bestes Kino Deutschlands“, 1998 „Bestes Kino

Bayerns“ und ist seit 2008 Mitglied bei „European Cinemas“;

insgesamt über 50 Preise in 18 Jahren. 2010 zeigt der „Global

Film Player“ nicht weniger als 90 Filme!

Im Abspann, die Antworten des Kulturmachers auf unsere Kurzversion

des Proust’schen Fragebogens:

Wo möchten Sie leben?

Dort, wo ich lebe. Jeder Ort hat etwas Schönes. Gerne im

Sommer im Süden. Ich bin aber auch vom Norden fasziniert,

z. B. von der unbewohnten Insel Jan Mayen, 650 Kilometer

nordöstlich von Island, wo es nur Steinberge gibt, sonst nichts.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Glück ist die Innigkeit und der Zusammenhalt ohne Worte,

wenn meine fünf Kinder bei mir sind.

Ihr Lieblingsschauspieler/in?

Bei Cary Grant komme ich ins Schwelgen, ich mag auch Henry

Fonda sehr. Von den heutigen Schauspielern imponieren mir

Johannes Krisch und Christoph Waltz.

Wer oder was hätten Sie gern sein mögen?

Regisseur und Schriftsteller.

Ihr Lieblingslyriker?

Giuseppe Ungaretti und Pablo Neruda.

Ihr Motto?

Keine Verkürzungen, kein Schubladendenken!

Fotos: Ulrike Mertz

80 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Advertorial

Vertrauenssache

BEI KUTSCHKER + PARTNER PROFITIERT DER KUNDE VON DER VIELFALT DES KLEINEN, FEINEN TEAMS

Am Ende müssen beide, Käufer und Verkäufer, mit ihrer

Unterschrift zufrieden sein.“ Der Erfolg der Immobilienberatung

Kutschker + Partner gibt dieser Maxime recht:

Die hervorragende Betreuung ihrer Kunden und professionelle

Abwicklung des Geschäfts durch die Architektin und Maklerin

Maria Kutschker und ihrer Partnerin Marzena Malowanczyk hat

sich so schnell herum gesprochen, dass sie ständig auf der Suche

nach neuen Objekten sind. Inzwischen haben sie ihr Team auf

fünf Mitarbeiter erweitert. Alle sind Profis im Immobilienbereich

und verfügen darüber hinaus über fundierte Kenntnisse in

Betriebswirtschaft, Architektur, Rechtswissenschaften sowie mehreren

Fremdspachen. Die Kunden mit ihren unterschiedlichen

Bedürfnissen und Ansprüchen profitieren vom vielfältigen Profil

dieses eingespielten Teams. Alle haben sich zuvor mehrere Jahre

lang bei einer großen, international arbeitenden Immobilienfirma

bewährt. Die Entscheidung, selbst lieber eine kleine, aber feine

Agentur zu bleiben, fiel

bewusst. „Das schafft

Vertrauen und Transparenz.

So können wir

flexibel und schnell reagieren.

Und sind näher

an den Menschen dran!“,

erklärt Maria Kutschker.

Die vier Maklerinnen

und ihr männlicher Kollege

verbindet die Freude

an der Arbeit und besonders am Kontakt mit den Menschen.

„Das ist die beste Motivation“, betont Marzena Malowanczyk.

Weil alle um Starnberg, im Fünf-Seen-Land oder im Münchner

Süden zu Hause sind, kennen sie die Region wie auch die Bedürfnisse

ihrer Klientel – ob Single oder Familie, Privat- oder

Business-Person. Kompetenz und Leistungsstärke von Kutschker

+ Partner überzeugte auch eines der weltweit größten Bauunternehmen,

die Firma HOCHTIEF Construction AG: Der Bauträger

übergab den Verkauf seiner innovativen Wohnanlage

„Am Quell“ in Starnberg an sie. „Die erfolgreiche Betreuung

der Kunden liegt uns am Herzen“, so Maria Kutschker. „Wir

wollen wachsen, in Qualität und nicht in Quantität!“

Kaiser-Wilhelm-Str. 2

82319 Starnberg

Tel. 08151 9799770

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www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 81


SEE-LEBEN / Am Grund

Viele Kleine, keine Großen

DIE GESCHICHTE DER MUSCHELN IM STARNBERGER SEE IST DIE EINER FEINDLICHEN

ÜBERNAHME – UND VOM ENDE EINER URSPRÜNGLICHEN POPULATION

Sie lebten im Verborgenen,

waren still

und unscheinbar,

auch wenn sie schöne

Namen trugen. Dass die im

Starnberger See beheimateten

Maler- und Teichmuscheln

immer stärker in Bedrängnis

gerieten, nahm lange Zeit niemand

so richtig wahr. Vor mehr

als zehn Jahren aber erkannten

Experten, wie schlecht es den

Wassertieren ging, wie sehr

sie ums Überleben kämpfen

mussten. Diesen Kampf haben

sie letztlich verloren. „Die

Großmuscheln im Starnberger

See sind ausgestorben“, erklärt Dr. Peter Wißmath, Fischereifachberater

des Bezirks Oberbayern.

Vieles war versucht worden, um die ehemals reichen Bestände

der Maler- und Teichmuscheln zu erhalten. „Große Aktion für

kleine Tiere“ hieß ein Projekt, durch das ihr Überleben gesichert

werden sollte. Alles Erforschen ihrer geheimnisvollen Lebensumstände

und die aufwändigen Feldforschungen konnten den Prozess

jedoch nicht aufhalten. Immerhin glaubt man nun zu wissen,

wer für die Schalenfriedhöfe im See mitverantwortlich ist:

Die kleinwüchsige, ortsfremde Dreikantmuschel, auch Wanderoder

Zebramuschel genannt, soll für das Absterben der ursprünglichen

Seemuscheln verantwortlich sein. Die Dreikantmuschel

breitet sich rasend schnell aus, ist mittlerweile in bayerischen

Seen die häufigste Muschelart und zu einer richtigen Plage geworden.

Nicht zuletzt, weil sich Badegäste an ihren scharfen

Kanten verletzen können.

Ihre ursprüngliche Heimat ist das Schwarze und Kaspische

Meer. Bis etwa zum Jahr 1960 war sie in deutschen Gewässern

unbekannt. Eingeschleppt wurde sie, als man um 1950 damit

begann, Sportboote von See zu See zu transportieren. In deren

Links eine junge Teichmuschel, rechts eine junge Malermuschel,

beide besiedelt mit Dreikantmuscheln. Foto oben:

Taucher im Starnberger See bei Forschungsarbeiten.

sogenanntem Bilgewasser konnten die frei schwimmenden

Larven der Dreikantmuschel wochenlang überleben.

Während sie ein dreieckiges Gehäuse hat, ist das der Malermuschel

oval. Sie haben robuste, dicke Schalen, die durch ein

Scharniergelenk miteinander verbunden sind. Früher hat man

aus ihnen Hemdenknöpfe gemacht. Ihren Namen verdankt

sie Malern, die in ihren gewölbten Halbschalen die Farbe anrührten.

Teichmuscheln sind zwar ebenfalls oval, aber deutlich

größer. Ihr Umfang ähnelt der Form einer Handfläche. Durchscheinend

dünn sind ihre beiden Schalenhälften.

Im Juni 1995 initiierte der Bezirk Oberbayern einen Versuch,

dessen Ergebnisse zeigten: Die Kleinmuscheln töten die Großmuscheln.

Insgesamt 25 Teich- und Malermuscheln waren gezielt

im Starnberger See in dreieinhalb Metern Tiefe ausgesetzt

worden. Bereits vier Wochen später waren sie massiv von Dreikantmuscheln

befallen. Dadurch konnten sie nicht mehr richtig

atmen, sich nicht mehr richtig eingraben

und sich daher nicht mehr

richtig ernähren. Etwa ein halbes Jahr

später waren von den ursprünglich

25 ausgesetzten Muscheln nur noch

sieben auffindbar – drei lebende, vier

tote. Die anderen waren von den Wasservögeln

verschleppt worden, die sich

jeden Winter zu Tausenden in den

Uferbereichen des Starnberger Sees

einfinden. Durch den starken Befall

durch Dreikantmuscheln hatten sich

die Teich- und Malermuscheln nicht

mehr wie gewohnt, fest im Boden

verankern können.

Im Jahr 1996 wurden die Bestände

der Dreikantmuschel im Starnberger

See kartiert. 100 eigens für diese Aktion

geschulte Taucher suchten jeden vorher festgelegten Sektor

in Tiefen von bis zu 20 Metern systematisch nach den kleinen

Lebewesen ab. Dabei wurde festgestellt, dass fast das gesamte

Ostufer des Sees von der Dreikantmuschel dicht bewachsen ist.

Am Westufer und in der Seeshaupter Bucht hingegen fanden

sich vergleichsweise nur wenige Exemplare. Hier ist der Boden

überwiegend schlammig, was die Dreikantmuschel nicht liebt.

Doch nicht nur die kleinen Eindringlinge haben den Teich- und

Malermuscheln im Starnberger See das Leben schwer gemacht.

Auch akuter Nahrungsmangel soll mit ein Grund sein. Rund

200 Liter Wasser pumpt eine ausgewachsene Muschel pro Tag

durch sich hindurch. Dabei filtert sie alle für sie verwertbaren

Partikel heraus. Als in den siebziger Jahren auch am Starnberger

See die Ringkanalisation in Betrieb genommen wurde, ahnte

niemand, welch dramatische Folgen das für den Muschelbestand

haben würde. Denn durch das ringförmig um den See

angelegte Kanalnetz, in das die Abwässer der Gemeinden

eingeleitet werden, wurde auch die Nährstoffzufuhr reduziert.

Und damit war das Ende der großen Seemuscheln besiegelt.

Nina Daebel

Fotos: Thomas Mattner; Ulrich Mößlang

82 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


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INTERSPORT Thallmair in Tutzing erwartet die Kunden

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Der Erweiterungsbau verleiht den Verkaufsräumen auf

300 Quadratmetern nun ein großzügiges modernes Ambiente.

Inhaber Thomas Thallmair, der den früheren Spiel- und Haushaltswarenladen

seines Vaters zum Hot Spot für Sportler umwandelte,

ist zu Recht zufrieden mit dem neuen Ladenkonzept,

die Geschäfte laufen gut. Zum Erfolg tragen natürlich auch die

fundierte Beratung und ein guter Service bei – wie zum Beispiel

die computergestützte Fußanalyse beim Kauf eines Lauf- oder

Bergschuhs. Stammkunden profitieren darüber hinaus von einer

speziellen Kundenkarte mit Bonussystem und werden über die

zahlreichen Aktionen wie den Women’s Day oder spezielle Sonderverkäufe

vorab informiert. Die Bedürfnisse seiner Kundschaft

ständig im Blick haben und das Angebot darauf abstimmen –

ob Familie mit Kindern oder Senioren, das ist Thallmairs Erfolgsmaxime.

Die treibende Kraft dabei ist seine ganz persönliche Sportbegeisterung.

„Man muss den Sport leben, sonst kann man ihn

nicht verkaufen“, so das Credo des Firmenchefs.

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Inhalt / SeeMagazin 2010

Willkommen bei unserem Ausflug an den Ammersee! Auf den nächsten 20 Seiten gibt es viel zu erleben:

86 Der alte Park mit großer Zukunft / 92 Wespen auf dem Marmeladenbrot. Erinnerungen eines Botschafters / 94 Harry

Sternberg: Der Chronist mit der Linse / 98 Scherben bringen Glück: Der Dießener Töpfermarkt / 100 Tipps rund um den See /

102 Chaoten klingen wunderbar. Eine besondere Musikschule in Inning / 104 Sag „Ja“ in Utting!

Im Foto: Wie gemalt – die Ammersee-Segelschule in Dießen.

AMMERSEE

spezial

84 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


AMMERSEE

spezial

Der alte Park

mit großer Zukunft

Verwildert, vernachlässigt, zerstört. Lange sah es so aus, als ob die einst prächtige

Gartenanlage in Dießen nicht mehr zu retten wäre. Doch dank der Initiative

eines Förderkreises wird der Schacky-Park nach und nach zu neuem Leben erweckt.

Christine Schulz über ein großartiges Engagement für Kultur und Natur

Fotos: Anne Webert

86 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Blühende Landschaften:

Zur prächtigen Parkanlage

gehören ganz unterschiedliche

„Bilder“ – zum

Beispiel eine Obstbaumgruppe,

in der ein Imker

seine Bienenstöcke pflegt.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 87


AMMERSEE

spezial

W arum hat man ihm das angetan?!

Ausgerechnet Apollo Lykeios, der

Gott der Heilung und Beschützer des Viehs, mutwillig zerstört

und in Trümmern. Von der einstigen Schönheit des göttlichen

Mannes blieb kaum etwas übrig, und so stehen heute nur noch

seine Füße auf ihrem Podest. Zwei nackte Eisenarmierungen

lassen die Beine erahnen. Der Torso darüber ist gleichfalls verloren.

Ein Knie fand man vor kurzem unter Reisig und Geröll

im Wasserbecken eines Brunnens. Aphrodite ist völlig verschwunden,

ebenso Diana, die Göttin der Jagd, wie so viele weitere

Statuen, Vasen, Balustradenteile und Zierrat aus Marmor,

Metall, Beton oder Stein. Anne Webert bleibt trotzdem optimistisch.

Sie ist Mitglied und Sprecherin des Förderkreises Schacky-

Park in Dießen und führt uns durch den unteren Teil des 18

Hektar großen, völlig verwilderten Geländes, das mal der Prestige-Garten

des Münchner Freiherrn von Schacky auf Schönfeld

war. Diplomatisch meint sie: „Vielleicht hat ja jemand die Statuen

in Obhut genommen …“, und fährt zuversichtlich fort:

„Die Dinge kommen zurück!“

Sie meint, so wie die zwölf verschollenen Metall-Kandelaber. Die

schmiedeeisernen Blütenzweige trugen die Lampen, die einst das

Apfelspalier oberhalb der Villa Diana illuminierten. Einer dieser

Stängel mit den fein ziselierten Blättern tauchte plötzlich wieder

auf. Jemand hatte ihn nachts an den Zaun gelehnt, die anderen

elf folgten, allesamt unversehrt. Seit die Dießener wissen, dass der

Park am südlichen Ortseingang wieder hergerichtet wird, schaut

manch einer aufmerksamer in seinen Garten. Ob da vielleicht…?

Seit nunmehr schon fünf Jahren wird im unteren Teil des Geländes

an der Weilheimer Straße in Dießen von freiwilligen Helfern

mit ebenso viel Mühe wie Behutsamkeit und Fachwissen aufgeräumt

und dabei manch Vermisstes und viel Überraschendes

freigelegt. Diese Arbeiten in Gang gesetzt hat der Förderkreis,

dem neben Anne Webert auch ein Geologe und eine Landschaftsarchitektin,

ein Archäologe, ein Baumexperte, ein Gartenbauingenieur,

ein Bau- und ein Architekturhistoriker, ein Steinrestaurator

und weitere Experten angehören, darunter renommierte

Professoren, aber auch engagierte Laien. Als sich die Initiative

2005 gründete, um den jahrzehntelang hermetisch abgeriegelten

Schacky-Park zu retten und zu einem besonderen „Feier-Ort“

für die Dorfbewohner zu verwandeln, waren nicht alle Dießener

unbedingt begeistert. Mancher meinte: Wozu der Aufwand?

Wir haben doch den See.

Inzwischen wächst die Begeisterung. Jugendgruppen und Vereine

packen mit an, an den Wochenenden wird gewerkelt und geschafft.

Die Belohnung waren wunderschöne Feste, und der Ausflug

in den Park ist inzwischen ein beliebtes Freizeitvergnügen.

Ostern gehen die Kinder hier Eier suchen, im Sommer wird gebadet

und Bötchen gefahren, im einstigen Entenhaus gibt es dann

und wann Kaffee und Kuchen und in diesem Jahr soll auch das

Teehaus wieder zur Einkehr einladen. Im Winter treffen sich Jung

und Alt zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen auf dem

zugefrorenen und jetzt wieder intakten Badesee. Zu sehen gibt es

immer genug, zu erleben auch. Früher stiegen die Dießener heimlich

über den Zaun des verbotenen Gartens. Heimelige Winkel

für Liebespärchen gibt es nach wie vor genug, aber das Gartentor

steht jetzt ganz offiziell jedem offen.

Warum bloß ließ man diese Pracht so lange verwildern? Die Antwort

erschließt sich durch einen Blick in die Geschichte des Schacky-

Areals: Am Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten die Münchner

ihre Lust auf Landpartien. Während es viele Wohlhabende zum

Villenbau an den Starnberger See zog, fand Ludwig Freiherr von

Schacky auf Schönfeld, seines Zeichens Kämmerer des bayerischen

Königs und Oberstleutnant a.D., besonderen Gefallen am Ammersee.

Das Gelände oberhalb der Weilheimer Straße in Dießen

bestand damals aus Wiesen. 1903 begann Ludwig von Schacky,

Parzelle für Parzelle aufzukaufen, bis sein Grund rund 18 Hektar

umfasste. Vom ehemaligen Bürgermeister hatte er schon die

sechs Jahre zuvor erbaute „Villa Diana“ im nordwestlichen Eck

seiner neuen Ländereien erworben. Dann ließ der Freiherr einen

Park anlegen. Ob er dabei ein durchgestaltetes Ganzes im Sinn

hatte, weiß man nicht. Jedenfalls wurden keine Pläne gefunden.

Bekannt ist aber, dass ihm der Dießener Gärtner Ludwig Wörlein,

Vorfahre der heutigen Baumschulbesitzer, mit Rat und Tat

zur Seite stand. Ein sieben Kilometer langes Wegenetz schlängelte

sich durch die Parkanlage, und am unteren Ende ließ Ludwig von

88 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Romantische Winkel für

Verliebte, verwunschene

Weiher und Wege: Der

Schacky-Park bezaubert

zu jeder Jahreszeit.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 89


AMMERSEE

spezial

Schacky den Ausguck „Neugierde“ errichten, eine Balustrade mit

einem Neptun-Brunnen. Von hier aus konnte man sehen, wenn

sich eine Kutsche auf der Weilheimer Straße näherte. Ein Wegkreuz

mit Treppe, unterbrochen von zwei Rondellen, in denen

Brunnen stehen, führte von der Promenade auf eine Anhöhe.

Die obere Ebene hätte sich als Standort für eine Villa angeboten,

mit freiem Blick über den See hinüber nach Andechs. Mitten im

Gelände wurde sogar ein Badeweiher mit Bootshaus angelegt, der

sich aus Flecht- und Nonnengraben speiste und über eine Kaskade

entwässert wurde. Den Weg dorthin schmückte auf einem

Hügel das Prunkstück, ein Monopteros. Ein japanisches Teehaus

(samt Keller fürs Bier) folgte im Süden. Die zahlreichen Brunnen

wurden von einer Wasserleitung gespeist, und der ganze Park

elektrisch beleuchtet. Der Baron war ein moderner Mann, der die

Künste und Italien liebte. So kamen auch die Götter an den Ammersee:

Apollo ließ er getreu seines Vorbilds in den Uffizien von

Florenz im damals neuen Baustoff Beton gießen, die Aphrodite

glich der auf dem Kapitol in Rom, der Fluss-Gott im Neptun-

Brunnen wurde nach antiker Vorlage aus Marmor gemeißelt wie

auch ein kleiner Amor.

Der Zahn der Zeit hat an den Kunstwerken im Park genagt und

dazu noch die Zerstörung von Menschenhand. Der Freiherr

war 1913, drei Jahre nach seiner Gattin Julia,

gestorben. Ein Mausoleum auf dem Friedhof

St. Johann erinnert an sie. Kinder hatten

die beiden keine, so ging der Landsitz in die

Stiftung eines Neffen über. 1922 wurde der

Park an den als „Bauerndoktor“ bekannten

bayerischen Agrarpolitiker und Gründer der

katholischen Bauernbewegung Georg Heim

verkauft. Der nutzte ihn als Jagdrevier. Vermutlich

ließ er den Ententeich und das Entenhaus bauen, musste

aber – wohl nicht ganz freiwillig – das Gelände 1933 veräußern.

Jedenfalls ging es in diesem Jahr in die Hände des Klosters der

Barmherzigen Schwestern vom Orden des Heiligen Vinzenz von

Paul in Augsburg über, das in Dießen ein Gut unterhielt. Der

Schacky-Park wurde einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt.

Jetzt war hier auch das Vieh zuhause. Damit die Kühe

nicht über Hindernisse im Gelände stürzten, wurde mancher

Randstein, manche Vase, ja, vielleicht auch Apollo entsorgt.

So kam eins zum anderen, und der Park verfiel. Immerhin widerstanden

die Nonnen in der Nazi-Zeit dem Ansinnen einer Rüstungsfirma,

Grund und Boden zum Bau einer Munitionsfabrik

zu verkaufen. Dabei hatten sie es nicht leicht, das ansteigende

Gelände nutzbringend zu bewirtschaften. Der Förderverein,

der auch die Historie des Parks erforscht, schließt nicht aus,

dass die Barmherzigen Schwestern den ein oder anderen säkularen

Helfer mit Schmuckstücken aus dem Park entlohnten.

Im Handbuch des Vereins von 2008 heißt es nüchtern, man

habe „den Park dann in den 70er- und 80er-Jahren, bevor er

hermetisch abgeriegelt wurde, als eine Art Selbstbedienungsladen“

angesehen. Dieses Handbuch dient dem Zweck, Geschichte

und Status quo festzuhalten. Und es soll Perspektiven

aufzeigen, denn der Schacky-Park gilt mittlerweile deutschlandweit

als einzigartiges Projekt in Sachen Denkmal- und Naturschutz.

1992 wurde das gesamte Gelände in die Denkmalliste

aufgenommen, Experten halten ihn zudem für einen

der außergewöhnlichsten Landschaftsparks.

2003 pachtete die Gemeinde den südlichen Teil von den Nonnen,

die obere Hälfte nutzt seit 2004 der Reit- und Fahrverein.

Ein Jahr später begann der Förderkreis mit seiner Arbeit und

erweckte den Park zu neuem Leben, Meter für Meter, wobei noch

niemand weiß, was letztlich daraus entstehen wird. Denn so sehr

der Anblick zerborstener oder verwitterter Skulpturen auch betrübt,

dem morbiden Charme des Zerfalls kann man sich nicht

entziehen, der Park ist ein verwunschener Dornröschen-Garten.

Wer auf der Promenade schlendert, sieht sie ganz deutlich, die

Das Prunkstück: Auf einem Hügel

thront der Monopteros

Ein verwunschener Dornröschen-Garten mit frisch erblühten

Leben und dem morbiden Charme des Zerfalls.

90 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


CONVENDO

A K A D E M I E

feinen Damen der Jahrhundertwende, wie sie ihre weiten

Röcke raffen, um nicht auf die berüschten Säume zu treten.

Und diese romantische Wildnis, zu der sich einst wohl

geordnete Baumgruppen, Rondelle, Spaliere und Rabatten

verwandelt haben: Übermannsdicke Stämme von Baumriesen

ragen bis zu 20 Meter in den Himmel, gewaltige Thujen,

Eichen und Fichten, sogar ein nordamerikanischer

Tulpenbaum und eine Trauerbuche bezaubern die Szenerie.

Der Park ist eine Fundgrube für Botaniker und Biologen.

Im Obstspalier nahmen Wissenschaftler schon die Gendaten

alter Apfelsorten auf. Rehe, Eichhörnchen, Füchse,

Frösche und Kröten sind hier zu Hause, insgesamt ein

wundervolles Biotop, das es zu schützen gilt.

Ein Kulturdenkmal behutsam wiederherzustellen und die

skeptische Bevölkerung mit ins Boot zu holen, diesen Spagat

hat der Förderkreis geschafft. Immer mehr Menschen

packen mit an oder unterstützen die Arbeit mit Spenden.

Weit schwieriger ist die zweite große Frage: Wie schafft

man einen befriedigenden Ausgleich zwischen Denkmalschutz

und Natur, die im Park über dem Ammersee darum

kämpft, ihre Rechte zu verteidigen und nach ihrer

Vorstellung zu überleben. In geordnetem Zwang zwar,

aber immerhin überleben. Auch das ist ein Stück Kultur.

Und Apollo? Auf den Fragmenten seines Sockels hängt

ein Zettel, darauf steht: „Hier stehen die kümmerlichen

Reste des Apollo und warten sehnsüchtig auf den Sponsor

einer neuen Statue.“

Weitere Informationen unter www.schacky-park.de

Parkführungen jeden 2. Samstag im Monat um 15 Uhr.


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Qualität ist uns wichtig, deshalb sind wir DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert.

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AMMERSEE

spezial

Das alte Holzboot

und die

Wespen auf dem

Marmeladenbrot

DER DEUTSCHE BOTSCHAFTER PETER LINDER

IST AM AMMERSEE AUFGEWACHSEN. OB

LATEINAMERIKA, AFRIKA ODER ASIEN – NACH

BUCH KEHRT ER IMMER WIEDER ZURÜCK

Guatemala City wurde auf den

Ruinen der Maya-Siedlung

Kaminaljuyu erbaut. In der

Millionen-Metropole befindet

sich auch die Deutsche Botschaft.

Foto rechte Seite oben:

Mit Musik fühlt sich Botschafter

Peter Linder überall daheim.

Gut 9600 Kilometer Luftlinie trennen den Ammersee von

Guatemala City. Manchmal, meistens sonntags, erklingen

in der Botschaftsresidenz des zentralamerikanischen

Landes im Süden der Halbinsel Yucatán ganz besondere Töne:

Oberbayerische Volksmusik statt música latina. Das liegt an

Peter Linder, 59, seit 2007 „unser Mann“ in Guatemala. Die

heimischen Klänge nimmt der Diplomat immer mit – ob nach

Nigeria, auf die Philippinen, Bolivien oder Venezuela. Geboren

ist er in München und aufgewachsen in Buch am Ammersee, wohin

es ihn und seine Familie immer wieder zurückzieht. Wir

fragten ihn nach seiner persönlichen Beziehung zum Ammersee:

„Ich bin in München geboren, aber meine Familie lebte in Buch

am Ammersee und zwar drei Generationen unter einem Dach:

meine Großeltern, die Eltern und drei Söhne. Ich habe dort

meine ersten Lebensjahre verbracht und bin auch in Buch eingeschult

worden. An meinen ersten Schultag in der Zwergschule

erinnere ich mich sehr gut. Es gab zwei Klassenzimmer und zwei

Lehrer, einer war der Rektor. Besonders aufregend war für uns,

dass zwei oder drei Mal im Jahr Zirkuskinder in unsere Klasse

kamen. Sie waren morgens in der Schule und am Nachmittag

traten sie im kleinen Familienzirkus auf. Damals hätte jeder von

uns sofort mit den Zirkuskindern getauscht!

Zwei Jahre bin ich dort zur Schule gegangen, dann zogen wir

nach Augsburg. Aber jedes Wochenende

ging’s zurück an den Ammersee. Das

war ganz selbstverständlich, vor allem

im Sommer. Dort waren unsere Freunde,

insgesamt rund zehn Kinder, eine richtige

Bande. Da wurde einiges angestellt, aber

auch viel gelernt, denn das bringt das

Leben am See und im Wald so mit sich.

Schon früh konnten wir einen Baum

fällen oder Dachziegel am Schuppen

auswechseln, wir halfen beim Reparieren

des Bootsstegs und flickten den Zaun.

Und wir waren große Zündler, konnten

prächtige Feuerpyramiden bauen. Pfeil

und Bogen gehörten auch zu unserer

Grundausstattung. Wir haben aus Weidenschösslingen

Pfeifen geschnitzt und

gelernt, Vogelstimmen zu imitieren.

Wasserratten? Ja klar! Manchen Segler,

der gekentert war, haben wir als Zwölfoder

Dreizehnjährige aus dem Wasser

gezogen. Dass uns so etwas mit unserem

alten Holzboot samt kleinem Segel

nicht passieren könnte, war auch klar.

Unseren Eltern allerdings nicht… Jeden

Abend gingen wir zusammen ins Dorf

nach Buch und holten frische Milch vom

Bauern. Da wurde viel erzählt, Sprüche

geklopft. Auf dem Rückweg ging’s meistens

kurz auf den Bucher Dampfersteg,

unserem Jugendtreff. Später fanden wir

den Campingplatz mit den Urlauberinnen

auch ziemlich interessant.

Während des Studiums war ich nicht

mehr so regelmäßig am Ammersee. Mein

Beruf führte mich dann gleich für lange

Zeit ins Ausland, meist nach Afrika oder

Lateinamerika. Im Urlaub bin ich mit

Fotos: hemis/laif; privat

92 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


meiner Familie aber wieder an den

Ammersee zurückgekommen. Auch

unsere Kinder, die im Ausland aufgewachsen

sind, haben hier im Haus

der Großeltern ihre deutsche Heimat

gefunden. Und wenn ich es mir recht

überlege, dann haben sie genau die

gleichen Dinge gemacht wie wir eine Generation früher.

Das Leben am See … Da kommen gleich die Erinnerungsbilder

an einen großen Tisch und daran drei Generationen. Und an

Freunde. Die Familie, der Gedankenaustausch mit den Nachbarn,

die Stunde auf dem Steg am Spätnachmittag, manchmal

mit der Gitarre, die Abendstimmung, die Jahreszeiten, insbesondere

die Herbstfarben in der Bucht …

Heimweh habe ich nicht. Ich habe mir angewöhnt, dort daheim

zu sein, wo ich lebe, wo meine Bücher und meine Musik sind.

In den Telefonaten mit meinen Eltern am Ammersee erfahre ich:

Trotz aller Veränderungen ist vieles gleich oder wenigstens ähnlich

geblieben, die Stimmung am See, das Wetter, die Schlüsselblumen

im Frühjahr und die Wespen auf dem Marmeladenbrot

beim Frühstück auf der Terrasse, diese intensiven Herbstfarben.

Ein wenig heile Welt. Die Gegend um die fünf Seen ist einfach

besonders lieblich, die Hügellandschaft, vor allem diese gute

Balance zwischen Besiedlung und viel Natur. Und natürlich

auch das Wasser, das prägt die Region. Alles ist so beruhigend,

beschwichtigend, ein gutes Gefühl.

Im Ausland ist man als Bayer

irgendwie sofort bekannt, weil sich

die Menschen etwas ganz Bestimmtes

darunter vorstellen. Zuallererst

wird man mit dem Oktoberfest

in Verbindung gebracht. Es gibt

aber auch viele Stimmen, die den

Süden unseres Landes als schönsten, liebens- und lebenswertesten

Teil Deutschlands beschreiben. Dem widerspreche ich

natürlich nicht.

Was mir fehlt? Gelegentlich ist es ein dunkles Brot vom Dorfbäcker

oder die Melodie des Dialekts. Wenn ich wieder an

den Ammersee komme, mache ich zuerst einen Rundgang im

Garten und in der Nachbarschaft. Auch kleine Veränderungen,

wenn zum Beispiel ein Baum fehlt, fallen mir sofort auf. Selbst

in der Nacht stolpere ich im Wald nicht über Wurzeln, die

ich noch aus meiner Kindheit kenne. Erstaunlich, der gleiche

Baum, die gleiche Wurzel, einfach 50 Jahre später. Veränderungen

empfinde ist nicht automatisch als unangenehm.

Vieles hat sich ja auch verbessert oder ist bequemer geworden.

Allerdings frage ich mich schon, was mein Großvater 1950

wohl dazu gesagt hätte, wenn man ihn von einer Autobahnausfahrt

in Inning erzählt hätte. Er war damals etwa so alt wie

ich es heute bin. Was werden meine Nachkommen wohl in 50,

60 Jahren an Lebensumständen dort antreffen? Gott sei Dank

habe ich keine Antworten darauf.“

HAMAM EL SAMADHI

Wohlbefi nden zum Verschenken

Advertorial

Zur Ruhe kommen, sich eine Auszeit gönnen und

etwas Gutes tun – dafür ist das neue Hamam

in Schondorf ein wunderbarer Platz. Im Orient

dienen die geschmückten Bade- und Ruhestätten den

Reisenden schon seit Jahrhunderten als Erholungsort,

um sich zu reinigen, zu regenerieren und um neue

Kräfte zu sammeln. So sieht Rosemarie Haberl auch ihr

Hamam, das erst im November 2009 eröffnet wurde.

Und die entspannte Ausstrahlung ihrer Gäste beweist,

dass dieses alte Wohlfühl-Ritual auch heute wertvoll ist.

Umhüllt mit einem leichten Baumwolltuch, können die

angenehmen Temperaturen um 40 Grad Wärme und

der wohltuende Dampf langsam wirken, die Muskeln

sich lockern und der Körper entschlackt. Das Ambiente

im 100-qm-Refugium mit dem großen Marmor-Nabelstein

als Zentrum, zwei Massage-Räumen und der Ruhezone

ist hell und überall auf Entspannung ausgerichtet. Wer zum

ersten Mal kommt, erhält eine Einführung in die Badekultur.

Unser Tipp: Verschenken Sie Wohlbefinden – ob als Besuch im

Hamam oder mit Extrabehandlungen wie Peeling, Seifenschaum,

Aromaölmassage, Hot Stone, Dorn-Methode, Breuss-Massage,

Ohrkerzen mit Lymphdrainage oder einer feinen Fußmassage.

El Samadhi bedeutet übrigens „zur Ruhe kommen“ und ist ein

Geschenk für Körper und Seele.

Hamam El Samadhi

Rosemarie Haberl

Wiesenweg 15, 86938 Schondorf

Tel. 08192 9970983,

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(Termine nur nach Absprache oder Vereinbarung)

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Wenn sich etwas

verändert, schaut

einer genauer hin

als die anderen

94 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


AMMERSEE

spezial

Der Chronist mit der Linse

VON BERUF IST HARRY STERNBERG EIGENTLICH INGENIEUR, AUS PASSION EIN GANZ BESONDERER

FOTOGRAF: MIT GROSSER LEIDENSCHAFT BANNT ER DIE DORF- UND MENSCHENGESCHICHTEN AM

AMMERSEE IN EINDRUCKSVOLLE BILDER

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat die Anni Braun in

Holzhausen auch am Sonntagvormittag in ihrem Laden

hinter der Theke gestanden und verkauft, was es in so

einem Viktualien- und Gemischtwarengeschäft halt alles gibt:

Waschmittel und Wurst, Schokolade und Schuhcreme, Kaffee

und Klopapier. Und wenn einer am Nachmittag merkte, dass die

Sahne zum Kuchen fehlte, nun, dann konnte er sich auf die Anni

verlassen. So etwas kennen wir höchstens aus dem Urlaub in Italien.

Irgendwann hat die Anni dann nur noch unter der Woche

vormittags aufgesperrt – und schließlich vollends vor den Spars,

Edekas und Tengelmännern in den größeren Dörfern kapituliert

und ihre Ladentür für immer verschlossen. Damit verschwand in

dem 320-Seelen-Ortsteil von Utting eine Institution. Wenn so

etwas geschieht, guckt einer genauer hin als die anderen: Harry

Sternberg. Er wohnt drüben im Hauptort Utting, ist auch dort

„nur“ ein Zugereister. Trotzdem ist er bei jeder Veränderung der

erste, der denkt: Wie wird das die Leute und ihr Leben in Holzhausen

verändern?

Vor 15 Jahren begann der ambitionierte Amateur-Fotograf,

Menschen vom und Momente am Ammersee mit der Kamera

festzuhalten. Er begleitete eine Fischerin im Morgengrauen zur

Arbeit, hat den letzten Uttinger Bahnhofsvorsteher porträtiert

und schließlich einen ganzen Sommer lang den Alltag der Bewohner

seines Lieblingsdorfes als Lichtbildner verfolgt. Aus

diesem „Sommer in Holzhausen“ entstand 2002 ein anrührendes

Buch, das schnell vergriffen war. Die Dörfler haben Harry

Sternberg dafür Hinreißendes über sich und ihr Leben erzählt.

Und weil auf jeden Sommer ein Herbst folgt und schließlich

ein Winter, hat Sternberg sich vorgenommen, die fotografische

Chronik weiterzuführen, um zu zeigen: Was war und was wird?

Warum gerade Holzhausen? Für den 57-Jährigen ist es ein

„ganz besonderes Dorf“, von deren Art es für ihn rings um den

Ammersee kein zweites gibt. Aufgewachsen ist der Ingenieur

der Versorgungstechnik in einem niederbayerischen Weiler,

der nur aus drei Bauernhöfen bestand. Seine Eltern waren dort

– bald mit vier Kindern – als Flüchtlinge auf engstem Raum

einquartiert. Weil sie alle mit anpackten, gehörten die anfänglichen

Zwangsgäste bald dazu. Man hat miteinander gearbeitet,

gefeiert, gelebt. So wie die Leute von Holzhausen, wo Sternberg

inzwischen beinahe jede Tür offen steht.

Als er erstmals mit der Kamera anrückte, wunderten sich die

Holzhausener noch: „Was will denn der?“ Schließlich hielten sie

sich für nichts Besonderes. Doch dann staunten sie und waren

wohl auch ein bisschen stolz, dass sich ein „Fremder“, begleitet

von Wolf-Dietrich Lüps, dem rührigen Vorsitzenden des Vereins

„Unser Dorf“, für sie und ihr ganz normales Leben interessierte.

Vielleicht, meint Sternberg, muss erst einer von außen kommen,

damit man erkennt, dass auch das eigene, so gewöhnlich er-

Zarte Szenen eines Sommers: Die Bäuerin Sophie Wilhelm, das

Ortsschild und die Begegnung der Schauspieler Dagmar Herforth

und Florian Münzer aus Holzhausen auf der Seebühne Utting.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 95


AMMERSEE

spezial

Schöne Erinnerung: Annis Laden

war Dorf-Lebensmitte (auf den

Foto oben Maria Perchtold und

Anni Braun). Der junge Musikant

mit der großen Quetschn war

Jakob Wilhelm. Und jeden

Sommerabend gab’s denselben

Heimweg für Mensch und Tier.

scheinende Leben besondere Geschichten erzählt. Am Ende hat

das ganze Dorf an einem Stück Historie mitgeschrieben.

Auf die Idee der fotografi schen Bestandsaufnahme, die er als

Chronik fortschreiben will, kam Sternberg bei einem Spaziergang.

Da saßen drei alte Leute auf der Bank vor dem Kircherl.

Der Bertl Wilhelm, seine Schwester Sophie und die Perchtold

Maria haben geratscht, und Sternberg hat sich dazu gesellt.

Damals hat die Sophie noch beglückt erzählt, dass sich bei ihr

jeden Morgen um sieben die Kinder des Dorfes treffen, um mit

ihr Karten zu spielen, bis der Schulbus kommt. Vorbei. Die drei

Alten gibt es nicht mehr. Der letzte verließ die Welt vor wenigen

Monaten. Im Dorfzentrum lässt eine Hauswand ahnen, wo man

sich früher begegnet ist: Dort, wo der Briefkasten, noch immer

das Schild für den öffentlichen Fernsprecher und der Feuermelder

hängen und der Bus auf die immer weniger werdenden Fahrgäste

wartet. Was den Alten damals schon auffiel: Begegnungen

einfach so auf der Straße werden immer seltener, seitdem jeder

mit dem eigenen Auto unterwegs und ständig in Eile ist. Aber

ein Foto zeigt noch, wie der Bauer Martin Wilhelm extra vom

Traktor stieg, um mit den Dorfmädchen zu ratschen. Doch verloren

ist längst nicht alles. „Den Stammtisch im Sonnenhof zum

Beispiel gibt es noch“, erzählt Sternberg. Anlässe, sich zu treffen,

finden sich weiterhin: Wenn ein Schwein geschlachtet wird bei

den Wilhelms, kommt der Schützenverein zum Schlachtschüssel-

Essen. Und im Januar hat der Papperger Jakl, der Zimmerer, seine

Werkstatt ausgeräumt. Dort konnte sich dann das ganze Dorf

zum Auftritt der Burschen vom Oberammergauer „Kofelgschroa“

(Berggeschrei) treffen. Den Alten war diese Version bayerischer

Volksmusik, den die Blechbläser und der junge Mann an der

Ziehharmonika da aufspielten, eigentlich viel zu modern. Doch

am Ende haben sie sich köstlich amüsiert und alle, von 15 bis 75,

waren auf den Beinen. Da hatte Sternberg seine Kamera leider

nicht dabei, doch der letzte Anreiz, sein Fotoprojekt endlich fortzusetzen,

war das Fest allemal. Eines bedauert Harry Sternberg

heute zutiefst: Dass er es versäumt hat, sein eigenes Dorf Utting

ebenso fotografi sch aufzuzeichnen – auch, um zu zeigen, wie

schnell ein Lebensraum, den man nicht genug achtet, an Schönheit

verliert. Dabei denkt er wehmütig an die Bahnhofsstraße,

weil dort so manch einst schönes Haus zur Ruine verkommt oder

es den Erich Metzger nicht mehr gibt. Der war ein „Kümmerer“,

und hat, bis die Bahn ihn nicht mehr brauchte, als Stationsvorsteher

nicht nur die Weichen geschmiert, sondern auch die Blumen

gepflegt. Froh ist Harry Sternberg, dass er wenigstens ihn

fotografiert hat – ein Original, das endlos erzählen konnte aus

und über Utting. Einer, der vieles wusste, was jetzt keiner mehr

weiß, und der auch deshalb fehlt.

Christine Schulz

Fotos: Harry Sternberg

96 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Im Dorfzentrum lässt eine Hauswand ahnen,

wo man sich früher begegnet ist

Auf Samtpfoten und mit Adlerauge – so beschreibt

Harry Sternberg (rechts) seine Arbeitsweise als Fotograf. Die

Kamera nennt er sein Skizzenbuch. Im Bild oben eine Hauswand

in der Dorfmitte und links der Bootssteg in Holzhausen.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 97


AMMERSEE

spezial

Scherben bringen Glück

DER DIESSENER TÖPFERMARKT IST WEIT ÜBER DEUTSCHLAND HINAUS BEKANNT. DIE GESCHICHTE DER

BLAU-WEISSEN FAYENCEN VOM AMMERSEE KOMMT ERST NACH UND NACH ANS TAGESLICHT

Es gibt kaum Platz, aber dafür ein unglaubliches Gewusel.

Egal, für ambitionierte Keramiker gilt die Einladung zum

Dießener Töpfermarkt als Ritterschlag, und um einen der

150 Ausstellerplätze zu ergattern, rangeln Europas beste Töpfer

jedes Jahr aufs Neue. Für Kenner ist dieses Ereignis zwischen

Christi Himmelfahrt und dem folgenden Sonntag mit zehntausenden

Besuchern beinahe so wichtig wie die Frankfurter Messe.

Und der begehrte Dießener Preis für den besten Keramiker gilt

als Oscar der Branche. Was jedoch die wenigsten wissen: Nach

dem neuesten Wissensstand war Dießen der erste Ort nördlich

der Alpen, an dem Töpfer die sogenannten Fayencen, weiße

Irdenware mit Zinnglasur, produzierten.

Im Mittelalter war die Marktgemeinde berühmt für ihr „plab

und weiß Geschirr“. Teller, Töpfe, Krüge und Kannen, verziert

mit Vögeln, stilisierten Granatäpfeln, Spiralen und häufig

auch christlichen Symbolen, wurden von Dießen aus entlang der

wichtigen Nord-Süd-Handelsstraße gehandelt. Irgendwann aber

hörte – keiner weiß genau warum –

die Fayence-Produktion auf. Die Entdeckung,

dass es sie hier überhaupt

gab, ist einem Zufall zu verdanken,

und die Erkenntnis, dass kostbare

Gefäße, die in Museen lagern und

anderen Standorten zugeordnet

wurden, tatsächlich vom Ammersee

stammen, ist erst wenige Jahre alt.

Die Entdeckung

Eigentlich wollte Ernst Lösche, bis

zu seinem Tod im April diesen Jahres

einer der renommiertesten Keramiker

Deutschlands, im Frühjahr 1962

in seinem Garten in Dießen, Am

Kirchsteig 19, nur ein Apfelbäumchen

pflanzen. Dabei machte er jedoch einen

erstaunlichen Fund. „Mit einem

Spatenstich kam die Geschichte auf

mich zu!“, erinnerte sich der 87-Jährige

und weiter: „Schon mein Vater hatte

sich in den dreißiger Jahren geärgert,

dass er auf unserem Grundstück ständig auf Scherben stieß…“

Die Familie wusste, dass ihr Grund vor Jahrhunderten mal eine

Töpferei beherbergt hatte. Das verriet schon der Hausname ihres

Anwesens „Söldengütl-Hafner“. Ein „Söldengütl“ war Land, das

die Dießener Grafen und später das Augustiner-Chorherren-

Stift gegen Sold verpachteten. Den Lebensunterhalt hatten sich

die einstigen Vorbesitzer offensichtlich durch die Hafnerei, das

Töpfern, verdient. Als Karl Lösche, seines Zeichens Professor

für Bildhauerei und Keramik an der Münchner Kunstakademie,

das „Gütl“ um 1930 erwarb, musste Sohn Ernst beim Sieben

der Gartenerde fleißig Scherben klauben. Doch was er später

beim Obstbaumpflanzen in den Händen hielt, war kein Relikt

herkömmlicher Töpferei. Die Scherbe sah aus wie blau-weiße

Fayence! Mit Fayencen ahmten die Hafner im Mittelalter das

kostbare chinesische Porzellan nach, das Marco Polo Anfang

des 14. Jahrhunderts nach Europa gebracht hatte. Das war unermesslich

teuer, und es selbst zu produzieren, gelang in Europa

erst 400 Jahre später.

Ernst Lösche grub behutsam weiter

und hob einen ganzen Scherbenhaufen

aus, Bruchstücke, die sich zu Krügen

und Schalen zusammensetzen ließen.

Nun gab es keinen Zweifel mehr: Dies

war zerschlagenes Geschirr, Abfälle von

missratenem „plab und weiß“! „Noch

am selben Tag begann ich zu forschen“,

erinnerte sich Lösche. Er bat den Pfarrer

um Einsicht in alte Kirchenbücher,

suchte in Archiven nach historischen

Aufzeichnungen und begann dann,

Fayencen nach den entdeckten Mustern

herzustellen.

Im Lösche-Haus stapeln sich nicht nur

dicke Ordner mit historischen Akten.

Als 1979 die Häuser am Kirchsteig an

die Kanalisation angeschlossen wurden,

holten der Töpfer und sein Sohn

Wolfgang tonnenweise Scherben aus

dem Erdreich. Die wurden gewaschen,

gewogen und sortiert, und so ließen sich

Fotos: Beate Bentele

98 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


zahlreiche Typen von Krügen und Kacheln, Tassen und

Vasen identifi zieren. Wolfgang Lösche, heute 53, studierte

Volkskunde und Archäologie und kniete sich noch

tiefer in das Thema hinein. 1983 schrieb er seine Magisterarbeit

über die „Dießener Fayencen“. Er wühlte sich

durch Augsburger Bistumsarchive, Steuerkataster und

das Bayerische Staatsarchiv, war zur Stelle, als in München

am Marienhof gegraben wurde. Auch dort wurden

Bruchstücke gefunden, die identisch waren mit den Dießener

Funden. Schließlich stieß er auf ein Schriftstück,

das keinen Zweifel mehr ließ: Der bayerische Topograph

Michael Wening hatte Lösches Heimatort, den oder die

„Marck Diessen“ in einem Schreiben von 1701 so charakterisiert:

„Man macht auch diß Orths vil schönes weißes

Hafner-Gschirr, so weit und brait verhandelt wird.“ Er

schaffte es schließlich, acht Werkstätten mit bis zu 50

Töpfern im 17. und 18. Jahrhundert in und um Dießen

zu verifi zieren. Bei Bauarbeiten am einstigen Standort

der früheren gotischen Kirche entdeckte man schließlich

1985 bunt glasierte Dachziegel des einstigen Turms. Eine

Untersuchung der Zinnglasur der weißgrundigen Ziegel

ergab, dass diese bereits im 15. Jahrhundert als Fayencen

hergestellt worden waren. „Hier gab es reiche kalkhaltige

Tongruben, das Material war nicht braun wie Terrakotta,

sondern hell und weiß“, erklärt der Wissenschaftler.

Die Denkmalschutzbehörden interessierten sich schließlich

für die Forschungsarbeit und bald schon musste in

K O C H + K O C H

Garten- und LandschaftsArchitekten

Bund deutscher LandschaftsArchitekten BDLA

International Federation of Landscape Architects IFLA

www.GARTENVISIONEN.de

Im Mittelalter war die

Gemeinde bekannt für ihr

„plab und weiß“

Dießen jeder Bauherr, der eine Grube ausheben ließ, den

Archäologen Zugang gewähren. Nicht jeder war und ist

davon begeistert, „obwohl wir nie einen Bau verzögert

haben“, beteuert Wolfgang Lösche. Immer wieder gibt

es neue, spannende Erkenntnisse. So wurde ein bislang

als „Creussener Fayence“ bezeichneter Krug, der im

Bayreuther Stadtmuseum steht, eindeutig als Dießener

Ware identifi ziert. Der „fränkische“ Krug wurde nachweislich

in der Hafnerei Rauch-Erntl, also auf dem heutigen

Lösche-Grund, um das Jahr 1690 herum produziert.

Ebenso aus Dießen stammt ein Gefäß, das die Leidenswerkzeuge

Christi zeigt und heute im Weilheimer Stadtmuseum

steht. 2008 hat die Gemeinde Dießen einen

wertvollen „plab-weißen“ Krug aus dem Jahr 1684 bei

einer Münchner Auktion für 18 500 Euro ersteigert.

Dass der Granatapfelbaum auf ihrem Grund mit den

wertvollen Töpferei-Abfällen so reiche Früchte trägt,

freut Familie Lösche. Vielleicht bringen sie ja wirklich

Glück, die Scherben.


Im Keramik-Museum in Dießen, Am Kirchsteig 19, finden Sie

ausgesuchte Exponate aus der Geschichte der Töpferei und

der Fayence-Funde in der Marktgemeinde. Es ist an den vier

Töpfermarkttagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Außerdem gibt

es Führungen durch Museum, Park und Werkstatt auf Anfrage

unter Telefon 088 07 18 77. Im Pavillon am See findet der Besucher

die Arbeiten einheimischer Künstler in einer ständigen

Verkaufsausstellung. www.diessener-kunst.de

GARTENARCHITEKTUR

im 5-Seen-Land

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 99


AMMERSEE

spezial

Heinis Seebären-Schule

Deutschlands älteste private Binnen-

Segelschule liegt malerisch an der Seestraße

23 in Dießen. Heute ist Stefan

Marx stolzer Besitzer der Ammersee-

Segelschule, die 1928 von Heinrich

Seidl gegründet worden war. Der „Heini“

war damit nicht nur Pionier zu Wasser,

sondern kurbelte so auch den Ammersee-

Tourismus an. Als Stefan Marx die Schule

2001 von Seidls Tochter Heidi übernahm,

beließ er alles wie zu Gründerzeiten. Nur

wo der Zahn der Zeit seine Spuren zu

arg hinterließ, wurde behutsam repariert

und restauriert. Wie zum Beispiel das

Prunkstück der Flotte, ein Gaffelkutter,

1905 für Zar Nikolaus II. erbaut, den schon

Seidl zur Zweimast-Yacht umbauen ließ.

Heute kann man die königliche, sensibel

renovierte Yacht, die 16 Personen Platz

bietet, für besondere Fahrten und Feste

mieten. Außerdem gibt es in der Ammersee-

Segelschule natürlich Kurse für Kinder und

Erwachsene und einen Bootsverleih. Tel.

08807 8415, www.ammersee-segelschule.de

Viel Freude beim Suchen und Finden,

zu Wasser und an Land!

Tradition mit Zeitgeist

Wie der Name schon sagt: Ein beliebter Treffpunkt in Breitbrunn

ist der „Platzhirsch”. Das Restaurant im hellen Landhausstil

bietet junge bayerisch-internationale Küche. Wie den köstlichen

ofenfrischen Schweinebraten, wechselnde Fischgerichte

oder vegetarische Köstlichkeiten – alles mit frischen saisonalen

Produkten aus der Region! An schönen Tagen lockt der urige Biergarten

unter alten Kastanienbäumen. Den Platzhirsch finden Sie

an der Hauptstraße 6, geöffnet Mo bis Fr 11 – 24 Uhr, Sa/So und

an Feiertagen 10 – 24 Uhr. www.platzhirsch-am-see.de

Gemähte Kunst

Im letzten Sommer hat das Team von Ex Ornamentis ihr zehnjähriges

Jubiläum mit einem Riesenbild von Asterix und Obelix

gefeiert. Zuvor gab es die gewachsenen Kunstwerke aus Hanf,

Mais und Sonnenblumen im Uttinger Labyrinth-Garten schon

als Porträt von Einstein oder als Leonardo da Vincis berühmte

Studie vom menschlichen Körper. In diesem Jahr dreht sich ab

Ende Juli alles um den Wilden Westen – mit Cowboys, Indianern

und einem Fort. www.exornamentis.de und Tel. 08192 934683.

Großes Foto: Ammersee-Segelschule Stefan Marx;

Gerd Knauth

100 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Tour für Freunde

Es kommen Gäste und Sie wollen mit einem

besonderen Ausflug punkten? Ein wunderbarer

Wanderpfad mit Blick auf den Ammersee samt

Alpenpanorama wird Ihnen auf dem Höhenweg

Richtung Andechs geboten. Der idyllische

Weg führt vorbei an Bächen und Weihern

bis nach Pähl. Am Wanderparkplatz an der

Straße nach Fischen biegt man links in den

Höhenweg ein, dann geht’s durch den Wald

und an Streuwiesen entlang zur Hardtkapelle

(3 km). Der Höhenweg ist als König-Ludwig-

Weg ausgeschildert. Von hier aus gerade aus

weiter nach Süden zum Pähler Hochschloss

(2,5 km). Dann laden Sie Ihre Freunde zum

guten Essen ein – auf die Sonnenterrasse

oder ins Restaurant der Golfanlage Hohenpähl,

eine der schönsten in Bayern!

www.golfclub-hohenpaehl.de

Klettern bis

zum Mastkorb

Der Hochseilgarten in

Utting bietet auf einem

riesigen Piratenschiff

prima Kletterrouten

in drei verschiedenen

Schwierigkeitsgraden

an. Schwindelfreie schaffen

es bis in den Mastkorb.

Außerdem gibt es verschiedene

Sportkurse –

Slackline zum Beispiel

ist gerade sehr in.

Die Anschrift: Utting,

Fahrmannsbachstr. 2.

Bei gutem Wetter trifft

man sich anschließend im

weitläufigen Biergarten

der Alten Villa an

der Seestraße 32 unter

großen Kastanien.

Stein für Stein

Wer wie Walter Steiner in der

Mayr’schen Hofkunstanstalt

in München gelernt hat, ist

ein Kunst(hand)-Werker.

Der Fliesenlegermeister und

Mosaikbildner aus Herrsching

bietet in seinem Fachgeschäft

wunderschöne Glas- und

Natursteinmosaike, Fliesen und

Antikmarmor-Verarbeitungen.

Viel Inspiration und Beratung finden

Sie bei „Piccola Mattonella“ in

Herrsching, Mühlfelderstr. 56.

www.piccola-matonella.de

Märchen fürs Leben

„Es war einmal ein kleiner Königssohn, den seine Eltern nicht

auf einen Ausflug mitnehmen wollten …“ Wenn die Herrschinger

Märchenerzählerin und Sozialpädagogin Daniela Tax in ihrer

Jurte am offenen Feuer sitzt und für ihre kleinen und großen

Zuhörer erzählt, dann kann man eine Stecknadel fallen hören.

Sie lädt ein an den See, in den Wald und bei schlechtem

Wetter auch zu sich nach Hause. Anmeldung unter 08152 96315,

www.kulturwerkstatt-wielenbach.de

Edle Inspirationen

Musik, Kunst, Literatur

und ein Shopping-Paradies:

Wer sich für Kultur

und gute Lebensart

interessiert, findet im Schloss Seefeld bei

Herrsching, seit Mitte des 15. Jahrhunderts im

Familienbesitz der Grafen zu Toerring-Jettenbach,

viel Abwechslung. Zur Stärkung geht’s dann ins

Bräustüberl im Schloss und bei schönem Wetter in

den Biergarten. www.schloss-seefeld.de

Panorama-Funken

Südlich von Raisting liegt die größte Erdfunkstelle der Welt. Die Parabolantennen

sind schon von Weitem zu sehen. Sie dienen der weltweiten

Kommunikation mit Nachrichtensatelliten und haben Spiegeldurchmesser

von 7 bis zu 32 Metern. Wer sich dafür interessiert, meldet sich zur Führung

bei Gerd Knauth. Tel. 0881 2691, www.raisting.de/erdfunkstelle.html

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 101


AMMERSEE

spezial

200 Musikanten, vom kleinen

Anfänger bis zum großen Könner:

das Chaos-Orchester.

Chaoten klingen wunderbar

ZUMINDEST DANN, WENN SIE IHRER PASSION AN DER AUSSERGEWÖHNLICHEN

MUSIKSCHULE IN INNING NACHGEHEN. IM INTERVIEW ERKLÄRT

SCHULLEITER PETER SCHUHMANN, WIE AUS LUST UND LEICHTEM

SPIEL MUSIKALISCHES KÖNNEN WÄCHST

Ein Orchester, in dem

vier-, fünfjährige

Vorschulkinder mit

Jugendlichen und Erwachsenen

auf der Bühne

stehen und Musik aus der

Augsburger Puppenkiste

ebenso wie von Mussorgskij,

Ravel, Zappa oder den „Säbeltanz“ von Khatchaturian aufführen

– das gibt es so nur am Ammersee! Um genauer zu sein,

das gibt es nur in Deutschlands ungewöhnlichster Musikschule

mit knapp 600 Schülern. Der Höhepunkt des Jahres ist immer

der Auftritt des 200-köpfigen „Chaoten-Orchesters“, meist im

Dezember. Da werden kleine Beine und Orff’sche Klanginstrumente

zur Rhythmusmaschine, behaupten sich Hackbretter

neben E-Gitarre, Harfe und Saxophon. Es gibt – musikalisch

gesehen – nichts, das nicht zum Einsatz kommt. Kindliche, aber

auch erwachsene Schüler, die erst mit 50 Jahren das Musizieren

lernen wollen und oft noch Mühe haben, wenigstens ein paar

Töne zum richtigen Zeitpunkt zu erzeugen, spielen neben konzertreifen

Musikern. Anfangs, vor 26 Jahren, war dies ein Experiment,

das einen ziemlich chaotischen Eindruck machte – so

kam das merkwürdige Ensemble zu seinem Namen. Inzwischen

haben die Auftritte der „Chaoten“ in Inning längst Tradition.

Musikpädagogen reisen aus dem In- und Ausland an, um die

Methode der Pierre-van-Hauwe-Musikschule kennenzulernen.

Der „Vater der Chaoten“, Schulleiter Peter Schuhmann, erklärt,

wie sein Unterricht funktioniert: Als „Spielen mit Musik“ fängt

alles an. Und (!) damit, dass jeder, der mag, von der ersten Übung

an mit auf der Bühne stehen darf. Christine Schulz hat ungläubig

nachgefragt, wie das funktionieren kann.

Blutige Anfänger und virtuose Künstler spielen gemeinsam

durchaus anspruchsvolle Stücke – und es klingt auch noch

wunderbar. Das kann doch nur ein Trick sein?!

Peter Schuhmann: Kein Trick, aber Programm, denn jeder

wird integriert und bekommt von mir, je nach Wissensstand,

Grad des Könnens und Instrument, eine eigens

geschriebene Einzelstimme aus der Partitur.

… und dann stehen da Hackbretter neben der E-Gitarre,

die Marimba neben der Geige, die Harfe korrespondiert

mit dem Elektro-Bass. Das klingt fast unmöglich,

vor allem, weil nicht jeder sein Instrument beherrscht…

Dazu gehört schon eine gehörige Portion Frechheit, das

räume ich gern ein (er lacht herzlich). Aber eigentlich ist

es nur Handwerk, das aus zwei Teilen besteht, einem

musikalischen und einem methodisch-pädagogischen.

Das geht durch exzerpierendes Arrangieren, will heißen: Es

geht darum, den Kernpunkt einer Komposition zu erfassen,

alles Beiwerk wegzulassen und daraus Stimmen kindgemäß

zu gestalten, die nicht zu schwierig sind. Zum Beispiel,

indem man Läufe halbiert oder Tonarten verändert.

Den Part für die „Großen“, die erfahrenen Musiker, muss

man dann so anspruchsvoll gestalten, dass die sich nicht

unterversorgt fühlen.

Und denen ist es dann nicht zu läppisch?

Nein. Unser ältester Musiker ist um die 60, für den und die

anderen ist dieses Musizieren ein echtes Anti-Aging-Programm.

Einige haben hier ja selbst einmal klein angefangen

und geben jetzt was zurück. Die sind froh, dass die Kinder

sie noch „mitspielen“ lassen. Und schließlich gibt es doch

keine bessere Möglichkeit, lebendig zu bleiben, als Mitglied

eines Haufens von jungen Menschen zu sein.

Foto: Pierre-van-Hauwe-Musikschule

102 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


„Spielen mit Musik“ nennen Sie das. Was ist das und wie gehen

Sie dabei vor?

Mit Lust und Imagination und einem fantasievollen Umfeld.

Wir, das heißt der jeweilige Lehrer und eine Gruppe von zwölf

bis 18 Kindern, sind zum Beispiel Indianer in einem Dorf, die

bedroht werden, vielleicht von einem Feuer speienden Büffeldrachen

… Wir stellen Wachen auf, trainieren geheime Zeichen.

Ich gebe sie vor mit einem Trommel-Rhythmus, ta-ta ti-ti ta.

Das probieren wir in Zweiergruppen. Was wie ein Spiel klingt,

ist nichts anderes als eine Rhythmus-Etüde.

Und die erwachsenen Anfänger?

Die müssen natürlich nicht Indianer spielen, aber selbstverständlich

auch erst einmal das ta-ta ti-ti ta üben. Auch wenn

sie Einzelunterricht haben.

Was ist der nächste Schritt?

Wir machen aus einem kleinen Nonsens-Text große „Oper“.

Bald schon wird das erste Fünf-, Sechs-, Sieben-Minuten-

Stück aufgeführt. Wenn sich die Musikschüler dann damit

ins Chaoten-Orchester einbringen dürfen, lernen sie, dass

man schon mal 30, 40 Minuten konzentriert zuhören muss,

um den eigenen Einsatz nicht zu verpassen. Danach geht es

spielerisch und am liebsten in der gemischten Gruppe an die

richtigen Instrumente.

Wie – gemischte Gruppe?

Blockflöte, Klavier, Hackbrett, Gitarre, Akkordeon, Geige und,

und. Jeder an das Instrument, das er erlernen will.

Gibt das kein riesiges Durcheinander?

Wir arbeiten mit einer Technik, in der es darauf ankommt, einen

Spielfluss zu erzeugen und aufrecht zu erhalten, psychologisch

nennt man das „flow“. Der Lehrer spielt eine kurze Melodie vor,

die Schüler folgen. Alles wird metrisch vom Xylophon begleitet,

einer nach dem anderen kommt dran und spielt allein. Dann

folgen einige Instrumente zusammen und schließlich gibt es ein

Töne-Wettrennen, einen Staffellauf, der die Geläufigkeit und

Schnelligkeit schult. Es ist aber kein Wettkampf, sondern ein

Spiel, das hilft, sich ins Ensemble zu integrieren.

Ihre „Chaoten“ spielen „Smoke on the Water“ von Deep Purple

mit Blockflöte und Hackbrett …

Ja, und das ist keine Kinderei, sondern hört sich richtig gut an.

Da geht die Post ab! In Quartenakkorden wird die Blockflöte

zum Hardrock-Instrument. Wir spielen auch „Samba Pa Ti“

von Carlos Santana auf dem Hackbrett. Ich liebe Blödsinn, das

haben Sie ja schon gemerkt. Bei unseren Auslandstourneen (die

„Chaoten“ waren schon in Portugal, Dänemark, Frankreich, der

Tschechischen Republik, Österreich und Holland; Anmerkung

der Redaktion) erzähle ich dann gern folgende Geschichte: Carlos

Santana hat mal Urlaub am Ammersee gemacht und wollte

unbedingt Hackbrettspielen lernen. Dafür hat er „Samba Pa Ti“

geschrieben, es selbst aber nicht hingekriegt. Und so hat er die

Platte dann halt mit der Gitarre eingespielt…

Pierre-van-Hauwe-Musikschule

Pierre van Hauwe war Dirigent, Komponist, leitete ein Sinfonie-

Orchester und einen Madrigal-Chor und war von 1960 bis 1982

Chef der städtischen Musikschule im holländischen Delft. Er erfand

das „Spielen mit Musik“. Peter Schuhmann, Leiter der Musikschule

in Inning, war sein Schüler. Schuhmann hat diese Methode weiterentwickelt.

Seit 1995 trägt die Musikschule Pierre van Hauwes Namen,

er starb 2009. Weitere Informationen, auch über die Kurse und anderen

Ensembles: www.musikschule-inning.de


ANDECHSER MOLKEREI SCHEITZ

Willkommen auf dem

ökologischen Weg!

Advertorial

Wer wüsste nicht gern, woher die Milch kommt,

die er trinkt? Bei den Produkten der Andechser

Molkerei Scheitz ist das kein Problem. Ob

Joghurt oder Milchdrinks, jeder kann die Bio-Erzeugnisse

per Mausklick auf dem „ökologischen Weg“ zurück bis zum

Hof einer der 570 Bio-Bauern verfolgen. Man muss nur das

Mindesthaltbarkeitsdatum des Produkts auf der Website der

Molkerei eingeben und schon sieht man den jeweiligen Milch-

Lieferanten. Diese Offenheit steht für die Philosophie des Andechser

Betriebes: Natürliches natürlich belassen, ethisch verantwortlich

und respektvoll

mit Mitwelt und

Schöpfung umgehen.

„Größtmögliche Transparenz

für den Kunden ist

uns wichtig“, sagt Marketingleiterin

Irmgard Strobl,

„und unseren Bauern wollen

wir dadurch gleichzeitig

unsere Wertschätzung

erweisen. Wir zeigen, wie

sie arbeiten und leben.“

Vor über 30 Jahren hat

Georg Scheitz als erster mit ökologisch erzeugter Milch „Bio-

Produkte“ in Andechs hergestellt. Seine Tochter entwickelte diesen

Weg weiter. Heute produziert das Familienunternehmen mit rund

190 Mitarbeitern ausschließlich biologische Erzeugnisse – von der

Milch bis zum Ziegenkäse. Nicht nur gesund, sondern bei dieser

Qualität auch besonders köstlich. Alle ANDECHSER NATUR®-

Produkte findet man vor Ort im Hofladen (Tannhof 1, Andechs,

Öffnungszeiten: Di – Fr 9 – 17 Uhr, Sa 9 – 12 Uhr), überall im

Naturkostfachhandel und im gut sortierten Lebensmittelhandel.

Andechser Molkerei Scheitz GmbH

Biomilchstraße 1, 82346 Andechs

Tel. 08152 379-0, scheitz@andechser-molkerei.de

www.andechser-molkerei.de

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 103


AMMERSEE

spezial

Sag „Ja“ in Utting!

AM WESTUFER DES AMMERSEES STEHT EINE KLEINE KÜNSTLER-VILLA VON AUSSERGEWÖHNLICHEM RUF.

DENN SEIT 1998 IST HIER DAS STANDESAMT UNTERGEBRACHT – EINES DER SCHÖNSTEN IM LAND, HEISST

ES. GESCHICHTEN AUS DEM JAGDZIMMER

Die Hamburger Wochenzeitung „Die

Zeit“ nannte es mal „Deutschlands

schönstes Standesamt“. Ein ganz besonderer

Ort ist es auf jeden Fall: Das Künstlerhaus

Gasteiger in der Eduard-Thöny-Straße

in Utting. 1913 wurde es von Anna-Sophie und

Mathias Gasteiger als Sommersitz fertiggestellt.

Sie war Blumenmalerin, er einer der eigenwilligsten

Münchner Jugendstilbildhauer, sein originellstes

Werk, das nackerte freche „Brunnenbuberl“,

steht in der Münchner Fußgängerzone

in der Nähe des Stachus. Die Gasteiger-Tochter

Irene vermachte das Haus 1984 dem Freistaat

Bayern. Dessen Schlösser- und Seenverwaltung

stellte es dann 1998, im 100. Hochzeitsjahr der

Erbauer, der Gemeinde Utting als Standesamt

zur Verfügung. Anfangs noch ein Geheimtipp,

kommen mittlerweile viele Hochzeiter auch von

weiter her, um sich im original eingerichteten

Jagdzimmer mit grünem Kachelofen und alten

Eichenbohlen das Jawort zu geben – unter stattlichen Hirschgeweihen

und neben vielen auserlesenen Kunstwerken in der

Villa. So ein ungewöhnliches Standesamt, da gibt es sicher viele

Geschichten. Danach haben wir Helga Schraidt gefragt, Schwiegertochter

aus dem Gasteiger-Haus und nun seit zwölf Jahren

auch die Hüterin des Museums. Gemeinsam mit den Uttinger

Standesbeamtinnen Claudia Breier und Claudia Maisterl hat

uns die Hausdame eine ungewöhnliche Liste zusammengestellt

über ganz viele „schönste Tage im Leben“:

Trauungen pro Jahr: ca. 150

Insgesamt seit 1998: 1340

Lebenspartnerschaften: 2 (erstmals 2010)

Neinsager: Bislang keine(r). Eine Braut düste allerdings am Vortag

der Hochzeit wieder ab. Die Schwiegermutter war angereist

und hatte das Zeremonien-Zepter an sich gerissen. Der Bräutigam

schlug sich auf die Seite von Frau Mama. Das war’s dann.

Tränen: Die Frauen sind tapfer. Aber so mancher starke Kerl

bricht in Tränen aus, wenn’s plötzlich ernst wird.

Die aufregendste Zeremonie: Eine Braut, die im kleinen Trauzimmer

in Panik geriet, weil sie Platzangst hatte. Damals durfte

die Trauung noch nicht nach draußen verlegt werden, das ist erst

seit Kurzem erlaubt. Ebenso ein Bräutigam, der hyperventilierte.

Die Trauung wurde im Eilverfahren durchgezogen, damit er es

noch schaffte, Ja zu sagen. Danach hat er sich wieder erholt.

Die traurigste Hochzeit: Der krebskranke Bräutigam wurde

aus der Klinik hergebracht und hing an der Sauerstoffflasche.

Das Paar hatte noch eineinhalb gemeinsame Jahre.

Der Gipfel: Ein Paar, das trotz strikter Begrenzung auf 20 Personen

mit 70 Leuten anrückte. Obwohl bei Anmeldung und

Vorgespräch ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass der

Trauraum zu klein ist für mehr Menschen.

Der Reinfall: Der Brunnen vor dem Haus zieht Kinder magisch

ein. Einmal ist ein dreijähriger Bub kopfüber über den

Beckenrand ins Wasser geplumpst. Seine Mutter, die Schwester

der Braut, kannte das anscheinend. Jedenfalls hatte sie vorsorglich

Ersatzkleidung für ihn in der Tasche.

Die nervigste Zeremonie: Eine semi-prominente Schauspielerin,

die ein riesiges Tamtam veranstaltete. Die Ehe wurde nach drei

Monaten wieder geschieden.

Das originellste Drumrum: Dieses Jahr im Januar. Der Bräutigam

hatte seine Auserwählte gebeten, sich für die Hochzeit

warm anzuziehen. Mehr wusste sie nicht, und dann hat er sie

in einem geschmückten Kahn übern See nach Utting gerudert.

Was er nicht wusste: Die Braut war schon im Morgengrauen

da gewesen und hatte den winterlich abgedeckten Brunnen mit

Plastikrosen dekoriert.

Echte Prominenz: Wegen der Verschwiegenheitspflicht wird nur

so viel verraten – eine Prinzessin, einige Freiherren und Barone.

Internationalität: Es gab eine Anfrage aus den USA. Die Partner

bi-nationaler Paare kamen aus Brasilien, China, Japan und Italien.

(„Für die Italiener ziehen wir grundsätzlich ein Dirndl an,

da fahren die total drauf ab!“)

Wiederholungstäter: Ein Bräutigam kam zweimal: mit der

ersten und nach der Scheidung mit der zweiten Frau.

Der stressigste Tag: Das ist jedes Jahr der 1. September.

Ab 7.30 Uhr stehen die Telefone im Gasteiger-Haus nicht mehr

still, weil man ab dann die Trauungstermine für das kommende

Jahr reservieren kann.

Weitere Infos zu Standesamt, Veranstaltungen und Museum:

Tel. 08806 699

www.schloesser.bayern.de/deutsch/service/infomat/screen-pdf/

gasteiger_dt.pdf

Romantisch ist es

ganz bestimmt:

Das Künstlerhaus

Gasteiger in Utting.


Text: Christine Schulz; Foto: Bayerische Schlösserverwaltung/www.schloesser.bayern.de

104 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


ANZEIGE


LAND & LEUT’ / Der Poet

Ich bin ein Bauernbub

PREMIERE IM STARNBERGER SEEMAGAZIN: DIE GEDICHTE DES MUSIKERS

UND KABARETTISTEN JOSEF BRUSTMANN

106 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


see-kraft

seestück

der starnberger see zittert

mein auge setzt ihm zu

auch ich erschrecke heute

vor meiner see-kraft

die sonne

der see

die berge

der himmel

die bäume

die vögel

die wolken

und ich

frei

wie windstill es ist heute

wo ist der wind

wie wolkenklar es ist heute

wo sind die wolken

grandios

ein grandioses licht

fiel vom himmel

schlug auf den see auf

und wurde vom see

wie ein bungee-springer

wieder hochgeschleudert

traumhaft schön

und ich

ganz klein

aber mit augen versehen

von denen das licht

nur träumen kann

wie wellenfrei der see heute

wo sind die wellen

wie klar ich bin heute

wo bin ich

bei mir

see-wind-wolken-klar

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 107


LAND & LEUT’ / Der Poet

Josef Brustmann beim Texten:

Ein Gedicht, eine Liedzeile, ein

Kabarett-Stückchen? Wir wissen

es nicht genau. Nur, dass

seine neue Denkstube der alte

Kiosk vom Fischer Gastl war.

Der Dichter und sein Josefi num

Die Hippokrene ist eine Quelle mit besonderer Kraft, obwohl

es sich ursprünglich ja nur um eine Pferdetränke gehandelt

haben soll. Aber die Musen haben in ihr gebadet, sagt die

griechische Mythologie, und wer aus ihr trinkt, der wird Dichter.

Gut möglich, dass Josef Brustmann, 55, bekannt als Musiker

und Kabarettist, neben der einen oder anderen kühlen Maß auch

einen kräftigen Schluck aus der Hippokrene genommen hat. Auf

alle Fälle bekommen wir vom Künstler aus Icking nach seiner

neuen CD „Leben hinterm Mond“, einem Soloprogramm, mit

dem er jahrelang erfolgreich auf Tournee war, jetzt auch Poesie –

Persönliches, Gelebtes in Versen, Beobachtungen mit genauem

Auge und einer zarten Seele.

Einen guten Rückzugsplatz für diese Arbeiten hat der frühere Musiklehrer

und Vater von drei erwachsenen Kindern, der zurzeit

an einem Projekt gemeinsam mit Marianne Sägebrecht arbeitet,

dafür auch gefunden: den Kiosk vom Fischer Gastl aus Leoni. Genauer

gesagt, den ehemaligen Kiosk vom Fischer Gastl, weil der

Holzpavillon nämlich als „Josefinum“ in Brustmanns Garten neu

aufgebaut und als Dichterrefugium geadelt wurde. Für den Bau

eines neuen Fischerhauses musste der Kiosk nämlich weichen.

Jetzt hat er eine Heizung, einen wunderbaren Anstrich in Strahle-

Türkis und er dient dem Dichter-Musiker-Kabarettisten nun sehr

ansehnlich als Stüberl mit Ausblick.


Fotos: Ulrike Mertz

108 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Advertorial

Liebling der Frauen

Trage mich heim

trage mich in einer Tüte heim

in einer Einkaufstüte

auf der steht:

Er war der Liebling der Frauen

Bauernbub

Enzianheimat

Ich bin ein Bauernbub

Ich bin ein Bauernbub

Ich bin ein Bauernbub

Dein Gesicht gräbt sich ein

in die Enzianhügel meiner

Heimat, einer Heimat, die

weder meine noch deine ist,

die lediglich Heimat ist

nur den Enzianen.

Ihr Enziane, ihr habt’s gut.

Ihr hättet Trost für ein

stilles, trauriges Gesicht,

das einer Enzianheimat

bedürftigst ist.

SCHLOSSGUT OBERAMBACH

Neues Vitalzentrum

inmitten der Natur

Von der Anhöhe mit ihren alten Eichen fällt der Blick

hinunter zum See, hinter dem sich die Alpenkette imposant

erhebt. Fünf Alleen laufen sternenförmig auf das

historische Anwesen zu. „Ich wusste sofort, dass dies ein Kraftort

ist!“, beschreibt Andreas Schwabe, seit 1991 Besitzer von

Bio-Hotel Schlossgut Oberambach am

Ostufer des Starnberger Sees, seinen

ersten Eindruck. Aus der Natur Kraft

schöpfen, sich geborgen fühlen und

verwöhnt werden – das verspricht die

Philosophie des Hauses, und der Gast

darf sich auf Hochgenüsse freuen. Ob

im Gourmet-Restaurant mit rein biologischer

Küche oder beim Entspannen

im eleganten Ambiente des Hauses,

und nun auch im neu eröffneten Vitalzentrum.

Denn dass angenehmer

Luxus und ökologisches Bewusstsein

keinen Gegensatz bilden müssen, beweist

jedes der 40 Zimmer des Bio-

Hotels deluxe. Als gelernter Heilpraktiker

führt der Hotelbesitzer auch eine

Familientradition fort, die vom Vater,

der die Wirkung des Ginkgo entdeckte,

bis zum homöopathischen Betrieb

des Urgroßvaters reicht. So werden im

neuen Vitalzentrum neben Behandlungen

mit Naturkosmetik, verschiedenen

Massagen, Ayurveda und Shiatsu auch

naturheilkundliche Anwendungen wie

Schmerztherapie, Osteopathie und Allergiebehandlungen

angeboten. Der einmalige Kraftort mit

Seeblick lädt nicht nur Hotelgäste, sondern alle ein, die Ruhe

und Entspannung suchen. Freuen Sie sich auf ein Rendezvous

mit sich selbst.

Bio-Hotel Schlossgut Oberambach

Oberambach 1, 82541 Münsing

Tel. 08177 9323

Angebote für Behandlungen werden auf Anfrage zugeschickt

oder sind auf www.schlossgut.de zu fi nden.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 109


LEUT’ & LEBEN / Zu Wasser

Traumkulisse und Riesenanstrengung: Das Team vom Starnberger See beim

„Hawaiki Nui Va’a“, dem berühmt-berüchtigten Kanurennen in der Südsee.

Aloha

für das Team vom

Fischermichel

EINE VERRÜCKTE EINLADUNG, EIN AUSLEGER-

KANU UND DAS SCHWERSTE RENNEN IN DER

SÜDSEE: WAS NUN FOLGTE, WAR EIN HEISSES

ABENTEUER FÜR DIE TRAININGSTRUPPE MIT

HEIMATHAFEN IN AMMERLAND

Sechs Mann in einem Boot. Sie schwitzen, stöhnen, fluchen,

sie pflügen durch tosende Wellenberge. Sie kämpfen sich

durch nach Raiatea, 46 Kilometer übers offene Meer

des südlichen Pazifiks, hin zur zweitgrößten „Insel unter dem

Winde“. Die Kanuten sind keine Einheimischen, keine Südsee-

Männer mit den typischen Ornament-Tattoos an Armen und

Beinen. Die Männer kommen aus Münsing am Starnberger See

und aus Germering. „Hawaiki Nui Va’a“ heißt der sportliche

Wettkampf, zu dem sie aufgebrochen sind. Er gilt als das härteste

Auslegerkanurennen der Welt. Neun bayerische Sportler

sind’s insgesamt, damit sie wechseln können bei den Wahnsinnsstrapazen

im tropisch-feuchten Klima.

Im November des vergangenen Jahres machte sich das „Team

Fischermichel“ unter der Leitung von Jörg Poppen, 44, auf die

spannende Reise nach Französisch-Polynesien. Im November

beginnt die Regenzeit auf den Gesellschaftsinseln mit den traumerfüllten

Namen wie Bora Bora, Tahiti, Huahine oder Raiatea.

Das sonst türkisfarbene Meer über Korallenriffs zeigt sich unruhig

und in sonnenlosen Momenten düster und grau, aber die

Temperaturen klettern trotzdem auf 35 Grad.

Gleich die erste Etappe des „Hawaiki Nui Va’a“ demonstriert die

Herausforderung: Schon nach 20 Minuten wirft eine sechs Meter

hohe Welle das 13 Meter lange Bayern-Kanu um. Aufgeben?

„Nein, wir haben uns durchgebissen“, erzählt Poppen, der seit

22 Jahren eine Reiseagentur in München betreibt. „In unserem

110 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 111

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LEUT’ & LEBEN / Zu Wasser

Beim Training daheim, am Südsee-Strand und im heißen Rennen:

Das Kanutenteam Fischermichel gibt alles.

Team waren Sportstudenten, Polizisten, Bodybuilder

und Sicherheitsberater, alles trainierte

Burschen.“

Die zweite Tour des Drei-Tage-Rennens sollte

leichter werden: Nur 28 Kilometer durch eine

ruhige Lagune. „Aber das haben die einheimischen

Teams zum Sprint genutzt und das

Tempo wahnsinnig forciert.“ Die dritte Etappe

schließlich, 56 Kilometer, führt nach Bora Bora,

die Insel mit der berühmtesten Lagune der Welt,

viel besungener Bilderbuchtraum mit grün bewachsenen

Felsrücken, Puderzucker-Sand, Palmen

und Mädchen mit glänzenden, hüftlangen

Haaren und wiegenden Baströcken. Dafür haben

die Männer vom Fischermichel-Team erst mal

keine Augen, sie kämpfen sich durch die Wellen,

sie sehen nichts. Und sind nicht zu sehen. Das

letzte Kanu vor ihnen ist längst am Ziel. Eine

Stunde später erreichen die Bayern den Hafen

von Bora Bora, völlig ausgelaugt, erschöpft, aber

glücklich. Und sie werden gefeiert, fast wie die

Sieger selbst. „Die Leute auf der Straße haben

uns auf die Schulter geklopft und uns ihre Anerkennung

ausgesprochen. Das war ein schönes

Gefühl.“ Zeitungen, Radio und Fernsehen aus

Tahiti berichten täglich über die deutschen Kanuten.

Und wie kommen ein Münsinger und acht Germeringer zum

Kanurennen in die Südsee? „Der Polynesier Ito Taruoura wollte

die Auslegerkanurennen auf den bayerischen Seen heimisch machen.

Er arbeitete im Personenschutz in Deutschland und baute

„Eigentlich macht man so

etwas nur einmal im Leben“

hier zwei Boote, ,Va’a‘ genannt. Zunächst lagen sie am Tegernsee,

dort war das Interesse aber nicht so groß.“ Schließlich übernahm

Jörg Poppen eines der Boote und legte es in Ammerland beim

„Fischermichel“ ins Wasser – daher der Name des Teams. Als

genügend Kanuten zusammengekommen waren, begann das

Training. Doch trotz sieben Monate intensiver Arbeit, ein oberbayerischer

See kann das südpazifische Meer nicht simulieren.

Dennoch meldeten sich Jörg Poppen und seine Freunde zum

Rennen an. „Die Leute haben uns für verrückt erklärt“, erzählt

er. „Auf den Südsee-Inseln hat jedes Dorf einen eigenen Club.

Es gibt Rennen für Kinder, für Frauen und für die Besten, vergleichbar

mit der Champions League.“ Poppen und seine Sportsfreunde

bildeten bisher das einzig rein deutsche Team, das an

diesem Rennen teilgenommen hat. „Vor Jahren gab es schon mal

eine Crew aus Kanu-Weltmeistern, die sich an den ,Hawaiki Nui

Va’a‘ gewagt haben, aber sie hatten einen Steuermann aus Tahiti

– und sind trotzdem nur 22. geworden!“ Wird das „Fischermichel-Team“

noch einmal an den Start gehen? „Eigentlich macht

man so etwas nur einmal im Leben. Zumal es nicht gerade

familienfreundlich ist“, meint Familienvater Poppen lächelnd.

Aber wer weiß? Eine Einladung ähnlichen Kalibers ist gerade aus

Brasilien eingetroffen.


Peter Baier

112 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Advertorial

AUTOHAUS SCHORSCH MEIER

Der Kunde fährt vor!

Vertrauen, professioneller Rundum-Service und hochmoderne

Werkstätten – wer in der Fünf-Seen-Region BMW

fährt, kennt auch Schorsch Meier. Seit Jahrzehnten sind

beide Namen verbunden und stehen für hohes Niveau und Freude

am Fahren. Fast 70 Jahre ist es her, dass Schorsch Meier sen.

als BMW-Werksfahrer erfolgreich war und dann 1953 seinen

Berufsweg als BMW-Händler fortsetzte. Längst hat Schorsch

Meier jun. die Geschäfte übernommen, geblieben sind die hohen

Ansprüche in puncto Kundenzufriedenheit. Von der kompletten

Beratung beim Neuwagenverkauf bis zu Wartung und Reparatur

reicht das Spektrum in seinen modernen Ausstellungsräumen

und Werkstätten. Der persönliche Kontakt zum Kunden

steht dabei immer an erster Stelle, und das schließt Extras wie

Hol- und Bringservice bei der Inspektion mit ein. Auch bei

Finanzierung oder Leasing kann man sich im Autohaus an der

Leutstettener Straße auf die maßgeschneiderten Empfehlungen

der Verkaufberater verlassen. Weil die Palette bei Schorsch Meier

die Marke MINI mit einschließt, geht das Angebot vom chicen

Kleinwagen bis zur Luxuslimousine. Und 150 Stellplätze für

Gebrauchtfahrzeuge sind ein weiterer Beweis dafür, dass hier

jeder Autowunsch erfüllt werden kann. Kein Wunder also, dass

so viele Kunden dem modernen Traditionshaus die Treue halten.

Autohaus Schorsch Meier jun. GmbH

Leutstettener Str. 26, 82319 Starnberg

Tel. 08151 2698-0

www.schorsch-meier.de



















Ihr Team für schöne,

gesunde Zähne






www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 113


SEE-TÖNE / DVDs & Hörbücher

BACK TO BRAZIL von Klaus

Doldinger und seiner Jazzcombo

Passport dokumentiert

filmisch den Aufenthalt

der sieben Bandmitglieder in

Rio de Janeiro und São Paulo

(2002/2003). Der erste Teil der

Doppel-DVD-Edition zeigt

das Konzert der Jazzlegende

mit deutschen und brasilianischen

Musikern in São Paulo,

aufgenommen von acht Kameras

und Dolby-Surround-

Sound. Der zweite Teil ist eine

Dokumentation, die Doldinger,

der in Icking lebt, als Reisenden

in Sachen Musik zeigt und als

Botschafter für interkulturelle

Belange. Label: SMD NEO-SD.

22,99 Euro.

Jazz, Spannung

und viel

Geschichte

DAS WEISSE BAND ist der

hochgelobte Schwarz-Weiß-Film

von Michael Haneke mit dem

in Ambach lebenden Schauspieler

Josef Bierbichler in der

Rolle eines Gutsverwalters.

Erzählt wird von mysteriösen

Unfällen im protestantischen

Dorf Eichwald am Vorabend des

Ersten Weltkriegs. Es geht um

Unterdrückung, Demütigung,

Unglück, Leid und Radikalismus

– und die Frage, wer „das Böse“

ist. Den Oscar für den besten

ausländischen Film hat dieser

eindringliche Film in diesem Jahr

zwar nicht gewonnen, aber er

fesselt den Zuschauer von der

ersten bis zur letzten Minute.

Warner Home Video. 14,95 Euro.

LEBEN HINTERM

MOND ist das erste

Soloprogramm

von Josef Brustmann,

in dem

er über wichtige

Meilensteine seines

Lebens stolpert. Das tut er gewohnt wort-, bildund

musikgewaltig. Mit bestechender Zielgenauigkeit

entlarvt er die humorvollen, absurden und unerklärlichen

Hintergründe des Daseins. CD zu erhalten

über die „Agentur für Kunst & Kultur Olivia Reinecke“.

CD. 15 Euro. www.olivia-reinecke.de

SOMMERFRISCHE AM STARNBERGER SEE: EINE

KULTURKREUZFAHRT IN ZWÖLF STATIONEN mit

Texten von Katja Sebald, wundervoll beschwingt und

leicht gelesen von Schauspieler Christian Tramitz. Diese

Zeitreise führt durch fünf Jahrhunderte und hält viel

Amüsantes und Wissenswertes über den „Tourismus“

von anno dazumal bereit. Erzählt wird von opulenten

Seefesten des bayerischen Hochadels, vom Rudern

und Zaubern in Starnberg und vom „Wellenhorchen“ in

Ammerland. CD. Kulturverlag Starnberg. 14,95 Euro.

LORIOT: SAGEN SIE JETZT NICHTS… Monika Elisa

Schurr erzählt das Leben des großen Humoristen Vicco

von Bülow – von der Steinlaus bis zum Jodeldiplom.

Vom Cartoonist

mit Möpsen über

den Jungfilmer mit

Takt bis hin zu Opa

Hoppenstedt, wie

immer ein Vergnügen.

CD. Delta

Music & Entertainment.

9,95 Euro.

MS ROMANTIK von Bestsellerauror Jan Weiler und

Comedy-Star Annette Frier ist ein frech inszeniertes

Hörspiel, das die tiefe Kluft zwischen Mann und Frau

so charmant wie bissig porträtiert und manchmal

auch entlarvt. Als zynischer Uwe und zickige Karin

müssen sich die beiden nach dem Untergang ihres

Kreuzfahrtschiffes

ein Rettungsboot

teilen. Ob das gut

gehen kann? CD.

Der Hörverlag.

14,95 Euro.

Foto: Jan Greune

114 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


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Besuchen Sie unsere Filiale:

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Öffnungszeiten:

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www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 115


PANORAMA / Und mehr

Wo bin ich?*

*Bitte den Blick genießen, dann umblättern. Und mit etwas Glück einen der schönen Preise gewinnen !

Foto: Thomas Schmid

116 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 117


RÄTSEL / Gewinnspiel

*Traumpreise

Wir wollen es Ihnen gar nicht so schwer machen:

Der Blick durchs Schilf über den See auf der Seite zuvor

ist am Schlossgut Oberambach bei Münsing aufgenommen.

Zum Gewinn geht’s einfacher. Bitte folgen

Bilderbuch-Preise: Ein ganzes Jahr

lang Golfen, das Wochenende im

Hotel Jagdhof, der Kult-Stuhl

Vegetal, ein Korb voller Köstlichkeiten

und ein Wochenende auf

einem Bio-Bauernhof, außerdem

ein Pralinenkurs für Zwei – wir

drücken Ihnen die Daumen!

Gleich eine Reihe schöner

Preise wartet auf Sie,

wenn Sie das Starnberger

SeeMagazin 2010 aufmerksam durchlesen.

Zum Einstimmen zunächst aber die

attraktiven Gewinne:

An unserem ersten Hauptpreis werden

Sie ein ganzes Jahr lang Freude haben,

es handelt sich nämlich um eine

Schnupper-Jahresmitgliedschaft

(1.1. bis 31.12.2011) in der Golfanlage

Hohenpähl. Für die sensible Einbettung

der Fairways und Greens erhielt die

Vier-Sterne-Superior-Golfanlage zwischen

Starnberger und Ammersee den

DGV-Umweltpreis und als erster Club

in Bayern die Auszeichnung „Golf und

Natur“ in Gold. Ebenso preisverdächtig ist die Gastronomie im

Clubrestaurant und auf der Sonnenterrasse. Unser Hauptpreis

im Wert von rund 1500 Euro ist auch für Golf-Einsteiger geeignet

oder kann weitergegeben werden, falls Sie jemandem eine

Riesenfreude bereiten wollen. Golfer mit Platzreife können

gleich losspielen, Anfänger werden erst zur Platzreife geführt.

Der nächste Gewinner wird sich wohlfühlen beim Wellness-

Wochenende für zwei Personen im Hotel Jagdhof in

Marling auf einer Anhöhe über Meran (Wert von rund 600

Euro). Allein der zauberhafte Ausblick im Park des Vier-Sterne-

Superior-Hotels verspricht Entspannung. Darüber hinaus können

Sie das elegante Ambiente im großzügigen Doppelzimmer, die

Halbpension mit italienischen Genüssen und „Bene Lava“, den

weitläufigen Spa-und Wellnessbereich, samt Aromaöl-Ganzkörpermassage

und einer Maniküre genießen.

Alle, die gutes Design kennen und schätzen, werden darauf

hoffen, VEGETAL, den Kult-Stuhl der Brüder Bouroullec

für Vitra, zu gewinnen. Der Preis im Wert von 347 Euro wird

gesponsert von Objekt Consult Interior GmbH, Spezialist für

Raumkonzepte und individuelles Wohnen in Starnberg. VEGE-

118 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


TAL mit dem organisch inspirierten Flechtwerk ist aus

recyclebarem Kunststoff und sieht innen genauso gut

aus wie auf der Terrasse.

Das Wochenende auf einem Bio-Bauernhof im Ostallgäu

bei einem der Milchlieferanten der Andechser

Molkerei Scheitz ist ein wunderschöner Preis

für die ganze Familie! Kühe melken, über Wiesen

toben, die gute Luft genießen, alles inklusive. Der

Wert beträgt 200 Euro. Außerdem gibt es von der

Molkerei Scheitz als weiteren Gewinn noch einen

Geschenkkorb mit köstlichen ANDECHSER NATUR

Bio-Produkten im Wert von 50 Euro.

Und für Feinschmecker-Naschkatzen stiftet Clement

chococult aus Bernried einen Pralinenkurs für

zwei Personen mit Insider-Wissen und den zartesten

Versuchungen in edler Schokolade und kostbaren

Zutaten. Der Wert beträgt rund 200 Euro incl. Clement

chococult-Schürze.

Die Aufgabe:

Wer das Magazin aufmerksam liest, findet die gesuchten

Zahlen ohne Probleme. Bitte notieren. Hier die Fragen:

Wie viele Passagiere (ohne Pilot) passen

in die größere Gondel der Landstettener-

Ballonfahrten?

Vor wie vielen Jahren gründete sich die Initiative

zur Rettung des Schacky-Parks in Dießen?

Wie viele Gedichte des Musikers und Kabarettisten

Josef Brustmann finden Sie in diesem Magazin?

Zusammengezählt ergibt das Ihre Glücks-Gewinnzahl,

die Sie bitte mit dem Stichwort GEWINNSPIEL per E-Mail

senden an: kontakt@seemagazin.de

oder per Postkarte an:

Starnberger SeeMagazin, max.medienbüro,

Berger Straße 19a, 82335 Berg

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einsendeschluss: 15.12.2010

DIE GLÜCKLICHEN GEWINNER

Die schönen Preise des Gewinnspiels im

letzten Starnberger SeeMagazin gingen an:

Susi und Oliver Sternbeck aus Eurasburg,

die ein Wochenende zu zweit im DESIGN-

HOTEL WALLISERHOF IN BRAND genießen.

Über den SEGELKURS in der Segel- und

Sportbootschule Tutzing freut sich Ursula

Kitzthum aus Weilheim. Den GIRO-SKI-

HELM von Brandoffice Handelsagentur Lars

Langer ging an Anne Boldt in Gauting und

die Eintrittskarten für einen AUSFLUG

INS LEGOLAND, gestiftet vom Tourismusverband

Starnberger Fünf-Seen-Land,

hat Marianne Bez aus Pöcking gewonnen.

Herzlichen Glückwunsch!

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 119


Advertorial

Teamspiele

LANDHOTEL KLOSTERMAIER

Zünftig tafeln

wie seinerzeit

Hier wäre auch Ludwig Ganghofer gerne eingekehrt:

Die Wirtin des Ickinger Landhotels Klostermaier

bezieht das Wildbret nämlich vom Jäger aus Fall!

Überhaupt lässt sich im Landhotel Klostermaier beste bayerische

Küche genießen – ob rescher Schweins- oder zarter

Zwiebelrostbraten, frische Forellen und Saiblinge aus Isar oder

Aumühlen-Zucht, Renken aus dem Starnberger See. Ein dreigängiges

Mittagsmenü gibt es schon für 9,80 Euro. Wem nach

kräftigem Ausschreiten auf dem Isarwanderweg zwischen

Thalkirchen und Pupplinger Au oder vom Kloster Schäftlarn

kommend, der Sinn nach einer Brotzeit steht, wird bestens

bedient und auf der Sonnenterrasse mit Blick ins Isartal und

auf das Karwendel-Gebirge belohnt.

Im rustikalen Restaurant sitzt der Gast zünftig an gescheuerten

Holztischen, und der Weinliebhaber wird von Sommelière

Vanessa Koller vorzüglich beraten. Stolz ist Hotelchefin

Karin Schmid auch auf die süßen Sachen aus der hauseigenen

Konditorei. Nicht verpassen: die „Torte Mousse au chocolat“!

Zum Frühstück ab sieben Uhr (wochenends ab acht Uhr) sind

Hotel- wie Tagesgäste willkommen. Für Feiern und Tagungen

gibt es einen Nebenraum. Apropos Ganghofer: Vielleicht

hat der ja tatsächlich hier getafelt. Zu seiner Zeit haben Karin

Schmids Vorfahren an gleicher Stelle im „Gasthaus zur Post“

Braten, Bier und Brotzeit serviert. Das Landhotel Klostermaier

wurde 2007 nach dem historischen Vorbild gebaut.

EIN HEFT, RANDVOLL MIT GESCHICHTEN UND

BILDERN, IST IMMER EINE GEMEINSCHAFTS-

SACHE. AUS DEM TEAM KURZ VORGESTELLT

ART! WORK!

Wenn, dann verlieben wir uns bereits nach Bruchteilen

von Sekunden. Deshalb ist der optische Auftritt

auch so wichtig, was Michael Darling und

Andreas Meiler von design apartment sehr wohl

wissen. Die beiden Grafikdesign-Profis aus München

sorgen für unser gutes Aussehen – vom

Titelbild bis zur letzten Seite. Ihre Beziehung zum

Starnberger See außerhalb der Profession? „My favourite

lake with a view!“, sagt Michael, der gebürtige

Engländer. „Ich kenne kein schöneres Schwimmbecken!“,

meint Andreas, der waschechte Münchner.

SPEZIELL!

Christine Schulz ist Journalistin und Buchautorin

(u.a. ausgezeichnete Wissensbücher für Kinder wie

„nachgefragt: Politik“, „Was glaubt die Welt?“ oder

„Wer war das? Forscher und Erfinder.“) Weil sie nicht

nur hervorragend recherchiert und schreibt, sondern

auch in Wörthsee lebt, hat sie uns die spannenden

Geschichten für das Ammersee-Spezial geliefert.

ÜBERALL!

„Wenn einer von uns neun Geschwistern in den

Ferien zu Tante Gundi an den Starnberger See

fahren durfte, war’s das große Los. In Percha gab es

nämlich einen Badeplatz mit Steg, ein Boot und viel

Hüttenzauber!“ Schöne Erinnerungen von Barbara

Kraus, Chefredakteurin des Starnberger SeeMagazins,

die vom Niederrhein stammt („tiefstes Beuys-

Land“), zum Studium nach München kam – und

blieb. Beim Titelbild-Shooting in Leoni hatten sie

und Bildredakteurin Roya Norouzi, Vielgereiste mit

Familien-Landung in München, eine Menge Spaß.

Landhotel Klostermaier

Mittenwalder Straße 9

82057 Icking

Tel. 08178 867870

Kein Ruhetag

www.landhotel-klostermaier.de

AKTUELL!

Unsere Autorin Nina Daebel ist Historikerin, freie

Redakteurin und ein Nordlicht aus Schleswig-

Holstein, die seit sechs Jahren am Starnberger See

unterwegs ist und in Holzhausen lebt. „Für mich

ist der See magisch. Was auch immer ich verloren

glaubte, ist mir hier nah“, sagt Nina. Die magischen

Momente, erklärt unsere Autorin weiter, erlebe sie

eher im ruhigen Winter. „Am Ufer zu stehen und zu

lauschen, wie zerbrechliche Eisstücke durch die

Wellen zart-klirrend aneinandergestoßen werden,

das ist wie der Klang eines Windspiels.“

120 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


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20 Seiten

AMMERSEE

SPEZIAL

Magazin

HEIMAT HEUTE

Junge Talente &

gute Tradition

ABENTEUER

Im Ballon, auf dem

Kraxnbichl und

mit süßen Möpsen

CHRISTIAN TRAMITZ

Verliebt in

Ammerland

Zwischen »Pastewka«

und »Der Bär«

Star-Gast

Sonsee Neu

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GEHEIMTIPPS FÜR GENIESSER

SPORT, SPIEL, KULTUR

Gute-Laune-Tage

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Fotos: Jens Heilmann; Tanja Rohmann

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Zwei, die den See an allen Tagen und mit allen Launen

kennen, sind die „Lichtbildner“ Jan Greune und

Dr. Ulrike Mertz, die für das Starnberger SeeMagazin

auch als Autorin unterwegs ist.

Beide leben am See – der eine in Münsing, die andere

in Starnberg. Neben dem Profihandwerk stellte

Fotograf Jan bei unserer Aufmacher-Reportage zur

Ballonfahrt auch seine akrobatischen Fähigkeiten

unter Beweis: Mit Kamera und Teleskopstange

jonglierte er gefährlich am Gondelrand, um seine

ungewöhnlichen Bilder einzufangen.

Für ihre Geschichte vom „Almdoktor Hausmann“

(Foto und Text) nahm auch Ulrike Mertz einen sportlichen

Auf- und Abstieg auf die Bernauer Alm am

Risserkogel in Angriff.

See-Liebhaber. Oben:

Andreas Meiler und

Michael Darling, design

apartment. 2. Reihe:

Fotograf Jan Greune, die

Autorinnen Christine Schulz

(Mitte) und Nina Daebel.

Unten: Dr. Ulrike Mertz

(links); Bildredakteurin

Roya Norouzi mit Barbara

Kraus, Leitung Redaktion.

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Wir möchten, dass Sie rundum informiert sind!

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aktuelle Tipps und Termine. Und allzeit dabei:

Der kleine Veranstaltungskalender als hübscher

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verpasst haben, können Sie diese zum Sonderpreis von 3 €

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Sonderaktion: Alle fünf bisherigen Ausgaben (siehe unten)

zum Preis von nur 10 € zzgl. Versandkosten. Per E-Mail:

kontakt@seemagazin.de oder telefonisch unter 08151 959974.

Design & Layout:

Magazin

IMPRESSUM

Starnberger SeeMagazin

Jahresausgabe 2010

Gedruckte Aufl age: 25.000

Das Starnberger SeeMagazin

wird herausgegeben von

Verlag max.medienbüro

Berger Str. 19a

82335 Berg

Tel. 08151 959974

Fax 08151 959973

kontakt@seemagazin.de

Leitung Redaktion:

Barbara Kraus

Redaktionsbüro

Kanalstr.19a

85774 Unterföhring

kraus@seemagazin.de

Projektleitung:

Sabine Schönmann (verantw.)

Elke Ross

Anschrift wie Verlag

Design & Layout:

design apartment

Michael Darling, Andreas Meiler

Holzstr. 26, 80469 München

www.design-apartment.de

Bildredaktion:

Roya Norouzi

Schlussredaktion:

Petra Leitner

Freie Mitarbeiter

dieser Ausgabe:

Text:

Dr. Peter Baier, Nina Daebel,

Manfred Hummel, Dr. Ulrike

Mertz, Elke Reichart, Max

Scharnigg, Christine Schulz,

Patricia Wiede.

Fotografen: Peter von Felbert,

Jan Greune, Thomas Kilper,

Carsten Knappe (Illustrationen),

Quirin Leppert, Dr. Ulrike Mertz,

Tanja Rohmann, Thomas

Schmid, Harry Sternberg.

Ansprechpartner für

Werbekunden:

Sabine Schönmann

schoenmann@seemagazin.de

Elke Ross

ross@seemagazin.de

Litho & WebDesign:

w&co MediaServices

81737 München

Druck:

Aumüller Druck

93057 Regensburg

Für unsere Leser

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122 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


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-Emission: 218–265 g/km


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Blick auf eine Perlenfarm in Japan - Abb. mit freundlicher Genehmigung von JPEA

Wir waren wieder bei unseren Perlzüchtern und haben dort

die bezauberndsten Schätze des Meeres für Sie ausgewählt.

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124 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

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