Das gesunde Kind - Eltern.de

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Das gesunde Kind - Eltern.de

Das gesunde Kind

Bewegung:

fit fürs

Leben!

Cool bleiben

10 Fakten zum Fieber,

die Eltern beruhigen

Leer ausgehen

Frust aushalten – das

müssen Kinder lernen

Schön sein

Warum Mädchen die

Farbe Rosa lieben

Ihr

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Inhalt

EDItorIAl 04

WISSEN 06

Eltern fragen, Experten antworten

BEWEGUNG 10

Gesunde Entwicklung kann so einfach sein

KINDErKrANKhEItEN 16

Scharlach

FAmIlIENhIlFE 18

Das Angebot „wellcome“ feiert Geburtstag

hEIlSAmE hItzE 20

Wie Fieber dabei hilft, schnell wieder gesund zu werden

orGANISAtIoNEN 24

Die Stiftung Kindergesundheit stellt sich vor

ErzIEhUNG 26

Frust aushalten – das macht Kinder stark

SChrEIBABy 30

Neue Erkenntnisse zum Babygebrüll

KINDErFrAGEN 32

Was ist Sex? Antworten, bei denen keiner rot werden muss

ENtWICKlUNG 34

Krumme Babyfüße: Was tun bei Fehlstellungen?

SANDKAStEN 36

Schnelle Anleitung für Heimwerker

mäDChEN 42

Gibt es ein Gen für Rosa, Glitzer und High Heels?

ErStE hIlFE 46

Richtig handeln bei Knochenbrüchen und Prellungen

VErloSUNG 48

20

26

42

VorSorGE 50

U1 bis U10 – was untersucht der Arzt?

ENGEL/CORBIS

ImprESSUm 54

ANNIE

KUrz UND GUt 54 54

Aktuelle Meldungen TITELFOTO:

DAS GESUNDE KIND ELTERN // 3


editorial

4 // ELTERN DAS GESUNDE KIND

Liebe Eltern,

Christiane Börger,

Redaktion

Das gesunde Kind

Kinder kommen mit einer wunderbaren Eigenschaften zur Welt: Sie lieben Bewegung. Schon

als Babys strampeln und zappeln sie unermüdlich. Und auch später wären sie ziemlich verloren,

wenn sie sich nicht von Natur aus gerne bewegen würden. Alles, was Kinder in ihren ersten

Lebensjahren lernen, lernen sie durch Bewegung. Robbend, krabbelnd, laufend und springend

erschließen sie sich Stück für Stück die Welt.

Trotzdem stellen Ärzte und Sportpädagogen fest, dass Kinder sich immer weniger bewegen.

Schon viel zu früh wird ihr Freiraum eingeschränkt, durch Babywippen, Laufställe und stets bereitstehende

Buggys.

Fällt Ihnen etwas auf? Wir Eltern müssen uns selbst an die Nase fassen, wenn wir uns über unsere

kleinen Couchpotatoes beschweren. Wer nicht von klein auf lernt, dass Bewegung Spaß

macht und ein wichtiger Teil des Alltags ist, endet schon als Vorschulkind vor dem Fernseher

oder Computer. Drei- bis Fünfjährige sitzen heute täglich bis zu 90 Minuten vor der Flimmerkiste.

Das ist viel zu viel für Kinder, die für ihre gesunde geistige und körperliche Entwicklung

vor allem eines brauchen: Bewegung und freies Spiel.

Deshalb: Seien Sie Vorbild und gehen Sie, sooft es geht, mit Ihrem Kind nach draußen. Zu Fuß

zum Einkaufen, Hüpfspiele bis zum Kindergarten, Balanceakte auf dem Gartenmäuerchen. Am

Wochenende geht’s lieber in den Wald als ins Kino, und in den Ferien wird gewandert, anstatt

in den Freizeitpark zu fahren.

Wie Sie sonst noch in Bewegung kommen?

Das lesen Sie in unserer Titelgeschichte ab Seite 10. Viel Spaß dabei wünscht

Foto: tim Hall/Getty imaGes


FOTOS: GeTTy ImaGeS (6), COrbIS

Ist es wirklich so

wichtig, dass Kinder vor

dem Kindergarten

noch frühstücken? In

der Gruppe gibt es

doch dann wieder etwas!

Frühstücken ist wirklich wichtig, denn es

liefert Energie, wenn man sie am nötigsten

braucht. „Während der relativ langen

Nachtruhe entsteht ein Mangel an Kohlenhydraten,

der am Morgen durch das Frühstück

ausgeglichen werden sollte, damit

die Kinder gut in den Tag starten, sich konzentrieren

können und gut gelaunt sind“,

erklärt Professor Dr. Michael Lentze, Wissenschaftlicher

Leiter des Forschungsinstituts

für Kinderernährung in Dortmund.

Das zweite Frühstück im Kindergarten ist

dafür kein Ersatz, es dient als Ergänzung

– besonders für Kinder, die frühmorgens

kaum etwas hinunterbekommen. „Üppig

muss das Frühstück nämlich gar nicht

sein“, sagt Lentze. Worauf es ankommt

sei, dass Kinder morgens nicht mit leerem

Magen das Haus verlassen.

Mein Sohn hat nie Lust, aufzuräumen. Müsste er

das mit drei nicht langsam können?

Klares Nein. Zu begreifen, was Ordnung überhaupt ist, sie herzustellen und zu halten –

das sind komplizierte Dinge, mit denen selbst viele Erwachsene Schwierigkeiten haben.

Kinder brauchen bis weit ins Schulalter hinein die Unterstützung ihrer Eltern“, sagt Dr.

Fabienne Becker-Stoll, Leiterin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München. „Viele

Dreijährige können zwar schon ganz gut beim Aufräumen helfen, die Verantwortung für

ihr Zimmer würde sie aber überfordern.“ Deshalb sei es wichtig, dass die Erwachsenen

ein Ordnungssystem vorgeben. Beispiel: alle Autos in die blaue Kiste, Bauklötze in die

rote, Stofftiere ins Regal. Die Kisten mit den Lieblingsspielsachen sollten für das Kind

erreichbar sein, also nicht auf dem Schrank stehen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt,

kann der Eltern-Anteil am gemeinsamen Aufräumen nach und nach abnehmen.

DAS GESUNDE KIND ELTERN // 5


wissen

Mein Zweijähriger kann

sich auf nichts richtig

konzentrieren, zum

Beispiel schafft er es

nicht, ein Bilderbuch mal

bis zum Schluss anzuschauen.

Ist das normal?

Sie erwarten zu viel von Ihrem Sohn, er ist

schließlich erst zwei! „In diesem Alter ist

für Kinder noch jeder Reiz, der von außen

kommt, attraktiv“, erklärt Dr. Susanne

Pain, Ärztin für Kinderpsychatrie am Josefinum

in Augsburg. Egal, ob draußen ein

Hund bellt, die große Schwester zur Tür

hereinkommt oder die Sonne in der Nase

kitzelt – alles kann von einem Moment auf

den anderen interessanter sein als das Bilderbuch.

Und das ist völlig normal! Sogar

Schulanfänger können sich kaum länger

als zehn bis 15 Minuten am Stück

konzentrieren. Bei einem Zweijährigen

kann man da erst recht kein ausgeprägtes

Sitzfleisch erwarten. „Wenn ein Kind allzu

hibbelig ist, kann es helfen, die Ablenkung

zu reduzieren“, rät Pain. Zum Beispiel die

Spielsachen bis auf ein paar wenige wegräumen

und sie dann gelegentlich austauschen.

Und: Radio und Fernseher sollten

aus bleiben, wenn Ihr Sohn spielt oder ein

Bilderbuch anguckt!

6 // ELTERN DAS GESUNDE KIND

Meine Tochter, 18 Monate, hat auf dem Spielplatz

eine Zigarettenkippe in den Mund gesteckt

und darauf herumgekaut. Was kann da passieren?

Eine Zigarettenkippe enthält hohe Konzentrationen an Giftstoffen. Auch wenn ein Kind

sie nicht verschluckt, sondern nur auf ihr herumkaut, sollte man das nicht auf die leichte

Schulter nehmen. „Besonders gefährlich sind feuchte Kippen, weil bei ihnen die giftigen

Inhaltsstoffe bereits gelöst sind und über die Schleimhäute ungebremst aufgenommen

werden können“, erklärt Dr. Klaus Rodens, Kinder- und Jugendarzt und

Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Darüber

hinaus kann eine Zigarettenkippe auch Infektionen mit Hepatitis B oder durch Bakterien

übertragen. Dr. Rodens: „Grundsätzlich gilt: Wenn ein kleines Kind mit Zigaretten in

Kontakt kommt, muss es einem Kinder- und Jugendarzt vorgestellt werden. Vielleicht

kann er selbst helfen, zum Beispiel durch die Gabe von Aktivkohle, vielleicht muss er

das Kind zur stationären Überwachung einweisen.“


Meine Tochter, 3 ½, möchte zusammen

mit ihrer Freundin einen Schwimmkurs

machen. Bringt das in dem Alter schon etwas?

Zu hohe Erwartungen sollten Sie nicht haben. Dass Ihre Tochter in dem Alter schon

richtig frei schwimmen lernt und am Ende gar das „Seepferdchen“ schafft, ist unwahrscheinlich.

„Meist sind erst Fünf- bis Sechsjährige in der Lage, in einem Kurs

wirklich schwimmen zu lernen“, berichtet Heinz Krombholz, Experte für Bewegungserziehung

am Staatsinstitut für Frühpädagogik in München.

Beim Schwimmen müssen Kinder Atmung sowie Arm- und Beinbewegungen miteinander

koordinieren – das ist mindestens so schwer wie Radfahren. Geht es aber

darum, dass die beiden Mädchen gemeinsam etwas unternehmen, dabei Spaß haben

und sich ans Wasser gewöhnen, ist ein Kurs (für die passende Altersgruppe!)

durchaus sinnvoll. Denn erste Erfahrungen beim Untertauchen und Planschen sind

gute Voraussetzungen, um später schneller schwimmen zu lernen.

Hyperaktiv?

…an Magnesiummangel

denken!

Unruhe, Nervosität,

Hyperaktivität und

Übererregbarkeit gehören

zu den sog. neuromuskulären

Störungen und können

durch einen Magnesiummangel

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Injektion/Infusion bedürfen. Nachge wie sener Magnesiummangel, wenn er

Ursache für Störungen der Muskel tätig keit (neuromuskuläre Störungen,

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wissen

Meine Tochter, 18

Monate, geht seit einem

halben Jahr in die

Krippe und ist ständig

krank. Setzt das so

einem kleinen Körper

nicht fürchterlich

zu? Und wann wird es

besser?

Keine Sorge, das ist völlig normal. Bisher

befand sich das Immunsystem Ihrer Tochter

in einer Art Schonraum, doch jetzt

wehen ihm in der Krippe plötzlich alle

möglichen Krankheitserreger entgegen,

die es bisher nicht kannte. „Mit zwölf bis

16 fieberhaften Erkrankungen pro Jahr

können Sie daher rechnen“, sagt der Berliner

Kinderarzt Dr. Ulrich Fegeler. „Der

kleine Organismus ist aber bestens dafür

gerüstet und keinesfalls überfordert.“

Auch wenn uns die Dauerpatienten leidtun,

haben die „Krippen-Infekte“ etwas

Gutes. Dr. Fegeler bezeichnet sie als natürliche

Impfung, die jedes Kind beim Eintritt

in seine erste Gemeinschaftsein-

richtung bekommt. „Nach rund drei ‚Infekt-

Wintern‘ sind die meisten Erreger abge-

hakt, dann nimmt die Erkrankungshäufig-

keit drastisch und dauerhaft ab.“

8 // ELTERN DAS GESUNDE KIND

Vom Herumtoben in neuen Schuhen hat meine

Vierjährige eine große Blase an der Ferse.

Verheilt sie schneller, wenn ich sie aufsteche?

„Ob man die Blase öffnet oder nicht, spielt für den Heilungsprozess keine Rolle“, sagt

Dr. Birgit Kunze, Hautärztin aus Hamburg. Deshalb sollte man die kleinen Blasen einfach

in Ruhe lassen und große nur aufstechen, wenn die Haut darüber spannt und

schmerzt – und das macht am besten ein Arzt.

Will man es doch selbst machen, bitte steril arbeiten. Das heißt, die Nadel, mit der man

in die Blase sticht, vorher in eine Flamme halten und anschließend mit Desinfektionsmittel

abwischen. Ist das Sekret abgeflossen, gleich ein spezielles Blasenpflaster aufkleben.

Und die Haut, das sogenannte Blasendach, nicht abmachen. Es bietet der betroffenen

Hautstelle einen zusätzlichen Schutz.


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ewegung

10 // ELTERN das gesunde kind

Heute schon

getobt?

Durch die Wiese rennen, auf Bäume klettern, durch

die Wohnung turnen. Kinder brauchen das für

eine gesunde Entwicklung! Warum Bewegung die

schönste und wichtigste Sache der Welt ist


FotoS: MauritiuS iMageS

Kinder sind robust. Es müssen schon äußerst elende Bedingungen

zusammenkommen, um ihre Entwicklung ernsthaft

zu stören, meint der amerikanische Hirnforscher Steve Petersen.

Sein Rat für alle Eltern ist deshalb ganz simpel: „Ziehen Sie

es nicht in einem Schrank auf, lassen Sie es nicht verhungern und

hauen Sie ihm nicht mit einer Bratpfanne auf den Kopf.“ Er hätte

ergänzen können: Und parken Sie es nicht vor dem Fernseher oder

in einem Laufstall. Denn Kinder wollen und sollen sich bewegen,

und das können sie nur, wenn sie Platz dafür haben.

Jedes Kind hat die anatomischen und kognitiven Anlagen, das

Krabbeln, Laufen, Hüpfen und Springen zu lernen – wir müssen gar

nicht viel dafür tun. Am besten ist es, die Kinder ihren Bewegungsdrang

ausleben zu lassen, wie sie wollen. Und der ist enorm: Ein

durchschnittlich trainierter Zehnkämpfer schafft es nur vier Stunden

lang, das andauernde Gerase, Gerenne und Gehopse eines normal

entwickelten Vierjährigen nachzumachen.

Platz da! Freie Bahn Für kleine hoPser

Um ihre unbändige Kraft, Neugier und Ausdauer richtig ausleben

zu können, brauchen Kinder Freiraum. Und zwar vom ersten Tag

an, wie Professor Hans-Michael Straßburg von der Universitäts-

Kinderklinik Würzburg betont: „Wir stellen immer wieder fest, dass

Kinder sich bereits in den ersten beiden Lebensjahren zu wenig

oder nicht richtig bewegen. Die späteren Folgen: Übergewicht, Koordinationsstörungen

und Aufmerksamkeitsdefizite.“

Dabei ist es ganz einfach, seinem Kind die optimalen Bedingungen

für die motorische Entwicklung zu schaffen:

Säuglinge fühlen sich am wohlsten, wenn sie auf dem Boden liegen.

Und zwar nicht in einengenden Tragetaschen oder dicken Kissen,

sondern auf der Krabbeldecke. So haben sie genügend Freiheit,

um mit den Armen zu rudern, mit den Beine zu strampeln und

den Kopf nach links und rechts zu drehen. Wichtig: Zwischen Rücken-

und Bauchlage abwechseln. Denn nur in der Bauchlage können

Babys ihre Hals- und Rückenmuskulatur gut trainieren.

Krabbler brauchen keine Lauflernhilfen – weder ein „Gehfrei“ noch

Mama und Papa, die das Kleinkind an den Armen hochziehen. Damit

ein Kind sicher und harmonisch auf zwei Beinen steht, muss es

die dafür nötigen Bewegungen Schritt für Schritt lernen: aufrichten

über die Seite, mit den Händen abstützen, den Popo noch oben

schieben, die Balance halten, hinfallen können.

Einjährige brauchen vor allem Platz für ihre Entdeckungstouren.

Deswegen sollte der Laufstall immer nur eine Notlösung sein. Nur

wer im Affentempo durch die – gesicherte – Wohnung flitzen kann,

bewegung

das Altpapier ausräumen und sich am Couchtisch hochziehen darf,

kann genügend motorische Erfahrungen sammeln.

Zweijährige wollen nicht immer nur im Buggy sitzen. Und auch

nicht im Autositz. Klar, Zeit ist knapp, aber vielleicht können Sie

versuchen, Bewegung einfach in den Alltag zu integrieren. Auf dem

Weg zum Einkaufen oder zum Kinderturnen können Zweijährige den

Bordstein rauf und runter hopsen oder auf einem kleinen Mäuerchen

balancieren. Und wenn Oma im dritten Stock wohnt, kommt man

da auch ohne Aufzug hoch!

Dreijährige haben großen Spaß daran, mit anderen Kindern zu

spielen und zu toben. Kinderturnen, Schwimmen oder eine Stunde

auf dem Spielplatz – wer jeden Tag eine kleine Bewegungseinheit

vor sich hat, gewöhnt sich an einen bewegten Alltag.

Vierjährige haben vor dem Fernseher und vor dem Computer

nichts verloren – zumindest nicht länger als eine halbe Stunde am

Tag. Wer vor der Glotze sitzt, bewegt sich nicht – und wer sich nicht

bewegt, nimmt zu. Eine Vielzahl von Untersuchungen bestätigt diesen

logischen Zusammenhang: Je länger und je regelmäßiger Kin-

das gesunde kind ELTERN // 11


ewegung

der vor dem Fernseher sitzen, desto höher ihr Body-Mass-Index.

Ihr Kind hat einfach keine Lust, sich zu bewegen? Dann hat es diese

Lust wohl irgendwann verloren. Kinder kommen nicht als

Couchpotatoes zur Welt – sie wären ziemlich aufgeschmissen, wenn

sie sich nicht von Natur aus gern bewegen würden. Alles, was Kinder

in ihren ersten Lebensjahren lernen, lernen sie durch Bewegung.

Robbend, krabbelnd, laufend und springend erschließen sie sich

Stück für Stück die Welt.

Natürlich ist jedes Kind anders veranlagt – das eine kommt nie zur

Ruhe und springt durchs Leben wie ein Flummi, das andere ist eher

ruhig und braucht Phasen der Erholung.

Trotzdem: Es muss einen Grund dafür geben, wenn Kinder lieber

auf dem Sofa herumlümmeln, anstatt draußen im Garten zu spielen.

Auch wenn’s unangenehm ist, Eltern sollten sich zuallererst

an ihre eigene Nase fassen: Gehen sie mit gutem Beispiel voran?

Eltern, die mit Chipstüte und Cola vor dem Fernseher sitzen, ihrem

Kind aber predigen, es müsse sich mehr bewegen, wirken unglaubwürdig.

Deshalb: Machen Sie Bewegung zu Ihrem Lebensprinzip!

Erledigen Sie, was möglich ist, zu Fuß. Gehen Sie am

Wochenende in die Natur, unternehmen sie gemeinsam lange Spaziergänge

oder gehen Sie zum Schwimmen. Treiben Sie selbst

Sport, möglichst zwei-, dreimal in der Woche. Und: Der Fernseher

bleibt – bis auf eine halbe Stunde am Tag – ausgeschaltet. So sind

Sie das perfekte Vorbild für Ihr Kind, und Sie werden sehen: Auch

Ihr Kind wird sich gern bewegen.

spielplatz wald und wiese

Sie finden all diese Tipps banal? Das sind sie. „De facto haben viele

Kinder heute aber diese Bewegungsfreiheiten nicht mehr“, so Dr.

Dieter Breithecker, Leiter der Bundesarbeitsgemeinschaft für Hal-

12 // ELTERN das gesunde kind

Bei wind und wetter: dreijährige

finden Matsch-wettläufe großartig

tungs- und Bewegungsförderung in Wiesbaden. „Unsere Lebenswelt

hat sich verändert: Was früher selbstverständlich war, nämlich

draußen im Wald und auf der Wiese zu spielen, gehört heute nicht

mehr zum Alltag.“

Hinfallen will gelernt sein!

Stattdessen verbringen Kinder heute viel mehr Zeit in der Wohnung,

vor dem Fernseher, unter der Aufsicht von Mama und Papa. „Dabei

ist es so wichtig, dass Kinder einfach mal machen dürfen, was sie

wollen.“ Zum Beispiel die Wohnung erkunden, ohne dass Mama

sagt: „Nicht, das ist gefährlich!“ Oder auf einen Baum klettern können,

ohne dass Papa sagt: „Pass auf, du fällst da runter!“ Nur so

können Kinder mit der Zeit lernen, ihre Muskeln zu trainieren, ihre

Arme und Beine zu koordinieren, das Gleichgewicht zu halten. Und,

ganz wichtig: „Nur wer auch mal hinfallen darf, lernt, sich vor größeren

Unfällen zu schützen“, so Dr. Breithecker. Denn: Eltern, die

ihre Kinder immer beschützen und vor jedem blauen Fleck bewahren

wollen, tun ihren Kindern keinen Gefallen. Wer nie hinfällt, weiß nicht,

wie man sich mit den Händen abfängt; wer sich nie wehtut, lernt

nicht, dass man sich vor Schmerzen schützen kann; wer nie von

irgendwo hinunterspringt, bekommt kein Gefühl für die Höhe und

bricht sich bei erster Gelegenheit die Knochen.

Angebote wie PEKiP, Babyschwimmen, Kinderturnen sind Alternativen,

aber keine Allheilmittel. „Ein, zwei Stunden in der Woche sind

viel zu wenig“, so Professor Hans-Michael Straßburg. Das beste

Training ist also: jeden Tag ausreichend rennen und toben und

klettern und springen. „Engelchen, flieg“ und „Hoppe, hoppe, Reiter“

spielen, Treppen steigen und die Brötchen zu Fuß holen, in

Pfützen springen und auf Bäume klettern. Dann kann eigentlich

nichts mehr schiefgehen.


Mit ihren Sinnen entdecken kleine

Erdenbürger spielerisch das Leben.

Greifen, Krabbeln, Laufen, Sprechen

– nie wieder lernt ein Kind

so viel und in so kurzer Zeit wie

im ersten Lebensjahr. Sämtliche Sinne

sind bei der Geburt zwar fertig angelegt,

brauchen aber noch viel Übung bis zur

vollständigen Reife. So hat zum Beispiel

der Tastsinn zu diesem Zeitpunkt gegenüber

den anderen Sinnen Vorsprung.

Spielwaren leisten für die Entwicklung

der Sinne einen wertvollen Beitrag. Durch h

ihre Farben, Formen und Materialien wecken

sie die Neugier des Babys und verbessern

sowohl Motorik und Auge-Hand-

Koordination. dm-babybonus begleitet

Sie durch diese aufregende Zeit und gibt

nützliche Tipps, wie Sie den kleinen Weltentdecker

bei seinem Tatendrang unterstützen

können.

Babymassage: Sinnliche Erfahrungen hrungen

Fühlen und „begreifen“ heißt nicht nur, selbst

mit den kleinen Händen auf Entdeckungsreise

zu gehen. Auch sich selbst berühren und massieren

zu lassen, will gelernt sein! Eine wohltuende

Babymassage regt die Funktion der kindlichen

Organe an und vertieft die Atmung.

• Streichen Sie abwechselnd kreuzweise über den

Oberkörper, und zwar von der linken Schulter

zum rechten Bein und umgekehrt. Massieren Sie

den Bauch im Uhrzeigersinn – nie in die Gegenrichtung.

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• Fahren Sie mit fl achen Händen

parallel sanft über den Rücken.

Gehen Sie dabei vom Nacken über

die Schultern hin zu den Händen und

über den Po und die Beine hin zu den Füßen.

• Streichen Sie das Gesicht langsam vom Nasenrücken

aus mit beiden Händen sanft zu den

Wangen aus.

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die Innen- und Außenfl ächen von Händen

und Füßen sowie die Finger und Zehen.

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14 // ELTERN das gesunde kind


Drei gute Gründe, warum

Bewegung schon für Kleine

wichtig ist:

1. Sie unterStützt MuSkeln

und knochen

Weil Bewegung die einlagerung von Mineralien

in die knochen fördert, wird der Bewe-

gungsapparat belastungsfähiger, haltungsschwächen

wie hohlkreuz, rundrücken,

Fehlstellungen der Füße können verhindert

werden. Wer sich viel bewegt, bekommt

außerdem eine kräftige Muskulatur – sie unterstützt

die knochen zusätzlich von außen.

2. Sie Stärkt herz, kreiSlauF

und lunge

robben, kugeln, laufen und springen bringen

den kreislauf in Schwung, das herz wird

kräftiger, die lungenfunktion unterstützt.

3. Sie Macht Schlau

Während ihr kind vorwärtsrobbt, schaukelt

oder auf einem Bein hüpft, bilden sich in

seinem gehirn wichtige Botenstoffe, die seine

entwicklung voranbringen. die Bildung

von nervenzellen wird beschleunigt, außerdem

steigt in einigen hirnregionen die Sauerstoff-

versorgung. Mit jeder Bewegung, die ihr kind

macht, lernt es etwas dazu, es begreift,

dass dinge sich verschieden anfühlen, unterschiedlich

weit entfernt sind, was es mit

ihnen anstellen kann.

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Sie möchten wissen, ob sich Ihr Kind

ausreichend bewegt? Machen Sie unseren

Fitness-Check unter www.eltern.de/fitness

Auch in Deutschland gibt es viele

Kinder und Jugendliche, die dringend

unsere Hilfe brauchen.

Werden Sie SOS-Pate!

Mit Ihrem Monatsbeitrag in Höhe

von 26 Euro oder mehr unterstützen

Sie eine der 45 SOS-Kinderdorf-

Einrichtungen in Deutschland.

Was Sie mit Ihrer Unterstützung

als Pate bewirken, können Sie durch

regelmäßige Berichte und Bilder

verfolgen.

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

Mehr Infos unter:

Telefon 089 12 60 61 62

patenschaften@sos-kinderdorf.de

www.sos-kinderdorf.de


kinderkrankheiten

Schon wieder

Scharlach

Verursacht wird Scharlach von den sogenannten A-Streptokokken:

Bakterien, von denen es rund 90 verschiedene

Sorten gibt, von denen aber nur vier den „echten“ Scharlach

verursachen.

interessant: Es gibt Kinder, die sich nie Scharlach einfangen. Die

bleiben sogar gesund, wenn ihre besten Freunde krank werden.

Und dann gibt es Kinder, die sich sogar anstecken, wenn in der

Kindergartengruppe vier Türen weiter jemand Scharlach hat.

der grund: Um sich zu infizieren, muss man dem jeweiligen Keim

nicht nur begegnen – der Körper muss auch bereit sein, ihn einzufangen.

Und wie empfänglich jemand für einen Krankheitserreger

ist, das hat vermutlich erbliche Ursachen. Zum Glück

wächst sich die Neigung, jeden Scharlachkeim einzufangen, mit

den Jahren aus. Die gute Nachricht: Mit über zehn Jahren bekommt

kaum noch ein Kind den roten Rachen.

anzeichen: Ihr Kind hat hohes Fieber und klagt über starke

16 // ELTERN das gesunde Kind

Scharlach ist ein Selbstläufer. Bis zu vier-

mal können Kinder die bakterielle Infektion

bekommen – so lange dauert es, bis

man gegen die vier Scharlachgifte immun ist

Schluckbeschwerden. Rachen und Gaumen sind rot entzündet. Die

Zunge zeigt anfangs einen weißen Belag, der sich bald auflöst. Danach

erscheint sie gleichmäßig rot, nur die verdickten Geschmacksknospen

ragen hervor. Der kleinfleckige und sehr dichte Ausschlag

am Körper ist häufig nur flüchtig oder fehlt ganz.

ansteckungsgefahr: Die Streptokokken der Gruppe A übertragen

sich per Tröpfcheninfektion. Ihr Kind ist ansteckend bis einen Tag

nach Beginn der antibiotischen Therapie. Die Inkubationszeit be-

source

trägt zwei bis vier Tage. Gegen Scharlach gibt es keine Impfung.

Mögliche Komplikationen: Wird die Krankheit nicht behandelt,

können die Giftstoffe eine Schädigung des Herzmuskels oder der

Nieren hervorrufen.

iMages/iMage

Was ihrem Kind hilft: Üblicherweise kommt man um eine Antibiotika-Therapie

nicht herum. Das Kind sollte, solange es fiebert,

Mauritius

das Bett hüten. Wie bei allen Krankheiten gilt auch hier: viel trinken!

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18 // ELTERN das gesunde kind

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Angefangen hat es als kleiner

Wochenbett-Service in

Hamburg, heute ist es ein

deutschlandweites Netz

von Ehrenamtlichen, die

jungen Familien helfen, im

Familienleben anzu-

kommen. Mit dem Baby

spazieren gehen, sich um

das Geschwisterkind

kümmern, eine Zwillingsmutter

zum Arzt begleiten –

eine Mitarbeiterin kommt

ins Haus und hilft, wo sonst

keiner hilft. Ein Gespräch

mit Rose Volz-Schmidt,

Sozialpädagogin und

Gründerin von wellcome


FOTO: privaT

das gesunde Kind: Wellcome feiert in diesen

Tagen seinen zehnten geburtstag. Hätten sie damals

gedacht, dass das Projekt so ein erfolg würde?

RosE VoLz-schmidT: Nein, das ist auch für mich eine Überraschung.

Ich hatte damals selbst gerade meine erste Tochter bekommen

und hatte die üblichen Probleme als junge Mutter, war

de, erschöpft und kaputt. Mein Mann war beruflich viel unterwegs,

und auch sonst hatte ich nicht viel Hilfe. Als ich die anstrengendste

Zeit hinter mir hatte, dachte ich: So geht es doch vielen

jungen Eltern! Und so baute ich zunächst in Hamburg und Norderstedt

zwei kleine Teams zur Wochenbetthilfe auf.

Heute hat wellcome über 200 Teams in ganz deutschland.

Was macht ihre Organisation so erfolgreich?

Wellcome trifft den Nerv unserer Zeit. Junge Eltern stehen heute

sehr unter Druck, sie wissen wahnsinnig viel und wollen alles richtig

machen. Wenn das Baby dann da ist, fühlen sich viele überfordert.

Darüber hinaus fehlt es ihnen am Einfachsten: einer Oma oder

Nachbarin, die einfach mal vorbeikommt, wenn es brennt. Dieses

Glück hat heute nicht mehr jeder. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

nehmen den Müttern die Babys für ein bis zwei Stunden

ab, vielleicht zweimal in der Woche. Sie begleiten Mutter und Baby

zum Kinderarzt oder gehen mit dem Baby spazieren. Das ist eine

enorme Entlastung in der ersten harten Zeit als Familie.

Reichen zwei kurze Besuche in der Woche wirklich,

um einer überlasteten Mutter zu helfen?

Man wundert sich manchmal, mit wie wenig Einsatz man sehr viel

erreichen kann! Es geht vor allem um das Gefühl: Da gibt es jemanden,

der kommt vorbei, der interessiert sich für mich.

Oft ist zum Beispiel die Phase kritisch, in der der Partner wieder zur

Arbeit geht. Kurz nach der Geburt war alles organisiert, der Partner

hatte Urlaub, vielleicht war auch noch die Oma angereist. Und dann

ist man plötzlich allein mit dem Kind, von morgens bis abends. Das

ist eine erschöpfend lange Zeit, in der jede kleine Hilfe willkommen

ist. Manchmal genügen schon ein paar Wochen, in denen man der

Familie unter die Arme greift. Wir bleiben so lange, bis der Übergang

ins Familienleben gemeistert ist. Damit beugen wir größeren Problemen

vor und ermutigen Mütter, sich rechtzeitig Hilfe zu organisieren.

Es ist völlig normal, wenn man in einer neuen, ungewohnten

Lebenssituation Unterstützung braucht.

Wer genau bekommt Hilfe von wellcome?

Jeder, der das Gefühl hat, im Babychaos zu versinken, im Familienalltag

Unterstützung zu brauchen. Wir sind nicht in erster Linie

ein Angebot für den sozialen Rand, wie viele denken. Wir wollen

ganz bewusst auch den Müttern helfen, die es besonders gut machen

wollen – und an ihren Ansprüchen scheitern. Das sind durchaus

auch Akademiker­Eltern.

Was unterscheidet die wellcome-ehrenamtlichen

von einem ganz normalen Babysitter?

Vielen Eltern fehlt es an einem Netzwerk: Wo findet ein guter Babykurs

statt? Welches Stillcafé ist in meiner Nähe? Solche Kontakte

kann ein Babysitter, der ja in der Regel selbst noch Teenager

ist, nicht vermitteln. Die wellcome­Mitarbeiterin ist erfahren, hat

meist selbst schon Kinder großgezogen, kennt sich im Ort oder

im Stadtviertel gut aus und hilft, Anschluss zu finden. Außerdem

erkennt sie, wenn die Überforderung in der Familie zu groß ist, die

Mutter beispielsweise an einer postpartalen Depression leidet

oder ein Schreibaby hat.

aber damit ist die ehrenamtliche Helferin doch

ihrerseits überfordert ...

Das stimmt. In so einem Fall hält sie Rücksprache mit der hauptberuflichen

wellcome­Koordinatorin, Wellcome ist immer an eine große

Familieneinrichtung angeschlossen, etwa eine Familienbildungseinrichtung.

Dort kümmert sich eine Fachfrau um die Organisation des

Angebots. Wenn sie einen Hinweis bekommt, geht sie der Sache

nach und vermittelt der Familie weiterführende Hilfe. Das ist wieder

der Netzwerk­Gedanke: Ohne Netzwerk sind Familien heute verloren.

Wir von wellcome bauen es gemeinsam mit den Eltern auf.

WellcOMe finden

Wellcome ist ein angebot moderner nachbarschaftshilfe.

inzwischen gibt es in fast allen Bundesländern

wellcome-Teams – und das netzwerk

wird kontinuierlich ausgebaut. Wer Hilfe sucht,

findet eine anlaufstelle in seiner nähe unter

www.wellcome-online.de. dort wird auch beschrieben,

wie man ein neues Team gründen kann.

das gesunde Kind ELTERN // 19


fieber

20 // ELTERN das gesunde Kind


FOTOS: MauriTiuS iMageS

Mehr Freund

als Feind

Fieber ist keine Krankheit

Sondern fast immer ein Zeichen, dass sich das Immunsystem gerade

mit Krankheitserregern herumärgert. Sobald eine solche Abwehrreaktion

in Gang kommt, werden im Blut bestimmte Substanzen, die

sogenannten Pyrogene, freigesetzt. Diese alarmieren den im Gehirn

sitzenden Thermostaten, der daraufhin die Körpertemperatur erhöht.

Denn bei höheren Temperaturen kann das Immunsystem effektiver

arbeiten, während sich Krankheitserreger dann nicht so gut vermehren

können. Fieber ist also mehr Freund als Feind!

Fieber beginnt bei 38 Grad

Die optimale „Betriebstemperatur“ schwankt bei Kindern zwischen

36,5 und 37,5 Grad. Nach wildem Herumtoben oder starkem Schwitzen

kann sie mal darüber liegen. Kinderärzte sprechen dann von Spielfieber

oder erhöhter Temperatur. Hat ein Baby oder Kleinkind aber in

Ruhe 38 Grad oder mehr, ist das richtiges Fieber.

Fiebermessen muss keine Tortur sein

Auch wenn das Kind davon nicht begeistert ist: Messen Sie im Po!

Nur dort kommt man an die sogenannte Körperkerntemperatur heran

und misst nicht nur, wie z. B. unter der Achsel, die Wärme der Haut.

Das ideale Fiebermessgerät ist ein Digitalthermometer. Es misst akkurat

und schnell und piepst, wenn es fertig ist. Das Baby dafür rücklings

auf eine Decke oder auf den Wickeltisch legen, mit einer Hand

die Beinchen an den Sprunggelenken hochhalten und mit der anderen

vorsichtig die Thermometerspitze in den Po schieben. Größere

Kinder legt man sich zum Messen mit dem Po nach oben über den

Schoß oder bittet sie, sich mit angewinkelten Beinen auf die Seite zu

legen. Ewas Vaseline oder Speiseöl an der Thermometerspitze erleichtert

die Prozedur (danach das Thermometer reinigen).

Steigt beim Kind die Temperatur,

fällt es Eltern schwer, cool zu

bleiben. Zehn Fakten, die beruhigen

Kurz vorm siedepunkt? Jedes Kind

hat eine andere Betriebstemperatur

das gesunde Kind ELTERN // 21


fieber

Fieberkinder brauchen Ruhe

Schlappe Fieberkinder tun von selbst, was für sie das Beste ist:

Sie hängen herum, ruhen sich aus, schlafen viel. Muntere Fieberkinder

bzw. solche, die ein Zäpfchen bekommen haben, sehen

nicht ein, warum sie sich schonen sollen. Doch das ist wichtig.

Denn je mehr sich ein fieberndes Kind anstrengt, desto größer das

Risiko, dass die Krankheitserreger bis zum Herzmuskel gelangen.

Bewährt mit Fieberkindern: Bilderbücher anschauen, vorlesen,

puzzeln, Hörspiele hören, basteln.

Für die Pflege gibt’s kein Patentrezept

Fieber erhöht den Flüssigkeitsbedarf, geben Sie Ihrem Fieberkind

deshalb viel zu trinken. Was, hängt davon ab, wie es sich fühlt. Ist

dem kleinen Kranken kalt, leidet er gar unter Schüttelfrost, tut

warmer Früchte- oder Kräutertee gut. Ist ihm heiß, braucht er

Wasser oder Saftschorle.

Auch alles andere richtet sich danach, ob dem kleinen Fieberpatienten

warm oder kalt ist: Kleidung: am besten luftige Baumwollsachen sowie

eine Jacke zum schnellen An- und Ausziehen; Bettzeug: eine

dünne Decke für die Warmphasen, eine dicke, wenn das Kind friert.

Temperatursenkende Wickel sind sehr hilfreich, wenn der kleine

Patient glüht: die Unterschenkel und eventuell auch die Handgelenke

mit einem lauwarm-feuchten Baumwolltuch umwickeln, darüber

ein trockenes Tuch. Sobald das Innere warm ist, die Wickel

erneuern. Das Ganze zwei- bis dreimal wiederholen. Dann eine

Pause einlegen und nach ein paar Stunden erneut beginnen.

Nicht immer braucht es Fiebermittel

Die Entscheidung für oder gegen ein Fiebermittel hängt vom Befinden

des kleinen Patienten ab. Eine feste Regel nach dem Motto „ab

22 // ELTERN das gesunde kind

Ruhe, bitte! Wer sich schlapp und

elend fühlt, gehört ins Bett. alle

anderen müssen sich nicht schonen

39 Grad ein Zäpfchen“ gibt es nicht. Wer mit 40 Grad Fieber noch

gut drauf ist, braucht keine Medizin – zumal man weiß, dass Fiebermittel

das Gesundwerden hinauszögern. Wem es dagegen

schon mit 38,6 Grad deutlich schlecht geht, dem darf man sie ruhig

geben. Gut verträglich und bei Kinderärzten mittlerweile beliebter

als Paracetamol: der Wirkstoff Ibuprofen.

Manche Fieberkinder müssen zum Arzt

Steigt bei Babys bis sechs Monate die Temperatur, gleich ab zum

Doktor! Denn gegen die Infektionen, die das Fieber verursachen,

kann sich das Immunsystem derart kleiner Kinder noch nicht gut

wehren. Ab dem zweiten Lebensjahr wird der Besuch beim Arzt

nur notwendig, wenn der kleine Patient unter zusätzlichen Beschwerden

leidet. Zum Beispiel sein Köpfchen nicht Richtung

Brust bewegen kann (ein Alarmzeichen für Hirnhautentzündung).

Fieberkindern, die mit einem Mal viel schreien, immer wieder die

Beinchen anziehen und deren Pipi viel strenger riecht als sonst,

haben möglicherweise einen Harnwegs infekt.

Wenn der dritte Fiebertag keine zusätzlichen Symptome bringt,

muss das Kind untersucht werden. Neben Erkältungen sind die

häufigsten Fiebermacher bei Kindern Mittelohr- und Lungenentzündung

sowie Harnwegsinfekte.

Jedes Kind hat sein eigenes Fieber

Der Messwert auf dem Thermometer sagt über das Befinden des

kleinen Fieberpatienten nichts aus. Manche hängen schon mit 37,9

Grad herum, während andere trotz 39,2 Grad munter wirken. Es

gibt Kinder, die sichtlich krank sind, obwohl sich auf dem Fieberthermometer

kaum etwas rührt. Und andere, die bei jeder Erkältung

mit knapp 40 Grad Fieber flach liegen.


Kleine fiebern mehr als Große

Bei Kleinkindern steigt die Temperatur viel häufiger als bei größeren

Kindern und Erwachsenen. Das hat mehrere Gründe:

Sie sind öfter krank.

Ihr Immunsystem reagiert besonders rasch.

Die meisten Krankheitserreger sind neu für sie. Das heißt, ihr

Immunsystem muss mit jedem Keim bei null anfangen, während

es sich bei größeren Kindern zum Teil auf Abwehrzellen stützen

kann, die bei früheren Infekten schon gebildet wurden.

Fieberkrämpfe sind fast

immer harmlos

Wer das erlebt hat, vergisst es sein Leben lang nicht: Das Kind

versteift sich, verdreht die Augen, zuckt mit Armen und Beinen,

läuft blau an. Man glaubt, es stirbt. Ein paar Minuten

später ist der Spuk vorbei.

Bis zu sechs Prozent der Kinder erleiden einmal bei einem fieberhaften

Infekt einen solchen Krampf; ein Drittel von ihnen sogar

mehrere. Die Bereitschaft dazu ist meist ererbt, den Anstoß gibt

fast immer ein rascher Anstieg des Fiebers, wodurch es zu einer

Art Kurzschluss im Gehirn kommt.

Dass die geschockten Eltern den Notarzt rufen, ist nur zu verständlich

und ganz sicher auch nicht überflüssig. Denn beim ersten

Mal müssen Fieberkrampf-Kinder sowieso durchgecheckt

werden und am besten zur Untersuchung ins Krankenhaus, um

eine Hirnhautentzündung auszuschließen.

Um einem erneuten Anfall vorzubeugen, sollte man bei künftigen

Infekten nicht lange zögern und lieber schon bei erhöhter Temperatur

ein fiebersenkendes Mittel einsetzen.

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Stand: 03/2012


24 // ELTERN DAS GESUNDE KIND


Foto: Sam EdwardS/GEtty ImaGES

Gesundheit

für alle

Kinder sind Hoffnungsträger. Sie sind unsere Zukunft – unser

höchstes Gut. Damit sie ihre Talente voll entfalten können,

müssen wir alles für ihre Gesundheit tun. Deswegen gibt es

die Stiftung Kindergesundheit. Sie hat bereits viele Projekte und

Initiativen auf den Weg gebracht.

Dafür setzt sich die Stiftung ein

KAmpf GEGEN AllErGIEN

Immer mehr Kinder leiden unter Heuschnupfen, Neurodermitis und

Asthma. Damit wir mehr über Ursachen und Risikofaktoren erfahren,

unterstützt unsere Stiftung die Langzeitstudie GINI. In der „German

Infant Nutritional Intervention Study“ werden mehr als 2000

Kinder von Geburt an über mehrere Jahre beobachtet und untersucht.

Die Ergebnisse nehmen Einfluss auf die allgemeinen Empfehlungen

zur Säuglings- und Kinder ernährung.

SchlUSS mIt DEm QUAlm!

Die Stiftung wendet sich entschieden dagegen, dass Kinder Tabakrauch

ausgesetzt werden. Zu ihrem Schutz führen wir u. a. mit

dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ)

und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine Nichtraucher-Kampagne

durch. Die Broschüre „Passivrauchende Kinder

– frühe Schädigung für ein ganzes Leben“ informiert über die

Risiken des (Passiv-)Rauchens (als PDF-Datei unter www.kindergesundheit.de).

SäUGlINGStoD – DEm SchIcKSAl trotzEN

Der Plötzliche Kindstod (SIDS, Sudden Infant Death Syndrome)

ist eine der häufigsten Todesursachen im Säuglings alter. For-

Wir wollen, dass Ihr Kind gesund

aufwächst. Die Stiftung

Kindergesundheit stellt sich vor

stiftung kindergesundheit

schungsergebnisse zeigen, dass die Rückenlage, das richtige

Kinderbett und eine rauchfreie Umgebung das Risiko für den

Plötzlichen Säuglingstod enorm senken. Die Stiftung unterstützt

Informationskampagnen und den Druck von Broschüren.

KEINE chANcE DEm ÜbErGEwIcht

Etwa 15 Prozent unserer Kinder sind zu dick. Um diese Entwicklung

zu stoppen, sollen Kinder schon im Kindergarten lernen und

erleben, was gesunde Ernährung bedeutet. Die Stiftung Kindergesundheit

hat deshalb gemeinsam mit dem Dr. von Haunerschen

Kinderspital der Universität München und verschiedenen

weiteren Partnern das Präventionsprojekt „TigerKids – Kindergarten

aktiv“ auf den Weg gebracht. Spielerisch werden Vorschulkinder

zu regelmäßiger Bewegung und gesunder Ernährung

geführt. Infos unter www.tigerkids.de.

Für ältere Kinder gibt es das erfolgreiche Programm „PowerKids“

(www.powerkids.de).

bIttE hElfEN SIE UNS!

Als gemeinnütziger Verein ist die Stiftung Kindergesundheit auf Mitgliedsbeiträge,

Spenden und Schenkungen angewiesen. Sie können

uns unterstützen durch:

eine Überweisung auf unser Spendenkonto 520 55 520 bei der

HypoVer einsbank München, BLZ 700 202 70,

Ihre Mitgliedschaft im Freundeskreis, der die Stiftung bei ihrer

Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, oder

eine Schenkung – als Investition in die Zukunft unserer Kinder.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter:

www.kindergesundheit.de.

DAS GESUNDE KIND ELTERN // 25


erziehung

26 // ELTERN das gesunde Kind


Fotos: steFanie Grewel/Corbis, Corbis (2), Getty imaGes

Kleine Stehauf-

Männchen

Einen Wunsch aufschieben, Frust aushalten?

Das ist für kleine Kinder eine Qual –

und nichts, was in unserer Konsumgesellschaft

sonderlich angesagt wäre. Dabei haben

es Stehauf-Männchen viel leichter im Leben

Luis ist 14 Monate alt und gerade zum 21. Mal an diesem Tag

auf seinen Windelpo gefallen: Luis will nämlich laufen lernen.

Und das ist eine komplizierte Sache, wenn man 14 Monate

ist. Doch Luis gibt nicht auf: Gleich wird er es zum 22. Mal versuchen:

hochziehen, Gleichgewicht finden, einen Fuß vor den anderen

setzen, clever hinfallen.

Und Luis lernt noch mehr als diese körperlichen Abläufe: Er lernt, dass

vieles, was man sich wünscht, nicht von allein und ganz leicht geht.

Dass man manchmal warten muss, bis man bekommt, was man will.

Und dass Unlust- und Frustgefühle zum Leben dazugehören.

Entwicklungspsychologen nennen diese Fähigkeit etwas sperrig

„Frustrationstoleranz“ und meinen damit eine große psychische

Kraft. Denn ohne Frustrationstoleranz trauen wir uns nicht an neue,

unbekannte Aufgaben heran. Wir können unsere Potenziale nicht

entfalten. Wir entwickeln uns nicht weiter. Und wir werden in schwierigen

Situationen anfällig für schnelle Ersatzbefriedigungen: Essen,

Alkohol, Computer, wildes Shoppen ...

Die Fähigkeit, Frust und Unlust auszuhalten, ist also für ein glückliches,

erfolgreiches Leben genauso wichtig wie der aufrechte

Gang. Doch leider werden wir nicht damit geboren. Es gibt kein

Gen für Frustmanagement. Und das heißt: Wir müssen das Wünsche-Aufschieben,

das Warten, Scheitern und Trotzdem-Dranbleiben

erst lernen.

Fragt man Hirnforscher, wo sich die Frustrationstoleranz entwickelt,

so sagen sie: ganz vorn im Kopf, im Stirnhirn, genauer – im Frontallappen.

Dort, im vorderen Teil des Großhirns, entstehen in der

Kindheit komplizierte Nervenzellverknüpfungen. Und zwar immer

dann, wenn ein Kind eigene Erfahrungen macht: mit den Dingen,

mit sich selbst, mit anderen Menschen.

„Im Frontalhirn“, sagt der Göttinger Hirnforscher Gerald Hüther,

„werden all die Informationen, die aus den anderen Zwiebelschichten

eintreffen, zu einem Gesamtbild zusammengepuzzelt.“

Hier planen wir Handlungen, treffen Entscheidungen und entwickeln

das, was wir innere Haltung und Einstellung nennen. Hier

lernen wir, uns zu motivieren und in andere einzufühlen. Und hier

lernen wir auch,Wünsche aufzuschieben und mit Enttäuschungen

umzugehen. Wenn es gut läuft. Doch leider läuft es im richtigen

Leben nicht immer gut.

Meistens fällt es vor allem den Grundschullehrerinnen auf: Viele

Kinder können nicht warten. Sie kommen nicht damit klar, dass die

Lehrerin nicht immer sofort für sie Zeit hat. Sie geben schnell auf.

Und sie halten es nicht aus, wenn Lea für etwas gelobt wird, was

auch Leon gewusst hätte.

Was ist da los? nehmen wir unseren kindern heute

zu viel ab, muten wir ihnen zu wenig zu, setzen

wir zu wenig grenzen, verwöhnen wir sie zu sehr?

Stichwort „Verwöhnen“. Als Schreckgespenst taucht es in zahlreichen

Erziehungsratgebern auf – doch längst nicht alle Fachleute

können mit dem Begriff wirklich etwas anfangen: „Ich würde nicht

das gesunde kind ELTERN // 27


erziehung

von Verwöhnen sprechen“, sagt so auch Hirnforscher Hüther, „sondern

eher sagen: Wir setzen die falschen Schwerpunkte. Wir stopfen

die Köpfe unserer Kinder voll mit ehrgeizigen Bildungsplänen,

mit Werkzeugkästen, in denen schon Vierjährige Englischvokabeln

finden oder den Aufbau physikalischer Experimente. Aber dann

vergessen wir, dass das beste Werkzeug nichts nützt, wenn es keinen

Handwerksmeister gibt, der weiß, wie man es benutzt.“

Anders ausgedrückt: Wir servieren unseren Kindern viele Kurse,

viel Lernspielzeug und viel Wissen. Aber wir lassen ihnen nicht die

Zeit, dieses Wissen zu verarbeiten und zusammen mit uns im

richtigen Leben auszuprobieren.

Was also muss passieren, damit Luis immer wieder

froh auf die Füße kommt – nicht nur beim Laufenlernen,

sondern auch bei all den anderen schwierigen

aufgaben, die in Zukunft auf ihn warten?

Die Wissenschaftler sind sich da ziemlich einig: Was Luis zuallererst

braucht, ist eine sichere emotionale Beziehung.

„Denn nur wenn Luis jemanden hat, der seine Lernabenteuer mit

Wohlwollen begleitet, der ihm Fehler verzeiht und Anerkennung gibt,

wenn er die ersten Schritte geschafft hat – nur dann werden in seinem

Gehirn Botenstoffe ausgeschüttet, die Gefühle wie Unlust,

Frust, Misserfolg für ihn erträglich machen und ihn zum Weitermachen

motivieren“, sagt Professor Joachim Bauer, Neurobiologe und

Psychosomatiker am Uni-Klinikum Freiburg. „Wenn diese Bindung,

diese emotionale Sicherheit da ist und das Kind spürt: Ich bin wichtig

für meine Eltern und Erzieher, können die Erwachsenen auch

Bedingungen an ihre Zuwendung knüpfen. Also das Kind fordern,

es mal warten lassen, ihm anspruchvollere Aufgaben zumuten. Dann

ist ihr Kind auch bereit, sich anzustrengen und durchzuhalten – denn

es will die Bindung zum Erwachsenen nicht gefährden.“

28 // ELTERN das gesunde Kind

Frustrierend: Kinder müssen lernen,

dass nicht jeder Wunsch erfüllt wird

Um Frustrationstoleranz zu entwickeln, braucht Luis also eine

sichere Basis. Was er außerdem noch braucht, ist: Übung. Wem

das zu abstrakt klingt, der sollte sich noch mal klarmachen, wie

unser Gehirn funktioniert: Alles, was Luis lernt, muss er trainieren:

laufen, einen Stift halten, Fahrrad fahren, Nintendo spielen.

Jedes Mal, wenn er übt, werden die Nervenzellen in seinem Kopf

aktiviert. Aber erst wenn die Zellen viele Durchläufe hinter sich

haben, kommt es zu einer stabilen Verschaltung, und die Nervenzellen

funktionieren automatisch: Dann läuft’s, ohne dass

Luis nachdenken muss.

Das Gleiche gilt für die psychischen Funktionen: Auch die Nervenzellen,

die in Luis’ Gehirn für die Abteilung Frustmanagement

zuständig sind, brauchen Training. Und das bekommen sie vor

allem durch Erfahrungen. Es reicht also nicht, wenn Luis’ Mama

ihm logisch zu erklären versucht, warum es vernünftig ist, mit den

Gummibärchen bis nach dem Mittagessen zu warten. Nein, nur

wenn Luis diese Durststrecke wirklich erlebt, wenn er spürt: Ich

bin jetzt enttäuscht, aber ich kann das aushalten, nur dann tut

sich was in seinem Kopf. Natürlich klappt das nicht von jetzt auf


gleich. Ein Baby etwa kann nicht abwarten, wenn es Hunger hat

– seine Bedürfnisse müssen sofort befriedigt werden.

Luis aber hat die orale Phase hinter sich. Und in den nächsten Jahren

werden die wichtigen Menschen um ihn herum viele Chancen

haben, ihm in Frustsituationen beizustehen, ihm Brücken zu bauen

und beim Üben zu helfen.

„Um das hinzubekommen, brauchen Eltern und Erzieher viel Feingefühl“,

sagt Professor Bauer. „Sie müssen das Kind gut kennen,

um einschätzen zu können, was es bewältigen kann – und wann

es überfordert ist. Gleichzeitig sollten sie sich natürlich auch fragen:

Wie sieht es eigentlich mit mir und meiner eigenen Frustrationstoleranz

aus? Bin ich ein gutes Vorbild?“

Eine berechtigte Frage in einer modernen Welt, die auch bei uns

Großen auf schnelle Bedürfnisbefriedigung setzt: Banken bombardieren

uns mit Konsumkrediten, Single-Börsen organisieren

Speed-Datings, und im Supermarkt gibt es Erdbeeren schon im

Februar: Möglichst schnell, möglichst viel, möglichst gleich heißt

die Devise. Und nicht immer ist es leicht, sich dem zu entziehen.

Vielleicht aber wird ja Luis’ Mama demnächst vor einem Schaufenster

stehen und zu ihrem Sohn sagen: „Oh, guck mal, die tollen

grünen Schuhe da, die hätt’ ich ja sooo gern. Geht aber nicht.

Sind viel zu teuer. Schade, schade.“ Dann wäre sie ein ziemlich

gutes Vorbild. Oder Luis kann miterleben, wie sein Papa beim

Wandern weiterläuft – obwohl er mit Luis in der Kraxe ziemlich

schnaufen muss und das Wetter auch nicht toll ist. „Aber auf dem

Gipfel, Luis, da scheint die Sonne, und die Brotzeit schmeckt uns

oben auch viel besser als unten im Tal.“

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schreibabys

30 // ELTERN das gesunde kind


Foto: Sporrer/rupp/cultura/corbiS

7 Fakten zum

Babygebrüll

1. Kinderlärm galt lange als schädliche immission

Noch vor Kurzem bekamen Mieter und Anwohner der Reihe nach

recht, wenn sie gegen Kinderlärm klagten. Dass 85 Dezibel aus

spielenden Kindermündern aber nicht mit 85 Dezibel einer Kreissäge

zu vergleichen sind, ist jetzt auch in der Politik angekommen.

Im vergangenen Jahr kam die Gesetzesänderung: Kinderlärm gilt

nun nicht mehr als Belästigung. Kinder dürfen Krach machen. Und

Nachbarn müssen damit leben.

2. Frauen reagieren sensibler

Kein anderer Laut lässt Frauen – auch kinderlose – so schnell aus

dem Schlaf hochschrecken wie Babyweinen. Einer britischen Studie

zufolge wachen Frauen am häufigsten auf, wenn: 1. ein Baby

weint, 2. der Wasserhahn tropft, 3. Lärm auf der Straße ist.

Männer dagegen weckt: 1. das Geräusch einer Autoalarmanlage,

2. pfeifender Wind, 3. eine summende Fliege. Babyweinen folgt

erst auf Rang 15.

3. geschrei macht die umgebung aggressiv

Fängt ein Kind in der Öffentlichkeit an zu schreien, stresst das die

Umstehenden – und die Mutter. Bei Rhesusaffen wurde gemessen,

dass der Aggressionsgrad der umstehenden Affen gegen die Mutter

und ihren Nachwuchs dabei um das 30-Fache steigt. Die Kunst:

trotzdem ruhig bleiben.

4. Babyschreien löst einen adrenalinstoß aus

In besagter Affenstudie waren Mütter zu einem schreienden Kind

www.eltern.de

Gemeinsam geht’s leichter! Tauschen Sie sich

mit anderen Eltern von Schreibabys aus, in

unserem Forum unter www.eltern.de/schreibaby

Babys schreien, das ist nicht neu.

Aber wussten Sie das hier auch?

400-mal eher aggressiv als zu einem ruhigen. Gern genutzter Lösungsversuch:

das Affenkind an die Brust nehmen. Keine Überraschung,

wird das Stresshormon Adrenalin doch am einfachsten mit

dem Beruhigungshormon Oxytocin neutralisiert, das die Milchbildung

nach sich zieht. Damit ist auch klar, warum stillende Mütter

es leichter haben, Geduld aufzubringen.

5. Jedes fünfte Kind ist ein schreibaby

Als Schreibaby gilt ein Kind, wenn es über einen Zeitraum von drei

Wochen an drei Tagen in der Woche drei Stunden am Stück schreit

– unvorstellbar für nicht betroffene Eltern: Es gibt Kinder die schaffen

bis zu acht Stunden Dauergebrüll.

Was genau dahintersteckt, weiß man bis heute nicht. Viele Eltern haben

die Dreimonatskoliken und damit verbundene schmerzhafte Verdauungsprobleme

in Verdacht. Die Wissenschaft erklärt das Schreien

lieber mit sogenannten Regulationsstörungen. Das heißt: Es gibt Babys,

die extrem sensibel und leicht überreizt sind. Ihr einziges Ventil,

die Anspannung wieder loszuwerden: lauthals schreien.

6. Babys schreien in ihrer Muttersprache

Deutsche Babys schreien anders als französische. Eine Studie der

Uniklinik Würzburg zeigte, dass Neugeborene beim Schreien Lautmelodien

nachahmen, die sie vor der Geburt gehört haben. Mit diesem

Verhalten wollen sie vermutlich die Bindung zur Mutter festigen.

7. Babys sind so laut wie ein düsenflieger

Angeblich entspricht die Lautstärke von Babygeschrei der eines

Düsenflugzeugs (bis zu 120 Dezibel). Fragt sich nur, aus welcher

Entfernung so was gemessen wird. Tatsache ist: Ab 85 Dezibel soll

man am Arbeitsplatz einen Gehörschutz tragen.

das gesunde Kind ELTERN // 31


Das Märchen

vom Storch

... sollten Kinder am besten nie zu hören

bekommen. Sechs Kinderfragen

zum Sex – und sechs storchfreie Antworten

Wie kommen eigentlich die BaBys in den Bauch?

Ein Baby entsteht, wenn eine Mama und ein Papa sich sehr lieb

haben. Dabei bringt der Penis vom Papa Samen in die Scheide.

Trifft der Samen dann im Bauch der Mama auf eine Eizelle, kann

daraus ein Baby werden. Am Anfang ist das Baby aber so winzig

klein wie eine Erbse. Es braucht neun Monate, um im Bauch zu

wachsen. Und erst wenn es mindestens so groß ist wie deine Babypuppe,

wird es geboren.

gut zu wissen: Für kleine Kinder mit drei oder vier sind solche

Erklärungen meistens zu lang. Dann reicht es, einfach zu sagen:

Mama und Papa tun das Baby in den Bauch. Oder: Das Baby

kommt in den Bauch, wenn Mama und Papa zusammen kuscheln.

Dann kann man abwarten, ob das Kind weiterfragt.

kriegen Jungs später auch einen Busen?

Nein, Jungs haben zwar Brustwarzen – aber einen Busen kriegen

nur die Mädchen. Meistens beginnt er so mit elf oder zwölf zu wachsen.

Und später, wenn das Mädchen mal eine Mama wird, ist im

Busen auch Milch für das Baby. Das ist ziemlich praktisch!

gut zu wissen: Erst mit etwa vier Jahren verstehen Kinder, dass

sie ein Mädchen oder ein Junge sind – und es auch bleiben. Vorher

glauben sie, das Geschlecht sei variabel – und man könne es zum

Beispiel durch Verkleiden ändern.

mama, Was ist schWul?

Schwul ist ein anderes Wort für homosexuell. Und man sagt das,

wenn ein Mensch einen anderen Menschen liebt, der das gleiche

Geschlecht hat wie er selbst: also wenn zum Beispiel ein Mann einen

Mann liebt. Wenn eine Frau eine andere Frau liebt, nennt man

das lesbisch. Es gibt viele schwule Menschen. Manche sind sogar

verheiratet und haben Kinder! Und manche kennst du vielleicht

auch aus dem Fernsehen.

gut zu wissen: Für ältere Kinder lohnt es sich, die Namen von

bekannten Homosexuellen parat zu haben: Guido Westerwelle,

Hape Kerkeling, Anne Will ...

32 // ELTERN das gesunde kind

Warum stecken sich die grossen Beim

küssen die Zunge in den mund?

Es gibt viele Arten, sich einen Kuss zu geben: Wenn man jemanden

nett findet, kann man ihn auf die Backe küssen. Oder

auf die Stirn. Oder auf die Hand. Auf den Mund küsst man aber

eigentlich nur Menschen, die man sehr lieb hat. Und sehr nah an

sich ranlassen mag. Und wenn es beiden Spaß macht, kann man

sich dabei auch die Zunge in den Mund stecken. Die Zunge und

der Mund sind nämlich sehr empfindlich und deshalb fühlt sich

das oft aufregend und gut an.

Warum haBen mädchen ZWei löcher da unten?

Genau genommen haben sie sogar drei: Aus einem kommt das

Pipi, aus dem anderen das Kaka, und das Dritte ist der Eingang

zur Scheide. Bei den Jungs ist das Pipiloch vorne am Penis mit

eingebaut ...

gut zu wissen: Es ist nicht ganz einfach, gute Bezeichnungen für

die Geschlechtsorgane zu finden: Oft klingen Sie entweder zu medizinisch

oder zu vulgär. Trotzdem ist es wichtig, die einzelnen Organe

zum Beispiel beim An- und Ausziehen oder beim Windelnwechseln

zu benennen. Denn nur so lernt ein Kind, dass es Worte

gibt für die Dinge, die mit Sexualität zu tun haben.

Warum Wirst du rot, Wenn ich

dich das alles frage?

Ehrlich, werde ich jetzt rot? (Sie dürfen zum Spiegel gehen und

auch lachen.) Vielleicht liegt es daran, dass du ganz schön

schlaue Fragen stellst und ich mich richtig anstrengen muss, um

sie zu beantworten. Aber wenn du öfter fragst, kann ich ein bisschen

üben, und es wird einfacher.

IllustratIon: Frank Flöthmann


sexualität

das gesunde kind ELTERN // 33


gesund wachsen

Fuß-Noten

für Babys

Bei sehr vielen Babys sehen kurz nach der Geburt die

Füßchen irgendwie komisch aus. Ist ja auch kein Wunder

bei der Enge in der Gebärmutter während der letzten

Schwangerschaftswochen!

Sobald die Füßchen genug Platz haben, kommen sie in Form. Nach

ein paar Tagen, manchmal auch Wochen, in denen sie ungehindert

strampeln und treten dürfen, sehen die allermeisten Babyfüße völlig

normal aus. Etwas länger kann dies dauern, wenn es im Mutterleib

ganz besonders eng war.

Zu wenig Platz in Mamas Bauch? Kein Wunder, dass

die Füßchen sich nach innen biegen

Bei Babyfüßchen, die sich aus Platzmangel verbiegen, sprechen

die Ärzte von einer sogenannten Fehlhaltung. Sie muss nur behandelt

werden, wenn sie stärker ausgeprägt ist. Eine sogenannte Fehlstellung

dagegen ist immer ein Fall für den Arzt. Denn davon be-

34 // ELTERN DAS GESUNDE KIND

Süß, das Neugeborene! Bis auf die Füße.

Ein bisschen krumm und schief

scheinen sie zu sein. Aber keine Sorge,

bald sehen sie ganz normal aus

Knochen, Muskeln und Sehnen nicht so zusammenpassen und miteinander

funktionieren, wie die Natur das vorgesehen hat. Und das

muss korrigiert werden.

Fehlhaltungen und Fehlstellungen sind sich oft ziemlich ähnlich.

Um sie zu unterscheiden, wendet der Arzt einen Trick an: Er

schaut, ob er das verbogene Füßchen mit ein paar sanften Handgriffen

in Normalform bringen, medizinisch: redressieren, kann.

Klappt das, liegt nur eine Fehlhaltung vor. Klappt das nicht, hat

das Baby eine Fehlstellung.

Die häufigste angeborene Fußfehlstellung ist der sogenannte

Klumpfuß. Zwei bis drei von 1000 Babys kommen damit zur Welt.

Gleichzeitig ist der Pes equinovarus, wie er medizinisch heißt, auch

die komplexeste Fußanomalie. Denn im Grunde handelt es sich um

eine Kombination aus mehreren Fehlbildungen. Sie heißen Hohlfuß,

Sichelfuß, Spitzfuß, Rückfußvarus (= nach innen gedrehte Ferse)

ImaGeS

GeTTy

troffene Füßchen sehen deshalb verbogen aus, weil ihre Gelenke, und müssen, jede für sich, korrigiert werden, soll das Kind später

FOTOS:


unbehindert gehen, laufen, springen können. Allerdings gibt es dafür

keine einheitliche Therapie. Seit einigen Jahren setzt sich die

sogenannte Ponseti-Methode immer mehr durch. Eine kombinierte

Gips-Schienen-Behandlung, die bei manchen Kindern durch eine

Mini-OP zur Verlängerung der Achillessehne ergänzt wird. Die Gips-

Phase dauert etwa neun Wochen, die Schienen-Phase (die ersten

paar Wochen rund um die Uhr, dann nur noch nachts) zwei bis drei

Jahre. Vorteil gegenüber anderen Methoden: Dem Kind bleibt eine

aufwendige Fußoperation erspart.

Aufwendige Operationen sind zum Glück nur selten

nötig. Gips und Schienen reichen meist als Therapie

Die nach dem Klumpfuß häufigsten, objektiv aber trotzdem seltenen,

angeborenen Fehlstellungen sind der Plattfuß und der

Sichelfuß. Beim Plattfuß ist das Fußgewölbe nicht ausgebildet,

beim Sichelfuß zeigen Mittelfuß und Zehen nach innen, wobei

sich die Großzehe so stark zur Seite beugt, dass sie sich von

den anderen Zehen abspreizt.

Beides sollte korrigiert werden, bevor sich das Kind aufrichtet und

zu laufen beginnt. Beim angeborenen Sichelfuß reicht es, das Füßchen

immer wieder zu redressieren und dann per Gips zu fixieren.

Der angeborene Plattfuß muss operiert werden.

Viel weniger Aufwand erfordert die Behandlung der Fehlhaltungen,

wenn sie denn überhaupt nötig ist. Die Sichelfuß-Haltung zum Beispiel,

die sich meist erst nach der Geburt bildet und rund 70 Prozent

der Babys betrifft, wächst sich in den allermeisten Fällen aus. Wichtig:

die Bauchlage meiden, weil sich dabei die Füßchen automatisch

nach innen drehen. Oder dem auf dem Bauch liegenden Baby

Schaumstoffringe um die Knöchel legen, damit die Füßchen nicht

seitlich aufliegen können. Bitte außerdem regelmäßig den Fußaußenrand

sanft massieren.

Gute Noten für Kinderfüße: Die meisten Fehlhaltungen

müssen gar nicht behandelt werden

Auch der Hackenfuß, bei dem der Fußrücken so steil nach oben

steht, dass er das Schienbein berührt, verschwindet innerhalb weniger

Tage von selbst.

Noch häufiger als die Sichelfuß-Haltung ist der Kletterfuß. Weil sich

dabei die Fußsohlen „anschauen“, ist auch von Klumpfuß-Haltung

die Rede. In der Regel drehen sich Kletterfüßchen von selbst in

Normalposition. Falls nicht, hilft es, wenn man sie ein paar Tage

lang in der gewünschten Haltung bandagiert.

Kurz und gut: Fußfehlstellungen sind selten, die Behandlung

komplex, Fußfehlhaltungen sind häufig, eine Behandlung meist

gar nicht nötig. Gute Noten also für Kinderfüße – solange sie

keine Schuhe brauchen. Dann wird’s wieder schwierig. Aber das

ist ein anderes Thema!

gesund wachsen

Wie süß! Babyfüße sind anrührend –

und meistens rundherum gesund

DAS GESUNDE KIND ELTERN // 35


sandkasten

Ordentlich

buddeln!

36 // ELTERN das gesunde kind

Im Hof, auf der Terrasse, im eigenen Garten – Sandkästen

sind Oasen des Friedens: zufrieden buddelnde

Kinder, Kaffee trinkende Eltern, dazu ein Sandkuchen.

Und so bauen Sie sich selbst Ihr kleines Idyll


FOTOS: Mike HarringTOn/geTTy iMageS

Wo gibt’s den Rahmen?

Im Baumarkt für 30 bis 100 Euro (je nach Holzqualität). Harte Hölzer

sind besser geeignet als weiche. Wer selber zum Hammer

greifen will, finden Anleitungen im Internet, zum Beispiel unter

www.heimwerker.de

Welcher Sand ist geeignet?

Spielsand besteht meist aus Quarzsand, hat eine Körnung von null

bis zwei Millimeter (Rundkorn) und ist gewaschen, damit er nicht

so staubt. Normaler Sand hat dagegen oft hohe Lehmanteile, die

Flecken auf der Kleidung machen. Wichtig: Fragen Sie unbedingt

nach, ob der Sand den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Die

Landesregierungen haben Grenzwerte für Arsen, Blei, Cadmium

und Chrom festgelegt.

Wo kauft man den Sand?

Im Baumarkt: Da ist er zwar teuer, Sie können aber kaufen, ohne

groß nachzudenken. Der Spielsand ist TÜV-geprüft und kostet pro

25 Kilo zwischen 2 und 4,50 Euro. Für einen quadratischen Sandkasten

mit 1,50 Meter Kantenlänge braucht man 250 Kilo. Im Baustoffhandel

oder in der Kiesgrube: Ein großer Eimer ist hier schon

gegen ein paar Cent in die Kaffeekasse zu haben.

Braucht man eine Unterlage?

Ja – mit einer wasserdurchlässigen, atmungsaktiven Folie (Baumarkt)

haben Wurzeln, Ameisen und Madenwürmer keine Chance.

Sie sollte am Rahmen festgetackert sein. Oder: Sie legen zur Entwässerung

unter dem Sand ein zehn Zentimeter hohes Kiesbett an

und dann die Folie darüber.

Und was, wenn die Ameisen bereits

eingezogen sind?

Gift gehört auf keinen Fall in den Sandkasten. „Und einen Ameisenstaat

mit Hausmitteln wie Backpulver auszurotten, funktioniert

leider nicht“, sagt Rainer Gsell, Vorsitzender des Schädlingsbekämpfungsverbandes

in Essen. Sein Vorschlag: „Entweder den

Sandkasten lassen, wie er ist, und die Ameisen sehen, wie sie sind:

harmlos, nützlich, einfach Natur (selbst eine zu verschlucken ist

nicht weiter schlimm). Oder den Sandkasten an einen anderen Ort

versetzen und hoffen, dass die Ameisen nicht mit umziehen.“

sandkasten

Welcher Platz ist ideal?

Gut einsehbar sollte er sein. Und lieber sonnig als schattig. Nassen

Sand kann man nicht trocken föhnen, Schatten machen kann

dagegen ein Schirm.

Und eine Abdeckung?

Brauchen Sie unbedingt! Sonst wird der Sandkasten schnell zum

Haustierklo! Als Sandkastendeckel eignet sich ein einfacher, abgeschrägter

Holzrahmen mit Wellplastik: So kann das Regenwasser

ablaufen und die Luft genügend zirkulieren.

Sonst noch was?

Lassen Sie die Kinder nicht im Sandkasten essen oder trinken.

Das zieht sonst Ungeziefer an. Außerdem sollte der Sand im

Herbst oder Winter auch mal von Mama oder Papa umgegraben

werden, damit Luft drankommt. Und spätestens alle zwei Jahre

ist es an der Zeit, ihn komplett auszutauschen.

das gesunde kind ELTERN // 37


Tolle Farben: Man muss vielleicht nicht

jedem Trend hinterherlaufen. Aber unsere

grüne Kindermode macht einfach Spaß

Schlagende Argumente: Wie viele Eltern

vertrauen wirklich noch drauf? Eine Umfrage

von ELTERN und forsa gibt die Antwort

Einfach genießen: Experten wenden sich

immer häufiger gegen strenge Ernährungsvorgaben.

Was sie stattdessen empfehlen

Gespanntes Warten: Manchmal geht es

mit der Geburt nicht richtig voran. Wann

tatsächlich nur noch der Kaiserschnitt hilft

Titelthema

Baby-Ernährung

2 0 1 2

W ä h lt

G R Ü N ,

Kinder!

Denn Grün ist die neue Farbe. Auch in der

Mode. Was nicht heißt, dass man jedem

Trend hinterherlaufen soll. Diesem aber schon

Um das Thema

„körperliche Strafen“

ist es merkwürdig ruhig

geworden. Weil die Eltern

ihre Kinder nicht

mehr schlagen? Weil man

darüber besser

schweigt? Wir wollten es

aus erster Hand wissen –

und haben gemeinsam

mit dem Forsa-Institut über

1000 Eltern in Deutsch-

land befragt. Hier die teils

ernüchternden, teils

ermutigenden Ergebnisse

Was Kinder

wirklich brauchen

Ein Baby satt, gesund und glücklich zu machen – das scheint

angesichts oft widersprüchlicher Informationen gar

nicht so leicht zu sein. Ist es aber. Denn die neuen Ernährungsempfehlungen

lassen viel Platz für individuellen Genuss.

Lesen Sie auf den folgenden Seiten: Wie Experten heute über das

Stillen und Zufüttern denken. Wie der Beikoststart am besten

gelingt. Was wir von anderen Ländern lernen können – und was Sie

besser lassen, wenn Ihr Kind ein guter Esser werden soll

FOTOS: Getty Images (2), Plainpicture, Stockfood (2)

Die Jung-Botanikerin

Ärmelloses Kleid Charlotte mit

einfarbiger Caprihose, beides aus

Baumwolle, Gr. ab 6 Monate,

Set 39,95 Euro, www.mamarella.

com; smaragdgrüne Strickjacke,

Gr. ab 1 1/2 Jahre, 38 Euro,

www.bodendirect.de; Ballerinas

ab Gr. 23, 9,95 Euro, www.hm.com

Der Naturexperte

Boys Kapuzen-Sweatshirt grün,

ab Gr. 92, 79,95 Euro, www.marc-opolo.de

oder www.ludwigbeck.

de; grün karierte Hose, zur Bermuda

abzippbar, ab Gr. 74, 14 Euro,

www.ernstings-family.de; Baumwollschal

mit Sternen von

Hable & Rospy, 19,95 Euro, gesehen

bei Ludwig Beck; Mid-Cut

Bobbi-Shoes, ab Gr. 25, 22,90 Euro,

www.deichmann.de

Brust und Brei: Spätestens mit

einem halben Jahr

lernen Babys neben der Muttermilch

noch andere leckere

Sachen kennen – zum Beispiel

Weizenprodukte,

Reiswaffeln oder püriertes

Kohlrabigemüse

Mode & Beauty

Erziehung & Entwicklung

ach fünf Jahren ist eine Bestandsaufnahme fällig: Puddingschleuder am Mittagstisch einfach hinwegzusehen.

2007 hatten wir Eltern das letzte Mal gefragt, ob sie „Ja, ich habe meinem Sohn schon eine Ohrfeige gegeben“,

beim Kindergroßziehen auch Klapse und Ohrfeigen gesteht Fr. W. auf Eltern.de. „Aus purer Verzweiflung, Hilf-

verteilen – und, wenn ja, wie es dazu kommt. Jetzt

Eine

N

losigkeit und Überforderung. Ich schreie meinen Sohn auch

liegen uns die Ergebnisse unserer neuen Umfrage vor, die wir gelegentlich an. Das ist alles total ätzend und beschämend.

bei den Meinungsforschern von Forsa in Auftrag gegeben ha- Aber: Wer steht mir denn im Alltag bei? Meine Familie lebt in

ben.* Parallel dazu gaben zahlreiche User auf Eltern.de und einem anderen Bundesland. Mein Kinderarzt ist ständig aus-

in Facebook ihre Kommentare zum Thema ab.

gebucht. Mein Mann tut jeden Tag sein Möglichstes.“

Um es gleich vorweg zu sagen: Es wird noch immer geklapst, Auch wenn nicht alle Eltern so selbstkritisch sind – es gibt

versohlt und geohrfeigt ... das ist die schlechte Nachricht. Die heute kaum noch Mütter oder Väter, die glauben, mit Klaps oder

gute: Immer weniger Mütter und Väter tun es. Und fast nie- Ohrfeige pädagogisch wertvolle Arbeit zu leisten. Die meisten

mand findet es richtig, wenn ihm die Hand ausrutscht. wissen ganz genau, dass es friedlichere und wirksamere Mittel

O h r „Ehe ich meinem Kind eine knalle, verlasse ich f lieber die Situ- gibt, Kindern zu zeigen, was sie tun e dürfen und was nicht. i g

ation. Um runterzukommen“, schreibt Tina auf Eltern.de. „Aber Entsprechend fällt die Antwort auf unsere Frage nach der

ich muss gestehen, dass ich meinem Sohn mal eins auf den „pädagogischen Wirkung“ selbst bei denen aus, die ihre Kin-

Hintern gegeben habe. Ich war total gestresst, und er hat mich der schlagen: Nur ein Drittel von ihnen sagt, die Wirkung

gereizt. Ich stand regelrecht neben mir – und hinterher hatte ich halte länger als ein paar Tage an. 17 Prozent sagen gar: Es

das Gefühl, ich sei die schlimmste Mutter aller Zeiten.“

gibt „eigentlich gar keine Wirkung“. Fragt man alle Eltern,

Das ist Tina mit Sicherheit nicht. Schon deshalb nicht, weil stimmen knapp drei Viertel der Aussage zu: „Strafen bringen

sie sich in Gesellschaft befindet: 40 Prozent der befragten Müt- gar nichts. Lob und Ermutigung wirken viel besser.“

für die

ter und Väter haben ihrem Kind innerhalb der letzten zwölf Nicht nur die Experten, auch die Eltern scheinen also keine

Monate mindestens einmal einen „Klaps auf den Po“ gegeben, besonders hohe Meinung von körperlichen Strafen zu haben. 75

zehn Prozent auch schon eine Ohrfeige verpasst.

Prozent der klapsenden und ohrfeigenden Eltern plagt hinterher

Dabei leben Jungs gefährlicher: Sie bekommen eher eins „ein schlechtes Gewissen“, und fast genauso viele haben sich

hinter die Ohren als Mädchen. Das Gleiche gilt für Kinder, die danach schon „über sich selbst geärgert“. Nur ein Viertel von

Geschwister haben: Je kinderreicher die Familie, desto eher ihnen sagt: „Ich war froh, dass ich mich durchgesetzt habe.“

rutscht den Eltern die Hand aus. Auch interessant: In den öst- Die meisten sind um sofortige Schadensbegrenzung be-

Erziehung

lichen Bundesländern bekommen deutlich weniger Kinder eimüht und erklären ihrem Kind, „warum mir die Nerven

Bei einer Geburt gibt

es fast immer Phasen, in

denen es nicht

richtig vorangeht. Aber

wann ist so eine

Pause tatsächlich ein

Geburtsstillstand,

der einen Kaiserschnitt

nötig macht?

Pause

oder

D

er Geburtsstillstand zählt heute, gleich

nach dem Blasensprung und einem

schlecht versorgten Baby (pathologisches

CTG), zu den häufigsten Geburtskompli-

kationen in Deutschland. Der Muttermund geht

nicht weiter auf, das Köpfchen rutscht nicht tief

genug ins Becken, die Wehen sind zu schwach, der

Mutter geht die Kraft aus – häufig sind diese Gründe

der Knockout für eine natürlich begonnene Geburt:

Ist das Baby schon weit genug unten, wird es

mit der Saugglocke oder mit der Zange geholt. Sitzt

es zu weit oben, hilft nur noch der Kaiserschnitt.

Jeder zehnten Schnittentbindung geht die Diagnose

„Geburtsstillstand“ voraus.

Doch viele Hebammen bezweifeln, dass ein diagnostizierter

Geburtsstillstand tatsächlich immer

einer ist. „Bei jeder Geburt gibt es Pausen. Die Wehen

werden vielleicht schwächer, die Frau hält die

Schmerzen nicht mehr aus“, sagt Esther Goebel,

Hebamme aus Dresden, die seit vielen Jahren Haus-

und Praxisgeburten leitet. „Es ist nur eine Frage,

wie man eine Pause interpretiert: Ist sie eine Phase

der Erholung oder ein Stillstand?“

Früher sagte man: „Die Sonne soll über der Gebärenden

nicht zweimal untergehen.“ Eine wunderbar

diffuse Zeitangabe, die jede Menge Spielraum

ließ – abzuwarten, Kontakt zum Baby aufzunehmen,

eine neue Gebärhaltung auszuprobieren, ein

Entspannungsbad zu nehmen ...

Heute hat man sehr viel konkretere Vorstel-

lungen, wie lange eine Geburt dauern sollte. Bei ei-

Stillstand?

nen Klaps (32 Prozent gegen 42 im Westen), dafür verteilen die

Eltern dort mehr Ohrfeigen (14 Prozent gegen 9 im Westen).

Nun müssen wir heute über die negativen Folgen körperlicher

Strafen zum Glück nicht mehr diskutieren. Ganz egal, „Wie haben Sie Sich gefühlt, Wenn

ob Pädagogen, Hirnforscher oder Psychologen – alle Fachleute Sie ihr(e) Kind(er) mit dieSen

sind sich einig: Schläge demütigen das Kind, sie halten es maSSnahmen beStraft haben?“

klein und untergraben die Autorität der Eltern.

Basis: Befragte, die mindestens eine dieser Maßnahmen ein- bis

Sicher zerbricht ein einzelner Klaps auf den Po keine Kin- zweimal in den vergangenen zwölf Monaten angewandt („trifft voll und

derseele, und ein Kind kann über eine Ohrfeige hinwegkom- ganz zu“ oder „trifft überwiegend zu“) haben. Angaben in Prozent

men, wenn es sich um eine einmalige (!) Verzweiflungstat

handelt. Aber klar ist: Gehören körperliche Strafen zum Alltag,

vergiften sie die Eltern-Kind-Beziehung und bringen wie-

Ich hatte 75

ein schlechtes

derum eine neue Generation ohrfeigender Eltern hervor – das

Gewissen 71

belegt auch unsere Umfrage eindeutig: Eltern, die angeben, als

Kind regelmäßig geschlagen worden zu sein, ohrfeigen ihre

eigenen Kinder mehr als doppelt so häufig (15 Prozent) wie

Ich habe mich 7 4

über mich selbst

Befragte, die als Kind nie geschlagen wurden (7 Prozent).

geärgert 69

Warum, fragt man sich, hört das nicht auf? Welche Gründe

fürs Hauen führen die Eltern eigentlich an?

Weil mein Kind „unverschämt“ war, sagen 51 Prozent. Weil Ich war froh, dass 23

es „nicht gehorcht“ hat oder weil es „mir gegenüber aggres-

ich mich

durchgesetzt habe 33

siv“ war, sagen je 40 Prozent.

Aber das sind natürlich nur die unmittelbaren Auslöser.

Unter der Oberfläche hat sich etwas anderes breitgemacht:

2 0 1 1

Überforderung. Der Wunsch, alles richtig zu machen, eine oft

2007

kinderunfreundliche Umgebung und zunehmender Druck der

Arbeitswelt ersticken die Gelassenheit, die man im Alltag mit

Kindern braucht. Da gelingt es eben nicht, über eine dreijährige

*Repräsentative Forsa-Befragung unter 1003 deutschsprachigen Personen

ab 18 mit mindestens einem eigenen Kind bis 14 Jahre im Haushalt, 2011

ner Erstgebärenden am besten nicht länger als 24

Stunden (wobei nicht ab der ersten Wehe, sondern

erst ab dem Beginn regelmäßiger Wehen gerechnet

wird). Der Muttermund sollte sich kontinuierlich

öffnen, die Austreibungsphase nach spätestens

zwei Stunden beendet sein.

„Einige Geburtshelfer nehmen es da sehr genau,

dabei können das immer nur ungefähre

Richtwerte sein“, sagt Dr. Sven Seeger, Chefarzt

der Geburtshilfe am Perinatalzentrum St. Elisabeth

und St. Barbara in Halle. „Man kann bei

einer Geburt nicht auf die Uhr gucken und sagen:

Jetzt ist die Zeit abgelaufen, jetzt machen wir

einen Kaiserschnitt.“

Stattdessen müsse man immer die gesamte

Situation betrachten: Eine erste Geburt dauert

länger als eine zweite, mit PDA öffnet sich der

Muttermund schneller, dafür ist die Austreibungsphase

meist verlängert. „Und überhaupt:

Solange es dem Kind gut geht und die Mutter

motiviert und voller Kraft ist, spielt die Geburtsdauer

eine relativ geringe Rolle“, sagt Chefarzt

Dr. Seeger, nimmt aber gleichzeitig die vorsichtigen

Kollegen in Schutz: „Entscheide ich mich

als Geburtshelfer fürs Abwarten, bin ich auch

dafür verantwortlich, wenn etwas schiefgeht. Im

Zweifel sehen das auch die Gerichte so.“

Die Sache mit dem Geburtsstillstand ist also

immer eine Gratwanderung: Wie lange kann ich

abwarten, ohne Mutter oder Kind in Gefahr zu

bringen? „Da sind die Ärzte, je nach Erfahrung

und Persönlichkeit, unterschiedlich risikobereit“,

gibt Dr. Seeger zu. „Ein guter Geburtshelfer muss

sehr viel wissen, um nichts zu tun.“

Und Esther Goebel, die Hebamme aus Dresden,

ist sich noch einer anderen Sache sicher: „In

der Klinik fehlt heute oft die Zeit, um den wahren

Gründen für eine Geburtspause nachzuspüren.

Es gibt jede Menge körperliche und seelische Blockaden,

die den Geburtsweg verschließen können.

Durch einfühlsame Unterstützung und hilfreiche

Fragen kommt eine Geburt oft besser wieder

in Gang als mit jedem Wehenmittel.“

Jetzt am Kiosk

ELTERN – für das spannende Leben mit Kind

schwangerschaft & geburt

So machen Sie den

Weg frei

In der Extremsituation einer Geburt, noch dazu, wenn sie kompliziert

wird, können werdende Eltern ihre Lage kaum noch

selbst beurteilen: abwarten, Medikamente ausprobieren oder

doch ein Kaiserschnitt? Diese Entscheidungen treffen dann die

Ärzte. Trotzdem kann es helfen, sich in der Schwangerschaft

mit diesen Fragen zu beschäftigen:

� ist mein Körper frei von Blockaden, vor

allem im Becken?

Ärzte und Hebammen sind sich einig: Verspannungen der Muskulatur

und Blockaden im Becken sind häufig ein Grund für einen

Geburtsstillstand. Leider spielt der Blick darauf in der Schwangerenvorsorge

überhaupt keine Rolle. Deshalb: Ruhig mal zur

Osteopathin oder Physiotherapeutin gehen.

� Bin ich gut vorbereitet?

Nur wer keine Panik vor der Geburt, und (Entspannungs-)Techniken

gelernt hat, kann das Baby wirklich los- und durchlassen.

Ein guter Geburtsvorbereitungskurs oder Schwangeren-Yoga

sind deshalb nicht nur nett, sondern richtig wichtig.

Einen Versuch wert ist auch die geburtsvorbereitende Akupunktur.

Die Nadelbehandlung soll die Muttermundreifung unterstützen

und die Eröffnungsphase verkürzen.

� fühle ich mich richtig aufgehoben?

Ein Gefühl von Geborgenheit löst so manche Verkrampfung.

Wichtig deshalb, wenn Sie in der Klinik entbinden möchten:

Welche Philosophie wird dort in der Geburtshilfe vertreten – ist

man eher abwartend, eher an der Schwangeren orientiert oder

mehr an der Technik? Was für einen Eindruck haben Sie von den

Geburtsräumen? Habe ich vielleicht einen schönen Blick in den

Garten? Kann ich das Fenster öffnen? Und: Wirkt das Hebammenteam

beim Infoabend harmonisch?

� gibt es eine abmachung zwischen ihnen

und ihrem Partner?

Stellen Sie sich die Geburt wie eine lange und anstrengende Wanderung

vor, da zieht mal der eine den anderen mit, mal ist es umgekehrt.

Treffen Sie eine Abmachung mit Ihrem Partner: Wenn ich

nicht mehr kann, musst du übernehmen! Verliere ich den Kontakt

zum Baby, nimm du ihn auf! Habe ich Angst, dann lass dich nicht

anstecken! So hat eine Geburtspause die Chance, eben das zu

bleiben, was sie oft tatsächlich ist: eine Pause.


Bergauf mit der Erholung: Baby-Urlaub

in den Alpen? Unsere Autorin hat es mit

ihrer Familie versucht und war begeistert

Modern bis heute: Maria Montessori

revolutionierte die Pädagogik – ein Porträt

in der ELTERN-Serie über große Erzieher

Geburt als Abschied: Außerhalb des

Mutterleibs kann Luna nicht überleben.

Trotzdem wollen ihre Eltern keinen Abbruch

Mit Baby in Form: Von Buggy-Workout

bis Kangatraining – die beste

Rückbildungsgymnastik für Mutter und Kind

Reise & Kochen

Serie Die gRoSSen eRzieheR Teil 4 – Maria Montessori

Rezept für

glückliche

Kinder

Maria Montessori

(1879 –1952)

Schwangerschaft & Geburt

Luna

Alexandra ist im fünften

Monat, als sie und ihr Freund

Markus erfahren, dass

ihr Ungeborenes außerhalb des

Mutterleibs nicht überleben

kann. Das Paar bricht die Schwangerschaft

nicht ab.

Sondern nutzt die verbleibende

Zeit mit dem Baby im Bauch

ganz bewusst – bis zum Abschied

am Tag seiner Geburt

schwangerschaft & geburt

Bauch,

Beine,

Baby

Mit Kind richtig Sport machen – geht nicht?

Doch! Wir zeigen Ihnen vier Work-outs für

die Zeit nach der Schwangerschaft, bei denen

Ihr Baby sogar unbedingt dabei sein muss!

Der AbschieD

Handabdrücke von Mama, Papa und

den großen Brüdern zieren Lunas

Sarg. Bunte Blumen und Seifenblasen

sollen allen zeigen: Luna war da,

sie hat gelebt und viele Herzen berührt

Hungrig vom Wandern und vom

Winde verweht: Elena, 5, und

Mama Kerstin schlagen auf der

Oberrasteralm beim Püree zu

Jetzt bestellen!

Aufstieg zum Stabentheiner

Hof: Auch Gastgeber Erwin (Zweiter

von links) schiebt seine

jüngste Tochter den Berg hoch

Mit Buggy

auf den Berg

Wandern mit Kleinkindern – das klingt nach Stress.

Und kann doch ganz erholsam werden. Nach einer Woche

im österreichischen Lesachtal waren ELTERN-Autorin

Kerstin Güntzel und ihre Familie jedenfalls tiefenentspannt

Eine Frau unter lauter männern:

Das ist maria montessori nicht nur

in unserer Serie über die großen

Pädagogen. Auch als sich die junge Ärztin

vor 100 Jahren für eine neue Art der

Erziehung starkmachte, waren die zeitgenössische

Medizin und die Pädagogik fest in

Männerhand. Doch Montessori ließ sich davon

nie abschrecken und prägte mit ihrem

Einsatz für behinderte und gesunde Kinder eine

Pädagogik, die heute den Namen ihrer

Gründerin trägt. Sie inspirierte Kindergärten

und Schulen auf der ganzen Welt

fitdankBaBy

Rebecca Köhler, Fitnesstrainerin und Erfin- DIe BaByschauKel: für Mamas

derin des Konzepts, nahm ihren jüngsten Bauch- und Babys Nackenmuskeln

Sohn, Jonathan, schon als Baby mit in ihre In Rückenlage die Knie anziehen, sodass

Kurse und integrierte ihn ins Training. Zum Ober- und Unterschenkel einen 90-Grad-

Beispiel als „mitwachsendes Gewicht“. Winkel bilden und die Unterschenkel pa-

Heraus kam ein ausgeklügeltes Bauch- rallel zum Boden sind. Ihr Baby ist mit dem

Beine-Po-Programm mit Schwerpunkt auf Gurt gesichert und liegt in Bauchlage auf

Beckenboden- und Rückentraining: „Die Ihren Unterschenkeln: So kann es den

Mama steht bei uns im Vordergrund, aber Kopf heben und ablegen. Ziehen Sie die

wir bauen gezielt auch Übungen ein, die die Fußspitzen nun an und umfassen Sie die

Babyentwicklung unterstützen, zum Bei- Hände Ihres Kindes. Beim nächsten Ausspiel

kleine Spiele in Bauchlage“, sagt Reatmen Beckenboden anspannen, Bauchbecca

Köhler. Während der Übungen wernabel nach innen ziehen , Kopf und Schulden

die Kinder in einem Spezialgurt am tern anheben und Knie (nicht jedoch den

Körper der Mutter gesichert.

Kopf!) Richtung Brust bewegen. Position

Infos und Kosten: „fitdankbaby“ gibt es drei Sekunden halten, dann einatmen und

in über 80 Orten in Deutschland, Öster- zurück zur Ausgangsposition. Siebenmal

reich und der Schweiz. Acht Einheiten à wiederholen. Achtung: Übung erst ma-

75 Minuten kosten, je nach Region, ab 95 chen, wenn sich die Rectusdiastase be-

Euro. Infos unter www.fitdankbaby.com. reits geschlossen hat (Kasten S. 76).

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geschlechterrollen

42 // ELTERN das gesunde Kind


Fotos: Bec Parsons/Getty ImaGes, corBIs, maurItIus ImaGes Bin

ich

schön?

Sobald sie greifen können, geht es los: Kleine Mädchen wollen

schön sein. Sie setzen Hüte auf, funktionieren Geschirrtücher,

Topflappen und Unterhosen zum Kopfputz um. Woher

haben sie das? Liegt es an den Genen?

Nein, es sind nicht die Gene. Irgendwann greift sich die Kleine einen

schönen Schal von Mama oder ein glitzerndes Top, drapiert es irgendwie

… und Mama sagt belustigt: „Bist du aber schön!“ Und,

schwups, ist er da, der Effekt: Ah, wenn ich mich schmücke, bekomme

ich Aufmerksamkeit. Es ist die positive Verstärkung der

Erwachsenen, die kleine Mädchen zu Prinzessinnen-Fans werden

lässt. Schmeckt Ihnen nicht? Ist aber so. Auch wenn es bei fast

allen Eltern unbewusst abläuft.

Interessant: Das Schönheitsthema bei Mädchen weisen vor allem

die Väter zu. Väter bewundern fünfmal häufiger als Mütter Kleider

und Frisuren ihrer Töchter, sie fordern Mädchen seltener zum Fußballspielen

auf und trauen ihnen wenig zu, wenn sie mit männlichen

Spielsachen spielen.

glitzer, Lippenstift, damenhut – Mädchen finden das

toll. Weil Mama und Papa sie dafür bewundern

Dass Mädchen schön sein wollen, hängt aber auch mit der urmenschlichen

Eigenschaft zusammen, sich an Vorbildern zu orientieren.

Mit 20 bis 24 Monaten werden Kinder auf sich selbst aufmerksam

und beginnen, sich mit ihrer Umwelt abzugleichen: Werde ich

beobachtet? Warum werde ich beobachtet? Habe ich etwas falsch

gemacht? So finden sie langsam in ihre Geschlechterrollen. Sie registrieren

wohlwollende Blicke, wenn sie Mama nachmachen, die

sich morgens vor dem Spiegel kämmt. Ernten lautes Lachen, wenn

sie was von ihrem Lippenstift abhaben wollen oder in einem viel zu

großen T-Shirt verschwinden. Identität hat etwas mit Imitation zu tun.

Sich selbst und seine Rolle findet man mit seinen Vorbildern.

Ja, und ich will noch schöner werden.

Warum schon die kleinsten Mädchen

die Farbe Rosa und High Heels lieben

Prinzessin auf ewig: für die

meisten Mädchen ein großer Traum

das gesunde kind ELTERN // 43


geschlechterrollen

44 // ELTERN das gesunde Kind


So kommt es, dass schon für kleine Mädchen ihr Äußeres wichtiger

ist als für Jungs.

Befragt man drei- und vierjährige Kindergartenkinder, wie sie

sich vom anderen Geschlecht unterscheiden, antworten über

80 Prozent der Mädchen: „Wir sind schöner als die Jungen.“

Erst mit großem Abstand werden andere Merkmale genannt,

wie „Mädchen können besser tanzen“ oder „besser in der Puppenecke

spielen“. Das ist schon bemerkenswert.

Schwarz und Weiß, Rosa und Blau: Kinder wollen

die Welt ordnen, und zwar konsequent

Der weibliche Schönheitsfimmel ist auch kleinen Jungen

schon bewusst – Jungs sagen über Mädchen: „Wenn sie lachen,

sind sie schön“, „Mädchen kann man ärgern“, „Mädchen

können nicht laufen.“ In dieser Reihenfolge. Kinder sozialisieren

sich also auch selbst. Weil sie in diesem Alter ihre

Identität erst finden müssen, neigen Kinder zu Extremen:

Prinzessinnenkostüme, Rosa, Stöckelschuhe, Glitzer, Sommerkleider

im Winter. Wenn die Welt schon geordnet werden

muss, dann konsequent.

Bedenklich, wenn mein Junge sich ein Tüllkleidchen

anzieht? Unsinn, er will nur provozieren

Und die Jungs? Den meisten von ihnen ist Aussehen nicht

wichtig. Ihre Antwort auf die Fragen nach den Unterschieden

zwischen den Geschlechtern: „Jungen sind stärker.“

Verirren sich kleine Jungs in Mamas Sachen, ernten sie eher

Belustigung, Spott oder Missbilligung. Und haben, wenn sie

den Werkzeugkasten anschleppen oder die Fernbedienung

auseinandernehmen, mehr Glück mit positiver Aufmerksamkeit.

Auf manche Jungs üben Mädchenklamotten trotzdem eine Faszination

aus, Doch nicht der Schönheit wegen. Wenn Jungs im

Kindergartenalter als Mädchen gehen, steckt eine männliche

Temperamenteigenschaft dahinter: Jungs fordern gern heraus.

Und als tausendschöner Junge kann man wunderbar provozieren.

Aufmerksamkeit gewiss, oder?

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So ist das also mit den Mädchen. Und was

machen die Jungs? Lesen Sie mehr in unserem

Top-Thema unter www.eltern.de/erziehung

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erste hilfe

46 // ELTERN das gesunde kind

Kein

Beinbruch!

Verletzungen an Knochen oder Gelenken?

Meistens heilen sie bei Kindern ganz schnell

wieder. Aber erst mal müssen sie richtig

versorgt und vom Arzt behandelt werden


FOTO: AdAm CrOwley, GeTTy ImAGes

Bruch oder Prellung?

Diese Zeichen deuten auf einen Bruch hin:

Wenn ein Stück des Knochens nach außen durch die Haut dringt

– unübersehbar ein offener Bruch.

Unnatürliche Verformungen oder Stufenbildung.

Der betreffende Körperteil schmerzt nicht nur, sondern schwillt auch

deutlich an (es gibt allerdings auch Brüche, die kaum wehtun).

Die Beweglichkeit ist stark eingeschränkt.

Atembeschwerden. Sie können auf einen Rippenbruch hindeuten.

Was tun, wenn etwas gebrochen ist?

Ruhig stellen. Bewegung sollte man vermeiden, weil sie schmerzt.

Aber auch, weil an den Bruchenden Nervenfasern oder Blutgefäße

verletzt werden können.

Ein offener Bruch muss wie andere offene Wunden steril abgedeckt

werden.

Brüche an kleinen Knochen, z. B. am Unterarm, können Sie selbst

mit einem Dreieckstuch ruhig stellen.

Notarzt bzw. Rettungsdienst anrufen, wenn Verdacht auf Knochenbrüche

an Kopf, Schulter, Oberarm, Brustkorb, Wirbelsäule,

Becken und Oberschenkel besteht. Sind andere Körperteile betroffen,

können Sie Ihr Kind auch selbst ins Krankenhaus fahren.

Kühlung tut auf jeden Fall gut. Dafür eignen sich feuchte Tücher

oder Gelkompressen aus dem Kühlschrank.

Was tun bei Kopfverletzungen?

Schwere Kopfverletzungen sind zum Glück selten. Bei folgenden

Symptomen sollten Sie mit Ihrem Kind zur Sicherheit ins Krankenhaus

oder zum Arzt (bzw. es vom Rettungsdienst dorthin transportieren

lassen): Bewusstlosigkeit, Bewusstseinsstörungen, starke

Kopfschmerzen, Erbrechen, Blutungen aus dem Ohr.

Bis dahin den Oberkörper hoch lagern, um den Kopf zu entlasten.

Dem Kind immer wieder Fragen stellen, um zu überprüfen, ob es

noch bei Bewusstsein ist. Kopfplatzwunden sollten mit einem Verband

versorgt werden. Blutet das Kind aus dem Ohr, decken sie

das Ohr steril ab, um eine Infektion zu vermeiden.

Fahren Sie immer in die Klinik, wenn Sie unsicher sind, vor allem,

wenn Ihr Kind noch sehr klein ist und noch nicht gut sagen kann,

was ihm eigentlich fehlt.

Was tun bei Prellungen, Zerrungen,

Verstauchungen?

Oft sind solche Verletzungen schmerzhafter als ein Bruch. Wenn

Sie das Gefühl haben, ein Knochen könnte aus dem Gelenk gesprungen

sein (Verrenkung), gehen Sie am besten vor wie bei einem

Bruch: den Körperteil ruhig stellen und nur vom Arzt einrenken lassen.

Ansonsten hilft bei Quetschungen, Zerrungen, Stauchungen:

Kühlung (siehe oben).

Hochlagern. Dadurch verhindert man, dass zu viel Blut ins verletzte

Gewebe austritt.

Arnikasalbe. Unterstützt die Heilung, wirkt abschwellend, darf

aber nur angewendet werden, wenn die Haut intakt ist.


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Das große

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die als coole Surferin und magische Meerjungfrauen-Prinzessin

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Grafikprint und einer Schwimmbrille

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48 // ELTERN Das gesunDe kinD

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der Spielspaß los! Wo Pferd und Co

wohnen, gibt’s sogar Tierlaute!

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Eine aktuelle Verbraucherumfrage des

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wurde, zeigt: Es gibt Aufklärungsbedarf

beim Thema Nasenspray. Nur

rund ein Drittel (33 Prozent) der Befragten

weiß, dass Konservierungsmittel

in Nasensprays Allergien hervorrufen

können. Auch nur etwa der

Hälfte (56 Prozent) ist bewusst, dass

Konservierungsmittel die Nasenschleimhäute

schädigen können.

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Oberarzt der Infektionsabteilung am Klinikum München

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Nase säubern. Dazu entweder einfach Hochziehen oder

Schnäuzen. Beim Schnäuzen ist wichtig: Immer nur ein

Nasenloch und nicht mit zu viel Druck, denn das würde

das Sekret in die Nasennebenhöhlen drücken.“


kinderarzt

Der große

Check-up

50 // ELTERN das gesunde Kind

Text Oliver Steinbach

Ihr Kind bekommt in den ersten Lebensjahren

zehn kostenlose Untersuchungen.

Warum jede einzelne wichtig ist, erklärt der

Kinderarzt Dr. Hermann Josef Kahl


FOTOS: MaTTOn iMageS

U1

U2

U3

U4

alles in Ordnung?

Bei der U3 überprüft der

Kinderarzt auch die

Reflexe – zum Beispiel

den Greif-Reflex

sOfOrt nach der geburt

Beim Neugeborenen wird geprüft: Wie ist die Hautfärbung? Atmet

das Baby normal? Sind Herzschlag, Muskelspannung und Bewegungen

in Ordnung? Bei Verdacht auf eine Krankheit ziehen Hebammen und Geburtshelfer

umgehend einen Kinderarzt hinzu.

basis-untersuchung

Sie findet meist noch in der Geburtsklinik statt. Erst diese gründliche

Untersuchung zwischen viertem und sechstem Lebenstag gibt den

Eltern Gewissheit, ob ihr Baby gesund ist. Von großer Bedeutung sind Stoffwechsel-Tests,

die klären, ob die Schilddrüse richtig arbeitet, ob Eiweiß- oder Zuckerstoffwechsel-Störungen

vorliegen (dazu wird ein Tropfen Blut aus der Ferse des Babys genommen). Die

Eltern erfahren auch einiges über Rachitis- und Fluorid-Prophylaxe (zur Zahnhärtung).

Auch Organe, Geschlechtsteile, Verdauungstätigkeit und Reflexe werden untersucht.

beim Kinderarzt

Zwischen vierter und sechster Lebenswoche bringen die Eltern ihr

Kind zum Kinderarzt, der es in den kommenden Monaten und Jahren

betreuen wird. Das Baby wird gemessen und gewogen. Stimmt der Wachstumsverlauf?

Hört das Baby gut? Stimmen Herzfrequenz und Reflexe? Fällt beim Abtasten der

Organe etwas auf? Kann das Baby in Bauchlage schon für kurze Zeit den Kopf heben?

Lassen sich die Beinchen in der Hüfte gut bewegen? In der Regel heißt es nach 15 bis

20 Minuten: „Alles okay mit Ihrem Baby!“ Bei etwa drei von 100 Kindern sind eingehendere

Untersuchungen nötig. Übrigens: Der Arzt kann in seiner Praxis nicht alle Besonderheiten

feststellen. Es hilft ihm sehr, wenn Sie ihm mitteilen, ob Ihnen zu Hause

etwas an Ihrem Baby aufgefallen ist, z. B.

ob es Probleme beim Schlucken hat,

ob es besonders schrill oder aber kraftlos schreit,

ob sein Stuhlgang schleimig oder wässrig ist.

ob es Probleme beim Schlafen, Trinken oder Verdauen gibt

erste fOrtschritte

Der Arzt untersucht, wie sich das Baby körperlich und geistig entwickelt

hat. Es ist ja schon etwa drei Monate alt und nimmt immer stärker

Kontakt zur Umwelt auf.Verfolgt es Gegenstände mit den Augen? Kann es Spielsachen

in der Hand halten? Die Eltern berichten dem Arzt, wie ihr Kind trinkt, ob es fähig ist, die

Hände zusammenzuführen bzw. zur Faust zu ballen. Und ob es zurücklächelt. Der Arzt informiert

auch über wichtige Impfungen, die in der Regel gleich auch stattfinden.

meins! Mit etwa sechs

bis sieben Monaten

können Babys mit der

ganzen Hand nach

Gegenständen greifen

Wer ist denn das?

Verfolgt Ihr Baby bei der

U4 Gegenstände mit

den Augen? Hält es Blickkontakt?

Wunderbar!

das gesunde Kind ELTERN // 51


kinderarzt

klappt ja schon

prima! Mit zehn bis

zwölf Monaten

lernt Ihr Kind laufen

und baut vielleicht

schon kleine Türme

52 // ELTERN das gesunde kind

U5

Bewegte Zeiten

Zu Beginn des zweiten Lebenshalbjahres gilt das Augenmerk des

Arztes vor allem der Bewegungsfähigkeit und Geschicklichkeit. Die

meisten Kinder können sich z. B. in Bauchlage schon gut mit beiden Händen abstützen

und den Kopf oben halten. Außerdem greifen sie jetzt mit der ganzen Hand nach Gegenständen.Die

Eltern teilen dem Arzt mit, ob ihr Baby in der Lage ist, Blickkontakt aufzunehmen.

Ob es auf Zurufe oder Telefonklingeln reagiert, und ob es sich vom Rücken auf

die Seite bzw. auf den Bauch dreht.

U6

Fast ein Jahr alt

Wie bei den vorangegangenen Untersuchungen geht es zwischen

zehntem und zwölftem Lebensmonat besonders um die motorische

Entwicklung: um Krabbeln, Rutschen und Hochziehen in den Stand, um gezieltes Greifen

mit Zeigefinger und Daumen. Neben dem Check der wichtigen Organe und anderer Körperfunktionen

rückt jetzt auch das Sprechverhalten ins Blickfeld. Die meisten Kinder

führen schon kleine Plapper-Dialoge mit ihren Eltern und bilden Doppelsilben wie papa

oder dada (meist ohne Sinnbezug).

U7

kleinkind-untersuchung

Jetzt sollt das Kind sicher laufen, sich bücken und wieder aufrichten

können. Auch Treppen steigen, wenn es sich am Geländer festhält.

Feinmotorische Fähigkeiten werden von vielen Ärzten anhand eines Steckspiels getestet.

Der Kinderarzt prüft, ob das Kind auf Aufforderungen reagiert und einfache Gegenstände

benennen kann. Außerdem im Programm: ein Check der Haut, verschiedener Organe,

des Skelettsystems, der Sinnesorgane.

U7a

checkup Für dreiJährige

Seit Juli 2008 schließt die U7a die zweijährige Lücke zwischen U7

und U8. Die Schwerpunkte dieser Untersuchung sind das Erkennen

und Behandeln von Sehstörungen, aber auch von Sozialisations- und Verhaltensstörungen

sowie Übergewicht.

U8

Verständigungs-test

Den Kinderarzt interessiert jetzt vor allem die Sprachentwicklung.

Er versucht, das Kind in ein kleines Gespräch zu verwickeln. Oder

er zeigt ihm Bilder und Gegenstände, zu denen es eine Geschichte erzählen soll. Mädchen

und Jungen im Kindergartenalter können sich selbst schon mit „ich“ benennen und


in ganzen Sätzen sprechen. Der Arzt testet das Stehen bei geschlossenen Augen, die

Gangsymmetrie, die Kontaktfähigkeit. Er möchte von den Eltern wissen, ob es Probleme

mit nächtlichem Einnässen gibt, Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Kindern, Konzentrationsprobleme

oder andere Verhaltensauffälligkeiten. Zeigt das Kind Entwicklungsverzögerungen,

gibt der Arzt Informationen über Fördermaßnahmen.

U9

Letzte Kinder-untersuchung

Im Jahr vor der Einschulung achtet der Arzt besonders auf die Sehfähigkeit,

das Gehör, die Feinabstimmung der Bewegungen und die

Fortentwicklung der Sprache. Wie ausdauernd kann das Kind spielen? Wie steht es um

sein Sozialverhalten? Sind Darm- und Blasenkontrolle in Ordnung? Kann es sich allein

an- und ausziehen?

J1

teenager-checK

Die Jugendgesundheitsberatung gibt es erst seit einigen Jahren.

Sie ist eine gute Gelegenheit, Verformungen der Wirbelsäule, Fußschäden

und Haltungsfehler, Übergewicht, Sehfehler und Allergien zu erkennen. Vielleicht

findet der Teenager auch Vertrauen, um mit seinem Arzt über Schulschwierigkeiten oder

Probleme zu Hause zu reden.

neugierig und offen

erforschen Krabbelkinder

ihre Umgebung.

Darüber freut sich auch

der Kinderarzt

die eLf termine

im ÜberbLicK

U1: Gleich nach der Geburt

U2: 3. bis 10. Lebenstag

U3: 4. bis 6. Lebenswoche

U4: 3. bis 4. Monat

U5: 6. bis 7. Monat

U6: 10. bis 12. Monat

U7: 21. bis 24. Monat

U7a: 34. bis 36. Monat

U8: 43. bis 48. Monat

U9: 60. bis 64. Monat

J1: mit 12 bis 14 Jahren

das gesunde Kind ELTERN // 53


impressum

Redaktion:

Weihenstephaner Str. 7,

81673 München,

Telefon: 0 89/41 52 607,

Telefax: 0 89/41 52 645

Verantwortlich für den

Das gesunde Kind

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Leben!

Cool bleiben

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Leer ausgehen

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R A T G EBER

in Zusammenarbeit mit der

Stiftung Kindergesundheit

redaktionellen Inhalt: Christiane Börger.

Wissenschaftliche Mitarbeit:

Professor Dr. med. Berthold Koletzko,

STIFTUNG KINDERGESUNDHEIT.

Grafische Gestaltung: Nadine Rogovitz.

Bildredaktion: Eva Lichtenstern.

Imprimatur: Michaela Angermair.

Anzeigen: G+J Media Sales

Gesamtanzeigenleitung: Heiko Hager.

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Das gesunde Kind“ erscheint

in der Gruner + Jahr AG & Co KG,

Verlagsgruppe München

Tel. 089-4152-0, Fax: 089-4152-627

Weihenstephaner Str. 7, 81673 München.

© für alle Beiträge bei der

Gruner + Jahr AG & Co KG.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit

schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Produktion: Peter Becker GmbH,

Delpstr. 15, 97084 Würzburg.

Druck: Evers-Druck GmbH,

Ernst-Günter-Albers-Straße, 25704 Meldorf

Gesund essen

Ketchup lieber

abgepackt

In Restaurants und am Würstchenstand

um die Eckte steht die Ketchupflasche

lange auf dem Tisch

bzw. Tresen. Dabei sollte man mit offenen

Flaschen lieber vorsichtig sein:

Am Flaschenhals setzen sich jede

Menge Bakterien und Pilze fest, die

auch durch einfaches Säubern nicht

weggehen. Weil Kinder besonders

anfällig sind für lebensmittelbedingte

Infektionen: Finger weg von der Ketchupflasche!

Und lieber nach abgepackten

Portionstüten fragen, die

können nicht so leicht verderben.

Forschung

Hartnäckige Läuse

Läuse sind ziemlich lästige Mitbewohner, aber zum Glück gibt es ja wirksame

Mittel dagegen. Oder etwa nicht? Neuere Studien lassen vermuten, dass die gängigen

Läusemittel mit den Substanzen Permethrin und Pyrethrumextrakt nicht

mehr richtig wirken. Forscher aus Kiel fanden kürzlich in der Erbsubstanz von

Kopfläusen eine Genveränderung, die genau die Stelle im Nervensystem der Tiere

betrifft, an der die Wirkstoffe eigentlich zerstörerisch wirken sollen. Machtlos gegen

Läuse ist man trotzdem nicht. Wer feststellt, dass die altbewährten Mittel

nichts bringen, sollte es zum Beispiel mit Silikonölen versuchen, die – ins Haar

gesprüht – die Luftwege der Läuse verstopfen.


Fotos: Corbis, Getty imaGes, mauritius imaGes

Fotos: GEtty ImaGEs (2), CorBIs, maurItIus ImaGEs

Besser schlafen

Vor dem Schlafengehen

nicht mehr fernsehen

Fernsehen kurz vor dem Zubettgehen ist für kleine Kinder keine

gute Idee. Auch harmlose Sendungen sind für Vorschulkinder häufig

zu aufregend. Die Folge: Einschlafschwierigkeiten. Komische

Nase, fremde Kleidung wie beispielsweise beim Clown, unheimliche

Musik – das reicht schon, um kleinen Kindern Angst zu machen.

Ähnlich bedrohlich kann es auf die Kleinen wirken, wenn sie

ältere Geschwister bei lauten oder brutalen Computerspielen beobachten.

Deshalb: Glotze (und Computer) aus am Abend!

Leiser leben

Lautes Spielzeug macht

Kinderohren kaputt

Kinder lieben lautes Spielzeug, gut für die Ohren ist es nicht.

Quietsche-Enten, Tröten, Spielzeug-Handys, ja selbst Spieluhren

erreichen häufig Lautstärken, die dem empfindlichen Kindergehör

schaden können.

So kann eine Rassel, nah ans Ohr gehalten, mit über 90 Dezibel lauter

sein als ein vorbeifahrender Zug. Eine Quietsche-Ente kann 130

Dezibel erreichen, was einem lauten Rockkonzert entspricht. Manche

Trillerpfeife belastet die Ohren mit 126 Dezibel, vergleichbar mit einem

vorbeifliegenden Düsenflieger. Wichtig: Kinder über die Gefahren von

lauten Tönen und Knallen informieren. Und aufklären: Lautes Spielzeug

gehört niemals direkt ans Ohr! Nur so kann man vermeiden,

dass sie sich und andere mit Lärm schädigen.

Erkältung

Vorsicht mit rezeptfreien

Medikamenten!

Medikamente gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit sind in

der Apotheke schnell besorgt. Aber Kinderärzte warnen: Nicht

alles, was man in der Apotheke ohne Rezept bekommt, ist auch

harmlos für Kinder. Selbst pflanzliche Mittel können zu Nebenwirkungen,

Wechselwirkungen oder Dosierungsfehlern führen, wie

der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte warnt. Vor allem

mit rezeptfreien Medikamenten, die eigentlich für Erwachsene

sind, sollte man extrem vorsichtig sein. So sind beispielsweise

Präparate mit Echinacea, Vitamin C oder Zink nichts für Kinder.

Auch Produkte mit ätherischen Ölen können gefährlich werden.

Am wirkungsvollsten und komplett ohne Nebenwirkung bei Erkältung

und Husten: viel trinken! Das erleichtert das Lösen des

Schleims und hält die Schleimhäute feucht.

das gesunde kind ELTERN // 55


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