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2004

Geschäftsbericht

MAN B&W DIESEL AG

THE PRIME MOVERS


Auf einen Blick

MAN B&W DIESEL GRUPPE

Mio €

2004 2003

Auftragseingang 1 872 1 460

Umsatz 1 421 1 312

Mitarbeiter (Anzahl, 31.12.) 6 731 6 625

Investitionen 27 42

Abschreibungen 52 42

Cash Earnings 74 67

Eigenkapital (31.12.) 318 241

Ergebnis vor Ertragsteuern 40 44

Jahresüberschuss 24 8

Die Struktur der MAN Gruppe...>


Die Struktur der MAN Gruppe

MAN ist einer der führenden Engineering-Konzerne in Europa.

Als Systemanbieter mit rund 62 000 Mitarbeitern und den fünf

Kernbereichen Nutzfahrzeuge, Industriedienstleistungen,

Drucksysteme, Dieselmotoren und Turbomaschinen ist MAN

in 120 Ländern aktiv und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von

15 Mrd b (2004). Auf ihren Märkten hält die MAN Gruppe Positionen

unter den Top drei und ist technisch führend. Die MAN-

Aktie zählt als DAX-30-Wert zu den Blue Chips an der Börse.

ENGINEERING THE FUTURE.


MAN Aktiengesellschaft

Nutzfahrzeuge

MAN Nutzfahrzeuge ist einer der führenden Lkw- und Bushersteller in

Europa mit Produktionsstätten in Deutschland, Österreich, Polen, der

Türkei und Südafrika.

– Lastkraftwagen von 7,5 bis 50 t für jeden Einsatzzweck

– Omnibusse für Linie und Reise

– Fahrzeug-, Schiffs- und Industriemotoren

– Dienstleistungen rund um das Nutzfahrzeug

Industriedienstleisungen

MAN Ferrostaal ist ein weltweit tätiger Anbieter von Industriedienstleistungen.

– Contracting: Projektentwicklung, Projektmanagement und

Finanzierungskonzepte für Industrieanlagen

– Maschinen und Systeme: globaler Vertrieb von Maschinen und Schiffen,

Transportausrüstungen

– Stahlhandel und Logistik: Systeme und Logistik-Dienstleistungen,

Stahlhandel

Drucksysteme

MAN Roland Druckmaschinen ist weltweit führender Hersteller und

Systemanbieter für die grafische Industrie.

– Weltmarktführer bei Rollenoffsetmaschinen für Zeitungs- und

Illustrationsdruck

– Zweitgrößter Anbieter von Bogenoffsetmaschinen für Verlags-,

Werbe- und Verpackungsdruck

– Anbieter von digitalen Offset-Drucksystemen

– Dienstleistungen und Software-Produkte rund um den Druck

Dieselmotoren

MAN B&W Diesel ist die »Geburtsstätte« des Dieselmotors und weltweit

führender Hersteller von Groß-Dieselmotoren mit Produktionsstätten

in Deutschland, Dänemark, England und Frankreich.

– Weltmarktführer bei Zweitakt-Schiffshauptmotoren und Anbieter

des stärksten Dieselmotors der Welt

– Weltweit führender Anbieter von Viertakt-Diesel-Großmotoren für

Schiffsantriebe, Kraftwerke und Eisenbahnen

Turbomaschinen

MAN TURBO ist einer der weltweit führenden Hersteller und Serviceanbieter

auf dem Markt für Kompressoren und Industrieturbinen.

– Fertigung und Montage von Einzelmaschinen und kompletten

Maschinensträngen

– Kompressoren für industrielle Prozesse

– Gas- und Dampfturbinen für Antrieb und zur Energieerzeugung

NUTZFAHRZEUGE

Mio €

2004 2003

Auftragseingang 7 589 6 772

Umsatz 7 409 6 707

Operatives Ergebnis 342 203

Ergebnis vor Steuern (EBT) 260 121

Mitarbeiter* 33 810 34 094

INDUSTRIEDIENSTLEISTUNGEN

Mio €

2004 2003

Auftragseingang 3 508 2 738

Umsatz 3 185 2 880

Operatives Ergebnis 72 73

Ergebnis vor Steuern (EBT) 62 65

Mitarbeiter* 4 679 6 689

DRUCKSYSTEME

Mio €

2004 2003

Auftragseingang 1 885 1 575

Umsatz 1 620 1 516

Operatives Ergebnis 3 – 26

Ergebnis vor Steuern (EBT) – 8 – 37

Mitarbeiter* 9 026 9 465

DIESELMOTOREN

Mio €

2004 2003

Auftragseingang 1 872 1 460

Umsatz 1 421 1 312

Operatives Ergebnis 55 58

Ergebnis vor Steuern (EBT) 40 44

Mitarbeiter* 6 731 6 625

TURBOMASCHINEN

Mio €

2004 2003

Auftragseingang 675 658

Umsatz 659 567

Operatives Ergebnis 36 29

Ergebnis vor Steuern (EBT) 30 23

Mitarbeiter* 2 472 2 494

*Stand am 31.12.2004 bzw. 2003


03 Inhalt

04 … Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands

08 … Bericht des Aufsichtsrats

12 … Lagebericht

14 … Marktentwicklung und Auftragslage

16 … Ertragslage, Finanzierung und wesentliche Beteiligungen

19 … Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

22 … Forschung und Entwicklung

27 … Investitionen

28 … Risikomanagement

30 … Zukunftserwartungen

36 … Produkte und Märkte

39 … Zweitakt-Motoren

43 … Mittelschnellläufer

45 … Schnellläufer

46 … Turbolader

46 … Service

48 … Heiztechnik

50 … Teilkonzernabschluss der MAN B&W Diesel Gruppe

zum 31. Dezember 2004

78 … Siebenjahresübersicht der MAN B&W Diesel Gruppe

80 … Produkte und Leistungen

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


04

Aufsichtsrat MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft

Dr.-Ing. E. h. Rudolf Rupprecht

ehem. Vorsitzender des Vorstands der

MAN Aktiengesellschaft, München

Vorsitzender des Aufsichtsrats

bis 31. Dezember 2004

Mitglied des Aufsichtsrats

bis 31. Januar 2005

Dipl.-Ing. Håkan Samuelsson

Vorsitzender des Vorstands der

MAN Aktiengesellschaft, München

Vorsitzender ab 1. Januar 2005

Karlheinz Hiesinger*

Bildungsreferent IG Metall,

Gersthofen

stellv. Vorsitzender bis 10. März 2004

Jürgen Kerner*

1. Bevollmächtigter IG Metall,

Augsburg

stellv. Vorsitzender ab 10. März 2004

Prof. Dipl.-Ing. (FH) Gerd Finkbeiner

Mitglied des Vorstands der

MAN Aktiengesellschaft und

Vorsitzender des Vorstands der

MAN Roland Druckmaschinen

Aktiengesellschaft, Neusäß

10. März 2004 bis 31. Dezember 2004

Herbert Funk*

Reparaturschlosser, Augsburg

ab 10. März 2004

Herbert Hänßler*

Former, Augsburg

Dipl.-Ing. Lars Holmblad

ehem. Mitglied des Vorstands der

MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft

und der MAN B&W Diesel A/S,

Holte/Kopenhagen

bis 10. März 2004

Karlheinz Hornung

Mitglied des Vorstands der

MAN Aktiengesellschaft, München

ab 7. Oktober 2004

Dipl.-Kfm. Leif Juul Jørgensen

stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

der Scandlines A/S,

Rungsted Kyst/Kopenhagen

Peter Melzer*

Gewerkschaftssekretär

IG Metall,

Hamburg

Henrik E. Nyegaard

ehem. Vorsitzender des Vorstands der

IBM Dänemark A/S, Holte/Kopenhagen

Dr. jur. Hans-Jürgen Schulte LL.M.

ehem. Mitglied des Vorstands der

MAN Aktiengesellschaft und

ehem. Vorsitzender des Vorstands der

MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft

und der MAN B&W Diesel A/S, Augsburg

ab 15. Februar 2005

Dieter Tameling*

Rohrschlosser, Hamburg

bis 10. März 2004

Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Uhl*

Direktor der

MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft,

Augsburg

Dipl.-Ökonom Anton Weinmann

Mitglied des Vorstands der

MAN Aktiengesellschaft und

Vorsitzender des Vorstands der

MAN Nutzfahrzeuge Aktiengesellschaft,

München

ab 1. Januar 2005

Dr. jur. Philipp J. Zahn

ehem. Mitglied des Vorstands der

MAN Aktiengesellschaft, München

bis 7. Oktober 2004

Peter Zettl*

Techniker, Augsburg

*Von der Belegschaft gewählt


05

MAN B&W Diesel Gruppe

Aufsichtsrat und Vorstand

Aufsichtsrat MAN B&W Diesel A/S

Dipl.-Kfm. Leif Juul Jørgensen

stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

der Scandlines A/S,

Rungsted Kyst/Kopenhagen

Vorsitzender

Claus Ebbe*

Schlosser,

Holeby

Prof. Dipl.-Ing. (FH) Gerd Finkbeiner

Mitglied des Vorstands der

MAN Aktiengesellschaft und

Vorsitzender des Vorstands der

MAN Roland Druckmaschinen

Aktiengesellschaft,

Neusäß

ab 10. März 2004

Karl Ove Graven*

Kranführer,

Frederikshavn

Dipl.-Ing. Lars Holmblad

ehem. Mitglied des Vorstands der

MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft

und der MAN B&W Diesel A/S,

Holte/Kopenhagen

bis 10. März 2004

Karlheinz Hornung

Mitglied des Vorstands der

MAN Aktiengesellschaft,

München

ab 7. Oktober 2004

Henrik E. Nyegaard

ehem. Vorsitzender des Vorstands der

IBM Dänemark A/S,

Holte/Kopenhagen

Dr.-Ing. E. h. Rudolf Rupprecht

ehem. Vorsitzender

des Vorstands der

MAN Aktiengesellschaft,

München

bis 31. Januar 2005

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

Dipl.-Ing. Håkan Samuelsson

Vorsitzender des Vorstands der

MAN Aktiengesellschaft,

München

Susy Joan Therkelsen*

Abteilungsleiterin,

Kastrup/Kopenhagen

Dr. jur. Philipp J. Zahn

ehem. Mitglied des Vorstands der

MAN Aktiengesellschaft,

München

bis 7. Oktober 2004

*Von der Belegschaft gewählt

Stand März 2005


06

Vorstand MAN B&W Diesel Gruppe


07

MAN B&W Diesel Gruppe

Dr. jur. Hans-Jürgen Schulte LL.M.

Vorsitzender,

Augsburg

bis 31. Januar 2005

Dipl.-Ing. Fritz Pape

Vice-Chairman ab 1. Februar 2005

Produktion,

Augsburg

Dr.-Ing. Stefan Spindler

Geschäftsbereich Viertakt-Motoren,

Augsburg

Dr.-Ing. Peter Sunn Pedersen

Geschäftsbereich Zweitakt-Motoren,

Havdrup/Kopenhagen

Dr.-Ing. Stephan Timmermann

Geschäftsbereiche Service und Turbolader,

Augsburg

ab 1. Februar 2005

Vorstände von links

Dr.-Ing. Stefan Spindler

Dipl.-Ing. Fritz Pape

Dr.-Ing. Peter Sunn Pedersen

Dr.-Ing. Stephan Timmermann

MAN Geschäftsbericht 2004


08

Bericht des Aufsichtsrats

Dipl.-Ing. Håkan Samuelsson,

Vorsitzender

Der Vorstand der MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft hat uns

während des Geschäftsjahres 2004 über alle wesentlichen geschäftlichen

Ereignisse und Vorhaben des Unternehmens in zwei Aufsichtsratssitzungen

und darüber hinaus regelmäßig mündlich und

schriftlich unterrichtet.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2004 der MAN B&W Diesel

Aktiengesellschaft sowie der freiwillig erstellte Teilkonzernabschluss

nebst Lagebericht sind von der BDO Deutsche Warentreuhand

Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München,

geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk

versehen worden. Zudem hat der Abschlussprüfer unter Berücksichtigung

der von uns festgelegten Prüfungsschwerpunkte das bei der

Gesellschaft bestehende Risikomanagement-System geprüft und

festgestellt, dass der Vorstand geeignete Maßnahmen getroffen

und insbesondere ein Überwachungssystem eingerichtet hat, um

den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig

erkennen zu können.

Der Abschlussprüfer hat an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats teilgenommen

und Bericht erstattet. Wir haben von dem Ergebnis der

Prüfungen zustimmend Kenntnis genommen.


09

Bericht des Aufsichtsrats

Vorsitzender Dipl.-Ing. Håkan Samuelsson

Auch wir haben nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen

Prüfung des Jahresabschlusses der MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft

und des Lageberichts für das Geschäftsjahr 2004 keine

Einwendungen zu erheben. Wir billigen den vom Vorstand aufgestellten

Jahresabschluss, der damit festgestellt ist.

Zum 31. Dezember 2004 ist Herr Dr.-Ing. E.h. Rudolf Rupprecht

aus dem aktiven Dienst im MAN Konzern ausgeschieden und hat

gleichzeitig sein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats unserer

Gesellschaft niedergelegt.

Die MAN B&W Diesel Gruppe wurde maßgeblich durch Herrn

Dr. Rupprecht geprägt. Sowohl seiner Tätigkeit im Vorstand bis

1993 als auch zuletzt als Vorsitzender des Aufsichtsrats ist die

hervorragende Stellung unserer Gesellschaft zu verdanken.

An seiner Stelle hat Herr Dipl.-Ing. Håkan Samuelsson ab dem

1. Januar 2005 den Vorsitz des Aufsichtsrats der MAN B&W Diesel

Aktiengesellschaft übernommen.

Herr Dr. jur. Hans-Jürgen Schulte ist zum 31. Januar 2005 aus dem

Vorstand von MAN B&W Diesel ausgeschieden und in den Ruhestand

eingetreten. Herr Dr. Schulte wurde 1984 in den Vorstand unserer

Gesellschaft berufen und hat zuletzt als Vorsitzender des Vorstands

die erfolgreiche Entwicklung unserer Gruppe verantwortet.

Der Aufsichtsrat dankt beiden Herren für ihr langjähriges, verdienstvolles

Wirken. Herr Dr. Schulte ist ab dem 15. Februar 2005 in den

Aufsichtsrat von MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft eingetreten.

Darüber hinaus haben sich in der Berichtsperiode noch folgende

Änderungen im Aufsichtsrat ergeben:

Zum 10. März 2004 ist Herr Karlheinz Hiesinger, bis dahin stellvertretender

Vorsitzender des Aufsichtsrats, ausgeschieden. Für ihn

wurde Herr Jürgen Kerner gewählt, der ebenfalls den stellvertretenden

Vorsitz eingenommen hat.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


10

Bericht des Aufsichtsrats

Herr Lars Holmblad ist zum 10. März 2004 aus dem Aufsichtsrat

ausgeschieden, zu seinem Nachfolger wurde Herr Prof. Dipl.-Ing.

(FH) Gerd Finkbeiner berufen. An dessen Stelle trat ab dem 1. Januar

2005 Herr Dipl.-Ökonom Anton Weinmann in den Aufsichtsrat der

MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft ein.

Am 7. Oktober 2004 ist Herr Dr. jur. Philipp J. Zahn aus dem Aufsichtsrat

von MAN B&W Diesel ausgeschieden. Für ihn wurde ab

diesem Zeitpunkt Herr Karlheinz Hornung berufen.

Für Herrn Dieter Tameling wurde ab dem 10. März 2004 Herr

Herbert Funk in den Aufsichtsrat gewählt.

Wir danken allen ausgeschiedenen Herren für ihren Einsatz zum

Wohle unseres Unternehmens.

Herr Dr.-Ing. Stephan Timmermann wurde ab dem 1. Februar 2005

zum Mitglied des Vorstands der Gesellschaft bestellt.

Den Mitgliedern des Vorstands und allen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern von MAN B&W Diesel danken wir für ihre Leistungen

und ihren tatkräftigen Einsatz, den Vertretungen der Mitarbeiter

für die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit im Interesse

des Unternehmens.

Augsburg, 9. März 2005

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats

Håkan Samuelsson


11

Bericht des Aufsichtsrats

Vorsitzender Dipl.-Ing. Håkan Samuelsson

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


12

Lagebericht

Die weltwirtschaftliche Entwicklung in 2004 war

geprägt von einem kräftigen Aufschwung, gefördert

von starken Impulsen in den USA, in Fernost

und einigen Schwellenländern. Allerdings hat der

Aufwärtstrend im Verlauf des Jahres etwas an

Fahrt verloren. Zu dieser Abschwächung trugen

das Auslaufen finanzpolitischer Impulse in den

USA, steuernde Eingriffe der chinesischen Regierung

zur Zügelung der inländischen Konjunktur

sowie der starke Anstieg der Rohstoff- und insbesondere

der Rohölpreise bei.

Die positive Entwicklung der Weltwirtschaft im

abgelaufenen Jahr hat die Nachfrage nach Energie

und Transportleistung auf konstant hohem

Niveau gehalten. Wir haben davon überproportional

im Marinemarkt profitiert. Mit einem

Auftragseingang von knapp 1,9 Mrd. € haben

wir in der MAN B&W Diesel Gruppe ein bislang

nicht erreichtes Bestellvolumen erzielt. Dabei

partizipierten wir vor allem am anhaltenden

Schiffbauboom, der sich insbesondere aus dem

unverändert hohen Bedarf der weiter stark expandierenden

chinesischen Volkswirtschaft ergab.

Auch in unseren Stationärmärkten verlief das Geschäftsjahr

befriedigend, was vor allem auf die Einbuchung

einiger Großaufträge zurückzuführen war.

Allerdings haben der schwache US-Dollar wie

auch steigende Beschaffungspreise in den Vormärkten

erheblich auf unsere Margen gedrückt.

Darüber hinaus waren auch im abgelaufenen

Geschäftsjahr Strukturmaßnahmen zu bewältigen.

Insgesamt erzielten wir jedoch ein zufrieden

stellendes Ergebnis.


13 Lagebericht

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


14

Marktentwicklung und Auftragslage

Der Verlauf des Geschäftsjahres 2004 war für MAN B&W Diesel sehr erfreulich. Der

Schiffbauboom, der sich schon in der zweiten Hälfte des Vorjahres angekündigt hatte,

sorgte für volle Auftragsbücher.

Wie in den Vorjahren konnten wir im Bereich der Zweitakt-Motoren auch 2004 die

dominierende Marktstellung von MAN B&W Diesel mit einem Marktanteil von 75 %

weiter festigen.

Im Segment der mittelschnelllaufenden Motoren erreichten wir bei Schiffsantrieben

und Hilfsdieselmotoren einen Marktanteil von 40 % und untermauerten damit ebenfalls

unsere Stellung in diesem Markt.

Auftragseingang auf Rekordhoch

Mit Bestellungen über 1 872 Mio € haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr einen

neuen Spitzenwert erreicht. Das bereits gute Vorjahr wurde nochmals um nahezu

30 % übertroffen.

AUFTRAGSEINGANG

Mio €

2 000

1 800

1 600

1 400

1 192

1 200

1 019

1 000

800

600

400

200

173

0

99/00 RGJ 2000

Gesamt: 861

Ausland: 696

Inland: 165

2001 2002 2003 2004

Gesamt Ausland Inland

1 489

1 250

239

1 363

1 205

158

1 460

1 135

325

1 872

1 622

250


15 Lagebericht

Umsätze gesteigert

Der hohe Auftragsbestand zu Beginn des Geschäftsjahres sowie die Erhöhung der

Bestellungen im laufenden Jahr haben zu einem Umsatzzuwachs gegenüber dem

Vorjahr um knapp 10 % auf einen Wert von 1 421 Mio € geführt.

UMSATZ

Mio €

2 000

1 800

1 600

1 400

1 200 1 106

1 000 936

800

600

400

200

170

0

99/00 RGJ 2000

Gesamt: 665

Ausland: 559

Inland: 106

2001 2002 2003 2004

Gesamt Ausland Inland

Auftragsbestand auf Höchstwert

Der Bestellboom führte auch zu einem deutlichen Anstieg des Auftragsbestands.

Per 31. Dezember 2004 wurde mit einem Wert von 1 449 Mio € der bereits hohe

Vorjahreswert nochmals um nahezu 45 % übertroffen.

Mio €

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

1 415

1 205

210

1 408

1 222

186

1 312

1 111

201

1 421

1 154

267

31. Dez. 2004 31. Dez. 2003

Deutschland 218 235

Ausland 1 231 768

Gesamt 1 449 1 003


16

Ertragslage, Finanzierung und wesentliche Beteiligungen

Ergebnissituation

Im Geschäftsjahr 2004 wurde ein Gewinn vor Steuern in Höhe von 40 Mio € erzielt

gegenüber 44 Mio € im Vorjahr. Damit lagen wir unter unseren Zielen zu Beginn des

Geschäftsjahres. Ursachen sind der anhaltende Erlös- und Kostendruck aufgrund

der US-Dollar-Schwäche, gestiegene Rohstoffpreise, weitere Restrukturierungsaufwendungen

in der MAN B&W Diesel Gruppe, hohe Aufwendungen für Altaufträge

sowie die unzureichende Auslastung unserer englischen Tochtergesellschaft.

VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR

Mio €

Aktiva Passiva

1 200

1 000

800

600

400

200

0

972

246

726

1 059

212

847

1 059

31.12.2003 31.12.2004 31.12.2004 31.12.2003

Langfristige Vermögenswerte Eigenkapital

Kurzfristige Vermögenswerte Langfristige Verb. und Rückst.

Kurzfristige Verb. und Rückst.

Weiterhin sehr solide ist die Finanzierungsstruktur in der MAN B&W Diesel Gruppe.

Die Eigenkapitalquote per 31. Dezember 2004 liegt mit 30 % deutlich über dem

Vorjahreswert (25 %), die langfristigen Vermögenswerte sind zu 150 % durch das

Eigenkapital gedeckt.

KAPITALFLUSSRECHNUNG (VERKÜRZT)

Mio €

318

155

586

972

241

164

567

2004 2003

Cash Earnings 74 67

Übrige Mittel aus der Geschäftstätigkeit 16 5

Mittelzufluss aus der Geschäftstätigkeit 90 72

Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit – 21 – 39

Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit – 82 – 45

Zahlungswirksame Veränderung der flüssigen Mittel – 13 – 12

Wechselkursbedingte Veränderung der flüssigen Mittel 5 – 1

Flüssige Mittel zu Beginn des Geschäftsjahres 22 35

Flüssige Mittel am Ende des Geschäftsjahres 14 22


01

03

17 Lagebericht

01 Containerschiffe der Hapag Lloyd-Flotte mit Hauptmotoren 12K98ME und MAN B&W-Hilfsmotoren.

02 Kraftwerk „Choloma I“ in Honduras mit fünf Motoren von S.E.M.T. Pielstick.

03 MS Norwegian Dawn mit vier Motoren 14V48/60.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

02


18

Die flüssigen Mittel zum 31. Dezember 2004 liegen mit 14 Mio € um 8 Mio € niedriger

als per 31. Dezember 2003. Sowohl aus der Geschäfts- wie auch der Investitionstätigkeit

konnten Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Der Rückgang

der flüssigen Mittel resultiert ausschließlich aus dem hohen Mittelabfluss aus der

Finanzierungstätigkeit aufgrund der Rückführung von Finanzverbindlichkeiten.

WESENTLICHE BETEILIGUNGEN DER MAN B&W AKTIENGESELLSCHAFT

ZUM 31. DEZEMBER 2004

Kapitalanteil Gesamt- Umsatz Beschäftigte

vermögen am Geschäfts-

% Mio € Mio € jahresende

MAN B&W Diesel A/S

Kopenhagen/Dänemark

MAN B&W Diesel Ltd

100 377 585 2 298

Stockport/England

S.E.M.T. Pielstick

100 147 106 667

Villepinte/Frankreich

MAN B&W Diesel (Singapore) Pte. Ltd.

66,6 135 160 694

Singapur

MAN B&W Diesel Australia Pty. Ltd.

100 32 64 145

Sydney/Australien

MAN B&W Diesel Canada Ltd.

100 8 11 36

Oakville/Kanada*

MAN B&W Diesel Inc.

100 6 10 23

New York/USA

Rostock Diesel Service GmbH

100 7 13 44

Rostock/Deutschland

PBS Turbo s.r.o.

100 3 11 24

Velká Bíte˘s /Tschechien

MAN Heiztechnik GmbH

89,9 7 11 153

Hamburg/Deutschland

Intercal Wärmetechnik GmbH

100 18 28 146

Lage/Deutschland* 100 6 10 24

*mittelbare Beteiligungen der MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft

Neben den oben genannten Gesellschaften gehören zur MAN B&W Diesel Gruppe

weitere Unternehmen im In- und Ausland, insbesondere Vertriebs- und Servicegesellschaften

in Brasilien, Griechenland, Großbritannien, Hongkong, Indien, Iran, Japan,

Korea, Malaysia, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Spanien, den USA, der Volksrepublik

China und auf den Philippinen.


19 Lagebericht

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Belegschaft leicht erhöht

Nach mehreren Jahren stetiger Personalreduzierungen hat die gute Beschäftigungssituation

in 2004 an einigen Standorten unserer Gruppe zu einer leichten Aufstockung

der Belegschaft auf 6 731 Mitarbeiter geführt. Hiervon arbeiteten 2 671 Personen in

den Werken in Deutschland und 4 060 in unseren ausländischen Gesellschaften.

Um weiterhin auf die Marktveränderungen reagieren zu können, nutzen wir diverse

Instrumente der Flexibilisierung. Dies sind in erster Linie der Einsatz von Leiharbeitskräften,

aber auch von befristeten Arbeitsverhältnissen sowie Arbeitszeitkonten.

Darüber hinaus beteiligten sich unsere Stammbelegschaftskräfte an Maßnahmen zur

Begegnung des Kostendrucks, unter anderem mit unbezahlter Verlängerung der Arbeitszeit.

Somit leisteten unsere Mitarbeiter einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung

unserer Wettbewerbsfähigkeit.

Ausbildung und Qualifikation der Mitarbeiter

Gut ausgebildete, motivierte und sich ständig weiter qualifizierende Mitarbeiter sind

die wesentlichen Faktoren für ein nachhaltiges Wachstum unseres Unternehmens.

Das fachliche Können und das Engagement unserer Belegschaft haben auch im Berichtszeitraum

den Grundstock für ein erfolgreiches Geschäftsjahr gelegt.

Mit einer Ausbildungsquote von 4 % investieren wir in unsere Zukunft und tragen

damit auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung Rechnung, als Unternehmen

jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten.

Wir fördern nach dem Prinzip der Selbstverantwortung die persönliche und berufliche

Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter durch systematische Zielvereinbarungsregelungen.

Für unsere Führungs- und Führungsnachwuchskräfte nutzen wir das Qualifizierungsangebot

der MAN Gruppe, insbesondere der MAN-Akademie, womit Potenzialträger

auf neue Aufgaben vorbereitet werden.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


20

Dank an die Belegschaft

Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Unterstützung und

ihren Einsatz.

Ganz besonders danken wir den Interessenvertretern der Arbeitnehmer für ihre

konstruktive Mitarbeit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohl unseres

Unternehmens.

Wir trauern um alle im Berichtsjahr verstorbenen aktiven und ehemaligen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter; ihnen gilt unser ehrendes Gedenken.

MITARBEITER AM BILANZSTICHTAG

8 000

7 000

6 000

5 000

4 000

3 000

2 000

1 000

0

6 966

3 668

3 298

7 073

3 746

3 327

7 286

3 810

3 476

6 889

30.06.00 31.12.00 31.12.01 31.12.02 31.12.03 31.12.04

Gehaltsempfänger Lohnempfänger

3 703

3 186

6 625

3 568

3 057

6 731

3 641

3 090


01

03

21 Lagebericht

04

01 – 05 Unseren Erfolg verdanken wir dem Wissen und der Erfahrung unserer Mitarbeiter.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

02

05


22

Forschung und Entwicklung

Zweitakt-Motoren

Die Implementierung der elektronisch gesteuerten Motorenbaureihe ME ist eine

wichtige Innovation unseres Hauses und das Resultat über zehnjähriger Forschung.

Der ME-Motor ist ein sehr flexibel in verschiedenen Betriebszuständen nutzbarer und

gleichzeitig extrem zuverlässiger Motor. Mittlerweile wurden über 130 ME-Motoren

verkauft. Die Referenzliste reicht vom 6L42ME/MC bis zum größten Motor, dem

12K98ME. Letzterer wurde 2004 vorgestellt, in Form je eines 12K98ME und 12K98ME-C

bei unseren koreanischen Lizenznehmern HHI (Hyundai Heavy Industries) und HSD.

Inzwischen sind bereits einige elektronisch gesteuerte Motoren erfolgreich im Einsatz

und erfüllen die hohen Erwartungen der Kunden.

Komponenten für ME-Motoren werden künftig ebenso in den Lizenznehmerländern

gefertigt, wie dies schon bei den mechanisch gesteuerten MC-Motoren der Fall ist.

Aufgrund von Forderungen aus dem Markt wurde die verfügbare Leistung der meisten

Motoren unseres Portfolios um 5 % angehoben.

Der Erfolg unseres „Slide Valve“-Einspritzventils setzt sich fort. Die Einführung dieser

Innovation auch in älteren Motoren, beispielsweise in den Serien GB und GFCA, wird

derzeit untersucht. Gemeinsam mit einer Zylinderabschaltung bei geringeren Lasten

erreicht der Motor eine Verbrennung ohne sichtbaren Rauch. Der Alpha Lubricator

wird inzwischen bei vielen neuen Motoren eingesetzt. Eine Verbesserung ist die Steuerung

der Schmiermittelmenge abhängig vom Schwefelgehalt des Öls, was eine weitere

Verbrauchsreduzierung ermöglicht.


23 Lagebericht

01 02

01 Zweitakt-Motor 12K98MC in MS Hamburg Express.

02 Service Zweitakt-Motoren.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


24

Viertakt-Motoren

Um unseren Erfolg auf dem Markt auszubauen, setzen wir weiter auf technische Innovation.

Hierbei war die Vorstellung der Common-Rail-Einspritzung am 32/40-Motor

ein wichtiger Meilenstein. Dieses neuartige System lässt sich flexibel an allen Motoren

der Serien 32/40 und 48/60B einsetzen. Tests an einem 32/40-Motor belegen die

Zuverlässigkeit des Systems und dessen Potenzial zur Minimierung von Kraftstoffverbrauch

und Stickoxydausstoß. Der Motor 32/40CR wurde erfolgreich im Markt eingeführt.

Inzwischen sind bereits Motoren auf zwei Schiffen im Einsatz, davon hat ein

Motor ca. 5 000 Betriebsstunden ohne Probleme absolviert. Zudem wurde ein Prototyp

7L48/60B CR mit der Common-Rail-Technologie ausgerüstet und auf dem Prüfstand

in Betrieb genommen. Die ersten Aufträge sind eingegangen.

Für den wachsenden Gasmotorenmarkt entwickeln wir den 48/60DF (dual fuel).

Ein solcher Motor kann sowohl mit Gas als auch mit Diesel betrieben werden und ist

somit ideal für den Antrieb von Gastankern oder für die Stromerzeugung.

Um die hohe Marktakzeptanz des 58/64-Motors auch in Zukunft zu sichern wird diese

Baureihe derzeit überarbeitet. Ziel ist die Senkung des Kraftstoffverbrauchs, was wir

u. a. durch den Anbau der neuen Turbolader-Generation TCA erreichen.

Alle Motoren werden kontinuierlich optimiert. So wurde im Geschäftsjahr 2004

beispielsweise an einer zehnprozentigen Leistungssteigerung des L16/24 gearbeitet.

Die Leistung der Motorenbaureihe 32/40 wurde auf 500 kW pro Zylinder erhöht und

absolvierte im Dezember 2004 die Typprüfung.

Der neu entwickelte Motor RK280, der mit einer Leistung von bis zu 9 MW eine wichtige

Ergänzung im Markt für schnelllaufende Dieselmotoren darstellt, wurde bereits

mehrfach verkauft.

Aus Anlass der ersten Bestellung des RK270 Motors durch Dalian Loco, China, für den

Schienenverkehr wurde dieser Motorentyp auf den Einsatz in Lokomotiven angepasst.

Ebenso hat der Lokomotivmotor 16RK215T bereits sämtliche Prüfungen in Bezug auf

Emissionen, Leistung und Zuverlässigkeit bestanden, die für die UIC-Zertifizierung

notwendig sind.


01

04

25 Lagebericht

01 Zweitakt-Motor 6S50ME-C.

02 Viertakt-Motor 12V48/60B.

03 CNC-Bearbeitung eines Kurbelwellengehäuses.

04 Turbolader TCA77.

05 Schwertransport eines Motors.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

02 03

05


26

Turbolader

Die Felderfahrungen mit dem TCA-Turbolader stützen sich inzwischen auf über

200 000 Betriebsstunden. Zusätzlich zu den bestehenden Größen TCA55, TCA66,

TCA77 und TCA88 werden weitere Modelle entwickelt, für Motorenleistungen von

2 100 kW bis zu 97 300 kW.

Die Mitte des Jahres eingeführte Baureihe TCR wiederholt den erfolgreichen Start der

TCA-Serie. Neben höherer Leistungsfähigkeit bietet die neue TCR-Serie eine verlängerte

Lebensdauer der Komponenten sowie einfachere Wartung und Inbetriebnahme

durch das „pipeless“ Design. Die L21/31-Motor-Serie ist die erste, die mit dem neuen

Turbolader ausgerüstet wird. Acht TCR18 wurden bisher verbaut. Die TCR-Serie wird

kontinuierlich bis auf acht Größen ausgebaut, die Motoren mit einer Leistung von

390 kW bis hin zu 5 000 kW abdecken.

MAN Heiztechnik

Bei MAN Heiztechnik läuft das neue Ölheizungssystem EcoStar Unit im Praxistest.

Die neuen ProCon Gas-Brennwertkessel mit 15, 25 und 45 kW wurden im Juni 2004 auf

den Markt gebracht und von unseren Kunden hervorragend angenommen. Mit diesen

beiden Produktinnovationen vervollständigte MAN Heiztechnik seine Produktpalette

an Gas-Brennwertkesseln und bietet jetzt ein Portfolio mit Ausgangsleistungen von 15

bis 1 650 kW. Zwei weitere Neuentwicklungen, ein Öl-Brennwertkessel und ein Brenner

für schwefelarmes Heizöl, wurden 2004 fertig entwickelt, die Markteinführung folgt

im Jahr 2005.


27 Lagebericht

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2004 hat MAN B&W Diesel an ihren Standorten insgesamt 26 Mio €

in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände investiert. Zum 31. Dezember

2004 betrug der Buchwert an Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen

180 Mio €. Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Wirtschaftsgütern

beliefen sich zusammen mit den Abgängen auf 53 Mio €.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr starteten wir bei unserer dänischen Tochtergesellschaft

MAN B&W Diesel A/S ein Restrukturierungsprogramm im Bereich Viertakt-

Motoren. Ziel ist es, die Prozesse zu optimieren und die Kosten unserer Produkte zu

reduzieren. Die Fertigung, Montage und Erprobung der Propulsionsmotoren, GenSets,

Getriebe und Propeller wird nun ausschließlich in Frederikshavn erfolgen. Dazu werden

die wesentlichen Fertigungseinrichtungen von Holeby nach Frederikshavn transferiert.

Die Modernisierung unserer Produktionseinrichtungen bildet einen zentralen

Bestandteil unseres Investitionsprogramms. Die Anwendung modernster Fertigungsverfahren

und Maschinentechnologie hilft uns, die Effizienz in der Produktion zu steigern

und die Qualität unserer Produkte zu verbessern.

Am Standort Augsburg wurde beispielsweise ein Bearbeitungszentrum für die Bearbeitung

von Zylinderköpfen in Betrieb genommen. Für die Fertigung von Einspritz-

Komponenten und Komponenten des Ventiltriebs wurde in zwei baugleiche Bearbeitungszentren

investiert, die drei bestehende Anlagen ersetzen.

Bei unserer Tochtergesellschaft S.E.M.T Pielstick in St. Nazaire haben wir mit der

Neuordnung unserer Pleuelfertigung begonnen. In der ersten Stufe wurde ein neues

Bearbeitungszentrum zur Fertigung der kleinen Pleuel in Betrieb genommen. In einer

zweiten Stufe werden wir die Bearbeitung der großen Pleuel modernisieren. Dies

versetzt uns in die Lage, die für die mechanische Bearbeitung aller Pleuel benötigten

Maschinen von acht auf drei zu reduzieren.

In unserer Turboladerfertigung am Standort Augsburg haben wir ein neues Fünfachs-

Fräszentrum für die Bearbeitung von Verdichterrädern für Radial- und kleine Axialturbolader

in Betrieb genommen. Hierdurch reduzierten wir die Durchlaufzeit und die

Kosten deutlich und steigerten somit die Kapazität, um die wachsende Nachfrage

nach unseren Turboladern und Serviceteilen zu befriedigen.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


28

Risikomanagement

Zentrale Aufgabe des Managements ist es, Chancen wahrzunehmen, die sich aus

unseren Märkten und Produkten ergeben, dabei aber die damit verbundenen Risiken

frühzeitig zu erkennen und zu bewerten.

Die hierfür vorhandenen Systeme und Instrumente unterlagen auch in der Berichtsperiode

einem ständigen Weiterentwicklungs- und Optimierungsprozess. Zentrale

Elemente hierbei sind weiterhin unsere Berichts-, Planungs- und Genehmigungsroutinen.

Diese werden ergänzt durch systematische Risikobestandsaufnahmen und

die Definition von Verantwortlichkeiten für das Risikomanagement. Dabei werden

auch die ausländischen Tochtergesellschaften in die vorhandenen Regelungen und

Systeme integriert. Darüber hinaus fließt die Anforderung der frühzeitigen Erkennung

und Kommunikation von Risiken in unsere internen Abwicklungs- und Steuerungsprozesse

ein. Risikofrüherkennung heißt auch, in den Märkten vor Ort präsent zu sein,

engen Kontakt zu unseren Kunden zu halten und dadurch Marktentwicklungen rechtzeitig

erkennen und einschätzen zu können. Wir verbreitern deshalb ständig die Basis

unserer weltweiten Ausrichtung. Mit Konzepten zur Stärkung unserer Außenorganisation

und Schaffung von regionalen Kompetenzzentren ist die Fokussierung auf unsere

Kunden und Märkte ein zentraler Bestandteil unserer Zukunftsausrichtung.

Darüber hinaus ist die Einbindung in die MAN Gruppe mit ihrer zentralen Steuerung

durch Renditevorgaben, mit dem gruppenweiten Liquiditäts-, Zins- und Währungsmanagement

und der internen Konzernrevision ebenfalls ein umfassender integraler

Bestandteil des Risikomanagementsystems der MAN B&W Diesel Gruppe.

Wie in den Vorjahren wurden auch im Berichtszeitraum das Risikomanagementsystem

sowie spezifische Risikoschwerpunkte im Rahmen der Jahresabschlussprüfung

von unseren Wirtschaftsprüfern geprüft. Dabei wurde festgestellt, dass das bei MAN

B&W Diesel bestehende Risikomanagementsystem den gesetzlichen Erfordernissen

entspricht und geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen

frühzeitig zu erkennen.

Mit den genannten Maßnahmen tragen wir den Anforderungen des „Gesetzes zur

Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)“ an ein funktionierendes

Risikomanagement im Unternehmen in vollem Umfang Rechnung.


01

29 Lagebericht

02 03 04

01 Werk Kopenhagen.

02 Vor 100 Jahren wurde im dänischen Frederikshavn mit der Propellerproduktion begonnen.

03 Ein Beispiel für den Engine Viewer von MAN B&W Diesel.

04 Schulungsmaßnahmen für ME Engines.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


30

Zukunftserwartungen

Die Erwartungen für die Fortsetzung des Weltwirtschaftswachstums sind weiterhin

positiv. Mit der fortschreitenden Globalisierung der Erstellung von Gütern und Leistungen

wird die Nachfrage nach Transportkapazitäten weiter steigen. Die rege Marktaktivität

beim seegehenden Transport wird die hohe Ausnutzung von Schiffsraum

bei attraktiven Frachtraten stabilisieren.

Das hohe Bestellvolumen im Tankersektor aus der ersten Hälfte von 2004 führt

bereits jetzt zu hohen Ablieferungen, die sich bis ins Jahr 2006 fortsetzen werden.

Mit diesen Ablieferungen werden die Einhüllenschiffe außer Dienst gestellt werden

können.

Der anhaltend wachsende Rohstoffbedarf wird auch zu Bestellzunahmen im Bereich

der Massengutfrachter führen.

Auch bei den Containerschiffen wird – getrieben durch die Globalisierung und weiter

hohes Weltwirtschaftswachstum – eine Ausweitung der Flotten erwartet. Darum gehen

wir auch hier von weiterhin reger Bestelltätigkeit für unsere Produkte aus. Positive

Entwicklungen und eine weitere Belebung zeigen sich ebenso in den Bereichen Kreuzfahrtschiffe,

Offshore und Flüssiggastanker. Daran partizipieren wir mit zunehmendem

Erfolg.

Zunächst befürchtete Überkapazitäten im Weltschiffbau haben sich wegen der guten

Auslastung und des regen Warenverkehrs in die boomende VR China nicht bewahrheitet.

Dennoch besteht das Risiko, dass die stetig wachsenden Schiffbaukapazitäten

langfristig nicht mehr ausgelastet werden können und sich der Preisdruck auf unsere

Motoren weiter erhöht.

Der regionale Schwerpunkt unserer Absatzbemühungen im Kraftwerkssektor liegt

weiterhin in Mittelamerika einschließlich der Karibik. Hierbei handelt es sich vorrangig

um den Ausbau der öffentlichen Stromversorgung.

Im afrikanischen Markt nimmt unsere Projekttätigkeit mit industriellen Kunden zu,

wir erwarten in Zukunft eine größere Bedeutung dieser Region für unsere Produkte.

Im Bereich der Stromerzeugung besteht großer Energiebedarf im Irak. Da Schweröl

verfügbar ist, sind sehr gute Voraussetzungen für den Bau von Dieselkraftwerken

gegeben. Problematisch ist die Finanzierung und vor allem das hohe Sicherheitsrisiko.


31 Lagebericht

Die Verbesserung der Versorgungssicherheit mit Gas, wettbewerbsfähige Preise und

zunehmend höhere Umweltanforderungen führen in den kommenden Jahren zu

einem steigenden Bedarf bei Gasmotoren. Wir forcieren daher die Weiterentwicklung

unseres Motorenprogramms. Auch die Umrüstung von Schwerölmotoren auf Gasbetrieb

gewinnt zunehmend an Bedeutung.

2004 haben wir mit der Reorganisation der dänischen Viertakt-Standorte Frederikshavn

und Holeby begonnen. Es ist vorgesehen, dass die Produktion in Frederikshavn

konzentriert wird. Dadurch soll das Ergebnis unserer dänischen Viertakt- Einheit nachhaltig

verbessert werden. Die Maßnahmen werden bis Mitte 2005 abgeschlossen sein.

Die oben skizzierte Marktsituation, der Auftragsbestand zum Ende des Geschäftsjahres

2004 sowie die bereits absehbare Entwicklung zu Beginn des neuen Geschäftsjahres

lassen eine erneute Steigerung der Umsatzvolumina erwarten. Trotz weiterer

Belastungen aus Restrukturierungsaufwendungen rechnen wir mit einer Verbesserung

unseres Ergebnisses.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


32

Unsere Motoren

bewegen die Welt.

SEIT JAHRHUNDERTEN STEHEN

PFERDESTÄRKEN FÜR DIE KRAFT

DER FORTBEWEGUNG.

UND SEIT 100 JAHREN BEWEGEN

UNSERE MOTOREN MIT ENORM

VIELEN PFERDESTÄRKEN MENSCHEN

UND MASCHINEN ÜBER DIE MEERE.

JEDES ZWEITE SCHIFF WIRD VON

EINEM MOTOR MIT BIS ZU 108 920 PS

DER MAN B&W DIESEL GRUPPE

ANGETRIEBEN.


33

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


34

TECHNOLOGIESPRUNG MIT COMMON RAIL

HÖHERE LAUFKULTUR, WENIGER EMISSIONEN, NIEDRIGERER VEBRAUCH,

FLEXIBLE APPLIKATION AUF DEN JEWEILIGEN EINSATZBEREICH:

DAS SIND DIE WICHTIGSTEN VORTEILE DER COMMON-RAIL-TECHNOLOGIE.

JETZT IST DIE MODERNE TECHNIK AUCH FÜR DIE ERFOLGREICHEN VIERTAKT-

MOTOREN VON MAN B&W VERFÜGBAR. DIE EIGENENTWICKLUNG KOMBINIERT

BEWÄHRTE KOMPONENTEN BISHERIGER MAN-EINSPRITZSYSTEME MIT WEI-

TERENTWICKELTEN MODERNEN HYDRAULIK- UND ELEKTRONIKELEMENTEN.


35

SEIT VORIGEM JAHR LÄUFT DER GROSSE PRAXISTEST MIT DER NEUEN

COMMON-RAIL-TECHNIK VON MAN B&W. EINER DER FÜNF HILFSMOTO-

REN DER CORNELIA MAERSK, EINES CONTAINERSCHIFFS (6 600 TEU) DER

A.P. MOELLER GRUPPE, IST MIT DER NEUEN TECHNIK AUSGERÜSTET.

EIN ZWEITES SCHIFF DES UNTERNEHMENS VERFÜGT EBENFALLS ÜBER

EINEN COMMON-RAIL-MOTOR VON MAN B&W DIESEL. DIE BISHERIGEN

ERFAHRUNGEN SIND AUSGEZEICHNET.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


36

Produkte und Märkte

Erfreulich positiv war der Verlauf des Geschäftsjahres

2004 für MAN B&W Diesel. Der Schiffbauboom,

der sich schon in der zweiten Hälfte des

Jahres 2003 angekündigt hatte, sorgte bei MAN

B&W Diesel für volle Auftragsbücher. So sind die

Produktionskapazitäten für Zweitakt-Motoren bis

Ende 2007 ausgebucht, und Viertakt-Motoren

wurden mit einer Gesamtleistung von zwei Gigawatt

abgesetzt – eine in der Firmengeschichte

unerreichte Zahl. Eine Belastung des guten Ergebnisses

waren die Stahlverknappung und der Verfall

des US-Dollars.


37

Produkte und Märkte

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


38

Volle Kraft voraus

Der Geschäftsverlauf des Jahres 2004 zeigte, dass Innovation sich auszahlt. Im Zweitakt-Bereich

wurden schon mehr als 130 Einheiten der elektronisch gesteuerten ME-

Motoren verkauft. Im Jahr 2004 wurden die weltweit größten elektronisch gesteuerten

Motoren vom Typ 12K98ME und 12K98ME-C erstmals gebaut. Noch größere Motoren

stehen seit diesem Jahr zur Verfügung: Der 14K108ME, entwickelt für Containerschiffe

mit über 9 000 TEU Ladekapazität, leistet 97 300 kW. Auch der Viertakt-Bereich kann

seinen Erfolg auf Innovationen zurückführen; so wurde der überarbeitete Motortyp

48/60 sowohl im Schiffbau als auch im Stationärbereich sehr gut angenommen. Ein

Zukunftsmarkt für MAN B&W Diesel ist der Offshore-Bereich zur Förderung von Öl

und Gas. Hier bieten wir eine breite Palette von Motoren an, die für Antrieb und Stromerzeugung

geeignet sind. Für den wachsenden Markt der Flüssiggastanker werden

neue Konzepte entwickelt, die es erlauben, das Schiff optional mit dem transportierten

Gas oder mit Schweröl bzw. Dieselöl zu betreiben. Durch den weitaus höheren Wirkungsgrad,

als ihn die bisher üblichen Dampfturbinenantriebe liefern, können wir die

Betriebskosten wesentlich senken. Im Stationärbereich gewinnen Kraftwerke mit kleineren

Einheitsleistungen an Bedeutung; hier bieten vor allem Mining und „Onshore

Gas and Oil“ ein großes Wachstumspotenzial. Außerdem forderten unsere Kunden verstärkt

die Umrüstung von Schwerölmotoren bzw. Dieselöl auf Gasbetrieb. Die Gründe

für diese Entwicklung liegen in der verbesserten Verfügbarkeit und dem wettbewerbsfähigen

Preis von Gas sowie der Umweltfreundlichkeit. Wir forcieren daher die Weiterentwicklung

unseres Gasmotorenprogramms. Der Schnellläufer-Markt zeigte in der

zweiten Jahreshälfte eine Belebung der Nachfrage. Der Turboladerbereich erreichte mit

seinen innovativen Axial- und Radialturboladermodellen TCA und TCR Rekordzahlen.

Marinemärkte

Die Erholung der Weltwirtschaft und des internationalen Handels, vor allem angetrieben

durch den enormen Bedarf der chinesischen Volkswirtschaft, sorgten im abgelaufenen

Geschäftsjahr für einen starken Anstieg der Nachfrage nach zusätzlicher

Schiffstonnage. Auch wenn die georderte Menge das Rekordjahr 2003 nicht ganz

erreichte, so war der Auftragseingang mit einer Tonnage zwischen 65 und 70 Mio GT

(Schiffe über 2 000 GT) fast doppelt so hoch wie die Auftragseingänge der vorangegangen

Jahre. Japan und Südkorea waren bei den Neubestellungen mit einem Anteil

von jeweils 36 % an der Spitze. Die VR China folgt mit 13 %. Erfreulich ist, dass die

westeuropäischen Werften ihren Marktanteil mit mehr als 7 % gegenüber dem Vorjahr

deutlich verbesserten. Die Gründe dieser Entwicklung sind zum einen die weitgehende

Auslastung der asiatischen Werften und zum anderen die Belebung der für

Europa bedeutsamen Marktsegmente der Fähr- und Passagierschiffe. Legt man die


39

Produkte und Märkte

Tonnagezahlen in GT zugrunde, so erreichten Öl- und Spezialtanker mit 30 % den

größten Anteil, wobei insbesondere der Bedarf an neuen LNG-Tankern zu erwähnen

ist. Massengutfrachter und Containerschiffe waren mit 25 % und 24 % Anteil fast

gleichauf. Eine Belebung war bei RoRo-, Fähr-, Passagier- und Kreuzfahrtschiffen festzustellen,

die zusammen einen Marktanteil von 8 bis 10 % erreichten.

Stationärmärkte

Trotz eines hohen Ölpreises und eines schwachen US-Dollars hat sich das Geschäft mit

großen Dieselkraftstationen im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich gut entwickelt.

Der Grund für den hohen Auftragseingang lag bei der Vergabe einiger Großaufträge

aus dem Mittleren Osten, aus Mittelamerika sowie Südost- und Zentralasien.

Ansonsten beschränkte sich das Kraftwerksgeschäft weitgehend auf die Erweiterung

bestehender Anlagen, wobei verstärkt Gasmotoren gefordert wurden.

Gemäß einer Untersuchung der Fachzeitschrift „Diesel and Gas Turbine Worldwide“

hat sich der Diesel- und Gasmotorenmarkt mit Einheitsleistungen über 1 MW im Zeitraum

Juni 2003 bis Mai 2004 positiv entwickelt. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahreszeitraum

eine Steigerung um 13 % in MW. Die Steigerung ist ausschließlich auf den

Bereich der mittelschnelllaufenden Motoren zurückzuführen, wobei Motoren über

7,5 MW besonders gefragt waren. Wachstum gab es auch im Gasmotorenmarkt; hier

gewinnen Motoren mit einer Einheitsleistung von mehr als 5 MW an Bedeutung.

Marktlage in unseren Strategischen Geschäftseinheiten

Zweitakt-Motoren

Das Jahr 2004 begann mit steigenden Auftragseingängen. Unsere Lizenznehmer

erhielten Motorenaufträge für alle Arten von Schiffen. Durch die starke Nachfrage

sind ihre Kapazitäten bis Ende 2007 ausgelastet. Das Niveau des Auftragseingangs

blieb das ganze Jahr konstant hoch.

Im März 2004 stiegen die Materialpreise insbesondere bei Stahl wie nie zuvor, vor

allem aufgrund des riesigen Bedarfs in China. Diese Entwicklung erwies sich als belastend

für unsere Lizenznehmer, da viele der sehr langfristig vereinbarten Aufträge auf

Basis der bisherigen Materialpreise berechnet worden waren – eine ganze Reihe von

Kontrakten wurde dadurch unprofitabel. Die Materialverknappung hält bis heute an.

Durch den Boom entstanden zudem Engpässe bei Kernkomponenten, zum Beispiel

bei Kurbelwellen.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


40

Schiffsmotoren

102 Einheiten der leistungsfähigsten Dieselmotoren der Welt, der K98MC/MC-C, sind

inzwischen in Betrieb und zeigen sehr erfreuliche Resultate. Insgesamt wurden über

200 K98MC/MC-C-Motoren bestellt. Da die Größe von Containerschiffen weiter

zunehmen wird, haben wir unser Motorenprogramm mit dem K108ME nach oben

erweitert. Der K108ME wird in der 14-Zylinder-Version 97 300 kW leisten, was ihn zum

größten und leistungsstärksten Motor am Markt macht.

Unser Motor für VLCC/ULCC, der S90MC-C, hat ebenfalls positive Resonanz im Markt

gefunden; 37 Motoren sind bereits im Einsatz. Auch der neue S80MC-C ist schon mit

13 Einheiten in Betrieb. Insgesamt sind von den sechs Typen der gut im Markt etablierten

S-MC-C-Baureihe 604 Einheiten bestellt und weitere 977 im Einsatz.

Auf Containerfeeder ausgerichtet ist die Baureihe L-MC-C. Der aktuelle Auftragsstand

beträgt 7 L60MC-C und 47 L70MC-C, von denen die meisten an europäische Werften

geliefert werden.

Die Auftragsbücher unserer drei japanischen Lizenznehmer Mitsui, Hitachi und Kawasaki

sind für die nächsten zwei bis drei Jahre komplett gefüllt. Die Baukapazitäten werden

konstant erhöht. Unsere koreanischen Lizenznehmer HHI, HSD und STX sind ebenfalls

ausgebucht und haben deshalb ihre Prüfstand-Kapazitäten massiv erweitert. In Südchina

verwirklichen CSSC/CSTC (China State Shipbuilding Corporation/China Shipbuilding

Trading Corporation) und in Nordchina CSIC/CSOC (China Shipbuilding

Industry Corporation / China Shipbuilding & Offshore International Corporation)

ihre Expansionspläne – die aktuellen Kapazitäten im Motorenbau decken lediglich

die Hälfte des Bedarfs der schnell wachsenden chinesischen Schiffbauindustrie.

Der polnische Motorenhersteller H. Cegielski Poznan (HCP) ist ebenso ausgebucht

wie die anderen Lizenznehmer, teils mit Aufträgen der sich erholenden polnischen

Werften, teils mit Aufträgen von MAN B&W Diesel für deutsche Werften. Ähnlich präsentiert

sich die Lage unserer kroatischen Lizenznehmer Uljanik und Brodosplit. Izar

Manises erhielt Aufträge von spanischen Werften, aus Deutschland und den USA.

Die russischen Werften sind bisher weniger stark ausgebucht, was zu freien Kapazitäten

bei unserem Lizenznehmer Bryansk führte. Diese nutzte die Hyundai Mipo-Werft

wegen Lieferengpässen der koreanischen Motorenbauer. Ebenso ungewöhnlich war der

Verkauf koreanischer Motoren über MAN B&W an Werften im Iran und in Rumänien.


01

03

41

Produkte und Märkte

01 Aufbau eines Kraftwerks in Honduras – 13 Motoren 18V48/60.

02 MS Hamburg Express mit Hauptmotor 12K98MC.

03 Diesel-Kraftwerk in der Türkei.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

02


42

Die hohe Nachfrage an Motoren führte auch zu einer Vollauslastung unseres eigenen

Werkes in Frederikshavn, vor allem mit der erfolgreichen Serie S50MC-C.

Aufgrund der ausgelasteten Schiffswerften wurden neue Produktionsstätten gegründet,

was wiederum zu einem neuen Lizenzvertrag zum Bau von langsamlaufenden

Zweitakt-Motoren führte. Der Vertrag mit der vietnamesischen Vinashin-Gruppe

wurde im November 2004 unterzeichnet. Der Technologietransfer ist im Gange, die

Produktionsstätten in der Bach Dang Werft in Haiphong werden mit Unterstützung

von MAN B&W aufgebaut. Zunächst montiert und testet Vinashin Motoren auf Basis

importierter Komponenten, später soll die Bauteilfertigung zum Teil lokalisiert werden.

Die Motoren werden an die aufstrebende vietnamesische Schiffbauindustrie

geliefert.

Weitere Motoren wurden nach Indien, Indonesien, Argentinien und in die USA geliefert,

alles keine typischen Zielregionen für langsamlaufende Dieselmotoren.

Im Lauf des Jahres 2004 wuchs die Referenzliste der ME-Serie von knapp über 50 auf

130 Motoren. Eine außergewöhnliche Bestellung war der erste Verkauf von Motoren

des Typs 12K98ME-C an IHI (Ishikawajima-Harima Heavy Industries) in Japan. Dieser

Kunde baut für einen japanischen Reeder vier Containerschiffe mit jeweils über 8 400

TEU Kapazität, die mit 2+2 Motoren von Mitsui und Kawasaki ausgerüstet werden.

Ebenfalls zum ersten Mal wurden 6S70ME-C-Langsamläufer für LNG-Tanker verkauft.

Dieser Schiffstyp wurde bisher von Dampfturbinen angetrieben; inzwischen jedoch

kommen zunehmend langsamlaufende Motoren und mittelschnelllaufende Dual-

Fuel-Dieselmotoren zum Einsatz.

Dieselkraftwerke

Im Vergleich zum boomenden Schiffsmotorenmarkt spielte der Stationärmarkt für

Zweitakt-Motoren eine geringere Rolle. Trotzdem gab es auch hier bedeutende

Abschlüsse, beispielsweise von HSD Engine Corporation in Korea und Griechenland,

von Hyundai Heavy Industries Corporation in der Karibik und von Mitsui ebenfalls in

Griechenland.


43

Produkte und Märkte

Mittelschnellläufer

In einer Phase weltweiter wirtschaftlicher Erholung sicherte sich die MAN B&W Diesel

Gruppe im Berichtsjahr Aufträge über 436 mittelschnelllaufende Motoren mit einer

Gesamtleistung von 1 817 MW. 72 % der Mittelschnellläufer wurden im Schiffbau verkauft;

von diesen wurden wiederum über 42 % von chinesischen Werften bestellt.

Unsere Lizenznehmer lieferten im Geschäftsjahr 2004 insgesamt 1 162 mittelschnelllaufende

Viertakt-Motoren mit einer Gesamtleistung von 1 745 MW aus.

Nachdem wir die Motorenbaureihen im Bereich unter 3,5 MW pro Einheit modernisiert

haben, wird die Produktpalette im höheren Leistungsbereich aktualisiert. Nach

Einführung der B-Version des 48/60 folgt nun die Weiterentwicklung des Bautyps

58/64. Inzwischen sind 92 Motoren des 48/60B verkauft.

Schiffsmotoren

Betrachtet man alle im Jahr 2003 neu in Dienst gestellten Handelsschiffe, so zeigt sich

nach den Zahlen von Lloyd's Register - Fairplay Ltd., dass MAN B&W Diesel bei Schiffen

über 100 GT einen Marktanteil von 20 % erreicht, bei Schiffen über 2 000 GT steigt

der Anteil auf 23 %. Im Berichtszeitraum war die Volksrepublik China unser wichtigster

Markt. Chinesische Werften bestellten insgesamt 52 Einheiten der Baureihen 32/40,

48/60B und 58/64. Diese Erfolge belegen unsere führende Stellung auf dem chinesischen

Markt. Weitere 44 Antriebsmotoren dieser Baureihen für Ro-Ro-Fähren, Spezialtanker,

Kreuzfahrtschiffe und 40 GenSets mit 32/40-Motoren sind für Schiffe bestimmt,

die in Italien, Deutschland, Norwegen, Japan, Südkorea, der Türkei, den USA

und in Ägypten gebaut werden.

Bei den kleineren Aggregaten war das Auftragsniveau ebenfalls hoch, vor allem für

den Einbau in Chemikalientanker, Schlepper und Schiffe für den Kurzstrecken-Güterverkehr.

Der in der Vergangenheit wichtige Markt für Fischereischiffe kam praktisch

zum Erliegen. Insgesamt ist die Türkei unser wichtigster Einzelmarkt, gefolgt von den

europäischen Schiffbaunationen. Die Bestellungen beziehen sich überwiegend auf

Antriebsmotoren der Baureihe L27/38. Eine große Anzahl von L23/30A-Motoren wurde

für Schubschiffe geordert, die die Versorgung von Brasiliens Amazonasgebiet verbessern

sollen.

Die Auslieferung von Propellern erreichte im Jahr 2004 einen Rekordstand, ebenso

der Auftragseingang. Die Propeller sind Teil von Antriebspaketen mit Zweitakt- und

Viertakt-Motoren von MAN B&W Diesel. Zudem erarbeiteten wir uns unter den großen

Firmen des CP Propellermarktes eine starke Position.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


44

Der Auftragseingang für schwerölbetriebene GenSets hat sich auch im Jahr 2004 verstärkt,

und wir behaupteten unsere dominierende Marktstellung. Der L27/38 sicherte

sich eine starke Position, der L21/31 wird mehr und mehr geordert. Der Boom bei Neubauten

stützt sich vor allem auf die Bereiche große Container- und Öltankschiffe sowie

Chemikalientanker. Die Auftragsbücher unserer Lizenznehmer in Fernost sind bis

Ende 2006 gefüllt. 40 % der Bestellungen bezogen sich auf GenSets der Baureihe L23/30.

Dieselkraftwerke

Laut einer Untersuchung von „Diesel and Gas Turbine Worldwide” erholte sich der

Markt für stationäre Dieselaggregate mit einer Leistung von über 3,5 MW im Vergleich

zum Vorjahr trotz der kontinuierlich steigenden Ölpreise und des schwachen US-Dollars.

Ein Trend hin zu Gas und die Aussicht, dass in der Zukunft weitere Gaspipelines

gebaut werden, bremsen Investments in rein HFO-basierte Kraftwerke.

Im Jahr 2004 betrug unser Marktanteil im Bereich über 3,5 MW 19 %, im Bereich über

7,5 MW lag der Anteil bei 20 %. Der Auftragseingang war zufrieden stellend und trug

zur kompletten Auslastung der Fertigungskapazitäten bei.

Die Vertriebsanstrengungen konzentrierten sich auf Zentralamerika und die Karibik

sowie auf die Atlantikinseln, starker Bedarf ergab sich im Mittleren Osten. Das Wirtschaftswachstum

im Fernen Osten hat sich bisher nicht auf den lokalen Bedarf an

neuen Kraftwerken ausgewirkt.

Große Bestellungen kamen aus Honduras, zudem aus Afrika und Australien für Kraftwerke

für Anlagen der Öl- und Gasförderung, für Minen sowie für Fabriken.

Der befriedigende Auftragseingang aus Indien, unserem wichtigsten Markt für stationäre

GenSets unter 3 MW, hält an. Märkte wie Pakistan und Afrika zeigen positive Tendenzen.

Ein interessanter Nischenmarkt, in dem wir eine starke Stellung einnehmen,

bildet sich in Europa heraus: Biodiesel-Kraftwerke, die mit tierischen oder pflanzlichen

Ölen betrieben werden.

Unsere Tochtergesellschaft S.E.M.T. Pielstick behielt mit Notstromaggregaten für Kernkraftwerke

ihre gute Marktposition. Im Nahen Osten sicherte sie mehrere große Aufträge;

dort sehen wir auch in Zukunft ein Betätigungsfeld.


45

Produkte und Märkte

Schnellläufer

In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres verzeichneten wir steigende Absatzzahlen,

dies schlug sich sowohl in den Marktsegmenten Schiff- als auch Lokomotivmotoren

nieder.

Schiffsmotoren

Der Schiffsmarkt im militärischen Bereich, für die Wasserschutzpolizei und die Küstenwache

ist sehr aktiv. Große Projekte laufen weltweit. Der Bedarf an großen Hochgeschwindigkeitsfähren

für den Passagier- und Fahrzeugtransport steigt. Besonders

hohes Interesse an solchen Fähren zeigen Betreiber, die nordamerikanische Routen

bedienen.

Dieselkraftwerke

Der Bedarf an Kraftwerken, die mit LFO betrieben werden, ist nach wie vor gering; der

Markt reagiert damit auf hohe Treibstoffpreise. Der größte Teil des Auftragseingangs

für Standby- und Notstromaggregate wurde über unabhängige GenSet-Packager abgewickelt.

Lokomotiven

Mit Dalian Loco in China wurden mehrere Aufträge über RK215- und RK270-Motoren

abgeschlossen. 22 Motoren der Baureihe RK215 sind für neue Lokomotiven der malaysischen

Bahn bestimmt. Als Teil eines Lizenzabkommens mit dem Lokomotivhersteller

Dalian Loco liefern wir die ersten sechs RK270-Motoren für einen neuen, leistungsstarken

Lokomotivtyp für die nationale chinesische Eisenbahngesellschaft. Die

weiteren Motoren werden in Lizenz von Dalian Loco gebaut. Durch dieses Lizenzabkommen

bestehen zudem Exportmöglichkeiten nach Afrika und Fernost. Hinzu

kommen Folgeaufträge für den Iran und für Großbritannien.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


46

Turbolader

Den hervorragenden Auftragseingang des Vorjahres steigerten wir im Jahr 2004 auf

das Doppelte: 1 230 Radial- und Axialturbolader. Unsere Lizenznehmer in Japan und

Korea haben die TCA-Produktion aufgenommen. ENPACO haben ihre Produktpalette

mit der Lizenzierung des TCA erweitert und lösen damit STW ab, die die Turboladerproduktion

Anfang 2004 aufgaben.

Auch unsere Fertigungspartner PBS Turbo in Tschechien und MAN B&W Turbocharger

Plant Shanghai/China profitierten vom starken Marktverlauf und steigerten ihren

Umsatz deutlich.

Service

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2004 wurde der Markt für Servicedienstleistungen bei

Großdieseln durch den starken Euro und die hohen Energiepreise gedämpft. Zudem

erlebten wir einen aggressiven Marktauftritt von Drittanbietern für Motorverschleißteile.

Die Verkäufe von Ersatzteilen und Dienstleistungen für Zweitakt-Motoren blieben

dabei stabil, während der Mittelschnellläufer-Bereich die Verkaufszahlen im Vergleich

zum Vorjahr sogar übertraf. Der größte Beitrag kam aus dem Bereich Operation &

Maintenance, der die unter Wartungsvertrag stehende Motorleistung signifikant steigerte.

Höhere Verkaufszahlen wurden darüber hinaus durch Großreparaturen und

neue Dienstleistungen generiert, die unseren Kunden zusätzlichen Nutzen bieten.

Im Service für kleinere Mittelschnellläufer gingen die Ersatzteilverkäufe im Berichtszeitraum

spürbar zurück. In Großbritannien steigerte der Servicebereich seinen

Umsatz gegenüber dem Jahr 2003. Signifikante Auftragseingänge verzeichneten wir

aus Tansania, Oman und Surinam.

Die weltweite Präsenz des MAN B&W Diesel Service wurde im Jahr 2004 durch die

Erweiterung unseres Servicestützpunktes in Florida verstärkt. Sie war durch den


47

Produkte und Märkte

01 02

01 Megayacht mit Motoren VP185.

02 Einbau eines Viertakt-Motors 12V48/60B in der Meyer Werft.

03 MS Europa mit vier Motoren L40/54.

04 Energieerzeugung für eine Bohrinsel.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

03

04


48

steigenden Bedarf an Serviceleistungen in der Karibik notwendig geworden. Die

erweiterten Zweitakt-Aktivitäten des Service Centers in Houston haben sich gut im

Markt etabliert.

Schulungen für die neuen, elektronisch gesteuerten ME-Motoren an unserer Diesel

Academy werden stark nachgefragt. Wir haben deshalb in unserem Forschungszentrum

in Kopenhagen einen Simulator installiert.

Der Turbolader-Service hatte sowohl im Service als auch beim Retrofit ein erfolgreiches

Jahr 2004. Bestelleingang und Verkaufszahlen übertrafen die Zahlen des Vorjahres.

Die weltweite Präsenz von Service für MAN-Turbolader wurde durch den Aufbau

neuer Servicestellen verstärkt, deren Dienstleistungen und Kundenzufriedenheit kontinuierlich

auditiert werden.

Heiztechnik

Der seit längerem rückläufige Markt für Heiztechnik schrumpfte auch im Geschäftsjahr

2004. Lediglich der Bereich wandmontierter Gas-Brennwertkessel meldete einen

moderaten Zuwachs. Die Exportmärkte entwickelten sich uneinheitlich mit gestiegenen

Exportzahlen von Brennern nach Griechenland und in die Türkei, ebenso steigenden

Exporten von Gas-Brennwertkesseln nach Großbritannien sowie Italien und demgegenüber

einem insgesamt fallenden Umsatz. Intercal Wärmetechnik GmbH in Lage/

Lippe erlebte ebenfalls einen Rückgang beim Umsatz, sowohl im Inland als auch auf

den Exportmärkten.


01

03

49

Produkte und Märkte

01 Neue Turboladergeneration TCA.

02 Detailaufnahme eines Zylinders.

03 Kurbelwelle eines Viertakt-Motors.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

02


50

Teilkonzernabschluss

der MAN B&W Diesel Gruppe

zum 31. Dezember 2004


51 Teilkonzernabschluss

Inhalt

Inhalt

MAN B&W Diesel Teilkonzern

52 … Gewinn- und Verlustrechnung

53 … Bilanz

54 … Kapitalflussrechnung

55 … Entwicklung des Eigenkapitals

Teilkonzernanhang

56 … Allgemeine Grundsätze

57 … Konsolidierungsmethoden

59 … Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

64 … Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

66 … Erläuterungen zur Bilanz

74 … Sonstige Angaben

76 … Aufsichtsrat und Vorstand

77 … Bestätigungsvermerk

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


52

MAN B&W Diesel Teilkonzern

Gewinn- und Verlustrechnung

für das Geschäftsjahr

1. Januar bis 31. Dezember 2004

Mio €

Anhang 2004 2003

Umsatzerlöse (1) 1 421 1 312

Umsatzkosten – 1 074 – 998

Bruttoergebnis vom Umsatz 347 314

Sonstige betriebliche Erträge (2) 10 17

Vertriebskosten – 123 – 121

Allgemeine Verwaltungskosten – 68 – 67

Sonstige betriebliche Aufwendungen (3) – 115 – 87

Ergebnis von assoziierten Unternehmen 0 2

Sonstiges Beteiligungsergebnis (4) 4 0

Zinsergebnis (5) – 15 – 14

Ergebnis vor Steuern 40 44

Ertragsteuern (6) – 16 – 36

Jahresüberschuss 24 8

Anteile Konzernfremder – 3 – 2

Jahresüberschuss nach Anteilen Konzernfremder 21 6


53 Teilkonzernabschluss

MAN B&W Diesel Teilkonzern

Bilanz zum 31. Dezember 2004

AKTIVA

Mio €

Anhang 31.Dez.2004 31.Dez.2003

Immaterielle Vermögenswerte (7) 36 36

Sachanlagen (8) 144 171

Anteile an assoziierten Unternehmen 0 4

Sonstige Beteiligungen 8 4

Aktive latente Steuern (6) 18 25

Sonstige langfristige Vermögenswerte 6 6

Langfristige Vermögenswerte 212 246

Vorräte (9) 492 424

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (10) 308 245

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (11) 33 35

Flüssige Mittel (12) 14 22

Kurzfristige Vermögenswerte 847 726

PASSIVA

Mio €

1 059 972

Anhang 31.Dez.2004 31.Dez.2003

Gezeichnetes Kapital 100 100

Kapitalrücklage 8 8

Gewinnrücklagen 194 118

Eigenkapital der Aktionäre der MAN B&W Diesel AG 302 226

Anteile Konzernfremder 16 15

Eigenkapital (13) 318 241

Langfristige Finanzverbindlichkeiten (14) 2 2

Rückstellungen für Pensionen (15) 125 122

Passive latente Steuern (6) 8 18

Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 4 4

Sonstige langfristige Rückstellungen (16) 16 18

Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 155 164

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (14) 39 167

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 195 168

Erhaltene Anzahlungen 154 74

Sonstige kurzfristige Rückstellungen (16) 133 97

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (17) 65 61

Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 586 567

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

1 059 972


54

MAN B&W Diesel Teilkonzern

Kapitalflussrechnung

für das Geschäftsjahr

1. Januar bis 31. Dezember 2004

Mio €

2004 2003

Flüssige Mittel zu Beginn des Geschäftsjahres 22 35

Ergebnis vor Steuern 40 44

Gesetzliche Steuern – 21 – 21

Abschreibungen auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Beteiligungen 52 42

Anstieg der Pensionsrückstellungen 3 3

Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 0 – 1

Cash Earnings 74 67

Anstieg (–) und Rückgang (+) der Vorräte – 68 – 1

Anstieg (+) und Rückgang (–) der erhaltenen Anzahlungen 80 20

Anstieg (–) und Rückgang (+) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – 62 – 1

Anstieg (+) und Rückgang (–) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27 8

Anstieg (+) und Rückgang (–) der sonstigen Rückstellungen 35 – 5

Anstieg (–) und Rückgang (+) der sonstigen Vermögenswerte 2 0

Anstieg (+) und Rückgang (–) der sonstigen Verbindlichkeiten

Eliminierung Ergebnis aus Abgängen von Sachanlagen,

3 1

immateriellen Vermögenswerten und Beteiligungen – 3 1

Sonstige Veränderungen des Nettoumlaufvermögens 2 – 18

Cashflow aus der Geschäftstätigkeit 90 72

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte – 26 – 41

Investitionen in Beteiligungen

Erlöse aus Abgängen von Sachanlagen,

– 1 – 1

immateriellen Vermögenswerten und Beteiligungen 6 3

Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 21 – 39

Dividendenzahlung/Ergebnisübernahme, -abführung 50 – 22

Tilgung (–) und Aufnahme (+) von Finanzverbindlichkeiten – 132 – 23

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – 82 – 45

Zahlungswirksame Veränderung der flüssigen Mittel – 13 – 12

Wechselkursbedingte Veränderung der flüssigen Mittel 5 – 1

Flüssige Mittel am Ende des Geschäftsjahres 14 22

Zusammensetzung des Finanzsaldos am 31.12.

Flüssige Mittel 14 22

Finanzverbindlichkeiten – 41 – 169

– 27 – 147


55 Teilkonzernabschluss

MAN B&W Diesel Teilkonzern

Entwicklung des Eigenkapitals

im Geschäftsjahr

1. Januar bis 31. Dezember 2004

Mio €

Gezeichnetes Kapital- Gewinn- Bilanz- Anteile Gesamt

Kapital rücklage rücklagen gewinn Konzernfremder

Stand am 31. Dez. 2002 100 8 140 0 13 261

Jahresüberschuss 2003 – – – 6 2 8

Entnahmen aus Gewinnrücklagen

Ergebnisübernahme, -abführung,

– – – 16 16 – 0

Ausschüttung Fremde – – – – 22 – – 22

Währungsveränderungen – – – 6 – – – 6

Stand am 31. Dez. 2003 100 8 118 0 15 241

Jahresüberschuss 2004 – – _ 21 3 24

Einstellung in Gewinnrücklagen

Ergebnisübernahme, -abführung,

– – 73 – 73 – 0

Ausschüttung Fremde – – – 52 – 2 50

Währungsveränderungen – – 3 – – 3

Stand am 31. Dez. 2004 100 8 194 0 16 318

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


56

Teilkonzernanhang

Allgemeine Grundsätze

Die MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft, Augsburg, ist ein Tochterunternehmen der

MAN B&W Diesel Beteiligungs GmbH, München, und wird in den MAN Konzernabschluss

einbezogen. Der vorliegende Teilkonzernabschluss ist auf freiwilliger Basis

erstellt. Er entspricht den zum Bilanzstichtag geltenden International Financial Reporting

Standards (IFRS). Diese beinhalten die International Accounting Standards (IAS)

und die neuen International Financial Reporting Standards (IFRS) des International

Accounting Standards Boards (IASB), London. Maßgeblich ist der Stand der IFRS zum

31. Dezember 2004. Folgende neue oder überarbeitete IFRS werden vorzeitig zum

31. Dezember 2004 angewendet: IFRS 2, IFRS 3, IFRS 5, IAS 36, IAS 38 sowie die im Rahmen

des Improvement Projects geänderten IAS 1, IAS 2, IAS 8, IAS 10, IAS 16, IAS 17, IAS

21, IAS 27, IAS 28, IAS 31, IAS 33 und IAS 40. Alle für das Geschäftsjahr 2004 geltenden

Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC)

sowie die früheren Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC)

werden ebenfalls angewendet. Bis auf IFRS 2 sind alle für die Erstellung des Abschlusses

angewandten Standards durch die EU akzeptiert und übernommen worden.

Die Gleichwertigkeit des IFRS-Konzernabschlusses mit den deutschen handelsrechtlichen

Anforderungen an die Konzernrechnungslegung ist insoweit gewährleistet, als

die im IFRS-Abschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden mit

folgenden Ausnahmen auch nach HGB zulässig sind:

• Bilanzierung von langfristigen Fertigungsaufträgen nach Leistungsfortschritt

• Aktivierung von Entwicklungskosten für neu entwickelte Produkte und Baureihen

• Verzicht auf Rückstellungen für unterlassene Instandhaltungen

• Abgrenzung aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge

• Ansatz von Finanzinstrumenten zu Marktwerten

• Keine planmäßige Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts aus der

Konsolidierung.

Angaben und Erläuterungen, die die IFRS für den Konzernabschluss vorsehen, sind

entweder in der Bilanz bzw. der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang

berücksichtigt. Hierbei lassen wir uns von den Prinzipien der Klarheit, Übersichtlichkeit

und Wesentlichkeit leiten.

Im Vergleich zum Vorjahr wurden aufgrund der neu eingeführten Bilanzgliederung

nach Fristigkeiten (IAS 1) mehrere Ausweisänderungen vorgenommen. Wesentliche

Neuerung ist die durchgängige Unterteilung der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten

und Rückstellungen in langfristige und in kurzfristige Posten. Die Zuordnung der

Bilanzposten orientiert sich dabei zum einen an der Restlaufzeit (bis oder über ein Jahr),

zum anderen am Verlauf des Geschäftszyklusses (operating cycle) eines Unternehmens.


Konsolidierungskreis

57 Teilkonzernabschluss

Diese Änderungen betreffen im Einzelnen:

Bilanz Aktiva:

• Aktive latente Steuern und bestimmte sonstige langfristige Vermögenswerte,

die bisher in einer eigenen Bilanzposition bzw. im Umlaufvermögen enthalten

waren, sind in den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

• Der Anlagenspiegel für immaterielle Vermögenswerte, für Sachanlagen und für

vermietete Erzeugnisse wird zu den Nettobuchwerten aufgestellt. Für den Stand

zu Beginn des Geschäftsjahres und am Ende des Geschäftsjahres werden zusätzlich

die ursprünglichen Anschaffungskosten/Herstellungskosten und die kumulierten

Abschreibungen angegeben.

• Erhaltene Anzahlungen werden auf der Passivseite ausgewiesen und nicht mehr

von den Vorräten abgesetzt.

Bilanz Passiva:

• Verbindlichkeiten und Rückstellungen sind in einen langfristigen und einen

kurzfristigen Teil getrennt. Bei Finanzverbindlichkeiten richtet sich die Aufteilung

nach der Restlaufzeit, bei den übrigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten

nach der Zugehörigkeit zum operating cycle.

Gewinn- und Verlustrechnung:

• Der Ausweis eines außerordentlichen Ergebnisses ist nicht mehr zulässig,

derartige Ergebnisse sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen

betrieblichen Aufwendungen enthalten.

Die Vorjahreswerte sind vergleichbar dargestellt.

Konsolidierungsmethoden

In den Teilkonzernabschluss werden wie im Vorjahr neben der MAN B&W Diesel

Aktiengesellschaft 11 Tochterunternehmen einbezogen, bei denen MAN B&W Diesel

Aktiengesellschaft direkt oder indirekt über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt.

Die nicht in den Teilkonzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen sind

insgesamt für das Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MAN B&W Diesel

Teilkonzerns von untergeordneter Bedeutung.

Die wesentlichen verbundenen Unternehmen des MAN B&W Diesel Teilkonzerns

sind auf Seite 18 des Geschäftsberichts aufgeführt. Eine vollständige Aufstellung des

Anteilsbesitzes des MAN Konzerns wird beim Handelsregister des Amtsgerichts

München, HRB 78706, hinterlegt.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


Konsolidierungsgrundsätze

Währungsumrechnung

58

Der Teilkonzernabschluss basiert auf den nach MAN-konzerneinheitlichen Bilanzierungs-

und Bewertungsmethoden erstellten, von unabhängigen Abschlussprüfern

testierten Abschlüssen der in den MAN B&W Diesel Teilkonzern einbezogenen Gesellschaften.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt ergebniswirksam nach der Erwerbsmethode.

Für Erwerbe ab 1. Januar 2004 werden gemäß IFRS 3 die Anschaffungskosten eines

Unternehmens auf die identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden

des erworbenen Unternehmens verteilt. Das erworbene Vermögen, insbesondere

immaterielle Vermögenswerte, wird hinsichtlich seiner Bilanzierung neu beurteilt

und unter bestimmten Voraussetzungen zum beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Ein verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und

dem anteiligen Eigenkapital wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt und einmal

jährlich sowie bei besonderer Veranlassung einem Impairment-Test unterzogen.

Ergibt sich aus dem Impairment-Test eine Wertminderung, so wird eine außerplanmäßige

Abschreibung vorgenommen.

Geschäfts- oder Firmenwerte, die vor dem 1. Januar 2004 angesetzt und nach IAS 22

bilanziert wurden, werden mit dem Buchwert zum 31. Dezember 2003 übernommen

und einem Impairment-Test unterzogen. Die planmäßige Abschreibung wird nicht

mehr vorgenommen.

Bei der Entkonsolidierung wird der verbleibende Geschäfts- oder Firmenwert erfolgswirksam

verrechnet.

Die nach dem Stichtag der Erstkonsolidierung erwirtschafteten und nicht ausgeschütteten

Rücklagen werden in den Gewinnrücklagen des Teilkonzerns bzw. in den Anteilen

Konzernfremder ausgewiesen.

Die Anteile konzernfremder Dritter am Eigenkapital der konsolidierten Gesellschaften

werden im Teilkonzerneigenkapital gesondert von dem Eigenkapital der Aktionäre der

MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft ausgewiesen.

Die Zwischengewinne aus teilkonzerninternen Lieferungen von Vorräten und von

Gegenständen des Anlagevermögens sowie Aufwendungen, Erträge, Forderungen und

Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Gesellschaften werden eliminiert.

Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern abgegrenzt.

Im Teilkonzernabschluss sind die Abschlüsse von Gesellschaften aus Ländern außerhalb

des Euroraums grundsätzlich nach der modifizierten Stichtagsmethode umgerechnet.

Die Umrechnung der Posten der Bilanz erfolgt zum Kurs am Bilanzstichtag,


Immaterielle

Vermögenswerte

59 Teilkonzernabschluss

die der Posten der Gewinn- und Verlustrechung zum Jahresdurchschnittskurs. Unterschiede

aus der Währungsumrechnung der Bilanzposten gegenüber der Umrechnung

des Vorjahres werden erfolgsneutral behandelt. Im Eigenkapital ergibt sich zum

31. Dezember 2004 dadurch ein währungsbedingter Rückgang um kumuliert 3 Mio €

(Vorjahr: 6 Mio €).

In der Darstellung der Entwicklung von Vermögenswerten und Rückstellungen werden

der Stand zu Beginn und am Ende des Geschäftsjahres sowie die Veränderung des

Konsolidierungskreises zum jeweiligen Stichtagskurs umgerechnet. Die übrigen Posten

werden zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Der Unterschied, der sich aus

der Anwendung verschiedener Kurse ergibt, wird gesondert als Währungsanpassung

gezeigt.

DIE WECHSELKURSE DER WICHTIGSTEN WÄHRUNGEN BETRAGEN ZUM EURO:

Stichtagkurs Durchschnittskurs

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

31.12.2004 31.12.2003 2004 2003

US-Dollar 1,3621 1,2630 1,2424 1,1329

Pfund Sterling 0,7051 0,7048 0,6795 0,6911

Dänische Krone 7,4388 7,4450 7,4400 7,4303

Australischer Dollar 1,7459 1,6802 1,6912 1,7471

Kanadischer Dollar 1,6416 1,6234 1,6162 1,5879

Japanischer Yen 139,65 135,05 133,93 131,31

Singapur Dollar 2,2262 2,1450 2,0997 1,9747

Tschechische Krone 30,464 32,410 31,988 31,857

Koreanischer Won 1 410,05 1 506,32 1 421,52 1 351,38

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten

angesetzt. Im Wege eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle

Vermögenswerte werden mit der Anwendung von IFRS 3 ab dem Geschäftsjahr 2004

im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Für die Folgebewertung

wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit bestimmbarer und unbestimmbarer

Nutzungsdauer unterschieden. Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer

Nutzungsdauer werden über den Zeitraum der Nutzung linear abgeschrieben,

in der Regel über höchstens zehn Jahre. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer

Nutzungsdauer werden statt einer planmäßigen Abschreibung jährlich

einem Wertminderungstest unterzogen und ggf. auf den beizulegenden Zeitwert

abgeschrieben. Steigt der beizulegende Zeitwert für einen zuvor außerplanmäßig

abgeschriebenen Vermögenswert, so wird die Erhöhung als Wertaufholung erfasst.


Geschäfts- oder

Firmenwert

Forschungs- und

Entwicklungskosten

Sachanlagen

60

Ein Geschäfts- oder Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung wird jährlich sowie

bei besonderer Veranlassung einem Wertminderungstest unterzogen und ggf. außerplanmäßig

abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung entfällt. Auf einen außerplanmäßig

abgeschriebenen Geschäfts- oder Firmenwert wird keine Wertaufholung

vorgenommen.

Forschungs- und Entwicklungskosten werden gemäß IAS 38 als laufender Aufwand

behandelt. Ausgenommen hiervon sind die angefallenen Aufwendungen für die Entwicklung

neuer Produkte und Baureihen; diese werden aktiviert, wenn die technische

Realisierung der Neuentwicklung und deren künftiger Markterfolg gesichert sind. Für

immaterielle Vermögenswerte, die innerhalb der Entwicklungsphase nach der Erstaktivierung

noch nicht zum Gebrauch verfügbar sind, erfolgt jährlich ein Wertminderungstest.

Ab dem Zeitpunkt der Markteinführung werden die Entwicklungskosten

abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung erfolgt stückzahlbezogen oder linear

über die jeweilige voraussichtliche Nutzungsdauer von vier bis zehn Jahren.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert

um planmäßige und ggf. auch außerplanmäßige Abschreibungen. Die Herstellungskosten

selbst erstellter Sachanlagen umfassen die direkt zurechenbaren Produktionskosten

und anteilige Produktionsgemeinkosten. Reparaturkosten und Zinsen auf

Fremdkapital werden als laufender Aufwand erfasst.

Sachanlagen werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

DEN PLANMÄSSIGEN ABSCHREIBUNGEN LIEGEN FOLGENDE KONZERNEINHEITLICH FESTGELEGTE

NUTZUNGSDAUERN ZUGRUNDE:

Gebäude 20 bis 50 Jahre

Grundstückseinrichtungen 8 bis 20 Jahre

Maschinen und technische Anlagen 5 bis 15 Jahre

Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen werden vorgenommen, wenn der

beizulegende Zeitwert des betroffenen Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken

ist. Steigt der beizuliegende Zeitwert für einen zuvor außerplanmäßig abgeschriebenen

Vermögenswert, so findet eine Wertaufholung statt.


Leasing

Beteiligungen

Vorräte

Langfristige

Fertigungsaufträge

Forderungen, sonstige

Vermögenswerte

61 Teilkonzernabschluss

Auf der Basis von Leasing-Verträgen genutzte Sachanlagen sind überwiegend als

„operating lease“ bilanziert. Wenn in Einzelfällen die Voraussetzungen eines „finance

lease“ erfüllt sind, werden sie gemäß IAS 17 als Sachanlagen aktiviert und abgeschrieben.

Das innerhalb des MAN Konzerns von MAN Financial Services (MFI) geleaste

Sachanlagevermögen ist bei MFI bilanziert.

Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden

Zeitwert angesetzt.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren

beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Die Herstellungskosten

umfassen die direkt zurechenbaren Produktionskosten und anteilig zurechenbare

fixe und variable Produktionsgemeinkosten. Die Gemeinkostenanteile sind überwiegend

auf Basis der Normalbeschäftigung, ansonsten auf Basis der Ist-Beschäftigung

ermittelt. Vertriebskosten, Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie Fremdkapitalzinsen

werden nicht aktiviert.

Rohstoffe und Handelswaren werden grundsätzlich zu durchschnittlichen Anschaffungskosten

bewertet. Für Bestandsrisiken, die sich aus erhöhter Lagerdauer oder geminderter

Verwertbarkeit ergeben, sowie zur verlustfreien Bewertung von schwebenden

Geschäften werden ausreichende Wertberichtigungen auf Vorräte vorgenommen.

Langfristige Fertigungsaufträge werden nach der Methode der Umsatzrealisierung

nach Leistungsfortschritt („percentage of completion method“) erfasst. Sie werden auf

der Grundlage der vereinbarten Auftragserlöse und der für den erreichten Grad der

Fertigstellung angefallenen Kosten in den Umsatzerlösen und, nach Abzug erhaltener

Kundenanzahlungen, in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Der Leistungsfortschritt wird aus dem Anteil der bis zum Bilanzstichtag angefallenen

Auftragskosten an den insgesamt erwarteten Auftragskosten oder anhand vertraglich

vereinbarter Meilensteine ermittelt.

Die Forderungen und die sonstigen Vermögenswerte sind zu fortgeführten Anschaffungskosten

bewertet. Auf Forderungen, die mit erkennbaren Risiken verbunden sind,

werden angemessene Wertberichtigungen vorgenommen. Das allgemeine Kreditrisiko

wird durch Wertberichtigungen berücksichtigt, die grundsätzlich auf Erfahrungswerten

der Vergangenheit beruhen. Wertaufholungen werden vorgenommen, wenn die

Gründe für eine in früheren Jahren erfolgte außerplanmäßige Abschreibung nicht

mehr bestehen.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


Rückstellungen,

Verbindlichkeiten

Steuerabgrenzung

Derivative Finanzinstrumente

und

Sicherungsgeschäfte

62

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren

(„projected unit credit method“) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung

von Gehältern und Renten bewertet.

Die sonstigen Rückstellungen werden für Gewährleistungsverpflichtungen, ausstehende

Kosten abgerechneter Aufträge, drohende Verluste aus schwebenden Geschäften,

Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern und für alle anderen erkennbaren

Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe ihres wahrscheinlichen Wertes

gebildet. Rückstellungen, die einen Zinsanteil enthalten, werden abgezinst.

Verbindlichkeiten sind grundsätzlich zum Rückzahlungsbetrag bilanziert.

Steuerabgrenzungen werden für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen

und den bilanziellen Wertansätzen und für ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge

vorgenommen. Die aktivischen Steuerabgrenzungen werden nur insoweit angesetzt,

als die damit verbundenen Steuerminderungen wahrscheinlich eintreten. Die

aktivischen Steuerabgrenzungen umfassen auch Verlustvorträge, wenn in der Zukunft

ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven

latenten Steuern ausreicht. Der Steuersatz beträgt für Inlandsgesellschaften unverändert

zum Vorjahr 39,4 %.

Die für die MAN Gruppe wichtigsten derivativen Finanzinstrumente sind Devisentermingeschäfte

und Zinsswaps. Die Gesellschaften der MAN Gruppe sichern ihre Zinsund

Währungsrisiken zu marktgerechten Konditionen grundsätzlich über das zentrale

Konzern-Treasury der MAN AG. Für die MAN B&W Diesel Gruppe handelt es sich hier

ausschließlich um Devisentermingeschäfte.

Derivative Finanzinstrumente werden zum Marktwert bewertet. Zum Geschäftsjahresende

belief sich der Marktwert der Devisenverkäufe auf 19 Mio € (Vorjahr:

20 Mio €) und der Devisenkäufe auf – 3 Mio € (Vorjahr: – 2 Mio €).

Bei derivativen Finanzinstrumenten, die in einem Sicherungszusammenhang stehen,

bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des Marktwerts nach der Art des

Sicherungsgeschäfts.

Dient ein Devisentermingeschäft der Sicherung eines bestehenden Grundgeschäfts,

insbesondere eines laufenden Auftrags oder einer Kundenforderung, liegt ein Fair

Value Hedge (Wertsicherungsgeschäft) vor. In diesem Fall führt eine Veränderung des


Erträge und

Aufwendungen

Schätzungen

63 Teilkonzernabschluss

Marktwerts des Devisentermingeschäftes zu einer gegenläufigen Veränderung des

Marktwerts des Grundgeschäfts. In der Bilanz werden die Marktwertveränderungen in

der jeweiligen Bilanzposition des Grundgeschäfts gebucht, insbesondere in Forderungen

aus Lieferungen und Leistungen, in Vorräten und in Verbindlichkeiten aus Lieferungen

und Leistungen. In der Gewinn- und Verlustrechnung sind die Marktwertveränderungen

aus dem Sicherungsgeschäft und dem Grundgeschäft im Saldo

ergebnisneutral, die Einzelposten werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen

gegeneinander verrechnet.

Ein Cashflow Hedge (Zahlungssicherungsgeschäft) liegt insbesondere bei Kurssicherungen

für künftige Umsätze aus dem Seriengeschäft und für Kundenprojekte mit

hoher Abschlusswahrscheinlichkeit sowie bei Zinssicherungen für die Refinanzierung

von Kundenfinanzierungen vor. In diesem Fall wird die Veränderung des Marktwerts

des Sicherungsgeschäfts nach Abzug latenter Steuern im Eigenkapital als nicht realisierte

Gewinne/Verluste erfasst.

Derivative Finanzinstrumente, bei denen die strengen Anforderungen des IAS 39 an

einen Sicherungszusammenhang nicht erfüllt sind, gelten als Handelsbestände. Für

diese werden die Veränderungen des Marktwerts sofort voll ergebniswirksam gebucht.

Umsatzerlöse werden zu dem Zeitpunkt gebucht, zu dem die Erzeugnisse oder Waren

geliefert bzw. die Leistungen erbracht worden sind, abzüglich Skonti, Kundenboni und

Rabatte. Bei langfristigen Fertigungsaufträgen werden Umsätze nach dem Leistungsfortschritt

(„percentage of completion method“) erfasst.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung, Aufwendungen

für Werbung und Absatzförderung sowie sonstige absatzbezogene Aufwendungen

im Zeitpunkt ihres Anfalls als Aufwand erfasst. Rückstellungen für Gewährleistung bilden

wir im Zeitpunkt des Verkaufs der Produkte. Zinsen und sonstige Fremdkapitalkosten

werden als Aufwand der Periode gebucht.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert bei einigen Positionen, dass für die

Bewertung in der Bilanz, für die Angabe von Eventualverbindlichkeiten und für den Ausweis

von Erträgen und Aufwendungen Annahmen getroffen oder Schätzungen vorgenommen

werden. Die tatsächlichen Werte können von diesen Schätzungen abweichen.

Verändert sich die ursprüngliche Schätzungsgrundlage, so wird die Bilanzierung von

Schätzungen erfolgswirksam geändert.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


(1)

Umsatz nach Regionen

(2)

Sonstige betriebliche

Erträge

(3)

Sonstige betriebliche

Aufwendungen

(4)

Sonstiges

Beteiligungsergebnis

(5)

Zinsergebnis

64

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €

2004 2003

Deutschland 267 201

Übrige EU-Länder 326 284

Sonstige europäische Länder 97 113

Asien 525 510

Amerika 157 171

Afrika 31 19

Australien und Ozeanien 18 14

1 421 1 312

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten unter anderem Erträge aus Wechselkursveränderungen,

Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens,

Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und von Wertberichtigungen

und Erträge aus sonstigen Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten die nicht den Funktionskosten

zugeordneten Aufwendungen. Dazu gehören unter anderem der Teil der Aufwendungen

für Forschung und Entwicklung, die weder auftragsbezogene Herstellungskosten

noch aktivierte Entwicklungskosten sind sowie Aufwendungen aus Zuführungen zu

Rückstellungen, Wertberichtigungen auf das Umlaufvermögen und Verluste aus Anlagenabgängen.

Die Summe der Forschungs- und Entwicklungsausgaben, die als Aufwand

erfasst wurden, belief sich auf 104 Mio € (Vorjahr: 103 Mio €).

Mio €

2004 2003

Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 3 –

Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen 1 –

Mio €

4 –

2004 2003

Zinsen und ähnliche Erträge 1 0

Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 9 – 7

Zinsanteil in der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen – 7 – 7

– 15 – 14


(6)

Ertragsteuern

65 Teilkonzernabschluss

Mio €

2004 2003

Laufende Steuern – 21 – 22

Latente Steuern 5 – 14

– 16 – 36

Die Steuerquote – Ertragsteuern in Relation zum Ergebnis vor Steuern – beträgt 40 %

(Vorjahr: 82 %). Auf Basis der inländischen Körperschaftssteuer ist ein Steuersatz von

26,4 % zu erwarten. Der Unterschied zwischen dem erwarteten Steuersatz und der

tatsächlichen Steuerquote beruht insbesondere auf der Gewerbeertragsteuer für

Inlandsgesellschaften, auf Wirkungen steuerlicher Verlustvorträge, auf Unterschieden

zu ausländischen Steuersätzen, auf einer fehlenden Steuerentlastung der Abschreibung

auf den Goodwill, auf steuerfreien Erträgen sowie auf aperiodischen Steuern

(im Geschäftsjahr 2004 sind keine aperiodischen Steuern angefallen, im Vorjahr

wirkte eine Steuergutschrift aus Vorjahren in Höhe von 1 Mio €).

Unbegrenzt vortragsfähige Verlustvorträge bei ausländischen Tochtergesellschaften

wurden wegen mangelnder Verwertbarkeit nicht angesetzt. Bei Gesellschaften, die zur

MAN-Organschaft gehören, bestehen keine steuerlichen Verlustvorträge.

DIE LATENTEN STEUERN SIND DEN FOLGENDEN BILANZPOSITIONEN ZUZUORDNEN:

Mio €

31.Dez.2004

Aktive latente Steuern

31.Dez.2003

Pensionsrückstellungen 10 9

Vorräte und Forderungen 1 4

Sonstige Rückstellungen 6 7

Verlustvorträge 1 3

Sonstige 0 2

Passive latente Steuern

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

18 25

Langfristige Vermögenswerte 7 10

Vorräte und Forderungen 0 7

Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 1 1

8 18


(7)

Immaterielle

Vermögenswerte

66

Erläuterungen zur Bilanz

Mio €

Lizenzen, Soft- Aktivierte Geschäfts- Immaterielle

ware, ähnliche Entwicklungs- oder Vermögens-

Rechte und kosten Firmenwerte werte

Werte

Bruttobuchwerte am 31.12. 2002 13 15 23 51

Kumulierte Abschreibungen 11 1 6 18

Stand 31.12.2002 2 14 17 33

Zugänge 2 8 0 10

Abschreibungen – 2 – 2 – 3 – 7

Stand 31.12.2003 2 20 14 36

Bruttobuchwert am 31.12.2003 12 23 23 58

Kumulierte Abschreibungen 10 3 9 22

Stand 31.12.2003 2 20 14 36

Zugänge 3 3 0 6

Abschreibungen – 2 – 4 0 – 6

Stand 31.12.2004 3 19 14 36

Bruttobuchwert am 31.12.2004 14 26 14 54

Kumulierte Abschreibungen 11 7 18

Die planmäßigen Abschreibungen auf Lizenzen, Software, ähnliche Rechte und Werte

sowie auf Entwicklungskosten sind in den Funktionskosten enthalten, insbesondere in

den Umsatzkosten. Außerplanmäßige Abschreibungen werden in den sonstigen

betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.


(8)

Sachanlagen

67 Teilkonzernabschluss

Mio €

Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen sind in den Funktionskosten enthalten,

insbesondere in den Umsatzkosten. Außerplanmäßige Abschreibungen werden

in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Sie betrugen 13 Mio €

(Vorjahr: 0 Mio €).

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

Grundstücke Technische Andere Anla- Geleistete Sachanlagen

und Gebäude Anlagen und gen, Betriebs- Anzahlungen

Maschinen und Geschäfts- und Anlagen

ausstattung im Bau

Bruttobuchwerte am 31.12.2002 149 267 216 15 647

Kumulierte Abschreibungen 76 218 174 468

Stand 31.12.2002 73 49 42 15 179

Zugänge 1 16 6 8 31

Umbuchungen 2 13 4 – 19 0

Abschreibungen – 5 – 13 – 17 0 – 35

Währungsanpassung – 1 – 1 – 1 – 1 – 4

Stand 31.12.2003 70 64 34 3 171

Bruttobuchwert am 31.12.2003 149 283 206 3 641

Kumulierte Abschreibungen 79 219 172 470

Stand 31.12.2003 70 64 34 3 171

Zugänge 0 8 5 7 20

Umbuchungen 0 1 6 – 7 0

Abgänge – 1 0 0 0 – 1

Abschreibungen – 7 – 24 – 15 0 – 46

Stand 31.12.2004 62 49 30 3 144

Bruttobuchwert am 31.12.2004 147 281 214 3 645

Kumulierte Abschreibungen 85 232 184 501


(9)

Vorräte

(10)

Forderungen aus

Lieferungen und

Leistungen

68

Mio €

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 147 146

Unfertige und fertige Erzeugnisse 296 242

Waren 31 27

Geleistete Anzahlungen 18 9

492 424

Der Buchwert der zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzten

Vorräte beträgt 288 Mio € (Vorjahr: 250 Mio €). Der Betrag der im Geschäftsjahr

ergebniswirksam erfassten Wertminderungen auf Vorräte beläuft sich auf

– 5 Mio € (Vorjahr: – 3 Mio €).

Mio €

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Forderungen an andere Unternehmen des MAN Konzerns und

an Beteiligungen 4 4

Forderungen an Kunden 304 241

308 245

DIE NACH DER „PERCENTAGE OF COMPLETION METHOD“ BILANZIERTEN KÜNFTIGEN FORDERUNGEN

AUS LANGFRISTIGEN FERTIGUNGSAUFTRÄGEN ERMITTELN SICH WIE FOLGT:

Mio €

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Herstellungskosten einschließlich Auftragsergebnis der

langfristigen Fertigungsaufträge 0 81

Davon gemäß "milestone" Methode als unfertige Erzeugnisse aktiviert 0 –

Davon mit Kunden abgerechnete Leistungen

Künftige Forderungen aus langfristigen Fertigungsaufträgen vor

0 – 81

erhaltenen Anzahlungen 0 0

Dafür erhaltene Anzahlungen 0 0

0 0


(11)

Sonstige kurzfristige

Vermögenswerte

(12)

Flüssige Mittel

(13)

Eigenkapital

69 Teilkonzernabschluss

Im Geschäftsjahr wurde kein Umsatz aus langfristigen Fertigungsaufträgen

getätigt (Vorjahr: 32 Mio €). Die gegenüber den Kunden fakturierten Aufträge

und Teilaufträge werden in den Forderungen an Kunden ausgewiesen.

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben – wie im Vorjahr –

2 Mio € eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Mio €

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Derivative Finanzinstrumente 21 21

Abgrenzung periodenfremder Zahlungen 1 2

Übrige kurzfristige Vermögenswerte 11 12

33 35

Mio €

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks, Kassenbestand 11 22

Forderungen aus Finanzverkehr in der MAN Gruppe 3 0

14 22

Die Forderungen aus Finanzverkehr resultieren aus der zentralen Finanzierung der

Konzerngesellschaften durch MAN Aktiengesellschaft.

Das gezeichnete Kapital der MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft beträgt 100 000 000 €.

Es ist eingeteilt in 100 000 000 Stückaktien, die zu 94,9 % von der MAN B&W Diesel

Beteiligungs GmbH, München, und zu 5,1 % von der MAN Aktiengesellschaft, München,

gehalten werden. Die Kapitalrücklage stammt ausschließlich aus Agiobeträgen.

Die Gewinnrücklagen enthalten neben der Gewinnrücklage der MAN B&W Diesel

Aktiengesellschaft den Konzernanteil an den von den Tochtergesellschaften nach dem

Stichtag ihrer Erstkonsolidierung erwirtschafteten Rücklagen sowie den Eigenkapitalanteil

der übrigen Konsolidierungsvorgänge.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


(14)

Finanzverbindlichkeiten

(15)

Rückstellungen für

Pensionen

70

Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital konsolidierter Tochtergesellschaften

betreffen die S.E.M.T. Pielstick S. A., Villepinte/ Frankreich und die PBS Turbo s.r.o,

Velká Bíte˘s/Tschechien. Die Anteile an der MAN B&W Diesel Inc., New York/USA, werden

von MAN Capital Corporation Inc., New York/USA, gehalten.

Mio €

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2 2

Verbindlichkeiten aus Finanzverkehr innerhalb der MAN Gruppe 39 167

Ausweis in der Bilanz

Mio €

41 169

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Langfristige Finanzverbindlichkeiten mit Restlaufzeit über ein Jahr 2 2

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten mit Restlaufzeit bis ein Jahr 39 167

41 169

Die Verbindlichkeiten aus Finanzverkehr in der MAN Gruppe enthalten auch die Verbindlichkeiten

aus Gewinnabführungsverträgen und aus Steuerumlagen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten auch auftragsgebundene

Refinanzierungen, die – wie bereits im Vorjahr – nicht durch Forderungsabtretungen

besichert sind. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind 2 Mio €

(Vorjahr: 2 Mio €) durch Grundpfandrechte besichert.

Die betriebliche Altersversorgung im MAN Konzern beruht im Wesentlichen auf direkten

leistungsorientierten Versorgungszusagen. Für die Bemessung der Pensionen sind

in der Regel die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und die versorgungsrelevanten

Bezüge maßgeblich. Die Finanzierung dieser Versorgungszusagen erfolgt

durch Bildung von Pensionsrückstellungen, bei einigen ausländischen Tochtergesellschaften

auch durch Leistungen an Pensionsfonds.

Die Pensionsrückstellungen sind nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren („projected

unit credit method“) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklungen versicherungsmathematisch

bewertet. Für die inländischen Gesellschaften sind folgende

Annahmen der zu erwartenden Gehalts- und Rentensteigerungen zugrunde gelegt:


71 Teilkonzernabschluss

Im Ausland sind die Annahmen entsprechend den jeweiligen Gegebenheiten

modifiziert.

Der Aufwand für Altersversorgung betrug im Geschäftsjahr 12 Mio € (Vorjahr 6 Mio €).

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Zinssatz 5,0% 5,5%

Rententrend 1,5% 1,5%

Gehaltstrend 2,5% 2,5%

IM VERLAUF DES GESCHÄFTSJAHRES HABEN SICH DIE PENSIONSRÜCKSTELLUNGEN WIE FOLGT ENTWICKELT:

Mio €

2004 2003

Stand am 1. Januar

Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen

122 120

Versorgungsansprüche 2 2

Zinsaufwand für die bereits erworbenenen Ansprüche 7 7

Versorgungsleistungen

Auswirkungen aus Veränderungen Konsolidierungskreis,

– 7 – 7

Währung und Sonstiges 1 –

Stand am 31. Dezember 125 122

DIE BILANZIERTEN PENSIONSRÜCKSTELLUNGEN LEITEN SICH WIE FOLGT AUS DEM WERT DER

VERPFLICHTUNGEN AB:

Mio €

2004 2003

Anwartschaftsbarwert der rückstellungsfinanzierten

Versorgungsansprüche

Anwartschaftsbarwert der fondsfinanzierten

132 124

Versorgungsansprüche

Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen

75 70

(Defined Benefit Obligation) 207 194

Fondsvermögen zu Marktwerten 57 52

Nettoverpflichtung

Anpassungsbetrag aufgrund versicherungsmathematischer

150 142

Gewinne (+) und Verluste (–) – 25 – 20

Bilanzwert zum 31. Dezember 125 122


(16)

Sonstige

Rückstellungen

72

Der Anwartschaftsbarwert der Versorgungsansprüche zeigt die nach den Verhältnissen

am Bilanzstichtag bewerteten Versorgungsansprüche der Mitarbeiter.

Die Pensionsfonds sind zu Marktwerten unter Berücksichtigung der künftig erwarteten

Erträge bewertet.

Der Bilanzwert der Rückstellung ist dagegen nach IAS 19 auf der Grundlage langfristiger

versicherungsmathematischer Annahmen gebildet, die stichtagsbezogene

Schwankungen innerhalb der von IAS 19 bestimmten Grenzen (+/– 10 % des Anwartschaftsbarwerts)

unberücksichtigt lassen. Dadurch resultiert zum 31. Dezember 2004

ein versicherungsmathematischer Verlust in Höhe von – 25 Mio € (Vorjahr: – 20 Mio €),

der maßgeblich auf der Verringerung des Zinssatzes von 6,0% am 31. Dezember 2002

über 5,5 % zum 31. Dezember 2003 auf 5,0 % zum 31. Dezember 2004 beruht.

Ähnliche Verpflichtungen bestehen insbesondere bei ausländischen Konzerngesellschaften.

Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung

des künftigen Kostentrends bewertet.

Mio €

Stand Inanspruch- Zuführungen Auflösungen Stand

31.Dez.2003 nahme 31.Dez.2004

Gewährleistungen 61 – 40 60 – 7 74

Ausstehende Kosten

Übrige geschäftsbezogene

21 – 17 21 – 1 24

Verpflichtungen

Verpflichtungen gegenüber

15 – 5 20 – 5 25

Mitarbeitern 9 – 3 5 0 11

Übrige sonstige Rückstellungen 9 – 5 12 – 1 15

115 – 70 118 – 14 149

AUSWEIS IN DER BILANZ

Mio €

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Langfristige Rückstellungen 16 18

Kurzfristige Rückstellungen 133 97


(17)

Sonstige

Verbindlichkeiten

73 Teilkonzernabschluss

Die Rückstellung für Gewährleistung besteht für gesetzliche und vertragliche Garantieverpflichtungen

sowie Kulanz gegenüber Kunden. Die Rückstellung für ausstehende

Kosten betrifft noch zu erbringende Leistungen für abgerechnete Kundenaufträge und

Auftragsteile sowie für Verpflichtungen aus Wartungs- und Serviceverträgen. Die übrigen

geschäftsbezogenen Verpflichtungen bestehen unter anderem für Verlustvorsorgen.

Die Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern bestehen für Jubiläen, Abfindungen,

Sozialpläne, Vorruhestand und Altersteilzeit.

Die übrigen sonstigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl von Einzelrisiken.

Mio €

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich 52 47

Währungs- und Zinssicherungen 4 3

Verbindlichkeiten aus übrigen Steuern 4 2

Übrige sonstige Verbindlichkeiten 5 9

INSGESAMT WERDEN DIE VERBINDLICHKEITEN WIE FOLGT IN DER BILANZ AUSGEWIESEN:

Mio €

65 61

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Langfristige Verbindlichkeiten 6 6

Kurzfristige Verbindlichkeiten 453 470


Sonstige Angaben

zur Gewinn- und

Verlustrechung

Eventualverbindlichkeiten

74

Sonstige Angaben

IN DEN UMSATZKOSTEN SIND FOLGENDE MATERIALAUFWENDUNGEN ENTHALTEN:

Mio €

2004 2003

Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und

für bezogene Waren 613 572

Aufwendungen für bezogene Leistungen 93 53

Summe Materialaufwand 706 625

DER PERSONALAUFWAND TEILT SICH WIE FOLGT AUF:

Mio €

2004 2003

Löhne und Gehälter 323 317

Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 56 51

Summe Personalaufwand 379 368

Die Aufwendungen für Altersversorgung enthalten nicht den Zinsanteil in der Zuführung

zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von 7 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €)

Im Jahresdurchschnitt waren im Teilkonzern 6 670 Mitarbeiter (Vorjahr: 6 748 Mitarbeiter)

beschäftigt.

Mio €

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Wechselobligo – 1

Verpflichtungen aus Bürgschaften 4 0

Mithaftung für fremde Verbindlichkeiten – 4

4 5


Sonstige finanzielle

Verpflichtungen

Kapitalflussrechnung

75 Teilkonzernabschluss

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen.

Die künftigen Miet-, Pacht- und Leasingzahlungen aus operating lease-Verträgen

haben bis zum Ablauf der Mindestlaufzeit der Verträge folgende Fälligkeiten:

Mio €

Investitionsleasing

Künftige Miet-, Pacht- und Leasingzahlungen an verbundene Unternehmen fallen in

Höhe von 2 Mio € an (Vorjahr: 0 Mio €).

Die Kapitalflussrechnung ist in Übereinstimmung mit den Bestimmungen von IAS 7

erstellt. In der Kapitalflussrechnung sind die Zahlungsströme in die drei Bereiche

Cashflow aus Geschäftstätigkeit, Cashflow aus Investitionstätigkeit und Cashflow aus

Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Die auf Änderungen der Wechselkurse beruhende

Veränderung der flüssigen Mittel ist gesondert ausgewiesen. Die Ermittlung des Cashflows

aus der Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode.

Der Finanzmittelfonds beinhaltet nur die in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen

Mittel. In der MAN Gruppe beruht die Steuerung der Finanzlage dagegen auf dem

Finanzsaldo, zu dem neben den flüssigen Mitteln auch die Finanzschulden gehören.

Der Finanzsaldo ist in der Kapitalflussrechnung zusätzlich angegeben.

Im Cashflow aus der Geschäftstätigkeit sind die nicht zahlungswirksamen operativen

Aufwendungen und Erträge sowie das Ergebnis aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten,

Sachanlagen und Beteiligungen eliminiert. Gesondert ausgewiesen

werden die Cash Earnings. Diese zeigen die aus dem Jahresergebnis resultierende

Mittelveränderung. Die Zinseinnahmen in Höhe von 1 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €), die

Zinsausgaben in Höhe von 9 Mio € (Vorjahr: 7 Mio €) und die gezahlten Ertragsteuern

in Höhe von 22 Mio € (Vorjahr: 28 Mio €) sind der Geschäftstätigkeit zugeordnet.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004

31.Dez.2004 31.Dez.2003

Fällig innerhalb eines Jahres 1 1

Fällig zwischen einem und fünf Jahren 1 1

Verpflichtungen aus Miete und Pacht

2 2

Fällig innerhalb eines Jahres 14 10

Fällig zwischen einem und fünf Jahren 31 30

Fällig nach mehr als fünf Jahren 21 26

66 66


Gesamtbezüge des

Aufsichtsrats und des

Vorstands

76

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthält die finanzwirksamen Investitionen

in Sachanlagen, in immaterielle Vermögenswerte und in Beteiligungen.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beinhaltet die gezahlten Dividenden bzw.

die Ergebnisübernahme, -abführung sowie die Aufnahmen und Tilgungen von Finanzschulden.

Die flüssigen Mittel enthalten Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks, den

Kassenbestand und die Forderungen aus dem MAN-konzerninternen Finanzverkehr.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen 65 T-€ (Vorjahr: 83 T-€)

und die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands 741 T-€ (Vorjahr: 969 T-€), davon

707 T-€ (Vorjahr: 695 T-€) fixe Bezüge und 34 T-€ (Vorjahr: 274 T-€) ergebnisabhängige

variable Bezüge.

Die MAN Gruppe hat in den Jahren 2000, 2001, 2003 und 2004 jeweils zum 1. Juli

Unternehmenswert-Steigerungspläne umgesetzt. Vorstände und Geschäftsführungen

von MAN-Unternehmen erhalten eine bestimmte Anzahl von Wertsteigerungsrechten,

die nach einer Sperrfrist von zwei Jahren innerhalb der folgenden fünf Jahre in Abhängigkeit

von der Kursentwicklung der MAN-Stammaktie in steuerpflichtiges Entgelt

umgewandelt werden können. Im Geschäftsjahr 2004 wurden hierfür Rückstellungen

über 406 T-€ (Vorjahr: 76 T-€) gebildet, Auszahlungen aus der Ausübung von Wertsteigerungsrechten

sind – wie im Vorjahr – nicht erfolgt.

Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich

auf 388 T-€ (Vorjahr: 430 T-€). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern

des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen sind insgesamt 2 826 T-€ zurückgestellt

(Vorjahr: 2 936 T-€).

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstandes sind auf den Seiten 4, 5 und 7 des

Geschäftsberichtes angegeben.

Augsburg, 24. Februar 2005

MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft

Der Vorstand


77 Teilkonzernabschluss

Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk bei einem nach

den IFRS freiwillig aufgestellten Teilkonzernabschluss

An die MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft, Augsburg:

Wir haben den von der MAN B&W Diesel Aktiengesellschaft, Augsburg, freiwillig aufgestellten

Teilkonzernabschluss, bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz,

Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Anhang, für das

Geschäftsjahr vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2004 geprüft. Aufstellung

und Inhalt des Teilkonzernabschlusses liegen in der Verantwortung des Vorstands

der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten

Prüfung zu beurteilen, ob der Teilkonzernabschluss den International Financial

Reporting Standards (IFRS) entspricht.

Wir haben unsere Teilkonzernabschlussprüfung nach den deutschen Prüfungsvorschriften

und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten

deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen.

Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass mit hinreichender

Sicherheit beurteilt werden kann, ob der Teilkonzernabschluss frei von wesentlichen

Fehlaussagen ist. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse

über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des

Teilkonzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen

der Prüfung werden die Nachweise für die Wertansätze und Angaben im Teilkonzernabschluss

auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung beinhaltet die Beurteilung

der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen

des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Teilkonzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage

für unsere Beurteilung bildet.

Nach unserer Überzeugung vermittelt der Teilkonzernabschluss in Übereinstimmung

mit den IFRS ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage des Teilkonzerns sowie der Zahlungsströme des Geschäftsjahres.

Unsere Prüfung, die sich auch auf den vom Vorstand für das Geschäftsjahr vom

1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2004 aufgestellten Teilkonzernlagebericht

erstreckt hat, hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Überzeugung gibt

der Teilkonzernlagebericht insgesamt eine zutreffende Vorstellung von der Lage des

Teilkonzerns und stellt die Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar.

München, den 3. März 2005

BDO Deutsche Warentreuhand

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Bartuschka ppa. Stephan

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


78

MAN B&W Diesel Gruppe

Siebenjahresübersicht


79 Teilkonzernabschluss

Auftragslage in Mio € 1998/99 1999/00 RGJ 2000 2001 2002 2003 2004

Auftragseingang 969 1 192 861 1 489 1 363 1 460 1 872

Umsatz

Auftragsbestand am 30. Juni/ab RGJ 2000:

1 026 1 106 665 1 415 1 408 1 312 1 421

31. Dezember 564 762 957 1 022 870 1 003 1 449

Mitarbeiter

am 30. Juni/ab RGJ 2000: 31. Dezember – Anzahl 6 010 6 966 7 073 7 286 6 889 6 625 6 731

im Jahresdurchschnitt – Anzahl 6 186 6 140 7 041 7 288 7 218 6 748 6 670

Personalaufwand in Mio € 305 310 175 385 386 368 379

Personalaufwand je Mitarbeiter in € 49 298 50 475 49 668 52 788 53 477 54 535 56 806

Investitionen und Finanzierung in Mio €

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle

Vermögensgegenstände 34 31 18 31 50 41 26

Investitionen in Finanzanlagen 1 1 4 4 1 1 1

Abschreibungen 35 31 19 40 42 42 52

Cash Earnings 64 68 39 87 82 67 74

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 56 82 46 100 98 103 104

Kennzahlen in Prozent

Eigenkapitalquote 34 30 29 23 26 25 30

Deckung des langfristigen Vermögens durch Eigenkapital 174 118 111 101 100 98 150

Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (EBIT) 4 6 5 6 6 4 4

Rendite des eingesetzten Kapitals 11 13 13 17 17 11 11

Eigenkapitalrendite nach Ertragsteuern 2 10 12 18 18 3 8

Vermögen und Kapital in Mio € 30.06.99 30.06.00 31.12.00 31.12.01 31.12.02 31.12.03 31.12.04

Langfristige Vermögenswerte 160 259 271 259 260 246 212

Vorräte

Forderungen aus LuL und aus Ertragssteuern,

338 406 419 481 429 424 492

sonstige kurzfristige Vermögenswerte 245 351 312 329 278 280 341

Wertpapiere und flüssige Mittel 69 22 32 49 35 22 14

Kurzfristige Vermögenswerte 652 779 763 859 742 726 847

Gesamtvermögen 812 1 038 1 034 1 118 1 002 972 1 059

Eigenkapital 278 307 300 261 261 241 318

Pensionsrückstellungen

Passive latente Steuern, Verbindlichkeiten aus

Ertragsteuern, sonstige langfristige Rückstellungen

109 112 114 117 120 122 125

und Verbindlichkeiten 23 41 37 35 29 42 30

Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 132 153 151 152 149 164 155

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,

erhaltene Anzahlungen, sonstige kurzfristige Rück-

40 163 177 231 201 167 39

stellungen und Verbindlichkeiten 362 415 406 474 391 400 547

Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 402 578 583 705 592 567 586

Gesamtkapital 812 1 038 1 034 1 118 1 002 972 1 059

Eingesetztes Kapital 427 576 570 512 518 507 537

Gewinn- und Verlustrechnung in Mio € 1998/99 1999/00 RGJ 2000 2001 2002 2003 2004

Umsatzerlöse 1 026 1 106 665 1 415 1 408 1 312 1 421

Umsatzkosten – 825 – 850 – 517 – 1 082 – 1 063 – 998 – 1 074

Bruttoergebnis vom Umsatz 201 256 148 333 345 314 347

Übrige Aufwendungen und Erträge – 158 – 195 – 112 – 243 – 263 – 256 – 292

Ergebnis vor Zinsen und Steuern / EBIT 43 61 36 90 82 58 55

Zinsergebnis – 6 – 7 – 9 – 15 – 14 – 14 – 15

Ergebnis vor Ertragsteuern / EBT 37 54 27 75 68 44 40

Ertragsteuern – 32 – 22 – 10 – 27 – 21 – 36 – 16

Jahresüberschuss 5 32 17 48 47 8 24


80

Produkte

Zweitakt-MC-

Dieselmotoren

Mittelschnelllaufende

Viertakt-

Dieselmotoren

Mittelschnelllaufende

Viertakt-

Diesel-Gas- und

Gas-Otto-Motoren

Schnelllaufende

Viertakt-Dieselmotoren

Abgas-Turbolader

und Nutzturbinen

Propulsions-Systeme

Kraftwerke

im Leistungsbereich von 1 100 kW bis 97 300 kW (1 500 PS bis

132 000 PS) für Schiffsantriebe und Kraftwerke.

im Leistungsbereich von 450 kW bis 23 850 kW (610 PS bis

32 400 PS) für Schiffsantriebe, Bordstromerzeugung und

Kraftwerke.

im Leistungsbereich von 709 kW bis 7 200 kW (965 PS bis 9 790 PS)

für Kraftwerke und Offshore-Anwendungen.

im Leistungsbereich von 780 kW bis 9 000 kW

(1 060 PS bis 12 240 PS).

für Motorenleistungen von 390 kW bis 25 800 kW (530 PS bis

35 090 PS) je Turbolader. Nutzturbinen für Turbo-Compound-

Systeme.

mit Dieselmotor, Untersetzungsgetriebe, Kupplung,

Verstellpropeller und Fernbedienung.

Landgestützte und schwimmende Kraftwerke mit Diesel- und

Diesel-Gas-Motoren.


Reparatur von Schiffantrieben

und schiffbauliche

Arbeiten

Steuerungs- und

Kontroll-Systeme

Heiztechnik

Auftragsfertigung

Service

81

Produkte und Leistungen

Leistungen

als Generalunternehmer mit werkseigenen Kais.

Mechanische und elektronische Regler, hydraulische Stellmotoren, Steuer-

und Überwachungsanlagen für Schiffsantriebe und Kraftwerke.

Öl- und Gasbrenner, Öl- und Gaskessel, Gas- und Ölbrennwertgeräte.

Modell- und Formenbau, Grau- und Sphäroguss-Erzeugnisse, mechanische

Bearbeitung von Maschinenbauteilen, Präzisionsbearbeitung hochbelasteter

Bauelemente, Wärmebehandlung, Montagen für den allgemeinen Maschinenbau.

Ersatzteileversorgung und Instandhaltung für Dieselmotoren und Turbolader

weltweit. Teile-Reconditioning und Austauschdienst. Modernisierung von

Motorenanlagen. 24-Stunden-Service. Wartung von Industrie-Anlagen.

Werkstoffprüfung.

Weltumspannendes Netz aus 150 Vertretungen, Service-Stationen und autorisierten

Reparaturwerkstätten für die kundennahe Betreuung der in Betrieb

befindlichen MAN B&W- sowie S.E.M.T. Pielstick-Motoren und Abgasturbolader.

MAN-B&W-Diesel-Lizenznehmer

Kompetente Partner bauen aufgrund von Lizenzabkommen MAN-B&W-Diesel-

Motoren und -Abgasturbolader in:

Indonesien, Japan, Korea, Kroatien, Polen, Russland, Spanien, Taiwan, Tschechien,

USA, V.R. China.

MAN B&W Diesel Geschäftsbericht 2004


MAN B&W Diesel AG

Stadtbachstraße 1

86224 Augsburg

Telefon 0821. 322-0

Telefax 0821. 322-3382

www.manbw.com

Ein Unternehmen der MAN Gruppe

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