PROGRESS national - international - PROGRESS Film-Verleih

progress.film.de

PROGRESS national - international - PROGRESS Film-Verleih

FILME • KINO • KULTURTIPPS

Oktober 2004

2. Jg. Ausgabe Nr. 4

PROGRESS Film-Verleih GmbH

Immanuelkirchstraße 14

10405 Berlin

Tel. 030 – 24 00 34 71

www.progress-film.de

PROGRESS national - international


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DEFA-Stiftung:

info@DEFA-Stiftung.de

Tel: 030 – 246 56 21 01

Inhalt

Editorial. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

Überblick. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Coming out einer Gesellschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

PROGRESS goes Asia . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

PROGRESS-Filme im Ausland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

Neu im Kino . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Wiederentdeckt: Kinoprojekte zum Jahresende . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

Millionen Filmmeter – Der PROGRESS Ausschnittdienst . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

Kinohighlights in Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Neues von Icestorm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Neues von der DEFA-Stiftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

Kinozeit – Fernsehen aus Berlin. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

Impressum

PROGRESS FILM-VERLEIH GMBH

Abt. für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Immanuelkirchstraße 14

10405 Berlin

Tel: 030 – 24 00 34 71

Fax: 030 – 24 00 34 79

i.schoenfelder@progress-film.de

Wenn Sie immer aktuell von unseren Berliner Veranstaltungen erfahren wollen:

Unser elektronische Newsletter informiert Sie kostenfrei und mühelos. Melden Sie

sich per email an. Auf unserer Website www.progress-film.de finden Sie das Anmeldefeld

oben auf der Seite „Veranstaltungen“ oder Sie suchen den „PROGRESS Film-

Verleih“ unter „Film&Medien“ auf der Kulturkurierseite www.berlin.kulturkurier.de.

PROGRESS Partner

Unsere Partner für Programmarbeit, Kino- und Kulturevents

ICESTORM

ENTERTAINMENT GMBH

Icestorm Entertainment:

info@icestorm.de

Tel: 030 – 780 95 80

Künstlerklub Die Möwe:

info@moewe-kuenstlerklub.de

Tel: 030 -204 37 89

Wilhelm-Fraenger-Institut Berlin

a.henkel@fraengerinstitut.de

Tel: 030 – 24 003 0


Editorial des Herausgebers

Prädikat: Besonders wertvoll.

Viele unserer Filme tragen diese Auszeichnung

und wir sind stolz darauf.

Große Freude bereitete uns die Begründung für unseren jüngsten besonders wertvollen

Film DER NEUNTE TAG: „ … Ausstattung, Licht, Kameraführung, Musik,

Schnitt, ein wohlüberlegtes Drehbuch und eine Riege bester und demütiger Darsteller

versetzen uns Zuschauer hinein in eine Situation, die zwischen Vorhölle und Hölle

changiert - und die unsere deutsche Vergangenheit ist. Ulrich Matthes verleiht diesem

standhaften und gewissensgeplagten Priester eine glühende Intensität, die als Darstellerleistung

gar nicht hoch genug gepriesen werden kann. Aber hier geht es nicht

um Spiel. Soweit ein Film vergessen machen kann, dass seine Realität eine begrenzte,

eine geschaffene ist, soweit ein Film uns Zuschauer in eine andere Welt zu versetzen

mag - soweit das Medium Film das in seinen vornehmsten Beispielen vermag,

soweit vorne im künstlerischen Rang operiert Volker Schlöndorff in diesem Film. …“

Der vollständige Text der Filmbewertungsstelle findet sich auf der Internetseite des

Films: www.derneuntetag.de.

Ab 11. November haben Sie Gelegenheit, Volker Schlöndorffs Meisterwerk zu sehen;

dann wird der Film bundesweit in den Kinos sein. In Berlin (09.11.), München

(10.11.) und Hamburg (11.11.) sind Sie herzlich zur Publikumspremiere eingeladen.

Wann und wo DER NEUNTE TAG in Ihrer Nähe anläuft, entnehmen Sie bitte der

Filmseite im Internet.

Um Sie märchenhaft auf Weihnachten einzustimmen, werden Sie ab 01. Dezember auf

der Homepage des PROGRESS Film-Verleihs wieder einen virtuellen Adventskalender finden,

u.a. mit Klassikern wie Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, Die Schneekönigin

und Frau Holle. Zum Jahresende gibt es dort auch das neue Jahresprogramm,

das Ihnen thematisch und alphabetisch geordnet Neuerwerbungen, Wiederentdecktes,

Kinoklassiker und Programmideen für 2005 anbietet: www.progress-film.de

Begleitend zu der Tournee von Klaus Hoffmann „Der Mann, der fliegen wollte“, bietet

der PROGRESS Film-Verleih einen „besonders wertvollen“ (s.o.!) Spielfilm mit

Klaus Hoffmann an. Die neuen Leiden des jungen W. entstand nach dem Drehbuch

von Ulrich Plenzdorf und wird ab Januar 2005 dort sein, wo Hoffmann life auf

der Bühne zu sehen ist.

PROGRESS Film-Verleih wünscht Ihnen frohe Feiertage und einen guten Jahreswechsel

und freut sich auf das Wiedersehen mit Ihnen im Kino 2005!

Herzlich, Ihr

Prof. Jürgen Haase

3


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Szenenfoto aus

„Das Mädchen auf dem Besenstiel“

Szenenfoto aus „Jakob der Lügner“

Szenenfoto aus

„Die Buntkarierten“

Szenenfoto aus

„Panzerkreuzer Potemkin“

Der Regisseur Frank Beyer

Szenenfoto aus

„Die Mauer“ von Jürgen Böttcher

Überblick

Europas neue Länder – Filmreihe im Kinocenter Husum

Vom 23. bis 26. Oktober stellt das Kinocenter Husum mit einer Reihe von Filmen die

neuen europäischen Mitgliedsländer Polen, Ungarn, Tschechien und Slowenien vor.

Unter anderem läuft der jüngste Film des polnischen Regisseur Wojciech Marczewski

Weiser, eine geheimnisvolle Reise in die Vergangenheit, nach dem Roman von

Pawel Huelle „Weiser Dawidek“. Besonders hervorzuheben ist die Kinderfilmreihe,

in der Klassiker wie Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, Das Mädchen auf

dem Besenstiel und Hexen aus der Vorstadt zu sehen sind – alle drei sind Produktionen

des tschechischen Filmstudios Barrandov - sowie die spritzigen Episoden

um die Familie Wirbelwind aus Ungarn. www.kino-center-husum.de

DEFA-Filmreihe im Cinema Quadrat

Von November 2004 bis Februar 2005 präsentiert das Mannheimer Cinema Quadrat

eine DEFA-Filmreihe. Gestartet wird am 13. November mit Jakob der Lügner von

Frank Beyer. Vom 29. November bis 01. Dezember läuft Die Legende von Paul

und Paula von Heiner Carow. Ort: Cinema Quadrat, Collinistraße 5, 68161 Mannheim

www.cinema-quadrat.de

Traumkino für Senioren im KOSMOS UFA-Palast

Im September startete das Berliner Kosmos Kino in Zusammenarbeit mit der Volkssolidarität

e. V. sein Traumkino für Senioren - eine Matinee um 11 Uhr jeden ersten Mittwoch

im Monat. Kino pur und geselliges Beisammensein bei Kaffee und Kuchen - alles

zusammen für nur 4 Euro. Am 03. November werden nun Die Buntkarierten

gezeigt. Eine kleine Informationsbroschüre mit mehr Informationen zum Filmprogramm

erhalten Sie in den Filialen der Volkssolidarität sowie im KOSMOS UFA-Palast.

www.ufakosmos.de, Kartenvorbestellungen unter Tel. 030/422 01 60

Panzerkreuzer Potemkin im Berliner Filmkunsthaus Babylon

Mit musikalischer Live-Begleitung (an der Kinoorgel: Jürgen Kurz) ist am 10. Oktober,

19 Uhr, im großen Saal des Filmkunsthaus Babylon das definitive Meisterwerk

des sowjetischen Stummfilms und einer der herausragenden Filme der internationalen

Kinogeschichte zu sehen. www.fkh-babylon.de, Kartenvorbestellungen unter Tel.

030/24 085 419 oder office@fkh-babylon.de

Mythen der Nationen. 1945 - Arena der Erinnerungen

Im Zentrum der multimedialen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in

Berlin steht die Auseinandersetzung mit den Erinnerungen der Völker Europas,

Israels und der USA an den Zweiten Weltkrieg und den Völkermord. Ausführlich werden

Filme, das Massenmedium des 20. Jahrhunderts, in die „Arena der Erinnerungen“

einbezogen. Das Zeughauskino zeigt im Oktober und November berühmte

Werke der Regisseure Frank Beyer, Andrej Tarkowski und Konrad Wolf.

Mehr zum Programm auf unserer Veranstaltungsseite: www.progress-film.de

15 Jahre Mauerfall – Kinoevent im Berliner Zeughauskino

Im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums in Berlin findet am 03.

November um 19 Uhr ein großer Kinoevent rund um das historische Ereignis des Mauerfalls

statt. Seit dem Ende des Kalten Krieges zählen die vormals getrennten Filmproduktionen

nun zum gemeinsamen Kulturgut. Bekannte geladene Persönlichkeiten

werden sich mit ihrem DEFA-Lieblingsfilm vorstellen. Die Gewinner der Icestorm-

Aktion „Meine Geschichte zum Mauerfall“ erzählen von ihrer persönlichen Erinnerung

an das große geschichtliche Ereignis. Es moderiert Knut Elstermann von radio

eins, Veranstalter: PROGRESS Film-Verleih, Icestorm Entertainment und DEFA-Stiftung.

Mehr auf unserer Veranstaltungsseite: www.progress-film.de


Coming out einer Gesellschaft

Mauerfall und Kino – Zweifelsohne hat eines der zentralen Ereignisse der Nachkriegsgeschichte,

der Fall der Berliner Mauer am 09. November 1989, seinen Niederschlag

im Kino gefunden. Aber nicht nur das! An diesem historischen Donnerstag

feierte das neue Werk von Heiner Carow im Berliner Kino International „mit nie vorher

erlebten Ovationen“ seine Premiere: Coming out – viel mehr als ein Liebesfilm.

Wieder gelang es dem Regisseur, ähnlich wie mit Die Legende von Paul und

Paula, direkt am Puls der Zeit zu sein und die Stimmung, die im Land herrschte, auf

die Leinwand zu bannen: „Coming out… Dieser fachwissenschaftliche Terminus

bedeutet nichts anderes als ‚Herauskommen’, das Sich-öffentlich-Bekennen zum

Anders-sein. … Und nun will es die Ironie des Schicksals, daß ‚Coming out’

justament am Beginn eines hoffnungsvollen politischen Aufbruchs starten konnte.

Die DEFA erstürmte also nicht nur die einst vielzitierten ‚Höhen der Kultur’,

sie befindet sich darüber hinaus sogar auf der Höhe der Zeit. … ‚Coming out’ …

zählt für mich zu den bedeutenden künstlerischen Pioniertaten in Sachen Glasnost

und Perestroika. Ich glaube fest daran, daß sich Millionen Zuschauer davon

überzeugen werden.“ (Renate Holland-Moritz in Eulenspiegel, 01. Dez. 1989).

Wie sehr Coming out als Botschaft für die neue Zeit verstanden wurde, zeigen auch

zwei weitere Kritiken im direkten Umfeld der Premiere:

„Dieser Film, der Tabuisierungen aufbricht und Toleranz verficht, kommt in die

Kinos in Tagen, in denen so viele Tabus zerfallen und Intoleranz dahinschwindet.

Er handelt von Menschen, die anders als andere sind, und er ist damit transparent

dafür, daß Andersdenkende unter uns sind.“

(Helmut Ullrich in Neue Zeit, 10. Nov. 1989).

„Ich sah ‚Coming out’ Anfang August und Anfang November noch einmal. Der

gleiche Film, und er war es doch nicht. …’Coming out’ hat eine konkrete

Geschichte und eine spezifische Botschaft. … Es hat aber mit der Realität der

DDR – der von gestern und der von morgen – zu tun, daß die übergreifende

Dimension von ‚Coming out’ die gültigere und die größere ist. Denn diese Metapher

gehört in die künstlerischen Vorfelder des Oktober 1989: das Plädieren für

Toleranz und Freiheit der ‚anderen Liebe’ als Element der Toleranz des Andersdenkenden

und Anderslebenden, das gesellschaftliche Annehmen der Vielfalt

menschlicher und geistiger Äußerungen; die Absage an das Monopolisieren der

Wahrheit. ‚Coming out’ war in seinem Entstehen einer verkrusteten Zeit voraus.“

(Fred Gehler in Sonntag, 26. Nov. 1989)

Kino macht Geschichte erfahrbar - Zum 15. Jahrestag des Mauerfalls stellen wir

Ihnen eine kleine Auswahl an Spiel- und Dokumentarfilmen vor, größtenteils

unmittelbar aus der Zeit der historischen Wende bzw. aus den Jahren, als die Mauer

noch zwei Welten voneinander trennte.

Ausführliche Filminformationen finden Sie auf der Verleihseite/ Besondere Filmreihen:

www.progress-film.de

Bitte beachten Sie auch unsere Veranstaltung am 03. November im Berliner

Zeughauskino (siehe Überblick).

Szenenfotos aus

„Coming Out“

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Szenenfotos aus

„Der geteilte Himmel“,

„Architekten“

und „Nikolaikirche“

Szenenfoto aus

„Imbiss spezial“

Coming out einer Gesellschaft

Spielfilme

Der geteilte Himmel (1964)

RE: Konrad Wolf mit Renate Blume, Eberhard Esche und Hilmar Thate

CinemaScope – S/W – 110 min.

Gelungene, elegische Verfilmung des berühmten Romans von Christa Wolf über die

Problematik des geteilten Deutschlands, dargestellt anhand der gescheiterten Liebe

eines jungen Mädchens, deren zehn Jahre älterer Freund nach West-Berlin flieht.

Architekten (1990)

RE: Peter Kahane mit Kurt Naumann, Rita Feldmeier, Ute Lubosch, Jörg Schüttauf

Normal – Farbe – 108 min.

Allegorisches Stimmungsbild aus der Endzeit der DDR über eine Generation, die

nicht nur den von oben verordneten Konformismus, sondern auch die vorauseilende

eigene Anpassung an die staatlichen Normen versucht zu bekämpfen.

Nikolaikirche (1995/96)

RE: Frank Beyer mit Barbara Auer, Ulrich Matthes, Daniel Minetti, Ulrich Mühe, Otto

Sander, Ulrich Tukur

Breitwand – Farbe – 138 min.

Spannend, atmosphärisch dicht und bewegend erzählt Frank Beyer nach dem gleichnamigen

Roman von Erich Loest von den dramatischen Ereignissen in den letzten

Tagen der DDR, die eine Leipziger Funktionärsfamilie tief spalten.

Dokumentarfilme

Imbiss spezial (1990)

RE: Thomas Heise

S/W und Farbe – 27 min.

Das Ende der DDR in einer Imbissbude in der Nacht zum 07. Oktober 1989, dem 40.

Jahrestag der DDR. Unentwegt werden amtliche Erfolgsmeldungen in den Nachrichtensendungen

des DDR-Staatsfunks verkündet: „Wovon Generationen von Arbeitern

nur träumen konnten, ist in unserem Vaterland Wirklichkeit.“ Diese Tonspuren konterkariert

Thomas Heise mit den Szenen aus einem unterirdischen Imbiss des Berliner

Bahnhofs Lichtenberg. Nüchtern und als eine Art Bestandsaufnahme des staatlichen

Zerfalls hält er die monotonen Arbeitsverrichtungen des Personals fest, das

Kommen und Gehen der Gäste, die fast beiläufigen Kommentare von Jugendlichen.

Ein Bild zwischen Untergangs- und Aufbruchsstimmung.


Streng vertraulich – die innere Verfassung (1990)

Buch und Regie: Ralf Marschalleck

S/W und Farbe – 96 min.

Berlin, Ministerium für Staatssicherheit, Normannenstraße. Lange war der Zugang zu

der Stadt in der Stadt dem Volk verboten. Am 07. Dezember 1989 wird die amtliche

Auflösung der Stasi verkündet, gut einen Monat später am Abend des 15. Januar 1990

stürmen mehr als 2000 Demonstranten die frühere Zentrale der staatlichen Macht.

Das etwa 100 Privatpersonen umfassende Berliner Bürgerkomitee beginnt seine

Arbeit zur Auflösung des MfS. Regisseur Marschalleck interviewt Mitglieder des Komitees,

sie berichten über ihre schmerzhafte Suche nach Schuld und Tätern, ihre Zweifel

und Trauer. Mit Hilfe von Originalaufnahmen und –tönen sowie durch Aussagen

ehemaliger leitender Mitarbeiter des MfS wird das Ausmaß an Korruption, persönlicher

Bereicherung und menschenverachtender Bespitzelung deutlich.

Ein in seiner anspruchsvollen Differenzierung überzeugendes Dokument, das die Filmemacher

mit dem Ziel herstellten, über die jüngste Vergangenheit nachzudenken

und zu trauern.

Am 07. Oktober 1990 fand die Filmpremiere in der ehemaligen Zentrale des MfS

statt; 1991 lief Streng vertraulich auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin.

In Berlin 16.10. - 4.11.1989 (1989)

Buch und Regie: Jochen Denzler

S/W – 65 min.

Noch am 07. Oktober 1989 werden die zeitgleich zum 40. Jahrestag der DDR stattfindenden

Demonstrationen für Meinungsfreiheit und Reformen brutal aufgelöst, es

kommt zu Massenverhaftungen. Regisseur Jochen Denzler zeigt, wie die Proteste in

den Wochen danach sich immer mehr steigern. Menschenunwürdige, unrechtsmäßige

Behandlungen im Gefängnis werden in Interviews mit Betroffenen offen legen. Am

04. November 1989 rufen die Künstlerverbände der DDR und das Neue Forum zu

einer großen Kundgebung auf dem Berliner Alexanderplatz auf. Mehr als eine halbe

Million Menschen protestiert. „So wie es ist, bleibt es nicht! Wer seine Lage erkannt

hat, wie soll der aufgehalten werden? … Aus niemals wird heute noch!“ Diese Worte

spricht Schauspielerin Käthe Reichel. – Fünf Tage später waren die Bürger der DDR

nicht mehr aufzuhalten.

Die Mauer (1990)

Buch und Regie: Jürgen Böttcher

Normal - Farbe und S/W - 99 min.

Die Demontage der Berliner Mauer, als Erlösung von einem Alptraum. Mit der Bilderkraft

des Malers Strawalde (alias Jürgen Böttcher) festgehaltene metaphorische

Impressionen des Jahresendes 1989/90, als die Grenzen zwischen Berlin-Ost und

Berlin-West bereits geöffnet waren, die Mauer aber noch stand.

Kontakt für Kinobetreiber: verleih@progress-film.de

Szenenfoto aus

„In Berlin 16.10. -4.11.1989“

Interview mit Gregor Gysi

Szenenfoto aus

„Die Mauer“

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8 PROGRESS goes ASIA

Szenenfotos aus

„Spur der Steine“ und

„Die Legende von

Paul und Paula“

Szenenfotos

„DER NEUNTE TAG“ Ulrich Matthes

als Abbé Kremer im KZ

Auf großes Interesse ist die noch bis Dezember laufende DEFA-Werkschau “Come

experience the cinema of East Germany“ im Goethe-Institut Hong Kong gestoßen. Einmal

im Monat läuft im German Film Forum ein Spielfilm mit einleitendem Gespräch,

das einheimische Filmwissenschaftler führen. Diese erste DEFA-Werkschau in Hong

Kong zeigt in diesem Jahr noch folgende Filmklassiker: Jakob der Lügner (29. Oktober),

Solo Sunny (26. November) und Treffen in Travers (31. Dezember).

Weitere Infos unter: www.goethe.de/os/hon/enpfilm.htm

Im vergangenen Jahr legte das Internationale Filmfestival in Pusan (Südkorea), das

zu den wichtigsten und interessantesten Festivals im asiatischen Raum zählt, eine

neue Sektion auf, in der weltbeste Kinofilme vorgestellt werden. Standen 2003 kanadische

Produktionen im Fokus, stellt sich in diesem Jahr das Filmland Deutschland

vor. Das 9. Pusan International Film Festival (PIFF) präsentiert einen Querschnitt des

deutschen Filmschaffens. Auf dem German Panorama vom 07. - 15. Oktober sind

zwölf ausgezeichnete deutsche Filmemacher von Fatih Akin bis Wim Wenders mit

ihren Werken vertreten. Drei Filme aus dem PROGRESS Film-Verleih sind Bestandteil

dieser Auswahl: Die Legende von Paul und Paula (RE: Heiner Carow) und

Spur der Steine (RE: Frank Beyer) stehen für das Filmschaffen vor dem Mauerfall.

Regisseur Frank Beyer wird seinen Film dem Publikum in Südkorea persönlich vorstellen.

Zudem ist Regiemeister Volker Schlöndorff mit seinem neuesten Werk DER

NEUNTE TAG vertreten.

Regisseur Frank Beyer geht weiter auf Asien-Tour: Geladen von der berühmten japanischen

Hosei University in Tokio nimmt er am 14. Oktober an einer Film-Veranstaltung

der Fakultät für Interkulturelle Kommunikation teil.


PROGRESS-Filme im Ausland

Festivalnotizen

RECINE, das International Archive Film Festival in Rio de Janeiro, widmet sich jährlich

unter dem Motto „rewatch, remake, reinvent, renew, rediscover, reunite,

reconstruct, reedit, realise“ der Entdeckung von Filmdokumenten. Unter

Palmen in den neoklassizistischen Innenhöfen des Brazilian National Archive wurden

vom 13. bis 17. September 2004 eine Auswahl von DEFA-Dokumentarfilmen zum

Thema „Revolutionen“ gezeigt: Die H&S-Filme Geldsorgen und Mitbürger widmen

sich dem chilenischen Putsch von 1973. Die amerikanische Intervention in Grenada

von 1983 thematisiert Karl Gass in Racketeers. Leipzig im Herbst von Gerd

Kroske und Andreas Voigt dokumentiert die Leipziger Montagsdemonstrationen vom

16. Oktober bis 07. November 1989. Bis auf Racketeers wurden die Dokumentarfilme

mit spanischen Untertiteln bzw. in spanischer Sprache gezeigt.

German Films präsentiert anlässlich des 15. Jahrestags des Mauerfalls auf dem 9.

Festival des deutschen Films in Paris vom 06. bis 12. Oktober 2004 in der Reihe Berlin-Filme

Berlin um die Ecke (RE: Gerhard Klein) und Solo Sunny (RE: Konrad

Wolf) sowie die Dokumentation Die Mauer (RE: Jürgen Böttcher) aus der Jahreswende

1989/90.

Das 18th Leeds International Film Festival (Großbritannien) präsentiert zum Thema

„Zweiter Weltkrieg“ vom 28. Oktober bis 07. November 2004 acht DEFA-Filme aus

sechs Jahrzehnten: Der Fall Gleiwitz über den Auslöser des Zweiten Weltkriegs;

den ersten deutschen Nachkriegsspielfilm Die Mörder sind unter uns, der wie

Nackt unter Wölfen und Sterne das Schicksal von KZ-Insassen thematisiert; die

zwei Psychogramme Die Verlobte und Dein unbekannter Bruder, die zeigen,

wie Liebe hilft, unvorstellbares Leid zu ertragen, sowie Erster Verlust über eine verbotene

und damit lebensbedrohliche Liebe. Schließlich Kindheit über die Erlebnisse

eines neunjährigen Jungen in einem schlesischen Dorf um 1944.

In Kalte Heimat gehen Volker Koepp und sein Team auf Entdeckungsreise nach

Kaliningradskaja Oblast, dem russischen Protektorat zwischen Litauen und Polen. Die

weltweiten, politischen Veränderungen um das Jahr 1989 wirken sich bis in diesen

abgeschlossenen Winkel aus und lassen auch hier den Eisernen Vorhang fallen. Zu

sehen auf dem International Documentary Film Festival Amsterdam (IDFA), Sektion

„IDFA Top 10“, vom 18. bis 28. November 2004.

Das Duitsland Institut Amsterdam, eine unabhängige wissenschaftliche Einrichtung,

die sich mit Politik, Wirtschaft und Geschichte Deutschlands aus niederländischer

Perspektive beschäftigt, organisiert vom 05. bis 14. November 2004 erstmalig ein

deutsches Filmfestival. Durch die Vorführung von Spiel- und Dokumentarfilmen aus

verschiedenen Jahrzehnten soll dem niederländischen Publikum, allen voran den

Schülern, das Leben in der DDR vorgestellt werden. U. a. werden Spur der Steine,

Die Legende von Paul und Paula und Daß ein gutes Deutschland blühe

gezeigt.

Die 8. Dokumentarfilm-Biennale „Filmer à tout prix“ in Brüssel (23. bis 28. November

2004) stellt in einer Retrospektive das in Belgien bisher unentdeckte DEFA-

Dokumentarfilmschaffen vor. Schwerpunkte des filmischen Rückblicks sind die ausdrucksvollen

Werke der Regisseure Jürgen Böttcher und Volker Koepp.

Szenenfoto aus

„Leipzig im Herbst“

Szenenfotos aus

„Dein unbekannter Bruder”

Szenenfotos aus

„Die Legende von Paul und Paula“

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Szenenfoto aus „Berlin um die Ecke“


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Plakatmotiv des neuen Films

von Volker Schlöndorff

„DER NEUNTE TAG“

Kontakt für Kinobetreiber:

info@centralfilm.de

Mehr Informationen und den

Trailer finden Sie unter:

www.der-neunte-tag.de

Buchtitel zum Begleitbuch

„DER NEUNTE TAG -

Pfarrerblock 25487“

Neu im Kino

DER NEUNTE TAG – der neue Spielfilm von Volker Schlöndorff

ab 11. November bundesweit in den Kinos

Eine Entscheidung auf Leben und Tod - neun Tage, die Henri Kremer (Ulrich Matthes)

in seinen Grundfesten erschüttern, die nicht nur über sein Schicksal, sondern auch

über das seiner Freunde und seiner Familie entscheiden werden. Auge in Auge mit

dem Gestapo-Chef von Luxemburg (August Diehl) und seinen eiskalt kalkulierten

Argumenten kommt Henri in Versuchung und muss am neunten Tag bekennen, auf

welcher Seite er steht.

Urlaub vom KZ, das gibt es nicht – und doch widerfährt dieses Unglaubliche dem

Luxemburger Abbé Kremer. Er entkommt auf Zeit diesem Ort, an dem es keinen Gott

gibt. Zu Hause angekommen, muss er sich jeden Tag in der Villa Pauly bei der Gestapo

melden. Dort begegnet er dem jungen, leidenschaftlichen Karrieristen Gebhardt. Scheinen

die Machtverhältnisse am Anfang klar, so entwickelt sich im Lauf der neun Tage ein

wechselvolles Rede- und Gedankenduell zwischen den beiden Männern, die unterschiedlicher

nicht sein könnten, wenngleich sie sich im Glauben an Gott zu ähneln

scheinen. Gebhardt versucht den Älteren zu locken, zu überraschen und zu überzeugen,

Kremer als Bruder im Geiste auf seine Seite zu ziehen. Als dieser sich aber nicht

wie erwartet bewegt, reagiert er ungestüm und lässt die Maske des Verführers fallen.

Kremer ist in diesen Tagen hin und her gerissen. Letztlich muss er feststellen, dass er

ganz auf sich gestellt ist und seine Entscheidung über Leben und Tod allein fällen

muss. Im entscheidenden Moment hilft kein Rat von außen, muss Kremer sich nur

allein seinem Gewissen und der Frage nach Menschlichkeit verantworten.

Prädikat: Besonders wertvoll, ausgezeichnet mit dem „Bernhard Wicki - Filmpreis -

Die Brücke“, dem Friedenspreis des Deutschen Films.

Zum Kinostart halten wir didaktische Handreichungen bereit für die Arbeit mit Schülern

und Jugendlichen zum Film DER NEUNTE TAG (Autor: Gerd Albrecht; Hrsg.:

Bundeszentrale für politische Bildung). Dieses Filmbegleitheft mit ausführlichen

Informationen zu Inhalt, Figuren, Problemstellung und Sprache/Ästhetik können Sie

ab Kinostart auf der Website: www.bpb.de/publikationen/filmhefte einsehen, bestellen

oder als PDF-Dokument herunterladen und ausdrucken (kostenfrei).

Der Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds (Hrsg.) bietet ein Filmbegleitheft zu „Der neunte

Tag“ an. Franz Günther Weyrich (Autor) und Dr. Andreas Rost (Redaktion) stellen

umfangreiche Hintergrundinformationen zu Inhalt, Inszenierung, filmformalen Stilmitteln

und künstlerischen Besonderheiten zur Verfügung. Zu beziehen ist das Filmbegleitheft

über den Berhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V. in München, Downloads finden

sich auf unseren Websites www.progress-film.de und www.derneuntetag.de

„DER NEUNTE TAG - Pfarrerblock 25487“

Das Begleitbuch zum Film des Oscar-Preisträgers Volker Schlöndorff

Herausgeber: Prof. Jürgen Haase, Léon Zeches • Redaktion: Angela Henkel, Dirk Sumkötter

Verlag: éditions saint-paul, 2004 • ISBN-NR.: ISBN- 2 – 87963-498-9

Ausführliche Interviews • Das Originaldrehbuch mit Fotos und Bildern

Historische Hintergründe • Recherchen und Entstehung des Filmes

Das Buch stellt die historischen Ereignisse in ausgewählten Texten und Bildern vor

und enthält atmosphärische Berichte über die Geschichte der Drehorte und Schauplätze.

Das Original-Drehbuch, mit Fotos und Auszügen aus dem autobiographischen

Bericht des Abbé Jean Bernard „Pfarrerblock 25487“, vermittelt einen tiefen Einblick

in die Filmhandlung. Filmemacher, Autoren und Darsteller werden mit ihren Ansichten

zum Film ausführlich dargestellt. Gleichermaßen enthält das Buch geschichtlich

profundes Hintergrundwissen zum Thema Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus.

Ab November im Buchhandel erhältlich.


Neu im Kino

DER NEUNTE TAG in Hörfunk und Fernsehen

Zum Kinostart lenken Rundfunk- und TV-Spots die Aufmerksamkeit auf den Film von

Volker Schlöndorff. DER NEUNTE TAG wird vom 08. bis 12. November täglich um

17.45 Uhr zwischen Wetter und Tagesschau im Ersten Programm und zwischen 18.50

und 19.50 Uhr im ZDF im Umfeld von Wetter, heute und WiSo – außer an den genannten

Tagen auch zwei Mal am Samstag, 13. November vorgestellt. Die Rundfunkspots

strahlen die öffentlich-rechtlichen Sender zu regional unterschiedlichen Zeiten aus.

DER NEUNTE TAG in Toronto

DER NEUNTE TAG lief erfolgreich auf dem 29th Toronto International Film Festival

in der Sektion Masters. Das Masters-Programm stellt neue Arbeiten der weltbekannten

und renommierten Filmemacher vor. Während der Nordamerika-Premiere von

DER NEUNTE TAG feierten mehr als Tausend Zuschauer im Kino Ryerson Regisseur

Volker Schlöndorff und sein jüngstes Werk. Im anschließenden Publikumsgespräch

wurde der Film immer wieder als einer der besten des Festivals bezeichnet. Insgesamt

erreichten die Screenings in Toronto weit mehr als 2200 Besucher. Der Weltvertrieb

telepool konnte in Toronto einen Vertrag mit Brasilien abschließen. Verleihinteresse

bekundeten die Länder USA, Kanada, Venezuela, Spanien, Italien und Serbien.

Die erste offizielle Markt-Präsentation von DER NEUNTE TAG findet auf der

MIFED in Mailand vom 12.-16. Oktober statt.

Nach der Vorführung in Toronto schrieb Kim Linekin in “Eye“:

“From the director of The Tin Drum comes this more straightforward Holocaust

drama, a virtual two-hander between a priest interned at Dachau and the young Nazi

officer who summons him home to Luxembourg to persuade the local bishop to stop

protesting the regime. The men are interestingly matched, both visually (the priest

has the sunken face of a silent movie villain, while the Nazi looks like a choir boy)

and tactically (the upper hand keeps switching). But as elegant as this film is, it feels

musty, like it could have been written by Arthur Miller in the 1950s.”

Zahlreiche Festivaleinladungen für DER NEUNTE TAG

Nach der Teilnahme am renommierten Film Festival in Toronto in der Kategorie

„Masters“ hat DER NEUNTE TAG am 30. September die vom FFF Bayern initiierte

Filmwoche „Deutsche Filme - Made in Bavaria“ in Budapest eröffnet. Zu Gast waren

Regisseur Volker Schlöndorff und Hauptdarsteller Ulrich Matthes.

In den nächsten Monaten folgen Festivalteilnahmen in: Sevilla, Stockholm, London,

Jerusalem, Singapur, Melbourne und Biberach.

Wir werden Sie in den folgenden ProgressNews weiter informieren.

Oder halten Sie sich auf dem Laufenden mit den News auf unserer Filmwebsite:

www.der-neunte-tag.de

Szenenfotos aus

„DER NEUNTE TAG“

11


12 Wiederentdeckt:

Kinoprojekte zum Jahresende

Szenenfoto aus „Zwischengleis“

Szenenfoto aus

„Die neuen Leiden des jungen W.“

Szenenfoto aus

„Brot des Bäckers“

Szenenfoto aus

„Ein kurzer Besuch

bei Hermann Glöckner“

Repertoire will gepflegt werden. Dazu gehört es auch, Themen- und Werkreihen zu

erweitern und zu vervollständigen. Dass der PROGRESS Film-Verleih über die großen

Kinoklassiker Wolfgang Staudtes verfügt, ist bekannt. Mit der Geschichte vom kleinen

Muck und dem Untertan stehen zwei Meisterwerke der Literatur als Staudte-

Verfilmungen bereits seit jeher zur Verfügung; außerdem natürlich der erste deutsche

Nachkriegsfilm Die Mörder sind unter uns, in der eine frisch fürs Kino entdekkte

Hildegard Knef die weibliche Hauptrolle spielt. Hinzu kommt nun Staudtes letzter

großer Kinofilm, Zwischengleis, ein Nachkriegsdrama, großartig inszeniert mit

Mel Ferrer und Pola Kinski. Die Herausbringung im Kino ist für 2005 geplant.

Viele Filme im PROGRESS Film-Verleih basieren auf Vorlagen von Ulrich Plenzdorf:

Der Verdacht, Der Fall Ö., Insel der Schwäne, Glück im Hinterhaus, Die

Legende von Paul und Paula, Kennen Sie Urban?, Weite Strassen – Stille

Liebe, Karla. Die literarische Vorlage oder das Drehbuch – oft auch beides –

stammen von Ulrich Plenzdorf und die Filme sind so bekannt, dass sie als „allgemeines

deutsches Kulturgut“ klassifiziert werden könnten. Nun soll ein weiterer Plenzdorf-Klassiker

dazukommen: Die neuen Leiden des jungen W. In der Titelrolle

ein hervorragender Klaus Hoffmann, der für seinen „Edgar Wibeau“ mit der „Goldenen

Kamera“ und dem „Bambi“ ausgezeichnet wurde.

Der PROGRESS Film-Verleih hat in seinem Repertoire viele Filme rund um die

Arbeitswelt. Ob nun der Frank-Beyer-Klassiker Karbid und Sauerampfer, Lothar

Warnekes „Franziska Linkerhand“-Interpretation Unser kurzes Leben oder der

Wendefilm von Peter Kahane Die Architekten zitiert werden – alle sind herausragende

Beispiele für die großen Filmthemen Arbeit und Liebe. Da sollte Das Brot des

Bäckers - ein Film von Brot und Liebe – nicht fehlen! Ausgezeichnet mit dem Filmband

in Silber für den Film und dem Filmband in Gold für Bernd Tauber, dem großen

Herold für Erwin Keusch, dem Ernst-Lubitsch-Preis 1978 für Erwin Keusch „für

die überzeugende Verbindung zeitkritischer Schilderung mit komödiantischen Elementen“.

Prädikat: Besonders wertvoll.

Film und Ausstellung

Die Stadt Dessau hat gemeinsam mit dem Anhaltischen Kunstverein dem Ausnahmekünstler

Hermann Glöckner (1889 – 1987) eine Ausstellung „Hermann Glöckner -

Arbeiten aus acht Jahrzehnten“ gewidmet, die noch bis zum 31. Oktober im Meisterhaus

Kandinsky/ Klee in Dessau zu sehen ist. Seine Arbeiten werden in der Nähe und

in Parenthese zu Bauhaus, zu Klee und zu Kandinsky gezeigt. Hermann Glöckner war

bereits 60 Jahre alt, als die DDR gegründet wurde. Sein künstlerischer Ansatz, der

sich der ideologischen und künstlerischen Bevormundung des Sozialismus entzog,

reicht in die Zeit zurück, als die Moderne sich in den 20er Jahren neu formierte. Im

Rahmen der Ausstellung wird das Porträt Ein kurzer Besuch bei Hermann

Glöckner gezeigt. Regisseur Jürgen Böttcher zeigt den hoch betagten Künstler im

Alter von 96 Jahren bei seiner ungebrochen schöpferischen Arbeit im Atelier.

Meisterhaus Kandinsky/ Klee, Ebertallee 69/71, 06846 Dessau

www.meisterhaueser.de


Millionen Filmmeter – Der

PROGRESS Ausschnittdienst

Der Filmausschnittdienst des PROGRESS Film-Verleihs - ein zeitgeschichtliches Archiv

mit Filmen aus 40 Jahren deutscher Filmkultur - wertet den DEFA-Filmstock aus. Darüber

hinaus verfügt die PROGRESS Film-Verleih GmbH über die Verwertungsrechte

an den deutschsprachigen Synchronfassungen osteuropäischer Filme. Seit 1999 bietet

der PROGRESS Ausschnittdienst exklusiv und weltweit Filmmaterial des vietnamesischen

Filminstituts an; von der Unabhängigkeitserklärung bis in die Gegenwart.

Filmmaterial aus PROGRESS-Archiv und Vietnam Film Institute verwendete Filmtank

Hamburg für die Produktion Legio Patria Nostra (RE: Marc Eberle), ein

Film über die mehr als 35.000 deutschen Fremdenlegionäre im Indochinakrieg.

- Sendetermin: Herbst 2004

Insgesamt stehen damit mehr als 10.000 Filme aller Genres zur Verfügung, in vielen

Kategorien und unterschiedlichsten Formen zur kommerziellen und nicht-kommerziellen

Nutzung.

Kommerzielle Nutzung für Kino und TV

Der vielfach ausgezeichnete Filmhit Good bye, Lenin! von X Filme griff für die

exakte Wiedergabe der Wendezeit auf Hintergrundmaterial von PROGRESS

zurück (z. B. besonders prägnante Aufnahmen von Plattenbauten).

Ausschnitte aus DEFA-Dokumentarfilmen und Wochenschauen waren Bestandteil

der dreiteiligen SWR-Dokumentationsreihe Ein Dach über dem Kopf im Juni

2004, die über den Wiederaufbau der Städte nach dem Zweiten Weltkrieg berichtet,

wie z. B. über die Prachtbauten der Stalinallee in Berlin (heute Karl-Marx-Allee).

Der Hessische Rundfunk illustrierte seinen ARTE-Themenabend über die Brüder

Grimm mit Szenen aus den beliebten und bekannten DEFA-Märchenfilmen.

Nicht-kommerzielle Nutzung, z. B. für Ausstellungen

Das Filmmuseum Potsdam eröffnete im April die neue Dauerausstellung „Babelsberg

- Gesichter einer Filmstadt“. Was wäre eine Ausstellung über Filmgeschichte

ohne Filme? So erwarten den Besucher neben vielfältigen Ausstellungsstücke

aller Art mehr als 50 Szenen oder anders gesagt drei Stunden mit ausgewählten

Ausschnitten aus berühmten, beliebten und wegweisenden DEFA-Filmen.

www.filmmuseum-potsdam.de

Szenenfotos aus

„König Drosselbart“

„Schneeweißchen und

Rosenrot“ und

„Schnewittchen“

13


14 Millionen Filmmeter – Der...

Szenenfoto aus

„Baumeister des Sozialismus“

…Nicht-kommerzielle Nutzung, z. B. für Ausstellungen

Im Zentrum der Ausstellung „Zwischen Himmel und Erde. Landschaftsbilder aus

der DDR“ werden signifikante geschichtliche Ereignisse in Bild-, Ton- und Filmdokumenten

geschildert, die die Landschaft der DDR geprägt haben. U. a. sind

die Filme Dresden 1946, Bauernland eine Chronik, Wer hat dich, du

schöner Wald, Überall ist Zwergenland und Venus nach Giorgione

(Verwandlungen II) zu sehen.

Noch bis zum 09. Januar 2005, Ort: Potsdam, Haus der Brandenburgisch-Preußischen

Geschichte im Kutschstall, Am Neuen Markt; www.hbpg.de

Ohne Bilder sind Ereignisse und Nachrichten heute kaum noch glaubhaft zu

kommunizieren. Auch Politiker haben sich die Überzeugungskraft bildhafter

öffentlicher Präsentation zu Nutze gemacht. Die aktuelle Wechselausstellung des

Bonner Hauses der Geschichte „Bilder und Macht“ zeigt mit Hilfe des Mediums

Film noch bis zum 17. Oktober 2004, wie sich Politiker öffentlich darstellen. Es

laufen Ausschnitte aus der Walter-Ulbricht-Dokumentation Baumeister des

Sozialismus und Beiträge zum 40. Jahrestag der DDR.

www.hdg.de

Seit September 2004 ist die auf über 2.500 Quadratmeter erweiterte Dauerausstellung

„100 Jahre Automobilbau in der Region Zwickau–Chemnitz“ im neu

gestalteten August-Horch-Museum in Zwickau (ehemaliges Audi-Werk) eröffnet.

Um das Motto „Automobile. Geschichte erleben“ wirklich werden zu lassen, wird

der Museumsbesucher durch die bewegten Bilder aus der Wochenschau Der

Augenzeuge und aus weiteren Dokumentarfilmen in die Vergangenheit zurückversetzt.

www.horch-museum.de

Die 20. Köthener Bachfesttage vom 01. – 05. September 2004 präsentierten ausgewählte

Dokumentarfilme und Ausschnitte aus der Wochenschau Der Augenzeuge

über den Komponisten Johann Sebastian Bach und die Stadt, in der er das

Hofkapellmeisteramt ausübte.

www.bach-in-koethen.de

Wer einen Film oder einen Bericht über die DDR herstellt, kommt an dem PRO-

GRESS Ausschnittdienst eigentlich nicht vorbei. Eine kleine Auswahl an aktuellen

Produktionen:

Zur Zeit ist eine mehrteilige ARD-Dokumentation in Produktion: Damals in

der DDR, die Wissensdefizite schließen und die (Alltags-) Geschichte der DDR

neu erzählen will. Das Autoren- und Regieteam - aus Ost und West - stammt aus

dem Spielfilm- und Dokumentationsbereich. Neben spannender Geschichte soll

die Serie auch künstlerisch, technisch und formal einen neuen Standard setzen.

www.looksfilm.tv/film_geboren.html


...PROGRESS Ausschnittdienst

Der MDR erzählte mit Die ausgezeichnete Republik (RE: Hans Sparschuh

und Reiner Burmeister) von der vielfältigen Ordens- und Auszeichnungspolitik

der DDR vom „Helden der Arbeit“ bis zum Pionierabzeichen. In Kinder der

DDR. Die Jugendweihe und die Kirche (RE: Detlef Urban) wurde der

aktuelle Boom der Jugendweihe hinterleuchtet und die Instrumentalisierung dieser

Feier nach dem Aufstand des 17. Juni 1953 dargelegt. www.mdr.de

Weit über 1000 Anfragen jährlich zeugen von der großen Nachfrage - ob für die Fernsehunterhaltung

oder Dokumentationen mit preisgekröntem Niveau:

Grimme-Preisträger unter den PROGRESS Kunden

Den Adolf-Grimme-Preis 2004 erhielten Thomas Irmer und Matthias Schmidt für

ihre ZDF-Auftragsproduktion Die Bühnenrepublik: Theater in der DDR, in

der sie das hoch gerühmte Kulturerbe der DDR, das Theater, näher beleuchten.

Der Sonderpreis des Landes NRW im Rahmen des Adolf-Grimme-Preises ging in

diesem Jahr an Ullrich Kasten und Jens-Fietje Dwars für Der Unzugehörige:

Peter Weiss – Leben in Gegensätzen. Die Auszeichnung wurde von Ministerpräsident

Peer Steinbrück verliehen.

Zu den ständigen Kunden zählen nicht nur die öffentlich-rechtlichen und privaten

Fernsehstationen, sondern auch zahlreiche Filmproduktionsfirmen. Auch ausländische

Partner wie BBC, NBC, NHK und ARTE beziehen durch den PROGRESS Ausschnittdienst

ihr Filmmaterial.

Für das Abendprogramm BBC NEWS NIGHT zeigte der ehrwürdige Sender

Großbritanniens 2003 anlässlich einer großen Golzow-Retrospektive am Goethe-Institut

London einen langen Bericht über das Golzow-Projekt und die Filmemacher

Barbara und Winfried Junge. In Ausschnitten wurden einige Golzow-Filme

dem britischen Publikum vorgestellt.

Die türkische Film- und Kulturstiftung aus Istanbul wird für die Dokumentation

Auf den Spuren von Weltkulturerben aus Anatolien auch Aufnahmen

vom Pergamon-Museum in Berlin verwenden.

Mehr zum Ausschnittdienst finden Sie auf unserer Website: www.progress-film.de

Szenenfotos aus

den Golzow-Filmen

„Anmut sparet nicht noch Mühe“

„Drehbuch: Die Zeiten“

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Szenenfotos aus

„Fallada – letztes Kapitel“

„Der Verdacht“

„Insel der Schwäne“

Kinohighlights Berlin

Künstlerklub Die Möwe – Filmgespräche im Zeughauskino

11. Okt., 20 Uhr:

Fallada – letztes Kapitel - Roland Gräf zum 70. Geburtstag

BU + RE: Roland Gräf

mit Jörg Gudzuhn, Jutta Wachowiak, Corinna Harfouch, Katrin Saß

Ein nichts beschönigendes, sensibles Porträt über Hans Fallada, einer der wenigen

zeitkritischen Autoren, die nach 1933 in Deutschland bleiben. Hervorragende Schauspieler

und zutiefst menschliche Dramatik tragen den Film weit über die Schriftstellerbiographie

hinaus.

Anschließend Filmgespräch mit:

Regisseur Roland Gräf, den Darstellern Jutta Wachowiak und Jörg Gudzuhn,

Christel Gräf (Dramaturgie) und Helga Schütz (Drehbuch).

27. Okt., 20 Uhr:

Der Verdacht – Ulrich Plenzdorf zum 70. Geburtstag

RE: Frank Beyer

mit Michael Gwisdek, Christine Schorn, Christiane Heinrich, Nikolaus Gröbe

Nach der Erzählung „Unvollendete Geschichte“ von Volker Braun aus dem Jahr 1975.

Diese ostdeutsche Romeo-und-Julia-Geschichte um Liebe und Verrat hatte kurz nach

ihrem Erscheinen die Gemüter erhitzt. Frank Beyers Filmadaption und kritische Auseinandersetzung

mit dem DDR-System war erst Jahre später möglich, fast parallel

zum Ende jener Republik.

Anschließend Filmgespräch mit:

Drehbuchautor Ulrich Plenzdorf, Schriftsteller Volker Braun, Regisseur Frank Beyer,

den Darstellern Michael Gwisdek und Christine Schorn.

23. Nov., 20 Uhr:

Insel der Schwäne - Herrmann Zschoche zum 70. Geburtstag

RE: Hermann Zschoche

mit Axel Bunke, Sven Martinek, Ursula Werner, Christian Grashof

Berlin, Marzahn - Großstadtstimmung, Beton und Bauplatz. Ost-Berliner Wirklichkeit

Anfang der 80er Jahre wird hier mit den Augen Jugendlicher gesehen. Die Kritik an

den damaligen Lebensumständen, vor allem die Revolte der Kinder und Jugendlichen

gegen unsinnige Entscheidungen der Erwachsenen wurde seiner Zeit stark kritisiert.

Anschließend Filmgespräch mit:

Regisseur Hermann Zschoche, Drehbuchautor Ulrich Plenzdorf und den Darstellern

Ursula Werner und Christian Grashof (angefragt).


Kinohighlights Berlin

15. Dez., 20.30 Uhr:

Der Prozeß wird vertagt - Herbert Ballmann zum 80. Geburtstag

BU + RE: Herbert Ballmann

mit Gerhard Bienert, Friedrich Richter, Gisela Uhlen, Gerry Wolff

Der aus dem Exil heimgekehrte Jude Michael Vierkant kämpft darum, den Verantwortlichen

für die Ermordung seiner Schwester einer gerechten Strafe zuzuführen.

Doch der Justizapparat verschleppt den Fall.

Anschließend Filmgespräch mit:

Regisseur Herbert Ballmann und dem Historiker Prof. Dr. Michael Lemke.

Sämtliche Filmgespräche werden von Paul Werner Wagner moderiert.

Mehr unter www.dhm.de/kino/

15. Berliner Märchentage „Sechzehn auf einen Streich“

Die Berliner Märchentage feiern vom 05. – 21. November 2004 ihren 15. Geburtstag

mit einem Fest der deutschen Sprache. Unter dem Motto „Sechzehn auf einen

Streich“ bieten sie den deutschen Märchen- und Sagenschatz aller Bundesländer dar.

Am Samstag, den 06. November, startet ab 20 Uhr im Zeughauskino die lange Nacht

des Märchenfilms. Zu sehen sind Wie heiratet man einen König und König

Drosselbart. Am Sonntag, den 07. November, folgen Das blaue Licht und Der

Teufel vom Mühlenberg. Das Kino Toni bietet für KITAS und Schulklassen ein

DEFA-Märchenfilmprogramm an, das täglich jeweils um 14.00 und 15.30 Uhr, dienstags

und donnerstags zusätzlich um 10.00 Uhr beginnt. An den drei Sonntagen (07./

14./ 21. Nov.) gibt es eine Matinee-Veranstaltung für Familien mit kleinen Kindern,

bei der die Schauspielerin Silja Lesny das jeweilige Märchen zum Film vorliest.

www.berliner-maerchentage.de

Wenn Sie immer aktuell von unseren Berliner Veranstaltungen erfahren wollen:

Unser elektronischer Newsletter informiert Sie kostenfrei und mühelos. Melden Sie

sich per email an. Auf unserer Website www.progress-film.de finden Sie das Anmeldefeld

oben auf der Seite „Veranstaltungen“ oder Sie suchen den „PROGRESS Film-

Verleih“ unter „Film&Medien“ auf der Kulturkurierseite www.berlin.kulturkurier.de.

Szenenfotos aus

„Wie heiratet man einen König“

„Das blaue Licht“

„Der Teufel vom Mühlenberg“

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ICESTORM

ENTERTAINMENT GMBH

Weitere Informationen finden

Sie unter www.icestorm.de

Neues von ICESTORM

Wie die Zeit vergeht…

ICESTORM Entertainment begann vor sieben Jahren, in Berlin-Mitte das Kino-Erbe Ostdeutschlands

für das Homekino zu veröffentlichen. Die wachsende Nachfrage - und damit

auch die Vergrößerung des Unternehmens - machte bald einen Umzug in andere Räume

nötig, die diesmal in West-Berlin lagen. Ob Spiel- oder Trickfilm, Dokumentation oder

Zeitgeschichte: Im Laufe der Zeit sind ICESTORM immer wieder wahre Schätze der Filmgeschichte

begegnet, die das Unternehmen und ihre Kunden gleichermaßen begeistern.

Heute ist ICESTORM in dem Jahr, in dem vor 15 Jahren die Mauer fiel - wieder in Berlin-

Mitte angekommen - und feiert ein geografisches wie inhaltliches “back to the roots!”, denn:

ICESTORM ist umgezogen - und hat ihren neuen Firmensitz in der

Friedrichstrasse 55 A in 10117 Berlin-Mitte!

Zudem ist das ICESTORM-Programm strategisch auf die Zukunft ausgerichtet: Reduzierung

des VHS-Stocks bei gleichzeitigem Ausbau des Trägermediums DVD, umfangreiche

Optimierung der bestehenden Titel und - wie gewohnt - regelmäßig erstklassige

Neuerscheinungen. Zurzeit sind über 600 Titel lieferbar.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Kerngeschäft: DEFA/ Osteuropäische

Filme/ Musik/ TV-Programme/ Special-Interest/ Dokumentationen.

In diesen News sind „Die großen DEFA-Dokumentarfilme“ besonders erwähnenswert,

die aus aktuellem Anlass auf DVD veröffentlicht werden. Die Mauer,

Schaut auf diese Stadt und Blaue Wimpel im Sommerwind sind nur einige

Titel dieser umfassenden Edition, die auch als Gesamtheit im Schuber mit einer speziell

gestalteten limitierten Postkarten-Edition angeboten werden.

Zum Jahrestag des Mauerfalls ist der Film Die Architekten von Peter Kahane von

ungeheurer Brisanz. Gedreht als einer der letzten DEFA-Filme vor der Wende, zeigt er

einen wichtigen Lebensabschnitt junger Menschen im Zeitalter der Perestroika. Eine

DVD-Premiere erlebt auch der Konrad Wolf-Film Sonnensucher ebenso wie

Schlösser und Katen von Kurt Maetzig. Drei cineastische Glanzpunkte mit umfangreichem

Bonusmaterial, ausführlichen Begleitheften und englischen Untertiteln, bei

Die Architekten zudem mit französischen und spanischen Untertiteln.

Zum Abschluss noch ein Tipp: Mit den drei Filmen Anna Karenina, Andrej Rubljow

und Abschied von Matjora schließt ICESTORM die beliebte Reihe russischer Klassiker

mit insgesamt 18 DVDs für das Jahr 2004 ab. Neue Titel werden im kommenden

Jahr erwartet.


Neues von der DEFA-Stiftung

DEFA-Jahrbuch 2004

Im Herbst erscheint das 5. Jahrbuch der DEFA-Stiftung. „Spielen im Film“ ist einer

der Schwerpunkte mit Texten über Armin Mueller-Stahl, Jutta Wachowiak und Hilmar

Thate. Außerdem werden u. a. Lebenswege einstiger DEFA-Kinderdarsteller und

Arbeiten junger deutsch-türkischer Filmemacher vorgestellt. Das Jahrbuch wird für

19,90 J im Buchhandel unter der ISBN 3-929470-29-2 erhältlich sein.

www.bertz-fischer.de/film2004.html

Erzählen für den Film

In der Schriftenreihe der DEFA-Stiftung ist jetzt der Band „Erzählen für den Film“ von

Wolfgang Trampe erschienen. Er befragt darin Drehbuchautoren zu ihrer Arbeit für

die DEFA. Im Rahmen eines Stipendiums der DEFA-Stiftung führte Wolfgang Trampe

Gespräche mit den Autoren Wolfgang Kohlhaase, Ulrich Plenzdorf, Regine Kühn, Christa

Kozˇik, Günther Rücker, Thomas Knauf, Gabriele Kotte und Martin Stephan.

Der Band ist für 12,50 J (zzgl. Porto) in der DEFA-Stiftung erhältlich.

Daten und Fakten zur Filmpolitik der (SBZ)/ DDR 1945 – 1990

Auf der Website der DEFA-Stiftung sind unter der Rubrik „Quellen/ Daten“ chronologisch

Daten und Fakten zur Filmpolitik der Sowjetischen Besatzungszone und der

DDR von 1945 und 1990 online verfügbar. Die Datensammlung wurde von Brigitte

Gerull zusammengetragen und von Helge Trimpert ergänzt.

www.defa-stiftung.de

Kurzfilmnacht 2004 in Jena

Innerhalb eines für diesen Abend exklusiv zusammengestellten Programms zeigte die

DEFA-Stiftung vor 1.500 meist jungen Zuschauern ihren elfminütigen Kurzfilm „Kinowerbung

vor 50 Jahren“. Das Filmfest Dresden und das backup-festival Weimar präsentierten

ihre Preisträger des Jahres 2004. Die DEFA-Stiftung vergab ihren erstmals

auf dem Filmfest Dresden ausgelobten Förderpreis für Animationsfilmer an ein Team

aus Deutschland, Polen und Pakistan.

Förderrichtlinien präzisiert

Die DEFA-Stiftung hat die Förderrichtlinien präzisiert, um das Verfahren sowohl für

die Antragsteller als auch die Stiftung weiter zu vereinfachen. Die neuen Richtlinien

sind auf der Website unter dem Punkt Förderung einzusehen. Bis zum 30. September

können in der DEFA-Stiftung Anträge für Stipendien und Projekte eingereicht werden.

Der Förderausschuss tagt am 27. Oktober und hat in dieser Runde über die Vergabe

von ca. 270.000 J zu entscheiden.

Buchtitel für

das „DEFA Jahrbuch 2004“

und für

„Erzählen für den Film

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Volker Schlöndorff

bei den Dreharbeiten zum Film

„DER NEUNTE TAG“

Der Regisseur Slatan Dudow

Kinozeit – Fernsehen aus Berlin

Seit der Berlinale 2000 wird im Fernsehen aus Berlin (FAB) einmal monatlich der

Filmtalk Kinozeit gesendet. Filmgeschichte, Kinoklassiker und aktuelle Trends in

der Cineastenszene geraten ins Scheinwerferlicht. Folgende „Kinozeiten“ stehen in

den kommenden Monaten auf dem Programm:

Neu im Kino „DER NEUNTE TAG“

von Volker Schlöndorff

Zu Gast: Volker Schlöndorff, Andreas Pflüger, Ulrich Matthes und August Diehl

Moderation: Prof. Jürgen Haase

Am 11. November 2004 wird der neue Spielfilm von Volker Schlöndorff bundesweit

in den Kinos anlaufen. Schon vor der Premiere hat DER NEUNTE TAG für Aufmerksamkeit

gesorgt: Regisseur Volker Schlöndorff und Produzent Jürgen Haase wurden

im Rahmen des 22. Filmfests in München mit dem „Bernhard Wicki - Filmpreis - Die

Brücke“, dem Friedenspreis des Deutschen Films, ausgezeichnet. Auf dem Filmfestival

in Locarno beeindruckte DER NEUNTE TAG über 6000 Zuschauer auf der Piazza

Grande. In der „Kinozeit“ reflektieren Regisseur, Autor und Hauptdarsteller über

Hintergründe zum Thema. Der Produzent, Prof. Jürgen Haase, erinnert an die Dreharbeiten

und stellt spektakuläre Szenen aus der Arbeit am Film vor.

Sendetermine Oktober/ November:

Sonntag 31. Oktober, 23.05 Uhr

Montag 01. November, 5.05 Uhr, 8.05 Uhr und 11.05 Uhr

Sonntag 07. November, 23.05 Uhr

Montag 08. November, 5.05 Uhr, 8.05 Uhr und 11.0

Jahrhundertfilmkunst „Slatan Dudow“

Es diskutieren: Hans Helmut Prinzler (Direktor des Filmmuseums Berlin),

Claudia Lenssen (Filmhistorikerin)

Wie wohnt der Berliner Arbeiter? fragt Slatan Dudow in seinem ersten Dokumentarfilm,

der ihm wenig später die Anregung zu dem Filmklassiker Kuhle Wampe gab. Es

wird Slatan Dudows erster Tonfilm - doch bis hinein in die Farbfilmzeit ist seine Filmsprache

von der Intensität der Stummfilmästhetik geprägt. Wichtige DEFA-Filme entstanden

unter der Regie Slatan Dudows: Zeitdokumente des Nachkriegshungers

(Unser täglich Brot), des Kalten Kriegs (Der Hauptmann von Köln), der

Schwierigkeiten des Neubeginns (Frauenschicksale). Während der Dreharbeiten

zu Christine verunglückte Dudow tödlich. Der Film blieb ein Fragment.

Sendetermine

Sonntag 26. Dezember, 23.05 Uhr

Montag 27. Dezember, 5.05 Uhr, 8.05 Uhr und 11.05 Uhr

Aktuelle Informationen zum Kinozeit-Programm finden Sie unter:

www.fernsehenausberlin.de/Programm/Sendungen/Zeitzeugen.cfm

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