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S C H U L M A T E R I A L

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Wie entsteht ein Film ?

Jeder Film beginnt mit einer Idee. Aus dieser Idee heraus wird ein Exposé geschrieben, in der die Haupthandlung und die

Hauptpersonen der Geschichte beschrieben werden.

Mit dem Exposé wird ein Produzent für den Film gesucht. Die Hauptverantwortung für die Realisierung des Filmes liegt

in den Händen des Produzenten. Findet er die Idee gut, wird ein Vertrag mit dem Autor abgeschlossen und es wird ein

Regisseur gesucht. Sobald das Drehbuch geschrieben ist, wird ein Kameramann, Szenenbildner, Kostümdesigner und

Produktionsleiter gesucht. Diese Leute bilden zusammen mit Regisseur und Produzent den harten Kern des Filmteams.

Der Regisseur sucht die Schauspieler für die Hauptrollen aus, die Verträge macht der Produzent. Für die Nebenrollen ist

der Castingmanager verantwortlich. Werden gefährliche Stunts ausgeführt muss man Stuntleute einstellen.

Die Drehorte müssen gesucht werden, mögliche Dekorbauten werden besprochen und die Finanzen müssen berechnet

werden. Sind die Dekore fertig, die Kostüme genäht und die Schauspieler vorbereitet, kann der Dreh beginnen.

Der Aufnahmeleiter hat einen genauen Drehplan aufgestellt. Darin wird festgelegt, an welchem Tag welche Szene gedreht

wird, welcher Schauspieler an welchem Ort drehen muss, wann Spezialeffekte gedreht werden, wann die Stuntleute

vor Ort sein müssen. Nur mit einer genauen Planung kann man mit so vielen Leuten gezielt arbeiten. Oft wird auch

ein Gutwetterplan und ein Schlechtwetterplan ausgearbeitet, um nicht zu viel Zeit zu vergeuden, wenn das Wetter nicht

so ist, wie es für den Dreh gebraucht wird. Manchmal muss auch nachts oder am frühen Morgen gedreht werden. Das

Filmteam kennt keinen Achtstundentag.

Nach jedem Drehtag wird der gedrehte Teil entwickelt. Am folgenden Tag schauen sich dann Produzent, Regisseur,

Kameramann, Beleuchter und Cutter die sog. Muster an. Gemeinsam wird diskutiert was noch verbessert werden kann.

Dabei legt der Regisseur auch fest, welche Einstellungen schon für den Schnitt gut genug sind und gibt dem Cutter

Hinweise für die Montage.

Ist die letzte Szene im Kasten, beginnt die komplizierte Nachbearbeitung.

Der Cutter schneidet auf Anweisung des Regisseurs oder mit ihm den Film. Wenn der Ton nicht gut genug ist müssen die

Schauspieler verschiedene Szenen synchronisieren, d.h. sie sprechen ihre Rolle im Studio nach.

Geräusche werden zu den Bildern gemischt, Musik komponiert und der ganze „Soundtrack“ hergestellt.

Ist das Negativ geschnitten und montiert, durchläuft der Film mehrere Etappen im Kopierwerk: Farbe und Licht werden

verbessert, Spezialeffekte werden eingeblendet. Erst wenn alle, Regisseur, Produzent, Kameramann und Cutter zufrieden

sind, wird die defi nitive Kopie für das Kino gezogen. Je nachdem in wie vielen Kinos der Film startet, müssen auch

im Extremfall bis zu 300 Kopien gemacht werden.

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Arbeitsblatt zur Filmentstehung:

• In wie vielen Phasen verläuft jeder Filmdreh?

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• Was versteht man unter einer Vorproduktion und welche Tätigkeiten gehören dazu?

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• Welche Leute bilden den harten Kern eines Filmteams ?

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• Warum braucht ein Filmteam manchmal einen weiteren Drehplan als vorgesehen ?

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• Was macht die Arbeit in einem Filmteam oft so anstrengend ?

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• Erkläre die Arbeit des Cutters.

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Berufe rund um den Film

Sucht in kleinen Gruppen zu jedem Beruf den passenden Text !

1. Drehbuchautor 2. Produzent 3. Regisseur 4. Castingmanager

5. Schauspieler 6. Maskenbildner 7. Friseur 8. Kostümbildner

9. Stuntman 10. Bühnenbildner 11. Tischler 12. Maler

13. Ausstatter 14. Aufnahmeleiter 15. Toningenieur 16. Tonassistent

17. Kameramann 18. Kameraassistent 19. Beleuchter 20. Maschinenmechaniker

21. Cutter 22. Komponist/Musiker 23. Regieassistent (Script) 24. Spezialeffekt-Designer

A. Er arbeitet eng mit dem Regisseur zusammen und setzt dessen Ideen optisch um. Er ist verantwortlich für die

Bild- und Lichtgestaltung.

B. Er ist das „Mädchen für alles„. Er sorgt dafür, dass Schauspieler, Filmmaterial, Requisiten und das Drehteam

pünktlich am Drehort sind und die Aufnahmen ohne Störung durchgeführt werden können. Für jeden Drehtag

erstellt er einen Arbeitsplan.

C. Zu seinen Aufgaben gehört das Erfi nden und Gestalten von Räumen und Orten, die als Drehort gebraucht werden.

Manchmal ist das Nachbauen von öffentlichen Plätzen notwendig, da diese sich nicht für den Dreh eignen,

z.B. wenn ein Film vor 100 Jahren spielt, dürfen nirgends moderne Laternen oder Sattelitenschüsseln zu sehen

sein

D. Zu seinen Aufgaben gehört die Anfertigung oder Beschaffung all der Dinge, die für die Szenen von Wichtigkeit

sind. Soll z.B. für einen Film ein Schaufenster eines Lebensmittelgeschäftes im Stile der fünfziger Jahre dekoriert

sein, ist es seine Aufgabe, Lebensmittelverpackungen aus den fünfziger Jahren zu besorgen oder diese nach

Fotos anzufertigen

E. Nach dem Dreh sorgt er am Computer für spezielle Effekte, die dann in den Film eingespielt werden.

F. Er ist dafür verantwortlich, dass das Licht am Drehort so ist, wie der Regisseur und der Kameramann es sich

wünschen.

G. Seine Arbeit beginnt, wenn der Film gedreht ist. Das Handwerkszeug ist der Schneidetisch/Schneideplatz. Er

schneidet nach Anweisungen des Regisseurs den Film zurecht. Der Schnitt des Films besteht im Ordnen, Kürzen

und im Zusammenfügen der ausgewählten Einzelteile zum Gesamtfi lm. Zu seinen Aufgaben gehört auch das

Schneiden von Ton und Musikbändern.

H. Er verschafft und verwaltet die nötigen Geldmittel, stellt das gesamte Filmteam zusammen. Er ist verantwortlich

für die Geldmittel, trägt aber auch das Risiko, wenn fi nanziell etwas schief geht.

Er legt außerdem mit dem Regisseur die künstlerische Linie des Films fest

I. Er spielt die Rolle, die der Regisseur für ihn bestimmt hat und nach den Anweisungen des Regisseurs, oft muss

er für eine bestimmte Rolle eine spezielle Vorbereitung machen (Reiten lernen, zunehmen, Zeichensprache lernen…)

J. Er ist verantwortlich, die gefährlichen Szenen für den Schauspieler zu spielen. Dabei hat er genau das gleiche

Kostüm an und er wird entweder nur aus weiter Entfernung oder von hinten gefi lmt.

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K. Er schreibt das Drehbuch, entweder nach einer Vorlage oder eine eigene Geschichte

L. Er sucht die Schauspieler bei einem Casting für die Nebenrollen aus

M. Er verpasst den Schauspielern die richtige Frisur, eventuell zieht er ihnen eine Perücke an. Auch für die Bärte ist

er verantwortlich

N. Er entwirft die notwendigen Kostüme, dabei muss er sich an die Anweisungen des Regisseurs halten, er braucht

gute Kenntnisse betreffend der Kleider und aller geschichtlichen Epochen

O. Er muss die Kulisse, die vom Bühnenbildner entworfen wurde bauen, die allerdings so leicht wie möglich wieder

abzubauen sein sollte.

P. Er streicht die Kulissen nach Wunsch des Bühnenbildners an. Dabei muss er auch die Technik beherrschen,

etwas alt und herabgekommen aussehen zu lassen

Q. Er ist wie der Kameramann, Künstler und Techniker zugleich, als Techniker muss er das Aufnahmegerät unter

manchmal extremen Bedingungen einsatzfähig halten und trotzdem noch kreativ sein. Er ist verantwortlich für

den guten Ton

R. Er führt das Mikrofon mit einer „Angel“ über die Köpfe der Schauspieler, ohne dass das Mikrofon später im Bild

zu sehen ist

S. Er hilft die verschiedenen Kameras richtig einzustellen und aufzustellen

T. Er hilft bei der Aufstellung der Kameras, besonders auch wenn auf Schienen gedreht wird

U. Er führt über die Einzelheiten der gedrehten Einstellungen Buch, er passt auch auf die Anschlüsse auf, ob in

aufeinander folgenden Szenen auch die Frisur und das Kostüm stimmt

V. Er gibt den Schauspielern das Aussehen, das für eine bestimmte Rolle benötigt wird

W. Er komponiert oder spielt die Musik, die dann auf den Film geschnitten wird

X. Er hat die Aufgabe, das Drehbuch oder die Idee in Bilder umzusetzen. Er wählt die Hauptdarsteller aus, probt mit

den Schauspielern, bestimmt die Bildkomposition und den Filmschnitt

So passen Benennung und Erklärung zusammen!

1 K 2 ____ 3 ____ 4 ____

5 ____ 6 ____ 7 ____ 8 ____

9 ____ 10 ____ 11 ____ 12 ____

13 ____ 14 ____ 15 ____ 16 ____

17 ____ 18 ____ 19 ____ 20 ____

21 ____ 22 ____ 23 ____ 24 ____

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Beschreibt mit eigenen Worten die Tätigkeiten folgender Berufe:

• Der Drehbuchautor

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• Der Produzent

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• Der Regisseur

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Sind sich Produzent, Drehbuchautor und Regisseur einig, können die Vorbereitungen für den Film beginnen.

1. Rund um den Schauspieler

• Der Castingmanager :

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• Der Schauspieler

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• Der Stuntman

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•Der Kostümbildner

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•Der Maskenbildner

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•Der Friseur ( Haarstilist )

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2. Rund um den Dekor

Es gibt mehrere Möglichkeiten. Entweder dreht man in einem Innen – oder Außenstudio. In einem Innenstudio ist der

Vorteil , dass man die Beleuchtung besser einrichten kann, wenn Mauern eine gute Kameraeinstellung verhindern , kann

man sie einfach verschieben, der Boden erlaubt eine gute Kameraführung etc., der Nachteil allerdings ist , die teuren

Mieten von Studios.

Die 2. Möglichkeit besteht darin, dass man geeignete Drehorte sucht, die dann eventuell etwas umgestaltet werden.

Dies ist oft billiger als Studios zu mieten.

•Der Bühnenbildner/Szenenbildner/Ausstatter ( Dekorateur )

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•Der Tischler

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•Der Maler

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•Der Ausstatter

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2. Rund um den Dreh

A. Allgemein

• Der Aufnahmeleiter

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• Der Regieassistent

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B. Rund um den Ton

• Der Toningenieur

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• Der Tonassistent

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C. Rund um das Bild

• Der Kameramann

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• Der Kameraassistent

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• Der Maschinenmechaniker

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• Der Beleuchter

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3. Rund um die Nachbearbeitung

• Der Cutter

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• Der Komponist / der Musiker

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• Der Spezialeffekt-Designer

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Lösung

1 K 2 H 3 X 4 L

5 I 6 V 7 M 8 N

9 J 10 C 11 O 12 P

13 D 14 B 15 Q 16 R

17 A 18 S 19 F 20 T

21 G 22 W 23 U 24 E

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Filmanalyse

Ein Film entfaltet seine Wirkung auf verschiedenen Ebenen:

Er erzählt eine Geschichte (Handlungsebene), die mit fi lmischen Mitteln umgesetzt wird (Bildkomposition/ Filmsprache/

Wahrnehmungsebene des Rezipienten).

Untersuchungsmerkmale der Filmsprache:

Um die Bilder eines Filmes und deren Aneinanderreihung zu untersuchen, fertigt man ein Sequenzprotokoll an. Dabei

werden für die Einstellungen einer Szene folgende Aspekte beobachtet:

a) Größe der Einstellung

Die Einstellungsgröße bestimmt, wie groß ein Mensch (sinngemäß übertragen auch Gegenstände) auf der Leinwand zu

sehen ist. Sie vermittelt dem Zuseher zugleich einen Eindruck von der Entfernung des Objekts

• Weit/ Panorama (W):

In dieser Einstellung kommt es nicht auf Einzelheiten an: Landschaften, Sonnenuntergänge, Skylines etc. Häufi g als

Beginn oder Schluss einer Handlung, z.B. Westernfi lme

• Totale (T):

Die Totale hat schon die Möglichkeit, Einzelheiten erkennen zu lassen, z.B. einzelne Personen, wobei die Umgebung

im Vordergrund steht. Vorhergehende oder nachfolgende nähere Einstellungen werden räumlich eingeordnet, Ziel ist

die räumliche Orientierung für den Zuschauer

• Halbtotale (HT):

Die Person ist ganz zu sehen, man sieht sie von Kopf bis Fuß, die Körpersprache ist gut zu sehen, die Mimik jedoch

nicht. Die Person gewinnt Eigengewicht gegenüber der Umgebung.

• Halbnah (HN):

In dieser Einstellung sieht man die Menschen etwa von den Knien an; die Beziehungen von Figuren zueinander sind

ebenso gut beobachtbar wie die kommunikative Situation.

• Amerikanisch (A):

Diese Einstellung zeigt eine Person etwa bis unterhalb der Hüfte: So lässt sich bei Westernhelden das Ziehen des

Colts beobachten

• Nah (N):

Diese Einstellungsgröße entspricht etwa einem Brustbild einer Person, im Fernsehen ist dies die dominante Einstellungsgröße

der Sprecher und der Moderatoren. Wird häufi g dann gewählt, wenn die Aufmerksamkeit auf die Mimik

der Personen, oft auch auf die Gestik gelenkt werden soll.

• Groß (G):

Diese Einstellung zeigt den Kopf eines Menschen bis zum Hals bzw. Schulteransatz – die Wahrnehmung des Zuschauers

wird ganz auf die Mimik konzentriert. Für die Darstellung von Gefühlen und Empfi ndungen ist die Beobachtung der

Mimik von großer Bedeutung.

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• Detail (D):

Ein extrem kleiner Ausschnitt einer Person oder eines Gegenstandes ist zu sehen – diese erscheint riesig vergrößert,

extreme Nähe des Betrachters wird suggeriert. Eingesetzt wird die Detaileinstellung oft zur emotionalen Intensivierung

oder Spannungssteigerung.

b) Perspektive der Einstellung

Die Kamera gibt die Perspektive vor, mit der ein Zuseher das Geschehen wahrnimmt. Durch die Wahl der Perspektive

lenkt die Kamera die Wahrnehmung des Zusehers, die Wahl der Perspektive beeinfl usst die Wirkung des Dargestellten.

Man unterscheidet 3 Grundtypen, wobei die Extrem-Perspektiven in reiner Form nur selten anzutreffen sind, meistens

handelt es sich um Mischformen, was jedoch die Aussagekraft für dir Wirkungsanalyse nicht schmälert. Man bemerkt

z.B. etwa die ständige leichte Untersicht einer Person und weiß gar nicht, warum man ihn sympathisch oder unsympathisch

fi ndet

• Normalsicht (Augenhöhe)

Die Kamerahöhe, aus der das Geschehen dargestellt wird, entspricht etwa der Augenhöhe eines erwachsenen Menschen

und entspricht am ehesten der Normalsicht der alltäglichen Wahrnehmung.

Funktion:

Die Normalsicht hat häufi g die Aufgabe, den Eindruck von Realismus und Objektivität auf fi lmsprachlicher Ebene zu

unterstützen

• Untersicht (Froschperspektive)

Personen und Gegenstände des abgebildeten Geschehens werden von unten nach oben gezeigt. Das Abgebildete wird

auf diese Weise verzerrt dargestellt, die Proportionen haben sich verschoben. Der Grad der Verzerrung ist abhängig

vom Winkel der Perspektive: eine leichte Untersicht wird häufi g überhaupt nicht bemerkt, eine starke, extreme Froschperspektive

allerdings macht den Betrachter auf diese Verfremdung der Realität aufmerksam.

Funktion

Je nach inhaltlichem Kontext kann diese Perspektive verschiedene Funktionen erfüllen:

-kann eine Person als übermächtig, unerreichbar hoch stehend idolisieren

-kann bei extremer Perspektive eine Person lächerlich machen, verspotten…

-kann eine Person bedrohlich, unheimlich wirken lassen

Dies gilt nicht nur für Personen, sondern auch für Gegenstände, z.B. kann ein Haus aus der extremen Untersicht bedrohlich

wirken

• Ober-/ Aufsicht (Vogelperspektive)

Die Kamera blickt von oben nach unten, je nach dem Winkel der Perspektive erscheinen die dargestellten Personen

oder Gegenstände klein oder hilfl os. Auch diese Perspektive kann als Instrument der Aussage, als Kommentierung

der Handlung verwendet werden, der erhöhten Position des Helden wird für die Zuseher die untergeordnete Position

seines Gegenübers gegenübergestellt.

Funktion

Sie kann z.B. dem Zuseher die Identifi kation mit dem Helden vermitteln, dem sich die übrige Welt aus einer erhöhten

Position unterlegen darstellt

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c) Bewegung der Kamera

Die Bewegung der Kamera nimmt im Film die erzählende Funktion ein. Die Bewegung der Kamera kann auf folgende

Arten realisiert werden:

• Schwenk

Beim Schwenk bewegt sich die Kamera bei unverändertem Standpunkt um eine Achse (vertikal, horizontal oder

diagonal) durch den Raum. Der Schwenk verschiebt den Ausschnitt des Gezeigten und erweitert damit den Bildraum

bis zu dem bis dahin Nichtgezeigtem, das aber zum Geschehen dazugehört. Er kann den Figuren in ihren Bewegungen

folgen, ihnen vorauseilen etc. Mit dem Schwenk folgt die Kamera quasi der Bewegung des Kopfes. Gewöhnlich erfolgt

der Schwenk in einem natürlichen Bewegungstempo, so dass die Realismusillusion des Zuschauers nicht gestört wird.

Es gibt allerdings auch unnatürlich schnell durchgeführte Schwenks, so genannte Reiß-Schwenks, bei denen man

manchmal kaum die Differenz zum Schnitt erkennen kann.

• Fahrt

Dies ist die bedeutendste Kamerabewegung, am ehesten vergleichbar mit einer Bewegung des ganzen Körpers. Die

häufi gsten Fahrten sind: Heranfahrt, Zufahrt, Rückfahrt, Parallelfahrt, Verfolgungsfahrt.

• „Subjektive Kamera“

Dies ist ein Sonderfall. Hierbei soll durch die Kamerabewegung – meist mit einer beweglichen Handkamera – dem

Betrachter die Unmittelbarkeit des Dabeiseins vermittelt werden. Im Rhythmus der Bewegung der Person, die die

Kamera trägt bzw. mit sich führt werden die Bilder gezeigt. Ständig verwackelte Bilder, Unschärfen, hektische Reißschwenks

u.a. erzeugen den Eindruck von Authentizität, vermitteln dem Zuschauer einen hohen Grad an Identifi kation

mit dem Geschehen.

Besonderheiten der Kamerabewegung: Verhältnis Kameraachse - Handlungsachse

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Arbeitsblatt zur Filmanalyse

• Nenne 3 Einstellungsgrößen und beschreibe sie.

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• Welche Einstellungsgrößen dominieren den Film „Heile Welt“ ?

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• Was versteht man unter dem Begriff „Untersicht“?

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• Welche Art der Kamerabewegung wurde in dem Film „Heile Welt“ hauptsächlich eingesetzt, und was will der Regisseur

deiner Meinung nach damit erreichen?

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• Suche dir eine Szene aus dem Film aus und versuche sie nach obigen Kriterien zu analysieren.

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• Aus wie vielen Episoden besteht der Film „Heile Welt“, wie gliedern sie sich auf?

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• Durch welche Mittel entfaltet der Film seine Atmosphäre ?

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• Schreibe eine Filmempfehlung für eine Schülerzeitung. Stelle deine persönliche Meinung zu dem Film dar und begründe

sie ausführlich: Was fi ndest du daran gut, was gefällt dir nicht?

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• Wähle eines der beiden Szenenfotos aus, das deine Filmempfehlung illustrieren soll und begründe kurz deine Entscheidung.

Beachte: Das Foto soll neugierig machen!

Szenenfoto 1 Szenenfoto 2

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Verwendet folgende Aussage als Diskussionsgrundlage in Anlehnung des Filmes:

„Freiheit und Einsamkeit liegen nah beieinander. Genauso wie Freude und Traurigkeit, Schreie und Sprachlosigkeit,

Gewalt und Zärtlichkeit, Aggression und Hilfl osigkeit. Unerträglich ist die Leere dazwischen“

• Versuche eine der folgenden Personen des Filmes zu charakterisieren

a) Jolly

b) Bolz

c) Elli

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• Analysiere das Verhältnis zwischen Jolly und seiner Mutter

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• Analysiere das Verhältnis zwischen Bolz und seiner Mutter

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• Vereinsamung in der urbanen Masse als auch die Unmöglichkeit der Kommunikation, ein Problem unserer Gesellschaft?

Woran liegt es?

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Beobachtungsbogen

Betrachte folgende Filmausschnitte und mach dir zu den unten genannten Aspekten Notizen.

Szenenbeschreibung

Wie ist die Atmosphäre? Wie gehen die Personen miteinander um? Welcher Dialog wird gesprochen?

Musik + Ton

Mögliche Orientierungsfragen zu diesem Bereich können sein: Wie ist die Musik gestaltet? Welche Art von Musik wird

gespielt? Welche Stimmung erzeugt die Musik?

Wie würdest du die Lautstärke der Szene beschreiben? Wird geschrieen oder gefl üstert? Welche sonstigen Geräusche

beeinfl ussen die Szene? Gibt es tonliche Besonderheiten?

Aufbau der Szenerie + Beleuchtung

Mögliche Orientierungsfragen zu diesem Bereich können sein: Wie ist die Szenerie der Geschichte gestaltet? Was

fällt dir besonders auf? Welche Stimmung erzeugt dieses Bild? Wie ist die Beleuchtung der Szenen gestaltet? Von wo

kommt das Licht? Tageslicht oder Kunstlicht?

Perspektive + Kameraeinstellungen

Sieht man die Szene aus der Sicht einer der handelnden Figuren oder als außenstehender Beobachter? Von welchem

Standpunkt im Raum betrachtet man die Szene? Wie sieht man die handelnden Personen? Wie nah geht die Kamera an

die einzelnen Personen heran?

1. Szene: Elli bei Jolly im Zimmer

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2. Szene: Bolz mit dem Messer im Schlafzimmer seiner Mutter

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3. Szene: Bolz und Jolly wartend am Bahnhof

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4. Szene: Die Jugendlichen auf der Straße, nach Ladendiebstahl, essend

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5. Szene: in der Nacht, Jolly und Bolz im Springbrunnen

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6. Szene: Jollys Mutter bei der Polizei

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7. Szene: Mutter von Bolz in seinem Zimmer

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8. Szene: Jolly trifft seinen Vater im Krankenhaus

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9. Szene: Bolz mit Jollys Vater vor dem Krankenhaus

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10. Szene: Frank und Lara am Berg sich gegenseitig befühlend

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Didaktik

• Filmtechnische Mittel analysieren

• Entwicklung der Wahrnehmungs- und Urteilungsvermögen fördern

• Aufzeigen von Zusammenhängen

• Bearbeitung eines Themas aus unterschiedlichen fachlichen und lebensweltlichen Perspektiven

• Verschiedene Standpunkte zu einem Thema erkennen

• Interessen und Absichten hinter medialen Texten und Produkten analysieren und bewerten sowie manipulative Zielsetzung

erkennen

• Künstlerische Ausdrucksformen in den Medien erkennen und wahrnehmen

• Interpretationen entwickeln

• Voraussetzungen und Erwartungen von Leserinnen und Lesern berücksichtigen, um verständlich zu schreiben, um zu

überzeugen und zu unterhalten

• In freien und formalisierten Situationen vorbereitet und spontan sprechen

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Zum Film

Heile Welt gewährt einen schonungslosen Einblick in vier eng miteinander verwobene Schicksale. Durch die Verschränkung

der Einzelepisoden gewinnen die zentralen Themen an Komplexität: Vereinsamung in der urbanen Masse und die

Unmöglichkeit der Kommunikation.

Wir erleben einen Tag, eine Nacht und den „Tag danach“ aus der Sicht einer Gruppe von Menschen. Drei Jugendliche in

der amphibienhaften Situation zwischen Kind und Erwachsenen stehen im Mittelpunkt. Momentaufnahmen von jungen,

haltlosen Menschen, die versuchen, mit ihren Gefühlen und ihrer Umwelt klarzukommen. Gerade jetzt bräuchten sie

eigentlich Grenzen, Halt und Hoffnung. Was sie jedoch signalisierten ist das Gegenteil.

Die Probleme der Elterngeneration sind jedoch nicht minder schwierig. Zwischen Verlust, erloschener Liebe, Elternproblematiken,

Ehekrisen und eigenen Bedürfnissen versuchen sie, ihre Kinder zu verstehen… Oder zumindest noch etwas zu

retten.

Jakob M. Erwa arbeitete bei seinem neuen Film-Projekt mit keinem fi xen Drehbuch. Das Konzept – frei nach den fesselnden

Erzählungen einer Reisebekanntschaft – lieferte eine schriftliche Inszenierungsgrundlage einiger dramaturgisch

verschränkter, aber dennoch fragmentarischer Momentaufnahmen und vermittelte einen Eindruck über Stimmung

und Intensität.

In der Inszenierung spielte die Dynamik der Gruppe und die lockere Vertrautheit der Protagonisten eine große Rolle. In

seiner Arbeit mit den zum Teil jungen Darstellern versuchte der Regisseur, ihnen durch gemeinsame Rollenerarbeitung

und Improvisation größtmöglichen Freiraum zu lassen und somit ihre Authentizität und ihre unbeschwerte Herangehensweise

zu erhalten.

In der Inszenierung wollte der Regisseur viel mit der Handkamera arbeiten, um den Darstellern eben den größtmöglichen

Freiraum zu geben. Die Handkamera erlaubte es auch den Darstellern fast dokumentarisch zu folgen und den

Eindruck zu vermitteln, dass der Zuseher gerade „wirkliches“ Leben beobachtet. Das unterstützt die Unmittelbarkeit des

Stoffes, die Authentizität der Darstellung und den Anspruch des Regisseurs, ein Abbild des wahren Lebens zu zeigen.

Die Unterteilung der Geschichte in die vier Episoden „Jolly, Bolz, Elli“, „Gabi“, „Karin“, „Frank & Lara“ legte auch eine

visuelle Unterscheidung nahe. Die unruhige Welt der Kids sah der Regisseur hektisch und stets ihn Bewegung, während

er für die Geschichte der Mütter eine ruhigere Kameraführung wählte.

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Der Regisseur

Jakob M. Erwa wurde am 17.Juli 1981 in Graz (Österreich) geboren. Nach seiner Matura im Juni 2000 arbeitet er für

verschiedene Filmproduktionsfi rmen in Österreich.

2001 realisiert er seinen ersten Kurzfi lm TRÜBE AUSSICHTEN und beginnt sein Studium an der Münchner Hochschule

für Fernsehen und Film, das er 2007 erfolgreich abschließt.

Neben dem Filmemachen ist Jakob M. Erwa mit seinen Bildern und Skulpturen in

mehreren Ausstellungen vertreten und als Sänger, Musiker und Komponist in mehreren

Formationen involviert und arbeitet zudem als Schauspieler. 2003 gründet

Jakob M. Erwa gemeinsam mit der Schauspielerin Rachel Honegger die Filmproduktion

mojo:pictures, die bis heute zahlreiche kreative und unkonventionelle Stoffe

junger Filmemacher realisiert hat.

Derzeit arbeitet Jakob M. Erwa neben einigen Drehbuchstoffen auch an einem Fotoband

und einem Jugendroman. Gemeinsam mit der Münchner Filmproduktion Neos

Film und dem Österreichischen Partner Novotny & Novotny Filmproduktion bereitet

er die Verfi lmung des österreichischen Romans CARETTA CARETTA von Paulus Hochgatterer

vor.

Für seinen Kurzfi lm WIE SCHNEE HINTER GLAS erhält Jakob M. Erwa 2005 den Cine Styria Jugendfi lmpreis des Landes

Steiermark und wird mit dem Starter Filmpreis der Stadt München ausgezeichnet.

Mit HEILE WELT liefert Jakob M. Erwa sein Langfi lm-Debüt ab. Ausgezeichnet mit dem DIAGONALE Preis für den besten

österreichischen Spielfi lm 2007

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