VDI/BV-BS 6205 Richtlinie und Eurocode 2 - PHILIPP Gruppe

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VDI/BV-BS 6205 Richtlinie und Eurocode 2 - PHILIPP Gruppe

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PHILIPP Information - VDI/BV-BS 6205 Richtlinie und Eurocode 2

VDI/BV-BS 6205 - Transportanker und Transportankersysteme für Betonfertigteile

Betonfertigteile werden i.d.R. nicht in ihrer endgültigen Lage hergestellt, daher muss bereits in der Planungsphase überlegt werden, wie

diese transportiert und montiert werden. Transportanker spielen hierbei eine entscheidende Rolle, alle auftretenden Einwirkungen sicher

aufzunehmen und eine optimale, lokale Lasteinleitung im Bauteil zu gewährleisten.

Die Herstellung von Transportankern setzt hohe Maßstäbe an die Qualität und Funktion. Die Einfachheit des Einbaus, der Anwen-

dung und der Bemessung steht demgegenüber. Letztendlich ist die Zielsetzung von Transportanker/-systemen eindeutig:

Vermeidung von Sachschäden bzw. Gefährdung von Menschenleben.

Was ist die neue Richtlinie VDI/BV-BS 6205?

Die VDI/BV-BS Richtlinie 6205 ist die konsequente Weiterentwicklung zu bestehenden Regelungen (insbesondere der BGR 106)

und fasst den aktuellen Stand der Technik zusammen. Für PHILIPP als Hersteller von Transportanker/-systemen setzt diese

hohen Maßstäbe an das Herstellen und Inverkehrbringen sowie die Qualität derartiger Systeme. Die Übereinstimmung eines

Transportankers mit dieser Richtlinie wird künftig von PHILIPP mit einem Hinweis in der Einbau- und Verwendungsanleitung

(EuVa) bestätigt.

Die Richtlinie ist auf Initiative des Bundesverbands Bausysteme e.V. (BV-BS) und in Zusammenarbeit mit dem Verein Deutscher

Ingenieure (VDI) entstanden. Bei der Erstellung dieser national geltenden Richtlinie waren führende Hersteller von Transportanker

systemen (u.a. auch die PHILIPP GmbH), Vertreter von Betonfertigteilwerken, vom Betonfertigteilverband, von Prüfinstituten und

von der Berufsgenossenschaft beteiligt.

Die Richtlinien gliedert sich in drei Blätter

• Blatt 1 – Allgemeine Grundlagen

• Blatt 2 – Herstellen und Inverkehrbringen

• Blatt 3 – Planung und Anwendung

und spiegelt den aktuellen Stand der Technik über Entwicklung und Verwendung sowie Regeln zur Auswahl, Planung,

Bemessung und Anwendung unterschiedlichster Transportanker und -systeme für Betonfertigteile wieder. Zielgruppen der Richtlinie

sind gleichermaßen Hersteller, Planer und Anwender von Transportanker/-systemen.

Warum eine derartige Richtlinie?

Mit der verbindlichen Einführung der europäischen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG Ende 2009 unterliegen Transportanker und

dazu gehörende Lastaufnahmemittel den darin enthaltenen Bestimmungen. Die Maschinenrichtlinie enthält Anforderungen an

Maschinenteile aus Stahl, jedoch keine Regelungen für den Transportanker zum Verankerungsgrund Beton, mit den

verschiedensten Einflussgrößen. Weiterhin ist das in der Maschinenrichtlinie verwendete Sicherheitskonzept nicht ohne Weiteres

auf Bauprodukte übertragbar. Eine nach gültigem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz vorgeschriebene CE-Kennzeichnung

der Transportanker auf alleiniger Grundlage der Maschinenrichtlinie (d.h. Stahltragfähigkeit) ist aufgrund vieler ungeklärter Fragen

bisher nicht durchgeführt worden. Es fehlte eine ergänzende, (europäisch) harmonisierte Vorschrift, die die Interpretation der

Maschinenrichtlinie erlaubt. Dies stellt die VDI/BV-BS 6205 Richtlinie auf nationaler Ebene dar. PHILIPP als Hersteller

von Transportanker/-systemen kann sich darauf berufen und nachvollziehbare Sicherheiten für die Verankerung in Beton, in

Ergänzung zu den Anforderungen der Maschinenrichtlinie, erklären.

Neben der sinnvollen Interpretation der Maschinenrichtlinie ist die Zielsetzung der VDI/BV-BS 6205 das Bereitstellen von technisch

ausgereiften Unterlagen zur Vermeidung von Personen- und Sachschäden bei Anwendungen in der Praxis sowie das Aufstellen

von Beurteilungs- und Bewertungskriterien. Diese gilt für alle Arten von Transportankersystemen, egal ob einzeln oder in Serie

gefertigt.

Wann wurde die neue Richtlinie eingeführt?

Die Richtlinienreihe wurde am 1. April 2012 in Deutschland eingeführt.

Was ändert sich für die Hersteller von Betonfertigteilen?

Der Einbau der Transportanker muss weiterhin, unter Berücksichtigung der Dokumentation von PHILIPP sowie der Angaben des

Planers, durch befähigtes Personal erfolgen. Im Speziellen ändert sich die Kennzeichnung der Transportanker, um weiteren

Missverständnissen bzw. Verwechslungen vorzubeugen. Statt einer in Zahlform aufgeprägten Tragkraft/Laststufe wird zukünftig

ein Buchstabe stellvertretend hierfür angebracht.

Was ändert sich für die Planer von Transportankern?

Planer, die sich bisher für die Bemessung von Transportankern an der aktuellen Allgemeinen Einbau- und Verwendungsanleitung

von PHILIPP orientiert haben, werden in der neuen Richtlinie keine wesentlichen Unterschiede vorfinden. Verschiedene Lastfälle

für Transportanker, Schalungshaftung, Dynamik als auch weitere Parameter, müssen wie gewohnt in eine Bemessung einfließen.

Dennoch sind alle für die Planung und Bemessung eines Transportankers/-systems verwendeten Daten in einer technischen

Dokumentation zusammen zufassen. Um einen korrekten Einbau und Verwendung der Transportanker zu gewährleisten, sind in

den Elementzeichnungen wichtige, zusätzliche Informationen anzugeben.


EN 1992 Betonbau (Eurocode 2, EC 2)

Mit der bauaufsichtlichen Einführung der Eurocodes zum 1. Juli 2012 wird ein neues Kapitel für den freien Warenverkehr in Europa

aufgeschlagen. In diesem Zusammenhang wird für die Bemessung und Konstruktion von Betonbauteilen die bisher gültige DIN 1045-1

durch den Eurocode 2 als Standardwerk ersetzt.

Im Folgenden wird erläutert, inwieweit Produkte aus dem PHILIPP-Portfolio von dieser Umstellung betroffen sind. Das Hauptaugenmerk

liegt hierbei auf Transportanker/-systemen und der Verbindungstechnik (z.B. Seilschlaufensysteme, Sandwichverbundankersysteme).

Welche Auswirkungen hat der EC 2 auf die Eigenschaften der PHILIPP Produkte (Material und Verwendung)?

Hinsichtlich der verwendeten Materialien und der damit zusammenhängenden Anwendungsmöglichkeiten wird sich mit der

Einführung des Eurocode 2 an den PHILIPP Produkten, sowohl bei Transportanker/-systemen als auch in der Verbindungstechnik,

nichts ändern. Wie bisher kann mit der bewährten Qualität von PHILIPP-Produkten gerechnet werden.

Gibt es Änderungen bei der Produktbezeichnung oder Produktparametern?

Bei den Transportankersystemen wird es Änderungen bei den Produktkennzeichnungen geben. Grund hierfür, ist nicht die

Einführung des Eurocode, sondern die ab 1. April 2012 geltende VDI/BV-BS 6205 Richtlinie für Transportanker und Transportankersysteme.

Änderungen an der Produktbezeichnung oder den Produktparametern sind aufgrund dieser Richtlinie nicht entstanden.

Änderungen hinsichtlich des Eurocode 2 werden ebenfalls nicht notwendig.

Für die Verbindungstechnik (z.B. Verbindungsschienen, Sandwichverbundankersysteme, etc.) wird aufgrund des Eurocodes

keine Änderung hinsichtlich Produktbezeichnung bzw. Produktparameter erfolgen.

Was passiert mit den derzeit gültigen Zulassungen für PHILIPP Produkte?

Transportanker/-systeme:

Eine allgemein bauaufsichtliche Zulassung (abZ) des DIBt ist, wie auch in der Vergangenheit, nicht erforderlich.

Verbindungstechnik (Seilschlaufensysteme):

Gültige Zulassungen für die PHILIPP Verbindungsschiene Power Duo bzw. Verbindungsbox Power Box sind zur Einführung

des Eurocodes angepasst und auf der PHILIPP Website verfügbar.

Typenprüfungen aus unserem Hause, z.B. für Sandwichverbundankersysteme und Trittschallschutzsysteme, haben bis zu ihrem

Ablauf Gültigkeit, und werden durch neue Zulassungen bzw. Typenprüfungen auf Basis des Eurocode ersetzt.

Werden Nachweise der Gleichwertigkeit seitens PHILIPP ausgestellt?

Da sich aufgrund der Einführung der Eurocodes keine entscheidenden Änderungen an PHILIPP Produkten vollziehen, sind keine

Nachweise der Gleichwertigkeit notwendig bzw. sehen wir in diesem Zuge keine Veranlassung, einen Nachweis zu erstellen.

Ändert sich die Verfügbarkeit der Produkte?

An der Verfügbarkeit von Produkten aus dem Hause PHILIPP wird sich durch Einführung der Eurocodes nichts ändern.

PHILIPP stellt seinen Kunden auch weiterhin eine schnellstmögliche Lieferung der Produkte in Aussicht.

Gibt es Umstellungstermine, die beachtet werden müssen?

Gemäß den bereits oben abgegebenen Stellungnahmen wird sich für PHILLIP Kunden nichts ändern. Daher gibt es in diesem

Zusammenhang keine Termine, die seitens PHILIPP im Speziellen bekannt gemacht bzw. kundenseits beachtet werden

müssen.

!

Sicherheit die verbindet

Bewährte Services zu unseren Produkten, wie z.B. Einbau- und Verwendungsanleitungen als auch Softwarehilfen, werden

rechtzeitig überarbeitet und an die neue Normen- bzw. Richtliniensituation angepasst.

Wie von PHILIPP gewohnt, liefern wir Ihnen qualitativ hochwertige Produkte, die auf den neusten Regeln der Technik basieren.

Sollten Sie weitere Fragen haben,

stehen wir Ihnen selbstverständlich

jederzeit gerne zur Verfügung.

Wir freuen uns auf eine weiterhin

gute Zusammenarbeit mit Ihnen.

Peter Wenzel

Vertriebsleiter

Tel.: +49 (0) 6021 / 40 27-314

Markus Böhm

Leiter Technik & Entwicklung

Tel.: +49 (0) 6021 / 40 27-670

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