Newsletter 4 - Lokale Agenda 21 in Wien/Alsergrund

agenda21.or.at

Newsletter 4 - Lokale Agenda 21 in Wien/Alsergrund

01/2002 Jänner - März

Foto: Martina Kremmel

AGENDA 21 am Alsergrund

Adresse: Galileigasse 8, A-1090 Wien Tel: 01-315 78 76 Fax: 01-317 52 43-37 E-mail: buero@agenda21.or.at Home: www.agenda21.or.at

www.agenda21.or.at

Plattform für nachhaltige Bezirksentwicklung und BürgerInnenmitbestimmung

Asphaltsurfen im

Großstadt-Dschungel

Schauspielhaus-

Leitung im Porträt

Freiraum - Stadtraum?

Biomarkt Alsergrund

Gesunde Nahversorgung

bald auch im 9.Bezirk?

Park in der Poliklinik

Umsetzung der Siegerprojekte

schreitet voran!

Julius -Tandler-Platz

Urbane Bühne zwischen

D-Wagen und symbolischem Kapital


Projektarbeit

Asphaltsurfen im Großstadt-Dschungel

Sinnvolle Investitionen für funktionierende Skateparks!

Wir hätten gerne eine Skaterbahn,

haben schon mit dem

Stadtgartenamt gesprochen

und wollen jetzt eine AGENDA-Gruppe

gründen, um dieses Vorhaben in die Tat

umzusetzen." So straight können junge

Menschen die Gestaltung ihrer Umwelt

in die Hand nehmen. Ernst (26), Chris

(27) und Clemens (16), alle langjährige

Skatboarder, nutzen die Möglichkeit zur

Partizipation und arbeiten bereits seit

Oktober dafür, vorhandene Skateanlagen

im 9. Bezirk nutzergerecht umzugestalten

bzw. neue Anlagen zu schaffen.

Skatebord-Fahren hat sich in den letzten

Jahren zur Trendsportart entwickelt.

Immer mehr Jugendliche nutzen

für diesen Sport den städtischen

Raum, da die dafür vorgesehenen Skateanlagen

oft mangelhaft gestaltet sind.

Zwangsläufig kommt es so zu Interessenskonflikten

in Parks und auf Plätzen.

Im November stellte die Gruppe Ihr

Anliegen in der Projektwerkstatt vor, wo

sich als erster Schritt ein Umgestaltungsentwurf

für die Skateanlagen am

Arne-Carlsson-Park herauskristallisierte.

Derzeit arbeiten die Aktiven in

Absprache mit dem Stadtgartenamt

und dem AGENDA-Team an einem

neuen Konzept. Nach Fertigstellung

des ersten Entwurfs wird die Gruppe

Anfang 2002 ihre Ideen der Öffentlichkeit

vorstellen und weiterentwickeln.

Gleichzeitig versuchen sie aber auch

neue Plätze am Alsergrund ausfindig

zu machen, recherchieren Angebote

von Belägen und Rampen oder knüpfen

Sponsorenkontakte. Inzwischen

haben auch mehrere Magistratsabteilungen

die Gruppenmitglieder als

Foto: AGENDA-Gruppe “Skaten am Alsergrund

Experten angefragt. Endlich holen die

verantwortlichen Entscheidungsträger

Informationen über technische und

gestalterische Anforderungen von Sakteanlagen

direkt bei den Nutzern ein

und unterstützen so die nachhaltige

Stadtentwicklung. HELGA KUSOLITSCH

Kontakt: Ernst Feiler mctwist24@yahoo.com

Biomarkt Alsergrund

Gesunde Nahversorgung bald auch im 9.Bezirk?

Letztes Jahr haben wir hier über

den Bio-Markt auf der Freyung

berichtet, bald können wir vielleicht

schon den „Biomarkt Alsergrund"

ankündigen.

Seit Oktober gibt's eine neue

AGENDA-Gruppe, die den Alsergrund

durch die Einrichtung eines regelmäßigen

Marktes für Bio-Produkte beleben

möchte. Gesunde Ernährung, ökologische

Landwirtschaft und die Nahversorgung

sollen dadurch gefördert werden.

Die Gruppe hat sich bereits bestehende

Bio-Märkte eingehend angesehen

und so mögliche Hindernisse für ihr

Projekt identifiziert. Geeigneter Ort,

Besucherfrequenz, Infrastruktur, Anbie-

ter, Administration und Finanzierung

sind nur einige der organisatorischen

Punkte, die geklärt werden müssen.

Als grösste Hürde stellt sich momentan

die Motivierung von genügend Standlern

dar, die regelmäßig erscheinen

und ein breitgefächertes Angebot von

Qualitätsprodukten garantieren. Einige

Biobauern haben am Aktionstag in der

VHS ihre Produkte vorgestellt und so

ersten Kontakt zum Alsergrund aufgenommen.

Wer ebenfalls an ökologischer Nahversorgung

im Bezirk interessiert ist, sollte

sich der AGENDA-Gruppe anschließen,

die Aktiven freuen sich über

jede Unterstützung! HELGA KUSOLITSCH

Kontakt: Emi Manzuka emi.m@gmx.at

Die überparteiliche AGENDA 21 am Alsergrund wird von der MA 22-Umweltschutz, der MA 21A-Stadtteilplanung und

2 PROJEKTARBEIT dem 9.Bezirk finanziert.Projektträger ist die VHS WienNordWest.


Über 50 Besucher hatten trotz

des Fußballländerspiels Türkei

- Österreich am 14.11. den Weg

in die VHS Alsergrund gefunden. In der

hitzigen Diskussion zu „Hundekot" und

„Hundeangst" wurde eine Annäherung

festgefahrener Positionen versucht.

“Auch wir Hundebesitzer leiden unter

den rund 40 Prozent verantwortungslosen

Hundehaltern", stellte Gerd Weiß

vom Österreichischen Hundeverband

klar. Dennoch war man sich einig, dass

bei der Suche nach Lösungen auch die

Politiker nicht aus der Verantwortung

entlassen werden sollen.

„Was aber kann der Einzelne selbst

tun?" fragte Moderator Christian

Ehmayer und initiierte so auch einige

konstruktive Vorschläge: Bewerbung

von Hundekot-Sackerln, Auszeichnung

vorbildlicher Hundehalter, Begegnungen

von Hundebesitzern und Menschen

ohne Hund zur Angstverringerung

oder humorvolle Aufklärungskampagnen.

An diesem Abend wurden auch einige

“Hunde-Mythen” aus der Welt

AGENDA

Aktivistin

Ursula Lindenberg über

Motive, Erfolge und Ziele

ihres Engagements

Am Anfang... Als Bewohnerin der

Servitengasse und Mutter einer Tochter

habe ich bald nach meinem Einzug die

vielen Mängel der Wohnstraße erkannt

und mich mit anderen Betroffenen ausgetauscht.

Ich wollte aber nicht nur

meckern, sondern etwas unternehmen.

Aber wie? Früher hatte ich schon öfters

in gesellschaftlichen Initiativen mitgearbeitet,

an Parteipolitik war ich aber nie

interessiert. Und dann kam zum Glück

der AGENDA-Aktionstag - Bürger für

Bürger - das hat mir gefallen.

geschafft. So sind Hundekot und -urin

kein Dünger für städtische Grünflächen

und Pflanzen, eher das Gegenteil, und

“Hundezonen” sind keine “Hundeklos”.

Denn “wer macht seine Notdurft schon

Projektarbeit

gern im Wohnzimmer", merkte Landschaftplanerin

Kose pointiert an.

Schließlich ist sie es, die gerade einen

Prototypen für öffentliche Hundeklos

entwickelt. MARC DIEBÄCKER

Auf den Hund gekommen...

Ängste, Mythen, Hundeklo-Prototypen -

Hitzige Podiumsdiskussion, konstruktive Ansätze!

Gemeinsam für eine lebenswerte

Zukunft... Gut fand ich die Verbindung

von Nachhaltigkeit und BürgerInnenbeteiligung,

da gibt es in Wien ja

wenig Tradition. Aber die AGENDA

zeigt, dass Aktivierung über konkrete

Projekte doch machbar ist. Es ist wie

ein Stein im Wasser der Kreise zieht,

dadurch ändert sich im Laufe der Zeit

die ganze Gesellschaft.

Mit Engagement zum Erfolg...

Man braucht Geduld und Energie, aber

dann erreicht man greifbare Veränderungen.

Unsere Blitzaktionen haben die

Autofahrer aufmerksamer gemacht, die

Podiumsdiskussion hat die Wohnstraßen

wieder zu einem Thema in der

Verkehrsplanung gemacht. Flexibel

Bleiben ist wichtig, oft ergeben sich

unerwartete Erfolge....und es kommen

immer neue Interessierte dazu. Wir vernetzen

uns immer mehr, und mittlerweile

nutzen auch Politik und Verwaltung

unser Know-How.

Foto: Sibylle Mall

Foto: AGENDA

Die AGENDA 21 am Alsergrund, Wiener Pilotprojekt seit 1998, geht zurück auf die UN-Konferenz von 1992 in Rio de Janeiro,

wo die Lokale AGENDA als kommunales Handlungsprogramm für das 21.Jahrhundert beschlossen wurde. PROJEKTARBEIT 3


Thema

Freiraum - Stadtraum?

Ein Baum wird gefällt, ein Haus

wird geschliffen - um die Ecke

wird ein Parkplatz „geopfert",

eine Straße verkehrsberuhigt. Bewohner

nehmen Orte ihres Grätzels oft erst

durch Veränderungen wahr. Und meist

wird der öffentliche Raum nur dann

zum Thema, wenn seine Gestaltung

nicht gefällt. Unausgesprochene

Regeln werden kaum in Frage gestellt

und zeigen, dass viele ihr Zuständigkeitsgefühl

für den Stadtraum verloren

haben. Stellplatzangebot und möglichst

direkte Zufahrt zum Wohnhaus oder

Arbeitsplatz sind oft die letzten, einseitig

reduzierten Ansprüche an das

Wohnumfeld.

Seit der Entdeckung des Standortfaktors

“Stadtleben” vor rund zehn Jahren

lösen sich jedoch festgefahrene „Traditionen"

langsam auf. Mehr Akteure versuchen,

die nicht privaten Stadtflächen

sichtbar und ungenutze Potentiale ausfindig

zu machen. Treffpunkte für's

Zusammenreden, Parks zum Erholen,

Freiflächen für Spiel, Sport und Kultur

sind die „neuen" Ansprüche an den

kostbaren Aufenthaltsraum im Freien.

Auch die Nutzung des sogenannten

„Verkehrsraumes", sei es zu Fuß, mit

Fahrrad, Rollerblades, Auto oder Öffis,

wird offener diskutiert als noch in den

80er Jahren. Beispiele aus niederländischen

Städten zeigen, dass ein optimales

und möglichst umweltfreundliches

Ineinandergreifen von Verkehrs- und

Öffentlichen Raum neu verhandeln!

Aufenthaltsflächen, die Lebensqualität

und die wirtschaftliche Attraktivität einer

Stadt enorm steigern.

Bei der „Neuverhandlung" des öffentlichen

Raumes müssen die Bedürfnisse

aller Alters- und Bevölkerungsgruppen

im Mittelpunkt stehen. Dabei sollte der

zurückgewonnene Platz nicht völlig

gestaltet und “veranstaltet” werden,

sondern für flexible Funktionen und

Bedürfnisse offen bleiben.

Es liegt beim Einzelnen, sich aktiv einzubringen,

Verantwortungsbewusstsein

und neue Lösungen für den „gemeinsa-

Modellfall Heidelberg

Verkehrsleitbild mit Bürgerbeteiligung

Ein Modell der kooperativen Stadtentwicklung

liefert Heidelberg, wo 1991-

1993 das „Verkehrsforum" ein nachhaltiges

Verkehrskonzept entwickeln sollte.

Dabei versuchten Bürger und Bürgerinnen

zu einem integrativen Konzept zu kommen.

Über 120 Vereine und Initiativen nahmen an

dem Prozess teil, der durch Fachvorträge,

Exkursionen und Expertenanhörungen

ergänzt wurde.

Obwohl das große kommunalpolitische

Engagement den Prozess gelegentlich beinahe

zum Scheitern brachte - in den kleinen

Verhandlungsgruppen war die Konsensfindung

weit einfacher als im Plenum -, wur-

Foto: Christa Redik

men" Raum zu entwickeln. Das kann

heute nicht mehr von oben verordnet

werden, sondern muss frei ausgehandelt,

erstritten und begründet werden.

Beispiele dafür gibt es am Alsergrund

inzwischen genügend: Ob Platzgestaltung

in der Einkaufs- oder Verkehrsberuhigung

in der Wohnstraße, barrierefreie

Fußwege an der Thurnstiege, Kinderkunst

an der Rossauer Lände oder

Parkplanung in der Poliklinik - Betroffene

informieren sich, investieren Zeit

und Energie, um zu einem Konsens zu

gelangen. Denn es lohnt sich...

MARC DIEBÄCKER

den letztlich 65 Ziele formuliert. Besonders

bei der Beschränkung des Individualverkehrs

und der Durchführung größerer Bauprojekte

konnte jedoch keine Einigung

erzielt werden.

Dennoch sieht Oberbürgermeisterin Beate

Weber einen „unschätzbaren Anstoß zur

Wiederbelebung von praktizierter parteiund

interessenübergreifender Demokratie",

welcher vom Verkehrsforum auf kommunaler

Ebene ausgegangen sei, und will auch in

Zukunft eine stärkere Einbindung der Bürger

in Bereiche der Kommunalpolitik

HELGA KUSOLITSCH

Info: www.heidelberg.de/verkehr/verform.htm

Der AGENDA-Newsletter erscheint viermal

4 THEMA jährlich mit wechselndem Schwerpunktthema.


Der Julius-Tandler-Platz stellt im

Bezirksgefüge des Alsergrundes

einen wichtigen öffentlichen

Freiraum dar, der vielfältige Ansprüche

zu erfüllen hat. Im Unterschied zu den

öffentlichen Parks, die als ökologische

Ausgleichsflächen zum dicht-bebauten

Stadtraum konzipiert waren, entstanden

die urbanen Plätze an wichtigen

Straßenkreuzungen, an Orten des

Handels und der Repräsentation.

Gemeinsam ist den öffentlichen

Freiräumen, dass sie in hohem Masse

soziale Orte sind. Hier trifft man sich

und kommuniziert, hier wird gelacht

und gestritten.

Der Julius-Tandler-Platz hat über seine

Lage an der Alserbachstraße und als

Vorplatz des Franz-Josefs-Bahnhofes

wichtige Verteilerfunktionen im öffentlichen

(Haltestellen 5, D, S-Bahn), fussläufigen

und motorisierten Individualverkehr

zu erfüllen. Außerdem ist er

Bestandteil der Einkaufsstraße Alserbachstraße.

Thema

Urbane Bühne

Julius-Tandler-Platz?

Soziale Drehscheibe zwischen symbolischem

Kapital, Franz-Josefs-Bahn und D-Wagen

Im Zuge von Aufwertungsmaßnahmen

wie der Errichtung des Bankgebäudes

in der Überbauung des Franz-Josefs-

Bahnhofes ist es zu Verschiebungen

vorhandener Strukturen gekommen.

Der Julius Tandler-Platz ist seither

durch die architektonische Formensprache

des gläsernen Baukörpers

und dessen großen Gehalt an symbolischem

Kapital bestimmt. Der konkrete

Nutzungskonflikt ergibt sich aus der

Gebäudenutzung und ihrem Repräsentationsbedürfnis

auf der einen Seite

und den Ansprüchen sozial schwacher

Bevölkerungsschichten an den Freiraum

als Lebensort.

Die unterschiedlichen lokal vorhandenen

Nutzungsansprüche bilden den

unmittelbaren Bezugspunkt für die Freiraumgestaltung,

um ein möglichst

hohes Maß an vielfältig nutzbaren und

qualitätsvoll gestalteten Bereichen zu

schaffen. Deshalb ist die Attraktivierung

des öffentlichen Raums für die Stadterneuerung

ein wichtiges Arbeitsfeld.

Jedoch muss, um diese nachhaltig zu

gestalten, der Freiraum als sozialer Ort

begriffen werden.

Die Qualität von Urbanität besteht in

einem vielfältigen Neben- und Miteinander

unterschiedlicher Nutzungen,

was aber auch konfliktuellen Charakter

annehmen kann. Den öffentlichen Freiraum

als urbane Bühne zu begreifen,

die der Vielfalt städtischen Lebens

Raum bietet, ist ein Weg, um die Stadt

lebenswerter zu gestalten. Das Zulassen

ungeplanter Nutzungen stellt ein

freiräumliches Qualitätskriterium dar,

das sich in einem möglichst offenen

Verhältnis zwischen Gestaltung und

tatsächlicher Nutzung manifestiert, und

in Zukunft für die Bewertung von Planungsprozessen

verstärkt herangezogen

werden muss. PHILIPP RODE

DI Philipp Rode ist Mitarbeiter der Gebietsbetreuung

Ottakring und des Instituts für Freiraumgestaltung/Universität

für Bodenkultur. Seine

Diplomarbeit: “Der Julius Tandler - Platz - ein Ort

wirtschaftlicher Macht” ist abrufbar unter:

www.agenda21.or.at/berichte.htm

IMPRESSUM: Herausgeber: AGENDA 21 am Alsergrund

Redaktion und Gestaltung: Helga Kusolitsch, Marc Diebäcker, Druck: Druckerei Fleck, 1020 Wien THEMA 5


Projektarbeit

Letzten Juni hat die AGENDA-

Gruppe die Ergebnisse des StudentInnenwettbewerbspräsentiert.

Jetzt geht’s in die nächste Runde!

Das erste Arbeitstreffen fand im

Dezember statt. Zum Austausch aktueller

Informationen trafen sich Interessierte,

Studenten und Vertreter aller

Bei Regen, Schnee und eisiger Kälte

harrten Alexandra, Kati, Liette

oder Andreas bei der Tempomessung

in der Wohnstraße aus, um festzustellen,

dass die meisten Autos zu schnell

unterwegs sind. Im Dezember führte

die AGENDA-Gruppe WOHNSTRAS-

SEN in Kooperation mit der Gebietsbetreuung

Messungen in vier Wohnstraßen

und einer Tempo-30-Zone

durch. Wieder zeigte sich, dass jene

Autofahrer, die die in der Wohnstraße

erlaubte Schrittgeschwindigkeit (6-10

km/h) einhielten, eine verschwindend

kleine Minderheit darstellen.

Diese Tatsache ist für uns Aktive nicht

wirklich neu, da wir uns seit mehr als

einem Jahr mit diesem Thema beschäftigen.

Darüber hinaus gab es aber auch

überraschende Facetten:

- Das Geschwindigkeitsniveau ist in der

Glasergasse im Bereich der Tempo-30-

Zone geringer als in der Wohnstraße.

6 PROJEKTARBEIT

beteiligten Stellen: Stadtgartenamt,

Leitstelle für frauen- und alltagsgerechtes

Planen und politische Parteien.

Die drei Siegerteams erläuterten

nochmals ihre Konzepte, notwendige

Verbesserungen wurden gemeinsam

festgelegt. Umsetzbarkeit und Finanzierung

standen dabei im Vordergrund.

Park in der Poliklinik

Studenten und Bürger arbeiten weiter!

- Die D´Orsay-Gasse und die Galileigasse

entsprechen von ihrer Verkehrsbedeutung

her am ehesten einer

Wohnstraße - sehr wenig Verkehr.

- Die verhältnismäßig geringsten

Geschwindigkeiten wurden in der Grünentorgasse

festgestellt.

- Die D´Orsay-Gasse läßt aufgrund

ihrer Gestaltung („Slalomkurs") nur

Im Februar, wenn die Rahmenbedingungen

auf politischer Ebene entschieden

sein sollen, werden die Aufträge

formuliert. In der viermonatigen Konkretisierungsphase

können sich die

Studenten dann von Ziviltechnikerbüros,

AGENDA-Gruppe, Vertretern aus

Politik und Verwaltung beraten lassen.

Ergebnisse der Wohnstraßen-Messungen

geringe Geschwindigkeiten zu.

HELGA KUSOLITSCH

Die Messungen sollen als Basis für

Mängelanalysen dienen, die ab Frühling

2002 im jeweiligen Grätzel präsentiert

werden. Dabei wird es auch für

Anrainer die Möglichkeit geben, sich in

den Planungsprozeß einzuschalten

und an Gestaltungsvorschlägen mitzuarbeiten.

MICHAEL KLUG GB 9

Kontakt: Ursula Lindenberg lindenberg@mac.com

Geschwindigkeitsverteilung von 1561 gezählten Fahrzeugen

Zahl der Kfz absolut

Foto: Astrid Erhartt

AGENDA-Projektgruppen: NAHVERSORGUNG / DER PARK IN DER POLIKLINIK

LUST UND LAST AN DER STIEGE / SPIEL- UND WOHNSTRASSEN


Airan Berg &

Barrie Kosky

Foto N. Mangafas / Schauspielhaus

Künstlerisches Leitungsteam des

Schauspielhauses seit Herbst

2001 sind gerade im Premierenstress.

Dennoch hat sich Airan

Berg Zeit für unseren AGENDA-

Fragebogen genommen. Hier seine

notgedrungen knappen Antworten:

Drei Schlagworte, die den

Alsergrund charakterisieren?

Kultur, Literatur, Theater

Ihr liebster Ort im 9.Bezirk?

Das Schauspielhaus, weil es Erfüllung

bedeutet, sonst der Servitenplatz

- wie eine italienische Piazza.

Wohin gehen Sie nur, wenn’s

unbedingt sein muss?

Franz-Josefs-Bahnhof

Was verbinden Sie mit nachhaltiger

Entwicklung?

Grundlegende zukunftsweisende

Veränderungen.

Was halten Sie davon, wenn

Bürger mitbestimmen?

Viel, habe aber wenig persönliche

Erfahrung damit.

Was würden Sie im Rahmen

der Agenda 21 am Alsergrund

aktiv verändern?

Bessere Kommunikation

Ihre Vision für das Jahr 2100?

Mehr Toleranz

AGENDA-Projektgruppen: INTERAKTIVE SPIEL- UND FREIRÄUME

So gut hatte die Arbeit für die Thurnstiege

begonnen. 2000 gab’s zahlreiche

Aktivitäten vor Ort, zwei weiterführende

Workshops mit dem Atelier

Pizzinini und als Ergebnis einen favorisierten

behindertenfreundlichen Umgestaltungsentwurf

mit einer Rampe für

Kinderwägen, Fahrräder und Rollstühle.

Die Prüfung auf Machbarkeit und Finanzierung

blockierte nun bereits über

Nahversorgung war das Thema einer

AGENDA-Untersuchung letzten Sommer

in der Porzellangasse. Jetzt liegen

die Ergebnisse vor.

„Geschäfte sperren zu und bleiben

leer". Selbst Anrainer und hier Berufstätige

suchen oft andere Einkaufsstraßen

auf. Der Wunsch nach attraktiven

Geschäften und freundlichem Service,

größerer Branchenvielfalt, breiterem

Bekleidungsangebot und mehr

Auswahl und Qualität bei Nahrungsmitteln

kann hier nicht vollständig erfüllt

werden. Stirbt das Grätzel etwa ab?

Die Porzellangasse muss “belebt” werden!

Die einen sehen die Lösung in

„vielen kleinen, interessanten Geschäften",

die anderen in „ein paar großen

Markengeschäften". Gewerbetreibende

meinen, dass ein Bewußtsein für die

Nahversorgung geschaffen und ein ein-

Projektarbeit

Step by step...

Neues von der Thurnstiege?

ein Jahr lang die weitere Arbeit. So

dass die Akzeptanz durch die Bürger

auf eine harte Probe gestellt wurde.

Mittlerweile ist die magistratsinterne

Prüfung aber fast abgeschlossen.

Sobald die Resultate vorliegen, wird die

AGENDA-Gruppe den weiteren Ablauf

mit dem Bezirk festlegen. Geplant ist

eine Bürgerversammlung im März, um

die Ergebnisse ausführlich zu diskutieren.

HELGA KUSOLITSCH

Bummeln in der Porzellangasse?

50 Personen zur Nahversorgung befragt

heitliches Konzept entwickelt werden

sollten, sehen aber eigene Trägheit und

mangelnde Kommunikation als größte

Hindernisse.

Die Mehrheit der Interviewten beurteilt

die Porzellangasse positiv. Lokale sind

beliebt, nur der Franz-Josefs-Bahnhof

ist der absolute Anti-Star. Viele wünschen

sich mehr Grün, Sauberkeit und

weniger motorisierten Verkehr. Parkplatzmangel

wird von den Händlern oft

zu Unrecht als „Umsatzkiller" gesehen,

von den befragten Kunden wünschte

kaum jemand mehr Parkplätze zum

gemütlicheren Einkaufsbummel!

Die Einkaufsstraße Porzellangasse

sollte dort „punkten", wo die großen

Einkaufszentren ihre Nachteile aufweisen:

Freundliches Service, kompetente

Kundenberatung und persönlicher Kontakt.

NIKI PAPADOPULOS

Studie unter www.agenda21.or.at/berichte.htm

Foto: AGENDA

HUNDEDIALOG / SKATEN AM ALSERGRUND / BIOMARKT PROJEKTARBEIT 7


Service

Termine Kooperationen

Treffen AGENDA-Gruppe

Wohnstraßen

Ort: Café Schottenring

vis à vis Börse , 1010

Termin: Mi., 13. Februar, 18.00 Uhr

AGENDA-Frühstück

Ort: Sigmund Freud-Museum

Berggasse 19, 1090

Termin: So., 17. Februar, 11.00-15.00 Uhr

VDer Alsergrund aus Kinderaugen

Videoprojekt VS Galileigasse

Ort: Bezirksvorstehung, Festsaal

Währinger Str. 43, 1090

Termin: Do., 21. Februar, 17.00 Uhr

1.Projekt- & Ideenwerkstatt

Ort: Verein Z&SAM

Schulz Straßnitzki Gasse 15/2, 1090

Termin: Di., 26. Februar, 19.30 Uhr

2.Projekt- & Ideenwerkstatt

Ort: VHS Galileigasse 8, 1090

Termin: Di., 9. April, 19.00 Uhr

Aktuelle Termine auf unserer

Homepage!

AGENDA-Büro

Projektleitung

Marc Diebäcker

Organisation

Ursula Jaunig

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Helga Kusolitsch

Webdesign

Luciana Viegas

Adresse: Galileigasse 8, A-1090 Wien

Tel: 01-315 78 76

Fax: 01-317 52 43-37

E-mail: buero@agenda21.or.at

Home: www.agenda21.or.at

Bürozeiten:

Dienstag 13.00-18.00 Uhr

Mittwoch 13.00-18.00 Uhr

Donnerstag 9.00-14.00 Uhr

Redaktion

Helga Kusolitsch, Marc Diebäcker

Gestaltung

Helga Kusolitsch

www.aldente.at

Selbst

aktiv

werden!

Wenn Sie selbst für Ihre Ideen aktiv

werden wollen, kommen Sie zur regelmäßig

stattfindenden

Projektwerkstatt.

Dort werden Kontakte geknüpft, Erfahrungen

ausgetauscht, Projekte entwickelt

und die Bezirksentwicklung

aktiv mitbestimmt. Das macht Spaß,

schafft Zufriedenheit und bedeutet

einen nachhaltigen Gewinn an Lebensqualität!

Die professionelle Unterstützung für die

Projektarbeit liefert das AGENDA-Büro.

Evaluation

Das AGENDA-Team hat eine externe Evaluation

des AGENDA-Prozesses beschlossen.

Vor kurzem wurde durch das Wissenschaftszentrum

Wien der Auftrag an den

Verein “Stadt und Raum” vergeben, die

ersten Untersuchungen sind bereits im

Gang.

Aktionstag

Am Samstag, den 26. Jänner, fand in der

Galileigasse 8 ein Aktionstag unter dem

Motto “Gesunde StadtRÄUME” statt. Unterschiedlichste

Aspekte urbaner Lebensqualität

wurden von AGENDA, VHS und WHO-

Projekt “Gesunde Leopoldstadt” vorgestellt.

AGENDA-Frühstück

Das alljährliche Frühstück findet heuer am

17. Februar im Sigmund Freud-Museum

statt. Engagierte und neue Interessierte

treffen AGENDA-Aktive, ein gesundes Buffet

soll zum informellen Vernetzen beitragen.

Jeder ist willkommen!

Foto: Sophie Hofbauer

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