Grundsätze zur Verkehrserziehung - Sichere Kita

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Grundsätze zur Verkehrserziehung - Sichere Kita

Sichere Kita

Verkehrserziehung


Impressum

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Unfallkasse Nordrhein-Westfalen

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40470 Düsseldorf

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Telefax 0211 2808-209

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Internet www.unfallkasse-nrw.de

Verantwortlich für den Inhalt

Gabriele Pappai

Redaktion, Konzept

Melanie Kühne (Unfallkasse NRW)

Gestaltung, Umsetzung

rend Medien Service GmbH

www.rend.de

Bildnachweis

Sigrid Bertzen (Unfallkasse NRW)

Boris Fardel (Unfallkasse NRW)

rend Medien Service GmbH

Ausgabe Juli 2009

www.sichere-kita.de


Inhaltsverzeichnis

Der Sichere Weg

Versicherungsschutz auf den Wegen von und zur Kita 3

Statistische Daten 6

Die Verantwortung der Einrichtung 9

Versicherungsschutz bei Veranstaltungen 12

Hinweise für Eltern 15

Fahrzeuge

Spielfahrzeuge 21

Fahrräder 24

Helme 29

Aufbewahrung und Lagerung 32

Organisationshinweise

Grundsätze zur Verkehrserziehung 35

Spiele und Übungen 38

Partner 41

Zusatzinformationen

Medien und Druckschriften 42

Seminarangebote 43

Links 44

Anhänge

Entwicklungsphasen im Kindesalter

Motorische Entwicklungsübersicht

Sensonmotorische Entwicklungsübersicht


01 | Informationen

Versicherungsschutz auf den Wegen von und zur Kita

Auf dem Weg in die Kindertageseinrichtung und wieder

nach Hause sind die Kinder gesetzlich unfallversichert.

Dabei ist es unerheblich, auf welche Art sie den Weg

zurücklegen, z. B. als Fußgänger oder als Mitfahrer im

Auto. Es ist dabei auch ohne Bedeutung, wer den Unfall

verursacht hat.

Die Kinder haben Ansprüche auf alle Leistungen, die auch

Erwachsenen im Falle eines Arbeitsunfalles gewährt

würden, wie umfassende medizinische Heilbehandlungen

sowie Rehabilitations- und Entschädigungsleistungen.

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Versicherungsschutz auf den Wegen von und zur Kita

02 | weitere Hinweise

Ist ein Unfall auf dem Weg zur Einrichtung oder nach

Hause passiert, muss

● dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden, dass es

sich um einen Unfall im Zusammenhang mit dem Kita-

Besuch handelt, und die Leitung der Einrichtung

verständigt werden, damit sie den Unfall dem

zuständigen Unfallversicherungsträger melden kann.

Daher ist es für die Einrichtung wichtig, die Eltern über

diesen umfassenden Versicherungsschutz und das, was

zu tun ist, wenn es zu einem Unfall gekommen ist, gut zu

informieren.

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03 | Quellen

Versicherungsschutz auf den Wegen von und zur Kita

● Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz für Kinder in

Tageseinrichtungen, GUV-SI 8029

● Sozialgesetzbuch, Siebtes Buch, § 2 Versicherung

kraft Gesetzes

● Sozialgesetzbuch, Siebtes Buch, § 8 Arbeitsunfall

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01 | Informationen

Statistische Daten

Trotz vieler Aktivitäten im Bereich der Mobilitäts- und

Verkehrssicherheitsarbeit ereignet sich jährlich eine

Reihe von "Wegeunfällen" mit Kindern aus Kindertageseinrichtungen.

Die abgebildete Statistik der Unfallkasse Nordrhein-

Westfalen der Wegeunfälle von Kindern in Tageseinrichtungen

im Jahr 2006 spiegelt auch wider, mit welchen

Verkehrsmitteln die Kinder vornehmlich zur Einrichtung

kommen. Analog zu ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten

kommen sie vornehmlich zu Fuß oder als Mitfahrer im

PKW zur Einrichtung.

Die Statistik erweckt den Eindruck, dass Kinder dieser

Altersgruppe zu Fuß das höchste Risiko haben, einen

Unfall zu erleiden. Bei diesen Unfällen kommen auch viele

Bagatellverletzungen, z. B. leichte Hautabschürfungen

oder Prellungen durch Umknicken, Stolpern und Stürzen

zum Tragen.

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Statistische Daten

02 | weitere Hinweise

Bei der Mitfahrt im Auto besteht für die Kinder tatsächlich

aber das höchste Risiko, schwer verletzt zu werden, z. B.

weil sie nicht (richtig) angeschnallt oder ihre Kindersitze

unsachgemäß befestigt sind.

Daher ist es wichtig, Kinder bei Autofahrten immer, auch

wenn es sich nur um eine kurze Strecke handelt, durch

geeignete Schutzsysteme zu sichern.

Ob die Fahrt kurz oder lang ist, Kinder, die unter zwölf

Jahre alt und kleiner als 150 cm sind, müssen im Auto

gesondert gesichert werden.

Die Sicherheit für Kinder im PKW ist entscheidend von

der Auswahl des geeigneten Kindersitzes abhängig.

Viele Fahrzeuge sind mit Halterungen für Isofixsysteme

ausgestattet. Bei Nutzung dieser Technik sind Montagefehler

praktisch ausgeschlossen. Weitere Informationen

finden Sie in der Schrift: "Sicherheit für Kinder im PKW,

Wissensblatt 4 von der Landesverkehrswacht

Niedersachsen e.V."

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03 | Quellen

Statistische Daten

● Statistik-Information, Unfallkasse NRW

● Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz für Kinder in

Tageseinrichtungen, GUV-SI 8029

● Sozialgesetzbuch, Siebtes Buch, § 2 Versicherung

kraft Gesetzes

● Sozialgesetzbuch, Siebtes Buch, § 8 Arbeitsunfall

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01 | Informationen

Die Verantwortung der Einrichtung

Grundsätzlich sind die Eltern für den Weg und die

Beförderung ihres Kindes in die Kindertageseinrichtung

verantwortlich. Sie können frei entscheiden, mit welchem

Verkehrsmittel sie den Weg zurücklegen wollen.

Die Kinder sind auf jeden Fall gesetzlich unfallversichert.

Ab einem bestimmten Alter kommt bei den Kindern der

Wunsch auf, den Weg in die Einrichtung oder den Heimweg

allein zurückzulegen. In der Regel unterschreiben die

Eltern dann eine Erklärung, dass sie damit einverstanden

sind.

Wie sieht es in einer solchen Situation mit der Verantwortung

der Einrichtung aus? Ist der "Elternwille" ausreichend,

um Rechtssicherheit zu haben? Diese Frage

muss ganz eindeutig mit einem "Nein" beantwortet

werden.

Das pädagogische Personal ist dazu verpflichtet, die

aktuelle Situation einzuschätzen und bei Gefahr die

Eltern zu informieren, um das Kind abholen zu lassen.

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Die Verantwortung der Einrichtung

02 | weitere Hinweise

Dies könnte der Fall sein:

● wenn das Kind im Laufe des Tages erkrankt

● wenn die psychische Verfassung des Kindes es nicht

zulässt

● wenn sich äußere Bedingungen gravierend verändert

haben (z. B., es befindet sich eine Großbaustelle in

der Nachbarschaft der Einrichtung)

Empfehlenswert für das pädagogische Personal ist es,

eine situationsbezogene Gefährdungseinschätzung zu

machen und im Zweifelsfall das Kind nicht allein nach

Hause gehen zu lassen.

Eine Einschätzung der Situation ist auch erforderlich,

wenn Kinder von Geschwisterkindern abgeholt werden

sollen. Hierbei ist weniger das Alter des Geschwisterkindes

entscheidend als dessen Fähigkeit, verantwortungsbewusst

den Heimweg zu bewältigen und

das jüngere Geschwisterkind zu beaufsichtigen.

Ein Mindestalter für das abholende Kind ist im

Unfallversicherungsrecht nicht festgeschrieben.

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03 | Quellen

Die Verantwortung der Einrichtung

● Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz für Kinder in

Tageseinrichtungen, GUV-SI 8029

● Sozialgesetzbuch, Siebtes Buch, § 2 Versicherung

kraft Gesetzes

● Sozialgesetzbuch, Siebtes Buch, § 8 Arbeitsunfall

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01 | Informationen

Versicherungsschutz bei Veranstaltungen

Kinder und Beschäftigte aus Kindertageseinrichtungen

sind gemäß § 2 SGB VII während des Besuches bzw. der

Tätigkeit in der Einrichtung gesetzlich unfallversichert.

Das bedeutet, dass bei Unfällen mögliche Körperschäden

der Betroffenen durch die gesetzliche Unfallversicherung

entschädigt werden. Der Versicherungsschutz umfasst

dabei alle Veranstaltungen der Kindertageseinrichtung, so

auch Spaziergänge, Ausflüge, Waldtage oder Ähnliches.

Sollten Sie also eine Veranstaltung zum Thema

"Verkehrserziehung" durchführen, bei der Sie die

Einrichtung mit den Kindern verlassen, ist diese

gesetzlich unfallversichert.

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Versicherungsschutz bei Veranstaltungen

02 | weitere Hinweise

Bei der Durchführung von Aktionen außerhalb der

Einrichtung, wie z. B. bei Ausflügen, ist es häufig

notwendig, zusätzliche Helfer für die Betreuung der

Kinder einzubeziehen.

Dies können z. B. Eltern sein, die sich bereit erklärt haben,

Sie in Ihrer Arbeit zu unterstützen. Hat die verantwortliche

Leitung der Einrichtung den ausgewählten Eltern einen

entsprechenden Arbeitsauftrag erteilt, so sind diese

gemäß § 2 SGB VII wie "Beschäftigte tätig" und somit

ebenfalls gesetzlich unfallversichert.

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03 | Quellen

Versicherungsschutz bei Veranstaltungen

● Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz für Kinder in

Tageseinrichtungen, GUV-SI 8029

● Sozialgesetzbuch, Siebtes Buch, § 2 Versicherung

kraft Gesetzes

● Sozialgesetzbuch, Siebtes Buch, § 8 Arbeitsunfall

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01 | Informationen

Hinweise für Eltern

Kinder orientieren sich an Vorbildern. Sie beobachten ihre

Eltern in allen (Verkehrs)Situationen, und das vorgelebte

Handeln wird zum Maßstab für ihr eigenes Verhalten. Das

betrifft nicht nur die korrekte Einhaltung der Verkehrsregeln,

sondern zum Beispiel auch ihren Umgang mit

Zeitdruck, das Verhalten anderen Verkehrsteilnehmern

gegenüber, die Wahl des Verkehrsmittels und die Wahl

der geeigneten Kleidung.

Der Straßenverkehr birgt insbesondere für Kinder eine

Reihe von Gefahren. Diese liegen auch darin begründet,

dass Kinder noch lernen müssen, sich im Straßenverkehr

zurechtzufinden. Wenn sie die Gelegenheit dazu haben,

entwickeln sie ihre Fähigkeiten kontinuierlich weiter und

können Erfahrungen sammeln, um immer komplexere

Situationen zu meistern.

Auch wenn es im Moment sicherer erscheint, die Kinder

im PKW zur Einrichtung zu bringen, so nimmt man ihnen

dabei gleichzeitig die Möglichkeit, diese Erfahrungen zu

sammeln und die notwendigen Fähigkeiten für eine aktive

und selbstständige Verkehrsteilnahme zu üben.

So unterstützen Sie Ihr Kind im Straßenverkehr

● als Fußgänger

● als Mitfahrer auf dem Fahrrad

● als Mitfahrer im PKW und

● in öffentlichen Verkehrsmitteln.

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Hinweise für Eltern

02 | weitere Hinweise

Kinder als Fußgänger

Abhängig von Situationen und Örtlichkeiten, sollten

Kinder als Fußgänger lernen:

● Wo sie als Fußgänger gehen sollten

(z. B. auf dem Bürgersteig innen an der Häuserseite)

● Wo der Bürgersteig beginnt und wo andere Fahrzeuge

Vorrang haben (Radweg, Straße)

● Wo sie die Straße überqueren können und wo sie

vorher stehen bleiben sollen, um sich zu orientieren

(Welche verschiedenen Übergänge gibt es, und was

muss man dort jeweils beachten; können sie die

Straße gut einsehen?)

● Wann sie die Fahrbahn sicher überqueren können

(Einschätzung von Entfernungen und

Geschwindigkeiten)

● Wie sie die Fahrbahn richtig überqueren

(nicht quer über die Straße gehen, sondern zügig

geradeaus; auch beim Überqueren der Straße den

Verkehr im Auge behalten)

● Wo sie die Fahrbahn keinesfalls überqueren dürfen

(z. B. nie aus einer Parklücke, hinter Baustellen oder

Bäumen auf die Straße gehen)

Wenn Sie mit einem Kind im Vorschulalter im Straßenverkehr

unterwegs sind, ist es empfehlenswert, überall

dort, wo Gefahren drohen könnten, kurz stehen zu

bleiben, auch wenn Sie die Situation bereits eingeschätzt

haben und weitergehen könnten. Kinder prägen sich

dieses Verhalten ein.

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Kleinen ca. zweijährigen Kindern kann man erklären,

warum man stehen bleibt und sich orientiert, dreijährige

Kinder können schon selbst mitschauen und beginnen,

Gefahren einzuschätzen, und je älter und erfahrener das

Kind wird, desto mehr kann man ihnen die Entscheidung

zur Überquerung überlassen.

Weitere Informationen finden Sie in der Schrift:

"Kinder als Fußgänger, Wissensblatt 13 von der

Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V."

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Hinweise für Eltern

02 | weitere Hinweise

Kinder als Mitfahrer auf dem Fahrrad

Kinder im Alter von eins bis sieben dürfen auf dem Fahrrad

nur in einem speziellen Kindersitz mitgenommen

werden. Der Radfahrer selbst muss dabei mindestens

16 Jahre alt sein.

Bevor Sie sich aber einen Fahrrad-Kindersitz anschaffen,

sollten Sie prüfen, ob Ihr Fahrrad für diese Extrabelastung

stabil genug ist. Ein Heckmodell (also ein Kindersitz, der

auf dem Gepäckträger montiert wird) ist besonders

empfehlenswert. So haben Sie freie Sicht nach vorne.

Wenn Sie einen Rückspiegel am Lenker anbringen,

können Sie während der Fahrt dennoch nach Ihrem Kind

sehen.

Der geeignete Fahrrad-Kindersitz verfügt über folgende

Ausstattung:

● Heckmodelle mit höherer Lehne sorgen für eine

zusätzliche Kopfabstützung

● Damit Ihr Kind nicht aus Versehen mit dem Fuß in die

Speichen gerät, verfügen viele Kindersitze über eine

Fußsicherung. Alternativ ist eine Radverkleidung

empfehlenswert.

● Achten Sie darauf, dass der Kindersitz mit

Hosenträgergurten ausgestattet ist. Diese sichern Ihr

Kind zuverlässiger vor dem Herausfallen als ein

Beckengurt.

Für welchen Kindersitz Sie sich auch entscheiden, ein

Fahrradhelm ist für Sie und Ihr Kind unerlässlich! Auch

wenn Sie einen DoppelFahrradständer haben – lassen Sie

Ihr Kind nie im Kindersitz sitzen, wenn Sie das Fahrrad

abstellen! Decken Sie auch Sattelfedern ab, damit Ihr Kind

nicht hineingreift und sich die Finger einklemmt!

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Hinweise für Eltern

02 | weitere Hinweise

Kinder als Mitfahrer im PKW

Viele Wege werden heute mit dem Auto erledigt. Dafür

gibt es viele Gründe: Zeitnot, Bequemlichkeit, schlechtes

Wetter oder reine Gewohnheit. Für Kinder hat dies neben

dem Vorteil des höheren momentanen Komforts auch

viele Nachteile:

● Sie können den Weg nicht nutzen, um eigenständige

Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln und das

richtige Verhalten zu üben

● Sie lernen den Weg nicht wirklich kennen, das heißt,

es fällt ihnen schwer sich räumlich zu orientieren

● Sie nutzen den Weg nicht zur Verbesserung ihrer

sensomotorischen Fähigkeiten und zur Bewegung an

der frischen Luft

Neben Nachteilen für das einzelne Kind bereitet das

zunehmende Aufkommen von "Elterntaxis" aber auch

Probleme für die Einrichtung und die übrigen Kinder

während der Hol- und Bringsituation.

Häufig entsteht vor den Einrichtungen ein regelrechtes

Verkehrschaos, das insbesondere in der Dunkelheit

Kinder zwischen den haltenden sowie an- und

abfahrenden PKWs gefährdet. Oft findet in diesem

Rahmen auch keine ordentliche Übergabe der Kinder

statt.

Es ist wichtig für die Sicherheit der Kinder, mit den Eltern

Vereinbarungen über geeignete Haltezonen und die

verbindliche Übergabe zu treffen. Vorteilhaft ist, in

fußläufiger Entfernung zur Einrichtung zu parken und

mit dem Kind gemeinsam zur Einrichtung zu laufen.

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Ob die Fahrt kurz oder lang ist, Kinder, die unter 12 Jahre

alt und kleiner als 150 cm sind, müssen im Auto

gesondert gesichert werden.

Die Sicherheit für Kinder im PKW ist entscheidend von

der Auswahl des geeigneten Kindersitzes abhängig.

Viele Fahrzeuge sind mit Halterungen für Isofixsysteme

ausgestattet. Bei Nutzung dieser Technik sind

Montagefehler praktisch ausgeschlossen. Weitere

Informationen finden Sie in der Schrift:

"Sicherheit für Kinder im PKW, Wissensblatt 4 von der

Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V."

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Hinweise für Eltern

02 | weitere Hinweise

Kinder in öffentlichen Verkehrsmitteln

Die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs stellt

für Kinder eine große Herausforderung dar und wird von

den meisten Kindern auch als besonders spannend

empfunden. Bus und Bahn sind dabei, gemessen an

den Unfallstatistiken, sehr sichere Verkehrsmittel.

Erklären Sie Ihrem Kind die wichtigsten Verhaltens- und

Verkehrsregeln, wenn Sie gemeinsam in öffentlichen

Verkehrsmitteln unterwegs sind:

Warten

Halten Sie an der Haltestelle mindestens einen Meter

Abstand zum heran- oder abfahrenden Bus bzw. zur

Bahnsteigkante. Lassen Sie Kinder an der Haltestelle

nicht herumtollen oder Fangen spielen.

Einsteigen

Durch Ungeduld beim Aus- oder Einsteigen kann es

schnell zu Stürzen kommen: Erklären Sie Ihrem Kind,

dass es auch ohne Drängeln in die Bahn oder den Bus

kommt.

Während der Fahrt

Ihr Kind sollte bei der Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln

sitzen. Sind keine Plätze frei, muss es sich gut

festhalten, damit es einen sicheren Stand hat und sich bei

einem plötzlichen Bremsmanöver nicht verletzt. Taschen

sollten sicher am Boden abgestellt werden.

Aussteigen

Auch hier gilt: zügig und ohne Drängeln aussteigen.

Wenn Sie nach dem Aussteigen die Straßenseite wechseln

müssen, suchen Sie sich einen sicheren Übergang und

achten Sie darauf, dass die Verkehrssituation für Ihr Kind

gut einsehbar ist. Ist dies nicht der Fall, können Sie davon

ausgehen, dass auch Ihr Kind für andere Verkehrsteilnehmer

schlecht zu sehen ist.

Sichere Kita | Verkehrserziehung | Der Sichere Weg

Im Rahmen ihres Schulscout-Projektes führt z. B. die

Regionalverkehr Köln GmbH Fortbildungen für Vorschulkinder

durch, die gemeinsam mit den jeweiligen

Einrichtungen organisiert werden. Für das korrekte

Verhalten im und um den Bus hat die Regionalverkehr

Köln GmbH 13 Regeln zusammengestellt:

"Sicher mit dem Bus zur Schule"

Viele weitere regionale Verkehrsunternehmen bieten

inzwischen ähnliche Veranstaltungen für Einrichtungen

an. Erkundigen Sie sich bei Ihrem ansässigen

Unternehmen.

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03 | Quellen

Hinweise für Eltern

● Kinder als Fußgänger, Wissensblatt 13,

Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V.

● Sicherheit für Kinder im PKW, Wissensblatt 4,

Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V.

● Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V.

● Deutsche Verkehrswacht e.V.

● Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)

Sichere Kita | Verkehrserziehung | Der Sichere Weg

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01 | Informationen

Allgemeines

Spielfahrzeuge

Kinderfahrzeuge der unterschiedlichsten Art, Größe und

Funktion wie Rollbretter, Dreiräder, Bobbycars, Roller,

Lauf- und Fahrräder gehören heute zum spielerischen

Alltag eines Kindes und sind in Kindertageseinrichtungen

wie auch im privaten Bereich zu finden.

Mit diesen Fahrzeugen lassen sich altersgerecht

● Grobmotorik,

● Geschicklichkeit und Gleichgewicht,

● Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit,

● Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und

Reaktionsfähigkeit und

● Verkehrsregeln

mit den Kindern spielerisch üben.

Sichere Kita | Verkehrserziehung | Fahrzeuge

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Spielfahrzeuge

02 | weitere Hinweise

Roller und Laufräder

Roller- oder Laufrad fahren übt elementare Fähigkeiten,

wie z. B. Gleichgewicht halten und Geschicklichkeit im

Umgang mit Geschwindigkeit, auf einem für Kinder nicht

einfachen motorischen Niveau. Das Üben mit dem Roller

oder dem Laufrad ist eine gute Vorbereitung auf das

spätere Fahrradfahren.

Kinder lernen sehr schnell das Rollerfahren, und es macht

ihnen Spaß. Das Üben im Rollerparcours kann darüber

hinaus die Geschicklichkeit erhöhen und hilft, unnötige

Stürze zu vermeiden.

Stationen eines Rollerparcours können z. B. sein:

1. Tragen des Rollers über ein Hindernis

2. Anfahren, dabei das Standbein in die Mitte des

Rollers stellen und mit dem Schwungbein abstoßen

3. Gleichgewicht halten: den Roller auslaufen lassen

und bis zum Stillstand mit beiden Beinen auf dem

Roller stehen bleiben

4. Hindernisse umfahren und Kurven fahren, dabei

Links- und Rechtsdrehungen üben

5. Steigungen und Gefälle bewältigen

6. Aus dem Fahren mit erhöhtem Tempo bremsen

Je mehr Kinder und unterschiedliche Fahrzeuge

gleichzeitig auf dem Parcours unterwegs sind, desto

vielfältiger werden dabei die Anforderungen.

Verkehrsregeln können mit berücksichtigt werden,

Absprachen und gegenseitige Rücksichtnahme zwischen

den Kindern sind gefordert.

Sichere Kita | Verkehrserziehung | Fahrzeuge

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03 | Quellen

Spielfahrzeuge

● Schulweglexikon, GUV-SI 8057

● Der Roller als Verkehrsmittel für Kinder,

Wissensblatt 9,

Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V.

● Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)

Sichere Kita | Verkehrserziehung | Fahrzeuge

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01 | Informationen

Fahrräder

Das Fahrrad dient im Vorschulalter weniger als Fortbewegungsmittel,

sondern hauptsächlich als Spielgerät.

Auch wenn es den Anschein hat, dass ein Kind schon

sicher mit dem Fahrrad unterwegs ist, so bezieht sich

dies vor allem auf die Beherrschung der elementaren

Radfahrtechniken.

Die Aufmerksamkeit der Kinder gilt dabei vor allem dem

Bewegungsablauf und der erreichten Geschwindigkeit.

Das Verkehrsgeschehen überfordert Kinder im

Vorschulalter noch.

Kinder im Vorschulalter

● können die vielfältigen Informationen im

Verkehrsgeschehen nicht adäquat wahrnehmen und

verarbeiten,

● reagieren langsamer und können daher auch nicht so

schnell ausweichen und

● können schlechter vorausschauend planen und

handeln.

In Kindertageseinrichtungen wird daher das Radfahren

ausschließlich in begrenzten verkehrsfreien Räumen

geübt. Für sie ist die Anschaffung von ordentlich

ausgerüsteten und stabilen Spiel- und Lernfahrrädern

empfehlenswert.

Im privaten Bereich geht das Spielen und Üben mit

dem Fahrrad im Schonraum nahtlos in gemeinsame

Fahrradausflüge mit den Eltern im öffentlichen Verkehr

über. Für diesen Zweck ist die Anschaffung von

verkehrstauglichen Fahrrädern empfehlenswert.

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Fahrräder

02 | weitere Hinweise

Lern- und Spielfahrräder

Als Ausstattungsmerkmale von Spiel- und Lernfahrrädern

empfiehlt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V.:

● Leichtgängige Handbremse und Rücktrittbremse

● Tiefer Durchstieg am Rahmen

● Lenker und Sattel höhenverstellbar

● Breite und trittsichere Pedale

● Geschlossener Kettenschutz

● Sicherheitsgriffe an den Lenkerenden

● Polsterung am Lenker

● Klingelknopf aus Weichplastik

Außerdem sollten die Kinder geeignete Kleidung und

einen gut sitzenden Helm zum Schutz vor Kopfverletzungen

tragen.

Vor jedem Einsatz der Räder muss überprüft werden, ob

die Einzelteile sicher montiert und nicht lose befestigt

sind.

Sichere Kita | Verkehrserziehung | Fahrzeuge

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Fahrräder

02 | weitere Hinweise

Verkehrstaugliche Fahrräder

Sobald man mit den Kindern Ausflüge im öffentlichen

Straßenraum unternehmen will, muss das Fahrrad

verkehrstauglich sein.

Zur vorschriftsmäßigen Ausstattung eines Fahrrades nach

Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) gehören:

1. Schlussleuchte mit Rückstrahler (in der Regel Teil

der Schlussleuchte)

2. Großflächenrückstrahler

3. Dynamo

4. Klingel

5. Weißer Frontrückstrahler

6. Scheinwerfer nach vorne

7. Vorderbremse

8. Am Vorder- und Hinterrad mindestens je zwei

Speichenreflektoren oder reflektierende Reifen

9. Gelbe Tretstrahler an den Pedalen, die nach hinten

und nach vorne reflektieren

10. Hinterradbremse (Rücktrittbremse)

Neben der technischen Ausstattung des Fahrrades ist das

verkehrsgerechte Verhalten der Kinder wichtig.

Sie sollten gut für andere Verkehrsteilnehmer erkennbar

sein und sich weitestgehend in "Schonräumen" bewegen.

Daher müssen Kinder bis zum achten Geburtstag mit dem

Fahrrad auf dem Gehweg fahren, auch wenn Radwege

vorhanden sind.

Sichere Kita | Verkehrserziehung | Fahrzeuge

Wenn sie eine Fahrbahn überqueren wollen, müssen

Kinder absteigen und das Rad schieben. Bis zum Alter

von zehn Jahren können die Kinder wählen, ob sie

weiterhin auf dem Gehweg oder auf dem Radweg fahren

wollen.

Achten Sie außerdem darauf, dass die Kinder beim

Radfahren

● immer einen gut sitzenden Fahrradhelm tragen,

● helle, gut sichtbare Kleidung bzw. Reflektoren an

Jacke oder Schulranzen tragen,

● niemals Taschen oder Tüten an den Lenker hängen:

Geraten diese in die Speichen, kann es zu Stürzen

und schweren Verletzungen kommen.

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Fahrräder

02 | weitere Hinweise

Verkehrstaugliche Fahrräder

Weitere Tipps zum Fahrradkauf:

● Wählen Sie ein Fahrrad, das zur Körpergröße passt.

Stellen Sie den Sattel so ein, dass Ihr Kind den Boden

mit beiden Füßen berührt. Mindestens mit dem

Fußballen, besser noch mit dem ganzen Fuß.

● Der Rahmen muss auf Kinder zugeschnitten sein:

Das heißt, die Querstange darf nicht zu hoch, die

Abmessungen sollten kindgerecht sein.

● Bevorzugen Sie Sicherheitsgriffe mit Prallschutz an

den Lenkerenden. Er fängt Stöße ab und schützt vor

Verletzungen.

● Der Lenkervorbau sollte gepolstert sein

● Die Bremshebel sollten sich nah am Lenker befinden,

die Bremskraft nicht zu stark sein. Wenn das Vorderrad

beim Bremsen blockiert, kann das Kind über den

Lenker stürzen. Üben Sie das Bremsen mit dem Kind.

● Wählen Sie Tretkurbeln ohne Befestigungskeil. An

den Keilen können Hosenbeine hängen bleiben.

Ebenfalls wichtig: ein Kettenschutz.

● Wählen Sie eher breite Reifen – die geben Sicherheit

und dämpfen Stöße. Leichte Felgen aus Aluminium

sparen Gewicht.

Sichere Kita | Verkehrserziehung | Fahrzeuge

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03 | Quellen

Fahrräder

● Schulweglexikon, GUV-SI 8057

● Kinder als Radfahrer, Wissensblatt 8,

Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V.

● Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)

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Helme

01 | Informationen

Nur mit einem Helm ist Ihr Kind bei Stürzen vom Rad

ausreichend vor schweren Kopfverletzungen geschützt.

Helme müssen jedoch bestimmten Anforderungen

genügen und richtig gepflegt werden, damit dieser

Schutz gewährleistet ist.

Sie müssen passen und richtig aufgesetzt werden. Sie

sitzen richtig, wenn der obere Stirnbereich, Schädeldecke

und Hinterkopf vom Helm bedeckt werden. Sitzt der Helm

zu weit hinten, bietet er Stirn und Schläfen bei einem

Frontalaufprall keinen Schutz. Helme sind in der Regel

mit einem Herstellungsdatum versehen.

Bei normaler, unfallfreier Beanspruchung sind sie fünf bis

acht Jahre haltbar. Dann muss der Helm ersetzt werden.

In jedem Fall muss er nach einem Unfall ausgetauscht

werden, auch dann, wenn äußerlich keine Schäden zu

erkennen sind. Schon kleinste Risse mindern die Schutzwirkung

des Helmes erheblich.

Neben einem guten Sitz sollten die Helme natürlich den

gesetzlichen Sicherheitsanforderungen entsprechen.

Dazu sind Fahrradhelme mit einem dauerhaft sicht- und

lesbaren Typenschild versehen, das folgende Angaben

enthält:

● CE-Kennzeichnung

● Nummer der europäischen Prüfnorm "DIN EN 1078"

● Name oder Zeichen des Herstellers

● Modellbezeichnung

● Angabe, um welche Art von Helm es sich handelt, z. B.

Helm für Radfahrer, Rollschuhfahrer, Skateboard-

Fahrer

● Größe oder Umfang des Kopfes in cm

● Gewicht des Helmes in Gramm

● Herstellerjahr und Quartal

Empfehlenswert sind Helme mit GS-Kennzeichnung.

Sichere Kita | Verkehrserziehung | Fahrzeuge

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Helme

02 | weitere Hinweise

CE-Kennzeichnung

Die CE-Kennzeichnung wurde vorrangig geschaffen,

um im freien Warenverkehr dem Endverbraucher sichere

Produkte innerhalb der Europäischen Union zu gewährleisten.

Mit der CE-Kennzeichnung bestätigt der Hersteller

die Konformität des Produktes mit den zutreffenden EG-

Richtlinien und die Einhaltung der darin festgelegten

Mindestanforderungen.

Die CE-Kennzeichnung ist damit weder ein Qualitätszeichen

noch ein Zeichen für Produktsicherheit.

GS – geprüfte Sicherheit

Die Zertifizierung mit dem GS-Zeichen ist im Gegensatz

zur CE-Kennzeichnung freiwillig.

Das GS-Zeichen bedeutet, dass eine vom deutschen Staat

autorisierte Prüfstelle das Produkt überprüft hat und dass

der Helm die entsprechenden Sicherheitsrichtlinien nach

DIN erfüllt.

Bei dieser Untersuchung werden die Helme mit einem

Prüfkopf aus einer bestimmten Höhe auf einen Metallamboss

fallen gelassen. Dieser Amboss simuliert das

Auftreffen auf den flachen Asphalt. Damit Helme auch bei

einem Sturz sicher auf dem Kopf bleiben, unterzieht man

sie einem sogenannten Abstreiftest. Helme, die diese

Prüfungen bestehen, gelten als sicher.

Helme sind nur beim Radfahren oder bestimmten Sportarten

sinnvoll. Beim Spielen sollte Ihr Kind den Helm

immer abnehmen! Bleibt es mit dem Helm zum Beispiel an

Klettergerüsten oder Ästen hängen, kann dies schwere

Verletzungen nach sich ziehen.

Sichere Kita | Verkehrserziehung | Fahrzeuge

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03 | Quellen

Helme

● Helme für Radfahrer und für Benutzer von

Skateboards und Rollschuhen, DIN EN 1078

Sichere Kita | Verkehrserziehung | Fahrzeuge

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01 | Informationen

Aufbewahrung von Spielzeug, Fahrzeug, Werkzeug

Zu jedem Außengelände gehören natürlich Spiel- und

Fahrzeuge, die die Kinder zu einem kreativen und

bewegungsfreudigen Spiel motivieren sollen. Diese

Materialien sind einer überdurchschnittlichen Belastung

ausgesetzt und müssen deshalb besonders robust sein.

Daher ist bei der Anschaffung von Materialien darauf zu

achten, dass diese die erforderlichen Sicherheitsstandards

erfüllen und die entsprechenden Kennzeichnungen

der Hersteller aufweisen.

Sinnvoll ist es, die CE-Kennzeichnung und das GS-

Prüfzeichen sowie die Angabe des Alters der Kinder, für

die das Spiel- oder Fahrzeug geeignet ist, zu beachten.

Materialien, die für den privaten Gebrauch hergestellt

sind, eignen sich nicht für den Gebrauch in einer

Kindertageseinrichtung.

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Aufbewahrung von Spielzeug, Fahrzeug, Werkzeug

02 | weitere Hinweise

Die Spiel- und Fahrzeuge sollten separat und geordnet

aufbewahrt werden. Hierfür eignet sich z. B. ein

Holzgerätehaus, das an einer geeigneten Stelle im

Außengelände platziert ist. Bei der Lagerung der

Spielmaterialien ist darauf zu achten, dass diese nicht

zu hoch (über Kopfhöhe) gelagert werden, um Unfälle

durch herabfallende Gegenstände zu verhindern.

Die Spiel- und Fahrzeuge sind genau wie Außenspielgeräte

regelmäßig zu prüfen und zu warten, damit deren

Funktionstüchtigkeit und sichere Benutzung gewährleistet

ist.

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03 | Quellen

Aufbewahrung von Spielzeug, Fahrzeug, Werkzeug

● Sicherheit von Spielzeug, DIN EN 71

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01 | Informationen

Grundsätze zur Verkehrserziehung

Verkehrserziehung in der Kindertageseinrichtung

bedeutet mehr als das Erlernen von Verkehrsregeln.

Kinder entwickeln stetig ihre sensomotorischen

Fähigkeiten weiter, die sie unter anderem auch dazu

benötigen, komplexe Verkehrssituationen zu bewältigen.

Die Entwicklung dieser persönlichen Fähigkeiten und

Leistungsvoraussetzungen vollzieht sich nicht in kurzer

Zeit, sondern ist ein fortschreitender Prozess, der durch

die Zeittafel "Entwicklungsphasen im Kindesalter"

veranschaulicht werden kann.

Zur Förderung der notwendigen Fähigkeiten und

Fertigkeiten kann die Kindertageseinrichtung einen

wichtigen Beitrag leisten. Sie hilft so den Kindern, die

Kompetenzen zu entwickeln, die sie benötigen, um z. B.

ihren Schulweg später eigenständig bewältigen zu

können.

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Grundsätze zur Verkehrserziehung

02 | weitere Hinweise

Folgende Fähigkeiten sind für die Teilnahme am Straßenverkehr

besonders wichtig und können in der Einrichtung

geübt werden:

● Die Anpassungsfähigkeit: zur Anpassung der eigenen

Bewegung an die Bewegung anderer Körper bzw. an

das Gelände, Gegenstände und Rhythmus

● Die Antizipationsfähigkeit: die gedankliche Vorwegnahme

des Verlaufes einer Bewegung und der Geschwindigkeit

eines sich bewegenden Gegenstandes mit

entsprechender Steuerung der eigenen Bewegung

● Die Kombinationsfähigkeit: die Fähigkeit, mehrere

Bewegungen miteinander zu kombinieren

● Die Reaktionsfähigkeit: die Fähigkeit schnell und

situationsbezogen auf erwartete und unvorhergesehene

Ereignisse zu reagieren

● Die Konzentrationsfähigkeit: diese umfasst das

beharrliche Konzentrieren in Erwartung optischer und

akustischer Zeichen

● Die Wahrnehmungsfähigkeit: die Sensibilisierung für

das Erkennen komplexer Situationen und Bewegungsvorgänge

● Die Gleichgewichtsfähigkeit: die Fähigkeit, den

eigenen Körper und mit ihm gekoppelte Gegen

stände im Gleichgewicht zu halten

Der Begriff Sensomotorik bezeichnet das Zusammenwirken

des sensorischen und des motorischen Systems,

so z. B. die sensomotorische Koordination zwischen

Gesichtssinn und Handmotorik beim Greifen.

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03 | Quellen

Grundsätze zur Verkehrserziehung

● Kompetenzen von Kindern erkennen,

Landessportbund NRW

● Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung

in Kindertageseinrichtungen, GUV-SI 8072

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01 | Informationen

Spiele und Übungen zur Verkehrserziehung

Viele Spiele und Übungen kennen Sie sicher und wenden

sie bereits ganz selbstverständlich an.

Wir haben auf den nächsten Seiten Beispiele und

Anregungen für Sie zusammengestellt, die mit geringem

Aufwand an Material und Vorbereitung durchführbar sind.

● Wahrnehmung und Bewegung

● Farben und Formen*

● Rechts und links*

● Verkehrsspiele*

● Fallen können

● Verkehrszeichen

*demnächst im Internet verfügbar

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Verkehrszeichen

Spiele und Übungen zur Verkehrserziehung

02 | weitere Hinweise

Spätestens, wenn Kinder mit dem Fahrrad unterwegs sind,

müssen sie alle wichtigen Verkehrszeichen kennen.

Aber auch bereits als Fußgänger, z. B. auf dem Weg zur

Kindertageseinrichtung, sind Verkehrszeichen wie

"Fußgängerüberweg" oder "Fußweg" wichtig.

Kindern macht es Spaß, spielerisch die Bedeutung von

Verkehrszeichen zu erlernen.

Wählen Sie, gemäß dem Entwicklungsstand der Kinder

und den realen Gegebenheiten im Umfeld Ihrer

Einrichtung, die Verkehrszeichen aus, deren Bedeutung

Sie mit den Kindern "erspielen" möchten. Oder machen

Sie eine Reise durch den "Schilderwald" vor Ihrer

Einrichtung und erläutern Sie den Kindern die von ihnen

entdeckten Verkehrszeichen.

Hier finden Sie eine Auswahl wichtiger Verkehrszeichen:

● Gefahrenzeichen

● Vorschriftenzeichen

● Richtzeichen

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03 | Quellen

Spiele und Übungen zur Verkehrserziehung

● Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V.

● Deutsche Verkehrswacht e.V.

● Straßenverkehrsordnung (StVO)

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Partner

Bei der Durchführung von Maßnahmen zur Verkehrserziehung

in der Kindertageseinrichtung sind Sie nicht

allein. Sie können auf die Unterstützung kompetenter

Partner zurückgreifen. Viele Institutionen haben speziell

für Kindertagesstätten Programme und Angebote zur

Verkehrserziehung entwickelt, die sie den Einrichtungen

in der Regel kostenlos anbieten und die mit Angeboten

für ältere Kinder verzahnt sind.

Außerdem ist es sinnvoll, wenn Sie Kontakt mit den

Grundschulen Ihres Einzugsbereiches aufnehmen und

mit den Kindern und ihren Eltern vor dem Wechsel in die

Grundschule den zukünftigen Schulweg thematisieren.

Sie können die Eltern so auch über mögliche Angebote

der Schule informieren.

Folgende Einrichtungen, Institutionen und Verbände

bieten in der Regel Programme und Aktionen zur

Unterstützung der Verkehrserziehung in

Kindertageseinrichtungen an:

● Polizei

● Verkehrswacht

● Verkehrsunternehmen

● Theater und Puppenbühnen

● Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V.

In vielen Orten haben sich auch Arbeitsgemeinschaften

oder Netzwerke zum Thema Verkehrssicherheitsarbeit für

Kinder und Jugendliche gegründet.

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Auf zwei von Ihnen verweisen wir an dieser Stelle

beispielgebend:

zum einen auf das überregionale Netzwerk Verkehrssichere

Städte und Gemeinden im Einzugsbereich des

Verkehrsverbundes Rhein-Sieg, zu dessen Trägern auch

die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen zählt, sowie zum

anderen auf die von der Polizei initiierte Wuppertaler

Verkehrs-Erziehungs-Partnerschaft "Zahn um Zahn".

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Medien und Druckschriften

Briefe für den Elementarbereich

Titel Bestellnummer

Wandern in Feld und Flur GUV 57.2.278

"Wie komme ich über die Straße?" GUV 57.2.353

Ein Roller- und Fahrradtag im

Kindergarten

Was ist wo? Schulhaus und Schulhof –

Aktionen für zukünftige Schulkinder

GUV 57.2.365

GUV 57.2.377

Kindertageseinrichtungen können sich in den Verteiler

aufnehmen lassen und bis zu drei Exemplare kostenlos

bestellen.

Druckschriften

Titel Bestellnr. PDF

"Sicher und mobil" – ein Ratgeber für

Eltern

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S. 23 öffnen

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Seminarangebote

Verkehrserziehung in der Kindertageseinrichtung

Nummer: R10670 | Termin: 05.10.2010 bis 06.10.2010

● Inhalt

❍ Überblick über die gesetzliche Unfallversicherung

und Handlungsfelder der Unfallkasse Nordrhein-

Westfalen

❍ Bedeutung des Themas Verkehrssicherheit

❍ Entwicklung von Wahrnehmung, Motorik und

Reaktionsvermögen im Kindesalter

❍ Einbettung des Themas Verkehrserziehung in den

Alltag der Kindertageseinrichtung

❍ Unterstützende Angebote und Programme

❍ Elternarbeit

❍ Akteure und Ansprechpartnerinnen und

Ansprechpartner

● Zielgruppen

❍ Leiterinnen und Leiter von

Kindertageseinrichtungen

❍ Erzieherinnen und Erzieher

● Seminarleitung

❍ Georg Nottelmann

Bildungszentrum für die Entsorgungs- und

Wasserwirtschaft GmbH

Dr. D.-K.-Rohwedder Straße 70

47228 Duisburg-Rheinhausen

Hier gelangen Sie zum Anmeldeformular.

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Links

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema

Verkehrs- und Mobilitätserziehung im Internet:

● Bundesanstalt für Straßenwesen

● Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V.

● Fachgruppe Bildungswesen der Deutschen

gesetzlichen Unfallversicherung

● LernWerkStadt – Mobilität beginnt im Kopf

● Verkehrswacht Medien und Service Center

● Verkehrstechnisches Institut der Deutschen

Versicherer

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Entwicklungsphasen im Kindesalter

Sichere Kita | Verkehrserziehung

Grundsätze zur Verkehrserziehung in der Kita

Die Zeittafel ist individuellen Schwankungen unterworfen, so dass die Altersangaben nur als grobe Richtwerte anzusehen sind.

Sie hängt natürlich auch stark davon ab, welche Erfahrungen ein Kind u.a. im Verkehr machen kann und darf.

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Motorische Entwicklungsübersicht

Sichere Kita | Verkehrserziehung

Aus: Balster, K./Schilf, F.: Kompetenzen von Kindern erkennen, Landessportbund NRW

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Motorische Entwicklungsübersicht

Sichere Kita | Verkehrserziehung

Aus: Balster, K./Schilf, F.: Kompetenzen von Kindern erkennen, Landessportbund NRW

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Sichere Kita | Verkehrserziehung

Sensonmotorische Entwicklungsübersicht

Aus: Balster, K./Schilf, F.: Kompetenzen von Kindern erkennen, Landessportbund NRW

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Sensonmotorische Entwicklungsübersicht

Aus: Balster, K./Schilf, F.: Kompetenzen von Kindern erkennen, Landessportbund NRW

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