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physiopraxis16 xxx Juni 2011 2012 | 9. 10. JahrgangISSN 1439-023X · 61504www.thieme.de/physioonlinewww.thieme.de/physiopraxisVentraleSchulterinstabilitätLeseprobeDAS FACHMAGAZIN FÜR PHYSIOTHERAPIEDIE HÖLLE AUF ZWEI RÄDERNRace AcrossAmericaPSYCHOLOGISCHE ASPEKTE BEI RHEUMAOptimisten haben’sleichterBEOBACHTEN IN DER PHYSIOTHERAPIEAuf SpurensucheNICHT ALLES IST RECHTENS10 Antworten zumArbeitsvertragMit physiopraxis.refresher


physiotherapie35Zwischen Okziput und AtlasHANDS-ON: MOBILISATION DER OBEREN HWS Bewegungseinschränkungen im Segment C 0/C 1können gleichermaßen Beschwerden an der HWS und im Kopf auslösen. In Wort, Bild und Videoclipdemonstriert Ronny Petzold, wie man C 0 gegenüber C 1 in Flexion mobilisieren kann.physiopraxis 6/12 Abb.: Thieme VerlagsgruppeDDer kraniozervikale Übergang setzt sich aus einem Teil desSchädels (Okziput) und den oberen beiden Segmenten derHalswirbelsäule zusammen [2]. Aus biomechanischer Sicht sprichtman von einer Übergangsregion. Dabei treffen die beweglichenHalswirbel (Atlas und Axis) auf die verhältnismäßig starren Suturendes Schädels [4]. Die spezielle Form von Atlas und Axis, dasFehlen der Bandscheibe sowie der ausgeprägte Bandapparat sinddie größten Unterschiede zur restlichen Wirbelsäule. Der Bereichspielt für die Funktionen des gesamten Körpers eine entscheidendeRolle. Eine wichtige Aufgabe ist es unter anderem, die Positiondes Kopfes mit seinen Sinnesorganen im Schwerelot parallelzum Horizont zu halten [3].Funktionsstörungen im kraniozervikalen Übergang sind häufigfür Symptome im oberen Nacken sowie in der Kopf- und Gesichtsregionverantwortlich oder tragen zu diesen bei. Beispiele fürSymp tomkomplexe, bei denen die hochzervikale Region häufigbe teiligt ist:> zervikogene Kopfschmerzen> Spannungskopfschmerzen> Migräne> Schwindel> kraniomandibuläre Dysfunktionen> Tinnitus> unspezifische GesichtsschmerzenDie Entscheidung, mit welcher Technik und in welcher Progressionman die obere HWS in Flexion mobilisiert, ist von den in derAnamnese und körperlichen Untersuchung identifizierten Symptomen/Funktionsstörungenund den Wiederbefunden während einerBehandlung beziehungsweise Behandlungsserie abhängig. DiesesProzedere unterliegt dem ständigen Prozess des Clinical Reasoning.Berichtet der Patient in der Anamnese von zentralnervösen/neurovegetativen Symptomen, etwa Schwindel, Übelkeit, Seh-,Hör-, Schluck- oder Sprechstörungen, sollte der Therapeut vor derweiteren Untersuchung und Behandlung die Stabilität und dieDurchblutungssituation der oberen Halswirbelsäule mittels dergängigen Tests (zum Beispiel Sharp Purser und De Kleyn) prüfen [3].Im Zweifel empfiehlt es sich, auf eine manuelle Intervention zuverzichten und den Patienten zur weiteren Abklärung zum Arztzurückzuüberweisen.Gibt es in der Anamnese und körperlichen Untersuchung Hinweiseauf Funktionsstörungen der oberen HWS, die in Zusammenhangmit den Symptomen des Patienten stehen könnten, oder sindSchmerzen reproduzierbar, kann die Behandlung beginnen. Indiziertist die Mobilisation, um Schmerzen zu reduzieren, das Roll-Gleit-Verhalten zwischen C 0 und C 1 zu verbessern, die subokzi pitaleMuskulatur zu entspannen und den Stoffwechsel im Gelenk anzuregen.Zwei effektive Techniken sind die Mobilisation mit Weichteiltechnikund das Funktionsgleiten C 0/C 1 in Flexion.Ronny PetzoldLiteraturverzeichnis unter www.thieme-connect.de/ejournals/toc/physiopraxis > „Ausgabe 6/2012“Ronny Petzold ist seit 2003 Physiotherapeut undarbeitet in Chemnitz im atr – Ambulantes Therapiezentrumam Stadtpark. Seit seinem Abschluss derOMT-Ausbildung bei der Deutschen Gesellschaft fürOrthopädische Manuelle Therapie (DGOMT) im Jahr2007 ist er Lehrassistent für Manuelle Therapie undClinical Mentor für OMT im Kaltenborn-Evjenth-Konzept der DGOMT.


physiotherapiephysiotherapieMobilisation von C 0 in Flexion –WeichteiltechnikFunktionsgleiten von C 0in Flexion36> ASTE: Der Patient liegt auf dem Rücken, sein Kopf ragt so weitüber die obere Bankkante hinaus, dass C 1 am oberen Ende der Bankpositioniert ist. Der Therapeut steht am Kopfteil der Bank.> ASTE: siehe Weichteiltechnik> Griff: siehe Weichteiltechnik. Dann bewegt der Therapeut den Kopf37des Patienten und damit C 0 über seinen Rumpf in Seitneigung nachrechts (Drehachse: Nasenspitze des Patienten) und Rotation nachlinks. Durch die gekoppelte Vorpositionierung von C 0 steht die linkeOkziputkondyle leicht dorsal. So wird in diesem Fall betont die linkeSeite mobilisiert [3].> Griff: Der Therapeut umfasst mit seiner rechten Hand das Okziput,sein Unterarm unterstützt dabei den Kopf des Patienten. Mit derrechten Schulter nimmt der Therapeut Kontakt mit der Stirn desPatienten auf. Die linke Therapeutenhand liegt parallel zum Atlasauf der Kleinfingerseite auf, die Finger zeigen nach rechts. DerAtlas liegt auf der Zeigefingerkante der linken Hand, wodurch ervon dorsal gestützt wird [1].> Mobilisation: Die Technik beginnt in einer leichten Extensionspositionvon C 0. Der Therapeut appliziert über einen leichten Zug mitder rechten Hand und einer gleichzeitig bodenwärts gerichtetenBewegung seiner rechten Schulter einen hochzervikalen Flexionsimpuls.Die Rotationsachse liegt somit im äußeren Gehörgang.> Mobilisation: Der Therapeut bewegt seinen Körper zusammenmit dem Kopf des Patienten im Atlantookzipitalgelenk in einermöglichst großen Bewegungsamplitude passiv-assistiv oder aktivin Flexion. Auch hier ist wieder darauf zu achten, dass die Bewegungum die Flexions-/Extensionsachse von C 0 stattfindet. Während derBewegung initiiert der Therapeut über seine Schulter einen Schubnach dorsal und produziert damit zusätzlich ein Dorsalgleitenzwischen Okziput und Atlas.> Anspannung (durch den Patienten): Der Patient erhält den Auftrag,die vom Therapeuten initiierte Bewegung nicht zuzulassen.Nach einer kurzen Anspannungsphase lässt er locker, dabei solltedas subokzipitale Gewebe etwas nachgeben. Dann bewegt der Therapeutden Kopf im Atlantookzipitalgelenk weiter in Flexion. Dabeibleibt die Rotationsachse im Raum stabil. Ist nach mehrmaligemAnspannen-Entspannen-Weiterbewegen das momentane Bewegungsendeerreicht, spannt der Patient noch die tiefen Nackenflexorenüber eine statische Flexion der HWS für einige Sekunden an, umdie subokzipitale Muskulatur noch weiter zu entspannen [1].> Tipp: Das assistive/aktive Funktionsgleiten integriert das aktiveSystem in die Bewegung und dient dem „Erhalt“ des neugewonnenen Bewegungsausmaßes nach einer Entspannungsodertranslatorischen Technik.> Tipp: Liegt eine artikuläre Einschränkung vor, kann die Technik auchals translatorische Gelenktechnik eingesetzt werden. Dabei stelltder Therapeut C 0 am aktuellen Bewegungsende in Flexion ein undappliziert dann über seine Schulter ein Dorsalgleiten von C 0 auf C 1.ZU GEWINNENZUSATZINFOHWS-Modell mit SchädelTechniken im VideoclipWir verlosen einenvierteiligen Klassik-Schädel auf einerHalswirbelsäule der Firma 3B Scientific(www.3bscientific.de).Wer gewinnen möchte, klickt bis zum19.7.2012 unter www.thieme.de/physioonline > „physiopraxisexklusiv“> „Gewinnspiel“ auf„ Ha n d s- o n “ .Unter www.thieme-connect.de/ejournals/toc/physiopraxiszeigt Ronny Petzold die beiden Techniken im Videoclip.Die QR-Codes führen Sie direkt zu den Clips.Mobilisation mitWeichteiltechnikFunktionsgleitenKostenlose Apps für Smartphones und Tablet-PCs, die QR-Codes lesen können,sind zum Beispiel i-Nigma und Kaywa (beide im Apple Store erhältlich) sowiebarcoo (im Apple Store sowie für Android im Play Store erhältlich).physiopraxis 6/12 Abb. S. 36 und S. 37: R. PetzoldInfos zur physiopraxis:www.thieme.de/physiopraxis

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