Katalog - Galerie Liebau

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Katalog - Galerie Liebau

Konrad Hummel

Michael Jastram

Kitta Kittel

Claudia Krentz

Günter Liebau

Christine Reinckens


Konrad Hummel

Michael Jastram

Kitta Kittel

Claudia Krentz

Günter Liebau

Christine Reinckens


Konrad Hummel

Göppingen

Michael Jastram

Berlin

Jörg von Kitta-Kittel

Frankfurt/Main

Claudia Krentz

Bremen

Günter Liebau

Burghaun

Christine Reinckens

Kassel

05. April–14. Juni 2009

Ausstellung in der Kunststation Kleinsassen

24. April–21. Juni 2009

Parallelausstellung in der Galerie Liebau

Malerei / Öl auf Leinwand / Acryl auf Papier

Skulpturen / Bronze

Skizzen / Mischtechnik

Malerei / Acryl

Skulpturen / Stein und Bronze

Zeichnungen / Tusche

Strukturobjekte / Mischtechnik

Raumformen

Malerei / Acryl- und Ölmalerei

Konrad Hummel

Michael Jastram

Kitta Kittel

Claudia Krentz

Günter Liebau

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Christine Reinckens


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Vorwort

„k:sechs“ steht für eine Künstlergruppe, die sich sowohl mit

figu rativer als auch abstrakter Malerei und Skulptur in beeindruckender

Weise auseinandersetzt.

Die Künstler und Künstlerinnen aus verschiedenen Regionen

Deutschlands sind in der Galerie Liebau zu einer Formation zusammengestellt

worden, die in unterschiedlichen Rich tungen hochwertige

und interessante Ergebnisse vorweisen können.

Die geschaffenen Werke im ästhetischen Kunstbereich sind von

einer bemerkenswerten Qualität sowohl in ihrer Aussage mit

dem gebotenen Dialog als auch von ihrer grundsoliden perfekten

technischen Umsetzung.

Das Spannende an dieser Gruppe sind weit gefächerte,

unterschiedliche künstlerische Aussagen in ungewöhnlich stark ausgeprägter

Wahrnehmung der einzelnen künstlerischen Fähigkeiten,

vergleichbar mit hoher Kochkunst und intensiver, scharfer

Geschmacksrichtung - von scharf bis süß, von leicht

bis schwer, von nüchtern bis berauschend.


Christine

Reinckens

Konrad

Hummel

Kitta

Kittel

Günter

Liebau

Die realistischen Portraits und Figurationen von Christine Reinckens

– durch ihre expressive Farbigkeit und die Betonung von Ausdruck

und Haltung psychologisch verdichtet – zeigen, dass diese Mal- und

Sichtweise – trotz Fotografie – ihre Berechtigung und Bedeutung

nicht verloren hat.

Konrad Hummels Gemälde hingegen tauchen ein in imaginäre,

traumhafte und abstrahierte Räume, die durch ihre Komposition

vom Erkenn baren bis hin zum Unrealen Farbflächen in faszinierenden

Verbindungen schaffen. Mit der Farbe geht der Künstler sehr

zurückhaltend um. Vergleichbar sind seine gemalten Räume mit

einem musikalischen Werk, der rhythmischen Gesetzmäßigkeit

musikalischer Systematik.

Noch viel weiter von den realistischen Bildern von Christine

Reinckens sind die Arbeiten des expressionistischen Spontan malers

Jörg von Kitta-Kittel positioniert. Seine dynamisch-farbige

Darstellungswelt ist paradox, mit vollkommen fiktiven Motiven.

Kitta-Kittels bildnerische Ideen sind hintergründig, abson der lich,

fantastisch, alogisch und oft auch komödiantisch.

Die Strukturobjekte von Günter Liebau zeigen konkrete

Kompositionen, stark abstrahierte Landschaften in ausgefallenen

Techniken. Harmonie, Ruhe und meditativer Charakter

bestimmen seine reduzierten, oft monochromen Bildtafeln.

Claudia

Krentz

Michael

Jastram

Ruhig und ausgeglichen in ihrer Wirkungsweise sind auch die reduzierten

Köpfe in Bronze und Stein der Bildhauerin Claudia Krentz.

Die Künstlerin versucht emotionale und geistige Erfahrungen mit

sich und der Welt körperhaft zum Ausdruck zu bringen.

Michael Jastram geht mit seinen Bronzen noch einen Schritt weiter.

Er verbindet Menschendarstellungen mit Treppen, Türmen, Wagen

oder Stelzenhäusern zu einem Szenario, das Endzeit oder

Ur kulturen in fantastischer Art zu vereinen scheint. Seine

Skulpturen sind kraftvoll zugleich und führen uns in eine

Atmosphäre, die keine Zeitabläufe dulden. Der Betrachter fühlt

absolute Stille, Konzentration, lässt Gedanken des Alltags verschwinden

und taucht ein in eine momentane Traumwelt.

Die Ausstellung trifft das Phänomen der Zeit in der Kunst

auf aktuelle Weise. Die Exponate und Skulpturen beschleu nigen

mit ihrer Dynamik, Kraft und Expressivität und „entschleunigen“

mit Besinnung, Ruhe und Meditation.

Günter Liebau, Galerist und Künstler

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Konrad Hummel

1955 geboren in Göppingen

1975-80 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart

1976-79 Studium der Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart

1978 Preisträger „Grafik unserer Zeit”, Frankfurt

1980 1. Preis, Jugendpreis Ulm

1982 Stipendium der Stadt Göppingen

seit 1982 zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland

1984 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg

1987 Förderpreis der Großen Kunstausstellung Düsseldorf

1990 Stipendium Künstlerbahnhof Ebernburg

1992 1. Preis, Kunstpreis der Stadt Neuenburg am Rhein

2001 Stipendium der Stadt Wertingen

2002/03 Lehrauftrag an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design, Halle

2003 Cité Internationale des Arts, Paris

2004 Prix du Jury / Ministére de la Culture, LAC, Luxembourg

2004/05 Lehrauftrag an der Philipps-Universität Marburg, Fachgebiet Grafik und Malerei

2005 Lehrauftrag an der Universität Dortmund

2007 Vertretungsprofessur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart

Mitglied Neue Gruppe München / Künstlerbund Baden-Württemberg /

Verein Düsseldorfer Künstler


„Der Betrachter

wird hier also damit

konfrontiert, sich im

Bildraum zu befinden...“

„Durchzogen von sich öffnenden, sich verschließenden Wandflächen,

entstehen auf den Bildern gestaffelte Räume, die wenig

Halt versprechen und die kaum Möglichkeiten des Entrinnens

bieten. Treppen deuten sich linear-skizzenhaft an, um daraufhin

wieder im Dunkel des Raumes oder in einer malerischen Farbfläche

zu verschwinden. Auch sie führen, ähnlich wie die zumeist

nur angedeuteten Fluchten, ins Nichts oder stoßen gegen diffuse

Flächen im schlicht gehaltenen Farbraum.

Es gibt kein Hinaus, kein Heraus aus diesen Räumen, sondern nur

ein Hinein, ein Innendrinsein. Der Betrachter wird hier also damit

konfrontiert, sich im Bildraum zu befinden bzw. in diesen treten

zu können. Auch der Sog der sich andeutenden Flucht weist dem

Betrachter einen Platz im Bildkosmos des Bühnen systems zu,

bieten doch die so fixierten Räume Gelegenheit zu bestehen,

alleine, auf sich selbst zurückgeworfen, ohne die Verzückungen

der bunten Vielfalt diverser alltäglicher Ablenkungen.

Konrad Hummel öffnet die Fläche der Leinwand also weder

für einen heiteren illusionistischen Blick nach draußen, noch für

einen heilversprechenden nach oben oder zum Zwecke der

Erweiterung der Architektur, wie das von Renaissancefresken oder

barocker Wand- und Deckenmalerei her bekannt ist. Der sich

scheinbar in der Fläche erweiternde Raum öffnet sich, um sich

sogleich wieder zu verschließen und zu verdunkeln. Man steht im

oder vor dem erahnbar Begrenzten – zeigen sich hier Parallelen zu

unserem eigenen Lebensraum?“

Stefan Renner

Konrad Hummel

Michael Jastram

Kitta Kittel

Claudia Krentz

Günter Liebau

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Christine Reinckens


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Konrad Hummel,

Rondo martiale V (Triptychon),

Öl auf Leinwand, 2008,

190 x 450 cm


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Abb. oben: Konrad Hummel,

Rondo martiale II/5 und Rondo martiale II/6

aus dem Zyklus Rondo martiale II/1-20

Acryl + Bleistift auf Papier, 2008, 65 x 54 cm

Abb. rechts: Konrad Hummel,

Concerto grosso VI,

Öl auf Leinwand,

2007, 180 x 280 cm


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Michael Jastram

1953 in Berlin geboren

1979-1984 Studium an der Kunsthochschule Berlin,

Sektion Bildhauerei/Plastik

Abschluss mit Diplom

seit 1984 Freischaffender Bildhauer in Berlin

1989 Studienreise nach Italien

1991 Künstlerischer Ausbilder an der Deutschen Oper Berlin

Stipendium des“Maison des Cultures Frontiers“, Frankreich

Studienreise nach Dänemark/Projekt „Grundsömagle Kirke“

1994 Studienreise nach Schottland und Japan

1995/98/01 Studienreisen in die USA

2003 Dozent für Plastik an der Artschool-International, Berlin

2004 VISTA-Kunstpreis

Atelier in Berlin-Wedding


Ausstellungen

im In- und Ausland

seit 1986 (Auswahl)

Arbeiten im

Öffentlichen Raum

und Sammlungen

(Auswahl)

Galerie Eigen+Art, Leipzig

Deichtorhallen, Hamburg

Kunstsammlungen Dresden, Dresden

La Maison des Cultures Frontiers, Frankreich

Nord/LB Hannover

Kunsthistorisches Museum, Magdeburg

Staatliches Museum, Schwerin

Parlamentarische Gesellschaft, Bonn

Montserrat Gallery, New York, USA

Montague Gallery Art 54, New York, USA

Galerie Liebau, Burghaun/Fulda

Language Pacifica, Palo Alto, USA

Galerie am Prater, Berlin

Galerie im Pferdestall/Kulturbrauerei, Berlin

Paul-Löbe-Haus, Berlin

Galerie Walter Bischoff, Berlin

Galleri Kunstnerhus Silkeborg, Dänemark

Galerie Beyer, Dresden

Schloss Reinbek, Reinbek

Galerie Leo.Coppi, Berlin

Internationaler Club im Auswärtigen Amt, Berlin

Galerie Born, Born

Galerie Petra Lange, Berlin

Kunstsammlung des Deutschen Bundestages

Städtische Kunsthalle Mannheim

La Maison des Cultures Frontiers, Frankreich

Senatsverwaltung für Kultur, Berlin

Norddeutsche LB, Hannover, Schwerin, Hamburg, Singapur

Debis Haus, Berlin

~

Sammlung Ariane Elkins Juliani, Sao Paulo, Brasilien

GASAG, Berlin

Wohnungsbaugesellschaft „Neues Berlin“, Berlin

Unfallkrankenhaus, Berlin

„Zeichnungen und Skulpturen erzählen vom ewigen Existenzkampf des Menschen, vom

Kreislauf der Kräfte und haben mit Einsamkeit, Besinnung und Selbst be hauptung zu tun.

Zeit als Element des Lebens scheint endlos und still. Kunst kann nicht alle Antworten

geben, sie kann aber Denkanstöße und Emotionen anregen. Das tun die Werke von

Michael Jastram allemal, indem sie die Tradition nicht verleugnen, aber auch nicht

festhalten an ihr – also Werte im eigenen Maß finden.“

...

„Die Oberflächen der Skulpturen sind meist rau und sperrig nach außen. Aber die Seele

überstrahlt alles, die Arbeiten sind durchgeistigt und haben die Kraft den Raum zu bestimmen.

Wiederkehrende Gestaltungselemente sind bei Jastram über Jahre: Treppe, Rad und

Wagen, vor allem aber Brücken. Brücken bauen hat die Menschen sowohl praktisch als

auch symbolisch-philosophisch durch die Geschichte begleitet und zu immer neuen Ideen

geführt. Das Be- und Verzaubernde dieser Arbeiten ist eine nicht mit Worten zu beschreibende

Atmosphäre im Wechsel von Einsamkeit, Selbst behauptung und Zuversicht.

Archaisch daran – das auf Wesentliches sich Besinnende, sich nicht treiben aber auch

nicht hetzen lassen von den immer schneller werdenden Zeitläufen.“

...

„Ethik spielt in den Plastiken eine ebenso differenzierte Rolle wie Ästhetik. Konfliktzonen

und konkrete Tatbestände in einer alternden Endzeitgesellschaft werden gezeigt, ohne vordergründig

zu sein.“

...

„Fragen nach der Subjektivität werden in den Arbeiten neu beantwortet, indem seine

Figuren sich fast unmerklich bewegen zwischen Raum und Zeit – hin zur (Un-)Vergänglichkeit.

Die Dialektik zwischen Subjektivität und Objektivität wird so auf einfache Weise

bewusst gemacht.“

Gabriele Mutscher, Berlin

Konrad Hummel

Michael Jastram

Kitta Kittel

Claudia Krentz

Günter Liebau

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Christine Reinckens


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Abb. links: Michael Jastram, Sonnenwagen I

Bronze, 2005, L: 82 cm

Abb. rechts: Michael Jastram, Mondwagen II (La Luna)

Bronze, 2007, L: 86 cm, H: 67 cm

© Michael Jastram, Berlin; Fotos: Martin Adam, Berlin

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Abb. links: Michael Jastram, Fahnenwagen I

Bronze, 2004, H: 104 cm

Abb. Mitte: Michael Jastram, Fahnenwagen I

Mischtechnik auf Papier, 2004,

70 x 100 cm

Abb. rechts: Michael Jastram, Fahnenwagen IV

Mischtechnik auf Papier, 2004,

70 x 100 cm


Abb. oben: Michael Jastram, Easy Rider

Mischtechnik auf Papier, 2005,

70 x 100 cm

Abb. rechts: Michael Jastram, Motorhome I

Bronze, 2002, H: 34 cm

© Michael Jastram, Berlin; Fotos: Martin Adam, Berlin

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Kitta Kittel

1940 in Berlin geboren

1958-65 Meisterschüler von Ludwig Meidner

seit 1980 Wohnort Frankfurt/M.

Arbeiten Sammlung der Stadt Darmstadt

im öffentlichen Sammlung der Stadt Frankfurt/M.

Besitz: Staatliche Kunstsammlung Dresden

Städtische Kunsthalle Mannheim

Oberhessisches Museum der Stadt Gießen


Ausstellungen

1969 Galerie Baldwin, Los Angeles

1970 Galerie Waldorf, Antwerpen

1976 Große Kunstausstellung, Düsseldorf

1977 Große Kunstausstellung, München

Kölner Kunstmarkt Ruchti

1985 Galerie Timm Gierig, Frankfurt

1986 Galerie Timm Gierig, Frankfurt

1987 Darmstädter Sezession, Darmstadt und Warschau

Große Kunstausstellung, Düsseldorf

Kunstverein Speyer

1989 Museum Schloß Lichtenberg

1990 Kunsthalle Darmstadt, „Auf der Flucht“

1991 Studio 51, Frankfurt

Galerie Fahlbusch, Mannheim

1992 Galerie Cäsar Radetzky, München

Kunst + Architektur, Piske/Köhler, Berlin

1993 ART Cologne, Galerie Fahlbusch

ART Frankfurt, Galerie Fahlbusch

1994 Galerie Fahlbusch, Mannheim

Galerie Finkenstein, Dresden

1995 Kulturzentrum Englische Kirche, Bad Homburg

ART Cologne, Galerie Fahlbusch

1996 SE Galerie, Darmstadt

1997 ART Frankfurt, SE Galerie, Darmstadt

NE Galerie, Darmstadt

Kommunale Galerie im Leinwandhaus, Frankfurt

1998 Stadtmuseum Hofheim /Taunus

Galerie Liebau, Burghaun

2004 Haus Egon Zehnder, Frankfurt/M.

Museum Heppenheim

2007 Galerie Friesen, Dresden

Galerie Liebau, Burghaun

„Die bildnerischen Merkmale weisen den Künstler Jörg von Kitta-

Kittel als einen expressiven Spontanmaler aus, als einen Visionär,

der von inneren Bewegungen, die durch Bildvor stellungen in ihm

ausgelöst werden, zum direkten Schaffen und zur heftigsten

künstlerischen Entäußerung getrieben wird. Er arbeitet wie ein

Medium und trägt das innerlich Geschaute in Form malerischer

Eruption nach außen, es sind Imaginationen und Fantasien aus

den Tiefen des Unbewussten, die er schöpferisch freisetzt –

uns sichtbar macht.“

„Die schöpferischen Impulse, die Jörg von Kitta-Kittel zum Schaffen

anregen, kommen in all diesen bildnerischen Ergebnissen aus dem

seelischen Zentrum einer exzessiv arbeitenden künstlerischen

Existenz, aus Imagination und Expression, aus Vision und Ekstatik,

aus innerer Schau und intensiver malerischer Entäußerung.“

Dr. Klaus Wolbert,

Direktor des Instituts Mathildenhöhe, Darmstadt

Konrad Hummel

Michael Jastram

Kitta Kittel

Claudia Krentz

Günter Liebau

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Christine Reinckens


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Abb. links: Kitta-Kittel, „Flanze“, 1992,

Acryl auf Leinwand, 200 x 160 cm

Abb. rechts: Kitta-Kittel, „Zwei Tulpen“, 1995,

Acryl auf Leinwand, 140 x 200 cm


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Abb. links außen: Kitta-Kittel, „Ohne Titel“, 1991,

Acryl auf Leinwand, 200 x 150 cm

Abb. links oben: Kitta-Kittel, „Kopf“, 1991,

Acryl auf Leinwand, 200 x 170 cm

Abb. rechts oben: Kitta-Kittel, „Kopf“, 1990,

Acryl auf Leinwand, 210 x 180 cm

Abb. rechts außen: Kitta-Kittel, „Ohne Titel“, 1990,

Acryl auf Leinwand, 200 x 160 cm


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Claudia Krentz

Studium an der Universität Bremen,

II. Staatsexamen für das Lehramt

(Kunst und Arbeitslehre/ Technisches Werken)

1986–1994 hauptberufliche Tätigkeit in der Erwachsenenbildung

Der Schwerpunkt der eigenen künstlerischen Arbeit liegt bis

1990 im bildnerischen Bereich, besonders in der Zeichnung

und Collage. 1990 kommt die Bildhauerei als weiterer Bereich

hinzu:

1990 Fortbildung in (Stein-)Bildhauerei in Italien.

Seitdem mehrere Studienaufenthalte in Italien

seit 1994 freischaffend tätig in den Bereichen Bildhauerei,

Malerei und Gestaltung

1996 Veröffentlichung des Buches „Kunst am Rande“ sowie

Konzeption und Organisation der dazugehörigen Ausstellung

im Bremer Dom

seit 2000 Lehraufträge an der Universität Bremen

seit 1996 Gruppen- und Einzelausstellungen in sehr unterschiedlichen

Räumen an verschiedenen Orten wie Bremen, Lübeck, Koblenz,

Burghaun und in den Niederlanden, kurze Auswahl:

1998 Bauindustrieverband Bremen-Nordniedersachsen

1999/2000 „Kunst trifft Maschine“, BIBA, Bremen

seit 2000 regelmässige Ausstellungen in der Galerie Liebau, Burghaun

2003 „tanzbewegt“, St. Stephani-Kirche, Bremen

2006 Galerie De hooge Hees, Niederlande

2007 und 2008 Galerie Interart Beeldentuin, Niederlande


„Im Zentrum meiner bildhauerischen und zeichnerischen Arbeit

steht der Mensch. Die Hauptmotive sind Köpfe und Körper – in

Stein, in Bronze und im Bild. In meinen Arbeiten suche ich danach,

die Pole von Gefühl, Intuition und Rationalität auszuloten und ihre

Gegensätzlichkeit zu hinterfragen.

Emotionale und geistige Erfahrungen des Menschen mit der Welt

und mit sich selbst körperhaft zum Ausdruck zu bringen, bilden die

Triebfedern meiner Arbeit.

Köpfe und Figuren zeigen meinen Widerhall auf die Welt,

der einen neuen Widerhall und neue Interpretationen

im Auge des Betrachters und der Betrachterin fordert.“

Claudia Krentz

Claudia Krentz

„Ohne Titel“ (Ausschnitt),

Bronze, 2008, 44 (H) x 22 x 19 cm

Konrad Hummel

Michael Jastram

Kitta Kittel

Claudia Krentz

Günter Liebau

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Christine Reinckens


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Abb. links: Claudia Krentz, „Ohne Titel“

Bronze, 2008, 44 (H) x 22 x 19 cm

Abb. oben: Claudia Krentz, „Maske“

Bronze, 2007, 54 (H) x 25 x 17 cm


Abb. links: Claudia Krentz, „Ohne Titel“

Bronze, 2007, 57 (H) x 12 x 15 cm

Abb. oben: Claudia Krentz, Modell für Bronze,

Gips, 2008, 51 (H) x 20 x 26 cm

Abb. rechts: Claudia Krentz, „Ohne Titel“

Bronze, 2007, 48 (H) x 32 x 18 cm

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Abb. links: Claudia Krentz, „Ohne Titel“

Sandstein, 2003, 65 (H) x 30 x 20 cm

Abb. oben: Claudia Krentz, „Ohne Titel“

Zeichnung, 2007, Tusche, 70 x 100 cm

Abb. rechts: Claudia Krentz, „Ohne Titel“

Zeichnung, 2005, Tusche, 70 x 100 cm


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Günter Liebau

1947 geboren in Neukirchen (Kreis Hersfeld-Rotenburg)

1964-68 Studium der Kunstpädagogik in Fulda

seit 1967 künstlerische Arbeiten mit dem Thema Struktur

1969 Beginn der Lehrtätigkeit in Eichenberg bei Witzenhausen

1970 Fachlehrer für Kunsterziehung und Werken

an der Mittelpunktschule Burghaun

seit 1971 Wohnhaft in Burghaun

1974 Haus mit Atelier in Burghaun

1988-94 Berater der Kunststation Kleinsassen

seit 1996 Galerie Liebau, Burghaun

Ausstellungstätigkeit mit international bekannten Künstlern

Studienreisen/Einladungen:

1987 Kulturzentrum Sztuki-Galeria EL, Elblag/Polen

1989 Kunstlager Kajaani/Finnland

Künstlerkolonie Pocitelj/Bosnien-Herzegowina

1990 Künstlerkolonie Pocitelj/Bosnien-Herzegowina

1991 Kunstlager Kajaani/Finnland


Ausstellungen Galerie Deisenroth, Fulda; Jagdschloß Holzberghof, Bischofsheim;

im In- und Ausland Rathaus Hünfeld; Kunstkreis Hünfeld; Landernau/Frankreich;

seit 1971 (Auswahl) Stadtschloß Fulda; Haus am Kurpark, Bad Kissingen; „Rhönkunst“

Würzburg; Universität Kaiserslautern; Kunststation Kleinsassen;

Museum Stadt Bad Hersfeld, Kapitelsaal; Haus Naomi Fried, Kassel;

Bundeshaus Bonn; Centrum Sztuki-Galeria EL, Elblag/Polen;

Galerie MK 10 Wien/Österreich; Kunstlager Kajaani/Finnland;

Schloßgalerie Eichhofen, Regensburg; Kunststation Frisląn

Leeuwarden/Niederlande; Galerie der Künstlerkolonie Pocitelj/

Bosnien-Herzegowina; Galerija Novi Hram, Sarajevo/Jugoslawien;

Galerie „im leeren Beutel“, Regensburg; Kunstmesse ART Hamburg;

Gelnhausener Kunsttage, Stadthalle; Gelnhausen; Galerie „Libery“,

Nurmjarvi/Helsinki/Finnland; Gemeindezentrum Künzell/Fulda;

Kloster Haydau, Morschen; internationales Künstlersymposium

“Spannungen 92“ Kunststation Kleinsassen; Künstlerhaus

Wien/Österreich; Museum Stadt Bad Hersfeld, Kapitelsaal;

Kunsthalle Arnstadt, Angelhäuser Str. 1; Galerie Liebau, Burghaun;

Kore arte contemporanea Vicchio/Florenz/Italien;

Alte Kelterei Fellbach/Stuttgart

Arbeiten Verlagshaus Parzeller, Fulda: Brunnenskulptur, Edelstahl und

im öffentlichen Wandgroßplastik, Stahl; Caritas Fulda: Großskulptur, Stahl und Holz;

Besitz Sparkasse Bad Hersfeld: Großskulptur, Edelstahl/Granit und

Strukturobjekt Triptychon; Kunststation Kleinsassen: Strukturobjekte;

Sparkasse Hünfeld: Brunnenskulptur, Edelstahl und Granit;

Klinik am Hainberg, Bad Hersfeld: Brunnenskulptur, Granit;

Centrum Sztuki-Galeria EL, Elblag/Polen: Strukturobjekt, Triptychon;

Künstlerkolonie Pocitelj/Bosnien-Herzegowina: Strukturobjekte;

Landkreis Fulda: Strukturobjekte, Triptychon; Gemeinde Künzell:

Strukturobjekte und Triptychon; Stadthalle Hünfeld: Strukturobjekt;

Künstlerhaus Wien/Österreich: Strukturobjekt;

GWV Fulda, Kreisel Rangstraße: große Brunnenskulptur, Edelstahl;

Kunstsammlung des Deutschen Bundestages: Materialbild

Die Bilder von Günter Liebau haben meditativen Charakter und strahlen somit ein großes

Potential an Ruhe aus. Die Farbe Blau dominiert nach wie vor in Liebaus Arbeiten. Sie ist in

jeder Hinsicht sein Element geworden, das Frische und Reinheit ausstrahlt. „Blau ist da,

bevor man sich darüber Gedanken machen kann. In der Arenakapelle in Padua sind die

Himmel der Bilder, die Giotto gemalt hat, blau. Blau war eine der teuersten und kostbarsten

Farben des Mittelalters. Das Blau als Grundfarbe trägt in der Malerei von Liebau auch

andere Farben. Rote Flächen, Striche, schwarze Kissen, es korrespondiert mit Grün, Gelb

und Braun.

Die Farbe ist der Beginn seines Nachdenkens über den Wert des Farblichen. Liebaus Arbeit

lebt verstärkt im konkreten, im gedanklich abstrakten, nicht so sehr im emotional abstrakten

Bereich.“

Dr. Friedhelm Häring, Museumsdirektor

Seine Bilder, Wandobjekte sind geprägt von gerissenen, zerklüfteten und aufgeworfenen

Oberflächenstrukturen, die lesbare Spuren zeigen und sich durch unterschiedliches Licht

ständig verändern können. „Das Kunstwerk ist niemals gleich, kein Augenblick gleicht dem

andern ‚alles ist im Fluss’. So oder ähnlich könnte das Fazit, die Kernaussage zu Liebaus

Werken lauten.“

Dr. Marion Feld, Kunsthistorikerin

Konrad Hummel

Michael Jastram

Kitta Kittel

Claudia Krentz

Günter Liebau

Christine Reinckens

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Günter Liebau, „Tiefes Blau I“ und, „Tiefes Blau II“, 2007,

Mischtechnik/Holz, je 30 x 30 cm


Günter Liebau, „Dreiklang“, 2008,

Mischtechnik/Holz, 3 Teile, 2 x 40 x 40 cm und 1 x 20 x 20 cm

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Abb. links: Günter Liebau, „8 Farb-Strukturklänge“, 2008,

Mischtechnik/Holz, 8 Teile, je 30 x 30 cm

Abb. oben: Günter Liebau, „Grundfarbenstrukturen“, 2008,

Mischtechnik/Holz, 3 Teile, je 40 x 40 cm

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Christine Reinckens

1962 Geboren in Hannover

1982–1990 Studium Freie Kunst/ Malerei an der Kunsthochschule Kassel

1994 Deutscher Kunstpreis der Volks- und Raiffeisenbanken

Seit 1992 Mitglied Künstlersonderbund in Deutschland e.V.

1994 Gründungsmitglied Kunstbalkon

1998 Kulturförderpreis für Projekte des Kunstbalkons

1998–2000 Atelier in St.Marsal, Frankreich

2002–2004 Lehrauftrag an der HBK Kassel

2007 Wilke-Atelierstipendium

Seit 1987 regelmäßige Martin-Gropius-Bau, Berlin; Haus der Kunst, München;

Ausstellungen und Kunstverein, Kassel; Neue Galerie, Kassel; Kunstverein, Marburg;

Beteiligungen im Kunstverein, Gera; Kunstverein, Mainz; Künstlerforum, Bonn;

In- und Ausland, Kommunale Galerie, Berlin-Wilmersdorf; Kunststation Kleinsassen;

unter anderem Museum für Kommunikation, Berlin; Realismusgalerie, Kassel;

Kunstbalkon, Kassel; Galerie Gering, Frankfurt; Galerie Schmalfuss,

Marburg; Galerie am Neuen Palais, Potsdam; Galerie Futura,

Berlin; Multiple Box, Hamburg; Galerie Rose, Hamburg; Galerie

Liebau, Burghaun; Heidrichs Kunsthandlung, Berlin; Galerie

Maxx21, Iphoven; Salon dę Automne, Paris; Maison de Heidelberg,

Montpellier; Maison Mésange, Durban-CorbiŹres; China Academie

of Art, Hang Zhou


„... Christine Reinckens’ neueste Bilder widmen sich weder einer verrätselten Dingwelt,

in der die Gegenstände magische Bedeutung annehmen konnten, noch den mechanischen

Konditionierungen des Seins, sondern kaprizieren sich konsequent auf die konkrete

Präsenz des menschlichen Körpers. Die nunmehr unangepassten Modelle stoßen an

keine Grenzen mehr; entlassen aus räumlichen Zwängen und Vorgaben, können sie sich

entfalten ohne jene Installationen, die zuvor ihren Spielraum limitierten und ihre Haltung

prädestinierten.“

„Mit der Befreiung der Palette von ihrer Bindung an das Objektive und dem Ersatz

des Bildaufbaus mit Öl auf Leinwand durch den unmittelbaren Farbauftrag auf harten

Grund bricht die homogene Körperoberfläche auf; die Versiegelung der Haut, an deren

Glätte der Blick abglitt, zeigt sich nun widerständig, rau und offen. Ebenen und

Erhebungen, verschattete Zonen, Klüfte, Kanäle, Rinnen und Risse formieren sich zu

Körper- und Gesichtslandschaften, in deren Absicht es liegt, das Wesentliche der abzubildenden

Leiblichkeit zu protokollieren: Charaktereigenschaften zu erfassen, individuellen

Befindlichkeiten Ausdruck zu verleihen, differenziert Auskunft zu geben über Alter und

Jugend, Emotion und Sentiment. Die Lösung von der Glätte, mit der sich unweigerlich

der Aspekt der Jugendlichkeit verbindet, weckt Lust auch auf ältere Körpertopographien.

An diesem neuen Umgang mit Farbe wird deutlich, dass es bei der Dokumentation des

physischen In-der-Welt-Seins nie um eine ein für allemal festgelegte, verbindliche Sichtweise

gehen kann, sondern allenfalls um Interpretation eines momentanen Zustandes,

die nichtsdestoweniger geeignet sein kann, das Typische hervortreten zu lassen.

Daher genügt der Künstlerin bei ihren Aktdarstellungen bloße Nacktheit nicht.

Sie will mehr als die Abwesenheit von Kleidung. Der Blick dringt unter die Oberfläche,

Haut zeigt sich nicht länger als jene delikate homogene Außenseite, über deren

Modulation sich der Körper definierte: Tiefere Schichten von eigenartiger Tönung werden

nun bloßgelegt, als wäre die Haut abgezogen, um darunter verborgene Strukturen zu

erforschen. Der Umweg über das Innere ermöglicht Christine Reinckens also das

Vordringen zum Charakteristischen der Persönlichkeit.“

„In diesen neuen Menschen-Bildern wird Malerei zum Ereignis: War zuvor der Vorgang

des Malens mit allen Mitteln in Unsichtbarkeit gehalten, tritt er nun unübersehbar in

Erscheinung. Jetzt ist Malerei nicht mehr nur Mittel zum Zweck, sondern macht sich zum

Thema. Die Bewegung des Pinsels wird plötzlich nachvollziehbar und die Spuren des

Herstellungsprozesses, bislang dem Effekt unterstellt, werden nunmehr selber zum Effekt.“

„Christine Reinckens bringt also ihre Virtuosität keineswegs zur Image-Produktion ins

Spiel, sondern zur Herstellung wahrhaftiger Abbilder. Bei ihren malerischen Analysen

des physischen und psychischen Seins bleibt die traditionelle Aufgabe des Porträts –

das Flüchtige festzuhalten, um das Beständige sichtbar zu machen, das Dauernde im

Vorübergehenden aufscheinen zu lassen – unangetastet. Die Freiheit, die die Künstlerin

sich dabei nimmt und zugleich gibt, wird auf überzeugende Weise den Modellen gerecht:

Denn die Qualität dieser aktuellen Bilder von Menschen zeigt sich nicht nur daran, dass

sie anderen unmittelbar plausibel erscheinen, sondern, dass sich auch die Dargestellten

be- und getroffen vorkommen.“

Dr. Harald Kimpel

Konrad Hummel

Michael Jastram

Kitta Kittel

Claudia Krentz

Günter Liebau

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Christine Reinckens


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Abb. links: Christine Reinckens, „Flussmündung“

2008, Acryl/Holz, 73 x 152 cm

Abb. rechts: Christine Reinckens, „Grünfrucht“

2008, Acryl/Leinwand, 100 x 150 cm

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Abb. links: Christine Reinckens, „Mädchenblick“

2008, Acryl/Holz, 80 x 70 cm

Abb. oben: Christine Reinckens, „Rosis Ring“

2007, Acryl/Holz, 80 x 122 cm

Abb. rechts: Christine Reinckens, „Nach dem Tanz III“

2008, Acryl/Holz, 110 x 118 cm


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42 |

Die Künstlergruppe K6 bedankt sich herzlich

bei dem Förderverein der KUNSTSTATION

KLEINSASSEN e. V., im Besonderen bei Herrn

Peter Ballmaier für die tatkräftige

Unterstützung bei der Vorbereitung und

dem Aufbau dieser Ausstellung.

Günter Liebau

Impressum

Herausgeber KUNSTSTATION KLEINSASSEN e. V.

An der Milseburg 2

36145 Hofbieber-Kleinsassen (Rhön)

Telefon: (0 6657)8002

Telefax: (0 6657)918714

www.kleinsassen.de

Layout liebaudesign werbeagentur

Peter Liebau, 36151 Burghaun

www.liebau-design.de

Druck HEINELT Service+Druck

36167 Nüsttal (Hofaschenbach)

www.heineltdruck.de


Konrad Hummel

Michael Jastram

Kitta Kittel

Claudia Krentz

Günter Liebau

Christine Reinckens


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Öffnungszeiten: Dienstags bis sonntags von 13 bis 18 Uhr

36145 Hofbieber-Kleinsassen (Rhön) | Fon: 06657/8002 | www.kleinsassen.de

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