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Der Runn - Argos Active

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SCHWEDENWir staunen um die Wette:Das Echolot zeigt eineHecht-Sichel neben der anderen.So etwas haben mein KollegeMarkus Heine und ich noch nichtgesehen. Am liebsten würden wirdirekt ein paar Würfe machen, dochdas geht leider nicht, denn das Gerätist noch in der Hütte. Wir sind nämlichgerade erst im Lake <strong>Runn</strong> FishingResort angekommen und nunmit Mathias Holgersson bei einerkurzen Einführungsrunde auf demSee unterwegs. Mathias ist Guideund kennt das 68 km 2 große Revierwie seine Westentasche. Da dieHecht-Sicheln nicht abreißen, kannich mit folgende Frage nicht verkneifen:„Mathias, Du hast dochwohl nicht den Simulationsmoduseingeschaltet?“ <strong>Der</strong> Schwede lächeltund sagt: „Fahrt am bestenselbst mal in diese Bucht, dann sehtIhr, ob es hier Hechte gibt.“Nächster Tag, selbe Stelle: Mit einemlauten Klatsch schlägt Markus‘Bull Dawg auf dem Wasser auf. Alsder XXL-Köder den Grund erreichthat, kurbelt ihn meine Kollege langsamdie Kante hinauf. Plötzlichgeht ein Ruck durchs Boot. Markushat angeschlagen, und seine Baitcasterrutebiegt sich mächtig. Nurwenige Augenblicke später zeigtsich ein gewaltiger Hecht an derOberfläche, der sofort wieder in dieTiefe prescht. „<strong>Der</strong> hat locker ‘nenMeter“, sage ich zu meinem Bootspartnerund hole schnell meinenGummifisch ein, damit sich der Esoxnicht in der Schnur verfangen kann.Nach einer Weile zeigt sich der Räuberzum zweiten Mal an der Oberfläche,diesmal ist er reif zur Landung.Doch diese gestaltet sich gar nichtso einfach, denn das Maul ist durchdie beiden großen Drillinge regelrechtvernagelt. „Zum Glück habeich mir gestern noch einen Landehandschuhgekauft“, sagt Markusund kann den Fisch schließlich anBord hieven. Das Maßband zeigt1,11 m. <strong>Der</strong> erste Fisch und danngleich so ein Brocken - Wahnsinn!Auch ich montiere anschließendeinen Bull Dawg. Wer weiß, vielleichtstehen die Hechte ja auf große Happen.Rund zehn Minuten später: Ichhabe gerade ausgeworfen, da spüreich während der Absinkphase einenkurzen Ruck in der Schnur. Sofortschlage ich an. „Jawoll, hängt!“Dem Widerstand nach zu urteilen,scheint auch dies kein schlechterFisch zu sein. Nach tollem Drill undzweimaligem Messen steht es fest:<strong>Der</strong> Hecht ist exakt 100 cm lang.Zwei Meter-Exemplare binnen einerViertelstunde - mehr geht nicht.Als wir am Abend Mathias vonunseren Fängen berichten, freut ersich mit uns, kann sich aber einenkleinen Seitenhieb nicht verkneifen:„Jetzt kann ich den Simulationsmodusbei meinem Echolot ja wiederausschalten ...“p094_097_<strong>Runn</strong> 0110.indd 9511.12.2009 14:52:39 Uhr


REISEN UND REVIERERevier derKapitalenNach diesem perfekten Einstand könnenwir noch besser nachvollziehen,warum der <strong>Runn</strong> als eines der bestenGroßhecht-Reviere Schwedens gilt.<strong>Der</strong> bei Falun in der mittelschwedischenProvinz Dalarna gelegene Seetaucht in der Top 100 der kapitalenHechte gleich mehrfach auf. FrankKnossalla von Andree‘s Angelreisen,der hier einen 1,21-m-Kracher überlistenkonnte, hat uns nicht zu vielversprochen. Das steht bereits jetzt,nach nur einem Angeltag, fest.Wer denkt, der <strong>Runn</strong> sei aufgrundseiner Größe eine riesige, monotoneBadewanne, der irrt. Denn überallfindet man Inseln und idyllischeBuchten, die allesamt förmlich nachFisch riechen. Ob Spinnfischer oderSchleppfan - hier kommt jeder aufseine Kosten. Das gilt übrigens auchfür die nicht angelnden Familienmitglieder.Sie können beispielsweiseKanu und Fahrad fahren oder Reiten.Zudem liegt die Studentenstadt Falungleich um die Ecke. Da ist für jedeMenge Abwechslung gesorgt. Undwas gibt es Schöneres, als abendsein Bierchen auf der Terrasse mitSeeblick zu genießen?Nach unserer tollen <strong>Runn</strong>-Premierewollen natürlich Markus und ich aucheinmal gemeinsam mit Mathias unserGlück versuchen, und zwar beimSchleppen. Als wir in sein Boot steigenund einen Blick auf sein Köder-Arsenalwerfen, klingeln mir sofort dieWorte von Frank Knossalla im Ohr:„Nehmt am besten erst gar keine Ködermit! Egal, was Ihr auch auspackt,Mathias hat von jedem Exemplarmindestens 10 verschiedene Ausführungenin seinen Boxen.“ Wie Rechter doch hat, denn Mathias‘ „SilverShark“ scheint ein schwimmenderAngelladen zu sein. Es gibt nichts,was es nicht gibt. Auch hochwertigeSpinn-, Schlepp- und Fliegenkombisverleiht der sympathische Profi.Hier braucht man sich um nichts zukümmern. Und wer möchte, kann dieeigene Ausrüstung wirklichguten Gewissens zu Hauselassen.Mit dem Profi aufSchlepptourNachdem wir eine großeBucht des <strong>Runn</strong> erreicht haben,macht Mathias dasSchleppgerät klar. Wir fischendiesmal jedoch nichtmit Kunst-, sondern mit Naturködern.Genauer gesagt,mit Rotaugen. „An dieserKante steht normalerweiseimmer Fisch“, sagt unserGuide mit Blick auf einenFelsvorsprung, der den Eingangzur Bucht darstellt.Lange dauert es nicht, dalöst schon der erste Clipaus, und ein 70er Hecht begibtsich kurz auf Landgang.Nachdem wir die Fangzoneverlassen haben, dreht Mathiaseine große Runde undsetzt neu an. Wie auf Ansage,bekommen wir diesmal sogar zweiBisse gleichzeitig. Ein Hecht verabschiedetsich, den anderen umschließendie Maschen des Keschernetzes.Rund 90 cm misst der toll gezeichneteEsox.Es macht uns riesigen Spaß, mitMathias zu fischen. Gerne schauenwir uns ein paar Tricks vom Expertenab. Unser schwedischer Gastgeberhält nichts hinterm Berg und strahlteine sehr angenehme Ruhe aus.Doch einmal scheint auch Mathiasfür einen Moment leicht nervös zusein. Kein Wunder, denn statt einesHechtes hat sich zwischendurch einkapitaler Barsch den Köderfisch gepackt.Wir schätzen ihn auf gut undgerne 50 cm. Leider schlitzt er kurzvor dem Kescher aus.Auch dieses Beispiel belegt: <strong>Der</strong><strong>Runn</strong> hält ganz sicher noch einigedicke Überraschungen bereit. Schadenur, dass wir bald schon wiederabreisen müssen ...■1 m lang: Kurz nach Markus fängtauch Christian einen Meterhecht.Guide Mathias Holgerssonmit 90er Esox, dersich beim Schleppeneinen Köfi packte.Was beißt wann?Fischart/Mindestmaß in cm/ Jan. Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.SchonzeitBarsch-/-Hecht-/-★★ ★★ ★★ ★★ ★★★★★ ★★ ★★ ★★★★★★★★★★★★★★sehr gut= ★★★★; gut= ★★★; mittel= ★★; schlecht= ★★★★★★★★★★★★★★★ ★★ ★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★Fotos: Verfasser96 DER RAUBFISCH 1/2010094_097_<strong>Runn</strong> 0110.indd 9611.12.2009 14:52:56 Uhr


SCHWEDENMETHODEN: Spinn- undSchleppfischen auf Hechtund Barsch; im Winter auch sehr gutesEisangeln möglich. Am <strong>Runn</strong> giltüberwiegend Catch & Release, kapitaleFische dürfen nicht getötet werden.GERÄT: Zum Hechtangeln2,40 bis 2,70 m lange Spinnruten(WG bis ca. 80 g) odermax. 2,10 m lange Baitcasterruten(WG ca. 100 bis 150 g); entsprechend4.000er Stationärrollen, ansonstenBaitcaster-Multis; GeflochteneSchnüre zwischen 0,14 und0,25 mm; Sämtliches Gerät und einegroße Auswahl an Ködern kannman auch bei Guide Mathias leihen.KÖDER: Zum SpinnfischenGummiköder, gerne auch großewie den Bull Dawg, aber auch Jerkbaitsund Wobbler; zum SchleppenWobbler und Köderfische.EXTRA-TIPP: Sie sollten zumindesteine Ausfahrt mitGuide Mathias Holgersson unternehnehmen,um das Revier kennenzulernen.Kontakt unter Telefon 0046/703595674.UNTERKUNFT: Komfortable,top ausgestattete Hüttenmit Seeblick. Buchungen überAndree‘s Angelreisen, Tel. 06127/8011, E-Mail: info@andrees-angelreisen.de; Internet: www.andrees-angelreisen.deTop-Lage: Die neuen,komfortablen Hüttenbefinden sich direktam Ufer des <strong>Runn</strong>.BOOTE: Mit 15- oder 30-PS-Motor. Neu sind die BassBoats mit E-Motor und Fußsteuerung.ANREISE: Per PKW undFähre oder mit dem Fliegernach Stockholm und dann weiter mitdem Leihwagen. Sie können sichauch vom Flughafen abholen lassen.094_097_<strong>Runn</strong> 0110.indd 9711.12.2009 14:53:43 Uhr

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