Download Katalog as Pdf (3 MB) - Digitale Kunst

digitalekunst.ac.at

Download Katalog as Pdf (3 MB) - Digitale Kunst

Katalog zur Ausstellung / Exhibition catalogueOrt / Venuedas weisse hausArgentinierstraße 111040 Wien4.–14. Dezember / December 2013Arbeiten von Studierendender Abteilung DIGITALE KUNSTan der Universität für angewandte Kunst WienWorks by students of the Digital Art Departmentat the University of Applied Arts Vienna2


VORWORTFOREWORD


VORWORTGerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst WienDie Abteilung Digitale Kunst der Universität fürangewandte Kunst Wien, unter der Leitung von Ruth Schnell,zeigt in immer wieder beeindruckender Art und Weise, wieneue Anwendungen in hochtechnologischen Bereichen dernaturwissenschaftlichen Forschung als Metaphern undGestaltungsprinzipien für Kunst nutzbar gemacht werdenkönnen. Die Auseinandersetzung mit neuen Technologienals Gestaltungsressource und Gestaltungsmittel für die Erschließungneuer künstlerischer Felder ist generell für dieWeiterentwicklung der Künste von elementarer Wichtigkeit.Ziel muss es daher sein, Projekte und Arbeiten, die vonStudierenden an der Angewandten erarbeitet und realisiertwurden, dementsprechend spannend der Öffentlichkeit zupräsentieren. Die transparente Vermittlung nach außenträgt zum Erfolg bei und unterstützt das Zusammenwirkenvon Kunst, Forschung und Öffentlichkeit nachhaltig.So möchte ich allen Lehrenden und MitarbeiterInnen derAbteilung für Digitale Kunst für ihre Kompetenz und ihrenhohen Einsatz danken. Ohne sie wäre eine Realisierung desvorliegenden Buches und der Ausstellung in dieser Formnicht möglich gewesen.Mein ganz spezieller Dank gilt aber den vielen engagiertenStudierenden, die mit tollem Einsatz und mit viel Leidenschaftihre Arbeiten entwickelt und der Öffentlichkeit präsentierthaben. Mit ihrem Engagement haben sie einen weiterenMeilenstein gesetzt – im Bestreben nach trans- und interdisziplinärerVernetzung von Disziplinen – ganz im Sinndes Leitbildes der Angewandten.6 7


FOREWORDGerald Bast, President of the University or Applied Arts ViennaThe Department of Digital Art at the University of AppliedArts Vienna, headed by Ruth Schnell, demonstrates, in waysthat never cease to impress, how new applications in high-techareas of scientific research can be made use of as metaphorsand design principles in art. In general, the involvement withnew technologies as resources for design and creative media, isof intrinsic importance for tapping new artistic fields and infurthering the arts.We must strive then to present projects and work produced bystudents at the university in a suitably exciting way in publicspace. Transparent communication with the outside world is acontributive part of success and helps foster the co-action of art,research, and public sphere. With this in mind, I would like toexpress my thanks to all the teaching staff and assistants in theDepartment of Digital Art for their expertise and high level ofcommitment. Without them it would have neither beenpossible to produce this book nor realise the exhibition inits present form.A particular note of thanks goes to the many dedicatedstudents who have put tremendous effort and passion intodeveloping their work and presenting it to the public.Their devoted work represents another milestone in ourendeavour to create a trans- and interdisciplinary network,consistent with the university’s mission.8 9


digital frictionsDigitale Kunst im weissen hausRuth Schnell, Leiterin der Abteilung DIGITALE KUNST, Wien, Dezember 2013Die Ausstellung digital frictionszeigt ca. 40 künstlerische Arbeiten vonStudierenden der Abteilung DIGITALE KUNSTder Universität für angewandte Kunst Wien.Entstanden in den letzten drei Semestern,bietet die Auswahl einen Einblick in dieDiversität der künstlerisch-experimentellenStrategien im Bereich der digitalen Kunst.digital frictions verweist auf ein Moment der Verzögerung im digitalen Fluss, aufdessen Umleitung, auf das Dahinter. digital frictions bedeutet auch, quer zu denMöglichkeiten und Zweckdienlichkeiten von Technologie zu denken. In diesem Sinnezielen Methodiken, Entwurfs- und Denkansätze der präsentierten Arbeiten auch aufdie Entwicklung medienästhetischer Werkzeuge und prozessualer Formate, die technologischenund kulturellen Wandel, Wissenschaft, Ökonomie und die uns umgebendeWirklichkeit miteinander in Bezug setzen. Die Settings und Programmationen stehenfür den mittels unterschiedlichster Gestaltungsansätze vorgenommenen Versuch,Technologien anders zu verwenden, sie so als Tools künstlerischen Handelns zuerschließen und/oder sie in ihren Mechanismen sichtbar zu machen.Die Ergebnisse sind prozess- und zeitbasiert, ihnen zugrunde liegt das künstlerischforschendeund oft kollaborative Experiment entlang gesellschaftlich relevanterFragestellungen, wie es im Rahmen der Wissensvermittlung und als Projektarbeitan der Abteilung DIGITALE KUNST als einem Ort künstlerischer Lehre undForschung stattfindet.Die Ausstellung digital frictions präsentiert Arbeiten aus den Bereichen Installation,Medien-Skulptur, Sonifizierung, Projektion, Fotografie, Game Art, Spatialer Sound,Robotik, Cross Media, Interaktive und Responsive Environments, Bio Art, AugmentedReality und Media Performance.Gezeigt wird digital frictions im Kunstverein das weisse haus, einem nicht kommerziellenAusstellungsort für junge Kunst, der in wechselnden räumlichen KonstellationenAusstellungen programmiert. Dank gilt dem Team des weissen hauses für dieMöglichkeit, digital frictions in dessen Räumlichkeiten realisieren zu können.Ebenso danke ich den lehrenden KollegInnen der Abteilung DIGITALE KUNST fürdie Zusammenarbeit bei Auswahl und Betreuung der künstlerischen Projekte.Der vorliegende Katalog dokumentiertin komprimierter Form die einzelnenArbeiten durch Abbildungen und kurzeWerkbeschreibungen auf Deutsch undEnglisch, es gibt ihn auch als PDF aufder Website der AbteilungDigitale Kunst unter:http://digitalekunst.ac.at10 11


digital frictionsdigital art at das weisse hausRuth Schnell, Head of the Department of Digital Art, Vienna, December 2013The exhibition digital frictionspresents about forty artworks bystudents from the Departmentof Digital Art at the Universityof Applied Arts Vienna.This selection of work was produced over the last three semesters and offers an insightinto the diversity of experimental artistic strategies being explored in the area of digital art.digital frictions makes reference to a moment of delay in the digital flow, to its re-routing,and to what lies behind it. digital frictions also means thinking laterally, outside the boxof technology’s potentialities and expediencies. From this perspective, the methodologies,design or conceptual approaches in the exhibited works also aim at the development ofaesthetics-based media tools and processual formats that serve to interconnect technologicaland cultural change, science, economics, and the reality that surrounds us.The settings and programming represent the attempt – undertaken using a wide rangeof design approaches – to apply technologies in a different way, to exploit them as toolsof artistic activity, and/or to reveal their mechanics.The outcomes are process- and time-based, rooted in artistic exploration, often of acollaborative experimental nature, addressing socially relevant questions, conductedwithin the context of knowledge transfer and in the form of project work in theDepartment of Digital Art, a place of artistic teaching and research.The exhibition digital frictions presents works from the realms of installation, mediasculpture, sonification, projection, photography, game art, spatial sound, robotics,cross-media, interactive and responsive environments, bio art, augmented reality, andmedia performance.The Kunstverein das weisse haus where the works are exhibited is a non-commercialvenue for young artists, with exhibitions programmed in varying spatial constellations.Particular thanks are owed to the team at das weisse haus for making it possible to showdigital frictions in this space.I would also like to thank the teaching staff of the Department of Digital Art fortheir teamwork in putting together the selection of works and for supervising theartistic projects.This catalogue provides concisedocumentation of the individual workswith illustrations and brief descriptionsof the projects in German and English.It can also be found as a download onthe website of the Department ofDigital Art under:http://digitalekunst.ac.at12 13


ArbeitenWorks18 19


Franz AblingerDie sichtbare Hand2013Automatisiertes Schattenspiel mit DigitalprojektionAutomated shadow play with digital projectionMicrocontroller, Elektromechanik, Projektor, vvvv, Mixed Media 60 x 40 x 45 cm; 2:07 Min.Microcontroller, electromechanical devices, video, projector, mixed media 60 x 40 x 45; 2:07 min.Die sichtbare Hand ist eine Installation,die in ihrem zentralen Objekt Figurenund Gegenstände zeigt, die Schatten aufeine schwebende Leinwand werfen. Inder automatisierten Bewegung entstehteine Erzählung, die von einem Jungenberichtet, der aus genialer Faulheit dasfehlende Teil erfindet, das die damals üblichehalbautomatische Dampfmaschinein eine vollautomatische Dampfmaschineverwandelt. Diese Geschichte eines sogenanntenVentiljungen ist Adam Smiths„Wohlstand der Nationen“ entlehnt.Sie verweist auf die von ihm beschriebene„unsichtbare Hand des Marktes“,die Wohlstand für alle schafft – als unbewussterNebeneffekt eines Systems,in dem jeder Mensch nur auf das eigeneWohl fixiert ist.Kurzbio:Franz Ablinger, *1967 Wels, OÖ (A).Elektrotechniker, Informatiker, Spezialistfür generative Softwareentwicklung.Mitbegründer der Künstlergruppemonochrom. Absolvent der DigitalenKunst/Universität für angewandte KunstWien. Seit 2013 Doktoratsstudium beiDr. Ernst Strouhal.Die sichtbare Hand (The Visible Hand) isan installation featuring figures, objects,and their shadows thrown on a hangingscreen. Their automated movement createsa narrative in which a child, in a state ofinspired idleness, discovers the missingpart that transforms a standard semi-automatedsteam engine into a fully automatedmachine. This tale of a so-called“valve boy” is taken from Adam Smith’sThe Wealth of Nations. It refers to whathe describes as the “invisible hand of themarket” that creates prosperity for all –as the unconscious side-effect of a systemin which each person is solely fixated onsecuring their own interests.Profile:Born in 1967 in Wels, Austria.Trained as electrical engineer, computerscientist; specialist in generative softwaredevelopment. Co-founder of the artists’group Monochrom. Graduated in digitalart from the University of Applied ArtsVienna. Since 2013, has pursued doctoralstudies with Dr. Ernst Strouhal.Arbeitsprozess / Work Process20 21


Lucas CzjzekANIMA2013BioArt-Objekt, Echtzeit-AnimationBio art piece, real-time animationHefe, Glastürkühlschrank, Microcontroller, Processing, MechanikYeast, refrigerator with glass door, microcontroller, processing, mechanismDie Apparatur ANIMA generiert dieBilder einer Echtzeit-Animation aus 21lebenden Hefekulturen. Die Vorlagender durch UV-Belichtung entstehendenHefebilder stammen aus einemHandyvideo eines verstorbenen Freundsdes Künstlers. Sie unterliegen einempermanenten Veränderungsprozess,wachsen weiter und überschreiben sichselbst. Die Apparatur macht diesenProzess über einen Monitor sichtbarund sorgt für die richtige Temperaturzur Wachstumsverzögerung derMikroorganismen. Da Hefen einenZellkern besitzen, ist ihre Ähnlichkeitzu höheren Organismen deutlich größerals jene von Bakterien, weshalb sie alsModellorganismus für die biologischeund biomedizinische Forschung dienen.Die Biowissenschaften werdenMaschinen hervorbringen, die mit jenenaus Mechanik und Computercodevergleichbar sind.Kurzbio:Lucas Czjzek, geboren und aufgewachsenin Wien (A). Absolvent der DigitalenKunst an der Universität für angewandteKunst Wien. Aufenthalte in Berlin undKalifornien. Hat ein Jahr als Chocolatierin der Spitzengastronomie gearbeitet.Als Filmemacher und Produzent in einerMedienagentur tätig. Seit Jänner 2013künstlerische Arbeit mit biologischenMaterialen.The ANIMA device generates pictures of21 living yeast cultures in real-time animation.The “masters” of the yeast images,which are produced through exposureto UV light, are from a cell-phone videomade by a deceased friend of the artist’s.They are involved in a permanent processof change, as they continue to grow andoverwrite themselves. The equipmentvisualizes this process on a monitor andensures the correct temperature to retardthe growth of the microorganisms. Sinceyeasts have a cell nucleus, they have muchmore in common with higher organismsthan bacteria do, and as a result, they areused as model organisms for biological andbiomedical research. The life sciences arein the process of creating machines thatare comparable to those producedmechanically or using computer code.Profile:Born and raised in Vienna. Has a degree indigital art from the University of AppliedArts Vienna. Residencies in Berlin andCalifornia. Worked for a year as a chocolatierin prestigious restaurants and as afilmmaker and producer in a mediaagency. Since 2013, has carried outartistic projects using biological materials.Arbeitsprozess / Work Process22 23


Andras EichstaedtThe afterlife of a broken glass2013InstallationInstallationSicherheitsglas, Holz, Mikrofone, Verstärker, LautsprecherSafety glass, wood, microphones, amplifier, speakersEine Sicherheitsglasscheibe zersplittert aufeinem Tisch. Ohne von jemandem berührtzu werden, zerbrechen die einzelnenScheiben in weitere Teile. Über Stundenkann dieser Vorgang beobachtet undauch gehört werden. Das entstehendeKlangbild wird über Mikrofone aufgenommen,verstärkt und an die Lautsprecherweitergeleitet.Kurzbio:Andras Eichstaedt, *1986 Budapest (H).Filmemacher – Video-Assistent/BoomOperator/3D Camera Utility (2006 –2012) bei internationalen Produktionenin Budapest, seit 2012 Studium derDigitalen Kunst an der Universität fürangewandte Kunst Wien. Ausstellungen/Performances: 2013 Venedig: BiennaleSessions – Verticale; 2013 Wien: Fluc –In der Kubatur des Kabinetts – IDDQD,2013 Wien: MAK – Lisa TruttmannEröffnungsperformance mit Nina Firgic.A pane of safety glass shatters on a table.The shards continue to fragment withoutbeing touched. You can watch this processfor hours, and listen to it too. Theacoustic pattern it creates is recorded withmicrophones, amplified, and then relayedto loudspeakers.Profile:Born in 1986 in Budapest. From 2006 to2012, worked in film on internationalproductions in Budapest. Has studieddigital art at the University of AppliedArts Vienna since 2012. Exhibitions/performance: Venice Biennale Sessions,Vertical, 2013; Fluc Vienna: In derKubatur des Kabinetts – IDDQD;MAK Vienna: Lisa Truttmann, openingperformance with Nina Firgic.Arbeitsprozess / Work Process24 25


Tom EnziAlptraum Theta2013Interaktive KlangskulpturInteractive sound sculptureGips, Sensoren, Microcontroller, Sockel 30 x 30 x 120 cm, Objekt 40 x 40 x 25 cmPlaster, sensors, microconstroller, Plinth 30 x 30 x 120 cm, Object 40 x 40 x 25 cmDie Klangskulptur Alptraum Theta isteine Auseinandersetzung mit einembestimmten Phänomen im Schlaf bzw.während des Aufwachens. Überlagert sichdie Traumphase (REM) mit dem Wachzustand,ist man schon bei Bewusstsein,träumt jedoch noch. In diesemhypnagogischen Stadium erlebt manvisuelle, auditive und taktile Pseudohalluzinationensowie eine völligeBewegungsunfähigkeit. Die Arbeitbeschreibt die Urangst, diesen mehrminütigenAlptraum im Grenzgebiet desBewusstseins irgendwann nicht mehr vonder Realität unterscheiden zu können.Die Skulptur macht durch Berührungjene binaurale Oszillation hörbar sowieden Kampf gegen das Unterbewusstseinspürbar.Kurzbio:Tom Enzi, *1978 in Klagenfurt,Kärnten (A). Grafiker für internationaleAgenturen. Studium der Digitalen Kunstan der Universität für angewandte KunstWien. Der Schwerpunkt seiner künstlerischenInteressen liegt im Bereichinteraktiver Arbeiten.The sound sculpture Alptraum Theta(Nightmare Theta) tackles a phenomenonthat occurs in sleep and when waking up.As the REM dream phase overlaps withthe waking state, one is already conscious,yet still dreaming. During this hypnagogicperiod, one experiences visual, auditory,and tactile pseudo-hallucinations, whilebeing completely unable to move.The work describes the primal fear thataccompanies the inability to recognize thisnightmare, which lasts several minutes inthe border zones of consciousness, and todistinguish it from reality. The sculpturemakes those binaural oscillations audiblethrough touch, giving a palpable sense ofthe struggle against the subconscious.Profile:Born in 1978 in Klagenfurt, Austria.Graphic designer for internationalagencies. Studies digital art at theUniversity of Applied Arts Vienna.His particular area of artistic interestis interactive works.Arbeitsprozess / Work Process26 27


Georg FeierfeilRollo (Argentinierstraße 11)2012/13InstallationInstallationDrei hängende, motorisierte Maßbänder, Steuereinheit, PartiturenThree suspended motorized tape measures, control unit, choreographic scoresDrei Maßbänder hängen von der Decke.Immer wieder stoßen die Werkzeugeihre Fühler aus und verweilen einigeSekunden in dieser Stellung.Ein weiterer Vorstoß folgt. Rückzug.Ein weiteres Mal nach vor, dann zweimalzurück ... Nach einer Weile lassen sichvon diesem Vorgang Bewegungsmusterablesen. Einer Übung gleich repetierensie scheinbar ihren Bewegungsablauf,immer und immer wieder. DieserAblauf findet sich in Partituren wieder– Abmessungen des Aufführungsortessind darin notiert. Die sich dauerndverschiebenden Choreografien sindweniger Nachbildungen als vielmehrin ihrem Zusammenwirken ständigeNeuformation. In ihren wiederholendenGebärden schreiben die drei Figurendabei eine Art spatiales Anagrammin den Raum.Kurzbio:Georg Feierfeil, *1986 in Scheibbs (A).Studiert seit 2007 Kunstvermittlungund seit 2011 Digitale Kunst an derUniversität für angewandte Kunst Wien.(Ver-)misst, analysiert, archiviert,erinnert, reinszeniert, formiert neu.Stellt seit 2007 aus.Roller Blind (Argentinierstrasse 11):Three tape measures are suspended fromthe ceiling. The tools repeatedly send outtheir “extensions” and remain poised forseveral seconds in that position. This isfollowed by another thrust. Retraction.Then one more step forward and twoback. After a while, it is possible to pickout certain patterns in this behaviour.The movements seem to repeat like anexercise routine, over and over again. Thesequence is recapitulated in choreographicscores – measurements are taken of theperformance venue and then noted in thescores. In their interactions, the constantly-shiftingchoreographies are not so muchreplications as a series of continual reformations.With their repeating gestures, thethree figures thus inscribe a kind of spatialanagram in the room.Profile:Born in 1986 in Scheibbs, Austria. Beganstudying art mediation in 2007, and,since 2011, digital art at the University ofApplied Arts Vienna. Measures, analyzes,archives, remembers, restages, re-forms,and (since 2007) exhibits.Arbeitsprozess / Work Process2829


Karina FernandezLeak(c)age2013Sound- und BildskulpturAudiovisual sculptureMetalldeckel auf Holzbox 24 x 24 x 14 cm / LED-Lichtprojektion / MicrocontrollerMetal lid on wooden box 24 x 24 x 14 cm / LED light projection / microcontrollerEin Zitat von Publius Ovidius Naso(43 BC bis 17 AD – aka Ovid) ist auf denMetalldeckel einer geschlossenen Boxprojiziert. Das Zitat lautet: „Gutta cavatlapidem“ (zu Deutsch: Steter Tropfenhöhlt den Stein). Aus der geschlossenenBox ist in regelmäßigen Intervallen einSchlag zu hören. Leak(c)age ist eineSound- und Bildskulptur, die sich mitdem Thema der komplexen Beziehungvon Geheimhaltungsgebot und Enthüllungenim öffentlichen Interesseauseinandersetzt. (Wie mancheProtagonisten des aktuellen globalenGeschehens landete übrigens auchOvid im Exil.)Kurzbio:Karina Fernandez, *1968 in BuenosAires, Argentinien. Abschluss inBildende Künste (1990) und VisuelleKunst (2003) jeweils in I.U.N.A.Buenos Aires. Ab 2001 künstlerischeProjekte und Ausstellungen in Lettland,Deutschland, Kroatien und Österreich.Seit 2010 Studium der Digitalen Kunstan der Universität für angewandte KunstWien.A quotation by Publius Ovidius Naso,a.k.a. Ovid (43 B.C. –17 A.D.) is projectedonto the metal lid of a closed box:Gutta cavat lapidem, or, a drop (of water)hollows out a stone. A blow delivered atregular intervals can be heard from thebox. Leak(c)age is an audiovisual sculpturethat deals with the issue of the complexrelationship between the imperatives ofsecrecy and disclosure in the public interest.(Like certain prominent figures onthe current global scene, Ovid also, as ithappens, ended up in exile.)Profile:Born in 1968 in Buenos Aires. Degrees infine arts (1990) and visual art (2003) fromIUNA (National University of the Arts),Buenos Aires. Since 2001, has participatedin artistic projects and exhibitions inLatvia, Germany, Croatia, and Austria.Has studied digital art at the Universityof Applied Arts Vienna since 2010.http://www.karinafernandez.netArbeitsprozess / Work Process30 31


Malte FialaGold tropft von den Dächern Wiens (Gold Drips from the Roofs of Vienna)2013InstallationInstallationIriodin, InfusionsbeutelIriodin, infusion bagGold tropft von der Decke und versickertin einem Infusionsbeutel.Kurzbio:Malte Fiala studierte Mediengestaltungan der Kunstuniversität Linz undDigitale Kunst an der Universität fürangewandte Kunst Wien, Diplom 2013.Ausstellungen u.a.: Salzamt, Linz A(2009); Pop Up Propaganda, Wien A(2010); YOUR/SPACE, Wien A (2011);Neigungsgruppe Militär, Wien A (2013);Biennale Sessions, Venedig ITA (2013);Künstlerhaus, Wien A (2013);Kunsthalle, Wien A (2013).Gold drips from the ceiling and tricklesaway in an infusion bag.Profile:Studied at the University of Art andDesign Linz and at the University ofApplied Arts Vienna (diploma in 2013).Selected exhibitions: Salzamt, Linz(2009); Pop Up Propaganda, Vienna,2010; Y/OUR/SPACE, Vienna, 2011;Neigungsgruppe Militär, Vienna,2013; Venice Biennale Sessions, 2013;Künstlerhaus, Vienna, 2013;Kunsthalle, Vienna, 2013.http://maltefiala.comArbeitsprozess / Work Process32 33


Philipp Freedrich & Karl Salzmannno comment2013KlanginstallationSound installationComputer, Software, Richtlautsprecher, VerstärkerComputer, software, directional speaker, amplifierno comment ist eine spatial agierendeKlangskulptur, bestehend aus achtzu Richtschallquellen modifiziertenParabolspiegeln. Ausgehend vonFreedrichs Künstlerbüchern „MFAQ“,die auf der Autocomplete-Funktionvon Google-Suchanfragen basieren,werden gesellschafts- und persönlichkeitsrelevanteFragen (am I …, shouldI ..., when will I …?) aufgrund derenHäufigkeitsreihung extrahiert undmittels Text-to-Speech-Softwarehörbar gemacht. Es entsteht eineraumvermessende und repetitivfragestellende Geräuschkulisse.Kurzbio:Philipp Friedrich (alias Philipp Freedrich)studiert seit 2009 Digitale Kunst an derUniversität für angewandte Kunst Wien.Karl Salzmann ist Absolvent derUniversität für angewandte Kunst Wien;Diplom aus Digitale Kunst 2013.no comment is a sound sculpture witha spatial dimension. It consists of eightparabolic reflectors modified to the soundsources. Drawing on Freedrich’s artistbooks, MFAQ, which are based on theauto-complete function in Google queries,socially and personally relevant questions(Am I…? Should I…? When will I…?) areextracted according to their order offrequency and rendered audible usingtext-to-speech software. This producesa spatially-dimensioned soundscape ofrepeating questions.Profiles:Philipp Freedrich né Philipp Friedrichhas studied digital art at the University ofApplied Arts Vienna since 2009.Karl Salzmann is a graduate of the Universityof Applied Arts Vienna, receivinghis diploma in digital art in 2013.http://freedrich.comhttp://karlsalzmann.com34 35


Johannes FrühToaster2013InstallationInstallationToaster, Toastbrot, Seil, Servomotor, ArduinoToaster, toast, rope, servomotor, ArduinoEine ausgeklügelte Mechanik ist in derLage, den hängenden Toaster so zuschwenken, dass dieser verschiedenePunkte am Boden anvisieren kann.Nach einigen Minuten wird einegoldbraune und herrlich duftendeWeißbrotscheibe ausgeworfen. Die aufdem Boden gelandeten Toasts ergebenein generisches Diagramm, welchesden bräunlichen Strom nach Herkunftkategorisiert. Die allmählich am Bodenentstehende Infografik beschreibt dasVerhältnis fossiler, erneuerbarer undatomarer Energie. Mit jeder neu hinzukommendenToastbrotscheibe wird dasinstallative Diagramm, welches als Aliasfür den österreichischen Strommix zuverstehen ist, präziser.Kurzbio:Johannes Früh, *1988 in Bregenz (A).Studiert seit 2009 Digitale Kunst an derUniversität für angewandte Kunst Wien.Lebt und arbeitet in Wien.An ingenious mechanism is able to pivotthe suspended toaster in such a way that itcan target different points on the floor.After a few minutes the golden-brown,delicious-smelling slice of white bread isejected. As they land, the pieces of toastproduce a generic diagram, which classifiesthe electricity used to brown the bread accordingto its source. The infographic thatis gradually mapped on the floor describesthe relationship between fossil-based,renewable, and nuclear energy sources.As each new piece of toast is added, theinstallation diagram – which can be seen asa surrogate for the Austrian energy mix –becomes more and more precise.Profile:Born in 1988 in Bregenz, Austria. Livesand works in Vienna. Has studied digitalart at the University of Applied ArtsVienna since 2009.http://www.frueh.tvArbeitsprozess / Work Process36 37


Susanna GartnerReality Tunnel2013RauminstallationSpatial installationSiebdruck auf 2 Aluverbundplatten je 150 x 150 cm, Objekt: Fichtenholz, Stahl, KunststoffSilkscreen prints on 2 Alu-Dibond, each 150 x 150 cm, object: spruce wood, steel, plasticBezug nehmend auf Timothy LearysBeschreibung unserer aufgrund vonErziehung und kulturellem Umfeldeingeschränkten Sichtfelder entstanddas Projekt Reality Tunnel.Realitätswahrnehmung beruht aufInterpretation von Zeichen, die uns wieVerkehrsschilder Hinweise geben unddurch ein System von Oppositionendesigniert werden. Ein Guckrohr, dessenquadratische Form sich zu einemKreis verformt, schränkt das Blickfeld,wie ein Tunnel, auf beiden Seiten unterschiedlichein. Ein augenscheinlichbekanntes Piktogramm, ein Mistkübel,als Aufforderung, das „programmiert“Wahrgenommene zu verwerfen und zuhinterfragen, lässt einen Vogel erkennen,der wiederum bei Annäherung als Pistolegedeutet werden kann.Kurzbio:Susanna Gartner, *1981.Seit 2009 Studium der Digitalen Kunst,beschäftigt sich mit Raum, Wahrnehmung,Bewegtbild und Sound,lebt und arbeitet in Wien. AusstellungsbeteiligungY/OUR/SPACE Ausstellungder Abteilung Digitale Kunst an derUniversität für angewandte KunstWien 2011.The Reality Tunnel project was inspired byTimothy Leary’s description of our field ofvision as being limited by our upbringingand cultural environment. Our perceptionof reality is based on our interpretation ofsignals, which, like road signs, act as indicatorsand whose meaning is designatedby virtue of a system of oppositions.A “peep tube” whose square shape tapersinto a circle restricts the visual field likea tunnel, with the two sides limiting ourview in different ways. We see an ostensiblyfamiliar pictogram – a trash can – and,challenging us to reject and question our“programmed” perception, we can identifya bird that, on closer inspection, can beconstrued as a pistol.Profile:Born in 1981; lives and works in Vienna.Has studied digital art at the University ofApplied Arts Vienna since 2009.Her focus is on space, perception, movingimages, and sound. In 2001, participatedin the Department of Digital Art’sY/OUR/SPACE exhibition.http://annasusannaanna.euArbeitsprozess / Work Process38 39


Florian GutzwillerWohin gehen(,) fliegen zum Sterben? (Raketenstart)2013Rauminstallation mit PerformanceSpatial installation with performanceVerschiedene MaterialienVarious materialsIn einer performativen Rauminstallationwird das Medium der Aluminiumfolienäher untersucht: Im Bild ist nicht derzu erwartende flächige Glanz – es istdiese die im Handel erhältliche Normals Rolle. Konfrontiert mit einer unkonventionellenForm und durchDeklamieren von Franz Wests„Passstück“-Dilemma, wird derVersuch unternommen, eine neuetemporäre Skulpturform zu findenKurzbio:Florian Gutzwiller, *1986 in der Schweiz.Ausbildung zum Polymechaniker –auf der Suche nach nostalgischen Paradigmenaus den Anfängen des Informationszeitaltersin Konfrontationenzur hiesigen Odyssee.Where to go(,) flying toward death?(Rocket launch): The medium ofaluminum foil is examined in detail ina performative spatial installation.The focus is not on the flat surface sheenthat we expect – the standard productcommercially available as a roll. Faced withan unconventional style of and accompaniedby a recital of Franz West’s “adaptive”dilemma, an attempt is made to find anew, temporary form of sculpture.Profile:Born in 1986 in Switzerland. Trained as apolymechaniker (multi-skilled mechanic).Since the early days of the informationage, has sought nostalgic paradigms inencounters in a local odyssey.Arbeitsprozess / Work Process40 41


Daniel GyolcsHD_O 25602012SoundskulpturSound sculptureHolzrahmen 65 x 65 x 15 cm, 24 defekte Festplatten, D/A Wandler, ComputerWooden frame 65 x 65 x 15 cm, 24 defective hard drives, D/A converter, computerHard Disk Orchestra 2560 besteht aus24 „defekten“ Festplatten, das entsprichtin diesem Fall einer Datenmengevon 2560 Gigabyte. Die Speichermedienwurden „recycelt“ und zu einer 4x6-Lautsprecher-Matrix zusammengefügt.Ein Algorithmus erzeugt einzelneKlangmomente, diese werden über dieSchreib-/Lesekopfmotoren der Festplattenwiedergegeben. Die erzeugtenKlänge fließen dabei von links nachrechts und von oben nach unten überdie Oberfläche.Kurzbio:Daniel Gyolcs, *1983. Elektriker undMedienkünstler, lebt und arbeitet inWien und am Kleylehof/Burgenland,studiert seit 2009 Digitale Kunst an derUniversität für angewandte Kunst Wien.Hard Disk Orchestra 2560 comprises 24“defective” hard drives, equivalent here toa data volume of 2,560 GB. The storagemedia were “recycled” and attached to a4 × 6 loudspeaker matrix. An algorithmproduces individual moments of sound,which are played back through the read/write head motors on the hard drives.The sounds that are created travel over thesurface from left to right and from top tobottom.Profile:Born in 1983. Electrician and media artist;lives and works in Vienna and at Kleylehof,Burgenland. Has studied digital art at theUniversity of Applied Arts Viennasince 2009.Arbeitsprozess / Work Process42 43


Ludwig Hammelnet cow disease2013InstallationInstallationMaus, Computer, Microcontroller, Python, Kunstrasen mit Zaun, Internet, FairydustMouse, computer, microcontroller, Python, artificial turf with fence, Internet, fairy dustDie Arbeit net cow disease beschäftigtsich mit dem Umgang von Menschen mitdem Neuland Internet. Zum Trackingvon Website-Besuchern eingesetzteTechno-logien (z.B. Cookies) werdenin dieser Arbeit haptisch erfahrbar gemacht.Die sonst oft nicht wahrgenommeneProblematik der Überwachungwird so in Form eines quasi virtuellenViehzauns spürbar.Kurzbio:Ludwig Hammel, geboren in Wien (A).Cyberschamane, seit 2009 StudiumDigitale Kunst an der Universität fürangewandte Kunst Wien, lebt undarbeitet in Wien.The work net cow disease looks at the waypeople deal with the “uncharted territory”of the Internet. The technologies (e.g.,cookies) used for tracking website visits aregiven a tactile dimension in this work. Theproblem of surveillance, which otherwiseoften passes beneath our radar, is madetangible here in the form of a kindof virtual cattle fence.Profile:Lives and works in his native city, Vienna.Cybershaman; has studied digital Art atthe University of Applied Arts Viennasince 2009.http://teamtourette.netArbeitsprozess / Work Process44 45


HolunderSternTransporter2013Doku-VideoDocumentary videoVideo 3:30 Min., Performance mit LEDs: Quadcopter, LED-FlugobjekteVideo 3:30 min., performance with LEDs: quadcopter, LED flying objectsSternTransporter ist eine Performance,bei der kleine LED-Flugobjekte mittelseines Quadcopters in den Himmel gezogenund von dort abgeworfen werden.Die LED-Flugobjekte sind dabei so ineiner Mechanik befestigt, dass ihre Anordnungein Sternbild ergibt. Das heißt,während des Fluges sind die Objekteals Sternbild am Himmel sichtbar undwerden dann in einer gewissen Höhegleichzeitig abgeworfen, während dieLEDs zu Boden fliegen, löst sich dasSternbild auf.Kurzbio:1983 geboren als Holunder Heissin Innsbruck (A). Elektrotechniker,Programmierer, Elektroniker, seit 2009Studium der Digitalen Kunst an derUniversität für angewandte Kunst Wien.SternTransporter (StarTransporter) is aperformance in which small LED flyingobjects are pulled up into the sky by aquadcopter and then let go. The objectsare fixed to a mechanism in such a waythat their arrangement creates a constellation.This means that while they are inflight, the objects are visible in the sky asa pattern of stars, and are then simultaneouslydropped when a particular height isreached. As the LEDs fall to the ground,the constellation disintegrates.Profile:Né Holunder Heiss, born in 1983 inInns-bruck, Austria. Trained as an electricalengineer, programmer, and electronicstechnician. Has studied digital art at theUniversity of Applied Arts Viennasince 2009.Arbeitsprozess / Work Process46 47


Matthias Hurtl & Joseph Knierzingerhelmet #1 - #32013Tragbares KunstwerkPortable art workObjekt 50 x 50 x 50 cm/ Alu-Stangen,11 Lautsprecher, Platinen mit Lichtsensor, OszillatorObject 50 x 50 x 50 cm/ Aluminium rods,11 speakers, ciruit boards with light sensors, oscillatorhelmet ist eine Serie von verschiedenenKopfapparaturen, die sich mit Raumwahrnehmungund ihren Möglichkeitenzur Transformation beschäftigen.Bei #1 - #3 handelt es sich um dreibaugleiche Apparaturen in Form einesIko-saeders (ein zwanzigflächigerPolyeder), die das spatiale Umgebungslichtin eine spezifische Klangcollageumwandeln. In jedem Eckpunkt derGeometrie befindet sich ein nach innengerichteter Lautsprecher sowie einsimpler Oszillator, der die Helligkeitssituationder Umwelt in eine hörbareSägezahn-schallwelle ins Innere derApparatur sonifiziert. Beeinflusst durchdie räumlichen Gegebenheiten sowiedurch die ortsspezifische Situation,in der sich die RezipientInnen beimDurchwandern des Raumes befinden,wird die Umwelt akustisch vermessen.Kurzbio:Matthias Hurtl studiert Digitale Kunstund setzt in seinen Arbeiten komplexeVerbindungen und simple Akzente,die zwischen Soundinstallationen,Komposition und Kollaborationenoszillieren.helmet is a series of different pieces ofheadgear that deals with spatial perceptionand the possibilities for transforming it.In #1 – #3, three identical gadgets in theform of icosahedrons (20-sided polyhedrons)convert the spatial ambient lightinto a specific sound collage. In eachcorner of the geometric structure is aloudspeaker directed inward and a simpleoscillator that sonifies the environmentallight conditions in an audible sawtoothsoundwave inside the gadget. Acousticmeasurements are then taken of the environmentas the device responds to thegiven reality of the space and the localsituation in which the “receivers” findthemselves as they wander throughthe area.Profiles:Josef Knierzinger studies digital art at theUniversity of Applied Arts Vienna.Matthias Hurtl studies digital art atthe University of Applied Arts Vienna.In his work, he emphasizes complexconnections and simple accents,moving between sound installations,compositions, and collaborations.Josef Knierzinger studiertDigitale Kunst an der Universität fürangewandte Kunst Wienhttp://randomaccessmemory.athttp://joak.nospace.atArbeitsprozess / Work Process48 49


Patrick K.-H. (Anton Iakhontov) & Oleg MakarovRoom Sketch: Sonic Relay Frameworks2013Algorithmische SoundinstallationAlgorithmic sound installation19 Rahmen (A4), 17 Relays, Arduino19 Frames (A4), 17 Relays, ArduinoRoom Sketch: Sonic Relay Frameworksist eine audiovisuelle Installationbasierend auf Arduino-Komponenten.Die Arbeit setzt Klang und Geometriedes Raumes zueinander in Beziehung.Knisternde Relais sind normalerweiseein unliebsamer Nebeneffekt, seltenerIndikatoren für die Betriebsbereitschafteines Geräts. Hier erzeugen nichtvirtuelle digitale Technologien nichtkonventionelle Klangobjekte.Eine algorithmische Partitur ausKnackgeräuschen und Frequenzenwird über den Mikro-controller zurAufführung gebracht, Relais sind inBilderrahmen an der Wand angeordnet.In ihrer Anmutung an Lautsprecher erinnernd,bilden sie den Resonanzboden.Ein körperhafter akustischer Raumentsteht. Die Arbeit wurde im Rahmendes New Culture Festival/Art Moskow imSeptember 2013 gezeigt.Kurzbio:Anton Iakhontov (alias Patrick K.-H.) –Komponist, Performer, Sound- undVideokünstler.Oleg Makarov – Komponist, Sound- undMedienkünstler, Hard- und Software-Entwickler für interaktive Systeme undInstrumentenbauer.Room Sketch: Sonic Relay Frameworksis an audiovisual installation based onArduino components. The work relatessound to spatial geometry. Crackling relaysare normally an unwelcome side-effect,and not generally an indication that adevice is ready for operation. Here, nonvirtualdigital technologies produceunconventional sound objects.An algorithmic score made up of cracklesand frequencies is performed with the helpof a microcontroller, with relays arrangedin picture frames on the wall. They makeup the soundboard and create an impressionreminiscent of loud-speakers. Thisgives rise to a corporeal acoustic space.The work was shown as part of the ArtMoscow New Culture Festivalin September 2013.Profiles:Anton Iakhontov (a.k.a. Patrick K.-H.)is a composer, performer, and sound andvideo artist.Oleg Makarov is a composer, sound artist,media artist, and maker of hardware/softwareinteractive systems and instruments.http://drawnsound.org/patrickkh.htmlhttp://drawnsound.org/oleg_makarov.html50 51


Christina KrämerFamilienporträt2013Videoinstallation mit TonVideo installation with soundProjektion, AnimationProjection, black paintFamilienporträt ist eine Stop-Motion-Animation, die versucht, mittels Raumelementen,Möbelstücken und einem Eieine Familiensituation zu beschreiben.Zu sehen ist ein karg eingerichtetesZimmer, in dem einzelne Möbel und einEi miteinander interagieren. SchwarzeFarbe und Texte legen sich auf dieGegenstände bis zur unvermeidlichenKatastrophe. In der Tonspur begleitetein Basston im Rhythmus des Herzschlagsdas visuelle Geschehen, undeine weibliche Stimme versucht, dieEreignisse in Abrede zu stellen.Gleichzeitig flüstert eine zweiteStimme eine andere Wahrheit.Kurzbio:Christina Krämer, *1991 inSemipalatinsk, Kasachstan.Diverse Assistenzen in den BereichenDramaturgie und Regie am TheaterBremen. Seit 2012 Studium derDigitalen Kunst an der Universität fürangewandte Kunst Wien. Ausstellungenbisher in Berlin und Wien.Familienporträt (Family Portrait) is astop-motion animation that uses spatialelements, pieces of furniture, and anegg in an attempt to describe a familysituation. We see a sparsely furnishedroom, in which individual pieces offurniture interact with an egg. Black paintand texts are applied to the objects untilthe inevitable catastrophe occurs. On thesoundtrack, a bass note, beating to therhythm of the heart, accompanies thevisual event, while a female voice attemptsto deny what is happening.At the same time, a second voicewhispers a different truth.Profile:Born in 1991 in Semipalatinsk,Kazakhstan. Assistantships in dramaturgyand direction at Theater Bremen.Has studied digital art at the Universityof Applied Arts Vienna since 2012.Exhibitions in Berlin and Vienna.Arbeitsprozess / Work Process52 53


Milena KrobathWEIN2013VideoinstallationVideo installationVideoloop 4:35 Min., Projektion – Ausgangsmaterial 16mm-Filmmaterial mit Rotwein entwickeltVideo loop 4:35 min., Projection – Source material: 16-mm. film stock developed with red wineDer Film Wein ist im Rahmen desdiesjährigen Viertelfestivals inUntermarkersdorf entstanden. Erzeigt Leute aus der Um-gebung auf16mm-Filmmaterial porträtiert. Miteinem alten Projektor wurde dasFilmnegativ als Loop in einem dervielen Weinkeller der dortigen Kellergasseprojiziert. In dieser Installationwird der Film in digitalisierter Formgezeigt.Kurzbio:Milena Krobath, *1986 in Wolfsberg(A). Lebt und arbeitet in Wien. Von2008–2009 Kubelka Filmschule. Seit2010 Studium der Digitalen Kunst ander Universität für angewandte Kunst.Gründungsmitglied der filmkoop Wien.Ausstellungen und Performancesu.a.: ESSENCE 2012, Kurzfilm zurSerie werkzeugen; redefine defaults,Künstlerhaus Palais Thurn und TaxisBregenz 2011; Performance im Rahmender Eröffnung des Kornmarktplatzesin Bregenz mit Martin Gruber 2012.The film Wein (Wine) was made in thecontext of this year’s festival inUntermarkersdorf. It presents portraits oflocal people shot on 16-mm. film stock.The negative was screened as a loop usingan old projector in one of the many winecellars in Kellergasse. In this installation,the film is shown in a digitalized form.Profile:Born in 1986 in Wolfsberg, Austria.Lives and works in Vienna. Attendedthe Friedl Kubelka School of ArtisticPhotography and Independent Film in2008-9. Has studied digital art at theUniversity of Applied Arts Vienna since2010. Founding member of filmkoopWien. Exhibitions and performancesinclude ESSENCE 2012, a short film forthe werkzeugen series; redefine defaults,Künstlerhaus Palais Thurn und TaxisBregenz, 2011; Performance for theopening of the Kornmarktplatz inBregenz with Martin Gruber, 2012.Arbeitsprozess / Work Process54 55


Mathias LasserNeFA2012Realtime generierte Animation, interaktivRealtime processed animation, interactiveProgrammiercode, Computer, BeamerProgramming code, computer, projectorBei NeFA handelt es sich um eine selbstgeschriebenePhysikengine, welcheursprünglich als zielloses Experimententstand, aber sich als extrem leistungsfähigund faszinierend entpuppt hatte.In ihrer jetzigen Form simuliert NeFAein feines Gewebe, welches jedoch seineigenes Gewicht nicht zu tragen vermagund deswegen ständig weiter zerfällt.Alle Berechnungen, mit denen der aktuelleZustand des Gewebes ermittelt undangezeigt wird, finden in Echtzeit amProzessor statt, selbst die Linien werdenmanuell am Prozessor gerastert und miteinem Full-HD-Projektor projiziert.Kurzbio:Mathias Lasser, *1992 in Wien (A). Seit2013 Studium der Digitalen Kunst an derUniversität für angewandte Kunst Wien.NeFA centres on a self-written physicsengine that was originally created as anaimless experiment, but which turned outto be extremely powerful and intriguing.In its present form, NeFA simulates a finefabric that cannot support its own weight,and therefore, continually disintegrates.All the calculations used to determine anddisplay the current state of the fabric takeplace in real time in the processor, and thelines are manually scanned in the processorand projected with a full-HD projector.Profile:Born in 1992 in Vienna. Has studieddigital art at the University of Applied ArtsVienna since 2013.56 57


Lena Violetta Leitner & Petra Waldekfunction. production. presentation.2013InstallationInstallationAudio-Loop 1:16 Min. – Elektrische Mühle, Lautsprecher, ArduinoAudio loop 1:16 min. – Electric grinder, loudspeaker, ArduinoEine elektrische Mühle hängt knapp übereinem Lautsprecher an einem Draht vonder Decke. Aus dem Lautsprecher ertönteine Computerstimme, die der MühleAnweisungen und Regeln vorgibt, um einmöglichst langes Leben zu führen. DieMühle interagiert mit dem Lautsprecherund versucht, diesen Forderungen nachzukommen,indem der Motor anspringtund ein kleines Lämpchen aufleuchtet.Kurzbio:Lena Violetta Leitner, *1986 in Graz.Studium der Theater-, Film- undMedienwissenschaft und Japanologiein Wien, Paris und Zagreb. Seit2009 Studium der Digitalen Kunst.Ausstellungen und Performances inWien, Graz, Zagreb, Skopje, Belgrad,Luzern, Venedig (Biennale Sessions),Yangon (Myanmar).Petra Waldek, *1984 in Wien (A).Seit 2005 Studium an der Universitätfür angewandte Kunst Wien, Bildhauereibei Gerda Fassel, Bildhauereiund Multimedia bei Erwin Wurm.Ausstellungen in Wien, St. Pölten,Venedig, Luxemburg und Myanmar.An electric grinder hangs just above aloudspeaker on a wire attached to theceiling. A computer voice comes out of theloudspeaker and gives the grinder instructions,as well as precepts for extending lifeto the maximum. The mill interacts withthe loudspeaker and tries to fulfill thesedemands, whereby the motor starts, anda small lamp lights up.Profiles:Lena Violetta Leitner, born in 1986 inGraz, Austria. Theatre, film, and mediastudies, as well as Japanese studies inVienna, Paris, and Zagreb. Has studieddigital art at the University of AppliedArts Vienna since 2009. Exhibitions andperformances in Vienna, Graz, Zagreb,Skopje, Belgrade, Lucerne, Venice(Biennale Sessions), and Myanmar.Petra Waldek, born in 1984 in Vienna.Has studied digital art at the Universityof Applied Arts Vienna since 2005.Also, sculpture with Gerda Fassel;sculpture and multimedia with ErwinWurm. Exhibitions in Vienna, St. Pölten,Venice, Luxembourg, and Myanmar.Arbeitsprozess / Work Process5859


Georg LuifBeyond the Door2013Interaktive 3D-InstallationInteractive 3D installationBeamer, Lautsprecher, Kinect, Leinwand, Reset ButtonVideo projector, loudspeaker, Kinect, screen, reset buttonBeyond the Door ist eine interaktiveInstallation mit Projektion und Kinect-Interface. Die Arbeit ist ein Versuch, u.a.Parallelen zwischen First-Person-Shooter-Videospielen, Film Noir und Malereiaufzuzeigen. Ein dreidimensionalerRaum wird mithilfe einer Spiele-Enginebegehbar gemacht. Durch Gesten undBewegung im Realraum kann der Usereinen schematisierten Avatar steuern.Jedes der drei Medien (Film, Malerei,Videogame) wird durch eine Tür„begehbar“ gemacht.Kurzbio:Georg Luif, *1991 in Wien (A).Auseinandersetzung mit Game-Enginesfür Kunstprojekte. Georg Luif versucht,das Medium Videospiel künstlerischzu erforschen. 2012 Winner AnnualMultimedia Award – Student Category(für die Arbeit “Transformation Gas”).Beyond the Door is an interactive installationwith projection and a Kinect interface.In this work, the artist attempts,among other things, to point out parallelsbetween first-person-shooter video games,Film Noir, and painting. A 3D space isaccessed using a game engine. The usercan control a schematized avatar withgestures and movements in the real space.Each of the three media (film, painting,video game) can be “accessed” througha door.Profile:Born in 1991 in Vienna. Engages withgame engines for art projects. His conceptsrefer to known works to gain new insightsthrough comparison, juxtaposition, andhybridization. Winner of the 2012 AnnualMultimedia Award – Student Category(for Transformation Gas).Arbeitsprozess / Work Process60 61


Annika Sophie Müller & Noah Riesermostly cloudy with occasional rain2013SoundinstallationSound installationKabel, KopfhörerCable, headphonesmostly cloudy with occasional rainbesteht aus einer Anordnung von vierWolken-Objekten aus weißem Kabel.An jeder Wolke ist ein Paar Ohrhörerangebracht, welches als Klangquelle funktioniert.Verbal imitierte Regengeräuschebilden die Basis der verwendeten„Sprache“. Die Imitationen versuchen,sich anzunähern, beeinflussen sich gegenseitig,und auf diese Weise ergebensich immer neue Dialoge zwischen denWolken.Kurzbio:Annika Sophie Müller, *1986 in Karlsruhe(D). Lebt und arbeitet in Donaueschingenund Wien, Studium der Digitalen Kunstan der Universität für angewandte Kunstseit 2010.Noah Rieser, *1991 in Linz (A). Lebtund arbeitet in Linz und Wien. Seit 2011Studium der Digitalen Kunst an derUniversität für angewandteKunst Wien.mostly cloudy with occasional rain is anarrangement of four cloud-like objectsmade of white cable. A pair of headphonesis plugged into each cloud, which functionsas a sound source. Verbal imitations of rainsounds form the basis of the “language”that is used. The imitations attempt toapproximate each other and exert a mutualinfluence, thus creating an ever-changingdialogue between the clouds.Profiles:Annika Sophie Müller, born in 1986 inKarlsruhe, Germany. Lives and works inDonaueschingen and Vienna. Has studieddigital art at the University of Applied ArtsVienna since 2010.Noah Rieser, born in 1991 in Linz, Austria.Lives and works in Linz and Vienna. Hasstudied digital art at the University ofApplied Arts Vienna since 2011.Arbeitsprozess / Work Process62 63


Tina MuliarAll Pigeons Are Born Artists2013Augmented-Reality-InstallationAugmented reality installationKlebefolienelemente, iPadAdhesive foil elements, iPadAugmented Reality greift in die Wirklichkeitein. Die künstlerische InterventionAll Pigeons Are Born Artists macht eineForm von Metarealismus erfahrbar undreflektiert die Idee, inwieweit Taubenkünstlerisches Potenzial besitzen.Kurzbio:Tina Muliar lebt und arbeitet in Wien (A),studiert Digitale Kunst an der Universitätfür angewandte Kunst Wien.Augmented reality impinges on reality.The artistic intervention All Pigeons AreBorn Artists gives palpable form to a typeof meta-realism and plays with the idea ofpigeons and the degree of artistic potentialthey possess.Profile:Lives and works in Vienna. Studiesdigital art at the University of AppliedArts Vienna.http://www.tinamuliar.netArbeitsprozess / Work Process64 65


Shahab NedaeiEye of the Beholder2013AnimationAnimationLCD Monitor, Animation 02:30:00 Min.LCD monitor, Animation 02:30:00 min.Die Videoarbeit Eye of the Beholderhandelt in gewisser Weise von dem FilmEnter the Void (Regie Gaspar Noé, 2009),den sich der Künstler angesehen hat,während er gleichzeitig auf dem Graphik-Tablet mitzeichnete: Bei jedem Schnittim Film setzt er zu einer neuen Linie an,wobei sich sein Zeichnen auf die räumlichenGegebenheiten der Szenerie konzentriert.Basierend auf dem Narrationsprozesswird somit ein Remake generiert,das aus überlagernden Linien besteht.Die Länge und Schnittfolge des Originalswerden dabei beibehalten.Kurzbio:Shahab Nedaei, *1988 in Teheran (Iran).Studiert seit 2012 Digitale Kunst an derUniversität für angewandte Kunst Wien.The video work Eye of the Beholder is aparticular take on the film Enter the Void(directed by Gaspar Noé, 2009), which theartist watched while drawing on a graphicstablet. Every time there was a cut in thefilm, he inserted a new line, so that hisdrawing zeroes in on the spatial reality ofthe settings. Taking the narrative processas a premise, a “remake” is then generated,consisting of layerings of lines. In the process,the length and cutting sequenceof the original is preserved.Profile:Born in 1988 in Teheran, Iran.Has studied digital art at the Universityof Applied Arts Vienna since 2012.http://www.blackone.org66 67


Robert OberzaucherConstant End2013SoundobjektSound object12 inch Vinyl, Plattenspieler, Boxen, Ton: Dauer unendlich12 inch Vinyl, turntable, speakers, audio duration: endlessEine selbstreferenzielle Schallplatte,deren Tracks einminütige Aufnahmen vonEndrillen sind, ergänzt durch die eigeneletzte Rille. Diese läuft, bis der Plattenspielergestoppt wird. Das Werk medialisiertdie technische Beschaffenheit desInformationsträgers.Kurzbio:Robert Oberzaucher, *1983, Krefeld,Deutschland. Seit 2011 Studium DigitaleKunst, 2006–2012 Theater-, Film- undMedienwissenschaft, Abschluss: Mag.phil., 2003–2005 Marketing undManagement.A self-referential record whose tracks areone-minute recordings of end grooves,finishing with the record’s own finalgroove. It keeps running until the recordplayer is stopped. The work mediatizesthe technical nature of the medium.Profile:Born 1983 in Krefeld, Germany. Has studieddigital art at the University of AppliedArts Vienna since 2011. M.Phil. in theatre,film, and media studies (2006 to 2012);studied marketing and management from2003 to 2005.Arbeitsprozess / Work Process68 69


David OsthoffPrivatsphären2013VideoinstallationVideo installation3 Monitore, Video und Animation: je 2:30 Min.3 monitors, video and animation: each 2:30 min.Das Ausgangsmaterial dieser Arbeit sindVideoaufnahmen, die eine Wohnhausfassadeüber mehrere Nächte dokumentieren.Die Aufnahmen beginnenbeim Eintreten der Dämmerung undzeigen Lichter, die in unterschiedlichemRhythmus an- und ausgehen.Das Morgengrauen beendet die jeweiligezyklische Phase. Auffallend ist einFenster, das die ganze Nacht hindurchbeleuchtet ist und das damit zumeinzigen konstanten Element der Aufzeichnungenwird. Das Videomaterialwurde mit einer Post-Production-Software bearbeitet und dabei die Zeitund die Position der Lichtquellen ineine Kreisform übersetzt. Es entstandein animiertes Zeitdiagramm, das unterschiedlicheZustände visueller Ereignissesichtbar macht. In der Installation läuftdas Dokumentationsvideo synchron zumZeitdiagramm.Kurzbio:David Osthoff, *1985 in München, inEcuador aufgewachsen. Ausbildungen inDruckgrafik, Grafikdesigner (Spanien),Tätigkeit als Reportagefotograf in diversenKrisengebieten. Seit 2012 Studiumder Digitalen Kunst an der Universität fürangewandte Kunst Wien.The work Privatsphären (Private Spheres)started out with video recordings documentingthe facade of an apartment buildingover the course of several nights. Therecordings begin as dusk falls and show thelights in the building going on and off invarying rhythms. The first light of dawnbrings each cycle to a close. One windowstands out. The light there is on the wholenight and thus becomes the only constantelement in the recordings. The video materialwas edited using postproduction software,and the timing and position of thelight sources are rendered in the form of acircle. The result is an animated time diagramthat visualizes the different phases ofthe visual occurrences. In the installation,the video documentation runs in syncwith the time diagram.Profile:Born in 1985 in Munich; raised in Ecuador.Trained in Spain in print graphics and asa graphic designer. Worked as a reportagephotographer in crisis areas. Has studieddigital art at the University of Applied ArtsVienna since 2012.Arbeitsprozess / Work Process70 71


Patrícia Reis & Vasco BilaOdalisques#22013Partizipative InstallationParticipatory installationFotografie 140x170 cm, computergesteuertes optisches Tracking-System. Video, Ton, 20:00 Min140 × 170 cm. photograph, computer-controlled optical tracking system. Video, sound, 20 min.Die großformatige Fotografie von zweifast identischen Frauen in Rückenansichtwird mittels eines videografischenGerätes, das der Interagierende wieeinen Scanner über die Oberfläche derFotografie bewegen kann, erschlossen.Leben und Aktionen „hinter“ denElementen des Bildes werden sichtbargemacht. Das tragbare Interface fungiertals eine Verlängerung des Blickes desBetrachters, dessen tastende GestenRäume „jenseits“ der Fotografie eröffnen.Der stumme Dialog zwischenden beiden Figuren ist eine rätselhafteSituation, da sie sich anscheinend ineinem synchronisierten Gespräch befinden.Durch das Bewegen des Bildschirmswird der Teilnehmer zunächst zu einemAußenstehenden, einem Voyeur, der dieHandlung hinter dem Standbildwahrnimmt.Kurzbio:Patrícia Reis, *1981 in Lissabon,Portugal. Studium der Visuellen Kunstund der Medienkunst. Als Künstlerinund Forscherin interessiert sie sich fürdie engen (kulturellen und politischen)Beziehungen zwischen dem „subjectof vision and image“ in den BereichenFotografie, Video und interaktive Medien.Vasco Bila *1983 in Albufeira, Portugal.Er ist als Computer-Science-Ingenieur imBereich Computersysteme, Robotik und“Virtual and Augmented Reality” tätig.Derzeit lebt und arbeitet er in Lissabon,Portugal, wo er Video undMultimedia lehrt.The large-format photograph of two almostidentical women seen from behind is renderedusing a videographic device.The person interacting with the device canmove it like a scanner over the surface ofthe photograph to visualize the life and actions“behind” the elements in the picture.The wearable interface functions as an extensionof the viewer’s gaze, and his or hertentative gestures open up spaces “beyond”the photograph. The silent dialogue betweenthe two figures is enigmatic, as theyseem to find themselves in a synchronizedconversation. By moving the screen, theparticipant becomes a voyeur who observesthe action behind the still.Profiles:Patricia Reis, born in 1981 in Lisbon,Portugal. Studied visual arts and mediaart. As an artist and researcher, is interestedin the intimate (cultural and political)relations between the subject of vision andthe image in photography, video, and interactivemedia.Vasco Bila, born in 1983 in Albufeira,Portugal. A computer science engineerworking in the field of computer systems,robotics, virtual reality, and augmentedreality. Currently lives and worksin Lisbon; lectures on videoand multimedia.Arbeitsprozess / Work Process72 73


Lale Rodgarkia-Darafalten2013SoundinstallationSound installationLeuchtkasten, Metallgestell, 3 Kopfhörer, Audio-Loop 5:37 Min.Light box, metal structure, 3 headphones, audio loop 5:37 min.Die auditive Arbeit transponiert denDiskurs um geologische Rohstoffgewinnung,konkret das Fracking, ineine akusmatische Soundumgebung.Analog zu geologischen Faltungen werdenRohmaterialen aus Bohrprozessenund den damit verbundenen Klanglandschaftenakustisch gefaltet und mitentkontextualisierten Diskurs- undAbstimmungsprozessen des europäischenParlaments zu Fracking changiert.Die mehrsprachigen State-mentsunterstreichen den unzuordenbarenGleichgewichtsverlust. Der Boden gehtunter den Füßen verloren.Kurzbio:Lale Rodgarkia-Dara, *1976 in Wien.Studiert Digitale Kunst an der Universitätfür angewandte Kunst, erfindet Projekteim Zusammenhang mit Literatur undSoundkunst zumeist in transitorischensowie urbanen Räumen. U.a. Gründerinder Elektronik Teatime, des Kunstradio-Netzwerks radia, langjährige Arbeit inverschiedenen Kollektiven. Ausgezeichnetu.a. mit Exilliteraturpreis 2008, Startstipendiumdes BMUKK 2010, Hörspiel-Stipendium der Filmstiftung NRW 2010,Kompositionsstipendium der Stadt Wien2011, Hans-Weigel-Literaturstipendium2013.This audio work transposes the debateabout the geological extraction of rawmaterials – or, more precisely, fracking –into an acousmatic sound environment.As an analogy to geological strata, rawmaterials from drilling processes and thesound landscapes associated with themare acoustically folded and set in oscillationwith de-contextualized EuropeanParliament debates and explanations ofcoordination processes in fracking. Thesemultilingual statements augment the unidentifiablesensation of being off-balance.The ground disappears from under our feet.Profile:Born in 1976 in Vienna. Studies digital artat the University of Applied Arts Vienna.Devises projects in connection with literatureand sound art, mostly in transitoryand urban spaces. Founded ElektronikTeatime, the arts radio network Radia,participated in various collectives. Awardsand grants include the Exilliteratur Prize,2008; a Startstipendium (start-up grant)from the BMUKK, 2010; a Hörspiel-Stipendium (audio play grant) from theFilm- und Medienstiftung NRW, 2010; aKompositionsstipendium (compositiongrant) from the City of Vienna, 2011; theHans Weigel literary grant, 2013.http://www.speis.netArbeitsprozess / Work Process74 75


Johannes SchremsVertical Film Projector2013Partizipative Film-InstallationParticipatory film installationFilm-Projektor, Film, Umlenkrolle, Stahlseil, GegengewichtFilm projector, film, guide pulley, steel cable, counterweightNormalerweise bewegt sich der Filmdurch den Projektor. In dieser Arbeitist das Gegenteil der Fall. Ein 8mm-Filmprojektor schwebt im Raum auf undab und zeigt den fix gespannten Film.Möglich wird das durch eine Umlenkrolleund ein Gegengewicht, welches dasGewicht des Projektors aufhebt. Bei demFilmmaterial handelt es sich um beliebigesFound-Footage-Material.Kurzbio:Johannes Schrems, *1978 in Millstatt(A). Elektrotechniker, 2006/08 Schulefür Künstlerische Photographie/Unabhängigen Film (Kubelka),Gründungsmitglied der filmkoop Wien,seit 2008 Studium der Digitalen Kunst.Ausstellungen u.a. Viennale 11, Kurzfilm:Auszug aus dem Leben; ESSENCE 2013Video Fracking Traces; Biennale Sessions,Venedig 2013 Horizontal 8 mm Viewer.Film normally moves through the projector.In this work, the opposite happens. An8-mm. film projector hovers in space,moving up and down as it projects thetightly-stretched film, which is fixed inplace. This is made possible by a guidepulley and a counterweight, which cancelout the weight of the projector. The filmmaterial is randomly-found footage.Profile:Born in 1978 in Millsatt, Austria. Electricalengineering graduate. 2006-8: FriedlKubelka School of Artistic Photographyand Independent Film; founding memberof filmkoop Wien. Has studied digital artat the University of Applied Arts Viennasince 2008. Exhibitions include: Viennale’11, short film Auszug aus dem Leben;ESSENCE 2013, video, Fracking Traces;2013 Venice Biennale Sessions, Horizontal8-mm Viewer.Arbeitsprozess / Work Process76 77


Kathrin Stumreich & Conny ZenkRaum-X-Zone2012/13InstallationInstallationDas Projekt Raum-X-Zone entstand ineiner eineinhalb Jahre dauernden Auseinandersetzungmit und rund um dasThema Sexworkerinnen in Wien. ConnyZenk und Kathrin Stumreich erarbeitetenvisuelle und akustische Formateund vermitteln so den Blick in eine seitBeginn ihrer Recherche immer komplexerwerdende Thematik. In diesemArbeitsprozess entstanden bis 2013 eineSerie an künstlerischen Arbeiten, Videos,Projektionen und Performances.Kurzbio:Kathrin Stumreich, *Innsbruck (A).Studien Ethnologie, Mode, Studium derDigitalen Kunst Ausstellungen (Auswahl):NODE 13, Frankfurter Kunstverein(DE); Flussi Festival Avellino (IT); NimeCongress Sydney (AUS); GuthmanInstrument Competition, Atlanta (USA);Zauberhafte KlangmaschinenHainburg (A).Conny Zenk, *Burgenland/Wien;Studien Grafik Design, Bühnen- undFilmgestaltung, Design and Innovation,Digitale Kunst Ausstellungen/Performances (Auswahl): zucken – EMWShanghai 2013 (CN); Art of ReadingMaps (urbanize Festival 2013 (A),Zajia Lab – Beijing, AClub – Xi‘An (CN);Paraflows Festival 2013 (A); Rice andNoodles Tour 2013, (CN, Hong Kong,Südkorea).The project Raum-X-Zone came out of asix-month exploration of the subject ofsex workers in Vienna. Conny Zenk andKathrin Stumreich developed visual andacoustic formats to convey their take on atopic that has become increasingly complexsince the beginning of their research.A series of videos, projections, and performanceshave issued from this workingprocess (in the period up to 2013).Profiles:Kathrin Stumreich, born in Innsbruck,Austria. Studied ethnology and fashion;currently studying digital art at theUniversity of Applied Arts Vienna.Selected exhibitions: NODE 13,Frankfurter Kunstverein, Germany;Flussi Festival, Avellino, Italy; NimeCongress, Sydney, Australia; GuthmanInstrument Competition, Atlanta,U.S.A.; Zauberhafte Klangmaschinen,Hainburg, Austria.Conny Zenk, born in Burgenland, Austria.Studied graphic design, theatre, and filmdesign, design and innovation, and digitalart. Selected exhibitions/performances:zucken, EMW, Shanghai, China, 2013;Art of Reading Maps, Urbanize Festival2013, Austria; Zajia Lab, Beijing, China;AClub, Xian, China; Paraflows Festival2013, Austria; Rice and Noodles Tour2013 (China and South Korea).Arbeitsprozess / Work Process78 79


Nikola TasicData fragments2013Digital generierte FotografieDigitally processed photography2 C-Prints auf Alu-Dibond, je 120 x 80 cm2 C-prints on Alu-Dibond, each 120 x 80 cmDas Projekt Data fragments begannals Experiment und Sammlung fotografischerInformationen. In diesemFall handelte es sich um eine Serie vonFotografien von Gebäudefassaden, diebezüglich ihrer Ähnlichkeiten ausgewertetwurden. Aus diesen Daten wurdedie 3D-Darstellung einer Fassade durchPhotogrammetrie entwickelt: Für diesesVerfahren werden vergleichbare Punktebestimmt und verbunden. Aus den soentstehenden Polygonen kann ein Objektvirtuell erstellt werden. So wurde dereingefangene Augenblick in ein virtuellesArtefakt überführt.Kurzbio:Nicola Tasic, *1986 in Leskovac/Serbien.Studiert Digitale Kunst an der Universitätfür angewandte Kunst Wien. Sein Hauptinteressegilt der 3D-Computergrafik undder Erforschung von deren Möglichkeitenals wichtiger Teil seiner Arbeit und seinerkünstlerischen Ausdruckmöglichkeiten.Preise: Im Juli 2009 – Ursula BlickleStiftungspreis für Video, 2. Platz(Werden Sie Mitglied) in Wien.The Data fragments project began as anexperiment, as a collection of photographicinformation. A series of photographs ofbuilding facades were analyzed in terms oftheir similarities. From this data, the 3Dimage of a facade was developed, using aphotogrammetry process in which comparablepoints are defined and connected. Fromthe polygons created, an object can be virtuallygenerated. Thus, the captured momentis transformed into a virtual artifact.Profile:Born in 1986 in Leskovac, Serbia. Studiesdigital art at the University of AppliedArts Vienna. His main area of interest is3D computer graphics and their potentialas a means of artistic expression. Came insecond for the Ursula Blickle Foundationvideo award (for Werden Sie Mitglied),Vienna, July, 2009.Arbeitsprozess / Work Process80 81


Julia Tazreiterone night2013InstallationInstallationGlasscheibe, Projektor, Kontaktlautsprecher, ComputerGlass, projector, contact loudspeakers, computerInnerhalb einer Nacht wurden die Geräuschevorbeifahrender Autos an einerStraßenkreuzung aufgenommen. Diedabei entstandene Geräuschkompositionwurde im Medium Video interpretiertund in gefundene Objekte sowie denAusstellungsraum projiziert. Eine nächtlicheLichtsituation, das Phänomen vonan dunklen Räumen vorbeiziehendenAutoscheinwerfern wird in einen anderenMaßstab transferiert. GefundeneMaterialien wie Kabelkanäle werden modellhaftverwendet und erscheinen somitin einem architektonischen Kontext.Kurzbio:Julia Tazreiter, *1986, Waidhofen/Ybbs(A). Studium der Digitalen Kunstsowie der Kunst- und Designpädagogik.Universität für angewandte Kunst, Wien.Erasmus-Auslandsjahr. BAU – escuelasuperior de diseño, Barcelona.Ausstellungen u.a. Skulpturinstitut,Wien/private room. Galerie RML/FabrikZimmermann, Wien/Essence 2011 / XXIIPremis Habitàcola. Arquinfad, Barcelona.Over the course of a night, the sounds ofcars at an intersection were recorded. Thenoise composition that was generated inthe process was interpreted in the mediumof video and projected onto found objectsand the exhibition space. A nocturnal lightingeffect, car headlights ranging over darkspaces, is transferred to another dimension.Found materials such as wiring ducts areused schematically and appear in an architecturalcontext.Profile:Born in 1986 in Waidhofen an der Ybbs,Austria. Studies digital art and art anddesign education at the University ofApplied Arts Vienna; spent Erasmus yearabroad at BAU Design College, Barcelona.Exhibitions include Skulpturinstitut,Wien / private room; Galerie RML / FabrikZimmermann; ESSENCE 2011, Vienna;XXII Premis Habitàcola, Arquinfad,Barcelona.Arbeitsprozess / Work Process82 83


Clemens TschurtschenthalerBargespräch 15.02.2013 12:53 Uhr2013Videoinstallation mit TonVideo installation with soundBeamer, 7 Lautsprecher, Audio / Video-Loop 3:16 Min.Projector, 7 loudspeakers, audio / video loop 3:16 min.Ein am 15.02.2013 um 12:53 Uhr aufgenommenesGespräch zweier Barbesucherim 12. Wiener Gemeindebezirk wurdemittels Schnitt in Morse übersetzt.Ausgangsmaterial war eine Aktion, beider ein antikes, aus dem Alpenraumstammendes Kommunikationsmittel,die „Goaßl“, in der Wiener Innenstadtgeschlagen wurde.Kurzbio:Clemens Tschurtschenthaler, *1988in Meran (IT). Seit 2009 Studium derDigitalen Kunst an der Universität fürangewandte Kunst Wien.A conversation between two visitors to abar in Vienna’s 12th district, recorded at12.53 p.m. on February 15, 2013, wasedited and transposed into Morse code.Starting material was provided by an“action” in which Aperschnalzen, anAlpine rhythmic whip-cracking tradition,was used as a method of communication,with the whip (the goassl) being“sounded” in downtown Vienna.Profile:Born in Merano, Italy, in 1988. Has studieddigital art at the University of Applied ArtsVienna since 2009.Arbeitsprozess / Work Process84 85


Norbert UnfugSmile2013Interaktive InstallationInteractive installationComputer, WebcamComputer, webcamDie interaktive Arbeit Smile nützt dieGesichtsmuskulatur des Betrachters alsInterface. Der Betrachter blickt auf einenBildschirm, an dessen Gehäuse sich eineAufschrift mit der Handlungsaufforderung“Smile!” befindet. Befolgter die Aufforderung, erscheint auf demScreen ein Text, der Arbeitsverträge undDienstvereinbarungen zitiert, die Lächelnals verpflichtende Tätigkeit vorsehen.Solange der Betrachter im Gestus desLächelns verbleibt, lässt sich der Textlesen, sobald er aber das Lächeln aufgibtund sich seine Gesichtsmuskeln entspannen,verschwindet der Text, und derBildschirm wird weiß.Kurzbio:Norbert Unfug, geboren als MartinChiettini 1984 in Schwaz in Tirol (A).Studiert seit 2011 Digitale Kunst an derUniversität für angewandte Kunst Wien.The interactive work Smile uses the facialmuscles of the viewer as an interface.The viewer looks at a screen; a label on thecasing has the action prompt: “Smile!”.If the viewer follows this cue, a text appearson the screen, showing work contract andservice agreement terms that includesmiling as a compulsory activity. As long asthe viewer keeps smiling, the text remainson the screen; the moment they stop andrelax their facial muscles, the text vanishesand the screen goes white.Profile:Norbert Unfug, né Martin Chiettini, Bornin 1984, in Schwaz, Austria. Has studieddigital art at the University of Applied ArtsVienna since 2011.http://norbertunfug.tumblr.comArbeitsprozess / Work Process86 87


Anna Watzinger212013VideoinstallationVideo installation2 Bildschirme2 screensDie Arbeit 21 entstand im Rahmen desam 07.10.2013 offiziell gestartetenFeldforschungsprojekts THE MALUSPROJECT, in dem der Apfel alsHauptakteur, Werkstoff und Projektionsflächeumfassender Untersuchungs- undBearbeitungsprozesse fungiert und sichals künstlerisches Experimentierfeldund Work-in-progress-Laborraum desPhänomens „Apfel“ versteht. Video Ider Arbeit 21 dokumentiert einerseitsdie realen Handlungen einer Apfelbaum-Pflanzung, andererseits wird durch denfiktiven Zeitraum (Nacht/Tag) und derVerwertung „natürlicher Effekte“ eineatmosphärische Narration erzeugt, dieden subtilen Hintergrund der Arbeit21 zum Ausdruck zu bringen scheint.Video II zeigt eine Live-Übertragung desdokumentierten Ortes in Video I undagiert als erweiterter (digitaler, mobiler)Beobachtungsraum eines im analogenRaum stattfindenden Prozesses.Kurzbio:Anna Watzinger, *1981 in Graz (A).Seit 2012 Studium der Digitalen Kunstan der Universität für angewandteKunst Wien, Ausstellungs- undProjektbe-teiligungen im In- undAusland, Mitglied und Einzelausstellungenin der ProduzentInnengalerieSchleifmühlgasse 12–14, Wien,Performance/Ausstellungs-beteiligung,Maribor Europäische Kulturhauptstadt.The work 21 was developed as part of theMalus Project, a field research projectwhose official start date was October 7,2013. 21 can be seen as an artistic experimentationand a work-in-progress laboratoryinvestigating the phenomenon of theapple. The apple functions as the mainactor, material, and projection surface in acomprehensive examination and processingexercise. Video 1 of 21 is both a documentationof the real activity of planting anapple tree and an atmospheric narrativecreated in a fictitious time frame (day/night) and using “natural effects.” Video2 shows a live transmission of the locationdocumented in the first video and acts as anextended (digital, mobile) area for observinga process taking place in the analog space.Profile:Born in 1981 in Graz, Austria.Has studied digital art at the Universityof Applied Arts Vienna since 2012. Is amember of, and has held solo exhibitionsat the Schleifmühlgasse 12–14 gallery,Vienna; performance/exhibition(participant), 2012 European Capitalof Culture, Maribor, Slovenia.Arbeitsprozess / Work Process88 89


Hui Yefactory study – your instruments2013Videoprojektion mit TonVideo projection with soundVideo- und Audio-Loop 13:58 Min.Audio / video loop 13:58 min.Die Arbeit ist eine Projektion mit Videoporträtsvon MusikerInnen einer Blasmusikkapelle,die mit ihren Instrumentenauf einem riesigen Weinindustriegeländestehen. Dieses Projekt wurde inZusammenarbeit mit einer Blaskapelleaus dem Weinviertel entwickelt. Vonallen Mitgliedern der Kapelle wurde einVideoporträt erstellt, und jedes einzelneMitglied wurde gebeten, einen individuellausgewählten Ton zu spielen und diesenmöglichst lang zu halten.Kurzbio:Hui Ye *Kanton, China. Absolventin desStudiums Komposition und elektroakustischeKomposition der Universität fürMusik und Darstellende Kunst Wien;seit 2010 Studium der Digitalen Kunst.Zu ihren Arbeiten zählen elektroakustischeKompositionen, Klang- undVideoinstallationen sowie audiovisuelleInszenierungen.The work is a projection with video portraitsof brass-band musicians standing withtheir instruments in a massive industrialpark belonging to the wine industry. Thisproject was developed in collaborationwith a brass band from the Weinviertelwine region. Apart from the video portrait,each member of the band was asked to playa note of his or her choice for as long aspossible.Profile:Born in Canton, China. Degree incomposition and electro-acousticcomposition from the University of Musicand Performing Arts Vienna. Has studieddigital art at the University of AppliedArts Vienne since 2010. Work includeselectro-acoustic compositions, soundand video installations, and audiovisualproductions.http://huiye.wordpress.comArbeitsprozess / Work Process90 91


Nikita ZhukovskiyQ-WATER2013InstallationInstallationWasser, PET-Flasche, VideoWater, PET bottle, videoDie Arbeit Q-Water nimmt Bezug auf dasrussische Gesetz gegen „homosexuellePropaganda“. Q-Water ist eine Fake-Marke, ein Mineralwasser. Wie Alkoholdarf es nicht an Minderjährige abgegebenwerden. Das Produkt wirbt mit derFähigkeit, die sexuelle Orientierung seinerKonsumentInnen ändern zu können.Die russischen Staatsorgane implizierendurch die Verabschiedung des Gesetzes,dass sexuelle Orientierung etwas sei, fürdas „geworben“ werden könne, wobeiSchwulsein also Lebensentwurf sei,vermarktbar wie ein Produkt. DieInstallation besteht aus einem Werbestand,Wasserflaschen und einemProduktvideo für Q-Water. DieBetrachterInnen sind eingeladen,die Wirkung im Selbstversuch zutesten, die Vorteile werden inWerbeslogans vermittelt.Kurzbio:Nikita Zhukovskiy, *1982 in Moskau,Russland. Studierte Bildende Kunst undNeue künstlerische Strategien in Moskau,seit 2013 Studium der Digitalen Kunstan der Universität für angewandteKunst Wien.The work Q-Water makes reference to theRussian law banning “homosexual propaganda.”Q-Water is a fake brand of mineralwater. Like alcohol, it may not be given tominors. The product is touted as havingthe ability of changing the consumer’ssexual orientation. The wording of theRussian law presents sexual orientationas something that can be advertised, withthe implication that being gay is a lifestylechoice that can be marketed as a product.The installation consists of an advertisingstand, water bottles, and a product videofor Q-Water. Its benefits are heralded in anadvertising slogan, and viewers are invitedto try the product and test its effects.Profile:Born in 1982 in Moscow. Studied fine artsand new art strategies in Moscow; has studieddigital art at the University of AppliedArts Vienna since 2013.Arbeitsprozess / Work Process92 93


DIGITALE KUNSTDigital Art


DigitalE KUNSTDer Arbeitsbereich der DIGITALEN KUNST ist divers und umfasst u.a.:Die Abteilung DIGITALE KUNSTist ein Ort künstlerischer Ausbildungund Forschung zur Erschließungneuer Handlungsfelder inAuseinandersetzung mitmedientechnologisch bedingtenVeränderungen unsererWahrnehmung und unseresWirklichkeitsverständnisses.Konvergenz der Medien Fotografie, Film, Video,Computer, Geschichte und Theorie der Medienkunst;von der Wahrnehmungstheorie bis zu Programmiersprachen,von der künstlichen Intelligenz zur Synthetik von Bild undTon, von der Medien- Architektur zu virtueller Realität;interaktive Installation, bewegte Projektion, Sonifizierung,spatialerSound, generative Musik, Robotik, Performance,Netz-Kunst; Physical Computing, Wearable Art, PervasiveGaming, ubiquitäre mobile Schnitt-stellen, Interventionenim öffentlichen Raum elektronischer und sozialer Netzwerke,Game-Engines in der künstlerischen Produktion, Cross-MediaInterface Design und prototypische Applikationen für dasmobile Internet; algorithmisches Gestalten als Entwurfsmethodik,Erprobung künstlerischer Produktionsmethodenüber kollaboratives Arbeiten.Weitere Informationen unter:http://digtalekunst.ac.atKontakt:info@digitalekunst.ac.at98 99


Digital ArtThe work field of DIGITAL ART is diversified:The department ofDIGITAL ART is a placeof artistic training and researchthat opens up new fields ofpractice to explore changesin our perception andunderstanding of reality,which are induced bymedia technology.convergence of the media photography, film, video, computer;history and theory of media art; from cognitive theory toprogramming languages; from artificial intelligence to thesynthesis of image and sound; from media architecture tovirtual reality, interactive installation, motion projection,sonification, spacial sound, generative music, robotics,performances, net art; physical computing, wearable art,pervasive gaming, ubiquitous mobile interfaces, interventionsin the public space of electronic and social networks,game engines in artistic production; cross-media interfacedesign and prototype applications for mobile Internet;algorithmic design as a design method; testing artisticproduction methods through collaborative work.Please find more information at:http://digitalekunst.ac.atContact:info@digitalekunst.ac.at100 101


AusstellungExhibitionOrt / Venuedas weisse hausArgentinierstraße 111040 WienDauer / Duration4.–14. Dezember / December 2013Konzept / ConceptRuth SchnellKuratorisches Board / Curatorial BoardMartin KuschThomas GorbachRuth SchnellRini TandonRealisierung / RealisationWolfgang FielThomas GorbachMartin KuschRini TandonTechnischer Support / Technical supportSven ThebertKoordination / CoordinationGabi PichlerEine Kooperation der Abteilung Digitale Kunst(Leitung Univ.-Prof. Ruth Schnell) und das weisse haus.A cooperation of the Digital Art Department(Head Univ.-Prof. Ruth Schnell) and das weisse haus.http://digitalekunst.ac.at102 103


IMPRESSUMImprintKonzept / Concept · Ruth SchnellRedaktion / Editing · Veronika Schnell, Rini TandonÜbersetzung / Translation into English · Simon CowperLektorat / Proofreading · Karl H. Javorsky (Deutsch / German), Darcy Dunton (Englisch / English)Fotobearbeitung / Photo editing · Philipp FriedrichTypo / Graphic Design · studioelastik.comFotografien / Photographs · © Philipp Friedrich, Julia Tazreiter und KünstlerInnen / and artistsTexte / Texts · © bei den AutorInnen und KünstlerInnen / with the authors and artistsSchrift / typeface · Universe Else, OSP Foundry (modifiziert / modified)Papier / Paper · Munken PureHerstellung / printed by · Holzhausen Druck GmbH, 2013Eigentümer und Verleger / Owner and publisherUniversität für angewandte Kunst Wien / University of Applied Arts ViennaOskar-Kokoschka-Platz 2, 1010 Wien / Viennahttp://dieangewandte.atHerausgeber und für den Inhalt verantwortlich / Publisher and responsible for the contentsUniversität für angewandte Kunst Wien / University of Applied Arts ViennaAbteilung Digitale Kunst / Digital Art DepartmentLeitung Univ.-Prof. Mag. art. Ruth Schnell / Head Prof. Ruth SchnellSterngasse 13, 1010 Wien / Viennahttp://digitalekunst.ac.atinfo@digitalekunst.ac.atCopyright © 2013 Herausgeber / PublisherAlle Rechte vorbehalten / All rights reservedISBN 978-3-9503563-1-1


106

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine