Deshalb lohnen sich Umbau und Renovation

Immopulse

Philipp Urech verrät, was beachtet werden
muss, um eine Immobilie langfristig im Wert
zu erhalten.

SCHWEIZ SCHWERPUNKT

WENN DAS FENSTER ZUM

INTELLIGENTEN BAUTEIL WIRD

Herr Gräbner, es gibt Renovationsfenster, die nicht nur Wärmeverlust

verhindern. Sie verwandeln Sonneneinstrahlung in Energie.

Wie funktioniert das?

Minergie erfordert einen möglichst minimalen Heizwärmeverlust

durch das Fenster. Das neue Energieetikett hingegen fokussiert auf

eine positive Gesamtenergiebilanz des Fensters. Für die Klasse A muss

daher der Wärmegewinn durch Sonneneinstrahlung aufs Jahr gerechnet

höher sein als der Heizwärmeverlust.

Was bedeutet das Energieetikett genau?

Das Ziel ist es, Energie zu gewinnen, statt Verluste zu minimieren.

Experten und Bauphysiker vom Schweizerischen Fachverband

Fens ter- und Fassadenbranche (FFF) und von der Schweizerischen

Zentrale Fenster und Fassaden (SZFF) haben daher im Auftrag des

Bundesamtes für Energie das Energieetikett für Fenster entwickelt,

wie man es auch von Autos, Lampen oder Kühlschränken kennt. Es

zeigt in einer Skala von A bis G, was das Fenster leistet. Klasse A etwa

hält Innenwärme zurück und liefert zusätzlich solare Energie für den

Innenraum.

Worauf sollte man bei der Fensterrenovation achten?

Es ist wichtig, sich die wesentlichen Faktoren klarzumachen:

Wohnqualität, Schallschutz, Einbruchschutz, Optik und Design und

natürlich Wärmeschutz und Heizkosten. Fachleute können hierbei

kompetent beraten und die richtige Fensterart empfehlen. Es lohnt

sich, hochwertige Fenster einzubauen und genau zu überlegen, was

sie leisten müssen, denn sie verbleiben 20 bis 50 Jahre lang im

Gebäude.

Sind die energieeffizienten Fenster teurer als herkömmliche?

Nein, nicht unbedingt. Mit der optimalen Kombination der eingesetzten

Materialien ist das auch preisneutral möglich.

Bodo Gräbner ist Diplomingenieur Maschinenbau. Er leitet die Innovationsabteilung

beim Fensterhersteller 4B Fenster AG und ist Mitglied der Geschäftsleitung.

SIE HELFEN

EINRICHTEN

Christina Donatsch (r.) und

Silvia Zwahlen richten leere

Liegenschaften nach einem

Neubau oder Umbau wohnlich

ein − zur Ansicht für mögliche

Mieter oder Käufer. Ihr Konzept

des Homestaging, also

die Idee, die Immobilie wohnlicher

zu machen, stammt aus

den USA, wo es fester Bestandteil

des Immobilienmarketings

ist. Sie sagen: «Wir wirken

als kreatives Bindeglied. Wir

arbei ten mit Designmöbelherstellern

und jungen Produzenten

zusammen und schaffen

besondere kreative Lösungen.»

Silvia Zwahlen ist visuelle Ge -

stalterin, Christina Donatsch

Wohnberaterin; das Büro des

Duos befindet sich in Bern.

www.raumschau.ch

Deshalb lohnen sich Umbau

und Renovation

Philipp Urech verrät, was beachtet werden

muss, um eine Immobilie langfristig im Wert

zu erhalten.

Warum sollte eine Liegenschaft technisch laufend

unterhalten werden?

Damit sich die Lebensdauer der Bausubstanz maximieren

lässt. Abgesehen von der technischen Alterung

gibt es aber auch eine modische. Das Wohlbefinden

der Menschen wird wesentlich durch den Zustand

der Liegenschaft gefördert. Bei einem Verkauf wirkt

sich dieses Wohlbefinden auch auf die möglichen Käufer

aus. Eine regelmässige Renovation hingegen dient

dem Erhalt der Liegenschaft. Hierbei spricht man von

grosszyklischen Renovationen. Die Alterung der Materialien

nimmt mit der Zeit überproportional zu; die

Folge sind stark steigende Unterhaltskosten.

Zusammengefasst dienen regelmässiger Unterhalt

und Renovationen der Werterhaltung der Liegenschaft

und somit der langfristigen Vorsorge.

Was muss man bei der Finanzierung beachten?

Eine Renovation dient der Werterhaltung der Immobilie.

Der Umbau einer Liegenschaft führt zu einer

neuen Nutzung; mit einem Umbau wird die Immobilie

in der Regel an die aktuellen eigenen Bedürfnisse angepasst.

Bei der Finanzierung von Renovationen oder

einem Umbau geht man davon aus, dass man die

bauliche Veränderung aus eigener Finanzkraft tätigen

kann. Eine Aufstockung der Hypothek wird meist nur

in Betracht gezogen, wenn der Umbau oder die Umnutzung

zu einem Mehrwert führt.

Wie bestimmt man den richtigen Zeitpunkt zum

Umbauen oder Renovieren?

Jedes Bauteil hat eine andere Lebensdauer, und

somit ist der Zeitpunkt für jedes Bauelement anders.

Für den Laien ist es fast unmöglich, den richtigen

Zeitpunkt abzuschätzen. Das führt dazu, dass gewisse

Liegenschaften zu häufig und andere zu selten

renoviert werden. Beide Fälle führen zu hohen Kosten.

Unsere Empfehlung ist es, die Liegenschaft alle

fünf Jahre gemeinsam mit einem Fachmann zu begutachten.

Das ermöglicht einem nicht nur, den richtigen

Zeitpunkt zu finden, sondern auch, das nötige

Kapital auf die Seite zu legen.

Philipp Urech ist Immobilienspezialist und Geschäftsführer

der Immoblienplattform Swiss Life Immopulse.

www.swisslife.immopulse.ch

26 SCHÖNER WOHNEN SCHWEIZ 11|2015

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