Umweltbericht 2016

berlin.airport

In unserem Umweltbericht erfahren Sie alles rund um die Themen Fluglärm, Luftgüte, Klima, Energie sowie Wasser und Abfall an unseren Flughäfen.

Umweltbericht

2016


Umweltbericht 2016 | 3

Inhalt

Vorwort ................................................................................................................ 4

Umweltleitlinien ......................................................................................... 7

Fluglärm .............................................................................................................. 11

Basisinformationen .................................................................................................... 11

Lärm vermeiden ......................................................................................................... 12

Lärmbezogene Verkehrsstatistik ............................................................................. 15

Fluglärmmessung ..................................................................................................... 23

Fluglärmberechnung ................................................................................................ 35

Verkehrslärm am Wohnort ...................................................................................... 36

Gut informiert ............................................................................................................ 38

Schallschutz ............................................................................................................... 39

Luftgüteüberwachung ...................................................................... 47

Luftgütemessstelle ................................................................................................... 48

Biomonitoring ............................................................................................................ 52

Bienenmonitoring ..................................................................................................... 54

Energie, Wasser und Abfall .......................................................... 57

Klima und Energie ..................................................................................................... 57

Wasser ......................................................................................................................... 64

Abfall ........................................................................................................................... 70

Flughafen-Landschaftspark ........................................................ 75

Ansprechpartner ...................................................................................... 79

Berichtsprofil ............................................................................................................. 80

Impressum ................................................................................................................. 80


4 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Dr. Manfred Bobke-von Camen,

Geschäftsführer Personal

Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup,

Vorsitzender der Geschäftsführung

Heike Fölster,

Geschäftsführerin Finanzen

Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

den BER endlich an den Start zu bringen,

steht im absoluten Mittelpunkt unserer

Arbeit und überstrahlt in der Öffentlichkeit

alle anderen Entwicklungen

und Aktivitäten der Flughafen Berlin

Brandenburg GmbH. Das ist nachvollziehbar,

dennoch bleibt manche positive

Geschichte in diesen Tagen unerzählt.

Und das ist eigentlich schade.

So leisten wir durch die Einsparung

von Energie beispielsweise in den

Parkhäusern und auf den Vorfeldern

einen Beitrag zum Klimaschutz. Im

Terminal A in Schönefeld konnten

wir die Abfertigungshalle auf LED

umrüsten. Zudem erzeugen wir

rund die Hälfte der für die Flughäfen

benötigten Energie in effizienten

Erdgas-Blockheizkraftwerken vor Ort.

Der darüber hinaus benötigte Strom

stammt schon seit 2012 ausschließlich

aus regenerativen Energiequellen.

Das Engagement der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter für eine umweltverträgliche

Mobilität kann sich sehen

lassen. So nutzten im Rahmen eines

Wettbewerbs 150 Kollegen regelmäßig

ihr Fahrrad und brachten innerhalb

von zwei Monaten stolze 86.000 Kilometer

auf den Tacho. Der Wettbewerb

Berliner Unternehmen „Wer radelt am

meisten?“ stärkt den Teamgeist im Unternehmen

und hält unsere Mitarbeitenden

fit. Damit alle Kolleginnen und

Kollegen auf ihrem täglichen Weg zur

Arbeit einen Beitrag zum Klimaschutz

leisten können, bieten wir ihnen in Kooperation

mit der BVG ein Firmenticket

für den öffentlichen Nahverkehr an.

Berlin-Brandenburg ist ein überaus

beliebtes Reiseziel und auch die

Bürger der Region verreisen gern.

Die Flughäfen Schönefeld und Tegel

stellen dabei einen zentralen Mobi-

litätsbaustein dar. Für die märkische

Wirtschaft ist dies gut und wichtig,

denn Tourismus und Luftfahrt tragen

erheblich zur Wertschöpfung der Region

bei. Dennoch muss dieses dynamische

Wachstum für die Anwohner in

einem verträglichen Rahmen bleiben.

Daher engagieren wir uns mit unseren

Partnern in der Luftverkehrswirtschaft

dafür, dass wir die steigende

Zahl von Flugbewegungen durch

optimierte Flugverfahren und leisere,

moderne Flugzeuge ausgleichen.

Damit es unterm Strich nicht lauter

wird. Unsere Vergleichsmessungen

zwischen dem Airbus A 320 und dem

Nachfolgemodell A 320neo haben 2016

belegt, dass neue Flieger „viel leiser

können“. Der Generationenwechsel

bringt hier glatt einen nur noch halb

so großen Lärmteppich. Die Airlines


Umweltbericht 2016 | 5

sind daher gefordert, ihre Flotten weiter

und noch schneller zu erneuern,

damit wir an den Flughafenstandorten

die notwendige Akzeptanz im Umland

erhalten können.

Wir nehmen unsere Nachbarn ernst

und verschließen vor neuen Erkenntnissen

der Umweltforschung nicht

die Augen. Im Gegenteil: 2016 hat die

FBB begonnen, an ihrer Luftgütemessstelle

auch ultrafeine Partikel zu

messen. Übrigens als erster Flughafen

in Deutschland. Auch der Straßenverkehr,

Heizungsanlagen und die Industrie

emittieren diesen „Feinst-Staub“.

Wir schaffen nun Transparenz und

werden auch diese Messergebnisse

veröffentlichen. Alle Umweltdaten aus

dem Biomonitoring, dem Bienenmonitoring

und der Luftgütemessstelle

finden Sie bei der FBB online.

Wir freuen uns, wenn Sie auch weiterhin

unser Engagement in Sachen

Klimaschutz, Luftgüte und Fluglärm

kritisch und konstruktiv begleiten.

Die Geschäftsführung der

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Heike Fölster

Geschäftsführerin Finanzen

Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup

Vorsitzender der Geschäftsführung

Dr. Manfred Bobke-von Camen

Geschäftsführer Personal


6 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH


Umweltbericht 2016 | 7

Die Umweltleitlinien der

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Das dynamische Wachstum des Luftverkehrs

in der deutschen Hauptstadtregion

wollen wir im Hinblick auf den

Schutz von Anwohnern und Mitarbeitern,

Umwelt und Klima verantwortlich

gestalten.

Die Flughafen Berlin Brandenburg

GmbH (FBB) stellt durch die klare

Regelung von Verantwortlichkeiten

und Prozessen einen hohen Umweltstandard

im Unternehmen sicher. Die

FBB betreibt ein Umwelt- und Energiemanagementsystem,

das zum Ziel hat,

negative Wirkungen der betrieblichen

Tätigkeit auf Umwelt und Klima kontinuierlich

zu mindern und ihre Energieeffizienz

fortlaufend zu verbessern.

Umwelt- und Klimaschutz als Unternehmensziele

Wir verstehen Umwelt- und Klimaschutz

als Querschnittsaufgaben, zu

denen jeder Mitarbeiter in seinem

Handlungs- und Verantwortungsbereich

beiträgt. Die Geschäftsführung

und die Führungskräfte nehmen darüber

hinaus das Engagement für Umwelt-

und Klimaschutz als strategische

Führungsaufgabe wahr. Potenziell

negative Auswirkungen unternehmerischer

Entscheidungen auf Umwelt

und Klima werden bereits in der

Grundlagenermittlung bzw. Vorplanung

berücksichtigt und vermieden.

Die umweltbezogene Rechtsetzung

und behördliche Auflagen sind einzuhalten

und sollen, soweit sinnvoll und

möglich, übertroffen werden.

Kontinuierliche Verbesserung unserer

Umweltleistung und Energieeffizienz

Durch den Einsatz moderner Technik,

eine optimierte Betriebsführung und

ein umweltbewusstes Nutzerverhalten

verringern wir kontinuierlich den

Verbrauch von Energie und Ressourcen.

Wir setzen uns konkrete Ziele

im Hinblick auf die Reduzierung des

Energie- und Ressourcenverbrauchs

sowie negativer Wirkungen auf die

Umwelt. Wir überwachen, bewerten

und dokumentieren kontinuierlich

die sich aus der unternehmerischen

Tätigkeit ergebenden negativen

Umweltwirkungen sowie den Ressourcen-

und Energieverbrauch. Wir

ergreifen rechtzeitig weitere Schritte,

falls das Erreichen der umwelt- und

energiebezogenen Ziele gefährdet ist.

Förderung des Umweltbewusstseins

und Einbeziehung unserer Geschäftspartner

Wir schulen und qualifizieren alle

Mitarbeiter, damit jeder an seinem

Arbeitsplatz einen Beitrag zum Schutz

von Klima und Umwelt leisten kann.

Airlines, Dienstleister und andere Geschäftspartner

beziehen wir in unser

Umwelt- und Energiemanagement ein.

Information und Dialog

Wir suchen einen offenen und sachlichen

Dialog mit den verschiedenen

Anspruchsgruppen der Flughafengesellschaft.

Wir informieren die

Öffentlichkeit regelmäßig über die

Umweltauswirkungen und über unsere

Anstrengungen zum Schutz von

Umwelt und Klima.


8 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH


Umweltbericht 2016 | 9

Ein wirkungsvolles Lärmmanagement

ist eine der zentralen Herausforderungen

der Flughafengesellschaft.


10 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH


Umweltbericht 2016 | 11

Fluglärm

Basisinformationen

Was ist Lärm und

wie kann man ihn messen und berechnen?

Bei der Empfindung von Geräuschen

spielt es eine Rolle, ob der Hörende

beispielsweise konzentriert arbeiten

will, ein Konzert besucht oder sich

ausruhen möchte. Ob ein Geräusch

als Lärm empfunden wird, ist von der

Situation, der Tätigkeit und persönlichen

Vorlieben abhängig. Unangenehme,

störende oder gar gesundheitsgefährdende

Schallereignisse

werden als Lärm bezeichnet.

Der Mensch nimmt Geräusche durch

vom Schall verursachte Luftdruckschwankungen

am Ohr wahr. Ein

direkter Rückschluss des gemessenen

Schalldruckpegels auf die Geräuschempfindung

ist dennoch nur eingeschränkt

möglich. Grundsätzlich lässt

sich sagen, dass ein Anstieg des Schalldruckpegels

um 10 dB als doppelt so

laut wahrgenommen wird. Das Ohr

kann eine große Spanne von Schalldrücken

verarbeiten. Das menschliche

Hörfeld liegt etwa zwischen 0 und

120 Dezibel.

Die Hörempfindung ist aber nicht nur

vom Schalldruck, sondern auch von

der Frequenz des Schalls abhängig,

weil das Geräusch je nach Frequenz

unterschiedlich stark an das Innenohr

weitergeleitet wird. Um Aussagen über

die Wahrnehmung eines Schallereignisses

treffen zu können, müssen

daher die Frequenzzusammensetzung

sowie weitere Faktoren des Schalls

betrachtet werden. In Abhängigkeit

von der Wahrnehmung bestimmter

Frequenzen werden diese unterschiedlich

gewichtet („bewertet“).

Um den bewerteten Gesamtpegel

zu kennzeichnen, wird der jeweils

verwendete Frequenzfilter hinter der

dB-Angabe in Klammern ergänzt, z. B.

35 dB(A) bei Anwendung des A-Filters.

Je nach Pegel des Gesamtgeräuschs

kommen dabei unterschiedliche Filter

zum Einsatz.

Flugzeuge verursachen im näheren

Umfeld von Flughäfen unregelmäßig

Schallereignisse verschiedener

Intensität. Deshalb sind bei der

Erfassung der Lärmbelastung neben

dem maximalen Pegel als wichtigster

Einflussgröße auch die Dauer der

Schallereignisse und deren Häufigkeit

zu berücksichtigen. Im so genannten

äquivalenten Dauerschallpegel (Leq)

werden diese Faktoren zusammengefasst.

Dabei werden die in einem

bestimmten Zeitraum an einem Ort

gemessenen Lärmereignisse in ein

fiktives Dauergeräusch gleichen Energieinhalts

umgerechnet. Nach dem

Fluglärmgesetz in der Fassung vom

31.10.2007 wird die Jahresbelastung

durch die äquivalenten Dauerschallpegel

(Leq) getrennt nach Tag- und

Nachtzeitraum (6 – 22 Uhr / 22 – 6 Uhr)

ausgedrückt. Als Bezugszeit werden

dazu die sechs verkehrsreichsten Monate

des Jahres herangezogen.


12 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Lärm vermeiden

Die Luftverkehrswirtschaft packt’s an

Der Luftverkehr wächst und entwickelt

sich gerade am Standort Berlin

besonders dynamisch. Trotz des enormen

Zuwachses an Passagieren ist

der Fluglärm in Schönefeld und Tegel

im Mittel in den vergangenen Jahren

ungefähr gleich geblieben bzw. nur

moderat angestiegen. Dies ist möglich,

weil Flugzeug- und Triebwerkshersteller,

Fluggesellschaften, Flughäfen

und die Deutsche Flugsicherung unter

maßgeblicher Beteiligung der Wissenschaft

Technologien und Verfahren

entwickelt haben, um das Fliegen

leiser zu machen. Wir werden weiterhin

möglichst lärmarme Verfahren in

Berlin einsetzen und kontinuierlich

weiterentwickeln, um die Akzeptanz

der Luftfahrt in Berlin und Brandenburg

nachhaltig zu sichern.

Der moderne Luftverkehr erlaubt es

den Menschen in der Hauptstadtregion

sehr viele Ziele in Europa und

zahlreiche Destinationen weltweit

direkt zu erreichen und verbindet

Unternehmen und ihre Produkte mit

der Weltwirtschaft. Mit 45 Millionen

Übernachtungen 2016 sind Berlin

und Brandenburg eine attraktive

Tourismusregion. Das Mobilitätsbedürfnis

der Gesellschaft muss jedoch

in Einklang gebracht werden mit

dem Ruhe- und Schutzbedürfnis der

Anwohner im Umfeld der Flughäfen

Schönefeld und Tegel. Die FBB stellt

dies sicher durch ein umfassendes

Schallschutzprogramm, die Erhebung

lärmabhängiger Start- und Landeentgelte

und die Vermeidung unnötigen

Bodenlärms.

Besonders wirksam ist es, Lärm an

der Quelle zu minimieren. Die Airlines

investieren kontinuierlich in neue

Flugzeugtechnologien und modernisieren

ihre Flotten. Moderne Flugzeuge

verfügen über deutlich leisere

Triebwerke. Industrie und Wissenschaft

arbeiten daran, die Schallquellen

an der Flugzeugoberfläche, an den

Flügeln und am Fahrwerk zu reduzieren.

Bereits bis zum Jahr 2020 werden

Flugzeuge der neuesten Generation

nur noch halb so laut wahrgenommen

werden wie zur Jahrtausendwende in

Dienst gestellte Flugzeuge.

In Berlin eingesetzte Flugzeuge werden immer leiser

Fluglärm seit 1960 um 25 dB* verringert

100

11

5

12

14

95

ePNdB*

90

85

80

6

2

10

7

3 4

1

– 25 dB

9

8

Lärmpegel bei Überflug

in 6,5 km Entfernung vom

Startpunkt. In die Darstellung

der Pegel geht auch

die Zahl der Sitzplätze ein.

Flugzeuge mit mehr als 100

Sitzplätzen erhalten einen

entsprechenden Abzug,

Flugzeuge mit weniger

als 100 Sitzplätzen einen

Zuschlag.

75

1950

1 Airbus A320

2 Airbus A300

3 Boeing 737-300

4 Boeing 737-800

5 Boeing 727

1960

1970

1980

6 McDonnel-Douglas DC 9

7 McDonnel-Douglas MD 8

8 Embraer E190

9 Airbus A330

10 Tupulew TU154M

1990

2000

11 McDonnel-Douglas DC 8

12 Ilyushin IL-62

13 Airbus A320neo

14 Tupulew TU134A

2010

13

2020

* EPNdB (Effective Perceived

Noise Level in decibels)

Pegelgröße, die im Rahmen

der Zertifizierung von

Flugzeugen genutzt wird.

Dieser Pegel berücksichtigt

unter anderem Korrekturen

für tonale Anteile und ist

nicht mit dem A-bewerteten

Schallpegel vergleichbar.


Umweltbericht 2016 | 13

Lautstärke

Geräusche im Vergleich

100 dB(A)

100 dB(A)

90 dB(A)

90 dB(A)

90 dB(A)

90 dB(A)

90 dB(A)

80 dB(A)

80 dB(A)

80 dB(A)

80 dB(A)

70 dB(A)

70 dB(A)

70 dB(A)

60 dB(A)

60 dB(A)

60 dB(A)

50 dB(A)

30 dB(A)

20 dB(A)

Presslufthammer (in 7 m Entfernung)

Diskothek

Güterzug 100 km/h (in 25 m Entfernung)

schwerer Lkw 75 km/h (in 7,5 m Entfernung)

Flugzeug bei Landung in 50 m Höhe in TXL: Kurt-Schumacher Platz*

Benzinrasenmäher (in 2 m Entfernung)

Motorrad (in 5 m Entfernung)

ICE 250 km/h (in 25 m Entfernung)

Bus 60 km/h (in 25 m Entfernung)

Flugzeug bei Landung in 200 m Höhe

in TXL: Spandauer Neustadt, Schäfersee / in SXF: Mahlow-Waldsiedlung, Bohnsdorf*

Flugzeug bei Start in 400 m Höhe

in TXL: HOKA-Siedlung, Reinickendorf Englisches Viertel / in SXF: Siedlung Hubertus*

Pkw 60 km/h (in 25 m Entfernung)

Flugzeug bei Landung in 700 m Höhe

in TXL: Dallgow-Döberitz, Wartenberg / in SXF: Genshagen, Hessenwinkel*

Flugzeug bei Start in 1.100 m Höhe

in TXL: Falkenhagener Feld, Pankow-Heinersdorf / in SXF: Müggelheim, Diedersdorf*

normales Gespräch (in 1 m Entfernung)

Flugzeug bei Landung in 1.000 m Höhe

in TXL: Wustermark, Altlandsberg / in SXF: Gröben, Grünheide*

Flugzeug bei Start in 3.000 m Höhe

in TXL: Ketzin / in SXF: Gröben, Grünheide*

leises Radio (in 1 m Entfernung)

tickender Wecker (in 1 m Entfernung)

tropfender Wasserhahn (in 1 m Entfernung)

Eine Steigerung des Schallpegels um 10 dB wird

als Verdoppelung der Lautstärke wahrgenommen.

*Ausgewertet wurden die hauptsächlich an den

Flughäfen Tegel und Schönefeld verkehrenden

Flugzeuge (A320-Familie und Boeing 737).

Quelle: BDL, Stand: 2014

(Flugzeuge eigene Auswertung)


14 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH


Umweltbericht 2016 | 15

Lärmbezogene Verkehrsstatistik

Flugbewegungen

Betriebsrichtung

Flugzeuge starten und landen gegen

den Wind. Berlin liegt innerhalb der

Westwindzone und so starteten und

landeten 2016 an den Flughäfen Schönefeld

und Tegel 65 Prozent der Flüge

Richtung Westen und nur 35 Prozent

Richtung Osten. Die Verteilung entspricht

in etwa dem langjährigen Mittel.

Mit insgesamt 282.062 Starts und

Landungen im Jahr 2016 ist die Zahl

der Flugbewegungen an den Berliner

Flughäfen im Vergleich zum Vorjahr

(260.612) um 8,2 Prozent gestiegen.

Während sich die Zahl der Flugbewegungen

am Flughafen Schönefeld

gegenüber dem Vorjahr um 26,8 Prozent

steigerte, wurden am Flughafen

Tegel 0,6 Prozent mehr Luftfahrzeuge

abgefertigt. Von den Starts und Landungen

entfielen zwei Drittel (185.500)

auf Tegel und ein Drittel (96.562) auf

Schönefeld.

Flugbewegungen 2016

SXF: 33 % (96.562)

TXL: 66 % (185.500)


16 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flugbewegungen

nach Lärmklassen

An den Berliner Flughäfen nahm der

Anteil moderner, lärmarmer Flugzeuge

2016 weiter zu. Dennoch stieg der

Anteil der Flugzeuge in den Lärmklassen

4 und 5 im Zeitraum von 2014 bis

2016. Diese zunächst widersprüchlich

scheinende Tendenz ist durch verschiedene

Effekte erklärbar. So haben

einige Airlines ihre Startverfahren

modifiziert, so dass sie die Messstellen

mit geringerem Schub überfliegen. Die

Flugzeuge sind durch den geringeren

Schub grundsätzlich leiser, steigen

aber auch langsamer und sind deshalb

über den Messstellen niedriger und

entsprechend lauter. Unterm Strich

ergeben sich durch die veränderten

Startverfahren höhere Maximalpegel,

die dazu führten, dass bestimmte Flugzeugtypen

in eine höhere Lärmklasse

eingruppiert wurden. Dies betraf im

Jahr 2014 die Flugzeugtypen Boeing

737-700/800, Boeing 757-200/300 und

die nach Lärmkapitel 3 zertifizierten

Airbus A321-200, die in die Lärmklasse

4 hochgruppiert wurden. Im Jahr 2016

wurden die nach Lärmkapitel 4 zertifizierten

Flugzeuge des Typs Airbus

A321-200 auch in die Lärmklasse 4

gesetzt. Bei weiteren Effekten müssen

die Flughäfen getrennt betrachtet

werden.

Flugbewegungen nach Lärmklassen – Flughafen Schönefeld

Lärmklasse 2014 2015 **2016 ***2016

1 (bis 70,9 dB(A)) 9.364 6.565 6.380 6.414

2 (71 bis 73,9 dB(A)) 6.580 7.521 6.841 7.775

3 (74 bis 76,9 dB(A)) 41.535 43.908 48.154 46.604

4 (77 bis 79,9 dB(A)) 11.813 17.832 34.878 35.460

5 (80 bis 84,9 dB(A)) 178 335 262 262

6 (85 bis 89,9 dB(A)) 10 4 2 2

7 (ab 90 dB(A)) 6 4 8 8

Summe Flugbewegungen* 69.486 76.169 96.525 96.525

* Aus technischen Gründen können geringfügige Abweichungen von der Verkehrsstatistik auftreten.

** zu Vergleichszwecken Darstellung nach Lärmklasseneinteilung 2014 – 2015

*** neue Lärmklasseneinteilung 2016


Umweltbericht 2016 | 17

Flugbewegungen nach Lärmklassen

Rechenbasis der Lärmentgelte

Lärmklasse

Lärmklasse 1

bis 70,9 dB(A)

Lärmklasse 2

71 bis 73,9 dB(A)

Lärmklasse 3

74 bis 76,9 dB(A)

Flugbewegungen

2014 2016*

12.993 10.688

21.308 26.363

163.806 190.892

Lärmklasse 4

77 bis 79,9 dB(A)

48.839 Flugbewegungen 2014

47.495 Flugbewegungen 2016*

Lärmklasse 5

80 bis 84,9 dB(A)

4.707 Flugbewegungen 2014

6.568 Flugbewegungen 2016*

Lärmklasse 6

85 bis 89,9 dB(A)

12 Flugbewegungen 2014

4 Flugbewegungen 2016*

Lärmklasse 7

ab 90 dB(A)

6 Flugbewegungen 2014

18 Flugbewegungen 2016*

* Im Jahr 2016 wurden die Lärmklassen neu festgesetzt. Zu Vergleichszwecken

wurden in dieser Grafik die 2016er Flugbewegungen anhand der

Lärmklasseneinteilung 2014/2015 dargestellt.


18 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Am Flughafen Tegel ist die Zahl der

Flugzeuge der Lärmklasse 4 rückläufig.

Sie hat sich um ca. ein Drittel bei

Anwendung der Lärmklassen 2014 auf

das Jahr 2016 sogar auf ein Drittel

reduziert. Grund ist hier hauptsächlich

die Flottenumrüstung von

airberlin, die die Airbusflotte auf

Kosten der Boeing 737-800 ausgeweitet

hat. Außerdem ist durch den

vermehrten Einsatz des Flugzeugtyps

Dash-8 von airberlin die Anzahl der

besonders leisen Flüge mit der Lärmklasse

2 um ca. die Hälfte angestiegen.

Die Anzahl der Flüge mit Lärmklasse 5

hat durch den häufigeren Einsatz von

Großraumflugzeugen um ca. 1.800

zugenommen.

Die Entwicklung am Flughafen

Schönefeld wurde im Jahr 2016 durch

die massive Steigerung der Verkehrszahlen,

u.a. durch den Ausbau der

Ryanair-Basis, geprägt. Ryanair setzt

ausschließlich den Flugzeugtyp

Boeing 737-800 ein, der die Lärmklasse

4 hat. Hierdurch ergab sich eine

Verdreifachung der Flüge mit Lärmklasse

4.

Insgesamt blieb an den Berliner

Flughäfen die Anzahl der Flugbewegungen

der Lärmklasse 4 in den

Jahren 2014 bis 2016 konstant. In den

Lärmklassen 2, 3 und 5 ergaben sich

Zuwächse. Die 22 Flüge der Lärmklassen

6 und 7 bestanden hauptsächlich

aus Regierungs- und Militärflügen.

Diese stellen unvermeidliche Ausnahmen

dar.

Auf der Basis von Messdaten werden

die Flugzeugtypen jährlich den

Lärmklassen zugeordnet. Durch

veränderte Startverfahren haben sich

2014 und 2016 erhebliche Änderungen

ergeben. Aus diesem Grund ist die in

den Tabellen dargestellte Lärmklassenstatistik

für das Jahr 2016 zu

Vergleichszwecken auf die Lärmklassen

2014 zurückgerechnet worden. In

der letzten Spalte der Tabellen

"Flugbewegungen nach Lärmklassen"

ist die aktuelle Einteilung der Lärmklassen

angegeben.

Die FBB wird nach Schaffung der

technischen Voraussetzungen

zukünftig auf Basis individueller

Messwerte jedes einzelnen Flugs die

Lärmentgelte mit den Airlines

abrechnen.

Flugbewegungen nach Lärmklassen – Flughafen Tegel

Lärmklasse 2014 2015 **2016 ***2016

1 (bis 70,9 dB(A)) 3.629 7.154 4.308 3.575

2 (71 bis 73,9 dB(A)) 14.728 22.385 19.522 22.076

3 (74 bis 76,9 dB(A)) 122.271 116.181 142.738 128.322

4 (77 bis 79,9 dB(A)) 37.026 33.246 12.617 25.212

5 (80 bis 84,9 dB(A)) 4.529 5.491 6.306 6.306

6 (85 bis 89,9 dB(A)) 2 6 2 2

7 (ab 90 dB(A)) 0 2 10 10

Summe Flugbewegungen* 182.185 184.465 185.503 185.503

* Aus technischen Gründen können geringfügige Abweichungen von der Verkehrsstatistik auftreten.

** zu Vergleichszwecken Darstellung nach Lärmklasseneinteilung 2014 – 2015

*** neue Lärmklasseneinteilung 2016


Umweltbericht 2016 | 19

Lärmbezogene

Start- und Landeentgelte 2016

Startentgelt

Lärmklassen

Landeentgelt

bis 70,9 dB(A)

50 € 50 €

71 bis 73,9 dB(A)

62 € 62 €

74 bis 76,9 dB(A)

80 € 80 €

77 bis 79,9 dB(A)

125 € 125 €

515 € 80 bis 84,9 dB(A) 515 €

3.000 € 85 bis 89,9 dB(A)

3.000 €

7.500 € ab 90 dB(A)

7.500 €

Die Lärmentgelte werden in Schönefeld und Tegel in gleicher Höhe fällig.


20 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Leiser, sauberer, größer

Leisere Flieger erreichen Berlin

Mit dem A380 gelang es Airbus im

Jahr 2006 ein modernes Großraumflugzeug

zu konstruieren, welches

deutlich leiser ist, als vergleichbare

Flugzeugmuster. Im Segment der an

den Berliner Flughäfen größtenteils

genutzten Schmalrumpfflugzeuge mit

nur einem Mittelgang ist eine Weiterentwicklung

in den letzten 15 Jahren

hingegen ausgeblieben.

Airbus hat nun auch in diesem Segment

verbesserte Flugzeuge im

Angebot. So wurde der A320neo

(New Engine Option) entwickelt und

im Jahr 2016 an die Lufthansa als

Erstkunden ausgeliefert. Mit einer

anderen Triebwerkskonfiguration

(CFM International LEAP) fliegt auch

die türkische Pegasus Airline den

Flughafen Schönefeld zunehmend mit

der A320neo an.

Die FBB hat die Messdaten der

A320neo-Flüge von Pegasus im Jahr

2016 ausgewertet und hierbei im

Mittel an den einzelnen Messstellen

eine erhebliche Lärmminderung um

4,5 dB gemessen. Auf Basis dieser

Daten konnte ein sogenannter „Lärm-

Fußabdruck“ (Maximalpegel von

> 70 dB(A) eines Starts) beider Varianten

des A320 auf der Karte dargestellt

werden. Es ergibt sich eine Halbierung

der belasteten Fläche.

Lärmbelastete Fläche schwindet

Vergleich der Fläche > 70 dB A320/A320neo beim Start

Legende

A320

A320neo


Umweltbericht 2016 | 21

Effizienz im Luftverkehr

an den Flughäfen Schönefeld und Tegel

an. Die durchschnittliche Auslastung

der in Tegel abgefertigten Luftfahrzeuge

blieb gegenüber dem Vorjahr

annähernd konstant (Steigerung von

114 auf 115).

Die Luftfracht spielt in Berlin eine

vergleichsweise untergeordnete

Rolle. So wurden im Jahr 2016 an den

Berliner Flughäfen Schönefeld und

Tegel etwa 47.000 Tonnen Luftfracht

umgeschlagen. Dies entspricht einem

Zuwachs von neun Prozent.

Die Flugzeuge von und nach Berlin sind immer besser ausgelastet

Im Jahr 2016 wurden insgesamt

32.906.881 Passagiere an den Berliner

Flughäfen Schönefeld und Tegel abgefertigt.

Die Auslastung der Luftfahrzeuge

in Schönefeld stieg im Jahr 2016

von 112 auf 121 Passagiere pro Luftfahrzeug

deutlich gegenüber dem Vorjahr

Insgesamt hat sich die Effizienz des

Berliner Luftverkehrs in den vergangenen

Jahren deutlich erhöht. Während

das Passagieraufkommen seit 2007 um

64 Prozent zunahm, stieg die Zahl der

Flugbewegungen nur um elf Prozent.

Die Flugzeuge wurden in diesem Zeitraum

größer und leiser, die Auslastung

der einzelnen Flugzeuge stieg.

Immer effizienter: Berlins Luftverkehr

200%

175%

164 %

150%

Passagiere

125%

100%

Flugbewegungen

111 %

75%

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016


22 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH


Umweltbericht 2016 | 23

Fluglärmmessung

Die FBB schafft Transparenz

Stationäre

Messstellen

Kienitzberg: Eine der 25 stationären Messstellen.

Links: Das FBB Messmobil in Krummensee.

Flughäfen sind vom Gesetzgeber dazu

verpflichtet, auf dem Flughafen und

in dessen Umgebung Messstellen zur

Dokumentation des Fluglärms zu

betreiben. Die Flughafen Berlin Brandenburg

GmbH (FBB) hat zu diesem

Zweck in der Umgebung der Flughäfen

Schönefeld und Tegel insgesamt

25 stationäre Messstellen installiert

(Stand 31.12.2016). Die Messergebnisse

werden monatlich an die zuständigen

Behörden und die Fluglärmkommissionen

übermittelt sowie im Internet

veröffentlicht.

www.berlin-airport.de/de/nachbarn/fluglaerm-undflugrouten/fluglaerm/index.php

Standorte

Die Standorte der stationären Messstationen

werden in Absprache mit den

Fluglärmkommissionen festgelegt, in

denen die Anrainergemeinden vertreten

sind. Grundsätzlich werden Messstellen

entlang der An- und Abflugrouten

und in Wohngebieten platziert, die

von Fluglärm betroffen sind. Bei der

Auswahl der Standorte werden andere

Lärmquellen wie Hauptverkehrsstraßen

oder Bahnlinien gemieden, die

zu einer Verfälschung der Ergebnisse

führten. Die Messdaten werden einmal

täglich von den Messstellen abgerufen

und den Flugbewegungen auf Basis

der Radardaten der Deutschen Flugsicherung

zugeordnet. Die Zuordnung

der Lärmereignisse zu den Flugbewegungen

erfolgt zunächst automatisch.

Nicht vom Flugverkehr verursachte

Lärmereignisse werden manuell aus

der Statistik entfernt. Hinzugezogen

werden Wetterdaten, um eine Verfälschung

der Messergebnisse, beispielsweise

durch starken Wind, zu vermeiden.

Schließlich werden die Verteilung

der Einzel- und Dauerschallpegel sowie

weitere akustische Kenndaten berechnet.

Durch diese Form der Fluglärmüberwachung

ist die FBB in der Lage,

Auskunft über die Lärmimmissionen

jeder Flugbewegung zu geben und die

Entwicklung der Fluglärmsitua tion

verlässlich und kontinuierlich zu

dokumentieren. Die Daten werden

insbesondere für die Berechnung der

lärmbezogenen Start- und Landeentgelte

sowie für die Bearbeitung von

Beschwerden herangezogen.


24 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Messstellen Schönefeld

2

Bohnsdorf, Waldstraße

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 76 dB(A), Landungen: 78 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 600 m, Landungen: ca. 200 m

12

Karolinenhof, Pretschener Weg

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 67 dB(A), Landungen: 59 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 1.000 m, Landungen: ca. 400 m

3

Waßmannsdorf, Dorfstraße

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 78 dB(A), Landungen: 68 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 200 m, Landungen: ca. 30 m

13

Schulzendorf, Waldstraße

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 67 dB(A), Landungen: 59 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 600 m, Landungen: ca. 200 m

4

5

Selchow, Glasower Straße

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 74 dB(A), Landungen: 66 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 400 m, Landungen: ca. 70 m

Siedlung Hubertus

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 78 dB(A), Landungen: 84 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 500 m, Landungen: ca. 100 m

14

15

16

Waltersdorf, Berliner Str.

(in Betrieb während der ILA2016)

Blankenfelde, Am Kienitzberg

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 63 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 600 m

Dahlewitz, Schule

(in Betrieb während der ILA2016)

6

Waltersdorf, Siedlung

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 71 dB(A), Landungen: 63 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 700 m, Landungen: ca. 200 m

17

Blankenfelde, Am Bruch

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 64 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 900 m

7

Blankenfelde, Glasower Damm

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 74 dB(A), Landungen: 72 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 700 m, Landungen: ca. 300 m

18

Diedersdorf, Dorfstraße

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 69 dB(A), Landungen: 69 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 1.200 m, Landungen: ca. 500 m

8

Mahlow, Waldsiedlung

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 76 dB(A), Landungen: 81 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 600 m, Landungen: ca. 200 m

19

Müggelheim, Eppenbrunner Weg

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 71 dB(A), Landungen: 72 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 1.100 m, Landungen: ca. 500 m

9

Bohnsdorf, Fließstraße

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 74 dB(A), Landungen: 69 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 700 m, Landungen: ca. 300 m

21

22

Kiekebusch

(in Betrieb während der ILA2016)

Rotberg

(Inbetriebnahme für Südbahnbetrieb 2017)

11

Karolinenhof, Schappachstraße

mittlerer Maximalpegel Nordbahn

Starts: 73 dB(A), Landungen: 68 dB(A)

Überflughöhen Nordbahn

Starts: ca. 1000 m, Landungen: ca. 400 m

25

29

Schulzendorf, E.-Thälmann-Str.

(Inbetriebnahme für Südbahnbetrieb 2017)

Jühnsdorf

(Inbetriebnahme für Südbahnbetrieb 2017)


Umweltbericht 2016 | 25


26 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Messstellen Tegel


Umweltbericht 2016 | 27

41

42

43

Recklinghauser Weg

Mittlerer Maximalpegel

Starts: ca. 72 dB(A), Landungen: ca. 74 dB(A)

Dauerschallpegel

Tag: 60,1 dB(A), Nacht: 52,1 dB(A)

Überflughöhen

Starts: ca. 900 m, Landungen: ca. 300 m

Wasserwerk, Am Jagen

Mittlerer Maximalpegel

Starts: ca. 79 dB(A), Landungen: ca. 86 dB(A)

Dauerschallpegel

Tag: 66,4 dB(A), Nacht: 58,5 dB(A)

Überflughöhen

Starts: ca. 450 m, Landungen: ca. 80 m

Lynarstraße

Mittlerer Maximalpegel

Starts: ca. 75 dB(A), Landungen: ca. 77 dB(A)

Dauerschallpegel

Tag: 62,2 dB(A), Nacht: 54,1 dB(A)

Überflughöhen

Starts: ca. 700 m, Landungen: ca. 200 m

45

47

48

49

Seidelstraße

Mittlerer Maximalpegel

Starts: ca. 65 dB(A), Landungen: ca. 62 dB(A)

Dauerschallpegel

Tag: 52,2 dB(A), Nacht: 45,4 dB(A)

Oxforder Straße

Mittlerer Maximalpegel

Starts: ca. 78 dB(A), Landungen: ca. 66 dB(A)

Dauerschallpegel

Tag: 60,6 dB(A), Nacht: 50,7 dB(A)

Überflughöhen

Starts: ca. 500 m, Landungen: ca. 150 m

Schwartzstraße

Mittlerer Maximalpegel

Starts: ca. 76 dB(A), Landungen: ca. 77 dB(A)

Dauerschallpegel

Tag: 62,2 dB(A), Nacht: 54,2 dB(A)

Überflughöhen

Starts: ca. 700 m, Landungen: ca. 250 m

Meteorstraße

Mittlerer Maximalpegel

Starts: ca. 83 dB(A), Landungen: ca. 91 dB(A)

Dauerschallpegel

Tag: 71,4 dB(A), Nacht: 63,3 dB(A)

Überflughöhen

Starts: ca. 300 m, Landungen: ca. 40 m

Karte 2


28 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Mobile Messungen

An Standorten, die keine dauerhafte

Installation einer Messstelle rechtfertigen,

führt die FBB mobile Messungen

durch, bei denen in der Regel über

einen Monat die Fluglärmereignisse

aufgezeichnet werden. Im Hinblick auf

die Lärmmesstechnik entspricht die

Anlage den Anforderungen stationärer

Messstellen. Das Messmobil wird auf

Bitten der Fluglärmkommissionen oder

der Gemeinden bzw. der Anregung

Betroffener folgend eingesetzt. Durch

wiederholte Messungen an gleichen

Standorten dokumentiert das Unternehmen

die Veränderung der Fluglärmbelastung

über einen längeren

Zeitraum. Auch bei der Festlegung

von Flugrouten dienen Mehrfachmessungen

mit der mobilen Messstelle der

Dokumentation von Veränderungen.

Zur Erfassung der Belastung vor Inbetriebnahme

des BER wurden 2016 in

Wendenschloss und Schönefeld sogenannte

Nullmessungen durchgeführt.

In der Karte sind die BER-Flugrouten

eingezeichnet.

Außerdem wurden im entfernteren

Anflugbereich des Flughafens Tegel

umfangreiche Messungen zur Erfassung

möglicher Veränderungen nach

Einführung des CDO-Verfahrens (continous

descent operations) am Flughafen

Tegel durchgeführt. Es handelt

sich hierbei um ein Anflugverfahren,

bei dem die Flugzeuge unter minimalem

Triebwerkseinsatz kontinuierlich

sinken. Dieses Verfahren soll neben

den Einsparungen von Kerosin auch

die Lärmimmissionen verringern.

Wie in den Vorjahren wurde das

Fluglärmmobil im Juli in Pankow

eingesetzt.

Die detaillierten Berichte der mobilen

Messungen sind online veröffentlicht.


Umweltbericht 2016 | 29

Mobile Messungen 2016

Karte 3

01

02

03

Wendenschloss

Krummensee

Etzin

13

14

Flugrouten BER

2010

2011

13

2015

2016

04

05

Neuenhagen

Pankow

2012

2013

14

14

06

Schönefeld/Gartenstraße

2014


30 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Dauerschall pegel Schönefeld

In Schönefeld wurden 96.562 Luftfahrzeuge

und damit 20.409 mehr als

im Vorjahr abgefertigt. Der Jahres-

Dauerschallpegel stieg dementsprechend

deutlich an. Die Steigerung

im Vergleich zum Jahr 2014 beträgt

im Tagzeitraum 2,2 dB und 1,3 dB im

Nachtzeitraum.

In den nebenstehenden Diagrammen

ist die Entwicklung des über die Messstellen

2 bis 9 gemittelten Jahresdauerschallpegels

und die Verkehrsentwicklung

der letzten fünf Jahre ohne

Berücksichtigung der Internationalen

Luftfahrtausstellung ILA dargestellt.

Das Jahr 2015 wurde in diesem Diagramm

nicht berücksichtigt, da 2015

auch die Südbahn genutzt wurde und

somit keine direkt vergleichbaren

Werte vorlagen.

Zur Berechnung des Jahresdauerschallpegels

werden gemäß Fluglärmgesetz

die sechs verkehrsreichsten

Monate herangezogen. Die verkehrsreichsten

Monate liegen wie am

Flughafen Tegel normalerweise im

Zeitraum Mai bis Oktober. Im Jahr 2016

ergab sich eine andere Verteilung.

So gehören die Monate Mai und Juni

sowie September bis Dezember in 2016

zu den verkehrsreichsten Monaten.

Grund liegt in dem höheren Verkehrsaufkommen

im Rahmen der Starts

und Landungen zur ILA und 16 neue

Flugverbindungen, die die Airline

Ryanair im September 2016 aufgenommen

hat.

Dauerschallpegel tagsüber Schönefeld*

L eq, tag/dB(A)

60,0

59,0

58,0

57,0

56,0

55,0

54,0

53,0

52,0

51,0

50,0

57,3

2012

2013

57,2

2014

Dauerschallpegel nachts Schönefeld*

L eq, nacht/dB(A)

60,0

59,0

58,0

57,0

56,0

55,0

54,0

53,0

52,0

51,0

50,0

52,2

2012

57,1

52,4

52,6

Tages-Flugbewegungen/Jahr


59,4

2015 2016

nächtl. Flugbewegungen/Jahr


53,9

2013 2014 2015

2016

* Aufgrund des gemischten Betriebs der Nord- und Südbahn kann für das Jahr 2015 kein mittlerer

Dauerschallpegel ausgewiesen werden.

85.000

70.000

55.000

40.000

11.500

11.000

10.500

10.000

9.500

9.000

8.500

8.000

7.500

Flugbewegungen

Flugbewegungen


Umweltbericht 2016 | 31

Fluglärmmanagement

Wie die FBB misst und berechnet

FBB-Lärmmessstellen

Windmessung

Radar

Verkehrsdaten

FBB-Fluglärm-Server

Prüfung der Messdaten

und -ergebnisse

Fluglärmmessdaten und

Flugbewegungen online

http://travisber.topsonic.aero

Fluglärmberichte (Monats- und Jahresberichte,

Berichte zu mobilen Messungen)

Berechnung von Lärmkonturen

Berechnungen für die Festsetzung

lärmbezogener Start- und Landeentgelte

http://travistxl.topsonic.aero

Bearbeitung von

Fluglärmbeschwerden

http://nachbarn.berlin

-airport.de


32 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Nachtflüge Schönefeld

Generell kann am Flughafen Schönefeld

in der ganzen Nacht geflogen

werden. Die Start- und Landebahn in

Schönefeld ist allerdings für lautere

sogenannte Kapitel-3-Flugzeuge in

der Zeit zwischen 24 Uhr und 6 Uhr

gesperrt, für Kapitel-3-(Bonusliste) und

Kapitel-4-Maschinen ist die Bahn 24

Stunden geöffnet.

Nächtliche Flugbewegungen Schönefeld

1200

1000

800

600

400

Die Zahl der nächtlichen Flugbewe-

200

gungen stieg von 2012 mit 7.726 auf

11.644 Flugbewegungen im Jahr 2016

an. Allein im Jahr 2016 erfolgte ein

Anstieg der Nachtflugbewegungen um

39 Prozent. Zweidrittel des Anstiegs ist

auf die neuen Flugverbindungen der

Airline Ryanair zurückzuführen. Damit

war der Verkehrszuwachs im Nachtzeitraum

überproportional. Der Anstieg

im Tagzeitraum betrug 25 Prozent.

0

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt

2016 2015 2014

2013 2012

Nov

Dez


Umweltbericht 2016 | 33

Dauerschall pegel Tegel

Der mittlere äquivalente Dauerschallpegel

an den Messstellen in der Umgebung

des Flughafens Tegel ist in den

vergangenen fünf Jahren im Mittel

annähernd gleich geblieben (Dauerschallpegel

-0,1 dB(A)). Während der

für die Berechnung des Dauerschallpegels

relevanten verkehrsreichsten

sechs Monate war am Flughafen Tegel

ein Verkehrsrückgang von 0,4 Prozent

gegenüber 2015 zu verzeichnen.

Dauerschallpegel tagsüber Tegel*

L eq, tag/dB(A)

68,0

Tages-Flugbewegungen/Jahr

67,0

66,0

65,0

64,0

63,0

62,0

61,0

60,0

59,0

58,0

65,4

65,3 65,4

65,2

65,3

2012

2013

2014

2015 2016

175.000

160.000

145.000

130.000

Flugbewegungen

Nachtflüge Tegel

In Tegel gilt von 23 bis 6 Uhr ein

Nachtflugverbot. Für unvermeidbar

verspätete Landungen wird eine Toleranz

von einer Stunde berücksichtigt.

Ausgenommen von dieser Regelung

sind Nachtpostflüge, Rettungsflüge und

genehmigungspflichtige Sonderflüge.

Die nächtlichen Flugbewegungen stiegen

im Jahr 2016 um ca. neun Prozent

an und damit in deutlich höherem Umfang

als die Gesamtflugbewegungen.

Die Steigerung erfolgte fast ausschließlich

in der ersten Nachtstunde bis

23 Uhr durch auf spätere Zeitpunkte

verschobene geplante Landezeiten und

neu koordinierte Flüge. Aufgrund der

gestiegenen Verkehrszahlen stieg der

über alle Messstellen gemittelte nächtliche

Dauers challpegel geringfügig um

0,4 dB(A) an.

Dauerschallpegel nachts Tegel*

L eq, nacht/dB(A)

59,0

58,0

57,0

56,0

55,0

54,0

53,0

52,0

51,0

50,0

49,0

Nächtliche Flugbewegungen Tegel

1200

1000

800

56,4

2012

56,0

2013

56,6

2014

nächtl. Flugbewegungen/Jahr

* Aus Gründen der Vergleichbarkeit erfolgte die Berechnung des mittleren äquivalenten Dauerschallpegels

für das Jahr 2012 ohne die Messstellen 44 und 46 (Außerbetriebnahme in 2012 und 2013).

56,8

2015

57,2

2016

10.000

9.500

9.000

8.500

8.000

7.500

7.000

6.500

6.000

Flugbewegungen

Die Zahl der nächtlichen Flugbewegungen

stieg in Tegel von 2012 mit

8.139 auf 9.635 Flugbewegungen im

Jahr 2016 an. Der Dauerschallpegel für

den Nachtzeitraum stieg im gleichen

Zeitraum von 56,4 auf 57,2 dB(A).

600

400

200

0

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov

Dez

2016

2015

2014 2013 2012


34 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH


Umweltbericht 2016 | 35

Fluglärmberechnung

Wo war es wie laut?

Im Gegensatz zu Fluglärmmessungen, die immer auf einen Messort bezogen sind, lassen sich

durch Fluglärmberechnungen größere Gebiete beurteilen. Solche mittels Fluglärmberechnung

ermittelten Fluglärmkonturen werden zum Beispiel im Rahmen der Festlegung von

Lärmschutzbereichen des Schallschutzprogramms oder bei der Lärmaktionsplanung erstellt.

Verkehrslärm am Wohnort

Belastung durch Lärm

nach Verkehrsträgern

Je nach Wohnort tragen Straßen-,

Schienen- und Luftverkehr in unterschiedlichem

Maße zur Gesamtlärmbelastung

bei. Für den Großraum

Berlin-Potsdam und die angrenzenden

Städte und Gemeinden* lässt

sich feststellen, dass der Straßenverkehr

die mit weitem Abstand dominierende

Lärmquelle ist. Während

die Belastung für den 24 Stunden

umfassenden Bezugszeitraum (L DEN )

bei Schiene und Luftverkehr in etwa

gleich ist (oberes Diagramm), ist die

nächtliche Lärmbelastung durch den

Schienenverkehr im Vergleich zum

Luftverkehr für wesentlich mehr

Einwohner gravierend (siehe Seite 37).

Verkehrslärm am Wohnort über 24 Stunden

Berlin/Potsdam und Umland*

Zahl belasteter Einwohner 1

800.000

700.000

600.000

500.000

400.000

300.000

200.000

100.000

0

> 55 dB(A)

> 60 dB(A)

L DEN

2

> 65 dB(A)

Straßenverkehr Schienenverkehr Luftverkehr

Verkehrslärm am Wohnort nachts

Berlin/Potsdam und Umland*

600.000

> 70 dB(A)

1

Anzahl der durch Umgebungslärm belasteten Einwohner

aufgeteilt nach Verkehrsträgern und Intensität der Belastung.

Es wurden jeweils die aktuellsten verfügbaren Zahlen

verwendet. (Straßenverkehr und Schienenverkehr 2012,

Luftverkehr 2016)

2

Beurteilungsgröße ist der über 24 Stunden ermittelte

Dauerschallpegel LDEN (Day-Evening-Night). Dies ist ein

Beurteilungspegel, bei dem die Abendstunden und die

Nachtzeit mit Zuschlägen von 5 bzw. 10 dB in die Berechnung

eingehen.

3

Beurteilungsgröße ist der nächtliche Dauerschallpegel LN.

Zahl belasteter Einwohner 1

500.000

400.000

300.000

200.000

100.000

0

> 55 dB(A)

> 60 dB(A)

> 65 dB(A)

> 70 dB(A)

* Nach der Definition der Gemeinsamen Landesplanung

Berlin-Brandenburg der Bereich Stadt-Umland-Zusammenhang

von Berlin und Potsdam.

Straßenverkehr Schienenverkehr Luftverkehr

L N

3


36 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Lärmkonturen für Straße, Bahn und Luftverkehr Tag-Abend-Nacht

Karte 6 Äquivalenter Dauerschallpegel L DEN

75 dB(A) 70 dB(A) 65 dB(A) 60 dB(A) 55 dB(A)

Lärmkonturen für Straße, Bahn und Luftverkehr nachts

Karte 7 Äquivalenter Dauerschallpegel L N

65 dB(A) 60 dB(A) 55 dB(A) 50 dB(A) 45 dB(A)

Die Berechnung der dargestellten Konturen erfolgte nach der vorläufigen Berechnungsmethode

für den Umgebungslärm an Flugplätzen. Des Weiteren sind in der

Karte die Ergebnisse der Lärmkartierung des Jahres 2012 für Straßen und Schienenwege

abgebildet.

Für Straßen, U- und Straßenbahn liegen nachts in Berlin nur Schallpegel ab 50 dB(A)

vor. Datengrundlage Karten 6 und 7: Schienenverkehr: Eisenbahn-Bundesamt über

WFS-Service (http://www.eba.bund.de); Brandenburg (Straßen- und Schienenverkehr):

Landesamt für Umwelt Brandenburg; Berlin (U-Bahn, Straßenbahn und

Straßenverkehr): Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz.

Der Tag-Abend-Nacht-Pegel LDEN (day/evening/night) ist ein in der EU-Richtlinie

vom 25.6.2002 über die „Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm“

verwendeter Lärmindex. Dabei werden die Abendstunden (18 – 22 Uhr) mit einem

Zuschlag von 5 dB und die Nachtstunden (22 – 6 Uhr) mit einem Zuschlag von 10 dB

gewichtet.


Umweltbericht 2016 | 37

Verkehrslärm

am Wohnort

Anzahl der belasteten Einwohner in Berlin, Potsdam und Umland* nachts

bei einer Belastung größer 55 dB(A) durch Straßen- (2012), Schienen- (2012) und Luftverkehr (2016).

Straßenverkehr

ca. 551.000 belastete Einwohner

Schienenverkehr

ca. 85.000 belastete Einwohner

ca. 16.000 belastete Einwohner

Luftverkehr

* Nach der Definition der Gemeinsamen Landesplanung

Berlin-Brandenburg der Bereich Stadt-Umland-Zusammenhang

von Berlin und Potsdam.


38 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

TRAVIS Flughafen Tegel. Anzeige von Flugspuren und Lärmmesswerten im Internet.

Gut informiert

Die Flughafengesellschaft bietet online

zahlreiche Angebote, mit denen sich

Anwohner über den aktuellen Flugbetrieb

und den zu erwartenden Fluglärm

informieren können. Auch eine

Prognose des Fluglärms im Umfeld des

BER nach dessen Eröffnung kann bei

der FBB online abgerufen werden.

Flugbewegungen live

Mit dem Informationstool Travis sind

für Schönefeld und Tegel die aktuellen

Flugbewegungen mit wenigen Minuten

Verzögerung über die Website der

FBB abrufbar. Interessierte erfahren

mit wenigen Klicks, um welchen

Flugzeugtyp und welche Airline es

sich gehandelt hat, Start bzw. Ziel, die

Flughöhe, die Geschwindigkeit sowie

Anflug- bzw. Steigwinkel. Der Nutzer

kann an beliebiger Stelle ein Häuschen

auf der Karte platzieren und sich

anzeigen lassen, in welcher Höhe ein

Flugzeug das Haus überfliegt oder welchen

seitlichen Abstand das Haus zur

An- bzw. Abfluggrundlinie hat. Auch

die Daten der Fluglärmmessstellen

werden angezeigt. Mit einem Klick auf

die Messstelle können weitere Daten

abgerufen werden.

SXF: http://travisber.topsonic.aero/

TXL: http://travistxl.topsonic.aero/

Betriebsrichtungsprognose

Die FBB bietet online auch eine

Vorhersage an, in welche Richtung

die Flugzeuge voraussichtlich starten

werden. Mit einem Schieberegler kann

der Zeitraum der Prognose verändert

werden. Für die kommenden zwei

Tage besitzt die Prognose, ähnlich wie

ein Wetterbericht, eine hohe Verlässlichkeit.

Hilfreich ist diese Information

für Anwohner, die nicht direkt unter

den An- und Abflugstrecken wohnen,

sondern nördlich und südlich

versetzt. In diesen Gegenden werden

Landungen in der Regel deutlich leiser

wahrgenommen als Starts.

http://nachbarn.berlin-airport.de


Umweltbericht 2016 | 39

BER Fluglärmprognose: Zu erwartende Fluglärmbelastung mit Inbetriebnahme des

Flughafens Berlin Brandenburg.

Fluglärmprognose BER

Mit der „Fluglärmprognose BER“

informiert die Flughafengesellschaft

online über die prognostizierte Fluglärmbelastung

nach Inbetriebnahme

des neuen Flughafens. Bei der Fluglärmprognose

können Anwohner des

Flughafens ihre Adresse eingeben, um

sich zu informieren, in welcher Höhe

das Haus überflogen wird und welche

Maximalpegel auftreten werden. Auch

der errechnete Dauerschallpegel wird

für jede eingegebene Adresse für

den Tag- und Nachtzeitraum separat

ermittelt. Bei dieser Methode wird

aus den einzelnen Schallereignissen

und den Lärmpausen ein Dauergeräusch

errechnet. Mit einem Klick auf

„Ostabflüge“ oder „Westabflüge“ kann

die Lärmbelastung für die jeweilige

Richtung ermittelt werden, in die

die Flugzeuge starten bzw. landen.

Innerhalb des Onlineangebots können

auch die FBB-Fluglärmmessstellen

angeklickt werden, um aktuelle sowie

längerfristige Messdaten zum Fluglärm

einzusehen. Im näheren Flughafenumfeld

sind in der Onlineanwendung

auch die vom Bundesaufsichtsamt für

Flugsicherung festgesetzten An- und Abflugrouten

für den BER eingezeichnet.

www.berlin-airport.de/de/nachbarn/

fluglaermprognose-ber/index.php


40 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH


Umweltbericht 2016 | 41

Lärmschutz

Im Dialog mit unseren Nachbarn

Schallschutzprogramm BER

Im Flughafenumfeld haben rund

26.000 Haushalte auf einer Fläche

von insgesamt 155 km² Anspruch auf

Schallschutzmaßnahmen. Dabei liegen

14.250 Haushalte im Tagschutzgebiet,

in welchem die Flughafengesellschaft

den Anwohnern umfangreiche Schallschutzmaßnahmen

bietet. 11.750 Haushalte

liegen im Nachtschutzgebiet, in

dem der Schutz von Schlafräumen

im Mittelpunkt steht. Innerhalb eines

festgesetzten Entschädigungsgebiets

erhalten Eigentümer eine pauschale

Entschädigung, deren Terrassen, Balkone

und dauerhaft genutzte Kleingärten

aufgrund des Fluglärms für

die Erholung nur noch eingeschränkt

nutzbar sind. Neben den Privathaushalten

erhalten außerdem insgesamt

rund 50 Einrichtungen wie Kindergärten,

Schulen, Krankenhäuser und

Altenheime im Flughafenumfeld

baulichen Schallschutz.

Vom Antrag zur

Kostenerstattung

Der erste Schritt auf dem Weg zum

Schallschutz ist die Antragstellung


Anwohnertelefon

Schallschutz

Tel. + 49 30 609173500

Fax + 49 30 609173499

schallschutz@berlin-airport.de

Montag / Dienstag 9.00 bis 18.00 Uhr

Mittwoch / Donnerstag 9.00 bis 19.30 Uhr

Freitag 9.00 bis 16.00 Uhr

durch den Eigentümer. Die FBB prüft

diesen Antrag und stellt fest, ob ein

Anspruch auf die Erstattung von

Schallschutzmaßnahmen besteht. Ist

dies der Fall, ermittelt ein von der FBB

beauftragtes Ingenieurbüro für jedes

Objekt individuell, welche baulichen

Maßnahmen erforderlich sind. Maßgeblich

sind Lage und Zustand des

Hauses und die Berechnung der am

Standort zu erwartenden Lärmpegel.

Innerhalb des Nachtschutzgebietes

darf in bei Nacht genutzten Räumen

(z.B. Schlaf- und Kinderzimmer) ein

Geräuschpegel von 55 Dezibel bei

geschlossenem Fenster maximal sechs

Mal pro Nacht überschritten werden.

In tagsüber genutzten Räumen inner-


42 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

halb des Tagschutzgebietes dürfen

55 Dezibel weniger als ein Mal in den 180

verkehrsreichsten Tagen überschritten

werden. Durch dieses sehr ambitionierte

Schutzziel im Tagschutzgebiet

sind zum Teil sehr umfangreiche

Schallschutzmaßnahmen erforderlich,

die zu hohen Kosten führen. Dies

hat zur Folge, dass viele Eigentümer

im Tagschutzgebiet keine baulichen

Schallschutzmaßnahmen, sondern

eine reine Entschädigung erhalten.

Diese wird ausgezahlt, sobald die Kosten

für die Schallschutzmaßnahmen

mehr als 30 Prozent des Verkehrswertes

von Grundstück und Gebäuden

mit zu schützenden Räumen betragen.

Gemäß aktuellem Bearbeitungsstand

ist dies bei mehr als der Hälfte der

Haushalte im Tagschutzgebiet der Fall.

Um festzustellen, ob die Kosten mehr

als 30 Prozent des schallschutzbezogenen

Verkehrswertes betragen, ist

für zahlreiche Objekte im Tagschutzgebiet

eine schallschutzbezogene

Verkehrswertermittlung notwendig.

Das Ergebnis der schalltechnischen

Berechnungen des Ingenieurbüros

und ggf. einer Verkehrswertermittlung

wird dem Eigentümer in einer individuellen

Anspruchsermittlung mitgeteilt.

Daraus geht hervor, ob Schallschutzmaßnahmen

baulich umgesetzt

werden können oder die FBB eine

Entschädigung auszahlt. Scheidet eine

Entschädigung aus, so entscheidet der

Schutzgebiete Flughafen Berlin Brandenburg

Tagschutzgebiet Nachtschutzgebiet Flugrouten BER


Umweltbericht 2016 | 43

Eigentümer, ob, wann und durch wen

die Schallschutzmaßnahmen realisiert

werden. Nachdem die Umsetzung der

in der Anspruchsermittlung beschriebenen

Maßnahmen abgenommen und

die Verwendung der Mittel geprüft

wurde, werden die Kosten erstattet.

Die FBB empfiehlt auch all jenen

Anwohnern, die eine Entschädigungszahlung

erhalten, das Geld für den

baulichen Schallschutz einzusetzen.

Zu den Möglichkeiten können sich die

Eigentümer von einem unabhängigen

Ingenieurbüro beraten lassen, das die

FBB kostenfrei zur Verfügung stellt.

Ansprüche bleiben

bestehen

Im Zuge der Bearbeitung von Anträgen

kommt es recht häufig vor, dass

eingegangene Anträge von der FBB

nicht weiter bearbeitet werden können.

Dies ist z.B. dann der Fall, wenn

Eigentümer nicht erreichbar sind,

Anträge zurückgestellt haben oder

keine Termine zur Verkehrswertermittlung

vereinbart werden konnten.

Die Eigentümer verlieren ihren An-

Der Ablauf

Von der Antragstellung bis zur Bezahlung der Rechnung

01 Antragstellung

02 Bestandsaufnahme und Berechnung

02.1 ggf. Verkehrswertgutachten

03 Anspruchsermittlung

04 Beauftragung der Fachfirma

05 Umsetzung der Baumaßnahmen

06 Abnahme der Baumaßnahmen und Prüfung der Mittelverwendung

07 Rechnungsabwicklung

08 Bezahlung der Rechnung

spruch auf Schallschutzmaßnahmen

dadurch aber nicht. Vielmehr ruhen

die Anträge, bis eine Bearbeitung wieder

möglich ist.

Mehr Flexibilität

Im Jahr 2016 hat die FBB acht verschiedene

Module vorgestellt, um

die Umsetzung des Schallschutzes zu

vereinfachen. So können die Anwohner

u.a. auf eigentlich erforderliche

Kastendoppelfenster verzichten und

auf Außendämmungen zurückgreifen

sofern Prüfzeugnisse vorliegen oder

die Maßnahmen Schritt für Schritt

umgesetzt werden. Darüber hinaus

hat die FBB die Schallschutzgebiete

um knapp 30 km² und etwa 500 Haushalte

ergänzt. Außerdem kommen

neue Lüftungsgeräte zum Einsatz,

welche den Anwohnern mit einer

kombinierten Be- und Entlüftung,

einem Wärmerückgewinnungssystem

sowie einem integrierten Pollenfilter

einen großen Komfortgewinn bieten.

Projektstand Schallschutzprogramm zum 31. Dezember 2016

Bearbeitungsstand Tagschutz gebiet Nachtschutzgebiet Schulen, Kitas,

Altenheime etc.

Außenwohnbereich

(Terrassen, Gärten etc.)

Anspruchsberechtigte ca. 14.250 WE ca. 11.750 WE ca. 50 Objekte ca. 10.000 Objekte

Eingegangene Anträge 12.662 WE 7.840 WE 47 Objekte 5.145 Objekte

Abgearbeitete Anträge 10.848 WE 7.475 WE 32 Objekte 3.976 Objekte

Maßnahmen umgesetzt 4.913 WE 1.687 WE 32 Objekte 3.976 Objekte

Angabe der Wohneinheiten (WE)


Auch Bienen wirken beim

Umweltuntersuchungsprogramm

in der Flughafenregion mit.


46 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Mit dem Umwelt-Untersuchungsprogramm werden die Emissionen aus

dem Luftverkehr überwacht. Alle Ergebnisse werden veröffentlicht.


Umweltbericht 2016 | 47

Luftgüteüberwachung

Messen, bewerten, handeln

Mit rund 33 Millionen Fluggästen sind

die Flughäfen Schönefeld und Tegel

ein zentraler Baustein der Verkehrsinfrastruktur

der Hauptstadtregion

Berlin-Brandenburg. Da sowohl bei

der An- und Abreise, zur Versorgung

des Flughafens als auch im eigentlichen

Flugbetrieb überwiegend fossile

Brennstoffe zum Einsatz kommen,

werden beim Betrieb eines Flughafens

auch Schadstoffe freigesetzt. Hauptquelle

sind neben den Flugzeugturbinen

die Kraftwerke der Flughäfen und

die Stromgeneratoren, die parkende

Flugzeuge mit Strom versorgen. Auch

die An- und Abfahrt von Passagieren

und Mitarbeitern mit dem PKW sind

eine relevante Schadstoffquelle im

Flughafenumfeld.

Die Luftqualität im Umfeld eines

Flughafens wird jedoch auch durch

den sonstigen Kraftfahrzeugverkehr,

private Heizungsanlagen,

Industrieanlagen, Kraftwerke und

die Landwirtschaft beeinflusst. All

diese Emissionen überlagern sich.

Die meteorologischen Bedingungen

haben zudem starken Einfluss auf

die Konzentration und die chemische

Umwandlung von Luftschadstoffen.

Umwelt-Untersuchungsprogramm

Um die Luftqualität und die Auswirkungen

des Luftverkehrs langfristig zu

untersuchen, hat die FBB im Jahr 2011

mit Blick auf den BER ein Luftgüteund

Umwelt-Untersuchungsprogramm

gestartet. Das Unternehmen betreibt

an der Start- und Landebahn des

Flughafens Schönefeld eine Luftgütemessstelle,

die kontinuierlich die

Konzentration von Schadstoffen in der

Luft misst. In einem Biomonitoring

untersucht die FBB zudem freiwillig

Luftschadstoffanreicherungen mit

Bioindikatorpflanzen als Stellvertreter

für Vegetation und Nahrungsmittel.

So wird die Verbreitung von Luftschadstoffen

und deren Wirkung auf

die Umwelt erfasst. Einen weiteren

freiwilligen Baustein bildet ein Bienenmonitoring,

bei dem Honig, Wabenwachs

und Pollen auf Luftschadstoffrückstände

analysiert werden.

An der Luftgütemessstelle „Schönefeld

Flughafen“ werden die verkehrstypischen

Luftschadstoffkomponenten

Kohlenmonoxid, Stickstoffoxid sowie

Feinstaub aus dem Flugbetrieb, dem

Kraftfahrzeugverkehr und der Hintergrundbelastung

kontinuierlich erfasst.

Die Ergebnisse der Immissionsmessungen

werden durch das Landesamt

für Umwelt Brandenburg (LfU) bewertet.

Die Messwerte werden täglich auf

der Internetseite des Landesumweltamts

veröffentlicht: Link zur Website:

https://luftdaten.brandenburg.de/

home/-/bereich/messstationen/BBI-

001

Benzol und weitere Kohlenwasserstoffe,

Benzo[a]pyren als Leitsubstanz der

polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe

(PAK), sowie Ruß werden

ganzjährig über den Zeitraum von

jeweils einer Woche gesammelt und

vom Landeslabor Berlin-Brandenburg

untersucht. Die Ergebnisse dieser

Proben (Jahresmittelwerte) werden im

Rahmen des jährlich erscheinenden

Luftgüteberichts veröffentlicht.

Im September 2016 wurde die Luftgütemessstelle

um ein Messsystem zur

Erfassung von Ultrafeinstaub erweitert.

Die FBB ist damit die erste deutsche

Flughafengesellschaft, die über

eine Messtechnik zur kontinuierlichen

Überwachung dieses Messparameters

verfügt und rund um die Uhr einsetzt.

Die Ergebnisse werden veröffentlicht.

Als Standort der Messstelle wurde in

Abstimmung mit dem LfU der östliche

Kopf der zukünftigen Nordbahn

des BER festgelegt. 2016 wurde der

reguläre Flugbetrieb des Flughafens

Berlin-Schönefeld über die Nordbahn

abgewickelt.

→ Online

Luftgüteüberwachung

www.berlin-airport.de/de/

unternehmen/umwelt/luft/

luftguete-messstelle/index.php


48 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Luftgütemessstelle

den Kraftfahrzeugverkehr beeinflussten

Messstelle Potsdam Zeppelinstraße

wurden im gleichen Zeitraum sieben

Überschreitungen gemessen.

An der Luftgütemessstelle Schönefeld misst die FBB seit September 2016

freiwillig auch Ultrafeinstaub.

Zusammengefasste

Ergebnisse

Die Kohlenmonoxid-, Stickstoffdioxidund

Feinstaubkonzentrationen am

Flughafen Schönefeld waren mit den

vorstädtischen Monatsmittelwerten

der Luftgütemessstellen des LfU in

Blankenfelde-Mahlow im Zeitraum

2012 bis 2016 bzw. Königs Wusterhausen

im Zeitraum 2012 bis 2013 vergleichbar.

2016 kam es beim Feinstaub

am Flughafen Schönefeld, in Blankenfelde-Mahlow

und im ländlichen

Hasenholz zu vier von 35 nach dem

Bundes-Immissionsschutzgesetz tolerablen

Überschreitungen, die in einem

gesamten Kalenderjahr auftreten dürfen.

Zum Vergleich: An der stark durch

Neben der Luftgütemessstelle auf dem

Flughafengelände sind in den nebenstehenden

Diagrammen auch andere

Messstellen des Landes Brandenburg

zu Vergleichszwecken aufgeführt. Der

Standort Potsdam Zeppelinstraße steht

dabei beispielhaft für eine innerstädtische,

stark durch Straßenverkehr

belastete Messstelle, die Messstelle

Hasenholz (Buckow) repräsentiert

durch ihre Lage in der Märkischen

Schweiz die Hintergrundbelastung

im ländlichen Bereich. Die Messstelle

Blankenfelde-Mahlow und Königs

Wusterhausen geben die Luftbelastung

in vorstädtischen Gebieten wieder.

Letztere wurde Anfang 2014 vom

Netz genommen und durch das LfU an

einen neuen Messstandort verbracht.

Ergebnisse im Detail

Kohlenmonoxid

Gasförmige Kohlenmonoxid (CO)-Immissionen

werden an den Messstellen

Schönefeld Flughafen, Blankenfelde-

Mahlow und Potsdam Zeppelinstraße

erfasst. Die CO-Konzentrationen auf

dem Flughafengelände Schönefeld

und innerorts in Blankenfelde-Mahlow

waren mit 0,21 mg/m 3 und 0,24 mg/m 3

nur knapp halb so hoch wie an dem

durch den Autoverkehr belastete

Messpunkt Potsdam Zeppelinstraße.

An keiner der Messstellen wurde


Umweltbericht 2016 | 49

der Grenzwert für Kohlenmonoxid

erreicht, der zum Schutz von Mensch

und Umwelt auf 10 mg/m 3 als gleitenden

Acht-Stunden-Mittelwert eines

Tages festgelegt ist (39. BImSchV).

Stickstoffoxide

Die Immissionen von Stickstoffoxiden

(NO X

) werden üblicherweise als NO 2

berechnet und angegeben, da Stickstoffoxide

überwiegend als Stickstoffmonoxid

(NO) emittiert werden, in

der Atmosphäre aber zu Stickstoffdioxid

(NO 2

) oxidieren. Die gasförmigen

Immissionen von Stickstoffdioxid

(NO 2

) der fünf ausgewählten Luftgütemessstellen

lassen sich miteinander

in Relation setzen. Ebenso wie beim

Kohlenmonoxid lagen die Jahresmittelwerte

der NO 2

-Konzentrationen an

der Messstelle Flughafen Schönefeld

mit 19 µg/m 3 , innerorts in Blankenfelde-Mahlow

mit 16 µg/m 3 auf ähnlichem

Niveau – sie waren knapp doppelt

so hoch wie im ländlich geprägten

Hasenholz (Buckow) (9 µg/m 3 ), aber

weniger als halb so hoch wie in der

verkehrsexponierten Zeppelinstraße

in Potsdam (43 µg/m 3 ). Der Jahresgrenzwert

in Höhe von 40 µg/m 3

wurde an der Messstelle Flughafen

Schönefeld sicher eingehalten. Für

NO 2

gilt zum Schutz der menschlichen

Gesundheit des Weiteren ein europaweit

einheitlicher Ein-Stunden-Grenzwert

von 200 µg/m 3 , der nicht öfter als

18-mal im Jahr überschritten werden

darf (39. BImSchV). Dieser Grenzwert

wurde 2016 an allen Messstellen eingehalten.

Stickstoffdioxid NO 2 (μg/m 3 )

NO 2 -Konzentrationen in µg/m³ als Jahresmittelwerte

50

40

30

20

10

0

Kohlenmonoxid CO (μg/m 3 )

CO-Konzentrationen in µg/m³ als Jahresmittelwerte

500

400

300

200

100

0

Flughafen

Schönefeld

2012 2013 2014 2015 2016

Quelle: FBB/LUGV

Flughafen

Schönefeld

Blankenfelde-

Mahlow

Blankenfelde-

Mahlow

Königs

Wusterhausen

Potsdam,

Zeppelinstraße

Potsdam,

Zeppelinstraße

Hasenholz

(Buckow)

2012 2013 2014 2015 2016

Quelle: FBB/LUGV

Das Landesumweltamt misst an den Messstellen Königs Wusterhausen und Hasenholz kein Kohlenmonoxid.


50 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Feinstaub

Die auf dem Schönefelder Flughafengelände

gemessene Konzentration

von Partikeln mit aero-dynamischen

Durchmesser kleiner als zehn Mikrometer

(PM10) war vergleichbar mit der

Hintergrund-Belastung in Hasenholz

(Buckow) und liegt unter der vorstadttypischen

Belastung in Blankenfelde-

Mahlow. Die Messstelle Potsdam,

Zeppelinstraße weist die höchsten

Werte auf. Die Partikel stammen aus

Ferntransport, landwirtschaftlichen

Aktivitäten sowie Verbrennungsprozessen.

Zusätzlich beeinflussten

zeitweise 2016 Baumaßnahmen in der

Nähe der Messstelle Schönefeld die

Ergebnisse. Der zulässige PM10-Jahres-

Grenzwert beträgt 40 µg/m 3 und wurde

an allen Messstellen eingehalten.

Der PM10-Tagesgrenzwert zum Schutz

der menschlichen Gesundheit von

50 µg/m 3 darf gemäß 39. Bundes-

Immissionsschutzverordnung nicht

öfter als 35-mal im Jahr überschritten

werden. Am Flughafen Schönefeld,

in Blankenfelde-Mahlow und Hasenholz

(Buckow) wurde 2016 an vier,

fünf und sechs Tagen respektive ein

Tagesmittelwert > 50 µg/m 3 ermittelt,

an der Messstelle Potsdam, Zeppelinstraße

an 15 Tagen. Seit 2012 wurden

auch Konzentrationen von Partikeln

kleiner 2,5 Mikrometer erfasst (PM2,5).

Diese weisen einen ähnlichen Verlauf

wie PM10 auf, wobei die Messwerte

2016 an allen Messstellen keine Veränderung

zum Vorjahr aufweisen.

Feinstaub PM 2,5

(μg/m 3 )

PM 2,5 -Konzentrationen in µg/m³ als Jahresmittelwerte

30

20

10

0

Flughafen

Schönefeld

Blankenfelde-

Mahlow

Königs

Wusterhausen

Potsdam,

Zeppelinstraße

Hasenholz

(Buckow)

2012 2013 2014 2015 2015

Quelle: FBB/LUGV

→ Tagesaktuelle

Luftgütedaten

vom Flughafen

Schönefeld

unter

www.berlin-airport.de/de/

unternehmen/umwelt/luft/

luftguete-messstelle/index.php

Feinstaub PM 10

(μg/m 3 )

PM 10 -Konzentrationen in µg/m³ als Jahresmittelwerte

30

20

10

0

Flughafen

Schönefeld

Blankenfelde-

Mahlow

Königs

Wusterhausen

Potsdam,

Zeppelinstraße

Hasenholz

(Buckow)

2012 2013 2014 2015 2015

Quelle: FBB/LUGV


Umweltbericht 2016 | 51

Luftgüteüberwachung

Was die FBB misst und berichtet

Emission

Straßen- / Luftverkehr, Kraftwerke,

Industrie, private Heizungen und

Landwirtschaft verunreinigen

die Luft durch den Ausstoß von Gasen

(z. B. Stickoxide) und Partikeln

(z. B. Feinstaub).

Transmission

Luftschadstoffe breiten sich lokal,

regional und global aus und werden

durch physikalische Prozesse,

Sonneneinstrahlung und Wetter

umgewandelt.

FBB-Umweltuntersuchungsprogramm

Immissionsmessungen

Luftgütemessstation

Luftgütemessmobil

Bienenmonitoring

Biomonitoring

Die Grenz- und Zielwerte gem.

Bundes-Immissionsschutzgesetz

werden überwacht.

Die Umweltwirkungen auf

Lebensmittel (Honig, Grünkohl)

und Futtermittel (Gras) werden

dokumentiert.

Information

Die Messwerte werden

dokumentiert und bewertet.

Luftgüte

Tagesberichte

Luftgüte

Jahresbericht

Bienen-

monitoring-

Bericht

Biomonitoring-

Bericht

Alle Berichte online unter

www.berlin-airport.de >

Unternehmen > Umwelt > Luft.

Die Daten der Messstelle werden

tagesaktuell veröffentlicht.


52 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

01

Biomonitoring

Die Untersuchung

tobahn, in und an Siedlungen und im

landwirtschaftlichen Raum platziert.

Zwei Messpunkte wurden in ausreichendem

Abstand zum Flughafen, zu

Siedlungen und Straßen aufgestellt,

um die allgemeine Schadstoffbelastung

in der Region zu messen (Hintergrundbelastung).

Die Grünkohlkulturen

wurden nach acht Wochen geerntet

und im Labor analysiert, bei Graskulturen

erfolgte dies mehrfach nach jeweils

vier Wochen über einen Zeitraum von

drei aufeinander folgenden Monaten.

Durch den Vergleich mit weiteren

aktuellen nationalen Untersuchungen

sowie mittels Beurteilungs- und Prüfwerten

für Nahrungsmittel können

die Ergebnisse der Analysen bewertet

Beim Biomonitoring steht die tatsächliche

Einwirkung von Immissionen auf

die belebte Umwelt im Flughafenumfeld

im Mittelpunkt. Das Biomonitoring

ermöglicht Aussagen, in welchem

Maße Schadstoffe auf Gras als Futtermittel

und Grünkohl als Lebensmittel

einwirken und welchen Anteil daran

der Luftverkehr hat. Zu diesem Zweck

wurden genormte Grünkohlkulturen

im Herbst 2011 und 2012 bzw. genormte

Graskulturen im Sommer 2012,

2013 und 2015 als Bioindikatoren im

Untersuchungsgebiet aufgestellt. Die

Bioindikatoren wurden unmittelbar

am Flughafen Schönefeld, an der Auwerden.

Mit Hilfe des Biomonitorings

können auch gesundheitliche Risiken

für den Menschen abgeleitet werden.

Begonnen wurde das freiwillige

Programm im Herbst 2011 mit der

Untersuchung von Grünkohl. Die

Region um Schönefeld wurde für die

Untersuchung gewählt, um mögliche

Veränderungen der Umweltwirkungen

nach Inbetriebnahme des BER dokumentieren

zu können. Die Untersuchungen

von 2011 bis 2015 bilden die

Datengrundlage für die Ausgangssituation,

vor Inbetriebnahme des BER. Das

Untersuchungsprogramm wird nach

Inbetriebnahme des BER fortgesetzt.

Alle Ergebnisse werden veröffentlicht.


Umweltbericht 2016 | 53

Untersuchungsergebnis

Das Biomonitoring seit 2011 zeigt,

dass der Flughafen Schönefeld keinen

relevanten Einfluss auf die Luftschadstoffwirkungen

in der Region besitzt.

Selbst an den flughafennahen Messpunkten

konnten Immissionen aus

Verbrennungsprozessen in keinem

signifikant höheren Maße festgestellt

werden, als an (luft)verkehrs- und

siedlungsfernen Messpunkten.

Die bisherigen Untersuchungen

zeigen: Die Nickel- und Cadmiumergebnisse

waren sehr einheitlich und

unauffällig. Ihr Ursprung lässt sich

keiner Quelle zuordnen. Hinsichtlich

Arsen und Blei zeigten sich mitunter

Abstufungen, allerdings trat kein Messpunkt

signifikant hervor. Antimonund

Chromimmissionswirkungen

waren unmittelbar an der Autobahn

A113 deutlich über den Hintergrundbereich

erhöht und, bedingt durch den

Kfz-Verkehr, auch östlich der nicht

im Betrieb befindlichen Start-/Landebahn

Süd des BER. Die untersuchten

Metallgehalte der Graskulturen lagen

2015 gänzlich auf ländlichem Hintergrundniveau

und unterschritten die

herangezogenen Prüfwerte um ein

Vielfaches. Polyzyklische aromatische

Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen

bei der unvollständigen Verbrennung

von organischem Material, also Kohle,

Kraftstoffen, Holz oder Tabak. Neben

Kfz-Verkehr als potenzieller Quelle

kommt der Einfluss häuslicher Kleinfeuerungsanlagen

als vornehmliche

PAK-Ursache in Frage. Im Jahr 2012

lagen die PAK-Ergebnisse in Grünkohl

im Hintergrundbereich. Lediglich an

der Autobahn A113 und östlich der

nicht im Betrieb befindlichen Süd-

Start-/Landebahn waren sie darüber

erhöht. In 2013 zeigten sich im Mai

vereinzelt höhere PAK-Gehalte

in Graskulturen als in den Folgemonaten

Juni und Juli. Dieser Umstand

konnte der ungewöhnlich kalten

Witterung und dem damit verbundenen

Betrieb von häuslichen Kleinfeuerungsanlagen

(Hausbrand) zugeordnet

werden. Im Juni bis August 2015 lagen

die untersuchten PAK-Gehalte der

Graskulturen gänzlich auf ländlichem

Hintergrundniveau.

→ Biomonitoring-Bericht

Alle Ergebnisse des Biomonitorings

seit 2011 sind online

veröffentlicht.

www.berlin-airport.de/de/

_dokumente/unternehmen/

umwelt/Biomonitoring-

Bericht-2011-2015.pdf

02

03

01 Schüler der Grundschule

Schulzendorf ernten das Gras unter

Anleitung von Dr. Monica Wäber

(UMW Umweltmonitoring).

02 Messpunkt an der A 113.

03 Seit 2012 werden auch Graskulturen

untersucht. Gras ist als Futtermittel

Teil der menschlichen Nahrungskette.


54 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Bienenmonitoring

Das Bienenmonitoring beantwortet

die Frage, ob der Betrieb eines

Flughafens die Qualität des regional

erzeugten Honigs und die Bienengesundheit

beeinträchtigt. Beim

Bienenmonitoring werden seit 2011

im Umfeld des zukünftigen Flughafens

Berlin Brandenburg Pollen,

Wachs und Honig auf Rückstände von

Schadstoffen analysiert, die über die

Luft und die Umwelt in die Nahrung

gelangen können. Dazu wurden die

Produkte von Bienenvölkern an drei

Standorten untersucht. Ein Standort

befindet sich auf dem Betriebsgelände

des Flughafens Schönefeld (seit 2012),

und ein Standort in unmittelbarer

Flughafennähe, etwa fünf Kilometer

südsüdöstlich (seit 2013). Als Referenzstandort

wurde 2012 ein Bienenvolk

in der Schorfheide hinzu genommen,

das in einer von Straßen- und Luftver-

kehr sowie Siedlungen weitgehend

unbeeinflussten Landschaft den

Nektar sammelt. Mit dem Monitoring

wurde bereits 2011 begonnen, um die

Rückstandsgehalte vor Inbetriebnahme

des BER zu dokumentieren.

Das Ergebnis des Bienenmonitorings

2016 bestätigt die jährlichen Untersuchungen

seit 2011: Der Flughafenbetrieb

hat auf die Qualität des Lebensmittels

Honig aus der Flughafenregion

keinen Einfluss. Die Gehalte der

untersuchten Stoffe in Honig, Pollen

und Wachs sind unbedenklich niedrig.

Die Bienenvölker, zeigten auch im

Jahr 2016 eine gleichermaßen gute

Entwicklung und Honigproduktion.

Die Pollen, Wachs- und Honigproben

wurden spurenanalytisch auf eine

Auswahl an Schwermetallen und auf

polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

(PAK) analysiert. Ein

signifikanter Unterschied zwischen

flughafennahen, städtischen oder

Referenz-Standorten wurde bislang

nicht festgestellt. Hinsichtlich Chrom,

Nickel und PAK in Pollen und PAK in

Wachs zeigten sich gewisse Standortunterschiede.

Dennoch ist ein Einfluss

des Flughafenbetriebs auf die insgesamt

sehr niedrigen Stoffgehalte durch

das Bienenmonitoring im Zeitraum

2011 bis 2016 nicht nachweisbar. Die

vorrangige Quelle für PAK stellt, neben

dem saisonalen Betrieb von Heizungsanlagen,

der Kfz-Verkehr dar, ebenso

wie für Chrom. Der Flughafenbetrieb

ist als nachrangiger Einfluss möglich.

Insgesamt sind die festgestellten

Gehalte von Metallen und PAK in

Honig- und Pollenproben als niedrig

und unbedenklich für den Verzehr zu

01 02 03


Umweltbericht 2016 | 55

04

werten. Das gesamte Programm und

die Untersuchungen werden von unabhängigen

Gutachtern und Laboren

durchgeführt.

Nahrungskette eingetragen. Auch der

Flughafen Schönefeld stellt regional

eine potenzielle Quelle bestimmter

Luftschadstoffe dar.

01 Der Flughafenhonig.

02 Imker Dirk Trepke betreut den

FBB-Bienenstand.

Ein Bienenvolk besteht aus etwa


40.000 Bienen. Bei ihren Sammelflügen

befliegen sie ein Gebiet von

bis zu drei Kilometer Radius und

sammeln Nektar und Blütenpollen.

Mit Pollen und Honig ernähren sie

ihre Brut. Junge Honigbienen sondern

aus Drüsen Bienenwachs ab und

verwenden es zum Bau der Waben im

Bienenstock. Honig gilt als naturrein

und gesund. Die Bienen produzieren

den Honig jedoch heute in einer Umwelt,

die Schadstoffen aus Industrie,

Luftverkehr, Kraftfahrzeugverkehr

und Hausfeuerungsanlagen ausgesetzt

ist. Über den Luftpfad werden die

Stoffe transportiert, teilweise umgewandelt

und in die Umwelt und die

→ Bienenmonitoring-

Bericht

Alle Ergebnisse des Bienenmonitorings

2011 – 2016 stehen online

zur Verfügung.

www.berlin-airport.de/de/

_dokumente/unternehmen/

umwelt/FBB2016_Bienen

monitoring-Bericht.pdf

03 Honig aus der Flughafenregion kann

man bedenkenlos genießen.

04 Die Analyse von Honig, Pollen

und Wachs wird mit dem höchst

möglichen Empfindlichkeitsgrad

durchgeführt.


56 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Energiezentrale des Flughafens Berlin Brandenburg.


Umweltbericht 2016 | 57

Energie, Wasser und Abfall

Sicher, effizient, umweltfreundlich

Klima und Energie

Die Berliner Flughäfen verbrauchen

zusammen jedes Jahr annähernd

so viel Strom wie 35.000 Haushalte

und in etwa die gleiche Menge an

Heiz wärme. Die Flughafeninfrastruktur

ist geprägt von Gebäuden, die

aufgrund ihrer Dimension und Funktion

besonders energieintensiv sind.

Bedeutende Verbraucher sind neben

den Terminals die Deutsche Flugsicherung,

die FBB-Rechenzentren

sowie der Werftbetrieb. Hinzu kommt

die Außenbeleuchtung großer Flächen

wie der Vorfelder, der Rollwege sowie

der Befeuerung der Start- und Landebahnen.

Aufgrund von Wartungs- und

Instandhaltungsmaßnahmen an den

Flugzeugen durch die Fluggesellschaften

ergibt sich auch nachts ein hoher

Energiebedarf.

Energieverbrauch Flughäfen Schönefeld/BER

Wärme 2012 2013 2014 2015 2016

Erdgasverbrauch BHKW &

MWh 108.938 120.308 98.264 96.344 96.537

dezentrale Wärmeerzeugung

produzierte Heizenergie (BHKW) MWh 50.977 56.297 45.482 41.695 43.123

Fernwärme aus Kesseln MWh 8.251 6.007 8.204 16.047 18.032

Summe Heizenergie MWh 59.228 62.304 53.686 57.742 61.155

davon extern MWh 15.262 15.321 13.657 17.121 15.184

davon intern MWh 43.966 46.983 40.029 40.621 45.971

Eigenverbrauch pro Verkehrseinheit * kWh/VE 6,1 6,9 5,4 4,7 3,9

Elektroenergie 2012 2013 2014 2015 2016

Elektroenergiebezug (Ökostrom) MWh 41.031 36.225 37.831 37.144 40.147

BHKW Stromproduktion MWh 37.319 41.214 34.269 33.527 33.175

Summe Stromeinspeisung MWh 78.350 77.439 72.100 70.672 73.322

davon Eigenverbrauch

MWh 61.144 59.626 55.656 56.507 58.018

(inkl. Kältererzeugung)

davon Verbrauch Externe MWh 17.206 17.813 16.444 14.165 15.305

Eigenverbrauch pro Verkehrseinheit * kWh/VE 8,5 8,8 7,6 6,6 5,0

Verkehrseinheiten VE/a 7.160.592 6.801.062 7.370.863 8.607.612 11.716.899

* 1 Verkehrseinheit = 1 Passagier mit Handgepäck oder 100 kg Luftfracht/-post.


58 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flughafen Schönefeld/

BER

Seit 2011 wird ein Großteil des Strombedarfs

des BER in vier gasbetriebenen

Blockheizkraftwerken vor Ort

erzeugt. Durch den Einsatz hocheffizienter

Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung

liefern die BHKW neben Strom

gleichzeitig Fernwärme und -kälte. Der

restliche Strombedarf wird vollständig

aus erneuerbaren Quellen gedeckt.

Neben der effizienten Energieversorgung

ist die kontinuierliche Steigerung

der Energieeffizienz im Betrieb

ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

und zur Kosteneinsparung. In diesem

Sinne wurde 2016 ein unternehmensweites

Energiemanagementsystems

nach DIN EN ISO 50001 eingeführt

und zertifiziert. 2016 wurde die

Beleuchtung der Parkhäuser und des

Pier Nord (November 2016) am BER

optimiert. Bis zur Eröffnung werden

dadurch monatlich rund 140.000 kWh

Strom eingespart. Der im Jahr 2015

begonnene Austausch veralteter Pumpen

am Flughafen Schönefeld wurde

2016 fortgesetzt. Die Motoren der

neuen Pumpen regeln die Leistung

stufenlos elektronisch und können

die Leistung an den tatsächlichen

Bedarf anpassen. Für die 2016 ausgetauschten

Pumpen ergibt sich eine

rechnerische Stromeinsparung von

rund 50.000 kWh pro Jahr.

Flughafen Tegel

Die Wärmeversorgung am Standort

Tegel wird durch ein erdgasbetriebenes,

betriebseigenes Heizwerk

sichergestellt. Die Flughafen Energie

und Wasser GmbH versorgt die

flughafeneigenen Gebäude, alle Mieter

auf dem Flughafengelände sowie ein

Gebäude der Bundeswehr. Die Bundeswehr

versorgt flughafeneigene

Gebäude in Tegel-Nord mit Fernwärme

aus einem ebenfalls mit Erdgas betriebenen

Heizwerk. Der Strombedarf

am Flughafen Tegel wird vollständig

aus erneuerbaren Quellen gedeckt.

Energieverbrauch Flughafen Tegel

Wärme 2012 2013 2014 2015 2016

Erdgas- und Heizölverbrauch zur

Wärmeerzeugung

MWh 48.916 49.092 41.572 45.608 46.767

erzeugte Wärme MWh 43.768 44.625 38.382 42.754 43.312

Fernwärmebezug MWh 1.109 1.103 917 930 1.073

Summe Wärme MWh 44.877 45.728 39.299 43.684 44.385

davon Eigenverbrauch MWh 35.135 35.712 32.946 36.915 38.216

davon Verbrauch Externe MWh 9.742 10.016 6.353 6.769 6.169

Eigenverbrauch pro Verkehrseinheit kWh/VE 1,9 1,8 1,6 1,7 1,8

Elektroenergie 2012 2013 2014 2015 2016

Elektroenergiebezug (Ökostrom) MWh 50.839 41.341 41.649 41.590 41.913

davon Eigenverbrauch

(inkl. Kältererzeugung)

MWh 39.514 30.196 30.504 31.443 31.601

davon Verbrauch Externe MWh 11.325 11.145 11.145 10.147 10.312

Eigenverbrauch pro Verkehrseinheit kWh/VE 2,1 1,5 1,4 1,5 1,5


Umweltbericht 2016 | 59

Effizienz im Luftverkehr

Die CO 2 -Bilanz an deutschen Flughäfen

Durch Optimierung der Bodenprozesse, Einsatz innovativer Technologien zum Betrieb

von Gebäuden und Modernisierung und optimierte Betriebsführung bei Lüftungsanlagen

sowie Einsatz alternativer Fahrzeugantriebe wie Elektrofahrzeuge konnte an Deutschlands

Flughäfen seit 2010 der CO 2

-Ausstoß erheblich reduziert werden.

3,12 kg CO 2 /VE*

2,28 kg CO 2 /VE*

2010

2015

* 1 VE = 1 Verkehrseinheit = 1 Passagier inkl. Handgebäck oder 100 kg Luftfracht/-post.

Werte beziehen sich auf Scope 1 (direkte Emissionen in eigenen Anlagen)

und Scope 2 (indirekte Emissionen durch Energieeinkauf).

Quelle: Flughafenverband ADV


60 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Klimaschutz

Im Dezember 2015 haben 195 Staaten

auf der UN-Klimakonferenz in Paris

ein Abkommen zum Schutz des

Klimas unterzeichnet, mit dem das

Ziel verfolgt wird, die Erderwärmung

im Vergleich zum vorindustriellen

Zeitalter auf weit unter zwei Grad

Celsius zu beschränken. Um dies zu

erreichen, muss sich die Menge der

vom Menschen emittierten Treibhausgase

bis 2050 im Vergleich zu

1990 halbieren. Für die Industrieländer

bedeutet das sogar eine Reduzierung

um 80 bis 90 Prozent.

Die drei Gesellschafter der FBB, die

Länder Berlin und Brandenburg und

die Bundesrepublik Deutschland hatten

schon zuvor vergleichbare Reduktionsziele

definiert, um die Treibhausgasemissionen

bis 2050 um 80 bis

95 Prozent zu senken. Als Unternehmen

der öffentlichen Hand sieht sich

die FBB in der Pflicht, ebenfalls einen

Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Beitrag der Airlines

Seit 1990 haben die deutschen Fluggesellschaften

ihren Treibstoffverbrauch

pro Passagier auf 100 Kilometer um

42 Prozent verringern können. Durch

den starken Zuwachs im Luftverkehr

wurden diese Erfolge jedoch in den

vergangenen Jahren in der Gesamtbilanz

wieder aufgezehrt. Im Jahr

2009 haben sich Fluggesellschaften,

Flugzeughersteller und Flughäfen

weltweit auf konkrete Klimaschutzziele

geeinigt: Die Treibstoffeffizienz

soll pro Jahr um rund 1,5 Prozent

gesteigert werden, ab 2020 soll das

Wachstum des Luftverkehrs kohlendioxidneutral

erfolgen und bis 2050

sollen gegenüber dem Jahr 2005 die

Netto-CO 2 -Emissionen der Luftfahrt

um 50 Prozent sinken.

Der Weg zur Reduktion der CO 2 -

Emissionen führt über detaillierte

Scope

Emissionsquellen

Scope 01

Scope 02

Scope 03

Kenntnisse der Emissionen sowohl

qualitativ (Emissionsquellen) als

auch quantitativ (Menge). Auf der

Basis eines systematischen Ansatzes

können dann Maßnahmen entwickelt

und umgesetzt werden. Daher stellt

die FBB seit 2007 jährlich die CO 2 -

Emissionen, die durch den Flughafenbetrieb

direkt und indirekt entstehen,

in einem Emissionsinventar dar.

Die Erstellung des Inventars richtet

sich nach dem Greenhouse Gas

Protocol der Vereinten Nationen.

Dem Protokoll folgend werden drei

Geltungs bereiche (Scopes) unterschieden:

Treibhausgase entstehen im Zuge der Geschäftstätigkeit

des Unternehmens aus Quellen, die das Unternehmen

selbst besitzt und/oder betreibt (Bsp. Fahrzeuge,

Feuerungsanlagen etc.)

Treibhausgase entstehen im Rahmen der Erzeugung

der vom Unternehmen konsumierten Energie durch Dritte

(Strom, ggf. aber auch Fernkälte, Fernwärme)

Treibhausgase entstehen in der Lieferkette bzw. im Zuge der

Nutzung der vom Unternehmen verkauften Produkte oder

Dienstleistungen (Bsp. An- u. Abreise von Passagieren und

Mitarbeitern, Transport von Gütern, Nutzung des Flughafens

durch Luftverkehrsgesellschaften)


Umweltbericht 2016 | 61

CO 2 -Emissionsinventar der Flughäfen Schönefeld und Tegel 2012 bis 2016

2012 2013 2014 2015 2016

Emissionsquelle Scope CO 2 [t] CO 2 [%] CO 2 [t] CO 2 [%] CO 2 [t] CO 2 [%] CO 2 [t] CO 2 [%] CO 2 [t] CO 2 [%]

Flugzeug

Starts und Landungen

(LTO-Zyklus)

3 226.061 61,4% 227.297 61,0% 239.787 64,0% 253.771 64,1% 278.161 64,7%

Hilfstriebwerke 3 20.450 5,6% 21.567 5,8% 19.632 5,2% 21.553 5,4% 26.582 6,2%

Summe Flugzeug 246.511 67,0% 248.864 66,8% 259.419 69,2% 275.324 69,5% 304.743 70,9%

Abfertigung

400-Hz-Bodenstromanlagen 3 338 0,1% 524 0,1% 80 0,0% 7 0,0% 10 0,0%

Fahrzeugverkehr, luftseitig/GPU

Eigenverbrauch – Super 1 224 0,1% 198 0,1% 173 0,0% 190 0,0% 209 0,0%

Eigenverbrauch – Diesel 1 1.146 0,3% 1.250 0,3% 1.093 0,3% 1.087 0,3% 1.142 0,3%

Fremdverbrauch – Super 3 213 0,1% 236 0,1% 226 0,1% 260 0,1% 288 0,1%

Fremdverbrauch – Diesel 3 4.467 1,2% 4.451 1,2% 4.180 1,1% 4.557 1,2% 5.576 1,3%

Summe Abfertigung 6.388 1,7% 6.659 1,8% 5.752 1,5% 6.101 1,5% 7.225 1,7%

Infrastruktur

Energieverbrauch

Eigenverbrauch – Erdgas 1 24.204 6,6% 26.848 7,2% 22.627 6,0% 24.165 6,1% 22.151 5,2%

Eigenverbrauch – Propangas 1 8 0,0%

Eigenverbrauch – Heizöl 1 2.074 0,6% 519 0,1% 218 0,1% 158 0,0% 92 0,0%

Eigenverbrauch – Fernwärme 2 2.090 0,6% 1.591 0,4% 2.035 0,5% 3.779 1,0% 4.253 1,0%

Fremdverbrauch – Fernwärme 3 7.619 2,1% 7.303 2,0% 5.564 1,5% 4.453 1,1% 6.739 1,6%

Notstromanlagen – Heizöl (TXL) 1 45 0,0% 43 0,0% 46 0,0% 44 0,0% 36 0,0%

Propangas für Feuerwehrübungen

1 156 0,0% 157 0,0% 154 0,0% 171 0,0% 172 0,0%

Summe Infrastruktur 36.188 9,8% 36.461 9,8% 30.644 8,2% 32.769 8,3% 33.451 7,8%

Fortsetzung auf Seite 62


62 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

CO 2 -Emissionsinventar der Flughäfen Schönefeld und Tegel 2012 bis 2016 Fortsetzung von Seite 61

2012 2013 2014 2015 2016

Emissionsquelle Scope CO 2 [t] CO 2 [%] CO 2 [t] CO 2 [%] CO 2 [t] CO 2 [%] CO 2 [t] CO 2 [%] CO 2 [t] CO 2 [%]

Verkehr

Fahrzeugverkehr, landseitig*

Öffentliche Verkehrsmittel 3 11.547 3,1% 12.106 3,3% 15.419 4,1% 17.865 4,5% 24.085 5,6%

Pkw 3 57.999 15,8% 58.469 15,7% 53.171 14,2% 53.269 13,5% 48.769 11,3%

Lkw 3 6.178 1,7% 6.441 1,7% 6.860 1,8% 7.232 1,8% 8.047 1,9%

Tanklastfahrzeuge 3 3.252 0,9% 3.330 0,9% 3.446 0,9% 3.440 0,9% 3.723 0,9%

Summe Verkehr 78.976 21,5% 80.346 21,6% 78.896 21,1% 81.806 20,7% 84.625 19,7%

Summe Scope 1 1 27.849 7,6% 29.015 7,8% 24.311 6,5% 25.814 6,5% 23.811 5,5%

Summe Scope 2 2 2.090 0,6% 1.591 0,4% 2.035 0,5% 3.779 1,0% 4.253 1,0%

Summe Scope 3 3 338.124 91,9% 341.724 91,8% 348.365 93,0% 366.407 92,5% 401.981 93,5%

Summe gesamtes E.-Inventar 368.063 100,0% 372.330 100,0% 374.711 100,0% 396.001 100,0% 430.044 100,0%

Summe gesamtes E.-Inventar 1&2 29.939 8,1% 30.606 8,2% 26.346 7,0% 29.593 7,5% 28.064 6,5%


Umweltbericht 2016 | 63

C0 2 -Emissionen der Flughäfen

Schönefeld und Tegel 2016

0,3 % Eigenverbrauch – Diesel

0,1 % Eigenverbrauch – Heizöl

2,3 % Energieverbrauch – Erdgas

2,8 %

Scope 1*

3,2 % Energieverbrauch – Fernwärme

0,5 % Energieverbrauch – Fernkälte

1,4 % Energieverbrauch – Strom

10,8 5,1 %

Scope 2*

0,9 % Tanklastfahrzeuge

1,8 % Lkw

13,4 % PkW

92,1 %

Scope 3*

4,0% Öffentliche Verkehrsmittel

1,1 % Fremdverbrauch – Wärme

0,3 % Fremdverbrauch – Strom

1,1 % Fremdverbrauch – Diesel

0,1 % Fremdverbrauch – Super

5,4 % Hilfstriebwerke

63,9 % Starts und Landungen (LTO-Zyklus)

* Erläuterung zu den Scopes siehe Infokasten Seite 60.


64 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Die Wurzelraumkläranlage des Flughafens Schönefeld.

Wasser

Die FBB betreibt an den Standorten

Tegel und Schönefeld sowie am BER

technische Anlagen, in denen wassergefährdende

Stoffe gelagert bzw.

verwendet werden. Dazu zählen zum

Beispiel Tankstellen, Lager für Heizöl

und Betriebsmittel oder Aufzugsanlagen.

Zum Schutz von Boden und

Grundwasser werden diese regelmäßig

kontrolliert und von Sachverständigen

geprüft. Grundlage der

Prüfungen bilden dabei die Vorgaben

des Wasserhaushaltsgesetzes und der

Verordnung über Anlagen zum Umgang

mit wassergefährdenden Stoffen.

Teile der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur

des zukünftigen Flughafens

Berlin Brandenburg werden bereits

seit 2010 für den Bestandsflughafen


Umweltbericht 2016 | 65

Schönefeld genutzt und erhöhen

so den Standard zum Schutz der

Gewässer. Das Schmutzwasser wird

der Kläranlage Waßmannsdorf der

Berliner Wasserbetriebe zugeführt.

Das Regenwasser wird differenziert

behandelt. In der frostfreien Zeit wird

dieses Wasser von Dächern, Straßen

und Rollbahnen, wenn es sauber ist,

entweder direkt vor Ort versickert

oder in modernen Rückhaltebodenfiltern

auf dem Flughafen behandelt.

Ziel des Bodenfilters ist es, die belasteten

Regenwassermengen soweit

zu behandeln, dass sie entweder versickern

oder in den Glasowbach bzw.

den Selchower Flutgraben abgeleitet

werden können. In den Wintermonaten

dienen die Rückhaltebodenfilter

ebenfalls der Behandlung des mit

Enteisungsmitteln belasteten Regenwassers.

Automatische Messstationen

überwachen die Reinigungswirkung

des Bodenfilters. Werden die vorgegebenen

Einleitgrenzwerte für die oben

beschriebene Ableitung nach der

Behandlung in den Retentionsbodenfiltern

überschritten, so besteht die

Möglichkeit, das Niederschlagswasser

zum Klärwerk nach Waßmannsdorf

zu pumpen.

Auslaufbauwerk des Bodenfilters.


66 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Entwässerungskonzept

Flughafen Berlin Brandenburg

Unbelastete

Niederschlagswasser

Belastete

Niederschlagswasser

Schmutzwasser

Passage Behandlungsanlage

(Bodenfilter)

Passage der Messstation

Versickerung oder Ableitung

in Gräben/Bäche

Ableitung ins Klärwerk


Umweltbericht 2016 | 67

Trinkwasser

und Abwasser

Der Trinkwasserverbrauch und das

Abwasseraufkommen hängen von

verschiedenen technischen Prozessen

ab. Einer der signifikanten, nicht beeinflussbaren

Punkte für das Abwasseraufkommen

ist das Wetter. So wird

zum Beispiel während des Winterbetriebes

das mit Enteisungsmitteln

belastete Regenwasser in Schönefeld

über Bodenfilter und eine Wurzelraumkläranlage

geführt bzw. bei zu

hoher Schmutzfracht oder Menge der

Kläranlage zugeleitet. Halten in Tegel

die mit Enteisungsmittel belasteten

Wässer die Grenzwerte ein, so werden

sie in den Hohenzollernkanal eingeleitet,

bei Überschreitung werden sie

zur Kläranlage abgeleitet. Dies erklärt,

warum in manchen Jahren mehr

Abwasser anfällt, als dem öffentlichen

Netz an Trinkwasser entnommen

wird.

Wasserverbrauch Flughafen Schönefeld und BER

Wasserverbrauch 2012 2013 2014 2015 2016

Trinkwasserverbrauch m³ 272.730 218.070 230.385 228.598 275.178

je Verkehrseinheit l/VE 38,1 32,1 31,3 26,6 23,5

Abwasseraufkommen m³ 177.015 198.851 190.939 204.645 310.052

je Verkehrseinheit l/VE 24,7 29,2 25,9 23,8 26,5

Wasserverbrauch Flughafen Tegel

Wasserverbrauch 2012 2013 2014 2015 2016

Trinkwasserverbrauch m³ 257.860 246.613 216.966 273.213 234.208

je Verkehrseinheit l/VE 14,0 12,4 10,3 12,8 10,8

Abwasseraufkommen m³ 270.405 319.677 259.286 1 257.581 276.215

je Verkehrseinheit l/VE 14,6 16,0 12,3 12,0 12,3

1

Korrektur Abwasseraufkommen für das Jahr 2014


68 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Bei der Flugzeugenteisung müssen Sicherheitsaspekte ganz oben stehen – ohne die Umwelt mehr als notwendig zu belasten.

Enteisung

Der Winter stellt im Hinblick auf die

Sicherheit hohe Anforderungen an die

Flughafenbetreiber. Zum einen müssen

innerhalb kurzer Zeit alle Flächen,

auf denen sich Flugzeuge und Servicefahrzeuge

bewegen, von Schnee und

Eis befreit werden. Zum anderen sind

die Flugzeuge zu enteisen und vor

erneutem Vereisen zu schützen. Ziel

des Winterdienstes ist es, sichere Starts

und Landungen zu gewährleisten und

dabei das von den Flächen abfließende

Wasser in möglichst geringem Umfang

mit Enteisungsmitteln zu belasten.

Umweltrelevante Aspekte sind deshalb

auch fester Bestandteil des Flugplatzhandbuches,

das u. a. die Praxis des

betrieblichen Winterdienstes verbindlich

regelt.

Zur Enteisung der Start- und Landebahnen,

der Taxiways und des Vorfeldes

kommen Natrium- und Kaliumformiate

zum Einsatz. Dabei handelt

es sich um Salze der Ameisensäure,

die gut biologisch abbaubar sind und

nach deutschem Wasserrecht als

schwach wassergefährdend (Wassergefährdungsklasse

1) gelten. Der

Zustand der Start- und Landebahnen

wird permanent überwacht und mit

speziellen Messfahrzeugen kontrolliert.


Umweltbericht 2016 | 69

Ist der Einsatz von Enteisungsmitteln

erforderlich, werden diese mit modernen

Streufahrzeugen gezielt und

sparsam nach tatsächlichem Bedarf

ausgebracht. Grundsätzlich wird die

mechanische Schneeräumung der

chemischen Behandlung der Flächen

vorgezogen. Das Aufbringen von

Enteisungsmitteln auf nicht zuvor

mechanisch geräumten Flächen wird

vermieden. Jeder Enteisungsmitteleinsatz

wird genau dokumentiert.

Seit dem Winter 2015/2016 wird am

Standort Schönefeld und seit dem

Winter 2016/2017 auch am Standort

Tegel ein GPS-basiertes System zur

Einsatzdatenerfassung getestet. Dazu

wurde je ein Großflächenstreufahrzeug

mit einem Bordcomputer ausgestattet,

der alle Einsatzdaten erfasst und

webbasierte Auswertemöglichkeiten

am PC bietet. Der Einsatz unter Praxisbedingungen

verlief erfolgreich und

lässt u.a. die Optimierung des Enteisungsmitteleinsatzes

erwarten. Für die

kommenden Jahre ist die Ausrüstung

weiterer Winterdienstfahrzeuge mit

dieser neuen Technik geplant.

Der Verbrauch an Flächenenteisungsmittel

lag 2016 in Tegel, bei einer

annähernd gleichbleibenden Anzahl

von Enteisungstagen, leicht unter dem

Durchschnitt der Vorjahresperioden.

Am Standort Schönefeld begründet

sich der Anstieg der absoluten Verbrauchsmengen

gegenüber den Vor- Flugzeugs ab. Überschüssiges Entei-

sowie der Größe des zu enteisenden

jahresperioden zum einen aus den sungsmittel tropft ab und mischt sich

klimatischen Bedingungen (10 Enteisungstage

mehr als im Durchschnitt wasser. Die biologisch abbaubaren

mit dem abfließenden Niederschlags-

der letzten Winterperioden) sowie aus Enteisungsmittel-Wasser-Gemische

einem verkehrstechnisch bedingten werden über Bodenfilter und eine

Anstieg der mit Enteisungsmittel zu Wurzelraumkläranlage gereinigt bzw.

behandelnden Flugbetriebsflächen. Kläranlagen der Berliner Wasserbetriebe

zugeführt.

Als Luftfahrzeugenteisungsmittel

kommen Propylenglykole zum Einsatz, Während in Tegel der Anstieg des Verbrauchs

an Luftfahrzeugenteisungs-

die der Wassergefährdungsklasse 1

(schwach wassergefährdend) zugeordnet

sind. Diese werden mit Hilfe von hauptsächlich den klimatischen Bedinmittel

in der Winterperiode 2016/2017

Spezialfahrzeugen in genau definierten gungen geschuldet war, gründet der

Mischungsverhältnissen heiß auf das Anstieg in Schönefeld außerdem auf

Flugzeug gesprüht. Die Einsatzmenge einem deutlich gestiegenen Verkehrsaufkommen,

das einen zusätzlichen

hängt dabei wesentlich von den vorherrschenden

Witterungsbedingungen Enteisungsbedarf erforderte.

Enteisung Flugbetriebsflächen

2013 / 2014 2014 / 2015 2015 / 2016 2016 / 2017

SXF

Flüssigenteiser t 295 355 394 598

Feststoffenteiser t 166 200 208 304

TXL

Flüssigenteiser t 425 397 578 344

Feststoffenteiser t 210 222 271 191

Enteisung Luftfahrzeuge

2013 / 2014 2014 / 2015 2015 / 2016 2016/ 2017

SXF

Flüssigenteiser Typ I l 156.415 171.541 194.691 385.969

Flüssigenteiser Typ II l 107.276 70.477 85.125 135.033

TXL

Flüssigenteiser Typ I l 326.567 328.972 315.397 417.498

Flüssigenteiser Typ II l 253.714 163.216 196.225 213.897


70 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Entwicklung des Abfallaufkommens

in Schönefeld und Tegel

Schönefeld

3.621 Tonnen

1.671 Tonnen

137.273 Tonnen

55.159 Tonnen

2013

2014

2015

2016

Tegel

17.453 Tonnen

3.039 Tonnen

3.066 Tonnen

3.643 Tonnen

2013

2014

2015

2016


Umweltbericht 2016 | 71

Abfall

Der Bilanz der Flughafengesellschaft

zuzurechnende Abfälle entstehen im

Fluggastbereich, bei der Instandhaltung

und Reparatur von Flugbetriebsflächen,

Gebäuden und technischen

Anlagen sowie in den vom Unternehmen

genutzten Büros und Werkstätten.

Bei der Entsorgung wird gemäß

Kreislaufwirtschaftsgesetz zwischen

gefährlichen Abfällen (z.B. Schlämme

aus Öl-/Wasserabscheidern, Leuchtstofflampen

oder Bauabfälle mit

gefährlichen Inhaltsstoffen) und nicht

gefährlichen Abfällen (z.B. Siedlungsabfall,

Straßenkehricht oder unbelasteter

Beton) unterschieden. Zum Teil

unterliegen die Abfallmengen im Vergleich

mehrerer Berichtsjahre starken

Schwankungen. Diese ergeben sich

beispielsweise aus Rückbauarbeitenund

Sanierungsmaßnahmen oder aus

der Entsorgung von Abfällen aus Öl-/

Wasserabscheidern in bestimmten

Zyklen.

Am Flughafen Berlin-Schönefeld stehen

die Jahre 2013 und 2014 bezüglich

der Gesamtabfallmenge für Durchschnittsjahre

ohne relevante Rückbau-

und Sanierungsmaßnahmen.

Die Mengenschwankungen bei den

gefährlichen Abfällen resultieren im

Wesentlichen aus dem Zyklus der Abscheiderentsorgung

und zusätzlichen bzw. wiederverwendet wurden. Ledig-

an, die nahezu vollständig verwertet

Reinigungsmaßnahmen im Kanalnetz. lich 135 t mussten schadlos beseitigt

Für diese Abfallstoffe besteht derzeit werden. Lässt man diese Sondermaßnahmen

außer Acht, lag das Gesamtab-

keine Verwertungsmöglichkeit. Im

Jahr 2015 erfolgte die Sanierung der fallaufkommen mit 3.255 t im Jahr 2015

3.600 m langen Start- und Landebahn und 3.542 t im Jahr 2016 im Bereich

Nord. Bei dieser Baumaßnahme fielen der Jahresmenge 2013.

insgesamt 134.018 t Abfälle an. Bis

auf 37 t gefährlicher Abfall, der der Das Abfallaufkommen am Flughafen

Beseitigung zugeführt werden musste, TXL bewegte sich im Jahr 2016 in etwa

konnten alle übrigen Abfälle wiederverwendet

bzw. verwertet werden. 2014 und 2015. Das erhöhte Abfall-

auf dem Niveau der Vergleichsjahre

Auch im Jahr 2016 wurden mehrere aufkommen im Jahr 2013 resultierte

Sondermaßnahmen umgesetzt, wobei überwiegend aus dem Rückbau verdie

umfangreichste der Rückbau der siegelter Flächen bzw. der Bauvorbereitung

von Flächen. Die bei diesen

Gebäude und Flächen der Ramp 1 zur

Baufeldfreimachung für den Neubau Maßnahmen angefallenen Abfälle

des Interimsterminals des Bundes war. konnten zu großen Teilen der Verwertung

zugeführt Insgesamt fielen dabei 51.617 t Abfall

werden.

Abfallaufkommen

2013 2014 2015 2016

SXF*

Abfallaufkommen, gesamt t 3.621 1.671 137.273 55.159

gefährliche Abfalle t 1.495 192 1.637 4.999

nicht gefährliche Abfälle t 2.126 1.479 135.636 50.160

TXL

Abfallaufkommen, gesamt t 17.453 3.039 3.066 2.643

gefährliche Abfalle t 2.154 456 723 273

nicht gefährliche Abfälle t 15.299 2.583 2.343 3.370

* Angaben SXF ohne Baustelle BER


72 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

EXXXXX XXXXX


Umweltbericht 2016 | 73

Die Flughafengesellschaft ermöglicht

auch Fischen weite Reisen.

Die Fischtreppe am Rangsdorfer See ersetzt ein Wehr, das

ein unüberwindliches Hindernis für wandernde Fischarten

darstellte. Auch andere Wasserlebewesen profitieren

von der Fischtreppe. Sie wurde im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen

für den Bau des BER errichtet.


74 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Das Mähboot schont die empfindliche

Tier- und Pflanzenwelt an den

Gewässerrändern.


Umweltbericht 2016 | 75

Der Flughafen-Landschaftspark

Das grüne Band um den BER

Erholung und

Naturschutz

Die Flughafen Berlin Brandenburg

GmbH sorgt mit zahlreichen Projekten

dafür, dass die unvermeidbaren

Veränderungen der Landschaft durch

den Ausbau des Flughafens ökologisch

ausgeglichen werden. Die Erfüllung

dieser Auflagen aus der Planfeststellung

ist für das Unternehmen nicht

Pflicht, sondern Herzensangelegenheit.

Wo Lebensräume für Tiere und

Pflanzen verloren gingen, wurde

daher an anderer Stelle hochwertiger

Ersatz geschaffen. Ein „grünes Band“

rund um den BER mit attraktiven

Erholungsorten für Anwohner und

Besucher wertet die Landschaft auf.

Tiere und Pflanzen finden in diesem

vernetzten Landschaftspark einen

Lebensraum.

Zülowniederung

Das größte Einzelprojekt der Ausgleichs-

und Ersatzmaßnahmen ist

die ökologische Aufwertung der

Zülowniederung. Dieser 2.600 Hektar

umfassende Landschaftsraum liegt

rund neun Kilometer südlich vom BER

zwischen Groß Machnow und Mittenwalde.

Die landwirtschaftlich geprägte,

offene Niederungslandschaft wird aus

Mitteln des Flughafens in den kommenden

Jahren gemeinsam mit den

örtlichen Agrarbetrieben gestaltet.

Im Rahmen detaillierter Planungen

wurden die Maßnahmen mit den

Landwirten abgestimmt und für die

Umsetzung vorbereitet. Die Landwirte

werden für Ertragsausfälle entschädigt

bzw. für die Pflege von Flächen

entlohnt.

So entstanden bisher ca. 43 Kilometer

artenreiche Blühstreifen entlang der

Äcker, auf denen sich selten gewordene

Insektenarten ansiedeln. Die

Streifen verbinden zudem verschiedene

Lebensräume, so dass ein vernetzter

Lebensraum entsteht. Bis Ende

2016 wurden rund zwölf Kilometer

Baumreihen, 200 Einzelbäume und

Baumgruppen sowie 40.000 Quadratmeter

Hecken gepflanzt, die das

Netz verschiedener Lebensräume

noch weiter ergänzen. Auf insgesamt

64.000 Quadratmeter Fläche mit ökologischem

Waldumbau wurden eher

artenarme Kiefernforste aufgelichtet

und mit Laubbäumen unterpflanzt.

Aus artenarmen Forsten, die primär

der Holzproduktion dienten, entwickeln

sich nun Mischwälder, in denen

regional typische Tier- und Pflanzenarten

wieder eine Heimat finden.

Am Zülowkanal und zahlreichen

Nebengräben, die das Gebiet durchfließen,

werden auf 42 Kilometern

Länge nun die Böschungen mit

Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt

gemäht. Am Zülowkanal wurde

eine Fischtreppe angelegt, die Fischen

und Wasserorganismen wie Krebsen

ermöglicht, ein Stauwehr zu passieren.

Vormals isolierte Lebensräume werden

dadurch miteinander verbunden,

so dass die Gewässer wieder Anschluss

an den Rangsdorfer See erhalten. In

den Niederungsbereichen wurden

fünf Kleingewässer für Frösche, Kröten

und Molche angelegt und in einem

Teil die Staubauwerke in den Entwässerungsgräben

wiederhergestellt. Die

Feuchtwiesen in den Niederungsgebieten

werden nun wieder vernässt.

Durch eine ökologische Bewirtschaftung

und Beweidung mit wenigen

Tieren der feuchten Wiesen erhält die

Tier- und Pflanzenwelt einen wertvollen

Lebensraum zurück.

Der ökologische Erfolg in der Zülowniederung

wird durch ein 25-jähriges

Monitoring der Tier- und Pflanzenwelt

dokumentiert. Die Auswirkungen der

ökologischen Aufwertung auf die

Landwirtschaft werden kontinuierlich

ausgewertet, um die Wechselwirkungen

zwischen Ökonomie und Ökologie

im Landschaftsraum Zülowniederung

verträglich aussteuern zu können.

Erste Erfolge stellen sich ein: So konnten

deutliche Zunahmen bei Brutvögeln

wie Feldlerche, Goldammer und

Rohrammer festgestellt werden, sowie


76 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Mähraupen machen dem Schilf den

Garaus, so dass sich die typische Feuchtwiesenvegetation

wieder einstellen kann

Jugendliche aus aller Welt setzten im

Rahmen ihres Workcamps Wege im denkmalgeschützen

Gutspark Groß Machnow

instand.

Der Bau von Inseln im Zülowkanal durch

die FBB lässt die Fließgeschwindigkeit

sinken. So entstehen Lebensräume für

andere Arten.

bei den Kleinsäugern, z.B. Mäusen

aber auch kleinen Beutegreifern wie

dem Mauswiesel. Besonders profitiert

auch die Insektenfauna von den

Saumstreifen, hier insbesondere die

Tagfalter wie der kleine Perlmuttfalter.

Auch für die Nachbarn entwickelt sich

der Naturraum Zülowniederung zu

einem attraktiven Erholungsraum.

Umwelt-Workcamp

Mit Unterstützung der FBB findet bereits

seit 12 Jahren jährlich ein internationales

Workcamp junger Menschen

statt, die sich rund um die Gemeinde

Rangsdorf für die Natur- und Tierwelt

engagieren. Im Sommer 2016 legten

17 Jugendliche aus neun Nationen

unter Leitung des Mittelbrandenburgischen

Landschaftspflegeverbandes

einen historischen Parkweg und einen

Aussichtpunkt im denkmalgeschützten

Gutspark von Groß Machnow an.

Lebensraum für Tiere

und Pflanzen

Für jeden Baum, der auf dem Baufeld

weichen musste, wurden im Umfeld

des Flughafens neue Bäume gepflanzt.

Wertvolle Bäume konnten mit aufwändigen

Verfahren geschützt und

erhalten werden.

Beim Bau des Flughafens Berlin Brandenburg

hat das Unternehmen mit

großem Aufwand besonders geschützte

Tierarten wie Amphibien und Fledermäuse

kartiert, in der Bauplanung

berücksichtigt oder in Ersatzlebensräume

umgesiedelt. Mehrere Tausend

Exemplare besonders gefährdeter und

geschützter Arten wie Knoblauchkröte

und Moorfrosch wurden vor Baubeginn

in ihren angestammten Lebensräumen

eingesammelt und in neu angelegte

Ersatzgewässer umgesiedelt.

Die Entwicklung der Amphibien in

den neuen Gewässern wurde kontinuierlich

von Biologen überwacht. Mittlerweile

ist die dauerhafte Ansiedlung

der Tiere in den neu geschaffenen Teichen

erfolgreich abgeschlossen.

In einigen ungenutzten Gebäuden des

alten Flughafens Schönefeld und in

zahlreichen, im Zuge des Ausbaus zur

Fällung vorgesehenen alten Bäumen

hatten Fledermausarten wie Zwergfledermaus

und Großer Abendsegler ihr

Sommerquartier. Bevor Gebäude abgerissen

und Bäume gefällt wurden, ließ

das Unternehmen das Baufeld zum

Schutz der seltenen Kleinsäuger umfassend

untersuchen. Bäume, in denen

Fledermäuse saßen, wurden gekennzeichnet

und erst gefällt, nachdem

die Fledermäuse in ihre Winterquartiere

gezogen waren. Der Flughafen

Berlin Brandenburg hat das Rot-


Umweltbericht 2016 | 77

Mit artenreichen Blühstreifen vernetzt die FBB in der Zülowniederung Lebensräume.

berger Becken, ein Regenrückhaltebecken

östlich des Flughafengeländes,

erweitert und ökologisch auf gewertet,

und damit einen neuen Lebensraum

für Fledermäuse geschaffen.

Landschaft

Mehrere landschaftlich reizvolle Gutsparks

im Umfeld des Flughafens wurden

in den vergangenen Jahrzehnten

vernachlässigt oder gärtnerisch verändert.

Im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen

hat die Flughafengesellschaft

diese kulturlandschaftlichen Kleinode

nach historischem Vorbild wiederhergestellt

und ökologisch aufgewertet.

Heute können sich dort die Bürger in

attraktiv gestalteten Grünanlagen erholen.

Zugleich bieten die Parks vielen

Tieren und Pflanzen eine Heimat.

Die Erneuerung des rund 25.000

Quadratmeter großen Gutsparks Großziethen

berücksichtigte die kulturhistorische

Bedeutung des Geländes

ebenso wie dessen ungenutzte ökologische

Potenziale. In dem Areal mit einem

wertvollen Altbaumbestand und

Relikten der Mitte des 19. Jahrhunderts

angelegten Parkanlage wurden das

ursprüngliche Wegesystem und die

alten Sichtachsen wiederhergestellt.

Darüber hinaus wurde der Schweinepfuhl

entschlammt sowie Spiel- und

Obstwiesen neu angelegt. Der in den

Gutspark integrierte Kinderbauernhof

bietet Kindern und ihren Eltern eine

wohnortnahe Erholung und Kontakt

mit Tieren. So bildet der von der FBB

neu gestaltete Gutspark heute das

attraktive Zentrum am Dorfanger von

Schönefeld-Großziethen.

Auch der jahrzehntelang brachliegende,

gut 73.000 Quadratmeter

große denkmalgeschützte Gutspark

Dahlewitz in der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

wurde im Zuge der

Kompensationsmaßnahmen nach

historischem Vorbild rekonstruiert.

Dabei wurden die historischen Wegbeziehungen

wiederhergestellt, knapp

zwei Kilometer neue Wege angelegt,

das Teich- und Grabensystem wiederbelebt,

vier Brücken gebaut und

Wiesenflächen von über 10.000 Quadratmetern

geschaffen. Die vielfältigen

Lebensräume für Tiere und Pflanzen,

die durch die Verwilderung des Geländes

entstanden waren, blieben weitgehend

erhalten und werden behutsam

weiterentwickelt.

Von einer Anhöhe aus lassen sich in

dem 280.000 Quadratmeter großen

Landschaftspark „In den Gehren“ seit

2015 Wildpferde beobachten, deren

Weideflächen von Gehölzen umgeben

sind. Im Landschaftspark „Am Dörferblick“

können Kinder und Erwachsene

auf 150.000 Quadratmetern mithilfe


78 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Gutspark Großziethen.

Wildpferde beweiden die Ausgleichsflächen

der FBB.

unterschiedlicher Aktionsfelder die

Natur entdecken. Der Park grenzt an

den aus Kriegstrümmern angeschütteten,

86 Meter hohen Berg „Dörferblick“,

auf dem ein wertvolles Biotop

entstand, das heute zahlreichen seltenen

Vogelarten Lebensraum bietet.

Grünflächen am BER

Auch bei der Gestaltung der neuen

Grünanlagen auf dem Gelände des

Flughafens spielen Landschaftsästhetik

und ökologische Wertigkeit

eine zentrale Rolle. So entstand im

Bereich der Midfield Gardens östlich

des Terminals eine typisch märkische

Landschaft mit Sanddünen und

Kiefern. Die Verbindungsachsen im

repräsentativen Bereich der Airport

City werden durch die für den städtischen

Raum typischen Lindenalleen

gesäumt. Die Lindenalleen umfassen

auch den zentral gelegenen Willy-

Brandt-Platz, der am südlichen Rand

von einem über 100 Meter langen

Wassertisch gefasst wird. Insgesamt

wurden auf dem Gelände des Flughafens

über 1.300 Bäume gepflanzt, die

die Struktur des Areals prägen und

einen wichtigen Beitrag für das Mikroklima

am Flughafen leisten.

Versiegelungsabgabe

Die mit dem Neubau des Flughafens

verbundenen Flächenversiegelungen

gleicht die Flughafen Berlin Brandenburg

GmbH durch Zahlungen von

35 Millionen Euro an den Naturschutzfonds

des Landes Brandenburg aus.

Mit diesen Mitteln werden Naturschutzprojekte

in den Nachbargemeinden

des Flughafens und anderen

Regionen Brandenburgs finanziert.


Umweltbericht Ansprechpartner 2016 | 79

Ansprechpartner

Bei Fragen rund um das Thema Umwelt

bei der Flughafen Berlin Brandenburg

GmbH helfen die Mitarbeiter

der FBB gern weiter.

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flughafen Schönefeld

12521 Berlin

Umwelt: +49 30 609173010

umwelt@berlin-airport.de

Schallschutz: +49 30 609173500

schallschutz@berlin-airport.de

Jochen Heimberg

Leiter Stabsabteilung Umwelt

Umweltmanagement, Umweltkommunikation,

Nachhaltigkeit

Dr. Kai Johannsen

Leiter Immissionsschutz

Beauftragter für Lärmschutz

und Luftreinhaltung

Karsten Holtmann

Leiter Umweltplanung

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen,

Grünplanung

Jörg Weyden

Energieeffizienz und Klimaschutz

Umweltabteilung

Richard Klauß

Vogelschlag- und Wildtiermanagement

Operations

Stephanie Stenzel

Betriebliches Abfallmanagement

Facility Management

Guido Jost

Gewässerschutzbeauftragter

Entwässerungsplanung und -ausbau

Technik & Bau

Ralf Wagner

Abteilungsleiter Schallschutz

Unternehmensentwicklung


80 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Berichtsprofil

Impressum

Der vorliegende Bericht richtet sich

an die Anwohner im Flughafenumfeld,

Verbände und Initiativen,

kommunale Mandatsträger und

Behörden sowie unsere Gesellschafter

und die Mitarbeiter des Unternehmens.

Wir wollen einen Überblick

über die wesentlichen Umweltaspekte

und Aktivitäten geben, die in Zusammenhang

mit unseren Tätigkeiten

stehen. Der Bericht erscheint jährlich.

Der letzte Bericht erschien für das

Berichtsjahr 2015. Die Berichtsperiode

des vorliegenden Berichts umfasst

den Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis

31. Dezember 2016.

Die Daten umfassen die drei Standorte

der Flughafen Berlin Brandenburg

GmbH, die Flughäfen Schönefeld,

Tegel sowie den Flughafen Berlin

Brandenburg.

Herausgeber:

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

12521 Berlin

www.berlin-airport.de

www.facebook.com/berlinairport

www.twitter.com/berlinairport

www.instagram.com/berlin_airport

Flughafeninfo +49 30 60911150

V.i.S.d.P.: Hannes Stefan Hönemann

Tel. +49 30 609170100

Fax: +49 30 609170070

E-Mail: pressestelle@berlin-airport.de

Konzept/Redaktion: Jochen Heimberg

Grundlayout: Scholz & Friends

Gestaltung, Realisation:

andesee Werbeagentur GmbH & Co. KG

Fotos, Abbildungen:

andesee Werbeagentur GmbH & Co. KG: S. 12, 13, 17, 19, 31, 37,

51, 60, 64 und sämtliche Tabellen und Diagramme

Manfred Delpho: Titel

firstflight/fotolia: S. 40

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: S. 20, 22, 23, 36, 24/25,

26/27, 28/29, 38/39, 42, 48, 71

Gabi Pott/photocase: 44/45

Karsten Holtmann/Flughafen Berlin Brandenburg: S. 6,

72/73, 74, 76 a und 76 c

kokok/photocase: S. 10

Matt Kunz/istockphoto: S. naka/fotolia: S. 8/9

Alexander Obst/Marion Schmieding: S. 21

shutterstock: S. 55

UMW Umweltmonitoring: S. 53b

Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg: S. 4/5, 14,

34, 46, 52, 53 a, 54, 56/57, 58, 59, 62, 66/67, 68, 70, 76 b

Stand: Oktober 2017


www.berlin-airport.de

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