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E_1928_Zeitung_Nr.061

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Aasgabc« Deutsche Schweiz» Rn, Freitag, 20. Juli 1928. Gelbe Liste Nummer 20 Cts. 24. Jahrgang. — N° 61 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint Jeden Dienstag und fteltag ,, , Monatlich „Gelb* Liste" HalbJfihrHch Fr. 5.—, Jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portozuschlag, cofern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtliche Bestellung im ADMINISTRATION: Breitenrainstrasse 97, Bern In- und Ausland 30 Rappen. Postcheck-Rechnuns HI/414 Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorarue, Bern INSERT1ONS-PREIS: Die «ehtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cta. Grössere Inserate nach Seitentarif. Insaratentekluss 4 Tage Wr Eneheinen der betreffenden Nummer AJpaenfakrt Die Reichs- und Alpenfahrt des Allgemeinen Deutschen Automobil-Club hat, wie unsere Leser wissen, in der dritten Juniwoche d. J. stattgefunden. Die Fahrt nahm ihren Ausgangspunkt im Harz und führte in vier Tagesetappen durch Sachsen, Bayern, Oesterreiche, Dolomiten nach Meran. Die nächste Tagesetappe ging von Meran nach Luzern; vorgesehen war ursprünglich folgende Strekke : Meran, Kastebell, Silandro- Trafoi, Franzenshöhe, Stilfser Joch, Umbrail, Santa Maria, Ofenpass, Zernez, Samaden, St. Moritz, Silvaplana, Julier Pass, Tiefencastel, Schyn, Thusis, Disentis, Oberalp Pass,' Andermatt, Hospental, Furka Pass, Grimsel Pass, Meiringen, Brünig Pass, Samen, Luzern. Die ursprünglich festgelegte Strecke Meran-Luzern mis'st annähernd 480 km (!). Schon auf ebenem Gelände und geraden Durchgangsstrassen bedeutet eine solche Tagesleistung an und für sich etwas ganz aussergewöhnliches; bedenkt man ferner, dass in dieser Tagesetappe neun Alpenpässe, worunter die höchsten und gefährlichsten Passstrassen Europas, 1 wie Stilfserjoch, Furka, Grimsel, einbezogen sind und überlegt man ferner, dass weitaus der grösste Teil der Strecke durch schmale, kurvenreiche, an Abgründen entlang führende Bergstrassen läuft, so greift .man sich an den Kopf und fragt sich, ob es mit dem gesunden Menschenverstand zu vereinbareüisjfccfass in die Ta&esetappe einer ÄU penfähtf -ein iöloftes Uebermass *vön Scöriel^ ligkeit und Gefahr hineingepresst wird, und wie das Verantwortlichkeitsgefühl, der Organisatoren gegenüber ihren Fahrtteilnehmern und der übrigen Bevölkerung, die auf die Benützung dieser Strassen angewiesen ist, beschaffen sei. Das Uebermass dieser Strecke wurde allerdings gemildert; die Fahrt ging programmmässig bis über den Julierpass, von Tiefenkastei über Lenzerheide-Chur, den Kerertzerberg entlang ins Glarnerland. Von dort über den Klausenpass hinunter an den Vierwaldstättersee, über Brunnen und Schwyz nach Luzern. Die Schneelawinen des Hochgebirgs hielten den Weg über Furka und Grimsel, am 24. Juni blockiert, so dass an Stelle dieser Pässe der leichtere Weg über Chur-Glarus und den Klausenpass nach Luzern eingeschlagen wurde. Aber auch in dieser etwas erleichterten Variante umfasst die durchfahrene Strecke immerhin noch 440 km, mit den Pässen und Hochstrassen Stilfserjoch, Umbrail, Ofen, Julier, Lenzerheide, Ke- #renzerberg und Klausen. Wir äusserten schon lange vor Abhalten dieser Alpenfahrt unsere Bedenken gegen Sir Michaels Abenteuer. Roman von K. 0. R. Browne. Copyright 1928 by Georg Maller. Verlag, München. (19. Fortsetzung) Nachmittags lenkte das blaue Coupe, von oben bis unten in Staub gehüllt, in die lange Hauptstrasse von Sharrowby ein. Gar mancher stämmige Ortsbewohner fuhr erschrocken vor dem dichtbehaarten Antlitz auf dem Lenkersitz zurück, doch darum scherte sich Mr. Moon wenig. Ihm war heiss, und er war müde und sehr durstig,.denn die Reiseflasche hatte schon längst ihren letzten Tropfen hergegeben; seine Gedanken weilten mit nichts weniger als verwandschaftlicher Liebe bei seinem säumigen Neffen. Er blickte sich missmutig um, und was er sah, gefiel ihm nicht. Das Städtchen Sharrowby (1112 Einwohner) ist eine jener verschlafenen Gemeinden, für deren Existenz niemand einen Grund weiss. Es hat weder eine besondere Industrie, noch besitzt es irgendwelches historisches, architektonisches oder ästhetisches Interesse, und ist ausserhalb seiner Grenzen oder Alf*«rii» eine solche Parforceleistung. Wir schrieben in unserer Nummer 45 vom 5. Juni wörtlich folgendes: An den 6 Fahrttagen sind total 2839 Kilometer zurückzulegen, was einem Mittel von 473 Kilometer pro Tag entspricht. Wenn man für eine Etappe Ischl-Meran, die über verschiedene österreichische und italienische Alpenpässe führt, eine Totalstrecke von sage und schreibe 617 Kilometer vorsieht und sich die Etappe Meran-Luzern mit 480 Kilometer (worin z. B. die Stilfserjochstrasse mit ihren zahlreichen Kehren figuriert), vor Augen hält, so muss man sich faktisch fragen, ob sich die Veranstalter der eventuellen tAuswirkungen einer solchen Fahrt bewusst sind." Die einzuhaltende Durchschnittsgeschwindigkeit, soll zwar, je nach Gelände- und Strassenverhältnissen verschieden abgestuft werden, aber es dürfte wohl zum vorneherein feststehen, dass eine solch, äuggedehnte Fahrt auf eine arge Rennerei über die prächtigen Alpenstrassen herauskommen, muss. Ep scheint, dass dem ADAG nicht bekannt- ist, welche Geschwindigkeitlimiten für unsere Alpenstrassen und auch sonst in der Schweiz bestehen, sonst hätte man nie auf solch grosse Tagesetappen kommen können. ?Dass dem Fahrer überhaupt kein Genuss bei einer solchen Fahrt verbleibt, versteht sich wohl von selbst'. Man wird wohl gut tun, am 23. und 24.. Juni die in Betracht fallenden Alpenstrassen zu meiden. Sache der Verbände ist ea aber, den Allgemeinen Deutschen Automobil-Club bei Zeiten darauf aufmerksam zu machen, dass wir an der Durchführung solcher « Rennen > auf unabgesperrten Alpenstrassen kein Interesse, .und auch nichts dagegen haben, wenn solche Veranstaltungen anderweitig abgehalten werden. Für unsere schweizerisöheü Verhältnisse könnten 'solche>•'• '«Aipen- " strassenrennen» äusserstTitigünstigfe "Auswirkun-* gen zur Folge haben. Der damalige Appell an die Veranstalte^ dieser Alpenfahrt war nur zu berechtigt;: wer mit ansah, in welchem Tempo die Wageiikolonne von ca. 50 Fahrzeugen durch unser Land raste, hielt mit schärfster Missbilligung nicht zurück. Die deutschen Herrschaften waren, um ihr offizielles Programm einzuhalten, genötigt, mit Schnellzugs - Geschwindigkeit über unsere gefährlichen, zum Teil engen, höchst kurvenreichen Hochstrassen im Bündnerland wegzusausen. Ortstempi von 50—70 Kilometer wurden festgestellt; Menschen und Tiere, die sich an jenem Tag der betreffenden Strassenzüge bedienten, waren durch die übertriebene Schnelligkeit nicht nur stark belästigt, sondern ausserordentlich gefährdet. Den Veranstaltern waren die gesetzlichen Vorschriften auf unsern Alpenstrassen wohl bekannt. Sie wussten, dass beispielsweise im Kanton Graubünden ein Ortstempo von 12 Kilometer, auf freier Strecke eine Geschwindigkeit von 40 km vorgeschrieben sind. Die Organisation dieser Rennfahrt hatte keinerlei Recht, sich über diese Vorschriften hinwegzusetzen, es waren auch keinerlei Massnahmen getroffen, um an besonders gefährlichen I Stellen — es hat deren Dutzende auf der durchfahrenen Strecke — den übrigen Strassenbenützern einigermassen Schutz und Sicherheit vor den heranstürmenden Motorfahrzeugen zu gewähren. Schärfster Protest erhob sich in den durchfahrenen Gebieten, die Bündner Presse hat mit Recht sich gegen eine derart rücksichtslos den gesetzlichen Vorschriften Hohn sprechenden Fahrt zur Wehr gesetzt; die kantonalen Regierungen werden Mittel und Wege finden, um Wiederholungen solcher Exzesse auszuschalten. Der A. D. A. C. wollte mit dieser Parforcetour zweifellos eine scharfe Prüfung von Fahrer und Fahrzeug erreichen; das ist an und für sich ganz in Ordnung, allein die Veranstalter haben die Pflicht, dabei nicht nur das Interesse der Fahrteilnehmer ins Auge zu fassen, sondern sie haben sich auch zu vergewissern, ob sich das durchfahrene Gelände für derartige Rennfahrten eignet und schliesslich haben sie sich auch darum zu kümmern, ob diejenigen Regierungen, deren Strassen benützt werden, damit einverstanden sind, dass dieselben zeitweise als Rennpiste herhalten sollen. Man hat einfach anhand der Kartenein Itineraire, aufgestellt, die Zeitpunkte festgesetzt, in denen die Teilnehmer der Fahrt die betreffenden Strecken durchfahren, unbekümmert um Gesetze und Einwohnerschaft der betreffenden Gebiete. |)ass unter diesen Ümstäncfeii unliebsame 'Vorfälle unausbleiblich waren, darf nicht vejv gänzlich unbekannt, ausser den paar Unglücklichen, die es von Zeit zu Zeit aufzulich. « Guten Tag,» sagte der Graubärt freundsuchen gezwungen sind. Seine Einwohner « Guten Tag,» erwiderte Mr. Moon liebenswürdig- « Möchten Sie wohl so gut sein, mir sind langsam im Bewegen, Denken und Essen und verbinden inneres Misstrauen mit abgrundtiefer Leichtgläubigkeit, zum Beispiel «Was soll ich Ihnen geben?» fragte der eine Auskunft zu geben. > schauen sie sich jedes Geldstück dreimal an, Graubart. « Wir haben alles, was Sie brauchen. » Und dabei wollte er sich erheben und ehe sie es nehmen, während man ihnen anderseits leicht einreden könnte, die Erde sei zum Verkaufspult gehen, als ihn Mr. Moon flach. Sharrowbys hervorragendste Gebäude eilig zurückrief. sind die Baptisten-Kapelle, der Rote Löwe, «Ich möchte,» schrie Mr. Moon mit einer die Blaue Kuh und der Brunnentrog; auch hat Stimme, die geeignet war, ein Schiff im sieh kein wichtiges Ereignis dort zugetragen, Sturm anzurufen, «eine Auskunft über ein seit im Jahre 1922 Joe Webbs Sonntagshut Telegramm! » von einem Motorrad überfahren wurde. « Talligramm? » erwiderte der Alte überrascht. «Ich hab' erst nicht recht verstanden, Mr Moons Künstlerauge übermittelte ihm diese Tatsache, während er auf der Suche ich höre nämlich nicht mehr so gut wie früher. Bitte, da haben Sie für ein Talligramnv nach dem Postamt die Hauptstrasse entlang fuhr. Wie gewöhnlich in solchen Ortschaften, und damit reichte er einige Formulare heraus. war dieses so geschickt in einem Kaufmannsladen versteckt, dass er schon zweimal daran Mr. Moon schickte ein Stossgebetlein um vorübergefahren war, ehe er es entdeckte. Geduld zum Himmel empor und versuchte Dann hielt das blaue Coupe, Mr. Moon entwand sich ihm und kämpfte sich durch einen Stimme, die sämtliches Küchengeschirr an nochmals sein Glück, diesmal mit einer fürchterlichen Geruch von Käse, Seife und der Wand erschütterte und einem Kätzchen Schuhwichse in den Laden bis zu dem postamtlichen Drahtkäfig an dessen Ende durch. jagte. unter dem Ladentisch Todesschrecken ein- In diesem Käfig sass ein verschrumpfter «Ein Telegramm wurde gestern nachmittag durch einen Bekannten von mir abge- Graubart von verfallenem Aussehen, der bei Mr. Moons Näherkommen aufblickte und eine schickt, » trompetete Mr. Moon fortissimo, ungeheure Brille aufsetzte. « können Sie mir sagen, wo es ist? > \ wundern. Die Sturmflut der 50 Fahrzeuge fiäf am 23. und 24. Juni in verschiedenen Gebieten unseres Landes Behörden und Bevölkerung geradezu empört; es ist nur verwunderlich, dass die Veranstaltung nicht noch schlimmere Erscheinungen zeitigte, als sie tatsächlich eingetreten sind. Anstatt nun die einzig richtige Lehre aus diesem Vorfall zu ziehen und ihre eigene Organisation für dieses gesetzwidrige Fahren auf unsern Alpenstrassen verantwortlich zu machen, setzt sich die deutsche Presse aufs hohe Ross und beschimpft zum Teil unser Land und unsere Bevölkerung mit hässlichen Vorwürfen. Zur Kennzeichnung dieser Mentalität wollen wir hier die Auslassungen einer deutschen Motorsportzeitung wiedergeben; sie lautet: Und noch etwas anderes lehrte die Reichsfahrt: man wird wahrscheinlich in Zukunft auf die Benutzung der Schweiz als Konkurrenzgelände verzichten müssen! In den autofeindlichen Kantonen Graubünden, Schwyz und Glarus, aber auch an anderen Stellen, hat man der Fahrt Hindernisse in den Weg gelegt, die kaum glaubhaft erscheinen, die, nach den Schilderungen einzelner Teilnehmer Formen angenommen haben, die nach deutschen Rechtsbegriffen an Strassenräuberei und Erpressung grenzen. Es soll zugegeben werden, dass die Benutzung öffentlicher Strassen für einen Wettbewerb in Art der Reichs- und Alpenfahrt für einige Stunden leise Verkehrsstörungen hervorrufen kann, 63 soll weiter zugegeben werden, dass schliesslich je-» des Land das Recht hat, sich gegen solche Verkehrs* Störungen zu schützen, aber es ist unentschuldbar* wenn dies in eine* Form geschieht, wie man es in. der Schweiz zu tun beliebte. Auf deutschem Gebiet hat man die sportliche und wirtschaftliche Bedeutung der Fahrt anerkannt, Behörden und Polizei waren entgegenkommend und hilfsbereit, in Oesterreich überbot man sich an Liebenswürdigkeit, selbst die sonst so strengen italienischen Behörden im deutschen Südtirol brachten der Fahrt ausreichendes Verständnis entgegen. Alle diese Länder taten es, obwohl sie längst nicht so sehr auf den Fremdenverkehr angewiesen sind, wie es die Schweiz zweifellos ist. Man denke sich die Schweiz ohne Kraftfahrzeuge, ohne Kraftfahrzeugverkehr und ohne Kraftfahrzeugbesitzer! Wer würde dann wohl die Strassen der Schweiz unterhalten, wer noch die auf den Fremdenverkehr eingestellten Gewerbe stützen können? Solange sich die Schweizer Bevölkerung und die Schweizer Behörden weiter derart automobilfeindlich einstellen,. solange man weiter sein Leben und das Leben der Automobilfahrer wissentlich und absichtlich in Gefahr bringt, so lange sollen die Motortouristen die Schweiz meiden^ Wenn die Teilnehmer der Reichs- und Alpenfahrt auf Schweizer Boden etwa 300 km während einiger weniger Fahrstunden zurückzulegen hatten, wenn darin eingerechnet auch "die Alpenpässe Graubündens lagen, dann ist es verständlich', dass r ab und zu die lächerlichen Geschwindigkeitsbeschränkungen der einzelnen Kantone mit 6 km (!), 10, 12 oder auch mal 18 km überschritten wurden, wenn, auch nur gering und nur in solchen Fällen,« in denea auf „freier, übersichtlicher Strasse keine Gefahr drohte., Man muss den Tag der Reichsfahrt auch ip der Schweiz, als' eine Ausnahmeerscheinung gelten lassen, denn die Fahrt ist für die Reisepropaganda V0tt allerhöchster Bedeutung! Mancher Teilnehmet! sieht da zum ersten Male die erhabenen Schönheiten der Schweig, bescbKesst einen baldigen Besuch mit mehr Müsse, spricht daheim von seinen Erlebniesen und fördert so ganz erheblich die Einreise zahlungsfähiger und kaufkräftiger Kreise. Nach den Erlebnissen dieser Fahrt wird er vor der Schweiz nachdrücklich warnen. Es ist vorgekommen, das« Fahrzeuge von der Einwohnerschaft mit Steinen beworfen worden sind, man hat im Kanton Glarus mit Gerätschaften des Strassenbaues schaufelweise Schmutz in die Wagen geworfen, man hat in der hohlen Gasse bei Küssnacht — frei nach Teil! — Felsbrocken die Böschung abwärts gewälzt, so dass einer Limousine fast das Dach eingeschlagen worden wäre, man hat — ganz besonders in Graubünden — Kuh-, Schweineund Ziegenherden absichtlich und mit dem offenkundigen Zweck der Durchfahrtsbehinderung auf die Strassen getrieben, hat dann, als dies Mittel nicht mehr half, weil die Fahrzeuge sich gewaltsam einen Weg bahnten, Krankenfahrstühle mit alten Leuten quer über die Strasse gestellt, um die Teilnehmer zum Anhalten zu zwingen. Im Kanton Glarus wurden sandgefüllte Karren hinter Strassenkurven quer auf die Strasse gestellt, um Unfälle herbeizuführen, Feuerwehrschläuche quer über die Strassen gespannt usw. Aber auch die Polizei half. Fahrzeuge wurden angehalten und unter Hinweis auf angebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen hohe Geldsummen als «Busse» verlangt, Vorderräder bis zur Zahlung mit Ketten gesperrt, in einem Sonderfall mit vorgehaltener Pistole (!) Zahlung eines hohen Frankenbetrages erpresst. Diese Ereignisse werden sicherlich noch ein Nachspiel haben. Einstweilen müssen sie Ursache sein, die Schweiz als Automobilreiseland streng zu meiden. Der Greis fuhr halb betäubt zurück- «So schlecht höre ich doch nicht,» bemerkte er gekränkt. « Wenn Sie so schreien, verstehe ich gar nichts. Was haben Sie gesagt? » Mr. Moon, puterrot im Gesicht, schöpfte tief Atem und begann langsam, deutlich, nach Silben getrennt, zum dritten Male. « Ein Be—kannter von mir hat ge—stern nachmittag ein Te—le—gramm von hier ab—• ge—schickt. Ich möch—te wis—sen » Das blöde Gesicht des Alten verzog sich in einem zahnlosen Grinsen des Verständnisses. « Richtig! Richtig! Es ist schon wahr, dass gestern ein Talligramm abgeschickt wurde. Ich hab' mir's gemerkt* weil es das erste war, seit die Lisi vorige Woche ihrer Mutter eins geschickt hatte — > « Hat es ein grosser, magerer, junger Mann mit einem gebrochenen Nasenbein aufgegeben? », fragte Mr. Moon rasch. « Nein. Ich sag' Ihnen ja, es war die Lisi, die ist mehr rundlich und hat auch kein gebrochenes Na — » Mit übermenschlicher Anstrengung enthielt sich Mr. Moon eines Mordes- «Bitte, hören Sie, > sagte er beinahe flehend. « War der Absender des gestrigen Telegrammes ein grosser, magerer, junger Mann mit gebrochener Nase? » (Fortsetzung folgt.)