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E_1928_Zeitung_Nr.085

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Ausgabe: Deutsche Schweiz. it, Mütwirii, 10. OKioDer IBZB. Nummer 20 Cts. 24. Jahrgang. — N° 85 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrs-Interessen ABONNEMENTS-PREISE: Encoeint Jeden Dienstag und Freitag Monatlich „Galt» Liste** Halbjibrllcb Fr. 8.—, jährlich Fr. 10.—. Im Anstand unter Portoztucnlag, ADMINISTRATION: Breitenrainstrasse 97, Bern sofern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtlicbe Bestellung Im In» und Ausland 30 Happen. Postcheck-Reehnung HI/414 Telephon Bollwerk 39.84 ~ Telegramm-Adresse: Autoren!«, Bern INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm höh« GrundzeMe oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grfissere Inserate nach Seitentarif« Inseratentehmss 4 Tag« vor Erscheinen der betreffenden Nummer Im Zeichen der grossen Salonwoche von Paris. Die französische Automobilindustrie. Die französische Automobilindustrie produzierte im Jahre 1927 190,000 Luxus- und Lastwagen, womit dieselbe im wirtschaftlichen Leben Frankreichs an erste Stelle gerückt ist. Das Kapital, welches in* den französischen Automobilfabriken investiert ist, wird auf vier Milliarden franz. Franken estimiert und die in denselben beschäftigten Arbeiter erreichen die Zahl von 400,000. In den letzten zwei Jahren ist die französische Produktion ziemlich stabil geblieben, nachdem sie gegenüber den frühern Jahresergebnissen (1921 55,000, 1922 75,000, 1923 110,000, 1924 145,000, 1925 177,000) gewaltige Fortschritte gemacht hat. Mit der gegenwärtigen Leistung nimmt sie nun in Europa den zweiten Rang ein und wird vorderhand nur von England überflügelt, welches im abgelaufenen Jahre 231,000 Passagier- und Lastfahrzeuge auf den Markt brachte. Anderseits stehen Deutschland mit 72,000, Italien mit 55,800, die Tschechoslowakei mit 10,100, Österreich mit 8700 und Belgien mit 6500 Wagen stark hinter der Leistungsfähigkeit der französischen Automobilindustrie. Ein Vergleich der französischen Automobilindustrie mit derjenigen der Vereinigten Staaten zeigt wesentliche Unterschiede. Während in U. S. A. die gewaltige Automobilfabrikation in den Händen einiger wenigen Konzerne liegt, löst sich die französische Industrie, mit Ausnahme von einem halben Dutzend, in eine grosse Zahl kleiner Betriebe auf, von denen ein jeder die besondere Marke herstellt. So zählte man an der letzten Automobilexposition in Paris nur an Passaglerwagen 80 Modelle, d. h. etwa dreimal mehr, als in New-York anlässlich der dortigen Ausstellung vorgeführt wurden. Dabei ist zu bedenken, dass die U. S. A. im Jahre 1927 auf eine Produktion von 3,500,000 Autos zurückblicken kann. Die durchschnittliche Leistungsfähigkeit der kleinern französischen Automobilfabriken ist in der Tat minim. Ihre Tätigkeit ist vielmal eine durchaus lokale. Diese Fabriken können eigentlich nur existieren dank dem ausgesprochenen französischen Individualismus. Immerhin macht sich in der französischen Automobilindustrie eine tiefgreifende Umwandlung bemerkbar. Der Erfolg der wenigen führenden Industrien wird zweifelsohne das Verschwinden der kleinern Betriebe zur Folge haben. Die nachfolgende Tabelle, welche die Periode 1927 umfasst, zeigt uns, wie der Löwenanteil der Produktion auf das Konto von fähr 70 Prozent der Fabrikation exportiert, lich deT Inlandmarkt ist einer verstärkte» nur einigen Unternehmen fällt. während sich England mit 20 Prozent, Aufnahme fähig, ganz besonders in den Bauern- und Industriekreisen. Totalproduktion im Jahre 1927, Luxusund Lastwagen zusammen: mit zwölf Prozent begnügen. Die berühmte Automobilreifenfabrik Michlin Deutschland mit fünf Prozent und U. S. A. Citroen 75.000 St. Betrachten wir die Anstrengungen der & Cie. hat kürzlich in einer Propagandaschrift den Ausspruch niedergelegt, dass die Renault 50,000 « französischen Automobilmdustrie, sowie die Peugeot 24,000 « Verbesserungen der Produkte und der Ar-französischbeitsmethoden, so darf angenommen werden, kreise nur erreichen könne, indem sie unauf- Automobilindustrie neue Käufer- Berliet 8,000 « Donnet 5,000 « dass eine weitere, wenn auch langsame Erhöhung der Produktion gesichert ist. Nament- zu verbessern, sondern zu verbilligen. JK. hörlich bestrebt sei, ihre Produkte nicht nur Mathis 4,000 « Unic 4,000 « Chenard-Walker 3,000 « Uebrigen 17,000 « Dieser Mangel an Konzentration in der Im EBanne der Technik französischen Automobilindustrie dürfte in der nächsten Zukunft immer mehr behoben Wir haben bereits in unserer letzten Nummer einen Extrakt technischer Betrachtungen der Fahrer zur Betätigung der Bremse aus- Multiplikation der geringen Fusskräfte, die werden. Den richtigen Weg hiezu haben die Gtroenwerke eingeschlagen, die nicht nur veröffentlicht, die uns bei einem ersten Rundgang aufgefallen sind und möchten heute auf allen vier Rädern gut ausgeglichen und lösen muss. Diese Bremsen sind in der Regel aufs modernste mit amerikanischen Maschinen ausgestattet sind, sondern sich von 1919 diese Betrachtungen nach verschiedenen Richtungen ergänzen. werden. können auch auf altern Wagen leicht montiert bis 1927 auf sechs Modelle beschränkt haben. Anderseits sind auch die Renault- und Peugeotunternehmen ganz auf die amerikanizylinder stellen wir eine bedeutende Ver- sehens an Verbreitung. Während das letzte Neben der Zunahme der Sechs- und Acht- Auch die Zusatzgetriebe gewinnen zu« sche Massenproduktion eingestellt. mehrung der Servo-Bremse fest, die nun von Jahr die Marke Berliet als einzige ein derartiges Getriebe in ihr Modell 1928 einbaute, Die französische Automobilindustrie ist zahlreichen Konstrukteuren an ihren neuesten stark auf den Export angewiesen. In denModellen angebracht worden sind. Es gelangen allerdings ganz verschiedenartige Sy- andere die Vorteile dieser Getriebe-Konstruk- benützten dieses Jahr auch Mathis, Voisin und letzten drei Jahren sind etwa 30 bis 35 Prozent der Totalproduktion ins Ausland gewandert. In dieser Beziehung wird Frank- Iuft-Servobremse ziemlich bevorzugt wird. Fährt im Stadtverkehr bestehen. Die Zusatzsteme zur Anwendung, worunter die Saug- tion, die in einer ruhigen und geräuschlosen reich nur von Italien übertroffen, das unge- t Dieses System erlaubt tatsächlich eine starke getriebe werden sich auch neben dem neuen amerikanischen Viergang-Getriebe mit zwei Gängen gut behaupten können. Interessante Abänderungen können wir im Bau der Karosserien treffen. Zitieren wir vor allem die Marke Citroen, die bei ihren alierneuesten Karosserien den Hinterkoffer'als festverbundenen Bestandteil betrachtet.' Die Karosserien werden ohne Hilfe eines falschen Rahmens fest auf den Längsträgern montiert, auch die Sitze und die Koffern sind auf den Längsrahmen festgemacht. Durch die Anordnungen sollen die Karosserien eine bedeutend längere «geräuschlose» Lebensdauer erhalten, als es bei den alten Metall-Karosserien üblich war. Der Grand Palais, im Herzen von Paris, der den XXII. Automobil-Salon beherbergt. (Photo Meurisse) Im Bestreben einen sehr geräuschlosen Wagen zu bauen, haben die amerikanischen Konstrukteure nun auch den Weg beschriften', den die französischen Konstrukteure schon früher benutzt haben, indem sie leichte «Weymann»-Karosserien, die nur aus Holz und Kunstleder bestehen, mit Hilfe eines falschen Rahmens aufbauen. Grosse Sorgfalt wurde auf das Studium der Federung geworfen, sowohl bei den französischen als bei andern Maschinen. Wir erwähnen in erster Linie die neue Aufhängung der Hinterräder am Birick-Chassis, die aus langen Cantilever-Federn besteht, die ungleich] eingeteilt sind. Der kürzeste und am wenig- DIE GUTE BELEUCHTUNG ERHÖHT DIE SICHERHEIT DES FAHRENS! VERLANGT OFFERTEN BEI EUREM GARAGISTEN ODER UNSERN VERTRETERN!