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E_1931_Zeitung_Nr.016

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Ausgabe: Deutsche Schweiz BERN, Freitag, 27. Februar 1931 Nummer 20 Cts. 27. Jährgang. — N° 16 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISEt Erscheint laden Dienstag und Freitag Monatlich „Gelbe Liste" Halbjährlich Fr. 5.-, Jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portosusehlag, •olera nicht postamtficb bestellt. Zuschlag für postamtliche Bestellung 30 Rappen. Postcheck-Rechnung II1/414. Kommt die Sustenstrasse? Um die Sustenstrasse ist es lange ruhig geblieben. Jetzt, da der Kanton Bern zum Ausbau des Strassenwesens und zur Arbeitsbeschaffung ein Fünfmillionenanleihen aufzunehmen beabsichtigt, rühren sich auch die Bewohner aus dem Gadmental. Sie finden, dass es Zeit wäre, in Anbetracht der Not der Bergbevölkerung auch ihrer zu gedenken. Ob sie dabei in der Berner Metropole auf ein williges Ohr stossen werden, bleibe dahingestellt. Wir erinnern daran, dass im September des Jahres 1928 der urnerische Regierungsrat ein Schreiben der Qemeinderäte von Interlaken, Meiringen, Gadmen und Wassen erhielt, worin das Gesuch gestellt wurde, es möchte bei den zuständigen Bundesbehörden dahin gewirkt werden, dass die seit 25 Jahren bei dieser liegenden Pläne für den Ausbau einer Sustenstrasse ohne Verzug einer Prüfung und einer Abänderung nach neuesten verkehrstechnischen Rücksichten unterzogen würden. Diese Eingabe war mitunterzeichnet von den Verkehrsvereinen Meiringen und Wassen. Es ist selbstverständlich, dass am Ausbau der Sustenstrasse direkt nicht nur das Gadmental und das Meiental, sondern zugleich auch das Berner Oberland und der ganze Kanton Uri tnitinteressiert sind. Der urnerische Regierungsrat wandte sich blsdann an die Berner Regierung, um deren Stellungnahme zu erfahren. Die letztere Behörde teilte der urnerischen Regierung mit, dasS sie zur Zeit, mit Rücksicht auf die der Lösung harrenden und ihrer Auffassung nach •weit dringlicheren Staatsaufgaben, insbesondere auch im Strassenbauwesen, nicht an einen Bau der Sustenstrasse denken könne und deshalb auch nicht in der Lage sei, an eine erneut« Prüfung des Projektes einer Sustenstrasse, wie sie von den betr. Gemeinden gewünscht werde, heranzutreten. Der bernische Regierungsrat betonte dabei, dass offenbar weder die Eidgenossenschaft noch die Kantone und Gemeinden in der Lage wären, ein so kostspieliges Werk durchzuführen. Der Standpunkt der bernischen Baudirektion konnte begriffen werden. Sie hatte sich für die nächsten Jahre bereits auf ein ganz bestimmtes Hauptprogramm festgelegt im F C U Ramosi Roman von V. Williams. Aus dem Englischen übersetzt von Otto Element. (21. Fortsetzung) Joan sass ein wenig vorgeneigt, das Gesicht vom Schein der Glutpfannen übergössen; an ihrer Seite im Schatten der Prinz, der mit leiser, eintöniger Stimme die Worte übersetzte, die wie ein Sturzbach aus der heftig bewegten Gestalt auf dem Diwan hervorquollen. Unter Einschränkung der orientalischen Gleichnisbilder hatte seine Verkündung etwa folgenden Inhalt: «Krankheit hat dein Haus heimgesucht, und 'du bist betrübt. Jemand, der dich anhänglich liebt und ehrt, ist leidend und bereitet dir Sorge. Aber fürchte nichts! Kein Krug bricht am Brunnen, wenn nicht die unergründliche Weisheit und Gerechtigkeit Allahs es bestimmte... Du bist wie ein Mann mit einem Schatze. Er schwelgt darin, er ist stolz darauf, erzählt seinen Freunden davon, wenn er ihnen am Freitag in der Moschee begegnet Mitten in der Nacht nimmt er ihn aus seinem Versteck und betastet ihn liebevoll, und sein Herz ist von Freude geschwellt Er sagte bei sich: Dies ist mein Schatz, mein eigenster Besitz. Was habe ich doch für Vorkehrungen getroffen, um ihn mir zu erhalten? Einst drang ein Dieb ein stahl ihn mir. Welche Arbeit, welche Seelenqualen hat es mich gekostet, ihn wiederzuerlangen. Kein Dieb kann mir mehr beikommen. Ich habe die Türen versichert, meine Wachsamkeit verdoppelt und von einem englischen Händler REDAKTION n. ADMINISTRATION! Breitenrainstr. 97, Bern Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Betrage von einigen Millionen Franken. Angesichts der Finanzlage des Kantons Bern musste sie mit ihren ihr zur Verfügung stehenden Geldern recht haushälterisch umgehen. Ein Anleihenprojekt wies sie kategorisch ab. Nun sind bereits 2 l A Jahre über das Land gegangen und in dieser kurzen Spanne Zeit kann sich sehr viel ändern. Die Not der Bergbevölkerung wurde akut. Wir erinnern an die Motion Baumberger im Nationalrate, an die vielen schönen Worte — und an die spärlichen Taten. Neben dieser Not ist heute jedoch leider ein ganz anderes Problem akut geworden. Die Krise, die sich auch über unser Land auszudehnen beginnt, schafft Arbeitslosenmassen, die ebenfalls leben möchten und erhalten sein wollen. Arbeitslosenversicherungskassen reichen bald nicht mehr hin. Die Behörden müssen tiefer in den Säkkel greifen. Und da sind sie schlussendlich nun auch auf das Moment der Arbeitsbeschaffung gekommen. Die Sustenstrasse rückt deshalb in ein ganz neues und greller leuchtendes Licht. Der Ausbau der Sustenstrasse könnte Arbeit beschaffen. Der Augenblick ist deshalb, unserer Ansicht nach, gekommen, diese höchst wichtige Frage einer endgültigen Lösung eritgegenzuführen. Wird die Sustenstrasse heute nicht greifbares Projekt, so dürfte sie später wieder für Jahrzehnte ausser Abschied und Traktahdum fallen. Das wäre jedoch eine Kürzsichtigkeit sondergleichen, da die Strasse ohne Zweifel volkswirtschaftlichen, touristischen und militärpolitischen Bedürfnissen entgegenkommen würde. Es ist jedenfalls nicht bestreitbar, dass eine Sustenstrasse wesentlich zur wirtschaftlichen Belebung des heute einsamen Meientales beitragen könnte. Dass die Strasse dem schweizerischen Fremdenverkehr grosse Dienste leisten würde, ist ebenso sicher. Der Kanton Uri und damit die ganze Ostschweiz bekämen eine prächtige und seit langem notwendige Verbindung mit der Westschweiz und diese umgekehrt mit der Zentralschweiz und den östlichen Gebieten unseres engeren Vaterlandes, Genf - Bern - Sustenstrasse-Pragep eine starke Eisenkassette gekauft, in der ich mein Kostbarstes sicher verwahren kann. Um so vieles throne ich über all den anderen Menschen, wie der grosse Emir auf seinem Rosse! So spricht er in seinem Stolz. Er weiss nicht, dass eben jetzt Räuber an der Arbeit sind, ihm sein Liebstes zu stehlen... Ich bin der Wächter auf dem Turme. Ich blicke auf das Dach deines Hauses hinab, und ich sehe einen, der kühn die Gasse heraufschreitet, den Mund* voll schöner Worte, die Hand voller Gaben. Aber hüte dich...! Gefahr, von allen Seiten Gefahr! Es liegt eine Wolke über dem Antlitz des Fremden— sie verdichtet sich — er verschwindet langsam — er ist fort! Hüte dich, hüte dich vor dem Glück, mit dem er dich umgarnen will! Ein anderer naht sich deinem Hause- Er ist betrübt und bringt dir Leid. Tränen fliessen hinter ihm, wie das Wasser, das von der Haut der Wasserträger tropft. Hüte deinen Schatz, hüte deinen Schatz! Ah! Es ist zu spät! Er hat ihn gestohlen und auf einem Schiff weit übers Meer geschleppt ... Auf den Kummer folgt Freude, durch die Gnade Allahs, dessen Prophet Mohammed ist. Das, was der Allmächtige bestimmt hat, muss eintreten. Aber dann wirst du Ruhe finden, Ruhe und ein Glück — grösser, als du je bisher es kanntest Lang ist der Weg der Beschwerden durch die Berge der Grabstätten. Aber jede Fahrt nimmt ein Ende, und deine Zukunft heisst Friede und Zufriedenheit ...» Die Stimme verebbte in einem Flüstern und schwieg. Der Kopf des Scheichs fiel auf die Brust. Wie ein Schlaftrunkener blinzelte er, sah sich unsicher um, seufzte und bückte sich, strasse-Wallenseestrasse gäbe einen Strassenzug von internationaler Bedeutung. In militärischer Hinsicht ist darauf hinzu- weisen, dass die Sustenstrasse unserer Gotthardbefestigung als Nach- und Rückschublinie und als militärische Rochadelinie die grössten Dienste leisten wüjde. Vom Standpunkt unserer Landesverteidigung aus muss deshalb der Ausbau einer Sustenstrasse mit aller Entschiedenheit das Wort gesprochen werden. Wir sind überzeugt, dass angesichts der Die nationalrätliche Kommission zur Durchberatung des bundesrätlichen Vorentwurfes zu einem Bundesgesetz über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr hat sich, nachdem sie in einer arbeitsreichen Woche im Hotel Regina in Locarno getagt (das schlechte Wetter hat den Mitgliedern die Aufgabe erleichtert) und oft sieben Stunden am Beratungstische zubringen musste, um die Bestimmungen des Entwurfes einer ersten gründlichen Untersuchung zu unterziehen, am letzten Samstag wieder aufgelöst. Trotz dieses erfreulichen Fleisses ist es der Kommission, wie übrigens zu erwarten war, nicht gelungen, mit der Beratung des "ganzen Gesetzes zu Ende zu kommen. Sie hat sich vorbehalten, auf das Kapitel über die Haftpflicht und Versicherung, sowie auch auf die Strafe und Uebergangsbestimmungen — ein Grossteil der wichtigsten Punkte gehört also dazu — in einer zweiten Lesung zurückzukommen und hat aus diesem Grunde beschlossen, von einer Bekanntgabe ihrer Stellungnahme zu diesem Teil des Entwurfes, solange sie nicht definitiven Charakter angenommen hat, Umgang zu nehmen. Immerhin lässt der Verlauf der Verhandlungen, soweit die Kommission davon der Oeffentlichkeit Mitteilung machte, erkennen, dass in den grossen Richtlinien dem Gesetze der Geist belassen wurde, in dem der ursprüngliche Entwurf geschaffen worden war. Keines der grundlegenden Prinzipien ist einer ernsthaften Opposition begegnet Diese um von einer Tasse unter der Schale etwas Weihrauch zu nehmen, das er auf das Feuer streute. Neuer Rauch kräuselte empor... Der Prinz stiess Joan heimlich an. «Stehen Sie auf!» raunte er. Joan erhob sich. Die Weihrauchwolke bildete malerische Ringe um ihr Silberkleid. Der Scheich machte ein paar Schritte, murmelte etwas und berührte ihre Hand. Dann richtete er sich straff auf und lächelte die junge Frau nachdenklich an. Er war nun ruhig und wieder ein wenig befangen. Die Augen des Prinzen glühten rötlich im Feuerschein, und seine Stimme klang heiser: «Er ist fertig,» sagte er. «Der Scheich möchte Ihr Taschentuch behalten, darf er es?» — «Nein, nein, bitte, lassen Sie das!» Joan hatte ihr Handtäschchen geöffnet. «Er musste vorhin die zwanzig Piaster von Ihnen nehmen, weil er etwas brauchte, das Sie selbst in der Hand gehabt haben. Aber im übrigen ist das meine Sache! Jetzt wollen wir Nadja holen!» Joan folgte ihm durch das Zimmer. Sie war ein wenig enttäuscht von den dunklen Andeutungen des Wallfahrers. Der Prinz hatte versichert, dass er Abdullah nichts über sie oder Nadja erzählt hätte. Es war also sicherlich erstaunlich, dass. Abdullah von Simmons' Erkrankung wusste. Auch seine Erwähnung der «Berge der Grabstätten» war seltsam, denn sie bezog sich auf ihren Aufenthalt in Luksor. Aber sie konnte nicht begreifen, was er mit dem vielen Gerede von einem Schatz meinte... Nadja erschien auf der Estrade und war ziemlich aufgeregt Man Hess sie mit dem Scheich allein. Inzwischen schritten der Prinz und Joan über ein paar niedrige Stufen INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzelle oder deren Raum 45 Cts. tür die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grässere Inserate nach Seitentarif. Inseratensehluss 4 Tage vor Erscheinen der Nummern gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage, da Kanton und Bund so oder so gewaltige Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosenkrise werden flüssig machen müssen, der Augenblick gekommen ist, da die beiden kantonalen Regierungen sich zu einem gemeinsamen Schritt bei den Bundesbehörden entschliessen sollten. Ein diesbezügliches Begehren um eine eidgenössische Subvention zum Ausbau dieser Strasse könnte weder vom Bundesrat noch von der Bundesversammlung abgelehnt werden. D Auf dem Wege zum Bundes-Verkehrsgesetz Verhandlungen der Nationalrats-Kommission Ergebnisse der ersten Zusammenkunft der nationalrätlichen Kommission sind erfreulich und stellen ein nicht misszuverstehendes Zeugnis für die Fortschritte dar, die an Einsicht und Verständnis für den Automobilismus in der Schweiz seit dem ersten Versuch, den Motorfahrzeugverkehr eidgenössisch zu regeln, gemacht worden sind. Wenn die Volksvertreter ihre Gesinnungsänderung in so offenbarer Weise an den Tag legen, so darf man annehmen, dass der grössere Teil ihrer ^Wähler die Umstellung mitgemacht haben. Fazit der Aenderungen. Die Aenderungen, die bisher an dem auf die Vorschläge der vom Bundesrat* im Dezember einberufenen Expertenkommission hin noch einmal revidierten Text des Departementsentwurfes vorgenommen worden sind, betreffen in der Hauptsache, wenn auch nicht gerade nebensächliche, so doch nicht prinzipielle Punkte. Und im grossen und ganzen kann man sich überdies kaum Beklagen, dass die Abänderungen der Interessen der Automobilisten Charakter hätten. entgegenlaufenden Besondere Führerscheine. Es darf zum Beispiel eher begrüsst werden, dass in Art. 10 das Erfordernis eines besonderen Führerscheines, wie es im Entwürfe für die Ausführung von gewerblichen Personentransporten und die Führung von schweren Motorlastwagen zum regelmässigen in das anstossende kleinere Zimmer, das wiederum mit kostbaren alten Gebetteppichen verkleidet war. Dort fanden sie Makhmud sichtlich beunruhigt. Er verbeugte sich und gurgelte leise und hastig ein paar arabische Worte hervor. Said Husseins Mienen zeigten einen verärgerten Ausdruck, als er sich zu Joan wandte. «Es ist mir höchst unangenehm, Sie allein lassen zu müssen, aber es will mich jemand sprechen, der unerwartet mit wichtigen Geschäftsnachrichten eintraf. Ich werde nicht lange ausbleiben und möchte Sie unterdes in die Gemächer des Harems hinaufführen. Während Sie warten, können Sie sich* dort ein wenig umsehen. Hier, bitte...» Er hob einen Vorhang in der Ecke. Vor ihnen befand sich ein bunt drapiertes altes' Gittertor und dahinter eine Treppe. An ihrem Ende führte eine schwere Tür in ein hallenartiges Gemach, das mit Holz vertäfelt und dessen mittlerer Teil mit Marmorfliesen belegt war. Der Raum wurde durch einen Balkon abgeschlossen, der mit einem geschnitzten Holzgitter verziert war. Die Decke war reich mit blassgrünen Arabesken geschmückt, die sich auf einem breiten Fries darunter wiederholten. Inmitten des Marmorbodens plätscherte ein Brunnen. Weiche Teppiche dämpften die Tritte, und niedrige, mit Kupfertassen besetzte Tische aus perlmutterverzierterh Ebenholz standen allenthalben umher. Das Gemach wurde durch jene dritte Moscheelampe erleuchtet, die von der bunten Glaskuppel herniederhing. «Dort sind noch andere Zimmer,» Hussein deutete auf eine Tür der Marmorhalle, «und in jenen Alkoven wurden die zusammengerollten Betten der Frauen tagsüber aufbe-