Aufrufe
vor 8 Monaten

E_1938_Zeitung_Nr.037

E_1938_Zeitung_Nr.037

BERN, Freitag, 6. Mai 1938 Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang — No 37 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONN EM ENTS-PIt EISE« Ausgab« A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr, 5.-, jährlich Fr. 10.— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlieh abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicheruna) vierteljährlich Fr. 7.50 Erscheint Jeden Dlenstak und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gvlbe liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenralnstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 Telegramm-Adresse: Autorevue, Barn Geschäftsstelle Zürich! Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp, Grossere Inserate nach SpezialtarU Imeratensehloss 4 Tage vor Erscheinen der Kummer Bahn und Auto im Fremdenverkehr Wo bleibt die Sachlichkeit? Ein aus der Quelle der Litra stammender Artikel «Eisenbahn und Motorfahrzeug im Fremdenverkehr», der in verschiedenen Tagesblättern Eingang gefunden hat, nötigt uns, auf die Frage der ausländischen Autogästefrequenz und die nach dieser Richtung hin angestellten statistischen Erhebungen nochmals zurückzukommen. Was uns um so leichter fällt, als die Kampforganisation der Eisenbahnen ihr publizistisches Erzeugnis mit der «Begründung» herausgibt, diese Teilfrage unserer Volkswirtschaft sei bereits in den wirtschaftlichen Interessenkampf mit einbezogen und dem entsprechend unsachlich behandelt worden (sie!). Wer im Glashaus sitzt, sollte besser nicht mit Steinen werfen, denn wie genau es die Herrschaften mit eben jener Sachlichkeit nehmen, auf die sie das Monopol gepachtet zu haben scheinen, dafür werden wir im nachstehenden mit einigen bezeichnenden Musterehen aufwarten. Selbstverständlich liegt es der Litra, über deren Kampfmethoden wir Automobilisten ja hinlänglich Bescheid wissen, weniger daran, die Frage nach dem Anteil von Bahn und Auto an unserem Fremdenverkehr materiell einwandfrei und bis ins letzte abzuklären — wozu sie faktisch ausserstande ist, auch wenn sie nicht weniger als vier Statistiken beschwört — vielmehr atmen ihre Ausführungen einen Geist, der auf Schritt und Tritt erkennen lässt, dass auch hier der Wunsch, dem Automobil eins auszuwischen und dessen Bedeutung als Träger des Fremdenverkehrs herabzusetzen, des Gedankens Vater war. Mit der Objektivität, die sie für sich in Anspruch nimmt, hat es allerdings sein eigenes Bewenden, klingt doch der erwähnte Artikel mehr oder weniger unverblümt m einem Hymnus auf die Bahnen aus. Was spielt es dabei schon für eine Rolle, dass bereits mit dem Fundament, worauf die «Schweizerische Liga für rationelle Verkehrswirtschaft» ihre Betrachtungen aufbaut, etwas nicht stimmt? Die Zahl von 294,000 Motorfahrzeugen (Personenwagen und Autocars zusammengerechnet), welche im Jahre 1937 insgesamt 1,076,000 Personen in die Schweiz gebracht haben, deckt sich nämlich mit den Tatsachen nicht. Effektiv liegt sie höher, weil, wie das Eidg. Statistische Amt in einer seiner Publikationen selbst hervorhebt, die Inhaber von Einfuhrfreipässen und Triptyks nur bei der ersten Einreise gezählt werden, so dass die von den Zollämtern durchgeführten Erhebungen keine Schlüsse über die Zahl der einreisenden Automobilisten zulassen. Der Litra hätte dieser Mangel der Statistik, der nun auf Beginn des laufenden Jahres ausgemerzt worden ist, bekannt sein müssen. Sie übersieht jedoch die Lücke diskret, weil sich vermöge dieses vornehmen Schweigens die Rechnung für das Auto ungünstiger gestaltet. Und von dieser unvollständigen Basis aus schickt sie sich nun an, «ein genaues Bild von der Bedeutung, welche den Bahnreisenden und den Motorfahrzeugreisenden in unserem Fremdenverkehr zukommt», zu entwickeln. Ein Urteil über den Wert solcher Bemühungen dürfen wir uns wohl ersparen. Nur soviel sei den Folgerungen, zu welchen die Litra gelangt, entnommen, dass die durchschnittliche Besetzung pro Personenwagen schwach drei Personen betrage und dass 57% dieser Gäste unser Land am Tage ihrer Einreise wieder verlassen haben. Darob, versteht sich am Rande, beträchtliches Frohlocken, diese Zahlen reflektieren die sprich- der Litra zutage tritt. Entscheidend für die such eines Beweises erhärteten Behauptungen wörtliche «Flüchtigkeit» des Automobilreisenden, die wirtschaftliche Bedeutung dieser Strassenverkehr empfängt, fallen doch letzten Befruchtung, welche unsere Wirtschaft vom Eintaggäste sei für die Schweiz minim — obwohl es für jeden, der sich mit der Materie Lande liegen lässt. Und die sind auch für die- Endes die Beträge ins Gewicht, die er im auch nur oberflächlich vertraut gemacht, sen «kurzfristigen» Verkehr nicht zu knapp, ein offenes Geheimnis ist, dass sich aus den denn ungegessen verabschiedet sich auch erwähnten Gründen berechtigte Zweifel an diese Klientel nicht von uns. Das Gastgewerbe jedenfalls, dessen Notstand Bundes- der Richtigkeit dieser Ziffern erheben. Ganz zu schweigen von der offenkundigen rat Obrecht just in diesen Tagen bei der Behandlung der Wirtschaftsartikel im Nationalrat anerkannt hat, wird die Verdienstmöglich- Unterschatzung der Ausgaben dieser Kundschaftkeiten, welche ihm daraus erwachsen, nicht wie sie in den nicht einmal durch den Ver- | mehr missen wollen. (Schluss folgt.) I. Es ist ja wohl ein ganz^zufälliges und ungewolltes Zusammentreffen, dass vor wenigen Wochen auch der schweizerische Wasserwirtschaftsverband dasselbe Thema zum Vortragsgegenstand einer Diskussionsver- *) Als Vortrag gehalten anlässlich der Genfer Generalversammlung der Schweiz. Strassenfachmänner. Die Bltistz«it ist noch nicht vorbei — nützen Sie also die kommenden Tagel Gedanken zur Einführung des TroIIeybusses in der Schweiz Von Prof. E. Thomann, E. T. H. Zürich *). Sammlung erhoben hat (Siehe «A.-R.» Nr. 28 vom 1. April 1938.) Dieses zufällige Zusammentreffen wird aber immerhin als ein Symptom gewertet werden müssen, als ein Symptom dafür, dass sich in schweizerischen Interessentenkreisen allmälich der Gedanke der Ersetzung notleidender Elsenbahnen oder Tramlinien durch Trolleybusanlagen durchzuringen vermag. Das Wort «durchzuringen > scheint mir in diesem Zusammenhang um so angebrachter, als auf diesem Gebiete die Schweiz bisher eigentlich recht wenig geleistet hat- Eine erste Trolleybusanlage im Kanton Freiburg ist nach wenigen Betriebsjähren still von der Bildfläche verschwunden; die vor einigen Jahren in Lausanne errichtete 1,7 km lange Probelinie ist bis heute ohne Nachfolgschaft geblieben. Die Erfahrungen, die mit dem Betrieb gerade dieser nicht sehr alltäglichen Linie gemacht werden konnten, sind aber derart gute, dass Lausanne nunmehr beschlossen hat. das Trambahnnetz in ein Trolleybusnetz umzubauen. Lausanne wird also demnächst weitere 35 Troleybusse in den Dienst stellen. Aehnliche Gedanken sollen auch in Genf gehegt werden. Auch die Stadt Winterthur hat bereits der Errichtung einer Trolleybuslinie zugestimmt. Von den Ueberlandbahnen haben bisher einzig und allein die Rheintalischen Strassenbahnen die Umstellung der von ihr betriebenen Strecken auf Trolleybusbetrieb beschlossen. Die Stadt Zürich plant die crrichtung einer Trolleybusversuchsstrecke Blatt Im Wind. Von Joe Lederer. 33. Fortsetzung. « Starr nicht! » sagte sie. « War viel los im Büro ? Bist du nicht durstig ? Ich fahr dich ins Cathay, und wir trinken eine Limonade. » « Ich wollt in den Club. > « Im Club ist jetzt niemand als der alte Meyer. Lauter alte Meyer und Co. Das Cathay ist das einzig Richtige. Das Cathay ist fashionable. Der Treffpunkt der nornehmen Gesellschaft. Und ich bin ausserdem dort verabredet.» « Dann geh hin », sagte er. « Mit dir », sagte sie. Sie war sehr braun. Wenn sie lachte, zogen sich ihre Augenbrauen hoch wie kleine Dreiecke. So hatte sie schon als Kind gelacht. Aber jetzt hatte ihr Gesicht eine Regelmässigkeit bekommen, in der alles zueinander passte, Lachen, Brauen, die breiten, vollen Lippen. Er wunderte sich nur, dass ein so junges frisches Mädchen ohne jeden Zauber sein konnte. Sie hatte absolut keinen Zauber. Sie war ohne Geheimnis, blank, hübsch, man konnte sie ansehn wie eine fabrikneue Automobilkarosserie. « Um halb eins geh ich aber in den Klub!» sagte Hubert. Sie nickte gleichgültig. Der Wagenschlag war noch immer offen. Sie stiegen ein, der Schatten war angenehm. • « Heiss ist es », sagte Hubert. Florence nickte, sie trat auf die Kupplung, Gashebel, der Motor sprang an und ersoff. * Zu Fuss wären wir jetzt schon dort», sagte Hubert. Er hatte den Arm um ihren Sitz gelegt und sah neugierig zu. «Noch mehr abwürgen, nur nicht vom Gashebel runter ! » Sie gab keine Antwort. Der Wagen machte einen wilden Sprung und fuhr. «Vielleicht bin ich nervös ? » sagte sie. Ihre Stimme klang viel höher als sonst. «Und gib den Arm weg. sonst kann ich nicht fahren.» Er gab den Arm weg. Sie zielte auf eine Rikshaw, drehte den Wagen im letzten Moment fort, und zwängte sich zwischen Strassenbahn und Trottoir um die Ecke, zum. Cathay hin. Als sie in die Halle gingen, blieb Flockie stehn. Sie hob ihr Gesicht zu ihm hinauf. « Hör mal », sagte sie. < Eigentlich bin ich hier mit niemandem verabredet.» « Maskee.» « Du bist ein lieber Mensch», sagte sie. « So was wie dich hab ich mir immer gewünscht. Schade, dass du geheiratet hast.» «Vielleicht gibt es noch einen ähnlichen wie mich. > «Nein», sagte sie. «Nein. Es gibt nur dich. > Es war kühl, die grossen Fächer sausten. Auf dem Podium spielte die Kapelle, eine verschlafene Salonmusik, langgezogen und halblaut. « Hübsch ! » sagte Florence. « Das ist ein Walzer von Waldteufel. > « Wunderbar », sagte Hubert. Aber sie blieb ganz ernst, es gefiel ihr wahrscheinlich wirklich. Ernst suchte sie einen Tisch aus und setzte sich. Plötzlich rührte ihn irgend etwas an ihr, vielleicht dass sie alles noch so wichtig nahm. « Wirklich nett hier !» sagte er. Der Kellner kam, flüsterte, nickte, verschwand. In dieser Nummer: Wann geht der Gotthard auf? Grundsätzliches zur Frage von Meisterschaftsbewertungen. Neues von der «Pro Aero». Winke für die Fahrpraxis. Vom Sicherheitsglas und seiner Verwendung. Beilage: