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E_1939_Zeitung_Nr.025

E_1939_Zeitung_Nr.025

BERN, Dienstag, 21. März 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 25 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS. PREISE« Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, Jährlich Fr. 10— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlieh abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfall versieh.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicheruns) vierteljährlich Fr. 7.50 Oel im spanischen Bürgerkrieg Erscheint Jeden Dienst«« und Freitat Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „G«lbe liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern GesehlrtssteUt Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 Petroleum ist im spanischen Konflikt keiner der entscheidenden Faktoren gewesen. Beide Seiten konnten ohne besondere Schwierigkeiten ihren Bedarf an allen Mineralölprodukten decken, die ihnen für ihre militärischen Operationen wichtig waren. Ebenso ist auch in der Versorgung der Zivilbevölkerung, wenn man von den letzten Monaten im Gebiet der republikanischen Regierung absieht, keine akute Verknappung eingetreten, nachdem allerdings schon seit längerer Zeit allgemeine Verbrauchsbeschränkungen Platz gegriffen hatten. Die Oelsituation in Spanien gewinnt besonderes Interesse angesichts der Tatsache, dass hier, wie man weiss, die Oelversorgung in Händen eines Monopols liegt, dessen Tätigkeit sich auf alle Produkte ausser Schmierölen und Bitumen erstreckt. Dieses Monopol ist 1927 noch unter der Diktatur des Generals Primo de Rivera errichtet und der «Campsa», einer mit privatem Kapital begründeten Gesellschaft, übertragen worden, deren Einnahmen jedoch vom Staat garantiert sind. Man kann schwerlich behaupten, dass dieses Experiment sehr erfolgreich gewesen wäre. Qewiss zeigten die Beiträge, die das Unternehmen der Staatskasse zuführte, jahrelang einen stetigen Anstieg. Aber diese Summen repräsentierten doch nur einen Teil der höheren Erträge, die die Expansion des Bedarfs ohnedies der öffentlichen Hand geliefert hätte, wenn die Industrie in der Lage geblieben wäre, sich weiter auf der Basis freien Wettbewerbs zu betätigen. Unter dem Regime des Monopols sind die Preise durch übermässige Verwaltungskosten und Vertriebsspesen in die Höhe getrieben und die Verdienstspannen für den Handel so stark beschnitten worden, dass die Verbraucherschaft durch entsprechend geringere Leistungen in Mitleidenschaft gezogen werden musste. Diese .Faktoren haben naturgemäss stark auf den Konsum eingewirkt und die Entwicklung des Automobllverkehrs, für die in Spanien noch ein so weiter Raum ist, empfindlich gehemmt. INSERT1 ONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtaril Inseratenschlnss 4 Tage vor Erscheinen der Nummer In dieser Nummer s Kampf um die Strassenverblndung Glarus-Graubünden. Deutsch-franz. Duell im Grossen Preis von Pau. Was das Automobil dem Wolfram verdankt. Feuilleton: S. 4. Wie hat das Monopol während des Bürgerkrieges und vor allem in seinen entscheidenden ersten Stadien gearbeitet? Man muss sich vergegenwärtigen, dass beim Ausbruch der Unruhen im Frühsommer 1936 kaum jemand ahnen konnte, dass sie zu einem so Was tut sich (Uec? Die Sustenstrasse wird dem Fels abgetrotzt Bilder von den Bauarbeiten bei Wassen Das winterlichÖtiaBStr^art der Sustenstrasseyvon dem wir am 13. Jaryjar ein. erstes Bild brachteni-hat auch seither nicht geruht. Vor wenigen Tagen ist der kurze, Tunnel durchschlagen worden, der von der Wassener Seite aus auf die künftige Brücke über die Meienreuss führt. Und diese Etappe des gewaltigen Strassenbaues, der in-einigen Jahren Bern und Uri, die West- mit der Zentralschweiz auf einer neuen Route durch eine grandiose Ge-. birgswelt verbinden wird, mag den Anlass dazu bieten, von jener Baustelle ein paar neue Bilder zu bringen. Auf ihrem weltberühmten Schleifenwege um Dorf und Kirchlein von Wassen übersetzt die Gotfhardünie dreimal hintereinander die tiefe Schlucht der Meienreuss. Nun fügen es die topographischen Verhältnisse, dass auch die Sustenstrasse gerade an derselben Stelle sich zur Höhe des Tal- Bodens des Meientales emporwinden muss, woraus sich eine beinahe phantastische Häufung von Kunstbauten von Bahn und Strasse auf engstem Räume ergibt. Zwischen der zweiten und dritten Brücke der Gotthardbahn, wo sich die senkrechten Wände der Schlucht auf die Weite eines kräftigen Steinwurfes nähern, sucht die Strasse den Uebergang über den in der Tiefe schäumenden Bergfiuss. So steil aber ist der Fels zu beiden Seiten des Abgrundes, dass sich die Strasse nicht in offener Bauweise der Stelle des Brückenschlages nähern kann. Nur durch zwei gebogene Tunnels gelangt sie hin, und so wird sich die Brücke dereinst • einmal unmittelbar zwischen den Portalen dieser zwei Galerien über die düstere Schlucht stemmen. Heute aber erfüllen das Rattern der Bohrhämmer und das Dröhnen der Sprengschüsse den Schlund im Schatten dunkelgrüner Tannen. Dicht am Rande des aus den Felsen gebrochenen Strassenraumes zieht sich das gebrechliche Geleise der kleinen Feldbahn hin. Ueberall finden die Ingenieure und Arbeiter die Möglichkeit, dem Gestein ihre Werkzeuge auf die Brust zu setzen. Wo nicht ein kleiner Absatz im Fels einen Angriffspunkt bietet, um auch von der Brücke her den Stollen vorzutreiben, da bringt eine schwindelnd an der kleinen Kabelbahn aufgehängte Arbeitsbühne die Mineure an ihr Ziel, und wenn einmal die ersten paar Kubikmeter Gestein ausgesprengt sind und eine kleine Höhle entstanden ist, dann ist mit einpaar Balken und Brettern bald der Arbeitsplatz hergerichtet, der, wenn auch frei über den Abgrund vorgebaut, fürs erste genügen muss. Was tut es, wenn dieser Werkplatz überhaupt nur auf dem Luftwege erreichbar ist — der kleine Förderkorb der Luttseilbahn wird die paar Männer wohl nicht im Stiche lassen .. Droben aber, im Wald an der steilen Lehne, zeichnet sich bereits durch aufgerissenen Fels der künftige offene Verlauf der Strasse an, bevor sie, beinahe gleich einem Balkon turmhoch über die oberste Meienreussbrücke der Bahn hingehängt, endgültig die Richtung nach Westen einschlägt und sich in das Meiental hineinzieht. Immer wieder einmal poltert ein bei der letzten Sprengung losgelöster Felsklotz, von den Arbeitern an den Hang hinausgewälzt, mit dumpfem Tone in die Schlucht hinab, wo er krachend zerschellt. Von oben bis unten ist die Felswand durchzogen von den runsenhaften Sturzbahnen des Ausbruches, der sich längs dem Wasser zu hohen Schüttkegeln anhäuft. In geschwisterlicher Verschlingung winden sich Bahn und Weg des Autos durcheinander empor. Und die Bundesbahnen tun das Ihre, um den Bau der Strasse zu erleichtern. Sie schützen ihre Fahrund Speiseleitungen durch kleine Holzdächer über den Isolatoren, damit so nahe der Strecke — selbstverständlich jedoch nur in Zugspausen — überhaupt gesprengt werden kann. Sie haben für den Verkehr der Arbeiter und die Materialtransporte bei einem Wärterhaus einen Haltepunkt eingerichtet, wo morgens und abends je ein Zug hält. Und da ist denn auch gleich so.etwas wie ein kleiner Zentralbahnhof einer ganzen Reihe von ein- (Photo Hesse.) fachen Kabelbahnen entstanden, die sich strahlenförmig zu. einem halben Dutzend von Baustellen, emporziehen, wo die Strasse in weitausholender Schleife Höhe gewinnt, während in der Tiefe des Berges unter ihr sich die Bahnzüge durch die Spirale des Leggisteintunnels emporschrauben, -mm-