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E_1939_Zeitung_Nr.029

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BERN, Dienstag, 4. April 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 29 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, Jährlich Fr. 10— Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgab» C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 Telegramm-Adresse: Autorevue. Bern G«icnirtsstel]r Zürich! Lowenstr»«5e 51, Telephon 39.743 INS ERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 nun hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach SpezialtarU Inseratcnsehluss 4 Tage vor Erscheinen der Nummer Der Welthandel mit Automobilen Neben den Vereinigten Staaten, die jahrelang eine Art Monopol im Aussenhandel mit Motorfahrzeugen innehatten, sind in den letzten Jahren eine Reihe von andern Ländern aufgetreten, deren Anteil an den Gesamtumsätzen dieses Handelsgebietes sich in ständig ansteigender Linie bewegt. Dabei " handelt es sich vor allem um Deutschland, Frankreich, England, Italien, sowie die beiden Ueberseestaaten Kanada und Japan. Geht der Aufschwung im Absatz von Motorfahrzeugen während den letzten Jahren einerseits auf den Rüstungsbedarf zurück, so ist er anderseits dem vermehrten Strassenbau und der damit verbundenen Erschliessung neuer Gebiete für das Automobil zuzuschreiben. Entsprechend dieser Entwicklung hat die Ausfuhr von Motorfahrzeugen seit 1933 eine gewaltige Zunahme erfahren. Die 8 wichtigsten Exportländer haben gegenüber 350.806 Stück im Jahr 1933, 605.121 Stück, ini Jahr 1938 exportiert. Zugleich sind während dieses Zeitraums auch bemerkenswerte Verschiebungen in der Ausfuhr von Automobilen eingetreten, Ausfuhr von Automobilen und Motorrädern der wichtigsten Exportländer. Aus der obenstehenden Tabelle Iässt sich entnehmen, dass die Vereinigten Staaten, die 1933 unbestritten an erster Stelle unter allen Exportländern figurieren, seither starke Ausfuhrverluste zugunsten anderer Länder (wie z.B. Deutschlands und Frankreichs) erlitten haben. Stieg die amerikanische Ausfuhr von 110.336 Stück im Jahr 1933 auf 260.000 im Jahr 1938, so wuchs der Export Deutschlands in- der selben Zeit von 15.569 auf 120.978 Stück. Anders ausgedrückt: währenddem sich für die USA eine Vermehrung von rund 110% feststellen Iässt, beträgt sie für Deutschland 800 %. Diese Zunahme der deutschen Ausfuhr steht mit der Entwicklung der gesamten Automobilindustrie dieses Staates in engem Zusammenhang. Wenn insbesondere der Export deutscher Motorfahrzeuge nach Südost-Europa und Südamerika gestiegen ist, so findet diese Tatsache ihre Erklärung in den Handelsabkommen, welche Deutschland mit Südost-Europa und Südamerika abgeschlossen hat. Die ländermässige Verteilung der deutschen Ausfuhr zeigt, dass diese sich in der Kategorie Lastwagen mit 2—5 Tonnen Tragfähigkeit (d.h. in derjenigen Kategorie, die als Konkurrenz der Schweiz vor allem in Betracht fällt), hauptsächlich nach Südost- Europa und Asien gerichtet hat. 1938 gingen für 14 Millionen RM. Lastwagen von 2—5 t nach Rumänien, Südslawien, Ungarn, Bulgarien usw., und für rund 10 Millionen RM. nach China. Mandschukuo und den andern asiatischen Ländern. Auch die Ausfuhr nach Südamerika repräsentiert mit rund 3 Millionen in dieser Kategorie noch einen bedeutenden Posten. Als Hauptabnehmer verdienen hier Erwähnung : Brasilien mit 1.206.000 RM.. Chile mH 492.000 RM. und Argentinien mit 277.000 RM. Der Export der Schweiz richtete sich 1937 in der Position 914 d « Automobile über 1600 kg » vor allem nach folgenden Ländern: Deutschland, Italien, Polen, Rumänien, Mexiko, Argentinien und Spanien. Die Haupt- Posten gingen nach Deutschland (mit einem Wert von 5.968.647 Fr.) und nach Italien (mit 1.199.881 Fr.). Insgesamt wurden in dieser Kategorie durch die Schweiz im Jähre 1937 für 10.378.235 Fr. exportiert. " / Im übrigen weist die Statistik noch auf einige andere Besonderheiten hin, z. B. dass auf Dänemark ein verhältnismässitf grosser Anteil an der Motorfahrzeugeinfuhr entfällt. Das rührt davon her, dass es sich hier um Wagen handelt, die in den Kopenhagener Fordwerken montiert und zum grossen Teil wieder nach andern europäischen Ländern ausgeführt werden. Wie ein zusammenfassender Überblick über die Ausfuhr verschiedener Staaten in den Jahren 1933 bis 1938 zeigt, hat diese eine sehr unterschiedliche Entwicklung genommen, wobei auf Deutschland die verhälthismässig grösste Ausfuhrsteigerung entfiel. Nur um ein geringes hat sich die französische Einfuhr erhöht, was mit den Produktionsschwierigkeiten in diesem Lande zusammenhängt. Unter den wichtigen Exportländern schneidet England am schlechtesten ab : hielt es sich 1933 noch an zweiter Stelle, so ist es 1938 auf die vierte Stelle hinter Deutschland,, und Frankreich abgestiegen. Die zunehmenden Produktionskosten haben den Vorsprung, den Grossbritannien mit der Abwertung des englischen Pfundes erzielte, wieder zunichte gemacht. Die vier Ferientage, die sich wohl jeder über Ostern leisten kann, locken dazu, Autotouren'in die nähere und, weitere Umgebung zu unternehmen. Natürlich können wir nun nicht von allen Orten aus, an denen unsere Leser wohnen, hübsche Rundfahrten zusammenstellen. Um aber zu tun, was möglich ist, möchten wir im folgenden mit Vorschlägen für Touren aufwarten, deren Ausgangspunkte drei grössere Städte bilden. Die hier beschriebenen Routen können von jedem beliebigen Ort aus erreicht werden. Wenn wir also von Zürich, Bern und Basel aus solche Ausflüge angeben, so können auch alle die Leser, die in St. Gallen, Winterthur, Schaifhausen, Baden, Brugg, Ölten, Aarau, Sursee, Luzern, Langenthai, Herzogenbuchsee, Bufgdorf, Solothum etc. wohnen, diese Tourenvorschläge ebenfalls ihren Reiseplänen zugrunde legen. Es seien folgende kürzere oder längere Rundfahrten empfohlen : 1, Zürich - Winterthur - Andelfingen - Ossingen - '•• W«ltalingen - Stammheim -."Stein a. Rh. und von hier dem Untersee entlang über Mamtnem - Steckborn - Ertaiatingen nach Kreuzungen, dann ' Wohin während der Feiertage ? Der Tourenonkel der A. R. rät Ihnen: I. Von Zürich aus: dem' Bodehsee entlaug über \Laridschlacht - Güttingen - Romanshorn - Arbon nach Rorschach, von hier hinauf ins Appenzellerland nach Heiden und Trogen, dann über Vögelinsegg nach St Galten, wtiier Herisau - Waldstatt - St.Peterszell - Lichtensteig - Wattwil. über den Osteczau&ec im Süden ~ ec Ciept voc JJhtec Häc! Osterfahrten Ricken nach Rapperswil und dem rechten Seeufer entlang nach Zürich zurück. 2. Zürich - Meilen - Rapperswil - über den Ricken nach Wattwil, das Toggenburg aufwärts über Nesslau - Unterwasser - Wildhaus - von dort hinunter ins Rheintal nach Garns - Grabs - Buchs, dann Sargans - Ragaz - Landquart und Chur. Wer Zeit bat, der fahre von Chur über die Lenzerheide hinauf nach Tiefencastel und durch das Oberhalbstein und über den das ganze Jahr offengehaltenen Julierpass ins Engadin. wo er eich ein bis zwei recht schöne Ferientage gestatten kann. (Ski nicht vergessen.) Wer von Chur aus nicht weiterfahren will, der fährt zurück nach Sargans, dann durch das Seeztal nach Wallenstadt und über den prachtvoll ausgebauten Kerenzerberg nach- Mollis und Näfels. von hier über Ziegelbrücke - Siebnen nach Pfäffikon und dann hinauf nach Bibernbrücke - Sattel - Goldau - Arth und via Zug - S'ihlbrügg zurück nach Zürich. 3. Zürich - das Sihltal aufwärts über Sihlbrugg nach Zug - Arth - an den Lowerzersee - Seewen - Schwyz - Brunnen - Gensaü - Vitznau - Weggis - Luzern - und von dort nat-b Her?i c wil durch das Obwaldnerland über Alpnach - Stirnen - Giswil und über den Brünigpas« ins Berner Oberland nach Brienz - Interlaken - Spiez - Thuii - Mänsingen - Bern und von hier zurück durch das Emmen,tal über Worb - Sjignau - Langnau und dann durchs Entlebüch über Escholzmatt - Entlebüch . Wolhusen - Willisau und weiter Sursee - Beromünster - Menziken - Beinwil - Brestenberg - Sarmenstorf - Villmergen - Wohlen - Bremgarten ^Zürich. II. Von Basel aus: 1. Durchs Birstal über Dornach nach Laufen - Delemont - auf die Höhe der Caquerelle (Les Rangiers) und über die aussichtsreiche Höhenstrasse nach St-Brais - Saignelegier - La Chauxde-Fonds, über die Vue-des-AIpes nach Valangin - Neuchätel. weiter nach St-BIaise - Landeron - entlang dem Bielersee nach Biel und über Grenchen - Solothum - Oensingen - Baisthal - Langenbruck - Liestal zurück nach Basel. 2. Basel - Rheinfelden - Mutnpf - Frick - über die Staffelegg nach Aarau - Lenzburg - Seon - Hallwil - Brestenberg - Hitzkirch - Hochdorf - Eschenbach - Luzern. Von hier zurück über Malters - Wolhusen - Wiilisau - Zeil - Huttwil - Langenthai - Aarwangen - Oensingen - Bal£thal - Langenbruck - Lie-stal - Basel. 3. Basel - Liestal - Sissach - Hauenstein - Ölten - Zofingen - Reiden Dagmersellen - Schötz - Willisau - Wolhusen - Entlebüch - Escholzmatt - Langnau - Ramsei - Sumiswald - Affoltern i E. - Huttwil - Madiswil - Bad Gutenburg - Langentha! - Aarwansren - Oensingen - Balsthal - Waidenburg - Liestal - Basel. III. Von Bern aus: 1. Bern . Flamatt Freiburg - Bulle - Chätel-St- Denis - Vevev - Montreux - zurück nach Vevey - Lausanne Echalkms - Yverdon - Grandßon - dem Neuenburgersee entlang nach Neuenburg - und über St-Blaise - Ins - Kerzers - zurück nach Be'n 2. Bern - Münsingen - Thun - Spiez - Interlaken- Britnz - Brünigpa&s - Giswil - Samen - Alpnach - Hergiswil - Luzern - Küssnacht - Bisch - Cham - Zug - zurück nach Cham - Sins - Muri (Aarga'i) - Wohlen - Lenzburg - Aarau - Ölten - Oensingen - Solothum - Bätterkinden - Bern. 3. Bern Kerzers - Ins - Neuchätel - la Tourne - Les Ponts - Le Locle - La Chaux-de-Fond? - Saignelegier - St-Brais - Ia Caquerelle - Les Rangiers - Delemont - Laufen - Breitenbach - Nunningen - Rpigoldswi! - Bubendorf - Holstein - Waidenburg - Baisthal - Oensingen - Sololhvrn Bätterkinden - Bern. Alle diese Touren können in einem Tag ausgeführt werden, aber es empfiehlt sich der Beschaulichkeit halber, zwei Tage dafür zu verwenden und an irgendeinem Ort. der einem gefällt, ein oder zwei Ruhetage einzuschalten. Einzig für die Tour von Zürich aus ins Engadin sollten mindestens 3 Tage verwendet werden. Ostecsjteiettage (oeqea eescheutt die nächste 7lunimet de* Autamabtf'fieoue Dienstag den 11. April 1939 Beilage: