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E_1939_Zeitung_Nr.045

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BERN, Freitag, 2. Juni 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 45 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: AatgalM A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.-. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtltch abonniert. Ausgab« B (mit gew. Unfailversich.) vierteljahrlich Fr. 7.5U. Ausgab* C (mit InsassenVersicherung) vierteljährlich Fr. 7.75. Erscheint Jeden Dlemtaf und Freitag Wöchentlich« Bailage „Auto - Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Litt«* 4 REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse 1 Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: LÖwenstrasse 51, Telephon 39.743 • INSERTIONS-PREIS: Di« aehtfwpaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grossere Inserate nach Spezialtarit. Imeratensehlnss 4 Tone vor Erscheinen der Nummer Der Ausbau der Gotthardstrasse In der Tremola wurde schon 1935/36 mit der Verbreiterung der Wendeplatten ein Anfang des Ausbaues gemacht (Abb. 8). Letzten Herbst nahm man dann die südlich des Hospizes gelegene Strecke bis zur eigentlichen Tremola in Angriff. In schlechtem Zustande befindet sich nach .wie vor die Strecke vom Austritt der Schlucht ab über Motto Bartola, an den Festungswerken vorbei bis ca. 500 m westlich Airolo. Bei nur einigermassen starkem Verkehr ist dies Strassenstück ununterbrochen von einer und mit einem 6 m breiten Betonstreifen und einseitigem Fussgängerstreifen versehen. Anschliessend hieran folgt nach einem kleinen offenen Zwischenstück ein neuer Tunnel von ca. 50 m Länge, der "eine gestreckte Linienführung des Trasses erlaubt (Abb. 9). Eine weitere für Automobilisten interessante Baute stellt die Unterführung der Ootthard- II* 1936 begonnenen Korrektionsarbeiten ein klares, übersichtliches Trasse geworden (Abb. 12). In Osogna kommen zwei lästige, in Kurven gelegenen Bahnübergänge in Wegfall; die neue Betonstrasse verläuft unter Umgehung des'Dorfes parallel zur Bahn. Eine wesentliche Verbesserung hat sodann der Uber- In dieser Nummer: Vor der Junisession der eidg. Räte. Maserati-Sieg in Indianapolis. Wie arbeiten die Winker? Vermehrung der armeetauglichen Motorlastwagen. Beilage: Abb. 9. Der neue, 50 m lange Stolvedro-Tunnel (Südportal) samt der alten, um die Bergrippe herumführenden Strasse. Durch diese Baute lies« sich die vorher recht unübersichtliche und kurvenreiche Linienführung sehr flüssig gestalten. Als Fahrbahnbelag in und vor dem Tunnel dient eine mustergültig ausgeführte Betondecke. Staubwolke eingehüllt. Dagegen hat das Airoleser Strassenbild eine Änderung und damit die Dorfdurchfahrt eine wesentliche Verbesserung erhalten. An Stelle der aus zwei parallel verlaufenden Granitstreifen gebilde- Abb. 8. Die Tremola — das schwierigste Teilstück auf der Südrampe, der Gotthardstrasse. Mit beträchtlicher Bundeshilfe haben die Tessiner dieses Strassenstück so gut als möglich «gestreckt», insbesondere aber die im steten Wechsel sich ablösenden Wendeplatten grosszügig ausgebaut und gepflastert Von dem im obern teil des Bildes sichtbaren, vom Hospiz zum Fieudograt führenden Militärsträsschen, gehiesst man einen der schönsten Ausblicke über die Linienführung einer Alpenstrasse überhaupt, verbunden mit dem unterhaltsamen Spiel, das die Spielzeug gleichenden Motorfahrzeuge bei ihrem korkzieherartigen Auf- und Niedersteigen durch die romantische Felsenechlucht bieten. strasse "bei der Station Ambri Piotta dar (Abb. 10). Ein berüchtigter und für den internen wie den internationalen Verkehr gleich unangenehmer Niveauübergang ist damit verschwunden. Im Anschluss an das während den Jahren 1933/34 ausgebaute obere Teilstück der unterhalb Rodi beginnenden Piottinoschlucht wurden mit Hilfe eines Durchstichs (Abb. 11) überdies zwei gefürchtete S-Kurven eliminiert. Uebrigens hat man, wie leicht zu erkennen, auch im untern Teil der Piottina — soweit die Geländeverhältnisse dies ermöglichten— auf flüssige Linienführung Bedacht genommen. Aus der mit Schlaglöchern gespickten, staubigen und unübersichtlichen Strasse in der unterhalb Faido gelegenen Gefällsstufe der Biaschina ist. nun nach Beendigung der gang über den Brenno bei Biasca erfahren — die alte einspurige Passage (Abb. 13) wurde durch eine moderne Betonbrücke ersetzt (Abb. 14). Noch weiter südwärts ist die Anpassung der Gotthardstrasse an die modernen Verkehrsbedürfnisse bereits vollzogen; neben dem eigenen Granit fand als Baumaterial hier auch Beton Verwendung. Neben diesen in die Augen springenden Arbeiten gehen noch eine ganze Reihe anderer einher, die für die Verkehrssicherheit von ebenso grosser Bedeutung sind wie die eigentliche Ausgestaltung der Fahrbahn, die hingegen mehr abseits des Trasses liegen, wie Entwässerungsanlagen, Lawinen- und Geländeverbauungen. Dies und jenseits des sagenumwobenen Gotthards haben unsere Strassenbautechniker in den letzten Jahren Abb. 12. Die ausgebauten und recht flüssig gestalteten mit einem Rundpflaeter versehenen Biaschina- Kehren. ein gewaltiges Werk vollbracht, das, wenn auch noch nicht ganz vollendet, sehr wohl jedem Vergleich mit ausländischen Gebirgsstrassen standhält. Das Werben unserer Abb. 10. Der berüchtigte Niveauübergang bei Ambri-Piotta ist verschwunden. Ueberhaupt macht t sich das Bestreben bemerkbar, die meistens in einer Strassen- oder Bahnkurve liegenden zahlreichen Niveauübergänge zum Verschwinden zu bringen. Prachtexemplare solcher cSprungpartien> sind noch vorhanden oberhalb Fiesso, beim Bahnhof Biasca und bei Arbedo. Verschwunden sind hingegen im Verlaufe der Jahre eine ganze Reihe von Uebergängen, so beispielsweise, neben dem abgebildeten der Doppelübergang bei Osogna. ten Fahrbahn ist eine gepflasterte entstanden. Radikal verändert hat sich auch das Bild in der unterhalb Airolo gelegenen Stolvedroschlucht Der erste Tunnel wurde erweitert Sieh« Nr. 44, Abb. 11. In der Piottinaschlucht durch einen Durchstich ausgemerzte S-Kurve. Abb. 13. Die-alte einspurige Brennobrücke oberhalb Biaoca. Abb. 14. Die neue, 6 m breite Brennobrücke mit beidseitigem Fussgängerstreifen. Nachbarn um den internationalen Autotouristenstrom, wobei nicht zuletzt die eigene Aktivität auf dem Gebiet des Alpenstrassenbaues in die Waagschale geworfen wird, lässt die für den. Ausbau der Gotthardstrasse aufgewandten und noch aufzuwendenden Mittel, als äusserst wirtschaftliche Kapitalanlage erscheinen, ganz abgesehen von den damit