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E_1939_Zeitung_Nr.073

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BERN, Dienstag, 12. September 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 73 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEIT' Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsitffere: ABONNEMENTS-PREISE: Angabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, jahrlich Fr. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlieh abonniert. Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.5U. Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.75. Das Sonntagsfahrverbot ersteht wieder — Neuregelung der Brennstoffrationierung bringt für den privaten Personenwagen einen weitern Abbau der behördlich bewilligten Benzinmengen. Nachdem das eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement als vorbereitende Massnahme zu einer allgemeinen Benzinrationierung bereits am 28. August 1939 eine provisorische Rationierung in Kraft gesetzt hat, hat der Bundesrat \n seiner Sitzung vom 8. September eine weitere Einschränkung des Zivilverkehrs und namentlich des Luxusverkehrs verlügt, indem er eine Einschränkung des Motorfahrzeugverkehrs an Sonn- und Feiertagen erlassen hat. Nach diesem Bundesratsbeschluss ist der Verkehr mit Motorfahrzeugen und Motorbooten an Sonn- und allgemeinen Feiertagen von 0—24 Uhr verboten. Von dem Verbot sind ausgenommen: a) Der Motorfahrzeug- und Motorbootverkehr der Armee, der öffentlichen Transportanstalten, der Inhaber der Konzession A und der Postautohalter für Kursund Pflichttahrten und der Angehörigen des diplomatischen Korps; b) unaufschiebbare Dienstfahrten der öffentlichen Verwaltung .und Betriebe, der. Medizinalpersonen und Krankenanstalten für Notfälle, sowie Lebensmitteltransporte und Taxameterfahrten im Lokalrayon. Widerhandlungen gegen diesen Beschluss werden mit Busse bis zu 100 Fr. bestraft. Mit dem Vollzuge dieses Beschlusses sind die Kantone beauftragt worden. Am 8. September hat der Bundesrat den hier wiedergegebenen Beschluss gefasst und unverzüglich in Kraft gesetzt. So liegt denn der erste autofreie Sonntag bereits hinter uns. Wie viele weitere ihm noch folgen werden ? Wir wissen es nicht, so wenig wie die Behörden selbst, aber das wissen wir, dass sich die schweizerischen Automobilisten soweit nicht die Armee Hand auf ihre Wagen gelegt, willig ins Unvermeidliche geschickt und dem Gebot der Stunde ohne Groll im Herzen untergeordnet haben. Ganz leicht mag das « Stillesitzen » vielleicht nicht überall gefallen sein, denn als hätte der Sommer wieder gutmachen wollen, was er bisher versäumt, bescherte er uns einen in milder Heiterkeit erstrahlenden Tag, der in die Ferne lockte. Auf den Strassen aber war das Motorengeräusch fast völlig verstummt. Hin und wieder ein Autobus, ein Taxi, ein Lieferwagen, oder ein Auto mit einem Feldgrauen am Steuer, der seine Familie spazieren führte — darin erschöpfte sich der motorische Verkehr. Um so höher stand das Velo im Kurs und die Städte erlebten einen Massenexodus von Radfahrern, wobei sich auch prompt die ersten Anzeichen einer Lockerung der Disziplin einstellten, genau wie bei den Fussgängern. Erscheint Jeden Dienstag und Freitag WSchentHche Beilage „Auto - Magazin". Monatlich 1 mal 10.-. „Gelbe Liste" REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse : Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich : Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 Strassenverkehr im Zeichen der Kriegswirtschaft ^ieTThtai Plötzlich war sie wieder da, jene Gattung von Zeitgenossen — und -genossinnen, die mitten auf der Fahrbahn, wenn möglich noch gar an einer Kreuzung, ihre traute Plauderstunde abhielten. Schon jetzt will einem das Gefühl beschleichen, als leiste die aus wehrwirtschaftlichem Zwang geborene Einschränkung des Autofahrbetriebes bei den übrigen Strassenbenützern der Auffassung Vorschub, sie seien nunmehr wieder die Herren der Strasse. Die Gefahr einer gewissen Aushöhlung der mühsam genug erworbenen Elementarbegriffe der Verkehrsdisziplin liegt nahe und 'es wird aller Anstrengungen bedürfen, um dem Einreissen einer laxen Verkehrsmoral einen Riegel zu schieben und das, was behördliche und private Initiative in jahrelanger Arbeit auf diesem Gebiet geschaffen, vor Verwässerung und Abstumpfung zu bewahren. Es konnte nicht ausbleiben — und die Schilderungen der Tagespfesse bestätigen es — dass der vergangene 10. September Reminiszenzen an den berühmten 5. Juli 1936 erweckte; So sehr sich die beiden Tage in ihrem äussern Bild auch glichen, so himmelweit liegen die Beweggründe auseinander, welche dort und hier zur Stillegung des sonntäglichen Verkehrs geführt haben. Damals handelte es sich um eine Selbsthilfeaktion der Motorfahrzeugbesitzer gegen die Fiskalschraube ohne Ende — heute dagegen um eine von der Regierung selbst anbefohlene Massnahme, wozu sie die Pflicht zum Schutz unserer höchsten demokratischen Güter gezwungen hat : der Freiheit und Unabhängigkeit des Landes. In den von wahrhaft tragischen Geschehen erfüllten Zeiten, welche über die Welt hereingebrochen sind und in deren Folge auch die Schweiz zu den Waffpn PTfiifen nrnsst«. um ihrpi Staatsmairime mmmmmmmmmmmmmm Die leichten, beweglichen Auch die Sanitätstruppe b edient sich des Automobils. Motor-Artillerie, gegen Fliegersicht getarnt. Motorradfahrer-Formationen finden in der Armee vielseitige Verwendung. In dieser Nummer: Keine Hand darf ruhen. Was haben Sie hei der Verdunkelung zu tun? Trolleyhus und Autobus. Oskar Zwahlen f. Auto-Magazin. Beilage: Weltgeschehen. Motorlastwagen-Kolonne im Gelände. Eine Infanteriekanone wird abgeprotzt und in Stellung gebracht.