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E_1939_Zeitung_Nr.076

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BERN, Dienstag, 3. Oktober 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 76 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEIT Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verk eressen AB ONNEMENTS-PREISE: Aufgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.—, Jährlich Fr. 10.—. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert. Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.5U. Ausgabe C (mit InsassenversicherunpO vierteljahrlich Fr. 7.75. Sparen, sparen...! Eine Handvoll Ratschläge, wie man In der heutigen Zeit wirtschaftlich fährt Die derzeitige europäische Lage hat, wenn die Schweiz auch neutral inmitten des Ringens grosser Völker steht, unsere Wirtschaft mitbetroffen. Neben der Mobilmachung unserer Armee, dazu angeordnet, um gegebenenfalls unsere Neutralität auch verteidigen zu können, sind zahlreich© wirtschaftliche Massnahmen notwendig geworden, die zum Teil recht tief in das Erwerbs- und auch in das Privatleben eingreifen. Wenn auch jeder vernünftige Mensch hofft, dass der Krieg von möglichst kurzer Dauer sein möge, so muss eine verantwortungsbewusste Staatsführung rechtzeitig ihre Vorkehrungen treffen, um auch bei einer langen Dauer des Konfliktes die Versorgung des Landes sicherzustellen. Auf diese der Landesregierung auferlegte Aufgabe ist auch die Einschränkung der Brennstoffabgabe und das Sonntagsfahrverbot zurückzuführen. Der Einzeln© dient seinem Lande am besten, wenn er sich seiner Pflicht bewusst bleibt, gerade mit jenen Rohstoffen und Waren recht sparsam umzugehen, über die die Schweiz nicht verfügt, die sie also einführen muss. Das gilt in der Verkehrswirtschaft vor allem für Brennstoffe, Oele und Reifen. Der Wagenhalter hat es dabei in der Hand, mit diesen Stoffen möglichst wirtschaftlich und sparsam umzugehen. Soweit der Treibstoff in Frage steht, handelt es sich darum, dafür zu sorgen, dass mit den zugeteilten Mengen eine möglichst grosse Fahrstreck© zurückgelegt werden kann. Massgebcnd für die wirtschaftliche Ausnützung des Brennstoffes sind dabei Fahrweise, richtige Betriebsvoraussetzungen und der Zustand des Fahrzeuges. Die manchmal im Handel angepriesenen Spartabletten und ähnlichen Unsinn soM man nicht verwenden, da sie nichts taugen. Hingegen kann es nicht schaden, Benzolgemische statt reinem Benzin zu fahren, da jene etwas ergiebiger sind. Leistung kostet immer auch Brennstoff, denn der Motor braucht um so mehr Nahrung, je mehr Pferdekräfte er entwickeln muss. Oberster Grundsatz wirtschaftlicher Fahrweise ist es daher, ein vernünftiges Tempo zu fahren. Die günstigsten Verbrauchsziffern erreicht ein Motor erfahrungsgemäss bei einem Fahrtempo zwischen 50 und 70 St./km. Vor allem das Schnellfahren Ist unbedingt zu vermeiden. denn mit steigender Geschwindigkeit steigt der Verbrauch ganz enorm. Das gilt aber Erscheint Jaden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal -Gtlbe litte** REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Posteheck III414 • Telegramm-Adresse : Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürleh: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 nicht nur für den grossen Gang, vielmehr soll man auch in den kleinen Getriebgängen entsprechend langsam fahren und es vermeiden, beim Anfahren jeden Gang bis zur Spitzengeschwindigkeit auszufahren. Dann ist es sehr wichtig, dass man «zügig» fährt, das Gaspedal möglichst weich und gleichmassig bedient. Man soll nie plötzlich Gas geben, insbesondere nicht, wenn der Motor einen Pumpenvergaser hat. Die Beschleunigerpumpe spritzt nämlich beim jähen Durchtreten des Gasfusshebels immer einige Kubikzentimeter Brennstoff aus, die zur Gemischanreicherung dienen, um das Beschleunigungsvermögen plötzlich zu verbessern. Aber « forsch > wollen wir ja gar nicht fahren, sondern wirtschaftlich ! Ebenso gebietet es die Pflicht zur Sparsamkeit, möglichst wenig von den Bremsen Gebrauch zu machen, da jedes jähe Abbremsen unbedingt wieder zu plötzlichem Gasgeben zwingt. Vielmehr überlässt man dem Motor durch rechtzeitiges Gaswegnehmen die Bremsarbeit. Einen eventuell vorhandenen Freilauf nutzen Sie selbstredend aus. Nur dürfen Sie .ihn, ;dßjr hohen Gefahr und der übermässigen Bremsenbean-- cKeute iesoudecs aktuell: Die Haftpflichtversicherung requirierter Motorfahrzeuge Ein Beschluss der Unfalldirektoreu-Konferenz. — Entgegenkommen der Versicherungsgesellschaften bezüglich der Gewährung von Sistierungsrabatten Aus Art. 15, Abs. 2, der Verordnung über die Requisition und Einschätzung der Motorfahrzeuge vom 3. März 1939 und einer Mitteilung des Armeestabes an das Präsidium der Konferenz geht hervor; 1. Für eingeschätzte Motorfahrzeuge übernimmt der Bund die Haftung für olle durch den Betrieb des Fahrzeuges entstehenden Schäden. 2. Für Ablieferungsfahrten zum Mobilmachungsplatz und zurück gilt die Haftpflichtversicherung des Zivilhalters, es sei denn, die Verkehrsbewilligung sei im Moment der Requisition nicht gelöst gewesen, in welchem Falle die fragliche Haftung ebenfalls vom Bund' getragen würde. 3. Für uneingeschätzte Motorfahrzeuge, die nur vorübergebend gegen ein festes Mietgeld in für 3 aufeinanderfolgende volle Monate, etc.). Im Hinblick auf die Unfreiwilligkeit, die zur Sistierung den Grund gibt, und mit Rückscht auf die weitern besonderen Umstände der Ausssrkraftsetzung sind jedoch die Gesellschaften bereit, bei mindestens einmonatiger Dauer der durch milispruchung wegen nicht in st; eingeschaltet lassen. Verfügt der Vergaser über ei% S] richtung, dann versteht es sich %on dass si© — natürlich nur bei anrawlrmten Motor — eingeschaltet wird. Eine^robe Unsitte, die sehr viel Brennstoff kostlL is " mit eingeschalteter StartvorrichtuI|^Bzw. Choke zu fahren. Die Startvorrichtu% dient nur dazu, um das Anspringen zu erleichtern, sie muss aber sofort ausgeschaltet werden, wenn der Motor läuft. (Uebrigens zieht das Fahren mit eingeschalteter Startvorrichtung noch ein. weiteres Übel nach sich. Der Brennstoffüberfluss führt dazu, dass die Zylinderwandungen von Schmierstoff abgewaschen werden, ausserdem verschlechtern unverbrannt in das Kurbelgehäuse abfliessende Brennstoffteilchen durch Verdünnung das Schmieröl. Und Oel haben wir auch nicht übermässig viel !) Erweist es sich aus irgend einem Grund als notwendig anzuhalten, so stelle man den Motor ab (z. B. an Bahnübergängen bei geschlossener Bahnschranke, bei einer Verkehrsverstopfung usw.). Bei einem Plausch mit Freunden den Motor laufen zu lassen, bedeutet Benzinverschwendung. Wirtschaftlich arbeitet ein Motor naturlich nur dann, wenn die Betriebsvoraussetzungen richtig sind. Dazu gehört vor allem, dass-die Maschine ihre günstigste Betriebstemperatur besitzt, Dienst gestellt werden, geht die Haftpflicht ausschließlich zu Lasten des Zivilhalters. II. Entscheidend für das Schicksal der privaten Haftpflichtversicherung bei Uebernahme des Wagens durch den Bund ist also die Frage, ob das Motorfahrzeug durch die Militärbehörde eingeschätzt worden ist oder nicht. Im Falle der Uebernahme o h n e Einschätzung benötigt der Zivilhalter seine Versicherung nach wie vor. Irgend eine Aenderung an der Deckung hat in diesem Fall somit nicht einzutreten. Eine Deklarationspflicht gegenüber 6einer Gesellschaft echaft besteht für den Versicherungsnehmer nicht. Wird das Motorfahrzeug dagegen mit der Uebernahme durch den Bund eingeschätzt, so wird für den Zmlhalter die Deekung aus seiner privaten Haftpflichtversicherung entbehrlich. Nur ege im Kanton Bern, m das Sonntagsfahrverbot. Von den Zündkerzen. Beilage: DIEKLELNE REVUE für diesen Fall der eigentli chen B. e « Ja, wenn nur alles schon vorüber wäre. » Sie schweigen, und jedes hängt seinen eigenen Gedanken nach. Wir haben eine Hütte und einen Garten, wir haben auch noch ein grosses Stück Wald. Hier baue ich einen Stall aus Stein — und vielleicht wird einmal in diesem Stall eine Ziege stehen. Es wäre gut, wenn wir die Ziege hätten, ehe das Kind kommt, denkt der Sepp und macht ein sorgenvolles Gesicht. Die Frau hält die Hände im Schoss verschlungen und blickt vor sich nieder. Da sitze ich und kann nichts tun als warten, während der Sepp sich schindet und plagt. Zu aller Arbeit hat er noch Sorgen. Er will es mir nicht gestehen, aber ich weiss es doch. Das Geld, das er für das Holz bekam, ist nahezu verbraucht. Jetzt baut er einen Stall und weiss noch nicht, woher er das Geld für die Ziege nehmen soll. Und wer weiss, wie viel es noch kostet, bis das Kind zur Welt kommt. Woher sollen wir das Geld nur nehmen ? — Warum machen Kinder den Eltern schon Sorgen, ehe sie da sind ? — So denkt Lisbeth. Sie wendet sich zu ihrem Mann und sagt: « Sepp ! » «Ja, Lisbeth?> « Du hast noch mehr Sorgen als früher, und sie werden nicht kleiner werden, wenn das Kind da ist. Woher willst du das Geld für die Ziege nehmen ? — Unser Leben kostet gewiss nicht viel, aber das Wenige, das wir brauchen, muss doch auch irgendwoher kommen. Ich kann mir nicht denken, wie du das alles machen willst.» Der Sepp prüft die untere Fläche seines Hammers, als sei dieser von solcher Wichtigkeit, dass er keine Zeit findet, auf die Frage der Frau Antwort zu geben. «Er hat hier an der Eck© einen kleinen Riss», sagt er. «Bald wird ein grosses Stück herausspringen! » Er dreht und wendet den Hammer hin und her und ist ganz vertieft in diese Arbeit. Die Frau wendet keinen Blick von seinem Gesicht. Nach einiger Zeit sagt sie : « Du gibst mir keine Antwort auf meine Frage. Bin ich nicht deine Frau, oder bin ich so schwach, dass ich nicht einen Teil deiner Sorgen mittragen kann ? » Sie sagt es leise, und doch klingt eine leise Bitterkeit durch ihre Stimme. « Jetzt bist du gekränkt!» fährt der Mann auf. « Weiss Gott, woher ich das Geld nehme ! Ich habe mir alle die Wochen den Kopf darüber zerbrochen und doch keinen Ausweg gefunden. Was hat es aber für einen Sinn, wenn wir die Köpfe hängen lassen ? — Es ist für dich auch nicht gut, wenn du dich jetzt zu sehr sorgst. Denke an das Kind ! Es musste schon so vieles gehen, es wird auch dieses Mal alles in Ordnung kommen.» « Vielleicht wird es gehen ! » Di© Frau schüttelt den Kopf. «Ist es nicht besser,