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E_1939_Zeitung_Nr.087

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BERN, Dienstag, 19. Dezember 1939 Nummer 20 Cts. 35. Jahrgang — No 87 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und ABONNEME N TS- P RE ISE: Augab« A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. 10 Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.75 AI 1. Jantuvt 1940 t Zweite Benzinrationierungsperiode Leichte Aenderung in der Mengenzuteilung, bedingt durch die Notwendigkeit der Auffüllung der grossen Lager — Dauer der Rationierungsperiode: bis 29. Februar 1940 — Bezug der neuen Rationierungsscheine im Lauf der nächsten Woche, nach Massgabe der Weisungen der kantonalen Automobilkontrollen. Wie zum voraus feststand, läuft die erste Periode der definitiven Benzitirationierung, die am 15. November 1939 begonnen hatte, mit Ende dieses Jahres aus : der 1. Januar .1940 bedeutet zugleich auch den Anfang eines neuen, zweiten Abschnittes der endgültigen Treibstoffrationierung, dessen Dauer bis zum 29. Februar 1940 bemessen ist. Dabei besteht die Abweichung vom bisher geltenden Regime aber lediglich in einer teilweisen Modifizierung der Mengenzuteilung, wie sie in den nachstehenden Litertab eilen zum Ausdruck gelangt. Tiefgreifende, einschneidende Umgestaltungen stehen danach nicht bevor, wohl aber erhalten einzelne der untern Dringlichkeitskategorien etwas mehr bewilligt, währenddem die obern eine allerdings nur leichte Kürzung hinnehmen müssen. Der Grund dafüt liegt einerseits in der Tatsache,- -dass- Januar und Februar als wirtschaftlich ruhige Monate angesprochen werden dürfen,, während deren auch der Puls des motorisierten Strassenverkehrs gedämpfter zu gehen pflegt und dass für. die Kategorien A, B und C nach wie vor die Möglichkeit der Gewährung von Zusatzkontmgenten gegeben ist, anderseits m der zwingenden Notwendigkeit, die grossen Tanks aufzufüllen. Dagegen beabsichtigen die massgebenden Behörden nach wie vor, die Rationierung im Frühjahr mit dem Wiedererwachen des Strassenverkehrs zu lockern, sofern die taportlage eine solche Massnahme gestattet Alle übrigen Vorschriften, welche die Brennstoffrationierung beschlagen und die sich zusammengefasst finden in der Verfügung Nr. 2 des Eidg. Volkswirtschaftsdeparternentes vom 15. November 1939 bleiben dagegen selbst- ' redend unverändert in Kraft, in erster Linie also der Grundsatz, dass die Abgabe nur gegen Ausweis erfolgt, sodann auch die Bestimmungen über die Versetzung in eine andere Kategorie und das Rekursrecht, über die Rationierungsscheine (deren Gültigkeit jeweilen auf die Dauer der einzelnen Rationierungsperioden beschränkt ist), ferner über die Regelung bei Halterwechsel usw. sowie die Strafbestimmungen, denn dieser Erlass bildet ja die rechtliche Grundlage des ganzen Rationierungssystems, dessen praktische Durchführung sich um so leichter und reibungsloser gestalten wird, je besser der Apparat einmal eingespielt ist. Erscheint Jeden Dienstag REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breitenndnstr. 97, Bern Telephon 28.222 • Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: L'ftwenstrasse 51, Telephon 39.743 von Kraft und Wärme erfolgte, inskünftig den Kantonen übertragen werden soll. In diesem Fall stünde ihnen dann das freie Verfügimigsrecht über ein bestimmtes Zusatzkontingent zu, bei dessen Verteilung sie selbständig und nach eigenem Ermessen schalten und walten könnten. Wann können neue Rationierungsscheine bezogen werden? In den gleichen Farben wie bisher ausgeführt — grün für Personenwagen, rot für die Lieferwagen und gelb für die Motorräder — Immerhin: Eine Verschiebung in der bisherigen Verteilung der Kompetenzen tritt möglicherweise schon in nächster Zeit ein. gelangen die Rationierungsscheine dieser Noch vor Ende des laufenden Jahres nämlich wird der Entscheid darüber fallen, ob, der Woche im Besitz der kantonalen Motor- Tage zum Versand, so dass sie bis Ende wie es Art. 7 der Verfügung vorsieht, fahrzeugkontrollen sind. Diese bestimmen die Erteilung von zusätzlichen Rationierungsscheinen, welche bisher durch die Sektion neuen Ausweise bezogen werden dann darüber, von welchem Zeitpunkt an die können. Litertafeln. 2. Rationiemngsperiode: /. Janaar bis 29. Februar 1940. JletsoHenutaqen Dringlich- QnMtI> Moterenleistune Mtutr-PS) • "ilr»!' 0 " tat« Motorenl.Utung (Steuer-PS): Liter Benzin A 1 210 320 370 A 1 250 370 495 2 180 270 320 2 220 320 430 3 160 240 280 3 180 270 350 4 140 210 240 4 130 130 250 5 120 180 220 5 90 130 170 6 100 150 180 6 70 110 130 7 90 130 160 7 45 70 80 8 60 90 110 B 1 180 270 350 B 1 140 210 240 2 130 190 250 2 100 150 180 3 90 130 170 3 80 120 140 4 70- HO 130 G 1 100 150 180 5 45 70 80 2 60 90 HO C 1 130 190 250 D l — 45 70 80 2 90 130 170 3 45 110 130 4 70 70 80 Die Gefahren des Strassenverkehrs im Jahre 1938 Jxote, aitem — mit [ahten lald miedet in, tutsew S&iwint&t Die zuerst herauskommenden Ergebnässe seiner jährlichen Verkehrsunfallstatistik veröffentlicht das Eidg. Statistische Amt jeweilen in der vom Volkswirtschaftsdepartement herausgegebenen « Volkswirtschaft», um die weiteren Resultate ein .paar Monate später im Statistischen Jahrbuch der Schweiz darzustellen. Diesmal haben wir in Nr. 53 vom 30. Juni über den ersten Abschnitt der Zahlen für 1938 berichtet; vor kurzem ist nun auch das Jahrbuch erschienen, und es rechtfertigt sich, unsern Lesern auch aus diesem "einiges über die damaligen Unfälle vor Augen zu führen. Denn die Verkehrsunfallstadenn zahlreiche Hotels unseres Landes halten eich zum Empfang ihrer Gäste bereit, Bergbahnen, Skilifts und Ski-Funi haben die Aufnahme des Betriebs angekündigt. Und wann hätten wir Ausspannung in der befreienden Wintersonne nötiger gehabt als gerade jetzt? Lit>r BeniiB mmmm Gross- und Mittelstädte Kleinstädte Ländliche Gemeinden 6 470 551 4 506 764 10 976 1315 INSERTIONS-PREIS Di* aehtgespaKene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Hp. Grässere Inserate nach Spezialtarif Inseralenscbluss 4 Tage vor Erscheinen der Nummer TABELLE 1: Unfälle nach Gemeindegrösse 1938 ) 5 036 888 Nie hat die « Automobil-ReTue » dem Automobilisten grössere Dienste geleistet als in den letzten Wochen und Monaten. Sie hat ihren ganzen Einfluss und ihr ganzes Prestige für die Interessen der Automobilfahrer eingesetzt. Sie verdient deshalb, dass Sie ihr auch im Jahre 1940 die Treue halten. tistik bringt doch in manches Rätsel des Strassenverkehrs Licht; anderswo bestätigt sie in aufschlussreicher Weise Vorstellungen von den Gefahren der Strasse, die wir auch ohne zahlenmässige Grundlagen besitzen; sie beleuchtet gelegentlich auch nicht so sehr das Verhalten der Verkehrsteilnehmer, als vielmehr die Einstellung der Behörden zum Problem der Verkehrssicherheit, und sogar über die Rechtsprechung in dieser schwierigen Materie vermöchte sie uns wertvolle Erkenntnisse zu liefern, wenn nur die in dem riesigen « Urmaterial > der Zehntausende von Polizeiberichten, auf denen sie selbst beruht, verborgenen Schätze einmal ganz gehoben und auf ihre tiefsten Geheimnisse verarbeitet würden. Es ist allgemein bekannt, dass die Verkehrsunfälle auf dem offenen Lande Im allgemeinen schwerer sind als in den geschlossenen Siedelungen, vor allem also in den eigentlichen Städten, aus dem einfachen Grunde, weil auf der Ländstrasse weitaus höhere Geschwindigkeiten vorkommen und diese die Tragweite eines Unfalles, meist entscheidend mitbestimmen. Diese Zusammenhänge Keigt klar unsere Tabelle 1. Nicht nur vermindert sich, wenn wir die Zahlenspalten dieser Aufstellung von oben nach unten lesen, von den grossen Bevölkerungs- und Verkehrszentren zu den ländlichen Gemeinden der Anteil mit blassem Sachschaden ausgehenden Unfälle (was einem Anwachsen der Unfälle mit Personenschaden entspricht); der Sachschaden selber steigt in ebenfalls eindeutiger Weise an und beträgt auf dem Lande im Mittel mehr als das Doppelte ala in den Grossstädten. Dies ist ohne weiteres begreiflich, da eine Karambolage zweier mit verhältnismässig niedriger Geschwindigkeit dahinrollender Fahrzeuge für diese weniger nachteilig auszugehen pflegt als ein wuchtiger Zusammenstoss auf der offenen Landstraese mit grosser gegenseitiger Geschwindigkeit der beiden beteiligten Vehikel. Aber auch die Zahl der auf hundert Unfälle Schaden nehmenden Personen entwickelt sich fühlbar in gleicher Richtung, und wenn schliesslich von den überhaupt verunfallten Personen in den Grossstädten rund zwei pro Hundert, auf dem Lande aber sieben ihr Leben lassen müssen, so spricht dies deutlich genug für die durchschnittliche Tragweite eines ländlichen Unfalles. Aehnliche Vergleiche lassen sich nach den vom Eidgenössischen Statistischen Amt veröffentlichten Zahlen auch für die zwei Gruppen von Unfallschauplätzen anstellen, die wir mit den Bezeichnungen «innerorts» und «ausserorts» unterscheiden, doch zwingt uns der Platzmangel zum Verzicht auf eine solche Untersuchung. Dagegen sei festgestellt, dass nach den Angabendes Jahrbuches die 112 35 Gemeindegruppen Anteil der Sach- Unfalle mit schaden blossem je Unfall Sachschaden in am Total Franken in Prozent 59,0 41,8 164 228 Verunfallte Getötete Personen auf 100 auf 100 Un- verunfallte fälle mit Per- Personen sonenschaden 3 846 5 452 9 298 6 906 487 41,4 381 127 7,1 Schweiz Total 10 867 10 722 21589 12 830 634 50,3 261 120 4,9 *) Sämtliche Prozentzahlen dieser wie der übrigen Tabellen dieser Arbeit sind mit dem Schieber gerechnet und können daher von den genauen Zahlen um ein geringes abweichen. Mit Rücksicht darauf, dass die Einzelheiten über die Brennstoffzuteilung, wie sie für die zweite, am 1. Januar 1940 beginnende Rationierungsperiode vorgesehen ist, erst heute bekanntgegeben werden konnten, erscheint die vorliegende Unfälle nur mit mit Sach- Personen. schaden schaden Total Gefährlichkeit der Verkehrsunfälle in den verschiedenen einzeln aufgeführten Grossund Mittelstädten der Schweiz von auffälliger Konstanz ist. So schwankt beispielsweise bei den zehn grossten Städten die Zahl der auf hundert Unfälle mit verletzten Personen entfallenden Verletzten selbst nur zwischen 109 und 120. Grösser scheinen die Unterschiede in der Schwere dieser Verletzungen zu sein; denn während etwa in Luzern von hundert verunfallten Personen nur 1,2 den Tod erleiden, sind es I in Zürich 2,4, in Lausanne 3,4 und in La Chauxveruniallte Personen im davon ganzen getötet Nummer mit 24stündiger Verspätung. 112 116 2,2 4,0