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E_1940_Zeitung_Nr.020

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BERN, Dienstag, 14. Mai 1940 Nummer 20 Cts. 36. Jahrgang — No 20 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. IC- Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.75 Erscheint jeden Dienstag REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breltenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevu«, B«rn Geschäftsstelle Zürich:, Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 INSERTIONS-PREIS DU achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grßssere Inserate nach Spezialtarif Imeratenschluss 4 Tage vor Erseheinen der Nnmmer Jxotz allem — die AIACR hat in Bern getagt Der Eintritt des Völkerringens in seine entscheidende Phase — gekennzeichnet durch das Erwachen der Kriegishandlungen an der Westfront — und die Anordnung der Generalmobilmachung in der Schweiz haben die Abhaltung des auf die Pflingsttage angesagten Kongresses der AIACR, des Int. Verbandes anerkannter Automobilclubs, nicht zu verhindern vermocht. Allerdings schmolz das ursprüngliche Programm infolge der Streichung der gesellschaftlichen Anlässe bis auf einen erheblich zusammen und die Dauer der Tagung erstreckte sich anstatt wie vorgesehen auf drei, nur noch auf zwei Tage. Bei der Entwicklung der weltpolitischen Ereignisse sahen sich, wie nicht anders zu erwarten, zahlreiche Delegierte ausserstande, der Einladung nach der schweizerischen Bundesstadt zu folgen. Von Deutschland abgesehen, dessen Abordnung bis zur letzten Stunde nicht bekanntgegeben worden war, mussten natürlich die Holländer, die Belgier, die Vereinigten Staaten, Monaco, England und Rumänien dem Kongress fernbleiben. Wohl traien die französische und die ungarische Delegation ein, jedoch erheblich dezimiert. Und auch "die fünf Vertreter der Schweiz fanden sich nicht vollzählig ein. So konnte der AGS, in dessen Händen die Organisation der Veranstaltung Jag, bloss folgende 18 Delegierte empfangen : Spanien: Qil de Reboleno, F. Manzanares; Frankreich (und AIACR) : Vicomte de. Rohan; Ungarn: Dr. E. Landauer; Italien: Graf Albert Bonaeossa, Senator Attilio Pozzo, Gr. Uff. Ing. A. Magnani, Comrn. G. Furmanik; Portugal: Dr. de Gusmao Madeira; Schweiz: Dr. E. Mende, L. Devaud, Prof. Steinmann, Dir. Primault; Türkei: Rechid Saffet Atabinen, Mecdet Alkin; Jugoslawien: Dr. Yankovitch, Baron de Born; AIACR: Vicomte de Rohan, Oberst Peron. Ein fataler Zufall wollte es, dass übrigens gerade die Präsidenten der drei Kommissionen fehlten, aber der Zentralpräsident des ACS, Herr Dr. Mende, rettete die Situation, indem er sich bereit erklärte, die Verhandhingen sowohl der Touristik-Kommission, worin er übrigens als Vizepräsident amtet, als auch der Verkehrs- und Zollkommission zu leiten. Was die Sportkommission anbelangt, so war von deren Mitgliedern einzig der Italiener Ing. Furmanik zur Stelle; unter diesen Umständen fiel natürlich eine Sitzung attsser Betracht. Der neuen Lage Rechnung tragend, veröffentlichte der ACS am Samstag ein abgeändertes Kongressprogramm, das für den 11. Mai die Sitzungen der beiden Kommissionen und das von Dr. Mende offerierte Diner, für den Sonntag die Zusammenkunft des Ausschusses und die Generalversammlung der AIACR vorsah. Ueber die von den Kommissionen, dem Vorstand und der Generalversammlung geleistete Arbeit legen die vom ACS herausgegebenen Gommuniques Rechenschaft ab, deren Inhalt im Nachstehenden auszugsweise veröffentlicht sei: INT. TOURISTIKKOMMISSION Unter den zahlreichen den internationalen Autolourismus berührenden Fragen, welche zur Diskussion standen, seien erwähnt: die Garantie der Clubs bei Materialschäden, die Strassen mit Vortrittsrecht, die Darstellung von Verkehrsvorschriften auf der Strasse, die Beantwortung der Ueberholungssignale, der Kampf gegen den Lärm und die Erhöhung der Verkehrssicherheit, die Vereinfachung der Korrespondenz zwischen den Clubs in Fällen, welche Auslandsmitglieder betreffen, die Vereinbarungen mit Bergbahnen in Gegenden, die für das Automobil nicht zugänglich sind, die Vereinheitlichung der Signale für Schneekettenposten und für vereiste Strassen usw. Im weiteren befasste sich die Kommission mit dem Studium der Mittel zur Erleichterung der internationalen Touristik, wobei sie den Clubs emp- fiehlt, hei ihren Regierungen Schritte zur" Beseitigung übertriebener Formalitäten usw. zu unternehmen. Schliesslich rief die Frage der internationalen Strassensignalisation einer ausserordentlich interessanten und fruchtbringenden Debatte. INT. VERKEHRS- UND ZOLLKOMMISSION Unter dem Vorsitz von Dr. Mende (Schweiz) erteilte die Kommission dem Protokoll der Sitzung vom 1. Juni 1939 in Washington ihre Genehmigung. Die Behandlung dieses Geschäftes gab Anlass zu einem Meinungsaustausch über die Beseitigung des Triptyks und dessen Ersetzung durch das Grenzpassierscheinheft, ferner über die vorübergehende Einfuhr des in den Anhängern an Tourenwagen untergebrachten Materials, über die Fristen für Zolldokumente, die Frage der Richtungszeiger, die Schaffung einer Einrichtung für die Vermeidung der Elend Wirkung der Stirnlichter von Ueberlandbahnen, die Konfiszierung von Fahrzeugen durch Zoll- oder Polizeibehörden, die Verkehrskontrollen Usw. Im weiteren genehmigte die Kommission die inzwischen ergriffenen Massnahmen bezüglich der Triptyks und Garnets für die Slowakei und diskutierte die Ausfüllung von Carnets vermittels mechanischer Einrichtungen, eine Angelegenheit, die weiter verfolgt werden soll. (Fortsetzung Seite 2.) Wenn sich heute unsere zukünftigen Offiziere der Flieger- und Flab-Truppen bis zur Inspektion emporgearbeitet haben, dann wissen wir, dass vor unseren Augen mutige, pfichtbewusste und entschlossene Männer stehen, denen wir unser Vertrauen schenken dürfen, die später unsere Soldaten zielbewusst und mit Sicherheit durch den Kampf führen würden. Die angehenden Offiziere, welche durch den Herrn General inspiziert wurden, sind sich dessen bewusst, was von ihnen verlangt wird und was es kostet, bis jeder seine Aufgaben zu erfüllen imstande ist. Nicht nur in militärischer, sondern auch in technischer Die Mobilmachang hat mit sich gebracht, dass der grösste Teil unseres männlichen Personals seinen Arbeitsplatz verlassen musste. Wir bitten unsere Leser deshalb um Nachsicht, wenn ihnen unser Blatt mit etwas Verspätung zugeht, zumal der Kriegsfahrplan auch seinerseits die Austragung an die Abonnenten etwas verzögert. Redaktion und Verlag. Der General inspiziert die Offiziersschüler der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen. Hinsicht — was für die Flieger- und Fliegerabwehrtruppen von grösster Wichtigkeit ist — werden unsere Aspiranten auf eine harte Probe gestellt. Und hier heisst es, klar und mit Ueberlegung arbeiten. Der moderne Krieg, dessen Taktik andere Wege geht als bisher, zeigt deutlich, wie wichtig das Flugzeug und dessen Abwehr geworden ist. Oben links: Durch körperliche Ertüchtigung werden unsere Offiziersschüler auf Ausdauer und Zähigkeit trainiert, um den Strapazen gewachsen zu sein. — Oben rechts: Der General und 0berstdivisionär Bandi (links), Waffenchef der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen, prüfen die Aufgabe, die der Beobachterchef, Oberstleutnant Zobrist (rechts), seinem Schüler erteilt. — Mitte links : Wie aus Stahl gegossen, in höchster körperlicher Konzentration, präsentieren sich die werdenden 0ffiziere ihrem General. — Unten links: Der General inspiziert mit scharfem Blick seine zukünftigen Offiziere, deren soldatische Haltung nichts zu wünschen übrig lässt. — Unten rechts: Dass unsere Fliegerwaffe mit den modernsten technischen Errungenschaften ausgerüstet ist, beweist der « Fliegende Theoriesaal » der Beobachter, den der General mit grossem Interesse besichtigt. "Die Schüler fliegen auf die vorgeschriebene Höhe, um dort ihre vielgestaltigen Aufgaben zu lösen. 1) m/1136 Sd. 2) IH/1139 Sd. 3) IU/1148 Sd. 4) HI/1145. 5) IH/.Ü33 Sd.