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Wirtschaftszeitung_28052018

Branchen &Betriebe: Hohe Kunst des Handels Seite 9/10 Geld &Geschäft: Sicher, aber nicht zinslos. Seite 17/18 Wissen &Leben: Roboter als Küchenhelfer Seite 22 DIE WIRTSCHAFT Münster |Münsterland Mit Beilage Münsters Businessgewerbepark Loddenheide www.agravis.de Aschendorf f Medien GmbH &Co. KG An der Hansalinie 1, 48163 Münster ZKZ 88690 PVST Ausgabe 4/18 www.die-wirtschaft-muensterland.de Preis: 3,50 Euro „Bürokratisches Monster“ Seit dem 25. Mai gilt europaweit eine neue Datenschutz-Grundverordnung –und die stellt auch die Unternehmen im Münsterland vor eine Belastungsprobe. Bitkom warnt vor einer Abmahnwelle. Unternehmen und Betriebe kennen sich mit komplizierten Regelwerken aus.Doch dieindiesen TageninKraft getretene EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt angesichts der Paragrafenfülle und Komplexität eine echte Herausforderung dar. Ohne fachkundigen Rat sind die Allermeisten überfordert. Und die europäischen Bürokraten machen es den Firmen beileibe nicht einfach: Der Europäische Rat hat noch Mitte April zahlreiche Korrekturen im ellenlangen Verordnungstext vorgenommen –neben zighundert Seiten Verordnungstext, Erläuterungen und Kurzbriefen zur Anwendung weitere 23 Seiten Lesestoff. Kritiker werfen der Europäischen Union vor, bei der Vereinheitlichung der DatenschutzrechtsinEuropaüber Kas d Ziel hinausgeschossen zu sein und ein bürokratisches Monster geschaffen zu haben. Tatsächlich rätseln selbst Experten an vielen Stellen der DSGVO, wie sie die Paragrafen auslegen und in der Praxis anwenden sollen. Ermessensspielräume, von denen an vielen Stellen immer wieder die Rede ist, machen die ganze Angelegenheit nicht einfacher. Über allem schwebt die Angst vor empfindlichen Bußgeldern, die angesichts einer Höhe vonbis zu 20 Millionen Euro oder von bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres enorm abschreckend wirken. In manchen Betrieben sorgt dies dafür,dass man einen beinahe zweihundertprozentigen Eifer an den Taglegt, die Datenverarbeitunginallen Facetten auf die neue Verordnung abzustimmen. Im Münsterland ist die Sorge in den Unternehmen groß, dass Abmahn-Kanzleien nur noch den Stichtag 25. Mai 2018 abgewartet haben, um dann ihre Attacken zu starten. Sie könnten die Rechtsunsicherheit ausnutzen, die die neue Verordnung in der Wirtschaft verursacht, und mit Abmahnungen Geld eintreiben. Rebekka Weiß, Referentin für Datenschutz und Verbraucherrecht beim Branchenverband Bitkom, warnt voreiner Abmahnwelle. ►Fortsetzung auf Seite 2 EDITORIAL Angemessen? Inzwischen ist das laute Aufstöhnen der Betriebe unter der DSGVO-Last bei der Kanzlerin angekommen. Manches in der EU-Datenschutz-Grundverordnung sei „wirklich eine Überforderung“, sagte Angela Merkel kürzlich mit Blick auf die Wirtschaft. In manchen Ländern, wie etwa Österreich, werde die EU-Vorschrift anders umgesetzt als in Deutschland. Man gewinnt aktuell tatsächlich den Eindruck, als spiele Deutschland imReigen der EU- Länder beim Datenschutz den Musterknaben. Bitte nicht falsch verstehen: Der Schutz personenbezogener Daten –ob von Mitarbeiter, Kunde oder Lieferant –und ein gesicherter Umgang damit machen allemal Sinn. Doch wer sich Satz für Satz durch die EU-Datenschutz- Grundverordnung arbeitet, stößt nicht nur an Verständnisgrenzen. Ist all das, was dort verlangt wird, im Tagesgeschäft überhaupt umsetzbar? Manche Dokumentations- und Informationsvorschrift erscheinen geradezu unsinnig. Datenschutzmanagement nach den Regeln der EU verschlingt Zeit und Ressourcen. Ganz offensichtlich wollten die Verantwortlichen Facebook, Google und Co. stärker an die Kette legen. Vergessen haben sie dabei die kleinen und mittleren Unternehmen, Ehrenamtliche und Vereine sowieso, aber auch Firmen, die sehr große Datenmengen brauchen, um zu forschen und zu entwickeln. wk Ein kleiner Dämpfer Der starke Euro bremst den Export und damit das Wirtschaftswachstum. Bei uns ist Ihr Vertrauen gut angelegt Gebremst vom schwächelnden Außenhandel ist die Wirtschaft im ersten Quartal 2018 nur halb so stark gewachsen wie Ende vergangenen Jahres. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt in diesen Tagen mitteilte. Experten rechnennicht mit einem Ende des Aufschwungs,auchwenn das Wachstum etwas schwächer ausfiel als erwartet. „Nun ist leichtereWachstumskost angesagt – aber bislang noch keine 4 198869 003501 2 0 0 2 2 Diät“, sagte zum Beispiel VP-Bank- Chefv olkswirt Thomas Gitzel. Manche Experten sehen aber wachsende Risiken für Europas größteVolkswirtschaft, vor allem angesichts der von den USA angeheizten Handelskonfl ikte und gestiegener Ölpreise. Das BIP stieg das 15. Mal in Folge im Vergleich zum Vorquartal. „Das ist die längste Aufschwungphase seit 1991“, erklärte die Wiesbadener Behörde. Allerdings schwächelte Deutschland auch im europäischen Vergleich. Im Euroraum wuchs die Wirtschaft im ersten Quartal um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Bremsspuren hinterließ vorallem der Außenhandel. Importe und Exporte sanken im Vergleich zum Vorquartal. „Das stützt unsereEinschätzung, dass die deutsche Wirtschaft gegenwärtig unter dem starken Euro leidet, der in den zurückliegenden zwölf Monaten um neun Prozent aufw ertet wurde und die hierzulande produzierten Güter aus Sicht ausländischer Kunden verteuerte“, argumentierte Commerzbank-Chefv olkswirt Jörg Krämer. Auch vielen der 30 Dax-Konzerne verdarb der starke Euro den Start ins Jahr 2018.Insgesamt sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,5 Prozent auf zusammengerechnet rund 343 Milliarden Euro, wie aus einer Auswertungdes Beratungs- und Prüfungsunternehmen EY hervorgeht.Erstmals seit knapp fünf Jahren sanken den Statistikern zufolge auch die Konsumausgaben des Staates, zu denen unter anderem soziale Sachleistungen und Gehälter der Mitarbeiter zählen. Das dämpfte das Wirtschaftswachstum ebenfalls. dpa Wohn-/ Geschäftshaus im Schützenhof Mehrfamilienhaus in Rumphorst Wohnportfolio in Münster Wohn-/ Geschäftshaus in Emsdetten Deutschlandweit führend in der Vermittlung von Anlageimmobilien -vet rrauen Sie auf unser Expertenteam! Wir freuen uns auf Ihren Anruf! Dreifamilienhaus im Erphoviertel