ADLER Magazin 2018

ADLERMaganzin

Dolomites & Toskana

ADLER

EMOTIONS

N°3 / 2018

200 JAHRE!

Eine Familiensaga durch sieben

Generationen und die Weltgeschichte:

« DER FLUG DES ADLER »

SÜDTIROLER BARBIE

Queen Viktoria war auch ein

Fan: Seit 1830 hatte die Grödner

Puppe ihren großen Auftritt in

tausenden von Kinderzimmern

DAS GEHT RUNTER

Die Familie Sanoner produziert

ihr eigenes Olivenöl, vom Anbau

bis zur Abfüllung. Eine Hommage

an die grüne Steinfrucht

KRAUT MIT ZUCKER

Patissière Elisa Kostner schreibt

in der ADLER Lodge das

Dessert-Grundgesetz:

Geschmacklich ist alles möglich


Editorial

Von

Geschichte

und Geschichten

Eigentlich sollte das Jubiläumsbuch »Der Flug des ADLER« schon 2010 erscheinen. Pünktlich zum

200-jährigen Bestehen unseres Unternehmens, das zurückgeht auf den Kauf des Daverda-Gasthauses in

St. Ulrich am 9. Januar 1810. Fertig wurde es sieben Jahre später. Die enorme Fülle des Materials und

die Schwierigkeit, einen so langen Zeitraum lückenlos in Wort und Bild zu dokumentieren, waren die

Ursachen der Verzögerung. Doch das Warten hat sich gelohnt. Nun endlich können wir Ihnen das Werk

in dieser Ausgabe auszughaft in Wort und Bild vorstellen.

»Es war für den Autor selbst eine faszinierende Zeitreise«, schreibt Hanspeter Demetz im Epilog des

Buchs »Der Flug des ADLER«. Er und natürlich wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben. Aber auch

dankbar, dass uns stets ein Vorbild vorgelebt wurde, das wir weiterführen konnten. Hanspeter Demetz

beschreibt das sehr treffend in seinem Epilog: »Auch was man allgemein als Tradition bezeichnet, hat

eine tiefere Bedeutung erlangt: Erbe als Verpflichtung den Nachfolgenden gegenüber.« Dieser Geist begleitet

uns nun schon seit über zwei Jahrhunderten. Und das gilt nicht nur für das Management.

Letztlich sind wir alle, wie Hanspeter Demetz schreibt, miteinander und mit der Geschichte verbunden.

Auch deshalb wollen wir Ihnen in ADLER Emotions wieder einige unserer Mitarbeiter vorstellen.

Lernen Sie Elisa Kostner kennen, die Patissière der ADLER Lodge. Leonhard Rainer, den Chefkoch im

ADLER Dolomiti. Treffen Sie in unserer großen ADLER-MED-Geschichte Dr. Stefania Mazzieri, die

im ADLER Thermae mit ihren Kollegen für Ihre Gesundheit da ist. Wir stellen Ihnen auch Hannelore

Grigat vor, die mit fünf Jahren zum ersten Mal bei uns zu Gast war und uns bereits seit 59 Jahren

als Freundin des Hauses und unserer Familie begleitet.

Mit diesen und vielen weiteren Geschichten aus den Dolomiten und der Toskana zeichnen wir für Sie

wieder ein buntes Bild von den Orten und Menschen, die Sie bei und mit uns kennenlernen können.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihre Familie Sanoner


4

ADLER Spa Resort

Balance

Val Gardena · Dolomites

ADLER Spa Resort

Dolomiti

Val Gardena · Dolomites

Stufanstraße 5

St. Ulrich - Val Gardena / Gröden

Dolomites - Südtirol

T +39 0471 775 002

adler-balance.com

info@adler-balance.com

Reziastraße 7

St. Ulrich - Val Gardena / Gröden

Dolomites - Südtirol

T +39 0471 775 001

adler-dolomiti.com

info@adler-dolomiti.com


5

ADLER Lodge

Seiser Alm

Dolomites

ADLER Spa Resort

Thermae

Bagno Vignoni · Toskana

Pizstraße 11

Seiser Alm

Dolomites - Südtirol

T +39 0471 723 000

adler-lodge.com

info@adler-lodge.com

Strada di Bagno Vignoni 1

Bagno Vignoni

Val d’Orcia - Toskana

T +39 0577 889 001

adler-thermae.com

info@adler-thermae.com


Inhalt

Editorial

Brautschau mit Pferd

3

Warum wir immer wieder neue Gründe

finden, Sie in einem unserer ADLER

Spa Resorts & Lodges zu begrüßen.

14

Die Liebe, der Krieg, große Persönlichkeiten

der letzten zwei Jahrhunderte: Das Buch

»Der Flug des ADLER« verwebt unsere Familiengeschichte

mit packender Welthistorie.

ADLER Collection

4

Für welches Hotel Sie sich auch

immer entscheiden: Sie treffen mit jedem

unserer vier Spa Resorts & Lodges die

richtige Wahl! Die ADLER-Destinationen

auf einen Blick.

200

Jahre ADLER

Grünes Gold

8

Italiens gesunde Schätze bergen wir in

unseren toskanischen Olivenbaum-

Gärten selbst. Denn Qualität werden

wir niemals dem Zufall überlassen!

Die Barbie aus den Bergen

12

In Kinderbüchern als »Dutch Doll« gefeiert,

saß die Grödner Puppe sogar im Kinderzimmer

von Queen Viktoria. Das Comeback

eines vergessenen Holzspielzeugs.

Süße Symphonien

20

Es soll Gäste geben, die nur für Elisa

Kostners Kreationen auf die Alm kommen.

Vielleicht, weil die Patissière der ADLER

Lodge schon als Kind am liebsten mit der

Rührschüssel gespielt hat?


»Als wäre ich hier geboren«

ADLER Friends

22

Hannelore Grigat kommt seit

59 Jahren ins ADLER nach St. Ulrich.

Sie hat hier Freunde fürs Leben und

sogar die große Liebe gefunden.

34

Machen Sie mehr aus Ihrem Urlaub: Als

ADLER Friend profitieren Sie von ganz

besonderen Freundschafts-Angeboten.

ADLER Events

Volle Kanone

24 Radrennen, Genuss-Wandern, Wintersport-Highlights

36

– auch 2018 wird in

Gröden, in den Dolomiten und in der

Toskana wieder jede Menge Action und

Entertainment geboten.

Wenn Frau Holle Pause macht, sichert

heute Kunstschnee die perfekte Piste

für den alpinen Wintersport. Das ist

dank moderner Technik sogar umweltfreundlich.

Typisch Kuhblick? Von wegen!

Urlaub mit Prävention

26

Die sanften Chianina-Riesen gehören zur

Toskana wie die Zypressen, Landsitze

oder Weinberge – und sind die ältesten

und schönsten Rinder der Welt.

38

Abnehmen. Detox. Jugendlichkeit. Wer

aus den Ferien rundum fitter und gesünder

nach Hause kommen möchte, bucht

eines der medizinischen Programme

des ADLER MED.

ADLER Instagram

Vorschau | Impressum

30

#weloveyou! Die besten

Social-Media-Bilder des Jahres 2017

aus den ADLER Spa Resorts & Lodges.

42

In der kommenden Ausgabe:

Unsere neue Aktiv-Kosmetiklinie

im Spa – Mit dem Rad durch die

Toskana – Das nächste ADLER.

Der Dirigent der vielen Teller

32

Als Küchenchef im ADLER Spa Resort

Dolomites orchestriert Leonhard Rainer

sein Team mit Ruhe, Präzision und

viel Kreativität.


8


Grünes Gold

Was man über Olivenöl wissen sollte.

Ein Besuch in der Tenuta Sanoner und

der Mühle von Montisi


10

Seine Figur ist seltsam verbogen. Seine Haut ist schrundig.

Seine Arme sind so knorrig, wie sie kantig sind.

Und doch fasziniert er seit jeher. Die Bibel beschreibt

ihn als königlich. Der Koran attestiert ihm etwas Heiliges.

Homer hat ihn bewundert, und der Maler Vincent van Gogh

erwies ihm seine Ehre im Werk »Spaziergang im Mondlicht«:

dem Olivenbaum. Oberhalb der Tenuta Sanoner ist er größer

als die hüfthohen Pflanzen bei van Gogh. Der Satz aber, den

Giuseppe Basta an diesem sonnigen Oktobermorgen sagt,

könnte auch von dem niederländischen Post-Impressionisten

stammen: »Das Rauschen des Olivenhains hat für den Menschen

etwas Vertrautes.«

Manch einen Bauern mit schlechter

Ernte hat der »Master Oleario« schon

wieder zurückgeschickt

Giuseppe Basta (r.) – Lockenkopf, Cargohose, weißes Polo-Shirt

– leitet den Anbau und die Produktion von Wein und Oliven

im eigenen Weingut der ADLER-Familie, der Tenuta Sanoner.

Er pflückt eine Frucht, drückt sie zwischen den Fingern, betrachtet

die Konsistenz, riecht am Saft. Dann nimmt er eine

zweite, eine dritte. »Es war ein sehr heißer, trockener Sommer«,

sagt er, »wir werden keine riesigen Mengen ernten. Die Qualität

aber verspricht einiges.« 2009 haben er und seine Mitarbeiter

die ersten 400 Olivenbäume gepflanzt. Jetzt stehen hier fast

2000 – von jedem Baum können sie pro Saison bis zu 25 Kilo

ernten. Der Zeitpunkt ist perfekt, denn die Oliven wechseln

gerade ihre Farbe von grün zu violett. Mit Kämmen harken

die Arbeiter die Früchte vorsichtig von den Ästen. Giuseppe

schüttet sie in gelöcherte Kisten, entfernt mit Luftdruck restliche

Blätter und lagert sie noch kurz in einem kühlen Raum

der Tenuta, um sie dann zur Mühle zu bringen.

Olivenöl hatte zu Zeiten von Caesar und Cleopatra eine ähnlich

hohe Bedeutung wie Eselsmilch. In der Antike half es bei

Hauterkrankungen, Kopfschmerzen und Magenverstimmungen.

Zum Lebensmittel avancierte das grüne Gold erst später.

Fast die gesamte Weltproduktion von Olivenöl kommt heute

aus den Mittelmeerländern, in rund 300 verschiedenen Sorten.

»Die Olive gedeiht dort, wo es auch dem Wein gut geht«,

sagt Giuseppe, »sie ist wie gemacht für die Toskana und das

Val d’Orcia.« Deren Hänge bestehen aus Lehm, Sand und dem

so genannten Trachyt, einem mineralhaften, vulkanischen Gestein.

Die Tenuta Sanoner wie auch die befreundeten Olivenbauern

des Hofes Poggio Grande (etwa vier Kilometer hinter

Bagno Vignoni) kultivieren hier sechs heimische Sorten in

bio-dynamischem Anbau: Coreggiolo, Moraiolo, Maurino,

Pendolino, Leccino und Frantoio.

Die Tenuta Sanoner liegt hoch über dem Hotel ADLER

Thermae. Von hier blickt man über die Hügel des Tals.

Sieht die Wälder von San Giovanni d’Asso, Olivenhaine,

Getreidefelder und Gehöfte. Sieht die kurvenreiche Straße,

auf der die verpackten Oliven mit dem Transporter zur Mühle

in Montisi gelangen. Die rund 20 Minuten lange Fahrt führt

mehrmals über kleine Flussläufe, zweimal rechts, einmal links,

und schon stehen wir inmitten eines toskanischen Bilderbuchstädtchens.

Vor der Tür eines historischen Gebäudes empfängt

uns ein Grandseigneur, graues Haar, charmantes Lachen:

Carlo Antonio Bindi. In seiner Mühle verarbeiten er

und seine Familie auch die Oliven der Tenuta Sanoner.

Ein Kamin ist zu sehen, etwas weiter stehen die Behälter, in

denen die Oliven gewaschen und von Stängeln und Schmutz

befreit werden. Große Spiralen zermalmen sie in einer Stahltrommel;

der Brei schließlich kommt in eine Zentrifuge, die

Öl und Wasser von den festen Bestandteilen trennt. »Zum

Schluss«, sagt Carlo Antonio Bindi, »filtern wir das Öl und

füllen es ab.«

Carlo Antonio Bindi ist »Master Oleario«. Für diesen Titel hat

er noch als älterer Mann die Schulbank gedrückt. Schon sein

Vater presste das Olivenöl der umliegenden Bauern, doch mit

der Ausbildung hat Carlo die Standards drastisch erhöht. Er

arbeitet beispielsweise mit Wärmekameras, um den Reifegrad

der Oliven kontrollieren zu können. Manch einen Bauern mit

schlechter Ernte hat er schon wieder zurückgeschickt. Mit diesen

hohen Qualitätsansprüchen unterscheiden sich Giuseppe

Basta und Carlo Antonio Bindi vor allem von den kommerziellen

Herstellern. Die bringen immer öfter gepanschtes Öl auf

den Markt. Etwa 90 Prozent aller verkauften Olivenöle werden

als »Nativ extra« deklariert. Dieses Prädikat vergibt die EU,

wenn die Herstellung bei einer Temperatur von bis zu 27 Grad

erfolgt; man spricht dann von kalt gepresstem Olivenöl. Doch

laut Studien sind 95 Prozent dieser Öle von minderer Qualität.

Sie weisen Spuren von Mineralöl und Pestiziden auf oder sind

mit raffinierten Ölen verschnitten.

»Die Menschen haben die Achtung vor der Olive verloren«,

sagt Carlo Antonio Bindi. Ihm dagegen ist eine schonende und

verantwortungsvolle Verarbeitung der Kulturpflanze ein besonderes

Anliegen. Dazu gehören das Pflücken von Hand und

die Kaltpressung der Früchte innerhalb von wenigen Stunden.

Dann bleiben die für die Frucht so wichtigen Antioxidantien

erhalten. Denn Olivenöl ist für den »Master Oleario« viel mehr

als ein guter Geschmack. Wenn andere gegen Kopfschmerzen

Ibuprofen nehmen, greift Antonio Bindi zum Olivenöl und

nimmt einen ordentlichen Schluck. Selbstverständlich nur aus

eigener Produktion.

Giuseppe Basta


11

AETOS extra vergine Bio-Olivenöl

entsteht aus folgenden Sorten:

FRANTOIO

MAURINO

Der Baum von begrenztem

bis mittlerem Wuchs und aufstrebender

Form trägt dichtes Laub

und liefert konstanten Ertrag. Das

Öl seiner Oliven ist fruchtig, mild

und harmonisch. Mit zunehmender

Reife verwandelt sich

ihre Farbe von Grün

zu Violett.

Rau, unruhig, aufgewühlt:

Das Urgestein unter den mittelitalienischen

Olivensorten hat einen

eigenwilligen Charakter. Frantoio-Oliven

sind kräftig und scharf und schmecken

nach Artischocken, Mandelbitter,

grünem Apfel und Olivenblättern.

Typisch: Sie hinterlassen im Hals

ein Kratzen (italienisch:

»pizzica in gola«).

MORAIOLO

Umbriens häufigste Olivenbaumsorte

trotzt Wind, Trockenheit

und unbequemen Standorten –

reagiert aber sensibel auf tiefe Temperaturen.

Die Fürsorge der Bauern

belohnt sie mit fruchtigen, scharfen

Oliven, die nach Mandeln, Salbei

und Oregano sowie durch

den hohen Polyphenolgehalt

deutlich bitter

schmecken.

LECCINO

Ein wenig windschief

steht der kräftige, eichenartige

Leccino-Baum in der Landschaft und

sorgt für stimmungsvolle Bilder. Das Öl

seiner Früchte aber ist süß, fruchtig und

von hoher Qualität. Einer der Gründe,

warum die aus der Provinz Florenz

stammende Sorte heute in fast allen

italienischen Anbaugebieten

vertreten ist. Kann gut mit

Frost umgehen.

PENDOLINO

Die Äste dieser an Trauerweiden

erinnernden Bäume wiegen

sich melancholisch im Wind – Pendolino

heißt pendeln. Das Öl ihrer Oliven ist

eine geschmackliche Sinfonie aus Bitter

und Süß, sortenrein ist es eine Köstlichkeit.

Manko: Der Pendolino

reagiert empfindlich auf

Krankheiten.

CORREGGIOLO

Die Correggiolo – oft

verwechselt mit der Frantoio –

ist eine recht populäre Sorte, deren

Früchte langsamer, aber dafür sehr

ertragreich reifen. Die Oliven sind

klein bis mittelgroß und haben

einen hohen Ölanteil. Das

grünliche Öl schmeckt

scharf fruchtig.

Die ADLER Spa Resorts und die vielen Segen des Olivenöls

Das Olivenöl ist ein Tausendsassa. Seine vielen positiven Eigenschaften nutzen wir in den ADLER Resorts sowohl äußerlich –

als Kosmetik oder in Körperpflege-Produkten – als selbstverständlich auch innerlich. Jenseits der bekannten Verwendung als

Begleitung unserer selbst gebackenen Brote oder würzend in vielen unserer Gerichte harmoniert sogar Süßes hervorragend mit

der reichen Aromenwelt der Olive: Verzichten Sie doch einmal auf tierisches Fett und nutzen unsere Tenuta-Öle als gesunde

und aromatische Alternative in der Dessert-Zubereitung. Ein Beispiel: »In Olivenöl pochierte Pfirsiche mit Eis«, als Rezept

unserer Patissière Elisa Kostner (Porträt Seite 20) nachzulesen auf www.adler-shop.com.

Dort können Sie das Aetos extra vergine Bio-Olivenöl sowie das Körperöl aus unserer eigenen Spa-Linie auch online kaufen.


Die Barbie

aus den Bergen

Sie wurde in Kinderbüchern als »Dutch Doll« gefeiert und

saß sogar bei Queen Viktoria auf dem Schoß. Doch dann geriet

die Puppe aus dem Grödner Tal in Vergessenheit. Bis

Judith Sotriffer sie wieder auferstehen ließ

Die Augen blau, das Haar tiefschwarz, die Glieder strahlend

weiß. Eine spitze Nase, ein sanfter Blick, rosige

Wangen und Lippen von der Farbe einer Kirsche. Kopf

und Rumpf der Schönheit sind aus einem Stück Zirbenholz

gedrechselt, Arme, Beine und Verbindungsglieder geschnitzt.

Ob einen Zentimeter hoch oder in Kindergröße: Die Grödner

Puppe war einst Star jedes besseren Kinderzimmers. Millionen

Mädchen auf der ganzen Welt träumten von ihr, lange bevor

Barbie das Licht der Läden erblickte.

Erstmals trat die Schöne mit dem sanften Lächeln gegen 1830

in Erscheinung. Ihr Aussehen verdankt sie Porzellanpuppen

aus Deutschland, Tschechien und Frankreich, die Grödner

Krämer und Hausierer von ihren Wanderschaften durch Europa

mitgebracht hatten. Porzellan ist schön, aber auch teuer und

zerbrechlich. Unpraktisch für die Kinderstube.

»Die Grödner dachten damals, dass sich bestimmt Geld damit

verdienen ließe, wenn eine aus Holz geschnitzte Puppe so

ähnlich aussähe,« sagt die Kunsthandwerkerin Judith Sotriffer.

Die Menschen hier seien »einfallsreiche, künstlerisch begabte

Leute«, ergänzt sie. Und vor allem »wiff«. Was man wohl mit

»clever« übersetzen muss. Denn aus der Idee wurde eine der

berühmtesten Puppen der Spielzeuggeschichte.


13

Sotriffers Werkstatt liegt in Laufnähe des ADLER in St.

Ulrich. Seit 20 Jahren erweckt die Holzkünstlerin in der Pedetliva

Straße 18 Puppe um Puppe zum Leben. »Hundert Mal

nehme ich sie in die Hand, bis eine neue fertig ist, bis zum

letzten Pinselstrich.« Bemalt und mit Lack überzogen, sieht sie

einer Porzellanpuppe täuschend ähnlich.

Schon Anfang des 17. Jahrhunderts begannen die Grödner

Talbauern damit, Kunstwerke aus dem Holz der Region zu

produzieren. Zuerst waren es Tierfiguren und kleine Alltagsgegenstände,

später vor allem Heiligenfiguren, Reliefs und

Kirchenornamente, ganze Altäre. Wanderhändler legten ein

Verkaufsnetz, das sich von Wien, Düsseldorf, Paris über Amsterdam,

Venedig und Lissabon bis nach Ägypten und Konstantinopel,

später sogar nach Übersee, Südamerika und Australien

erstreckte. Bald nahmen auch Krippenfiguren und Spielzeug

diesen Weg, zuerst geschnitzte Pferde, später elaboriertes Ziehspielzeug,

Caramaìc genannt. Turner, die über eine Stange wirbeln.

Schwertkämpfer. Klappernde Frösche.

Doch zum Exportschlager entwickelte sich die Puppe. Die

Nachfrage war so groß, dass bald schon ganze Familien schnitzten,

von den Kindern bis zum Großvater. Bemalten die Schöne

mit Pygment und Hasenleim, der eine besondere Leuchtkraft

besitzt. Um 1850 waren 2500 Grödner mit der Holzschnitzerei

beschäftigt, die Hälfte der Einwohner des Tals. Sotriffer zufolge

seien pro Woche 700 Gros Puppen hergestellt worden.

Ein Gros sind zwölf Dutzend, jährlich verließen also weit mehr

als fünf Millionen Holzmädchen ihre Südtiroler Heimat. Die

internationale Popularität verdankten sie vor allem den Kinderbüchern

von Florence und Bertha Upton. Die Autorinnen erzählten

in Zeichnungen und Reimen von den Abenteuern der

»Dutch Dolls«, wie sie inzwischen hießen, weil sie überwiegend

aus den Niederlanden in die Kolonien nach Übersee verschifft

wurden. Mädchen aus den USA und Australien verlangten

nach den vornehmen Püppchen. Selbst Queen Viktoria habe

als Kind am liebsten mit »Dutch Dolls« gespielt und ihnen

Kleidchen schneidern lassen, erzählt man in Südtirol. Mechanisierung

und Industrialisierung veränderten dann den Spielzeugmarkt

und beendeten die Erfolgsgeschichte. Den Handel

ganz zum Erliegen brachte der erste Weltkrieg: 1930 verließen

die letzten Puppen das Tal. Was übrig blieb, wurde verheizt.

Erst Judith Sotriffer erweckte die Grödner Puppe wieder zum

Leben. »Die Holzschnitzerei und Liebe für Spielzeug liegen mir

im Blut“, sagt sie. Der Urgroßvater schnitzte Mäuse, verkaufte

sie und baute sich vom Erlös ein Haus. In der Werkstatt

des Großvaters entstanden Pinocchios und Harlekine, Judiths

Vater Guido arbeitete als religiöser Bildhauer und Maler, während

Mutter Christl den 1938 gegründeten Spielwarenladen

der Schwiegereltern in Schwung hielt. Selbst die drei älteren

Schwestern spielen eine Rolle in Sotriffers Karriereszenario:

»Von denen habe ich immer die Puppen geerbt.«

»Zeit ist relativ. Beim Schnitzen

schaue ich nicht auf die Uhr.«

Sotriffer ist stolz darauf, »etwas zu tun, das unsere Identität widerspiegelt.«

Dass auch das Material authentisch ist, versteht

sich von selbst. Die Zirbe ist ein in Südtirol weit verbreiteter

Baum und sein Holz ideal geeignet für Schnitzarbeiten und

Tischlerei. Und während so vieles offensichtlich für sie ist, mag

die Holzkünstlerin nur eines nicht benennen: Wie lange sie für

eine Puppe braucht. »Zeit ist relativ. Ich schaue nicht auf die

Uhr«, sagt sie. »Mich trägt allein das schöne Gefühl, mit den

Puppen die Menschen glücklich machen zu können.«

100 Mal nimmt Judith Sotriffer 17 Einzelteile

zur Hand, bis aus Zirbenholz und Handbemalung

eine echte Grödner Puppe wird


200 JAHRE


ADLER


16

1846

Joseph Anton II

Sanoner und Josefa

Thomaseth

1810

Joseph Anton I

Sanoner, Margarete

Überbacher

Brautschau

mit Pferd

Liebesgeschichten, Kriegsmomente und Begegnungen

mit Napoleon, Kaiserin Sissi und Helmut Kohl:

Der Historiker Hanspeter Demetz dokumentiert in

seinem Buch «Der Flug des ADLER» die Geschichte des

Hauses. Eine spannende Familiensaga


17

Das ADLER »Resort« 1910:

(1)

(4)

(2)

(1) ADLER Stammhaus (2) die

damals neue Bittner-

Dependance (3) das Badehaus

des ADLER, die erste

»Wellnessanlage«, heute Villa

Adler (4) Veranda mit großzügiger

Gastronomie

(5) Stallungen mit bis zu 25

Pferden für die Postkutschen

nach Waidbruck, heute

Haus »Mauriz«

(5)

(3)

1868

Johann Baptist Sanoner

und seine zweite

Frau Anna Mumelter

Am 9. Jänner 1810 kommt in St. Ulrich in Gröden

eine Liegenschaft unter den Hammer. Versteigert

wird das Daverda-Gasthaus samt zugehöriger Landwirtschaft.

Oder wie es offiziell heißt: »Ca. No. 351 Baurecht

und Gerechtigkeit der Hab und Gut genannt Ortiseid oder

Morizen bey Sanct Ulrich in Greden Gerichts Gufidaun liegend.«

Höchstbietender mit 4550 Gulden ist Joseph Anton

Sanoner, gebürtig vom Costahof in Wolkenstein. Er war eigens

für den Termin aus Paris angereist, wo er sich einige Jahre

zuvor mit seinen Brüdern niedergelassen hatte. Gemeinsam

betreiben sie dort ein florierendes Handelshaus mit Grödner

Holzschnitzereien. Joseph Anton Sanoner benennt den Gasthof

»Schwarzer ADLER« und legt damit den Grundstein für

das heutige Hotel ADLER in St. Ulrich.

Für den ADLER beginnt damit ein langer Weg: vom Wirtshaus

ohne fließend Wasser und Strom zum Hotelbetrieb mit

vielen Annehmlichkeiten bereits zur Jahrhundertwende, und

weiter bis zum heutigen 5-Sterne Wellness Resort auf höchstem

Niveau. Aber zwei Jahrhunderte haben den Sanoners ja

auch viel Zeit gegeben.

»Zum 200-jährigen Jubiläum wollten wir die Geschichte des

ADLER in einem Buch erzählen«, sagt Hanspeter Demetz.

Der Architekt und Grödner Hotelierssohn arbeitet mit seinem

Bruder Hugo seit langem für die Sanoners und hat einige der

renommiertesten Hotelprojekte in Südtirol entwickelt und

mitgestaltet, darunter das ADLER Thermae in der Toskana

und die ADLER Lodge auf der Seiser Alm. Dann fragten ihn

die Hoteliers, ob er sich ein Buchprojekt zutraue.Demetz, dem

man einen Hang zum Genuss nachsagt, ist ein Mann vieler

Demetz’ nüchterne Worte sagen alles:

»Ein kleiner Bauernhof, eine Witwe,

zwölf Kinder, eine Kuh.«

Talente. Geschichte und Heimatkunde gehören zu seinen großen

Hobbys, also hat er »leichtsinnig zugesagt«. Der Titel des

Buches stand schnell fest: »Der Flug des ADLER.« Doch das

war auch schon das einzige Einfache: »Ich hätte es langweilig

gefunden, linear zu erzählen.« Ergo beschloss er, für jede Dekade

ein abgeschlossenes Kapitel zu komponieren: »Von allem

ein bisschen, erzählt aus der Vogelschau.«

Weil es nur wenig Material gab, musste Demetz ausgiebig recherchieren,

in Museen in Nord- und Südtirol, in Bibliotheken,

im Internet. Wertvolle Unterstützung erhielt er durch

zwei unschätzbare Zeitzeugen: Adolf Senoner da Vastlè,

Demetz’ 101-jähriger Onkel, sowie natürlich ADLER-

Seniorchefin Elly Sanoner, auch schon ein Stück über 90.

Fast zehn Jahre arbeitete Demetz an »Der Flug des ADLER«.

Aufgeben war für ihn keine Option: »Was zunächst nach einer

Familienchronik aussah, wurde eine fesselnde Kompilation.

200 Jahre Geschichte einer Familie, eines Hotels, verbrämt

mit der Geschichte des Landes und Europas, mit Tourismus,

Wirtschaft und Politik.« Je länger er schrieb, umso klarer

wurde ihm, »wie sehr alle in ihrer Zeit mit der Geschichte des

Tals, des Landes, manchmal sogar der Welt verbunden waren.«

Das Buch beginnt um 1790 in Wolkenstein. Demetz‘ knappe

Umschreibung der Situation sagt alles: »Ein kleiner Berg


18

1953

Josef Anton Pepi

Sanoner und

Elly Wörnhart

1905

Josef Anton Sepl

Sanoner und

Fanny Vallazza

bauernhof, eine Witwe, zwölf Kinder, eine Kuh.« Anna Maria

Kostner war der Ehemann gestorben. Johann Baptist Sanoner,

genannt da Costa, wurde nur 47 Jahre alt. Doch die tüchtige

Frau übersteht den Schicksalsschlag. Sie bringt die Familie

durch. Vier Buben gehen 1807 nach Frankreich, handeln mit

den gefragten Grödner Holzschnitzereien und machen gute

Geschäfte. Einer von ihnen jedoch ist das Herumreisen, den

täglichen Ärger mit Käufern, Lieferanten, mit Betrügern und

sperrigen Behörden bald leid: Joseph Anton Sanoner, der erste

ADLER-Wirt.

Fortan begleitet der Leser, die Leserin Demetz auf einen Parforceritt

durch zwei Jahrhunderte. Geschickt kombiniert der

Autor das kleine Leben mit großen Ereignissen, Lokales mit

Weltgeschichte. Der Boom der Holzschnitzerei. Die Entdeckung

der Dolomiten. Mobilisierung und Massentourismus.

Nichts fehlt. Historische Figuren wie Napoleon, Andreas

Hofer, Rousseau, Deodat Tancrède de Dolomieu, Kaiserin Sissi,

Mussolini und Hitler, Luis Trenker oder Helmut Kohl tauchen

genauso auf wie einfache Bauern, Händler, Angestellte

und Gäste, die den »Flug« des ADLER begleiteten.

Einige Themen wiederholen sich ständig: Kriege und Rückschläge,

Durchhaltevermögen und Weitsicht, Optimismus

und der Familienzusammenhalt der Sanoners. Die schmerzlich

erfahren müssen: »Kriege sind nie gut fürs Geschäft.« Dennoch

behauptet die Familie über sechs Generationen hinweg

ihren Platz, fast immer begleitet von starken Frauen und mitunter

wunderbaren Liebesgeschichten.

Wie die von Joseph Anton I Sanoner, der nach dem Kauf des

Daverda-Anwesens auf Brautschau geht. Zwei Kandidatinnen

Das Credo des Hauses: »Man muss

aufrecht und furchtlos durch die Welt

gehen, wenn man sie bewältigen will.«

kommen infrage, eine aus Pufels, die andere wohnt in St. Peter

bei Lajen. Am Ortsausgang von St. Ulrich, wo sich die Wege in

Richtung beider Ortschaften trennen, steigt er aus dem Sattel

und gibt seinem Pferd einen Klaps. Es trottet geradeaus weiter.

So wird Margarete Überbacher vom Überbacherhof in St. Peter

die erste ADLER-Wirtin.

»Bei genauer Betrachtung bestehen diese 200 Jahre aus Krisen,

Krisen, Krisen, die nur gelegentlich von Glücksmomenten

unterbrochen wurden«, sagt Demetz: »Was mich gefangen

genommen hat, war die stoische Überzeugung, dass sich die

Zeiten ändern werden. Dass man aufrecht und furchtlos durch

die Welt gehen muss, wenn man sie bewältigen will.« Demetz

formuliert mit diesen Worten den Geist des Hauses ADLER

bis heute.

Dazu passt ein Credo, das die Sanoners stets beherzigt haben:

»Eine gute Gelegenheit darf man nicht verpassen.« Dabei denkt

die Familie, wie Demetz überzeugend dokumentiert, nicht nur

an die eigenen Interessen. Sie engagiert sich in der Gemeinde

– dreimal sogar als Bürgermeister –, in Vereinen und Verbänden.

Man unterstützt und finanziert viele kommunale Projekte,

nicht selten aus der eigenen Tasche. Straßenbau,Eisenbahn,

Seiser-Alm-Seilbahn – was der Kommune diente, fand Unterstützung.

Und wer weiß, ob die Ski-Weltmeisterschaft 1970


Hanspeter Demetz

19

1983

Andreas u. Klaus Sanoner

übernehmen mit ihren Frauen

Verena Holzknecht und Karin

Mahlknecht den ADLER

2016

Elly Sanoner (li.) mit

der 6. und 7. Familien-

Generation

ohne Josef Anton Pepi Sanoner überhaupt nach Gröden vergeben

worden wäre. Im Jahr 1985 mit der Ära von Pepi und

Elly Sanoner, den Eltern der heutigen Besitzer Andreas und

Klaus Sanoner, endet das Buch. »Fakten und Überlieferungen

der Vergangenheit in einen interessanten Kontext zu setzen,

macht Sinn«, sagt Hanspeter Demetz, »denn in der Rückschau

kann man vieles verstehen und einordnen. Es war aber wichtig,

aufzuhören, wo die Jetztzeit beginnt. Für ihre Bewertung

ist es noch zu früh. Das sollen später andere machen.«

Der ADLER, so viel steht fest, wird weiter fliegen. Seit dreieinhalb

Jahrzehnten führen die Brüder Andreas und Klaus das

expandierende Familienunternehmen. Auf dem soliden Fundament

der Tradition haben sie gemeinsam mit ihren Frauen

Verena und Karin zukunftssichernde neue Wege beschritten:

Haben in der Toskana und auf der Seiser Alm neue Resorts

in Betrieb genommen und 2007 ihr eigenes Weingut Tenuta

Sanoner mit biodynamischem Anbau ins Leben gerufen (siehe

auch Seite 8 ff.). Und dass mit den Enkeln von Pepi und

Elly Sanoner eine siebte und nächste Generation bereitsteht,

den ADLER-Horst zu verlassen und eigene Flugversuche zu

starten, versteht sich bei dieser außergewöhnlichen Familiengeschichte

von selbst.

Der Flug des

ADLER

»Der Flug des ADLER« erscheint im

Frühjahr 2018. Gäste können es in allen

ADLER-Resorts erwerben.

Hanspeter Demetz

Der Architekt aus Völs am Schlern hat als Autor

aus Leidenschaft bereits mehrere Bücher verfasst

(»Südtirolerisches Wörterbuch«, »Kribes-Krabes«,

»Der Uhrknall. Der Umgang mit der Zeit, ihr

Wesen, ihre Geschichte«). Seit 37 Jahren zeichnet

er für die Südtiroler Zeitschrift »FF« Cartoons,

die ebenfalls zu Büchern wurden (»Bombenstimmung«,

»Bankenwesen«). Aus seiner Feder stammen

des Weiteren Kinderbücher (»Jambo lernt

fliegen«), Kochbücher (»Rezepte gegen den Wahnsinn«)

und ein Theaterstück (»Das Ende der Zeiten«).

Zum Wesen des ADLER-Buchs sagt er: »Für

mich als Autor war es eine faszinierende Zeitreise

mit vielen neuen Erkenntnissen über die Vergangenheit

der eigenen Heimat, über Europa und die

vielen Menschen, die mit ihrem Tun und Handeln

die Welt gestaltet haben, in der wir heute leben.«


20

Süße

Symphonien

Mit acht backt sie ihre ersten Kekse.

Mit neun bekommt sie ein Backbuch geschenkt.

Heute ist Elisa Kostner Patissière der

ADLER Lodge. Es gibt angeblich Gäste, die nur

für ihre Kreationen auf die Alm kommen

Elisa Kostner ist im Haus allgegenwärtig.

Spätestens über ihre Signature-Pralinés

– kleine Köstlichkeiten

mit Heuaromen, mit Olivenöl und

mit Schnaps, in Schokoladenmänteln

von weiß bis bitterschwarz. Apart auf

Etageren angerichtet, versüßen sie den

Nachmittagstee in Restaurant und Bar.

Und neben der Rezeption im ADLER

Shop warten sie auf ihre vielen Fans, um

mit zu ihnen nach Hause zu reisen.

Und erst die Desserts und Kuchen!

Wenn Gäste der ADLER Lodge versuchen,

die Kunstwerke Kostners

zu beschreiben, fehlen ihnen nicht

selten die passenden Worte. Etwa

beim »Wald« – Elisas wohl außergewöhnlichste

Kreation. Mit Erde aus

dem Pulver feinster Schokolade. Mit

selbstgemachtem Fichtensprossensirup

für den Geschmack der Bäume. Mit

Sauerrahm-Eiscreme aus Südtiroler Heumilch

als Schnee. Mit Preiselbeeren und

Blumen, die den »Wald« komplettieren.

Über Patisserie-Ideen wie diese erzählt

Elisa Kostner auf ihre Art – einprägsam,

aber ohne viele Worte. Fragt man

sie nach ihrer Arbeit, sagt sie nur: »Ich

mache in der Lodge alles Süße.« Also Kuchen

und Desserts, Marmeladen, Kekse

und die berühmten Pralinen. Dabei heißt

es, manche Gäste kämen nur wegen Kostners

Tiramisu. »Ach was«, sagt Elisa, »ich

mache eigentlich nichts Besonderes.« Sie

sagt aber auch: »Meine Arbeit ist Leidenschaft.

Sonst könnte ich das gar nicht

machen.«

Der Gast soll nicht viel nachdenken

müssen, sondern nur genießen. »Es reicht,

wenn ich mir Gedanken mache«, sagt

sie. Mit vielen ihrer Kreationen zitiere

sie die ladinische Tradition, zum Beispiel

bei dem in Rum getränkten Hefegebäck

mit Almkräutern. Bevorzugt verwendet

sie lokale und in Vergessenheit geratene

Nahrungsmittel wie Buchweizen oder

Löwenzahn. Elisa Kostner sagt: »Ich

wusste früh, was ich will. Und ich hatte

das Glück herauszufinden, was ich beruflich

machen wollte.« Als Kind besuchten

ihre Eltern mit ihr regelmäßig die

Restaurants der Region. Einmal ging es

nach Brixen zu Armin Mairhofer. »Ich

erinnere mich noch an sein Sashimi aus

Rinderfilet und sein Jasmineis«, sagt sie.

»Für mich war der Armin eine mystische

Figur – wenn man so will, meine erste

Inspiration.«

Bald darauf fängt das Mädchen aus

St. Ulrich an, mit der Mutter zu backen.

Kekse, Marmorkuchen, Apfelstrudel.

Mit acht Jahren sagt sie Spielkameradinnen

ab, weil sie noch in der Küche

zu tun habe. Mit neun bekommt sie

ihr erstes Kochbuch. Nach der Schule

besucht sie die Hotelfachschule in

Meran, kocht danach in München bei Michael

Huber, macht Station im Ausland.

Als sie erfährt, dass Karl Baumgartner


im Pustertal jemanden für die Patisserie

sucht, bewirbt sie sich, wird sofort genommen

und taucht komplett in die Welt der

süßen Symphonien ein. Bereitet Schokotörtchen

mit Tabakeis zu. Topfenknödel

auf Apfelragout mit Zimteis. Mango-Ragout

mit Vanille-Passionsfruchteis, Schokoblatt

und Schokosoße. Hier lernt sie,

dass geschmacklich alles möglich ist. »Wir

hatten ein Dessert aus kandierter Paprika

mit Löwenzahn-Honigeis. Klingt schrecklich,

schmeckt aber sehr gut, ein bisschen

wie Gummibärchen.«

Irgendwann bekommt sie eine SMS.

Ab- sender: Hannes Pignater. Der designierte

Küchenchef der ADLER Lodge

stellt ein Team zusammen, Kostner wurde

ihm empfohlen. »Ich war vom Konzept

sofort begeistert, von der Philosophie

einer regionalen Küche auf hohem Niveau

und von der Idee, mit einer jungen

Mannschaft zu arbeiten«, sagt Kostner.

Die Chemie zwischen Pignater und ihr

stimmt, und von der Konzeption und

Ausstattung der Küche bis zum Menü

lässt ihnen die Familie Sanoner freie

Hand. Dass Armin Mairhofer inzwischen

Küchenchef im ADLER Balance ist, hat

ihre Entscheidung zusätzlich erleichtert.

Mit Kreationen

wie dem »Wald«

(ganz links)

zitiert Elisa Kostner

gern ladinische

Traditionen

»Der eine hat Talent fürs Skifahren, der

andere fürs Malen, der nächste fürs Kochen

oder Backen«, sagt sie rückblickend:

»Aber mit Talent alleine wird man in keinem

Beruf sehr gut.« Was also hat sie zur

Meisterin gemacht? Sie schaut durch ihre

große Brille und lächelt. »Beim Backen

muss man akkurat arbeiten.« Und weiter?

»Ich habe den Ehrgeiz, dass der letzte

Teller des Tages so perfekt rausgeht wie

der erste. Ich will einfach nur gut kochen

und Spaß daran haben.«

PRALINEN FÜR AFRIKA

Die Idee für die ADLER Lodge haben

die Sanoner-Brüder von einer

Reise durch Namibia mitgebracht.

Aus dieser Verbundenheit heraus

engagiert sich die Familie an einem

dortigen Charity-Projekt: Der Verkauf

der ADLER-Signature-Pralinen

unterstützt im namibischen Ort Samanbungu

die Bohrung eines Trinkwasserbrunnens

für 120 Familien.


»Als wäre ich hier geboren«

Vor 59 Jahren kam Hannelore Grigat zum ersten

Mal nach St. Ulrich ins ADLER. Der Ort und seine

Menschen haben sie nie mehr losgelassen

Im Sommer 1959 ist Hannelore fünf Jahre alt. Sie schaut

aus dem Fenster auf Berge, Wälder, Wiesen, wenn sie

morgens die Augen aufschlägt. Mittags darf sie Pizza oder

Spaghetti bestellen, am Nachmittag geht die Familie wandern:

über die Seiser Alm, nach Lajen, nach Wolkenstein.

Zum ersten Mal trinkt die Kleine Gebirgswasser mit Himbeersirup.

So frisch, so lecker, so einmalig.

Fast 60 Jahre später leuchten ihre Augen noch immer

wie die eines jungen Mädchens. Hannelore Grigat hat

Gebäck besorgt, auf dem Esszimmer-Tisch ihres Hauses

in Detmold steht Kaffee. Sie erzählt, wie sie das

ADLER, Gröden in den Dolomiten und Südtirol entdeckte.

Langkofel, Plattkofel und Sellastock wurden zu

Kulissen ihrer Kindheit, die Felsformationen belebt von

Gespenstern und Märchenfiguren. »Ich erinnere mich genau

an das Gefühl bei der ersten Ankunft«, sagt sie. Man

betrat das Haus und wurde von einer freundlichen Dame

begrüßt. Danach ging es in einen imposanten Speisesaal

zum Abendessen. »Und von da an war alles gut.«

Fortan war das ADLER erste Urlaubsadresse, darauf bestand

der Vater: Ludwig Speierer, Hochzeitsartikel-Fabrikant in

Bühl bei Baden Baden. Im Sommer wurde gewandert, im

Winter ging man Skifahren. Die Familie kam, so oft es möglich

war, gern auch zwischendurch. Jeden März verbrachte

Hannelore in St. Ulrich. Dem Schuldirektor schickte man

stets das gleiche Attest vom Kinderarzt: »Nervös, erschöpft,

das Mädchen muss in die Berge.« Den Geburtstag feierte es

daher stets im ADLER. »Ich habe mich schon Wochen vorher

gefreut und bin wild herumgetanzt«, sagt Hannelore.

Dass sie dem ADLER bis heute treu geblieben ist, liegt vor

allem an der über Jahrzehnte gewachsenen Beziehung zu seinen

Menschen. Von Elly Sanoner, der charismatischen Dame,

die sie bei der ersten Ankunft begrüßte, spricht Hannelore

Grigat mit Zärtlichkeit und Respekt. Mit Andreas Sanoner

hat sie als kleines Kind genauso gespielt wie mit den Kindern

anderer Stammgäste. Man erlebte Sommer und Winter,

große und kleine Feste und das Älterwerden gemeinsam

– sie wuchsen auf wie in einer großen, mondänen Familie.


23

Die Mutter, Ruth Speierer, ließ Hannelore viele Freiheiten.

»Sie war eine besondere Frau«, sagt Grigat, »modern für ihre

Zeit, extrovertiert, ein bisschen ausgeflippt.« Der Gegenpol

zum seriösen, mitunter strengen Juristen-Vater. Hannelore

kommt mehr nach der Mutter. Keiner, der sie kennt und nicht

schwärmt von der lebenslustigen, fröhlichen Person, die mit

ihrer ausgefallenen Kleidung und den opulenten Frisuren

kaum zu übersehen ist.

Dem jungen Medizinstudenten aus Göttingen war sie jedenfalls

sofort aufgefallen, damals in Zermatt. Und er ihr schon

auch. Der Vater hatte Hannelore in einen Skikurs gesteckt.

»Keine Ahnung, warum«, sagt Grigat, »nötig hatte ich das

nicht. Ich hatte damals schon als Hilfsskilehrerin im Schwarzwald

gearbeitet.« Als sie vorfahren musste, maulte einer aus der

Gruppe laut: »Die fährt doch viel zu gut für uns!« Es war der

Beginn einer großen Liebe. Seit 42 Jahren ist sie mit Klaus-Peter

Grigat verheiratet; ihre Töchter Jasmin und Sabrina wurden

1985 und 1990 geboren, Sohn Niels folgte 1992.

Klaus-Peter wäre nicht in Frage gekommen, das sagt sie offen,

wenn er sportlich nicht für die Dolomiten getaugt hätte. »Hätte

er gesagt, mein Hobby sind Radtouren in Ostfriesland,

hätte ich ihn nicht angeschaut.« Doch Klaus-Peter mochte

sowohl Skifahren als auch das Hotel. Deshalb haben sie in der

Kirche von St. Ulrich geheiratet. Und deshalb machte auch

ihre junge Familie regelmäßig Urlaub im ADLER.

Hannelores Kinder tragen die Tradition inzwischen in die dritte

Generation: Sabrina ist eng befreundet mit Andreas Sanoners

Sohn Moritz, hat zwei Jahre in St. Ulrich gelebt und dort

an der Handelsschule das Abitur gemacht. Im ADLER Thermae

in der Toskana hat sie für längere Zeit gearbeitet.

Um das Erzählte zu untermalen, öffnet Hannelore Grigat zahlreiche

Fotoalben. Während sie blättert und erklärt, zieht ein

Leben vorbei. Die Eltern bei einem der ersten Besuche; die

Mama im Tiroler Kostüm, der Papa im Anzug. Die kleine Hannelore,

das Mädchen, die junge Frau. Kindheit, Jugend, Adoleszenz

in Wanderstiefeln und Skischuhen. Ein Hochzeitsfoto

vor dem VW Käfer Cabriolet, den die Grigats noch immer

besitzen. Jasmin, Sabrina und Niels, wie sie größer und größer

werden. Bobby, der Hund der Familie Sanoner. Fräulein Stina,

das Zimmermädchen. Fasching mit Mama Ruth. Silvester mit

Klaus-Peter; sie im knallroten Abendkleid, er im Smoking.

Die Bilder dokumentieren auch die Veränderungen im

ADLER. Der Speisesaal. Die Lobby. Die Zimmer. »Anfangs

gab es nicht mal einen Swimmingpool«, sagt Grigat: »Aber

eine Kegelbahn. Und wo jetzt die Rezeption steht, war eine

Stube ohne Heizung für die Skier. Nur der Holzmeister-Trakt

ist noch wie früher, alles andere ist neu. Man kann sich das

nicht vorstellen, wenn man es nicht weiß.«

Vieles aber ist geblieben, wie es immer war. Die Vorfreude vor

jeder Reise. Das Gefühl bei der Ankunft. Immer noch steht

Elly Sanoner an der Rezeption und nimmt Hannelore in den

Arm. Zum Dinner spielt an den Donnerstagen wie früher

Gretl, Elly Sanoners Nichte, Klavier. Und die Freundschaft zu

Andreas Sanoner und seiner Frau Verena, von der Hannelore

spricht wie über eine Schwester, ist geblieben.

Erst kürzlich kam Hannelore Grigat wieder zum Skifahren –

mit ihrem ersten Grödener Skilehrer. Der Wolkensteiner Walter

Costa ist Patenonkel von Sabrina. »Walter ist jetzt 85«, so

Grigat, »und fährt noch wie ein junger Gott.« Andere Länder

und Städte hat sie viele erlebt. Aber das ADLER, so Hannelore

Grigat, »ist meine zweite Heimat. Wenn ich im ADLER bin,

fühle ich mich, als wäre ich hier geboren.«

Hannelore Grigat mit Elly Sanoner 1964

(o.), Skifahren mit Papa Ludwig 1964 (m.),

Mama Ruth 1987 mit Enkeltochter Jasmin

im Hotelgarten (u. l.)


24

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25

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ST. ULRICH / GRÖDEN

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ST. ULRICH / GRÖDEN

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(14. + 15. 12. 2018)

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berüchtigten »Kamelbuckel«


26


Typisch Kuhblick?

Von wegen!

Chianina sind die ältesten und schönsten

Rinder der Welt. Sie gehören zur Toskana

wie die Zypressen, Landsitze und Weinberge

Wie flauschige Antennen winken die Ohren aus den

Köpfen dieser Riesen. Ihre Hörner sind kurz, kompakt,

nach vorne geschwungen und so hell wie ihr

Fell. Sanft blicken sie aus schwarz umrandeten Augen. Typisch

Kuhblick, könnte man sagen. Nichts Besonderes. Und doch

sind Chianina-Rinder anders: enorm groß und von fast biblischer

Aura.

Das Val di Chiana zwischen Chiusi und Arezzo gab diesen Tieren

ihren Namen. Schon in vorchristlicher Zeit prägten sie mit

ihrem strahlenden Fell das Bild der Toskana: weiße Flecken

auf kilometerweiten Wellen von Grün. Künstler verewigten

sie in Marmorstatuen, Gemälden und Fresken. Als Opfertiere

ließen sie ihr Leben und waren Gegenstand der frühen

römischen und etruskischen Literatur. Schon zirka 70 n. Chr.

erwähnte Plinius der Ältere diese außergewöhnlichen Rinder

in seinen enzyklopädischen Schriften. Weil ihre majestätische

Erscheinung alle Blicke auf sich zog, wählten Feldherren des

römischen Reiches die Tiere bevorzugt für die Inszenierung

ihrer pompösen Triumph-Prozessionen.

Über Jahrhunderte hinweg lebten Chianina-Rinder Seite an

Seite mit ihren Bauern, zogen als Gespanne Karren über Landwege

und Pflüge über fruchtbaren Boden. Kräftig wie kein anderes

Nutztier, waren die duldsamen Rinder kostbare Arbeiter

– sowie stets eine Versicherung gegen den Hunger. Denn die

Chianina sind nicht nur die größten ihrer Art. Sondern auch

die schwersten und fleischigsten. Als eine der ältesten noch

existierenden Rinderrassen bringt sie Stiere hervor, die 1500

Kilogramm und mehr wiegen. Stockmaße von über 1,70 Meter

sind keine Seltenheit.

Spätestens mit dem Vormarsch landwirtschaftlicher Maschinen

trat vom früheren 20. Jahrhundert an ihre Verwendung

als Arbeitstier in den Hintergrund. Moderne Chianina-Farmen

in Italien, oft traditionsreiche Familienbetriebe, wählen

ihre Zuchttiere seit mindestens acht Dekaden nach ernährungsrelevanten

Kriterien aus.

Die kleine Ortschaft Spedaletto bei Pienza: Ein Bauernhof,

ein Stall, 65 Tiere in geräumigen Boxen. Ruhig stehen sie,

kauen gemächlich an Büscheln von Stroh, stecken ihr Maul

in die Tränke. »Alle entsprechen dem idealen Rassebild«,

sagt Stefano di Tommaso stolz, während er durch seinen

Stall schlendert, »das für die Chianina zuständige Konsortium

wählt nur die geeignetsten Stiere und Muttertiere für

die Zucht aus, um die genetische Qualität auch langfristig

zu gewährleisten.«

Vier bis fünf Monate alt sind die Kälber, wenn di Tommaso sie

kauft. Er füttert ausschließlich Heu, Stroh, Gerste, Mais, Kleie

und ein wenig Sojaextrakt. Antibiotika oder wachstumsbeschleunigende

Hormone, wie in der Massentierhaltung üblich?

»Auf keinen Fall, niemals. Das Konsortium kontrolliert das

Fleisch jeder Schlachtung«, sagt di Tommaso, der seine Tiere

bestens kennt: »Chianina sind genügsame Tiere. Aber sie sind

auch sensibel, mit Veränderungen in ihrer Routine können sie

nicht gut umgehen.«

Wuchtige Stirnwölbungen, die atemberaubende Masse an Tier,

ein schwerer Eisenring: Wenn die Bullen an disziplinierenden

Führhilfen den Stall verlassen, bricht für einen Augenblick das

Bild der sanften Giganten. Anders aber sind die starken Tiere

nicht zu halten. Und sobald Jungtiere, Kälber und auch die

ausgewachsenen Rinder mit Luftsprüngen den Freilauf feiern,

ist der martialisch wirkende Moment vergessen.

Höchstens einmal im Jahr kalbt ein Muttertier, das Fell ihrer

Kleinen ist zuerst eher zart rehbraun und färbt sich zunehmend

heller. Täglich bringen die Jungtiere rund zwei Kilogramm

mehr auf die Waage – um im schlachtfähigen Alter von

maximal 24 Monaten teilweise Tonnengewichte zu erreichen,

von denen sogar das Guinness-Buch der Rekorde berichtet.

Die Italiener vergöttern die weißen Riesen, Gourmets und

Connaisseure auf der ganzen Welt schätzen ihr mageres, aromatisches,

mit feinen Fettadern marmoriertes Fleisch als Delikatesse.

Für diesen Genuss wurden seit den 1960er-Jahren

Zuchttiere in die halbe Welt exportiert. Chianina-Stallungen

gibt es heute in Australien ebenso wie in Nordamerika, Südafrika

und sogar in Dubai.

Die berühmte »Bistecca alla Fiorentina« aber, das T-Bone Steak

nach Florentiner Art, betrachten die Metzger Mittelitaliens

weiterhin als Erbe ihrer legendären Chianina. Das Schneiden

einer Fiorentina sei wie der Segen am Ende des Gottesdienstes

für den Priester. Letzter Akt in der Liturgie des Fleisches.


28


29

BISTECCA ALLA FIORENTINA

Für Gaetano Vaccaro, Chefkoch des ADLER Thermae, und

die Gäste des Hotels gehört die »Bistecca alla Fiorentina« unverzichtbar

zum Menü. Und natürlich gibt es Gerichte vom

Chianina-Rind hier nicht nur vom Grill. Auch als Tartar ist

es sehr gefragt – weshalb an manchen Tagen bis zu 120 Kilogramm

Fleisch verarbeitet werden. Drei, vier Finger dick, bis zu

drei Pfund schwer. Ein T-förmiger Wirbelknochen trennt Filet

und Roastbeef, das eine schmale Fettschicht umrahmt. So sieht

sie aus, eine »Bistecca alla Fiorentina«, bevor sie der glühende

Holzkohlengrill in eine rustikale Köstlichkeit verwandelt. Der

fachgerechte Umgang mit der Fiorentina ist – wie häufig in der

kulinarischen Welt – Gegenstand hitziger Debatten. Vor dem

Grillen in Kräutern und Olivenöl marinieren oder nicht? Würzen

oder nicht; und womit und wie viel? Für Gaetano Vaccaro

gehört das Fleisch ungewürzt auf den Grill. Eine Seite lässt er

6 Minuten liegen, wendet sie, salzt erst dann die gegrillte Seite

und wiederholt den Vorgang auf der anderen Seite. Fünf Minuten

ruhen lassen, mit Olivenöl beträufeln und zentimeterdicke

Scheiben abschneiden. Dazu nur ein wenig gegrilltes Gemüse,

eine gebackene Kartoffel. So einfach, so delikat. Wer es zuhause

zubereiten möchte, kann zusätzlich mit Rosmarin und Pfeffer

würzen. Der gute Geschmack hängt ohnehin zum Großteil

von der Qualität des Fleisches ab.

Zubereitung für 4 Personen

1 großes Fiorentina-Steak der Rinderrasse (ca. 2.2oo gr.)

4 mittelgroße Kartoffeln

1 gelbe + 1 rote Paprika

1 Aubergine + 1 Zucchini

Basilikum, Knoblauch, Zwiebeln, Salz,

Extravergine Olivenöl u. Rosmarin

Das Steak ca. 30 Min. vor dem Zubereiten bei Zimmertemperatur liegen

lassen, mit Olivenöl bestreichen und mit Rosmarin bestreuen, anschließend

auf den heißen Grill legen: 6 Min. pro Seite und 2 Min. vertikal

auf dem Knochen aufliegend garen (ideale Distanz zur Grillkohle: 20

cm!), dann vom Grill nehmen und reichlich salzen. Die Fiorentina wird

am besten noch blutig genossen. Währenddessen die Kartoffeln mit Olivenöl

und Salz einreiben, in Alufolie einwickeln und ca. 30-40 Min. bei

180° im Ofen backen. Das Gemüse würfeln und in Öl, Knoblauch und

Zwiebeln dünsten. Salzen und pfeffern und mit Basilikum verfeinern.

Guten Appetit!


30

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Lodge - Jan Esser 3 ADLER Dolomiti - Katrin Zerhau

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Der Dirigent

der vielen Teller

Täglich bringt er hundertfach Glück auf den Teller.

Dafür agiert Küchenchef Leonhard Rainer fast im

Verborgenen. Und orchestriert sein Team im ADLER

Dolomiti mit Ruhe, Präzision und viel Kreativität

Der Empfang ist herzlich, das Büffet ein Gemälde, jeder

Teller ein Gedicht. Neben einem stets zuvorkommenden

Service ist das alles, was der Gast vom Abendessen

wahrnimmt. Er kann Qualität, Kreativität, Perfektion erwarten,

von der ersten Vorspeise bis zum letzten Dessert. Dass dafür

vor dem Speisesaal und hinter einer Flügeltür aus Holz ein

aufwändiges menschliches Räderwerk ineinanderläuft, muss

er nicht wissen. Obwohl gerade davon alles abhängt.

Im Reich des Leonhard Rainer, dem Dirigenten hinter der

Flügeltür, agieren 20 Köche. Jeder kennt seine Wege, Handgriffe,

Instrumente. In Rainers Küche herrscht konzentrierte

Betriebsamkeit, von Chaos keine Spur. Alles ist tausendfach

erprobt. Die Szenerie erinnert an die Inszenierung eine Symphonie.

Und wenn am Abend die Gäste in großer Erwartung

ins Restaurant kommen, erhöht der Dirigent das Tempo für

den nächsten Satz.

Inmitten dieses faszinierenden Instrumentariums aus Körpern,

Pfannen, Töpfen, Mixgeräten und Herden wirkt

Leonhard Rainer wie ein Pol der Ruhe. Kräftig gebaut und

das dunkle Haar hinter dem Kopf zusammengebunden, macht

er seine Ansagen mit Bedacht, hat alles im Blick und für

jeden ein Ohr. Rainer ist Chefkoch des ADLER Dolomiti,

kennt seine Küche ein halbes Leben lang. Seit über 20 Jahren

gibt er hier den Takt vor, sorgt für Spannung und Abwechslung

auf dem kulinarischen Spielplan.

»Authentische Regionalküche und

mediterrane Leichtigkeit ist

für mich die perfekte Kombination.«

Wenn er von seinem Wirken erzählt, schöpft er aus dem Vollen.

Ausführlich doziert er über das Kunststück, Hochgenuss

für Hunderte zu produzieren. Oder über den Einkauf: »Beste

Ware ist Pflicht, wir kaufen viel regional, viel in Italien, im

Ausland nur, wenn es nicht anders geht.« Er lässt aber auch

den psychischen Druck nicht aus, der mit dem Beruf verbunden

ist. Rainer: »Der Glamour ist draußen, im Speisesaal.«

Vier Menüs bietet seine Küche an: ein regionales, ein italienisch-internationales,

ein vegetarisches und die ADLER Highlights.

Suppen, Terrinen, Pasta, Fisch, Fleisch, Desserts. 20

Gerichte und mehr jeden Abend. Kochkunst in Serie. Und


33

wünscht ein Gast Langusten oder Hirschgulasch, bekommt er

es, nach Möglichkeit sofort, spätestens aber am nächsten Tag.

»Wir sagen selten nein«, sagt Rainer. »Mit demselben hohen

Anspruch gehen wir aber auch den Mittelweg. Bieten Einfaches

an wie Spaghetti mit Pesto. Unsere Gäste lieben diese Abwechslung.«

Als Küchenchef wäre er an keinem anderen Schauplatz besser

aufgehoben. »Ich mag die Südtiroler Küche und die italienische«,

sagt Rainer: »aber die Verbindung der beiden,

die liebe ich.« Nord und Süd, authentische Regionalküche

und mediterrane Leichtigkeit – für ihn »eine perfekte Kombination«.

Und vielseitig: Ständig entwickeln Rainer und

sein Chefkoch-Kollege Daniele Gaudiello neue Kreationen.

Sie harmonieren sichtlich, der Südtiroler und der Süditaliener

aus Kampanien. »In der Hinsicht bin ich absolut offen«,

sagt Rainer: »So ist die moderne Küche, so soll sie sein.«

»Früher wurde ein Hackbraten so gemacht,

wie er immer gemacht wurde. Wehe, da

kam jemand auf die Idee, etwas zu ändern.«

Das Kochen begleitet ihn seit früher Kindheit. Auf dem elterlichen

Martinshof in Niederried nahe Sterzing packt jeder mit

an. Leonhard, siebtes von zehn Kindern, hilft bei der Gemüseernte,

beim Schlachten, beim Füttern oder Melken. Kocht

Gerstensuppe, Surfleisch, Schlutzkrapfen für die Gäste der

Ferienwohnungen mit.

Mit 15 Jahren geht er als Aushilfe ins Berghotel »Hohe Gaisl«

im Pustertal, das die Schwester gepachtet hat. Morgens um

halb sieben fährt er von 2000 Metern ins Tal, holt Brot fürs

Frühstücksbüffet. Die Arbeit ist ein Knochenjob, dauert meist

bis Mitternacht, im ersten Jahr hat er zwischen Juni und Mitte

November keinen Tag frei. Danach beginnt er eine Kochlehre,

die er bei Andreas Gfader im Gasthof »Ansitz Fonteklaus« beendet,

einem der bekanntesten Restaurants Südtirols. »Eine

Herausforderung«, erinnert sich Rainer und fügt hinzu: »Wäre

ich nicht mit harter Arbeit aufgewachsen, hätte ich es wohl

nicht geschafft.«

Als das Fonteklaus 1991 vorübergehend schließen muss, überbrückt

Rainer die Sommersaison im ADLER in St. Ulrich.

Nach nur zwei Wochen macht der damalige Küchenchef den

19-Jährigen zum Chefsaucier, verantwortlich für alle Hauptspeisen

sowie Soßen. »Das ADLER war damals schon ein

Begriff, es war eine Ehre, dort arbeiten zu dürfen.« Also will

Rainer beweisen, dass er seine Beförderung verdient. Und verausgabt

sich. Nach einigen Jahren braucht er Abstand. Über

Stationen in Brixen, Bibione, München und Hamburg kommt

er nach Antholz, wo er im »Ansitz Heufler« erstmals Chefkoch

wird. 1999 kehrt er zurück ins ADLER.

Der kulinarische Anspruch ist dort inzwischen höher denn

je, das Haus gut besucht bis ausgebucht. »Bis 200 Gäste am

Abend ist alles easy«, sagt Rainer, »ab 250 wird es schwierig,

bei 280 oder sogar 300 Gästen sind die Belastungen schon

extrem.« Nicht ohne Grund sind im ADLER Dolomiti ständig

vier Köche nur mit Extrawünschen außerhalb des Menüs beschäftigt

– Spaghetti Carbonara, Wiener Schnitzel oder eine

Seezunge. Aber inzwischen auch vegane und glutenfreie Gerichte

sowie besondere Zubereitungen aufgrund von Allergien.

Von 7 Uhr morgens bis mindestens 10.30 Uhr abends wird

praktisch pausenlos gekocht.

Aber der Job eines Chefkochs verlangt mehr. Organisation,

Personalführung, und ja: Stressmanagement. »Der beste Küchenchef

muss nicht der beste Koch sein. Er muss ein Team

führen und motivieren können. Er muss Talente erkennen

und fördern, muss Disziplin einfordern, aber auch Freiheiten

gewähren können«, sagt Rainer. Denn jeder Dirigent ist nur

so gut wie sein Orchester. Rainer lobt seinen Kollegen Gaudiello

deshalb genauso wie Claudio Munno, der seit 12 Jahren

an seiner Seite die Vorspeisen macht. Er lässt Jungköche und

Lehrlinge Vorschläge machen. Er beteiligt sein Team, wenn

er Gerichte verändern will oder neue entwickelt. Und er lädt

Sterneköche für Seminare nach St. Ulrich ein, die für frische

Impulse sorgen sollen.

»Früher wurde ein Hackbraten so gemacht, wie er immer gemacht

wurde. Wehe, da kam jemand auf die Idee, etwas zu

ändern.« Früher haben Chefs geschrien und getobt, wenn ein

Topf Nudeln vom Herd fiel. »Das funktioniert so nicht mehr«,

sagt Rainer: »aber ich würde immer wieder Koch werden. Gerade

heute. Das ist inzwischen ein ganz anderer Beruf.«

Leonhard Rainer kocht

seit seiner Kindheit – und

würde jederzeit wieder

Koch werden


ADLER FRIENDS

Sammeln Sie mit!

Unsere ADLER Friends-Karte macht mehr aus Ihrem

Urlaub. Jeder Aufenthalt in einem unserer Spa Resorts &

Lodges – sowie Empfehlungen an Ihre Freunde – ist uns

Punkte wert. Lösen Sie Sammelpunkte gegen attraktive

Spa-Specials und Treueprämien ein. In den Dolomiten, auf

der Seiser Alm, in der Toskana: Mit der ADLER Friends-

Karte machen Sie eine Punktlandung

350

Punkte

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ADLER Dolomiti & ADLER Balance

Sommer Top-Angebot

(24. 06. - 14. 07. 2018)

Lassen Sie sich in unserem ADLER SPA

verwöhnen mit:

• einer Gutschrift von 50 € pro

Person für das Weekend, von

75 € für den Short-Stay- oder den

Midweek-Aufenthalt und von

100 € für einen Wochenaufenthalt

• einer Spa-Behandlung Ihrer Wahl

(ADLER Harmony, Himbeer-Körperritual

oder ADLER Leichtfüßig)

Vorteilswochen

(20. 05. - 05. 06. u. 04. 11. - 04. 12. 2018)

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von Sonntag bis Donnerstag (4 Nächte)

und zahlen Sie den Weekend-Preis (3

Nächte)

150

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ADLER Dolomiti

Kids-Angebot

(20. 05. - 05. 06. u. 04. 11. - 04. 12. 2018)

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Familie! In diesem Zeitraum

wohnen ADLER-Friends-Kinder

von 2 bis 14 Jahren bei einem

Short-Stay- oder Midweek-

Aufenthalt kostenlos

200

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pro Kind

(Angebot gültig im Zimmer mit 2 Vollzahlern)


35

ADLER Lodge

Vorteilswochen im Frühling

(17. 05. - 20. 05. u. 03. - 17. 06. 2018)

ADLER Thermae 200

Punkte

pro Kind

Happy Family

4 Nächte zum Preis von 3 Nächten

(25. 11. - 21. 12. 2018)

Als ADLER Friend

genießen Sie in dieser

Zeit ein exklusives

Angebot:

360

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Unbeschwerte Urlaubstage für die ganze

Familie. Erleben Sie, wie die Natur

erwacht und die Hügel der Val d‘Orcia

ihr schönstes Kleid anlegen

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Person für den Weekend

Aufenthalt von Donnerstag

bis Sonntag

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(1 Massage ADLER Leichtfüßig,

1 Peeling und Körperpackung,

1 ADLER Gesichtsbehandlung)

360

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Vorteilswochen im Herbst

(04. 11. - 02. 12. 2018)

Genießen Sie 4 traumhafte Herbsttage

zum Preis von 3. Mit nur 360 Punkten

pro Person erhalten Sie einen

Short-Stay-Aufenthalt (4 Nächte) zum

Weekend-Preis (3 Nächte). Zusätzlich

schenken wir Ihnen eine ADLER Body

Lotion »Baobab«

• Kinder von 4 bis 14 Jahren wohnen

bei einem Aufenthalt von Sonntag

bis Donnerstag oder bis Freitag

kostenlos

(Angebot gültig im Zimmer mit 2 Vollzahlern)

Weihnachtszauber

(02. - 21. 12. 2018)

Spüren Sie in der kalten Jahreszeit die

heilende Wirkung des warmen Thermalwassers.

Lassen Sie den Stress hinter

sich und entspannen Sie in der wohligen

Atmosphäre unserer Wellness-Welten

• 1 ADLER Entspannungsmassage

• 1 Spa-Gutschein im Wert von

100 € pro Person für einen Short-

Stay-, Midweek- oder Wochenaufenthalt

oder 1 Spa-

Gutschein im Wert

von 50 € für einen

Weekend-Aufenthalt 170

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Ein WERTGUTSCHEIN für

allerbeste Freunde!

Ab über 100 gesammelten

Punkten haben Sie auch die Möglichkeit,

einen Teil Ihrer Punkte in

ADLER-Friends-Wertgutscheine

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VOLLE

KANONE

Auf Frau Holle ist nur noch im Märchen Verlass.

Perfekte Pisten für den alpinen Wintersport schafft

Europas größter Skigebiete-Verbund durch künstliche Beschneiung.

Und nimmt dabei auch auf die

Umwelt Rücksicht


37

Schon vor dem Mittag sitzen die Menschen auf den Hütten-Terrassen,

schicke Sonnenbrillen auf der Nase, und

tupfen sich Schweißperlen von der Stirn. Der eine oder

andere öffnet das Hemd, Sonnencremetuben machen die Runde.

Kein ungewöhnlicher Anblick auf der Seceda-Alm, knapp

2500 Meter hoch über St. Ulrich in den Dolomiten gelegen:

bestes Bergtourengebiet, traumhaftes Panorama. Doch die

Sonnenanbeter sind keine Wanderer. Sondern Skifahrer. Und

es ist auch nicht Sommer, wie der strahlend blaue Himmel vermuten

ließe. Es ist Mitte Februar, tiefster Winter.

Das Phänomen heißt Klimawandel, und seine Folgen für die

Wintersport-Regionen sind massiv, sagt Thomas Mussner. Er

ist General Manager von Dolomiti Superski, einem Zusammenschluss

von 12 Skigebieten in Südtirol und Trentino, dem

auch Seceda angehört. Dolomiti Superski – 1200 Kilometer

Skipisten, 460 Lifte, die stündlich 630.000 Personen befördern

können – ist der größte Verbund dieser Art in Europa.

Und schon länger nicht mehr auf Frau Holle angewiesen. 97

Prozent der Pisten im Dolomiti Superski werden mit 4700

Schneekanonen und 330 Pistenraupen künstlich beschneit.

»Sonst könnten wir die Anlagen dichtmachen«, sagt Mussner.

An Weihnachten 2015 wurden tagsüber in manchen Gebieten

17 Grad Celsius gemessen – genauso warm war es in der gleichen

Zeit auf Mallorca!

Europaweit sind die Temperaturen in den letzten 100 Jahren

um durchschnittlich ein Grad gestiegen. In den Alpen sogar

um zwei Grad. Mit naheliegenden Folgen. Es schneit später im

Jahr und dann meist weniger. Die Schneefallgrenze wandert

beständig Richtung Gipfel. Aber ohne Schneesicherheit kann

kein Skigebiet wirtschaftlich funktionieren.

Längst legen daher futuristisch anmutende Konstruktionen

die Basis für jede Wintersaison. Schneeerzeuger, wie die Branche

sie nennt, garantieren Wintersportspaß ohne Einschränkung.

Doch die Vorstellung, die Sellaronda auf Kunstschnee

fahren zu müssen, gefällt nicht allen. Das menschgemachte

Weiß genießt keinen durchweg guten Ruf. Zu unrecht, wie ein

Blick auf die technische Entwicklung zeigt.

Weil die Dolomitendörfer wirtschaftlich von einem ganzjährigen

Tourismus abhängig sind, hat man früh die Wissenschaft

konsultiert. Was die Experten über die Struktur der

Schneekristalle im Verhältnis zur jeweiligen Außentemperatur

herausfanden, legte den technischen Grundstock für

modernste Kunstschneeerzeugung. Heute blasen hunderte

Hochdruck-Schneekanonen exakt jenes auf Wasser basierende

Gemisch auf die Hänge, das für die vorausgesagte Kälte-Luftfeuchtigkeit-Kombination

des kommenden Tages richtig ist.

Mit einem verblüffenden Ergebnis: Kunstschnee unterscheidet

sich qualitativ nicht mehr von jenem, der in manchen

Saisons zu spärlich vom Himmel fällt.

Drei Typen von Schneekanonen können inzwischen ganze

Wintersportlandschaften erschaffen. Für eine großflächige

Beschneiung kommen Druckluftschnee- und Propellerkanonen

zum Einsatz; einzelne oder schwer zugängliche Stellen

berieseln aufragende Schneelanzen. Ihr Funktionsprinzip:

Unter Hochdruck in die eiskalte Luft versprühte, kleine bis

kleinste Wassertröpfchen gefrieren in Sekundenbruchteilen

und schweben als Schneekristalle zu Boden. Aus einem

Kubikmeter Wasser entstehen 2,5 Kubikmeter Schnee, von

modernen Pistenwalzen umgehend verteilt und verdichtet.

Die einzigen Voraussetzungen sind mindestens 2 Grad unter

Null und niedrige Luftfeuchtigkeit.

Erwartungsgemäß sind Anlagen und Produktion von Kunstschnee

teuer. Die Schaffung einer Infrastruktur für einen Kilometer

Kunstschneepiste kostet 650.000 Euro, sein Unterhalt

jährlich 35.000 Euro. Allerdings macht die Branche kontinuierlich

Fortschritte vor allem in punkto Energie- und Ressourcenverbrauch

sowie Emissionen. Dolomiti Superski nutzt mit

Wasserkraft erneuerbare Energiequellen für die Beschneiung

und speichert das verwendete Bergquellwasser vor der Wintersaison

in eigens angelegten Sammelbecken. Der Wasserverbrauch

bleibt im Einklang mit dem hydrologischen Gleichgewicht.

Und die Dicke der Kunstschneedecke wird regelmäßig

per GPS kontrolliert – auch um zu verhindern, dass sie im

Frühling langsam schmilzt und das Graswachstum der Almwiesen

beeinträchtigt.

Kunstschnee erfordert im Schnitt 30 Prozent weniger Energie

als noch vor zehn Jahren. Zudem sind die Anlagen inzwischen

technisch so ausgereift, dass sie unterschiedliche Arten von

Kompaktschnee erzeugen können. So nennt der Fachmann

das menschgemachte Weiß. Dessen Kristalle sind kleiner und

nicht sechseckig wie bei echtem Schnee, sondern eher kugelförmig

und dadurch … kompakter. Naturschnee braucht man

heute nur noch für die Ästhetik.

Inzwischen sind die meisten Kritiker denn auch verstummt.

Selbst der bekannteste Botschafter der Dolomiten spricht für

die moderne Technik. »Ohne Kunstschnee ist ein erfolgreicher

Wintertourismus, von dem unzählige Arbeitsplätze abhängen,

nicht denkbar«, sagte der Extrembergsteiger Reinhold

Messner: Künstliche Beschneiung sei der »einzige Weg« für die

Zukunft.

Anfang der 1960er erfand der Grödner Ernst Prinoth

in St. Ulrich den Vorläufer der Schneekatze. Die Firma

Prinoth planiert heute Pisten in der ganzen Welt


ADLER MED

Urlaub

mit

Prävention

Es ist nicht die Frage, ob wir älter werden, sondern wie. Zum

Erhalt der Gesundheit kann man Einiges tun. Und wer früh vorbeugt,

bleibt statistisch gesehen länger fit. Die ADLER Hotels

sind seit Jahren darauf spezialisiert. Sie bieten Gästen durch die

Fachärzte und Therapeuten des ADLER MED die Möglichkeit,

ihren Urlaub zum Erhalt ihrer Gesundheit zu nutzen oder Zivilisationskrankheiten

wie Burnout und Übergewicht anzugehen. Dem

voraus geht ein medizinischer Check-up inklusive Blutuntersuchungen,

Lungenfunktionstest und Bio-Impedanzanalyse.

Auf den folgenden Seiten stellen wir fünf Schwerpunktthemen

von ADLER MED beispielhaft vor. Und starten mit einem Interview:

Dr. Stefania Mazzieri gibt Auskunft zum Dauerthema Übergewicht

– zu Ursachen, Folgen und den Möglichkeiten, wieder in

Form zu kommen.


39

Frau Dr. Mazzieri, jeder vierte Mensch in der westlichen

Welt ist inzwischen übergewichtig. Essen wir zu viel?

sm

Die Ernährung ist das ursächliche Problem für

Übergewicht. Hinzu kommen aber auch der Lebensstil

und ein falscher Rhythmus. Dadurch

gerät die Hormonproduktion während des Tages

durcheinander.

Können Sie das genauer erklären?

sm

Wir alle haben ein sympathisches und ein parasymphatisches

Nervensystem. Ersteres ist tagsüber

aktiv und unterstützt unseren Körper bei

körperlichen und geistigen Leistungen. Das parasympathische

sorgt dafür, dass wir nach einer Anstrengung

wieder in einen Ruhezustand gelangen

und uns erholen. Es arbeitet abends und nachts.

Stress aktiviert diese Systeme zu falschen Zeiten.

Dadurch wird die Hormonproduktion tagsüber

angekurbelt, was zu einem ständigen Hungergefühl

führt. Das sorgt wiederum für Stress, der

dann nochmals die Hormonproduktion erhöht

und damit den Wunsch, noch mehr essen zu

müssen. Es ist ein Teufelskreis.

Was erwartet den Gast, wenn er in einem ADLER Spa Resort

gezielt abnehmen möchte?

sm

Wir können diesen Rhythmus recht schnell

wieder umkehren. Mit der Bioimpedenzanalyse

stellen wir die Körperzusammensetzung fest.

Muskeln, Fettmasse und Knochenaufbau zum

Beispiel. Wir messen auch die Produktion des

Hormons Kortisol und den Metabolismus des

Gehirns. Er gibt Auskunft, wie stark der Gast

unter Stress leidet.

einzigartige Natur, die alle ADLER Spa Resorts

umgibt, dazu bei, zu relaxen und Stress und damit

auch den Heißhunger abzubauen.

Welche Rolle spielen Sport und Bewegung?

sm

Sport ist sehr wichtig. Zu unseren Programmen gehören

Wanderungen und das Personal Training.

Nicht nur, um Kalorien zu verbrennen, sondern

auch, weil Bewegung hilft, wieder den richtigen

Rhythmus zu finden und das Nervensystem ins

Gleichgewicht zu bringen – die biologische Uhr

wieder richtig zu stellen.

Das Gehirn kann 1000 Kalorien am Tag verbrennen. Sollte

man nicht lieber Kreuzworträtsel machen statt Sport?

sm

Dazu bieten wir spezielle Atemtechniken an.

Wenn man die Atmung mit dem Herzrhythmus

und der Gehirntätigkeit koordiniert, kann man

viel verbrennen. Patienten, die unsere Ratschläge

befolgen, nehmen in einer Woche ab, verändern

ihre Einstellungen zum Essen und etablieren

vielleicht auch einen ganz anderen Tagesrhythmus.

Um Fett ab- und Muskeln aufzubauen,

sollte man nämlich früh morgens trainieren.

Wir haben verschiedene Trainingseinheiten mit

unserem Sportwissenschaftler Gianluigi Cenciai

entwickelt. Denn nach sechs Uhr abends schadet

das Training den Muskeln und den Knochen.

Abends und nachts sollte man nur noch tanzen

und singen.

Und was passiert dann?

sm

Auf der Basis dieser Untersuchungen beraten wir

den Gast. Wir geben ihm genaue Anweisungen,

was für ihn gut ist und was nicht. Worauf er verstärkt

achten muss. Er bekommt einen Diätplan,

der auch mit unserer Küche abgesprochen wird.

Zu uns kommen Gäste, die ihr Verhalten wirklich

ändern und einen gesunden Lebensstil in

ihren Alltag bringen möchten. Und die schon

vieles ausprobiert haben, aber feststellen mussten,

dass kurzfristige Programme nichts bringen.

Ein kurzfristiges Programm bedeutet, einfach die Kalorienzufuhr

zu begrenzen?

sm

Ganz richtig. Dadurch nimmt man schnell ab.

Allerdings wird dadurch nicht das Fett abgebaut,

sondern eher die Muskelmasse. Das ist ungesund

und führt ohnehin zum Jojo-Effekt. Aber Abnehmen

ist Teil einer Haltung. Das heißt, dass wir

ein Bewusstsein fürs Essen und für den Körper

in unser Leben integrieren. Auch das gehört zu

unserem Ansatz. Und natürlich trägt auch die

Als Allgemeinmedizinerin mit Schwerpunkt

Chirurgie wurde Dr. med. Stefania Mazzieri

in Homöopathie, Akupunktur und Ernährungsmedizin

ausgebildet. Die 55-jährige Italienerin

ist zudem diplomierte Naturheilkundlerin. Zu

einem ganzheitlichen Ansatz inspirierte sie ihre

Großmutter: Die nämlich verhalf Menschen mit

Kräutern zur Gesundheit.


40

Verjüngung der Haut

Hautprobleme und Hautalterung

Der Erhalt eines jugendlichen Aussehens ist längst medizinischer Alltag. Besonders nachgefragt wird in der Dermatologie

die Hautverjüngung durch Unterspritzung mit abbaubaren Filler-Materialien wie Hyaluronsäure. Aber auch die

umfassende Optimierung der Hautoberfläche mithilfe modernster Lasermethoden bringt den gewünschten ebenmäßigen

Glow-Look zurück.

ADLER MED refresh your face

1

• 1 x Haut Check-up

• 1 x medizinisches Peeling

Je nach Hauttyp, Problemstellung und nötiger Intensität:

> Milch-, Mandel-, Zitronen- oder Salicylsäure beseitigen

Hautunreinheiten, Altersflecken, feinere Fältchen, raue und fahle Haut

> Salicyl-, Trichloressig-, Milch- und Glykolsäure behandeln Akne, Überpigmentierung,

Lichtschäden und kleine Falten

> Peeling »PRX-T33« mit Wasserstoff, Trichloressigsäure, Kojisäure mit gewebeaufbauender

Wirkung und Aufhelleffekt glättet Fältchen, Narben,

mildert Hautpigmentierung, Keratosen, erweiterte Poren und Alterswarzen

• 1 x Fraxel-Laser: Oberflächen-Verjüngung durch Neubildung von Kollagen

• 1 x Biolifting: Einspritzung verjüngend wirkender Substanzen - komplexer Mix

aus Aminosäuren, Vitaminen und Mineralien

Empfehlung:

Wir empfehlen aufgrund der Downtime einen Mindestaufenthalt von drei Tagen, optimal wäre eine Woche, um die

Heilung vollständig begleiten zu lassen. Nach dem medizinischen Peeling kommt es nach ca. zwei bis drei Tagen zu einer

leichten Abschuppung. Eine Rötung der Hautoberfläche nach der Laser-Behandlung klingt relativ schnell ab. Mögliche

punktuelle Hautverkrustungen lösen sich bereits nach wenigen Tagen. Die Kollagenneubildung und die damit einhergehende

Hautstraffung ist nach ca. sechs bis acht Wochen sichtbar.

Stressbewältigung

Erschöpfung und Burnout

Die moderne Gesellschaft treibt uns mit Höchstgeschwindigkeit durch den Alltag, vor allem bei der Arbeit. Nervosität,

Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen bis zum Burnout sind die Folgen. Selbst Kinder leiden schon

unter erhöhtem Leistungsdruck. Unsere De-Stress-Programme mit Entspannungsübungen und Fitness leiten Gäste

an, zu entschleunigen und wieder zu sich zu finden – körperlich und mental. Zu jedem Behandlungs-Paket gehören

immer eine Erst- und Endvisite.

ADLER MED de-stress

2

• 1 x Bioelektrischer Check-up: Leichte, nicht wahrnehmbare elektrische

Impulse auf einzelne Körperregionen ermitteln Störungsfelder im Körper:

Entzündungsherde, versteckte oder chronische Krankheiten und Allergien

• 1 x Biofeedback: Ein computergesteuertes System gibt Rückmeldung über die

Herzratenvariabilität und die physische Belastung durch negativen Stress

• 1 x De-Stress-Behandlung: 50 Min. individuell empfohlene Anwendung, z. B.

ausgleichende ayurvedische Kopf-, Gesichts- und Fußbehandlung, Shiatsu

oder Yoga

Yoga Forfait

• 3 x Privates Yoga

Empfehlung:

Immer, wenn das Leben sich zu stressig anfühlt, empfehlen wir eine kurze entspannende Auszeit bei uns. Je nach Bedarf

gehört zur Nachsorge wie immer die telefonische Rücksprache mit dem betreuenden Arzt von zuhause aus.


41

Darmgesundheit

Reizdarm und Verdauungsprobleme

Falsche Ernährung, eine ungesunde Lebensweise und Stress sorgen für eine Übersäuerung im Körper. Mit verschiedenen

Entgiftungs-Maßnahmen steuern wir dem entgegen. Grundlegend dabei ist, den Verdauungstrakt schrittweise

zu säubern und ihn damit zu schonen. Gleichzeitig leiten wir Gäste dazu an, ihre Ernährung gezielt umzustellen und

ihren Lebensstil nachhaltig zu ändern, um sich spürbar fitter und gesunder zu fühlen. Zu jedem Behandlungs-Paket

gehören immer eine Erst- und Endvisite.

ADLER MED DETOX intensive

3

• 1 x Bio-Impedanzanalyse

• 1 x bioelektrischer Check-up (s. 2.1)

• 1 x Ernährungsprofil

• 1 x Basis-Blutuntersuchung

• 1 x Befund-Übergabe (Basis der individuellen Behandlung)

• 2 x medizinische manuelle Bauchbehandlungen

• 3 x entschlackende Behandlung (30 Min. bioenerg. Fußbad o. Pressotherapie)

• 3 x entschlackende Packung (20 Min. Algenwickel, Ganzkörperbehandlung)

• 1 x geführte Atmung (in der Gruppe)

• 1 x Detox-Gesichtsbehandlung

• 3 x Hydromassage (je 20 Min. Stoffwechsel-Massage)

• 5 x Massagen

• 2 x Private Coaching (individueller Fitness-Plan)

ADLER MED gut scan

• 1 x Darmtest (Analyse der Verdauungsgesundheit)

Empfehlung:

Jährlich einen einwöchigem Intensive-Aufenthalt im ADLER MED Balance oder ADLER Thermae. Ein individuelles

Ratschlag-Programm erleichtert zuhause den sanften Einstieg in den Alltag.

Schmerztherapie

Entzündungen, Arthrose, Fibromyalgie

Medizinische Schmerzlinderungs-Therapien sind stark gefragt. Wie entsteht Schmerz, wie kann der Betroffene mit

speziellen Übungen sein Wohlbefinden selbst verbessern? Auch das vermitteln wir neben Neural- und Physiotherapien

sowie gezielten, beruhigenden Körperbehandlungen je nach Krankengeschichte. Teil jedes Behandlungs-Pakets

ist immer eine Erst- und Endvisite.

4

• Neuraltherapie: Chronische oder akute Erkrankungen adressieren wir

über ein injiziertes Lokalanästhetikum, meist Procain. Das beeinflusst die

Steuerungs- und Ausgleichsfunktion des vegetativen Nervensystems, unterstützt

die natürliche Selbstheilung wirksam – und ermöglicht diese teilweise

überhaupt erst

• 3 x Heilschlamm-Packungen: Mineralstoffe regen natürliche Regenerationsprozesse

an und hemmen Entzündungsprozesse, Wärme steigert die Durchblutung

sowie die Gewebsdurchsaftung, aktiviert den Lymphstrom, steigert

den Stoffwechsel

• 3 x Physiotherapie: Manuelle Therapie und Massage – je nach Problematik –

regenerieren und/oder optimieren die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit.

Die Ziele sind Entspannung, Schmerzlinderung und Neuausrichtung

Empfehlung:

Wir empfehlen eine Woche Mindestaufenthalt plus Vor- und Nachsorge durch unsere individuell erstellten Handouts.

Je nach Problemdiagnose sind unterstützende Programme wie z. B. Detox ratsam.


42

Übergewicht

Abnehmen und Entschlacken

Etwa jeder vierte Mensch in der westlichen Welt gilt als fettleibig, Übergewicht ist eine typische Zivilisationskrankheit.

Wir bieten eine individuelle, medizinisch basierte und daher dauerhafte Gewichtsreduktion inklusive Diätumstellung

an. Motivation hilft dabei, Ernährungsmuster langfristig zu verändern. Teil jedes Behandlungs-Pakets ist eine

Erst- und Endvisite.

ADLER MED slimming intensive

5


1 x Bio-Impedanzanalyse

• 1 x bioelektrischer Check-up (s. 2.1)

• 1 x Ernährungsprofil

• 1 x Basis-Blutuntersuchung

• 1 x Befund-Übergabe (Basis der individuellen Behandlung)

• 6 x Slim Packung (je 20 Min. thermogene Packung gegen

Cellulite und Fettpölsterchen)

• 6 x Hydromassage (je 20 Min. Stoffwechsel-Massage)

• 6 x Massage (tiefenwirksame Körperarbeit mit straffendem Effekt)

• 2 x Private Coaching (individueller Fitness-Plan)

• 3 x Fitness in der Gruppe und Fitnessplan für Zuhause

Empfehlung:

Einwöchiger »Intensive«-Aufenthalt in den ADLER Spa Resorts Balance oder Thermae, persönliches Ratschlag-

Programm für den sanften Einstieg in den Alltag zuhause. Die ärztliche Rücksprache nach dem Aufenthalt wird individuell

vereinbart. Ein jährlicher Aufenthalt ist ratsam.

Zum DETOX keinen Rotwein

Clelia Romanelli, Direktorin des ADLER Balance, über die Wichtigkeit

der Kommunikation mit dem Gast, der auch Patient ist

»Jeden Aufenthalt der Gesundheitsgäste im

ADLER Balance und im ADLER Thermae

bereiten wir schon vor der Anreise bestmöglich

vor. Denn wenn es um die Gesundheit

geht, muss man den Menschen anhören, ihn

wahrnehmen. Wir müssen wissen, ob er Vorerkrankungen

hat und welche Erfahrung er

mitbringt. Dafür nehmen wir uns Zeit, vom

Rezeptionsteam bis zum Arzt. Möchte zum

Beispiel jemand bei uns abnehmen, schicken

wir ihm schon vorab das am besten geeignete

Modul inklusive Angebot sowie Auskünfte

über das Hotel. Vor Ort ist dann der behandelnde Arzt für

den Gast da, der ihn bereits zu Hause kontaktiert hat. Nach

seiner Anamnese und dem Erstellen eines Gesundheitsplans

bekommen alle Abteilungen entsprechende Anweisungen.

Das Spa in Bezug auf passende Anwendungen, die Fitnesstrainer

für geeignete Bewegungsprogramme, die Küche und

das Restaurant bekommen den individuellen Menüplan vom

Arzt. So wird gewährleistet, dass dem Detox-Gast nicht plötzlich

ein Rotwein serviert wird. Weil eine Ernährungsumstellung

in den ersten Tagen auch psychisch belastend sein kann,

sind unsere Ärzte immer ansprechbar, selbst außerhalb ihrer

Arbeitszeiten. Und das Angebot, sie telefonisch

oder per Mail direkt zu kontaktieren,

gilt nach der Abreise weiter. Da unsere Ärzte

sämtlich einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen,

ist das Eingehen auf den Menschen

für sie eine Selbstverständlichkeit. Wir an

der Rezeption sind ein Bindeglied zwischen

Gast, Ärzten und Restaurant. Genau wie

die Therapeuten und Trainer behalten wir

unsere Gesundheitsgäste und alle Abläufe

jederzeit im Blick. Bei der Auswahl unserer

Mitarbeiter achten wir darauf, dass sie feinfühlig

kommunizieren und agieren und stets Geborgenheit

und Unterstützung vermitteln können. Schließlich hat sich

ADLER MED der Gesundung verschrieben. Die Kommunikation

endet aber nicht bei der Abreise des Gastes. Er bekommt

alle Informationen zur perfekten Nachbereitung

mit und kann sich jederzeit mit uns in Verbindung setzen.

Sehr häufig fragen sogar die Ärzte direkt nach, wie es ihm

nach einer Woche inzwischen geht. Mein Tipp für jeden, der

einen optimalen Aufenthalt mitgestalten möchte: »Nehmen

Sie sich Zeit, lassen Sie sich fallen! Wir fangen Sie auf, hier

sind Sie mit nichts allein.«


VORSCHAU

2019

ADLER

Emotions


4

Nestwarm Alles

über den jüngsten

ADLER-Zwachs

an einem

einzigartigen

Fleckenchen

Natur

Lebenslustig Nirgendwo

steigen so viele Geniesser

aufs Rad wie

im Val

d‘Orcia

Kostbar Die Kosmetikserie

ADLER Spa Aktiv verbindet das

Beste aus Natur und Wissenschaft.

In allen Spa Resorts & Lodges

sowie auf adler-shop.com

I

M

P

R

E

S

S

U

M

Herausgeber ADLER Spa Resorts & Lodges • Str. Rezia 7 • 39046 Ortisei • Val Gardena (BZ) • adler-resorts.com Design TN Hotel Media

Consulting • Oberaltenallee 8a • 22081 Hamburg • tn-hotelconsulting.com Redaktion TN Hotel Media Consulting Text Gerhard Waldherr • Tomas

Niederberghaus (TN) • Alke von Kruzsynski (TN) Artdirektor Cyrus Saedi (TN) Lektorat Margrit Gerste (TN) Fotos Eduardo Delille (26) • Dolomiti Superski

(36, 37) • Hannelore Grigat (23) • Arik Oberrauch (7, 19, 21, 22, 33, 43) • Hannes Pignater (21) • Andreas Senoner (13) • Shutterstock (1, 11, 29, 30, 43) •

Judith Sotriffer (12, 13) • Val Gardena Marketing (34) Übersetzungen Carla Diamanti (IT) • Loretta Solaroli (IT, EN) • Dr. Christopher Marsh (EN)

Druck Hofmann Druck Nürnberg GmbH & Co.KG • Emmericher Str. 10 • 90411 Nürnberg • hoffmann-infocom.de

Erscheinungsdatum März 2018 Auflage 69.550


ADLER-RESORTS.COM

info@adler-resorts.com

+39 0471 775 001

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